Pilkington Deutschland AG

Gelsenkirchen

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.04.2024 bis zum 31.03.2025

Lagebericht für 2024/25

Konjunkturlage

Im Jahr 2024 wurde die europäische Konjunktur weiterhin durch internationale Konflikte und geopolitische Spannungen belastet. Trotz eines Rückgangs der Inflationsraten blieb das Wirtschaftswachstum in vielen Ländern der Eurozone verhalten. Die Europäische Zentralbank (EZB) reagierte auf die nachlassende Inflation und die schwache Konjunktur, indem sie im Laufe des Jahres 2024 den Leitzins in mehreren Schritten senkte. Nach einem Höchststand von 4,5 % im September 2023 wurde der Leitzins bis April 2025 auf 2,25 % reduziert. Dennoch bleiben die Prognosen des IWF (Internationaler Währungsfonds) auch für 2025 insbesondere für den Euroraum gedämpft und sind wie im Vorjahr von hoher Unsicherheit geprägt.

Laut IWF ist die Weltwirtschaft im Jahr 2024 gegenüber dem Vorjahr nach aktueller Prognose um 3,2 % gewachsen. Für 2025 wird ein leicht schwächeres Wachstum von 2,8 % prognostiziert. Laut Statistischem Bundesamt sank die deutsche Wirtschaftsleistung im zweiten Jahr in Folge, in 2024 um -0,2 %. Für 2025 wird nach Prognose des IWF ein Nullwachstum erwartet.

Die Anzahl der Kurzarbeiter ist im vergangenen Jahr erneut leicht gestiegen. Im Januar 2025 waren es laut Hochrechnung der Bundesagentur für Arbeit 0,7 % der in Deutschland Beschäftigten, was den Vorjahreswert um 0,2 %-Punkte übersteigt. Die Arbeitslosenquote ist im Jahresvergleich um 0,4 %-Punkte gestiegen. Im März 2025 betrug diese 6,4 %, während sie im Vorjahresmonat noch bei 6,0 % lag.

Im März 2025 lag die Inflationsrate bei 2,2 % und damit unverändert zum Vorjahreswert. Für das Jahr 2025 wird in Deutschland eine Inflation von 2,4 % erwartet.

Trotz der stabilen Inflationsrate wirken sich die verglichen zu den Vorjahren hohen Zinsen und Materialkosten sowie der Fachkräftemangel negativ auf die gesamte Bauindustrie aus, so dass der ZDB (Zentralverband Deutsches Baugewerbe), nach einem realen Umsatzrückgang von 4,0 % im Jahr 2024, eine weitere Abschwächung um 2,5 % im Jahr 2025 für das Baugewerbe prognostiziert. Dabei wird die Entwicklung im für uns primär relevanten Wohnungsbau noch deutlich schlechter erwartet, denn hier rechnet man mit einem realen Umsatzrückgang von ca. 7,0 % in 2025 nach 14,0 % Rückgang in 2024.

Umsatz und Ertragslage

Im Geschäftsjahr 2024/2025 erzielte die Pilkington Deutschland AG Umsatzerlöse in Höhe von TEUR 308.705 und lag damit deutlich um TEUR 95.902 unter dem Niveau des Vorjahres. Die Absatzmengen waren infolge der anhaltenden Krisen in der Bau- und Automobilwirtschaft weiter rückläufig. Aufgrund der immer noch signifikanten Überkapazitäten in der europäischen Floatglasindustrie setzte sich der schon seit 2023 stetig anhaltende Preisverfall fort.

Der Materialaufwand verringerte sich deutlich gegenüber dem Vorjahr um TEUR 48.645 auf TEUR 192.616. Dies ist primär auf geringere Verbrauchsmengen infolge der Außerbetriebnahme jeweils einer der beiden Floatanlagen an den Standorten Weiherhammer und Gladbeck zurückzuführen. Bei Energien und energieintensiven Rohstoffen war weiterhin ein hohes Preisniveau zu verzeichnen. Positiv wirkte sich als Teil der sonstigen betrieblichen Erträge der Verkauf der Zinneinlagen der außer Betrieb genommenen Produktionsanlagen aus.

Beim Personalaufwand war ein deutlicher Anstieg im Vergleich zum Vorjahr zu beobachten. Ursächlich hierfür waren hohe Restrukturierungsaufwände in den Werken Weiherhammer und Gladbeck aufgrund der Herausnahme der Floatlinien. Bereinigt um diese Sondereffekte ist der Personalaufwand rückläufig. Die Pensionsaufwendungen lagen erneut unter dem Niveau des Vorjahres.

Die Abschreibungen übertrafen leicht das Niveau des Vorjahres.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen liegen mit TEUR 94.130 leicht unter dem Vorjahreswert. Verringerter Frachtaufwand und geringere sonstige Aufwendungen wurden hier durch Aufwendungen im Rahmen der Restrukturierung nahezu kompensiert. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beinhalten wie in den Vorjahren ein Fünfzehntel der Zuführung zu den Pensionsrückstellungen in Höhe von TEUR 2.044 entsprechend den Anforderungen des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes (BilMoG).

Das Betriebsergebnis beläuft sich auf einen Verlust von TEUR 73.236 und liegt damit noch einmal deutlich unter dem Vorjahresverlust in Höhe von TEUR 19.942. Die negativen Effekte des anhaltend starken Verfalls der Verkaufspreise, insbesondere im Bereich der Standardprodukte, und der durchgeführten Restrukturierungen haben das Ergebnis schwer belastet. Die Gesellschaft erhielt erneut wie schon im Vorjahr hohe Zinserträge durch die Pilkington Holding GmbH. Die Umsatzrendite bezogen auf das negative Periodenergebnis nach Zinsen und Steuern und vor Ausgleichszahlung an außenstehende Aktionäre und Gewinnabführung verschlechterte sich dennoch deutlich von minus 3,0 % im Vorjahr auf minus 22,5 % im Berichtsjahr. Durch diesen nicht zufriedenstellenden Geschäftsverlauf wurde die Vorjahresprognose eines negativen Gesamtergebnisses auf Vorjahresniveau vor Gewinnabführung deutlich verfehlt.

Gemäß dem Urteil im Spruchstellenverfahren vom 28. Oktober 2005 beträgt die Ausgleichszahlung an die außenstehenden Aktionäre 22,93 € je Stückaktie abzüglich des jeweils geltenden Körperschaftsteuersatzes und Solidaritätszuschlags. Diese Zahlung summiert sich für das Geschäftsjahr 2023/2024 wiederum auf TEUR 1.951. Auf Grundlage des bestehenden Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrages wurde der Verlust in Höhe von TEUR 69.414 durch die Pilkington Holding GmbH ausgeglichen.

Vermögens- und Finanzlage

Das Anlagevermögen erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um TEUR 4.137 auf TEUR 161.380. Das Investitionsvolumen, insbesondere aufgrund zweier Großprojekte, lag über den Abschreibungen.

Das Vorratsvermögen verringerte sich gegenüber dem Vorjahreswert deutlich um TEUR 13.285 auf TEUR 49.605. Im Wesentlichen ist dies auf niedrigere Bestände an Fertigerzeugnissen und Rohstoffen infolge einer Anpassung des aktiven Working-Capital-Managements an die neuen Rahmenbedingungen mit nur noch zwei produzierenden Floatanlagen zurückzuführen.

Die Summe der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen lag aufgrund des deutlichen Volumenrückgangs und der niedrigen Verkaufspreise mit TEUR 3.085 um TEUR 3.809 unter dem Niveau des Vorjahres. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen, die sich im Wesentlichen aus dem Verrechnungskonto mit der Pilkington Holding GmbH zusammensetzen, liegen trotz der deutlich höheren Forderung aus Verlustausgleich aufgrund der Cashflow-Entwicklung leicht unter dem Niveau des Vorjahres.

Das Eigenkapital der Pilkington Deutschland AG hat sich gegenüber dem Vorjahr nicht verändert und liegt weiterhin bei TEUR 238.949 zum Bilanzstichtag. Die Eigenkapitalquote beträgt 41,4 % gegenüber 40,5 % im Vorjahr.

Die Rückstellungen für Pensionen liegen mit TEUR 150.188 um TEUR 6.293 unter dem Vergleichswert des Vorjahres. Der Rückgang resultiert insbesondere aus einem Anstieg des Zinssatzes für die Abzinsung.

Die sonstigen Rückstellungen in Höhe von TEUR 32.631 liegen deutlich um TEUR 3.222 über dem Vorjahresendsaldo. Die Rückgabeverpflichtung der zugekauften Emissionszertifikate ist aufgrund der reduzierten Produktionsmenge deutlich gesunken, während allerdings die Rückstellungen für Energietermingeschäfte und insbesondere die Restrukturierungsrückstellung angestiegen sind.

Die Verbindlichkeiten sind gegenüber dem Vorjahr deutlich um TEUR 11.440 auf TEUR 153.620 gesunken. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind dabei infolge des Stillstands der zwei Produktionslinien entsprechend rückläufig. Ferner kam es zu einem Rückgang der Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen sowie einer Reduktion bei Kundenvorauszahlungen.

Sparte Basisglas und Halbzeuge

Das vergangene Geschäftsjahr 2024/2025 war geprägt durch eine rückläufige Nachfrage, große Überkapazitäten in der Branche und daraus resultierend sehr niedrigen Preisen. Der negative Trend aus dem Vorjahr setzte sich damit fort. Im Verlauf des Geschäftsjahres konnte das Preisniveau durch mehrere Preiserhöhungen nur kurzfristig etwas stabilisiert werden, insgesamt lagen die Preise jedoch deutlich unter dem Vorjahr.

Insbesondere während der Sommer- und Herbstmonate verfehlte die Nachfrage in den europäischen Märkten für Baugläser signifikant die Budget- und Vorjahreswerte, so dass Maßnahmen zur Kapazitätsreduzierung notwendig wurden. Insgesamt wurden die Vorjahresmengen bei weitem nicht erreicht und infolge der gleichzeitigen Preisrückgänge verfehlte auch der Umsatz das Vorjahresniveau deutlich.

Sowohl Volumen als auch Umsätze des Hauptabsatzträgers Pilkington OptifloatTM verfehlten deutlich die Werte des Vorjahres.

Absatz und Umsatz des höherwertigen Pilkington OptiwhiteTM hingegen übertrafen die Vorjahreswerte.

In den Produktsegmenten der beschichteten Sonnenschutz- und Wärmedämmgläser hingegen konnten die Vorjahreswerte für Absatz und Umsatz nicht erreicht werden.

Die insgesamt schwache Nachfrage an Bauglas betraf auch den Bereich der Sicherheitsgläser, denn hier gingen sowohl die Absatzmengen als auch die Umsätze im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls zurück.

Das Geschäft mit Gläsern für den Solar-Bereich bewegt sich weiterhin auf einem sehr niedrigen Niveau, allerdings führten Nachlieferungen dazu, dass sowohl der Absatz als auch der Umsatz gegenüber dem Vorjahr leicht gesteigert wurden.

Die allgemeine schwache Automobilkonjunktur wirkte sich auch negativ auf das Volumen an Automotive und die damit erzielten Umsätze aus, denn beides lag unter dem Niveau des Vorjahres.

Sparte Brandschutzglas

Im abgelaufenen Geschäftsjahr lagen sowohl der Absatz mit -9,3 % als auch der Umsatz mit -4,7 % unter dem Niveau des Vorjahres. Auf dem wichtigsten Einzelmarkt Deutschland lag der Umsatz 6,0 % und auf den internationalen Märkten 6,3 % unter Vorjahr.

Die Umsätze der Produktlinien Pilkington Pyroclear® und Pilkington Pyroclear® Plus waren 4,6 % geringer als im Vorjahr.

Entsprechend der rückläufigen Nachfrage waren die Produktionsbereiche geringer ausgelastet und Kapazitäten wurden angepasst.

Im Folgenden wird auf die Geschäftsentwicklung der Tochtergesellschaft eingegangen.

Pilkington Automotive Deutschland GmbH, Witten

Die Rahmenbedingungen für die Automobilindustrie haben sich im Jahr 2024 nicht deutlich verbessert. Das Niveau der Neuzulassungen auf dem europäischen Pkw-Markt (EU, EFTA & UK) blieb nach herausfordernden Vorjahren auch weiterhin niedrig. Während der Markt im Jahr 2023 noch ein stabiles Wachstum verzeichnete, unterlag das Jahr 2024 starken Schwankungen. Die Zahl der Neuzulassungen legte in Relation zum Vorjahr daher kaum merklich um 1,0 % zu. Die fünf größten europäischen Einzelmärkte entwickelten sich uneinheitlich. Russland ist von den größten Industrienationen weiterhin weitestgehend isoliert. Der Absatz von Fahrzeugen stieg im Vergleich zum Vorjahr um 8,0 %, blieb damit aber noch um 40,0 % unter dem Niveau vor Kriegsbeginn. Der asiatische Markt entwickelte sich ebenfalls unterschiedlich, dabei verzeichnete China zum fünften Mal in Folge ein Wachstum von 6,0 %. Auf den großen Automobilmärken Südostasiens zeigten sich unterschiedliche Entwicklungen. Der US-Light-Vehicle Absatz ist im Jahr 2024 mit 2,0 % leicht gestiegen. Getragen wurde die Entwicklung durch eine stabile Gesamtwirtschaft. Auch Kanada (+8,0 %) und Mexiko (+10,0 %) legten auf dem Light-Vehicle-Markt deutlich zu. Der Light-Vehicle-Absatz im südamerikanischen Wirtschaftsraum Mercosur ist im Jahr 2024 deutlich um 12,0 % angestiegen, alle beobachteten Einzelmärkte entwickelten sich positiv.

Die Entwicklung der globalen Automobilproduktion im letzten Jahr wurde durch verschiedene Faktoren beeinflusst - durch Materialengpässe, hohe Energiepreise durch den russischen Angriffskrieg. Die Wirtschaftsschwäche in Europa führte dazu, dass sich die globale Automobilnachfrage schwächer als möglich entwickelte. Ohne den Hochlauf bei der Produktion von Elektro-Pkw in Europa, China und den USA wäre die Produktion in 2024 voraussichtlich sogar rückläufig gewesen.

Die Umsätze sanken gegenüber dem Vorjahr um TEUR 14.790. Die Aufgliederung nach Tätigkeitsbereichen zeigt im Erstausrüstergeschäft einen Rückgang von TEUR 16.320 auf TEUR 177.446 und im Ersatzteilgeschäft einen Anstieg von TEUR 1.530 auf TEUR 146.969. Der Rückgang im Erstausrüstergeschäft erklärt sich durch den Auslauf einiger Modelle, geringeren Neuanläufen und Mengenrückgängen bei bestehenden Aufträgen. Dieser Effekt wurde teilweise durch die gesunkenen Transferpreise gegenüber dem Vorjahr verstärkt. Im Ersatzteilgeschäft ergibt sich die Veränderung aus dem Anstieg im Exportgeschäft und gestiegenen Verkaufspreisen, wobei hingegen die Umsätze mit gruppeninternen Kunden rückläufig waren.

Das Betriebsergebnis ist von 3,1 % im Geschäftsjahr 2023/24 auf 1,3 % im Geschäftsjahr 2024/25 gesunken. Die Pilkington Automotive Deutschland GmbH schloss mit einem Ergebnis vor Ergebnisabführung von TEUR 3.877 ab, welches mit TEUR 6.344 unter dem Vorjahr liegt. Die Restrukturierungsaufwendungen und der Minderumsatz führten zu diesem negativen Ergebniseffekt. Das Ergebnis wird aufgrund des Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrages an die Pilkington Holding GmbH abgeführt.

Mitarbeiter

Die Pilkington Deutschland AG beschäftigte am Geschäftsjahresende 1.097 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Damit sank der Beschäftigungsstand gegenüber dem Vorjahr um 163 Personen, wovon der größte Teil im Floatwerk Gladbeck reduziert wurde.

Die Fehlzeiten sanken standortübergreifend gegenüber dem Vorjahr nur leicht von 10,9 % auf 10,6 %. Während die Anzahl der Kurzzeiterkrankungen geringfügig von 7,2 % auf 7,4 % anstieg, ging die Zahl der Langzeiterkrankungen von 3,5 % auf 3,0 % zurück. Die Aktivitäten im Rahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements konnten zwar einen Anstieg verhindern, dennoch bleiben die Fehlzeiten deutlich zu hoch.

Im Rahmen vorgezogener Tarifverhandlungen wurde mit dem Sozialpartner vereinbart, dass es im Geschäftsjahr 2025/26 keine Entgelterhöhung geben wird. Als Kompensation haben alle Beschäftigten im Dezember 2024 eine Inflationsausgleichsprämie von € 400,- netto erhalten.

Der untere Wert von 15,0 % bei der für die Erfolgsbeteiligung zu Grunde gelegten Kennzahl „CRONTA“ wurde auch in diesem Jahr deutlich unterschritten, so dass es zu keiner Prämienausschüttung kommt.

Im Geschäftsjahr ereigneten sich an den Standorten der Pilkington Deutschland AG acht Arbeitsunfälle (Vorjahr fünf), bei denen eine ärztliche Behandlung notwendig wurde. Alle acht Verletzungen hatten aufgrund ihrer Schwere auch eine Ausfallzeit zur Folge. Erneut ereigneten sich zwei der Verletzungen bei der Durchführung von Instandhaltungsarbeiten. Die Anzahl aller innerbetrieblichen Verletzungen, einschließlich leichter, beträgt 31.

Investitionen

Das Investitionsvolumen der Pilkington Deutschland AG ist von TEUR 13.306 im Vorjahr auf TEUR 24.611 im Berichtsjahr angestiegen. Die größten Einzelmaßnahmen waren vorbereitende Arbeiten im Rahmen der anstehenden Kaltreparatur einer unserer Floatlinien in Weiherhammer, sowie die Installation einer neuen Produktionsanlage zur Glasveredelung am Standort Gladbeck. Die weiteren Investitionsausgaben verteilen sich auf Verbesserungen der operativen Leistungsfähigkeit und Projekte zur Verbesserung der Sicherheit in den jeweiligen Werken.

Gesundheits-/Umweltschutz

Unsere Hauptschwerpunktthemen waren auch im abgelaufenen Geschäftsjahr die Verbesserung der GEMBA WALKS in Bezug auf Quantität und Qualität, die Sicherheit für Fußgänger und Fahrzeuge sowie Instandhaltungsaktivitäten inkl. der Zusammenarbeit mit Fremdfirmen. Im Zusammenhang mit Instandhaltungsaktivitäten wurde das CEM-System (Contractor, Engineering & Maintenance) gruppenweit eingeführt. Dieses Bewertungstool wurde im Dezember 2024 erstmalig an allen Standorten genutzt und es zeigt grundsätzliches Verbesserungspotenzial auf. Bezüglich der GEMBA WALKS ist es gelungen, die Anzahl gegenüber Vorjahr von 598 auf 668 um weitere 12 % zu steigern. Die Auswertung der GEMBA WALKS hilft Verbesserungspotenzial im Hinblick auf Inhalte und Ergebnisse zu ermitteln.

Vom 11. bis zum 14. März 2025 wurde am Standort Gelsenkirchen ein externes Re-Zertifizierungsaudit unseres Umweltmanagementsystems durchgeführt. Die erneute Erteilung des Zertifikates wurde von den Auditoren mündlich zugesagt, der schriftliche Bericht steht noch aus.

Erklärung zur Frauenquote

Der Aufsichtsrat der Pilkington Deutschland AG hat in seiner Sitzung vom 24. Juni 2022 beschlossen, dass für den Anteil von Frauen im Aufsichtsrat der Gesellschaft eine Zielgröße von 33,3 % und für den Anteil von Frauen im Vorstand der Gesellschaft eine Zielgröße von 0 % festgelegt wird. Der Vorstand der Pilkington Deutschland AG besteht aktuell aus einer Person, die männlich ist. Es ist derzeit weder beabsichtigt, die Anzahl der Personen im Vorstand im festgelegten Zielerreichungszeitraum bis März 2027 zu erhöhen, noch den derzeit amtierenden Vorstand auszuwechseln. Insofern wird voraussichtlich keine Gelegenheit bestehen, den Anteil an Frauen im Vorstand zu erhöhen. Die Frist zur Erreichung der Zielgrößen endet am 31. März 2027.

Der Vorstand der Pilkington Deutschland AG hat am 23. Juni 2022 beschlossen, dass für den Anteil von Frauen in der ersten Führungsebene unterhalb des Vorstands eine Zielgröße von 10 % und für den Anteil von Frauen in der zweiten Führungsebene unterhalb des Vorstands eine Zielgröße von 30 % festgelegt wird. Die Frist zur Erreichung der Zielgrößen endet am 31. März 2027.

Risikomanagement

In der Zukunft könnten potenzielle Risiken für die Pilkington Deutschland AG in der Entwicklung der Bezugskosten für Rohstoffe und Primärenergien auftreten. Um dem entgegenzuwirken, werden der Rohstoffeinsatz und der Betrieb der Produktionsanlagen so effizient wie möglich gestaltet. Des Weiteren werden für alle wichtigen Rohstoffe und Energien die Preisvereinbarungen mit den Lieferanten möglichst langfristig gestaltet, um die interne Planungssicherheit zu erhöhen.

Die NSG Group betreibt ein aktives Risikomanagement, in das auch die Pilkington Deutschland AG einbezogen ist, und sichert das Erdgaspreisrisiko über Termingeschäfte ab. Die Termingeschäfte dienen dazu, den Erdgaspreis für einen Teil des zukünftigen Bedarfs festzuschreiben und erfolgten bis zum Ende des Berichtsjahres entweder in Form von finanziellen Swaps mit Banken oder Festpreisvereinbarungen mit dem Erdgaslieferanten. Als Basis dienen die am virtuellen Handelspunkt „Trading Hub Europe“ (THE) verfügbaren Standardprodukte, die auch für die Preisfestsetzung der physischen Lieferungen von Erdgas herangezogen werden. Ab dem neuen Geschäftsjahr bestehen ausschließlich Festpreisvereinbarungen mit dem Erdgaslieferanten.

Weitere generelle Risiken bestehen in der allgemeinen Entwicklung der Verkaufspreise auf den in- und ausländischen Absatzmärkten der Pilkington Deutschland AG sowie in der Kapazitätsauslastung im europäischen Glasmarkt und einem damit verbundenen Preisdruck. Um im nationalen wie internationalen Wettbewerb bestehen zu können, ist die Gesellschaft weiterhin bestrebt, qualitativ hochwertige Produkte auf Basis einer so gering wie möglich gehaltenen Kostenstruktur anbieten zu können.

Die Berichtsgesellschaft hat einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag mit der Pilkington Holding GmbH. Risiken aus möglichen Verlusten übernimmt somit die Holdinggesellschaft. Über das Cash-Pool-System der deutschen Gesellschaften der NSG Group, das von der Pilkington Holding GmbH geführt und bei Bedarf von NSG UK gespeist wird, ist die Liquidität der Berichtsgesellschaft gewährleistet.

Chancen und Ausblick

Aufgrund der allgemein für 2025 nur sehr moderaten Konjunkturerwartungen für Europa und insbesondere Deutschland rechnen wir auch im aktuellen Geschäftsjahr 2025/26 mit einer schwachen Nachfrage an Bau- und Automobilglas. Allerdings hat sich aufgrund der getroffenen Maßnahmen zur Kapazitätsreduktion die Auslastung an den beiden in Betrieb verbliebenen Floatanlagen an den Standorten Weiherhammer und Gladbeck deutlich verbessert. Für das gesamte Geschäftsjahr gehen wir deshalb von einer Vollauslastung aus. Die Verlegung von Bedarfsmengen für Automotive an andere Standorte im europäischen Verbund erlaubt eine Fokussierung des Standorts Gladbeck auf das Bauglasgeschäft.

Durch die Installation der neuen Produktionsanlage für Verbundsicherheitsglas in Gladbeck erwarten wir eine Verbesserung unserer Wettbewerbsposition in diesem Segment. Die Inbetriebnahme ist allerdings erst für Ende 2025 geplant, so dass sich die vollen Auswirkungen erst im Geschäftsjahr 2026/27 zeigen werden. Gleichwohl wird die Gesellschaft damit erstmalig über einen Standort verfügen, wo alle drei Kernprozesse - Floatherstellung, Offline-Beschichtung und Verbund - kostenoptimiert unter einem Dach stattfinden.

Zum Ende des Geschäftsjahres sowie im Berichtserstellungszeitraum ist eine deutliche Erholung der Verkaufspreise auf allen europäischen Glasmärkten festzustellen und es gibt Anzeichen für mögliche weitere Preiserhöhungen im Verlauf des Jahres.

Dies sind erste Schritte auf unserem Weg zur wirtschaftlichen Erholung, denen weitere folgen müssen. Weiterhin muss die Kosteneffizienz unserer Aktivitäten verbessert und gezielt in Maßnahmen zur Automatisierung, Digitalisierung und Senkung von Energieverbräuchen und Emissionen investiert werden. Darüber hinaus sind unsere kommerziellen Strategien an die neue Realität mit einer kleineren Anzahl von Floatanlagen in Kontinentaleuropa anzupassen. Dies sollte uns helfen, selektiver und konsequenter in den Märkten auftreten zu können. Da die ursprünglich für Sommer 2025 geplante Kaltreparatur der Floatanlage in Weiherhammer verschoben worden ist, wird das aktuelle, kleinere Geschäftsmodell der PDAG auch im nächsten Finanzjahr 2026/27 Bestand haben.

Auch die zukünftige Entwicklung der Lieferketten der Pilkington Deutschland AG wird weiterhin durch sehr volatile Preise für Energie, Emissionszertifikate und Rohstoffe gekennzeichnet sein. Bei den Energiekosten ist aus heutiger Sicht von einem ähnlichen Niveau wie im vergangenen Geschäftsjahr auszugehen. Die Situation wird für die Gesellschaft weiterhin nicht als bestandsgefährdend angesehen.

Aus aktueller Sicht sehen wir keine signifikanten Auswirkungen durch die globalen Unsicherheiten in Bezug auf potenzielle Zollrisiken.

Ausgehend von diesen Annahmen erwarten wir für das kommende Geschäftsjahr leicht rückläufige Umsatzerlöse und ein negatives Gesamtergebnis vor Gewinnabführung der Pilkington Deutschland AG, allerdings mit einer deutlichen Verbesserung gegenüber dem Berichtsjahr.

 

Gelsenkirchen, 23. Mai 2025

Pilkington Deutschland AG

Der Vorstand

Dr. Christian Quenett

Bilanz zum 31. März 2025

Aktiva

31.03.2025 31.03.2024
TEUR TEUR
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände (4) 53 57
II. Sachanlagen (4) 116.498 112.357
III. Finanzanlagen (5) 44.829 44.829
161.380 157.243
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte (7) 49.605 62.890
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (8) 3.085 6.894
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen (9) 347.406 350.377
3. Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht (9) 138 50
4. sonstige Vermögensgegenstände (10) 13.903 12.653
364.532 369.974
III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten (11) 205 172
414.342 433.036
C. Rechnungsabgrenzungsposten 47 62
575.769 590.341

Passiva

31.03.2025 31.03.2024
TEUR TEUR
A. Eigenkapital (12)
I. Gezeichnetes Kapital 69.290 69.290
II. Kapitalrücklage 29.743 29.743
III. Gewinnrücklagen 139.916 139.916
238.949 238.949
B. Sonderposten für Investitionszuschüsse
zum Anlagevermögen (13) 381 442
C. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen (14) 150.188 156.481
2. sonstige Rückstellungen (15) 32.631 29.409
182.819 185.890
D. Verbindlichkeiten (16) 153.620 165.060
575.769 590.341

Gewinn- und Verlustrechnung für 2024/25

2024/2025 2023/2024
TEUR TEUR
1. Umsatzerlöse (21) 308.705 404.607
2. Verminderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen -5.247 -6.263
3. andere aktivierte Eigenleistungen 390 560
4. sonstige betriebliche Erträge (22) 15.263 19.238
davon Erträge aus der Währungsumrechnung TEUR 95 (Vj. TEUR 107)
319.111 418.142
5. Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 190.716 239.379
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 1.900 1.882
6. Personalaufwand (23)
a) Löhne und Gehälter 76.549 66.611
b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 13.101 14.379
davon für Altersversorgung TEUR 696 (Vj. TEUR 2.502)
7. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 15.951 15.559
8. sonstige betriebliche Aufwendungen (24) 94.130 98.229
davon Aufwendungen aus der Währungsumrechnung TEUR 113 (Vj. TEUR 155)
davon Aufwendungen aus der Anwendung der Art. 66 und 67 Abs. 1 bis 5 EGHGB (Übergangsvorschriften zum BilMoG) TEUR 2.044 (Vj. TEUR 2.044)
392.347 436.039
9. Erträge aus Beteiligungen (25) 180 1.399
10. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge (26) 9.947 10.826
11. Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens 0 2.045
12. Zinsen und ähnliche Aufwendungen (26) 3.192 3.288
davon Aufwendungen aus der Aufzinsung TEUR 2.819 (Vj. TEUR 2.845)
6.935 6.892
13. Ergebnis vor Steuern -66.301 -11.005
14. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag (27) 363 363
15. Ergebnis nach Steuern -66.664 -11.368
16. sonstige Steuern (27) 799 856
17. Ausgleichszahlungen an außenstehende Aktionäre 1.951 1.951
18. Aufgrund eines Ergebnisabführungsvertrages ausgeglichener Verlust -69.414 -14.175
19. Jahresüberschuss 0 0

Anhang für 2024/2025

(1) Allgemeine Angaben

Die Pilkington Deutschland AG mit Sitz in Gelsenkirchen wird beim Amtsgericht Gelsenkirchen unter HRB 2707 geführt.

Der Jahresabschluss des abgelaufenen Geschäftsjahres wurde ebenso wie der Vorjahresabschluss gemäß den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) sowie nach den einschlägigen Vorschriften des Aktiengesetzes (AktG) erstellt. Der Jahresabschluss wird in TEUR aufgestellt. Es gelten die Vorschriften für große Kapitalgesellschaften.

Zur Verbesserung der Klarheit der Darstellungen sind in der Bilanz einzelne Posten zusammengefasst und im Anhang gesondert ausgewiesen. Aus dem gleichen Grund sind Davon-Vermerke sowie Mitzugehörigkeitsvermerke in den Anhang aufgenommen worden.

Die Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren gegliedert.

(2) Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Für die Aufstellung des Jahresabschlusses waren unverändert die nachfolgenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden maßgebend.

Immaterielle Vermögensgegenstände sind zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige lineare Abschreibungen, bewertet. Als Nutzungsdauer werden regelmäßig drei Jahre zugrunde gelegt, wenn sich nicht ein abweichender Zeitraum, z. B. aufgrund der Laufzeit eines Vertrages, ergibt.

Das Sachanlagevermögen ist zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten und - sofern abnutzbar - vermindert um planmäßige und außerplanmäßige Abschreibungen bewertet. In die Herstellungskosten der selbst erstellten Anlagen sind neben den direkt zurechenbaren Kosten auch anteilige Gemeinkosten einbezogen. Abschreibungen und Fremdkapitalzinsen werden nicht mit angesetzt.

Die Abschreibungen erfolgen bei Gebäuden und gebäudebezogenen Versorgungsanlagen linear über eine Nutzungsdauer von 14 bis 33 Jahren, bei Öfen und bei Wannen linear über 10 bis 15 Jahre. Beim übrigen beweglichen Anlagevermögen wird entsprechend der betrieblichen Nutzungsdauer linear abgeschrieben. Die Nutzungsdauer beträgt bei technischen Anlagen und Maschinen 10 bis 20 Jahre, bei anderen Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 3 bis 10 Jahre.

Geringwertige Anlagegüter bis zu einem Netto-Einzelwert von EUR 800,00 sind ab dem 1. April 2018 im Jahr des Zugangs voll abgeschrieben bzw. als Aufwand erfasst worden.

Die Anteile an verbundenen Unternehmen sowie die Beteiligungen sind zu Anschaffungskosten angesetzt. Gegebenenfalls werden außerplanmäßige Abschreibungen auf den niedrigeren beizulegenden Wert wegen voraussichtlich dauernder Wertminderung angesetzt.

Die Anschaffungskosten der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe werden auf der Grundlage der Fifo-Verbrauchsfolge ermittelt oder zu niedrigeren Stichtagspreisen angesetzt. Die unfertigen und fertigen Erzeugnisse und Leistungen werden zu Herstellungskosten auf Basis der Ist-Kosten oder zu niedrigeren Zeitwerten bewertet. Neben den direkt zurechenbaren Kosten sind auch anteilige Fertigungs- und Materialgemeinkosten sowie Abschreibungen in die Bewertung mit einbezogen. Fremdkapitalzinsen und Kosten der allgemeinen Verwaltung werden nicht angesetzt. Wertmindernde Faktoren aus Lagerdauer und Verwertbarkeit finden durch angemessene Abschläge Berücksichtigung. Emissionszertifikate sind zu Anschaffungskosten bilanziert.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände werden zum Nennwert abzüglich erforderlicher Einzelwertberichtigungen angesetzt. Dem allgemeinen Kreditrisiko wird durch eine Pauschalabwertung zu Forderungen Rechnung getragen.

Die liquiden Mittel sind zum Nennwert angesetzt.

Als Rechnungsabgrenzungsposten werden auf der Aktivseite Ausgaben vor dem Abschlussstichtag ausgewiesen, sofern sie Aufwand für eine bestimmte Zeit nach diesem Tag darstellen.

Der Sonderposten für Investitionszuschüsse zum Anlagevermögen beinhaltet erhaltene Investitionszuschüsse für Anlagengüter und wird in einem separaten Bilanzposten passiviert. Dieser Sonderposten wird entsprechend der Nutzungsdauer der geförderten Anlagengüter aufgelöst.

Die Bewertung der Pensionsverpflichtungen und der Anwartschaften erfolgt nach den anerkannten Grundsätzen der Versicherungsmathematik mittels der sog. „Projected-Unit-Credit“-Methode“ unter Zugrundelegung der „Richttafeln 2018 G“ von Prof. Dr. Klaus Heubeck. Für die Abzinsung wurde der durchschnittliche Marktzinssatz aus den vergangenen 10 Jahren bei einer restlichen Laufzeit von pauschal 15 Jahren von 1,94 % (Vorjahr: 1,82 %) gemäß der Rückstellungsabzinsungsverordnung vom 18. November 2009 verwendet. Erwartete Lohn- und Gehaltssteigerungen wurden mit 2,6 % (Vorjahr: 2,3 %) und erwartete Rentensteigerungen mit 2,1 % (Vorjahr: 2,0 %) berücksichtigt. Die Gesellschaft macht von ihrem Wahlrecht Gebrauch, den Pensionsrückstellungen ein Fünfzehntel des zum Umstellungszeitpunkt auf die Bewertungsgrundsätze des BilMoG ermittelten Unterschiedsbetrages zwischen der Berechnungsmethode vor und nach Einführung des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes zuzuführen.

Die Rückstellungen für Altersteilzeitverpflichtungen werden nach den Regelungen der IDW-Stellungnahme vom 18. November 1998 unter Verwendung der „Richttafeln 2018 G“ von Prof. Dr. Klaus Heubeck ermittelt. Für die Abzinsung wurde der durchschnittliche Marktzinssatz der letzten 7 Jahre bei einer restlichen Laufzeit von einem Jahr von 1,58 % (Vorjahr: 1,08 % bei einer durchschnittlichen Restlaufzeit von ebenfalls einem Jahr) verwendet. Erwartete Gehaltssteigerungen wurden mit 2,6 % (Vorjahr: 2,2 %) berücksichtigt.

Die Jubiläumsgeldrückstellungen sind nach versicherungsmathematischen Grundsätzen mittels der „Projected-Unit-Credit“-Methode auf der Basis eines Rechnungszinses von 2,01 % (Vorjahr: 1,78 %) p.a. ermittelt.

Die übrigen Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen und sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages angesetzt. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurden abgezinst.

Die Verbindlichkeiten sind mit dem Erfüllungsbetrag angesetzt.

(3) Währungsumrechnung

Die Umrechnung der Fremdwährungsforderungen und der Fremdwährungsverbindlichkeiten erfolgt am Bilanzstichtag zum Devisenkassamittelkurs. Bei einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr wurden dabei das Realisationsprinzip (§ 252 Abs. 1 Nr. 4 Halbsatz 2 HGB) und das Anschaffungskostenprinzip (§ 253 Abs. 1 Satz 1 HGB) beachtet.

ERLÄUTERUNGEN DER BILANZ

(in TEUR, sofern nicht anders angegeben)

(4) Anlagevermögen

Die Aufgliederung der in der Bilanz zusammengefassten Anlagepositionen und ihre Entwicklung im Geschäftsjahr 2024/2025 ist im Anlagengitter (Anlage zum Anhang) dargestellt.

(5) Finanzanlagen

in TEUR 31.03.2025 31.03.2024
- Anteile an verbundenen Unternehmen 42.637 42.637
- Beteiligungen 2.192 2.192
44.829 44.829

(6) Anteilsbesitz

Name und Sitz der Gesellschaft Ant. am Kapital in % Währung Eigenkapital Ergebnis
Pilkington Automotive Deutschland GmbH, Witten 100,00 EUR 41.040.591 3.876.996
Bauglasindustrie Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Schmelz 100,00 EUR 3.067.751 (540.306)
Colorglas GmbH, Wesel 100,00 EUR 183.339 46.088
FLACHGLAS Wernberg GmbH, Wernberg-Köblitz 49,00 EUR 31.753.143 8.410.194
Flachglas Nord-Ost GmbH, Osterburg 21,00 EUR 9.284.214 1.132.158

Die Pilkington Automotive Deutschland GmbH, die Bauglasindustrie Gesellschaft mit beschränkter Haftung und die Colorglas GmbH haben einen Ergebnisabführungsvertrag mit der Pilkington Holding GmbH, Gelsenkirchen, abgeschlossen. Gezeigt ist hier jeweils das Ergebnis zum 31. März 2025 vor Ergebnisabführung bzw. vor Verlustübernahme. Die übrigen drei Gesellschaften sind assoziierte Unternehmen, deren Ergebnis hier auf den 31. Dezember 2023 angegeben wird.

(7) Vorräte

in TEUR 31.03.2025 31.03.2024
- Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 6.087 8.928
- Unfertige Erzeugnisse und Leistungen 131 44
- Fertige Erzeugnisse 40.002 45.336
- Emissionszertifikate (EUAs) 3.385 8.582
49.605 62.890

Die Gesellschaft hat Emissionszertifikate von der NSG UK Enterprises Ltd. erworben, die zum 31. März 2025 mit ihrem Wert zum Erwerbszeitpunkt unter den Vorräten aktiviert worden sind (TEUR 3.385). Die Rückgabeverpflichtung für das Jahr 2024 ist während des Monats September 2024 vollständig erfüllt worden.

(8) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben sich um TEUR 3.809 auf TEUR 3.085 verringert. Die Abnahme der Forderungen ist stichtagsbedingt. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben, wie im Vorjahr, eine Restlaufzeit von unter einem Jahr.

(9) Forderungen gegen verbundene Unternehmen, Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht

Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen betreffen im Wesentlichen in Höhe von TEUR 336.882 (Vorjahr: TEUR 341.698) die Gesellschafterin Pilkington Holding GmbH und resultieren aus Cash-Pool-Guthaben von TEUR 261.245 (Vorjahr: TEUR 327.596). Forderungen gegen und Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen werden saldiert gezeigt, sofern die Aufrechnungsvoraussetzungen erfüllt sind, und resultieren im Wesentlichen aus der Cash-Pool-Beziehung, Ergebnisabführungen und Lieferungen und Leistungen. Insofern sind in den Forderungen gegen verbundene Unternehmen auch Forderungen aus der Verlustübernahme an die Gesellschafterin in Höhe von TEUR 69.414 (Vorjahr: TEUR 14.175) und Forderungen aus der Umsatzsteuerorganschaft in Höhe von TEUR 4.033 (Vorjahr: TEUR 3.505 Verbindlichkeiten aus der Umsatzsteuerorganschaft) enthalten. Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen und Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, haben, wie im Vorjahr, eine Restlaufzeit von unter einem Jahr.

In den ausgewiesenen Beträgen sind Forderungen aus Lieferungen und Leistungen enthalten bei:

in TEUR 31.03.2025 31.03.2024
- Forderungen gegen verbundene Unternehmen 12.361 11.454
- Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 138 50

(10) Sonstige Vermögensgegenstände

Unter den sonstigen Vermögensgegenständen werden u.a. Erstattungsansprüche aus Mineralölsteuer- und Stromsteuerzahlungen, Ansprüche aus einer Rückdeckungsversicherung, und andere Forderungen außerhalb des Liefer- und Leistungsverkehrs ausgewiesen. Die sonstigen Vermögensgegenstände haben, wie im Vorjahr, eine Restlaufzeit von unter einem Jahr.

(11) Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten

in TEUR 31.03.2025 31.03.2024
- Kassenbestand 7 8
- Guthaben bei Kreditinstituten 198 164
205 172

(12) Eigenkapital

Das Grundkapital der Pilkington Deutschland AG ist voll eingezahlt und eingeteilt in 2.710.400 Stückaktien ohne Nennwert. Über ihre Beteiligung, die Dahlbusch Aktiengesellschaft, Gelsenkirchen, sowie unmittelbar hält die Pilkington Holding GmbH, Gelsenkirchen, die Mehrheit des Aktienkapitals der Pilkington Deutschland AG, Gelsenkirchen.

(13) Sonderposten für Investitionszuschüsse zum Anlagevermögen

Die Gesellschaft hat Zuschüsse zu Sachanlageninvestitionen am Standort Weiherhammer und Gladbeck erhalten. Diese Zuschüsse wurden zum Zeitpunkt ihrer Vereinnahmung ertragsneutral passiviert. Sie werden über die Nutzungsdauer der geförderten Sachanlagen parallel zu deren Abschreibungen ertragswirksam aufgelöst. Im Geschäftsjahr 2024/25 waren dies TEUR 61.

(14) Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Da die Gesellschaft von dem Wahlrecht Gebrauch macht, den Pensionsrückstellungen ein Fünfzehntel des zum 1. April 2010 ermittelten Unterschiedsbetrages zwischen der Berechnungsmethodik vor und nach Einführung des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes zuzuführen, verbleibt zum 31. März 2025 ein Unterschiedsbetrag für die Folgejahre von TEUR 0.

Aufgrund des Gesetzes zur Umsetzung der Wohnimmobilienkreditrichtlinie und zur Änderung handelsrechtlicher Vorschriften vom 11. März 2016 wurden die Rückstellungen für Altersversorgungsverpflichtungen gemäß der Neufassung des § 253 HGB mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz aus den vergangenen zehn Jahren abgezinst. Die mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen zehn Jahre abgezinsten Verpflichtungen liegen zum 31. März 2025 um TEUR 1.310 höher als die mit dem durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Jahre abgezinsten Verpflichtungen.

(15) Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen von TEUR 32.631 (Vorjahr: TEUR 29.409) betreffen überwiegend drohende Verluste aus Termingeschäften, Umsatzprämien, Urlaubsentgelte, Garantieverpflichtungen, Überstunden, Berufsgenossenschaftsbeiträge, ausstehende Rechnungen, Jubiläumsgeldverpflichtungen, Altersteilzeitverpflichtungen, Provisionen, Beiträge zum Pensionssicherungsverein sowie Abfindungen. Mittels Termingeschäften werden die Risiken schwankender Energiebezugspreise abgesichert.

(16) Verbindlichkeiten

in TEUR 31.03.2025 Insgesamt davon Restlaufzeit bis 1 Jahr über 1 Jahr bis 5 Jahre über 5 Jahre 31.03.2024 Insgesamt
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 44.635 44.635 - - 47.680
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 68.045 68.045 - - 72.534
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 36.531 36.531 - - 38.311
- davon aus Lieferungen und Leistungen (36.531) (36.531) - - (38.311)
Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 2 2 - - 1.683
- davon aus Lieferungen und Leistungen (2) (2) (167)
Sonstige Verbindlichkeiten 4.407 4.368 29 10 4.236
- davon aus Steuern - - - - (616)
153.620 153.581 29 10 165.060*

* davon mit einer Restlaufzeit bis zu 1 Jahr TEUR 165.020
davon mit einer Restlaufzeit über 1 Jahr bis 5 Jahre TEUR 29 (ausschließlich übrige sonstige Verbindlichkeiten betreffend)
davon mit einer Restlaufzeit über 5 Jahre TEUR 11 (ausschließlich übrige sonstige Verbindlichkeiten betreffend)

Im Vorjahr waren in den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen solche aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 38.311 enthalten. Im Vorjahr waren in den Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, solche aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 167 enthalten.

Die Verbindlichkeiten sind nicht besichert.

(17) Haftungsverhältnisse

in TEUR 31.03.2025 31.03.2024
Treuhänderische Verpflichtungen 1.215 1.183

Die treuhänderisch übernommenen Vermögenswerte und Verpflichtungen betreffen die Pilkington-Stiftung. Die Wahrscheinlichkeit der Inanspruchnahme aus diesen Haftungsverhältnissen wird als gering eingeschätzt, da die Pilkington-Stiftung über ausreichende finanzielle Mittel verfügt.

(18) Nicht in der Bilanz enthaltene Geschäfte und sonstige finanzielle Verpflichtungen

in TEUR 31.03.2025
Verpflichtungen aus Miet- und Leasingverträgen
- fällig bis 31.03.2026 1.344
- fällig ab 01.04.2026 - 31.03.2030 1.381
- fällig ab 01.04.2030 204
- Bestellobligo 19.875
22.804

Die Gesellschaft hat eine Reihe von Leasingverträgen abgeschlossen, deren Zweck es ist, die Liquidität zu verbessern und das Verwertungsrisiko der genutzten Vermögensgegenstände auszuschließen. Art und Laufzeit der Verträge sind so beschaffen, dass besondere Risiken daraus nicht entstehen. Zum Bilanzstichtag belaufen sich die Belastungen aus Leasingverträgen für Maschinen und Gabelstapler auf TEUR 889, für Pkw auf TEUR 2.550, für Mietverpflichtungen auf TEUR 1.310.

Zudem wurden im Rahmen eines Factoringvertrages zum Stichtag Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von TEUR 4.637 an eine Factoringgesellschaft verkauft.

(19) Derivative Finanzinstrumente

Die NSG Group betreibt ein aktives Risikomanagement, in das auch die Pilkington Deutschland AG einbezogen ist, und sichert das Erdgaspreisrisiko über Termingeschäfte ab. Die Termingeschäfte dienen dazu, den Erdgaspreis für einen Teil des zukünftigen Bedarfs festzuschreiben und erfolgten bis zum Ende des Berichtsjahres entweder in Form von finanziellen Swaps mit Banken oder Festpreisvereinbarungen mit den Erdgaslieferanten. Ab dem neuen Geschäftsjahr bestehen ausschließlich Festpreisvereinbarungen mit dem Erdgaslieferanten. Als Bais dienen die am virtuellen Handelspunkt „Trading Hub Europe“ (THE) verfügbaren Standardprodukte, die auch für die Preisfestsetzung der physischen Lieferungen von Erdgas herangezogen werden. Der anhand der mark-to-market Valuation-Methode ermittelte Zeitwert der negativen Sicherungsgeschäfte beläuft sich zum Bilanzstichtag 31. März 2025 auf TEUR 7.000.

(20) Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen

Nachstehend sind sämtliche Lieferungen und Leistungen zu nahestehenden Unternehmen aufgeführt. Unübliche Liefer- oder Leistungsbeziehungen bestehen nicht.

Art des Geschäfts Verkäufe Käufe Erbrachte Dienstleistungen Bezogene Dienstleistungen
Art der Beziehung in Mio. € in Mio. € in Mio. € in Mio. €
Verbundene Unternehmen Inland 10 0 1 1
Verbundene Unternehmen Ausland 104 12 0 21
Beteiligungen 10 0 0 0

ERLÄUTERUNGEN ZUR GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

(in TEUR, sofern nicht anders angegeben)

(21) Umsatzerlöse

in TEUR 2024/2025 2023/2024
Aufgliederung nach Geschäftsfeldern
- Basisglas 163.438 233.417
- Bauglas 139.563 168.320
303.001 401.737
- Sonstige Umsätze 5.704 2.870
308.705 404.607
in TEUR 2024/2025 2023/2024
Aufgliederung nach Regionen
- EU (ohne BRD) 173.623 228.644
- Bundesrepublik Deutschland 113.168 156.554
- Nordamerika 7.828 7.676
- Asien 2.909 2.430
- Übriges Europa 7.851 7.654
- Lateinamerika 31 267
- Afrika 89 119
- Übrige Übersee 3.206 1.263
308.705 404.607

(22) Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge enthalten u. a. Erträge aus der Auflösung von Rück-stellungen und Kostengutschriften aus Vorjahren sowie die anteilige Auflösung des Sonderpostens für Investitionszuschüsse zum Anlagevermögen (siehe auch Textziffer (13)). In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind periodenfremde Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen (TEUR 6.372) sowie Kostengutschriften aus Vorjahren (TEUR 2.525) enthalten. Die Erträge aus Währungsumrechnung betragen TEUR 95.

In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind außergewöhnliche Erträge aus dem Verkauf von Zinn in Höhe von TEUR 3.948 enthalten.

(23) Personalaufwand

Im Personalaufwand sind außergewöhnliche Aufwendungen aus der Restrukturierung in Höhe von TEUR 11.013 enthalten.

(24) Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen betreffen u. a. Instandhaltungsaufwendungen, sonstige Dienstleistungen, Einzelwertberichtigungen auf Forderungen, Aufwendungen für Mieten, Pachten und Leasing, Kursverluste und Kostennachträge aus Vorjahren. Von den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind TEUR 811 periodenfremd. Die periodenfremden sonstigen betrieblichen Aufwendungen betreffen Kostennachträge zu Vorjahren. Die Aufwendungen aus Währungsumrechnung betragen TEUR 113.

In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind außergewöhnliche Aufwendungen aus der Restrukturierung in Höhe von TEUR 3.053 enthalten.

(25) Erträge aus Beteiligungen

in TEUR 2024/2025 2023/2024
Erträge aus Beteiligungen 180 1.399
- davon aus assoziierten Unternehmen (168) (1.393)
180 1.399

(26) Zinsergebnis

in TEUR 2024/2025 2023/2024
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 9.947 10.826
- davon aus verbundenen Unternehmen (9.947) (10.826)
Zinsen und ähnliche Aufwendungen 3.192 3.288
6.755 7.538

Die Zinsaufwendungen enthalten im Wesentlichen gemäß Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz die Verzinsung der Vorjahresverpflichtungswerte der Pensionen (TEUR 2.792; Vorjahr: TEUR 2.832), der Altersteilzeit (TEUR 16; Vorjahr: TEUR 3) und des Jubiläumsgeldes (TEUR 11; Vorjahr: TEUR 10).

(27) Steuern vom Einkommen und vom Ertrag, sonstige Steuern

Im Geschäftsjahr 2024/25 wurden Ertragsteuern in Höhe von TEUR 363 (Vorjahr: TEUR 363) gezahlt. Diese beinhalten die Körperschaftsteuer auf die Ausgleichszahlung.

In den sonstigen Steuern sind Grundsteuern mit TEUR 787 und Kfz-Steuern mit TEUR 12 enthalten.

Latente Steuern sind aufgrund der steuerlichen Organschaft gem. DRS 18 nicht bei der Organgesellschaft zu bilanzieren.

SONSTIGE ANGABEN

(28) Mitarbeiter

2024/2025 2023/2024
(Jahresdurchschnitt, ohne Auszubildende)
Angestellte 249 250
Gewerbliche 915 969
1.164 1.219

(29) Gesamtbezüge des Aufsichtsrats und des Vorstands

Für das Geschäftsjahr betragen die Gesamtbezüge der Mitglieder des Aufsichtsrats TEUR 45. Auf die Angabe der Gesamtbezüge des Vorstands wird gem. § 286 Abs. 4 HGB verzichtet. Für Pensionsverpflichtungen gegenüber früheren Mitgliedern des Vorstands und ihren Hinterbliebenen sind insgesamt TEUR 26.638 zurückgestellt; die laufenden Bezüge betrugen TEUR 1.779.

Die Mitglieder des Aufsichtsrats und des Vorstands sind unter Textziffer (33) angegeben.

(30) Konzernunternehmen

Der Jahresabschluss der Pilkington Deutschland AG wird in den Konzernabschluss zum 31. März 2025 der NSG UK Enterprises Ltd., Lathom, Großbritannien, einbezogen (Konzernabschluss für den kleinsten Kreis an Unternehmen, in den die Gesellschaft einbezogen wird). Die Bekanntmachung dieses Konzernabschlusses erfolgt im Unternehmensregister. Die Bilanzierungs-, Bewertungs- und Konsolidierungsmethoden des Konzernabschlusses entsprechen den International Financial Reporting Standards (IFRS). Der Konzernabschluss der NSG UK Enterprises Ltd. wird seinerseits in den Konzernabschluss der Nippon Sheet Glass Co. Limited, Tokio, Japan, einbezogen (Konzernabschluss für den größten Kreis an Unternehmen, in den die Gesellschaft einbezogen wird). Dieser Abschluss ist in Tokio erhältlich.

Die Pilkington Deutschland AG ist gemäß § 290 HGB nicht zur Aufstellung eines Konzernabschlusses und Konzernlageberichtes verpflichtet, da alle Tochterunternehmen die Kriterien des § 296 HGB zum Verzicht auf die Einbeziehung in den Konzernabschluss erfüllen.

Die Pilkington Automotive Deutschland GmbH, die Bauglasindustrie Gesellschaft mit beschränkter Haftung und die Colorglas GmbH als 100-prozentige Tochtergesellschaften der Pilkington Deutschland AG haben einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag mit der Pilkington Holding GmbH abgeschlossen. Damit beeinträchtigen erhebliche und andauernde Beschränkungen für die Pilkington Deutschland AG die Ausübung ihrer Rechte in Bezug auf das Vermögen und die Geschäftsführung der Pilkington Automotive Deutschland GmbH, der Bauglasindustrie Gesellschaft mit beschränkter Haftung und der Colorglas GmbH, sodass die Voraussetzungen des § 296 Abs. 1 Nr. 1 HGB für den Verzicht auf eine Einbeziehung gegeben sind.

(31) Gewinnverwendung

Nach einer vorgesehenen Ausgleichszahlung an außenstehende Aktionäre von TEUR 1.951 verbleibt ein Verlust von TEUR 71.511. Dieser Verlust wird aufgrund des bestehenden Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrages von der Pilkington Holding GmbH gemäß § 291 AktG ausgeglichen.

(32) Honorar des Abschlussprüfers

Das im Aufwand für das Geschäftsjahr erfasste Honorar für die Abschlussprüfung beträgt TEUR 252.

(33) Nachtragsbericht

Nach dem Bilanzstichtag haben sich keine Vorkommnisse von besonderer Bedeutung ereignet, die die Vermögens- oder Ertragslage der Gesellschaft nachhaltig beeinflussen könnten.

Hinsichtlich der Auswirkungen des Ukraine-Konflikts auf die Lage der Gesellschaft verweisen wir auf die Erläuterungen im Lagebericht. Ein bestandsgefährdendes Risiko sehen wir nicht. Aus aktueller Sicht sehen wir keine signifikanten Auswirkungen durch die globalen Unsicherheiten in Bezug auf potenzielle Zollrisiken.

(34) Vorstand/Aufsichtsrat

VORSTAND

Dr. Christian Quenett

 

Wesel

 

Head of Architectural Glass Europe

 

Aufsichtsratsmandat:

 

Pilkington Automotive Deutschland GmbH (Vorsitz)

AUFSICHTSRAT

Dr. Clemens Miller

 

Mülheim an der Ruhr

 

Vorsitzender des Aufsichtsrates

 

Ehemaliger Chief Operating Officer der NSG Group

Rachael Elizabeth Dorey

 

Warrington, Großbritannien

 

Regional HR Director Europe

 

Pilkington Group Limited

Catherine Anne Hawley (bis 30. Juni 2024)

 

Grappenhall, Warrington, Großbritannien

 

Chief Information Officer NSG Group

 

Pilkington Group Limited

Judy Anne Massa (bis 30. September 2024)

 

Wrightington, West Lancashire, Großbritannien

 

Group Treasurer

 

NSG UK Enterprises Limited

Beate Merkel*

 

Weiherhammer

 

Stellvertretende Vorsitzende des Betriebsrats der Pilkington Deutschland AG

 

Betrieb Weiherhammer

 

Pilkington Deutschland AG

Shirley Anne Sergeant (ab 16. Oktober 2024)

 

Frodsham Cheshire, Großbritannien

 

R&D Director Europe

 

Pilkington Technology Management Limited

Amanda Jayne Lawrie-Simmons (ab 5. November 2024)

 

Cheshire, Großbritannien

 

Finance Director UK & Architectural Glass Europe

 

Pilkington Group Limited

Patrick Wiesner*

 

Gladbeck

 

Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrates

 

Konzernbetriebsratsvorsitzender der Pilkington Holding GmbH

 

Pilkington Deutschland AG

*) Vertreter der Arbeitnehmer

 

Gelsenkirchen, 23. Mai 2025

Pilkington Deutschland AG

Der Vorstand

Dr. Christian Quenett

Entwicklung des Anlagevermögens 2024/25

Anschaffungs- und Herstellungskosten
1.4.2024 Zugänge Abgänge Umbuchungen 31.3.2025
TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 4.049 16 0 15 4.080
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 237.892 31 0 102 238.025
2. Technische Anlagen und Maschinen 521.793 363 46.484 8.760 484.432
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 34.694 90 228 600 35.156
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 15.772 24.111 0 -9.477 30.406
810.151 24.595 46.712 -15 788.019
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 44.682 0 0 0 44.682
2. Beteiligungen 2.695 0 0 0 2.695
47.377 0 0 0 47.377
861.577 24.611 46.712 0 839.476
Kumulierte Abschreibungen
1.4.2024 Zugänge Abgänge Umbuchungen 31.3.2025
TEUR TEUR TEUR TEUR TEUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 3.992 35 0 0 4.027
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 223.437 1.079 0 0 224.516
2. Technische Anlagen und Maschinen 443.403 13.463 41.962 0 414.904
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 30.954 1.374 227 0 32.101
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 0 0 0 0 0
697.794 15.916 42.189 0 671.521
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 2.045 0 0 0 2.045
2. Beteiligungen 503 0 0 0 503
2.548 0 0 0 2.548
704.334 15.951 42.189 0 678.096
Buchwerte
31.3.2025 31.3.2024
TEUR TEUR
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 53 57
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 13.509 14.455
2. Technische Anlagen und Maschinen 69.528 78.390
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 3.055 3.740
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 30.406 15.772
116.498 112.357
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen 42.637 42.637
2. Beteiligungen 2.192 2.192
44.829 44.829
161.380 157.243

Bericht des Aufsichtsrates

Sehr geehrte Damen und Herren,

der Aufsichtsrat der Pilkington Deutschland AG hat im Berichtsjahr die ihm nach Gesetz oder Satzung obliegenden Aufgaben in drei Sitzungen wahrgenommen, abgehalten am 20. Juni 2024, 14. November 2024 und am 20. März 2025. Dazu hat er sich vom Vorstand eingehend über die Entwicklung der Gesellschaft, insbesondere über deren Absatz-, Umsatz-, Ergebnis- und Liquiditätslage, berichten lassen und darüber beraten.

Im Geschäftsjahr 2024/25 bildeten die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, hier insbesondere die auf einem hohen Niveau liegenden Einkaufspreise, der Nachfragerückgang im Bau- und Automobilsektor und die damit einhergehenden Überkapazitäten im Glasmarkt sowie hieraus resultierende Maßnahmen an den Standorten wesentliche Schwerpunkte der Beratungen. Das Risikomanagementsystem und dessen Eignung zur Erfassung von potentiellen Schäden, deren Ursachen und Umfang, war ebenfalls Gegenstand der Sitzungen. Sämtliche Geschäftsentscheidungen, die nach Gesetz oder Satzung einer Zustimmung des Aufsichtsrates bedürfen, wurden auf Grundlage schriftlicher Vorlagen in den Aufsichtsratssitzungen ausführlich beraten; in allen Fällen wurde die Zustimmung erteilt. Der Aufsichtsrat hat in seiner Sitzung vom 20. Juni 2024 den Beschluss zur Beauftragung des Abschlussprüfers gefasst.

Der nach den Regeln des HGB aufgestellte Jahresabschluss und der Lagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. April 2024 bis zum 31. März 2025 wurden gemäß Beschluss der Hauptversammlung vom 14. November 2024 und der entsprechenden Auftragserteilung durch den Aufsichtsrat von der EY GmbH & Co. KG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft geprüft und erhielten von dieser den uneingeschränkten Bestätigungsvermerk. Die Jahresabschlussunterlagen, der Entwurf des Geschäftsberichts sowie der Prüfungsbericht des Abschlussprüfers sind allen Mitgliedern des Aufsichtsrates rechtzeitig zugeleitet worden. In seiner Sitzung vom 26. Juni 2025 hat sich der Aufsichtsrat eingehend mit dem Jahresabschluss und dem Prüfungsbericht befasst. Bei dieser Sitzung waren die Wirtschaftsprüfer, die den Bericht verantworten und unterzeichnet haben, zugegen und haben ergänzende Erläuterungen erteilt. Als Ergebnis dieser Befassung hat der Aufsichtsrat den Jahresabschluss nebst Lagebericht und der Erklärung zur Unternehmensführung gebilligt. Der Jahresabschluss ist damit festgestellt.

Mit Wirkung zum Ablauf des 30. Juni 2024 bzw. zum Ablauf des 30. September 2024 sind Frau Catherine Hawley und Frau Judy Massa aus dem Aufsichtsrat der Pilkington Deutschland AG ausgeschieden. Beide waren Vertreterinnen der Anteilseigner. An deren Stelle sind durch gerichtlichen Beschluss des Amtsgerichtes Gelsenkirchen vom 16. Oktober 2024 bzw. 5. November 2024 Frau Shirley Anne Sergeant und Frau Amanda Jayne Lawrie-Simmons als Vertreterinnen der Anteilseigner in den Aufsichtsrat eingetreten. Ansonsten blieb der Aufsichtsrat während des Berichtsjahres in seiner personellen Besetzung unverändert.

Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihr Engagement und ihre erfolgreiche Arbeit.

 

Gelsenkirchen, den 26. Juni 2025

Dr. Clemens Miller, Vorsitzender des Aufsichtsrates

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Pilkington Deutschland AG

Prüfungsurteile

Wir haben den Jahresabschluss der Pilkington Deutschland AG, Gelsenkirchen, - bestehend aus der Bilanz zum 31. März 2025 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. April 2024 bis zum 31. März 2025 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Pilkington Deutschland AG für das Geschäftsjahr vom 1. April 2024 bis zum 31. März 2025 geprüft. Die im Lagebericht enthaltene Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Abs. 4 HGB (Angaben zur Frauenquote) haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31. März 2025 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. April 2024 bis zum 31. März 2025 und

vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Wir geben kein Prüfungsurteil zu dem Inhalt der oben genannten Erklärung zur Unternehmensführung ab.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt „Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts“ unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die oben genannte Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f Abs. 4 HGB (Angaben zur Frauenquote).

Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss, Lagebericht oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder

anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d. h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass eine aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellung nicht aufgedeckt wird, ist höher als das Risiko, dass eine aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellung nicht aufgedeckt wird, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können;

erlangen wir ein Verständnis von den für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollen und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit der internen Kontrollen der Gesellschaft bzw. dieser Vorkehrungen und Maßnahmen abzugeben;

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben;

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann;

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt;

beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Unternehmens;

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel in internen Kontrollen, die wir während unserer Prüfung feststellen.

 

Essen, 11. Juni 2025

EY GmbH & Co. KG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Schlüter, Wirtschaftsprüfer

Keil, Wirtschaftsprüfer