Berichtigungsvermerk, hinzugefügt am 17.06.2022:

Neufassung, ersetzt die Offenlegung vom 01.06.2022

MPC Münchmeyer Petersen Capital AG

Hamburg

Jahresabschluss 2021

Jahresabschluss,
zusammengefasster Lagebericht
und Bestätigungsvermerk
für das Geschäftsjahr
vom 1. Januar 2021 bis zum
31. Dezember 2021

der
MPC Münchmeyer Petersen Capital AG
Hamburg

1.
Bilanz zum 31. Dezember 2021

Aktiva

31.12.2021 31.12.2020
TEUR TEUR
A. Anlagevermögen 76.614 85.513
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und Software 3 3
II. Sachanlagen 206 257
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 193 223
2. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 13 34
III. Finanzanlagen 76.405 85.253
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 71.004 64.108
2. Beteiligungen 1.113 1.225
3. Wertpapiere des Anlagevermögens 0 6.017
4. Sonstige Ausleihungen 4.288 13.903
B. Umlaufvermögen 46.783 32.267
I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 41.775 24.838
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 388 312
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 39.100 17.750
3. Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 156 1.442
4. Sonstige Vermögensgegenstände 2.131 5.334
II. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 5.008 7.429
C. Rechnungsabgrenzungsposten 59 4
Bilanzsumme Aktiva 123.456 117.784

Anmerkung: Es kann zu rundungsbedingten Abweichungen kommen.

Passiva

31.12.2021 31.12.2020
TEUR TEUR
A. Eigenkapital 104.151 97.087
I. Gezeichnetes Kapital 35.248 33.471
II. Kapitalrücklage 64.428 62.205
III. Andere Gewinnrücklagen 0 10.803
IV. Bilanzgewinn (Vj.: Bilanzverlust) 4.475 -9.391
B. Rückstellungen 3.727 2.650
1. Steuerrückstellungen 2.203 1.006
2. Sonstige Rückstellungen 1.523 1.644
C. Verbindlichkeiten 15.578 18.047
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 0 47
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 163 52
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 13.827 15.547
4. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 261 367
5. Sonstige Verbindlichkeiten 1.328 2.033
- davon aus Steuern 358 181
Bilanzsumme Passiva 123.456 117.784

Anmerkung: Es kann zu rundungsbedingten Abweichungen kommen.

2.
Gewinn- und Verlustrechnung

für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2021

2021 2020
TEUR TEUR
1 Umsatzerlöse 7.516 7.648
2 Sonstige betriebliche Erträge 5.384 2.788
davon aus Währungsumrechnung 266 993
3 Personalaufwand -5.745 -5.674
a) Löhne und Gehälter -5.162 -5.038
b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung -583 -637
4 Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen -66 -94
5 Sonstige betriebliche Aufwendungen -8.140 -11.429
davon aus Währungsumrechnung -741 -680
6 Erträge aus Beteiligungen 12.315 302
davon aus verbundenen Unternehmen 12.304 200
7 Erträge aus Gewinnabführungsverträgen 4.406 2.220
8 Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 1.681 1.290
davon aus verbundenen Unternehmen 598 507
9 Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens -12.164 -302
10 Aufwendungen aus Verlustübernahme -404 -328
11 Zinsen und ähnliche Aufwendungen -680 -691
davon an verbundenen Unternehmen -640 -609
12 Ergebnis vor Steuern (EBT) 4.104 -4.270
13 Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -1.039 -221
14 Ergebnis nach Steuern (EAT) 3.065 -4.491
15 Sonstige Steuern -1 -1
16 Jahresüberschuss (Vj.: Jahresfehlbetrag) 3.064 -4.492
17 Verlustvortrag -9.391 -4.899
18 Entnahme aus anderen Gewinnrücklagen 10.803 0
19 Bilanzgewinn (Vj.: Bilanzverlust) 4.475 -9.391

Anmerkung: Es kann zu rundungsbedingten Abweichungen kommen.

3.
Anhang

der MPC Münchmeyer Petersen Capital AG, Hamburg, zum 31. Dezember 2021

1. GRUNDLEGENDE INFORMATIONEN

Die MPC Münchmeyer Petersen Capital AG ("MPC Capital AG") ist im Handelsregister des Amtsgerichts Hamburg, Abteilung B, unter der Nummer 72691 eingetragen und die Aktien werden im Segment "Scale" der Deutschen Börse AG gehandelt. Der Sitz der Gesellschaft ist Hamburg, Deutschland.

Der vorliegende Jahresabschluss wurde am 14. Februar 2022 vom Vorstand genehmigt und zur Veröffentlichung freigegeben.

2. ALLGEMEINE ANGABEN ZUM JAHRESABSCHLUSS

Der Jahresabschluss ist nach den Vorschriften des deutschen Handelsgesetzbuches (HGB) und des Aktiengesetzes (AktG) aufgestellt.

Die Gliederung der Bilanz entspricht dem in § 266 Abs. 2 und 3 HGB vorgesehenen Gliederungsschema. Die Gewinn- und Verlustrechnung ist gemäß § 275 Abs. 2 HGB nach dem Gesamtkostenverfahren gegliedert.

Als kleine Kapitalgesellschaft im Sinne des § 267 Abs. 1 HGB wurde von den größenabhängigen Erleichterungsvorschriften Gebrauch gemacht.

Der Lagebericht der MPC Capital AG wurde freiwillig in Anwendung von § 315 Absatz 5 HGB in Verbindung mit § 298 Absatz 2 HGB mit dem Lagebericht des MPC Capital AG-Konzerns zusammengefasst.

Die MPC Capital AG hat den Jahresabschluss auf Basis der Unternehmensfortführung aufgestellt.

3. BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODEN

Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sind gegenüber dem Vorjahr unverändert geblieben.

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände mit zeitlich befristeter Nutzungsdauer sind mit den Anschaffungskosten angesetzt. Sie werden entsprechend ihrer jeweiligen Nutzungsdauer planmäßig abgeschrieben. Die Abschreibung dieser immateriellen Vermögensgegenstände erfolgt linear über einen Zeitraum von 3 bis 5 Jahren. Wertminderungen werden durch außerplanmäßige Abschreibungen berücksichtigt. Bei Wegfall der Gründe für außerplanmäßige Abschreibungen werden entsprechende Zuschreibungen bis maximal zur Höhe der fortgeführten Anschaffungskosten vorgenommen.

Einbauten sowie andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung werden zu Anschaffungskosten, vermindert um die plan- und außerplanmäßige Abschreibungen, ausgewiesen. Die Abschreibungen erfolgen linear über die erwartete betriebsgewöhnliche Nutzungsdauern von 3 bis 10 Jahre.

Die Kosten für Instandhaltung und Reparaturen werden zum Zeitpunkt der Entstehung als Aufwand erfasst. Entstandene Gewinne- und Verluste aus Anlagenverkäufen werden in den sonstigen betrieblichen Erträgen bzw. sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen.

Anteile an verbundenen Unternehmen, Beteiligungen, Wertpapiere des Anlagevermögens und sonstigen Ausleihungen sind mit den Anschaffungskosten bilanziert. Bei voraussichtlich dauernden Wertminderungen wurden außerplanmäßige Abschreibungen auf die niedrigeren beizulegenden Werte vorgenommen. Sind die Gründe für die Wertminderung ganz oder teilweise weggefallen, erfolgte eine Wertaufholung maximal bis zu den Anschaffungskosten.

Die Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sowie Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten werden mit dem Nennwert bzw. mit dem niedrigeren beizulegenden Wert bilanziert. Erkennbare Einzelrisiken werden durch Wertberichtigungen berücksichtigt. Die Höhe der Wertberichtigung richtet sich nach dem wahrscheinlichen Ausfallrisiko. Wird die Eintrittswahrscheinlichkeit eines Ausfallrisikos als gering eingestuft, so wird eine bereits wertberichtigte Forderung wieder zugeschrieben.

Unverzinsliche Forderungen mit einer Fälligkeit von mehr als einem Jahr sind mit dem Barwert bilanziert. Die Ermittlung der Barwerte für die zugeordneten Darlehensbestände bzw. Forderungen erfolgt auf der Basis des DCF-Verfahrens unter Anwendung der aktuellen restlaufzeitkongruenten Zinssätze.

Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen. Die Bewertung erfolgt gemäß § 253 Abs.1 HGB jeweils in Höhe des Erfüllungsbetrages, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung erforderlich ist, um zukünftige Zahlungsverpflichtungen abzudecken. Zukünftige Preis- und Kostensteigerungen werden berücksichtigt, sofern ausreichende objektive Hinweise für deren Eintritt vorliegen.

Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre abgezinst. Aus der Aufzinsung resultierende Erhöhungen der Rückstellungsbeträge werden erfolgswirksam im Zinsergebnis erfasst.

Die Verbindlichkeiten werden mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt.

Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten werden gemäß § 256a HGB mit dem jeweiligen Devisenkassamittelkurs zum Abschlussstichtag bewertet.

Langfristige Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten werden zum Stichtagskurs angesetzt, soweit die Entstehungskurse nicht niedriger waren (Niederstwertprinzip) oder höher lagen (Höchstwertprinzip).

Geschäftsvorfälle, die in fremder Währung anfallen, werden mit dem Wechselkurs zum Transaktionszeitpunkt in die Berichtswährung umgerechnet.

Gewinne und Verluste aus der Umrechnung von Geschäften in Fremdwährung werden erfolgswirksam und in der Gewinn- und Verlustrechnung gesondert unter dem Posten "sonstige betriebliche Erträge" bzw. "sonstige betriebliche Aufwendungen" ausgewiesen.

Die Währungskurse betrugen zum 31. Dezember 2021:

1 EUR = 6,3101 BRL
1 EUR = 1,4393 CAD
1 EUR = 1,0331 CHF
1 EUR = 0,8403 GBP
1 EUR = 1,1326 USD

Latente Steuern werden nach § 274 Abs. 1 HGB für Differenzen zwischen den handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und ihren steuerlichen Wertansätzen gebildet, die sich in späteren Geschäftsjahren voraussichtlich abbauen. Steuerliche Verlustvorträge und Zinsvorträge werden bei der Berechnung aktiver latenter Steuern in Höhe der innerhalb der nächsten fünf Jahre zu erwartenden Verrechnung berücksichtigt. Zur Ermittlung der latenten Steuern wurden die Steuersätze angewendet, die nach der derzeitigen Rechtslage für den Zeitpunkt gültig oder angekündigt sind, zu dem sich die temporären Differenzen wahrscheinlich abbauen werden. Die Bewertung der Bilanzdifferenzen erfolgte mit dem unternehmensindividuellen Steuersatz von 32,28%. Dieser setzt sich zusammen aus 15% Körperschaftsteuer, 5,5% Solidaritätszuschlag sowie 16,45% Gewerbesteuer. Die MPC Münchmeyer Petersen Capital AG ist Organträger einer ertragsteuerlichen Organschaft. Die laufenden und latenten Steuern der Organschaft werden beim Organträger ausgewiesen (formale Betrachtungsweise). Der Ausweis der latenten Steuern in der Bilanz erfolgt saldiert (§ 274 Abs. 1 Satz 3 HGB). Soweit sich insgesamt eine Steuerentlastung ergibt (Aktivüberhang) wird das Aktivierungswahlrecht nach § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB nicht ausgeübt. Eine sich ergebende Steuerbelastung wird als Passive latente Steuer in der Bilanz ausgewiesen.

Passive latente Steuern aus Beteiligungen wurden mit aktiven latenten Steuern aus abzugsfähigen zeitlich begrenzten Differenzen aus Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, sowie Verlustvorträgen verrechnet.

4. ERLÄUTERUNGEN ZUR BILANZ

4.1 FORDERUNGEN UND SONSTIGE VERMÖGENSGEGENSTÄNDE

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände haben folgende Fristigkeiten:

davon mit einer Restlaufzeit
Gesamt bis
1 Jahr
mehr als
1 Jahr
mehr als
5 Jahre
Art der Forderung TEUR TEUR TEUR TEUR
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 31.12.2021 388 388 0 0
31.12.2020 312 312 0 0
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 31.12.2021 39.100 39.100 0 0
31.12.2020 17.750 17.750 0 0
- davon Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 31.12.2021 4.864 4.864 0 0
31.12.2020 3.975 3.975 0 0
- davon sonstige Vermögensgegenstände 31.12.2021 34.236 34.236 0 0
31.12.2020 13.775 13.775 0 0
3. Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 31.12.2021 156 156 0 0
31.12.2020 1.442 1.442 0 0
- davon Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 31.12.2021 149 149 0 0
31.12.2020 1.201 1.201 0 0
- davon sonstige Vermögensgegenstände 31.12.2021 7 7 0 0
31.12.2020 241 241 0 0
4. Sonstige Vermögensgegenstände 31.12.2021 2.131 2.100 31 0
31.12.2020 5.334 5.300 34 0
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 31.12.2021 41.775 41.744 31 0
31.12.2020 24.838 24.804 34 0

Es kann zu rundungsbedingten Differenzen kommen.

Bei den Forderungen gegen verbundene Unternehmen handelt es sich im Wesentlichen um Forderungen aus Gewinnausschüttungsansprüchen, aus dem sonstigen Verrechnungs- und Finanzverkehr sowie aus Lieferungen und Leistungen.

4.2 EIGENKAPITAL

Gezeichnetes Kapital

Der Vorstand der MPC Capital AG hat mit Zustimmung des Aufsichtsrats am 8. Januar 2021 eine Kapitalerhöhung beschlossen und durchgeführt. Unter teilweiser Ausnutzung des Genehmigten Kapitals 2018 wurde unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre gemäß § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG das Grundkapital der MPC Capital AG um bis zu nominal EUR 1.777.778,00 erhöht. Dies entspricht bis zu 5% des bisherigen Grundkapitals. Die Erhöhung erfolgte gegen Bareinlagen durch Ausgabe von 1.777.778 neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien ohne Nennbetrag mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital von EUR 1,00 je Aktie (die "Neuen Aktien"). Die Neuen Aktien wurden prospektfrei zum Börsenhandel in die bestehende Notierung im Open Market (Segment "Scale") an der Frankfurter Wertpapierbörse einbezogen und sind vom 1. Januar 2021 an voll gewinnanteilberechtigt.

Aufgrund dieser im Geschäftsjahr durchgeführten Kapitalerhöhung veränderte sich das Grundkapital der Gesellschaft von EUR 33,5 Mio. auf EUR 35,2 Mio.

Das Grundkapital ist eingeteilt in 35.248.484 Stück (Vj.: 33.470.706 Stück) nennwertlose Stückaktien mit einem rechnerischen Wert von EUR 1,0 je Aktie. Die Aktien lauten auf den Inhaber.

Bedingtes Kapital

Das bedingte Kapital beträgt zum 31. Dezember 2021 EUR 9 Tsd. (31. Dezember 2020: EUR 43 Tsd.).

Genehmigtes Kapital 2018

Mit Beschluss der Hauptversammlung vom 22. April 2021 wurde das Genehmigte Kapital 2018 nach teilweiser Ausnutzung aufgrund der Kapitalerhöhung vom 8. Januar 2021 aufgehoben.

Genehmigtes Kapital 2021

Der Vorstand wurde von der Hauptversammlung am 22. April 2021 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 21. April 2026 einmal oder mehrfach um insgesamt bis zu EUR 17.624.242,00 durch Ausgabe von bis zu 17.624.242 neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2021).

Bei einer Kapitalerhöhung ist den Aktionären grundsätzlich ein Bezugsrecht einzuräumen; das gesetzliche Bezugsrecht kann dabei auch in der Weise eingeräumt werden, dass die neuen Aktien ganz oder teilweise von einem durch den Vorstand bestimmten Kreditinstitut oder einem Konsortium von Kreditinstituten mit der Verpflichtung übernommen werden, sie den Aktionären der Gesellschaft zum Bezug anzubieten (mittelbares Bezugsrecht gemäß § 186 Abs. 5 Satz 1 AktG). Der Vorstand ist jedoch ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht auszuschließen,

(1) bei Kapitalerhöhungen gegen Sacheinlagen, insbesondere im Zusammenhang mit dem Erwerb von Unternehmen, Unternehmensteilen, Beteiligungen oder Wirtschaftsgütern;

(2) soweit es erforderlich ist, um den Inhabern von Schuldverschreibungen mit Wandlungs- oder Optionsrechten bzw. mit Wandlungspflichten auf Aktien der Gesellschaft, die von der Gesellschaft oder deren nachgeordneten Konzernunternehmen bereits zuvor ausgegeben wurden, ein Bezugsrecht in dem Umfang einzuräumen, wie es ihnen nach Ausübung des Wandlungsrechts bzw. Optionsrechts bzw. nach Erfüllung ihrer Wandlungspflicht als Aktionär zustehen würde;

(3) für Spitzenbeträge;

(4) wenn die Aktien zu einem Ausgabebetrag ausgegeben werden, der den Börsenpreis nicht wesentlich unterschreitet, und die Kapitalerhöhung insgesamt 10% des Grundkapitals nicht überschreitet, und zwar weder im Zeitpunkt des Wirksamwerdens noch im Zeitpunkt der Ausübung dieser Ermächtigung. Auf diese Begrenzung ist die Anzahl veräußerter eigener Aktien anzurechnen, sofern die Veräußerung während der Laufzeit dieser Ermächtigung unter Ausschluss des Bezugsrechts gemäß § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG erfolgt. Ferner sind auf diese Begrenzung diejenigen Aktien anzurechnen, die zur Bedienung von Schuldverschreibungen mit Wandlungs- oder Optionsrechten bzw. einer Wandlungspflicht ausgegeben wurden bzw. auszugeben sind, sofern die Schuldverschreibungen während der Laufzeit dieser Ermächtigung unter Ausschluss des Bezugsrechts in entsprechender Anwendung des § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgegeben wurden;

(5) zur Durchführung einer sogenannten Aktiendividende (scrip dividend), bei der den Aktionären angeboten wird, ihren Dividendenanspruch wahlweise (ganz oder teilweise) als Sacheinlage gegen Gewährung neuer Aktien aus dem Genehmigten Kapital 2018 in die Gesellschaft einzulegen.

Kapitalrücklage

Das Agio aus der durchgeführten Kapitalerhöhung der MPC Capital AG betrug EUR 2,2 Mio. und wurde in die Kapitalrücklage eingestellt. Insgesamt beträgt die Kapitalrücklage daher zum 31. Dezember 2021 EUR 64,4 Mio. (31. Dezember 2020: EUR 62,2 Mio.).

Andere Gewinnrücklagen

Die anderen Gewinnrücklagen wurden im Rahmen der Erstellung des Jahres- und Konzernabschlusses 2021 der MPC Capital AG auf Vorschlag des Vorstands und nach Zustimmung des Aufsichtsrats vollständig aufgelöst (31. Dezember 2020: EUR 10,8 Mio.).

Bezugsrechte nach § 160 Abs. 1 Nr. 5 AktG:

"Aktienoptionsprogramm 2017"

Im ersten Halbjahr des Geschäftsjahrs 2017 haben sich Vorstand und Aufsichtsrat dazu entschlossen, erneut einen Aktienoptionsplan für gewinnbeteiligte Arbeitnehmer der MPC Capital bzw. der mit ihr verbundenen Unternehmen aufzulegen ("Aktienoptionsprogramm 2017"). Das Aktienoptionsprogramm 2017 dient weiterhin dazu, die Bindung von Arbeitnehmern (insbesondere von Führungskräften) an das Unternehmen zu erhöhen, sie zu motivieren und ihnen eine direkte Beteiligung am Unternehmenserfolg zu ermöglichen. Ziel des Programms ist es zudem, die Attraktivität der MPC Capital AG für qualifizierte Arbeitnehmer zu steigern.

Die Zustimmung durch die Gesellschafter erfolgte im Rahmen der ordentlichen Hauptversammlung im Jahr 2015.

Nachfolgend werden die wesentlichen Bestimmungen und Bedingungen dieses Aktienoptionsprogramms erläutert:

a) Kreis der Bezugsberechtigten

Im Rahmen des Aktienoptionsprogramm 2017 können Bezugsrechte an Arbeitnehmer der MPC Capital AG bzw. Arbeitnehmer von mit ihr verbundenen Unternehmen ("Bezugsberechtigte") ausgegeben werden.

b) Erwerbszeitraum

Die Bezugsrechte konnten den Bezugsberechtigten seit dem 2. Januar 2017 gewährt werden. Weitere Bezugsrechte können bis zum 15. Februar 2022 gewährt werden.

c) Wartezeit, Ausübungszeitraum

Die im Rahmen des Aktienoptionsprogramms 2017 gewährten Bezugsrechte können erstmalig am vierten Jahrestag ihres Erwerbs durch den jeweiligen Bezugsberechtigten ausgeübt werden ("Wartezeit"). Nach dem Ende der Wartezeit ist eine Ausübung bis zum fünften Jahrestag ihres Erwerbs zulässig ("Ausübungszeitraum"). Während des Ausübungszeitraums können die Bezugsrechte nur während bestimmter Perioden ausgeübt werden ("Ausübungsperioden"). Eine Ausübungsperiode beginnt jeweils am elften Bankarbeitstag in Hamburg ("Bankarbeitstag") nach der Veröffentlichung eines Quartals-, Halbjahres- oder Jahresfinanzberichts der Gesellschaft und endet mit dem Ablauf des zehnten Bankarbeitstags nach diesem Zeitpunkt. Sofern die Gesellschaft keine Quartals- oder Halbjahresfinanzberichte veröffentlicht, verringert sich die Zahl an Ausübungsperioden innerhalb des Ausübungszeitraums entsprechend. Sollte innerhalb einer Ausübungsperiode die Veröffentlichung einer Ad-hoc- Mitteilung aufgrund nationaler oder europäischer Rechtsnormen, die dem § 15 WpHG a. F. entsprechen, oder diesen Normen nachgebildeten börsenrechtlichen Regelungen (z.B. in den Freiverkehrsbedingungen der Frankfurter Wertpapierbörse) unmittelbar bevorstehen, kann die Gesellschaft die Annahme von Ausübungserklärungen der Bezugsberechtigten verweigern. Die Ausübungserklärung gilt in diesen Fällen einen Tag nach der Veröffentlichung der Ad-hoc-Mitteilung als angenommen. Der Ausübungszeitraum verlängert sich um einen Tag, wenn der Ausübungszeitraum an dem Tag abläuft, an dem die Annahme aufgrund einer Ad-hoc-Meldung durch die Gesellschaft verweigert wird.

d) Ausübungsbetrag

Der Ausübungsbetrag eines Bezugsrechts entspricht dem Mittelwert der Schlusskurse für Aktien der Gesellschaft gleicher Gattung im Xetra-Handel (oder einem vergleichbaren Nachfolgesystem) der Frankfurter Wertpapierbörse in den drei Monaten vor dem Zeitpunkt des Abschlusses der Aktienoptionsvereinbarung. Der Mindestausübungsbetrag beträgt EUR 1,00.

e) Erfolgsziele

Die Bezugsrechte können nur ausgeübt werden, wenn sich der dem Ausübungsbetrag entsprechende Börsenkurs im Vergleich zu dem Mittelwert der Schlusskurse für Aktien der Gesellschaft gleicher Gattung im Xetra-Handel (oder einem vergleichbaren Nachfolgesystem) der Frankfurter Wertpapierbörse innerhalb von drei Monaten vor dem Zeitpunkt der Ausübung des Bezugsrechts mindestens verdoppelt hat.

Es wurden insgesamt 9.418 Bezugsrechte vergeben.

Da bei Ausübung der Optionen keine Auszahlungsverpflichtungen entstehen ("equity setteled options") wird das Optionsprogramm als Transaktion zwischen Kapitalgebern gesehen und wird nur insoweit im Abschluss erfasst, wie Optionen tatsächlich ausgeübt werden.

4.3 RÜCKSTELLUNGEN

In den sonstigen Rückstellungen sind folgende Posten enthalten:

2021 2020
TEUR TEUR
Rechts- und Beratungskosten 567 224
Personalkosten 525 839
Kosten für den Aufsichtsrat 180 160
Ausstehende Rechnungen 144 127
Drohende Verluste 0 194
Übrige 107 100
Sonstige Rückstellungen 1.523 1.644

4.4 FRISTIGKEITEN DER VERBINDLICHKEITEN

davon mit einer Restlaufzeit
Gesamt bis
1 Jahr
mehr als
1 Jahr
mehr als
5 Jahre
Art der Verbindlichkeit TEUR TEUR TEUR TEUR
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 31.12.2021 0 0 0 0
31.12.2020 47 47 0 0
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 31.12.2021 163 163 0 0
31.12.2020 52 52 0 0
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 31.12.2021 13.827 13.827 0 0
31.12.2020 15.547 15.547 0 0
- davon Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 31.12.2021 187 187 0 0
31.12.2020 964 964 0 0
- davon sonstige Verbindlichkeiten 31.12.2021 13.639 13.639 0 0
31.12.2020 14.583 14.583 0 0
4. Verbindlichkeiten gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 31.12.2021 261 261 0 0
31.12.2020 367 367 0 0
- davon sonstige Verbindlichkeiten 31.12.2021 261 261 0 0
31.12.2020 367 367 0 0
5. Sonstige Verbindlichkeiten 31.12.2021 1.328 1.287 41 0
31.12.2020 2.033 1.779 254 0
- davon aus Steuern 31.12.2021 358 358 0 0
31.12.2020 181 181 0 0
Gesamt 31.12.2021 15.578 15.537 41 0
31.12.2020 18.047 17.793 254 0

Es kann zu rundungsbedingten Differenzen kommen.

4.5 VERBINDLICHKEITEN GEGENÜBER VERBUNDENEN UNTERNEHMEN

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen betragen insgesamt EUR 13,8 Mio. (Vorjahr: EUR 15,5 Mio.). Darin enthalten sind insbesondere Verbindlichkeiten aus dem sonstigen Verrechnungs- und Finanzverkehr.

4.6 VERBINDLICHKEITEN GEGENÜBER UNTERNEHMEN MIT DENEN EIN BETEILIGUNGSVERHÄLTNIS BESTEHT

Die Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, betragen EUR 0,3 Mio. (Vorjahr: EUR 0,4 Mio.) und betreffen insbesondere ausstehende Einlagen und Darlehen.

4.7 SONSTIGE VERBINDLICHKEITEN

Der Rückgang der sonstigen Verbindlichkeiten um EUR 0,7 Mio. resultiert insbesondere aus Zahlungen von offenen Kaufpreisverbindlichkeiten.

4.8 HAFTUNGSVERHÄLTNISSE

Es bestehen zum Bilanzstichtag noch Bürgschaftsverpflichtungen in Höhe von EUR 0,3 Mio. und Garantieverpflichtungen in Höhe von EUR 0,7 Mio. Sofern eine Zahlungsverpflichtung aus den abgegebenen Bürgschaften und Garantien erwartet wird, wurden entsprechende Rückstellungen gebildet. Die MPC Capital AG hat gegenüber verbundenen Unternehmen Rangrücktrittserklärungen in Höhe von EUR 51,7 Mio. abgegeben.

Derzeit gibt es keine Hinweise auf die Inanspruchnahme der MPC Capital AG aus den bestehenden Eventualverbindlichkeiten, da sich keine wesentliche Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation bei den Gesellschaften, für die entsprechende Haftungsverhältnisse eingegangen wurden, ergeben haben.

Eine Inanspruchnahme aus einer oder mehreren Eventualverbindlichkeiten hätte einen erheblichen Einfluss auf die finanzielle Lage der MPC Capital AG.

4.9 SONSTIGE FINANZIELLE VERPFLICHTUNGEN

Sonstige finanzielle Verpflichtungen der MPC Capital AG betreffen Miet- und Leasingverpflichtungen in Höhe von EUR 1,4 Mio., davon EUR 1,3 Mio. gegenüber verbundenen Unternehmen.

5. ERLÄUTERUNGEN ZUR GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

5.1 SONSTIGE BETRIEBLICHE ERTRÄGE

Zuschreibungen auf verschiedene Beteiligungen führten im Geschäftsjahr zu außergewöhnlich hohen Erträgen aus Zuschreibungen von Finanzanlagen in Höhe von EUR 3,9 Mio.

5.2 SONSTIGE BETRIEBLICHE AUFWENDUNGEN

Die Wertberichtigungen und Abschreibungen auf Forderungen enthalten im Wesentlichen außergewöhnliche Abschreibungen auf Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von EUR 1,3 Mio.

6. SONSTIGE ANGABEN

6.1 ANZAHL DER ARBEITNEHMER

Im Geschäftsjahr waren durchschnittlich 35 Arbeitnehmer beschäftigt. Es handelt sich hierbei ausschließlich um Angestellte.

6.2 GESELLSCHAFTSORGANE

a) Vorstände der Gesellschaft im Berichtsjahr waren:

Ulf Holländer, Vorstand, Hamburg, (Vorsitzender) (CEO; Chief Executive Officer)

Dr. Philipp Lauenstein, Vorstand, Hamburg (CFO; Chief Financial Officer)

Constantin Baack, Vorstand, Hamburg (Executive Board Member Shipping)

Dr. Ignace Van Meenen, Vorstand, Hamburg (CSO; Chief Sales Officer); bis zum 31. März 2021

Dr. Karsten Markwardt, Vorstand, Hamburg

(Executive Board Member Legal & Compliance, Real Estate Germany); bis zum 31. März 2021

b) Aufsichtsräte der Gesellschaft im Berichtsjahr waren:

Dr. Axel Schroeder (Vorsitz)

Geschäftsführer der MPC Münchmeyer Petersen & Co. GmbH, Hamburg

Joachim Ludwig

Geschäftsführer der Ferrostaal GmbH, Essen

Dr. Ottmar Gast

Ehemals Chairman of the Advisory Board der Hamburg Südamerikanische Dampfschifffahrts-Gesellschaft ApS & Co KG, Hamburg

6.3 VERGÜTUNG DER ORGANE

Für das Geschäftsjahr 2021 wurden den Vorständen der MPC Capital AG Gesamtbezüge in Höhe von EUR 1,4 Mio. (Vorjahr: EUR 1,9 Mio.) bewilligt. Den Aufsichtsräten wurden im selben Zeitraum Gesamtbezüge in Höhe von brutto EUR 180 Tsd. (Vorjahr: EUR 160 Tsd.) bewilligt. Sämtliche Organbezüge sind kurzfristig fällig.

6.4 NAME UND SITZ DES MUTTERUNTERNEHMENS

Die MPC Capital AG ist als Mutterunternehmen nach § 290 HGB verpflichtet, einen Konzernabschluss aufzustellen.

Dieser wurde gem. den nach § 290 ff. HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften aufgestellt. Der Konzernabschluss wird im Bundesanzeiger bekannt gemacht.

Das Mutterunternehmen der MPC Capital AG, das den Konzernabschluss für den größten Konsolidierungskreis aufstellt, ist die Quintance GmbH, Hamburg. Der Konzernabschluss der Quintance GmbH, Hamburg, wird beim Bundesanzeiger unter der Nummer HRB 122152 Hamburg zur Offenlegung eingereicht.

6.5 STIMMRECHTSMITTEILUNGEN NACH § 20 AKTG

(1) Die MPC Participia GmbH, Hamburg, Deutschland, hat uns gemäß § 20 Abs. 5 AktG am 28. Juni 2016 mit einem Schreiben mitgeteilt, dass ihr keine Mehrheitsbeteiligung an der MPC Capital AG mehr gehört. Weiter hat uns die MPC Participia GmbH nach § 20 Abs. 1, 3 AktG mitgeteilt, dass ihr unverändert - auch ohne Zurechnung gem. § 20 Abs. 2 AktG - mehr als der vierte Teil der Aktien an der MPC Capital AG gehört.

(2) Herr Axel Schroeder, Hamburg, Deutschland, hat uns gemäß § 20 Abs. 5 AktG am 17. Oktober 2016 mit einem Schreiben mitgeteilt, dass ihm keine Mehrheit an der MPC Capital AG mehr gehört (weder unmittelbar noch mittelbar). Weiter hat uns Herr Axel Schroeder gemäß § 20 Abs. 1 AktG in Verbindung mit § 16 Abs. 4 AktG mitgeteilt, dass ihm unverändert - auch ohne Zurechnung gem. § 20 Abs. 2 AktG - mittelbar mehr als der vierte Teil der Aktien der MPC Capital AG gehört.

(3) Die MPC Münchmeyer Petersen & Co. GmbH (vormals: MPC Industries GmbH), Palmaille 67, 22767 Hamburg, Deutschland, hat uns gemäß § 20 Abs. 5 AktG am 17. Oktober 2016 mit einem Schreiben mitgeteilt, dass ihr keine Mehrheit an der MPC Capital AG mehr gehört (weder unmittelbar noch mittelbar). Weiter hat uns die MPC Münchmeyer Petersen & Co. GmbH gemäß § 20 Abs. 1, 3 AktG in Verbindung mit § 16 Abs. 4 AktG mitgeteilt, dass ihr unverändert - auch ohne Zurechnung gem. § 20 Abs. 2 AktG - mittelbar mehr als der vierte Teil der Aktien der MPC Capital AG gehört.

(4) Die Quintance GmbH, Palmaille 67, 22767 Hamburg, Deutschland, hat uns gemäß § 20 Abs. 5 AktG am 17. Oktober 2016 mit einem Schreiben mitgeteilt, dass ihr keine Mehrheit an der MPC Capital AG mehr gehört (weder unmittelbar noch mittelbar). Weiter hat uns die Quintance GmbH gemäß § 20 Abs. 1, 3 AktG in Verbindung mit § 16 Abs. 4 AktG mitgeteilt, dass ihr unverändert - auch ohne Zurechnung gem. § 20 Abs. 2 AktG -mittelbar mehr als der vierte Teil der Aktien der MPC Capital AG gehört.

6.6 ANGABE ABSCHLUSSPRÜFERHONORAR

Eine Aufschlüsselung der Honorare wurde gem. § 285 Nr. 17 HGB nicht vorgenommen, da entsprechende Angaben im Konzernabschluss, in den die MPC Capital AG einbezogen wird, enthalten sind.

6.7 ERGEBNISVERWENDUNG

Der Vorstand wird mit Zustimmung des Aufsichtsrats den Aktionären auf der nächsten Hauptversammlung am 27. April 2022 vorschlagen, den Bilanzgewinn der Gesellschaft des Geschäftsjahres 2021 in Höhe von EUR 4,5 Mio. wie folgt zu verwenden:

Ein Teilbetrag von EUR 4,2 Mio. wird zur Zahlung einer Dividende von EUR 0,12 je Aktie auf die insgesamt 35.248.484 dividendenberechtigten Aktien verwandt;

der verbleibende Teilbetrag in Höhe von EUR 0,3 Mio. wird auf neue Rechnung vorgetragen.

7. NACHTRAGSBERICHT

Im November 2021 hat MPC Capital ihre Tochtergesellschaft Cairn Real Estate B.V. zu einem Nettokaufpreis in Höhe von rund EUR 30 Mio. an den britischen Investor Schroders Capital, dem Private Assets-Investmentarm der Schroders Group, verkauft. Die Transaktion konnte Ende Januar 2022 abgeschlossen werden.

Hamburg, den 14. Februar 2022

Ulf Holländer Dr. Philipp Lauenstein Constantin Baack
Vorsitzender

Zusammengefasster Lagebericht und Konzernlagebericht für das
Geschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis 31. Dezember 2021

I. Grundlagen der MPC Münchmeyer Petersen Capital AG und des Konzerns

Geschäftsmodell

Der MPC Münchmeyer Petersen Capital-Konzern ("MPC Capital", "MPC Capital-Konzern", "MPC Capital-Gruppe") ist ein international ausgerichteter Asset- und Investment-Manager sowie Co-Investor für sachwertbasierte Investitionen und Kapitalanlagen. Die MPC Münchmeyer Petersen Capital AG ("MPC Capital AG") ist die Konzernobergesellschaft der Gruppe. Sie ist seit dem Jahr 2000 börsennotiert und seit März 2017 im "Scale"-Segment der Deutschen Börse in Frankfurt (Freiverkehr) gelistet.

Die MPC Capital-Gruppe entwickelt und initiiert sachwertbasierte Kapitalanlagen für institutionelle Investoren. Zusammen mit ihren Tochtergesellschaften und Partnern bietet die Gruppe dabei ein breites Spektrum an Dienstleistungen - von der Auswahl, Initiierung und Strukturierung eines Investments in Sachwerte über das aktive Management und die Verwaltung der Anlage bis hin zur Entwicklung und Umsetzung einer auf die Anforderungen der Investoren zugeschnittenen Exit-Strategie. Aus dem Management von Kapitalanlagen für Privatinvestoren hat sich die MPC Capital-Gruppe im Zuge der Fokussierung auf das Geschäft mit institutionellen Kunden weitestgehend zurückgezogen.

Das Produkt- und Dienstleistungsangebot der MPC Capital-Gruppe konzentriert sich dabei auf die drei Kernsegmente Real Estate, Renewables und Shipping. Mit ihrer langjährigen Expertise und einem umfassenden internationalen Netzwerk an Partnern strebt die MPC Capital-Gruppe die Identifizierung von Marktchancen an, um Investitionsobjekte und Investoren zusammenzuführen.

Die MPC Capital-Gruppe erzielt aus den Investitionsprojekten laufende Managementvergütungen ("Management Fees") sowie aus der Anbindung und dem Verkauf von Assets einmalige und zum Teil performancebezogene Transaktionserlöse ("Transaction Fees"). Zudem beteiligt sich die MPC Capital-Gruppe in der Regel als Co-Investor an den Investitionsvorhaben und generiert hierüber sonstige betriebliche Erträge oder Erträge aus Beteiligungen.

Organisation und Führungsstrukturen

Die Geschäftsaktivitäten der MPC Capital-Gruppe sind in eine produktgenerierende Einheit ("MPC Capital") sowie in Dienstleistungs- und Managementeinheiten ("Management Units") gegliedert.

MPC Capital ist als Investment-Manager und Co-Investor fokussiert auf die Initiierung und das Management von Investment-Lösungen ("Investment Vehicles") in den drei Kern-Assetklassen Real Estate, Renewables und Shipping. Sie verfolgt dabei das Ziel, sachwertbasierte Investitionen zu entwickeln, die exakt auf die Bedürfnisse der Investoren zugeschnitten sind. In der Regel beteiligt sich MPC Capital als Co-Investor mit bis zu 10% an den Investment Vehicels, in Einzelfällen auch darüber. Innerhalb der MPC Capital arbeiten auf die drei Asset-Klassen Real Estate, Renewables und Shipping spezialisierte Investment- und Transaktions-Teams. Sie werden unterstützt von bereichsübergreifenden Support-Funktionen wie Legal, HR, IT und Marketing.

Zentraler Bestandteil der MPC Capital-Gruppe sind zudem die Management Units, deren Kernkompetenz das operative Management der von den Investment Vehicles gehaltenen Assets ist. Sie verfügen über einen hohen Spezialisierungsgrad und sind zum Großteil in Joint Venture-Strukturen eingebettet, um gemeinsam mit marktführenden Partnern wettbewerbsfähige Dienstleistungen anbieten zu können - sowohl für Investment Vehicles der MPC Capital-Gruppe als auch für Dritte. Strategische Partnerschaften bringen zusätzliche Wachstumsimpulse für das Investment- und Transaktionsgeschäft.

Zu den Aktivitäten der Management Units gehören:

Technisches Management für Containerschiffe, Massengutfrachter und Tankschiffe: Wilhelmsen Ahrenkiel Ship Management GmbH & Co. KG, Ahrenkiel Vogemann Bolten GmbH & Co. KG bzw. Barber Ship Management GmbH & Co. KG.

Kommerzielles Management für Containerschiffe und Tankschiffe: Harper Petersen Holding GmbH & Co. KG bzw. Albis Shipping & Transport GmbH & Co. KG.

Dienstleistungen und treuhänderische Aufgaben im Zusammenhang mit Kapitalanlagen im Retail Business: MPC Investment Services GmbH und TVP Treuhand- und Verwaltungsgesellschaft für Publikumsfonds mbH & Co. KG. Verschiedene Service-Angebote im Zusammenhang mit der Betreuung privater Anleger sind an externe Dienstleister ausgelagert.

Die niederländische Tochtergesellschaft Cairn Real Estate B.V., die im Investment und Asset Management von Immobilien in den Niederlanden tätig ist, wurde im November 2021 an die britische Schroders Group veräußert. Das Closing erfolgte Ende Januar 2022.

Ziele und Strategien

Die MPC Capital-Gruppe verfolgt das Ziel, in den strategischen Asset-Segmenten zu den führenden unabhängigen Asset- und Investment-Managern für sachwertbasierte Kapitalanlagen und Investitionen zu gehören. Zum 31. Dezember 2021 verwaltete die Gruppe Sachwerte mit einem Gesamtvolumen von rund EUR 4,9 Mrd. ("Assets under Management"). Ziel ist es, jährlich Assets im Volumen zwischen EUR 0,5 Mrd. und EUR 1,0 Mrd. für das Geschäft mit institutionellen Kunden neu anzubinden.

Die Erwirtschaftung nachhaltiger Cashflows, eine solide Unternehmensfinanzierung und damit insbesondere eine gute Liquiditäts- und Eigenkapitalausstattung, sowie der verantwortungsvolle Umgang mit sozialen und ökologischen Belangen sind wichtige Eckpfeiler der Unternehmensstrategie.

Bindeglied zwischen Asset und Investor

Die zentrale Expertise von MPC Capital ist das Zusammenbringen von Investoren und Investitionsmöglichkeiten sowie die Umsetzung von Asset-Transaktionen von der Auswahl über den Ankauf der Assets bis hin zum Exit. Die Kunden können je nach Bedarf den gesamten Investitions- und Wertschöpfungsprozess mit der MPC Capital-Gruppe gemeinsam gehen - oder flexibel einzelne Phasen und Leistungen für ihre Investitions- und Geschäftstätigkeit abrufen. Das operative Management der Assets wird zu einem Teil in Kooperation mit marktführenden Partnern angeboten. Die Leistung der MPC Capital-Gruppe besteht dabei darin, sachwertbasierte Anlagen aus den drei Asset-Klassen Real Estate, Renewables und Shipping von der Auswahl über die aktive (Weiter) Entwicklung bis hin zum Exit zu managen und hierdurch ihren Wert zu maximieren.

Investment Vehicle orientiert sich an der Strategie des Investors

Die strukturelle Ausgestaltung der Investment Vehicles orientiert sich neben den Marktgegebenheiten vor allem an der Strategie des jeweiligen Investors und dem zugrundeliegenden Asset. Ob Fund Solutions (zum Beispiel in Form eines Alternativen Investment Fonds), Listed Platforms (zum Beispiel in Form einer Börsennotiz), Separate Accounts (Direktinvestition) oder ein anderes rechtliches Konstrukt - MPC Capital bietet als Investment-Manager umfassende Expertise für ein breites Spektrum an Strukturierungslösungen.

Die Verteilung der Assets under Management nach Investment-Kategorien stellt sich wie folgt dar:

Vertrieblich richtet sich MPC Capital primär an internationale institutionelle Kunden, Family Offices und andere professionelle Investoren. Zum weiteren Kundenkreis zählen Drittunternehmen sowie vermögende Privatanleger, Bestandskunden und Vertriebspartner. Dabei kommen für die verschiedenen Phasen eines Asset-Zyklus Investorentypen mit jeweils unterschiedlichem Risikoprofil in Frage: Während beispielsweise für die Entwicklungsphase eines Projekts Investoren mit höheren Renditeerwartungen und ausgeprägtem Risikoprofil in Frage kommen, beteiligen sich an etablierten Projekten mit stabilen Cashflows in der Regel Investoren mit geringeren Renditeanforderungen und einem ausgewogenen Risikoprofil.

Auswahl der Assets orientiert sich an Marktbedürfnissen

Bei der Auswahl der Assets orientiert sich die MPC Capital-Gruppe an aktuellen Marktbedürfnissen und arbeitet intensiv daran, Marktsektoren, Marktnischen oder Megatrends frühzeitig zu erkennen. Auf diese Weise konnten Markttrends wie ESG (Environmental, Social, Governance) im Immobiliensegment, Feeder-Containerschiffe im maritimen Sektor oder erneuerbare Energien in Schwellenländern identifiziert und erfolgreich besetzt werden.

Co-Investment: MPC Capital beteiligt sich mit Eigenkapital

Zum Gleichlauf der Interessen von Investoren und Fondsmanager, investiert MPC Capital selbst einen Teil des Eigenkapitals ("Co-Investment"). Das Co-Investment liegt je nach Volumen und Art des Assets bei bis zu 10% bezogen auf das Eigenkapital des jeweiligen Investment Vehicle, in Einzelfällen auch darüber. Die Co-Investments werden primär unter Finanzanlagen als sonstige Beteiligung, im Einzelfall auch als Ausleihung oder Darlehen bilanziert.

Kern der Strategie ist es, aus der Wertsteigerung der Co-Investments über das operative Dienstleistungsgeschäft hinaus sonstige betriebliche Erträge (Wertaufholungen) und Erträge aus Beteiligungen (Dividenden) zu erzielen.

ESG als Selbstverständnis und zentraler Bestandteil der Investment-Strategie

Verantwortungsbewusstes Asset- und Investmentmanagement ist im Kern der MPC Capital-Gruppe und ihrer Investments verankert. In der Produktgenerierung, wie beispielsweise der ESG Core Wohnimmobilien Fonds im Bereich Real Estate, und im laufenden Management der Assets dienen die ESG-Prinzipien der MPC Capital als Leitlinie für nachhaltige und verantwortungsvolle Investments in allen Asset-Klassen und spiegeln das Engagement der MPC Capital für sozial und ökologisch verantwortungsvolles Handeln wider.

Die MPC Capital AG ist Signatory der Principles of Responsible Investment (PRI). Darüber hinaus sind Tochtergesellschaften oder Investment Vehicle Mitglieder oder Unterstützer von zahlreichen weiteren Initiativen, Programmen und Organisationen.

Steuerungssystem

Die Steuerung des MPC Capital-Konzerns ist auf eine nachhaltige Wertsteigerung ausgerichtet. Zentrale Steuerungsgrößen sind dabei die Umsatzerlöse sowie umsatznahe sonstige betriebliche Erträge, die sich aus wiederkehrenden Erträgen aus dem Management und der Verwaltung der Bestandsfonds, dem Asset Management, der Beratung und Vermittlung im Zusammenhang mit Sachwertinvestitionen sowie aus Projekt- und Transaktionserlösen und Erträgen im Rahmen von Exit-Strategien bestehender Fonds und Investments zusammensetzen. Ein weiterer finanzieller Leistungsindikator ist das Ergebnis vor Steuern ("Earnings Before Taxes", EBT), das Erträge aus Beteiligungen und Equity-Ergebnisse assoziierter Unternehmen mit umfasst.

Grundlage einer soliden und nachhaltigen unternehmerischen Planung sind darüber hinaus eine angemessene Eigenkapitalausstattung sowie das Vorhalten ausreichender Liquidität im Konzern über einen angemessenen Planungszeitraum.

Die Steuerungsgrößen für die MPC Capital AG sind das EBT, die Eigenkapitalausstattung sowie die Liquidität. Nicht-finanzielle Leistungsindikatoren werden nicht zur internen Steuerung herangezogen.

Die Initiierung, Steuerung sowie die Einhaltung und Überwachung der unternehmerischen Aktivitäten obliegen auf Konzernebene dem Vorstand; auf operativer Ebene kommt diese Funktion den Geschäftsführern und Managing Directors der jeweiligen Tochtergesellschaften zu. Das Steuerungssystem ist zudem Bestandteil der Controlling- und Planungsprozesse im MPC Capital-Konzern.

Der Konzernabschluss sowie der Einzelabschluss der MPC Capital AG wurden auf Basis des deutschen Handelsgesetzbuches erstellt.

II. Wirtschaftsbericht

Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Das Jahr 2021 war erneut stark von den Auswirkungen der COVID-19-Pandemie geprägt. Die globale Wirtschaft nahm zunächst kräftig Fahrt auf. Aber bereits in der zweiten Jahreshälfte 2021 verlangsamte sich das Wachstum. Störungen in Lieferketten, Engpässe auf dem Arbeitsmarkt, neue Corona-Wellen und das langsame Impftempo, insbesondere in einkommensschwachen Entwicklungsländern, trugen dazu bei.1

1 https://www.dw.com/de/2022-f%C3%BCnf-gefahren-f%C3%BCr-die-weltwirtschaft/a-60195619

In der Folge passten auch der Internationale Währungsfonds (IWF) und die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) im Oktober bzw. Dezember ihre globalen Wachstumsprognosen für das Jahr 2021 an. In seiner jüngsten Prognose rechnet der Internationale Währungsfonds IWF dennoch mit einem historisch starken 5,9-prozentigen globalen Wachstum.

Die Erholung wurde durch Versorgungsstörungen, die ebenfalls durch die Pandemie verursacht und verstärkt wurden, beeinträchtigt. Engpässe wirkten sich auf die gesamte Wertschöpfungskette aus, von Rohstoffen bis hin zu Halbleitern, und zeigten sich in außergewöhnlichen Störungen der globalen Logistiksysteme. Darüber hinaus trafen die schnelle Erholung und die hohe Güternachfrage viele Unternehmen zum Teil unvorbereitet. Die hohe Konsumgüternachfrage wurde durch hohe Barliquidiät und eingeschränkte Kaufmöglichkeiten verursacht, da viele Dienstleistungsangebote nicht oder nur eingeschränkt verfügbar waren. Begrenztes Angebot, Logistikengpässe und eine Konsumgüternachfrage auf Rekordniveau führten bei vielen Produkten zu einem erheblichen Anstieg der Erzeugerpreise, die teilweise zu einem Anstieg der allgemeinen Inflation führten. Zudem trugen steigende Energiepreise sowie Basiseffekte, wie etwa temporäre Steueränderungen, zum erhöhten Inflationsniveau bei.

In Reaktion auf eine steigende Güternachfrage bei Verknappung von Angebot und Transportkapazitäten stiegen Fracht- und Charterraten im Verlauf des Jahres 2021 erheblich. So vervierfachte sich der Charter-Index HARPEX von ca. 1.000 Punkten zum Jahresbeginn auf ein Niveau von rund 4.000 Punkten zum Jahresende. Der HARPEX (Harper Petersen Charter Rates Index) wird von Harper Petersen veröffentlicht und spiegelt die weltweite Preisentwicklung auf dem Chartermarkt für Containerschiffe wider.2

Allen Herausforderungen der Pandemie zum Trotz stieg das verwaltete Vermögen der Fondsgesellschaften weiter deutlich an. Allein in Deutschland verzeichnete der Fondsverband BVI einen Anstieg des Nettovermögens von EUR 3,7 Mrd. (30. September 2020) auf EUR 4,2 Mrd. (30. September 2021).3 Und auch für die europäische Fondsbranche war 2021 ein Rekordjahr. Nach Angaben des Analysehauses Morningstar beliefen sich die Zuflüsse auf insgesamt EUR 815 Mrd., was einem Anstieg von 90% gegenüber dem Vorjahr entspricht.4

Geschäftsverlauf

Anpassungen in der Konzernstruktur führen zu Veränderungen im Konzernabschluss

Im Geschäftsjahr 2020 hat MPC Capital wesentliche Teile des operativen Service- und Dienstleistungsgeschäfts in Joint Venture-Strukturen überführt, um gemeinsam mit Partnern breiter und schlagkräftiger am Markt auftreten zu können. So wird das in 2020 gegründete Gemeinschaftsunternehmen Wilhelmsen Ahrenkiel Ship Management GmbH & Co. KG nach der Methode der Quotenkonsolidierung in den Konzernabschluss einbezogen und die Umsatz- und Ergebnisbeiträge sowie Aktiva und Passiva seit Oktober 2020 nur zu 50% im Konzernabschluss berücksichtigt. Entsprechend niedriger fällt auch der Konzernumsatz im vorliegenden Abschluss 2021 im Vergleich zu 2020 aus. Durch eine verbesserte Kostenbasis, das Heben von Synergien und die Fokussierung auf wachstumsstarke, profitable Investmentstrategien konnte die Profitabilität zugleich deutlich verbessert werden.

2 https://www.harperpetersen.com/harpex
3 BVI Investmentstatistik
4 Das Investment vom 26.01.2022: Rekordjahr für europäische Fondsbranche

Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf das Geschäft der MPC Capital-Gruppe

Nach einem pandemiebedingten starken Einbruch der Weltwirtschaft in 2020 hat infolge des Impffortschritts in 2021 eine deutliche Erholung der Konjunktur eingesetzt. So haben sich insbesondere Fracht- und Charterraten in der Containerschifffahrt deutlich verbessert. Der Anstieg wurde zusätzlich durch Transportengpässe angetrieben.

Die Nachfrage nach Investitionsmöglichkeiten in nachhaltige Projekte der erneuerbaren Energien ist unverändert hoch. Die Pandemie wirkte sich indirekt belastend auf den Bereich Renewables aus, da durch die Disruption von Lieferketten Bauteile verspätet geliefert wurden und sich Projekte hierdurch teilweise verzögerten. Zudem sind die Preise für Bauteile im Zuge gestiegener Transportkosten leicht gestiegen, was sich negativ auf die Rendite der Projekte auswirken könnte.

Der Real Estate-Bereich war nur unwesentlich von den Auswirkungen der COVID-19-Pandemie betroffen. Insbesondere Wohnimmobilien in Metropolrandlagen haben an Attraktivität gewonnen, während die Nachfrage nach Büroflächen aufgrund der stärkeren Nutzung von Homeoffice-Möglichkeiten eher zurückging.

Insgesamt erweist sich die von der MPC Capital-Gruppe verfolgte Multi Asset-Strategie - und die damit einhergehende Diversifikation der Asset-Basis und zuletzt auch die verbreiterte Streuung innerhalb der Segmente -als widerstandsfähig.

Erfolgreiche Geschäftsentwicklung in 2021

Insgesamt blickt das Management der MPC Capital auf einen erfolgreichen Geschäftsverlauf in 2021 zurück, der in einem transaktionsstarken vierten Quartal noch einmal an Dynamik gewonnen hat. Vor allem das weiterhin starke Marktumfeld in der Containerschifffahrt sowie erfolgreiche Transaktionen im Bereich Real Estate sorgten in der Schlussphase des Geschäftsjahres 2021 für zusätzliche Impulse.

Sowohl der Konzernumsatz als auch das Konzernergebnis vor Steuern (EBT) lagen am oberen Ende der Erwartungen. Vor dem Hintergrund einer deutlich gestiegenen Visibilität der mittelfristigen Ertragslage beabsichtigt der Vorstand, die Ausschüttung von Dividenden aufzunehmen. Die Dividende für das Geschäftsjahr 2021 soll EUR 0,12 betragen und der Hauptversammlung am 27. April 2022 vorgeschlagen werden.

Real Estate

Im Geschäftsjahr 2021 nutzte MPC Capital die gute Verfassung der Immobilienmärkte zur weiteren Fokussierung und veräußerte die Immobilienaktivitäten in den Niederlanden. Im November 2021 hat MPC Capital die Tochtergesellschaft Cairn Real Estate B.V. zu einem Nettokaufpreis in Höhe von rund EUR 30 Mio. an den britischen Investor Schroders Capital, dem Private Assets-Investmentarm der Schroders Group, verkauft. Die Transaktion konnte Ende Januar 2022 abgeschlossen werden.

Die Veräußerung wird voraussichtlich mit einem Buchgewinn im niedrigen zweistelligen Millionen-Euro-Bereich zum Ergebnis vor Steuern (EBT) des MPC Capital-Konzerns für das Geschäftsjahr 2022 beitragen.

Zuvor hatte sich MPC Capital bereits von einem Großteil ihrer Co-Investments in niederländischen Immobilienprojekten getrennt. Die hieraus resultierenden Buchgewinne wurden im Geschäftsjahr 2021 ergebniswirksam vereinnahmt. 5

Weitere Transaktionserlöse konnte MPC Capital aus dem erfolgreichen Verkauf einer Immobilie in München realisieren.

Mit der Auflage eines neuen Fonds für nachhaltige Wohnimmobilien in Metropolregionen hat MPC Capital den Grundstein für eine neue Strategie im deutschen Wohnimmobilienmarkt gelegt. Das First Closing für den ESG Core Wohnimmobilien Deutschland über EUR 80 Mio. wurde Anfang des Jahres mit institutionellen Investoren aus dem Kreise von Versicherungsgesellschaften erreicht. Das Second Closing über weitere EUR 66 Mio. erfolgte Ende des Jahres. Im Laufe des Geschäftsjahres 2021 wurden Projekte in Pinneberg (Großraum Hamburg), Bad Nauheim (Frankfurt) und Münster erworben. Der Fonds strebt ein Gesamtinvestitionsvolumen von EUR 300 Mio. an und investiert zielgerichtet in Immobilienprojekte, die konsequent einem umfassenden Katalog an ESG-Kriterien entsprechen.

Im Juni hat der Fonds von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht BaFin grünes Licht für die Positionierung als Finanzprodukt nach Artikel 8 der Offenlegungsverordnung erhalten. Die seit März 2021 geltende EU-Offenlegungsverordnung (Sustainable Finance Disclosure Regulation - SFDR) soll im europäischen Markt für Finanzprodukte zu mehr Transparenz in Bezug auf Nachhaltigkeitsthemen führen. Als sogenannte Artikel-Produkte werden solche Fonds zertifiziert, die ökologische und soziale Merkmale sowie eine gute Unternehmensführung (ESG) berücksichtigen und regelmäßig hierüber berichten. Der ESG Core Wohnimmobilien Deutschland gehört zu den ersten Finanzprodukten in der Asset Klasse Immobilien in Deutschland, die über eine solche Genehmigung verfügen. 6

Zu Beginn des Jahres 2021 hat sich die MPC Capital-Gruppe aus dem operativen Management von Micro Living-Projekten komplett zurückgezogen. Das operative Management des Portfolios und die Co-Investments in den Assets wurden ohne nennenswerte Bilanzeffekte im Geschäftsjahr 2021 veräußert.

Renewables

Der Infrastructure-Bereich von MPC Capital konzentriert sich im Zuge der Fokussierung auf wachstumsstarke und profitable Segmente auf die Entwicklung und das Management von Anlagen zur Gewinnung und Speicherung von erneuerbarer Energie. Er wird daher zukünftig als Bereich "Renewables" fortgeführt.

Im Januar 2021 gelang MPC Capital mit der Initiierung der MPC Energy Solutions N.V. und einer Privatplatzierung über USD 100 Mio. ein bedeutender Schritt in der Entwicklung des Bereichs. Die MPC Energy Solutions wurde von MPC Capital als Investment Vehicle gegründet, um von der wachsenden Nachfrage nach einer nachhaltigen und kostengünstigen kohlenstoffarmen Energieinfrastruktur in insbesondere Schwellen- und Entwicklungsländern zu profitieren. Als Eigentümer von Anlagen für erneuerbare Energie wird sie ihren Beitrag zum Übergang zu einer emissionsfreien Zukunft leisten. Die Projekte werden schwerpunktmäßig PV- und Windparks umfassen, aber auch Energiespeicherung, Kraft-Wärme-Kopplung sowie andere Infrastrukturen, die zur Senkung des Energieverbrauchs und der CO2-Emissionen beitragen. Seit Mitte Januar 2021 ist die MPC Energy Solutions im Euronext Growth-Segment an der Osloer Börse gelistet.

5 MPC Capital nutzt starkes Marktmomentum zur Veräußerung der niederländischen Immobilienaktivitäten (mpc-capital.com)
6 MPC Capital: ESG Core Wohnimmobilienfonds erhöht Eigenkapitalvolumen auf über EUR 140 Mio (mpc-capital.com)

MPC Energy Solutions verfügt aktuell über ein Entwicklungsportfolio mit Projekten in Kolumbien, El Salvador, Puerto Rico und Jamaika mit einer geplanten Spitzenleistung von 334 Megawatt und einem Investitionsvolumen von rund USD 400 Mio. In der Pipeline befinden sich weitere Projekte in der Karibik und Lateinamerika mit insgesamt rund 300 Megawatt.

Im Rahmen ihrer Co-Investmentstrategie hat sich MPC Capital als Co-Investor an der MPC Energy Solutions N.V. beteiligt. EUR 4 Mio. des in bar zu zahlenden Anteils des Co-Investments in Höhe von USD 10 Mio. hat MPC Capital über eine am 8. Januar 2021 durchgeführte bezugsrechtslose Kapitalerhöhung refinanziert. Es wurden insgesamt 1.777.778 neue Aktien gegen Bareinlage ausgegeben und diese zu einem Preis von EUR 2,25 je Aktie platziert. Das Grundkapital der Gesellschaft erhöhte sich damit unter teilweiser Ausnutzung des "Genehmigten Kapitals 2018" von EUR 33.470.706,00 um EUR 1.777.778,00 auf EUR 35.248.484,00 durch Ausgabe von 1.777.778 neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien. Das Bezugsrecht der Aktionäre war ausgeschlossen. Die Kapitalerhöhung wurde am 21. Januar 2021 ins Handelsregister eingetragen.7

Shipping

Im Shipping-Bereich konnte insbesondere das Container-Segment von einer Wiederbelebung des Welthandels profitieren. Zusätzlich führten Störungen in den Lieferketten und zeitweise pandemiebedingte Hafenschließungen zu Verknappung der Transportkapazitäten und einer erhöhten Nachfrage nach Tonnage.

Die ausgesprochen positive Marktentwicklung in der Containerschifffahrt wirkte sich für MPC Capital insbesondere auf das kommerzielle Schiffsmanagement, das Transaktionsgeschäft sowie auf das Co-Investment-Portfolio aus. Im kommerziellen Management des Joint Ventures Harper Petersen, das überwiegend mit prozentualen Vergütungen auf die realisierte Charterrate arbeitet, machen sich die in weiten Teilen der Containerschifffahrt realisierten höheren Charterabschlüsse bemerkbar. So stiegen etwa die in der von Harper Petersen betreuten Flotte durchschnittlich erzielten Charterraten von ca. USD 8.700 pro Tag in 2020 auf USD 24.700 in 2021. Die durchschnittliche Charterperiode erhöhte sich im selben Zeitraum von knapp sechs auf 19 Monate.8

7 Ad hoc: MPC Münchmeyer Petersen Capital AG führt Barkapitalerhöhung mit Bezugsrechtsausschluss unter teilweiser Ausnutzung des genehmigten Kapitals erfolgreich durch (mpc-capital.com)
8 Harper Petersen Fixture Analysis 20 / 21

Das Investment Vehicle MPC Container Ships ASA hat im August 2021 ihren Mitbewerber Songa Container mit einer Flotte von elf Containerschiffen für USD 210 Mio. übernommen. Die Akquisition hat zu einem weiteren Ausbau der maritimen Aktivitäten der MPC Capital-Gruppe beigetragen.9

Ende des Jahres hat MPC Capital gemeinsam mit Partnern den Neubau von vier Containerschiffen vereinbart. Die 5.500 TEU-Frachter werden bei der koreanischen Hanjin-Werft gebaut und bieten moderne, umweltfreundliche Spezifikationen. Das nachhaltige Design der 5.500-TEU-Containerschiffe ermöglicht eine Verbrauchseinsparung von 40 % im Vergleich zur bestehenden Flotte und eine Umstellung auf einen kohlenstoffneutralen Betrieb mit grünem Methanol. Die Abieferung des ersten Schiffes ist für das 2. Quartal 2023 geplant. MPC Capital wird direkt oder über ihre Tochtergesellschaften eine Reihe von Dienstleistungen anbieten, einschließlich des kommerziellen und technischen Managements.10

Entwicklung der Assets under Management (AuM)

Die von der MPC Capital-Gruppe gemanagten Sachwerte ("Assets under Management / AuM") lagen zum Ende des Jahres 2021 mit EUR 4,9 Mrd. deutlich über dem Vorjahresniveau (EUR 4,4 Mrd.). Insgesamt konnten Assets im Wert von EUR 0,6 Mrd. neu angebunden werden. Dem gegenüber standen Verkäufe und Abgänge in Höhe von EUR 1,1 Mrd. Die starke Marktentwicklung in der Containerschifffahrt und im Immobiliensektor führten zu einer Aufwertung des Portfolios um rund EUR 1,0 Mrd.

Die AuM im Bereich Real Estate gingen im Wesentlichen durch die Veräußerung von Office-Immobilien in Deutschland und den Niederlanden um gut EUR 0,1 Mrd. von EUR 1,9 Mrd. auf EUR 1,8 Mrd. zurück. Zugänge wurden insbesondere im deutschen Wohnimmobiliensegement verzeichnet. Die positive Entwicklung auf dem Immobilienmarkt führte zu einem Bewertungseffekt von etwa EUR 0,1 Mrd.

Im Bereich Shipping lagen die AuM mit EUR 2,8 Mrd. deutlich über Niveau des Vorjahres (EUR 2,1 Mrd.). Neu angebunden wurden dabei gut EUR 0,3 Mrd. Demgegenüber stehen Asset-Abgänge in Höhe von EUR 0,7 Mrd. Die dynamische Entwicklung in der Containerschifffahrt führte zu einer Aufwertung der Flotte um knapp EUR 1,0 Mrd.

Im Bereich Renewables lagen die AuM bei EUR 0,3 Mrd. (31. Dezember 2020: EUR 0,2 Mrd.). Der Anstieg resultierte aus weiteren Akquisitionen und Wertaufholungen von Projekten in Mittelamerika und der Karibik.

Auf Discontinued Products, zu denen keiner der drei Kern-Asset-Klassen zuzuordnenden Assets aus dem früheren Retail Business gehören, entfielen weniger als EUR 0,1 Mrd. (31. Dezember 2020: EUR 0,1 Mrd.). Diese werden in Zukunft nicht weiter ausgewiesen.

Von den insgesamt EUR 4,9 Mrd. Assets under Management entfallen rund EUR 0,9 Mrd. (31. Dezember 2020: EUR 0,7 Mrd.) auf das frühere Retail Business. Der leichte Anstieg von etwa EUR 0,1 Mrd. ist zurückzuführen auf die Wertsteigerung von Schiffen, die in geschlossenen Fonds strukturiert sind.

9 MPC Container Ships ASA completes acquisition of Songa Container AS - MPC Container Ships ASA (mpc-container.com)
10 MPC Capital secures attractive new building slots for 5,500 TEU container ships (mpc-capital.com)

Die Assets under Management verteilen sich zu 36% auf Fund Solutions (Spezial-AIF, Geschlossene Fonds, etc.), zu 21% auf Listed Platforms (Assets von börsennotierten Gesellschaften) und zu 43% auf Separate Accounts (Einzeloder Direkt-Investments, Club Deals und sonstige individuelle Investment-Strukturen).

III. Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage

Ertragslage des Konzerns

Die Umsatzerlöse des MPC Capital-Konzerns gingen im Geschäftsjahr 2021 von EUR 50,5 Mio. auf EUR 42,3 Mio. zurück.

Aus Management Services erwirtschaftete der Konzern im Geschäftsjahr 2021 Umsätze in Höhe von EUR 28,1 Mio. (2020: EUR 37,1). Der erwartete Rückgang der Umsätze aus Management Services ist auf die Quotenkonsolidierung von Joint Venture-Gesellschaften im Shipping-Segment zurückzuführen. Insbesondere das Gemeinschaftsunternehmen Wilhelmsen Ahrenkiel Ship Management GmbH & Co. KG wird seit Oktober 2020 nach der Methode der Quotenkonsolidierung in den Konzernabschluss einbezogen. Das Service- und Dienstleistungsgeschäft der MPC Capital-Gruppe wird zunehmend in Joint Venture-Strukturen gemeinsam mit Partnern geführt, um breiter und schlagkräftiger am Markt auftreten zu können.

Die Erlöse aus Transaction Services stiegen aufgrund einer vor allem im zweiten Halbjahr 2021 deutlich anziehenden Transaktionstätigkeit auf EUR 13,8 Mio. (2020: EUR 10,7 Mio.). Sie umfassten vor allem Transaktionen im Real Estate- und Shipping-Bereich.

Die übrigen Umsatzerlöse lagen 2021 bei EUR 0,4 Mio. (2020: EUR 2,7 Mio.). Im Vorjahr enthalten waren im Wesentlichen einmalige, nicht wiederkehrende Erlöse aus dem Shipping-Bereich.

Die sonstigen betrieblichen Erträge lagen im Geschäftsjahr 2021 bei EUR 16,4 Mio. (2020: EUR 9,9 Mio.). Der Großteil resultiert aus Buchgewinnen aus Anlageverkäufen in Höhe von EUR 11,4 Mio. (2020: EUR 3,4 Mio.) im Zusammenhang mit Transaktionen im Shipping-Bereich sowie dem Barausgleich von fälligen Aktienbezugsrechten an der MPC Container Ships ASA.

Der Materialaufwand lag im Geschäftsjahr 2021 bei EUR 2,1 Mio. (2020: EUR 4,5 Mio.). Das Vorjahr war außerordentlich erhöht und betraf bezogene Leistungen im Rahmen der kommerziellen Befrachtung von Tankschiffen.

Der Personalaufwand lag im Geschäftsjahr 2021 bei EUR 21,9 Mio. (2020: EUR 26,3 Mio.). Der Rückgang reflektiert die Veränderungen in der Konzernstruktur sowie Einsparungen im Rahmen der Fokussierung auf profitable Investmentstrategien. In 2021 waren durchschnittlich 191 Mitarbeiter im Konzern beschäftigt. Hiervon sind 66 Mitarbeiter der Beteiligung an Gemeinschaftsunternehmen zuzurechnen. Im Vorjahr waren es durchschnittlich 260 (davon 33 Mitarbeiter aus der Beteiligung von Gemeinschaftsunternehmen).

Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen lagen mit EUR 2,0 Mio. (2020: EUR 2,3 Mio.) leicht unter dem Niveau des Vorjahres und betrafen im Wesentlichen die Gesellschaften Wilhelmsen Ahrenkiel, Harper Petersen und Albis Shipping.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen lagen mit EUR 20,9 Mio. deutlich unter dem Vorjahr (2020: EUR 25,7 Mio.). Der Rückgang ist im Wesentlichen auf Veränderungen in der Konzernstruktur, geringere Aufwendungen aus Wechselkursänderungen sowie weitere Einsparungen im Zuge der Fokussierung auf profitable Investmentstrategien zurückzuführen. Die Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen reduzierten sich auf EUR 1,6 Mio. (2020: EUR 1,9 Mio.), Rechts- und Beratungskosten gingen zurück auf EUR 6,0 Mio. (2020: EUR 7,0 Mio.). IT-Kosten verringerten sich von EUR 2,8 Mio. im Vorjahr auf EUR 2,2 Mio. in 2021. Aufwendungen aus Wechselkursänderungen lagen bei EUR 0,3 Mio. (2020: EUR 1,5 Mio.).

Das Betriebsergebnis (EBIT) verbesserte sich aufgrund der deutlich reduzierten Kostenbasis und höheren Transaktionserlösen um EUR 10,2 Mio. von EUR 1,5 Mio. im Vorjahr auf EUR 11,7 Mio. in 2021.

Die Erträge aus Beteiligungen lagen bei EUR 1,2 Mio. (2020: EUR 2,8 Mio.) und betrafen Transaktionen im Immobilienbereich.

Die sonstigen Zinsen und ähnlichen Erträge lagen bei EUR 2,2 Mio. (2020: EUR 1,8 Mio.) und resultierten primär aus Ausleihungen im Rahmen von Projektfinanzierungen.

Abschreibungen auf Finanzanlagen wurden in Höhe von EUR 2,1 Mio. (2020: EUR 1,6 Mio.) vorgenommen. Sie betrafen insbesondere langfristige Projektfinanzierungen.

Die Zinsen und ähnlichen Aufwendungen lagen bei EUR 0,2 Mio. (2020: EUR 0,2 Mio.) und betrafen im Wesentlichen Zinsaufwendungen aus der Refinanzierung eines Immobilienprojekts.

Das Equity-Ergebnis assoziierter Unternehmen lag bei EUR -2,5 Mio. (2020: EUR -3,1 Mio.) und resultierte aus der saldierten Berichtigung von Beteiligungsansätzen.

Das Ergebnis vor Steuern (EBT) lag bei EUR 10,4 Mio. Im Vorjahr erzielte der MPC Capital-Konzern ein EBT in Höhe von EUR 1,3 Mio.

Der Aufwand für Steuern vom Einkommen und vom Ertrag lag in 2021 bei EUR 3,2 Mio. (2020: EUR 1,4 Mio.). Das Konzernergebnis betrug EUR 7,2 Mio. (2020: EUR -0,1 Mio.).

Ertragslage der AG (Konzernobergesellschaft)

Im Geschäftsjahr 2021 erzielte die MPC Capital AG Umsatzerlöse in Höhe von EUR 7,5 Mio. (2020: EUR 7,6 Mio.). Hiervon entfielen EUR 1,3 Mio. (2020: EUR 0,9 Mio.) auf Management- und Transaktionserlöse sowie EUR 6,2 Mio. (2020: EUR 6,8 Mio.) auf Umlagen auf Konzerngesellschaften, die vor allem administrative Dienstleistungen der MPC Capital AG als Holding gegenüber den Tochtergesellschaften betreffen.

Die sonstigen betrieblichen Erträge lagen 2021 bei EUR 5,4 Mio. (2020: EUR 2,8 Mio.) und resultierten zum Großteil aus Zuschreibungen auf Finanzanlagen im Zuge gestiegener Bewertungen von Beteiligungen im Shipping-Bereich.

Der Personalaufwand lag im Geschäftsjahr unverändert bei EUR 5,7 Mio. (2020: EUR 5,7 Mio.). Die Anzahl der Mitarbeiter der MPC Capital AG ist leicht auf durchschnittlich 35 zurückgegangen (2020: 40) und resultiert aus der Anpassung der Corporate-Struktur an die strategische Fokussierung der MPC Capital auf das Transaktions- und Investmentgeschäft.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sanken deutlich auf EUR 8,1 Mio. (2020: EUR 11,4 Mio.). Dabei gingen insbesondere die Abschreibungen und Wertberichtungen auf Forderungen auf EUR 1,5 Mio. (2020: EUR 4,6 Mio.) zurück. Sie enthalten im Wesentlichen außergewöhnliche Abschreibungen auf Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen. Die Rechts- und Beratungskosten stiegen im Rahmen der Veräußerung der Cairn Real Estate B.V. auf EUR 1,5 Mio. (2020: EUR 0,8 Mio.). Alle anderen wesentlichen Positionen konnten weiter optimiert werden.

Die Beteiligungserträge stiegen deutlich auf EUR 12,3 Mio. (2020: EUR 0,3 Mio.). Dem gegenüber stehen Abschreibungen auf Finanzanlagen und Wertpapiere des Umlaufvermögens in Höhe von EUR 12,2 Mio. (2020: EUR 0,3 Mio.). Aus Ergebnisabführungsverträgen erzielte die MPC Capital AG Erträge in Höhe von EUR 4,4 Mio. (2020: EUR 2,2 Mio.) sowie aus Zinsen und ähnlichen Erträgen EUR 1,7 Mio. (2020: EUR 1,3 Mio.). Zinsen und ähnliche Aufwendungen lagen bei EUR 0,7 Mio. (2020: EUR 0,7 Mio.).

Das Ergebnis vor Steuern (EBT) verbesserte sich aufgrund des höheren Betriebsergebnisses und gestiegener Beteiligungserträge deutlich von EUR -4,3 Mio. in 2020 auf EUR 4,1 Mio. in 2021. Der Steueraufwand lag 2021 bei EUR 1,0 Mio. (2020: EUR 0,2 Mio.).

In der Folge stieg das Jahresergebnis der MPC Capital AG auf EUR 3,1 Mio. (2020: EUR -4,5 Mio.). Der Verlustvortrag in Höhe von EUR -9,4 Mio. wurde mit der Gewinnrücklage verrechnet, so dass für das Geschäftsjahr 2021 ein Bilanzgewinn in Höhe von EUR 4,5 Mio. ausgewiesen werden konnte (2020: Bilanzverlust in Höhe von EUR -9,4 Mio.).

Vermögens- und Finanzlage des Konzerns

Die Bilanzsumme des Konzerns erhöhte sich im Zuge des deutlich gestiegenen Umlaufvermögens zum 31. Dezember 2021 auf EUR 134,6 Mio. (31. Dezember 2020: EUR 126,6 Mio.).

Das Anlagevermögen ging von EUR 72,1 Mio. auf EUR 60,1 Mio. zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2021 zurück. EUR 3,0 Mio. (31. Dezember 2020: EUR 4,1 Mio.) entfielen auf immaterielle Vermögensgegenstände, die primär die aktivierten Geschäfts- oder Firmenwerte (Goodwill) an Wilhelmsen Ahrenkiel, Harper Petersen und die Beteiligung an Albis Shipping umfassen.

Das Finanzanlagevermögen, das im Wesentlichen das Co-Investment-Portfolio des MPC Capital-Konzerns abbildet, reduzierte sich auf EUR 56,4 Mio. zum 31. Dezember 2021 (31. Dezember 2020: EUR 67,2 Mio.). Der Rückgang

resultierte unter anderem aus der Veräußerung von Co-Investments an den niederländischen Büroimmobilienfonds Gateway und InTheCity.

Das Umlaufvermögen erhöhte sich von EUR 54,3 Mio. zum Jahresende 2020 auf EUR 74,3 Mio. zum 31. Dezember 2021. Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände lagen zum 31. Dezember 2021 bei EUR 35,8 Mio. (31. Dezember 2020: EUR 29,5 Mio.). Durch das starke Transaktionsgeschäft im letzten Quartal 2021 sowie sonstige betriebliche Erträge erhöhte sich die Liquidität im Konzern (Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten) zum 31. Dezember 2021 deutlich auf EUR 38,5 Mio. (31. Dezember 2020: EUR 24,8 Mio.).

Das Eigenkapital erhöhte sich im Zuge der im Januar durchgeführten Kapitalerhöhung von nominal EUR 1,8 Mio. sowie der deutlichen Verbesserung des Bilanzgewinns von EUR 96,3 Mio. zum 31. Dezember 2020 auf EUR 100,8 Mio. zum 31. Dezember 2021. Die Eigenkapitalquote ging aufgrund der gleichzeitig gestiegenen Bilanzsumme leicht von 76,0 % auf 74,9 % zurück.

Rückstellungen waren zum 31. Dezember 2021 in Höhe von EUR 19,6 Mio. gebildet (31. Dezember 2020: EUR 18,4 Mio.). Der leichte Anstieg resultiert aus erhöhten Steuerrückstellungen sowie Rückstellungen für Rechts- und Beratungskosten. Nach Ansicht des Vorstands wurde hiermit ausreichend Vorsorge für nachlaufende Aufwendungen in Verbindung mit der Fokussierung auf das Transaktions- und Investmentgeschäft sowie mögliche Kosten im Zusammenhang mit rechtlichen Auseinandersetzungen getroffen.

Die Verbindlichkeiten lagen zum 31. Dezember 2021 bei EUR 14,0 Mio. (31. Dezember 2020: EUR 11,6 Mio.). Der Anstieg betrifft primär die Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten reduzierten sich auf EUR 0,8 Mio. (31. Dezember 2020: EUR 1,3 Mio.). Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen lagen bei EUR 1,0 Mio. (31. Dezember 2020: EUR 0,8 Mio.). Sonstige Verbindlichkeiten betrugen unverändert EUR 8,5 Mio. (31. Dezember 2020: EUR 8,5 Mio.).

Der MPC Capital-Konzern wies im Berichtszeitraum einen positiven Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit in Höhe von EUR 3,9 Mio. (2020: EUR 3,3 Mio.) aus. Forderungen reduzierten sich dabei um EUR 7,6 Mio. (2020: EUR 2,6 Mio.). Verbindlichkeiten erhöhten sich um EUR 0,7 Mio. (2020: Abnahme von EUR 3,3 Mio.). Dividenden aus Beteiligungen führten zu Einzahlungen in Höhe von EUR 1,1 Mio. (2020: EUR 2,8 Mio.).

Der Cashflow aus Investitionstätigkeit belief sich im Berichtszeitraum auf EUR 8,4 Mio. (2020: EUR 11,0 Mio.). Auszahlungen für Investitionen in Finanzanlagen in Höhe von EUR 11,8 Mio. (2020: EUR 10,1 Mio.) resultierten im Wesentlichen aus der Beteiligung als Co-Investor an verschiedenen Investitionsprojekten in allen drei Asset-Klassen. Dem gegenüber standen Einzahlungen aus dem Abgang von Finanzanlagen in Höhe von EUR 20,9 Mio. (2020: EUR 17,5 Mio.). Sie betrafen die Veräußerung von Finanzanlagen aus dem Real Estate- und Shipping-Bereich. Im Geschäftsjahr 2021 erhielt MPC Capital aus ihren Beteiligungen und Ausleihungen zudem Zinsen und Dividenden in Höhe von EUR 0,2 Mio. (2020: EUR 1,9 Mio.).

Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit lag bei EUR 1,8 Mio. (2020: EUR -8,5 Mio.) und umfasste im Wesentlichen die Einzahlung aus der Kapitalerhöhung in Höhe von EUR 4,0 Mio. (2020: EUR 0,0 Mio.) sowie die Tilgung von Finanzverbindlichkeiten in Höhe von EUR 1,4 Mio. (2020: EUR -5,8 Mio.). 2021 wurden keine Verbindlichkeiten aufgenommen (2020: EUR 0,4 Mio.). Zinszahlungen für Projektfinanzierungen in den einzelnen Asset-Bereichen lagen bei EUR -34 Tsd. (2020: EUR -1,5 Mio.).

Insgesamt erhöhte sich der Zahlungsmittelbestand zum Ende des Jahres auf EUR 38,5 Mio. (31. Dezember 2020: EUR 24,8 Mio.).

Vermögens- und Finanzlage der AG (Konzernobergesellschaft)

Die Bilanzsumme der MPC Capital AG erhöhte sich zum 31. Dezember 2021 auf EUR 123,5 Mio. (31. Dezember 2020: EUR 117,8 Mio.). Das Anlagevermögen, das im Wesentlichen Anteile an verbundenen Unternehmen und Beteiligungen (Finanzanlagen) sowie in geringem Umfang Sachanlagen umfasst, verminderte sich auf EUR 76,6 Mio. (31. Dezember 2020: EUR 85,5 Mio.).

Das Umlaufvermögen umfasste Forderungen in Höhe von EUR 41,8 Mio. (31. Dezember 2020: EUR 24,8 Mio.), die sich im Wesentlichen gegen verbundene Unternehmen und gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, richten. Der Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten verringerte sich von EUR 7,4 Mio. im Vorjahr auf EUR 5,0 Mio. zum 31. Dezember 2021.

Auf der Passivseite erhöhte sich das Eigenkapital auf EUR 104,2 Mio. (31. Dezember 2020: EUR 97,1 Mio.). Der Vorstand der MPC Capital AG hat mit Zustimmung des Aufsichtsrats am 8. Januar 2021 eine Kapitalerhöhung beschlossen und durchgeführt. Unter teilweiser Ausnutzung des Genehmigten Kapitals 2018 wurde unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre gemäß § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG das Grundkapital der MPC Capital AG um bis zu nominal EUR 1.777.778,00 erhöht. Dies entspricht bis zu 5 % des bisherigen Grundkapitals. Die Erhöhung erfolgte gegen Bareinlagen durch Ausgabe von 1.777.778 neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien ohne Nennbetrag mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital von EUR 1,00 je Aktie (die "Neuen Aktien"). Die Neuen Aktien wurden prospektfrei zum Börsenhandel in die bestehende Notierung im Open Market (Segment "Scale") an der Frankfurter Wertpapierbörse einbezogen und sind vom 1. Januar 2021 an voll gewinnanteilberechtigt.

Aufgrund dieser im Geschäftsjahr durchgeführten Kapitalerhöhung veränderte sich das Grundkapital der Gesellschaft von EUR 33,5 Mio. auf EUR 35,2 Mio.

Die Eigenkapitalquote betrug 84,4 % (31. Dezember 2020: 82,4 %).

Die Rückstellungen erhöhten sich auf EUR 3,7 Mio. (31. Dezember 2020: EUR 2,7 Mio.). Die Verbindlichkeiten konnten auf EUR 15,6 Mio. reduziert werden (31. Dezember 2020: EUR 18,0 Mio.). Sie betrafen im Wesentlichen Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen.

Grundsätze und Ziele des Finanzmanagements

Ziel des Finanzmanagements der MPC Capital AG ist die Sicherstellung der finanziellen Stabilität und des unternehmerischen Handlungsspielraums der Gruppe. Das Liquiditätsmanagement des MPC Capital-Konzerns bildet auf Basis eines Planungsmodells den kurz- und langfristigen Liquiditätsbedarf des Konzerns ab. Die Liquiditätsplanung und die Liquiditätslage nehmen einen zentralen Stellenwert innerhalb des Risikomanagements des MPC Capital-Konzerns ein.

Finanzielle und nicht-finanzielle Leistungsindikatoren

Die finanziellen Leistungsindikatoren haben sich im Berichtszeitraum wie folgt entwickelt:

MPC Capital-Konzern MPC Capital AG
Finanzielle Leistungsindikatoren 2021 2020 Veränderung 2021 2020 Veränderung
in EUR Tsd. in % in EUR Tsd. in %
Umsatz 42.284 50.489 -16 % Kein finanzieller
Leistungsindikator
Ergebnis vor Steuern (EBT) 10.401 1.263 724 % 4.104 -4.270 n/a
Liquidität (Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten) 38.497 24.750 56 % 5.008 7.429 -33 %
Eigenkapitalquote 74,9 % 76,0 % -1,1PP 84,4 % 82,4 % +2,0pp

Eine Analyse von nicht-finanziellen Leistungsfaktoren erfolgt nicht, da sie nicht zur internen Steuerung herangezogen werden.

Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage

Die wirtschaftliche Lage des MPC Capital-Konzerns hat sich im Geschäftsjahr 2021 sehr positiv entwickelt. Sowohl Umsatz als auch das Ergebnis vor Steuern lagen im oberen Bereich der Prognose, die ein niedrigeres Umsatzniveau und eine deutliche Verbesserung des EBT im Vergleich zum Vorjahr vorsah.

Der starke Aufschwung in der Handelsschifffahrt, der anhaltende Immobilienboom und eine steigende Nachfrage nach Investitionen in nachhaltige Sachwerte haben dem Geschäftsmodell der MPC Capital-Gruppe kräftigen Rückenwind verliehen.

Der erwartete Rückgang der Umsatzerlöse war bedingt durch strukturelle Anpassungen in der Konzernstruktur, in der das operative Management im Bereich Shipping nun komplett in Joint Ventures organisiert ist. Entsprechend werden die Gesellschaften nur quotal konsolidiert. Das Ergebnis vor Steuern konnte insbesondere durch ein starkes Schlussquartal mit profitablen Transaktionen und den Auswirkungen des Containerbooms auf über EUR 10 Mio. gesteigert werden.

Die Liquidität im Konzern lag mit EUR 38,5 Mio. zum Bilanzstichtag auf einem komfortablen Niveau, das sich im Laufe des Jahres 2022 durch den Verkauf der Cairn Real Estate B.V., soliden Finanzerträgen aus Co-Investments sowie einem positiven operativen Cashflow weiter erhöhen dürfte.

Die wesentliche Herausforderung besteht weiterhin darin, attraktive Investitionsziele zu identifizieren sowie ausreichend Zugang zu institutionellen Investoren zu finden, um das Geschäft weiter auszubauen.

IV. Sonstige Angaben

Mitarbeiter

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des MPC Capital-Konzerns haben im Geschäftsjahr 2021 mit ihrem hohen Engagement zu der positiven Entwicklung beigetragen. Eine langfristige Bindung der hochqualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist die Basis für eine nachhaltig erfolgreiche Entwicklung des MPC Capital-Konzerns. Die MPC Capital-Gruppe verfolgt dabei das Ziel, sowohl über erfolgsabhängige Vergütungsbestandteile als auch über nicht-finanzielle Anreize die Bindung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weiter zu stärken und deren Leistungsbereitschaft auf einem hohen Niveau zu halten. Nicht-monetäre Maßnahmen betreffen unter anderem die Arbeitszeitflexibilisierung sowie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Im Durchschnitt des Geschäftsjahres 2021 waren 191 Mitarbeiter im MPC Capital-Konzern beschäftigt, davon 66 Mitarbeiter aus der Beteiligung an Gemeinschaftsunternehmen. Am Stichtag 31. Dezember 2021 waren 204 Mitarbeiter im Konzern tätig. In der MPC Capital AG waren im Durchschnitt des Geschäftsjahres 35 Mitarbeiter tätig, am Stichtag 33.

Bericht des Vorstands über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen gemäß § 312 AktG

Die MPC Capital AG war im Geschäftsjahr 2021 ein von der MPC Münchmeyer Petersen & Co. GmbH, Hamburg, Deutschland, abhängiges Unternehmen i. S. d. § 312 AktG. Der Vorstand der MPC Capital AG hat deshalb gemäß § 312 Abs. 1 AktG einen Bericht des Vorstands über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen aufgestellt, der die folgende Schlusserklärung enthält:

"Der Vorstand der MPC Capital AG erklärt hiermit, dass die Gesellschaft bei den im Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen aufgeführten Rechtsgeschäften vom 1. Januar bis 31. Dezember 2021 nach den Umständen, die dem Vorstand in dem Zeitpunkt bekannt waren, in dem die Rechtsgeschäfte vorgenommen wurden, bei jedem Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung erhalten hat und nicht in irgendeiner Weise benachteiligt worden ist. Es sind keine Maßnahmen auf Veranlassung oder im Interesse des herrschenden oder eines mit ihm verbundenen Unternehmens getroffen oder unterlassen worden."

V. Chancen- und Risikobericht

Grundlagen

Unsere Risikopolitik entspricht unserem Bestreben, nachhaltig zu wachsen sowie den Unternehmenswert zu steigern und dabei unangemessene Risiken zu steuern beziehungsweise zu vermeiden. Unser Risikomanagement ist ein integraler Bestandteil der Planung und Umsetzung unserer Geschäftsstrategien, wobei die grundsätzliche Risikopolitik durch den Vorstand vorgegeben wird.

Risikomanagementsystem

Das Risikomanagement beschäftigt sich mit der Identifikation der Risiken im MPC Capital-Konzern, deren Analyse und Bewertung, Überwachung und Steuerung.

In regelmäßigen Abständen, mindestens jedoch einmal pro Jahr wird im Rahmen des Risikomanagementprozesses eine konzernweite Risikoinventur durchgeführt. Die Risikoinventur erfolgt nach einem "Bottom-up-Prinzip" durch die einzelnen Geschäftseinheiten. Verantwortlich dafür sind Risikomanagement-Verantwortliche innerhalb der jeweiligen Einheiten, die den potenziellen Risiken Eintrittswahrscheinlichkeiten und Schadenshöhen zuordnen. Diese Informationen werden im Bereich Konzerncontrolling aggregiert und im Rahmen eines Berichtswesens erfasst und wiedergegeben.

Durch das integrierte, regelmäßige Berichtswesen wird der Vorstand über die Entwicklung der Risikosituation der einzelnen Einheiten und des gesamten MPC Capital-Konzerns informiert. Bei außergewöhnlichen und/oder außerplanmäßigen Veränderungen der Risikoposition ist der Vorstand zudem unverzüglich im Rahmen des Risikofrüherkennungssystems zu informieren; dieser muss gegebenenfalls auch den Aufsichtsrat umgehend über die Veränderung der Risikosituation in Kenntnis setzen.

Das Risikomanagementsystem des MPC Capital-Konzerns ermöglicht eine konzernweite, systematische Risikosteuerung und eine frühzeitige und ausreichende Risikovorsorge. Das Risikomanagement ist ein dynamischer und sich weiterentwickelnder Prozess. Erkenntnisse, die im täglichen Umgang mit Risiken und der Risikovorsorge gewonnen werden, leisten einen wichtigen Beitrag zur kontinuierlichen Optimierung des Systems.

Darstellung der Chancen und Risiken

Die Kategorisierung der wesentlichen Chancen und Risiken des MPC Capital-Konzerns entspricht der für Zwecke des Risikomanagements intern vorgegebenen Struktur und folgt der Bruttobetrachtung. Die MPC Capital AG ist als Mutterunternehmen des MPC Capital-Konzerns in das Risikomanagementsystem eingebunden. Die Angaben gelten grundsätzlich auch für den Jahresabschluss der MPC Capital AG.

Folgende wesentliche Chancen und Risiken für das Geschäft des MPC Capital-Konzerns wurden identifiziert:

Chancen

Chancen im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie

Seit rund zwei Jahren sehen sich Gesellschaft und Unternehmen den Auswirkungen der COVID-19-Pandemie ausgesetzt. Viele Unternehmen haben frühzeitig damit begonnen, sich auf diese neue Situation einzustellen und haben entsprechende Gegensteuerungsmaßnahmen eingeleitet. Auch die MPC Capital-Gruppe hat sich schnellst- und bestmöglich den neuen Marktumständen angepasst. Der erfolgreiche Verlauf des Geschäftsjahres 2021 zeigt, dass es MPC Capital gelungen ist, Chancen aus einem sich verändernden Investitionsverhalten effizient zu nutzen.

Durch die Pandemie ergeben sich Marktchancen, die zum Beispiel in Nachholungseffekten im Welthandel oder in einer Veränderung der Investitionsströme mit einer stärkeren Fokussierung auf nachhaltige Investments bestehen. Die Krise hat das Bewusstsein der Investoren für Fragen rund um Umwelt und Gesellschaft geschärft und Umdenkprozesse beschleunigt. Hierin liegt für MPC Capital die Chance, die bereits eingeschlagene Fokussierung auf nachhaltige Aspekte bei Kapitalanlagen weiter zu verstärken und hierfür neue Investoren zu gewinnen.

Auch ergeben sich produktspezifische Chancen, wie zum Beispiel durch eine verstärkte Nachfrage nach Transportkapazitäten in der Schifffahrt oder nach Wohnimmobilien.

Umfeld- und marktbezogene Chancen

Auch bei moderat steigenden Zinsen und einer höheren Inflation wird die Attraktivität von Investitionen in Sachwerte wie Immobilien, Schiffe oder Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien hoch bewertet. Gleichzeitig ist bei einem Anstieg des Zinsniveaus mit sinkender Nachfrage nach liquiden Assets wie Aktien zu rechnen. 11

Gleichzeitig wächst aufgrund steigender Barvermögen der Anlagebedarf von Investoren weltweit. Aufgrund der weiterhin hohen Renditeanforderungen nimmt die Bedeutung von Sachwertinvestitionen für institutionelle Investoren generell zu.

Insbesondere vor dem Hintergrund der Erreichung der globalen Klimaziele ist in den nächsten Jahren mit einer deutlichen Zunahme von Investitionen in nachhaltige Projekte und Produkte zu rechnen.

Die MPC Capital-Gruppe sieht daher ein großes Marktpotenzial für sachwertbasierte Kapitalanlagen und Investitionen sowie die intelligente Zusammenführung von Investoren und Investitionsobjekten und deren langfristige Unterstützung und Begleitung.

Die Kombination der drei nicht oder allenfalls geringfügig korrelierten Asset-Bereiche Real Estate, Renewables und Shipping ermöglicht es, Risiken zu streuen, Skaleneffekte zu realisieren und damit die Profitabilität der MPC Capital-Gruppe zu stärken.

11 Amundi Asset Management

Wettbewerbschancen

MPC Capital ist als unabhängiger Asset- und Investment-Manager spezialisiert auf sachwertbasierte Investitionen, Kapitalanlagen und deren Management. Gemeinsam mit seinen Tochterunternehmen werden dabei individuelle Investitionsmöglichkeiten und Dienstleistungen für nationale und internationale institutionelle Investoren, Family Offices und dritte Unternehmen entwickelt und angeboten.

Das Produkt- und Dienstleistungsangebot konzentriert sich dabei auf die drei Asset Units Real Estate, Renewables und Shipping. Vor allem in den beiden Asset Units Real Estate und Shipping verfügt das Unternehmen dabei über einen nachweisbaren, umfassenden Track Record. Durch die enge Zusammenarbeit mit etablierten Industriepartnern und ein erfahrenes Team kann die MPC Capital-Gruppe auch auf eine über viele Jahre aufgebaute Expertise im Bereich der erneuerbaren Energien zurückgreifen.

Bei der Sicherung attraktiver Projekte sowie deren Umsetzung kann sich die Gruppe zudem auf ein breites internationales Netzwerk aus Geschäftspartnern und Partnerunternehmen stützen.

Chancen aus der Co-Investmentstrategie

Um den Gleichlauf der Interessen von Investor und Asset- und Investment-Manager sicherzustellen, beteiligt sich die MPC Capital-Gruppe in Abstimmung mit den Investoren in Bezug auf das jeweilige Projekt in der Regel mit maximal bis zu 10 % des Eigenkapitals des Investitionsprojekts ("Co-Investment"). Kern der Strategie ist es, prinzipiell keine Assets vollständig zu bilanzieren, sondern lediglich den Co-Investment-Anteil, um die Abhängigkeit von möglichen Markt- und Bewertungsschwankungen so gering wie möglich zu halten ("asset light"). Die aus der Wertsteigerung der Beteiligungen erzielten Erlöse werden als sonstige betriebliche Erträge oder Erträge aus Beteiligungen in der Gewinn- und Verlustrechnung abgebildet.

Risiken

Umfeld- und marktbezogene Risiken

Risiken im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie

Auch wenn die Herausforderungen und Auswirkungen der seit rund zwei Jahren andauernden Pandemie überschaubarer und besser einschätzbar geworden sind, bestehen noch immer Unsicherheiten über den weiteren Verlauf. Die Pandemie hat für einen historischen Einbruch, gefolgt von einem ebenfalls historischen Rebound der globalisierten Weltwirtschaft gesorgt. Dennoch ist auch nach fortschreitender Impfkampagne immer noch nicht abzusehen, wann die Pandemie überwunden sein wird.

In dieser Marktsituation erweist sich die von der MPC Capital-Gruppe verfolgte Multi Asset-Strategie - und die damit einhergehende Diversifikation der Asset-Basis und zuletzt auch die verbreiterte Streuung innerhalb der Segmente - als vergleichsweise widerstandsfähig. Zudem hat sich die Gruppe bestmöglich auf die neuen Marktgegebenheiten eingestellt, um negative Auswirkungen der Pandemie abzufedern.

Dennoch kann aus heutiger Sicht noch nicht abschließend bewertet werden, wie die mittel- und langfristigen Auswirkungen der Pandemie aussehen und welchen Einfluss sie auf die relevanten Asset-Klassen haben werden.

Der Einbruch der Containerschifffahrt nach Ausbruch der Pandemie in 2020 und die anschließende deutliche Erholung hat gezeigt, welcher Volatilität die Märkte aktuell ausgesetzt sind.

Es ist zu erkennen, dass sich die Pandemie vereinzelt negativ auf die Bewertung von Immobilien ausgewirkt hat. Mietausfälle und die Reduzierung der benötigten Bürofläche von Unternehmen, die verstärkt und gegebenenfalls auch dauerhaft auf die Nutzung von Homeoffice-Möglichkeiten setzen, können zu einem anhaltenden Rückgang oder einer Veränderung der Nachfrage in einzelnen Immobiliensegmenten führen. So führt dieser Effekt zum Beispiel zu einer weiterhin starken Nachfrage nach Wohnimmobilien.

Marktbezogene Risiken

Der wirtschaftliche Erfolg des MPC Capital-Konzerns ist stark von den Entwicklungen auf den globalen Finanz- und Kapitalmärkten abhängig. Starke Marktverwerfungen können Unternehmen wie die MPC Capital in ihrer Existenz bedrohen. Negative Entwicklungen können dabei nicht nur die Initiierung neuer Investmentprojekte und Dienstleistungen gefährden, sondern auch den Verlauf bestehender sachwertbasierter Kapitalanlagen und Investitionen beeinträchtigen und die Reputation der Marke MPC Capital schädigen.

Ferner könnte eine deutliche Anhebung der Leitzinsen durch die US-Notenbank oder die Europäische Zentralbank (EZB) sich positiv auf andere Anlageformen auswirken und dazu führen, dass die Nachfrage nach sachwertbasierten Investitionen und Kapitalanlagen stagniert oder sich sogar rückläufig entwickelt.

Der MPC Capital-Konzern entgegnet den marktbezogenen Risiken, indem bei der Identifizierung von Anlagezielen stets auch Argumente der Diversifikation und Zyklik berücksichtigt werden. Allein durch die angestrebte stärkere Gleichgewichtung der drei Asset-Klassen Real Estate, Renewables und Shipping reduziert der Konzern seine marktbezogenen Risiken im Verhältnis zu branchenfokussierten Sektorspezialisten.

Verfügbarkeit von Sachwerten

Als Investment-Manager für sachwertbasierte Kapitalanlagen und Investitionen ist MPC Capital auf eine geeignete Auswahl an attraktiven Sachwerten in den Asset Units Real Estate, Renewables und Shipping angewiesen. Weltwirtschaftliche, wettbewerbliche und regulatorische Veränderungen können hier einen wesentlichen Einfluss auf die Verfügbarkeit haben. Durch Diversifikation auf drei Segmente, ein umfangreiches Portfolio an Bestandsfonds und Investment Vehicles, ein breites Netzwerk an Partnern und gute Marktzugänge kann das Risiko einer Produktunterversorgung bei MPC Capital als gering eingestuft werden.

Nachfrage von sachwertbasierten Kapitalanlagen

Die MPC Capital-Gruppe ist von der künftigen Entwicklung der Nachfrage nach sachwertbasierten Kapitalanlagen abhängig. Ein Rückgang der Nachfrage nach sachwertbasierten Kapitalanlagen, der beispielsweise aus einer deutlichen Anhebung der Leitzinsen in den USA und den EURO-Staaten resultieren könnte, könnte die Entwicklung der MPC Capital-Gruppe beeinträchtigen.

Regulatorische Risiken

Regulierungsmaßnahmen sind deutlich durch die Europäische Union geprägt und werden weiterhin in den Mitgliedsstaaten vorangetrieben. Die Tiefe und der Umfang der aufsichts- und verbraucherschutzrechtlichen Vorgaben wirken sich auf Asset- und Investment-Manager aus und können mit regulatorischen Kosten einhergehen, die die Marge des MPC Capital-Konzerns beeinflussen können. Ferner muss die MPC Capital-Gruppe in bestimmten Situationen mit externen Dienstleistern zusammenarbeiten, um den aufsichtsrechtlichen Anforderungen zu entsprechen. Auch dies kann die Marge des MPC Capital-Konzerns negativ beeinflussen.

Leistungswirtschaftliche, organisatorische und strategische Unternehmensrisiken

Wettbewerbsrisiko

Die MPC Capital-Gruppe hat den Anspruch, in ihren einzelnen Investment-Strategien zu den führenden unabhängigen Asset- und Investment-Managern für sachwertbasierte Kapitalanlagen und Investitionen zu gehören. Dabei steht das Unternehmen im Wettbewerb mit anderen Anbietern sachwertbasierter Finanzprodukte und Dienstleistungen. Durch die Ausrichtung der Vertriebsaktivitäten auf internationale institutionelle Investoren, Family Offices und dritte Unternehmen hat sich der Kreis der Wettbewerber um vergleichbare international operierende Unternehmen erweitert.

Grundsätzlich besteht ein unternehmerisches Risiko, dass es der MPC Capital-Gruppe nicht in ausreichendem Maße gelingt, sich nachhaltig bei ihren Kunden zu positionieren, zu etablieren sowie zielgruppenorientierte Produkte und Dienstleistungen anzubieten und nachhaltig Erträge zu erwirtschaften. Darüber hinaus besteht ein Risiko, dass es der Gruppe nicht im ausreichenden Maße gelingt, Assets in den jeweiligen Investment-Strategien anzubinden.

Die MPC Capital-Gruppe begegnet diesem Risiko mit einer Konzentration auf sachwertbasierte Produkte und Dienstleistungen in speziellen Märkten mit einer hohen Nachfragedynamik innerhalb seiner Kernsegmente. Durch die Diversifikation in verschiedene Asset-Klassen kann das Risiko einer zyklischen Abhängigkeit von einem einzelnen Segment gemindert werden. Die spezielle im Unternehmen gehaltene Expertise und Erfahrung, das breite Netzwerk über Großaktionäre, Geschäftspartner und innerhalb der MPC Capital-Gruppe sowie eine gezielte personelle Verstärkung um Personen mit langjährigen Erfahrungen, insbesondere im Geschäft mit institutionellen Investoren, haben dazu beigetragen, dieses Risiko zu verringern.

Operative Risiken

Bei der Planung und Entwicklung von neuen Investment-Projekten entstehen der MPC Capital-Gruppe Kosten durch die Suche geeigneter Anlageobjekte, die Untersuchung der Chancen und Risiken der Anlageobjekte und die Strukturierung der sachwertbasierten Kapitalanlage. Diese Kosten entstehen zum einen durch den Einsatz eigener Mitarbeiter und zum Teil durch den Einsatz externer Dienstleister und Berater. Ein Großteil dieser Kosten der MPC Capital-Gruppe wird erst dann kompensiert, wenn eine bestimmte Kapitalanlage realisiert wird und die MPC Capital-Gruppe die entsprechenden Gebühren vereinnahmt. Wird eine sachwertbasierte Kapitalanlage nicht realisiert, so sind die während der Planung und Entwicklung angefallenen Kosten von der MPC Capital-Gruppe selbst zu tragen.

Die MPC Capital-Gruppe initiiert Investment-Projekte mit bekannten und zuverlässigen Partnern und beteiligt sich an diesen Projekten oftmals als Minderheitsgesellschafter. Die Partner könnten einen erhöhten Co-Investmentanteil der MPC Capital-Gruppe fordern, eine negative Entwicklung der Projekte könnte Verluste der MPC Capital-Gruppe zur Folge haben und ein Verlust dieser Partner könnte sich negativ auf die Fähigkeit der MPC Capital-Gruppe zur Akquisition geeigneter Anlageobjekte auswirken.

Aufgrund des Managements von Kapitalanlagen in Sachwerten, auch aufgrund ihrer Beteiligung mit Co-Investments an Kapitalanlagen, ist die MPC Capital-Gruppe zum Beispiel baulichen, gesetzlichen und umweltrechtlichen Risiken ausgesetzt. Die Entwicklung von Projekten erfordert schon im Stadium der Planung und der Umsetzung die Einhaltung einer Vielzahl von Vorschriften und ist vom Erhalt verschiedener Genehmigungen abhängig und kann selbst während der Realisierungsphase noch an gesetzlichen und behördlichen Anforderungen scheitern oder diese können zu Verzögerungen, Änderungsbedarf und erheblichen Kostensteigerungen führen. Kostenbudgetüberschreitungen könnten sich auch negativ auf die von der MPC Capital-Gruppe vereinnahmte Vergütung auswirken.

Die MPC Capital-Gruppe ist zur Projektfinanzierung der Investment Vehicle teilweise auf Finanzierung durch Kreditinstitute angewiesen und könnte nicht in der Lage sein, künftig ausreichende Finanzierung durch Kreditinstitute oder Anschlussfinanzierungen für auslaufende Finanzierungen durch Kreditinstitute zu erhalten.

In der Asset-Klasse Shipping resultieren zudem Risiken aus dem operativen Betrieb (Ausfälle, Schäden, Havarien) und einer mangelnden Auslastung der Schiffe, was zu geringeren Vergütungen oder sogar zum Verlust des Charter-/Bereederungsvertrags führen könnte. Operative Risiken gehen auch mit dem Betrieb von Immobilien- und Renewables-Projekten einher. Sämtlichen Risiken wird mit einem Höchstmaß an Professionalität begegnet. Dies betrifft die Organisation in der MPC Capital-Gruppe, aber auch die Auswahl von Partnern und Dienstleistern. Zudem können operative Risiken mit Versicherungen teilweise begrenzt werden.

Lieferkettenmanagement

MPC Capital ist als Asset- und Investmentmanager nur indirekt von Lieferketten abhängig. Die Ergebnisse der operativen Einheiten sowie einzelner Investment Vehicle hängen jedoch in Teilen von einer zuverlässigen und effektiven Steuerung der Versorgungskette für Bauteile, Materialien und Rohstoffe ab. Kapazitätsbeschränkungen und Lieferengpässe, die auf eine ineffektive Steuerung der Versorgungskette zurückzuführen sind, könnten zu Produktionsengpässen, Lieferverzögerungen, Qualitätsproblemen und zusätzlichen Kosten und zu niedrigeren Rückflüssen aus den Investment Vehicles führen. Unerwartete Preissteigerungen von Materialien und Rohstoffen aufgrund von Marktengpässen oder aus anderen Gründen könnten sich ebenfalls negativ auf die Leistung von MPC Capital auswirken.

Personalrisiken

Die zukünftige Entwicklung der MPC Capital-Gruppe hängt in besonderem Maße an der im Unternehmen vorhandenen Expertise und Erfahrung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ab. Es gilt insbesondere Schlüsselpersonen an das Unternehmen zu binden. Der MPC Capital-Gruppe ist dies bisher durch eine partnerschaftliche Unternehmenskultur und verschiedene finanzielle und nicht-finanzielle Anreize gelungen.

Rechtliche Risiken

Im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2021 sind Rückstellungen für Rechts- und Beratungskosten in Höhe von rund EUR 8,5 Mio. (31. Dezember 2020: EUR 7,7 Mio.) enthalten. Der Anstieg resultiert aus erhöhten Aufwendungen im Zusammenhang mit der Fokussierung auf das Transaktions- und Investmentgeschäft. Die Rückstellungen bilden nach Auffassung der Gesellschaft eine angemessene Risikovorsorge für gegen die MPC Capital-Gruppe mögliche oder anhängige Inanspruchnahmen.

Anzahl und Volumen der gegen die MPC Capital-Gruppe gerichteten Klagen haben in 2021 weiter abgenommen. Es gibt unverändert keine rechtskräftigen Urteile gegen die MPC Capital-Gruppe. Im Zusammenhang mit Private Placements, für die keine Verkaufsprospekte zu erstellen sind, bestehen Risiken der Inanspruchnahme wegen der Verletzung vorvertraglicher Informationspflichten. Allerdings haben diese Fonds in aller Regel sehr erfahrene Anleger gezeichnet, bei denen die Anforderungen an den Umfang der zur Verfügung zu stellenden Informationen grundsätzlich geringer sind.

Es sind nach wie vor vor dem Hanseatischen Oberlandesgericht Verfahren nach dem Kapitalanleger-Musterverfahrensgesetz (KapMuG) anhängig. In diesen Verfahren werden insbesondere die Verkaufsprospekte vorab einer Prüfung durch das Oberlandesgericht unterzogen. Das Oberlandesgericht prüft verbindlich für die am Landgericht anhängigen Verfahren, ob Verkaufsprospekte Fehler aufweisen oder nicht. Die Entscheidung des Oberlandesgerichts kann zunächst durch den Bundesgerichtshof überprüft werden, bevor die Verfahren am Landgericht fortgeführt werden. In diesem Zusammenhang hat der Bundesgerichtshof in 2021 wiederholt entschieden, dass die geltend gemachten Anspruchsgrundlagen im Anwendungsbereich des Verkaufsprospektgesetzes durch die spezialgesetzlichen Bestimmungen verdrängt sind. Letztere sind in der Regel verjährt.

Die MPC Capital-Gruppe wird weiterhin von österreichischen Anlegern im Hinblick auf den in Österreich erfolgten und seit 2012 eingestellten Vertrieb in Anspruch genommen. Für den Vertrieb ist die dort ansässige Vertriebsgesellschaft, die CPM Anlagen Vertriebs GmbH in Liquidation, eine Tochtergesellschaft der MPC Capital AG, eingeschaltet worden. Anleger berufen sich darauf, dass ihnen eine sogenannte Anlegerbestätigung nicht zugegangen sei bzw. die erhaltene Anlegerbestätigung in wesentlichen Teilen unvollständig gewesen sei. Anleger machen in diesem Zusammenhang den Rücktritt von ihrer Zeichnung geltend und fordern den Unterschiedsbetrag zwischen investierten und über die Laufzeit vereinnahmter Zahlungen zuzüglich einer Verzinsung.

Die MPC Capital-Gruppe versucht vorhersehbare Risiken, unter anderem Haftungsrisiken aus ihrer Tätigkeit als Asset Manager, durch Versicherungsschutz zu decken. Dieser Versicherungsschutz könnte jedoch möglicherweise die Risiken, denen die MPC Capital-Gruppe ausgesetzt ist, nicht vollständig abdecken.

Prospekthaftungsrisiko

Für den Vertrieb der von der MPC Capital-Gruppe initiierten Fonds werden Verkaufsprospekte oder Informations-Memoranden ("Verkaufsunterlagen") erstellt. Es besteht die Möglichkeit, dass Gesellschaften der MPC Capital-Gruppe bei unsachgemäßen oder unvollständigen Angaben in den Verkaufsunterlagen haftbar gemacht werden.

Die MPC Capital-Gruppe wirkt diesen Risiken mit entsprechenden Kontrollen und hohen Qualitätsansprüchen an die Erstellung dieser Unterlagen und Folgepflichten sowie des Abschlusses von Versicherungsschutz entgegen. Insbesondere zur Überprüfung der Richtigkeit bedient sie sich dabei der Unterstützung externer Berater. Bei der Erstellung der Nachträge geht die MPC Capital-Gruppe mit der gleichen Sorgsamkeit und Qualität vor, wie dies bei der Erstellung der Verkaufsunterlagen der Fall ist.

Seit dem 22. Juli 2013 werden die Anforderungen an die Verkaufsunterlagen durch die Vorschriften des Kapitalanlagegesetzbuchs (KAGB) bestimmt.

Risiken im Zusammenhang mit § 172 Abs. 4 HGB

Die TVP Treuhand- und Verwaltungsgesellschaft für Publikumsfonds mbH & Co. KG ("TVP") hält bei zahlreichen Fonds im großen Volumen für Anleger Kommanditanteile treuhänderisch und ist als Kommanditistin im Handelsregister eingetragen. Sofern in der Vergangenheit Auszahlungen an die Anleger geleistet wurden, die nicht durch handelsrechtliche Gewinne gedeckt waren, kann dies ein Haftungsrisiko für die Treuhandgesellschaft darstellen. Im Falle von notleidenden beziehungsweise von einer Insolvenz betroffenen Fondsgesellschaften können Gläubiger diese nicht gewinngedeckten Auszahlungen von den Gesellschaften wieder einfordern und sich aufgrund der Treuhänderstellung dabei an die Treuhandgesellschaft selbst wenden. Die Treuhandgesellschaft trägt dann das Risiko, die sich aus dem Treuhandvertrag ergebenen Regressansprüche gegenüber den jeweiligen Fondsanlegern individuell geltend zu machen. In 2021 konnte das insoweit bestehende Risiko durch die Veräußerung von Assets und die Rückführung von Darlehen weiter reduziert werden. Im Übrigen hat die TVP mit Gläubigern von Fondsgesellschaften Vereinbarungen geschlossen, nach denen die Gläubiger vorrangig die Anleger in Anspruch nehmen. Allerdings ist für den Fall, dass über das Vermögen von Fondsgesellschaften das Insolvenzverfahren eröffnet wird, der Insolvenzverwalter an diese Vereinbarungen nicht gebunden. Aber auch der Insolvenzverwalter lässt sich die Ansprüche gegen die Anleger abtreten und geht nicht gegen die Treuhandgesellschaft direkt vor.

Finanzwirtschaftliche Risiken

Bewertungsrisiken aus Beteiligungen

Der MPC Capital-Konzern hält verschiedene Beteiligungen an Unternehmen und Gesellschaften sowie Vermögensgegenständen. Im Rahmen eines umfassenden und regelmäßigen Risikomanagements prüft der MPC Capital-Konzern die Werthaltigkeit dieser Beteiligungen und/oder Vermögensgegenstände und korrigiert gegebenenfalls die in der Bilanz und/oder der Konzernbilanz der MPC Capital AG dafür aufgeführten Wertansätze. Auch aufgrund von gesellschaftsrechtlichen Regelungen bei Beteiligungsunternehmen können sich Veränderungen von Wertansätzen negativ auf den Konzern auswirken.

Liquiditätsrisiko

Die Überwachung des Liquiditätsrisikos wird im MPC Capital-Konzern zentral gemanagt. Zur Sicherstellung der Zahlungsfähigkeit werden ausreichende Liquiditätsreserven vorgehalten, um konzernweit Zahlungsverpflichtungen zur jeweiligen Fälligkeit nachkommen zu können.

Der MPC Capital-Konzern verfügt über eine angemessene Liquiditätsausstattung. Die zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2021 zur Verfügung stehende Liquidität und die im Konzern am Stichtag bestehenden finanziellen Verbindlichkeiten werden inklusive einer Laufzeitangabe im Konzern-Anhang ausgewiesen.

Zinsänderungsrisiko

Risiken aus Zinsveränderungen sind für den MPC Capital-Konzern als gering einzustufen. Zinssicherungsgeschäfte hat das Unternehmen zum Bilanzstichtag nicht abgeschlossen.

Risiken aus Steuernachforderungen

Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Finanzverwaltung im Rahmen künftiger steuerlicher Außenprüfungen oder im Rahmen der Änderung der höchstrichterlichen Rechtsprechung zu einer anderen Bewertung von Sachverhalten als die MPC Capital-Gruppe kommt oder bisherige Bewertungen ändert und Steuernachforderungen für vergangene Veranlagungszeiträume geltend macht. Entsprechendes gilt auch für zukünftige Veranlagungszeiträume. Mit dem Risiko von Steuernachzahlungen ist zugleich ein Zinsrisiko in nicht unerheblicher Höhe verbunden, da verspätete Steuernachzahlungen in Deutschland grundsätzlich nach den gesetzlichen Regelungen zu verzinsen sind.

Währungsrisiken

Der MPC Capital-Konzern unterliegt im Rahmen seiner internationalen Geschäftstätigkeit Währungsrisiken. Diese ergeben sich aus Kursveränderungen zwischen der Unternehmenswährung Euro und Fremdwährungen.

Die Gesellschaften aus den Asset Units Shipping und Renewables realisieren Umsätze in US-Dollar. Die Ausgaben fallen dagegen im Wesentlichen in Euro an, so dass sich ändernde Wechselkurse das Ergebnis wesentlich beeinflussen können.

Zur Absicherung der Währungsrisiken wurde ein wesentlicher Teil der für das Jahr 2021 vertraglich fixierten US-Dollar-Umsätze mit derivativen Finanzinstrumenten unterlegt. Im Rahmen des Konzern-Treasury werden Wechselkursverläufe fortlaufend analysiert, um bedarfsorientiert Währungssicherungen vorzunehmen.

Forderungs- und Ertragsausfallrisiko

Die Geschäftstätigkeit des MPC Capital-Konzerns umfasst auch Finanzierungs- und Managementleistungen für Fonds- und Tochtergesellschaften. In diesem Zusammenhang hat der Konzern Forderungen aufgebaut. Der MPC Capital-Konzern prüft die Werthaltigkeit sämtlicher Forderungen regelmäßig. Wertminderungen werden buchhalterisch erfasst und in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen, sie beliefen sich zum 31. Dezember 2021 auf rund EUR 1,6 Mio. (31. Dezember 2020: EUR 1,9 Mio.).

Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass der MPC Capital-Konzern auch zukünftig Forderungen wertberichtigen muss.

Eventualverbindlichkeiten

Zum 31. Dezember 2021 bestanden Eventualverbindlichkeiten nach § 251 HGB in Höhe von insgesamt EUR 3,4 Mio. (31. Dezember 2020: EUR 3,7 Mio.), die im Wesentlichen aus selbstschuldnerischen Bürgschaften und Garantien resultierten. Derzeit gibt es keine Hinweise auf eine Inanspruchnahme. Das wirtschaftliche Risiko wird vom Vorstand der MPC Capital AG daher als gering eingestuft.

Sollte entgegen der Einschätzung des Vorstands die Gesellschaft aus einer oder mehreren Eventualverbindlichkeiten in Anspruch genommen werden, könnte dies einen deutlichen Einfluss auf die finanzielle Lage des MPC Capital-Konzerns haben.

Gesamtaussage zur Risiko- und Chancensituation

Die Gesamtrisiko- und Chancensituation ergibt sich für den MPC Capital-Konzern aus den zuvor dargestellten Einzelrisiken und Chancen. Um die Beherrschung dieser Risiken zu gewährleisten, hat die Gesellschaft ein umfangreiches Risikomanagementsystem geschaffen. Die Risikosituation des MPC Capital-Konzerns hat sich gegenüber dem Vorjahr nicht wesentlich verändert.

Nach den uns heute bekannten Informationen bestehen keine Risiken, die den Fortbestand wesentlicher Konzerngesellschaften oder des gesamten MPC Capital-Konzerns gefährden könnten.

Wesentliche Merkmale des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess

Im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess ist das Risikomanagementsystem auf die Einhaltung rechtlicher und branchenüblicher Standards, die korrekte bilanzielle Erfassung von Sachverhalten sowie die angemessene Bewertung und Berücksichtigung von bilanziellen Risiken ausgerichtet. Das interne Kontroll- und Risikomanagementsystem im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess hat daher zum Ziel, die Ordnungsmäßigkeit der Buchführung und Rechnungslegung sowie die Verlässlichkeit der finanziellen Berichterstattung sicherzustellen.

Die fortlaufende Überwachung erfolgt über ein internes rechnungslegungsbezogenes Kontrollsystem (IKS), das einen integralen Part des Risikomanagementsystems darstellt. Das IKS beinhaltet rechtliche und interne Grundsätze, Verfahren sowie präventive und aufdeckende Kontrollen.

Die integrierten Sicherungsmaßnahmen sollen Fehler verhindern. Durch die Kontrollen soll die Wahrscheinlichkeit des Auftretens von Fehlern in Arbeitsabläufen vermindert beziehungsweise Fehler aufgedeckt werden. Zu den Maßnahmen zählen insbesondere Funktionstrennungen, Genehmigungsprozesse wie das Vier-Augen-Prinzip, IT-Kontrollen, Zugriffsbeschränkungen und Berechtigungskonzepte im IT-System.

Qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Verwendung branchenüblicher Software sowie klare unternehmensinterne und gesetzliche Vorgaben bilden dabei die wesentlichen Grundlagen für einen einheitlichen und kontinuierlichen Rechnungslegungsprozess innerhalb des MPC Capital-Konzerns.

Die MPC Capital AG ist als Mutterunternehmen des MPC Capital-Konzerns in das oben dargestellte rechnungslegungsbezogene interne Kontrollsystem eingebunden. Die oben gemachten Angaben gelten grundsätzlich auch für den Jahresabschluss der MPC Capital AG.

VI. Prognosebericht

In den folgenden Prognosen sind Annahmen enthalten, deren Eintritt nicht sicher ist. Sofern eine oder mehrere Annahmen nicht eintreffen, können die tatsächlichen Ergebnisse und Entwicklungen wesentlich von den dargestellten Prognosen abweichen.

Wirtschaftliche Rahmenbedingungen

Nach der seit Jahrzehnten tiefsten Rezession und dem schnellsten Aufschwung in den Jahren 2020 und 2021 wird sich die globale Wirtschaftserholung im Geschäftsjahr 2022 voraussichtlich mit nachlassender Dynamik fortsetzen. Der Ausblick ist nach wie vor mit verschiedenen Unsicherheiten behaftet. Steigende Inflation, Veränderungen im Zinsumfeld, geopolitische Risiken wie etwa der Ukrainekonflikt lassen eine höhere Volatilität am Kapitalmarkt erwarten. Ein weiterer Grund zur Besorgnis bleibt COVID-19. Neue Varianten könnten entstehen, bevor weltweit eine weitverbreitete Durchimpfung erreicht ist, oder die Immunisierung könnte sich als unwirksam erweisen, weil die Wirksamkeit des Impfstoffs schneller als erwartet nachlässt.

Für 2022 erwartet das Institut für Weltwirtschaft Kiel ("IfW") einen Zuwachs der Weltproduktion um 4,5 %. Beträchtliche Auf- und Abwärtsrisiken bestehen nach Ansicht des IfW insbesondere durch den weiteren Pandemieverlauf - nicht zuletzt mit Blick auf die Omikron-Variante - sowie durch die Entwicklung der Lieferengpässe. In beiden Fällen rechnet das IfW mit weiterhin merklich dämpfenden Effekten in den kommenden Monaten und mit einem Auslaufen der ökonomischen Restriktionen im Frühjahr 2022, wobei die Lieferengpässe kaum vor Ende 2022 vollständig überwunden werden dürften.12

Auf Basis bisheriger Aussagen der Notenbanken in den USA und Europa ist anzunehmen, dass die Zinsen in diesem Jahr in den USA steigen dürften, während die Europäische Zentralbank (EZB) in 2022 noch verhalten auf die Inflation reagieren wird, um schwächere Volkswirtschaften im Euroraum zu schützen.13 Spätestens im nächsten Jahr dürfte die EZB allerdings ebenfalls ihren Leitzins erhöhen, um Zinsunterschiede zwischen den USA und Europa nicht zu groß werden zu lassen und das Risiko eines Kapitalstromschwenks von Europa in die USA einzudämmen.

12 IfW Kiel, Kieler Konjunkturbericht Nr. 85 (2021/Q4)
13 https://www.finanzen.net/nachricht/zinsen/lockere-geldpolitik-lagarde-eine-rasche-zinswende-wie-wohl-bald-in-usa-kein-thema-fuer-ezb-10943878

Der US-Dollar hat 2021 gegenüber dem Euro deutlich aufgewertet. In 2022 dürfte der Wechselkurs von der unterschiedlichen Geldpolitik auf der einen aber auch einer veränderten Wachstumsdynamik zwischen den USA und der Eurozone auf der anderen Seite bestimmt werden.14

Der französische Asset Manager Amundi geht in einer Studie von September 2021 davon aus, dass Sachwerte als Gewinner aus der COVID-19-Krise hervorgehen könnten, da sie das Potenzial haben, Inflationsschutz mit der Aussicht auf höhere Renditen als traditionelle liquide Vermögenswerte zu kombinieren. Der Analyse zufolge könnten reale und alternative Anlagen in den nächsten zehn Jahren je nach Anlageklasse eine zusätzliche Rendite von 200-500 Basispunkten gegenüber traditionellen Anlageklassen bieten. Diese zusätzliche Ertragschance könnte sich durch eine aktive Auswahl von Vermögenswerten der oberen Grenze dieser Spanne nähern. Eine solche beträchtliche Spanne der erwarteten Renditen dürfte die Kapitalflüsse in Realwerte beschleunigen, da die Anleger versuchen, ihr Risiko-Rendite-Verhältnis zu optimieren.15

Erwartete Geschäftsentwicklung

Operativ stehen im Wesentlichen der weitere Ausbau der Investmentplattformen für Wohnimmobilien in Deutschland (ESG Core Wohnimmobilien Deutschland), für erneuerbare Energien in der Karibik und Lateinamerika (MPC Energy Solutions und MPC Caribbean Clean Energy) sowie der maritimen Aktivitäten im Mittelpunkt der Geschäftsentwicklung im Jahr 2022.

Aus dem notwendigen Investitionsbedarf für die anstehende globale ökologische Transformation sieht MPC Capital starke Wachstumschancen für ihr Geschäft. Umweltaspekte, soziale Belange und Faktoren der Unternehmensführung werden bei der Entwicklung von neuen Investments eine immer stärkere Rolle spielen.

Die Prognose steht unter dem Vorbehalt der weiteren Entwicklung der COVID-19-Pandemie. Ein Aufflammen von weiteren Infektionswellen mit neuen Virusvarianten könnte erneut zu einschneidenden politischen Maßnahmen mit unklaren und nicht zu kalkulierenden Auswirkungen auf die Wirtschaft führen.

Real Estate: Nach dem Verkauf der Aktivitäten in den Niederlanden konzentriert sich die MPC Capital-Gruppe vorerst auf den deutschen Immobilienmarkt. Mit der Auflage des Fonds ESG Core Wohnimmobilien Deutschland wurde ein Grundstein für den Ausbau der Aktivitäten im deutschen institutionellen Markt gelegt. Ziel ist es, in den nächsten Jahren mit dem Fonds ein Gesamtinvestitionsvolumen von etwa EUR 300 Mio. zu erreichen, das zielgerichtet in nachhaltige Wohnimmobilienprojekte in Deutschland fließen soll.

Im Renewables-Bereich wird sich die MPC Capital-Gruppe in 2022 auf den weiteren Ausbau der Investment-Strategie in Mittelamerika und der Karibik fokussieren sowie weitere Wachstumsmöglichkeiten prüfen. Im Fokus stehen zunächst die Anbindung weiterer Projekte für die MPC Energy Solutions sowie Maßnahmen zum Ausbau der Kapitalausstattung, um zusätzliches Wachstum zu generieren. Darüber prüft die MPC Capital-Gruppe den Einstieg in neue Märkte. Der Investitionsbedarf ist vor dem Hintergrund der Erreichung der globalen Klimaziele weiter gestiegen.

14 Deutsche Bank Währungsbulletin Januar 2022, S. 5
15 Investment Insights Blue Paper, Amundi Asset Management, September 2021, S. 2

Im Shipping-Bereich ist mit einer weiterhin sehr dynamischen Entwicklung und einer hohen Auslastung der gemanagten Flotte zu rechnen. Bereits zu Beginn des Jahres 2022 konnten erneut Charterabschlüsse auf Rekordniveau erzielt werden, die auch deutlich höhere Laufzeiten haben. Vereinzelt wurden sogar Verträge bis zu neun Monate im Voraus für die Dauer von drei Jahren abgeschlossen. MPC Capital rechnet damit, dass auch die Investitionstätigkeit im Schifffahrtsbereich in 2022 wieder zunehmen wird, da aktuell verstärkt Investitionen in alternative Antriebssysteme geprüft werden. Darüber hinaus rechnet MPC Capital mit hohen regelmäßigen Dividenden aus der Beteiligung an der MPC Container Ships ASA.

Prognose für den MPC Capital-Konzern: Die Effekte aus dem Verkauf der niederländischen Tochtergesellschaft Cairn Real Estate B.V. werden im Geschäftsjahr zu einem deutlichen Rückgang des Konzernumsatzes führen, der erst mit fortschreitendem Ausbau der nach vorne gerichteten Investment-Strategien kompensiert werden dürfte. Zum Zeitpunkt der Aufstellung der Prognose waren aufgrund von Asset Management-Verträgen oder sonstigen Vereinbarungen bereits 80 % der geplanten Umsätze kontrahiert.

Ergebnisseitig rechnet der Vorstand für das Geschäftsjahr 2022 mit einem um Sondereffekte aus dem Verkauf der Cairn Real Estate B.V. bereinigten Konzernergebnis vor Steuern (EBT adjusted) zwischen EUR 8,0 Mio. und EUR 12,0 Mio. Die EBT-Marge (adjusted) dürfte sich infolge des niedrigeren Umsatzniveaus bei Wiedererreichen des starken Vorjahresergebnisses weiter deutlich verbessern.

Aus dem Verkauf der CAIRN-Beteiligung sind zusätzlich zu dem EBT adjusted außerordentliche Erträge im niedrigeren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich zu erwarten.

Die Liquidität sollte sich bei einem positiven operativen Cashflow, dem einmaligen Erlös aus dem Verkauf der Cairn Real Estate B.V. sowie Kapitalrückflüssen aus Investment Vehicles, insbesondere aus Dividenden der MPC Container Ships, deutlich erhöhen. Die Eigenkapitalquote dürfte weiterhin bei über 70% liegen.

Abhängig von sich gegebenenfalls zusätzlich bietenden Investitionsmöglichkeiten für den weiteren Ausbau des operativen Geschäfts, strebt der Vorstand für das Geschäftsjahr 2022 an, etwa die Hälfte des adjustierten Konzerngewinns an die Aktionäre zurückzuführen.

Für die Konzernobergesellschaft, die MPC Capital AG, rechnet der Vorstand im Geschäftsjahr 2022 mit Erlösen und Aufwendungen sowie einem EBT auf dem Niveau des Vorjahres. Auch die Liquiditätsausstattung und die Eigenkapitalquote dürften sich auf dem Niveau des Vorjahres bewegen.

Hamburg, den 14. Februar 2022

Ulf Holländer (Vorsitzender) Dr. Philipp Lauenstein Constantin Baack

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die MPC Münchmeyer Petersen Capital AG, Hamburg

PRÜFUNGSURTEILE

Wir haben den Jahresabschluss der MPC Münchmeyer Petersen Capital AG, Hamburg - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2021 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2021 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den zusammengefassten Lagebericht (Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns) der MPC Münchmeyer Petersen Capital AG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2021 geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2021 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2021 bis zum 31. Dezember 2021 und

vermittelt der beigefügte zusammen-gefasste Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser zusammengefasste Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts geführt hat.

GRUNDLAGE FÜR DIE PRÜFUNGSURTEILE

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "VERANTWORTUNG DES ABSCHLUSSPRÜFERS FÜR DIE PRÜFUNG DES JAHRESABSCHLUSSES UND DES ZUSAMMENGEFASSTEN LAGEBERICHTS" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt.

Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht zu dienen.

VERANTWORTUNG DER GESETZLICHEN VERTRETER UND DES AUFSICHTSRATS FÜR DEN JAHRESABSCHLUSS UND DEN ZUSAMMENGEFASSTEN LAGEBERICHT

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des zusammengefassten Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im zusammengefassten Lagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts.

VERANTWORTUNG DES ABSCHLUSSPRÜFERS FÜR DIE PRÜFUNG DES JAHRESABSCHLUSSES UND DES ZUSAMMENGEFASSTEN LAGEBERICHTS

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der zusammengefasste Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und zusammengefassten Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im zusammengefassten Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des zusammengefassten Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im zusammengefassten Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des zusammengefassten Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im zusammengefassten Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

Hamburg, 18. Februar 2022

BDO AG

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

gez. Härle gez. Kaletta
Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüfer