Scherzer & Co. AktiengesellschaftKölnJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022Lagebericht des Vorstands1 Finanzwirtschaftliches UmfeldVorbemerkungDieser Lagebericht wurde ohne gesetzliche Verpflichtung,
jedoch aufgrund Satzungsbestimmung erstellt. Er wurde in
dem Umfang aufgestellt, in welchem er für
mittelgroße, nichtbörsennotierte
Aktiengesellschaften nach HGB obligatorisch ist.
Die Gesellschaft beachtet bei ihrer
Geschäftstätigkeit auch die Entwicklung von
Währungen, Anleihen und Zinsen sowie die
Nachrichtenlage, welche die Entwicklungen jeweils
beeinflussen.
2022 - ein historisch schwaches Kapitalmarktjahr liegt hinter unsDas Jahr 2022 war ein außergewöhnliches
Kapitalmarktjahr: Der Krieg in der Ukraine, eine weiter
zunehmende Inflationsdynamik sowie ein weltweit niedriges
reales Wachstum führten bei Anleihen und Aktien
zeitgleich zu stark negativen Entwicklungen. Aufgrund der
erheblichen Ereignisdichte dieses "perfekten Sturmes" war
das Kapitalmarktumfeld herausfordernd. So volatil wie es
begann, endete 2022 aber immerhin mit einer prägnanten
Jahresenderholung.
Anfang des Jahres konnte man noch zuversichtlich auf das
1. Quartal und das Gesamtjahr 2022 blicken. Nach zwei
Jahren Covid-19-Pandemie gab es eine hohe
Wahrscheinlichkeit für eine Normalisierung der
realwirtschaftlichen Verspannungen und einen
Wachstumsimpuls für Europa. Mit Blick auf die
Kapitalmärkte wurde im Januar mit einer erhöhten
Volatilität für die nächsten Monate
gerechnet, aber mit einer grundsätzlichen Fortsetzung
des positiven Trends an den internationalen Börsen. So
begannen auch die die ersten Tage des neuen
Börsenjahres konstruktiv. Die wesentlichen
europäischen und US-amerikanischen Aktienindizes
erreichten in der ersten Handelswoche neue
Allzeit-Höchststände. Die darauffolgende
Korrektur ließ allerdings nicht lange auf sich
warten. Die Zentralbanken erkannten, dass die hohen
Inflationsraten keine temporäre Erscheinung
darstellten und änderten ihre Aussagen bezüglich
der Inflationserwartungen. Daraufhin stiegen die Renditen
für US-Staatsanleihen und deutsche Bundesanleihen
stark an. Der Zinsanstieg löste wiederum eine
Korrektur an den Aktienmärkten aus. Die zinssensiblen
US-Technologieaktien waren am stärksten von dem
Kursrückgang betroffen.
Die Eskalation der Russland/Ukraine-Krise
veränderte die Ausgangssituation für die
Börsen und die Realwirtschaft noch einmal völlig.
Mit Ausbruch der militärischen Auseinandersetzungen am
24. Februar 2022 korrigierten die Aktienmärkte dann
schnell und heftig. Die Marktreaktion erinnerte in gewissen
Teilen an den Covid-19-Crash im Februar/ März 2020,
obwohl die Schwankungsbandbreiten sich in den jeweiligen
Regionen stark unterschieden: Die europäischen
Börsen waren aufgrund der realwirtschaftlichen
Verknüpfung mit Russland und der Ukraine am
stärksten von der Korrektur betroffen. Der DAX40 fiel
in diesem Zuge auf langfristige technische
Unterstützungslinien. Deutsche Bundesanleihen fielen
in den ersten Wochen nach der russischen Invasion heftig,
entsprechend deutlich stiegen die Renditen. Der Euro verlor
gegenüber seinen wichtigen Handelswährungen stark
an Wert. Die US-Börsen und die asiatischen Märkte
hielten sich in dieser Phase relativ gesehen stabiler als
die europäischen Pendants und setzten erst Mitte
März zu einer Korrektur an, da die Investoren Angst
vor einer starken geldpolitischen Anpassung durch die
US-amerikanische Notenbank Fed hatten. Besonders gut war
dies an den zinssensiblen FAANC-Werten (Facebook, Apple,
Amazon, Netflix und Google) zu erkennen, die im 1. Quartal
fast 20 % an Wert verloren.
Daraufhin prägten zahlreiche Wendungen die
Kapitalmärkte in den letzten beiden März-Wochen.
Die Aktienmärkte konnten dabei in der ersten
März-Hälfte einen Boden ausbilden und hatten
seitdem eine Kehrtwende eingeläutet. Zahlreiche
Einzeltitel und die breiten Aktienmarktindizes waren Ende
Februar und Anfang März technisch zu stark abverkauft
worden, Sicherungsmaßnahmen über Derivate
erfolgten durch große Investoren sehr spät.
Zudem war weiterhin viel Liquidität im Finanzsystem
vorhanden. Diese Konstellation führte unter anderem zu
der Gegenbewegung seit Anfang / Mitte März. Die
wesentlichen US-amerikanischen Aktienindizes stiegen in der
letzten März-Hälfte zwischen 10 % bis 16 %, die
europäischen Aktienmärkte konnten zwischen 9 %
bis 12 % dazugewinnen, und die Börsen in Asien standen
5 % bis 13 % höher als in den ersten März-Wochen.
Die positiven makroökonomischen Prognosen für das
Jahr 2022 waren allerdings spätestens seit Ende
Februar nicht mehr haltbar.
Dementsprechend war auch das 2. Quartal 2022 durch einen
langanhaltenden Abverkauf an den internationalen
Börsen gekennzeichnet. Jede Gegenbewegung wurde von
Marktteilnehmern sofort für Anschlussverkäufe
genutzt. Das Ergebnis zum 30. Juni 2022: Die global
schwächste Aktienmarktentwicklung seit den 1970er
Jahren mit Ergebnissen von bis zu minus 45 %. Die absolute
Marktkapitalisierung der globalen Aktienmärkte war in
den vergangenen Monaten stärker gesunken als
während der Finanzkrise 2008 und dem Platzen der
Dotcom-Blase im Jahr 2000. Für Investoren spielte es
nahezu keine Rolle, in welcher Asset-Klasse sie investiert
waren, da Aktien, Renten und Gold im Gleichlauf fielen.
Zahlreiche Faktoren hatten diesen Abverkauf an den
Märkten begünstigt. Inflation, Energiekrise,
Euro-Krise 2.0 und natürlich eine mögliche
globale Rezession belasteten nicht nur die Märkte. Die
Krise erreichte die Realwirtschaft und die Anzeichen
dafür, dass aus dieser wirtschaftlichen Abschwungphase
tatsächlich eine tiefgreifende Rezession erwuchs,
stiegen. Die "Zutaten" waren jedenfalls vorhanden:
steigende Inflationsraten, restriktive Zentralbanken,
geopolitische Konflikte und pessimistische
Stimmungsindikatoren. Die Frage, inwieweit es sich bei den
bisherigen Markttiefstständen um Jahrestiefstände
handelte, war in Anbetracht der geopolitischen Situation
Mitte des Jahres kaum zu beantworten. Fest stand: Die
Übertreibungen der Jahre 2020 und 2021 wurden in den
ersten sechs Monaten 2022 zum Großteil korrigiert.
So ging es auch im 3. Quartal weiter. Die Weltwirtschaft
befand sich weiterhin in einer sehr komplexen Lage. Die
Inflationsraten lagen auf einem historisch hohen Niveau und
waren weiterhin steigend bzw. lagen über den
Erwartungen der Analysten. Die Europäische Zentralbank
hob Mitte Juli 2022 entsprechend erstmals seit elf Jahren
den Leitzins an - und zwar mit 0,5 Prozentpunkten
stärker als erwartet. Mit weiteren Erhöhungen,
darunter um den Rekordwert von 0,75 Prozentpunkten,
erreichte der Zins in den Monaten darauf 2,0 %. Die EZB
kündigte angesichts der hohen Inflation weitere
Anhebungen an.
Die Konjunktur schwächte sich währenddessen
zunehmend ab. Erste Rezessions-Indikatoren blinkten rot und
machten eine Rezession in den bevorstehenden Herbst/
Winter-Quartalen wahrscheinlich. Insbesondere in Europa
könnten die explodierenden Energiekosten das
Konsum-Klima und die Unternehmensgewinne in den
nächsten Monaten belasten. Grundsätzlich deuteten
die volkswirtschaftlichen Frühindikatoren eine
wirtschaftliche Kontraktion an. Der Atlanta Fed GDP Now
Index, als Echtzeit-Indikator für die konjunkturelle
Verfassung der USA, prognostizierte ein wirtschaftliches
Wachstum in Höhe von 0,3 % für das 3. Quartal,
ein schwacher Wert nach zwei aufeinanderfolgenden negativen
Quartalen. Das Konsumentenvertrauen befand sich auf
Tiefstständen, die selbst das Niveau während der
Covid-19 Zeit unterboten. Darüber hinaus
veröffentlichten erste große Unternehmen wie
FedEx, General Electric, Nike und Ford Gewinnwarnungen, die
sowohl den jeweiligen Einzelwert als auch den gesamten
Kapitalmarkt unter Druck setzten. FedEx ist beispielsweise
an einem Handelstag um über 22 % eingebrochen, der
stärkste Rückgang seit dem Jahr 1987. Allerdings
gelang in Deutschland auch der größte
Börsengang seit der Telekom 1996: Die
Aktienplatzierung des Sportwagenbauers Porsche brachte
Volkswagen 9,4 Milliarden Euro. Die Aktie rutschte kurz
nach Notizaufnahme zeitweise unter den Ausgabepreis, danach
stieg der Kurs. Das dritte Quartal endete für die
Aktienindizes in der Nähe der bisherigen
Tiefststände. An den US-Börsen war der
geldpolitische Kurs der US-Fed ein großer
Belastungsfaktor in den letzten Monaten. Besonders
ersichtlich bei den zinssensiblen FAANG-Werten), die bis
30. September fast 47 % an Wert verloren hatten.
Das letzte Quartal des Jahres 2022 begann mit einem
goldenen Oktober. Ein Großteil der global wichtigen
Aktienmarktindizes erholte sich in der zweiten
Oktoberhälfte von den ausgeprägten
Jahrestiefstständen und beendete den Monat bis zu 13 %
höher. Die schwachen Quartalszahlen oder Prognosen der
Technologie-Schwergewichte Alphabet, Microsoft, Meta und
Amazon konnten diese Rallye nicht stoppen. In dieser
Gemengelage lag die Chance für eine Jahresendrallye.
Durchwachsene Konjunkturdaten und Frühindikatoren
stimmten die Kapitalmarktteilnehmer hoffnungsvoll, dass die
Zentralbanken - insbesondere die US-amerikanisch Fed - ihr
Zinsanhebungstempo verringern könnten.
Das Stimmungsbild drehte sich im November, als die
US-Fed die zuvor gehegten Hoffnungen zerstörte: Der
Fed-Vorsitzende Powell äußerte, dass er auch in
Zukunft noch weiteren Spielraum für
Zinserhöhungen über das zuvor kommunizierte Ziel
hinaus sehe, eine Pause im Zinserhöhungszyklus sei
noch weit entfernt. Die US-Aktienmärkte schlossen
daraufhin tief im Minus, die Renditen stiegen an und Gold
näherte sich erneut seinen Jahrestiefstständen.
Ein regelrechter Sägezahn-Markt: Mitte November die
nächste Wendung an den Kapitalmärkten. Trotz der
zahlreichen Negativeinflüsse auf das Weltgeschehen war
ein positiver Trend zu verzeichnen: Die globalen
Inflationsraten sanken. Die Kerninflation für die USA
und Europa lagen seit der November-Veröffentlichung
unter den Erwartungen und die Daten waren
rückläufig. Diese wichtige Trendumkehr
führte dazu, dass die globalen Kapitalmärkte von
Mitte November bis zur ersten Dezemberhälfte
anstiegen.
Die Inflationsbekämpfung war und blieb vorerst das
zentrale Ziel der großen Zentralbanken Fed und EZB.
Sie hielten sich alle Optionen offen, um auf dieses
komplexe Kapitalmarktumfeld reagieren zu können. Diese
Strategie stellten Lagarde und Powell bei ihren letzten
Zentralbanksitzungen Mitte Dezember nochmals klar. Die
Investoren reagierten verschnupft auf die erneuten
falkenhaften Äußerungen. Die Aktienmärkte
gaben von ihren Höchstständen bis zu 8 % ab, die
Renditen stiegen in der Eurozone auf neue
Jahreshöchststände. Die Kapitalmärkte
konnten sich auch in den letzten Handelstagen nicht von den
Kursrückgängen erholen und eine Schluss-Rallye
blieb in 2022 trotz positiver Vorzeichen aus. Das 4.
Quartal und somit das Kapitalmarktjahr 2022 endete so
volatil wie es begonnen hatte.
Im Einzelnen schlossen ausgewählte Indizes im Jahr
2022 wie folgt ab:
scrollen
ZinsenRentenmärkten, genauer "Premium-Staatsanleihen",
wird die Eigenschaft zugesprochen, in volatilen Phasen
einen Gegenpol zu riskanteren Anlagen darzustellen. Dieser
Grundsatz gilt nicht für Phasen mit einer hohen
Inflation. Staatsanleihen waren im Jahr 2022 kein sicherer
Hafen. Das Rentensegment weist einen Verlust zwischen rund
9 % bis 18 % auf, was ungefähr der Wertentwicklung
einiger Aktienindizes entspricht. Die als risikoreicher
geltenden Unternehmensanleihen sowie Schwellenländer-
und Hochzinsanleihen konnten sich dieser negativen
Entwicklung nicht entziehen. Neben den Zinsanstiegen wurden
die genannten Rentensegmente durch die steigenden
Risikoprämien belastet. Bisher hatten
Anleiheinvestoren eine regelrechte Achterbahnfahrt erlebt.
Durch den Ukraine-Krieg waren die Renditen für
10-jährige Bundesanleihen zuerst gesunken, um dann
nahezu vertikal um 2 bis 3 Prozentpunkte anzusteigen. Das
klang erst einmal moderat, doch diese Bewegung hatte zu
einem maximalen Kursverlust von nahezu 20 % bei als
"sicher" geltenden Bundesanleihen geführt.
Schwellenländeranleihen und
US-Investmentgrade-Unternehmensanleihen wiesen einen
ähnlichen Verlust bei einer Zinsbindung von
ungefähr fünf Jahren auf. Diese Kursverluste an
den Rentenmärkten sind mit Blick auf die
Nachkriegszeit einmalig. Die letzten zwei Wochen des Jahres
hatten insbesondere die Staatsanleihen der Eurozone
belastet. Die EZB hatte bei ausgedünnten
Rentenmärkten ihr Anleiheportfolio reallokiert und
teilweise Wertpapiere veräußert. Das führte
dazu, dass die Renditen für Bundesanleihen und
Staatsanleihen der Eurozone erheblich anstiegen.
RohstoffeAuch wenn sich der Goldpreis über weite Strecken
des letzten Jahres stark rückläufig entwickelt
hat, per Saldo verblieb 2022 für den in Euro
rechnenden Anleger ein Wertzuwachs von rund 6 %. Der
Ölpreis entfernte sich zwar zusehends von seinem im
März 2022 markierten Mehrjahreshoch, unter dem Strich
verblieb für das Kalenderjahr doch eine immer noch
stattliche Preissteigerung von 15 %. Die Nachfrage nach
Öl, Gas und Kohle stieg vor allem, aber nicht nur
durch den Krieg in der Ukraine, sondern auch durch die
Infragestellung der Versorgungssicherheit im Winter
2022/23.
WährungenIn der Spitze verlor der Euro im Jahr 2022 mehr als 20 %
ggü. dem US-Dollar, um dann im letzten Quartal
ausgehend von seinem Tief über 10 % zuzulegen. Die
Geldpolitik dies- und jenseits des Atlantiks war ein ebenso
maßgeblicher Treiber der EUR-USD-Relation wie der
Risikoappetit der Kapitalmarktakteure, der starken
Schwankungen unterlag. Per Saldo verbleibt eine Aufwertung
des Greenback ggü. dem Euro von ca. 7 %. Nicht nur Fed
und EZB haben ihren geldpolitischen Fokus eindeutig auf die
Bekämpfung der Inflation gelegt. Zudem sollte der seit
Mai 2020 währende Abwertungstrend des Yen ggü.
USD und Euro gestoppt werden. Doch auch in Japan stieg die
Inflation im Zuge des Nach-Corona-Booms mit zuletzt 3,8 %
auf den höchsten Wert seit 18 Jahren. Über weite
Teile des Jahres 2022 war der Schweizer Franken in seiner
Funktion als sicherer Hafen gefragt. Hinzu kam der abrupte
Richtungswechsel der Schweizer Nationalbank zur
Eindämmung der Inflation. Gleich drei Mal wurde der
Leitzins von -0,75 % auf +1% erhöht. Die
EUR-CHF-Relation pendelte um die Parität.
Quellen: Do Investment AG, Kreissparkasse Köln,
Volksbank Viersen, Bankhaus Metzler
2 GeschäftsentwicklungDas Geschäftsjahr 2022 verlief für die
Scherzer & Co. AG herausfordernd und schloss mit einem
Verlust ab. Damit konnte die Scherzer & Co. AG nicht an
die sehr gute Geschäftsentwicklung der vergangenen
beiden Jahre anknüpfen.
Im Berichtsjahr gab es verschiedene
Portfolioveränderungen: Es wurden Positionen teilweise
oder auch vollständig veräußert, neue
Positionen wurden aufgebaut, bestehende Positionen
aufgestockt.
Teilveräußerungen fanden u. a. statt bei
Agfa-Gevaert N.V., Binect AG, Centrotec SE, CKW AG,
Deutsche Wohnen SE, freenet AG, K+S AG, Kromi Logistik AG
und TeamViewer AG.
Vollständig veräußert wurden u. a. die
gehaltenen Bestände in 123fahrschule SE, Adva Optical
Networking SE, Aixtron SE, Akasol AG, Hella GmbH & Co.
KGaA, GK Software 3 %-Anleihe (2017/22), KUKA AG, Teck
Resources Ltd., Valora Holding AG und Veganz Group AG.
Bei einer Reihe von Investments des Portfolios wurden
dagegen attraktive Kurse im Berichtsjahr dazu genutzt,
Positionen aufzustocken. Hierzu gehörten insbesondere
1&1 AG, 3U Holding AG, Apontis Pharma AG, Clearvise AG,
Data Modul AG, elumeo SE, GK Software SE, Horus AG, Lotto24
AG, Meta Wolf AG (ehem. Mühl Product & Service
AG), MS Industrie 6,25 %-Anleihe (2022/27), MyHammer
Holding AG, Noratis AG, ProSiebenSat.1 Media SE, Rocket
Internet AG, Siltronic AG, Tele Columbus 3,875 % -Anleihe
(2018/25), Valora Effekten Handel AG, Weleda AG PS,
Württembergische Lebensversicherung AG, ZEAL Network
SE und Zur Rose 6,875 %-Anleihe (2022/26).
Neu in das Portfolio aufgenommen wurden u. a. Ceconomy
AG, Feintool International Holding AG, Hensoldt AG, Nordex
SE, Pfeiffer Vacuum Technology AG, q.beyond AG, Schlatter
Industries AG, Shop Apotheke Europe N.V., Sto SE & Co.
KGaA, Vantage Towers AG und Zooplus SE.
Im Geschäftsjahr 2022 konnten
Nachbesserungserlöse inklusive Zinsen in Höhe von
72 TEUR vereinnahmt werden. Neu ins Rechteportfolio kamen
Akasol AG (307 TEUR), KUKA AG (162 TEUR) und MyHammer
Holding AG (1.266 TEUR). Insgesamt wurden im
Geschäftsjahr Nachbesserungsrechte im Umfang von 1.735
TEUR generiert, bei Abgängen von 687 TEUR. Das Volumen
an Nachbesserungsrechten zum Ende des Geschäftsjahres
2022 beträgt somit 123.018 TEUR nach 121.971 TEUR im
Vorjahr.
Das Nachbesserungsvolumen errechnet sich aus dem Produkt
der Stückzahl der von einer Strukturmaßnahme
betroffenen Aktien und dem zunächst festgesetzten
Preis. Aus diesen Nachbesserungsrechten können
für die Scherzer & Co. AG in Zukunft wesentliche
Ergebnisbeiträge entstehen, sofern im Anschluss an ein
gerichtliches Spruchverfahren Nachzahlungen auf den
Abfindungspreis oder auf Ausgleichszahlungen festgesetzt
werden.
Zur Erläuterung: Beispielsweise hat die Eintragung
eines Squeeze-out-Beschlusses in das Handelsregister zur
Folge, dass der Aktienbestand aus dem Wertpapierdepot des
Minderheitsaktionärs ausgebucht und ein Geldbetrag
entsprechend des festgelegten Abfindungspreises
gutgeschrieben wird. Danach ist kapitalseitig das Verfahren
zunächst abgeschlossen. Dennoch beginnt mit dem
formalen Abschluss des Squeeze-outs ein neuer
Handlungsabschnitt, bei dem inhaltlich
regelmäßig der gezahlte Abfindungsbetrag
gerichtlich überprüft wird. Bei diesen so
genannten "Gerichtlichen Spruchverfahren" im Nachgang
abgeschlossener Squeeze-outs und anderer
Kapitalstrukturmaßnahmen, wie
Unternehmensverträgen und Verschmelzungen wird
untersucht, ob und gegebenenfalls wie hoch eine
Nachbesserung zum Abfindungspreis anzusetzen ist. Hierzu
werden häufig weitere Gutachten und Gegengutachten
eingeholt, um komplexe Bewertungsfragen zu klären.
Fast durchweg ziehen sich solche Verfahren über viele
Jahre hin und bedürfen der kontinuierlichen
inhaltlichen Begleitung. Sie enden mit einem
abschließenden gerichtlichen Urteil oder einem
Vergleich der teilnehmenden Parteien.
Es ist die Geschäftspolitik der Scherzer & Co.
AG, als Antragstellerin in Spruchverfahren die weitere
Werterhellung und Wertfindung zu betreiben und das
Portfolio an Nachbesserungsrechten, auch
"Abfindungsergänzungsansprüche" genannt,
kontinuierlich auszuweiten. Die Gesellschaft verzichtet
dabei bewusst auf den in der Regel höheren
Verkaufserlös an der Börse und lässt sich
zum niedrigeren Gutachtenpreis abfinden. Nur so
eröffnet sich aber auch die Chance, an den zumindest
in der Vergangenheit überwiegend höheren
Nachbesserungszahlungen in größerem Umfang zu
partizipieren.
3 ErtragslageDer positive Saldo der Position der Gewinn- und
Verlustrechnung "Erträge aus Finanzinstrumenten" in
Höhe von 19.418 TEUR (Vorjahr: 18.154 TEUR) setzt sich
im Wesentlichen zusammen aus der teilweisen bzw.
vollständigen Veräußerung einer Anzahl von
Aktienpositionen unterschiedlicher Größe.
Insgesamt sind aus der Veräußerung von
Wertpapieren des Anlagevermögens 5.718 TEUR (Vorjahr:
4.033 TEUR), aus der Veräußerung von
Wertpapieren des Umlaufvermögens 7.235 TEUR (Vorjahr:
12.053 TEUR) sowie aus Stillhaltergeschäften 6.408
TEUR (Vorjahr: 1.895 TEUR) Gewinne erwirtschaftet worden.
Außerdem wurden Erträge aus
Nachbesserungsrechten in Höhe von 57 TEUR (Vorjahr:
173 TEUR) vereinnahmt. Relevante positive
Ergebnisbeiträge lieferten u. a. K+S AG (4.100 TEUR),
Centrotec SE (3.824 TEUR) und Rocket Internet SE (1.384
TEUR).
Die Aufwendungen aus Finanzinstrumenten in Höhe von
5.173 TEUR (Vorjahr: 3.034 TEUR) resultieren aus den mit
Verlust abgeschlossenen
Veräußerungsgeschäften von Wertpapieren des
Anlage- und Umlaufvermögens sowie aus
Stillhalterverlusten. Aus der Veräußerung von
Wertpapieren des Anlagevermögens war im
Geschäftsjahr ein Verlust von 155 TEUR (Vorjahr: 30
TEUR) zu verzeichnen. Bei der Veräußerung von
Wertpapieren des Umlaufvermögens entstand 2022 ein
Verlust von 1.850 TEUR (Vorjahr: 943 TEUR). Aus
Stillhaltergeschäften ist im Geschäftsjahr ein
Verlust von 3.169 TEUR (Vorjahr: 2.061 TEUR) entstanden.
Die G + V Position "Sonstige betriebliche Erträge"
in Höhe von 606 TEUR (Vorjahr: 1.698 TEUR) besteht im
Wesentlichen aus den gesetzlich vorgeschriebenen
Zuschreibungen auf Wertpapiere des Umlaufvermögens in
Höhe von 427 TEUR (Vorjahr: 1.015 TEUR),
Zuschreibungen auf sonstige Ausleihungen in Höhe von
110 TEUR (Vorjahr: 28 TEUR), Zuschreibungen auf
Finanzanlagen in Höhe von 41 TEUR (Vorjahr: 606 TEUR)
sowie Erträgen aus der Währungsumrechnung in
Höhe von 19 TEUR (Vorjahr: 40 TEUR).
Im Berichtsjahr wurden Abschreibungen auf das
Finanzanlagevermögen und auf Wertpapiere des
Umlaufvermögens in Höhe von insgesamt 16.070 TEUR
(Vorjahr: 2.960 TEUR) vorgenommen. Davon entfielen 3.450
TEUR (Vorjahr: 446 TEUR) auf Abschreibungen auf das
Finanzanlagevermögen und 12.620 TEUR (Vorjahr: 2.514
TEUR) auf Wertpapiere des Umlaufvermögens.
Die Personalkosten lagen 2022 bei 607 TEUR (Vorjahr:
2.924 TEUR). Hierin sind Aufwendungen für Tantiemen in
Höhe von insgesamt 44 TEUR enthalten (Vorjahr: 2.084
TEUR). Die Gesellschaft beschäftigte zum
Bilanzstichtag drei eigene Mitarbeiter.
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen werden mit 865
TEUR (Vorjahr: 1.077 TEUR) ausgewiesen.
Im Berichtsjahr wurden Dividendenerträge
vereinnahmt, die in der Position "Erträge aus anderen
Wertpapieren und Ausleihungen des
Finanzanlagevermögens" enthalten sind. Insgesamt
wurden hier Erträge in Höhe von 2.195 TEUR
(Vorjahr: 1.815 TEUR) vereinnahmt.
Zinserträgen in Höhe von 138 TEUR (Vorjahr:
172 TEUR) standen Zinsaufwendungen in Höhe von 258
TEUR (Vorjahr: 173 TEUR) gegenüber. Die
Zinserträge sind in der Position "sonstige Zinsen und
ähnliche Erträge" ausgewiesen, welche im
Berichtsjahr im Wesentlichen aus Anleihezinsen bestehen.
Die Zinsaufwendungen betreffen im Wesentlichen die Kosten
der Finanzierung des Finanzanlagevermögens und der
Wertpapiere des Umlaufvermögens und werden in der
Position "Zinsen und ähnliche Aufwendungen" in der G +
V ausgewiesen.
Im Berichtsjahr wurden Umsatzerlöse in Höhe
von 13 TEUR (Vorjahr: 51 TEUR) ausgewiesen.
Der Jahresfehlbetrag beläuft sich auf 792 TEUR
(Vorjahr: Jahresüberschuss 11.650 TEUR).
Das Ergebnis je Aktie nach DVFA/SG beträgt -0,03
EUR (Vorjahr: 0,39 EUR).
4 Vermögenslage und KapitalstrukturDie Scherzer & Co. AG weist zum Bilanzstichtag ein
zu Anschaffungskosten oder niedrigeren Kurswerten des
Bilanzstichtages (unter Beachtung der
Zuschreibungserfordernisse des § 253 Abs. 5 HGB)
bewertetes Finanzanlagevermögen von insgesamt 38.928
TEUR (Vorjahr: 43.325 TEUR) aus. Im Umlaufvermögen
sind nach den vorgenannten Bewertungsgrundsätzen
Wertpapiere in Höhe von 58.215 TEUR (Vorjahr: 55.933
TEUR) aktiviert.
Die sonstigen Vermögensgegenstände in
Höhe von 1.044 TEUR (Vorjahr: 353 TEUR) betreffen im
Wesentlichen Steuererstattungsansprüche (964 TEUR).
Das ausgewiesene Eigenkapital der Gesellschaft
beträgt 74.85 8 TEUR (Vorjahr: 77.147 TEUR). Das
Eigenkapital verringerte sich im Berichtsjahr um den
Jahresfehlbetrag und die Ausschüttung der Dividende in
Höhe von 1.497 TEUR. Das Eigenkapital setzt sich aus
dem gezeichneten Kapital in Höhe von 29.940 TEUR
(Vorjahr: 29.940 TEUR), der Kapitalrücklage in
Höhe von 8.773 TEUR (Vorjahr: 8.773 TEUR), der
gesetzlichen Rücklage in Höhe von 80 TEUR
(Vorjahr: 80 TEUR), anderen Gewinnrücklagen in
Höhe von 36.857 TEUR (Vorjahr: 32.529 TEUR) und dem
Bilanzverlust in Höhe von 792 TEUR (Vorjahr:
Bilanzgewinn 5.825 TEUR) zusammen. Die Eigenkapitalquote
stellt sich zum Jahresultimo 2022 auf 74,4 % (Vorjahr: 75,9
%).
Die Steuerrückstellungen betragen 35 TEUR (Vorjahr:
90 TEUR). Die sonstigen Rückstellungen wurden mit
4.342 TEUR (Vorjahr: 6.324 TEUR) dotiert. Sie betreffen im
Wesentlichen Rückstellungen für Eindeckungskosten
für Stillhaltergeschäfte 4.132 TEUR (Vorjahr:
3.908 TEUR).
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in
Höhe von 21.393 TEUR (Vorjahr: 18.011 TEUR) beziehen
sich auf die Finanzierung des Finanzanlagevermögens
und der Wertpapiere des Umlaufvermögens. Die sonstigen
Verbindlichkeiten von ausgewiesenen 21 TEUR (Vorjahr: 26
TEUR) betreffen im Wesentlichen Steuern und Sozialabgaben.
Bezüglich der Fristigkeit und der Sicherheiten wird
auf die Angaben im Anhang verwiesen.
Das Grundkapital der Scherzer & Co. AG beträgt
29.940.000,00 EUR und ist eingeteilt in 29.940.000
Stückaktien.
Im abgelaufenen Geschäftsjahr war die Scherzer
& Co. AG zu jedem Zeitpunkt in der Lage, ihren
finanziellen Verpflichtungen nachzukommen.
Im Zeitpunkt der Aufstellung des Lageberichts hat sich
die wirtschaftliche Lage des Unternehmens nicht wesentlich
verändert.
5 Risiken und Risikomanagementsystem der Scherzer & Co. AGa) BeschreibungDie Volatilität der Aktienmärkte führt
dazu, dass die Risiko- und Chancenpolitik der Gesellschaft
insbesondere auf die Erreichung bzw. Absicherung eines
nachhaltigen Vermögenswachstums ausgerichtet ist.
Frühzeitige Reaktionen auf die sich verändernden
Marktbedingungen sind hierzu erforderlich. Die Scherzer
& Co. AG hat deshalb ein Risiko- und
Chancenmanagementsystem installiert, das sie in die Lage
versetzen soll, die sich aus den Märkten heraus
ergebenden Chancen und Risiken zu identifizieren bzw. zu
antizipieren. Unter anderem ermöglicht ein
Realtime-Informationssystem dem Vorstand der Gesellschaft,
schnell und effektiv Entscheidungen im Portfolio
umzusetzen. Der Reportingprozess sieht vor, das Portfolio
in Risiko- bzw. Chancenkategorien einzuteilen und mit einer
Einschätzung des wahrscheinlichen Eintritts von
werterhöhenden Ereignissen zu versehen. Das System
basiert auf der Sichtung öffentlich zugänglicher
Informationsmedien, wie Unternehmensberichten, dem
Bundesanzeiger, Fachzeitschriften und dem Internet.
Außerdem wird das System ergänzt durch die enge
Zusammenarbeit mit externen Kapitalmarktexperten in den
Banken und durch regelmäßige Besuche von
Unternehmen, Hauptversammlungen und
Kapitalmarktkonferenzen. Die Gesellschaft sichert ihr
Portfolio teilweise durch Derivate ab.
b) KreditrisikoDie Gesellschaft erwirbt Wertpapiere durch den Einsatz
ihrer Eigenmittel und gegebenenfalls auch durch die
Aufnahme von kurzfristig und mittelfristig fälligen
Bankkrediten. Der in der Bilanz zum 31. Dezember 2022
ausgewiesene negative Saldo gegenüber Kreditinstituten
beträgt 19.073 TEUR (Vorjahr 16.088 TEUR).
Die Gesellschaft achtet bei der Kreditinanspruchnahme
darauf, dass der Kreditsaldo auf der Aktivseite durch
Aktienpositionen an Gesellschaften unterlegt ist, bei denen
Strukturmaßnahmen durchgeführt, angekündigt
oder erwartet werden oder durch Wertpapiere, die einen
Renten- oder rentenähnlichen Charakter aufweisen. Dies
soll im Ergebnis dazu führen, dass auch bei
größeren und länger andauernden
Kursrückgängen an der Börse derart
kreditfinanzierte Positionen aufgrund ihres vermuteten,
überschaubaren Kursrisikos ein stabilisierendes
Element im Gesamtportfolio der Scherzer & Co. AG
darstellen. Die Auswirkungen der Finanzkrise auf die
Bewertung von Unternehmen an der Börse haben gezeigt,
dass auch Gesellschaften, denen eine hohe
Kursstabilität beigemessen wird, sich gegebenenfalls
den Kursverwerfungen nicht entziehen können.
c) TransaktionsrisikoFür die Scherzer & Co. AG kann sich die
Situation ergeben, dass in einem ihrer bevorzugten
Investmentsegmente, nämlich von
Großaktionären beherrschten Unternehmen, bei
denen zukünftige Strukturmaßnahmen
wahrscheinlich sind, die Anzahl von Investmentgelegenheiten
zurückgeht. Immer häufiger wird die Scherzer
& Co. AG entscheiden müssen, ob sie Investments
trotz gegebenenfalls bevorstehenden Delistings halten will.
Die Rechtslage hat sich hier insoweit entschärft, als
mit Umsetzung der
Transparenzrichtlinie-Änderungsrichtlinie beim
Rückzug von der Börse ein Abfindungsangebot zu
veröffentlichen ist.
d) SchuldnerrisikoBei umgesetzten bzw. abgeschlossenen
Strukturmaßnahmen schulden die Hauptgesellschafter
den Minderheitsaktionären eine Abfindungszahlung,
gegebenenfalls auch Ausgleichszahlungen sowie eine
potenzielle Nachbesserung
(Abfindungsergänzungsansprüche aus
Spruchverfahren). Wegen der Dauer von
Überprüfungsverfahren im Anschluss an
Strukturmaßnahmen sind Minderheitsgesellschafter
regelmäßig über längere Zeiträume
dem Schuldnerrisiko ausgesetzt. Für die Scherzer &
Co. AG bestehen im Falle von
Abfindungsergänzungsansprüchen keine bilanziellen
Risiken, da die Gesellschaft Nachbesserungsrechte nicht
bilanziert (zumindest, wenn sie nicht auf dem
Sekundärmarkt erworben wurden).
Im Zeitraum zwischen der Ankündigung und dem
Vollzug von Strukturmaßnahmen sind sämtliche
Schuldnerrisiken schlagend. Hierzu zählt die Scherzer
& Co. AG auch das Scheitern (passiv) bzw. den Abbruch
(aktiv) von Strukturmaßnahmen.
e) PersonenrisikoIm Berichtsjahr wurde die Scherzer & Co. AG durch
zwei Vorstandsmitglieder vertreten. Darüber hinaus
beschäftigte die Gesellschaft im abgelaufenen
Geschäftsjahr zwei Mitarbeiter mit den erforderlichen
Fachkenntnissen. Der Verlust der Dienste von
Vorstandsmitgliedern und / oder der fachlichen Mitarbeiter
könnte sich negativ auf die Geschäftsentwicklung
und auf das Ergebnis der Scherzer & Co. AG auswirken.
Dies bezieht sich gleichermaßen auf die
Fähigkeit der Scherzer & Co. AG, sämtliche
gesetzlichen und regulatorischen Vorschriften einer im
Segment Scale der Frankfurter Wertpapierbörse
notierten Gesellschaft einhalten zu können.
f) ProzessrisikenPassivprozesse: Passivprozesse sind weder
rechtsanhängig noch sind solche angedroht.
Aktivprozesse: Die Gesellschaft ist Antragstellerin in
verschiedenen gerichtlichen Verfahren zur
Überprüfung der Angemessenheit von
Abfindungszahlungen. Außerdem ist sie Klägerin
in einem anhängigen Verfahren. Für die
resultierenden Kostenrisiken hat die Gesellschaft nach
Rücksprache mit ihrem Rechtsbeistand nach
kaufmännischem Ermessen ausreichend hohe Beträge
in der Bilanz reserviert.
6 ChancenChancen ergeben sich dort, wo die prognostizierte
positive Entwicklung von Unternehmen und Märkten auch
mit der tatsächlichen Entwicklung übereinstimmt
oder diese sogar noch übertroffen wird.
Bei künftigen Kurssteigerungen abgeschriebener
Wertpapiere erfolgen buchmäßige Wertaufholungen
maximal bis zu den Anschaffungskosten. Im Übrigen
entstehen im Wertpapierbestand bei über den
Anschaffungskosten hinausgehenden Kurswerten stille
Reserven.
Zudem können durch mögliche Erträge aus
den Nachbesserungsrechten der Gesellschaft
Ergebnisbeiträge generiert werden.
7 Aussichten für das Geschäftsjahr 2023Das handelsrechtliche Ergebnis der Scherzer & Co. AG
wird auf der Aufwandsseite geprägt durch die Kosten
des Geschäftsbetriebes, durch mit Verlust
abgeschlossene Wertpapiertransaktionen sowie durch zu
bildende Abschreibungen auf die Anschaffungskosten des
Wertpapierbestandes. Einen wesentlichen Teil der
Aufwendungen des Geschäftsbetriebes stellen die
Personalkosten dar, die gegebenenfalls auch variable,
überwiegend von der Entwicklung des
Nettoinventarwertes und dem Börsenkurs der
Gesellschaft abhängige Komponenten
("erfolgsabhängige Komponenten") enthalten.
Darüber hinaus handelt es sich bei den Aufwendungen
des Geschäftsbetriebes insbesondere um
Kapitalmarktkosten, Mieten, Beratungshonorare und sonstige
betriebliche Aufwendungen. Die Kostenbestandteile, die der
Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebes zugeordnet
werden können, beliefen sich in den letzten Jahren
regelmäßig auf unter 2,0 Mio. EUR. Für das
Geschäftsjahr 2023 wird hier nicht mit einer
wesentlichen Änderung der Höhe dieser Position
kalkuliert.
Die Ertragsseite der Gewinn- und Verlustverrechnung
enthält insbesondere mit Gewinn abgeschlossene
Wertpapiergeschäfte, bei der Bewertung des
Wertpapiervermögens vorzunehmende Zuschreibungen sowie
vereinnahmte Dividenden und Zinsen aus dem
Wertpapierbestand. Daneben tätigt die Gesellschaft
Geschäfte am Terminmarkt, insbesondere
Optionsgeschäfte, die sowohl positiv als auch negativ
zum handelsrechtlichen Ergebnis beitragen können.
Weitere Ergebnisbestandteile können sogenannte
Nachbesserungen sein, die sich aus der gerichtlichen
Überprüfung von Unternehmenswerten und
Umtauschverhältnissen im Nachgang von
Kapitalstrukturmaßnahmen (z. B.
Unternehmensverträge, Squeeze-outs, Verschmelzungen)
ergeben und zur Auszahlung gelangen. Die zugrunde liegenden
gerichtlichen Überprüfungen ("Spruchverfahren")
sind weder in ihrem Ergebnis noch in ihrem zeitlichen
Anfall planbar. Viele dieser Verfahren haben Laufzeiten von
mehr als fünf Jahren, einige ziehen sich sogar
über mehr als zehn Jahre hin. Bilanziell stellen sie
größtenteils zunächst nur Merkposten dar,
die je nach Ergebnisausgang (Gerichtsurteil oder
gerichtlicher Vergleich) zu einem Ertrag, ggfs. sogar in
erheblicher Höhe oder zur schlichten Ausbuchung ("0")
führen. Insgesamt ist festzuhalten, dass die
Realisierung eines Ergebnisses oftmals von Faktoren
abhängig ist, welche die Gesellschaft selbst nicht
oder nur unwesentlich beeinflussen kann.
Wie beschrieben, wird das Jahresergebnis von einer
Anzahl von unterschiedlichen Komponenten bestimmt, die per
Saldo zum ausgewiesenen Periodenergebnis in Gestalt des
Jahresüberschusses oder des Jahresfehlbetrages
führen. Dabei gibt es keinen zwingenden Zusammenhang
des handelsrechtlichen Ergebnisses mit der Entwicklung
eines Aktienindex, etwa mit dem des Deutschen Aktienindex
(DAX) oder einem der anderen deutschen Auswahlindizes
(MDAX, SDAX). Die Zusammensetzung des Portfolios der
Scherzer & Co. AG unterscheidet sich
regelmäßig von Grund auf von den Komponenten der
klassischen Indizes. So investiert die Gesellschaft
häufig in Unternehmen, die in keinem dieser
Auswahlindizes enthalten sind oder völlig
unterschiedlich gewichtet sind. Durch die Einbeziehung von
Unternehmen der D-A-CH-Region, insbesondere von lediglich
auf nicht-börslichen Plattformen gehandelten
Unternehmen aus der Schweiz, wird eine ohnehin nur
fragmentarische Korrelation mit den Auswahlindizes
endgültig obsolet. Ein weiteres regelmäßig
vorkommendes Phänomen des Kapitalmarktes ist es, dass
gute, weniger gute oder gar schlechte Nachrichten, z. B.
die wirtschaftliche Entwicklung eines Portfoliounternehmens
betreffend, nicht unbedingt zu einer Kursbildung bzw.
Kursentwicklung in der angezeigten Richtung führt.
Eine Anpassung des Kursniveaus kann auf längere Zeit
unterbleiben, sich aber ebenso auf nicht nachvollziehbare
Weise spontan einstellen. Denknotwendigerweise würde
demgegenüber eine tatsächliche Berechenbarkeit
von Kursentwicklungen gewinnbringende Arbitrageprozesse in
einem Ausmaß in Gang setzen, die die soeben
beschriebene Diskrepanz zwischen Unternehmensentwicklung
und börslichem Unternehmenswert konterkarieren bzw.
unmöglich machen würde.
So lassen sich für das Geschäftsjahr 2023
grundsätzlich drei Szenarien planen, die im Ergebnis
zu einem positiven, neutralen oder einem negativen Ergebnis
führen können:
Ein angenommenes, aus unserer Sicht positives Szenario
wird dann erreicht, wenn nicht nur Erträge
erwirtschaftet werden, die die Aufwendungen des
Geschäftsbetriebes abdecken, sondern auch darüber
hinaus entstehen. Die Ausprägung dieser Erträge
kann dann je nach Ausgang des Geschäftsjahres
spürbar, stark oder sehr stark sein und so das
Geschäftsjahr entsprechend als befriedigend, gut oder
sogar sehr gut kategorisiert werden. Hier spielen
sicherlich die subjektive Sichtweise und Erwartungshaltung
des Betrachters eine wesentliche Rolle bei der Beurteilung
eines einzelnen Geschäftsjahres.
Bei einem angenommenen zweiten, neutralen Szenario
läge das operative Ergebnis im Bereich der Höhe
der Aufwendungen des Geschäftsbetriebes, so dass sich
ein Ergebnis in der Nähe der Null einstellen
würde. Ein "ausgeglichenes"
Geschäftsjahresergebnis wäre die passende
Kategorisierung hierzu.
Schließlich ließe sich das dritte, negative
Szenario annehmen als ein solches, bei dem das
Geschäftsjahr deutlich negativ vom neutralen Szenario
abweicht. Demzufolge lägen keine ausreichenden
Ertragskomponenten vor, die zu einem Jahresüberschuss
führen und sich so ein Jahresfehlbetrag einstellt.
Auch hier gilt, dass, je nach Ausprägung des negativen
Ergebnisses, das Geschäftsjahresergebnis dann als
unbefriedigend oder schlecht beschrieben würde.
Köln, im Februar 2023
scrollen
Jahresabschluss zum 31.12.2022Bilanz zum 31. Dezember 2022Aktivascrollen
Passivascrollen
Gewinn- und Verlustrechnung vom 1. Januar 2022 bis 31. Dezember 2022scrollen
Anhang zum 31. Dezember 20221. Angaben zur Gesellschaft und Erläuterungen zu Bestandteilen der Form, insbesondere der Gliederung des JahresabschlussesDie Scherzer & Co. AG hat ihren Sitz in Köln
und ist im Handelsregister des Amtsgerichts Köln unter
der Nummer HRB 56235 eingetragen.
Der Jahresabschluss wurde unter Berücksichtigung
der Gliederungsvorschriften des § 266 HGB und den
ergänzenden Vorschriften des AktG aufgestellt.
Die Scherzer & Co. AG ist zum Bilanzstichtag als
eine kleine Kapitalgesellschaft im Sinne des § 267
Abs. 1 und Abs. 4 HGB einzustufen. Gleichwohl hat sie ihren
Jahresabschluss wie für große, nicht
kapitalmarktorientierte Kapitalgesellschaften aufgestellt:
Dies erfolgte insoweit, als es den
Informationsansprüchen ihrer Aktionäre gem.
§ 131 AktG genügt. Da insoweit zulässig,
erfolgen gemäß § 160 Abs. 3 AktG keine
Angaben zu den dort genannten Vorschriften.
Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde gemäß
§ 275 Abs. 2 HGB nach dem Gesamtkostenverfahren
aufgestellt. In der Gewinn- und Verlustrechnung wurden die
Gewinne aus Wertpapierverkäufen und die Gewinne aus
Stillhaltergeschäften in den Posten Nr. 2
(Erträge aus Finanzinstrumenten) sowie die Verluste
aus Wertpapierverkäufen und die Verluste aus
Stillhaltergeschäften in den Posten Nr. 3
(Aufwendungen aus Finanzinstrumenten) zusammengefasst.
Diese Posten enthalten sowohl die Gewinne/Verluste aus
Verkäufen von Wertpapieren des Anlagevermögens
als auch diejenigen aus Verkäufen von Wertpapieren des
Umlaufvermögens sowie die Gewinne/ Verluste aus
Stillhaltergeschäften.
Diese Darstellung ist erforderlich, um die
Geschäftstätigkeit der Gesellschaft zutreffender
darstellen zu können.
2. Angaben zur Bewertung und BilanzierungDer Jahresabschluss wird in Euro (€) aufgestellt.
Die Vermögensgegenstände und Schulden sind zum
Abschlussstichtag einzeln bewertet worden.
Das Sachanlagevermögen wurde zu Anschaffungs- bzw.
Herstellungskosten angesetzt und soweit abnutzbar um
planmäßige Abschreibungen vermindert. Die
planmäßigen Abschreibungen wurden unter
Zugrundelegung der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer
linear vorgenommen.
Unter den Finanzanlagen werden Anteile an verbundenen
Unternehmen ausgewiesen. Diese beinhalten u. a. die
Beteiligung an der RM Rheiner Fondskonzept GmbH, Köln.
Die Bewertung per 31.12.2022 erfolgte zu
Anschaffungskosten.
Des Weiteren wird unter den verbundenen Unternehmen die
Beteiligung an der RENAISSANCE Management & Consulting
GmbH, Köln ausgewiesen. Im Geschäftsjahr erfolgte
eine Zuschreibung. Die Bewertung am Bilanzstichtag per
31.12.2022 erfolgte gemäß § 253 Abs. 3 HGB
zum beizulegenden Wert.
Die Anteile an verbundenen Unternehmen beinhalten ferner
die Beteiligung an der Horus AG, Köln. Die Beteiligung
wurde sukzessive, zuletzt im Geschäftsjahr, auf
insgesamt 85,191 % aufgestockt und ist nunmehr auf Dauer
angelegt. Aus diesem Grund wurde die Beteiligung aus dem
Umlaufvermögen in das Finanzanlagevermögen
umgebucht. Die im Umlaufvermögen ausgewiesene
Vorjahres-Vergleichszahl dieser Beteiligung beträgt
EUR 2.643.606,17. Die Bewertung per 31.12.2022 erfolgt zu
Anschaffungskosten.
Unter den Finanzanlagen wird ferner die Beteiligung an
der RM Rheiner Management AG ausgewiesen. Die Beteiligung
wurde in den vergangenen Jahren auf insgesamt 49,9995 %
aufgestockt und ist auf Dauer angelegt, so dass die
Voraussetzungen des Beteiligungsansatzes im Sinne des
§ 271 Abs. 1 HGB erfüllt sind. Die Bewertung per
31.12.2022 erfolgt zu Anschaffungskosten.
Des Weiteren wird unter den Finanzanlagen die
Beteiligung an der EoT Labs GmbH, ehemals Peaq Technology
GmbH, Berlin ausgewiesen. Die Bewertung am Bilanzstichtag
per 31.12.2022 erfolgte gemäß § 253 Abs. 3
HGB zum beizulegenden Wert.
Ferner wird unter den sonstigen Ausleihungen eine auf
CHF lautende Darlehensforderung aus Aktionärsdarlehen
ausgewiesen. Im Geschäftsjahr erfolgte eine
Vollzuschreibung auf die Darlehensforderung. Die Bewertung
zum 31.12.2022 erfolgte zu den ursprünglichen
Anschaffungskosten. Die Umrechnung der
Fremdwährungsforderung in Euro erfolgte zum
Devisenkassamittelkurs unter Beachtung von § 256a HGB.
Die Wertpapiere des Anlage- bzw. Umlaufvermögens
wurden grundsätzlich mit den Anschaffungskosten
bewertet; soweit für deren Ermittlung eine
Verbrauchsfolge (unterjährige Käufe/
Verkäufe von Wertpapieren) zu unterstellen war, wurde
nach der Durchschnittskostenmethode bewertet.
Soweit die Kurswerte am Bilanzstichtag unter die
Anschaffungskosten gesunken waren, wurden entsprechende
Abwertungen nach § 253 Abs. 3 und 4 HGB vorgenommen.
Bei wieder gestiegenen Kursen wurden zur Wertaufholung
Zuschreibungen nach § 253 Abs. 5 HGB
durchgeführt. Die Obergrenze der Zuschreibungen liegt
bei den ursprünglichen Anschaffungskosten. Bei den auf
fremde Währung lautenden Wertpapieren wurden die
Anschaffungskosten unter Beachtung des jeweiligen
Devisenkassamittelkurses zum Zugangszeitpunkt ermittelt;
die Folgebewertung dieser Wertpapiere erfolgte unter
Beachtung der jeweiligen Devisenkassamittelkurse des
Bilanzstichtages.
Die Beteiligungen und die Wertpapiere sind an die
finanzierenden Kreditinstitute verpfändet.
Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen enthalten
solche, die gleichzeitig sonstige
Vermögensgegenstände sind, in Höhe von
388,91 Euro.
Die Forderungen gegen Unternehmen mit
Beteiligungsverhältnis enthalten solche, die
gleichzeitig sonstige Vermögensgegenstände sind,
in Höhe von 4.935,78 Euro.
Die Forderungen und sonstigen
Vermögensgegenstände sind mit dem Nominalwert
ausgewiesen. Erkennbare Einzelrisiken waren nicht
vorhanden, Wertberichtigungen wurden nicht vorgenommen.
Guthaben bei Kreditinstituten sind zum Nennwert
angesetzt. Auf fremde Währung lautende Bestände
wurden zum Devisenkassamittelkurs am Bilanzstichtag
umgerechnet.
Die Rückstellungen sind in Höhe des nach
vernünftiger kaufmännischer Beurteilung
notwendigen Erfüllungsbetrages angesetzt.
Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als
einem Jahr wurden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden
Marktzinssatz abgezinst.
Die Verbindlichkeiten sind zu ihrem
Erfüllungsbetrag angesetzt.
3. Angaben und Erläuterungen zu einzelnen Posten3.1 Einzelposten des AnlagevermögensDie Entwicklung des Anlagevermögens ist
gesetzlicher Bestandteil des Anhangs und ergibt sich aus
dem nachfolgenden Anlagenspiegel.
3.2 Angaben zum Kapital3.2.1 Zusammensetzung des GrundkapitalsDas Grundkapital beträgt 29.940.000,00 Euro. Es ist
eingeteilt in 29.940.000 Stückaktien.
3.2.2 GewinnrücklagenDie gesetzliche Rücklage blieb unverändert.
Die anderen Gewinnrücklagen entwickelten sich wie
folgt:
scrollen
3.2.3 BilanzgewinnDer Bilanzgewinn entwickelte sich wie folgt:
scrollen
3.3 Sonstige RückstellungenEs handelt sich um Rückstellungen für
Prämienaufwand aus Stillhalterpositionen (4.132 TEUR),
Rückstellungen für Aufsichtsratsvergütungen
(61 TEUR), Rückstellungen für Tantieme der
Mitarbeiter (42 TEUR), für Kosten der
Jahresabschluss/Steuererklärungen (35 TEUR),
Urlaubsrückstellungen (30 TEUR), gerichtliche
Verfahrenskosten (15 TEUR), ausstehende Eingangsrechnungen
(13 TEUR), Rückstellungen für Depotgebühren
(7 TEUR) sowie für Archivierungsaufwand (7 TEUR).
3.4 VerbindlichkeitenDie Verbindlichkeiten bestehen im Wesentlichen
gegenüber Kreditinstituten. Die Angaben zur
Restlaufzeit und zur Besicherung sind dem nachfolgenden
Verbindlichkeitenspiegel zu entnehmen:
scrollen
Die Verbindlichkeiten des Vorjahres hatten in Höhe
von 9.579 TEUR eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr und
in Höhe von 8.500 TEUR eine Restlaufzeit von 1-5
Jahren.
Die Sicherung der Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten erfolgte durch Verpfändung von
Wertpapierdepots und Bankguthaben.
3.5 Sonstige finanzielle VerpflichtungenDer Gesamtbetrag der sonstigen finanziellen
Verpflichtungen beträgt 620 TEUR inklusive
Umsatzsteuer. Der Ausweis beinhaltet insbesondere 329 TEUR
für Büromiete und 54 TEUR für Beratung,
jeweils für die Zeit ab Bilanzstichtag bis zum Ende
der jeweiligen vertraglichen Grundlaufzeit.
4. Angaben und Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung4.1 Aufgliederung der Erträge und Aufwendungen aus Finanzinstrumenten und der sonstigen betrieblichen Erträge nach TätigkeitsbereichenDie Erträge aus Finanzinstrumenten (19.418 TEUR)
setzten sich wie folgt zusammen:
Gewinne in Höhe von 5.718 TEUR aus Verkäufen
von Wertpapieren des Anlagevermögens, Gewinne in
Höhe von 7.235 TEUR aus Verkäufen von
Wertpapieren des Umlaufvermögens, Erträge aus
Nachbesserungsrechten von 57 TEUR sowie Gewinne aus
Stillhaltergeschäften in Höhe von 6.408 TEUR.
Die Aufwendungen aus Finanzinstrumenten (5.173 TEUR)
setzten sich wie folgt zusammen: Verluste von 155 TEUR aus
Verkäufen von Wertpapieren des
Finanzanlagevermögens, Verluste von 1.850 TEUR aus
Verkäufen von Wertpapieren des Umlaufvermögens
sowie Verluste aus Stillhaltergeschäften in Höhe
von 3.168 TEUR.
Die sonstigen betrieblichen Erträge (606 TEUR)
setzten sich wie folgt zusammen:
Erträge aus Zuschreibungen gem. § 253 Abs. 5
HGB des Finanzanlagevermögens (152 TEUR), Erträge
aus Zuschreibungen gem. § 253 Abs. 5 HGB von
Wertpapieren des Umlaufvermögens (427 TEUR),
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen
(6 TEUR), Erträge aus Währungsumrechnung (19
TEUR) sowie sonstige Erträge (2 TEUR).
4.2 Außerplanmäßige Abschreibungen auf FinanzanlagenAbschreibungen auf Wertpapiere sind immer
außerplanmäßige Abschreibungen, da
für Wertpapiere keine "planmäßigen"
Abschreibungen vorgenommen werden.
In der GuV-Position Abschreibungen auf Finanzanlagen und
auf Wertpapiere des Umlaufvermögens sind 3.450 TEUR
(Vorjahr: 446 TEUR) für
außerplanmäßige Abschreibungen auf
Finanzanlagen ausgewiesen. Nach unserer Einschätzung
sind Wertminderungen in Höhe von 3.450 TEUR (Vorjahr:
446 TEUR) voraussichtlich nicht von Dauer.
4.3 Erträge und Aufwendungen aus der WährungsumrechnungDie sonstigen betrieblichen Erträge enthalten
solche aus Währungsumrechnung in Höhe von
18.694,94 Euro (Vorjahr: 39.615,24 Euro). Die sonstigen
betrieblichen Aufwendungen enthalten solche aus
Währungsumrechnung in Höhe von 93.634,38 Euro
(Vorjahr: 1.286,65 Euro).
4.4 SteueraufwandUnter den Steuern vom Einkommen und Ertrag wird nach
Saldierung von Steueraufwendungen mit Steuererträgen
insgesamt ein Steueraufwand von 166 TEUR ausgewiesen.
Dieser setzt sich zusammen aus Steuererstattungen für
Vorjahre in Höhe von 74 TEUR und dem Steueraufwand
für das laufende Geschäftsjahr von 240 TEUR. Auf
Basis des handelsbilanziellen Ergebnisses und vor dem
Hintergrund der Regelungen des § 8b KStG in seiner am
Bilanzstichtag gültigen Fassung ist der zu erwartende
Steueraufwand für das Geschäftsjahr (166 TEUR)
mit dem in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesenen
Steueraufwand insoweit identisch.
5. Sonstige Angaben5.1 Angaben zu den UnternehmensorganenVorstandDr. Georg Issels, Kaufmann
Hans Peter Neuroth, Kaufmann
Die Gesamtbezüge des Vorstands betragen 508.514,08
Euro.
AufsichtsratDr. Stephan Göckeler, Rechtsanwalt, Bad Honnef
(Vorsitzender),
Dr. Dirk Rüttgers, Vermögensverwalter,
München (stellvertretender Vorsitzender),
Rolf Hauschildt, Investor, Düsseldorf,
Joachim Schmitt, Vorstand der Solventis AG, Mainz.
Die Gesamtbezüge des Aufsichtsrats belaufen sich
auf 60.576,00 Euro.
Herr Dr. Göckeler ist außerdem
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Herr Dr. Rüttgers ist außerdem
scrollen
Herr Hauschildt ist außerdem
scrollen
Herr Schmitt ist außerdem
scrollen
5.2 Angaben nach § 285 Nr. 11 HGBRENAISSANCE Management & Consulting GmbH, KölnDieser Anteil wird in der Bilanz unter den verbundenen
Unternehmen ausgewiesen. Der Geschäftsanteil
beträgt 25.000,00 Euro bzw. 100,00 % am Stammkapital
von 25.000,00 Euro. Der Jahresabschluss zum 31.12.2021
weist ein buchmäßiges Eigenkapital von 174 TEUR
aus, der Jahresüberschuss für das
Geschäftsjahr 2021 beträgt 29 TEUR. Der
Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2022 liegt
noch nicht vor.
RM Rheiner Fondskonzept GmbH, KölnDieser Anteil wird in der Bilanz unter den verbundenen
Unternehmen ausgewiesen. Der Geschäftsanteil
beträgt 50.000,00 Euro bzw. 100,00 % am Stammkapital
von 50.000,00 Euro. Der Jahresabschluss zum 31.12.2021
weist ein buchmäßiges Eigenkapital von 372 TEUR
aus, der Jahresüberschuss für das
Geschäftsjahr 2021 beträgt 123 TEUR. Der
Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2022 liegt
noch nicht vor.
RM Rheiner Management AG, KölnDieser Anteil wird in der Bilanz unter den Beteiligungen
ausgewiesen. Der Anteilsbesitz umfasst 109.999 von 220.000
Aktien bzw. 49,99 %. Der geprüfte Jahresabschluss zum
31.12.2021 weist ein buchmäßiges Eigenkapital
von 7.691 TEUR aus, der Jahresüberschuss für das
Geschäftsjahr 2021 beträgt 966 TEUR. Der
geprüfte Jahresabschluss für das
Geschäftsjahr 2022 liegt noch nicht vor.
Allerthal-Werke AG, KölnDer Anteilsbesitz umfasst 316.503 von 1.200.000 Aktien
bzw. 26,38 %. Der geprüfte Jahresabschluss zum
31.12.2021 weist ein buchmäßiges Eigenkapital
von 27.327 TEUR aus, der Jahresüberschuss für das
Geschäftsjahr 2021 beträgt 3.460 TEUR. Der
geprüfte Jahresabschluss für das
Geschäftsjahr 2022 liegt noch nicht vor.
Horus AG, KölnDieser Anteil wird in der Bilanz unter den verbundenen
Unternehmen ausgewiesen. Der Anteilsbesitz umfasst
2.266.092 von 2.660.000 Aktien bzw. 85,19 %. Der
geprüfte Jahresabschluss zum 31.12.2021 weist ein
buchmäßiges Eigenkapital von 4.593 TEUR aus, der
Jahresüberschuss für das Geschäftsjahr 2021
beträgt 1.011 TEUR. Der geprüfte Jahresabschluss
für das Geschäftsjahr 2022 liegt noch nicht vor.
Smart Equity AG, KölnDer Anteilsbesitz umfasst 122.073 von 275.000 Aktien
bzw. 44,39 %. Der geprüfte Jahresabschluss zum
31.12.2021 weist ein buchmäßiges Eigenkapital
von 3.691 TEUR aus, der Jahresüberschuss für das
Geschäftsjahr 2021 beträgt 2.124 TEUR. Der
Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2022 liegt
noch nicht vor.
independent capital AG, AlthengstettDer Anteilsbesitz umfasst 253.101 von 1.126.178 Aktien
bzw. 22,47 %. Der geprüfte Jahresabschluss zum
31.12.2020 weist ein buchmäßiges Eigenkapital
von 1.167 TEUR aus, der Jahresfehlbetrag für das
Geschäftsjahr 2020 beträgt -137 TEUR. Die
geprüften Jahresabschlüsse für die
Geschäftsjahre 2021 und 2022 liegen noch nicht vor.
Arcandor AG i.I. / i.L., EssenDer Anteilsbesitz umfasst 55.664.920 von 253.226.080
Aktien bzw. 21,98 %. Die Gesellschaft ist seit 2009
insolvent.
5.3 Anteile an Investmentvermögen (§ 285 Nr. 26 HGB)In den sonstigen Wertpapieren des Umlaufvermögens
sind Anteile an einem Investmentvermögen mit einem
Anteil von mehr als 10 % enthalten. Zu dem
Investmentvermögen werden sogenannte I- und
R-Fondsanteile ausgegeben, die sich lediglich in Ihrer
Gebührenstruktur unterscheiden. Das Anlageziel des
Investmentvermögens ist die Erreichung angemessener
Wertzuwächse durch Investition in Aktien,
Rentenwerten, Geldmarktinstrumenten und sonstigen
gesetzlich zulässigen Vermögenswerten. Im
Aktienbereich konzentriert sich das Fondsmanagement auf
Unternehmen in Spezial- und Sondersituationen.
Der Schwerpunkt bei Rentenwerten liegt bei High Yield
Anleihen. Überwiegend ist der Fonds in Titeln
nationaler Emittenten investiert (Stand: Investment
Reporting per Ende 2022). Terminkontrakte, Optionen
und/oder Swaps können zur Absicherung eingesetzt
werden. Der Wert i.S.v. § 36 InvG der I-Anteile liegt
zum Bilanzstichtag bei 5.809.730,00 Euro und
übersteigt den Buchwert damit um 1.941.524,80 Euro.
Der Wert i.S.v. § 36 InvG der R-Anteile liegt zum
Bilanzstichtag bei 33.069,05 Euro und übersteigt den
Buchwert damit um 2.587,92 Euro. Beschränkungen in der
Möglichkeit der täglichen Rückgabe
können sich nach den Fondsreglements bei umfangreichen
Rückgaben von Anteilen ergeben, die nicht aus den
flüssigen Mitteln und zulässigen Kreditaufnahmen
des Fonds befriedigt werden können.
5.4 Anzahl der durchschnittlich beschäftigten ArbeitnehmerDie Firma beschäftigte im Geschäftsjahr 3
Mitarbeiter.
5.5 Angaben zum AbschlussprüferhonorarDas für das Geschäftsjahr oder frühere
Jahre als Aufwand gebuchte Honorar des
Abschlussprüfers setzt sich wie folgt zusammen:
scrollen
Anmerkung: Aufgrund neuerer Rechtsprechung des BFH zu
§ 249 HGB werden, wegen gesetzlicher
Prüfungspflicht anders als für die Zeit bis 2013,
seit 2014 keine Rückstellungen für die zwar
satzungsmäßigen, aber nicht mehr gesetzlich
vorgeschriebenen Jahresabschlussprüfungen passiviert,
sodass der hier ausgewiesene Prüfungsaufwand die
Prüfung des Vorjahresabschlusses betrifft. Die Angaben
sind Beträge ohne Umsatzsteuern, unabhängig von
einer umsatzsteuerlichen Nicht-Abzugsfähigkeit der in
Rechnung gestellten Umsatzsteuern.
5.6 Latente SteuernAktive latente Steuern ergeben sich in Höhe von rd.
332 TEUR aufgrund der unterschiedlichen Bewertung von
Wertpapieren in Handels- und Steuerbilanz. Die latenten
Steuern werden nicht ausgewiesen, da der bestehende
Aktivüberhang unter Nutzung des Wahlrechts
gemäß § 274 Absatz 1 Satz 2 HGB bilanziell
nicht aktiviert wurde. Die aktiven latenten Steuern wurden
mit einem Unternehmenssteuersatz von 30 % bewertet. Die
Werthaltigkeit dieser aktiven Steuerlatenz ist aber
letztendlich davon abhängig, ob die Gesellschaft, vor
dem Hintergrund der Regelungen des § 8b KStG, bei
unveränderter Rechtslage und gleichbleibender
Unternehmenspolitik, in Zukunft überhaupt mit
Ertragsteuern belastet sein wird.
Köln, den 23. Februar 2023 Der Vorstand
AnlagenspiegelEntwicklung des Anlagevermögens zum 31. Dezember 2022scrollen
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Bericht
des Aufsichtsrats
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| Dr. Stephan Göckeler |
| Vorsitzender des Aufsichtsrats der Scherzer & Co. AG |
Wir haben den Jahresabschluss der Scherzer & Co.
Aktiengesellschaft, Köln, - bestehend aus der Bilanz
zum 31.12.2022 und der Gewinn- und Verlustrechnung für
das Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022
sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der
Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft.
Darüber hinaus haben wir den Lagebericht der Scherzer
& Co. Aktiengesellschaft, Köln für das
Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022
geprüft.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der
Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
| ― |
entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum 31.12.2022 sowie ihrer Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 01.01.2022 bis zum 31.12.2022 und |
| ― |
vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. |
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB
erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen
Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des
Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.
Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und
des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB
unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer
(IDW) festgestellten deutschen Grundsätze
ordnungsmäßiger Abschlussprüfung
durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen
Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt
"Verantwortung des Abschlussprüfers für die
Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts"
unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben.
Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in
Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen
und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere
sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung
mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der
Auffassung, dass die von uns erlangten
Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um
als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum
Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.
Der Vorstand ist verantwortlich für die Aufstellung
des Jahresabschlusses, der den deutschen, für
Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen
Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und
dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der
deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger
Buchführung ein den tatsächlichen
Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-,
Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner
ist der Vorstand verantwortlich für die internen
Kontrollen, die er in Übereinstimmung mit den
deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger
Buchführung als notwendig bestimmt hat, um die
Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen,
der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder
unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.
Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses ist der
Vorstand dafür verantwortlich, die Fähigkeit der
Gesellschaft zur Fortführung der
Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren hat
er die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammen hang mit der
Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern
einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus ist er
dafür verantwortlich, auf der Grundlage des
Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der
Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht
tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten
entgegenstehen.
Außerdem ist der Vorstand verantwortlich für
die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein
zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt
sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem
Jahresabschluss in Einklang steht, den deutschen
gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und
Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend
darstellt. Ferner ist der Vorstand verantwortlich für
die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die er als
notwendig erachtet hat, um die Aufstellung eines
Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden
deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen,
und um ausreichende geeignete Nachweise für die
Aussagen im Lagebericht erbringen zu können.
Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die
Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der
Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des
Lageberichts.
Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit
darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes
frei von wesentlichen - beabsichtigten oder
unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der
Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage
der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen
Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der
Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht,
den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die
Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung
zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk
zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum
Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.
Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an
Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in
Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der
vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW)
festgestellten deutschen Grundsätze
ordnungsmäßiger Abschlussprüfung
durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche
Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen
können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten
resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn
vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass
sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses
Jahresabschlusses und Lageberichts getroffenen
wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten
beeinflussen.
Während der Prüfung üben wir
pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine
kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
| ― |
identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können. |
| ― |
gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben. |
| ― |
beurteilen wir die Angemessenheit der vom Vorstand angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der vom Vorstand dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben. |
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ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des vom Vorstand angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zu künftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann. |
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beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses einschließlich der An gaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. |
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beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage der Gesellschaft. |
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führen wir Prüfungshandlungen zu den vom Vorstand dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben vom Vorstand zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen. |
Wir erörtern mit den für die Überwachung
Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die
Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame
Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger
Mängel im internen Kontrollsystem, die wir
während unserer Prüfung feststellen.
Köln, den 28. Februar 2023
Formhals Revisions- und Treuhand GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Steuerberatungsgesellschaft
| Bastian Lehmkühler |
| Wirtschaftsprüfer |