PAUL HARTMANN AG

Heidenheim an der Brenz

Jahresabschluss zum 31.12.2017

Lagebericht 2017

Grundlagen des Konzerns

Die HARTMANN GRUPPE fokussiert ihre Geschäftstätigkeit auf Systemlösungen für professionelle Kunden in Medizin und Pflege sowie Sortimente für Endverbraucher. In der PAUL HARTMANN AG sind die wesentlichen organisatorischen Einheiten zusammengefasst, welche die Konzernaktivitäten steuern.

Komplettlösungen für Medizin und Pflege

Die HARTMANN GRUPPE ist einer der führenden europäischen Anbieter von Medizin- und Pflegeprodukten samt unterstützenden Dienstleistungen mit den Kompetenzschwerpunkten Wundbehandlung, Inkontinenzversorgung und Infektionsprophylaxe. Zusätzlich ergänzt wird das Portfolio durch Produkte für die Kompressionstherapie, Immobilisation und Erste Hilfe sowie zur Selbstdiagnose.

Den Schwerpunkt bilden die Systemangebote für professionelle Anwender in Kliniken, Arztpraxen, Apotheken, Pflege- und Altenheimen sowie Produkte für die häusliche Pflege. Um die umfassende und kostengünstige Versorgung sicherzustellen, etwa bei der häuslichen Belieferung mit absorbierenden Inkontinenzprodukten, kooperieren wir verstärkt mit den Trägern der Gesundheitssysteme, dem Sanitätsfachhandel und Apotheken. Unsere Komplettlösungen mit anwendergerechten Produkten und maßgeschneiderten Serviceleistungen tragen dazu bei, die tägliche Versorgung effektiv und wirtschaftlich zu gestalten. In der Produktentwicklung verfolgen wir ausschließlich solche Konzepte, die einen breiten Mehrwert für Ärzte, Pflegepersonal und Patienten schaffen. Unser Portfolio an Systemangeboten basiert auf fundiertem medizinischem Wissen, langjähriger Praxiserfahrung und einem tiefen Verständnis für die Bedürfnisse, Anforderungen und Arbeitsabläufe unserer Kunden.

HARTMANN verfolgt das Ziel, als zuverlässiger Partner dauerhafte Kundenbeziehungen aufzubauen und in allen Märkten, die über eigene Gesellschaften bedient werden, eine führende Position einzunehmen.

Zusätzlich zu den medizinischen Kernsortimenten für professionelle Zielgruppen in Medizin und Pflege führt HARTMANN auch medizinische Sortimente und Geräte für Endverbraucher, die vorrangig über Apotheken und den Sanitätsfachhandel vertrieben werden. Daneben gewinnen der Markt für Selbstzahler und der Vertrieb über den Einzelhandel weiter an Relevanz, dem wir durch konsumentennahe medizinische Sortimente sowie Pflege- und Kosmetikprodukte begegnen.

Kundenzentrierte globale Organisationsstruktur

Entsprechend der internen Steuerung werden die Geschäftsaktivitäten der HARTMANN GRUPPE in Geschäftssegmenten ausgewiesen, die nach Sortimentsschwerpunkten gegliedert sind: Wund-, Inkontinenz- und Infektionsmanagement sowie das Segment Weitere Konzernaktivitäten, dem schwerpunktmäßig die Aktivitäten der Konzerngesellschaften KNEIPP, KOB, CMC und NOGE zugeordnet sind. Die Organisationsstruktur der HARTMANN GRUPPE wurde zur Jahresmitte 2017 - unter Beibehaltung der Geschäftssegmente - neu gestaltet, um das Produktportfolio noch stärker auf spezielle Zielgruppen auszurichten, die Innovationsgeschwindigkeit zu steigern und das nachhaltige Wachstum bestmöglich zu unterstützen. Das operative Geschäft wird nunmehr über zwei globale Organisationen gesteuert, die zum einen das Inkontinenzmanagement und das Endverbrauchergeschäft (Incontinence & Personal Healthcare) und zum anderen das globale Geschäft in Wundmanagement, Infektionsmanagement und Risk Prevention (Medical Products) bündeln. Die beiden Organisationen, für die jeweils ein Mitglied des Vorstands verantwortlich ist, werden durch zentrale Service-Funktionen unterstützt. Hierdurch werden die Landesgesellschaften entlastet und Synergiepotenziale erschlossen.

Differenzierte Strategien für profitables Wachstum

Im Bereich der Wundauflagen hat es sich HARTMANN zum Ziel gesetzt, seine in Europa führende Marktposition sowohl bei klassischen Verbandstoffen als auch bei modernen Therapiekonzepten weiter auszubauen und seine Marktaktivitäten weiter zu internationalisieren. Der Fokus in den Märkten richtet sich darauf, als Anbieter anwenderfreundlicher Lösungen wahrgenommen zu werden, die eine rasche und effektive Wundheilung bei möglichst geringen Behandlungskosten sicherstellen.

Im Markt für Inkontinenzprodukte ergeben sich einerseits Chancen aus dem demografischen Wandel, andererseits steigt der Kostendruck in Gesundheitsmärkten und Erstattungssystemen. Wir begegnen diesen Herausforderungen mit Produktinnovationen und -aktualisierungen, auf deren Basis wir auch künftig sowohl im Kerngeschäft mit Pflegeeinrichtungen und in der häuslichen Versorgung als auch im wachsenden Markt der selbstzahlenden Endverbraucher profitabel wachsen können.

Um langfristig die Wettbewerbsfähigkeit bei OP-Einwegprodukten zu sichern, setzt HARTMANN verstärkt auf maßgeschneiderte Lösungen, die an den individuellen Kundenbedürfnissen hinsichtlich der Prozessoptimierung bei Operationen im stationären und ambulanten Bereich ausgerichtet sind.

Bei Desinfektionsmitteln profitiert HARTMANN vom globalen Marktwachstum, das einerseits vom steigenden Gesundheitsbewusstsein und dem Wissen über die Übertragungswege von Keimen und andererseits von strikteren Vorgaben in der Anwendung und Einhaltung von Hygienestandards getrieben wird. Um die Chancen umfassend zu nutzen, arbeiten wir bei der Entwicklung neuer Hygienestandards eng mit Kliniken, nationalen Hygieneinstituten sowie mit Pflegeeinrichtungen und ambulanten Behandlungszentren zusammen.

Gezielte Entwicklungsprojekte für effiziente Lösungen in Medizin und Pflege

Mit Sortimentsaktualisierungen und Neuentwicklungen stellt HARTMANN den verschiedenen Kundengruppen ein modernes und attraktives Produktportfolio zur Verfügung. Wir arbeiten neben den Initiativen zu den Produkten an der Entwicklung von darüberhinausgehenden Angeboten und Services im Bereich der Logistik und digitaler Prozesse.

Kern der Entwicklungsarbeit der HARTMANN GRUPPE ist, modernste medizinisch-pflegerische Standards in der Patientenversorgung mit Forderungen nach Kosteneffizienz in den Gesundheitssystemen in Einklang zu bringen. Neben Verbesserungen bezüglich therapeutisch-pflegerischer Eigenschaften und der Vereinfachung von Arbeitsabläufen unserer Kunden, auch unter Nutzung digitaler Prozesse, steht daher ebenfalls die Reduktion der Gesamtkosten einer Behandlung im Fokus. Gleichzeitig sollen durch die Weiterentwicklung des Angebots Kostenvorteile für die HARTMANN GRUPPE generiert werden. In Summe wendete das Unternehmen im Berichtsjahr 60,3 Mio. EUR für Forschung und Entwicklung auf.

Um den Marktanforderungen bestmöglich zu entsprechen, setzt die HARTMANN GRUPPE auf ein breit gefächertes, internationales Kompetenznetzwerk. Zum einen arbeiten wir eng mit unseren Kunden in Medizin und Pflege zusammen, um ihre Bedürfnisse hinsichtlich der Entwicklung von Produkteigenschaften und -anwendungen zu verstehen. Zum anderen stehen wir mit führenden Forschungs- und Gesundheitseinrichtungen in engem Austausch, um in unseren Technologiefeldern richtungsweisende Lösungen zu erarbeiten und zu erproben. Damit strebt HARTMANN an, seine in vielen Ländern führende Marktposition zu festigen und in seinen Absatzmärkten ein dynamisches Wachstum zu erzielen. Dafür steht unser Markenversprechen "Going further for health".

Im Segment Wundmanagement hat HARTMANN unter anderem das stark absorbierende Zetuvit® Plus, das besonders für stark exsudierende Wunden geeignet ist, und die Wundauflage HydroClean® plus weiterentwickelt. Diese wurde für den innovativen Saug-Spül-Mechanismus vom Journal of Wound Care als Most Innovative New Dressing 2017 ausgezeichnet.

Im Segment Inkontinenzmanagement wurde das Skintegrity-System im Markt eingeführt. Skintegrity steht für die Verbindung von absorbierenden Inkontinenzprodukten und medizinischer Hautpflege unter der Marke MoliCare®. Dadurch ist eine optimale Unterstützung zur Gesunderhaltung der Haut bei Inkontinenz gewährleistet. Der Inkontinenz-Slip MoliCare® Premium Elastic konnte in der Inkontinenzversorgung als Lösung sowohl für Betroffene als auch für das Pflegepersonal schrittweise etabliert werden. Einerseits bietet das Produkt einen erhöhten Tragekomfort, andererseits Kraft- und Zeitersparnisse beim Anlegen für das Pflegepersonal. Häufig auftretenden Erkrankungen des Bewegungsapparates wird damit vorgebeugt.

Im Segment Infektionsmanagement standen unverändert Innovationen bei Produkten zur Hände- und Flächendesinfektion im Vordergrund, die in ein multimodales, ganzheitliches Konzept zur Verbesserung der Händehygiene eingebettet sind.

HARTMANN ist mit eigenen Gesellschaften international marktnah aufgestellt

Die HARTMANN GRUPPE setzt sich aus der PAUL HARTMANN AG und Konzerngesellschaften in Deutschland sowie in ausländischen Absatzmärkten zusammen. Die Gesellschaften sind ergebnisverantwortlich und in fünf geografischen Regionen zusammengefasst, die länderübergreifende Steuerungsfunktionen übernehmen.

PAUL HARTMANN AG steuert die Konzernaktivitäten

Die PAUL HARTMANN AG wird durch einen Vorstand geleitet, an dessen Spitze der Vorstandsvorsitzende steht. Der Vorstand bestimmt die Konzernstrategie, übernimmt die Steuerung der Divisionen, die das Produkt- und Dienstleistungsportfolio festlegen, und der Regionen und Gesellschaften, organisiert die weltweite Lieferkette, betreibt das Führungskräftemanagement, ordnet die Ressourcen strategiekonform zu und ist verantwortlich für das Management der Finanzen. Funktionsbereiche innerhalb der PAUL HARTMANN AG nehmen die Konzernsteuerung wahr.

PAUL HARTMANN AG ist keine börsennotierte Gesellschaft im Sinne des Aktiengesetzes

Das gezeichnete Kapital der PAUL HARTMANN AG setzt sich zum 31. Dezember 2017 unverändert aus insgesamt 3.572.424 Namensstückaktien zusammen. Mit Ausnahme der 20.682 eigenen Aktien sind sämtliche Aktien voll stimmberechtigt.

Die HARTMANN-Aktie ist in den Handel des Open Market an der Frankfurter Wertpapierbörse einbezogen. Daher ist weder die PAUL HARTMANN AG eine börsennotierte Gesellschaft im Sinne von § 3 Absatz 2 des AktG, noch wird die HARTMANN-Aktie an einem organisierten Markt im Sinne des § 2 Absatz 5 WpHG gehandelt. Demnach gelten allein die Mitteilungspflichten nach §§ 20 und 21 AktG.

Vorstandsmitglieder werden gemäß den Regelungen des § 84 AktG bestellt und abberufen. Weiterhin regelt die Satzung, dass der Aufsichtsrat der PAUL HARTMANN AG die Zahl der Mitglieder des Vorstands bestimmt und er ein Mitglied des Vorstands zum Vorsitzenden bestellen kann. Der Vorstand besteht aus mindestens zwei Mitgliedern. Eine Ermächtigung des Vorstands zur Ausgabe von Aktien besteht derzeit nicht. Jedoch ist der Vorstand gemäß Beschluss der Hauptversammlung vom 8. Mai 2015 bis zum 30. April 2020 ermächtigt, eigene Aktien für das Unternehmen in Höhe von bis zu 10 % des Grundkapitals zu erwerben und wieder zu veräußern.

Es bestehen keine Vereinbarungen der Gesellschaft mit dem Vorstand hinsichtlich eines Kontrollwechsels infolge einer Übernahme oder hinsichtlich Entschädigungsvereinbarungen der Gesellschaft für den Fall einer Übernahme.

Wirtschaftliche Rahmenbedingungen

Der Markt für Medizinprodukte ist auch in 2017, vorwiegend getrieben durch die Zunahme chronischer Erkrankungen in einer alternden Bevölkerung, weiter gewachsen. Hiervon profitierten alle Marktsegmente. Ein zunehmender Preiswettbewerb bei zugleich steigenden Kosten -insbesondere durch die EU-Medizinprodukteverordnung - setzten die Margen jedoch international unter Druck.

Stärkstes Wirtschaftswachstum in Deutschland seit 2011

Das deutsche Bruttoinlandsprodukt ist 2017 laut Statistischem Bundesamt um 2,2 % gewachsen. Im Jahr 2016 hatte das Bruttoinlandsprodukt um 1,9 % zugelegt. Getragen wurde das kräftige Wachstum weiterhin vom privaten Konsum, gestiegenen Investitionen der Unternehmen und den durch die starke Weltwirtschaft unterstützten Exporten. Deutschlands Exporteure erlebten 2017 das vierte Rekordjahr in Folge.

Von der seit Jahren florierenden Konjunktur und den anhaltend niedrigen Zinsen profitierte auch der deutsche Staat. Zum vierten Mal in Folge konnte in Deutschland ein Überschuss erzielt werden. Mit 1,2 % des Bruttoinlandsprodukts (38,4 Mrd. EUR) liegt dieser über dem Vorjahreswert von 0,8 %.

Der deutsche Arbeitsmarkt hat sich in 2017 ebenfalls weiter verbessert. Unternehmen suchten weiter nach Fachkräften, um der hohen Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen begegnen zu können.

Laut OECD wuchs die Wirtschaft in der Eurozone mit einem Plus von 2,4 % stärker als in den USA. Dort wird das Wachstum mit 2,2 % in 2017 beziffert. Weltweit belief sich das Wirtschaftswachstum laut OECD auf 3,6 %.

Durchschnittlich 9 % des Bruttosozialproduktes wurde in den OECD-Ländern in 2017 für Gesundheit ausgegeben, ein Fünftel davon direkt von den privaten Haushalten.

Rohstoffpreise teilweise mit starkem Anstieg

Die für die HARTMANN GRUPPE bedeutenden Rohstoffe haben sich in 2017 insgesamt verteuert. Öl lag um rund 20 % (Brent) über dem Vorjahreswert. Zellulose stieg im Laufe des Jahres 2017 kontinuierlich an und verzeichnete einen Preisanstieg von 18 %. Die Baumwollpreise legten unter starken Schwankungen im Jahresverlauf um 7 % zu.

Markt für Medizinprodukte entwickelte sich weiterhin positiv

Das Wachstum im Markt für Medizinprodukte basierte auch im Geschäftsjahr 2017 auf medizinischem Fortschritt, der weiter steigenden Zahl älterer Menschen in den Industriestaaten und der daraus resultierenden Zunahme von chronischen Erkrankungen. Weitere Wachstumstreiber waren der Ausbau der Gesundheitssysteme in den Schwellen- und Entwicklungsländern sowie ein generell gestiegenes Gesundheitsbewusstsein.

In Deutschland wurden laut Insight Health in 2017 rund 10,4 Mrd. EUR für nicht verschreibungspflichtige Produkte in Apotheken ausgegeben, rund 240 Mio. EUR mehr als im Vorjahr. In stationären Apotheken wurde dabei ein Umsatz von rund 8,6 Mrd. EUR, im Versandhandel von knapp 1,8 Mrd. EUR erzielt.

2017 lebten in den OECD-Ländern schätzungsweise 18,7 Millionen Menschen mit Demenz; rund 5 % der Bevölkerung war hier über 80 Jahre alt. Vor allem die zusätzlich zu den kognitiven Störungen auftretenden Probleme Demenzkranker, zu denen auch Inkontinenz und chronische Wunden gehören, belasten pflegende Angehörige erheblich und führen häufig zur Heimaufnahme.

Nach einer Schätzung von GlobalData erreichte der Weltmarkt für Medizintechnologien 2017 ein Volumen von 425 Mrd. EUR. Die USA hatten mit 158 Mrd. EUR mit Abstand den größten Anteil. Der europäische Markt für Medizinprodukte wurde auf rund 112 Mrd. EUR geschätzt; Deutschland war hier mit rund 26 Mrd. EUR erneut der größte Einzelmarkt, gefolgt von Großbritannien, Frankreich und Italien.

Aus den Umsatzangaben der BVMed-Unternehmen ergibt sich im deutschen Markt für 2017 ein bereinigtes Umsatzwachstum von nur noch 2,8 %, was gegenüber 2015 (4,3 %) und 2016 (4,0 %) eine weitere deutliche Abschwächung im Inlandsmarkt bedeutet. Dabei haben sich zugleich die Gewinnmargen aufgrund zunehmenden Preisdrucks durch Einkaufsgemeinschaften und höherer Kosten, unter anderem durch die neue EU-Medizinprodukteverordnung, verringert.

Wundmanagement war auch 2017 ein Wachstumsmarkt

Das Marktvolumen aller Produktkategorien für das Wundmanagement belief sich GlobalData zufolge im Jahr 2017 weltweit auf rund 31 Mrd. EUR; das jährliche Wachstum lag unverändert bei 4 %.

Dies ist ebenfalls auf die immer älter werdende Bevölkerung und die drastisch steigende Zahl chronischer Wunden, oftmals verursacht durch Diabetes, zurückzuführen.

Der europäische Markt für Wundmanagement wuchs im abgelaufenen Geschäftsjahr sowohl bei modernen als auch bei traditionellen Wundbehandlungsprodukten laut GlobalData um 3 % und war mit einem Gesamtvolumen von 9,7 Mrd. EUR nach Nordamerika der zweitgrößte Absatzmarkt weltweit. Deutschland war mit rund 2,7 Mrd. EUR erneut der größte Einzelmarkt, gefolgt von Großbritannien und Frankreich.

Gutes Wachstumspotenzial für absorbierende Inkontinenzprodukte in Asien und Osteuropa

Nach Berechnungen von Price Hanna Consultants (PHC) lag das globale Absatzvolumen von absorbierenden Inkontinenzprodukten im Jahr 2017 bei rund 53,8 Mrd. Einheiten.

Das stärkste Wachstum verzeichnete der asiatische Markt, auf den 21,5 Mrd. Einheiten bei einer Wachstumsrate von 12,5 % entfielen. Innerhalb Asiens haben im Berichtsjahr vor allem die Märkte China, Indien und Zentralasien stark zugelegt (20,1 %). Japan ist um 3,2 % gewachsen.

Der europäische Markt verzeichnete 2017 ein Mengenwachstum von 7,1 % auf etwa 16 Mrd. Einheiten. Deutschland bildete erneut den größten Einzelmarkt, gefolgt von Frankreich und Großbritannien.

Die westeuropäischen Märkte weisen mit durchschnittlich 70 % eine hohe Sättigung auf, während sich die Marktdurchdringung in Zentral- und Osteuropa mit 9 % im einstelligen Bereich bewegt.

Auch die Nachfrage nach Inkontinenzprodukten ist stark getrieben von der demographischen Entwicklung, insbesondere bei der wachsenden Zahl der Hochbetagten. Angaben des Robert Koch Instituts zufolge sind rund 30 % der Personen dieser Altersgruppe inkontinent.

Trend zu OP-Komplettsets hält weiterhin an

Durch die älter werdende Bevölkerung und immer sicherer und effizienter werdende Eingriffe steigt in vielen Ländern die Zahl der Krankenhauseinweisungen. Auch die Sicherheit von Patienten und Personal im Hinblick auf Hygiene- und Infektionsrisiken hat in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen und maßgeblich zur steigenden Nachfrage nach Einwegprodukten im OP- und Patientenbereich beigetragen.

Der Weltmarkt für OP-Einwegprodukte belief sich laut GlobalData im Jahr 2017 auf ein Gesamtvolumen von rund 12,9 Mrd. EUR. Europa war, nach Nordamerika, mit einem unveränderten Anteil am Weltmarkt von 31 % und einem Volumen von rund 4 Mrd. EUR wieder die zweitgrößte Umsatzregion. Nordamerika lag mit einem Marktanteil von 47 % und einem Volumen von 6 Mrd. EUR auf Platz eins.

Innerhalb der Produktkategorie "Krankenhaus-Einmalprodukte" hatten OP-Komplettsets, gefolgt von OP-Handschuhen und OP-Abdeckmaterialien, weltweit den größten Umsatzanteil.

Die bedeutendsten europäischen Märkte für OP-Einmalprodukte im Berichtsjahr waren Deutschland, gefolgt von Frankreich und Italien. Während der deutsche Markt um rund 3 % gegenüber dem Vorjahr wuchs, lagen die Wachstumsraten für OP-Einmalprodukte in Frankreich und Italien bei knapp 6 bzw. 4 %.

Einer aktuellen Studie von Frost & Sullivan zufolge werden in Europa bei 60 % aller Operationen und Prozeduren in Krankenhäusern OP-Komplettsets eingesetzt.

Gutes Wachstum im Markt für Hände- und Flächendesinfektion

Der globale Markt für Händehygiene lag nach Angaben des Marktforschungsinstituts Technavio in 2017 bei 5,1 Mrd. EUR und ist gegenüber dem Vorjahr um rund 7 % gewachsen. Das Wachstum ist zum einen getrieben von der globalen Verbreitung ansteckender Krankheiten, zum anderen aber auch von der zunehmenden Zahl an hygienebezogenen Kampagnen, beispielsweise der WHO, die auf die Wichtigkeit der Händehygiene hinweisen.

Der am stärksten wachsende Bereich im Markt für Händehygiene ist der kommerzielle Sektor. Er ist im Berichtszeitraum laut Technavio um 8 % auf ein globales Marktvolumen von 1,9 Mrd. EUR gewachsen.

Der industrielle Sektor lag 2017 bei einem Marktvolumen von 1,7 Mrd. EUR und verzeichnete gegenüber dem Vorjahr ein Wachstum von 6 %.

Das Bewusstsein gegenüber der Händehygienepraxis ist vor allem im stationären Bereich (Krankenhäuser und Pflegeheime) in den letzten Jahren stark gestiegen. Dieser Bereich wird von Technavio im Berichtsjahr auf ein globales Marktvolumen von 1,5 Mrd. EUR bei einer Wachstumsrate von knapp 7 % geschätzt.

Der Weltmarkt für Flächendesinfektion hatte nach Schätzungen des Chemical & Material Research Centers 2017 ein Marktvolumen von rund 492 Mio. EUR. Das Wachstum lag bei 8,7 %. Der größte Markt mit einem Anteil von ca. 51 % war 2017 Nordamerika, gefolgt von Europa (25 %) und China (8 %).

Der europäische Markt für Flächendesinfektion hatte 2017 ein Marktvolumen von rund 123 Mio. EUR und ist gegenüber dem Vorjahr um 8 % gewachsen.

Treiber im Markt für Flächendesinfektion sind zum einen die wachsende Zahl der Krankenhausinfektionen und zum anderen die steigende Anzahl an Operationen und Prozeduren.

Umsatz- und Ertragslage

Bei einem Umsatzwachstum 0,7 % auf 864,1 Mio. EUR hat die PAUL HARTMANN AG einen Jahresüberschuss von 31,8 Mio. EUR erzielt. Der Rückgang gegenüber 2016 ist auf ein geringeres Beteiligungsergebnis, Wertberichtigungen und im Vorjahr enthaltene Einmaleffekte zurückzuführen.

Anstieg der Kundenumsätze in Deutschland

Die Umsatzerlöse der PAUL HARTMANN AG stiegen im Geschäftsjahr um 0,7 % auf 864,1 Mio. EUR. Dieser Anstieg ist auf Leistungsverrechnungen an Konzerngesellschaften zurückzuführen.

Die Umsatzerlöse in den Geschäftssegmenten lagen mit 821,7 Mio. EUR auf Vorjahresniveau. Bezogen auf die Absatzwege der PAUL HARTMANN AG ergab sich ein differenziertes Bild. Während die Umsatzerlöse vor allem im Geschäft mit Konzerngesellschaften um 6,7 Mio. EUR sanken, stiegen die Kundenumsätze in Deutschland um 8,4 Mio. EUR auf 484,0 Mio. EUR.

Geschäftssegment Wundmanagement

Die Umsatzerlöse im Segment Wundmanagement stiegen gegenüber dem Vorjahr um 5,5 % auf 206,9 Mio. EUR.

Im Geschäftsbereich Wundmanagement erwiesen sich im Geschäftsjahr 2017 neben superabsorbierenden Wundauflagen, auch antibakterielle Wundauflagen und das innovative Behandlungskonzept HydroTherapy als Wachstumstreiber. Im Bereich der postoperativen Verbände konnte auch in 2017 der langjährige Wachstumstrend fortgeschrieben werden. Im Bereich der klassischen Verbandstoffe sowie der vorkonfektionierten Wundversorgungs-Sets hat sich HARTMANN trotz eines ausschreibungsgetriebenen und sehr preisaggressiven Umfelds im Markt weiterhin behauptet.

Der Bereich Personal Healthcare, der ebenfalls dem Segment Wundmanagement zugeordnet ist, trug zum einen mit Produkteinführungen zum Umsatzwachstum bei. Unter der Marke Veroval® wurde eine neue Generation von Blutdruckmessgeräten mit verbesserten Produkteigenschaften eingeführt. Zum anderen wuchs der Umsatz mit den im letzten Jahr eingeführten Veroval® Selbsttests und dem neuen Sportsortiment Dermaplast® ACTIVE.

Geschäftssegment Inkontinenzmanagement

Im Geschäftssegment Inkontinenzmanagement sanken die Umsatzerlöse um 3,9 % auf 338,6 Mio. EUR.

Sortimentsbezogen sind insbesondere MoliCare® Mobile, MoliMed® und die Hautpflegeserie MoliCare® Skin gewachsen. In einem von Preisdruck geprägten Umfeld verzeichneten Inkontinenzslips sowie Inkontinenzeinlagen zur Versorgung schwerer und mittlerer Inkontinenz einen deutlichen Umsatzrückgang.

Geschäftssegment Infektionsmanagement

Im Segment Infektionsmanagement stiegen die Umsatzerlöse um 1,0 % auf 272,6 Mio. EUR.

Im Sortiment für eine ganzheitliche Infektionsprophylaxe verzeichneten die kundenspezifischen OP-Sets sowie die spezifischen Einwegsets für die Patienten-pflege ein gutes Wachstum. Eine hohe Kundenakzeptanz im Markt fanden auch die Sortimente der OP-Einweg-Instrumente und der OP-Handschuhe. Darüber hinaus konnte das Vorjahreswachstum in der Händedesinfektion durch strategische Wachstumsmärkte außerhalb Europas deutlich übertroffen werden. Die Flächendesinfektion zeigte weiterhin ein robustes Wachstum, blieb aber aufgrund verstärkten Wettbewerbs vor allem bei den Ready-to-use Tissues hinter dem Vorjahrswachstum zurück.

Rückgang des Jahresüberschusses aufgrund Konzerneffekte

Der Jahresüberschuss der PAUL HARTMANN AG sank im Geschäftsjahr 2017 um 23,9 Mio. EUR auf 31,8 Mio. EUR. Der Rückgang ist dabei im Wesentlichen auf Konzerneffekte zurückzuführen. So sank das operative Beteiligungsergebnis, bestehend aus dem Ergebnis aus Ergebnisabführungsverträgen und Dividendenerträgen, gegenüber dem Vorjahr um 10,2 Mio. EUR. Daneben führten Wertberichtigungen auf Forderungen in Höhe von 6,3 Mio. EUR zu einer Ergebnisbelastung. Der Wegfall von positiven Einmaleffekten aus dem Vorjahr aufgrund des Verkaufs von Beteiligungen in Höhe von 9,4 Mio. EUR wirkte sich belastend auf die Ergebnisentwicklung aus.

Neben Konzerneffekten wirkt sich auch der Aufwand für Altersvorsorge negativ auf den Jahresüberschuss aus. Dieser stieg im Geschäftsjahr um 4,4 Mio. EUR auf 5,4 Mio. EUR. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Anpassung des Rechnungszinses auf einen 10-Jahresdurchschnitt im Vorjahr einmalig entlastend gewirkt hat.

Währungsveränderungen wirken leicht positiv

Leichte Entspannung bei den wichtigsten Währungen, aber Gegenwind von den Rohstoffpreisen: die Entwicklung der Marktpreisrisiken in 2017 zeigte sich für die HARTMANN GRUPPE durchwachsen.

Im Jahr 2017 kam es beim US-Dollar zu einer Abwertung gegenüber dem EURO. Die für die HARTMANN GRUPPE wichtigste Währung auf der Beschaffungsseite, verlor im Jahresvergleich knapp 14 % gegenüber der Einheitswährung. Gleichwohl lag der Jahresdurchschnittskurs in 2017 mit 1,13 EUR/USD nur leicht über dem entsprechenden Vorjahreswert von 1,11 EUR/USD.

Als weitere wichtige Handelswährung der HARTMANN GRUPPE verlor das Britische Pfund im Jahresdurchschnitt 7 % an Wert und kostete im Mittel nur noch 0,88 GBP/EUR. Die zähen Brexit-Verhandlungen und damit einhergehende Risiken für die wirtschaftliche Entwicklung Großbritanniens lasteten weiterhin auf der Währung.

Positive Entwicklung der Einkaufspreise für Handelswaren kompensieren gestiegene Rohstoffpreise

Im Geschäftsjahr 2017 waren die durchschnittlichen Bezugspreise bei den Handelswaren leicht rückläufig. Dies resultiert im Wesentlichen aus der erfolgreichen Umsetzung des Projektes "Procurement Transformation@HARTMANN", in welchem der gesamte Beschaffungsprozess noch effizienter gestaltet wurde.

Bei den für HARTMANN wichtigen Rohstoffen hingegen waren die Preise in 2017 aufwärtsgerichtet: Die US-Dollar-Preise für Zellulose zeigten den größten Preisanstieg dieser Dekade und erreichten zum Jahresende Höchststände. Die Baumwollpreise stiegen bis Mai zunächst deutlich an und pendelten sich in der zweiten Jahreshälfte unter hoher Volatilität auf diesem Niveau ein. Bei den rohölbasierten Vorprodukten kam es in Folge gestiegener Rohölpreise zu einer korrespondierenden Verteuerung.

Vermögens- und Finanzlage

Die Zukunftsinvestitionen des Jahres 2017, darunter die Akquisition der Marke LINDOR, spiegeln sich in einem Anstieg der Bilanzsumme um 125,4 Mio. EUR wider. Die Eigenkapitalquote verringerte sich hierdurch, trotz Anstiegs des Eigenkapitals um 7,0 Mio. EUR auf 41,8 %.

Sachinvestitionen um 40 % gestiegen

Die Investitionen in das Sachanlagevermögen betrugen im Berichtsjahr 12,6 Mio. EUR. Die Investitionsschwerpunkte lagen auf der Ausweitung unserer Produktionskapazitäten, der Modernisierung unserer Produktionsstandorte zur Erhöhung der Produktivität sowie der Weiterentwicklung unseres Produktportfolios.

Die Bilanzsumme der PAUL HARTMANN AG lag zum 31. Dezember 2017 bei 922,1 Mio. EUR und damit um 125,4 Mio. EUR über dem Vorjahreswert. Der Anstieg resultierte im Wesentlichen aus der Akquisition der Marke LINDOR und der dazugehörenden sonstigen immateriellen Vermögensgegenstände.

Net Working Capital um 17,4 % gesunken

Das kurzfristig gebundene Vermögen der PAUL HARTMANN AG sank im Berichtsjahr um 23,7 Mio. EUR auf 112,2 Mio. EUR. Dieser Rückgang ist im Wesentlichen auf gesunkene Vorratsbestände zurückzuführen

Der Vorratsbestand verringerte sich gegenüber dem Vorjahr um 14,0 Mio. EUR auf 85,2 Mio. EUR. Im Rahmen von strategischen Maßnahmen wurden gezielt Bestände an Eigenwaren und Handelswaren abgebaut. Die Vorratsreichweite reduzierte sich im Berichtsjahr um 10 Tage auf 62 Tage.

Im Berichtsjahr sanken die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegenüber Kunden um 2,4 Mio. EUR auf 29,1 Mio. EUR. Die bilanzielle Forderungslaufzeit lag mit 21 Tagen auf dem Niveau des Vorjahres.

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gegenüber Fremden stiegen im Berichtsjahr um 12,7 Mio. EUR auf 40,2 Mio. EUR. Dieser Anstieg ist im Wesentlichen auf Rechnungen für Investitionen zum Jahresende sowie verlängerte Zahlungsbedingungen zurückzuführen. Die Laufzeit der Verbindlichkeiten lag mit 27 Tagen 3 Tage über Vorjahresniveau.

Verbindlichkeiten gegen Konzerngesellschaften gestiegen

Die sonstigen Forderungen gegen Konzerngesellschaften, die wesentlich durch die Konzernfunktionen der PAUL HARTMANN AG im Bereich der Finanzierung und des konzerninternen Cash-Poolings beeinflusst werden, stiegen im Geschäftsjahr um 67,2 Mio. EUR auf 177,0 Mio. EUR. Entsprechende Verbindlichkeiten gegenüber Konzerngesellschaften stiegen um 91,4 Mio. EUR auf 271,8 Mio. EUR.

Das Eigenkapital erhöhte sich im Berichtsjahr um 7,0 Mio. EUR auf 385,7 Mio. EUR. Zum Bilanzstichtag wies die PAUL HARTMANN AG eine Eigenkapitalquote von 41,8 % aus.

Eigenkapitalentwicklung in Mio. EUR

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Eigenkapital zum 31. Dezember 2016 378,7
Dividendenausschüttung -24,9
Jahresüberschuss 2017 +31,8
Eigenkapital zum 31. Dezember 2017 385,7

Bericht des Vorstands über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen

Der Vorstand hat gemäß § 312 AktG einen Bericht über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen erstellt, der folgende Schlusserklärung enthält: "Zusammenfassend erklären wir hiermit, dass die PAUL HARTMANN AG und ihre Tochtergesellschaften nach den Umständen, die uns in dem Zeitpunkt bekannt waren, in dem die Rechtsgeschäfte vorgenommen wurden, bei jedem Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung erhielten und durch Maßnahmen, die getroffen oder unterlassen wurden, keine Nachteile erlangt haben."

Erklärung zur Unternehmensführung

Mitteilung gemäß § 289a Abs. 4 HGB

Der Aufsichtsrat hat für den Frauenanteil im Aufsichtsrat als Zielgröße 25 % und für den Vorstand eine Zielgröße von 0 % bis zum 30. Juni 2022 festgesetzt.

Bei Beschlussfassung wurden die bisherigen Zielgrößen bis zum 30. Juni 2017 von 16,67 % für den Aufsichtsrat und von 0,0 % für den Vorstand erreicht.

Der Vorstand hat für den Frauenanteil in der ersten Führungsebene unterhalb des Vorstandes eine Zielgröße von 21 % und in der zweiten Führungsebene eine Zielgröße von 16 % bis zum 30. Juni 2022 festgesetzt.

Bei Beschlussfassung wurde die bisherige Zielgröße bis zum 30. Juni 2017 von 18,18 % für die erste Führungsebene erreicht. Die Zielgröße von 15,84 % für die zweite Führungsebene wurde nicht erreicht. Bei der Auswahl von Persönlichkeiten für eine bestimmte Aufgabe macht der Vorstand keine Unterschiede aufgrund des Geschlechts, der Herkunft oder sonst eines Merkmals. Vorrang vor diesen Merkmalen hat jedoch das Unternehmensinteresse, dem sich der Vorstand bei jeder Einstellung oder Beförderung von Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen verpflichtet fühlt. Er fällt seine Entscheidungen über die Besetzung von Führungsfunktionen im Unternehmen anhand von sachlichen Gesichtspunkten -wie der fachlichen Qualifikation und der persönlichen Eignung - der jeweiligen Person für die jeweilige Aufgabe.

Mitarbeiter

Die Qualifizierung der Mitarbeiter, die Weiterentwicklung unserer gruppenweiten Leistungskultur und das nachhaltige Management von Schlüsselpositionen sind zentrale Erfolgsfaktoren für die HARTMANN GRUPPE. Durch zielgerichtete Initiativen in diesen Handlungsfeldern trägt die Personalarbeit maßgeblich zum Erreichen unserer strategischen Ziele bei.

Mitarbeiterzahl in der HARTMANN GRUPPE jeweils zum 31. Dezember

Zahl der Beschäftigten erneut gestiegen

Zum 31. Dezember 2017 beschäftigte die HARTMANN GRUPPE weltweit insgesamt 10.764 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Das waren 392 mehr als zum Ende des Vorjahres. In den europäischen Kernmärkten nahm die Belegschaft um 211 Mitarbeiter zu. Hierzu trug in erster Linie der Ausbau der Produktion in Tschechien und der KOB Medical Devices in Deutschland bei. Des Weiteren führte das dynamische Wachstum von KNEIPP zu einem Anstieg der Mitarbeiterzahlen. Außerhalb Europas führten die Ausweitung der Produktionskapazitäten in Indien sowie der Vertriebsausbau in China zu einer Erhöhung der Beschäftigtenzahl. Aus der Akquisition und Integration des LINDOR-Geschäfts in Spanienresultiert ebenfalls ein Mitarbeiterzuwachs, welcher die Abgänge aus der Veräußerung der beiden französischen Gesellschaften Aux Bons Soins und Aux Bons Soins Sélestat überkompensierte. Die Mitarbeiter, die durch die Einstellung der Produktion von kundenspezifischen Operations-Sets bei der PAUL HARTMANN AG in Heidenheim betroffen waren, konnten weitestgehend in anderen Bereichen des Unternehmens weiterbeschäftigt werden.

Zum Ende des Berichtsjahres durchliefen konzernweit 267 Mitarbeitende eine berufliche Erstausbildung. 222 junge Menschen wurden im Rahmen eines Ausbildungsberufes oder Dualen Studiums an deutschen Standorten ausgebildet, davon 123 Auszubildende/ Studierende bei der PAUL HARTMANN AG. Die Ausbildungsquote belief sich auf 5,2 %. Überdies waren durchschnittlich 63 Studierende anderer Hochschulen im Rahmen eines Praktikums oder einer Abschlussarbeit bei der HARTMANN GRUPPE tätig. Ebenso durchliefen zum Stichtag 14 Mitarbeiter das 18-monatige HARTMANN International Graduate Program.

Nachhaltiges Management von Schlüsselpositionen

Eine gezielte Förderung von Mitarbeitern sowie eine langfristig abgesicherte Besetzung von Schlüsselpositionen sind essentielle Erfolgsfaktoren für die Erreichung der wirtschaftlichen Ziele der HARTMANN GRUPPE. Einen wesentlichen Beitrag liefern in diesem Zusammenhang die regelmäßig stattfindenden Leadership Reviews. Dabei steht die standardisierte Beurteilung der Leistungsentwicklung, des Verhaltens und des Potenzials unserer Führungskräfte auf Schlüsselpositionen im Fokus. Basierend auf der Bewertung wurden für die entsprechenden Mitarbeiter individuelle Entwicklungspläne erstellt und umgesetzt.

Der in 2017 implementierte Prozess zur strategischen Nachfolgeplanung sichert darüber hinaus die Verfügbarkeit von Schlüsselpersonal sowie unsere Kompetenzbasis ab. Im Rahmen eines ganzheitlichen Talent Managementansatzes haben wir darüber hinaus die Nachfolgeplanung eng mit der Entwicklung unserer internen Talente verknüpft.

Des Weiteren wurde das in 2016 initiierte Talent-Entwicklungsprogramm (Talent Development Program) im Berichtsjahr von der ersten Gruppe abgeschlossen. In intensiven Lerneinheiten sowie begleitenden Coachings wurden zwölf Potenzialträger auf eine mögliche nächste Rolle im Unternehmen vorbereitet. Seit dem Programmstart konnte bereits eine Mehrzahl der Teilnehmer einen nächsten Karriereschritt erfolgreich umsetzen.

Mitarbeiterqualifizierung als kritischer Erfolgsfaktor

Durch die Definition von konsistenten Qualifizierungs- und Weiterentwicklungsmaßnahmen über alle Ebenen hinweg tragen wir Sorge dafür, dass unsere Mitarbeiter den Anforderungen gerecht werden, die an sie gestellt werden.

Einen bedeutenden Aspekt stellt hierbei die Qualifikation unserer Medizinprodukteberater dar. Das Konzept zur Zertifizierung zum Medizinprodukteberater wurde im Berichtsjahr weiterentwickelt. Durch die Ergänzung der Präsenzveranstaltungen mit Lerneinheiten auf Online-Plattformen wurde eine optimale Anpassung der Lernelemente an die individuelle Teilnehmersituation erreicht. Zusätzlich trägt die räumliche und zeitliche Flexibilität des integrierten Lernansatzes zur nachhaltigen Lerneffizienz und damit zum erfolgreichen Transfer des Erlernten in den Arbeitsalltag bei.

Darüber hinaus wurde zur Festigung einer einheitlichen Führungskultur, speziell für neue Führungskräfte, das Führungskräfteentwicklungsprogramm FIT TO LEAD entwickelt und in den Ländern Deutschland, Frankreich und Tschechien eingeführt. Im Rahmen von drei aufeinander aufbauenden Modulen werden die Mitarbeiter auf ihre neue Rolle als Führungskraft vorbereitet.

Eine gemeinsame Leistungskultur leben und fördern

Über das Management von Schlüsselpositionen und die zielgerichtete individuelle Förderung hinaus sind die Leistungsfähigkeit und die Motivation unserer Mitarbeiter essentielle wirtschaftliche Erfolgsfaktoren.

Zur Förderung einer konsequenten Feedbackkultur wurde im abgelaufenen Jahr ein systematischer Ansatz für das jährliche Mitarbeitergespräch, der sogenannte Development Dialogue, entwickelt und in definierten Bereichen des Unternehmens umgesetzt. Dieses Instrument zielt darauf ab, Erwartungen zwischen Führungskraft und Mitarbeiter abzugleichen, die Zusammenarbeit zu stärken und die Entwicklung unserer Mitarbeiter voranzutreiben.

In Ergänzung zum regelmäßigen und konstruktiven Austausch zwischen Mitarbeiter und Führungskraft unterstützt eine zielgerichtete Incentivierung eine feedbackbasierte Leistungskultur.

Als Teil eines wettbewerbsgerechten Anreizsystems wurde im Berichtsjahr die betriebliche Altersvorsorge mit dem neuen HARTMANN AltersVersorgungsPlan (AVP) umgestaltet. Zu Beginn des neuen Geschäftsjahres 2018 trat für Mitarbeiter der PAUL HARTMANN AG und den beiden Gesellschaften CMC Consumer Medical Care GmbH sowie CMC Technologies GmbH & Co. KG der neue HARTMANN AVP in Kraft. Mit der Konzeption soll zum einen die arbeitgeberfinanzierte betriebliche Altersvorsorge, als Bestandteil der Gesamtvergütung für unsere Mitarbeiter, attraktiver gestaltet werden und zum anderen erreichen wir für HARTMANN eine langfristig bessere Planbarkeit der Vorsorgeaufwendungen.

Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist ein weiterer Aspekt, um HARTMANN als attraktiven Arbeitgeber zu platzieren. In diesem Zusammenhang feierte die Kinderwelt in Mergelstetten im September 2017 ihr 5-jähriges Bestehen. Die Betreuung von Mitarbeiterkindern in der Krippe, dem Kindergarten und dem Hort konnte sich als erfolgreiches Konzept etablieren.

Alle genannten Maßnahmen stärken darüber hinaus die Arbeitgebermarke HARTMANN und sichern unsere Unternehmensziele personalseitig ab.

Nachhaltigkeit

Unser zertifiziertes Qualitätsmanagement haben wir ebenso wie die Produkt- und Prozessdokumentation im Berichtsjahr anhand neuer internationaler Vorgaben weiterentwickelt. Die umfassende Zertifizierung unserer Standorte hinsichtlich Umwelt- und Arbeitsschutz sowie Nachhaltigkeit stellt ein bedeutendes Element unserer Wettbewerbsfähigkeit dar.

Qualitätsmanagement erfolgreich zertifiziert

Ein zertifiziertes Qualitätsmanagementsystem ist Voraussetzung für die CE-Kennzeichnung und somit für die internationale Verkehrsfähigkeit von HARTMANN-Medizinprodukten. Mit Zertifikaten nach den Qualitätsnormen ISO 9001 und ISO 13485 und den EG-Zertifikaten nach Medizinprodukterichtlinie 93/42/EWG sind wir im Wettbewerb gut positioniert, da diese Nachweise immer häufiger im Rahmen von Ausschreibungen gefordert werden. Im Jahr 2017 haben alle Gesellschaften einschließlich der Produktionsbetriebe und Logistikorganisationen ihre Zertifizierungsaudits durch unabhängige Benannte Stellen erfolgreich bestanden. Für alle Medizinprodukte unter der Marke HARTMANN wurde damit bestätigt, dass sie in Übereinstimmung mit den Normforderungen entwickelt, hergestellt und vertrieben werden.

Die voranschreitende Internationalisierung von HARTMANN über Europa hinaus führt in zunehmendem Maße dazu, dass unterschiedliche nationale Behörden das HARTMANN-Qualitätsmanagementsystem intensiv prüfen. Parallel verstärken auch die deutschen Behörden ihre Überwachungsfunktion.

Globale Steuerung von Regulatory Affairs und Qualitätsmanagement

HARTMANN verfolgt das Ziel, Prozesse international zu harmonisieren und zentral zu steuern, um diese effizienter zu gestalten. Auf diesem Weg investiert HARTMANN intensiv und nachhaltig in eine zukunftsfähige Infrastruktur. Im Jahr 2017 wurden die globalen Standards weiter optimiert und an die neuen Anforderungen der EN ISO 9001:2015 und EN ISO 13485:2016 angepasst.

Um eine leistungsstarke Organisation sowohl für Qualitätsmanagement als auch Regulatory Affairs sicherzustellen, haben wir die globalen Ressourcen zentral in einer Matrix gebündelt. Dadurch agieren wir effizienter und können die vorhandene Expertise in Bezug auf Best Practices optimal nutzen.

Produktqualität weiter auf hohem Niveau

Ein effektives und auf Prävention ausgerichtetes Qualitätsmanagement sichert nachhaltig die Qualität unserer Medizinprodukte und bildet die Basis für das Vertrauen unserer Kunden in HARTMANN. Die kontinuierliche Überwachung von Prozessen und deren ständige Verbesserung sowie regelmäßige interne Audits sind wesentliche Elemente unseres Qualitätsmanagementsystems.

Ein entscheidender Indikator für Qualität und Kundenzufriedenheit ist die sich positiv entwickelnde Reklamationsquote. Die konsequente, weltweite Erfassung von Produktreklamationen, deren sorgfältige Bearbeitung, die schnelle Rückmeldung an unsere Kunden sowie die zeitnahe Ursachenerfassung und Umsetzung der daraus abgeleiteten Verbesserungsmaßnahmen sind seit Jahren etabliert.

Erhöhte Anforderungen des Marktes und der regulatorischen Gegebenheiten

Durch die neuen QM-Systemnormen EN ISO 9001:2015 und EN ISO 13485:2016 ergeben sich in Zukunft zusätzliche regulatorische Anforderungen zur Sicherstellung der Produktsicherheit und -effektivität. Durch die bereits in Kraft getretene MDR (Medical Device Regulation) sowie die PPER (Personal Protective Equipment Regulation) und die BPR (Biocidal Product Regulation), die abschließend bis 2020 umzusetzen sind, müssen bestehende Produkt- und Prozessdokumentationen erweitert und angepasst werden. Zudem steigen auch die regulatorischen Anforderungen in außereuropäischen Märkten, das gilt insbesondere für den asiatischen Raum.

Normen und Zertifizierungen im Bereich Arbeits- und Umweltschutz

Das Jahr 2017 endete mit weiteren Zertifizierungen von Standorten. Unser Produktionsstandort in Mersin, Türkei, wurde nach ISO 14001 und OHSAS 18001 zertifiziert. Bereits vorhandene Zertifizierungen anderer Standorte zu Umwelt- und Arbeitsschutz konnten aufrechterhalten werden. Teilweise wurde auch schon erfolgreich nach der neuen ISO 14001:2015 zertifiziert. Unser neu zugekaufter Produktionsstandort in Montornès verfügt bereits über die einschlägigen Zertifizierungen.

Das Jahr 2018 wird von der Umstellung der restlichen Standorte auf die Norm ISO 14001:2015 geprägt sein. Zudem wird 2018 die Veröffentlichung der neuen ISO 45001 Arbeitsschutzmanagementsysteme erwartet, was moderate Anpassungen an unseren Systemen und Dokumentationen notwendig machen wird.

Neue Ansätze im Arbeits- und Gesundheitsschutz

Um die große Bedeutung von Unfallprävention innerhalb der Gruppe noch besser zu verankern, wurden 2017 die Meldeprozesse für Arbeitsunfälle weiterentwickelt. Die weltweiten Einheiten melden jetzt Details zu Unfällen mit Arbeitsausfallzeiten direkt an den Vorstandsvorsitzenden. Diese Meldung erfolgt zusammen mit entsprechenden Maßnahmen zur Prävention von Unfällen. Parallel gelten natürlich weiterhin die lokalen gesetzlichen Bestimmungen. Wir erwarten dadurch eine noch höhere Sensibilisierung zu diesem wichtigen Thema und damit langfristig sinkende Unfallzahlen sowie eine verbesserte HSE Compliance.

Nachverfolgung unserer Umweltauswirkungen

Nachdem in den Vorjahren insbesondere die direkten internen Verbräuche und Emissionen im Fokus standen, wurde 2017 auch die Quantifizierung der indirekten Umweltauswirkungen vorangetrieben. Dabei geht es beispielsweise um Energieverbräuche und daraus resultierende Emissionen des Transportbereichs. Wir wissen durch Ökobilanzstudien, dass diese Umweltauswirkungen über den gesamten Lebensweg unserer Produkte relativ gering sind. Trotzdem erfassen wir das Gesamtbild, um weitere Verbesserungsmöglichkeiten zu entdecken und zu quantifizieren.

Die absoluten Verbräuche an elektrischer Energie innerhalb der Gruppe stiegen im Berichtsjahr durch die Akquisition unserer neuen Produktionsstätte in Montornès, Spanien. Auf vergleichbarer Basis und umsatzindiziert konnte der Verbrauch an elektrischer Energie dagegen in 2017 weiter zurückgeführt werden.

Chancen- und Risikobericht

Das aktive Ergreifen von Chancen ist die Basis des unternehmerischen Handelns der HARTMANN GRUPPE. Die mit dem Geschäft verbundenen Risiken werden im Rahmen des konzernweiten Risikoreduktionsmanagements systematisch identifiziert, bewertet, überwacht und, wenn nötig wird diesen, durch Gegenmaßnahmen begegnet. Auf Basis der aktuell verfügbaren Informationen sehen wir den Fortbestand der HARTMANN GRUPPE als gesichert an.

Demografische Entwicklung vergrößert Absatzmarkt

Die Anzahl der über 65-jährigen wächst weltweit stetig an. In unserem Kernmarkt Europa gehen die Vereinten Nationen (UN) nach neuesten Studien von einem Zuwachs bei dieser Altersgruppe um mehr als 35 Millionen (26 %) in den kommenden 13 Jahren aus. Dies bedeutet gleichzeitig eine Zunahme von chronischen Krankheiten, wie etwa Diabetes und Alzheimer, welche die Anzahl pflegebedürftiger Menschen erhöht. Mit dieser Entwicklung steigt der Bedarf an Ärzten und Pflegekräften, bei denen schon heute ein Mangel zu verzeichnen ist. Der wachsende Bedarf an Gesundheitsleistungen und dessen Finanzierung steht der Notwendigkeit zur Konsolidierung öffentlicher Haushalte entgegen, so dass auch in Zukunft mit begrenzten Budgets und einem weiter steigenden Preisdruck in den Gesundheitsmärkten zu rechnen ist.

HARTMANN verfolgt in diesem Zusammenhang einen Ansatz, der Gesundheit ganzheitlich betrachtet. Die zahlreichen Medizinprodukte und Dienstleistungen stellen den direkten praktischen und ökonomischen Nutzen für die Patienten und das handelnde medizinische Personal in den Vordergrund. Daher sehen wir die zu erwartende demografische Entwicklung als Chance, an der wir mit weiten Teilen unseres Produkt- und Serviceportfolios partizipieren werden.

Wachsende Nachfrage in den Schwellenländern

Die Veränderung der gesellschaftlichen Altersstruktur ist auch in Schwellenländern wie Brasilien und China zu beobachten. Dort wird die Zahl der über 65-jährigen laut einer UN-Prognose von 2017 bis 2030 sogar um rund 70 % (Brasilien) bzw. 63 % (China) steigen. Zudem eröffnet das Wirtschaftswachstum in den Schwellenländern mittelfristig immer mehr Menschen den Zugang zu einer besseren Gesundheitsversorgung, wenn auch ausgehend von einem niedrigen Ausgabenniveau pro Kopf. Hierdurch steigt die Nachfrage nach Gesundheitsleistungen, was zu einem Ausbau der nationalen Gesundheitssysteme und damit zu wachsenden Absatzmärkten für Medizinprodukte führen wird. Um unsere Marktposition weiter zu verbessern, sind wir auch in Schwellenländern mit eigenen Niederlassungen oder über Vertriebspartner vertreten.

Innovative Behandlungsansätze

Innovationen sind essentieller Bestandteil unserer Wachstumsstrategie. Beispiele hierfür sind unter anderem unser im Markt erfolgreich etabliertes Therapiekonzept HydroTherapy zur einfachen und wirksamen Behandlung von chronischen und schwer heilenden Wunden sowie die von uns neu entwickelten, umfassenden Konzepte für die Infektionsprophylaxe. In Gesundheitseinrichtungen erworbene Infektionen und eine zunehmende Antibiotikaresistenz der Erreger stellen Medizin und Pflege vor große Herausforderungen. HARTMANN stellt innovative Desinfektionsprodukte und -systeme sowie Anwendungsprozesse für die Infektionsprophylaxe zur Verfügung. Unterstützt werden diese marktnahen Innovationen durch das BODE SCIENCE CENTER, das HARTMANN-Kompetenzzentrum für Hygiene und Infektionsschutz. Dieses ist national und international als wissenschaftlich fundierter Ansprechpartner rund um den Infektionsschutz anerkannt.

Risikoreduktion durch Diversifizierung

Durch die Diversifizierung unserer Geschäftsaktivitäten in die Bereiche Wundmanagement, Inkontinenzmanagement, Infektionsmanagement und Weitere Konzernaktivitäten, verbunden mit der Expansion in unterschiedliche Märkte und Vertriebskanäle, vermeiden wir Risikohäufungen. Mithilfe unserer marktnah angesiedelten Vertriebsorganisation sind wir in der Lage, schnell und flexibel auf Veränderungen der sich zunehmend wandelnden nationalen Gesundheitssysteme zu reagieren.

Marktrisiken mit dynamischer Risikosteuerung begegnen

Die HARTMANN GRUPPE ist weltweit in Märkten tätig, die durch starken Wettbewerb und durch eine Verschärfung der gesetzlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen der national geprägten Gesundheitssysteme gekennzeichnet sind. Mit einem klar gegliederten Portfolio aus Systemlösungen, einer kontinuierlichen Prozess- und Kostenoptimierung sowie einem Fokus auf medizinische Kompetenz wirken wir Marktrisiken entgegen. Unser Produktportfolio richten wir an individuellen Kundenbedürfnissen aus. Dadurch generieren wir für den Kunden einen Mehrwert, der uns Wettbewerbsvorteile verschafft und die kontinuierliche Erschließung zusätzlicher Marktpotenziale fördert.

Die systematische Identifikation von Trends und die laufende Analyse des Wettbewerbs unterstützen uns in der zukunftsorientierten Ausrichtung auf Schlüsselmärkte. Basis hierfür sind die langjährigen Erfahrungen der HARTMANN GRUPPE in den Prozessen zur Markt- und Wettbewerbsbeobachtung sowie unsere profunden Kenntnisse der Märkte, in denen wir agieren.

Absicherung der Finanzrisiken in Zeiten hoher Volatilität

Währungs-, Zins- und Liquiditätsrisiken werden durch ein für alle HARTMANN-Gesellschaften verbindliches Corporate Treasury Management überwacht. Potenziell negative Auswirkungen, zum Beispiel durch die Volatilität von Währungen und Zinsen, werden durch geeignete Finanzinstrumente begrenzt. Diese Instrumente setzen wir unter Berücksichtigung der jeweiligen Risikoeinschätzung ein, wobei wir unsere internen Standards zu ihrer Anwendung beachten. Weitere Informationen zu den Finanzinstrumenten und -risiken sind dem Konzernanhang zu entnehmen.

Im Rahmen von Akquisitionen prüfen wir potenzielle Risiken im Vorfeld mittels Due Diligence und beobachten Neuerwerbungen nach dem Zukauf durch ein permanentes Beteiligungscontrolling. So werden Planabweichungen frühzeitig erkannt und Maßnahmen zur Korrektur eingeleitet. Die zur Erweiterung und Gestaltung des Konzerns notwendigen Investitionen werden, in Abhängigkeit von ihrer Bedeutung, Wirtschaftlichkeitsberechnungen unterzogen, um zusammen mit detaillierten Investitionsplanungen Abschreibungs- und Abwertungsrisiken vorzubeugen.

Um die Kontinuität der Finanzgeschäfte sicherzustellen, setzen wir auf unsere Kernbanken mit gutem Rating.

Aktive Risikosteuerung im operativen Geschäft

Die Beschaffung von Rohstoffen und Handelswaren unterliegt Risiken hinsichtlich Preis, Qualität und Liefertreue. Eine intensive Beobachtung der Beschaffungsmärkte, strenge Qualitätskontrollen, Zertifizierungen sowie Rahmenverträge reduzieren unsere Risiken. Zur Absicherung der Versorgung haben wir ein entsprechendes Bestandsmanagement installiert. Wir schließen, wo angemessen, längerfristige Lieferverträge ab und setzen vorzugsweise auf Dual Sourcing. Zusätzlich werden Preisschwankungen bei den für HARTMANN relevanten Rohstoffen oder Ausgangsprodukten durch das zentrale Corporate Treasury Management überwacht und - wo möglich und wirtschaftlich sinnvoll -durch geeignete Instrumente reduziert.

Qualitäts-, Arbeitssicherheits-, Umwelt- und Unterbrechungsrisiken in Produktion und Logistik begegnen wir durch ständig verbesserte Verfahren sowie durch kontinuierliche prozessbegleitende Kontrollen zur Erfüllung eigener und internationaler Standards und Normen. Patentrisiken werden laufend beobachtet, analysiert und aktiv gesteuert.

Zunehmende Bedeutung der IT Sicherheit

Insbesondere die Verfügbarkeit, Zuverlässigkeit und Effizienz unserer IT-Systeme sind grundlegend für unsere tägliche Arbeit. Dies gilt umso mehr in Zeiten des digitalen Wandels und der zunehmenden Cyber-Kriminalität. Unsere Systeme werden systematisch überwacht sowie durch unterschiedliche Unterstützungsebenen abgesichert. Zur Sicherung der dauerhaften Funktionsfähigkeit der IT-Infrastruktur wird das IT-Sicherheitsmanagement kontinuierlich optimiert. Diese Aktivitäten werden durch die Modernisierung und Standardisierung genutzter Software und des damit verbundenen Berechtigungsmanagements flankiert.

Der zunehmenden Bedeutung von Compliance-Themen, in den Bereichen der finanziellen, rechtlichen und regulatorischen Compliance, tragen wir durch dokumentierte konzernweite Vorgaben, interne Kontrollsysteme, ein systematisches Monitoring der zu Grunde liegenden Anforderungen sowie der Schulung von Mitarbeitern Rechnung. Den Herausforderungen der neuen EU-Medizinprodukteverordnung stellen wir uns mit konzernweiten Großprojekten.

Der Erfolg der HARTMANN GRUPPE ist nicht zuletzt in hohem Maß davon abhängig, qualifizierte Fach- und Führungskräfte zu gewinnen und zu binden. Generell begegnet HARTMANN Personalrisiken durch differenzierte, international ausgerichtete Qualifizierungsprogramme, attraktive Vergütungssysteme, eine Positionierung des Unternehmens als attraktiver Arbeitgeber sowie durch eine offene interne Kommunikationspolitik.

Das Risikoreduktionsmanagementsystem hat sich bewährt

Das der Risikobewältigung zugrundeliegende Risikoreduktionsmanagementsystem unterstützt die Unternehmensführung bei der Gestaltung von Geschäftsprozessen. Es entspricht den Anforderungen des Gesetzes zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich (KonTraG) sowie des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes (BilMoG) und orientiert sich an den Vorgaben der Norm ISO 31000 in ihrer aktuellen Form. Das System trägt wesentlich dazu bei, dass alle relevanten Risiken rechtzeitig erkannt und kommuniziert werden, um zeitnah effiziente Maßnahmen zur Gegensteuerung ergreifen zu können.

Zu diesen Maßnahmen gehören internationale und länderspezifische Versicherungsprogramme, mit denen das Corporate Insurance Management als Teil des Risikoreduktions-Gesamtsystems wesentliche, versicherbare Risikobereiche absichert. Um das Schadenrisiko zu reduzieren, führen wir gemeinsam mit Versicherungsexperten regelmäßig Audits vor Ort durch. Risiken, die dabei identifiziert werden, begegnen wir mit adäquaten Präventionsmaßnahmen. Im ständigen Dialog mit den Versicherern werden die Versicherungsprogramme zeitnah an sich verändernde Risikoverhältnisse angepasst.

In die strategische Planung des Konzerns fließen auch die chancen- und risikoorientierten Zukunftsanalysen des Risikoreduktionsmanagements ein. Zusammen mit der darauf aufbauenden kurz- und mittelfristigen Planung bildet dies die Basis für ein systematisches Risikocontrolling auf Ebene der Geschäftseinheiten, der Einzelgesellschaften, der Regionen und des Konzerns. Ergänzt werden diese Aktivitäten durch die Konzernrevision als Teil unserer internen Kontrollsysteme. Die intensive Zusammenarbeit des Risikoreduktionsmanagements mit der Internen Revision und dem Beteiligungscontrolling sowie die systematische Einbindung interner Expertengremien sichern eine hohe Risikotransparenz und tragen zu einer ganzheitlichen Betrachtung potenzieller Risikoquellen bei, um so das Risikobewusstsein in der gesamten Organisation zu stärken.

Indem das Risikoreduktionsmanagement sein Augenmerk verstärkt auf die Effektivität und Effizienz von Präventionsmaßnahmen richtet, reduziert es darüber hinaus potenzielle Schwachstellen.

Ganzheitlicher Risikomanagementansatz

Halbjährlich erheben wir in der HARTMANN GRUPPE das Gesamtportfolio der Risiken und Maßnahmen auf Bereichs-, Funktions- und Konzernebene. Zusätzlich werden jederzeit Ad-hoc-Risikomeldungen erfasst.

Die ermittelten Ergebnisse werden auf verschiedenen Konzernebenen konsolidiert, durch das Risikoreduktionsmanagement auf Plausibilität geprüft, von Experten bewertet, mithilfe der im Berichtsjahr erstmals eingesetzten Monte-Carlo-Simulation in Risikokategorien aggregiert und anschließend an Vorstand und Aufsichtsrat berichtet. Die quantitativen Risikobewertungsverfahren nach der Value-at-Risk-Methode helfen, Risiken realistisch einzuschätzen und effektive Maßnahmen einzuleiten. Basis hierfür ist eine neue, konzernweit standardisierte Risikomanagementsoftware.

Prognosebericht

Die starke Zunahme pflegebedürftiger Menschen stellt die Gesundheitssysteme vor immer größere Herausforderungen. Kosteneffiziente Lösungen sind mehr denn je gefragt. HARTMANN nutzt diese Chance und strebt auch 2018 ein moderates Umsatzwachstum an.

Wirtschaftsprognosen bleiben auch in 2018 positiv

Die Weltwirtschaft wird nach einer Prognose der OECD in 2018 um 3,7 % wachsen. Für ein anhaltendes starkes Wachstum werden jedoch kräftige Investitionen notwendig sein.

In der europäischen Währungsunion wird laut OECD ein Wachstum von 2,1 % erwartet. Hohe Investitionen in Verkehrs- und Energienetze werden erwartet. Risiken werden nach wie vor in den politischen Unsicherheiten, den Folgen der Brexit-Verhandlungen und dem verhaltenen Produktivitätswachstum gesehen.

Für Deutschland wird gemäß OECD ein Wachstum von 2,3 % erwartet. Konjunkturbelebungen im Euroraum kurbeln Exporte und Unternehmensinvestitionen an, während die geringe Arbeitslosigkeit und Lohnzuwächse den privaten Konsum stützen. Niedrige Zinsen und eine kräftige Nachfrage nach Wohnraum stärken nach wie vor die Bauwirtschaft.

Die USA dürften in 2018 laut OECD um 2,5 % wachsen. Risiken werden hier vor allem in Umfang, Struktur und Zeitrahmen der beschlossenen Steuerreform gesehen. Handelsprotektionismus könnte zu Störungen der globalen Lieferkette führen und das (globale) Wachstum bremsen.

Der IWF prognostiziert für China ein Wirtschaftswachstum von 6,5 % in 2018.

Die Schwellenländer werden laut dem Internationalen Währungsfonds um 4,9 % wachsen.

Markt für Medizinprodukte weiterhin auf Wachstumskurs

Der Ausblick für die globale Gesundheitswirtschaft ist insgesamt positiv, wobei das Wachstum regional deutlich unterschiedlich ausfallen wird.

Die Unternehmensberatung Deloitte prognostiziert für den Zeitraum 2015 bis 2020 ein jährliches Wachstum der Gesundheitsausgaben von 4,3 % in Nordamerika, aber lediglich 2,4 % in Lateinamerika. In Westeuropa werden die Gesundheitsausgaben um 4,0 % wachsen. Das stärkste Wachstum verzeichnet der asiatische Markt mit 5,0 %. Der europäische Gesundheitsmarkt leidet nach wie vor unter dem Druck zur Konsolidierung der öffentlichen Haushalte, die zu einer signifikanten Verlangsamung des Anstiegs der Gesundheitsausgaben geführt hat.

Wesentliche Einflussfaktoren für die zukünftige Nachfrage nach Medizinprodukten sind neben der Konjunkturentwicklung insbesondere der demografische Wandel, politische Entscheidungen über die Finanzierung der Gesundheitssysteme sowie Verschärfungen der gesetzlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen in den national geprägten Gesundheitssystemen. Speziell im europäischen Markt wirken sich dabei insbesondere die zusätzlichen Anforderungen durch die neue EU-Medizinprodukteverordnung aus.

In den entwickelten Ländern wird der Gesundheitsmarkt nach wie vor getrieben von der alternden Bevölkerung. Ganz besonders in Japan, wo der Anteil der Bevölkerung über 65 Jahren nach Angaben von Deloitte bereits 2021 30 % betragen wird. Westeuropa nähert sich im gleichen Jahr einem Anteil von 21 %. In den Entwicklungsländern stellen die wachsende Bevölkerung, die Zunahme der Haushalte mit höherem Einkommen und die wachsenden Erwartungen der Bevölkerung an die Gesundheitsversorgung die zentralen Herausforderungen für die Gesundheitssysteme dar.

Die Dynamik des Marktes wird am Beispiel der Pflegebedürftigen in Deutschland besonders deutlich: Das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung geht davon aus, dass die Zahl der Pflegebedürftigen von heute rund 3 Millionen bis 2030 auf rund 3,6 Millionen steigen wird. Ein wesentlicher Treiber dafür sind die Babyboomer-Jahrgänge, die Ende 1950 und in den 1960er Jahren geboren wurden und ab 2030 zunehmend die Altersgruppe mit einem höheren Pflegebedarf erreichen. 2,3 Millionen der Pflegebedürftigen werden dann 80 Jahre und älter sein - viele von ihnen mit Mehrfacherkrankungen.

Über alle Regionen hinweg kämpfen die Gesundheitssysteme nach wie vor mit der Zunahme ansteckender Krankheiten und chronischer Erkrankungen, wie Demenz und Diabetes.

Nach Schätzungen der International Diabetes Federation (IDF) wird die Anzahl der an Diabetes erkrankten Menschen im Zeitraum von 2010 bis 2030 um rund 11 Millionen auf 66,2 Millionen Menschen ansteigen. Zwei bis zehn Prozent der Diabetiker entwickeln ein diabetisches Fußsyndrom, das einer intensiven Wundbehandlung bedarf.

Viele Länder reagieren auf den Kostendruck in den Gesundheitssystemen, indem sie die Behandlung der Patienten in den ambulanten Bereich verlagern. Auf Ebene der Krankenhäuser ist in Reaktion auf den Kostendruck international der Zusammenschluss zu Krankenhausgruppen oder Einkaufsgemeinschaften zu beobachten. Zudem treten Technologieunternehmen mit innovativen Konzepten in den Gesundheitsmarkt ein. Digitale Techniken haben das Potenzial, die Gesundheitsversorgung weltweit günstiger und effizienter zu machen: Telemedizin und erleichternde digitale Anwendungen im Umfeld des Patienten oder auch für Pflegekräfte sind nur einige Beispiele.

Eine große Herausforderung ist nach wie vor der Mangel an Pflegekräften. Wie das Beispiel Deutschland zeigt, kommt zum Nachwuchsmangel hinzu, dass fast jede dritte Pflegekraft ihren Beruf, der enorm anstrengend und kräftezehrend ist, wegen körperlichen und psychischen Problemen nicht bis zum regulären Rentenalter ausüben kann. Hier sind zunehmend innovative Konzepte gefragt. Der Kostendruck auf die Gesundheitssysteme und der Fachkräftemangel lenken den Blick auf einfache und kosteneffiziente Lösungen.

Moderates Umsatzwachstum erwartet

Unter Abwägung der Chancen und Risiken, die aus den wesentlichen Einflussfaktoren resultieren, sieht sich die HARTMANN GRUPPE weiterhin gut aufgestellt, um ihren profitablen Wachstumskurs fortzusetzen. Dem starken Wettbewerb und wachsenden Preisdruck im Markt begegnen wir mit einem nochmals verbesserten Portfolio aus Systemlösungen in unseren medizinischen Kernbereichen, mit einem besonderen Fokus auf dem Inkontinenzmanagement, aber auch der Stärkung unserer Position in den Selbstzahler-Märkten. Durch die Individualisierung und Digitalisierung von Lösungen schaffen wir Wettbewerbsvorteile und erschließen kontinuierlich zusätzliche Marktpotenziale. Der Anteil digitaler Lösungen am Umsatz der HARTMANN GRUPPE soll bis 2020 mehr als verdoppelt werden.

Begleitet werden die markt- und produktbezogenen Maßnahmen auch künftig durch eine kontinuierliche Prozess- und Kostenoptimierung innerhalb der im Jahr 2017 modernisierten Organisationsstruktur. Zu den Schwerpunkten zählen dabei die Schaffung einer noch schlagkräftigeren Vertriebsorganisation im deutschen Klinikmarkt sowie die Umsetzung einer wertsteigernden konzernweiten IT-Strategie, auch unter Berücksichtigung neuer regulatorischer Anforderungen.

Den erheblichen Volatilitäten in den Rohstoff- und Währungsmärkten werden wir auch weiterhin aktiv begegnen. Kurzfristig setzen wir den Währungsrisiken Absicherungsmaßnahmen entgegen, die Schwankungen abfedern.

Zur Stärkung des organischen Wachstums adressieren wir gezielt Investitionsschwerpunkte in etablierten und neuen Märkten, um unsere Marktposition in Schlüsselsortimenten auszubauen. Die HARTMANN GRUPPE wird zusätzlich die sich bietenden Chancen auf Akquisitionen und strategische Partnerschaften nutzen, um das Portfolio sinnvoll zu ergänzen und die Marktposition in den Absatzregionen zu verbessern.

Investitionen der vergangenen Jahre in interne Prozesse wirken sich sukzessive positiv auf die Ergebnisentwicklung der HARTMANN GRUPPE aus. Die sorgfältige Überprüfung aller internen Prozesse und der damit verbundenen Kosten auf Produktivitätsreserven bleibt eine ständige Aufgabe.

Wir gehen davon aus, dass die hohe Volatilität bei Wechselkursen und Rohstoffpreisen ebenso wie der starke absatzseitige Preisdruck im laufenden Jahr anhalten werden, wodurch eine zuverlässige Prognose erschwert wird. Darüber hinaus dürfte sich der Trend zur noch stärkeren Regulierung der Gesundheitssysteme im laufenden Jahr fortsetzen. Unter anderem wird sich die noch laufende Umsetzung der Medizinprodukteverordnung kostenseitig auswirken. Mittel- und langfristig trägt die weitere Internationalisierung unseres Geschäfts, verbunden mit nachhaltigen Effizienzsteigerungsprogrammen, zu einer stärkeren Risikostreuung bei.

Unter sorgfältiger Abwägung aller Einflussfaktoren rechnen wir für das Geschäftsjahr 2018 mit einem moderaten Wachstum beim Umsatz. Wir gehen von einem moderat rückläufigen EBIT aus, da sich die für 2018 vorgesehenen wichtigen Struktur- und Wachstumsinvestitionen ergebnisseitig auswirken werden. Diese Investitionen dienen dem Ziel, die HARTMANN GRUPPE solide für die Zukunft aufzustellen und die langfristigen Wachstumsziele zu erreichen. Die Kennziffer Nettofinanzstatus umfasst bei der HARTMANN GRUPPE die Zahlungsmittel sowie kurzfristig veräußerbare Anlagen und Wertpapiere abzüglich der Verbindlichkeiten bei Kreditinstituten (Darlehen und Kontokorrent). Aufgrund der hohen Volatilität und eingeschränkten Prognostizierbarkeit wird auf die Aufstellung eines Zielwerts für den Nettofinanzstatus verzichtet.

Jahresabschluss 2017

der PAUL HARTMANN AG

Bilanz

Aktiva

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in Tausend EUR Anhang 31.12.2016 31.12.2017
A. Anlagevermögen 4    
I. Immaterielle Vermögensgegenstände 5 8.541 104.711
II. Sachanlagen 6 96.623 94.590
III. Finanzanlagen 7 366.272 347.873
    471.436 547.174
B. Umlaufvermögen      
I. Vorräte 8 99.274 85.243
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 9 216.734 282.718
III. Wertpapiere   24 24
IV. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten, Schecks 10 5.272 2.623
    321.304 370.609
C. Rechnungsabgrenzungsposten 11 3.950 4.285
    796.689 922.069

Passiva

     
in Tausend EUR Anhang 31.12.2016 31.12.2017
A. Eigenkapital      
I. Gezeichnetes Kapital 12 91.328 91.328
abzüglich Eigene Anteile   -529 -529
II. Kapitalrücklage 13 50.828 50.828
III. Gewinnrücklagen 14 199.069 206.569
IV. Bilanzgewinn   38.047 37.497
    378.743 385.692
B. Rückstellungen      
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 15 76.470 81.798
2. Übrige Rückstellungen 16 83.108 85.379
    159.578 167.177
C. Verbindlichkeiten 17 258.369 369.200
    796.689 922.069

Gewinn- und Verlustrechnung

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in Tausend EUR Anhang 2016 2017
1. Umsatzerlöse 22 857.819 864.145
2. Veränderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen 23 -127 -6.587
3. Andere aktivierte Eigenleistungen   2.970 1.800
4. Gesamtleistung   860.663 859.358
5. Sonstige betriebliche Erträge 24 36.380 35.059
6. Materialaufwand 25 -511.759 -501.216
7. Personalaufwand 26 -170.743 -179.687
8. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 27 -20.278 -22.949
9. Sonstige betriebliche Aufwendungen 28 -167.303 -182.130
10. Finanzergebnis 29 43.803 34.362
    70.764 42.797
11. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag   -13.378 -9.470
12. Ergebnis nach Steuern   57.386 33.327
13. Sonstige Steuern 31 -1.644 -1.515
14. Jahresüberschuss 32 55.742 31.812
15. Einstellung in Gewinnrücklagen   -25.000 -7.500
16. Gewinnvortrag   7.305 13.185
17. Bilanzgewinn   38.047 37.497

Anhang

der PAUL HARTMANN AG

1 Allgemeine Bemerkungen

Der Jahresabschluss der PAUL HARTMANN AG ist nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches und des Aktiengesetzes aufgestellt. Sitz der Gesellschaft ist Heidenheim an der Brenz, sie ist unter der Nummer HRB 661090 im Register des Amtsgerichts Ulm eingetragen.

Um eine übersichtlichere Darstellung zu erreichen, wurden in der Bilanz sowie in der Gewinn- und Verlustrechnung einzelne Posten zusammengefasst und im Anhang gesondert ausgewiesen. Für die Gewinn- und Verlustrechnung haben wir das Gesamtkostenverfahren gewählt.

2 Währungsumrechnung

Geschäftsvorfälle in Fremdwährung werden mit den zum Zeitpunkt der Transaktion geltenden Devisenkursen erfasst. Die Bewertung von Forderungen und Verbindlichkeiten in Fremdwährung mit einer voraussichtlichen Laufzeit von über einem Jahr erfolgt zu dem jeweiligen Transaktionskurs oder dem jeweils ungünstigeren Kurs am Bilanzstichtag. Für die Umrechnung von Forderungen und Verbindlichkeiten mit einer Laufzeit von unter einem Jahr sowie für flüssige Mittel wird der Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag verwendet.

3 Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Das immaterielle Anlagevermögen und das Sachanlagevermögen wurden zu Anschaffungs- beziehungsweise Herstellungskosten, vermindert um planmäßige und außerplanmäßige Abschreibungen, angesetzt. Erhaltene und auf Anlagegegenstände direkt zuordenbare Investitionszuschüsse werden unmittelbar von den Anschaffungskosten abgesetzt (Nettomethode).

Die planmäßigen Abschreibungen des immateriellen Anlagevermögens werden linear, die des Sachanlagevermögens linear oder degressiv berechnet; soweit in den Folgejahren beim beweglichen Anlagevermögen die lineare Abschreibung die degressive Abschreibung übersteigt, wird auf die lineare Methode übergegangen. Für Gebäude wurde die lineare Abschreibung beziehungsweise bei einer Anschaffung bis zum 31. Dezember 2009 die Abschreibung gemäß § 7 Abs. 5 EStG in Anspruch genommen.

Die Nutzungsdauern des immateriellen Anlagevermögens betragen im Wesentlichen zwischen drei und zehn Jahre. Die Nutzungsdauer des erworbenen Geschäfts- oder Firmenwertes wurde unter Berücksichtigung des Vorsichtsprinzips auf 10 Jahre geschätzt. Bei Verwaltungs-, Fabrik- und anderen Bauten wurde grundsätzlich eine Nutzungsdauer von 25 bis 50 Jahren zugrunde gelegt. Die Nutzungsdauer beträgt bei technischen Anlagen und Maschinen im Wesentlichen acht bis zehn Jahre, bei anderen Anlagen sowie bei der Betriebs- und Geschäftsausstattung im Wesentlichen drei bis dreizehn Jahre.

Geringwertige Wirtschaftsgüter mit Anschaffungskosten von nicht mehr als 1.000 EUR wurden im Jahr der Anschaffung in voller Höhe abgeschrieben.

Die Anteile an verbundenen Unternehmen und die Beteiligungen wurden zu Anschaffungskosten beziehungsweise zum niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt.

Vorräte werden mit dem niedrigeren Wert aus den Anschaffungs- oder Herstellungskosten und dem Nettoveräußerungswert bewertet. Die Anschaffungskosten von Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen und Waren werden auf Basis des gleitenden Durchschnittspreises ermittelt. Die Herstellungskosten von fertigen und unfertigen Erzeugnissen enthalten Rohstoffe, Fertigungslöhne, andere direkte Kosten und dem Produkt zurechenbare Gemeinkosten, die auf normaler Kapazitätsauslastung basieren. Nicht enthalten sind Finanzierungskosten. Der Nettoveräußerungswert ist der geschätzte, im normalen Geschäftsgang erzielbare Verkaufserlös abzüglich der Kosten für die Fertigstellung und den Vertrieb.

Der Ansatz von Forderungen und sonstigen Vermögensgegenständen erfolgte zum Nennwert oder zu dem am Bilanzstichtag niedrigeren beizulegenden Wert. Im Rahmen der Bewertung wurde erkennbaren Risiken durch Einzelwertberichtigungen in ausreichendem Maße Rechnung getragen. Zusätzlich wurde das allgemeine Kreditrisiko durch eine Pauschalwertberichtigung in angemessener Weise berücksichtigt.

Die Bewertung der Wertpapiere des Umlaufvermögens erfolgte zu Anschaffungskosten; Abwertungen auf den handelsrechtlichen Niederstwert waren nicht erforderlich. Flüssige Mittel wurden zum Nominalwert angesetzt.

Erhaltene Investitionszuschüsse, die am Bilanzstichtag nicht einem Anlagegegenstand direkt zurechenbar sind, werden in einem Sonderposten für Investitionszuschüsse ausgewiesen. Die Auflösung des Sonderpostens erfolgt über eine unmittelbare Absetzung von den Anschaffungskosten bei der Aktivierung des Anlagegegenstandes.

Die Bewertung von Pensionsrückstellungen für Direktzusagen erfolgte nach einem modifizierten Teilwertverfahren unter Berücksichtigung einer Finanzierung ab Beginn des Dienstverhältnisses, der am Bilanzstichtag vorliegenden Informationen über den Verlauf des biometrischen Risikos und des Rechnungszinses, der sich bei Annahme einer pauschalen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt. Unmittelbare Pensionszusagen im Rahmen der betrieblichen Altersvorsorge wurden nach dem Projected Unit Credit-Verfahren ("PUC") unter Berücksichtigung des Rechnungszinses, der sich bei Annahme einer pauschalen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt, bewertet. Beim PUC-Verfahren wird der Barwert erwarteter künftiger Zahlungen ermittelt, die erforderlich sind, um die aufgrund von Arbeitnehmerleistungen bis zum Bilanzstichtag entstandenen Verpflichtungen abgelten zu können.

Pensionsrückstellungen für Direktzusagen und Pensionsrückstellungen im Rahmen der betrieblichen Altersvorsorge wurden auf der Basis der Richttafeln von Dr. Klaus Heubeck von 2005 G und eines Rechnungszinsfußes von 3,68 % auf Basis eines 10-Jahres Durchschnitts angesetzt. Des Weiteren wurden folgende grundlegende Bewertungsannahmen getroffen:

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Gehaltserhöhungen p.a. 3 %
Rentenanpassungen p.a. 1 % - 1,75 %
Fluktuationsrate 5 %
Erhöhungen der Beitragsbemessungsgrenze p.a. 3 %

Rückstellungen für Altersteilzeit wurden nach versicherungsmathematischen Grundsätzen zum Teilwert auf der Basis der Richttafeln von Dr. Klaus Heubeck von 2005 G und eines Rechnungszinsfußes von 1,43 % bei einer Restlaufzeit von mindestens 1 Jahr angesetzt.

In den Sonstigen Rückstellungen wurden alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten im Rahmen vorsichtiger kaufmännischer Beurteilung berücksichtigt.

Die Verbindlichkeiten wurden mit den Erfüllungsbeträgen angesetzt.

Latente Steuern werden gemäß der Verbindlichkeitsmethode auf temporäre Differenzen, die aus Unterschieden zwischen dem Steuerwert von Vermögenswerten und Schulden und ihrem Buchwert im HGB-Abschluss resultieren, erfasst. Aktive und passive Latenzen werden verrechnet; ein aktivischer Überhang wird bilanziell nicht erfasst. Im Abschluss der PAUL HARTMANN AG werden die temporären Differenzen aller Organgesellschaften berücksichtigt. Zur Berechnung der latenten Steuern werden die Steuersätze verwendet, die am Bilanzstichtag gelten oder faktisch beschlossen sind.

Soweit Bewertungseinheiten gemäß § 254 HGB gebildet werden, kommen folgende Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze zur Anwendung: Ökonomische Sicherungsbeziehungen werden durch die Bildung von Bewertungseinheiten bilanziell nachvollzogen. In den Fällen, in denen sowohl die 'Einfrierungsmethode', bei der die sich ausgleichenden Wertänderungen aus dem abgesicherten Risiko nicht bilanziert werden, als auch die 'Durchbuchungsmethode', wonach die sich ausgleichenden Wertänderungen aus dem abgesicherten Risiko sowohl des Grundgeschäfts als auch des Sicherungsinstruments bilanziert werden, angewandt werden können, wird die Einfrierungsmethode verwendet. Die sich ausgleichenden positiven und negativen Wertänderungen bleiben unberücksichtigt.

Erläuterungen zur Bilanz

4 Anlagevermögen

Die Entwicklung des Anlagevermögens der PAUL HARTMANN AG ist im Anlagenspiegel dargestellt.

5 Immaterielle Vermögensgegenstände

Der aktivierte Betrag umfasst erworbene EDV-Software, Patente, Marken, technologisches Wissen, Geschäftswerte, Kundenstämme und Lizenzen. Der Anstieg im Geschäftsjahr resultierte im Wesentlichen aus der Akquisition der Marke LINDOR und der dazugehörenden sonstigen immateriellen Vermögensgegenstände.

6 Sachanlagen

Die Investitionen im Sachanlagevermögen betrugen brutto Tausend EUR 12.623.

7 Finanzanlagen

Der Anteilsbesitz ist in einer gesonderten Übersicht auf Seite 22 dargestellt.

8 Vorräte

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in Tausend EUR 31.12.2016 31.12.2017
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 26.181 24.002
Unfertige Erzeugnisse 2.345 1.690
Fertige Erzeugnisse 28.016 22.084
Waren 42.683 37.348
Anzahlungen für Vorräte 49 119
  99.274 85.243

9 Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

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in Tausend EUR 31.12.2016 31.12.2017
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 31.401 29.050
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 178.413 249.509
davon aus Lieferungen und Leistungen (68.536) (72.481)
Sonstige Vermögensgegenstände 6.920 4.159
  216.734 282.718

In den Forderungen gegen verbundene Unternehmen sind kurzfristige Forderungen aus dem konzerninternen Cash-Pooling in Höhe von Tausend EUR 25.481 sowie Darlehen in Höhe von Tausend EUR 67.660 enthalten. Von den sonstigen Vermögensgegenständen haben Tausend EUR 160 eine Laufzeit von mehr als einem Jahr (Vorjahr: Tausend EUR 155).

10 Flüssige Mittel

Der Bestand an Flüssigen Mitteln sank um Tausend EUR 2.649 auf Tausend EUR 2.623.

11 Aktive Rechnungsabgrenzungsposten

Die aktiven Rechnungsabgrenzungsposten enthalten transitorische Abgrenzungen, insbesondere Entgelte für Nutzungsrechte, einmalige Bereitstellungs- und Arrangierungsgebühren für den Kreditrahmen sowie Lizenz- und Wartungsgebühren für Software.

12 Gezeichnetes Kapital

Das Gezeichnete Kapital beträgt unverändert 91.327.569,38 EUR. Es ist eingeteilt in 3.572.424 Namensstückaktien mit einem rechnerischen Nennwert von 25,56 EUR je Aktie. Die Gesellschaft besitzt 20.682 eigene Namensstückaktien (= 0,6 % der Gesamtzahl) mit einem rechnerischen Nennwert von 528.726,85 EUR. Diese Aktien wurden 1959 zur Abgeltung von ausländischen Forderungen erworben.

13 Kapitalrücklage

Die Kapitalrücklage beträgt unverändert Tausend EUR 50.828.

14 Gewinnrücklagen

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in Tausend EUR 31.12.2016 31.12.2017
Gesetzliche Rücklage 471 471
Andere Gewinnrücklagen 198.598 206.098
  199.069 206.569

Bei Aufstellung des Jahresabschlusses 2017 wurden Tausend EUR 7.500 den anderen Gewinnrücklagen zugeführt.

15 Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

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in Tausend EUR 31.12.2016 31.12.2017
Rückstellungen für Direktzusagen 34.420 33.589
Rückstellungen für Pensionszusagen im Rahmen der betrieblichen Altersvorsorge 17.107 19.332
Rückstellungen für Verpflichtungen aus Entgeltumwandlung im Rahmen der betrieblichen Altersvorsorge 24.943 28.876
  76.470 81.798

Für Verpflichtungen aus mittelbaren Pensionszusagen, die über das Vermögen der Unterstützungskasse in Höhe von Tausend EUR 3.762 hinausgehen, wurde eine Rückstellung in Höhe von Tausend EUR 2.400 gebildet.

Der Unterschiedsbetrag im Sinne des § 253 Abs.6 HGB zwischen dem durchschnittlichen Marktzinssatz aus den vergangenen sieben Jahren und den vergangenen zehn Jahren beträgt Tausend EUR 11.140.

16 Übrige Rückstellungen

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in Tausend EUR 31.12.2016 31.12.2017
Steuerrückstellungen 25.288 25.336
Sonstige Rückstellungen 57.820 60.043
davon Rückstellungen Personalbereich (35.687) (34.528)
davon Rückstellungen Vertriebsbereich (5.429) (4.925)
davon sonstige Verpflichtungen (16.704) (20.590)
  83.108 85.379

Die Rückstellungen für den Personalbereich enthalten Verpflichtungen aus Altersteilzeit, Urlaubs- und Gleitzeitguthaben, variablen Gehaltsansprüchen, Abfindungen sowie Zuwendungen für Arbeitsjubiläen. Verpflichtungen aus wertpapiergebundenen Versorgungszusagen wurden entsprechend § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB mit dem beizulegenden Zeitwert der Vermögensgegenstände verrechnet. Zum 31. Dezember 2017 betrugen der Erfüllungsbetrag der Verpflichtungen sowie der Zeitwert des Deckungsvermögens Tausend EUR 6.368; die Anschaffungskosten der Vermögensgegenstände betrugen Tausend EUR 6.165.

Die Rückstellungen für den Vertriebsbereich enthalten im Wesentlichen mögliche Verpflichtungen aus Gewährleistung sowie für Garantien und Lizenzen.

Rückstellungen für Sonstige Verpflichtungen wurden im Wesentlichen für Einkaufsrisiken und ausstehende Eingangsrechnungen gebildet.

17 Verbindlichkeiten

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31.12.2016
davon mit einer Restlaufzeit
in Tausend EUR bis 1 Jahr 1 bis 5 Jahre über 5 Jahre
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 5.453 (5.453) (0) (0)
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 1 (1) (0) (0)
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 27.450 (27.450) (0) (0)
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 216.900 (216.900) (0) (0)
davon aus Lieferungen und Leistungen (36.506) (36.506) (0) (0)
Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 37 (37) (0) (0)
davon aus Lieferungen und Leistungen (37) (37) (0) (0)
Sonstige Verbindlichkeiten 8.529 (8.529) (0) (0)
davon aus Steuern (5.730) (5.730) (0) (0)
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit (0) (0) (0) (0)
  258.369 (258.369) (0) (0)
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31.12.2017
davon mit einer Restlaufzeit
in Tausend EUR bis 1 Jahr 1 bis 5 Jahre über 5 Jahre
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 13.349 (13.349) (0) (0)
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 0 (0) (0) (0)
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 40.179 (40.179) (0) (0)
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 306.146 (306.146) (0) (0)
davon aus Lieferungen und Leistungen (34.363) (34.363) (0) (0)
Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 3 (3) (0) (0)
davon aus Lieferungen und Leistungen (3) (3) (0) (0)
Sonstige Verbindlichkeiten 9.523 (9.279) (216) (28)
davon aus Steuern (6.161) (6.161) (0) (0)
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit (0) (0) (0) (0)
  369.200 (368.956) (216) (28)

Durch Grundpfandrechte oder ähnliche dingliche Rechte gesicherte Verbindlichkeiten bestanden am Bilanzstichtag nicht.

18 Passive latente Steuern

Passive latente Differenzen basieren auf den Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen. Aktive latente Differenzen resultieren im Wesentlichen aus den Rückstellungen, immateriellen Vermögenswerten, Sachanlagen und den Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen.

Im Rahmen der saldierten Betrachtung ergibt sich zum 31. Dezember 2017 ein aktiver Überhang, der gemäß § 274 Abs. 1 HGB nicht angesetzt wurde.

19 Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen

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in Tausend EUR 31.12.2016 31.12.2017
Bürgschaften 34.023 23.414
davon für verbundene Unternehmen (34.021) (23.412)
Gewährleistungsverträge 2.130 3.716
davon für verbundene Unternehmen (2.130) (3.716)

Für Verpflichtungen gemäß § 285 Nr. 3 HGB sind voraussichtlich Tausend EUR 62.751 in der PAUL HARTMANN AG für Leasing und Bestellobligo aufzuwenden. Die durchschnittliche Laufzeit der Verträge beträgt zwischen zwei und drei Jahre.

Die Eventualverbindlichkeiten aus Gewährleistungsverträgen betreffen Patronats- und Garantieerklärungen zugunsten von Tochtergesellschaften und Dritten.

Haftungsverhältnisse werden nur im Zusammenhang mit der Geschäftstätigkeit der PAUL HARTMANN AG oder der Geschäftstätigkeit verbundener Unternehmen eingegangen. Auf Basis der bis zum Aufstellungszeitpunkt gewonnenen Erkenntnisse geht die PAUL HARTMANN AG derzeit davon aus, dass die den Haftungsverhältnissen zugrunde liegenden Verpflichtungen von den jeweiligen Hauptschuldnern erfüllt werden können. Das Risiko einer Inanspruchnahme aus den aufgeführten Haftungsverhältnissen wird als nicht wahrscheinlich angesehen.

20 Derivative Finanzinstrumente

Durch ihren Geschäftsbetrieb ist die HARTMANN GRUPPE einer Reihe finanzieller Risiken wie Auswirkungen von Veränderungen auf den Devisen- und Rohstoffmärkten und bei den Zinssätzen ausgesetzt. Das Risikomanagementsystem des Konzerns ist darauf ausgerichtet, die potenziellen Auswirkungen auf das Konzernergebnis zu begrenzen.

Das Risikomanagement für Finanzrisiken wird von der zentralen Treasury-Abteilung der PAUL HARTMANN AG gemäß den vom Vorstand genehmigten Richtlinien durchgeführt. Die Basis bildet die Risikostrategie, die vom Risikokomitee vorgegeben wird. Die Risikostrategie wird quartalsweise überprüft. Die aktuelle Risikostrategie benennt neben Gesamtverlustlimits aus Währungs- und Rohstoffrisiken im Verhältnis zum Plan-EBT auch Sicherungszielgrößen für Einzelrisiken wie USD-Exposure, Planbedarf an Rohstoff Fluff Pulp und variable Zinspositionen.

Die Treasury-Abteilung identifiziert die Finanzrisiken, bewertet sie, überwacht die Einhaltung der Verlustlimits und Sicherungsquoten und schließt gegebenenfalls in enger Zusammenarbeit mit operativen Einheiten geeignete Sicherungsgeschäfte ab. Gesichert werden Portfolios und Netto-Exposures (Macro-Hedges). Derivative Finanzkontrakte werden nur mit Banken hoher Bonität abgeschlossen und sind auf die Absicherung des operativen Geschäfts sowie der damit verbundenen Finanzierungsvorgänge beschränkt. Zum Bilanzstichtag bestanden folgende derivative Finanzpositionen:

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in Tausend EUR 31. Dezember 2016
Marktwerte Nominalwert Restlaufzeit des Nominalwerts
Gesamt Gesamt Bis zu einem Jahr mehr als 1 Jahr
Devisensicherungsgeschäfte 8.977 261.674 231.216 30.458
davon mit positivem Marktwert 10.286      
davon mit negativem Marktwert -1.309      
Rohstoffsicherungsgeschäfte -1.411 54.727 54.727 0
davon mit positivem Marktwert 124      
davon mit negativem Marktwert -1.535      
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in Tausend EUR 31. Dezember 2017
Marktwerte Nominalwert Restlaufzeit des Nominalwerts
Gesamt Gesamt Bis zu einem Jahr mehr als 1 Jahr
Devisensicherungsgeschäfte -8.784 317.226 251.531 65.695
davon mit positivem Marktwert 3.131      
davon mit negativem Marktwert -11.915      
Rohstoffsicherungsgeschäfte 1.583 63.346 61.126 2.220
davon mit positivem Marktwert 2.272      
davon mit negativem Marktwert -689      

Für Finanzpositionen mit einem negativen Marktwert wurden im Jahresabschluss Rückstellungen gebildet, wenn eine Zuordnung zu Bewertungseinheiten nicht möglich war. Der Gesamtbetrag der sonstigen Rückstellungen beläuft sich auf Tausend EUR 2.521.

Das Nominalvolumen ist die Summe aller Kauf- und Verkaufsbeträge derivativer Finanzgeschäfte. Die Marktwerte ergeben sich aus der Bewertung der offenen Positionen zu Marktpreisen, die den beizulegenden Zeitwerten entsprechen. Die beizulegenden Zeitwerte stellen dabei die Aufwendungen beziehungsweise Erträge bei einer hypothetischen Glattstellung der Derivatkontrakte zum Bilanzstichtag dar.

Der beizulegende Zeitwert von Derivaten basiert auf Mark-to-Market-Bewertungen am Bilanzstichtag, die durch externe Bankbewertungen verifiziert werden. Der beizulegende Zeitwert wird dabei als Barwert der erwarteten zukünftigen Zahlungsflüsse berechnet.

21 Bewertungseinheiten

Entsprechend der gesetzlichen Regelungen können Vermögensgegenstände, Schulden, schwebende Geschäfte oder mit hoher Wahrscheinlichkeit erwartete Transaktionen zum Ausgleich gegenläufiger Wertänderungen oder Cash-Flows mit Finanzinstrumenten zu einer Bewertungseinheit zusammengefasst werden. Mit einer hohen Eintrittswahrscheinlichkeit kann dabei aus der routinemäßigen Durchführung in der Vergangenheit gerechnet werden. Zum 31. Dezember 2017 wurden folgende Bewertungseinheiten gebildet:

Zur Sicherung des Cash-Flow-Risikos aus geplanten Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Fremdwährung in Höhe von Tausend EUR 363.802 in den Jahren 2018 und 2019 und konzerninternen Sicherungsgeschäften in Höhe von Tausend EUR 8.683 bis zum Jahr 2022 hat die PAUL HARTMANN AG Devisensicherungsgeschäfte abgeschlossen. Zum 31. Dezember 2017 waren Devisensicherungsgeschäfte in Höhe von Tausend EUR 277.81 1 als Sicherungsinstrumente mit einem positiven Marktwert von Tausend EUR 3.097 und einem negativen Marktwert von Tausend EUR 9.394 im Rahmen von Cash-Flow-Hedges designiert. Cash-Flow-Risiken aus schwankenden Preisen für im Geschäftsjahr 2018 und 2019 geplante Einkäufe von Rohstoffen in Höhe von Tausend EUR 154.007 wurden über Rohstoffswaps abgesichert. Zum 31. Dezember 2017 waren Rohstoffswaps in Höhe von Tausend EUR 63.346 als Sicherungsinstrumente mit einem positiven Marktwert von Tausend EUR 2.272 und einem negativen Marktwert von Tausend EUR 689 abgeschlossen.

Die mit den gebildeten Bewertungseinheiten abgesicherten Risiken aus zukünftig erwarteten Cash-Flow Änderungen ergeben sich in gleicher Höhe der beizulegenden Zeitwerte, wobei sich aufgrund gegenläufiger Wertentwicklung die Cash-Flows voraussichtlich vollständig ausgleichen werden.

Der Nachweis der prospektiven und retrospektiven Effektivität wird mithilfe regelmäßig durchgeführter Effektivitätstests erbracht. Die Ermittlung der prospektivischen Effektivität erfolgt anhand der so genannten "Critical-Terms-Match-Methode", die der retrospektiven Effektivität anhand der so genannte "Dollar-Offset-Methode"; bei Rohstoffswaps kommt jeweils die Regressisonsanalyse zur Anwendung. Die Ergebnisse der retrospektiven Effektivitätsmessung liegen dabei in einer Bandbreite von 80 % bis 125 %, sodass von einer hoch effektiven Sicherungsbeziehung ausgegangen werden kann. Per 31. Dezember 2017 waren Ineffektivitäten in Höhe von Tausend EUR 0 zu verbuchen.

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

22 Umsatzerlöse

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in Tausend EUR 2016 2017
Umsatzerlöse nach Geschäftssegmenten:    
Wundmanagement 196.200 206.944
Inkontinenzmanagement 352.364 338.567
Infektionsmanagement 269.901 272.566
Weitere Konzernaktivitäten 3.685 3.624
Sonstige Umsatzerlöse 35.669 42.445
Umsatzerlöse 857.819 864.145
Aufgliederung nach Regionen:    
Deutschland 486.877 498.652
Europa 305.880 299.374
Außerhalb Europas 65.062 68.119
Umsatzerlöse 857.819 866.145

23 Veränderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen

Die Bestände an fertigen und unfertigen Erzeugnissen reduzierten sich um Tausend EUR 6.587.

24 Sonstige betriebliche Erträge

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in Tausend EUR 2016 2017
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 6.803 6.578
Erträge aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens 16 6
Übrige Erträge 29.562 28.475
  36.380 35.059

Im Einzelnen setzen sich die übrigen Erträge aus folgenden Positionen zusammen:

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in Tausend EUR 2016 2017
Kursgewinne 18.960 18.331
Erlöse aus der Verrechnung von Investitions- und Kostenprojekten an verbundene Unternehmen 1.639 1.742
Erträge aus der Auflösung von Einzelwertberichtigungen auf Forderungen 245 185
Sonstige Erträge Vorjahre 3.973 3.333
Sonstiges 4.745 4.883
  29.562 28.475

25 Materialaufwand

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in Tausend EUR 2016 2017
Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe    
und für bezogene Waren 505.444 495.385
Bezogene Leistungen 6.315 5.832
  511.759 501.216

26 Personalaufwand

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in Tausend EUR 2016 2017
Löhne und Gehälter 147.112 150.881
Soziale Abgaben und Aufwendungen für Unterstützung 22.563 23.384
Aufwendungen für Altersversorgung 1.068 5.422
  170.743 179.687

Mitarbeiter im Jahresdurchschnitt (nach § 285 Ziffer 7 HGB):

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2016 2017
Angestellte 1.520 1.559
Arbeiter 707 681
Arbeitnehmer i. S. von § 267 Abs. 5 HGB 2.227 2.240
Auszubildende 117 120

27 Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen

Die Abschreibungen betrugen Tausend EUR 22.950 (Vorjahr: Tausend EUR 20.278); davon Tausend EUR 32 außerplanmäßige Abschreibungen auf Sachanlagen (Vorjahr: Tausend EUR 2.996).

Im Einzelnen sind die Abschreibungen aus dem Anlagenspiegel ersichtlich.

28 Sonstige betriebliche Aufwendungen

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in Tausend EUR 2016 2017
Ausgangsfrachten 46.671 47.077
Kursverluste und Kurssicherungsmaßnahmen 13.106 20.003
Werbung und Werbekostenzuschüsse 16.512 16.912
Recht und Beratung, Gebühren und Beiträge 18.622 16.416
Instandhaltung, Wartung und Reinigung 12.754 12.696
Miete und Leasing 8.590 9.465
Verluste aus dem Abgang oder der Wertminderung von Gegenständen des Umlaufvermögens 603 8.022
Weiterberechnete Aufwendungen von verbundenen Unternehmen 4.255 6.324
Reise- und Repräsentationsaufwendungen 6.892 6.032
Aufwendungen im Personalbereich 7.198 5.448
Übrige Aufwendungen 32.048 33.733
  167.252 182.130

Im Geschäftsjahr wurden Pauschal- und Einzelwertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie auf Forderungen gegen verbundene Unternehmen in Höhe von Tausend EUR 8.022 gebildet.

29 Finanzergebnis

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in Tausend EUR 2016 2017
Erträge aus Beteiligungen +32.792 +32.178
davon aus verbundenen Unternehmen (23.350) (31.878)
davon aus dem Abgang von Beteiligungen (9.401) (258)
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge +1.967 + 1.670
davon aus verbundenen Unternehmen (1.803) (1.611)
Zinsen und ähnliche Aufwendungen -9.623 -5.580
davon an verbundene Unternehmen (74) (61)
davon Zinsanteil aus Rückstellungsveränderung (3.224) (3.158)
Erträge aus Ergebnisabführungsverträgen +24.340 +7.438
Aufwendungen aus Ergebnisabführungsverträgen -1.550 -3.343
Zuschreibungen auf Finanzanlagen 0 12.000
Abschreibungen auf Finanzanlagen -4.123 -10.000
  43.803 34.362

30 Erträge und Aufwendungen aus Gewinnabführungsverträgen

Im Geschäftsjahr bestanden Beherrschungs- und Gewinnabführungsverträge zwischen der PAUL HARTMANN AG als herrschender Gesellschaft und der CMC Consumer Medical Care GmbH, der HARTMANN Beteiligungen GmbH, der Bode Chemie GmbH sowie der Kneipp GmbH.

31 Sonstige Steuern

Die sonstigen Steuern in Höhe von Tausend EUR 1.515 betreffen im Wesentlichen den Bezug von Energie (Tausend EUR 910) sowie nicht abzugsfähige Vorsteuer (Tausend EUR 260).

32 Jahresüberschuss, Zuführung zu den Gewinnrücklagen, Bilanzgewinn

Der Jahresüberschuss beträgt Tausend EUR 31.812. Den Anderen Gewinnrücklagen wurden gemäß § 270 Abs. 2 HGB Tausend EUR 7.500 zugeführt, sodass sich unter Berücksichtigung des Gewinnvortrags in Höhe von Tausend EUR 13.185 ein Bilanzgewinn von Tausend EUR 37.497 ergibt.

33 Nachtragsbericht

Nach dem 31. Dezember 2017 keine Vorgänge von besonderer Bedeutung eingetreten, von denen ein wesentlicher Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der PAUL HARTMANN AG zu erwarten ist.

34 Mitteilungen nach § 20 Abs. 4 AktG

Herr Eduard Schleicher, Ulm, hat uns im August 2014 gemäß § 20 Abs. 4 AktG mitgeteilt, dass ihm eine Mehrheitsbeteiligung an unserer Gesellschaft, der PAUL HARTMANN AG, gehört.

35 Gesamtbezüge des Aufsichtsrats und des Vorstands

Die Höhe der Vergütung des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr beträgt satzungsgemäß Tausend EUR 854.

Die Höhe der Vorstandsvergütung richtet sich nach den Aufgaben des einzelnen Vorstandsmitglieds, seinen persönlichen Leistungen, der wirtschaftlichen Lage, der Entwicklung und der Zukunftsaussichten der HARTMANN GRUPPE sowie der Üblichkeit der Vergütung unter Berücksichtigung des Vergleichsumfelds und der Vergütungsstruktur, die ansonsten in der Gesellschaft gilt. Die Gesamtvergütung setzt sich aus einem fixen und einem variablen Bestandteil zusammen. Die festen und die auf eine mehrjährige Bemessungsgrundlage bezogenen variablen Vergütungsanteile weisen betragsmäßig Höchstgrenzen aus. Hinsichtlich der weiteren variablen Vergütungsanteile, die auf eine einjährige Bemessungsgrundlage abstellen, erfolgt eine Beschränkung des Anspruchs der Vorstandsmitglieder dadurch, dass eine Obergrenze des Zielwertes enthalten ist; die variablen Bestandteile umfassen in einem untergeordneten Umfang eine "mehrjährige Bemessungsgrundlage".

Die Gesamtbezüge der Mitglieder des Vorstands für das Berichtsjahr beliefen sich auf Tausend EUR 4.229 (davon fix: Tausend EUR 2.149 variabel: Tausend EUR 2.080).

Für die Pensionsverpflichtungen gegenüber früheren Mitgliedern des Vorstands und ihren Hinterbliebenen sind insgesamt Tausend EUR 8.890 zurückgestellt. Die Gesamtbezüge früherer Mitglieder des Vorstands betrugen für das Geschäftsjahr Tausend EUR 1.728.

Die Namen der Mitglieder des Aufsichtsrats und des Vorstands sind in der Übersicht ,Aufsichtsrat, Vorstand, Beirat' angegeben.

36 Gebühren des Abschlussprüfers

Angaben zu Honoraren des Abschlussprüfers gemäß § 285 Nr. 17 HGB erfolgen im Anhang des Konzernabschlusses der PAUL HARTMANN AG.

Vorschlag für die Verwendung des Bilanzgewinns:

Der Hauptversammlung der PAUL HARTMANN AG wird vorgeschlagen, wie folgt über die Verwendung des Bilanzgewinns zu beschließen:

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in Tausend EUR
Bilanzgewinn 37.497  
An die Aktionäre werden auf das Grundkapital ausgeschüttet:    
7,00 EUR je Namensstückaktie auf die dividendenberechtigten 3.551.742 Namensstückaktien 24.862  
Gewinnvortrag 12.634 37.497

 

Heidenheim an der Brenz, den 9. März 2018

PAUL HARTMANN AG

Joehle

Dr. Heinen

Kuehn

Schulz

Anlagenspiegel der PAUL HARTMANN AG

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in Tausend EUR kumulierte Anschaffungs-/Herstellungswerte
Anlagevermögen Stand 1.1.2017 Zugänge Umbuchungen Abgänge Stand 31.12.2017
I. Immaterielle Vermögensgegenstände          
1. Gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte 66.141 100.502 796 244 167.196
2. Geleistete Anzahlungen und Immaterielle Vermögensgegenstände im Bau 1.144 4.100 -796 0 4.448
  67.286 104.602 0 244 171.643
II. Sachanlagen          
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten 118.685 1.128 42 605 119.250
2. Technische Anlagen und Maschinen 161.402 3.132 1.227 1.740 164.021
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 115.899 5.183 144 2.690 118.536
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 3.163 3.180 -1.414 0 4.929
  399.149 12.623 0 5.036 406.736
III. Finanzanlagen          
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 447.457 53.215 0 73.521 427.151
2. Beteiligungen 2.660 0 0 92 2.568
3. Geleistete Anzahlungen auf Finanzanlagen 0 0 0 0 0
4. Wertpapiere des Anlagevermögens 0 0 0 0 0
  450.117 53.215 0 73.613 429.719
Summe I-III 916.552 170.439 0 78.893 1.008.098
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in Tausend EUR Abschreibungen
Anlagevermögen Stand Abschreibungen 1.1.2017 Abschreibungen Zuschreibungen Umbuchungen Abgänge Stand 31.12.2017
I. Immaterielle Vermögensgegenstände            
1. Gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte 58.745 8.432 0 0 244 66.932
2. Geleistete Anzahlungen und Immaterielle Vermögensgegenstände im Bau 0 0 0 0 0 0
  58.745 8.432 0 0 244 66.932
II. Sachanlagen            
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten 74.721 3.418 0 0 605 77.534
2. Technische Anlagen und Maschinen 135.566 5.480 0 0 1.694 139.352
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 92.238 5.620 0 0 2.598 95.259
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0 0 0 0 0 0
  302.525 14.518 0 0 4.898 312.145
III. Finanzanlagen            
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 81.454 10.000 12.000 0 0 79.454
2. Beteiligungen 2.392 0 0 0 0 2.392
3. Geleistete Anzahlungen auf Finanzanlagen 0 0 0 0 0 0
4. Wertpapiere des Anlagevermögens 0 0 0 0 0 0
  83.846 10.000 12.000 0 0 81.846
Summe I-III 445.116 32.949 12.000 0 5.142 460.923
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in Tausend EUR Restbuchwerte
Anlagevermögen Stand 1.1.2017 Stand 31.12.2017
I. Immaterielle Vermögensgegenstände    
1. Gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte 7.396 100.263
2. Geleistete Anzahlungen und Immaterielle Vermögensgegenstände im Bau 1.144 4.448
  8.540 104.711
II. Sachanlagen    
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten 43.964 41.717
2. Technische Anlagen und Maschinen 25.835 24.668
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 23.661 23.276
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 3.163 4.929
  96.623 94.590
III. Finanzanlagen    
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 366.003 347.697
2. Beteiligungen 269 177
3. Geleistete Anzahlungen auf Finanzanlagen 0 0
4. Wertpapiere des Anlagevermögens 0 0
  366.272 347.873
Summe I-III 471.436 547.174

Anteilsbesitz der PAUL HARTMANN AG

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Anteil am Kapital
in %
Eigenkapital Tausend EUR1) Ergebnis Tausend EUR1)
  Inland      
DE Atemzentrum Bad Lippspringe GmbH, Bad Lippspringe 51,0 549 384
  Atemzentrum Grafschaft GmbH, Schmallenberg 51,0 340 261
  Atemzentrum Großhansdorf GmbH, Ibbenbüren 100,0 400 171
  Balata GmbH, Heidenheim 100,0 85 16
  Bode Chemie GmbH, Hamburg 100,0 4.5395) 02)5)
  CMC Beteiligungen GmbH, Sontheim 100,0 23 -2
  CMC Consumer Medical Care GmbH, Sontheim 100,0 7.0265) 02)5)
  CMC Technologies GmbH & Co. KG, Sontheim 100,0 3615) -7305)
  DIG Dienstleistungen im Gesundheitswesen GmbH, Ibbenbüren 100,0 26 05) 7)
  Hans Braun GmbH, Wolfstein 100,0 1.615 713
  HARTMANN Beteiligungen GmbH, Heidenheim 100,0 675) 02)5)
  Hartmann Venture GmbH, Grünwald 100,0 2.054 2.029
  Hilfsmittel-Center Alpicus GmbH, Ibbenbüren 51,0 63 38
  Hilfsmittel-Center am Evangelischen GmbH, Oldenburg 51,0 138 113
  Hilfsmittel-Center Jakobus GmbH, Ibbenbüren 51,0 3 -22
  Hilfsmittel-Center Lamberti GmbH, Ibbenbüren 51,0 72 44
  Karl Otto Braun GmbH & Co. KG, Wolfstein 100,0 21.4485) 5.7505)
  Kneipp GmbH, Würzburg 100,0 37.5735) 02)5)
  Kneipp Werbe-Agentur u. Vertriebs GmbH, Würzburg 100,0 633 -145
  KOB Medical Devices (Deutschland) GmbH, Wolfstein 100,0 315) 04) 5)
  Medical Service und Logistik GmbH, Recklinghausen* 50,0 428 -239
  MEDICUS GmbH, Oberderdingen 100,0 2.479 05) 6)
  NOGE Gesellschaft für Medizinprodukte und -dienstleistungen mbH, Heidenheim 100,0 15.3175) 2555)
  PAUL HARTMANN AG & Co. Logistikzentrum Süd oHG, Heidenheim 100,0 2.217 889
  PEHA Produktions- und Vertriebsgesellschaft GmbH, Heidenheim 100,0 22 0
  QMService GmbH i.L., Heidenheim 100,0 4 0
  Reha-Service Loose GmbH, Hamburg 100,0 625 05) 7)
  Reha und Rollstuhl Handels GmbH, Leipzig 100,0 216 05) 7)
  Sanimed GmbH, Ibbenbüren 100,0 5.665 03)5)
  Spray-liner GmbH, Bergisch Gladbach 100,0 1.387 -91
  Vlesia GmbH, Herbrechtingen 100,0 46 03) 5)
  Ausland      
AE PAUL HARTMANN Middle East FZE, Dubai 100,0 6.121 617
AT PAUL HARTMANN Ges. m.b.H., Wiener Neudorf 100,0 9.255 -663
  Kneipp Austria Ges. m.b.H., Wiener Neudorf 100,0 640 479
AU PAUL HARTMANN Pty. Ltd., Sydney/NSW 100,0 10.048 1.119
BE N.V. PAUL HARTMANN S.A., Saintes 100,0 37.263 3.836
BR Bace Comércio Internacional Ltda., São Paulo 100,0 12.226 -1.749
CH AIR Health Solution AG, Neuhausen 66,3 194 11
  IVF HARTMANN AG, Neuhausen 66,3 77.254 14.256
  IVF HARTMANN Holding AG, Neuhausen 66,3 29.247 5.489
  Kistler AG, Gommiswald 66,3 2.768 7
  Kneipp GmbH, Wallisellen 100,0 1.019 696
CL PAUL HARTMANN Chile SpA., Santiago de Chile 100,0 215 11
CN PAUL HARTMANN (Shanghai) Trade Co., Ltd., Shanghai 100,0 3.203 2.418
CZ HARTMANN-RICO a.s., Veverská Bítýška 100,0 67.429 6.498
  SANICARE s.r.o., Veverská Bítýška 100,0 503 223
DK PAUL HARTMANN A/S, København 100,0 -530 -149
DZ Laboratoires PAUL HARTMANN S.A.R.L., Roubia 51,0 6.242 465
ES Consumer Medical Care Iberia S.L., Barcelona 100,0 289 -2
  Farmaban S.A., Sant Fruitós de Bages* 35,3 12.752 2.659
  Laboratorios HARTMANN S.A., Mataró 100,0 35.051 9.002
  PAUL HARTMANN España S.L.U., Mataró 100,0 47.387 -10
  PAUL HARTMANN IBERIA, S.A., Mataró 100,0 -2.194 -2.254
  PAUL HARTMANN S.A., Mataró 100,0 11.458 1.100
FR Bode France S.A.S., Châtenois 100,0 -450 -16
  CMC France S.A.R.L., Sélestat 100,0 831 148
  Laboratoires PAUL HARTMANN S.A.R.L., Châtenois 100,0 4.570 77
  Max Lorne S.A.S., Villemaur-sur-Vanne 100,0 430 18
  PAUL HARTMANN S.A., Châtenois 100,0 185.077 22.776
  Pierre Cattier S.A.S., Boulogne-Billlancourt 100,0 -2.303 1.131
  Providom S.A.S., Châtenois 100,0 197 255
  STERIMA S.A.S., Châtenois 100,0 5.609 296
GB PAUL HARTMANN Ltd., Heywood 100,0 4.573 364
GR PAUL HARTMANN Hellas A.E., Glyfada/Athina 100,0 7.961 92
HK PAUL HARTMANN Asia-Pacific Ltd., Kowloon 100,0 4.606 1.644
HR PAUL HARTMANN d.o.o., Zagreb 100,0 4.247 167
HU HARTMANN-RICO Hungária Kft., Biatorbagy 100,0 7.662 809
IN KOB Medical Textiles Private Ltd., Coimbatore 100,0 8.816 566
  PAUL HARTMANN Medical Private Limited, Coimbatore 100,0 -25 -83
IT Distributori Articoli Sanitari D.A.S. S.R.L. i.L., Verona 100,0 808 -43
  HARTMANN FOROMED S.R.L., Verona 100,0 511 100
  HARTMANN Logistic S.R.L., Verona 100,0 33 2
  PAUL HARTMANN S.p.A., Verona 100,0 14.168 815
JP Kneipp Japan K.K., Yokohama 100,0 4.485 1.148
  KOB Japan K.K., Tokyo 100,0 177 -9
MA PAUL HARTMANN S.A.R.L., Casablanca 100,0 420 48
NL Kneipp Nederland B.V., Montfoort 100,0 12.022 1.749
  PAUL HARTMANN B.V., Utrecht 100,0 2.957 354
  PAUL HARTMANN Finance B.V., Nijmegen 100,0 51.087 -55.166
NO PAUL HARTMANN AS, Oslo 100,0 -206 -104
PL PAUL HARTMANN Polska Sp. z o.o., Pabianice 100,0 9.489 2.027
PT PAUL HARTMANN LDA, Loures 100,0 6.516 1.040
RO S.C. PAUL HARTMANN S.R.L., Bucharest 100,0 5.963 2.151
RU PAUL HARTMANN OOO, Moskwa 100,0 29.827 7.777
  PAUL HARTMANN Siberia OOO, Novosibirsk 100,0 1.447 327
SE HARTMANN-ScandiCare AB, Anderstorp 100,0 843 -199
SI PAUL HARTMANN Adriatic d.o.o., Ljubljana 100,0 324 51
SK HARTMANN-RICO spol. s r.o., Bratislava 100,0 10.186 5.535
TR CMC CONSUMER MEDICAL CARE Pamuk Sanayi ve Ticaret Ltd. Sti., Mersin 100,0 13.052 1.476
  PAUL HARTMANN Ltd. Sti., Istanbul 100,0 2.100 182
US HARTMANN USA, Inc., Rock Hill/South Carolina 100,0 16.933 -9.135
  Kneipp Corporation of America, Inc., Union/New Jersey 100,0 9.313 -1.871
  KOB USA Corporation, Tucker/Georgia 100,0 54 -254
  PAUL HARTMANN Corp., Rock Hill/South Carolina 100,0 103.248 332
ZA HARTMANN-Vitamed (Pty) Ltd., Johannesburg 100,0 6.280 2.297

* At Equity konsolidierte Beteiligungen
1) Angaben nach IFRS
2) Ergebnisabführungsvertrag mit PAUL HARTMANN AG
3) Ergebnisabführungsvertrag mit HARTMANN Beteiligungen GmbH
4) Ergebnisabführungsvertrag mit Karl Otto Braun GmbH & Co. KG
5) Werte nach Local GAAP
6) Ergebnisabführungsvertrag mit NOGE Gesellschaft für Medizinprodukte und -dienstleistungen mbH
7) Ergebnisabführungsvertrag mit Sanimed GmbH

Aufsichtsrat, Vorstand, Beirat im Überblick

Aufsichtsrat

Fritz-Jürgen Heckmann

Rechtsanwalt in der Anwaltssozietät Kees Heel Heckmann

Vorsitzender des Aufsichtsrats

Ralf Willeck*

Erster Bevollmächtigter der IG Metall Heidenheim

Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats

Joachim Bader*

Freigestellter Konzern- und Gesamtbetriebsratsvorsitzender

Yvonne Brix*

Betriebsratsmitglied der BODE Chemie GmbH

Prof. Dr. Angelika C. Bullinger-Hoffmann

Professorin für Arbeitswissenschaft und Innovationsmanagement der Technischen Universität Chemnitz (ab 17. Januar 2017)

Dr. Werner Casper*

Leiter Customer Solution Management

Christine Geppert*

Freigestellte Betriebsratsvorsitzende der Karl Otto Braun GmbH & Co. KG

Gerhard Hirth

Geschäftsführer der SCHWENK Zement International Geschäftsführungs GmbH

Horst Mund*

Gewerkschaftssekretär beim Vorstand der IG Metall

Dr. Rinaldo Riguzzi

Präsident des Verwaltungsrates der IVF HARTMANN Holding AG

Joachim E. Schielke

früheres Mitglied des Vorstands der Landesbank Baden-Württemberg und früherer Vorsitzender des Vorstands der Baden-Württembergischen Bank

Eduard Schleicher

persönlich haftender Gesellschafter der SCHWENK Zement KG

Vorstand

Andreas Joehle

Chief Executive Officer und Vorsitzender des Vorstands

Dr. Raymund Heinen

Chief Process Officer

Michel Kuehn

Chief Commercial Officer

Hygiene

Dr. Wolfgang Neumann

Chief Medical Officer

(bis 30. Juni 2017)

Stephan Schulz

Chief Financial Officer und Arbeitsdirektor

Beirat

Fritz-Jürgen Heckmann

Rechtsanwalt in der Anwalts-sozietät Kees Heel Heckmann

Vorsitzender des Beirats

Wolfgang Feil

früherer Hofkammerdirektor des Hauses Württemberg

Hans Kahlich

früheres Vorstandsmitglied der PAUL HARTMANN AG

Prof. Dr. med. Sevgi Tercanli

selbständige Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe (ab 1. März 2017)

* Arbeitnehmervertreter

Bestätigungsvermerk DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die PAUL HARTMANN AG, Heidenheim an der Brenz

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der PAUL HARTMANN AG, Heidenheim an der Brenz, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2017 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2017 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der PAUL HARTMANN AG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2017 geprüft. Die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Abs. 4 HGB (Angaben zur Frauenquote) haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. Dezember 2017 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2017 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum Lagebericht erstreckt sich nicht auf den Inhalt der im Abschnitt "Sonstige Informationen" genannten Bestandteile des Lageberichts.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Abs. 4 HGB (Angaben zur Frauenquote).

Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss, zum Lagebericht oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder

anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt.

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Stuttgart, den 9. März 2018

PricewaterhouseCoopers GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Angelika Kraus, Wirtschaftsprüferin

Jürgen Schwehr, Wirtschaftsprüfer

Beschluss über die Ergebnisverwendung

Die 104. ordentliche Hauptversammlung vom 20. April 2018 hat beschlossen, den für das Geschäftsjahr 2017 ausgewiesenen Bilanzgewinn von 37.496.540,93 EUR wie folgt zu verwenden:

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- Ausschüttung einer Dividende von 7,00 EUR je Stückaktie auf die 3.551.742 dividendenberechtigten Stückaktien 24.862.194,00 EUR
- Gewinnvortrag 12.634.346,93 EUR

Bericht des Aufsichtsrats

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre, das Jahr 2017 war mit erheblichen Herausforderungen auf den Gesundheitsmärkten und für die HARTMANN GRUPPE verbunden. Die stagnierenden Budgets im Gesundheitswesen, trotz ständig wachsender Anforderungen an die Pflege und Gesundheitsvorsorge, und die Entwicklung der Aktivitäten in einzelnen Regionen beeinflussten die Profitabilität ebenso wie der Anstieg von regulatorischen Kosten und Rohstoffpreisen. Andererseits steigt hierdurch der Bedarf an kundenzentrierten, kosteneffizienten Gesundheitskonzepten auch künftig weiter an. Das vergangene Jahr hat die hieraus folgenden Aufgabenstellungen, speziell die fortlaufende Optimierung aller Prozesse sowie die Fokussierung der Aktivitäten, aufgezeigt. Die HARTMANN GRUPPE hat mit ihrem Fokus auf nachhaltige Zukunftsinvestitionen strategisch den richtigen Kurs eingeschlagen und kann damit die Marktchancen uneingeschränkt nutzen. Ob es um mehr Marktpräsenz geht - wie durch die Akquisition von LINDOR, um innovative Produktprogramme für den wachsenden Endkonsumentenmarkt, die Digitalisierung entlang der gesamten Wertschöpfungskette oder den intensivierten Dialog mit Ärzten und Pflegekräften: Alle Maßnahmen tragen dazu bei, den Anspruch "Gesundheit ist unser Antrieb" glaubwürdig einzulösen. Dieses Markenversprechen bleibt die Leitplanke für den weiteren Weg der HARTMANN GRUPPE hin zu einem weltweit führenden Anbieter von Gesundheitsleistungen.

Tätigkeitsschwerpunkte des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat hat die Geschäftsentwicklung im Geschäftsjahr 2017 aufmerksam begleitet und die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben wahrgenommen. Der Aufsichtsrat hat den Vorstand sorgfältig und regelmäßig überwacht und ihn bei wesentlichen Einzelmaßnahmen beratend begleitet. Er hat sich durch schriftliche und mündliche Berichte des Vorstands regelmäßig, zeitnah und ausführlich über die Lage des Unternehmens und über wichtige Geschäftsvorfälle unterrichten lassen. Hierzu gehörten monatliche Berichte über die Umsatz- und Ergebnisentwicklung, die Liquiditätslage sowie die Quartalsabschlüsse einschließlich der jeweiligen Plan-Ist-Abweichungen und der Vorschaurechnungen.

In Entscheidungen von wesentlicher Bedeutung war der Aufsichtsrat frühzeitig eingebunden. Alle Maßnahmen, die aufgrund gesetzlicher oder satzungsgemäßer Bestimmungen oder der Geschäftsordnung des Aufsichtsrats dessen Entscheidung oder Zustimmung erforderten, wurden dem Aufsichtsrat zur Beschlussfassung vorgelegt.

Der Aufsichtsratsvorsitzende stand auch außerhalb der Aufsichtsratssitzungen mit dem Vorsitzenden des Vorstands in ständigem Dialog und ließ sich über die aktuelle Entwicklung der Geschäftslage und über wesentliche Geschäftsvorfälle unterrichten. Überdies führte der Aufsichtsratsvorsitzende Regelgespräche mit allen ordentlichen Mitgliedern des Vorstands sowie dem Chief Compliance Officer und dem Vice President Internal Audit and Risk Reduction Management der HARTMANN GRUPPE.

Der Aufsichtsrat erörterte regelmäßig die Rentabilität einzelner Geschäftssegmente sowie die Chancen und Risiken der Geschäftsentwicklung und der Finanzlage. Abweichungen des Geschäftsverlaufs von den Plänen wurden dem Gremium vom Vorstand im Einzelnen erläutert. Regelmäßig erörtert wurden die Umsetzung der europäischen Medizinprodukteverordnung einschließlich deren Auswirkungen auf die Geschäftslage. Überdies verfolgte der Aufsichtsrat eng die Integration von LINDOR sowie die Entwicklung einzelner Konzerngesellschaften, insbesondere in den USA und Australien. Gegenstand der Gespräche waren auch die Strategien der Geschäftssegmente Wund- und Inkontinenzmanagement.

Daneben wurden insbesondere Themen aus den Bereichen Compliance, Akquisitionen, Finanzen, Investitionen und Revision sowie das Standortkonzept für die Konzernzentrale in Heidenheim behandelt.

Die Digitalisierung wird eine zentrale Rolle für den künftigen Erfolg von HARTMANN spielen. Der Aufsichtsrat hat sich deshalb unter anderem mit dem digitalen Status und dessen Fortentwicklung befasst.

Im Rahmen einer Weiterbildung beschäftigte sich der Aufsichtsrat mit der Beurteilung der Werthaltigkeit von Vermögensgegenständen nach den unterschiedlichen Rechnungslegungsstandards IFRS und HGB.

Der Aufsichtsrat überprüfte in Abwesenheit des Vorstands die Effizienz der Aufsichtsratstätigkeit mit entsprechender Schwerpunktbildung und traf Festlegungen für die künftige Arbeit.

Auf Basis der Vorprüfung durch den Präsidialausschuss beschäftigte sich der Aufsichtsrat mit den Veränderungen im Vorstand bzw. der Verlängerung der Amtszeiten der Herren Dr. Raymund Heinen, Michel Kuehn und Stephan Schulz. Er befasste sich zudem mit der Vorstandsvergütung, insbesondere mit den variablen Bestandteilen für das Geschäftsjahr 2016 und den Vorgaben für 2017 und 2018.

Die Planung für das Jahr 2018 wurde nach Erörterung mit dem Vorstand genehmigt.

Die Schwerpunkte der Tätigkeit des Prüfungsausschusses lagen in der Prüfung des Jahresabschlusses der PAUL HARTMANN AG und des Konzernabschlusses der HARTMANN GRUPPE, in der Vorbereitung der Bilanzfeststellungssitzung sowie in der Beratung des Vorstands in Fragen der Rechnungslegung, des Risikomanagementsystems und des internen Revisionssystems. Außerdem waren die Festlegung der Prüfungsschwerpunkte im Rahmen der Abschlussprüfung, die Empfehlung über die Honorarvereinbarung mit dem Abschlussprüfer und die Überwachung seiner Unabhängigkeit Gegenstand ausführlicher Beratungen. Darüber hinaus beschäftigte sich der Prüfungsausschuss mit der Überwachung des Rechnungslegungsprozesses einschließlich der erwarteten Fortentwicklungen der maßgeblichen Rechtsgrundlagen und der Wirksamkeit des internen Kontrollsystems durch den Aufsichtsrat. Überdies wurden der Risikoreduktionsbericht sowie die Ergebnisse der im Jahr 2017 durchgeführten Revisionen eingehend erörtert.

Über die Arbeit aller Ausschüsse wurde der gesamte Aufsichtsrat in der jeweils nachfolgenden Sitzung unterrichtet.

Jahres- und Konzernabschluss

Der Prüfungsausschuss hat sich zur Vorbereitung der Prüfung und Beschlussfassung durch den Aufsichtsrat, in Anwesenheit des Abschlussprüfers, eingehend mit dem vom Vorstand aufgestellten und erläuterten Jahresabschluss und Lagebericht der PAUL HARTMANN AG, dem Konzernabschluss und Konzernlagebericht sowie dem Vorschlag des Vorstands für die Verwendung des Bilanzgewinns befasst. Die Mitglieder des Prüfungsausschusses haben den Prüfungsbericht und den Bestätigungsvermerk mit dem Abschlussprüfer diskutiert.

Der Prüfungsausschuss hat sich ferner mit dem vom Vorstand aufgestellten Bericht über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen im Geschäftsjahr 2017 (Abhängigkeitsbericht) gemäß § 312 AktG beschäftigt.

Der Abschlussprüfer berichtete in der Bilanzfeststellungssitzung über die Prüfungsschwerpunkte und die wesentlichen Ergebnisse seiner Prüfung. Zudem erläuterte er ausführlich die Prüfungsberichte. Der Aufsichtsrat hat in dieser Sitzung auf Basis der Vorprüfung durch den Prüfungsausschuss den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss und den Lagebericht der PAUL HARTMANN AG, den Konzernabschluss und Konzernlagebericht sowie den Vorschlag des Vorstands für die Verwendung des Bilanzgewinns geprüft und mit dem Vorstand und dem Abschlussprüfer erörtert. Grundlagen der Prüfungen des Aufsichtsrats waren die Prüfungsberichte des Abschlussprüfers, die jedem Aufsichtsratsmitglied rechtzeitig zugesandt wurden, und die Berichterstattung des Vorstands.

Die von der Hauptversammlung gewählte PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Stuttgart, hat unter Einbeziehung der Buchführung den Jahresabschluss der PAUL HARTMANN AG sowie den nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) aufgestellten Konzernabschluss einschließlich der Lageberichte jeweils mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen.

Der Aufsichtsrat hat ferner, auf Basis der Vorprüfung durch den Prüfungsausschuss und in Anwesenheit der Abschlussprüfer, den vom Vorstand aufgestellten und erläuterten Bericht über Beziehungen zu verbundenen Unternehmen im Geschäftsjahr 2017 (Abhängigkeitsbericht) gemäß § 312 AktG geprüft und erörtert. Der Abschlussprüfer hat folgenden uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt:

"Nach unserer pflichtmäßigen Prüfung und Beurteilung bestätigen wir, dass

1. die tatsächlichen Angaben des Berichts richtig sind,

2. bei den im Bericht aufgeführten Rechtsgeschäften die Leistung der Gesellschaft nicht unangemessen hoch war."

Die Berichte des Abschlussprüfers hat der Aufsichtsrat zustimmend zur Kenntnis genommen. Nach dem abschließenden Ergebnis der Vorprüfung des Prüfungsausschusses und der eigenen Prüfung des Aufsichtsrats sind keine Einwendungen gegen das Ergebnis der Prüfung des Abschlussprüfers zu erheben. Der Aufsichtsrat hat daher den Jahresabschluss der PAUL HARTMANN AG und den Konzernabschluss auf der Bilanzfeststellungssitzung gebilligt. Der Jahresabschluss 2017 der PAUL HARTMANN AG ist damit festgestellt. Dem Vorschlag des Vorstands zur Verwendung des Bilanzgewinns, einschließlich der Ausschüttung einer Dividende in Höhe von 7,00 EUR pro Aktie, schließt sich der Aufsichtsrat an.

Die Kontinuität in einer soliden Ausrichtung des Unternehmens zielt auch weiterhin bestmöglich auf eine Wertsteigerung der Gruppe und eine angemessene Ausschüttung ab.

Der Aufsichtsrat hat im Ergebnis seiner Prüfung den Abhängigkeitsbericht gebilligt und schließt sich ferner dem Ergebnis der Prüfung des Abhängigkeitsberichts durch den Abschlussprüfer an. Nach dem abschließenden Ergebnis seiner Prüfung hat der Aufsichtsrat auch keine Einwendungen gegen die Erklärung des Vorstands am Schluss des Abhängigkeitsberichts.

Besetzung von Aufsichtsrat und Vorstand

Wie bereits im Vorjahr berichtet, wurde Frau Professor Dr. Angelika C. Bullinger-Hoffmann mit Wirkung vom 17. Januar 2017 gerichtlich zum Mitglied des Aufsichtsrats bestellt.

Nach 17 erfolgreichen Jahren, elf davon als Vorstandsmitglied der PAUL HARTMANN AG, zuletzt als Chief Medical Officer, hat sich Herr Dr. Wolfgang Neumann entschieden, das Unternehmen zu verlassen. Er schied zum 30. Juni 2017 aus dem Vorstand aus, um sich neuen beruflichen Herausforderungen zu zuwenden. Wir danken Herrn Dr. Neumann sehr für seine erfolgreiche Arbeit, sein großes Engagement und seinen Beitrag zur Entwicklung von HARTMANN, bedauern sein Ausscheiden und wünschen ihm für seine weitere berufliche Zukunft alles Gute.

Zur weiteren Verbesserung der Kunden- und Wettbewerbsorientierung wurde zum 1. Juli 2017 die Struktur des Vorstands angepasst. Im Übrigen blieb die Zusammensetzung des Aufsichtsrats sowie die des Vorstands im Berichtsjahr unverändert.

Herr Andreas Joehle hat sich aus persönlichen Gründen, die zu einer Veränderung in seiner persönlichen Lebensplanung geführt haben, dafür entschieden, seinen bis zum 31. Dezember 2018 laufenden Vertrag als Vorstandsvorsitzender der PAUL HARTMANN AG und CEO der HARTMANN GRUPPE nicht zu verlängern. Der Aufsichtsrat bedauert diese Entscheidung außerordentlich und wird mit der gebotenen Sorgfalt seine Nachfolge in die Wege leiten. Bis zu seinem Ausscheiden Ende 2018 wird Herr Joehle seinen Aufgaben vollumfänglich nachkommen.

Wir danken allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der HARTMANN GRUPPE und der Unternehmensleitung für ihren persönlichen Beitrag zum erfolgreichen Geschäftsjahr 2017.

 

Heidenheim, den 9. März 2018

Mit freundlichen Grüßen

Fritz-Jürgen Heckmann, Vorsitzender

Bericht zur Gleichstellung und Entgeltgleichheit gemäß §21 Entgelttransparenzgesetz

für das Berichtsjahr 2016

Im Jahr 2016 beschäftigte die PAUL HARTMANN AG insgesamt 2.360 Arbeitnehmer. Von den 994 weiblichen Beschäftigten arbeitete ca. ein Viertel in Teilzeit. Der Großteil der männlichen Mitarbeiter arbeitete in Vollzeit. Zusätzlich unterstützten durchschnittlich 182 Zeitarbeitskräfte das Unternehmen.

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PHAG Weiblich Männlich
Durchschnittliche Gesamtzahl der Beschäftigten 994 1366
Durchschnittliche Zahl der Vollzeitbeschäftigten 735 1317
Durchschnittliche Zahl der Teilzeitbeschäftigten 259 49

Statistische Angaben für das Berichtsjahr 2016, ohne Arbeitnehmerüberlassungen

Für die PAUL HARTMANN AG ist es von großer Bedeutung, ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in gleicher Weise zu fördern. Dazu gehört eine geschlechtsneutrale Bewertung und Entlohnung der Tätigkeiten. Die PAUL HARTMANN AG ist tarifgebundenes Mitglied des Verbandes der Südwestdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie - Südwesttextil - e.V. für die Standorte Heidenheim und Herbrechtingen sowie des Verbands der Nord-Ostdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie e.V. für den Standort Brück. Um gleiche Arbeitsbedingungen für die Arbeitnehmer zu erreichen, werden die nicht tarifgebundenen Arbeitnehmer den tarifgebundenen Arbeitnehmern hinsichtlich der Anwendung der Tarifverträge gleichgestellt. Dies bedeutet, sie werden so behandelt, als wären auch sie Mitglied in der tarifschließenden Gewerkschaft.

Den angewendeten Tarifverträgen liegen geschlechtsneutrale Kriterien zur Eingruppierung der tariflichen Positionen zu Grunde. Dies sind in erster Linie Ausbildungsanforderungen, für die Ausübung einer bestimmten Tätigkeit erforderliche Berufserfahrung und Tätigkeitsmerkmale. Diese werden in einem sogenannten Tätigkeitsverzeichnis aufgeführt, aus welchem nicht nur die Merkmale der jeweiligen Gehalts- bzw. Lohngruppen hervorgehen, sondern auch konkrete Tätigkeitsbeispiele aufgeführt werden. Positionen, welche durch außertarifliche Mitarbeiter sowie Leitende Angestellte besetzt sind, werden durch ein externes, geschlechtsneutrales Verfahren bewertet. Für das verwendete, analytische Stellenbewertungsverfahren sind ausschließlich positionsbezogene Merkmale, wie z.B. Anforderungen an Kommunikation, Innovation oder Wissen relevant. Die daraus resultierende Punktzahl wird in unternehmensinterne Ebenen übersetzt. Es wird darauf geachtet, dass innerhalb einer jeweiligen Ebene vergleichsweise einheitlich vergütet wird.

Darüber hinaus setzt sich die PAUL HARTMANN AG für die Gleichstellung weiblicher und männlicher Beschäftigter in anderen Bereichen des täglichen Arbeitens ein. So bietet das Unternehmen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Möglichkeit, ihre Arbeitszeit flexibel -entsprechend der individuellen und arbeitsplatzspezifischen Bedürfnisse - zu gestalten. Dies ermöglichen beispielsweise Gleitzeitregelungen, die Option auf Teilzeit oder das Arbeiten von Zuhause aus. Die PAUL HARTMANN AG als familienfreundliches Unternehmen legt großen Wert darauf, dass ihre Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen Beruf und Familie miteinander vereinbaren können. Dazu gehört unter anderem die Schaffung von Kinderbetreuungsplätzen in Kooperation mit der Kinderwelt in Mergelstetten, Unterstützung bei der Vermittlung und Beratung zu Familienangeboten oder ein Eltern-Kind-Arbeitszimmers am Hauptverwaltungsstandort. Alle Angebote sind von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in gleicher Weise nutzbar und sollen insbesondere den weiblichen Beschäftigten zu einem vereinfachten Wiedereinstieg nach dem Mutterschutz oder der Elternzeit ins Berufsleben verhelfen.

Als Medikal-Unternehmen unterstützt HARTMANN auch Beschäftigte, die selbst Angehörige pflegen. Diese sind in Deutschland statistisch gesehen ebenfalls zu einem großen Teil Frauen. Das Unternehmen bietet hierfür Kontaktdaten zu Beratungs- und Vermittlungsstellen, Pflegediensten oder Pflegeheimen und stellt betroffene Beschäftigte für einen bestimmten Zeitraum frei.

Da sich die Berufswahl auf spätere Verdienst- und Karrierechancen auswirkt, verfolgt PAUL HARTMANN darüber hinaus das Ziel, insbesondere Frauen für männlich dominierte Berufsbilder zu gewinnen. Deshalb veranstaltet das Unternehmen seit mehreren Jahren zum Beispiel einen Girl's Day, um interessierte Schülerinnen für technische Ausbildungsberufe bei HARTMANN zu begeistern und zu gewinnen.

Für ein ausgeglichenes Geschlechterverhältnis auf Ebene der Führungspositionen hat sich die PAUL HARTMANN AG zu einer Geschlechterquote für die ersten beiden Führungsebenen unterhalb des Vorstandes verpflichtet. Bis zum Jahr 2022 sollten 21% der ersten Führungsebene unterhalb des Vorstandes durch Mitarbeiterinnen besetzt sein, für die zweite Ebene liegt der Wert bei 16%. Vorrang vor diesen Zielwerten hat jedoch das Unternehmensinteresse: Entscheidungen über die Besetzung von Führungsfunktionen im Unternehmen werden dennoch anhand von sachlichen Gesichtspunkten, wie der fachlichen Qualifikation und der persönlichen Eignung, der jeweiligen Person für die konkrete Aufgabe, getroffen. Bei der Personalauswahl werden - wie bei jeder Positionsbesetzung bei HARTMANN - objektivierende Diagnose-Instrumente bis hin zu externen Assessments herangezogen, die eine benachteiligungsfreie Auswahl sicherstellen. Dadurch soll HARTMANNs Grundsatz "right people, right place" Rechnung getragen werden.

Aufgeführte Maßnahmen zielen darauf ab, die Gleichstellung und Entgeltgleichheit zwischen weiblichen und männlichen Beschäftigten der PAUL HARTMANN AG sicherzustellen und weiter zu fördern.