MPC Münchmeyer Petersen Capital AGHamburgJahresabschluss 2022Jahresabschluss, zusammengefasster Lagebericht und Bestätigungsvermerk für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum 31. Dezember 20221. Bilanz zum 31. Dezember 2022Aktivascrollen
Anmerkung: Es kann zu rundungsbedingten Abweichungen kommen. Passivascrollen
Anmerkung: Es kann zu rundungsbedingten Abweichungen
kommen.
2.Gewinn‐ und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022scrollen
Anmerkung: Es kann zu rundungsbedingten Abweichungen
kommen.
3. Anhang der MPC Münchmeyer Petersen Capital AG, Hamburg, zum 31. Dezember 20221. GRUNDLEGENDE INFORMATIONENDie MPC Münchmeyer Petersen Capital AG ("MPC
Capital AG") ist im Handelsregister des Amtsgerichts
Hamburg, Abteilung B, unter der Nummer 72691 eingetragen
und die Aktien werden im Segment "Scale" der Deutschen
Börse AG gehandelt. Der Sitz der Gesellschaft ist
Hamburg, Deutschland.
Der vorliegende Jahresabschluss wurde am 20. Februar
2023 vom Vorstand genehmigt und zur Veröffentlichung
freigegeben.
2. ALLGEMEINE ANGABEN ZUM JAHRESABSCHLUSSDer Jahresabschluss ist nach den Vorschriften des
deutschen Handelsgesetzbuches (HGB) und des Aktiengesetzes
(AktG) aufgestellt.
Die Gliederung der Bilanz entspricht dem in § 266
Abs. 2 und 3 HGB vorgesehenen Gliederungsschema. Die
Gewinn- und Verlustrechnung ist gemäß § 275
Abs. 2 HGB nach dem Gesamtkostenverfahren gegliedert. In
Anlehnung an § 265 Abs. 5 HGB wurde die Gewinn- und
Verlustrechnung um das "Ergebnis vor Steuern (EBT)"
erweitert.
Als kleine Kapitalgesellschaft im Sinne des § 267
Abs. 1 HGB wurde von den größenabhängigen
Erleichterungsvorschriften teilweise Gebrauch gemacht.
Der Lagebericht der MPC Capital AG wurde freiwillig in
Anwendung von § 315 Absatz 5 HGB in Verbindung mit
§ 298 Absatz 2 HGB mit dem Lagebericht des MPC Capital
AG-Konzerns zusammengefasst.
Die MPC Capital AG hat den Jahresabschluss auf Basis der
Unternehmensfortführung aufgestellt.
3. BILANZIERUNGS‐ UND BEWERTUNGSMETHODENDie Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sind
gegenüber dem Vorjahr unverändert geblieben.
Entgeltlich erworbene immaterielle
Vermögensgegenstände mit zeitlich befristeter
Nutzungsdauer sind mit den Anschaffungskosten angesetzt.
Sie werden entsprechend ihrer jeweiligen Nutzungsdauer
planmäßig abgeschrieben. Die Abschreibung dieser
immateriellen Vermögensgegenstände erfolgt linear
über einen Zeitraum von 3 bis 5 Jahren.
Wertminderungen werden durch
außerplanmäßige Abschreibungen
berücksichtigt. Bei Wegfall der Gründe für
außerplanmäßige Abschreibungen werden
entsprechende Zuschreibungen bis maximal zur Höhe der
fortgeführten Anschaffungskosten vorgenommen.
Einbauten sowie andere Anlagen, Betriebs- und
Geschäftsausstattung werden zu Anschaffungskosten,
vermindert um plan- und außerplanmäßige
Abschreibungen, ausgewiesen. Die Abschreibungen erfolgen
linear über die erwartete betriebsgewöhnliche
Nutzungsdauer von 3 bis 10 Jahren.
Die Kosten für Instandhaltung und Reparaturen
werden zum Zeitpunkt der Entstehung als Aufwand erfasst.
Entstandene Gewinne und Verluste aus Anlagenverkäufen
werden in den sonstigen betrieblichen Erträgen bzw.
sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen.
Anteile an verbundenen Unternehmen, Beteiligungen,
Wertpapiere des Anlagevermögens und sonstigen
Ausleihungen sind mit den Anschaffungskosten bilanziert.
Bei voraussichtlich dauernden Wertminderungen werden
außerplanmäßige Abschreibungen auf die
niedrigeren beizulegenden Werte vorgenommen. Fallen die
Gründe für die Wertminderung ganz oder teilweise
weg, erfolgt eine Wertaufholung maximal bis zu den
Anschaffungskosten.
Die Forderungen und sonstige
Vermögensgegenstände sowie Kassenbestand und
Guthaben bei Kreditinstituten werden mit dem Nennwert bzw.
mit dem niedrigeren beizulegenden Wert bilanziert.
Erkennbare Einzelrisiken werden durch Wertberichtigungen
berücksichtigt. Die Höhe der Wertberichtigung
richtet sich nach dem wahrscheinlichen Ausfallrisiko. Wird
die Eintrittswahrscheinlichkeit eines Ausfallrisikos als
gering eingestuft, so wird eine bereits wertberichtigte
Forderung wieder zugeschrieben.
Soweit die Voraussetzungen für eine Aufrechnung
erfüllt sind, werden aufrechenbare Forderungen gegen
verbundene Unternehmen und Verbindlichkeiten gegenüber
verbundenen Unternehmen saldiert dargestellt.
Unverzinsliche Forderungen mit einer Fälligkeit von
mehr als einem Jahr sind mit dem Barwert bilanziert. Die
Ermittlung der Barwerte für die zugeordneten
Darlehensbestände bzw. Forderungen erfolgt auf der
Basis des DCF-Verfahrens unter Anwendung der aktuellen
restlaufzeitkongruenten Zinssätze.
Forderungen gegen verbundene Unternehmen werden mit
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen
verrechnet, soweit die Aufrechnungslage dies
ermöglicht.
Die sonstigen Rückstellungen berücksichtigen
alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen.
Die Bewertung erfolgt gemäß § 253 Abs.1 HGB
jeweils in Höhe des Erfüllungsbetrages, der nach
vernünftiger kaufmännischer Beurteilung
erforderlich ist, um zukünftige
Zahlungsverpflichtungen abzudecken. Zukünftige Preis-
und Kostensteigerungen werden berücksichtigt, sofern
ausreichende objektive Hinweise für deren Eintritt
vorliegen.
Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als
einem Jahr werden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden
durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben
Geschäftsjahre abgezinst. Aus der Aufzinsung
resultierende Erhöhungen der
Rückstellungsbeträge werden erfolgswirksam im
Zinsergebnis erfasst.
Die Verbindlichkeiten werden mit dem
Erfüllungsbetrag angesetzt.
Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten
werden gemäß § 256a HGB mit dem jeweiligen
Devisenkassamittelkurs zum Abschlussstichtag bewertet.
Langfristige Fremdwährungsforderungen und
-verbindlichkeiten werden zum Stichtagskurs angesetzt,
soweit die Entstehungskurse nicht niedriger waren
(Niederstwertprinzip) oder höher lagen
(Höchstwertprinzip).
Geschäftsvorfälle, die in fremder Währung
anfallen, werden mit dem Wechselkurs zum
Transaktionszeitpunkt in die Berichtswährung
umgerechnet.
Gewinne und Verluste aus der Umrechnung von
Geschäften in Fremdwährung werden erfolgswirksam
und in der Gewinn- und Verlustrechnung gesondert unter dem
Posten "sonstige betriebliche Erträge" bzw. "sonstige
betriebliche Aufwendungen" ausgewiesen.
Die Währungskurse betrugen zum 31. Dezember 2022:
scrollen
Latente Steuern werden nach § 274 Abs. 1 HGB
für Differenzen zwischen den handelsrechtlichen
Wertansätzen von Vermögensgegenständen,
Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und ihren
steuerlichen Wertansätzen gebildet, die sich in
späteren Geschäftsjahren voraussichtlich abbauen.
Steuerliche Verlustvorträge und Zinsvorträge
werden bei der Berechnung aktiver latenter Steuern in
Höhe der innerhalb der nächsten fünf Jahre
zu erwartenden Verrechnung berücksichtigt. Zur
Ermittlung der latenten Steuern wurden die Steuersätze
angewendet, die nach der derzeitigen Rechtslage für
den Zeitpunkt gültig oder angekündigt sind, zu
dem sich die temporären Differenzen wahrscheinlich
abbauen werden. Die Bewertung der Bilanzdifferenzen
erfolgte mit dem zum Zeitpunkt der Umkehrung der
Differenzen erwarteten künftigen
unternehmensindividuellen Steuersatz von 32,28%. Dieser
setzt sich zusammen aus 15% Körperschaftsteuer, 5,5%
Solidaritätszuschlag sowie 16,45% Gewerbesteuer. Die
MPC Münchmeyer Petersen Capital AG ist
Organträger einer ertragsteuerlichen Organschaft. Die
laufenden und latenten Steuern der Organschaft werden beim
Organträger ausgewiesen (formale Betrachtungsweise).
Der Ausweis der latenten Steuern in der Bilanz erfolgt
saldiert (§ 274 Abs. 1 Satz 3 HGB). Soweit sich
insgesamt eine Steuerentlastung ergibt
(Aktivüberhang), wird das Aktivierungswahlrecht nach
§ 274 Abs. 1 Satz 2 HGB nicht ausgeübt. Eine sich
ergebende Steuerbelastung wird als passive latente Steuer
in der Bilanz ausgewiesen.
Passive latente Steuern aus Beteiligungen wurden mit
aktiven latenten Steuern aus abzugsfähigen zeitlich
begrenzten Differenzen aus Forderungen gegen Unternehmen,
mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, sowie
Verlustvorträgen verrechnet.
4. ERLÄUTERUNGEN ZUR BILANZ4.1 FINANZANLAGENIm Geschäftsjahr mussten Abschreibungen in
Höhe von EUR 4,4 Mio. auf die Finanzanlagen
vorgenommen werden, da insoweit von einer dauerhaften
Wertminderung auszugehen ist. Diese Abschreibungen
betreffen vereinzelte Wertanpassungen, die vor dem
Hintergrund der veränderten konjunkturellen
Rahmenbedingungen aus kaufmännischer Vorsicht
vorgenommen wurden. Gegenläufig wirkten sich
Zuschreibungen in Höhe EUR 0,5 Mio. aus, da
insbesondere bei einer Beteiligung die Gründe für
die dauerhafte Wertminderung im Geschäftsjahr
weggefallen sind.
4.2 FORDERUNGEN UND SONSTIGE VERMÖGENSGEGENSTÄNDEDie Forderungen und sonstigen
Vermögensgegenstände haben folgende
Fristigkeiten:
scrollen
Anmerkung: Es kann zu rundungsbedingten Abweichungen
kommen.
Bei den Forderungen gegen verbundene Unternehmen handelt
es sich im Wesentlichen um Forderungen aus
Gewinnausschüttungsansprüchen, aus dem sonstigen
Verrechnungs- und Finanzverkehr sowie aus Lieferungen und
Leistungen.
4.3 EIGENKAPITALGezeichnetes KapitalDas voll eingezahlte Grundkapital der MPC Capital AG
beträgt unverändert EUR 35,2 Mio. (31. Dezember
2021: EUR 35,2 Mio.). Das Grundkapital ist eingeteilt in
35.248.484 Stück (31. Dezember 2021: 35.248.484
Stück) nennwertlose Stückaktien mit einem
rechnerischen Wert von EUR 1,00 je Aktie. Die Aktien lauten
auf den Inhaber.
Genehmigtes Kapital 2021Der Vorstand wurde von der Hauptversammlung am 22. April
2021 ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das
Grundkapital der Gesellschaft bis zum 21. April 2026 einmal
oder mehrfach um insgesamt bis zu EUR 17.624.242,00 durch
Ausgabe von bis zu 17.624.242 neuen, auf den Inhaber
lautenden Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen
zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2021).
Bei einer Kapitalerhöhung ist den Aktionären grundsätzlich ein Bezugsrecht einzuräumen; das gesetzliche Bezugsrecht kann dabei auch in der Weise eingeräumt werden, dass die neuen Aktien ganz oder teilweise von einem durch den Vorstand bestimmten Kreditinstitut oder einem Konsortium von Kreditinstituten mit der Verpflichtung übernommen werden, sie den Aktionären der Gesellschaft zum Bezug anzubieten (mittelbares Bezugsrecht gemäß § 186 Abs. 5 Satz 1 AktG). Der Vorstand ist jedoch ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht auszuschließen, (1) bei Kapitalerhöhungen gegen Sacheinlagen, insbesondere im Zusammenhang mit dem Erwerb von Unternehmen, Unternehmensteilen, Beteiligungen oder Wirtschaftsgütern; (2) soweit es erforderlich ist, um den Inhabern von Schuldverschreibungen mit Wandlungs- oder Optionsrechten bzw. mit Wandlungspflichten auf Aktien der Gesellschaft, die von der Gesellschaft oder deren nachgeordneten Konzernunternehmen bereits zuvor ausgegeben wurden, ein Bezugsrecht in dem Umfang einzuräumen, wie es ihnen nach Ausübung des Wandlungsrechts bzw. Optionsrechts bzw. nach Erfüllung ihrer Wandlungspflicht als Aktionär zustehen würde; (3) für Spitzenbeträge; (4) wenn die Aktien zu einem Ausgabebetrag ausgegeben werden, der den Börsenpreis nicht wesentlich unterschreitet, und die Kapitalerhöhung insgesamt 10% des Grundkapitals nicht überschreitet, und zwar weder im Zeitpunkt des Wirksamwerdens noch im Zeitpunkt der Ausübung dieser Ermächtigung. Auf diese Begrenzung ist die Anzahl veräußerter eigener Aktien anzurechnen, sofern die Veräußerung während der Laufzeit dieser Ermächtigung unter Ausschluss des Bezugsrechts gemäß § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG erfolgt. Ferner sind auf diese Begrenzung diejenigen Aktien anzurechnen, die zur Bedienung von Schuldverschreibungen mit Wandlungs- oder Optionsrechten bzw. einer Wandlungspflicht ausgegeben wurden bzw. auszugeben sind, sofern die Schuldverschreibungen während der Laufzeit dieser Ermächtigung unter Ausschluss des Bezugsrechts in entsprechender Anwendung des § 186 Abs. 3 Satz 4 AktG ausgegeben wurden; (5) zur Durchführung einer sogenannten
Aktiendividende (scrip dividend), bei der den
Aktionären angeboten wird, ihren Dividendenanspruch
wahlweise (ganz oder teilweise) als Sacheinlage gegen
Gewährung neuer Aktien aus dem Genehmigten Kapital
2021 in die Gesellschaft einzulegen.
KapitalrücklageDie Kapitalrücklage beträgt zum 31. Dezember
2022 unverändert EUR 64,4 Mio. (31. Dezember 2021: EUR
64,4 Mio.).
DividendeDie Hauptversammlung hat am 27. April 2022 auf Vorschlag
des Vorstands und des Aufsichtsrats die Ausschüttung
einer Dividende in Höhe von EUR 0,12 je Aktie mit
einem Gesamtvolumen von EUR 4,2 Mio. für das
Geschäftsjahr 2021 beschlossen. Die Dividende der MPC
Capital AG wurde in vollem Umfang aus dem steuerlichen
Einlagekonto im Sinn des § 27 des
Körperschaftsteuergesetzes geleistet.
4.4 RÜCKSTELLUNGENDer Anstieg der sonstigen Rückstellungen resultiert
insbesondere aus höheren Rückstellungen für
Personal- und Beratungskosten.
4.5 FRISTIGKEITEN DER VERBINDLICHKEITENscrollen
Anmerkung: Es kann zu rundungsbedingten Abweichungen
kommen.
4.6 VERBINDLICHKEITEN GEGENÜBER VERBUNDENEN UNTERNEHMENDie Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen
Unternehmen betragen insgesamt EUR 26,5 Mio. (Vorjahr: EUR
13,8 Mio.). Darin enthalten sind insbesondere
Verbindlichkeiten aus dem sonstigen Verrechnungs- und
Finanzverkehr.
4.7 VERBINDLICHKEITEN GEGENÜBER UNTERNEHMEN, MIT DENEN EIN BETEILIGUNGSVERHÄLTNIS BESTEHTDie Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit
denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, betragen EUR
0,2 Mio. (Vorjahr: EUR 0,3 Mio.) und betreffen insbesondere
ausstehende Einlagen und Darlehen.
4.8 SONSTIGE VERBINDLICHKEITENDer Rückgang der sonstigen Verbindlichkeiten um EUR
0,3 Mio. resultiert insbesondere aus Zahlungen von offenen
Kaufpreisverbindlichkeiten.
4.9 HAFTUNGSVERHÄLTNISSEZum Bilanzstichtag bestehen noch
Bürgschaftsverpflichtungen in Höhe von EUR 0,5
Mio. und Garantieverpflichtungen in Höhe von EUR 0,3
Mio.
Sofern eine Zahlungsverpflichtung aus den abgegebenen
Bürgschaften und Garantien erwartet wird, wurden
entsprechende Rückstellungen gebildet.
Derzeit gibt es keine Hinweise auf die Inanspruchnahme
der MPC Capital AG aus den bestehenden
Eventualverbindlichkeiten, da sich keine wesentliche
Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation bei den
Gesellschaften, für die entsprechende
Haftungsverhältnisse eingegangen wurden, ergeben
haben.
Eine Inanspruchnahme aus einer oder mehreren
Eventualverbindlichkeiten hätte einen erheblichen
Einfluss auf die finanzielle Lage der MPC Capital AG.
4.10 SONSTIGE FINANZIELLE VERPFLICHTUNGENSonstige finanzielle Verpflichtungen der MPC Capital AG
betreffen Miet- und Leasingverpflichtungen in Höhe von
EUR 14,3 Mio. (Vorjahr: EUR 1,4 Mio.), davon gegenüber
verbundenen Unternehmen in Höhe von EUR 14,3 Mio.
(Vorjahr: EUR 1,3 Mio.). Dieser Anstieg resultiert
insbesondere aus langfristigen Verlängerungen von
Mietverträgen.
5. ERLÄUTERUNGEN ZUR GEWINN‐ UND VERLUSTRECHNUNG5.1 SONSTIGE BETRIEBLICHE ERTRÄGEErträge aus der Auflösung von
Forderungswertberichtigungen im Verbundbereich führten
im Geschäftsjahr zu außergewöhnlich hohen
Erträgen in Höhe von EUR 4,4 Mio.
5.2 SONSTIGE BETRIEBLICHE AUFWENDUNGENDie Wertberichtigungen und Abschreibungen auf
Forderungen enthalten im Wesentlichen
außergewöhnliche Abschreibungen auf Forderungen
gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von EUR
3,9 Mio.
6. SONSTIGE ANGABEN6.1 ANZAHL DER ARBEITNEHMERIm Geschäftsjahr waren durchschnittlich 34
Arbeitnehmer beschäftigt.
Es handelt sich hierbei ausschließlich um
Angestellte.
6.2 GESELLSCHAFTSORGANEa) Vorstände der Gesellschaft im Berichtsjahr
waren:
Ulf Holländer, Vorstand, Hamburg, (Vorsitzender)
Dr. Philipp Lauenstein, Vorstand, Hamburg (CFO; Chief
Financial Officer)
Constantin Baack, Vorstand, Hamburg (Executive Board
Member Shipping)
b) Aufsichtsräte der Gesellschaft im Berichtsjahr
waren:
Dr. Axel Schroeder (Vorsitz)
Joachim Ludwig Geschäftsführer der Ferrostaal GmbH, Essen Dr. Ottmar Gast Ehemals Chairman of the Advisory Board der Hamburg Südamerikanische Dampfschifffahrts-Gesellschaft ApS & Co KG, Hamburg 6.3 VERGÜTUNG DER ORGANEFür das Geschäftsjahr 2022 wurden den
Vorständen der MPC Capital AG Gesamtbezüge in
Höhe von EUR 1,5 Mio. (Vorjahr: EUR 1,4 Mio.)
bewilligt.
Den Aufsichtsräten wurden im selben Zeitraum
Gesamtbezüge in Höhe von brutto EUR 180 Tsd.
(Vorjahr: EUR 180 Tsd.) bewilligt.
Sämtliche Organbezüge sind kurzfristig
fällig.
6.4 NAME UND SITZ DES MUTTERUNTERNEHMENSDie MPC Capital AG ist als Mutterunternehmen nach §
290 HGB verpflichtet, einen Konzernabschluss aufzustellen.
Dieser wurde gem. den nach § 290 ff. HGB
anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften aufgestellt.
Der Konzernabschluss wird im Bundesanzeiger bekannt
gemacht.
Das Mutterunternehmen der MPC Capital AG, das den
Konzernabschluss für den größten
Konsolidierungskreis aufstellt, ist die MPC Münchmeyer
Petersen & Co. GmbH, Hamburg. Der Konzernabschluss der
MPC Münchmeyer Petersen & Co. GmbH, Hamburg wird
beim Bundesanzeiger unter der Nummer HRB 149498 zur
Offenlegung eingereicht.
6.5 ANGABE ABSCHLUSSPRÜFERHONORAREine Aufschlüsselung der Honorare wurde gem. §
285 Nr. 17 HGB nicht vorgenommen, da entsprechende Angaben
im Konzernabschluss, in den die MPC Capital AG einbezogen
wird, enthalten sind.
6.6 ERGEBNISVERWENDUNGDer Vorstand wird mit Zustimmung des Aufsichtsrats den
Aktionären auf der nächsten Hauptversammlung am
27. April 2023 vorschlagen, den Bilanzgewinn der
Gesellschaft des Geschäftsjahres 2022 in Höhe von
EUR 7,5 Mio. wie folgt zu verwenden:
scrollen
6.7 NACHTRAGSBERICHTNach dem 31. Dezember 2022 sind keine weiteren
Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten, die
einen wesentlichen Einfluss auf die Vermögens-,
Finanz- und Ertragslage der MPC Capital AG haben
dürften.
Hamburg, den 20. Februar 2023 scrollen
Zusammengefasster Lagebericht und Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis 31. Dezember 2022I. Grundlagen der MPC Münchmeyer Petersen Capital AG und des KonzernsGeschäftsmodellDer MPC Münchmeyer Petersen Capital-Konzern ("MPC
Capital", "MPC Capital-Konzern", "MPC Capital-Gruppe") ist
ein international ausgerichteter Asset- und
Investment-Manager sowie Co-Investor für
sachwertbasierte Investitionen und Kapitalanlagen. Die MPC
Münchmeyer Petersen Capital AG ("MPC Capital AG") ist
die Konzernobergesellschaft der Gruppe. Sie ist seit dem
Jahr 2000 börsennotiert und seit März 2017 im
"Scale"-Segment der Deutschen Börse in Frankfurt
(Freiverkehr) gelistet.
Die MPC Capital-Gruppe entwickelt und initiiert
sachwertbasierte Kapitalanlagen für institutionelle
Investoren. Zusammen mit ihren Tochtergesellschaften und
Partnern bietet die Gruppe dabei ein breites Spektrum an
Dienstleistungen - von der Auswahl, Initiierung und
Strukturierung eines Investments in Sachwerte über das
aktive Management und die Verwaltung der Anlage bis hin zur
Entwicklung und Umsetzung einer auf die Anforderungen der
Investoren zugeschnittenen Exit-Strategie.
Das Produkt- und Dienstleistungsangebot der MPC
Capital-Gruppe konzentriert sich dabei auf die drei
Kernsegmente Real Estate, Renewables und Shipping. Mit
ihrer langjährigen Expertise und einem umfassenden
internationalen Netzwerk an Partnern strebt die MPC
Capital-Gruppe die Identifizierung von Marktchancen an, um
Investitionsobjekte und Investoren zusammenzuführen.
Die MPC Capital-Gruppe erzielt aus den
Investitionsprojekten laufende Managementvergütungen
("Management Fees") sowie aus der Anbindung und dem Verkauf
von Assets einmalige und zum Teil performancebezogene
Transaktionserlöse ("Transaction Fees"). Zudem
beteiligt sich die MPC Capital-Gruppe in der Regel als
Co-Investor an den Investitionsvorhaben und generiert
hierüber sonstige betriebliche Erträge oder
Erträge aus Beteiligungen.
Organisation und FührungsstrukturenDie Geschäftsaktivitäten der MPC
Capital-Gruppe sind in eine produktgenerierende Einheit
("MPC Capital") sowie in Dienstleistungs- und
Managementeinheiten ("Management Units") gegliedert.
MPC Capital ist als Investment-Manager und Co-Investor
fokussiert auf die Initiierung und das Management von
Investment-Lösungen ("Investment Vehicles") in den
drei Kern-Assetklassen Real Estate, Renewables und
Shipping. Sie verfolgt dabei das Ziel, sachwertbasierte
Investitionen zu entwickeln, die exakt auf die
Bedürfnisse der Investoren zugeschnitten sind. In der
Regel beteiligt sich MPC Capital als Co-Investor mit bis zu
10 % an den Investment Vehicels, in Einzelfällen auch
darüber. Innerhalb der MPC Capital arbeiten auf die
drei Asset-Klassen Real Estate, Renewables und Shipping
spezialisierte Investment- und Transaktions-Teams. Sie
werden unterstützt von bereichsübergreifenden
Support-Funktionen wie Legal, HR, IT und Marketing.
Zentraler Bestandteil der MPC Capital-Gruppe sind zudem
die Management Units, deren Kernkompetenz das operative
Management der von den Investment Vehicles gehaltenen
Assets ist. Sie verfügen über einen hohen
Spezialisierungsgrad und sind zum Großteil in Joint
Venture-Strukturen eingebettet, um gemeinsam mit
marktführenden Partnern wettbewerbsfähige
Dienstleistungen anbieten zu können - sowohl für
Investment Vehicles der MPC Capital-Gruppe als auch
für Dritte. Strategische Partnerschaften bringen
zusätzliche Wachstumsimpulse für das Investment-
und Transaktionsgeschäft.
Zu den Aktivitäten der Management Units
gehören im Wesentlichen:
Technisches Management und IT-Dienstleistungen für
Containerschiffe, Massengutfrachter und Tankschiffe:
Wilhelmsen Ahrenkiel Ship Management GmbH & Co. KG,
Ahrenkiel Vogemann Bolten GmbH & Co. KG und Waterway IT
Solutions GmbH & Co. KG.
Kommerzielles Management für Containerschiffe und
Tankschiffe: Harper Petersen Holding GmbH & Co. KG und
Albis Shipping & Transport GmbH & Co. KG.
Dienstleistungen und treuhänderische Aufgaben im
Zusammenhang mit Kapitalanlagen im Retail Business: MPC
Investment Services GmbH und TVP Treuhand- und
Verwaltungsgesellschaft für Publikumsfonds mbH &
Co. KG. Verschiedene Service-Angebote im Zusammenhang mit
der Betreuung privater Anleger sind an externe
Dienstleister ausgelagert.
Die niederländische Tochtergesellschaft Cairn Real
Estate B.V., die im Investment und Asset Management von
Immobilien in den Niederlanden tätig ist, wurde mit
Wirkung zum 31. Januar 2022 an die britische Schroders
Group veräußert.
Ziele und StrategienDie MPC Capital-Gruppe verfolgt das Ziel, in den
strategischen Asset-Segmenten zu den führenden
unabhängigen Asset- und Investment-Managern für
sachwertbasierte Kapitalanlagen und Investitionen zu
gehören. Zum 31. Dezember 2022 verwaltete die Gruppe
Sachwerte mit einem Gesamtvolumen von rund EUR 4,2 Mrd.
("Assets under Management"). Ziel ist es, jährlich
Assets im Volumen zwischen EUR 0,5 Mrd. und EUR 1,0 Mrd.
für das Geschäft mit institutionellen Kunden neu
anzubinden.
Die Erwirtschaftung nachhaltiger Cashflows, eine solide
Unternehmensfinanzierung und damit insbesondere eine gute
Liquiditäts- und Eigenkapitalausstattung, sowie der
verantwortungsvolle Umgang mit sozialen und
ökologischen Belangen sind wichtige Eckpfeiler der
Unternehmensstrategie.
Bindeglied zwischen Asset und InvestorDie zentrale Expertise von MPC Capital ist das
Zusammenbringen von Investoren und
Investitionsmöglichkeiten sowie die Umsetzung von
Asset-Transaktionen von der Auswahl über den Ankauf
der Assets bis hin zum Exit. Die Kunden können je nach
Bedarf den gesamten Investitions- und
Wertschöpfungsprozess mit der MPC Capital-Gruppe
gemeinsam gehen - oder flexibel einzelne Phasen und
Leistungen für ihre Investitions- und
Geschäftstätigkeit abrufen. Das operative
Management der Assets wird zu einem Teil in Kooperation mit
marktführenden Partnern angeboten. Die Leistung der
MPC Capital-Gruppe besteht dabei darin, sachwertbasierte
Anlagen aus den drei Asset-Klassen Real Estate, Renewables
und Shipping von der Auswahl über die aktive (Weiter-)
Entwicklung bis hin zum Exit zu managen und hierdurch ihren
Wert zu maximieren.
Investment Vehicles orientieren sich an der Strategie des InvestorsDie strukturelle Ausgestaltung der Investment Vehicles
orientiert sich neben den Marktgegebenheiten vor allem an
der Strategie des jeweiligen Investors und dem
zugrundeliegenden Asset. Ob Fund Solutions (zum Beispiel in
Form eines Alternativen Investment Fonds), Listed Platforms
(zum Beispiel in Form einer Börsennotiz), Separate
Accounts (Direktinvestition) oder ein anderes rechtliches
Konstrukt - MPC Capital bietet als Investment-Manager
umfassende Expertise für ein breites Spektrum an
Strukturierungslösungen.
Die Verteilung der Assets under Management nach
Investment-Kategorien stellt sich wie folgt dar:
Vertrieblich richtet sich MPC Capital primär an
internationale institutionelle Kunden, Family Offices und
andere professionelle Investoren. Zum weiteren Kundenkreis
zählen Drittunternehmen sowie vermögende
Privatanleger, Bestandskunden und Vertriebspartner. Dabei
kommen für die verschiedenen Phasen eines Asset-Zyklus
Investorentypen mit jeweils unterschiedlichem Risikoprofil
in Frage: Während beispielsweise für die
Entwicklungsphase eines Projekts Investoren mit
höheren Renditeerwartungen und ausgeprägtem
Risikoprofil in Frage kommen, beteiligen sich an
etablierten Projekten mit stabilen Cashflows in der Regel
Investoren mit geringeren Renditeanforderungen und einem
ausgewogenen Risikoprofil.
Auswahl der Assets orientiert sich an MarktbedürfnissenBei der Auswahl der Assets orientiert sich die MPC
Capital-Gruppe an aktuellen Marktbedürfnissen und
arbeitet intensiv daran, Marktsektoren, Marktnischen oder
Megatrends frühzeitig zu erkennen. Auf diese Weise
konnten Markttrends wie nachhaltige Wohnimmobilien,
Feeder-Containerschiffe im maritimen Sektor oder
erneuerbare Energien in Schwellenländern identifiziert
und erfolgreich besetzt werden.
Co-Investment: MPC Capital beteiligt sich mit EigenkapitalZum Gleichlauf der Interessen von Investoren und
Fondsmanager, investiert MPC Capital selbst einen Teil des
Eigenkapitals ("Co-Investment"). Das Co-Investment liegt je
nach Volumen und Art des Assets bei bis zu 10 % bezogen auf
das Eigenkapital des jeweiligen Investment Vehicle, in
Einzelfällen auch darüber. Die Co-Investments
werden primär unter Finanzanlagen als Beteiligung, im
Einzelfall auch als Ausleihung oder Darlehen bilanziert.
Kern der Strategie ist es, aus der Wertsteigerung der
Co-Investments über das operative
Dienstleistungsgeschäft hinaus sonstige betriebliche
Erträge (Wertaufholungen) und Erträge aus
Beteiligungen (Dividenden) zu erzielen.
ESG als Selbstverständnis und zentraler Bestandteil der Investment-StrategieVerantwortungsbewusstes Asset- und Investmentmanagement
ist im Kern der MPC Capital-Gruppe und ihrer Investments
verankert. In der Produktgenerierung und im laufenden
Management der Assets dienen die ESG-Prinzipien der MPC
Capital als Leitlinie für nachhaltige und
verantwortungsvolle Investments in allen Asset-Klassen und
spiegeln das Engagement der MPC Capital für sozial und
ökologisch verantwortungsvolles Handeln wider.
Die MPC Capital AG ist Signatory der Principles of
Responsible Investment (PRI). Darüber hinaus sind
Tochtergesellschaften oder Investment Vehicle Mitglieder
oder Unterstützer von verschiedenen weiteren
Initiativen, Programmen und Organisationen.
Die MPC Capital AG beabsichtigt, ab Mitte 2023
regelmäßig Nachhaltigkeitsberichte zu erstellen
und zu veröffentlichen.
SteuerungssystemDie Steuerung des MPC Capital-Konzerns ist auf eine
nachhaltige Wertsteigerung ausgerichtet. Zentrale
Steuerungsgrößen sind dabei die
Umsatzerlöse sowie umsatznahe sonstige betriebliche
Erträge, die sich aus wiederkehrenden Erträgen
aus dem Management und der Verwaltung der Bestandsfonds,
dem Asset Management, der Beratung und Vermittlung im
Zusammenhang mit Sachwertinvestitionen sowie aus Projekt-
und Transaktionserlösen und Erträgen im Rahmen
von Exit-Strategien bestehender Fonds und Investments
zusammensetzen. Ein weiterer finanzieller
Leistungsindikator ist das Ergebnis vor Steuern ("Earnings
Before Taxes", EBT), das Erträge aus Beteiligungen und
Equity-Ergebnisse assoziierter Unternehmen mit umfasst.
Grundlage einer soliden und nachhaltigen
unternehmerischen Planung sind darüber hinaus eine
angemessene Eigenkapitalausstattung sowie das Vorhalten
ausreichender Liquidität im Konzern über einen
angemessenen Planungszeitraum.
Die Steuerungsgrößen für die MPC Capital
AG sind das EBT, die Eigenkapitalausstattung sowie die
Liquidität.
Nicht-finanzielle Leistungsindikatoren werden nicht zur
internen Steuerung herangezogen.
Die Initiierung, Steuerung sowie die Einhaltung und
Überwachung der unternehmerischen Aktivitäten
obliegen auf Konzernebene dem Vorstand; auf operativer
Ebene kommt diese Funktion den Geschäftsführern
und Managing Directors der jeweiligen Tochtergesellschaften
zu. Das Steuerungssystem ist zudem Bestandteil der
Controlling- und Planungsprozesse im MPC Capital-Konzern.
Der Konzernabschluss sowie der Jahresabschluss der MPC
Capital AG wurden auf Basis des deutschen
Handelsgesetzbuches erstellt.
II. WirtschaftsberichtGesamtwirtschaftliche und branchenbezogene RahmenbedingungenMit dem Beginn des Kriegs in der Ukraine Ende Februar
2022 haben sich die gesamtwirtschaftlichen
Rahmenbedingungen deutlich eingetrübt. Während
noch zu Jahresbeginn 2022 die Erwartung vorherrschte, dass
sich die Weltwirtschaft im Jahr 2022 weiter von den
negativen wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie
erholen würde und erneut ein überdurchschnittlich
starkes Wachstum zu erwarten wäre, hat sich das
globale Wirtschaftswachstum im Verlauf des Jahres deutlich
abgeschwächt. Stark gestiegene Rohstoff- und
Energiepreise, die drastisch gestiegenen Inflationsraten
sowie Unterbrechungen globaler Lieferketten und
Corona-bedingte Lockdowns im asiatischen Raum wirkten sich
dabei deutlich negativ auf das globale Wirtschaftswachstum
aus.
Um der hohen Inflation entgegenzuwirken, haben die Notenbanken ihre Niedrigzinspolitik vollends aufgegeben und in mehreren, kurz aufeinander folgenden Schritten die Leitzinsen spürbar erhöht. So stieg der Leitzins der Europäischen Zentralbank für das Hauptrefinanzierungsgeschäft von 0 % zu Beginn des Jahres 2022 auf zuletzt 3,0 % im Februar 2023. Weitere Zinsschritte wurden angekündigt. 1 Steigende Zinsen und hohe Energiepreise führten zu
einem Rückgang der Nachfrage nach Immobilien. Erstmals
seit über zehn Jahren sanken im vierten Quartal die
Preise für Wohnimmobilien in Deutschland. Ein
Rückgang des Mietniveaus ist unterdessen nicht zu
beobachten.
2 Auch im Bereich der Erneuerbaren Energien
haben die veränderten geopolitischen Rahmenbedingungen
und Störungen der Lieferketten teilweise zu
Projektverzögerungen und erhöhten Preisen
geführt. Vor dem Hintergrund der zeitgleich steigenden
Energiepreise und des immensen Bedarfs an zusätzlichen
Kapazitäten dürfte dies nach Einschätzung
der Gesellschaft zu keinen nennenswerten
Renditeeinbußen führen.
1
https://www.tagesschau.de/wirtschaft/ezb-zinsentscheid-notenbank-inflation-101.html
In Reaktion auf eine steigende Güternachfrage bei Verknappung von Angebot und Transportkapazitäten stiegen Fracht- und Charterraten zu Beginn des Jahres 2022 zunächst weiter. So konnte der Charterraten-Index HARPEX sein hohes Vorjahresniveau ausbauen und erreichte zur Mitte des Jahres mit knapp 4.600 Punkten einen neuen Höchststand. In der zweiten Jahreshälfte fiel der Index aufgrund von geringerer Nachfrage und sich auflösender Lieferkettenprobleme deutlich und schloss bei rund 1.700 Punkten. Der HARPEX (Harper Petersen Charter Rates Index) wird von Harper Petersen veröffentlicht und spiegelt die weltweite Preisentwicklung auf dem Chartermarkt für Containerschiffe wider. 3 Im Bereich der Tankschifffahrt haben die geopolitischen Spannungen und veränderte Handelsströme zu einem deutlichen Anstieg der Frachtraten geführt. 4 Angesichts der Marktturbulenzen durch den Ukrainekrieg und gestiegener Inflationsraten hatten auch institutionelle Anleger mit Abflüssen aus Fonds und Mandaten zu kämpfen. Zum 30. September 2022 verwalteten die Fondsgesellschaften in Deutschland ein Vermögen von insgesamt EUR 3,7 Billionen. Ende 2021 lag das Vermögen noch bei EUR 4,2 Billionen Euro. 5 Auch für die europäische Fondsbranche war 2022 ein besonders schwaches Jahr. Nach Angaben des Analysehauses Refinitiv mussten die Fondsanbieter von Anfang Januar bis Ende September EUR 323,6 Mrd. Abflüsse verdauen, wovon mehr als 40 Prozent auf das dritte Quartal entfielen. Ende 2021 betreute die Branche europaweit noch EUR 15,3 Billionen, Ende September waren es EUR 2,3 Billionen weniger. 6 GeschäftsverlaufIn einem herausfordernden gesamtwirtschaftlichen
Marktumfeld hat sich die Multi Asset-Strategie von MPC
Capital als weiterhin sehr robust erwiesen. Mit der
Diversifizierung der Asset-Basis auf die drei Segmente Real
Estate, Renewables und Shipping konnten negative
Auswirkungen auf die Entwicklung im Geschäftsjahr 2022
abgefedert und das Geschäft erfolgreich ausgebaut
werden.
Zwar haben steigende Rohstoffpreise und gestörte
Lieferketten sowie das veränderte Zinsumfeld auch in
von MPC Capital gemanagten Investments zu
Verzögerungen in der Realisierung von Projekten und
steigenden Marktunsicherheiten geführt. Der
Shipping-Bereich konnte jedoch in der ersten
Jahreshälfte von hohen Charterraten und steigenden
Asset-Bewertungen profitieren. In der zweiten
Jahreshälfte führte die Abkühlung des
Konjunkturklimas zu einer deutlichen Korrektur in der
Containerschifffahrt.
Der Shipping-Bereich war von den Auswirkungen des
russischen Angriffskriegs auf die Ukraine nur unwesentlich
betroffen. Der Umsatzanteil in dieser Region im
Geschäftsjahr 2022 war vernachlässigbar. Die
Bereiche Real Estate und Renewables haben keine
Berührungspunkte mit der Ukraine oder Russland.
Die globalen Klimaziele ziehen einen immensen
Investitionsbedarf in alternative Formen der
Energiegewinnung nach sich. Die steigende Nachfrage nach
Investitionen in nachhaltige Sachwerte geben dem
Geschäftsmodell der MPC Capital somit zusätzlich
kräftigen Rückenwind.
3 https://www.harperpetersen.com/harpex
Erfolgreiche Geschäftsentwicklung im Jahr 2022Insgesamt blickt das Management der MPC Capital auf
einen erfolgreichen Geschäftsverlauf im Jahr 2022
zurück. Der Wegfall der Umsatzerlöse aus den
veräußerten niederländischen
Immobilienaktivitäten konnte zu einem Teil durch
steigende Erlöse aus den Bereichen Renewables und
Shipping kompensiert werden. Aus Co-Investments erzielte
MPC Capital im Geschäftsjahr 2022 hohe Erträge,
die letztendlich zu einem deutlich verbesserten Ergebnis
gegenüber dem Vorjahr führten. Zusätzlich
realisierte MPC Capital einen einmaligen Buchgewinn aus der
Veräußerung der niederländischen
Immobilienaktivitäten. Zur besseren Vergleichbarkeit
weist MPC Capital ein um diesen Buchgewinn adjustiertes
Konzernergebnis vor Steuern (EBT adj.) aus.
Der Konzernumsatz ging - wie bei Aufstellung der
Prognose im Februar 2022 erwartet - deutlich gegenüber
dem Vorjahr zurück. Das EBT adj. lag mit rund EUR 12,0
Mio. bereits nach neun Monaten am oberen Ende der
ursprünglichen Erwartungen (EUR 8,0 Mio. bis EUR 12,0
Mio.), woraufhin der Vorstand die Prognose für das
Gesamtjahr auf rund EUR 15,0 Mio. erhöhte.
Entsprechend dieser aktualisierten Prognose wurde das
Geschäftsjahr 2022 mit einem EBT adj. von EUR 14,8
Mio. abgeschlossen.
Die Anbindung von neuen Assets blieb mit EUR 0,4 Mrd.
aufgrund des herausfordernden Marktumfelds leicht hinter
dem langfristigen Ziel von einem Akquisitionsvolumen von
EUR 0,5 Mrd. bis EUR 1,0 Mrd. pro Jahr zurück.
Real EstateEnde Januar 2022 erfolgte das Closing für den
Verkauf der niederländischen Tochtergesellschaft Cairn
Real Estate B.V. ("Cairn"). Sie wurde zu einem
Nettokaufpreis in Höhe von rund EUR 30 Mio. an einen
britischen Investor veräußert. Die Transaktion
trägt mit einem Buchgewinn in Höhe von EUR 16,5
Mio. zum Konzernergebnis der MPC Capital AG bei.
Weitere Transaktionserlöse konnte MPC Capital durch
den Verkauf einer Büroimmobilie in Erlangen
realisieren.
Für den ESG Core Wohnimmobilien Deutschland, einem
auf nachhaltige Wohnimmobilien in Metropolregionen
fokussierten Fonds, hat MPC Capital im Jahr 2022 zwei
weitere Projekte angekauft. Das eine befindet sich im
Hamburger Nordwesten, das andere Projekt entsteht in der
Metropolregion Berlin. Der Fonds investiert zielgerichtet
in Immobilienprojekte, die konsequent einem umfassenden
Katalog an ESG-Kriterien entsprechen. Das Eigenkapital
stammt von deutschen institutionellen Investoren.
RenewablesIm Renewables-Bereich hat MPC Capital den Ausbau des
Portfolios in der Karibik und Lateinamerika weiter
vorangetrieben.
Aktuell verfügt MPC Capital mit der börsennotierten Plattform MPC Energy Solutions und weiteren Investment-Vehikeln über ein sowohl geografisch als auch technisch diversifiziertes Portfolio. Es erstreckt sich über Wind-, Solar-PV- sowie Speicher-Projekte in neun Ländern mit einer Stromerzeugungskapazität von insgesamt rund 800 Megawatt. 7
7 AuM Overview Assets 31.12.2022
Zudem prüft MPC Capital weitere
Wachstumsmöglichkeiten in anderen Märkten.
Hierbei wurden insbesondere Wind- und Solar-PV-Projekte in
Europa analysiert. In diesem Zusammenhang wurde im August
2022 ein Windpark in Deutschland mit einer
Gesamtkapazität von rund 11 Megawatt erworben.
ShippingGemeinsam mit internationalen Investoren hat MPC Capital
ein Neubauprogramm für sechs Containerschiffe mit
einer Kapazität von je 5.500 Standardcontainern und
einem Investitionsvolumen von insgesamt USD 420 Mio.
initiiert. Das spezielle Eco-Design der Schiffe zählt
zu den modernsten und effizientesten derzeit
verfügbaren Designs in der Containerschifffahrt. Im
Vergleich zur bestehenden Flotte fällt der
Treibstoffverbrauch um etwa 40 % geringer aus und die
Neubauten sind für eine spätere Umrüstung
auf einen CO2-neutralen Antrieb vorbereitet. Für die
Schiffe konnten zudem bereits Charterverträge in einem
Gesamtvolumen von USD 600 Mio. über eine Laufzeit von
sieben Jahren abgeschlossen werden.
Zudem hat MPC Capital ein Projekt zum Neubau von zwei
weiteren Containerschiffen initiiert, die mit
klimaneutralem ("grünem") Methanol angetrieben werden.
Die Schiffe haben ein Investitionsvolumen von insgesamt USD
78 Mio. und eine Kapazität von jeweils 1.300
Standardcontainern (TEU). Mit ihrem modernen Design und der
fortschrittlichsten, auf grünem Methanol basierenden
Antriebstechnologie zählen sie zu den ersten
Containerschiffen, die bereits heute sämtliche von der
International Maritime Organization (IMO) auf den Weg
gebrachten Maßnahmen zur Emissionsreduzierung in der
Schifffahrt erfüllen. Die beiden Schiffe sind ab der
geplanten Ablieferung im Jahr 2024 für 15 Jahre an die
norwegische Reederei NCL verchartert.
Die beiden Neubauprogramme und die damit verbundenen
sieben- bzw. 15-jährigen Chartervereinbarungen tragen
im erheblichen Maße zum weiteren Ausbau der
Erlösströme aus wiederkehrenden Management Fees
bei. MPC Capital hat sich im Rahmen ihrer
Co-Investment-Strategie an dem Neubauprogramm beteiligt,
woraus sich zusätzliche Ergebnisbeiträge ergeben
dürften.
Entwicklung der Assets under Management (AuM)Die von der MPC Capital-Gruppe gemanagten Sachwerte
("Assets under Management / AuM") gingen zum 31. Dezember
2022 aufgrund der Veräußerung von Cairn
erwartungsgemäß auf EUR 4,2 Mrd. (31. Dezember
2021: EUR 4,9 Mrd.) zurück.
Aus dem Neugeschäft resultierten Asset-Zugänge
in Höhe von EUR 0,4 Mrd. Demgegenüber standen
Asset-Abgänge in Höhe von EUR 1,7 Mrd., wovon EUR
1,2 Mrd. dem Verkauf von Cairn zuzuordnen sind. Das
Transaktionsvolumen lag im Geschäftsjahr 2022 somit
bei EUR 2,1 Mrd. Die Bewertungs- und Währungseffekte
lagen bei EUR 0,6 Mrd. Sie sind insbesondere auf gestiegene
Asset-Werte sowie einen stärkeren US-Dollar
zurückzuführen.
Von den insgesamt EUR 4,2 Mrd. Assets under Management
entfallen rund EUR 0,7 Mrd. (31. Dezember 2021: EUR 0,9
Mrd.) auf das frühere Retail Business.
Die Assets under Management verteilen sich zu EUR 0,9
Mrd. auf Fund Solutions (Spezial-AIF, Geschlossene Fonds,
etc.), zu EUR 1,2 Mrd. auf Listed Platforms (Assets von
börsennotierten Gesellschaften) und zu EUR 2,0 Mrd.
auf Separate Accounts (Einzel- oder Direkt-Investments,
Club Deals und sonstige individuelle
Investment-Strukturen).
III. Ertrags-, Finanz- und VermögenslageErtragslage des KonzernsDie Umsatzerlöse des MPC Capital-Konzerns gingen im
Geschäftsjahr 2022 von EUR 42,3 Mio. auf EUR 36,5 Mio.
zurück. Der Umsatzrückgang fiel etwas geringer
aus als erwartet, da der Wegfall der Umsatzerlöse aus
den veräußerten niederländischen
Immobilienaktivitäten zu einem Teil durch ein
stärkeres Wachstum in anderen Unternehmensbereichen
kompensiert werden konnte.
Aus Management Services erwirtschaftete der Konzern im
Geschäftsjahr 2022 Umsätze in Höhe von EUR
29,2 Mio. (2021: EUR 28,1 Mio.). Dem Rückgang der
Management Fees durch den Verkauf des niederländischen
Immobiliengeschäfts stand ein signifikanter Anstieg
der Management Erlöse aus den Bereichen Shipping und
Renewables gegenüber.
Die Erlöse aus Transaction Services gingen aufgrund
von deutlich geringeren An- und Verkaufsaktivitäten im
Immobilienbereich auf EUR 7,0 Mio. (2021: EUR 13,8 Mio.)
zurück. Auch im Shipping-Bereich lagen die im
Geschäftsjahr abgeschlossenen Transaktionen unter dem
Vorjahr, wobei mit einer Reihe von Neubauprojekten die
Grundlage für zukünftige Erlösströme
gelegt werden konnte. Die Transaktionen im
Renewables-Bereich stiegen durch verschiedene
Projektankäufe in Lateinamerika deutlich an.
Die übrigen Umsatzerlöse lagen 2022 bei EUR
0,3 Mio. (2021: EUR 0,4 Mio.).
Die sonstigen betrieblichen Erträge lagen im
Geschäftsjahr 2022 bei EUR 26,5 Mio. (2021: EUR 16,4
Mio.). Sie umfassten im Wesentlichen den Buchgewinn aus der
Veräußerung von Cairn, performancebezogene
Erträge aus dem Shipping-Segment sowie Erträge
aus Wechselkursänderungen infolge der Aufwertung des
US-Dollars, denen allerdings auch höhere Aufwendungen
aus Wechselkursänderungen gegenüberstanden.
Der Materialaufwand lag im Geschäftsjahr 2022 bei
EUR 2,7 Mio. (2021: EUR 2,1 Mio.).
Der Personalaufwand lag im Geschäftsjahr 2022 bei
EUR 19,8 Mio. (2021: EUR 21,9 Mio.). Der Rückgang ist
im Wesentlichen auf den Verkauf von Cairn
zurückzuführen. Der Aufwand war einmalig
erhöht durch die Sonderzahlung einer
Inflationsausgleichsprämie. Im Geschäftsjahr 2022
waren durchschnittlich 154 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
im Konzern beschäftigt. Hiervon sind 43 der
Beteiligung an Gemeinschaftsunternehmen zuzurechnen. Im
Vorjahr waren es durchschnittlich 191 (davon 66 aus der
Beteiligung an Gemeinschaftsunternehmen).
Die Abschreibungen auf immaterielle
Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und
Sachanlagen reduzierten sich weiter auf EUR 1,4 Mio. (2021:
EUR 2,0 Mio.) und betrafen im Wesentlichen
planmäßige Abschreibungen auf den Firmenwert der
Gesellschaften Wilhelmsen Ahrenkiel, Harper Petersen und
Albis Shipping.
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen lagen mit EUR
23,6 Mio. deutlich über dem Vorjahr (2021: EUR 20,9
Mio.). Der Anstieg ist zum einen auf
Wechselkursänderungen zurückzuführen (2022:
EUR 3,3 Mio.; 2021: EUR 0,3 Mio.), zum anderen auf
Abschreibungen und Wertberichtigungen auf Forderungen
(2022: EUR 3,7 Mio.; 2021: EUR 1,6 Mio.). Die Rechts- und
Beratungskosten als größte Einzelposition gingen
von EUR 6,0 Mio. im Vorjahr auf EUR 4,8 Mio. zurück.
Die IT-Kosten lagen bei EUR 1,9 Mio. (2021: EUR 2,2 Mio.)
und waren noch einmalig durch die Migration der IT-Systeme
in eine Cloud-basierte Infrastruktur belastet. Durch die
Umstellung verfügt MPC Capital über eine
zukunftssichere und kosteneffiziente IT-Umgebung.
Das Betriebsergebnis (EBIT) verbesserte sich aufgrund
der deutlich gestiegenen Erträge aus Buchgewinnen um
EUR 3,8 Mio. von EUR 11,7 Mio. im Vorjahr auf EUR 15,6 Mio.
im Geschäftsjahr 2022.
Die Erträge aus Beteiligungen lagen bei EUR 2,4
Mio. (2021: EUR 1,2 Mio.) und betrafen Ausschüttungen
von Beteiligungen im Shipping- und Immobilienbereich.
Die sonstigen Zinsen und ähnlichen Erträge
lagen bei EUR 1,0 Mio. (2021: EUR 2,2 Mio.) und
resultierten primär aus Ausleihungen im Rahmen von
Projektfinanzierungen.
Abschreibungen auf Finanzanlagen wurden in Höhe von
EUR 3,0 Mio. (2021: EUR 2,1 Mio.) vorgenommen. Sie betrafen
insbesondere langfristige Projektfinanzierungen.
Die Zinsen und ähnlichen Aufwendungen lagen bei EUR
0,5 Mio. (2021: EUR 0,2 Mio.) und betrafen im Wesentlichen
Zinsaufwendungen aus Projektfinanzierungen.
Das Equity-Ergebnis assoziierter Unternehmen stieg
deutlich auf EUR 15,7 Mio. (2021: EUR -2,5 Mio.). Hierin
enthalten waren im Wesentlichen Rückflüsse aus
Co-Investments in Form von Dividenden der MPC Container
Ships.
Das Ergebnis vor Steuern (EBT) lag bei EUR 31,2 Mio. Im
Vorjahr erzielte der MPC Capital-Konzern ein EBT in
Höhe von EUR 10,4 Mio. Das um den Buchgewinn aus dem
Verkauf von Cairn (EUR 16,5 Mio.) bereinigte Ergebnis vor
Steuern (EBT adj.) betrug EUR 14,8 Mio.
Der Aufwand für Steuern vom Einkommen und vom
Ertrag sowie sonstige Steuern lag im Geschäftsjahr
2022 bei EUR 3,1 Mio. (2021: EUR 3,2 Mio.).
Das Konzernergebnis betrug EUR 28,2 Mio. (2021: EUR 7,2
Mio.).
Der nach Abzug der Anteile anderer Gesellschafter
verbleibende Konzernüberschuss nach
Minderheitsanteilen lag bei EUR 26,0 Mio. (2021: EUR 6,1
Mio.).
Das Ergebnis je Aktie (nach Minderheitsanteilen) betrug
EUR 0,74 (2021: EUR 0,17). Hiervon entfallen EUR 0,47 auf
den einmaligen Ertrag aus der Veräußerung des
niederländischen Immobiliengeschäfts.
Ertragslage der AG (Konzernobergesellschaft)Im Geschäftsjahr 2022 erzielte die MPC Capital AG
Umsatzerlöse in Höhe von EUR 10,1 Mio. (2021: EUR
7,5 Mio.). Hiervon entfielen EUR 3,1 Mio. (2021: EUR 1,3
Mio.) auf Management- und Transaktionserlöse sowie EUR
7,1 Mio. (2021: EUR 6,2 Mio.) auf Umlagen auf
Konzerngesellschaften, die vor allem administrative
Dienstleistungen der MPC Capital AG als Holding
gegenüber den Tochtergesellschaften betreffen.
Die sonstigen betrieblichen Erträge lagen 2022 bei
EUR 6,4 Mio. (2021: EUR 5,4 Mio.) und resultierten zum
Großteil aus Zuschreibungen auf wertberichtigte
Forderungen gegenüber Tochtergesellschaften.
Der Personalaufwand lag im Geschäftsjahr bei EUR
6,2 Mio. (2021: EUR 5,7 Mio.). Der Anstieg ist auf die
Sonderzahlung einer Inflationsausgleichsprämie
zurückzuführen. Die Anzahl der Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter der MPC Capital AG lag mit 34 auf dem
Niveau des Vorjahres (2021: 35).
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen stiegen
deutlich auf EUR 14,6 Mio. (2021: EUR 8,1 Mio.). Dabei
erhöhten sich insbesondere die Abschreibungen und
Wertberichtigungen auf Forderungen auf EUR 4,4 Mio. (2021:
EUR 1,5 Mio.) sowie die Aufwendungen aus
Wechselkursänderungen auf EUR 2,1 Mio. (2021: EUR 0,7
Mio.). Die Rechts- und Beratungskosten stiegen auf EUR 3,0
Mio. (2021: EUR 1,5 Mio.).
Die Beteiligungserträge stiegen deutlich auf EUR
16,8 Mio. (2021: EUR 12,3 Mio.) und reflektieren die
Dividenden der MPC Container Ships. Dem gegenüber
stehen Abschreibungen auf Finanzanlagen und Wertpapiere des
Umlaufvermögens in Höhe von EUR 4,4 Mio. (2021:
EUR 12,2 Mio.). Aus Ergebnisabführungsverträgen
erzielte die MPC Capital AG Erträge in Höhe von
EUR 0,9 Mio. (2021: EUR 4,4 Mio.), aus Zinsen und
ähnlichen Erträgen EUR 1,3 Mio. (2021: EUR 1,7
Mio.). Zinsen und ähnliche Aufwendungen erhöhten
sich auf EUR 2,0 Mio. (2021: EUR 0,7 Mio.).
Das Ergebnis vor Steuern (EBT) verbesserte sich aufgrund
gestiegener Beteiligungserträge deutlich von EUR 4,1
Mio. im Geschäftsjahr 2021 auf EUR 8,2 Mio. im
Geschäftsjahr 2022. Der Steueraufwand lag 2022 bei EUR
1,0 Mio. (2021: EUR 1,0 Mio.).
In der Folge stieg der Jahresüberschuss der MPC
Capital AG auf EUR 7,3 Mio. (2021: EUR 3,1 Mio.). Der
Gewinnvortrag vor Dividendenzahlung lag bei EUR 4,5 Mio.
(2021: EUR -9,4 Mio.). Nach Auszahlung der Dividende
für das Geschäftsjahr 2021 in Höhe von EUR
4,2 Mio. (2021: EUR 0,0 Mio.) lag der Bilanzgewinn für
das Geschäftsjahr 2022 bei EUR 7,5 Mio.
Vermögens- und Finanzlage des KonzernsDie Bilanzsumme des Konzerns erhöhte sich im Zuge
des deutlich gestiegenen Bilanzgewinns zum 31. Dezember
2022 auf EUR 150,8 Mio. (31. Dezember 2021: EUR 134,6
Mio.).
Das Anlagevermögen verringerte sich von EUR 60,1
Mio. auf EUR 57,8 Mio. zum Bilanzstichtag 31. Dezember
2022. EUR 2,1 Mio. (31. Dezember 2021: EUR 3,0 Mio.)
entfielen auf immaterielle Vermögensgegenstände,
die im Wesentlichen die aktivierten Geschäfts- oder
Firmenwerte (Goodwill) an der Gesellschaft Albis Shipping
umfassen. Im Vorjahreswert waren noch Geschäfts- oder
Firmenwerte weiterer Gesellschaften enthalten, die im
Geschäftsjahr 2022 veräußert oder
planmäßig abgeschrieben wurden.
Das Finanzanlagevermögen, das im Wesentlichen das
Co-Investment-Portfolio des MPC Capital-Konzerns abbildet,
reduzierte sich auf EUR 54,9 Mio. zum 31. Dezember 2022
(31. Dezember 2021: EUR 56,4 Mio.).
Das Umlaufvermögen erhöhte sich von EUR 74,3
Mio. zum Jahresende 2021 auf EUR 92,8 Mio. zum 31. Dezember
2022. Die Forderungen und sonstigen
Vermögensgegenstände lagen zum 31. Dezember 2022
bei EUR 23,7 Mio. (31. Dezember 2021: EUR 35,8 Mio.). Durch
den Verkauf des niederländischen
Immobiliengeschäfts sowie die hohen
Rückflüsse aus dem Co-Investment-Portfolio
erhöhte sich die Liquidität im Konzern
(Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten) zum 31.
Dezember 2022 deutlich auf EUR 69,1 Mio. (31. Dezember
2021: EUR 38,5 Mio.).
Das Eigenkapital erhöhte sich im Zuge der
deutlichen Verbesserung des Bilanzgewinns von EUR 100,8
Mio. zum 31. Dezember 2021 auf EUR 123,2 Mio. zum 31.
Dezember 2022. Die Eigenkapitalquote erhöhte sich
gleichzeitig von 74,9 % auf 81,7 %.
Rückstellungen waren zum 31. Dezember 2022 in
Höhe von EUR 20,3 Mio. gebildet (31. Dezember 2021:
EUR 19,6 Mio.). Der Anstieg resultiert aus erhöhten
Rückstellungen für Personalkosten. Nach Ansicht
des Vorstands wurde hiermit ausreichend Vorsorge für
nachlaufende Aufwendungen in Verbindung mit der
Fokussierung auf das Transaktions- und
Investmentgeschäft sowie mögliche Kosten im
Zusammenhang mit rechtlichen Auseinandersetzungen
getroffen.
Die Verbindlichkeiten konnten zum 31. Dezember 2022
deutlich auf EUR 7,2 Mio. (31. Dezember 2021: EUR 14,0
Mio.) reduziert werden. Der Rückgang betrifft
primär den Abbau von Verbindlichkeiten gegenüber
Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis
besteht, im Volumen von EUR 2,9 Mio. sowie sonstigen
Verbindlichkeiten im Umfang von EUR 4,5 Mio.
Der MPC Capital-Konzern wies im Berichtszeitraum einen
positiven Cashflow aus laufender
Geschäftstätigkeit in Höhe von EUR 33,6 Mio.
(2021: EUR 3,9 Mio.) aus. Einzahlungen aus Dividenden
erhöhten sich auf EUR 17,8 Mio. (2021: EUR 1,1 Mio.).
Veränderungen der Vorräte, der Forderungen aus
Lieferungen und Leistungen sowie anderer Aktiva, die nicht
der Investitions- und Finanzierungstätigkeit
zuzuordnen sind, lagen bei EUR 21,1 Mio. (2021: EUR -7,6
Mio.).
Der Cashflow aus Investitionstätigkeit belief sich
im Berichtszeitraum auf EUR 8,6 Mio. (2021: EUR 8,4 Mio.).
Auszahlungen für Investitionen in Finanzanlagen in
Höhe von EUR 30,0 Mio. (2021: EUR 11,8 Mio.)
resultierten im Wesentlichen aus der Beteiligung als
Co-Investor an verschiedenen Investitionsprojekten im
Shipping- und Renewables-Bereich. Dem gegenüber
standen Einzahlungen aus dem Abgang von Finanzanlagen in
Höhe von EUR 38,4 Mio. (2021: EUR 20,9 Mio.). Sie
betrafen die Veräußerung von Finanzanlagen aus
dem Real Estate- und Shipping-Bereich, insbesondere die
Veräußerung der niederländischen
Immobilienaktivitäten. Im Geschäftsjahr 2022
erhielt MPC Capital aus ihren Beteiligungen und
Ausleihungen zudem Zinsen und Dividenden in Höhe von
EUR 1,4 Mio. (2021: EUR 0,2 Mio.).
Die Auszahlung einer Dividende der MPC Capital AG in
Höhe von EUR 4,2 Mio. (2021: EUR 0,0 Mio.) sowie
Dividendenzahlungen und Auszahlungen an andere
Gesellschafter führten im Geschäftsjahr 2022 zu
einem negativen Cashflow aus Finanzierungstätigkeit
von EUR -6,0 Mio. (2021: EUR 1,8 Mio.). Das Vorjahr war
geprägt durch eine Kapitalerhöhung in Höhe
von EUR 4,0 Mio. Zins- und Tilgungsleistungen für
Projektfinanzierungen in den einzelnen Asset-Bereichen
lagen bei EUR -0,7 Mio. (2021: EUR -1,5 Mio.).
Insgesamt erhöhte sich der Zahlungsmittelbestand
zum Ende des Jahres auf EUR 69,1 Mio. (31. Dezember 2021:
EUR 38,5 Mio.).
Vermögens- und Finanzlage der AG (Konzernobergesellschaft)Die Bilanzsumme der MPC Capital AG erhöhte sich zum
31. Dezember 2022 auf EUR 141,7 Mio. (31. Dezember 2021:
EUR 123,5 Mio.). Das Anlagevermögen, das im
Wesentlichen Anteile an verbundenen Unternehmen und
Beteiligungen (Finanzanlagen) sowie in geringem Umfang
Sachanlagen umfasst, erhöhte sich leicht auf EUR 78,1
Mio. (31. Dezember 2021: EUR 76,6 Mio.).
Das Umlaufvermögen umfasste Forderungen und
sonstige Vermögensgegenstände in Höhe von
EUR 30,8 Mio. (31. Dezember 2021: EUR 41,8 Mio.). Der
Rückgang resultierte im Wesentlichen aus dem Abbau von
Forderungen gegen verbundene Unternehmen. Der Kassenbestand
und Guthaben bei Kreditinstituten erhöhten sich durch
die Kaufpreiszahlung aus der Veräußerung der
Cairn Real Estate B.V. sowie Rückflüssen aus dem
Co-Investment-Portfolio von EUR 5,0 Mio. im Vorjahr auf EUR
32,8 Mio. zum 31. Dezember 2022.
Auf der Passivseite erhöhte sich das Eigenkapital
geringfügig auf EUR 107,2 Mio. (31. Dezember 2021: EUR
104,2 Mio.). Die Eigenkapitalquote verringerte sich durch
die gestiegene Bilanzsumme auf 75,6 % (31. Dezember 2021:
84,4 %).
Die Rückstellungen erhöhten sich auf EUR 5,9
Mio. (31. Dezember 2021: EUR 3,7 Mio.). Die
Verbindlichkeiten erhöhten sich deutlich auf EUR 28,6
Mio. (31. Dezember 2021: EUR 15,6 Mio.). Sie resultierten
im Wesentlichen aus gestiegenen Verbindlichkeiten
gegenüber verbundenen Unternehmen.
Grundsätze und Ziele des FinanzmanagementsZiel des Finanzmanagements der MPC Capital AG ist die
Sicherstellung der finanziellen Stabilität und des
unternehmerischen Handlungsspielraums der Gruppe. Das
Liquiditätsmanagement des MPC Capital-Konzerns bildet
auf Basis eines Planungsmodells den kurz- und langfristigen
Liquiditätsbedarf des Konzerns ab. Die
Liquiditätsplanung und die Liquiditätslage nehmen
einen zentralen Stellenwert innerhalb des Risikomanagements
des MPC Capital-Konzerns ein.
Finanzielle und nicht-finanzielle LeistungsindikatorenDie finanziellen Leistungsindikatoren haben sich im
Berichtszeitraum wie folgt entwickelt:
scrollen
Eine Analyse von nicht-finanziellen Leistungsfaktoren
erfolgt nicht, da sie nicht zur internen Steuerung
herangezogen werden.
Gesamtaussage zur wirtschaftlichen LageDie wirtschaftliche Lage des MPC Capital-Konzerns hat
sich im Geschäftsjahr 2022 sehr positiv entwickelt.
Der Wegfall der Umsätze aus den veräußerten
niederländischen Immobilienaktivitäten konnte zu
einem Teil durch steigende Erträge aus den Bereichen
Shipping und Renewables kompensiert werden. Die hohen
Rückflüsse aus Co-Investments - insbesondere
Dividendenzahlungen der MPC Container Ships - haben zudem
zu einem starken Finanzergebnis geführt. Im November
2022 hob der Vorstand die Prognose für das EBT adj.
von ursprünglich EUR 8,0 Mio. bis EUR 12,0 Mio. auf
rund EUR 15,0 Mio. an. Mit EUR 14,8 Mio. konnte dieses Ziel
erreicht werden.
MPC Capital hat die starke Marktphase in den Jahren 2021
und 2022 in der Containerschifffahrt genutzt, um
nachhaltige Ertragsströme durch langfristige
Charterverträge und Rückflüsse aus
Co-Investment-Aktivitäten zu fixieren sowie eine hohe
Visibilität auf die mittelfristige Ergebnisentwicklung
zu schaffen. Der Verkauf der niederländischen
Immobilienaktivitäten konnte zum Jahreswechsel
2021/2022 zudem in einem noch dynamischen Marktumfeld im
Immobiliensegment realisiert werden.
Die Liquidität im Konzern lag mit EUR 69,1 Mio. zum
Bilanzstichtag auf einem sehr komfortablen Niveau, das
für die weitere Entwicklung der Gesellschaft eine
solide Basis darstellt. Insbesondere im Bereich der
erneuerbaren Energien, der nachhaltigen Immobilienprojekte
und der Dekarbonisierung der maritimen Infrastruktur sieht
MPC Capital erhebliche Wachstumschancen.
Die wesentliche Herausforderung besteht darin, unter
stark veränderten makroökonomischen
Rahmenbedingungen attraktive Investitionsziele zu
identifizieren sowie ausreichend Zugang zu institutionellen
Investoren zu finden, um das Geschäft weiter
auszubauen.
Dividendenvorschlag in Höhe von EUR 0,20 je AktieAuf Grundlage der positiven Entwicklung im
Geschäftsjahr 2022 beabsichtigen Vorstand und
Aufsichtsrat, der Hauptversammlung am 27. April 2023 eine
Dividende für das Geschäftsjahr 2022 in Höhe
von EUR 0,20 vorzuschlagen. Für das Geschäftsjahr
2021 hatte die Hauptversammlung eine Dividende in Höhe
von EUR 0,12 beschlossen. Das entspräche einem
Dividendenwachstum von 67 % gegenüber dem Vorjahr und
einer Dividendenrendite von 6,2 %, bezogen auf einen
durchschnittlichen Aktienkurs im Jahr 2022 von EUR 3,22.
Die Ausschüttungsquote läge bei 74 %, bezogen auf
das um den einmaligen Ertrag aus der Veräußerung
des niederländischen Immobiliengeschäfts
bereinigten Konzernergebnis nach Minderheiten. Die
Ausschüttungsquote liegt damit über der im Rahmen
der Dividendenpolitik der Gesellschaft angestrebten
Ausschüttung von bis zu 50 %, in Abhängigkeit von
bestehenden Wachstumsmöglichkeiten, reflektiert aber
die sehr positive Geschäftsentwicklung 2022 sowie den
hohen Finanzmittelbestand.
IV. Sonstige AngabenMitarbeiterDie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des MPC
Capital-Konzerns haben im Geschäftsjahr 2022 mit ihrem
hohen Engagement zu der positiven Entwicklung beigetragen.
Eine langfristige Bindung der hochqualifizierten
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist die Basis für
eine nachhaltig erfolgreiche Entwicklung des MPC
Capital-Konzerns. Die MPC Capital-Gruppe verfolgt dabei das
Ziel, sowohl über erfolgsabhängige
Vergütungsbestandteile als auch über
nicht-finanzielle Anreize die Bindung der Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter weiter zu stärken und deren
Leistungsbereitschaft auf einem hohen Niveau zu halten.
Nicht-monetäre Maßnahmen betreffen unter anderem
die Arbeitszeitflexibilisierung sowie die Vereinbarkeit von
Familie und Beruf.
Im Geschäftsjahr 2022 hat der Vorstand den
Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im MPC Capital-Konzern
einen einmaligen Zuschuss für erhöhte
Lebenshaltungskosten durch die hohe Inflation und stark
gestiegene Energiepreise in Form einer
Inflationsausgleichsprämie gewährt. In
Deutschland entsprach diese Prämie dem Maximalbetrag
des gesetzlich vorgesehenen Rahmens. Für
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an ausländischen
Standorten erfolgte eine an die jeweilige
Ländersituation angepasste und in der Höhe
entsprechende Zahlung.
Im Durchschnitt des Geschäftsjahres 2022 waren 154
Mitarbeiter im MPC Capital-Konzern beschäftigt, davon
43 Mitarbeiter aus der Beteiligung an
Gemeinschaftsunternehmen. Am Stichtag 31. Dezember 2022
waren 155 Mitarbeiter im Konzern tätig. In der MPC
Capital AG waren im Durchschnitt des Geschäftsjahres
34 Mitarbeiter tätig, am Stichtag 33.
Bericht des Vorstands über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen gemäß § 312 AktGDie MPC Capital AG war im Geschäftsjahr 2022 ein
von der MPC Münchmeyer Petersen & Co. GmbH,
Hamburg, Deutschland, abhängiges Unternehmen i. S. d.
§ 312 AktG. Der Vorstand der MPC Capital AG hat
deshalb gemäß § 312 Abs. 1 AktG einen
Bericht des Vorstands über Beziehungen zu verbundenen
Unternehmen aufgestellt, der die folgende
Schlusserklärung enthält:
"Der Vorstand der MPC Capital AG erklärt hiermit, dass die Gesellschaft bei den im Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen aufgeführten Rechtsgeschäften vom 1. Januar bis 31. Dezember 2022 nach den Umständen, die dem Vorstand in dem Zeitpunkt bekannt waren, in dem die Rechtsgeschäfte vorgenommen wurden, bei jedem Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung erhalten hat und nicht in irgendeiner Weise benachteiligt worden ist. Es sind keine Maßnahmen auf Veranlassung oder im Interesse des herrschenden oder eines mit ihm verbundenen Unternehmens getroffen oder unterlassen worden." V. Chancen- und RisikoberichtGrundlagenUnsere Risikopolitik entspricht unserem Bestreben,
nachhaltig zu wachsen sowie den Unternehmenswert zu
steigern und dabei unangemessene Risiken zu steuern
beziehungsweise zu vermeiden. Unser Risikomanagement ist
ein integraler Bestandteil der Planung und Umsetzung
unserer Geschäftsstrategien, wobei die
grundsätzliche Risikopolitik durch den Vorstand
vorgegeben wird.
RisikomanagementsystemDas Risikomanagement beschäftigt sich mit der
Identifikation der Risiken im MPC Capital-Konzern, deren
Analyse und Bewertung, Überwachung und Steuerung.
In regelmäßigen Abständen, mindestens
jedoch einmal pro Jahr wird im Rahmen des
Risikomanagementprozesses eine konzernweite Risikoinventur
durchgeführt. Die Risikoinventur erfolgt nach einem
"Bottom-up-Prinzip" durch die einzelnen
Geschäftseinheiten. Verantwortlich dafür sind
Risikomanagement-Verantwortliche innerhalb der jeweiligen
Einheiten, die den potenziellen Risiken
Eintrittswahrscheinlichkeiten und Schadenshöhen
zuordnen. Diese Informationen werden im Bereich
Konzerncontrolling aggregiert und im Rahmen eines
Berichtswesens erfasst und wiedergegeben.
Durch das integrierte, regelmäßige
Berichtswesen wird der Vorstand über die Entwicklung
der Risikosituation der einzelnen Einheiten und des
gesamten MPC Capital-Konzerns informiert. Bei
außergewöhnlichen und/oder
außerplanmäßigen Veränderungen der
Risikoposition ist der Vorstand zudem unverzüglich im
Rahmen des Risikofrüherkennungssystems zu informieren;
dieser muss gegebenenfalls auch den Aufsichtsrat umgehend
über die Veränderung der Risikosituation in
Kenntnis setzen.
Das Risikomanagementsystem des MPC Capital-Konzerns
ermöglicht eine konzernweite, systematische
Risikosteuerung und eine frühzeitige und ausreichende
Risikovorsorge. Das Risikomanagement ist ein dynamischer
und sich weiterentwickelnder Prozess. Erkenntnisse, die im
täglichen Umgang mit Risiken und der Risikovorsorge
gewonnen werden, leisten einen wichtigen Beitrag zur
kontinuierlichen Optimierung des Systems.
Darstellung der Chancen und RisikenDie Kategorisierung der wesentlichen Chancen und Risiken
des MPC Capital-Konzerns entspricht der für Zwecke des
Risikomanagements intern vorgegebenen Struktur und folgt
der Bruttobetrachtung. Die MPC Capital AG ist als
Mutterunternehmen des MPC Capital-Konzerns in das
Risikomanagementsystem eingebunden. Die Angaben gelten
grundsätzlich auch für den Jahresabschluss der
MPC Capital AG.
Folgende wesentliche Chancen und Risiken für das
Geschäft des MPC Capital-Konzerns wurden
identifiziert:
ChancenUmfeld- und marktbezogene ChancenAuch bei moderat steigenden Zinsen und einer höheren Inflation wird die Attraktivität von Investitionen in Sachwerte wie Immobilien, Schiffe oder Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien hoch bewertet. Gleichzeitig ist bei einem Anstieg des Zinsniveaus mit sinkender Nachfrage nach liquiden Assets wie Aktien zu rechnen. 8 Gleichzeitig wächst der Anlagebedarf von Investoren
weltweit. Aus dem notwendigen Investitionsbedarf für
die anstehende globale ökologische Transformation
sieht MPC Capital starke Wachstumschancen für ihr
Geschäft. Umweltaspekte, soziale Belange und Faktoren
der Unternehmensführung werden bei der Entwicklung von
neuen Investments eine immer stärkere Rolle spielen.
Aus dem globalen Bestreben, die Klimaerwärmung einzudämmen, ergeben sich Chancen für die MPC Capital-Gruppe. Laut einer Studie der IIGCC (The Institutional Investors Group on Climate Change) dürften die Ziele des Pariser Abkommens bis 2050 Investitionen in Höhe von über 126 Billionen US-Dollar in Klimalösungen erfordern, wobei in den 2020er Jahren über 32 Billionen US-Dollar benötigt werden, von denen über 70 % vom Privatsektor bereitgestellt werden könnten. 9 Die MPC Capital-Gruppe sieht daher ein großes
Marktpotenzial für sachwertbasierte Kapitalanlagen und
Investitionen sowie die intelligente Zusammenführung
von Investoren und Investitionsobjekten und deren
langfristige Unterstützung und Begleitung.
Die Kombination der drei nicht oder allenfalls
geringfügig korrelierten Asset-Bereiche Real Estate,
Renewables und Shipping ermöglicht es, Risiken zu
streuen, Skaleneffekte zu realisieren und damit die
Profitabilität der MPC Capital-Gruppe zu stärken.
Aus Sicht von MPC Capital ergeben sich durch
Marktkorrekturen neue Chancen für attraktive
Investments. Aufgrund des veränderten Zinsumfelds ist
vor allem in den Bereichen Real Estate und Shipping mit
einer vorerst nachlassenden Preisdynamik zu rechnen.
WettbewerbschancenMPC Capital ist als unabhängiger Asset- und
Investment-Manager spezialisiert auf sachwertbasierte
Investitionen, Kapitalanlagen und deren Management.
Gemeinsam mit seinen Tochterunternehmen werden dabei
individuelle Investitionsmöglichkeiten und
Dienstleistungen für nationale und internationale
institutionelle Investoren, Family Offices und dritte
Unternehmen entwickelt und angeboten.
Das Produkt- und Dienstleistungsangebot konzentriert
sich dabei auf die drei Asset Units Real Estate, Renewables
und Shipping. Vor allem in den beiden Asset Units Real
Estate und Shipping verfügt das Unternehmen dabei
über einen nachweisbaren, umfassenden Track Record.
Durch die enge Zusammenarbeit mit etablierten
Industriepartnern und einem erfahrenen Team kann die MPC
Capital-Gruppe auch auf eine über viele Jahre
aufgebaute Expertise im Bereich der erneuerbaren Energien
zurückgreifen.
Bei der Sicherung attraktiver Projekte sowie deren
Umsetzung kann sich die Gruppe zudem auf ein breites
internationales Netzwerk aus Geschäftspartnern und
Partnerunternehmen stützen.
Chancen aus der Co-InvestmentstrategieUm den Gleichlauf der Interessen von Investor und Asset-
und Investment-Manager sicherzustellen, beteiligt sich die
MPC Capital-Gruppe in Abstimmung mit den Investoren in
Bezug auf das jeweilige Projekt in der Regel mit maximal
bis zu 10 % des Eigenkapitals des Investitionsprojekts
("Co-Investment"). Kern der Strategie ist es, prinzipiell
keine Assets vollständig zu bilanzieren, sondern
lediglich den Co-Investment-Anteil, um die
Abhängigkeit von möglichen Markt- und
Bewertungsschwankungen so gering wie möglich zu halten
("asset light"). Die aus der Wertsteigerung der
Beteiligungen erzielten Erlöse werden als sonstige
betriebliche Erträge oder Erträge aus
Beteiligungen in der Gewinn- und Verlustrechnung
abgebildet.
9 IIGCC Climate Transition Report
RisikenUmfeld- und marktbezogene RisikenDurch den Krieg in der Ukraine sowie die Mischung aus
hohen Inflationsraten und steigenden Zinsen haben sich
geopolitische und konjunkturelle Risiken deutlich
erhöht. Dies kann dazu führen, dass in Projekten,
bei denen MPC Capital als Investment-Manager und
gegebenenfalls auch als Co-Investor agiert, die erwarteten
Renditen nicht erzielt werden können. Ferner
können die veränderten Rahmenbedingungen zu einer
Zurückhaltung auf Investorenseite führen und
geplante Neuprojekte oder -investments sich verzögern
oder nicht realisiert werden.
Marktbezogene RisikenDer wirtschaftliche Erfolg des MPC Capital-Konzerns ist
stark von den Entwicklungen auf den globalen Finanz- und
Kapitalmärkten abhängig. Starke Marktverwerfungen
können Unternehmen wie die MPC Capital in ihrer
Existenz bedrohen. Negative Entwicklungen können dabei
nicht nur die Initiierung neuer Investmentprojekte und
Dienstleistungen gefährden, sondern auch den Verlauf
bestehender sachwertbasierter Kapitalanlagen und
Investitionen beeinträchtigen und die Reputation der
Marke MPC Capital schädigen.
Ferner kann sich ein nachhaltig hohes Zinsniveau positiv
auf andere Anlageformen auswirken und dazu führen,
dass die Nachfrage nach sachwertbasierten Investitionen und
Kapitalanlagen stagniert oder sich sogar
rückläufig entwickelt.
Der MPC Capital-Konzern entgegnet den marktbezogenen
Risiken, indem bei der Identifizierung von Anlagezielen
stets auch Argumente der Diversifikation und Zyklik
berücksichtigt werden. Allein durch die angestrebte
stärkere Gleichgewichtung der drei Asset-Klassen Real
Estate, Renewables und Shipping reduziert der Konzern seine
marktbezogenen Risiken im Verhältnis zu
branchenfokussierten Sektorspezialisten.
Steigender NachhaltigkeitsfokusZunehmende Anforderungen von Regierungen, Investoren und
Geschäftspartnern in Bezug auf Nachhaltigkeitsaspekte
sowie Finanzierungsbeschränkungen für
treibhausgasintensive Assets könnten für die MPC
Capital-Gruppe zu zusätzlichen Kosten führen.
Neue regulatorische Rahmenbedingungen - wie beispielsweise
die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) der
Europäischen Kommission - oder aber auch eine
Selbstverpflichtung gegenüber eigenen Nachhaltigkeits-
und Klimaschutzzielen, bergen zusätzliche
Haftungsrisiken. Darüber hinaus kann ein
geschäftliches Engagement in Bereichen, die im Fokus
gesellschaftlicher Diskussion zur Nachhaltigkeit stehen,
negativ wahrgenommen werden und negative
Medienaufmerksamkeit auslösen. Dies könnte zu
Reputationsschäden führen und sich negativ auf
die Erreichung der Geschäftsziele auswirken.
MPC Capital entgegnet diesen Risiken unter anderem mit
dem Ausbau der eigenen ESG-Prozesse und perspektivisch mit
einer entsprechenden ESG-Berichterstattung unter Einbindung
marktführender Standards und Rahmenwerke. MPC Capital
wird in diesem Zusammenhang die Umsetzung der CSRD,
insbesondere die Verabschiedung der in dem Rahmenwerk
festzulegenden European Sustainability Reporting Standards,
sowie der EU-Taxonomie eng verfolgen und sich entsprechend
auf die Anforderungen auf das Risikomanagement und die
(nicht-) finanzielle Berichterstattung vorbereiten.
Verfügbarkeit von SachwertenAls Investment-Manager für sachwertbasierte
Kapitalanlagen und Investitionen ist MPC Capital auf eine
geeignete Auswahl an attraktiven Sachwerten in den Asset
Units Real Estate, Renewables und Shipping angewiesen.
Weltwirtschaftliche, wettbewerbliche und regulatorische
Veränderungen können hier einen wesentlichen
Einfluss auf die Verfügbarkeit haben. Durch
Diversifikation auf drei Segmente, ein umfangreiches
Portfolio an Bestandsfonds und Investment Vehicles, ein
breites Netzwerk an Partnern und gute Marktzugänge
kann das Risiko einer Produktunterversorgung bei MPC
Capital als gering eingestuft werden.
Nachfrage von sachwertbasierten KapitalanlagenDie MPC Capital-Gruppe ist von der künftigen
Entwicklung der Nachfrage nach sachwertbasierten
Kapitalanlagen abhängig. Ein Rückgang der
Nachfrage nach sachwertbasierten Kapitalanlagen ist aktuell
noch nicht zu erkennen. Das Risiko eines
Nachfragerückgangs, der die Entwicklung der MPC
Capital-Gruppe beeinträchtigen könnte, ist vor
dem Hintergrund der deutlichen Anhebung der Leitzinsen in
den USA und den EURO-Staaten jedoch gestiegen.
Regulatorische RisikenRegulierungsmaßnahmen sind deutlich durch die
Europäische Union geprägt und werden weiterhin in
den Mitgliedsstaaten vorangetrieben. Die Tiefe und der
Umfang der aufsichts- und verbraucherschutzrechtlichen
Vorgaben wirken sich auf Asset- und Investment-Manager aus
und können mit regulatorischen Kosten einhergehen, die
die Marge des MPC Capital-Konzerns beeinflussen
können. Ferner muss die MPC Capital-Gruppe in
bestimmten Situationen mit externen Dienstleistern
zusammenarbeiten, um den aufsichtsrechtlichen Anforderungen
zu entsprechen. Auch dies kann die Marge des MPC
Capital-Konzerns negativ beeinflussen.
Leistungswirtschaftliche, organisatorische und strategische UnternehmensrisikenWettbewerbsrisikoDie MPC Capital-Gruppe hat den Anspruch, in ihren
einzelnen Investment-Strategien zu den führenden
unabhängigen Asset- und Investment-Managern für
sachwertbasierte Kapitalanlagen und Investitionen zu
gehören. Dabei steht das Unternehmen im Wettbewerb mit
anderen Anbietern sachwertbasierter Finanzprodukte und
Dienstleistungen. Durch die Ausrichtung der
Vertriebsaktivitäten auf internationale
institutionelle Investoren, Family Offices und dritte
Unternehmen hat sich der Kreis der Wettbewerber um
vergleichbare international operierende Unternehmen
erweitert.
Grundsätzlich besteht ein unternehmerisches Risiko,
dass es der MPC Capital-Gruppe nicht in ausreichendem
Maße gelingt, sich nachhaltig bei ihren Kunden zu
positionieren, zu etablieren sowie zielgruppenorientierte
Produkte und Dienstleistungen anzubieten und nachhaltig
Erträge zu erwirtschaften. Darüber hinaus besteht
ein Risiko, dass es der Gruppe nicht im ausreichenden
Maße gelingt, Assets in den jeweiligen
Investment-Strategien anzubinden.
Die MPC Capital-Gruppe begegnet diesem Risiko mit einer
Konzentration auf sachwertbasierte Produkte und
Dienstleistungen in speziellen Märkten mit einer hohen
Nachfragedynamik innerhalb seiner Kernsegmente. Durch die
Diversifikation in verschiedene Asset-Klassen kann das
Risiko einer zyklischen Abhängigkeit von einem
einzelnen Segment gemindert werden. Die spezielle im
Unternehmen gehaltene Expertise und Erfahrung, das breite
Netzwerk über Großaktionäre,
Geschäftspartner und innerhalb der MPC Capital-Gruppe
sowie eine gezielte personelle Verstärkung um Personen
mit langjährigen Erfahrungen, insbesondere im
Geschäft mit institutionellen Investoren, haben dazu
beigetragen, dieses Risiko zu verringern.
Operative RisikenBei der Planung und Entwicklung von neuen
Investment-Projekten entstehen der MPC Capital-Gruppe
Kosten durch die Suche geeigneter Anlageobjekte, die
Untersuchung der Chancen und Risiken der Anlageobjekte und
die Strukturierung der sachwertbasierten Kapitalanlage.
Diese Kosten entstehen zum einen durch den Einsatz eigener
Mitarbeiter und zum Teil durch den Einsatz externer
Dienstleister und Berater. Ein Großteil dieser Kosten
der MPC Capital-Gruppe wird erst dann kompensiert, wenn
eine bestimmte Kapitalanlage realisiert wird und die MPC
Capital-Gruppe die entsprechenden Gebühren
vereinnahmt. Wird eine sachwertbasierte Kapitalanlage nicht
realisiert, so sind die während der Planung und
Entwicklung angefallenen Kosten von der MPC Capital-Gruppe
selbst zu tragen.
Die MPC Capital-Gruppe initiiert Investment-Projekte mit
bekannten und zuverlässigen Partnern und beteiligt
sich an diesen Projekten oftmals als
Minderheitsgesellschafter. Die Partner könnten einen
erhöhten Co-Investmentanteil der MPC Capital-Gruppe
fordern, eine negative Entwicklung der Projekte könnte
Verluste der MPC Capital-Gruppe zur Folge haben und ein
Verlust dieser Partner könnte sich negativ auf die
Fähigkeit der MPC Capital-Gruppe zur Akquisition
geeigneter Anlageobjekte auswirken.
Aufgrund des Managements von Kapitalanlagen in
Sachwerten, auch aufgrund ihrer Beteiligung mit
Co-Investments an Kapitalanlagen, ist die MPC
Capital-Gruppe zum Beispiel baulichen, gesetzlichen und
umweltrechtlichen Risiken ausgesetzt. Die Entwicklung von
Projekten erfordert schon im Stadium der Planung und der
Umsetzung die Einhaltung einer Vielzahl von Vorschriften
und ist vom Erhalt verschiedener Genehmigungen
abhängig und kann selbst während der
Realisierungsphase noch an gesetzlichen und
behördlichen Anforderungen scheitern oder diese
können zu Verzögerungen, Änderungsbedarf und
erheblichen Kostensteigerungen führen.
Kostenbudgetüberschreitungen könnten sich auch
negativ auf die von der MPC Capital-Gruppe vereinnahmte
Vergütung auswirken.
Die MPC Capital-Gruppe ist zur Projektfinanzierung der
Investment Vehicles teilweise auf Finanzierung durch
Kreditinstitute angewiesen und könnte nicht in der
Lage sein, künftig ausreichende Finanzierung durch
Kreditinstitute oder Anschlussfinanzierungen für
auslaufende Finanzierungen durch Kreditinstitute zu
erhalten.
In der Asset-Klasse Shipping resultieren zudem Risiken
aus dem operativen Betrieb (Ausfälle, Schäden,
Havarien) und einer mangelnden Auslastung der Schiffe, was
zu geringeren Vergütungen oder sogar zum Verlust des
Charter- bzw. Bereederungsvertrags führen könnte.
Operative Risiken gehen auch mit dem Betrieb von
Immobilien- und Renewables-Projekten einher.
Sämtlichen Risiken wird mit einem Höchstmaß
an Professionalität begegnet. Dies betrifft die
Organisation in der MPC Capital-Gruppe, aber auch die
Auswahl von Partnern und Dienstleistern. Zudem können
operative Risiken mit Versicherungen teilweise begrenzt
werden.
LieferkettenmanagementMPC Capital ist als Asset- und Investmentmanager nur
indirekt von Lieferketten abhängig. Die Ergebnisse der
operativen Einheiten sowie einzelner Investment Vehicles
hängen jedoch in Teilen von einer zuverlässigen
und effektiven Steuerung der Versorgungskette für
Bauteile, Materialien und Rohstoffe ab.
Kapazitätsbeschränkungen und Lieferengpässe,
die auf eine ineffektive Steuerung der Versorgungskette
zurückzuführen sind, könnten zu
Produktionsengpässen, Lieferverzögerungen,
Qualitätsproblemen und zusätzlichen Kosten und zu
niedrigeren Rückflüssen aus den Investment
Vehicles führen. Unerwartete Preissteigerungen von
Materialien und Rohstoffen aufgrund von Marktengpässen
oder aus anderen Gründen könnten sich ebenfalls
negativ auf die Leistung von MPC Capital auswirken.
PersonalrisikenDie zukünftige Entwicklung der MPC Capital-Gruppe
hängt in besonderem Maße an der im Unternehmen
vorhandenen Expertise und Erfahrung der Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter ab. Es gilt insbesondere
Schlüsselpersonen an das Unternehmen zu binden. Der
MPC Capital-Gruppe ist dies bisher durch eine
partnerschaftliche Unternehmenskultur und verschiedene
finanzielle und nicht-finanzielle Anreize gelungen.
Rechtliche RisikenIm Konzernabschluss zum 31. Dezember 2022 sind
Rückstellungen für Rechts- und Beratungskosten in
Höhe von rund EUR 8,4 Mio. (31. Dezember 2021: EUR 8,5
Mio.) enthalten. Die Rückstellungen bilden nach
Auffassung der Gesellschaft eine angemessene Risikovorsorge
für gegen die MPC Capital-Gruppe mögliche oder
anhängige Inanspruchnahmen.
Anzahl und Volumen der gegen die MPC Capital-Gruppe
gerichteten Klagen haben im Jahr 2022 weiter abgenommen. Es
gibt unverändert keine rechtskräftigen Urteile
gegen die MPC Capital-Gruppe. Im Zusammenhang mit Private
Placements, für die keine Verkaufsprospekte zu
erstellen sind, bestehen Risiken der Inanspruchnahme wegen
der Verletzung vorvertraglicher Informationspflichten.
Allerdings haben diese Fonds in aller Regel sehr erfahrene
Anleger gezeichnet, bei denen die Anforderungen an den
Umfang der zur Verfügung zu stellenden Informationen
grundsätzlich geringer sind.
Vor dem Hanseatischen Oberlandesgericht sind nach wie
vor Verfahren nach dem KapitalanlegerMusterverfahrensgesetz
(KapMuG) anhängig. In diesen Verfahren werden
insbesondere die Verkaufsprospekte vorab einer Prüfung
durch das Oberlandesgericht unterzogen. Das
Oberlandesgericht prüft verbindlich für die in
der Regel am Landgericht anhängigen Verfahren, ob
Verkaufsprospekte Fehler aufweisen oder nicht. Die
Entscheidung des Oberlandesgerichts kann zunächst
durch den Bundesgerichtshof überprüft werden,
bevor die Verfahren am Landgericht fortgeführt werden.
In diesem Zusammenhang hat der Bundesgerichtshof im Jahr
2022 wiederholt entschieden, dass die geltend gemachten
Anspruchsgrundlagen im Anwendungsbereich des
Verkaufsprospektgesetzes durch die spezialgesetzlichen
Bestimmungen verdrängt sind. Letztere sind in der
Regel verjährt.
Die MPC Capital-Gruppe wird weiterhin von
österreichischen Anlegern im Hinblick auf den in
Österreich erfolgten und seit 2012 eingestellten
Vertrieb in Anspruch genommen. Für den Vertrieb ist
die dort ansässige Vertriebsgesellschaft, die CPM
Anlagen Vertriebs GmbH in Liquidation, eine
Tochtergesellschaft der MPC Capital AG, eingeschaltet
worden. Anleger berufen sich darauf, dass ihnen eine
sogenannte Anlegerbestätigung nicht zugegangen sei
bzw. die erhaltene Anlegerbestätigung in wesentlichen
Teilen unvollständig gewesen sei. Anleger machen in
diesem Zusammenhang den Rücktritt von ihrer Zeichnung
geltend und fordern den Unterschiedsbetrag zwischen
investierten und über die Laufzeit vereinnahmter
Zahlungen zuzüglich einer Verzinsung.
Die MPC Capital-Gruppe versucht vorhersehbare Risiken,
unter anderem Haftungsrisiken aus ihrer Tätigkeit als
Asset Manager, durch Versicherungsschutz zu decken. Dieser
Versicherungsschutz könnte jedoch möglicherweise
die Risiken, denen die MPC Capital-Gruppe ausgesetzt ist,
nicht vollständig abdecken.
ProspekthaftungsrisikoFür den Vertrieb der von der MPC Capital-Gruppe
initiierten Fonds werden Verkaufsprospekte oder
Informations-Memoranden ("Verkaufsunterlagen") erstellt. Es
besteht die Möglichkeit, dass Gesellschaften der MPC
Capital-Gruppe bei unsachgemäßen oder
unvollständigen Angaben in den Verkaufsunterlagen
haftbar gemacht werden.
Die MPC Capital-Gruppe wirkt diesen Risiken mit
entsprechenden Kontrollen und hohen
Qualitätsansprüchen an die Erstellung dieser
Unterlagen und Folgepflichten sowie des Abschlusses von
Versicherungsschutz entgegen. Insbesondere zur
Überprüfung der Richtigkeit bedient sie sich
dabei der Unterstützung externer Berater. Bei der
Erstellung der Nachträge geht die MPC Capital-Gruppe
mit der gleichen Sorgsamkeit und Qualität vor, wie
dies bei der Erstellung der Verkaufsunterlagen der Fall
ist.
Seit dem 22. Juli 2013 werden die Anforderungen an die
Verkaufsunterlagen durch die Vorschriften des
Kapitalanlagegesetzbuchs (KAGB) bestimmt.
Risiken im Zusammenhang mit § 172 Abs. 4 HGBDie TVP Treuhand- und Verwaltungsgesellschaft für
Publikumsfonds mbH & Co. KG ("TVP") hält bei
zahlreichen Fonds im großen Volumen für Anleger
Kommanditanteile treuhänderisch und ist als
Kommanditistin im Handelsregister eingetragen. Sofern in
der Vergangenheit Auszahlungen an die Anleger geleistet
wurden, die nicht durch handelsrechtliche Gewinne gedeckt
waren, kann dies ein Haftungsrisiko für die
Treuhandgesellschaft darstellen. Im Falle von notleidenden
beziehungsweise von einer Insolvenz betroffenen
Fondsgesellschaften können Gläubiger diese nicht
gewinngedeckten Auszahlungen von den Gesellschaften wieder
einfordern und sich aufgrund der Treuhänderstellung
dabei an die Treuhandgesellschaft selbst wenden. Die
Treuhandgesellschaft trägt dann das Risiko, die sich
aus dem Treuhandvertrag ergebenen Regressansprüche
gegenüber den jeweiligen Fondsanlegern individuell
geltend zu machen. Im Jahr 2022 konnte das insoweit
bestehende Risiko durch die Veräußerung von
Assets und die Rückführung von Darlehen weiter
reduziert werden. Im Übrigen hat die TVP mit
Gläubigern von Fondsgesellschaften Vereinbarungen
geschlossen, nach denen die Gläubiger vorrangig die
Anleger in Anspruch nehmen. Allerdings ist für den
Fall, dass über das Vermögen von
Fondsgesellschaften das Insolvenzverfahren eröffnet
wird, der Insolvenzverwalter an diese Vereinbarungen nicht
gebunden. Aber auch der Insolvenzverwalter lässt sich
die Ansprüche gegen die Anleger abtreten und geht in
der Regel nicht gegen die Treuhandgesellschaft direkt vor.
Finanzwirtschaftliche RisikenBewertungsrisiken aus BeteiligungenDer MPC Capital-Konzern hält verschiedene
Beteiligungen an Unternehmen und Gesellschaften sowie
Vermögensgegenständen. Im Rahmen eines
umfassenden und regelmäßigen Risikomanagements
prüft der MPC Capital-Konzern die Werthaltigkeit
dieser Beteiligungen und/oder
Vermögensgegenstände und korrigiert
gegebenenfalls die in der Bilanz und/oder der Konzernbilanz
der MPC Capital AG dafür aufgeführten
Wertansätze.
Auch aufgrund von gesellschaftsrechtlichen Regelungen
bei Beteiligungsunternehmen können sich
Veränderungen von Wertansätzen negativ auf den
Konzern auswirken.
LiquiditätsrisikoDie Überwachung des Liquiditätsrisikos wird im
MPC Capital-Konzern zentral gemanagt. Zur Sicherstellung
der Zahlungsfähigkeit werden ausreichende
Liquiditätsreserven vorgehalten, um konzernweit
Zahlungsverpflichtungen zur jeweiligen Fälligkeit
nachkommen zu können.
Der MPC Capital-Konzern verfügt über eine
komfortable Liquiditätsausstattung. Die zum
Bilanzstichtag 31. Dezember 2022 zur Verfügung
stehende Liquidität und die im Konzern am Stichtag
bestehenden finanziellen Verbindlichkeiten werden inklusive
einer Laufzeitangabe im Anhang des MPC Capital-Konzerns und
der MPC Capital AG ausgewiesen.
ZinsänderungsrisikoRisiken aus Zinsveränderungen sind für den MPC
Capital-Konzern als gering einzustufen.
Zinssicherungsgeschäfte hat das Unternehmen zum
Bilanzstichtag nicht abgeschlossen.
Risiken aus SteuernachforderungenEs kann nicht ausgeschlossen werden, dass die
Finanzverwaltung im Rahmen künftiger steuerlicher
Außenprüfungen oder im Rahmen der Änderung
der höchstrichterlichen Rechtsprechung zu einer
anderen Bewertung von Sachverhalten als die MPC
Capital-Gruppe kommt oder bisherige Bewertungen ändert
und Steuernachforderungen für vergangene
Veranlagungszeiträume geltend macht. Entsprechendes
gilt auch für zukünftige
Veranlagungszeiträume. Mit dem Risiko von
Steuernachzahlungen ist zugleich ein Zinsrisiko in nicht
unerheblicher Höhe verbunden, da verspätete
Steuernachzahlungen in Deutschland grundsätzlich nach
den gesetzlichen Regelungen zu verzinsen sind.
WährungsrisikenDer MPC Capital-Konzern unterliegt im Rahmen seiner
internationalen Geschäftstätigkeit
Währungsrisiken. Diese ergeben sich aus
Kursveränderungen zwischen der Konzernwährung
Euro und Fremdwährungen.
Die Gesellschaften aus den Asset Units Shipping und
Renewables realisieren Umsätze in US-Dollar. Die
Ausgaben fallen dagegen im Wesentlichen in Euro an, so dass
sich ändernde Wechselkurse das Ergebnis wesentlich
beeinflussen können.
Zur Absicherung der Währungsrisiken wurde ein
wesentlicher Teil der für das Jahr 2022 vertraglich
fixierten US-Dollar-Umsätze mit derivativen
Finanzinstrumenten unterlegt. Im Rahmen des
Konzern-Treasury werden Wechselkursverläufe
fortlaufend analysiert, um bedarfsorientiert
Währungssicherungen vorzunehmen.
Forderungs- und ErtragsausfallrisikoDie Geschäftstätigkeit des MPC
Capital-Konzerns umfasst auch Finanzierungs- und
Managementleistungen für Fonds- und
Tochtergesellschaften. In diesem Zusammenhang hat der
Konzern Forderungen aufgebaut. Der MPC Capital-Konzern
prüft die Werthaltigkeit sämtlicher Forderungen
regelmäßig. Wertminderungen werden
buchhalterisch erfasst und in den sonstigen betrieblichen
Aufwendungen ausgewiesen, sie beliefen sich im
Geschäftsjahr 2022 auf EUR 3,7 Mio. (2021: EUR 1,6
Mio.).
Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass der MPC
Capital-Konzern auch zukünftig Forderungen
wertberichtigen muss.
EventualverbindlichkeitenZum 31. Dezember 2022 bestanden
Eventualverbindlichkeiten nach § 251 HGB in Höhe
von insgesamt EUR 2,2 Mio. (31. Dezember 2021: EUR 3,4
Mio.), die im Wesentlichen aus selbstschuldnerischen
Bürgschaften und Garantien resultierten. Derzeit gibt
es keine Hinweise auf eine Inanspruchnahme. Das
wirtschaftliche Risiko wird vom Vorstand der MPC Capital AG
daher als gering eingestuft.
Sollte entgegen der Einschätzung des Vorstands die
Gesellschaft aus einer oder mehreren
Eventualverbindlichkeiten in Anspruch genommen werden,
könnte dies einen deutlichen Einfluss auf die
finanzielle Lage des MPC Capital-Konzerns haben.
Gesamtaussage zur Risiko- und ChancensituationDie Gesamtrisiko- und Chancensituation ergibt sich
für den MPC Capital-Konzern aus den zuvor
dargestellten Einzelrisiken und Chancen. Um die
Beherrschung dieser Risiken zu gewährleisten, hat die
Gesellschaft ein umfangreiches Risikomanagementsystem
geschaffen. Auch wenn sich die makroökonomischen und
geopolitischen Rahmenbedingungen deutlich verändert
haben, hat sich die Risikosituation des MPC
Capital-Konzerns gegenüber dem Vorjahr nicht
wesentlich verschlechtert.
Nach den uns heute bekannten Informationen bestehen
keine Risiken, die den Fortbestand wesentlicher
Konzerngesellschaften oder des gesamten MPC
Capital-Konzerns gefährden könnten.
Wesentliche Merkmale des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems im Hinblick auf den RechnungslegungsprozessIm Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess ist das
Risikomanagementsystem auf die Einhaltung rechtlicher und
branchenüblicher Standards, die korrekte bilanzielle
Erfassung von Sachverhalten sowie die angemessene Bewertung
und Berücksichtigung von bilanziellen Risiken
ausgerichtet. Das interne Kontroll- und
Risikomanagementsystem im Hinblick auf den
Rechnungslegungsprozess hat daher zum Ziel, die
Ordnungsmäßigkeit der Buchführung und
Rechnungslegung sowie die Verlässlichkeit der
finanziellen Berichterstattung sicherzustellen.
Die fortlaufende Überwachung erfolgt über ein
internes rechnungslegungsbezogenes Kontrollsystem (IKS),
das einen integralen Part des Risikomanagementsystems
darstellt. Das IKS beinhaltet rechtliche und interne
Grundsätze, Verfahren sowie präventive und
aufdeckende Kontrollen.
Die integrierten Sicherungsmaßnahmen sollen Fehler
verhindern. Durch die Kontrollen soll die
Wahrscheinlichkeit des Auftretens von Fehlern in
Arbeitsabläufen vermindert beziehungsweise Fehler
aufgedeckt werden. Zu den Maßnahmen zählen
insbesondere Funktionstrennungen, Genehmigungsprozesse wie
das Vier-Augen-Prinzip, IT-Kontrollen,
Zugriffsbeschränkungen und Berechtigungskonzepte im
IT-System.
Qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die
Verwendung branchenüblicher Software sowie klare
unternehmensinterne und gesetzliche Vorgaben bilden dabei
die wesentlichen Grundlagen für einen einheitlichen
und kontinuierlichen Rechnungslegungsprozess innerhalb des
MPC Capital-Konzerns.
Die MPC Capital AG ist als Mutterunternehmen des MPC
Capital-Konzerns in das oben dargestellte
rechnungslegungsbezogene interne Kontrollsystem
eingebunden. Die oben gemachten Angaben gelten
grundsätzlich auch für den Jahresabschluss der
MPC Capital AG.
VI. PrognoseberichtIn den folgenden Prognosen sind Annahmen enthalten,
deren Eintritt nicht sicher ist. Sofern eine oder mehrere
Annahmen nicht eintreffen, können die
tatsächlichen Ergebnisse und Entwicklungen wesentlich
von den dargestellten Prognosen abweichen.
Wirtschaftliche RahmenbedingungenDer Ukrainekrieg, eine sehr hohe Inflation und steigende Zinsen haben zu einer deutlichen Eintrübung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen geführt. Auch wenn sich die Stimmungsindikatoren aufgrund guter Arbeitsmarktdaten und dem gesunkenen Risiko einer Energiekrise in Europa zuletzt leicht aufgehellt haben, bleibt die globale wirtschaftspolitische Herausforderung, eine hohe Inflation einzudämmen, ohne die Konjunktur zu stark auszubremsen. Für 2023 rechnet das Institut für Weltwirtschaft Kiel ("IfW") mit einem Zuwachs der Weltproduktion um 2,2 % nach 3,2 % im Jahr 2022. In der Eurozone und in Deutschland befindet sich die Wirtschaft in einer Stagflationsphase. Das IfW rechnet für 2023 mit einem leichten Rückgang des Bruttoinlandsprodukts von -0,1 % im Euroraum (2022: 3,0 %) bzw. -0,3 % für Deutschland (2022: 1,5 %). 10 Der starke Anstieg der Inflation führte global zu einer restriktiveren Geldpolitik. Die EZB erhöhte den Leitzins zuletzt Anfang Februar 2023 auf 3,0 % und kündigte weitere Zinsschritte zur Eindämmung der Inflation an. Angesichts einer zuletzt wieder leicht abflauenden Inflation in den USA drosselte die Notenbank Federal Reserve das Zinserhöhungstempo und erhöhte den Leitzins Anfang Februar 2023 moderat um 25 Basispunkte - auf die neue Spanne von 4,5 bis 4,75 %, was dem höchsten Zinsniveau seit November 2007 entspricht. 11 Der US-Dollar konnte 2022 gegenüber dem Euro zunächst deutlich aufwerten und unterschritt zur Mitte des Jahres sogar die Parität zum Euro. Aufgrund zunehmender Unsicherheiten hinsichtlich der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung in den USA konnte der Euro zuletzt wieder deutlich aufholen. Für 2023 rechnen führende Banken mit einer volatilen, seitwärts gerichteten Entwicklung. 12 Nach Ansicht des französischen Asset Managers Amundi sollten Anleger im derzeitigen Umfeld mit steigenden Zinsen, einem sich verlangsamenden globalen Wachstum und einer anhaltenden Inflation verstärkt auch Investitionen in Real Assets ("Private Markets") in Betracht ziehen, die in dieser Phase widerstandsfähiger erschienen. So sei beispielsweise die Dekarbonisierung ein Hauptanliegen der Regierungen, aber es werde zusätzlich privates Kapital benötigt, um die öffentliche Finanzierung zu ergänzen. Es seien massive neue Investitionen erforderlich, nicht nur in den Bau von Solar- und Windkraftanlagen, sondern auch in die Digitalisierung der Netze im Zuge der Anpassung an neue Arten der Stromerzeugung. Darüber hinaus seien erhebliche neue Infrastrukturinvestitionen erforderlich, um eine Energieunabhängigkeit von Russland und fossilen Brennstoffen erreichen zu können. 13
10 IfW Kiel, Kieler Konjunkturbericht Nr. 94
(2022/Q4)
Erwartete GeschäftsentwicklungOperativ stehen im Wesentlichen der weitere Ausbau der
Investmentplattformen für erneuerbare Energien,
nachhaltiger Immobilienprojekte sowie der maritimen
Aktivitäten - mit Schwerpunkt auf Projekten im
Zusammenhang mit der Dekarbonisierung der Schifffahrt - im
Mittelpunkt der Geschäftsentwicklung im Jahr 2023.
Die Prognose für das Geschäftsjahr 2023 beruht
auf der Annahme, dass geopolitische Spannungen nicht weiter
eskalieren und sich das finanz- und wirtschaftspolitische
Umfeld nicht massiv verschlechtert.
Real Estate: Nach dem Verkauf der Aktivitäten in
den Niederlanden konzentriert sich die MPC Capital-Gruppe
vorerst auf den deutschen Immobilienmarkt. Durch das
veränderte Zinsumfeld und gestiegene Baukosten hat
sich die Identifizierung von Investments, die den
Renditeansprüchen der Investoren entsprechen,
erheblich erschwert. Auf der anderen Seite bietet das
veränderte Marktumfeld Chancen für neue
Investmentprojekte. Weiterhin verfolgt MPC Capital den
Verkauf von Büroimmobilien aus Bestandsfonds,
worüber zusätzliche Transaktionserlöse
generiert werden könnten.
Im Renewables-Bereich wird sich die MPC Capital-Gruppe
im Jahr 2023 auf den weiteren Ausbau der
Investment-Strategie in Mittelamerika und der Karibik
fokussieren sowie die Einführung weiterer
Investment-Vehikel prüfen. Im Fokus stehen
zunächst die Anbindung weiterer Projekte für die
MPC Energy Solutions sowie Maßnahmen zum Ausbau der
Kapitalausstattung, um zusätzliches Wachstumspotential
zu generieren. Darüber hinaus prüft die MPC
Capital-Gruppe auch den Einstieg in weitere Märkte.
Der Investitionsbedarf ist vor dem Hintergrund der
Erreichung der globalen Klimaziele enorm hoch. Daher bieten
sich für MPC Capital auf Basis ihres erprobten
Geschäftsmodells auch in etablierten Märkten
aussichtsreiche Wachstumsmöglichkeiten.
Im Shipping-Bereich rechnet MPC Capital trotz der
gestiegenen Marktunsicherheiten mit einer weiterhin sehr
dynamischen Entwicklung und einer auch aufgrund von
mittelfristigen Verträgen hohen Auslastung der von
Unternehmen der MPC Capital-Gruppe gemanagten Flotte. Zudem
ist ein großes Interesse für weitere Projekte
zur Flottenerneuerung, insbesondere im Zusammenhang mit
alternativen, nachhaltigen Antriebstechnologien, zu
verzeichnen. Aus der Beteiligung an der MPC Container Ships
ASA ist mit nachhaltigen, deutlich über das Jahr 2023
hinausgehenden Rückflüssen zu rechnen, ebenso aus
Projekten, die MPC Capital im Jahr 2022 positioniert hat.
Prognose für den MPC Capital-Konzern: Für das
Geschäftsjahr 2023 rechnet der Vorstand mit einem
Konzernumsatz, der auf dem Niveau des Vorjahres liegen
dürfte.
Bereinigt um den Sondereffekt aus dem Verkauf der
niederländischen Immobilienaktivitäten im
Geschäftsjahr 2022, ist im Geschäftsjahr 2023 mit
einer weiteren Verbesserung der Ertragskraft zu rechnen.
Das Konzernergebnis vor Steuern (EBT) dürfte sich
durch eine niedrigere Kostenbasis sowie anhaltend hohe
Erträge aus Co-Investments in einer Bandbreite
zwischen EUR 15,0 Mio. und EUR 20,0 Mio. bewegen.
13 Investment Outlook 2023, Amundi Asset
Management, November 2022, S. 20
Die Liquidität dürfte sich bei einem positiven
operativen Cashflow und stabilen
Kapitalrückflüssen aus CoInvestments vor dem
Hintergrund einer stark steigenden
Investitionstätigkeit im Verlauf des
Geschäftsjahres sowie einer erhöhten
Dividendenauszahlung spürbar verringern. Der Vorstand
strebt weiterhin eine Eigenkapitalquote von über 70 %
an.
Für die Konzernobergesellschaft, die MPC Capital
AG, rechnet der Vorstand im Geschäftsjahr 2023 mit
Erlösen und Aufwendungen sowie einem EBT auf dem
Niveau des Vorjahres. Auch die Liquiditätsausstattung
und die Eigenkapitalquote dürften sich auf dem Niveau
des Vorjahres bewegen.
Hamburg, den 20. Februar 2023 scrollen
BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERSAn die MPC Münchmeyer Petersen Capital AG, HamburgPRÜFUNGSURTEILEWir haben den Jahresabschluss der MPC Münchmeyer
Petersen Capital AG, Hamburg - bestehend aus der Bilanz zum
31. Dezember 2022 und der Gewinn- und Verlustrechnung
für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum
31. Dezember 2022 sowie dem Anhang, einschließlich
der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden -
geprüft.
Darüber hinaus haben wir den zusammengefassten
Lagebericht der MPC Münchmeyer Petersen Capital AG
für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2022 bis zum
31. Dezember 2022 geprüft.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse scrollen
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB
erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen
Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des
Jahresabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts
geführt hat.
GRUNDLAGE FÜR DIE PRÜFUNGSURTEILEWir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und
des zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung
mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der
Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen
Grundsätze ordnungsmäßiger
Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere
Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen
ist im Abschnitt "VERANTWORTUNG DES ABSCHLUSSPRÜFERS
FÜR DIE PRÜFUNG DES JAHRESABSCHLUSSES UND DES
ZUSAMMENGEFASSTEN LAGEBERICHTS" unseres
Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir
sind von dem Unternehmen unabhängig in
Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen
und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere
sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung
mit diesen Anforderungen erfüllt.
Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten
Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um
als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum
Jahresabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht zu
dienen.
VERANTWORTUNG DER GESETZLICHEN VERTRETER UND DES AUFSICHTSRATS FÜR DEN JAHRESABSCHLUSS UND DEN ZUSAMMENGEFASSTEN LAGEBERICHTDie gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für
die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen,
für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen
Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und
dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der
deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger
Buchführung ein den tatsächlichen
Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-,
Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner
sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die
internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit
den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger
Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die
Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen,
der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund
von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der
Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder
Irrtümern ist.
Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die
gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die
Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der
Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren
haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang
mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit,
sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus
sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des
Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der
Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht
tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten
entgegenstehen.
Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter
verantwortlich für die Aufstellung des
zusammengefassten Lageberichts, der insgesamt ein
zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt
sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem
Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen
gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und
Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend
darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter
verantwortlich für die Vorkehrungen und
Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet
haben, um die Aufstellung eines zusammengefassten
Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden
deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen,
und um ausreichende geeignete Nachweise für die
Aussagen im zusammengefassten Lagebericht erbringen zu
können.
Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die
Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der
Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des
zusammengefassten Lageberichts.
VERANTWORTUNG DES ABSCHLUSSPRÜFERS FÜR DIE PRÜFUNG DES JAHRESABSCHLUSSES UND DES ZUSAMMENGEFASSTEN LAGEBERICHTSUnsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit
darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes
frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von
dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der
zusammengefasste Lagebericht insgesamt ein zutreffendes
Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in
allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie
mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in
Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften
entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen
Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen
Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere
Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum
zusammengefassten Lagebericht beinhaltet.
Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an
Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in
Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der
vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW)
festgestellten deutschen Grundsätze
ordnungsmäßiger Abschlussprüfung
durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche
Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen
können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern
resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn
vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass
sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses
Jahresabschlusses und zusammengefassten Lageberichts
getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten
beeinflussen.
Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus scrollen
Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.
Hamburg, 24. Februar 2023 BDO
AG
gez. Härle, Wirtschaftsprüfer gez. Naqschbandi , Wirtschaftsprüferin |
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||