Bijou Brigitte modische Accessoires Aktiengesellschaft

Hamburg

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2024 bis zum 31.12.2024

Zusammengefasster LAGEBERICHT FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR VOM 1. JANUAR BIS 31. DEZEMBER 2024

des Konzerns und der Bijou Brigitte modische Accessoires AG

GRUNDLAGEN DES KONZERNS UND DER BIJOU BRIGITTE MODISCHE ACCESSOIRES AG

Geschäftstätigkeit und Unternehmensstruktur

Die Bijou Brigitte modische Accessoires AG (im Folgenden Bijou Brigitte AG genannt) gehört europaweit zu den führenden Modeschmuckfilialisten und blickt im Berichtsjahr auf eine mehr als 60-jährige Unternehmensgeschichte zurück. Das umfangreiche aktuelle Sortiment umfasst ca. 9.000 Artikel mit einem attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnis und erstreckt sich von Mode- und Exklusivschmuck über modische Accessoires bis hin zu Herren- und Kinderschmuck. Dabei konzentriert sich Bijou Brigitte auf eine modebewusste Zielgruppe mit vor allem weiblichen Kunden. Neben dem klassischen Vollsortiment werden entsprechend dem Saisonwechsel jährlich zwei Hauptschmuckkollektionen - Frühjahr/​Sommer und Herbst/​Winter - präsentiert. Darüber hinaus werden zu allen festlichen Anlässen, wie zu Weihnachten, zum Valentinstag sowie Muttertag, zum Oktoberfest und zur Hochzeitssaison im Frühjahr, saisonale Trendartikel angeboten.

Der Konzern war zum Ende des Berichtsjahres mit 913 Standorten in 18 Ländern vertreten. Diese befinden sich in Belgien, Bulgarien, Deutschland, Frankreich, Griechenland, Italien, Montenegro, den Niederlanden, Nordmazedonien (neu in 2024), Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Saudi-Arabien, der Slowakei, Spanien, der Tschechischen Republik und Ungarn. Die deutschen Filialen machten wie im Vorjahr circa 46 % des gesamten Standortnetzes aus.

Der Verkauf erfolgt vorrangig über die eigenen Bijou Brigitte-Filialen, die sich vor allem in hochfrequentierten Einkaufsstraßen sowie Einkaufszentren befinden. Seit 2008 vertreibt das Unternehmen zudem ausgewählte Artikel über Concessions-Partner in deutschen Warenhäusern und internationalisierte diesen Vertriebsweg 2010. Der Onlineshop von Bijou Brigitte besteht seit 2006 und wird stetig an die Kundenbedürfnisse angepasst. Mittlerweile ist der Onlineshop in Deutschland, Frankreich, Italien, den Niederlanden, Spanien, Österreich und seit Januar 2024 auch in Polen vertreten. Der Anteil beider Vertriebskanäle am Konzernumsatz und-ergebnis ist als nicht wesentlich zu bewerten. Ein Teil der Filialen in Deutschland wird von Pächtern betrieben, die im Namen und für Rechnung von Bijou Brigitte den Schmuck verkaufen und hierfür eine umsatzabhängige Vergütung erhalten.

Zu den wesentlichen externen Einflussgrößen zählen sowohl die konjunkturellen und volkswirtschaftlichen Rahmenbedingungen als auch die Markt- und Branchenentwicklung. Diese haben sich im Berichtsjahr 2024, insbesondere durch die weiter unsichere geopolitische Lage, auf den Geschäftsverlauf und die Ertragslage des Bijou Brigitte-Konzerns und der Bijou Brigitte AG ausgewirkt.

Internes Steuerungssystem

Die Geschäftstätigkeit des Bijou Brigitte-Konzerns und der Bijou Brigitte AG basieren auf einem regional ausgerichteten Filialnetz. Alle wesentlichen Schritte entlang der Wertschöpfungskette sowie deren unterstützende Prozesse werden zentral gesteuert.

Bedeutsamste finanzielle Steuerungsgrößen sowohl für den Bijou Brigitte-Konzern als auch für die Bijou Brigitte AG sind der Umsatz und das operative Ergebnis vor Steuern sowie die Entwicklung des Vorratsvermögens, das Investitionsvolumen und die Eigenkapitalquote. Das operative Ergebnis vor Steuern ist für den Konzern definiert als Konzernergebnis nach Steuern zuzüglich Ertragsteuern (EBT). Für den Einzelabschluss ist das operative Ergebnis vor Steuern definiert als Jahresüberschuss vor Steuern vom Einkommen und Ertrag, Abschreibungen auf Finanzanlagen und Erträgen aus Beteiligungen. Bedeutsamste nichtfinanzielle Steuerungsgröße ist die Anzahl der Filialen.

Die Segmentberichterstattung folgt den Regelungen des IFRS 8, wonach sie nach dem sogenannten "Management Approach" aufzustellen ist. Die interne Berichterstattung basiert auf einer Segmentierung nach Ländern. Der Vorstand verfolgt die Entwicklung wesentlicher Kennzahlen anhand eines regelmäßigen internen Berichtswesens, um auf aktuelle Geschäftsentwicklungen reagieren zu können.

Forschung und Entwicklung

Aufwendungen für Forschung und Entwicklung im eigentlichen Sinne fallen in einem Handelsunternehmen wie Bijou Brigitte nicht an.

WIRTSCHAFTSBERICHT DES KONZERNS UND DER BIJOU BRIGITTE AG

Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Die Weltwirtschaft befand sich im Jahr 2024 auf einem moderaten Wachstumskurs. Dabei verlangsamte sich der Rückgang der Inflation im Jahresverlauf. Gestützt wurde die globale Konjunktur vor allem vom Dienstleistungsbereich. Geopolitische Spannungen und eine restriktive Geldpolitik belasteten die Weltwirtschaft. Insbesondere der Welthandel wurde durch Handelsbeschränkungen und instabile Handelsrouten beeinträchtigt. Im Jahr 2024 lag das globale Wirtschaftswachstum bei 2,6 %. 1

Auch die europäische Konjunktur gewann im Berichtsjahr leicht an Schwung, angetrieben vom Export. Auf der anderen Seite belasteten schwache Investitionen das Wachstum und der private Konsum blieb, trotz gestiegener Reallöhne, verhalten. Dagegen stieg die Sparquote deutlich an. Die rückläufige Entwicklung beim verarbeitenden Gewerbe belastete die europäische Wirtschaft. Im Jahr 2024 betrug das Wirtschaftswachstum im Euroraum preisbereinigt 0,7 % bei einer Verbraucherpreisinflation von 2,4 %. 2

1 Sachverständigenrat: Jahresgutachten 2024/​25, Dezember 2024
2 Sachverständigenrat: Jahresgutachten 2024/​25, Dezember 2024

Im Gegensatz zur globalen und europäischen Konjunktur stagnierte das Wirtschaftswachstum in Deutschland erneut. Der private Konsum zeigte kaum Erholungstendenzen, auch wenn die Realeinkommen im vergangenen Jahr gestiegen sind. Negative Erwartungen für die Zukunft und eine anhaltende Verunsicherung der Verbraucher spielten hier eine wichtige Rolle. Rückgänge in der Bauwirtschaft und im verarbeitenden Gewerbe belasteten das Wirtschaftswachstum. Zudem stieg die Unsicherheit über die wirtschaftliche und politische Entwicklung weiter an. Insgesamt schrumpfte die deutsche Wirtschaft gegenüber 2023 um 0,1 %. Die privaten Konsumausgaben erhöhten sich im Vergleich zum Vorjahr lediglich um 0,4 %. Die Wachstumsschwäche schlug sich auch auf dem deutschen Arbeitsmarkt nieder. Mit einer Arbeitslosenquote von 6,0 % ist das Wachstum der Gesamtbeschäftigung in Deutschland im vergangenen Jahr deutlich abgeflaut. Die Verbraucherpreise in Deutschland erhöhten sich im Vergleich zum Vorjahr um 2,2 %. 3

Mit einer Wachstumsrate von 3,0 % gegenüber dem Vorjahr nahm die spanische Wirtschaft im vergangenen Jahr einen Spitzenplatz im Euroraum ein. Gestiegene Konsumausgaben im privaten und öffentlichen Sektor sowie eine boomende Tourismusbranche belebten die Konjunktur in Spanien maßgeblich. Der private Verbrauch stieg um 2,5 % gegenüber dem Vorjahr, insbesondere aufgrund realer Einkommenszuwächse und durch die Schaffung neuer Arbeitsplätze. Allerdings waren die weiterhin hohen Lebenshaltungskosten für große Teile der Bevölkerung eine Belastung.4

Im Vergleich zum Vorjahr wuchs die Wirtschaft in Italien um 0,7 %. Problematisch für das Wirtschaftswachstum war erneut das Nord-Süd-Gefälle, das nicht nur in der Einkommensverteilung, sondern auch in großen Unterschieden bei der Beschäftigungs- bzw. Arbeitslosenquote deutlich wurde. Schwierig war zudem die Lage des öffentlichen Haushalts. Auch Konsumkredite nahmen erneut zu. Der private Verbrauch hingegen stagnierte im Berichtsjahr. 5

3 Sachverständigenrat: Jahresgutachten 2024/​25, Dezember 2024
4 GTAI: Wirtschaftsausblick Spanien, 02.12.2024
5 GTAI: Wirtschaftsausblick Italien, 12.12.2024

Die portugiesische Wirtschaftsleistung legte im vergangenen Jahr um 1,7 % zu und entwickelte sich damit im europäischen Vergleich überdurchschnittlich. Haupttreiber waren neben einem starken Außenhandel vor allem der private Konsum, der durch eine höhere Beschäftigungsquote und gestiegene Realeinkommen gestärkt wurde. Mit einem Plus von 2,5 % zeigte sich der private Verbrauch damit optimistischer als im Vorjahr. 6

Frankreichs Konjunktur wurde 2024 von unterschiedlichen Faktoren ausgebremst, konnte aber dennoch um 1,1 % im Vergleich zum Vorjahr zulegen. Vor allem eine instabile Regierung, Sparzwänge und eine schwächelnde Auslandsnachfrage machten Frankreichs Wirtschaft zu schaffen und dämpften die Investitionsbereitschaft. Der private Verbrauch entwickelte sich mit einem Plus von 0,8 % verhalten, größere private Anschaffungen blieben weitgehend aus. 7

Die Entwicklung des US-Dollarkurses ist für Bijou Brigitte ein wichtiger Faktor, da ein Großteil der Ware in US-Dollar eingekauft wird. Bei einem steigenden US-Dollarkurs (gegenüber dem EUR) steigen auch die Bezugskosten. Im Jahresverlauf 2024 bewegte sich der Kurs des US-Dollars zum Euro zwischen 1,04 und 1,12. Dabei lag der durchschnittliche US-Dollarkurs zum Euro wie im Vorjahr bei 1,08. Zum Jahresende 2024 war der Euro mit 1,04 um 5,5 % schwächer als zum Jahresende 2023.

Neben den gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen ist vor allem die Entwicklung der Einzelhandelsbranche für den Geschäftsverlauf von Bijou Brigitte von großer Bedeutung. Der Einzelhandel in Deutschland blickt auf ein eher schwaches Jahr 2024 zurück. Kriege, geopolitische Verwerfungen und nicht zuletzt das Scheitern der Bundesregierung verstärkten die Unsicherheit bei Unternehmen und Verbrauchern. Entsprechend konnte der private Konsum den Handel nicht stützen. Erneut verzeichneten viele Unternehmen Umsatz- und Gewinnverluste. Insgesamt erreichte der deutsche Einzelhandel im Vergleich zu 2023 ein Umsatzplus von 2,2 %, preisbereinigt reichte es nur für einen Anstieg von 0,9 %. 8 Der deutsche Online-Handel konnte sich im Berichtsjahr mit einem Zuwachs von nominal 3,5 % im Vergleich zum Vorjahr stabilisieren. Real entspricht dies einer Umsatzsteigerung von 2,5 %.

6 GTAI: Wirtschaftsausblick Portugal, 17.12.2024
7 GTAI: Wirtschaftsausblick Frankreich, 28.11.2024
8 Handelsverband Deutschland (HDE): Lage und Perspektive im Einzelhandel, Januar 2025

Der stationäre Handel schaffte immerhin einen Umsatzanstieg von nominal 2,0 %. Dies entspricht einem preisbereinigten Wachstum von 0,9 %. 9

Auch im vergangenen Jahr blieb das Wettbewerbsumfeld im Einzelhandel angespannt. Insbesondere im Modemarkt waren Verschiebungen hin zu Billiganbietern wie Shein und Temu zu beobachten. 10 Der Bereich Textilien, Bekleidung, Schuhe und Lederwaren büßte gegenüber dem Vorjahr in 2024 real 3,2 % an Umsatz ein. 11

9 HDE: Jahrespressekonferenz, 31.01.2025
10 Textilwirtschaft: TW-Testclub Jahresauswertung 2024, 09.01.2025
11 Statistisches Bundesamt: Pressemitteilung 040, 31.01.2025

Geschäftsverlauf und Lage des Konzerns und der Bijou Brigitte AG

Geschäftsentwicklung des Gesamtkonzerns

Der Umsatz des Bijou Brigitte-Konzerns stieg im Geschäftsjahr 2024 um 1,8 % auf 333,9 Mio. EUR (Vorjahr: 327,9 Mio. EUR) und lag damit innerhalb der Prognosespanne von 330 Mio. EUR bis 350 Mio. EUR. Diese Entwicklung ist vorwiegend mit der leicht erhöhten Anzahl von Filialen sowie der konstanten Geschäftsentwicklung in den bestehenden Filialen zu erklären.

Das Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT) betrug in der Berichtsperiode 33,5 Mio. EUR nach 36,0 Mio. EUR im Vorjahreszeitraum und lag somit ebenfalls in der Prognosespanne (32,0 Mio. EUR bis 42,0 Mio. EUR). Diese Entwicklung ist vor allem auf deutlich gestiegene Kosten in nahezu allen Bereichen zurückzuführen. Das Konzernergebnis nach Ertragsteuern belief sich im Geschäftsjahr 2024 auf 23,6 Mio. EUR nach 24,1 Mio. EUR im Vorjahr.

Das Investitionsvolumen (ohne Berücksichtigung von Finanzmittelanlagen im Rahmen der kurzfristigen Finanzdisposition) lag hauptsächlich aufgrund von Filialrenovierungen mit 14,1 Mio. EUR erwartungsgemäß über dem Vorjahresniveau (2023: 13,1 Mio. EUR) und innerhalb der Prognosespanne (12,0 Mio. EUR bis 18,0 Mio. EUR).

Das Vorratsvermögen lag mit 79,3 Mio. EUR annähernd auf dem Niveau des Vorjahres (2023: 80,4 Mio. EUR) und innerhalb der Prognosespanne (75,0 Mio. EUR bis 85,0 Mio. EUR).

Die Eigenkapitalquote sank im Berichtsjahr auf 57,1 % (Vorjahr: 58,8 %) und lag damit leicht unterhalb der Prognose (58,0 % bis 62,0 %). Grund hierfür ist neben dem Anstieg der Bilanzsumme (insbesondere aufgrund des Anstiegs der Leasingverbindlichkeiten um insgesamt 9,1 Mio. EUR) auch der leichte Rückgang des Konzerneigenkapitals als Folge der in 2024 erfolgten Ausschüttung und des Aktienrückkaufprogramms.

Die Anzahl der Filialen lag zum Stichtag 31. Dezember 2024 mit 913 Standorten erwartungsgemäß über der entsprechenden Anzahl des Vorjahres (31. Dezember 2023: 897 Standorte).

Bijou Brigitte-Konzern: Umsatzentwicklung

(in TEUR) 2020 - 2024

Geschäftsentwicklung der Segmente

Die Erlöse im deutschen Segment stiegen im Berichtsjahr um 2,8 % auf 172,3 Mio. EUR (Vorjahr: 167,6 Mio. EUR) und das Segmentergebnis vor Steuern betrug 21,6 Mio. EUR (Vorjahr: 21,1 Mio. EUR). Dieser Effekt resultiert hauptsächlich aus der positiven Geschäftsentwicklung in den Filialen.

Die Investitionen stiegen von 6,3 Mio. EUR im Vorjahr auf 8,0 Mio. EUR im Berichtsjahr und flossen vor allem in die Renovierung von Filialen sowie die Entwicklung von Software für Verwaltung und Vertrieb.

Trotz der allgemeinen positiven Entwicklungen im spanischen Markt belasteten hohe Lebenshaltungskosten große Teile der Bevölkerung. Entsprechend gingen die Umsätze mit 35,8 Mio. EUR um 2,5 % zurück (Vorjahr: 36,7 Mio. EUR). Das Vorsteuerergebnis sank leicht von 4,6 Mio. EUR auf 4,5 Mio. EUR, vor allem durch rückläufige Umsätze. Das Investitionsvolumen im spanischen Segment betrug in der Berichtsperiode 0,5 Mio. EUR (Vorjahr: 1,4 Mio. EUR). Dabei wurde hauptsächlich in Filialrenovierungen investiert.

Die Umsätze im italienischen Segment lagen im Geschäftsjahr 2024 mit 34,4 Mio. EUR (Vorjahr: 33,6 Mio. EUR) 2,4 % über dem Vorjahresniveau. Das Ergebnis vor Steuern reduzierte sich dennoch, hauptsächlich aufgrund von Kostensteigerungen, von 3,3 Mio. EUR im Vorjahr auf 2,7 Mio. EUR im Berichtsjahr. Das Investitionsvolumen betrug 1,8 Mio. EUR und wurde insbesondere für die Renovierung von Filialen genutzt (Vorjahr: 1,5 Mio. EUR).

Mit 7,8 Mio. EUR sanken die Umsätze im portugiesischen Segment um 8,9 % im Vergleich zum Vorjahresumsatz von 8,6 Mio. EUR. Hauptgrund war, entgegen der allgemeinen konjunkturellen Entwicklung, die verhaltene Konsumstimmung aufgrund der innenpolitischen Unsicherheiten. Das Segmentergebnis vor Steuern reduzierte sich aufgrund des Umsatzrückganges auf 1,0 Mio. EUR nach 1,5 Mio. EUR im Vorjahr. Investitionen in Höhe von 0,4 Mio. EUR wurden im Berichtsjahr hauptsächlich für Filialrenovierungen verwendet (Vorjahr: 0,3 Mio. EUR).

Das französische Segment konnte den Umsatz im Berichtsjahr mit 28,0 Mio. EUR gegenüber 26,8 Mio. EUR im Vorjahr um 4,5 % steigern. Das Ergebnis vor Steuern in diesem Segment lag bei -1,9 Mio. EUR. (Vorjahr: -1,4 Mio. EUR), vor allem wegen gestiegener außerplanmäßiger Abschreibungen auf Sachanlagen und Nutzungsrechte in Höhe von 1,2 Mio. EUR (Vorjahr: 0,3 Mio. EUR). Das Investitionsvolumen von 0,9 Mio. EUR (Vorjahr: 1,0 Mio. EUR) wurde für Renovierungen und die Eröffnung von drei Filialen genutzt.

Der Umsatz im Segment "Übrige Länder", das verschiedene europäische Länder zusammenfasst, konnte im Berichtsjahr mit 55,6 Mio. EUR um 1,9 % zulegen (Vorjahr: 54,6 Mio. EUR). Das Segmentergebnis vor Steuern reduzierte sich auf 5,2 Mio. EUR nach 7,4 Mio. EUR im Vorjahr. Hauptursache waren auch in diesem Segment allgemeine Kostensteigerungen, insbesondere im Personalbereich, sowie ein erhöhter Abschreibungsbedarf. Das Investitionsvolumen belief sich auf 2,5 Mio. EUR (Vorjahr: 2,6 Mio. EUR) und floss vor allem in die Eröffnung und Renovierung von Filialen.

Geschäftsentwicklung der Bijou Brigitte AG

Der Umsatz der Bijou Brigitte AG stieg im Geschäftsjahr 2024 um 0,8 % auf 228,0 Mio. EUR (Vorjahr: 226,2 Mio. EUR) und lag damit am unteren Ende der Prognosespanne (228,0 Mio. EUR bis 238,0 Mio. EUR). Dies ist vor allem auf die stabile Geschäftsentwicklung in den Filialen zurückzuführen.

Der Jahresüberschuss betrug in der Berichtsperiode 22,7 Mio. EUR nach 26,2 Mio. EUR im Vorjahr (-13,4 %). Der Rückgang ist hauptsächlich auf die gestiegenen sonstigen betrieblichen Aufwendungen sowie auf höhere Personalaufwendungen bei gleichzeitig gesunkenen Erträgen aus Beteiligungen zurückzuführen.

Das Ergebnis der als Betriebsstätten geführten niederländischen Filialen hat sich im Jahresüberschuss der Bijou Brigitte AG für das Jahr 2024 mit 0,0 Mio. EUR niedergeschlagen und ist damit von 0,5 Mio. EUR im Jahr 2023 um 0,5 Mio. EUR gesunken. Die Entwicklung hängt primär mit den gesunkenen Umsätzen und den gestiegenen Kosten für Personal zusammen.

Das operative Ergebnis vor Steuern reduzierte sich mit 23,3 Mio. EUR um 2,5 % gegenüber dem Vorjahreswert von 23,9 Mio. EUR und lag damit innerhalb der Prognosespanne von 17,0 Mio. EUR bis 25,0 Mio. EUR. Der leichte Rückgang des operativen Ergebnisses ist bei einem um 2,9 Mio. EUR gestiegenen Rohertrag auf Kostensteigerungen in beinahe allen Aufwandspositionen zurückzuführen, vor allem in den Bereichen Personal, Raumkosten und Werbung.

Das Investitionsvolumen lag mit 8,7 Mio. EUR, hauptsächlich aufgrund von Filialrenovierungen und -eröffnungen, über dem Vorjahresniveau (2023: 6,6 Mio. EUR) und über der Prognosespanne von 4,0 Mio. EUR bis 6,0 Mio. EUR. Das Vorratsvermögen erhöhte sich mit 54,8 Mio. EUR nur geringfügig gegenüber dem Vorjahreswert von 54,2 Mio. EUR (+0,6 Mio. EUR) und lag damit innerhalb der Prognose von 52,0 Mio. EUR bis 56,0 Mio. EUR.

Die Eigenkapitalquote lag mit 47,1 % leicht unter dem Niveau des Vorjahres (2023: 48,4 %).

Die Anzahl der deutschen und niederländischen Filialen lag zum Stichtag 31. Dezember 2024 mit 433 Standorten über der entsprechenden Menge im Vorjahr (31. Dezember 2023: 428 Standorte) und entsprach damit der Prognose für das Geschäftsjahr 2024.

Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns

Vermögenslage

Die langfristigen Vermögenswerte erhöhten sich im Vergleich zum Vorjahr (164,4 Mio. EUR) auf 175,5 Mio. EUR im Berichtsjahr. Verantwortlich für diesen Effekt waren vor allem die gestiegenen Nutzungsrechte sowie ein höheres Sachanlagevermögen infolge der in 2024 höheren Investitionen in neue Filialen und Modernisierungen.

Die Vorräte lagen mit 79,3 Mio. EUR leicht unter dem Vorjahresniveau (2023: 80,4 Mio. EUR). Der Rückgang ist auf die möglich gewordene Anpassung der Bevorratung an die Filialanzahl zurückzuführen (Normalisierung der Lieferzeiten).

Das kurzfristige Vermögen (ohne Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente) reduzierte sich im Vorjahresvergleich insgesamt um 20,1 Mio. EUR auf 153,6 Mio. EUR (Vorjahr: 173,7 Mio. EUR). Dies ist in erster Linie auf den Rückgang der in den sonstigen finanziellen Vermögenswerten enthaltenen Wertpapiere und Festgelder mit einer Laufzeit von länger als drei Monaten zurückzuführen. Die nach fristgerechter Rückzahlung der Wertpapiere und Festgelder vorhandenen liquiden Mittel wurden nicht in gleichem Umfang wie zum Vorjahresstichtag reinvestiert, so dass die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente auf 81,8 Mio. EUR nach 69,4 Mio. EUR im Vorjahr angestiegen sind und damit nun 19,9 % der Bilanzsumme ausmachen (Vorjahr: 17,0 %).

Bijou Brigitte-Konzern: Übersicht zur Vermögenslage

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in Mio. EUR 2024 2023
Langfristige Vermögenswerte 175,5 164,4
Vorräte 79,3 80,4
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 81,8 69,4
Übrige kurzfristige Vermögenswerte 74,1 93,3
Eigenkapital 234,4 239,6
Langfristige Schulden 102,7 96,2
Kurzfristige Schulden 73,7 71,5

Zum 31. Dezember 2024 hatte Bijou Brigitte bei einer gegenüber dem Vorjahr um 3,4 Mio. EUR höheren Bilanzsumme eine Eigenkapitalquote in Höhe von 57,1 % (Vorjahr: 58,8 %). Zum Stichtag am 31. Dezember 2024 betrug das Eigenkapital des Bijou Brigitte-Konzerns 234,4 Mio. EUR nach 239,6 Mio. EUR am 31. Dezember 2023.

Die langfristigen Schulden stiegen im Stichtagsvergleich von 96,2 Mio. EUR (31. Dezember 2023) auf 102,7 Mio. EUR (31. Dezember 2024) und setzen sich überwiegend aus den Leasingverbindlichkeiten zusammen, die von 90,0 Mio. EUR per 31. Dezember 2023 auf 96,8 Mio. EUR per 31. Dezember 2024 angestiegen sind. Hintergrund hierfür sind hauptsächlich Mietvertragsverlängerungen.

Finanzlage

Grundzüge und Ziele des Finanzmanagements

Im Bijou Brigitte-Konzern wird das Finanzmanagement zentral durch die Konzernmutter gesteuert. Dieser Verantwortungsbereich erstreckt sich vom Management der Kapitalstruktur über das Liquiditätsmanagement bis hin zur Kontrolle finanzwirtschaftlicher Risiken.

Bijou Brigitte-Konzern: Übersicht zur Finanzlage

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in Mio. EUR 2024 2023
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 74,0 73,5
Cashflow aus Investitionstätigkeit 6,5 -27,6
davon Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte -14,1 -13,1
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit -68,3 -77,6

Dabei zielt das Finanzmanagement vor allem auf eine hohe Eigenkapitalquote ab, um so die finanzielle Unabhängigkeit des Konzerns von der Aufnahme von Fremdkapital zu wahren. Gleichzeitig soll ein hohes Ertragsniveau durch ein solides finanzielles Fundament langfristig gesichert werden.

Über den Dividendenvorschlag wird jährlich vom Vorstand und Aufsichtsrat nach Vorliegen des Jahresabschlusses und unter Berücksichtigung der zukünftigen Geschäftsaussichten neu entschieden.

Es werden keine derivativen Finanzinstrumente zur Absicherung finanzwirtschaftlicher Risiken eingesetzt. Währungskursrisiken entstehen im Bijou Brigitte-Konzern vorrangig aufgrund von operativen Tätigkeiten.

Entwicklung der Finanzlage

Für das Geschäftsjahr 2024 betrug der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 74,0 Mio. EUR nach 73,5 Mio. EUR im Vorjahr. Damit liegt der operative Cashflow auf dem Niveau des Vorjahres. Dies entspricht der Entwicklung des um das Finanzergebnis und die Abschreibungen auf Wertminderungen immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und Nutzungsrechte bereinigten EBT (EBITDA), das mit 89,0 Mio. EUR ebenfalls auf dem Niveau des Vorjahres liegt (89,3 Mio. EUR).

Bezogen auf die Investitionstätigkeit belief sich der Cashflow auf 6,5 Mio. EUR (Vorjahr: -27,6 Mio. EUR). Diese Entwicklung ist im Wesentlichen auf die im Investitionscashflow ausgewiesenen Ein- und Auszahlungen im Zusammenhang mit Finanzmittelanlagen zurückzuführen. Ursächlich für den positiven Cashflow aus Investitionstätigkeit sind die Rückzahlungen aus den im Vorjahr angelegten Finanzmitteln, welche die Auszahlungen des Geschäftsjahres in diese übersteigen. Ursächlich für die Entwicklung der Investitionen in das Sachanlagevermögen und in immaterielle Vermögenswerte (14,1 Mio. EUR; Vorjahr 13,1 Mio. EUR) sind die vermehrten Filialeröffnungen und Renovierungsmaßnahmen.

Im Geschäftsjahr 2024 betrug der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit -68,3 Mio. EUR nach -77,6 Mio. EUR im Vorjahr. Diese Veränderung resultiert vor allem aus der niedrigeren Dividendenausschüttung für das Geschäftsjahr 2023 in Höhe von 26,9 Mio. EUR im Vergleich zum Vorjahr (38,5 Mio. EUR) sowie aus den Auszahlungen für den Erwerb eigener Aktien in Höhe von 2,0 Mio. EUR (Vorjahr: 0,0 Mio. EUR).

Bijou Brigitte hat keine Darlehen bei Banken oder anderen Kreditinstituten. Kontokorrent-Kreditlinien bestehen wie im Vorjahr nur in einem sehr geringen Umfang in Höhe von 0,3 Mio. EUR und wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr nicht beansprucht.

Ertragslage

Bijou Brigitte-Konzern: Übersicht zur Ertragslage

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in Mio. EUR 2024 2023
Umsatzerlöse 333,9 327,9
Sonstige betriebliche Erträge 5,5 4,1
Materialaufwand 71,9 72,5
Personalaufwand 92,9 88,5
Abschreibungen und Wertminderungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und Nutzungsrechte 52,6 49,4
Sonstige betriebliche Aufwendungen 86,2 82,3
Finanzergebnis -2,9 -3,9
Operatives Ergebnis vor Ertragsteuern 33,5 36,0
Konzernergebnis nach Steuern 23,6 24,1

Durch die positive Geschäftsentwicklung in den deutschen, französischen und italienischen Segmenten stieg der Konzernumsatz im Geschäftsjahr 2024 um 1,8 % auf 333,9 Mio. EUR (Vorjahr: 327,9 Mio. EUR).

Die sonstigen betrieblichen Erträge stiegen von 4,1 Mio. EUR im Vorjahr auf 5,5 Mio. EUR. Der Hauptgrund hierfür waren höhere Währungskursgewinne und Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen.

Der Anteil der Materialkosten bezogen auf den Konzernumsatz im Jahr 2024 sank auf 21,5 % (Vorjahr: 22,1 %). Die Materialaufwandsquote wurde wesentlich durch Verkaufspreisanpassungen positiv beeinflusst, die die leicht gestiegenen Beschaffungskosten überkompensiert haben. Darüber hinaus wurde der Materialaufwand durch stichtagsbezogene Bewertungseffekte in Höhe von 0,3 Mio. EUR (2023: 0,0 Mio. EUR) positiv beeinflusst.

Der Personalaufwand stieg von 88,5 Mio. EUR im Jahr 2023 um 4,9 % auf 92,9 Mio. EUR im Geschäftsjahr 2024, hauptsächlich durch die Erhöhung des Mindestlohns in Deutschland sowie weitere allgemeine Gehaltsanpassungen. Im zurückliegenden Jahr waren durchschnittlich 2.361 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Bijou Brigitte-Konzern tätig (umgerechnet auf Vollzeitkräfte; Vorjahr: 2.353).

Die Abschreibungen und Wertminderungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und Nutzungsrechte beliefen sich im Geschäftsjahr 2024 auf 52,6 Mio. EUR nach 49,4 Mio. EUR im Vorjahr. Im Berichtszeitraum beliefen sich die Abschreibungen auf Nutzungsrechte auf 41,8 Mio. EUR (Vorjahr: 38,4 Mio. EUR). Die Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte betrugen in der Berichtsperiode 10,9 Mio. EUR (Vorjahr: 11,0 Mio. EUR).

Der Posten "Sonstige betriebliche Aufwendungen" erhöhte sich im Berichtsjahr von 82,3 Mio. EUR im Vorjahr um 4,7 % auf 86,2 Mio. EUR. Diese Entwicklung ist vorwiegend auf gestiegene Verkaufsprovisionen an Pächter, höhere Raumkosten sowie höhere Ausgaben für Social-Media-Aktivitäten zurückzuführen.

Das Konzernergebnis vor Ertragsteuern sank im Geschäftsjahr 2024 nach 36,0 Mio. EUR im Vorjahr auf 33,5 Mio. EUR. Entsprechend reduzierte sich die Umsatzrendite von 11,0 % im Jahr 2023 auf 10,0 %. In der Nachsteuerbetrachtung sank der Konzernüberschuss im Geschäftsjahr 2024 nach 24,1 Mio. EUR im Vorjahr um 0,5 Mio. EUR auf 23,6 Mio. EUR.

Die Ertragsteuern haben sich trotz des um 2,5 Mio. EUR gesunkenen Konzernergebnisses vor Ertragsteuern um 2,1 Mio. EUR auf insgesamt 9,8 Mio. EUR reduziert. Dies entspricht einer Konzernsteuerquote (Ertragsteuern/​Konzernergebnis vor Ertragsteuern) von 29,4 % nach 33,2% im Vorjahr. Wir verweisen hierzu auf die Ausführungen im Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2024 im Abschnitt D. (26).

Ergebnisverwendung und Dividendenvorschlag

Der nach den Vorschriften des HGB ermittelte Jahresüberschuss der Bijou Brigitte modische Accessoires AG betrug im Geschäftsjahr 2024 22,7 Mio. EUR (Vorjahr: 26,2 Mio. EUR). Zuzüglich des sich um die Dividendenzahlung 2024 ergebenden Gewinnvortrags in Höhe von 15,2 Mio. EUR ergibt sich für die Berichtsperiode im Einzelabschluss der AG ein Bilanzgewinn von 38,0 Mio. EUR nach 42,2 Mio. EUR im Vorjahr.

Im Bijou Brigitte-Konzern gehört eine angemessene Beteiligung der Aktionäre am Unternehmenserfolg zur Firmenphilosophie. Vorstand und Aufsichtsrat der Bijou Brigitte modische Accessoires AG werden der Hauptversammlung am 24. Juni 2025 vorschlagen, für das Geschäftsjahr 2024 eine Dividende von 3,50 EUR je Stückaktie (Vorjahr: 3,50 EUR) zu beschließen. Die Ausschüttungsquote der vollen Anzahl der Aktien bezogen auf das Konzernergebnis nach Steuern läge demnach bei 120,0 %. Die Dividendenrendite (Dividende/​Jahresschlusskurs) auf Basis des Jahresschlusskurses beliefe sich auf 10,2 % (Vorjahr: 8,7 %). Insgesamt beliefe sich die Ausschüttungssumme bei 8.100.000 Stückaktien auf 28,4 Mio. EUR und bezogen auf zum Stichtag ausstehende Aktien 26,7 Mio. EUR. Der in der Aktiengesellschaft verbleibende Bilanzgewinn in Höhe von 11,2 Mio. EUR soll auf neue Rechnung vorgetragen werden, ebenso wie der Betrag, der auf die am Tag der Hauptversammlung im Besitz der Gesellschaft befindlichen eigenen Stückaktien auszuschütten wäre, gemäß § 71 b AktG aber von der Ausschüttung auszuschließen ist.

Gemäß IFRS lag das Ergebnis je Aktie bei 3,07 EUR (Vorjahr: 3,13 EUR). Bei einem Jahresabschlusskurs von 34,15 EUR betrug das Kurs-Gewinn-Verhältnis 11,1.

Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Bijou Brigitte AG

Vermögenslage

Das Sachanlagevermögen stieg insbesondere infolge der höheren Investitionen in neue Standorte und Renovierungen um 3,8 Mio. EUR.

Das Vorratsvermögen liegt mit 54,8 Mio. EUR auf dem Niveau des Vorjahres (2023: 54,2 Mio. EUR; +0,6 Mio. EUR). Auch die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände liegen mit 9,8 Mio. EUR nahezu auf dem Vorjahresniveau (2023: 9,5 Mio. EUR).

Bei den innerhalb des Umlaufvermögens ausgewiesenen sonstigen Wertpapieren handelt es sich um Geldanlagen in Form von deutschen und US-amerikanischen Staatsanleihen. Sämtliche zum Vorjahresstichtag im Besitz befindlichen Staatsanleihen sind unterjährig entsprechend ihrer planmäßigen Laufzeit zurückgezahlt worden. Der Rückgang ist somit auf den gegenüber dem Vorjahr geringeren Einkauf von Staatsanleihen zurückzuführen.

Im Gegenzug stiegen zum Bilanzstichtag die liquiden Mittel um 10,0 Mio. EUR auf 27,1 Mio. EUR (16,0 % der Bilanzsumme) nach 17,1 Mio. EUR (9,6 % der Bilanzsumme) im Vorjahr. Zur Entwicklung der liquiden Mittel verweisen wir ergänzend auf die Ausführungen zur Entwicklung der Finanzlage der Bijou Brigitte AG.

Zum Bilanzstichtag am 31. Dezember 2024 betrug das Eigenkapital der Bijou Brigitte AG 80,0 Mio. EUR nach 86,2 Mio. EUR am 31. Dezember 2023. Mit einem Anteil von 47,1 % an der Bilanzsumme verringerte sich die Eigenkapitalquote im Vergleich zum Vorjahresniveau (48,4 %) leicht, insbesondere aufgrund der in 2024 erfolgten Dividendenausschüttung für 2023. Darüber hinaus haben sich die Gewinnrücklagen aufgrund der im Laufe des Jahres 2024 erworbenen eigenen Aktien um 1,9 Mio. EUR reduziert.

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen sind gegenüber dem Vorjahr um 1,7 Mio. EUR gesunken. Hintergrund hierfür ist im Wesentlichen die Reduzierung der Verbindlichkeiten gegenüber der italienischen Tochtergesellschaft, da die Dividendenforderung mit den bestehenden Verbindlichkeiten gegenüber der Tochtergesellschaft verrechnet wurde.

Wie auch in den Vorjahren nahm die Bijou Brigitte AG im Geschäftsjahr 2024 keine kurz- und/​oder langfristigen Kredite von Kreditinstituten in Anspruch.

Finanzlage

Grundzüge und Ziele des Finanzmanagements

Das Finanzmanagement der Bijou Brigitte AG erstreckt sich vom Management der Kapitalstruktur über das Liquiditätsmanagement bis hin zur Kontrolle finanzwirtschaftlicher Risiken.

Dabei zielt das Finanzmanagement vor allem auf eine hohe Eigenkapitalquote ab, um so die finanzielle Unabhängigkeit der Bijou Brigitte AG von der Aufnahme von Fremdkapital zu wahren. Gleichzeitig soll ein hohes Ertragsniveau durch ein solides finanzielles Fundament langfristig gesichert werden.

Über den Dividendenvorschlag wird jährlich von Vorstand und Aufsichtsrat nach Vorliegen des Jahresabschlusses und unter Berücksichtigung der zukünftigen Geschäftsaussichten neu entschieden. Demnach gibt es keine festgeschriebene Quote hinsichtlich der Dividendenausschüttung.

Es werden keine derivativen Finanzinstrumente zur Absicherung finanzwirtschaftlicher Risiken eingesetzt. Währungskursrisiken entstehen bei der Bijou Brigitte AG hauptsächlich aus der operativen Geschäftstätigkeit.

Entwicklung der Finanzlage

Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit betrug im abgelaufenen Geschäftsjahr 23,2 Mio. EUR nach 29,6 Mio. EUR im Vorjahr. Diese Veränderung in Höhe von 6,4 Mio. EUR ist vor allem auf den geringeren Jahresüberschuss sowie auf die Abnahme der Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen zurückzuführen.

Im Geschäftsjahr 2024 zahlte die Bijou Brigitte AG 8,7 Mio. EUR (Vorjahr: 6,2 Mio. EUR) für Investitionsmaßnahmen. Das gestiegene Investitionsvolumen hängt vornehmlich mit der im Vergleich zum Vorjahr gestiegenen Zahl an Filialeröffnungen und mit Renovierungsarbeiten zusammen. Während im Geschäftsjahr 2023 Auszahlungen für Investitionen in Staatsanleihen in Höhe von insgesamt 70,6 Mio. EUR getätigt wurden und in entsprechender Höhe den Cashflow aus der Investitionstätigkeit gemindert haben, überstiegen im Geschäftsjahr 2024 die Einzahlungen aus den fälligen Staatsanleihen die erneuten Investitionen um insgesamt 21,8 Mio. EUR. Infolgedessen liegt der Cashflow aus Investitionstätigkeit mit 16,5 Mio. EUR um 91,2 Mio. EUR über dem Geschäftsjahr 2023 (Vorjahr: -74,7 Mio. EUR).

Im Geschäftsjahr 2024 belief sich der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit auf -29,7 Mio. EUR nach -14,0 Mio. EUR im Vorjahr. Der Rückgang ist hauptsächlich auf die geringere Übertragung von Finanzmitteln aus den Konzerngesellschaften an die Bijou Brigitte AG sowie auf den Erwerb eigener Anteile im Rahmen des Aktienrückkaufprogramms zurückzuführen. Dem steht die geringere Dividendenauszahlung für 2023 in Höhe von 26,9 Mio. EUR gegenüber (Vorjahr: 38,5 Mio. EUR).

Ertragslage

Bijou Brigitte modische Accessoires AG: Übersicht zur Ertragslage

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in Mio. EUR 2024 2023
Umsatzerlöse 228,0 226,2
Sonstige betriebliche Erträge und aktivierte Eigenleistungen 3,3 3,2
Materialaufwand 72,1 73,1
Personalaufwand 45,0 43,2
Abschreibungen 5,6 5,0
Sonstige betriebliche Aufwendungen 87,0 84,3
Finanzergebnis 1,7 0,1
Operatives Ergebnis vor Steuern 23,3 23,9
Erträge aus Beteiligungen 8,0 11,3
Steuern vom Einkommen und Ertrag sowie sonstige Steuern 8,6 9,0
Jahresüberschuss 22,7 26,2

Im Geschäftsjahr 2024 ist der Umsatz der Bijou Brigitte AG vor allem wegen der stabilen Geschäftsentwicklung in den Filialen um 0,8 % auf 228,0 Mio. EUR gestiegen (Vorjahr: 226,2 Mio. EUR). Die operative Umsatzrendite vor Ertragsteuern und Ausschüttungen (operatives Ergebnis im Verhältnis zum Umsatz) sank im Vergleich zum Vorjahr leicht auf 10,2 % (2023: 10,5 %). Dies resultiert im Wesentlichen aus Kostensteigerungen in fast allen Bereichen bei gleichzeitigem Umsatzwachstum.

Die sonstigen betrieblichen Erträge stiegen im Berichtsjahr auf 2,9 Mio. EUR (Vorjahr: 2,7 Mio. EUR). Hauptgründe für diesen Zuwachs sind höhere Erträge aus Wechselkursdifferenzen sowie höhere Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen.

Im Geschäftsjahr 2024 reduzierte sich der Anteil der Materialkosten bezogen auf den Umsatz auf 31,6 % (Vorjahr: 32,3 %). Die Materialaufwandsquote wurde wesentlich durch Verkaufspreisanpassungen positiv beeinflusst, die die leicht gestiegenen Beschaffungskosten überkompensiert haben. Darüber hinaus wurde der Materialaufwand durch stichtagsbezogene Bewertungseffekte in Höhe von 2,0 Mio. EUR (2023: 2,2 Mio. EUR) positiv beeinflusst.

Der Personalaufwand erhöhte sich von 43,2 Mio. EUR im Jahr 2023 um 1,8 Mio. EUR bzw. 4,1 % auf 45,0 Mio. EUR im Jahr 2024. Dies ist hauptsächlich mit der Erhöhung des Mindestlohns um 3,4 % und allgemeinen Gehaltserhöhungen zu erklären. Im vergangenen Geschäftsjahr waren im Durchschnitt 896 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei der Bijou Brigitte AG tätig (umgerechnet auf Vollzeitkräfte; Vorjahr: 882).

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen erhöhten sich in der Berichtsperiode um 2,7 Mio. EUR auf 87,0 Mio. EUR (Vorjahr: 84,3 Mio. EUR). Diese Entwicklung ist vorwiegend auf die um 1,8 Mio. EUR gestiegenen Verkaufsprovisionen an Pächter sowie auf die um 1,0 Mio. EUR gestiegenen Miet- und Raumnebenkosten zurückzuführen. Darüber hinaus haben höhere Ausgaben für Social-Media-Aktivitäten zu der Erhöhung geführt.

Das Zinsergebnis stieg im Berichtsjahr deutlich auf 1,7 Mio. EUR nach 0,1 Mio. EUR im Vorjahr, hauptsächlich durch allgemeine Zinserhöhungen.

Im Ergebnis konnte der um 1,8 Mio. EUR gestiegene Umsatz aufgrund der gestiegenen Kosten in nahezu allen Aufwandspositionen, insbesondere durch gestiegene Personalaufwendungen sowie sonstige betriebliche Aufwendungen, in ein um 0,6 Mio. EUR niedrigeres operatives Ergebnis vor Steuern überführt werden. Der geringere Jahresüberschuss ist somit maßgeblich auf die gesunkenen Erträge aus Beteiligungen in Höhe von 8,0 Mio. EUR (Vorjahr: 11,3 Mio. EUR) zurückzuführen.

Gesamtaussage des Vorstands zur wirtschaftlichen Lage des Bijou Brigitte-Konzerns und der Bijou Brigitte AG

Trotz vieler wirtschaftlicher Unsicherheiten, anhaltender Kostensteigerungen und teils stark belasteter Konsumstimmung konnten sowohl im wichtigsten Segment Deutschland als auch in den Segmenten Italien, Frankreich und Übrige Länder Umsatzsteigerungen erreicht werden. Der Bijou Brigitte-Konzern erzielte im Geschäftsjahr 2024 einen Umsatz in Höhe von 333,9 Mio. EUR. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies eine Steigerung von 1,8 %. Das berichtete Konzernergebnis vor Ertragsteuern reduzierte sich nach 36,0 Mio. EUR im Vorjahr auf 33,5 Mio. EUR, vor allem aufgrund von Kostensteigerungen in nahezu allen Aufwandspositionen. Das Filialnetz vergrößerte sich auf 913 Standorte (Vorjahr: 897 Filialen).

Die Bijou Brigitte AG hat im Geschäftsjahr 2024 einen Umsatz von 228,0 Mio. EUR erzielt. Dies entspricht einem Zuwachs von 0,8 % gegenüber dem Vorjahr. Hauptgrund für das leichte Umsatzwachstum war die stabile Geschäftsentwicklung in den Filialen. Das berichtete operative Ergebnis vor Steuern sank von 23,9 Mio. EUR im Vorjahr auf 23,3 Mio. EUR. Trotz der Kostensteigerungen in fast allen Bereichen konnte das operative Ergebnis durch die Umsatzsteigerungen und das gute Zinsergebnis annähernd auf Vorjahresniveau gehalten werden.

Der Vorstand beurteilt sowohl die Lage des Bijou Brigitte-Konzerns als auch die Lage der Bijou Brigitte AG im Geschäftsjahr 2024 als stabil und widerstandsfähig. Mit einer weiterhin hohen Eigenkapitalquote und einer hervorragenden Liquidität steht das Unternehmen auf einer soliden wirtschaftlichen Basis für das neue Geschäftsjahr.

Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

Veränderungen im Filialnetz

Konzernweit eröffnete Bijou Brigitte im Berichtsjahr 29 neue Filialen. 13 Standorte wurden geschlossen. Die Schließungen erfolgten vor allem in Deutschland und Spanien. Im Berichtsjahr wurden insgesamt 69 Standorte renoviert, in 146 weiteren Filialen wurden kleinere Optimierungsmaßnahmen in der Ladengestaltung umgesetzt. Durch Umzüge haben fünf Geschäfte ihre Standortlage verbessert. Zum Berichtsstichtag am 31. Dezember 2024 betrieb der Bijou Brigitte-Konzern ein Filialnetz von 913 Filialen (31. Dezember 2023: 897) im In- und Ausland.

Innerhalb der Bijou Brigitte AG wurden in Deutschland elf neue Filialen eröffnet und sechs Filialen geschlossen. Damit stieg die Anzahl der deutschen Standorte von 414 im Vorjahr auf 419. In den Niederlanden gab es im Berichtsjahr eine Neueröffnung und eine Schließung, so dass die Filialanzahl gegenüber dem Vorjahr mit 14 Filialen unverändert blieb. Insgesamt belief sich die Anzahl der Filialen der Bijou Brigitte AG per 31. Dezember 2024 inklusive der 23 Franchise-Filialen auf 456 (Vorjahr: 450). In Deutschland wurden im Geschäftsjahr 2024 49 Standorte renoviert und 81 Filialen optimiert. In den Niederlanden wurde eine Filiale renoviert. Die Anzahl der deutschen Concessions-Flächen stieg im zurückliegenden Jahr auf 452 (Vorjahr: 406).

CHANCEN- UND RISIKOBERICHT

Chancen- und Risikomanagement

Die Früherkennung von Risiken und Chancen sowie die daraus abzuleitenden Maßnahmen sind wichtige Bestandteile der Unternehmensführung bei Bijou Brigitte. In einer konzernweit gültigen Richtlinie sind dazu im Rahmen eines Risikomanagementsystems (RMS) entsprechende Grundsätze und Vorgehensweisen definiert, die sich an gesetzlichen und berufsständischen Vorschriften (z.B. IDW) orientieren. Das Risikomanagement ist ein integraler Bestandteil der zentralen sowie dezentralen Planungs-, Steuerungs- und Kontrollprozesse. Das Chancen- und Risikomanagement umfasst grundsätzlich den gesamten bilanzrechtlichen Konsolidierungskreis der Bijou Brigitte AG.

Nachhaltigkeitsaspekte

Das Thema Nachhaltigkeit gewinnt zunehmend an Bedeutung, sowohl bei der jüngeren Kundengruppe als auch auf Seiten der Gesetzgebung. Um dieser wachsenden Bedeutsamkeit gerecht zu werden, erfasst Bijou Brigitte ab dem Geschäftsjahr 2024 die unter Nachhaltigkeitsaspekten existierenden Risiken und Chancen nicht mehr gesondert. Zur fundierten Erfassung von Nachhaltigkeitsrisiken innerhalb der gesamten Wertschöpfungskette werden nun sämtliche identifizierten Risiken den Nachhaltigkeitsbereichen E (Environment), S (Social) und G (Governance) zugeordnet und entsprechend in der Risikomatrix gekennzeichnet.

Durch die kontinuierliche Sensibilisierung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für das Thema Nachhaltigkeit und die konsequente Umsetzung aller erforderlichen gesetzlichen Maßnahmen und Vorschriften kann der Bijou Brigitte-Konzern auch zukünftig seinen Beitrag zum Umweltschutz leisten. Zugleich könnte dies ein positives Zeichen für Kunden, Aktionäre und Mitarbeiter sein, sich der Verantwortung für nachfolgende Generationen bewusst zu sein und aktiv an der Erreichung der europäischen Nachhaltigkeitsziele mitzuwirken. Nicht zuletzt könnte eine nachhaltige Geschäftsentwicklung ein Wettbewerbsvorteil gegenüber Mitbewerbern sein.

Die von Bijou Brigitte bilanzierten Vermögenswerte (im Wesentlichen Leasingverträge) sowie die Betriebs- und Geschäftsausstattung sind nicht maßgeblich durch Umweltrisiken betroffen, so dass die Umsetzung unserer Nachhaltigkeitsstrategie nicht auf die Werthaltigkeit der Vermögenswerte wirkt. Öffentliche Bußgelder oder Strafzahlungen sind in diesem Zusammenhang nicht zu erwarten.

Gesamtaussage des Vorstands

Auch im Geschäftsjahr 2024 überwachte der Bijou Brigitte-Konzern das gesamtwirtschaftliche Umfeld, die Entwicklung der Einzelhandelsbranche sowie die unternehmensinternen Prozesse kontinuierlich, um Risiken und Chancen frühzeitig zu identifizieren. Das systematische Risikomanagement sorgt mit seinen strukturierten Prozessen für eine effiziente Steuerung der Gesamtrisiken im Konzern. Bestandsgefährdende Entwicklungen können somit rechtzeitig erkannt und geeignete Maßnahmen zur Sicherung des Fortbestands des Unternehmens ergriffen werden. Im Falle eilbedürftiger Risiken ist eine entsprechende Weiterleitung an den Vorstand jederzeit gewährleistet.

Insbesondere wegen der allgemeinen geopolitischen Risiken und Unsicherheiten steht eine permanente Risikobeobachtung im Fokus des gesamten Unternehmens. Der Bijou Brigitte-Konzern ist nicht unmittelbar von den Auswirkungen des andauernden russischen Angriffskrieges betroffen, da Bijou Brigitte in Russland und der Ukraine weder eigene Filialen noch Franchisefilialen oder Concessions-Standorte betreibt. Die mittelbaren Auswirkungen, insbesondere Inflationsrisiken, Veränderungen auf den Finanzmärkten sowie hohe Beschaffungskosten für Energie und Rohstoffe, können jedoch die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns beeinflussen und werden daher kontinuierlich beobachtet. Auch der Krieg in Nahost zwischen Israel und der Terrororganisation Hamas hat keine unmittelbaren Auswirkungen auf den Bijou Brigitte-Konzern, da in dieser Region ebenfalls keinerlei Geschäftstätigkeit von Bijou Brigitte stattfindet. Darüber hinaus werden die aktuelle Entwicklung der US-amerikanischen Zollpolitik sowie die Reaktionen der betroffenen Länder und insbesondere der EU beobachtet, auch wenn die verhängten Strafzölle keine unmittelbare Auswirkung auf die Geschäftstätigkeit von Bijou Brigitte haben.

Der Vorstand analysierte und überwachte im Geschäftsjahr 2024 fortlaufend die Risikotragfähigkeit des Bijou Brigitte-Konzerns unter Berücksichtigung von Ergebnis- und Liquiditätsentwicklungen. Nach Beurteilung aller aktuellen Risiken und Interdependenzen lagen im Berichtsjahr keine bestandsgefährdenden Risiken hinsichtlich der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Bijou Brigitte-Konzerns vor.

Risikodefinition

Als Risiken werden Ereignisse und Entwicklungen angesehen, die mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit eintreten und sich wesentlich negativ finanziell auf die Erreichung der Ziele und die Erfüllung der Aufgaben des Unternehmens auswirken.

Allerdings sollte dabei beachtet werden, dass dies nicht mit einer Risikovermeidung gleichzusetzen ist. Vielmehr geht es darum, Chancen und Risiken effektiv und effizient managen zu können. Essenzielle Risiken für die Geschäftstätigkeit oder den Fortbestand des Unternehmens sollen identifiziert, bewertet und eingegrenzt bzw. verringert werden. Auch Chancen sollen bestmöglich genutzt werden. Ziel ist es, das Gefährdungspotenzial durch unerkannte und/​oder unzureichend gesteuerte Risiken aufgrund eines systematisch angewandten Risikomanagements minimieren zu können. Bei der Identifizierung von Chancen und Risiken sind neben den ökonomischen Aspekten auch soziale und ökologische Faktoren zu berücksichtigen, die sich auf die Unternehmenstätigkeit von Bijou Brigitte auswirken.

Risikostrategie

Die Risikostrategie des Bijou Brigitte-Konzerns ist darauf ausgerichtet, den Bestand des Unternehmens zu sichern und darüber hinaus den Unternehmenswert nachhaltig zu steigern. Chancen sollen optimal genutzt und unternehmerische Risiken proaktiv gesteuert werden. Bestandsgefährdende Risiken sind zu vermeiden.

Risikomanagement-Prozess

Bijou Brigitte hat folgende einheitliche Teilprozesse des Risikomanagements verbindlich definiert: Risiken frühzeitig identifizieren und berichten, Risiken einheitlich bewerten, Risiken steuern und Maßnahmen entwickeln sowie Risiken überwachen und die Umsetzung der Maßnahmen verfolgen.

Die bekannten Risiken aus dem Vorjahr und neu identifizierte Risiken für das gegenwärtige Jahr werden von den jeweiligen Risikoeignern zweimal jährlich überprüft, die Bewertung wird gegebenenfalls angepasst und die daraus resultierenden Risiko-Potenziale werden neu bewertet. Der Zeitraum der Risikobetrachtung erstreckt sich über zwölf Monate.

Umgang mit Ad-hoc-Risiken

Entstehen aufgrund veränderter gesellschaftlicher, politischer, markt- und branchenbezogener oder unternehmensinterner Rahmenbedingungen kurzfristig neue Risiken, so ist der jeweils betroffene Risikoeigner verpflichtet, unverzüglich sowohl den Risikomanager als auch den Vorstand darüber zu informieren. In diesem Fall wird das neue Risiko entsprechend bewertet. Darüber hinaus sind angemessene Maßnahmen einzuleiten, um das neue Risiko abzuwenden bzw. zu minimieren.

Rollen und Verantwortlichkeiten

Der Vorstand definiert die Unternehmensstrategie und -ziele als wesentliche Grundlage, auf der das Risikomanagement-System aufbaut. Die verbindlichen Systemvorgaben werden somit top-down formuliert und gelten für alle operativen Einheiten. Die originäre Risikoverantwortung, -erfassung und -steuerung entlang der Wertschöpfungskette liegt bottom-up bei den Fachverantwortlichen in den operativen Einheiten. Im Rahmen der internen Risikoschulung wurden die mit dem Risikomanagement betrauten Mitarbeiter über die Aufbau- und Ablauforganisation sowie die Durchführung des Prozesses aufgeklärt.

Risikobewertung

Unter Berücksichtigung der getroffenen Gegenmaßnahmen werden die identifizierten Risiken auf Basis von Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadenshöhe einheitlich bewertet und in die Risikoklassen gering, mittel, hoch oder sehr hoch eingeordnet. Erfasst werden auch mögliche Risikointerdependenzen. Dazu beurteilen die Risikoeigner im Rahmen der Risikoabfrage, ob die bestehenden Risiken ihres Verantwortungsbereiches abteilungsübergreifende Auswirkungen haben. Für den Fall, dass solche Risikointerdependenzen bestehen, werden diese ebenfalls bewertet. Die beteiligten Abteilungen/​Risikoeigner werden dann gemeinsam angemessene Maßnahmen zur Risikosteuerung einleiten.

Risikoaggregation und Risikotragfähigkeit

Im Falle, dass mehrere Risiken mit einem sehr hohen Gesamtrisiko zeitgleich und über einen längeren Zeitraum eintreten, könnte sich dies existenzbedrohend auf Bijou Brigitte auswirken. In der Risikotragfähigkeitsrechnung werden die wesentlichen Risiken zu einer Gesamtrisikoposition zusammengefasst (Risikoaggregation) und dem Risikodeckungspotenzial gegenübergestellt. Die Risikotragfähigkeit ist gegeben, wenn alle wesentlichen Risiken laufend durch das Risikodeckungspotenzial abgedeckt werden können. Das Risikodeckungspotenzial ist als das maximal verfügbare Kapital zur Risikoabsicherung definiert und besteht bei Bijou Brigitte aus Eigenkapital und/​oder liquiden Mitteln.

Risikosteuerung

Die Risikosteuerung dient der Entwicklung individueller Gegenmaßnahmen, um die Eintrittswahrscheinlichkeiten zu verringern und/​oder den Höchstschaden zu begrenzen. Generell wird zwischen den Beherrschungsformen der Vermeidung, Akzeptanz, Verminderung und Übertragung unterschieden. Es werden keine Geschäfte getätigt, die gegen die Verhaltensgrundsätze des Konzerns oder Unternehmensrichtlinien verstoßen. Zudem kann der Abschluss von Versicherungen zur Kompensation finanzieller Risiken dienen.

Risikoreporting

Das Risikoreporting gewährleistet, dass Erkenntnisse der Risikokontrolle frühzeitig und in nachvollziehbarer, aussagekräftiger Form kommuniziert werden. Die Risikoursachen sowie die entsprechenden Gegenmaßnahmen werden tabellarisch dokumentiert. Im nächsten Schritt wird die Risikomatrix erstellt, um schnell wesentliche Risiken erkennen zu können. Zudem werden die Risiken in eine Rangfolge gebracht. Mindestens zweimal jährlich wird ein Risikobericht erstellt und an Vorstand und Aufsichtsrat weitergeleitet. Bei einer außerordentlichen Risikosituation werden Vorstand und Aufsichtsrat umgehend informiert.

Das Risikoreporting deckt sowohl Rechenschaftsfunktionen (Nachweis für pflichtgemäßes Verhalten) als auch Sicherungsfunktionen (Fehler verhindernde Maßnahmen) und Prüfbarkeitsfunktionen (Grundlage für die Prüfung des Aufsichtsrats, interne Revision) ab.

Rechnungslegungsbezogenes internes Kontrollsystem

Zur Sicherung der Ordnungsmäßigkeit der Buchführung und Rechnungslegung sowie der Verlässlichkeit der finanziellen Berichterstattung im Konzernabschluss wurde ein rechnungslegungsbezogenes internes Kontrollsystem eingerichtet. Als integraler Bestandteil des Konzernrechnungslegungsprozesses umfasst es präventive, überwachende und aufdeckende Sicherungs- und Kontrollmaßnahmen im Rechnungswesen und in operativen Funktionen. Zu den Maßnahmen zählen unter anderem Funktionstrennungen, das Vier-Augen-Prinzip, Genehmigungsprozesse, IT-Kontrollen, Zugriffsbeschränkungen im IT-System sowie systemgestützte Verfahren zur Verarbeitung konzernrechnungslegungsbezogener Daten. Verfahrensanweisungen, standardisierte Meldeformate und IT-gestützte Berichts- und Konsolidierungsprozesse unterstützen die Konzernrechnungslegung und die rechnungslegungsbezogene Berichterstattung der in den Konzernabschluss einbezogenen Tochtergesellschaften. Die konzerneinheitliche Bilanzierung sowie Bewertung werden durch umfangreiche Konzernbilanzierungsanforderungen sichergestellt. Protektionssysteme schützen die digitalen Daten gegen unbefugte Zugriffe.

Unabhängige Überwachung 1 2

Die interne Revision ist Teil des internen Kontrollsystems (IKS). Neben der Einhaltung der gesetzlichen und unternehmensinternen Vorschriften sind eine klare Definition von Verantwortlichkeiten, der Einsatz eines wirksamen IT-Kontrollsystems sowie die umfassende Anwendung des Vier-Augen-Prinzips wesentliche Bestandteile des IKS, die die Grundlage für einen zuverlässigen und ordnungsgemäßen Rechnungslegungsprozess bilden. Die interne Revision bewertet regelmäßig im Rahmen ihrer Überwachungsfunktion die Prozesse des RMS. Die Überwachung der Angemessenheit und Wirksamkeit des RMS liegt in der Verantwortung des Aufsichtsrats, die durch den Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats wahrgenommen wird. Zudem würdigt der externe Konzernabschlussprüfer im Rahmen der Konzernabschlussprüfung die Eignung der im Unternehmen implementierten Maßnahmen zur frühzeitigen Erkennung bestandsgefährdender Risiken. Nach eingehender Prüfung und Bewertung der aktuellen Risikosituation und der getroffenen Maßnahmen zur Risikominimierung bzw. -vermeidung bestätigte der Aufsichtsrat die Angemessenheit und Wirksamkeit des RMS im Bijou Brigitte-Konzern.

12 Bei diesen Angaben handelt es sich um lageberichtsfremde Angaben nach DCGK A.5, die über die gesetzlichen Anforderungen an den Lagebericht hinausgehen und somit von der inhaltlichen Prüfung des Lageberichts durch den Abschlussprüfer ausgenommen sind.

Erläuterung und Bewertung wesentlicher Chancen und Risiken

Das Risiko- und Chancenprofil hat sich im Vergleich zum Vorjahr nicht wesentlich geändert. Im Folgenden werden die Risiken und Chancen wiedergegeben, die im internen Risikoreporting mit mindestens "mittel" im Sinne der dargestellten Risikobewertung beurteilt wurden.

Konjunktur

Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen haben Einfluss auf die Geschäftstätigkeit und somit auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Bjou Brigitte-Konzerns. Unvorhersehbare Störungen innerhalb der globalen Wirtschaftsverflechtungen können zu schwer abschätzbaren Auswirkungen führen. Die wirtschaftlichen Risiken führen potenziell zu einer Reduzierung der Kaufkraft in den betroffenen Ländern und Regionen und können damit einen Rückgang der Nachfrage nach angebotenen Produkten bewirken. Volkswirtschaftliche Risiken könnten wegen der damit verbundenen Absatzschwankungen mit hohen Ergebnisauswirkungen über den einjährigen Betrachtungszeitraum verbunden sein.

Durch den andauernden Russland-Ukraine-Krieg haben sich die marktwirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Europa weiterhin kaum verändert. Die Inflation befindet sich noch immer auf einem hohen Niveau, wenngleich die Preissteigerungen zurückgegangen sind. Die langfristigen Veränderungen, beispielsweise der Konsumpräferenzen sowie der marktwirtschaftlichen Rahmenbedingungen, unterliegen weiterhin hohen Unsicherheiten.

Der Bijou Brigitte-Konzern beobachtet fortlaufend die gesamtwirtschaftliche, politische und regulatorische Lage in allen wichtigen Märkten, um so potenzielle Problembereiche frühzeitig zu erkennen und die Geschäftsaktivitäten entsprechend schnell anpassen zu können. Zu den möglichen Anpassungen zählen eine Verlagerung der Investitionen in andere, attraktivere Märkte, Konsolidierung des gesamten Filialnetzes, insbesondere Schließungen unprofitabler Filialen, sowie permanente Umsetzung von Maßnahmen zur Kosteneinsparung. Die konjunkturellen- und volkswirtschaftlichen Risiken werden von Bijou Brigitte insgesamt weiterhin als "hoch" eingestuft.

Chancen ergeben sich für Bijou Brigitte in einer solchen konjunkturellen Schwächephase durch ein attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis der angebotenen Artikel, da sich ein verändertes Kaufverhalten von hochpreisigen hin zu preiswerten Produkten positiv auf den Umsatz von Bijou Brigitte auswirken könnte.

Markt und Branche

Neben ökonomischen und branchenspezifischen politischen Rahmenbedingungen können insbesondere eine Änderung der Konsumentenpräferenzen sowie eine veränderte Markenwahrnehmung Risiken bergen. Ein verändertes Kundenverhalten bezüglich der Konsumgewohnheiten führt beispielsweise zur Verlagerung vom stationären hin zum Online-Handel. Dies trägt zur bereits teilweisen Verödung der Innenstädte bei und geht mit einer sinkenden Besucherzahl in den Einkaufszentren und -straßen einher, was sich wiederum negativ auf die Kundenfrequenz in den Filialen auswirkt.

Bijou Brigitte analysiert permanent die Marktlage sowie die Umsatzentwicklung und die Kundenfrequenzen in allen für den Konzern wesentlichen Märkten. Es werden fortlaufend neue Angebote und Services entwickelt, um den Kunden ein attraktives Einkaufserlebnis zu bieten und somit die Kundenfrequenz und Kundenbindung dauerhaft zu steigern. Eine kundenbezogene Änderung des Einkaufsverhaltens erkennen wir derzeit nur in geringem Umfang. Daher wirken sich ein geändertes Kaufverhalten der Kunden oder veränderte Konsumpräferenzen nicht wesentlich auf das Geschäftsergebnis aus. Insgesamt wird das Risiko im Geschäftsjahr 2024 dennoch weiter als "hoch" eingestuft.

Bijou Brigitte arbeitet weiterhin am konsequenten Ausbau des Bereiches Online-Handel und der Aktivitäten auf den Social-Media-Kanälen. Die weitere Verknüpfung von stationärem und Online-Handel im Rahmen einer Omnichannel-Strategie bietet für Bijou Brigitte Chancen, die Markenbekanntheit und die Umsätze weiter zu steigern.

Auch mögliche Änderungen in den gesetzlichen Rahmenbedingungen können sich negativ auf die Umsatzentwicklung auswirken. Der stationäre Fashionmarkt steht seit Jahren unter Druck, aktuelle politische Krisen haben die Situation weiter verschärft.

Steigender Wettbewerbsdruck und Änderungen der gesetzlichen Rahmenbedingungen sind weitere Risiken, die im Geschäftsjahr 2024 als "mittel" eingestuft werden. Risiken können sich beispielsweise daraus ergeben, dass zunehmend chinesische Anbieter im Online- als auch im stationären Handel mit Dumpingangeboten den Markt überschwemmen, insbesondere vor dem Hintergrund der aktuellen US-amerikanischen Zollpolitik. Bijou Brigitte beobachtet kontinuierlich die Entwicklung des Wettbewerbsumfelds in den einzelnen Ländermärkten. Chancen können sich für Bijou Brigitte in diesem Bereich daraus ergeben, dass sich Wettbewerber aus dem Markt zurückziehen und Bijou Brigitte seine Marktposition weiter festigen kann.

Beschaffung

Bijou Brigitte bezieht einen Großteil der Ware aus Fernost. Daraus entstehen potenzielle Einkaufsrisiken, die sich beispielsweise aus steigenden Rohstoff-, Material- und Frachtkosten, Störungen in der Versorgungskette sowie Qualitätsproblemen ergeben können. Das Unternehmen steuert im Rahmen seines Risikomanagements diesen Risiken entgegen. Durch das breit aufgestellte Lieferantennetz werden mögliche Risiken mit Blick auf die Abhängigkeit oder den Ausfall von Einzellieferanten minimiert. Auch die Verkaufspreise werden - soweit möglich - an die aktuellen Marktgegebenheiten angepasst. Durch geänderte gesetzliche Bestimmungen im Lieferantenland, gesellschaftliche Umbrüche und Ähnliches kann es zu höheren Beschaffungskosten und Lieferverzögerungen kommen. Das Risiko wird im Geschäftsjahr 2024 weiter als "hoch" eingestuft.

Das Nichteinhalten von Qualitätsanforderungen oder vereinbarten Lieferzeiten, Veränderungen der Beschaffungsbedingungen im Lieferantenland durch Kriege oder Sanktionen sowie mögliche Lieferantenausfälle durch plötzliche Geschäftsaufgabe, höhere Gewalt oder Epidemien können sich entsprechend negativ auf Bijou Brigitte auswirken. Unser Lieferantennetz ist geografisch so positioniert, dass die Wahrscheinlichkeit für einen Komplettausfall von Lieferungen durch Naturkatastrophen oder Ähnliches als sehr gering einzustufen ist. Auch werden Lieferanten regelmäßig bezüglich dieser Themen sensibilisiert, insbesondere über unseren Supplier Code of Conduct. Das Beschaffungsrisiko wird im laufenden Geschäftsjahr dennoch insgesamt unverändert als "mittel" bewertet.

Sollte es aufgrund nicht eingehaltener gesetzlicher oder behördlicher Vorschriften in den Produktionsländern zur Schließung von Fabriken kommen, könnte dies längere Lieferzeiten durch Produktionsausfall oder Umsatzverluste durch Totalausfall von Lieferungen nach sich ziehen. Ebenso können Gesetzesänderungen mit dem Ziel nachhaltigerer Energienutzung in den Produktionsländern zu höheren Beschaffungskosten führen. Unser Supplier Code of Conduct, der für alle Lieferanten bindend ist, bildet die Grundlage für die Einhaltung der sozialen Mindeststandards, der Menschenrechte sowie für den Schutz von Umwelt und Natur. Durch regelmäßige Qualitätsaudits vor Ort und eine konsequente Nachverfolgung von Verstößen gegen die Menschenrechte reduziert Bijou Brigitte diese Risiken. Ein ausgeglichenes Lieferantenportfolio und die Ausweitung des Lieferantennetzes auf andere Länder tragen ebenfalls zur Risikoreduzierung bei. Für 2024 wird diese Risikogruppe als "mittel" klassifiziert.

Personal

Vor dem Hintergrund des digitalen Wandels, der demografischen und gesellschaftlichen Entwicklung sowie der steigenden Nachfrage nach Fach- und Führungskräften steigen die Anforderungen an ein erfolgreiches Personalmanagement. Gesetzliche Änderungen sowie neueste Rechtsprechungen machen eine regelmäßige Überarbeitung der bestehenden arbeitsrechtlichen Regelungen notwendig.

Die Gewinnung, Entwicklung und Bindung von Talenten stellt Unternehmen vor große Herausforderungen, insbesondere durch den demografischen Wandel. Dem wird mit verschiedenen Personalmarketingmaßnahmen begegnet. Darüber hinaus werden zunehmend interne Mitarbeiter für entstandene Vakanzen in anderen Abteilungen weiterqualifiziert, um die frei gewordenen Positionen intern zu besetzen. Auf diesem Wege kann der Personalbestand optimiert werden. Das bestehende Bewerbermanagementsystem wird kontinuierlich weiterentwickelt, um die administrativen Abläufe im Recruiting zu vereinfachen. Auch der Auswahlprozess wird weiter verbessert, um sicherzustellen, dass die jeweiligen Vakanzen durch die richtigen Mitarbeiter mit den passenden Kompetenzen besetzt sind. Dabei werden zunehmend auch digitale Möglichkeiten des Recruitings genutzt.

Zur Bindung von qualifiziertem Personal wird das Vergütungssystem regelmäßig an die jeweiligen Zielgruppen und Marktgegebenheiten angepasst und werden, soweit möglich, flexible Arbeitszeitmodelle angeboten. Die Berufsausbildung sowohl in der Zentrale als auch in den Filialen wird weiter fortgeführt. Das Personalengpassrisiko wird im Geschäftsjahr 2024 weiterhin als "mittel" beurteilt.

Chancen können sich beispielsweise durch eine Intensivierung von Personalmarketingmaßnahmen ergeben, um Bijou Brigitte als attraktiven Arbeitgeber zu positionieren und so geeignete Bewerber zu finden.

Die im Rahmen der derzeitigen Koalitionsverhandlungen diskutierte Anhebung des Mindestlohns in Deutschland birgt das Risiko einer deutlichen Steigerung der Lohnkosten für Unternehmen im Einzelhandel. Eine Anhebung des Mindestlohns würde sich entsprechend auch auf die künftige Ertragslage des Bijou Brigitte-Konzerns und der Bijou Brigitte AG auswirken und könnte je nach Höhe der Mindestlohnanpassung einen deutlichen Anstieg des Personalaufwands sowie weiterer Vertriebskosten mit sich bringen. Wenn es zu einer Erhöhung des Mindestlohns in Deutschland auf 15,00 EUR kommen sollte, dann hätte dies eine Kostenauswirkung in Millionenhöhe. Bijou Brigitte betrachtet die Eintrittswahrscheinlichkeit aber als gering. Um die gestiegenen Kosten zumindest teilweise zu kompensieren, könnte Bijou Brigitte gezwungen sein, die Verkaufspreise zu erhöhen. Zudem könnte eine Nachverhandlung der Pachtprovision erforderlich werden. Eine optimierte Personaleinsatzplanung könnte dagegen die Personalkostensteigerung abschwächen. Insgesamt wird dieses Risiko als "gering bis mittel" bewertet.

Pandemie

Die möglichen Risiken durch staatlich verfügte Maßnahmen zur Eindämmung des Infektionsgeschehens bei einer Pandemie können massive Auswirkungen auf den gesamten Bijou Brigitte-Konzern haben. Insbesondere mögliche Ladenschließungen während sogenannter Lockdowns sowie weitreichende Zugangsbeschränkungen in den Filialen können zu massiven Umsatzeinbrüchen bei weiterlaufenden Kosten führen.

Bijou Brigitte beobachtet permanent die aktuelle geopolitische und wirtschaftliche Entwicklung in den europäischen Ländern und ergreift bei Bedarf frühzeitig Maßnahmen, um das Risiko einer erneuten Pandemie so weit wie möglich abzumildern. Dazu gehören die Konsolidierung des gesamten Filialnetzes, insbesondere Schließungen unprofitabler Filialen, die Sicherung der Liquidität sowie permanente Umsetzung von Maßnahmen zur Kosteneinsparung. Der Bereich E-Commerce wird kontinuierlich erweitert. Im Fall einer erneuten Pandemie werden alle erforderlichen Schutzmaßnahmen ergriffen, um das Infektionsrisiko für Mitarbeiter und Kunden zu minimieren. Dafür wird das Schutzkonzept von Bijou Brigitte regelmäßig an die jeweils geltenden Vorschriften und Rahmenbedingungen angepasst. Das Risiko wird im Geschäftsjahr 2024 weiterhin als "mittel" eingestuft.

Währung

Ein Großteil der Ware wird in US-Dollar eingekauft. Bei einem steigenden US-Dollarkurs (gegenüber dem EUR) steigen auch die Bezugskosten. Kurzfristige Kursschwankungen, die beispielsweise auch durch die derzeitige US-Zollpolitik entstehen könnten, werden ausgeglichen, da das Vorratsvermögen einen gewissen Puffer darstellt. Längerfristige Kursschwankungen werden nicht durch Sicherungsgeschäfte abgesichert. Dem Risiko einer dadurch bedingten Verringerung der Rohmarge kann teilweise durch die Verkaufspreisgestaltung begegnet werden. Der Devisenmarkt wird kontinuierlich beobachtet und die gewonnenen Informationen werden an die Warendisposition weitergegeben. Insgesamt wird das Risiko weiterhin als "mittel" eingestuft.

Chancen können sich im Umkehrschluss aus einem sinkenden US-Dollarkurs ergeben, da durch die dann geringeren Bezugskosten höhere Gewinnmargen erzielt werden könnten. Im Hinblick auf die derzeitige US-Zollpolitik könnten Zölle zu einer Schwächung des US-Dollars führen.

Warendisposition

Steigende Inventurdifferenzen, die aus Diebstählen in den Filialen resultieren, sind vorwiegend auf eine gestiegene Bandenkriminalität zurückzuführen. Bijou Brigitte überwacht kontinuierlich die Inventurdifferenzen in den Filialen. Darüber hinaus tragen Diebstahlsicherungen in bestimmten Warenbereichen sowie eine entsprechende Warenpräsentation zur Reduzierung von Diebstählen bei. Insgesamt wird dieses Risiko im Geschäftsjahr 2024 weiterhin als "mittel" eingestuft.

Informationstechnologie

Unbefugtes Eindringen in die IT-Systeme, Schadprogramme, Viren und Würmer sowie Manipulation von Hard- und Software können zu Produktivitätsverlust und Zusatzkosten führen. Bijou Brigitte verfügt über ein umfassendes IT-Sicherheitskonzept zum permanenten Monitoring (BSI, DCSO) sowie zur Überwachung der Leitsysteme. Virenscanner, eine Firewall sowie ein umfassendes Zugangs- und Berechtigungskonzept sind wirksame Maßnahmen gegen Cyberkriminalität. Dieses Risiko wird im Geschäftsjahr 2024 als "mittel" bewertet.

GESONDERTER NICHTFINANZIELLER BERICHT

Mit dem aktuellen Nachhaltigkeitsbericht kommt Bijou Brigitte der CSRD-Berichtspflicht gemäß §§ 289b ff., 315b f. HGB nach. Der gesonderte nichtfinanzielle Bericht für das Geschäftsjahr 2024 wurde ordnungsgemäß vom Prüfungsausschuss bzw. Aufsichtsrat der Bijou Brigitte AG überprüft und ist auf der Internetseite www.group.bijou-brigitte.com unter der Rubrik "Investor Relations/​Nachhaltigkeit" für die Öffentlichkeit dauerhaft zugänglich und einsehbar.

Nachhaltigkeitsrelevante Chancen und Risiken, insbesondere klimabezogene Risiken, werden, soweit sie existieren und für den Geschäftsbetrieb von Bijou Brigitte von wesentlicher Bedeutung sind, im Abschnitt "Chancen- und Risikobericht" dieses Lageberichtes dargestellt.

SONSTIGE ANGABEN

Erklärung gemäß §§ 289f, 315d HGB

Die Erklärung zur Unternehmensführung, der Vergütungsbericht und das Vergütungssystem sowie die weiteren nach § 289f/​§ 315d HGB zu machenden Angaben sind auf der Internetseite www.group.bijou-brigitte.com unter der Rubrik "Investor Relations/​Corporate Governance" für die Öffentlichkeit dauerhaft zugänglich und einsehbar. Sie enthält unter anderem Angaben zu Unternehmensführungspraktiken, zur Organisation und Arbeitsweise, zum Diversitätskonzept und zur Vergütung von Aufsichtsrat und Vorstand sowie die Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG.

Übernahmerechtliche Angaben gemäß § 315 Abs. 4 HGB

Die Bijou Brigitte AG ist mit einem gezeichneten Kapital (Grundkapital) in Höhe von 8,1 Mio. EUR ausgestattet. Die Höhe des Grundkapitals hat sich im Geschäftsjahr 2024 nicht verändert. Es ist eingeteilt in 8.100.000 nennbetragslose und auf den Inhaber lautende Stückaktien. Jede Stückaktie gewährt die gleichen Rechte und hat in der Hauptversammlung je eine Stimme.

Mit 50,4 % hält Friedrich-W. Werner, Firmengründer und ehemaliger Vorstandsvorsitzender, den Mehrheitsanteil des gezeichneten Kapitals.

Sofern Arbeitnehmer der Bijou Brigitte AG als Aktionäre an der Gesellschaft beteiligt sind, bestehen nach Kenntnis des Unternehmens keine Besonderheiten bei der Möglichkeit der Stimmrechtsausübung.

Über die Zahl der Vorstandsmitglieder und deren Bestellung beziehungsweise Widerruf der Bestellung entscheidet gemäß § 6 Abs. 2 der Satzung der Gesellschaft der Aufsichtsrat. Im Übrigen gelten die gesetzlichen Bestimmungen über die Bestellung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern gemäß § 84 AktG.

Satzungsänderungen sind gemäß §§ 133 und 179 AktG geregelt und bedürfen demnach eines Beschlusses der Hauptversammlung. Ergänzend sieht die Satzung der Gesellschaft in § 19 vor, dass der Aufsichtsrat im Einvernehmen mit dem Vorstand zu Satzungsänderungen ermächtigt ist, welche nur die Fassung betreffen. Einer Beschlussfassung durch die Hauptversammlung bedarf es insoweit nicht.

Gemäß Beschluss der Hauptversammlung vom 27. Juni 2024 wurde der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats ermächtigt, bis zum 26. Juni 2029 einmalig oder mehrmals, eigene Aktien bis zu insgesamt 10 % des Grundkapitals in Höhe von 8.100.000,00 EUR - dies entspricht 810.000 Stück Aktien - zu erwerben. Am 27. August 2024 wurde mit Zustimmung des Aufsichtsrats ein Aktienrückkaufprogramm beschlossen, das am 28. August 2024 startete. Hinsichtlich der Angaben zu eigenen Aktien wird auf den Konzernanhang verwiesen.

PROGNOSEBERICHT DES KONZERNS UND DER BIJOU BRIGITTE AG

Voraussichtliche Entwicklung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen

Der Dienstleistungsbereich dürfte auch im laufenden Jahr eine entscheidende Stütze der Weltwirtschaft bleiben. Es ist davon auszugehen, dass der globale Welthandel um 2,3 % wachsen wird. Die eingeleiteten Zinssenkungen werden sich positiv auf die weltweite Nachfrage auswirken.

Die globale Inflation der Verbraucherpreise wird sich voraussichtlich im Jahresverlauf weiter abschwächen und bei 3,0 % liegen. Das globale Bruttoinlandsprodukt dürfte wie im Vorjahr um 2,6 % wachsen. 13

In Europa ist mit positiven Wachstumsimpulsen durch die Lockerung der Geldpolitik sowie durch eine expandierende Weltwirtschaft zu rechnen. Der private Konsum dürfte durch eine Aufhellung des Konsumentenvertrauens und dank steigender Realeinkommen zulegen. Das gesamtwirtschaftliche Wachstum im Euroraum dürfte im laufenden Jahr 1,3 % betragen. Aufgrund des moderaten Wirtschaftswachstums in Europa ist damit zu rechnen, dass die Erwerbslosenquote im Jahr 2025 leicht zurückgehen wird. Es ist davon auszugehen, dass sich die Inflation weiter abschwächt und dass die Verbraucherpreise im Euroraum mit einer Rate von 2,1 % steigen werden. 14

Für die deutsche Wirtschaft wird auch 2025 nicht mit einer starken konjunkturellen Erholung gerechnet. Mit einem erwarteten Wachstum von lediglich 0,4 % und einer Inflationsrate von 2,1 % läge Deutschland im europäischen und globalen Vergleich eher im unteren Rankingbereich. Unternehmensinvestitionen dürften weiterhin schwach ausfallen, der Außenbeitrag wird aufgrund der rückläufigen internationalen Wettbewerbsfähigkeiten eher sinken. Mit einem Zuwachs von immerhin 0,5 % könnte der private Konsum hingegen stützend wirken, auch wenn die Verbraucherstimmung weiterhin verhalten sein wird. Die stagnierende Wirtschaft in Deutschland wird zunehmend auch auf dem Arbeitsmarkt sichtbar. Die Zahl der offenen Stellen nimmt ab und für die Arbeitslosenquote ist zu erwarten, dass sie im Jahr 2025 auf 6,1 % ansteigt. 15

Die spanische Wirtschaft dürfte im laufenden Jahr vor allem durch eine Zunahme der Investitionen um 2,3 % wachsen. Auch für den Außenhandel geht die EU-Kommission von einer anhaltenden Belebung aus Der private Konsum dürfte 2025 um 2,2 % ansteigen. 16 Die reale Wirtschaftsleistung Portugals soll laut EU-Kommission in diesem Jahr um 1,9 % zulegen. Dabei profitiert das Land von seiner starken Verflechtung mit Spanien.

13 Sachverständigenrat: Jahresgutachten 2024/​25, Dezember 2024
14 Sachverständigenrat: Jahresgutachten 2024/​25, Dezember 2024
15 Sachverständigenrat: Jahresgutachten 2024/​25, Dezember 2024
16 GTAI: Wirtschaftsausblick Spanien, 02.12.2024

Problematisch bleiben die überdurchschnittlich hohen Wohnkosten. Für den privaten Konsum wird ein Anstieg von 2,1 % erwartet. 17

Ausrüstungsinvestitionen und der Export dürften 2025 in Italien die stärksten Wachstumstreiber sein, so dass die italienische Wirtschaft preisbereinigt um 1,0 % wachsen soll. Nach einem stagnierenden privaten Konsum im vergangenen Jahr dürfte der private Verbrauch 2025 ebenfalls um 1,0 % zulegen. 18 In Frankreich wird der erhoffte Aufschwung auch 2025 auf sich warten lassen. Durch eine instabile innenpolitische Lage und aufgrund des massiven Sparzwangs bleibt eine hohe Verunsicherung bestehen, die sich in einem eher schwachen Wachstum von real 0,8 % niederschlagen dürfte. Dabei könnte der private Konsum um 0,7 % ansteigen. 19

Der Handelsverbands Deutschland (HDE) sieht für 2025 kein großes Wachstumspotenzial und geht davon aus, dass der Einzelhandel insgesamt nominal um nur 2,0 % wachsen wird. Dies entspricht einem realen Anstieg von lediglich 0,5 %. Dabei dürfte der Umsatz im stationären Handel im laufenden Jahr nominal um 1,8 % (real: 0,3 %) steigen. Der Online-Handel wird voraussichtlich ein Wachstum von nominal 3,0 % und real von 2,0 % erreichen. Damit zeigt sich die Prognose nur verhalten optimistisch. Grund hierfür sind vor allem die andauernden Unsicherheiten. Risiken wie drohende Handelsbeschränkungen und Zölle, mögliche Eskalationen von Kriegen und politischen Konflikten sowie hohe Energiekosten könnten sich negativ auf das Wachstum der Branche auswirken. 20 Auf der anderen Seite könnten steigende Realeinkommen und eine geringere Inflation die Verbraucherstimmung aufhellen und zu einem Umsatzwachstum beitragen. 21

17 GTAI: Wirtschaftsausblick Portugal, 07.12.2024
18 GTAI: Wirtschaftsausblick Italien, 12.12.2024
19 GTAI: Wirtschaftsausblick Frankreich, 28.11.2024
20 HDE: Jahrespressekonferenz, 31.01.2025
21 Handelsverband Deutschland (HDE): Info Konjunktur - Lage und Perspektive im Einzelhandel, Januar 2025

Auch wenn die Weltwirtschaft sich widerstandsfähig zeigt und ein solides Wachstum prognostiziert wird, dürften vor allem die durch die US-Regierung angefachten handelspolitischen Unsicherheiten für eine Dominanz der Abwärtsrisiken sorgen. Eine Verschärfung der aktuellen geopolitischen Spannungen könnte zudem die Preise für Rohstoffe, Lebensmittel und Energie erneut ansteigen lassen. Die deutsche Wirtschaft wird zusätzlich durch eine schwache Nachfrage und eine gedämpfte Konsum- und Investitionsneigung weiterhin ausgebremst. Auch die zunehmende Sorge um sichere Arbeitsplätze sowie eine anhaltende innenpolitische Unsicherheit wirken einer Erholung des Konsumklimas in Deutschland entgegen. 22

22 Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (bmwk.de): Schlaglichter der Wirtschaftspolitik, März 2025

Ausblick für den Bijou Brigitte-Konzern und die Bijou Brigitte AG

Die zuvor dargestellten makroökonomischen und branchenspezifischen Rahmenbedingungen können sich auf die künftige Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Bijou Brigitte-Konzerns und der Bijou Brigitte AG auswirken. Die Prognose zum zukünftigen Geschäftsverlauf von Bjou Brigitte für das aktuelle Geschäftsjahr unterliegt daher hohen Unsicherheiten.

Unter der Annahme, dass es im Jahresverlauf zu keinen weiteren größeren wirtschaftlichen oder politischen Verwerfungen kommt, der allgemeine Preisanstieg stabil bleibt und sich die Konsumentenstimmung nicht eintrübt, könnte der Umsatz des Bijou Brigitte-Konzerns im Geschäftsjahr 2025 zwischen 330,0 Mio. EUR und 350,0 Mio. EUR betragen (Geschäftsjahr 2024: 333,9 Mio. EUR). Das Konzernergebnis vor Ertragsteuern könnte zwischen 26,0 Mio. EUR und 36,0 Mio. EUR liegen (Geschäftsjahr 2024: 33,5 Mio. EUR). Für das Vorratsvermögen zum Stichtag 31. Dezember 2025 wird ein Betrag zwischen 75,0 Mio. EUR und 85,0 Mio. EUR prognostiziert (31. Dezember 2024: 79,3 Mio. EUR). Unter der Annahme, dass die kurzfristigen und langfristigen Schulden über dem Vorjahresniveau liegen und keine weiteren eigenen Aktien zurückgekauft werden, rechnet der Konzern für das Jahr 2025 mit einer Eigenkapitalquote zwischen 53,0 % und 58,0 % (2024: 57,1 %). Das Investitionsvolumen im Geschäftsjahr 2025 könnte zwischen 12,0 Mio. EUR und 18,0 Mio. EUR (2024: 14,1 Mio. EUR) betragen. Die Anzahl der Filialen im Bjou Brigitte-Konzern wird zum Jahresende 2025 voraussichtlich über dem Vorjahresniveau liegen (31. Dezember 2024: 913 Filialen).

Für die Bjou Brigitte AG wird für das Geschäftsjahr 2025 ein Umsatz zwischen 222,0 Mio. EUR und 232,0 Mio. EUR (Geschäftsjahr 2024: 228,0 Mio. EUR) erwartet. Das operative Ergebnis vor Steuern für das Jahr 2025 könnte zwischen 15,0 Mio. EUR und 23,0 Mio. EUR liegen (Geschäftsjahr 2024: 23,3 Mio. EUR).

Das Investitionsvolumen in der Bjou Brigitte AG wird für das Geschäftsjahr 2025 in einer Größenordnung von 6,0 Mio. EUR bis 9,0 Mio. EUR prognostiziert (2024: 8,7 Mio. EUR). Das Vorratsvermögen könnte zum 31. Dezember 2025 bei 52,0 Mio. EUR bis 57,0 Mio. EUR liegen (2024: 54,8 Mio. EUR). Die Anzahl der deutschen und niederländischen Bijou Brigitte-Filialen dürfte zum Jahresende 2025 voraussichtlich auf Vorjahresniveau liegen (31. Dezember 2024: 433).

Insgesamt werden wir uns im Geschäftsjahr 2025 darauf konzentrieren, unseren Umsatz zu steigern und Kostenerhöhungen so weit wie möglich einzudämmen. Durch attraktive Angebote und Einkaufserlebnisse - online wie offline - wollen wir die Kundenbindung weiter stärken und die Sichtbarkeit der Marke Bjou Brigitte noch wirksamer erhöhen. Zudem werden wir unseren Expansionskurs fortsetzen, um Wachstumschancen zu nutzen und 2025 zu einem erfolgreichen Geschäftsjahr für Bijou Brigitte zu machen.

 

Hamburg, 24. April 2025

Bijou Brigitte modische Accessoires Aktiengesellschaft

Der Vorstand

Roland Werner, Vorsitzender

Marc Gabriel, Vorstandsmitglied

Jürgen Gödecke, Vorstandsmitglied

Konzernabschluss FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR VOM 1. JANUAR BIS 31. DEZEMBER 2024

Konzernbilanz zum 31. Dezember 2024

AKTIVA

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Anhang 31.12.2024
EUR
31.12.2023
EUR
VERMÖGENSWERTE
Langfristige Vermögenswerte
Immaterielle Vermögenswerte (1) 1.376.713,00 2.836.740,69
Sachanlagevermögen (2) 39.493.859,00 35.315.268,10
Nutzungsrechte (3) 127.258.998,47 120.486.420,41
Langfristige finanzielle Vermögenswerte (4) 2.223.941,54 1.994.523,86
Latente Steuern (5) 5.102.825,29 3.770.396,95
175.456.337,30 164.403.350,01
Kurzfristige Vermögenswerte
Vorräte (6) 79.311.805,57 80.389.530,89
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (7) 2.036.714,19 1.603.345,34
Steuerforderungen (8) 1.177.412,90 752.014,89
Sonstige finanzielle Vermögenswerte (9) 70.431.303,26 90.146.024,42
Sonstige kurzfristige Forderungen (10) 619.419,82 777.567,28
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente (11) 81.757.678,71 69.354.997,39
235.334.334,45 243.023.480,21
410.790.671,75 407.426.830,22

PASSIVA

Anhang 31.12.2024
EUR
31.12.2023
EUR
EIGENKAPITAL UND SCHULDEN
Eigenkapital (12)
Gezeichnetes Kapital 8.100.000,00 8.100.000,00
Kapitalrücklage 3.579.043,17 3.579.043,17
Gewinnrücklagen 41.788.109,96 41.788.109,96
Eigene Anteile -25.825.828,86 -23.836.380,56
Rücklage aus der Fremdwährungsumrechnung 247.284,33 148.023,49
Erwirtschaftetes Konzerneigenkapital 206.542.396,55 209.868.080,23
234.431.005,15 239.646.876,29
Langfristige Schulden
Langfristige Rückstellungen (14) 5.029.854,11 4.860.725,65
Leasingverbindlichkeiten (15) 96.830.851,59 89.976.308,74
Latente Steuern (13) 813.926,00 1.411.798,75
102.674.631,70 96.248.833,14
Kurzfristige Schulden
Kurzfristige Rückstellungen (14) 2.296.959,72 2.270.222,80
Steuerschulden (16) 1.951.545,59 2.679.667,16
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (17) 10.866.610,55 10.158.338,37
Leasingverbindlichkeiten (15) 37.208.845,98 34.965.409,91
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten (17) 7.971.010,83 9.234.110,95
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten (17) 13.390.062,23 12.223.371,60
73.685.034,90 71.531.120,79
410.790.671,75 407.426.830,22

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2024

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Anhang 2024
EUR
2023
EUR
Umsatzerlöse (18) 333.890.655,58 327.883.316,73
Andere aktivierte Eigenleistungen (19) 559.349,30 690.626,50
Sonstige betriebliche Erträge (20) 5.479.552,06 4.084.937,41
Materialaufwand (21) -71.871.072,39 -72.505.919,87
Personalaufwand (22) -92.875.378,74 -88.523.972,41
Abschreibungen und Wertminderungen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und Nutzungsrechte (23) -52.628.380,85 -49.409.579,20
Sonstige betriebliche Aufwendungen (24) -86.215.756,85 -82.333.853,64
Betriebsergebnis 36.338.968,11 39.885.555,52
Zinsen und ähnliche Aufwendungen (25) -7.416.454,21 -6.395.809,85
Zinserträge (25) 4.544.843,67 2.521.489,11
Finanzergebnis (25) -2.871.610,54 -3.874.320,74
Ergebnis vor Steuern (EBT) 33.467.357,57 36.011.234,78
Ertragsteuern (26) -9.847.563,25 -11.935.970,72
Konzernergebnis nach Steuern 23.619.794,32 24.075.264,06
Zurechnung des Überschusses an die Aktionäre des Mutterunternehmens 23.619.794,32 24.075.264,06
Ergebnis je Aktie (27)
Unverwässert 3,07 3,13
Verwässert 3,07 3,13

Konzern-Gesamtergebnisrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2024

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Anhang 2024
EUR
2023
EUR
Konzernergebnis 23.619.794,32 24.075.264,06
Beträge, die künftig in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden können
Währungsumrechnungsdifferenzen (12) 99.260,84 434.421,33
Sonstiges Ergebnis 99.260,84 434.421,33
Gesamtkonzernergebnis 23.719.055,16 24.509.685,39
Vom Gesamtergebnis entfallen auf:
die Aktionäre des Mutterunternehmens 23.719.055,16 24.509.685,39

Konzern-Kapitalflussrechnung 2023 und 2024

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2024
EUR
2023
EUR
1. Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit
Konzernergebnis nach Steuern 23.619.794,32 24.075.264,06
Ertragsteueraufwand (+) /​ -ertrag (-) 9.847.563,25 11.935.970,72
Wertminderungen und Abschreibungen auf das Anlagevermögen (+) 10.874.972,81 11.040.017,51
Wertminderungen und Abschreibungen auf die Nutzungsrechte (+) 41.753.408,04 38.369.561,69
Finanzergebnis 2.871.610,54 3.874.320,74
Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen und Erträge -368.510,78 547.392,04
Gezahlte Ertragsteuern (-) /​ erhalten Ertragsteuern (+) -12.931.383,92 -13.888.367,51
Einzahlungen aus Zinsen (+) 4.478.658,77 2.454.645,73
Auszahlungen von Zinsen (-) -6.914.036,94 -6.029.274,39
Ergebnis aus Abgängen von Gegenständen des Anlagevermögens 121.824,38 139.904,12
Veränderung der Rückstellungen 28.158,40 3.820,52
Veränderung der Vorräte, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Vermögenswerte -10.185,66 -2.156.356,58
Veränderung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Schulden 611.862,69 3.102.342,91
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 73.983.735,90 73.469.241,56
2. Cashflow aus der Investitionstätigkeit
Einzahlungen aus Abgängen von immateriellen Vermögenswerten sowie Sachanlagen 186.020,93 154.189,94
Auszahlungen (-) für Investitionen in Sachanlagen -13.672.465,86 -12.036.254,89
Auszahlungen (-) für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte -393.928,00 -1.091.534,30
Auszahlungen (-) /​ Einzahlungen (+) aufgrund von Finanzmittelanlagen im Rahmen der kurzfritigen Finanzdisposition 20.363.514,23 -14.640.426,49
Cashflow aus der Investitionstätigkeit 6.483.141,30 -27.614.025,74
3. Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit
Auszahlung (-) der Dividende der Bijou Brigitte AG -26.945.478,00 -38.493.540,00
Auszahlung (-) für den Erwerb eigener Anteile -1.989.448,30 0,00
Tilgunganteil von Leasingzahlungen (-) -39.219.266,32 -39.040.006,41
Auszahlungen (-) für Zinsen -99.780,81 -104.314,81
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit -68.253.973,43 -77.637.861,22
4. Finanzmittelfonds am Ende der Periode
Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelfonds (Zwischensummen 1 - 3) 12.212.903,77 -31.782.645,40
Wechselkursbedingte Veränderungen 189.777,55 -364.594,01
Finanzmittelfonds am Anfang der Periode 69.354.997,39 101.502.236,80
Finanzmittelfonds am Ende der Periode 81.757.678,71 69.354.997,39
5. Zusammensetzung des Finanzmittelfonds
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 81.757.678,71 69.354.997,39

Veränderung des Konzern-Eigenkapitals 2023 und 2024

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Gezeichnetes Kapital
EUR
Kapitalrücklage
EUR
Gewinnrücklagen
EUR
Eigene Anteile
EUR
Stand 1.1.2023 8.100.000,00 3.579.043,17 41.788.109,96 -23.836.380,56
Konzernergebnis
Sonstiges Ergebnis
Gesamtergebnis
Erwerb eigene Aktien 0,00
Dividenden
Stand 31.12.2023 8.100.000,00 3.579.043,17 41.788.109,96 -23.836.380,56
Stand 1.1.2024 8.100.000,00 3.579.043,17 41.788.109,96 -23.836.380,56
Konzernergebnis
Sonstiges Ergebnis
Gesamtergebnis
Erwerb eigene Aktien -1.989.448,30
Dividenden
Stand 31.12.2024 8.100.000,00 3.579.043,17 41.788.109,96 -25.825.828,86
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Rücklage aus der Fremdwährungsumrechnung
EUR
Erwirtschaftetes Konzerneigenkapital
EUR
Stand 1.1.2023 -286.397,84 224.286.356,17
Konzernergebnis 24.075.264,06
Sonstiges Ergebnis 434.421,33
Gesamtergebnis 434.421,33 24.075.264,06
Erwerb eigene Aktien
Dividenden -38.493.540,00
Stand 31.12.2023 148.023,49 209.868.080,23
Stand 1.1.2024 148.023,49 209.868.080,23
Konzernergebnis 23.619.794,32
Sonstiges Ergebnis 99.260,84
Gesamtergebnis 99.260,84 23.619.794,32
Erwerb eigene Aktien
Dividenden -26.945.478,00
Stand 31.12.2024 247.284,33 206.542.396,55
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Gesamt
EUR
Stand 1.1.2023 253.630.730,90
Konzernergebnis 24.075.264,06
Sonstiges Ergebnis 434.421,33
Gesamtergebnis 24.509.685,39
Erwerb eigene Aktien 0,00
Dividenden -38.493.540,00
Stand 31.12.2023 239.646.876,29
Stand 1.1.2024 239.646.876,29
Konzernergebnis 23.619.794,32
Sonstiges Ergebnis 99.260,84
Gesamtergebnis 23.719.055,16
Erwerb eigene Aktien -1.989.448,30
Dividenden -26.945.478,00
Stand 31.12.2024 234.431.005,15

Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2024

A. Geschäftsgegenstand

Die Bijou Brigitte modische Accessoires Aktiengesellschaft mit Sitz in 22399 Hamburg (Deutschland), Poppenbütteler Bogen 1, (Bijou Brigitte AG) ist beim Amtsgericht Hamburg im Handelsregister unter der Nummer HRB 38204 eingetragen. Die Satzung besteht in der Fassung vom 27. Juni 2024. Geschäftsjahr ist das Kalenderjahr. Gegenstand des Unternehmens ist die Herstellung, der Import und der Vertrieb von Modeschmuck, Gold- und Silberschmuck, modischen Accessoires und Komplementärartikeln.

B. Grundsätze der Rechnungslegung

Grundlagen

Der Konzernabschluss der Gesellschaft zum 31. Dezember 2024 wurde entsprechend den vom International Accounting Standards Board (IASB) herausgegebenen International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, einschließlich der International Accounting Standards (IAS) und der Auslegung des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC) bzw. Standard Interpretations Committee (SIC) aufgestellt. Dabei werden alle für das Geschäftsjahr 2024 verpflichtend anzuwendenden Standards und Interpretationen berücksichtigt, soweit sie für den vorliegenden Konzernabschluss relevant sind. Die Vergleichszahlen für das Geschäftsjahr 2023 wurden nach denselben Grundsätzen ermittelt.

Die Bijou Brigitte AG wendet § 315e HGB an und erstellt und veröffentlicht einen Konzernabschluss nach internationalen Rechnungslegungsvorschriften. Darüber hinaus werden alle nach deutschem Handelsrecht verlangten zusätzlichen Angaben und Erläuterungen veröffentlicht, auch wenn sie nach IFRS nicht verpflichtend sind.

Der Konzernabschluss ist in Euro (EUR) dargestellt. Alle Beträge sind auf zwei Nachkommastellen gerundet und somit können Cent Rundungsdifferenzen bei den Additionen vorkommen.

Die Konzernbilanz wird gemäß IAS 1.51 ff. in langfristige und kurzfristige Posten untergliedert. Die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung wird nach dem Gesamtkostenverfahren dargestellt. Die Zusammensetzung einzelner Posten der Konzernbilanz und der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung wird im Anhang unter Punkt C. und D. erläutert.

Der Konzernabschluss wurde durch den Vorstand am 16. April 2025 aufgestellt und wird dem Aufsichtsrat für dessen Sitzung am 24. April 2025 zur Billigung vorgelegt. Insoweit besteht bis zu diesem Zeitpunkt die Möglichkeit einer Änderung des Konzernabschlusses durch den Aufsichtsrat.

Rechnungslegungsgrundsätze

Aus der erstmaligen Anwendung der nachfolgenden Neuerungen und Änderungen der Standards und Interpretationen des IASB für das Geschäftsjahr 2024 ergeben sich keine wesentlichen Auswirkungen auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Hierunter fallen:

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Änderungen an IAS 1: Klassifizierung von Verbindlichkeiten als kurz- oder langfristig

Änderungen an IAS 1: Langfristige Verbindlichkeiten mit Covenants

Änderungen an IAS 7 und IFRS 7: Lieferantenfinanzierungsvereinbarungen

Änderungen an IFRS 16: Leasingverbindlichkeiten bei Sale-and-Leaseback

Die folgenden neuen Standards und Interpretationen sowie Änderungen bestehender Standards und Interpretationen des IASB, die von der EU teilweise übernommen wurden und für Geschäftsjahre, die nach dem 1. Januar 2025 beginnen, wurden bei der Erstellung des vorliegenden Konzernabschlusses nicht vorzeitig angewandt. Die Gesellschaft erwartet nach Überprüfung der potenziellen Auswirkungen keine wesentlichen Anpassungen des Konzernabschlusses aus der erstmaligen Anwendung dieser neuen bzw. geänderten Vorschriften.

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Änderungen an IAS 21: Mangel an Umtauschbarkeit

Änderungen an IFRS 9 /​ IFRS 7: Klassifizierung und Bewertung von Finanzinstrumenten

Änderungen an IFRS 1, IFRS 7, IFRS 9, IFRS 10, IAS 7 im Rahmen der jährlichen Verbesserungen

IFRS 18: Darstellung und Offenlegung von Informationen in Abschlüssen

IFRS 19: Tochterunternehmen ohne öffentliche Rechenschaftspflicht: Angaben

Ermessensspielräume und Schätzungen

Die Erstellung des Konzernabschlusses unter Anwendung der Konzernbilanzrichtlinien erfordert von der Geschäftsführung Beurteilungen von Sachverhalten, Schätzungen und Annahmen, die die Beträge der Vermögenswerte, Schulden und finanziellen Verpflichtungen zum Bilanzstichtag sowie die Erträge und Aufwendungen des Geschäftsjahres beeinflussen können. Obwohl diese Schätzungen und Annahmen mit größter Sorgfalt auf Basis der Vergangenheitserfahrungen sowie aller verfügbaren Informationen vorgenommen bzw. getroffen wurden, können die tatsächlichen Ergebnisse davon abweichen.

Die den Schätzungen zugrunde liegenden Annahmen unterliegen einer regelmäßigen Überprüfung. Schätzungsänderungen werden periodengerecht berücksichtigt.

Sachanlagevermögen und immaterielle Vermögenswerte:

Bei der Bewertung von Vermögenswerten des Sachanlagevermögens und immateriellen Vermögenswerten ist die erwartete Nutzungsdauer der Vermögenswerte zu schätzen. Die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte von Vermögenswerten sowie der Nutzungsdauern der Vermögenswerte basiert auf Erfahrungswerten und Beurteilungen des Managements.

Der Konzern überprüft an jedem Abschlussstichtag die geschätzten Nutzungsdauern von Sachanlagen. Für das laufende Geschäftsjahr ergab sich für die Geschäftsführung kein Anlass, die Nutzungsdauer von einzelnen Anlagen zu ändern.

Im Rahmen der Ermittlung der Wertminderung von Vermögenswerten des Sachanlagevermögens und von immateriellen Vermögenswerten werden auch Schätzungen vorgenommen, die sich u. a. auf Ursache, Zeitpunkt und Höhe der Wertminderung beziehen.

Vorräte:

Die Bewertung der Vorräte umfasst die Einschätzung, ob die Buchwerte die erzielbaren Nettoveräußerungswerte übersteigen. Dabei ist eine Einschätzung der zukünftig erzielbaren Nettoveräußerungswerte auf Basis einer Beurteilung der künftigen Nachfrage und Preisentwicklung sowie der vorhandenen Vorratsmenge vorzunehmen.

Ertragsteuern:

Ertragsteuern sind für jede Steuerjurisdiktion zu schätzen, in der der Konzern tätig ist. Dabei ist für jedes Besteuerungssubjekt die erwartete tatsächliche Ertragsteuer zu berechnen. Das Management muss bei der Berechnung tatsächlicher und latenter Steuern Beurteilungen treffen. Aktive latente Steuern werden in dem Maße angesetzt, in dem es wahrscheinlich ist, dass sie genutzt werden können.

Rückstellungen:

Ansatz und Bewertung der Rückstellungen im Zusammenhang mit anhängigen Rechtsstreitigkeiten oder anderen ausstehenden Ansprüchen sowie Rückbauverpflichtungen sind mit Einschätzungen durch das Management verbunden. Aus der Verwendung der Annahmen und Schätzungen resultieren die jeweils in der Bilanz ausgewiesenen Buchwerte.

Konsolidierungskreis und Konsolidierungsmethoden

Der Konsolidierungskreis besteht aus folgenden Gesellschaften:

Mutterunternehmen:

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Bijou Brigitte modische Accessoires Aktiengesellschaft, Hamburg

Tochterunternehmen:

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Bijou Brigitte modische Accessoires Ges. mbH, Wien - Österreich

Fashion Dream Limited, Hongkong - China

"Senso di Donna" Vertriebs GmbH iL., Hamburg - Deutschland

Rubin GmbH, Buxtehude - Deutschland

Bijou Brigitte Sp.z o.o., Warschau - Polen

Bijou Brigitte modische Accessoires S.L., Barcelona - Spanien

Bijou Brigitte Divatcikk Kereskedelmi Kft., Budapest - Ungarn

Bijou Brigitte-Acessórios de Moda Unipessoal, Lda., Lissabon - Portugal

Bijou Brigitte s.r.o., Prag - Tschechien

Bijou Brigitte s.r.l., Mailand - Italien

Bijou Brigitte Monoprosopi EPE, Athen - Griechenland

Bijou Brigitte Accessoires de Mode SAS, Straßburg - Frankreich

Bijou Rubin Lille SARL, Wasquehal - Frankreich 1)

Bijou Rubin Beauvais SARL, Beauvais - Frankreich 1)

Bijou Rubin Paris SARL, Paris - Frankreich 1)

Bijou Rubin Limoges SARL, Poitiers - Frankreich 1)

Bijou Rubin Bordeaux SARL, Trélissac -Frankreich 1)

Bijou Rubin Villefranche SARL, Villefranche - Frankreich 1)

Bijou Rubin Grenoble SARL, Grenoble - Frankreich 1)

Bijou Rubin Nimes SARL, Nimes - Frankreich 1)

Bijou Rubin Toulouse SARL, Toulouse - Frankreich

Bijou Rubin Menton SARL, Menton - Frankreich 1)

Bijou Rubin Calais SARL, Calais - Frankreich 1)

Bijou Rubin Annecy SARL, Annecy - Frankreich 1)

Bijou Rubin Angers SARL, Angers - Frankreich 1)

Bijou Rubin Nantes SARL, - Tremblayen France - Frankreich 1)

Bijou Rubin Rodez SARL, Rodez - Frankreich 1)

Bijou Rubin Valence SARL, Valence - Frankreich 1)

Bijou Rubin Mulhouse SARL, Mulhouse - Frankreich 1)

Bijou Brigitte s.r.o., Trenčín - Slowakei

"BIJOU BRIGITTE" EOOD, Sofia - Bulgarien

S.C. Bijou Brigitte S.R.L., Medias - Rumänien

BIJOU BRIGITTE S.R.L., Brüssel - Belgien

Bijou Brigitte GmbH, St. Gallen - Schweiz

BIJOU RUBIN S.R.L., Brüssel - Belgien

Bijou Brigitte SCI, Straßburg - Frankreich 1)

Dauber GmbH, Wien - Österreich 2)

Sommer GmbH, Wien - Österreich 2)

1) Mittelbar über Bijou Brigitte Accessoires de Mode SAS, Straßburg - Frankreich
2) Mittelbar über Bijou Brigitte modische Accessoires Ges. mbH, Wien - Österreich

Der Konsolidierungskreis der Bijou Brigitte modische Accessoires AG hat sich im Geschäftsjahr 2024 gegenüber dem Konzernabschluss zum 31. Dezember 2023 nicht geändert.

Die Bijou Brigitte modische Accessoires AG ist an allen Gesellschaften unmittelbar oder mittelbar zu 100 % beteiligt. An der BIJOU BRIGITTE S.R.L., Brüssel, und der BIJOU RUBIN S.R.L., Brüssel. ist die Bijou Brigitte modische Accessoires AG jeweils mit 99 % des Kapitals beteiligt, während die Rubin GmbH, Buxtehude, als 100 % iges Tochterunternehmen der Bijou Brigitte modische Accessoires AG jeweils das restliche Kapital in Höhe von 1 % hält.

Die Liquidation der "Senso di Donna" Vertriebs GmbH, die keine Geschäftstätigkeit mehr ausgeübt hat, wurde am 18. September 2024 im Handelsregister beim Amtsgericht Hamburg eingetragen.

Der Abschlussstichtag des Konzerns der Bijou Brigitte modische Accessoires AG sowie der Tochtergesellschaften ist der 31. Dezember des jeweiligen Kalenderjahres. Alle prüfungspflichtigen Abschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen wurden von unabhängigen Abschlussprüfern oder vom Konzernabschlussprüfer geprüft.

Konzerninterne Gewinne und Verluste, Umsatzerlöse, Aufwendungen und Erträge sowie zwischen konsolidierten Unternehmen bestehende Forderungen und Verbindlichkeiten und Zwischenergebnisse werden eliminiert.

Auf ergebniswirksame Konsolidierungsvorgänge wurden Steuerabgrenzungen nach IAS 12 insoweit vorgenommen, als sich die daraus entstehenden Differenzen voraussichtlich wieder ausgleichen.

Der Konzernabschluss basiert auf dem Prinzip der historischen Anschaffungskosten und Herstellungskosten, eingeschränkt durch die erfolgswirksame Bewertung zum beizulegenden Zeitwert finanzieller Vermögenswerte und Verbindlichkeiten.

Bilanzierungsmethoden

Fremdwährungsumrechnung

Die Jahresabschlüsse ausländischer Tochtergesellschaften wurden in Übereinstimmung mit IAS 21 nach dem Konzept der funktionalen Währung in EUR umgerechnet. Bei den betroffenen Gesellschaften ist die funktionale Währung die jeweilige Landeswährung. Die Währungsumrechnung erfolgt daher beim Eigenkapital zum historischen Kurs, bei den sonstigen Bilanzpositionen zum Bilanzstichtagskurs und bei den Erträgen und Aufwendungen sowie beim Konzernergebnis zum Durchschnittskurs des Jahres. Währungsdifferenzen werden gemäß IAS 21 im sonstigen Ergebnis ausgewiesen.

Geschäftsvorfälle in Fremdwährung werden mit dem Wechselkurs am Tag des Geschäftsvorfalls umgerechnet. Gewinne und Verluste aus der Begleichung solcher Geschäftsvorfälle sowie aus der Umrechnung von monetären Vermögenswerten und Verbindlichkeiten werden in der Gewinn- und Verlustrechnung verbucht. Diese werden unter den sonstigen betrieblichen Erträgen bzw. unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen.

Die für die Umrechnung der Fremdwährungen im Konzern verwendeten Wechselkurse ergeben sich aus folgender Tabelle:

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Stichtagskurs 31.12. Durchschnittskurs
1 EUR = 2024 2023 2024 2023
Bulgarien BGN 1,9489 1,9521 1,9527 1,9528
China CNY 7,5840 7,8631 7,7696 7,6808
Hong Kong HKD 8,1094 8,6517 8,4308 8,4786
Polen PLN 4,2625 4,3410 4,2999 4,5272
Rumänien RON 4,9740 4,9737 4,9744 4,9504
Schweiz CHF 0,9429 0,9265 0,9535 0,9712
Tschechien CZK 25,217 24,716 25,160 23,988
Ungarn HUF 411,510 382,390 397,007 380,498
USA USD 1,0450 1,1075 1,0807 1,0827

Immaterielle Vermögenswerte

Die entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögenswerte mit bestimmbarer Nutzungsdauer werden zu Anschaffungskosten aktiviert, selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte mit bestimmbarer Nutzungsdauer werden mit Herstellungskosten aktiviert, wenn die Aktivierungskriterien gemäß IAS 38 erfüllt sind. Die Entwicklungskosten der selbst geschaffenen Software beliefen sich im Geschäftsjahr auf 376.464,00 EUR (Vorjahr: 946.921,20 EUR) und wurden vollständig aktiviert. Forschungskosten sind wie im Vorjahr nicht angefallen. Die Wertminderung erfolgt entsprechend der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer linear über folgende Zeiträume:

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erworbene Software 4 - 5 Jahre
selbst erstellte Software 3 - 5 Jahre
entgeltlich erworbene Rechte 3 -15 Jahre

Planmäßige Abschreibungen werden als Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte erfasst. Es gibt keine immateriellen Vermögenswerte mit unbegrenzter Nutzungsdauer.

Die erwartete Nutzungsdauer sowie die Abschreibungsmethode werden am Ende jedes Geschäftsjahres und beim Eintreten von besonderen Vorkommnissen überprüft. Sämtliche Schätzungsänderungen werden prospektiv berücksichtigt.

Sachanlagevermögen

Das Sachanlagevermögen wird zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um kumulierte Abschreibungen, bilanziert. Die planmäßige Abschreibung wird für jeden Vermögenswert linear über die planmäßige Nutzungsdauer auf Basis der Anschaffungs- oder Herstellungskosten berechnet.

Die geschätzten Nutzungsdauern betragen:

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Gebäude 20 - 40 Jahre
Außenanlagen 2 - 15 Jahre
technische Anlagen und Maschinen 3 - 10 Jahre
Betriebs- und Geschäftsausstattung 3 - 20 Jahre

Planmäßige Abschreibungen und außerplanmäßige Wertminderungen werden als Abschreibungen auf Sachanlagen erfasst.

Die Grundstücke werden nicht abgeschrieben.

Nutzungsrechte

Bei den Nutzungsrechten handelt es sich um Mietverträge, bei denen das Nutzungsrecht für Verkaufsräume dem Bijou Brigitte-Konzern als Leasingnehmer überlassen wird. Der Konzern mietet hauptsächlich Verkaufsräume als Einzelhandelsgeschäfte und vereinzelt Büro- und Lagerflächen. Die Mietverträge werden in der Regel für feste Zeiträume von einem bis zwölf Jahren abgeschlossen. Die Mietkonditionen werden individuell ausgehandelt und sind somit je nach Vertrag sehr unterschiedlich. Seit dem 1. Januar 2019 werden Leasingverhältnisse zu dem Zeitpunkt, zu dem der Konzern den Leasinggegenstand nutzen kann, als Nutzungsrecht und entsprechende Leasingverbindlichkeit bilanziert (siehe auch "Leasingverhältnisse").

Die Nutzungsrechte werden zu Anschaffungskosten bewertet, die sich wie folgt zusammensetzen:

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der Betrag der Erstbewertung der Leasingverbindlichkeit,

sämtliche bei oder vor der Bereitstellung geleistete Leasingzahlungen abzüglich aller etwaig erhaltener Leasinganreize,

alle dem Leasingnehmer entstandenen anfänglichen direkten Kosten.

Das Nutzungsrecht wird linear über die Laufzeit des Leasingvertrags abgeschrieben, da diese der Nutzungsdauer entspricht. Bei der Bestimmung der Nutzungsdauer werden Verlängerungsoptionen berücksichtigt, sofern die Ausübung der Option durch den Konzern hinreichend sicher ist. Die Optionsausübung und die Verlängerungsdauer sind häufig erst kurz vor planmäßigem Ende des Mietvertrags hinreichend sicher, da diese von den Verhandlungen mit den Vermietern abhängen. Wenn Verlängerungsoptionen ausgeübt werden, ergeben sich daraus neue Verpflichtungen für den Konzern je nach Nutzungsrecht und Dauer der Verlängerung. Verlängerungsoptionen umfassen typischerweise Mietdauern, die der Ursprungsmietdauer (1 - 12 Jahre) ähneln.

Sonderkündigungsrechte für die vorzeitige Kündigung von Mietverträgen seitens Bijou Brigitte existieren im überwiegenden Teil der Verträge nicht. Beendigungen von Mietverträgen vor dem Ende der vereinbarten Mietzeit können sich jedoch aus individuellen Vertragsverhandlungen im Laufe des Mietvertrags ergeben. Führen die Verhandlungen zu Änderungen der Vertragsbedingungen, die im ursprünglichen Mietvertrag nicht enthalten waren, so werden diese Vertragsänderungen bilanziell erfasst, wenn sie rechtsverbindlich vereinbart sind.

Wertminderungen langfristiger Vermögenswerte

Zum Bilanzstichtag überprüft der Konzern gemäß IAS 36 die Buchwerte seiner Sachanlagen, immateriellen Vermögenswerte und Nutzungsrechte, um festzustellen, ob sich Anhaltspunkte für einen Wertminderungsbedarf ergeben. Sind solche Anhaltspunkte erkennbar, wird der erzielbare Betrag des Vermögenswertes geschätzt, um den Umfang des eventuellen Wertminderungsaufwands festzustellen. Kann der erzielbare Betrag für den einzelnen Vermögenswert nicht geschätzt werden, erfolgt die Schätzung des erzielbaren Betrags der Zahlungsmittel generierenden Einheit (Filialebene), zu der der Vermögenswert gehört.

Der erzielbare Betrag ist der höhere Wert aus Nettoveräußerungswert und dem Wert des erwarteten Mittelzuflusses aus der Nutzung des Vermögenswerts. Wenn der geschätzte erzielbare Betrag eines Vermögenswerts (oder einer Zahlungsmittel generierenden Einheit) den Buchwert unterschreitet, wird der Buchwert des Vermögenswerts (oder der Zahlungsmittel generierenden Einheit) auf den erzielbaren Betrag vermindert. Erholt sich der erzielbare Betrag in den Folgeperioden, erfolgt eine Wertaufholung des Vermögenswerts (mit Ausnahme eines Goodwills) bis maximal zu der Wertgrenze, die in planmäßiger Fortschreibung erreicht worden wäre.

Die Ermittlung eines möglichen Wertminderungsbedarfes erfolgt grundsätzlich auf Basis des Barwerts der erwarteten Mittelzuflüsse aus der Nutzung der zu Zahlungsmittel generierenden Einheiten zusammengeschlossenen Vermögenswerte einer jeden Filiale. Basis für die Impairment Tests ist grundsätzlich die Unternehmensplanung mit einem Detailplanungszeitraum von fünf Jahren und einer anschließenden ewigen Rente. Je nach wirtschaftlichem Erfolg einer Filiale wurden kürzere individuelle Planungszeiträume unterstellt, sofern die Schließung dieser Filialen absehbar war. Die hierbei unterstellten Planannahmen wurden aus der Konzernprognose für das Geschäftsjahr 2025 abgeleitet, die einen Konzernumsatz zwischen 330,0 Mio. EUR und 350,0 Mio. EUR und ein Konzernergebnis vor Ertragsteuern zwischen 26,0 Mio. EUR und 36,0 Mio. vorsieht Die der Unternehmensplanung zugrunde liegenden Planannahmen stellen eine mit Unsicherheiten behaftete Ermessensentscheidung des Vorstands dar. Die Planung wird nach dem Detailplanungszeitraum von fünf Jahren unter Zugrundelegung einer länderspezifischen jährlichen Wachstumsrate zwischen 0,5 % und 1,0 % (Vorjahr: 0,5 % und 1,0 %) fortgeschrieben. Das dargestellte Verfahren stellt eine Bewertung auf Basis der Stufe-3 der Bemessungshierarchie im Sinne des IFRS 13 dar. Wesentliche Annahmen des Managements waren hierbei insbesondere die Entwicklung der Umsatzerlöse je Filiale und die unterstellte restliche Mietlaufzeit sowie das Fortschreiben eines Personalaufwands auf geringfügig höherem Niveau.

Die auf dieser Basis prognostizierten Zahlungsströme werden in der Regel mit gewichteten Vor-Steuer-Zinssätzen zwischen 14,9 % (Vorjahr: 14,9 %) und 17,2 % (Vorjahr: 17,3 %) diskontiert.

Diese gliedern sich für 2024 im Einzelnen wie folgt:

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Gewichtete Vor-Steuer-Zinssätze
Deutschland 16,3 % (Vorjahr: 16,4 %)
Spanien 15,8 % (Vorjahr: 15,7 %)
Italien 17,2 % (Vorjahr: 17,3 %)
Portugal 14,9 % (Vorjahr: 14,9 %)
Frankreich 15,8 % (Vorjahr: 15,5 %)
Osteuropa 15,4 % (Vorjahr: 15,5 %)

Um die wirtschaftlichen Unterschiede zwischen den geografischen Tätigkeitsfeldern des Konzerns zu berücksichtigen, wurden bei der Berechnung des Wertminderungsbedarfes folgende spezifische Länderrisikoprämien und Steuerraten zugrunde gelegt:

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Länderrisikoprämie Steuerrate
Deutschland 0,0 % (Vorjahr: 0,0 %) 29,8 % (Vorjahr: 29,8 %)
Spanien 0,4 % (Vorjahr: 0,3 %) 25,0 % (Vorjahr: 25,0 %)
Italien 1,0 % (Vorjahr: 1,0 %) 27,9 % (Vorjahr: 27,9 %)
Portugal 0,2 % (Vorjahr: 0,2 %) 21,0 % (Vorjahr: 21,0 %)
Frankreich 0,4 % (Vorjahr: 0,0 %) 25,0 % (Vorjahr: 25,0 %)
Osteuropa 1,0 % (Vorjahr: 0,8 %) 15,7 % (Vorjahr: 15,7 %)

Eine Wertaufholung spiegelt eine Erhöhung des geschätzten Leistungspotentials einer Filiale durch Nutzung ab dem Zeitpunkt wider, an dem zuletzt ein Wertminderungsaufwand erfasst wurde. Wertaufholungen werden erfasst, falls sich der erzielbare Betrag infolge einer nachhaltigen Änderung der Unternehmensplanung für die jeweilige Filiale oder der zeitliche Anfall der geschätzten künftigen Cashflows oder in dem Abzinsungssatz erhöht.

Die erfassten Wertminderungen des Jahres 2024 und der Vorjahre entfallen auf Filialen, die geschlossen wurden bzw. geschlossen werden sollen, sowie auf Filialen, die eine Verlusthistorie aufweisen und bei denen auf Basis des Filialstandorts nicht mehr mit einer positiven Entwicklung gerechnet wird. Somit sind Wertaufholungen bei den in Vorjahren erfassten Wertminderungen bei Bijou Brigitte im Allgemeinen sehr unwahrscheinlich. Darüber hinaus unterliegt der zukünftige Geschäftsverlauf von Bijou Brigitte für das aktuelle Geschäftsjahr und in den darauf folgenden Jahren weiterhin einer hohen Unsicherheit. Vor diesem Hintergrund wurden in 2024 keine Wertaufholungen erfasst.

Finanzinstrumente

Finanzinstrumente sind auf einem Vertrag basierende wirtschaftliche Vorgänge, die gleichzeitig bei einem Unternehmen zur Entstehung eines finanziellen Vermögenswerts und bei einem anderen Unternehmen zur Entstehung einer finanziellen Verbindlichkeit oder eines Eigenkapitalinstruments führen.

Finanzinstrumente untergliedern sich gemäß IFRS 9 in folgende Kategorien:

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zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten

ergebnisneutrale zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten

ergebniswirksame zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten

Der Konzern bewertet seine finanziellen Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten. Der erstmalige Ansatz von Finanzinstrumenten erfolgt zum beizulegenden Zeitwert. Bei finanziellen Vermögenswerten oder Verbindlichkeiten, die ergebnisneutral zum beizulegenden Zeitwert bilanziert werden, sind zudem die direkt dem Erwerb des Vermögenswerts oder der Emission der Verbindlichkeit zuzurechnenden Transaktionskosten einzubeziehen.

Zu fortgeführten Anschaffungskosten oder gegebenenfalls wertberichtigt bilanziert werden finanzielle Vermögenswerte klassifiziert, die aus der direkten Bereitstellung von Bargeld, Waren oder Dienstleistungen an einen Schuldner resultieren.

Die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten finanziellen Vermögenswerte werden im langfristigen Vermögen ausgewiesen, es sei denn, der Fälligkeitszeitpunkt liegt innerhalb von zwölf Monaten ab dem Bilanzstichtag.

Der Buchwert von Finanzinstrumenten wie flüssigen Mitteln, Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie der kurzfristige Teil der langfristigen Positionen entspricht aufgrund ihrer kurzen Laufzeit annähernd dem Zeitwert dieser Finanzinstrumente.

Der Konzern bucht einen finanziellen Vermögenswert nur aus, wenn die vertraglichen Rechte auf die Zahlungsströme aus dem finanziellen Vermögenswert auslaufen oder er den finanziellen Vermögenswert sowie im Wesentlichen alle mit dem Eigentum des Vermögenswerts verbundenen Chancen und Risiken auf einen Dritten überträgt.

Zum beizulegenden Zeitwert bewertete Finanzinstrumente können nach der Bedeutung der in ihre Bewertungen einfließenden Faktoren und Informationen klassifiziert und in (Bewertungs-)Stufen eingeordnet werden. Die Einordnung eines Finanzinstruments in eine Stufe erfolgt nach der Bedeutung seiner Inputfaktoren für seine Gesamtbewertung und zwar nach der niedrigsten Stufe, deren Berücksichtigung für die Bewertung als Ganzes erheblich bzw. maßgeblich ist. Die Bewertungsstufen untergliedern sich hierarchisch nach ihren Inputfaktoren:

Stufe 1 - die auf aktiven Märkten für identische Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten notierten (unverändert übernommenen) Preise;

Stufe 2 - Inputfaktoren, bei denen es sich nicht um die auf Stufe 1 berücksichtigten notierten Preise handelt, die sich aber für den Vermögenswert oder die Verbindlichkeit entweder direkt (d.h. als Preis) oder indirekt (d.h. in Ableitung von Preisen) beobachten lassen;

Stufe 3 - nicht auf beobachtbaren Marktdaten basierende Faktoren für die Bewertung des Vermögenswerts oder der Verbindlichkeit (nicht beobachtbare Inputfaktoren).

Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden nur dann saldiert und als Nettobetrag ausgewiesen, wenn es einen Rechtsanspruch auf Saldierung gibt und beabsichtigt ist, den Ausgleich auf Nettobasis herbeizuführen oder gleichzeitig mit der Verwertung des betreffenden Vermögenswerts die dazugehörige Verbindlichkeit abzulösen. 2024 erfolgte wie im Vorjahr keine Saldierung.

Vorräte

Der Ansatz des Vorratsvermögens erfolgt zu Anschaffungskosten bzw. zum niedrigeren Nettoveräußerungswert unter Anwendung des gewogenen Durchschnitts. Als Anschaffungsnebenkosten werden auch Kosten der eigenen und fremd vergebenen Logistik einschließlich der Transportkosten zu den Filialen in ganz Europa erfasst.

Der Nettoveräußerungswert ist der geschätzte, im normalen Geschäftsgang erzielbare Erlös abzüglich der geschätzten notwendigen Vertriebskosten.

Wertminderungen im Vorratsvermögen werden im Materialaufwand erfasst.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen enthalten im Wesentlichen Forderungen gegenüber Concessions-Partnern und werden in Höhe des ursprünglichen Rechnungsbetrags, der zum Zeitpunkt der Einbuchung dem Betrag der unbedingten Gegenleistung entspricht, bilanziert. Uneinbringliche Forderungen werden abgeschrieben, sobald der Zahlungsausfall feststeht. Die Folgebewertung dieser in der Regel kurzfristigen Forderungen erfolgt entsprechend einer Kategorisierung im Sinne des IFRS 9 zu fortgeführten Anschaffungskosten nach der Effektivzinsmethode abzüglich Wertminderungen.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen aus Warenverkäufen unterliegen als sonstige finanzielle Vermögenswerte dem Modell der erwarteten Kreditverluste nach IFRS 9. Die Wertminderungen für finanzielle Vermögenswerte beruhen auf Annahmen zum Ausfallrisiko und zu den erwarteten Verlustquoten. Der Konzern übt bei der Aufstellung dieser Annahmen und der Auswahl der Inputfaktoren für die Berechnung der Wertminderung Ermessen aus, basierend auf den Erfahrungen des Konzerns aus der Vergangenheit, bestehenden Marktbedingungen sowie zukunftsorientierten Schätzungen zum Ende jeder Berichtsperiode. Die wichtigsten verwendeten Annahmen und Inputfaktoren sind:

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Ausfallwahrscheinlichkeiten

historische Ausfallquoten

Bonität des Kunden

Angesichts des Geschäftsmodells des Konzerns hat die Wertminderungsmethodik nach IFRS 9 keine großen Auswirkungen auf die sonstigen finanziellen Vermögenswerte, da die historischen Verlustquoten keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzern hatten und sich das Ausfallrisiko zum Abschlussstichtag seit dem erstmaligen Ansatz nicht signifikant erhöht hat. Die Einzelwertberichtigungen belaufen sich auf 434.147,90 EUR (Vorjahr: 276.422,14 EUR) nach Zuführung in Höhe von 159.651,61 EUR (Vorjahr: 127.660,68 EUR), Verbrauch in Höhe von 1.925,85 EUR (Vorjahr: 0,00 EUR) und Auflösung in Höhe von 0,00 EUR (Vorjahr: 78.113,97 EUR) im Geschäftsjahr.

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Die flüssigen Mittel enthalten Bargeld, jederzeit abrufbare Guthaben bei Kreditinstituten und andere kurzfristige Termineinlagen mit einer ursprünglichen Laufzeit von weniger als drei Monaten. Diese werden als Finanzinstrumente unter der Kategorie zu Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte klassifiziert. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente unterliegen ebenfalls den Wertminderungsvorschriften von IFRS 9, der identifizierte Wertminderungsaufwand war jedoch unwesentlich.

Eigenkapital

Fremd- und Eigenkapitalinstrumente werden entsprechend dem wirtschaftlichen Gehalt der Vertragsvereinbarung als finanzielle Verbindlichkeiten oder Eigenkapital klassifiziert.

Ein Eigenkapitalinstrument ist ein Vertrag, der einen Residualanspruch an den Vermögenswerten eines Unternehmens nach Abzug aller dazugehörigen Schulden begründet. Eigenkapitalinstrumente werden zum erhaltenen Ausgabeerlös abzüglich direkter Ausgabekosten erfasst.

Wenn die Bijou Brigitte AG eigene Aktien erwirbt, wird die bezahlte Gegenleistung einschließlich zurechenbarer Transaktionskosten vom Eigenkapital abgezogen. Wenn solche Aktien später verkauft werden, wird die erhaltene Gegenleistung unter Berücksichtigung von ertragsteuerlichen Effekten wieder im Eigenkapital erfasst.

Finanzverbindlichkeiten

Finanzverbindlichkeiten werden zunächst grundsätzlich zum beizulegenden Zeitwert abzüglich Transaktionskosten erfasst. Im Rahmen der Folgebewertung werden Finanzverbindlichkeiten nach der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Finanzverbindlichkeiten werden mit Zahlung ausgebucht. Rückerstattungsverbindlichkeiten und Rechte auf Rückerhalt der von Kunden zurückgegebenen Waren werden nicht bilanziert, weil basierend auf den Erfahrungswerten das Zurückgeben von Produkten durch Kunden nicht hochwahrscheinlich ist und eine signifikante Umkehrung der Umsatzerlöse nicht eintreten wird. Die Validität dieser Annahme und die geschätzte Anzahl der Rückgaben werden zu jedem Abschlussstichtag neu bewertet.

Besteuerung

Der Ertragsteueraufwand stellt die Summe des laufenden Steueraufwands und der Veränderung der latenten Steuern dar.

Laufende Steuern

Der laufende Steueraufwand wird auf Basis des zu versteuernden Einkommens für das Jahr ermittelt. Das zu versteuernde Einkommen unterscheidet sich vom Konzernergebnis aus der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, da es Aufwendungen und Erträge ausschließt, die in späteren Jahren oder niemals steuerbar bzw. steuerlich abzugsfähig sind. Die Verbindlichkeit des Konzerns für die laufenden Steuern wird auf Grundlage der am Bilanzstichtag geltenden Steuersätze berechnet.

Annahmen und Schätzungen liegen auch den Beurteilungen hinsichtlich der Realisierbarkeit unsicherer Steuerpositionen und zukünftiger Steuerentlastungen zugrunde. Die Bilanzierung eines Vermögenswerts oder einer Schuld aus einer Steuerrisikoposition erfolgt in Übereinstimmung mit IAS 12, wenn eine Zahlung oder Erstattung für das Steuerrisiko wahrscheinlich ist. Die Bewertung der unsicheren Steuerposition erfolgt mit ihrem Erwartungswert.

Latente Steuern

Latente Steuern werden gemäß der Verbindlichkeitsmethode auf temporäre Differenzen, die aus Unterschieden zwischen dem Buchwert von Vermögenswerten und Schulden im IFRS-Abschluss und ihrem steuerlichen Buchwert resultieren, erfasst. Darüber hinaus werden aktive latente Steuern auf zukünftig nutzbare steuerliche Verluste gebildet.

Latente Steueransprüche und Steuerschulden werden auf Basis der erwarteten Steuersätze (und der Steuergesetze) ermittelt, die zum Zeitpunkt der Erfüllung der Schuld oder Realisierung des Vermögenswerts voraussichtlich Geltung haben werden. Die Bewertung von latenten Steueransprüchen und Steuerschulden spiegelt die steuerlichen Konsequenzen wider, die sich aus der Art und Weise ergeben würden, wie der Konzern zum Bilanzstichtag erwartet, die Schuld zu erfüllen bzw. den Vermögenswert zu realisieren.

Latente Steuerverbindlichkeiten, die durch zeitliche Unterschiede im Zusammenhang mit Beteiligungen an Tochterunternehmen entstehen, werden angesetzt, es sei denn, dass der Zeitpunkt der Umkehrung der zeitlichen Unterschiede vom Konzern bestimmt werden kann und es wahrscheinlich ist, dass sich die zeitlichen Unterschiede in absehbarer Zeit aufgrund dieses Einflusses nicht umkehren werden.

Der Buchwert der latenten Steueransprüche wird jedes Jahr am Stichtag geprüft und herabgesetzt, falls es nicht mehr wahrscheinlich ist, dass genügend zu versteuerndes Einkommen zur Verfügung steht, um den Anspruch vollständig oder teilweise zu realisieren. Aktive latente Steuern werden somit nur in der Höhe bilanziert, in der voraussichtlich zukünftige steuerpflichtige Ergebnisse zur Verrechnung der temporären Differenzen bzw. zur Nutzung der steuerlichen Verluste zur Verfügung stehen werden.

Latente Steueransprüche und Steuerschulden werden saldiert, wenn ein einklagbares Recht zur Aufrechnung von laufenden Steueransprüchen mit laufenden Steuerschulden vorliegt und wenn sie in Zusammenhang mit Ertragsteuern stehen, die von der gleichen Steuerbehörde erhoben werden, und der Konzern die Absicht hat, seine laufenden Steueransprüche und seine Steuerschulden auf Nettobasis zu begleichen.

Laufende und latente Steuern werden erfolgswirksam als Aufwand oder Ertrag erfasst, es sei denn, dass sie im Zusammenhang mit Posten stehen, die im sonstigen Ergebnis erfasst wurden.

Rückstellungen

Rückstellungen werden bilanziert, wenn dem Konzern eine gesetzliche oder faktische Verpflichtung aus vergangenen Ereignissen entstanden ist, deren Erfüllung wahrscheinlich mit einem Abfluss von Ressourcen verbunden ist. Wenn die Unternehmensleitung erwartet, dass eine Zahlungsverpflichtung von Dritten erstattet wird, zum Beispiel im Rahmen eines Versicherungsvertrags, wird der Erstattungsanspruch als eigenständiger Vermögenswert bilanziert und als sonstiger betrieblicher Ertrag erfasst, sofern die Erstattung so gut wie sicher ist.

Der angesetzte Rückstellungsbetrag ist der beste Schätzwert am Bilanzstichtag für die hinzugebende Leistung unter Berücksichtigung der der Verpflichtung zugrundeliegenden Risiken und Unsicherheiten, um die gegenwärtige Verpflichtung zu erfüllen. Langfristige Rückstellungen werden abgezinst und zum Barwert der erwarteten Ausgaben bilanziert.

Ertragsrealisierung

Der Konzern betreibt eine Kette von Einzelhandelsgeschäften, die Modeschmuck und modische Accessoires verkaufen. Umsatzerlöse werden erfasst, wenn ein Konzernunternehmen oder Concessions-Partner die Waren an einen Endverbraucher oder an Franchisepartner verkauft hat. Umsätze aus dem Verkauf von Waren über das Internet an Endverbraucher werden zu dem Zeitpunkt, an dem die Verfügungsgewalt über die Waren an den Kunden übergeht, und damit bei Auslieferung, erfasst. Die Zahlung ist normalerweise sofort fällig. Die Transaktionen werden per Überweisung oder mittels Kredit- bzw. Zahlungskarte beglichen. Die Umsatzerlöse werden abzüglich aller Erlösschmälerungen ohne Verbrauchsteuern und nach der Eliminierung von konzerninternen Verkäufen ausgewiesen.

Die an Kunden verkauften Gutscheine haben überwiegend eine Gültigkeitsdauer von drei Jahren und werden als Vertragsverbindlichkeit erfasst. Der Betrag, der nach drei Jahren nicht eingelösten Gutscheine wird unter Berücksichtigung einer Kulanzfrist eines weiteren Jahres als Ertrag erfasst.

Der Konzern hat im Geschäftsjahr 2019 ein Kunden-Loyalitätsprogramm namens "BB-Club" in Deutschland und Spanien eingeführt. 2020 wurde das Programm auf die Länder Italien und Frankreich, 2023 auf die Länder Niederlande und Österreich und 2024 auf das Land Polen ausgedehnt. Die Kunden erhalten in den Filialen eine physische "BB-Club-Karte", die durch das Ausfüllen eines Antragsformulars oder die Online-Registrierung aktiviert wird. Auf diese Weise wird zusätzlich eine digitale Kundenkarte im BB-Club-Kundenbereich erstellt. Die Kunden, die sich nur online registrieren und eine physische Kundenkarte wünschen, können diese in den Filialen bekommen und anschließend online mit der bereits bestehenden digitalen Karte zusammenführen. Die Kunden erhalten mit dem BB-Club-Beitritt zahlreiche Vorteile in Form von Rabatten, Geschenken zu besonderen Anlässen und Einladungen zu exklusiven Events. Bei jedem Einkauf werden Punkte gesammelt (1,00 EUR Kaufsumme entspricht einem Punkt). Ab 100 gesammelten Punkten bekommt der Kunde einen Rabatt-Kupon in Höhe von 10,00 EUR, der ausschließlich im Rahmen eines erneuten Wareneinkaufs ab 20,00 EUR Wert in den Filialen oder dem Onlineshop eingelöst werden kann. Der Rabatt-Kupon ist nach Erhalt drei Monate gültig. Die daraus erwartete Vertragsverbindlichkeit wird fortlaufend überprüft und erlösschmälernd verbucht.

Die Vereinnahmung von Zinsen erfolgt periodengerecht.

Fremdkapitalzinsen

Fremdkapitalzinsen werden direkt im Aufwand erfasst, sofern keine sogenannten qualifizierenden Vermögenswerte im Sinne des IAS 23 vorliegen, für die Fremdkapitalzinsen zu aktivieren sind.

Da der Konzern vollständig eigenfinanziert ist, fallen wie im Vorjahr keine zurechenbaren und aktivierungspflichtigen Zinsaufwendungen bei der Erfassung qualifizierender Vermögenswerte an.

Leasingverhältnisse

Vermögenswerte und Schulden aus Leasingverhältnissen werden beim erstmaligen Ansatz zu Barwerten erfasst.

Die Leasingverbindlichkeiten beinhalten den Barwert folgender Leasingzahlungen:

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feste Zahlungen abzüglich etwaiger zu erhaltender Leasinganreize,

variable Leasingzahlungen, die an einen Index oder Zinssatz gekoppelt sind, anfänglich bewertet mit dem Index oder Zinssatz zum Bereitstellungsdatum.

Die Leasingzahlungen werden mit dem Grenzfremdkapitalzinssatz des Konzerns abgezinst, da für das Leasingverhältnis ein zugrunde liegender impliziter Zinssatz nicht bestimmbar ist. Zur Bestimmung des Grenzfremdkapitalzinssatzes verwendet der Konzern als Ausgangspunkt einen risikofreien Zinssatz und passt diesen an das Kreditrisiko des Leasingnehmers an. Weitere Anpassungen betreffen darüber hinaus solche für die Laufzeit des Leasingverhältnisses und das wirtschaftliche Umfeld (Länderrisiko).

Der Konzern hat bei der Bilanzierung der Leasingverhältnisse die Erleichterungswahlrechte für Leasingnehmer grundsätzlich nicht angewendet. Somit sind die Zahlungen für kurzfristige Leasingverträge (unter oder gleich zwölf Monaten) und für Vereinbarungen über geringwertige Vermögenswerte wie oben beschrieben bilanziert worden.

Der Konzern ist möglichen zukünftigen Steigerungen variabler Leasingzahlungen ausgesetzt, welche sich aus einer Änderung eines Indexes oder eines Zinssatzes ergeben können. Diese möglichen Änderungen der Leasingraten sind bis zu deren Wirksamwerden nicht in der Leasingverbindlichkeit berücksichtigt. Sobald Änderungen eines Indexes oder Zinssatzes sich auf die Leasingraten auswirken, wird die Leasingverbindlichkeit gegen das Nutzungsrecht angepasst. Solche Vereinbarungen sind im überwiegenden Teil der Leasingverhältnisse im Bijou Brigitte-Konzern enthalten.

Jede Leasingrate wird in Tilgungs- und Zinsaufwendungen aufgeteilt. Die Zinsaufwendungen werden über die Laufzeit des Leasingverhältnisses erfolgswirksam in den Finanzierungsaufwendungen erfasst, so dass sich für jede Periode ein konstanter periodischer Zinssatz auf den Restbetrag der Verbindlichkeit ergibt.

Einige Leasingverträge über Immobilien beinhalten variable Zahlungen in Abhängigkeit von den erzielten Umsätzen der darin ansässigen Geschäfte. Der Prozentsatz der variablen Zahlungen in Abhängigkeit vom Umsatz ist je nach Vertrag unterschiedlich festgelegt. Die umsatzabhängigen Leasingzahlungen werden in der Periode im Gewinn und Verlust erfasst, in der die Bedingung, die die Zahlungen auslöst, eintritt. Umsatzabhängige Leasingzahlungen sind von untergeordneter Bedeutung. Diese betragen 0,5 % (Vorjahr: 0,6 %) der gesamten Leasingzahlungen.

Für die Bewertung der Leasingverbindlichkeiten werden neben der unkündbaren Grundmietzeit auch Verlängerungs- oder Kündigungsoptionen berücksichtigt. Für die Beurteilung der Laufzeiten wird durch den Konzern bestimmt, ob eine mögliche Verlängerung bzw. Kündigung seitens des Leasingnehmers hinreichend sicher ist. Bei der Beurteilung, ob die Optionen mit hinreichender Sicherheit ausgeübt werden, handelt es sich um eine Ermessensentscheidung. Die Beurteilung hat Auswirkungen auf die Laufzeit des Leasingvertrags und kann daher die Bewertung der Leasingverbindlichkeiten und der Nutzungsrechte erheblich beeinflussen. Eine Überprüfung der Verlängerungs- und Kündigungsoption erfolgt fortlaufend.

Bei Veränderungen von Ermessensentscheidungen oder Annahmen, beispielsweise aufgrund von einer geänderten Vertragslaufzeit, ist in der Regel eine Neubewertung der Leasingverbindlichkeit und damit einhergehend eine Anpassung des Nutzungsrechts durchzuführen.

Staatliche Zuschüsse

Die im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie beantragten und erhaltenen staatlichen Hilfen und Zuschüsse werden erst bilanziert, wenn eine verbindliche Zusage der zuständigen Behörde in den jeweiligen Ländern vorliegt. Die Zuschüsse der öffentlichen Hand, die bis zum jeweiligen Bilanzstichtag bereits zugeflossen bzw. verbindlich genehmigt waren, sind in den sonstigen betrieblichen Erträgen der jeweiligen Geschäftsjahre erfasst worden. Die im April 2023 fristgerecht eingereichte Schlussrechnung für die in Deutschland beantragte und bewilligte Überbrückungshilfe III wies eine Rückzahlung an den Mittelgeber in Höhe von 431.778,61 EUR aus. Dieser Betrag entspricht dem 2022 im Rahmen der vorgenommenen Nachkalkulation ermittelten Rückzahlungsbetrag in Höhe von 431.800,00 EUR. Somit war 2023 und 2024 keine Anpassung der zu erwartenden Verpflichtungen notwendig. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Konzernabschlusses lag die Endabrechnung immer noch nicht vor. Die Verpflichtung wird unverändert zum Vorjahr unter den sonstigen finanziellen Verpflichtungen ausgewiesen.

C. Erläuterungen zur Konzernbilanz

(1) Immaterielle Vermögenswerte

Die immateriellen Vermögenswerte sind zu Anschaffungskosten bewertet, vermindert um. die lineare Abschreibung entsprechend ihrer voraussichtlichen Nutzungsdauer. Die Buchwerte der immateriellen Vermögenswerte zum. Abschlussstichtag können der nachfolgenden Tabelle entnommen werden:

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Entgeltlich erworbene Rechte
EUR
Erworbene Software
EUR
Selbst erstellte Software
EUR
Gesamt
EUR
Anschaffungs- und Herstellungskosten 1.1.2023 11.684.693,37 2.960.756,26 4.765.861,03 19.411.310,66
Währungsumrechnungsdifferenzen 0,00 -138,04 0,00 -138,04
Zugänge 37.000,00 107.613,10 946.921,20 1.091.534,30
Abgänge -62.141,67 -342.646,85 -1.719.124,39 -2.123.912,91
Umbuchungen 0,00 -344.489,05 344.489,05 0,00
Anschaffungs- und Herstellungskosten 31.12.2023 11.659.551,70 2.381.095,42 4.338.146,89 18.378.794,01
Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungen 1.1.2023 10.640.982,87 2.493.634,41 2.948.413,03 16.065.030,31
Planmäßige Abschreibungen
Zugänge 363.531,00 175.277,22 1.061.276,20 1.600.084,42
Abgänge -62.141,17 -341.797,85 -1.719.122,39 -2.123.061,41
Umbuchungen 0,00 -96.933,05 96.933,05 0,00
Außerplanmäßige Wertminderungen 0,00 0,00 0,00 0,00
Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungen 31.12.2023 10.942.372,70 2.176.180,73 2.423.499,89 15.542.053,32
Nettobuchwert 31.12.2023/​1.1.2024 717.179,00 204.914,69 1.914.647,00 2.836.740,69
Anschaffungs- und Herstellungskosten 1.1.2024 11.659.551,70 2.381.095,42 4.338.146,89 18.378.794,01
Währungsumrechnungsdifferenzen 0,00 113,81 0,00 113,81
Zugänge 0,00 17.464,00 376.464,00 393.928,00
Abgänge -39.776,00 -813.682,53 0,00 -853.458,53
Umbuchungen 0,00 0,00 0,00 0,00
Anschaffungs- und Herstellungskosten 31.12.2024 11.619.775,70 1.584.990,70 4.714.610,89 17.919.377,29
Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungen 1.1.2024 10.942.372,70 2.176.180,73 2.423.499,89 15.542.053,32
Planmäßige Abschreibungen
Zugänge 278.218,50 103.090,00 1.461.564,50 1.842.873,00
Abgänge -39.775,50 -813.596,53 0,00 -853.372,03
Umbuchungen 0,00 0,00 0,00 0,00
Außerplanmäßige Wertminderungen 11.110,00 0,00 0,00 11.110,00
Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungen 31.12.2024 11.191.925,70 1.465.674,20 3.885.064,39 16.542.664,29
Nettobuchwert 31.12.2024 427.850,00 119.316,50 829.546,50 1.376.713,00

Die außerplanmäßigen Wertminderungen der entgeltlich erworbenen Rechte in Höhe von 11.110,00 EUR (Vorjahr: 0,00 EUR) betrafen Filialen, bei denen die wirtschaftliche Entwicklung den ursprünglich erwarteten Zahlungsströmen nicht gerecht wurde.

(2) Sachanlagevermögen

Die Buchwerte der Sachanlagen zum. Abschlussstichtag können der nachfolgenden Tabelle entnommen werden:

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Grundstücke und Bauten
EUR
Maschinen, technische Anlagen
EUR
Betriebs- und Geschäftsausstattung
EUR
Anschaffungs- und Herstellungskosten 1.1.2023 20.476.572,78 26.591,86 99.643.100,14
Währungsumrechnungsdifferenzen 0,00 0,00 87.138,67
Zugänge 0,00 19.392,50 13.634.655,03
Abgänge 0,00 0,00 -11.523.888,01
Umbuchungen 0,00 0,00 132.960,35
Anschaffungs- und Herstellungskosten 31.12.2023 20.476.572,78 45.984,36 101.973.966,18
Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungen 1.1.2023 9.797.825,54 26.588,36 78.989.516,19
Planmäßige Abschreibungen
Zugänge 524.131,00 606,50 8.836.421,14
Abgänge 0,00 0,00 -10.905.283,40
Zuschreibungen 0,00 0,00 0,00
Außerplanmäßige Wertminderungen 0,00 0,00 78.774,45
Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungen 31.12.2023 10.321.956,54 27.194,86 76.999.428,38
Nettobuchwert 31.12.2023/​1.1.2024 10.154.616,24 18.789,50 24.974.537,80
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Anlagen im Bau
EUR
Gesamt
EUR
Anschaffungs- und Herstellungskosten 1.1.2023 207.477,10 120.353.741,88
Währungsumrechnungsdifferenzen -135,87 87.002,80
Zugänge 94.795,45 13.748.842,98
Abgänge -1.851,77 -11.525.739,78
Umbuchungen -132.960,35 0,00
Anschaffungs- und Herstellungskosten 31.12.2023 167.324,56 122.663.847,88
Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungen 1.1.2023 0,00 88.813.930,09
Planmäßige Abschreibungen
Zugänge 0,00 9.361.158,64
Abgänge 0,00 -10.905.283,40
Zuschreibungen 0,00 0,00
Außerplanmäßige Wertminderungen 0,00 78.774,45
Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungen 31.12.2023 0,00 87.348.579,78
Nettobuchwert 31.12.2023/​1.1.2024 167.324,56 35.315.268,10
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Grundstücke und Bauten
EUR
Maschinen, technische Anlagen
EUR
Betriebs- und Geschäftsausstattung
EUR
Anschaffungs- und Herstellungskosten 1.1.2024 20.476.572,78 45.984,36 101.973.966,18
Währungsumrechnungsdifferenzen 0,00 0,00 -100.549,30
Zugänge 0,00 23.237,50 13.633.116,58
Abgänge 0,00 -22.136,02 -10.402.379,30
Umbuchungen 0,00 0,00 76.572,16
Anschaffungs- und Herstellungskosten 31.12.2024 20.476.572,78 47.085,84 105.180.726,32
Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungen 1.1.2024 10.321.956,54 27.194,86 76.999.428,38
Planmäßige Abschreibungen
Zugänge 524.131,00 5.109,50 7.800.459,33
Abgänge 0,00 -22.135,02 -9.935.731,17
Zuschreibungen 0,00 0,00 0,00
Außerplanmäßige Wertminderungen 0,00 0,00 691.289,98
Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungen 31.12.2024 10.846.087,54 10.169,34 75.555.446,52
Nettobuchwert 31.12.2024 9.630.485,24 36.916,50 29.625.279,80
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Anlagen im Bau
EUR
Gesamt
EUR
Anschaffungs- und Herstellungskosten 1.1.2024 167.324,56 122.663.847,88
Währungsumrechnungsdifferenzen 176,41 -100.372,89
Zugänge 183.818,76 13.840.172,84
Abgänge -73.570,11 -10.498.085,43
Umbuchungen -76.572,16 0,00
Anschaffungs- und Herstellungskosten 31.12.2024 201.177,46 125.905.562,40
Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungen 1.1.2024 0,00 87.348.579,78
Planmäßige Abschreibungen
Zugänge 0,00 8.329.699,83
Abgänge 0,00 -9.957.866,19
Zuschreibungen 0,00 0,00
Außerplanmäßige Wertminderungen 0,00 691.289,98
Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungen 31.12.2024 0,00 86.411.703,40
Nettobuchwert 31.12.2024 201.177,46 39.493.859,00

Die außerplanmäßigen Wertminderungen der Betriebs- und Geschäftsausstattung in Höhe von 691.289,98 EUR (Vorjahr: 78.774,45 EUR) betreffen Filialen, bei denen die wirtschaftliche Entwicklung den erwarteten Zahlungsströmen nicht gerecht wurde. Die außerplanmäßigen Abschreibungen betrafen die Segmente wie folgt:

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2024
EUR
2023
EUR
Frankreich 268.382,17 0,00
Italien 133.545,00 8.990,00
Deutschland 111.032,81 21.557,07
Portugal 22.106,50 0,00
Spanien 8.231,00 6.977,00
Übrige Länder 147.992,50 41.250,38
Summe 691.289,98 78.774,45

(3) Nutzungsrechte

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Gebäude
EUR
Anschaffungskosten 1.1.2023 250.540.113,74
Währungsumrechnungsdifferenzen 121.747,32
Zugänge 57.828.006,08
Abgänge -15.909.526,85
Anschaffungskosten 31.12.2023 292.580.340,29
Kumulierte Abschreibungen/​Wertminderungen 1.1.2023 143.647.587,75
Planmäßige Abschreibungen
Zugänge 38.147.501,86
Abgänge -9.923.229,56
Außerplanmäßige Wertminderungen 222.059,83
Kumulierte Abschreibungen/​Wertminderungen 31.12.2023 172.093.919,88
Nettobuchwert 31.12.2023/​1.1.2024 120.486.420,41
Anschaffungskosten 1.1.2024 292.580.340,29
Währungsumrechnungsdifferenzen -19.739,43
Zugänge 58.145.102,05
Abgänge -24.105.733,11
Anschaffungskosten 31.12.2024 326.599.969,80
Kumulierte Abschreibungen/​Wertminderungen 1.1.2024 172.093.919,88
Planmäßige Abschreibungen
Zugänge 39.866,220,28
Abgänge -14.506.356,60
Außerplanmäßige Wertminderungen 1.887.187,76
Kumulierte Abschreibungen/​Wertminderungen 31.12.2024 199.340.971,32
Nettobuchwert 31.12.2024 127.258.998,47

In den oben dargestellten Zu- und Abgängen historischer Anschaffungskosten und Abschreibungen werden alle Veränderungen aus der Bilanzierung von Leasingverhältnissen dargestellt. Diese Darstellung beinhaltet auch Neueinschätzungen von Vertragslaufzeiten sowie Modifikationen von Mietverträgen.

Die außerplanmäßigen Wertminderungen der Nutzungsrechte in Höhe von 1.887.187,76 EUR (Vorjahr: 222.059,83 EUR) betreffen Filialen, bei denen die wirtschaftliche Entwicklung den erwarteten Zahlungsströmen nicht gerecht wurde. Die außerplanmäßigen Abschreibungen betrafen die Segmente wie folgt:

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2024
EUR
2023
EUR
Frankreich 970.703,03 19.138,07
Italien 256.601,19 8.990,00
Deutschland 177.773,52 93.370,71
Spanien 46.586,00 32.273,56
Portugal 1.686,16 5.630,65
Übrige Länder 433.837,86 62.656,84
Summe 1.887.187,76 222.059,83

(4) Langfristige finanzielle Vermögenswerte

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2024
EUR
2023
EUR
Bezahlte Mietkautionen 2.223.941,54 1.994.523,86

Unter dieser Bilanzposition werden ausschließlich langfristige bezahlte Kautionen, vor allem aus Mietverträgen, ausgewiesen. Diese dienen der Sicherung der Mietverhältnisse und wurden mit einem Zinssatz in Höhe von 3,179 % (Vorjahr: 3,065 %) bis zur Endfälligkeit des jeweiligen Mietvertrages abgezinst.

(5) Latente Steuern

Die Bewertung der aktiven und passiven latenten Steuern erfolgt nach IAS 12. Latente Steuern werden auf sämtliche temporären Differenzen zwischen den bilanziellen und den steuerlichen Wertansätzen, aus Konsolidierungsvorgängen sowie auf realisierbare Verlustvorträge ermittelt. Der Berechnung der latenten Steuern liegen die in den Ländern zum Realisierungszeitpunkt erwarteten Steuersätze zugrunde. Die inländischen aktiven und passiven latenten Steuern wurden wie im Vorjahr mit einem Ertragsteuersatz in Höhe von 31,6 % ermittelt. Für die ausländischen Steuern wurden Steuersätze wie im Vorjahr zwischen 9,0 % und 27,9 % angesetzt.

Entwicklung der latenten Steuern

(Nettobetrag aktiver latenter Steuern nach Abzug passiver latenter Steuern):

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2024
EUR
2023
EUR
Stand am 1. Januar (aktive latente Steuern) 2.358.598,20 4.050.383,64
Währungsumrechnungsdifferenzen -3.668,22 3.242,81
in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasste latente Steuern 1.933.969,30 -1.695.028,25
davon auf temporäre Differenzen 2.247.226,23 -996.213,52
davon auf Verlustvorträge -313.256,93 -698.814,73
Stand am 31. Dezember (aktive latente Steuern) 4.288.899,28 2.358.598,20

Aktive und passive latente Steuern werden saldiert, wenn bei tatsächlichen Steuerforderungen und Steuerschulden ein gesetzlicher Aufrechnungsanspruch besteht und die latenten Steuern bei der gleichen Steuerbehörde entstanden sind.

Die Veränderung der latenten Steuern aus Währungsumrechnungsdifferenzen wurden mit -3.668,22 EUR (Vorjahr: 3.242,81 EUR) im sonstigen Ergebnis erfasst.

Die aktiven und passiven latenten Steuern verteilen sich auf folgende Bilanzpositionen:

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2024 2023
aktiv
EUR
passiv
EUR
aktiv
EUR
passiv
EUR
Immaterielle Vermögenswerte 881.533,86 9.818,82 666.119,86 43.192,42
Sachanlagen 433.299,14 1.543.864,27 333.400,89 1.933.254,01
Nutzungsrechte 0,00 34.472.470,00 0,00 32.617.695,35
Vorräte 909.281,78 2.198.354,10 783.973,26 2.655.937,21
Forderungen 0,00 4.042,24 0,00 2.652,72
Langfristige finanzielle Vermögenswerte 56.241,72 0,00 38.161,91 0,00
Finanzmittel 0,00 0,00 187.096,44 0,00
Rückstellungen 1.923.611,45 24.727,56 1.813.517,42 41.227,21
Leasingverbindlichkeiten 36.509.886,35 0,00 33.619.168,18 0,00
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 2.767,79 0,00 102.583,38 0,00
Sonstige Verbindlichkeiten 66.252,20 0,00 35.976,86 0,00
Verlustvorträge 1.759.301,99 0,00 2.072.558,92 0,00
42.542.176,28 38.253.276,99 39.652.557,12 37.293.958,92
Saldierung -37.439.350,99 -37.439.350,99 -35.882.160,17 -35.882.160,17
Bilanzansatz 5.102.825,28 813.926,00 3.770.396,95 1.411.798,75

Aktive latente Steuern werden für steuerliche Verlustvorträge in dem Maß berücksichtigt, in dem deren Verwertung durch zukünftige steuerbare Erträge wahrscheinlich ist. Zum Bilanzstichtag verfügt der Konzern über steuerliche Verlustvorträge in Höhe von 6.452.465,92 EUR (Vorjahr: 8.336.591,92 EUR), auf die aktive latente Steuern gebildet wurden. Die Nutzbarkeit der steuerlichen Verlustvorträge ist durch die allgemeine Ertragserholung der betroffenen Regionen begründet. Der Planungsrechnung liegt ein Zeithorizont von fünf Jahren zugrunde. Die Verlustvorträge, auf die keine latenten Steuern gebildet wurden, betragen 4.685.079,29 EUR (Vorjahr: 4.666.893,77 EUR). Diese Verlustvorträge sind zeitlich unbegrenzt nutzbar. Zum 31. Dezember 2024 wurden aktive latente Steuern für temporäre Differenzen in Höhe von 601.236,11 EUR (Vorjahr: 1.354.636,21 EUR) nicht angesetzt. Mit passiven latenten Steuern verrechnete aktive latente Steuern in Höhe von 2.330.174,51 EUR (Vorjahr: 540.654,26 EUR) wurden trotz Verlusten im laufenden Jahr bilanziert.

Eine Realisierung von aktiven latenten Steuern im Verlauf des kommenden Geschäftsjahres wird voraussichtlich in Höhe von 1.545.379,41 EUR (Vorjahr: 1.642.539,03 EUR) erfolgen, bei den passiven latenten Steuern ist eine Realisierung in Höhe von 2.227.123,70 EUR (Vorjahr: 2.699.817,14 EUR) zu erwarten.

Auf temporäre Unterschiede im Zusammenhang mit Anteilen an Tochtergesellschaften wurden in Höhe von 7.653.409,56 EUR (Vorjahr: 7.547.226,58 EUR) keine latenten Steuerschulden angesetzt, da es nicht wahrscheinlich ist, dass sich diese temporären Differenzen in absehbarer Zeit in wesentlichem Umfang umkehren werden.

(6) Vorräte

Im Einzelnen gliedern sich die Vorräte wie folgt auf:

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2024
EUR
2023 1
EUR
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 3.705.331,55 3.529.940,29
Waren 75.606.474,02 76.859.590,60
79.311.805,57 80.389.530,89

Darüber hinaus bestehen Anzahlungen auf Vorräte in Höhe von 156.002,18 EUR (Vorjahr: 164.342,10 EUR). Diese werden unter den sonstigen kurzfristigen Forderungen ausgewiesen. Die Wertminderungen auf den Nettoveräußerungspreis der Vorräte betragen 3.556.780,40 EUR (Vorjahr: 3.846.325,01 EUR). Der Differenzbetrag aus den im Geschäftsjahr gebildeten Wertminderungen und Wertaufholungen von insgesamt -289.544,61 EUR (Vorjahr: -47.419,18 EUR) wird im Materialaufwand ausgewiesen. Hintergrund der Wertaufholung der Vorräte ist die positive Geschäftsentwicklung 2024. Der Buchwert der Vorräte, der mit dem niedrigeren Wert aus Anschaffungskosten und Nettoveräußerungswert angesetzt wurde, betrug zum Bilanzstichtag 14.975.275,93 EUR (Vorjahr: 11.328.560,82 EUR).

(7) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

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2024
EUR
2023
EUR
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 2.470.862,09 1.879.767,48
Wertberichtigungen -434.147,90 -276.422,14
2.036.714,19 1.603.345,34

Die Wertberichtigungen betreffen voraussichtlich uneinbringliche Forderungen. Sämtliche Forderungen aus Lieferungen und Leistungen waren innerhalb eines Jahres fällig.

Die Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben sich wie folgt entwickelt:

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2024
EUR
2023
EUR
Stand zum Beginn des Jahres 276.422,14 226.875,43
Zuführung (Aufwendungen für Wertberichtigungen) 159.651,61 127.660,68
Verbrauch -1.925,85 0,00
Auflösungen 0,00 -78.113,97
Stand zum Ende des Jahres 434.147,90 276.422,14

Die Aufwendungen und die Erträge aus Wertberichtigungen werden unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen beziehungsweise Erträgen ausgewiesen.

Der überwiegende Teil der Forderungen, die im Geschäft von Bijou Brigitte entstehen, wird sofort in der Filiale beglichen. Die offenen Forderungen zum Bilanzstichtag betreffen im Wesentlichen Forderungen gegenüber Concession- und Franchise-Partnern, die kurzfristig beglichen werden und bei denen keine wesentlichen Wertminderungen zu erwarten sind.

Es besteht keine Konzentration des Kreditrisikos, sodass keine über die bereits erfassten Wertminderungen hinausgehende Risikovorsorge notwendig ist.

(8) Steuerforderungen

Die Steuerforderungen betreffen Ertragsteuern.

(9) Sonstige finanzielle Vermögenswerte

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2024
EUR
2023
EUR
Sonstige Forderungen gegen Fremde Dritte 6.187.912,01 5.539.118,94
Kurzfristige Termingeldeinlagen 15.489.344,36 14.041.095,44
Kurzfristige Wertpapieranlagen 48.754.046,89 70.565.810,04
70.431.303,26 90.146.024,42

Die sonstigen Forderungen gegen Fremde Dritte sind ausschließlich kurzfristig und bestehen im Wesentlichen aus Geldtransit, Forderungen aus Kreditkartenabwicklungen, Guthaben aus Raumnebenkostenabrechnungen und innerhalb von einem Jahr zur Rückzahlung an den Bijou Brigitte-Konzern fälligen Kautionen.

Die kurzfristigen Termingeldeinlagen beinhalten Finanzmittel mit einer ursprünglichen Fälligkeit von über drei bis zwölf Monaten.

Die kurzfristigen Wertpapieranlagen beinhalten ausschließlich amerikanische US-Dollar- und deutsche EUR-Staatsanleihen mit einer Restlaufzeit von bis zu zwölf Monaten.

(10) Sonstige kurzfristige Forderungen

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2024
EUR
2023
EUR
Sonstige Steuerforderungen 16.713,42 55.845,16
Forderungen gegenüber der Agentur für Arbeit 14.480,91 15.831,15
Aktive Rechnungsabgrenzung 432.223,31 541.548,87
Geleistete Anzahlungen auf Vorräte 156.002,18 164.342,10
619.419,82 777.567,28

In den sonstigen Steuerforderungen sind Steuererstattungsansprüche auf bisher geleistete Steuervorauszahlungen (15.468,41 EUR; Vorjahr: 6.897,85 EUR) und im Folgejahr abzugsfähige Vorsteuern (1.245,01 EUR; Vorjahr: 48.947,31 EUR) enthalten.

(11) Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

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2024
EUR
2023
EUR
Kontokorrentkonten und Bargeld 68.143.903,97 61.927.592,69
Tagesgelder 12.603.162,69 7.427.404,70
Kurzfristige Termineinlagen 1.010.612,05 0,00
81.757.678,71 69.354.997,39

Die kurzfristigen Termineinlagen beinhalten Finanzmittel mit einer Fälligkeit von einem Monat.

Alle Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente stellen gleichzeitig den für die Kapitalflussrechnung relevanten Finanzmittelfonds im Sinne des IAS 7 dar.

(12) Eigenkapital

Die einzelnen Bestandteile des Eigenkapitals sowie die Entwicklung sind in der Veränderung des Konzern-Eigenkapitals dargestellt.

Der Konzern steuert seine Eigenkapitalstruktur mit dem Ziel, unabhängig vom Kapitalmarkt agieren zu können. Dafür wird weiterhin eine hohe Eigenkapitalquote in Höhe von 45 % bis 55 % angestrebt. Im Geschäftsjahr 2024 betrug die Eigenkapitalquote 57,10 % (Vorjahr: 58,80 %). Eine Überprüfung der Kapitalstruktur erfolgt halbjährlich. Dabei wird sichergestellt, dass alle Konzernunternehmen nachhaltig positive Zahlungsüberschüsse erzielen und damit unter der Unternehmensfortführungsprämisse operieren können. Die Gesamtstrategie des Konzerns ist im Vergleich zum Vorjahr unverändert.

Der Konzern unterliegt keiner Mindestkapitalanforderung.

Gezeichnetes Kapital

Das gezeichnete Kapital der Bijou Brigitte modische Accessoires AG beträgt unverändert 8.100.000,00 EUR. Es ist eingeteilt in 8.100.000 nennwertlose Stückaktien. Das gezeichnete Kapital ist vollständig eingezahlt.

Mit Beschluss der Hauptversammlung vom 27. Juni 2024 wurde der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 26. Juni 2029 erneut ermächtigt, eigene Aktien der Gesellschaft bis zu insgesamt zehn von Hundert des im Zeitpunkt der Beschlussfassung bestehenden Grundkapitals der Gesellschaft in Höhe von 8.100.000,00 EUR oder, falls dieser Wert geringer ist, des zum Zeitpunkt der Ausübung der Ermächtigung bestehenden Grundkapitals zu erwerben und die erworbenen eigenen Aktien zu allen gesetzlich zugelassenen Zwecken zu verwenden.

Am Bilanzstichtag befanden sich 458.369 (Vorjahr: 401.292) Stückaktien im Besitz der Gesellschaft. Dies entspricht einem Anteil von 5,66 % (Vorjahr: 4,95 %) des gezeichneten Kapitals. Die Anschaffungskosten betrugen insgesamt 25.825.828,86 EUR (Vorjahr: 23.836.380,56 EUR) und sind vom Eigenkapital als eigene Anteile in Abzug gebracht worden.

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in Aktien
Im Umlauf befindliche Aktien am 1. Januar 2023 7.698.708
Im Rahmen des Aktienrückkaufprogramms zurückgekaufte und nicht eingezogene Aktien im Geschäftsjahr 2023 0
Im Umlauf befindliche Aktien am 31. Dezember 2023/​1. Januar 2024 7.698.708
Im Rahmen des Aktienrückkaufprogramms zurückgekaufte und nicht eingezogene Aktien im Geschäftsjahr 2024 - 57.077
Im Umlauf befindliche Aktien am 31. Dezember 2024 7.641.631

Im Zeitraum vom 1. Januar 2025 bis einschließlich 31. März 2025 wurden weitere eigene 46.098 Stückaktien erworben. Die Anschaffungskosten betrugen 1.694.483,55 EUR.

Genehmigtes Kapital

Gemäß Beschluss der Hauptversammlung vom 17. Juni 2021 wurde der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats ermächtigt, bis zum 16. Juli 2026 einmalig oder mehrmals, insgesamt jedoch um höchstens 4.000.000,00 EUR durch Ausgabe von bis zu 4.000.000 neue, auf den Inhaber lautenden Stückaktien gegen Bar- und/​oder Sacheinlage das Grundkapital zu erhöhen (genehmigtes Kapital).

Rücklagen

Bei der Kapitalrücklage handelt es sich um das Agio von 3.579.043,17 EUR (Vorjahr: 3.579.043,17 EUR) aus der Kapitalerhöhung um nominal 511.291,88 EUR im Jahr 1989.

Die Gewinnrücklagen setzen sich zusammen aus der gesetzlichen Rücklage des Mutterunternehmens in Höhe von 246.542,39 EUR und den übrigen Gewinnrücklagen in Höhe von 41.541.567,57 EUR (Vorjahr: 41.541.567,57 EUR). 2

Der Abzugsbetrag für eigene Anteile hat sich im Berichtsjahr mit 25.825.828,86 EUR (Vorjahr: 23.836.380,56 EUR) in der Höhe der erworbenen eigenen Anteile um 1.989.448,30 EUR (Vorjahr: 0,00 EUR) erhöht.

In der Rücklage aus der Fremdwährungsumrechnung sind aufgetretene Währungsdifferenzen aus der Umrechnung der Jahresabschlüsse ausländischer Tochtergesellschaften enthalten, deren funktionale Währung nicht der Euro ist.

Die Währungsdifferenzen verteilen sich auf die einzelnen Länder wie folgt:

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2024
EUR
2023
EUR
Hong-Kong (HKD) 2.890.386,21 2.456.201,32
Ungarn (HUF) -2.218.259,00 -1.800.018,87
Polen (PLN) -619.524,34 -848.845,74
Tschechien (CZK) 370.219,65 528.862,20
Sonstige Länder (BGN, RON, CHF) -175.538,19 -188.175,42
Gesamt 247.284,33 148.023,49

(13) Passive latente Steuern

Wir verweisen auf Tz. 5.

(14) Rückstellungen

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Rückstellungen für Filialbereich
EUR
Rückstellungen für Personalbereich
EUR
Sonstige Rückstellungen
EUR
Gesamt
EUR
Stand 1. Januar 2023 4.701.351,24 586.207,97 126.980.63 5.414.539,84
Währungsumrechnung 6.162,25 0,00 -570,42 5.591,83
Ergebnisneutrale Zuführung 1.712.588,09 0,00 0,00 1.712.588,09
Zuführung 84.400,00 142.723,03 47.976,93 275.099,96
Zuführung aufgrund von Aufzinsungen 137.498,52 0,00 0,00 137.498,52
Auflösung -137.075,72 -347,02 -13,00 -137.435,74
Verbrauch -180.735,96 -70.412,90 -25.785,19 -276.934,05
Stand 31. Dezember 2023 /​ 1. Januar 2024 6.324.188,42 658.171,08 148.588,95 7.130.948,45
Währungsumrechnung -6.586,64 0,00 -8.588,95 -15.175,59
Ergebnisneutrale Zuführung 167.706,98 0,00 0,00 167.706,98
Zuführung 133.800,00 268.313,28 104.261,88 506.375,16
Zuführung aufgrund von Aufzinsungen 313.108,25 0,00 0,00 313.108,25
Auflösung -435.100,16 -53.260,41 -2.860,00 -491.220,57
Verbrauch -158.962,74 -78.364,23 -47.601,88 -284.928,85
Stand 31. Dezember 2024 6.338.154,11 794.859,72 193.800,00 7.326.813,83

Aufgliederung der Rückstellungen nach ihrer voraussichtlichen Inanspruchnahme:

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2024
EUR
2023
EUR
später als ein Jahr 5.029.854,11 4.860.725,65
innerhalb eines Jahres 2.296.959,72 2.270.222,80
7.326.813,83 7.130.948,45

In der Zuführung zu den Rückstellungen sind Zinsen in Höhe von 313.108,25 EUR (Vorjahr: 137.498,52 EUR) für den Filialbereich enthalten. Die Rückstellungen mit einer Inanspruchnahme nach einem Jahr betreffen ausschließlich die Rückbauverpflichtungen für den Filialbereich. Der kurzfristige Teil dieser Rückstellungen beträgt 907.500,00 EUR (Vorjahr: 1.059.062,77 EUR).

Rückstellungen für den Filialbereich

Die Rückstellungen für den Filialbereich enthalten im Wesentlichen bestehende Verpflichtungen aus Mietnebenkosten sowie aus Kosten für Filialschließungen. Die Quantifizierung der Rückstellung für Mietnebenkosten basiert auf Erfahrungswerten der entsprechenden Nachforderungen in den Vorjahren. Die Ermittlung der Kosten für Filialschließungen erfolgt durch Schätzungen auf Basis der Kosten zur Wiederherstellung des originären Zustands von Filialmietflächen unter Berücksichtigung der Erfahrungswerte der Vergangenheit. Die Rückstellungen für Rückbauverpflichtungen im Filialbereich werden ergebnisneutral im Rahmen der Anschaffungskosten der betreffenden Vermögenswerte aktiviert.

Die endgültige Kostenbelastung durch eine Filialschließung ist der Höhe und dem Zeitpunkt nach unbestimmt. Im Durchschnitt wird von einer Restlaufzeit der Mietverträge von acht Jahren ausgegangen.

Rückstellungen für den Personalbereich

Die Rückstellungen aus dem Personalbereich enthalten vorrangig Verpflichtungen aus zu zahlenden Entschädigungen bei zeitlich nicht absehbaren Personalaustritten und Jubiläumsgelder.

Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen enthalten vor allem die Kosten für laufende Verfahren und Schadenersatzansprüche, deren zeitlicher Eintritt nicht abschätzbar ist.

(15) Leasingverbindlichkeiten

Die gebuchten Leasingverbindlichkeiten gliedern sich wie folgt:

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2024
EUR
2023
EUR
Langfristig 96.830.851,59 89.976.308,74
Kurzfristig 37.208.845,98 34.965.409,91
134.039.697,57 124.941.718,65

Der Betrag der langfristigen nicht diskontierten Leasingverbindlichkeiten mit einer Fälligkeit zwischen ein und fünf Jahren beträgt 93.239.846,98 EUR (Vorjahr: 85.851.916,44 EUR) und mit einer Fälligkeit von über fünf Jahren 14.461.667,68 EUR (Vorjahr: 14.876.545,59 EUR).

Die gesamten Auszahlungen für Leasing betrugen 2024 46.126.147,99 EUR (Vorjahr: 45.071.033,52 EUR).

Überleitung der Finanzschulden:

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Leasingverbindlichkeiten
EUR
Stand 1. Januar 2023 112.262.793,56
Zahlungswirksame Veränderungen -39.040.006,41
Währungsumrechnung 301.585,32
Zugänge 51.365.275,75
Zinsaufwendungen 6.029.274,39
Gezahlte Zinsen 1) -6.029.274,39
Minderung durch Vertragsveränderungen 0,00
Sonstige Veränderungen 52.070,43
Stand 31. Dezember 2023 124.941.718,65
Stand 1. Januar 2024 124.941.718,65
Zahlungswirksame Veränderungen -39.219.266,32
Währungsumrechnung -236.227,89
Zugänge 48.487.951,97
Zinsaufwendungen 6.914.036,94
Gezahlte Zinsen 1) -6.914.036,94
Minderung durch Vertragsveränderungen 0,00
Sonstige Veränderungen 65.521,16
Stand 31. Dezember 2024 134.039.697,57

1) In der Kapitalflussrechnung ausgewiesen im Cashflow aus operativer Tätigkeit

(16) Steuerschulden

Die Steuerschulden betreffen Ertragsteuern.

(17) Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, sonstige finanzielle Verbindlichkeiten und sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten

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2024
EUR
2023
EUR
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 10.866.610,55 10.158.338,37
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 7.971.010,83 9.234.110,95
Steuerverbindlichkeiten für sonstige Steuern 6.913.529,89 6.539.390,72
Sonstige Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit 2.192.802,10 2.255.462,49
Vertragsverbindlichkeiten 4.283.730,24 3.428.518,39
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten 13.390.062,23 12.223.371,60
32.227.683,61 31.615.820,92

Die sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten bestehen im Wesentlichen aus Verbindlichkeiten aus dem Personalbereich in Höhe von 4.166.245,98 EUR (Vorjahr: 4.474.191,75 EUR) aus Tantiemen und Provisionen in Höhe von 525.000,00 EUR (Vorjahr: 775.000,00 EUR) sowie aus ausstehenden Rechnungen, insbesondere für Raum- und Energiekosten, Abschlusserstellung und Prüfung in Höhe von insgesamt 2.774.486,25 EUR (Vorjahr: 3.603.243,70 EUR). Ihre Restlaufzeiten betragen weniger als ein Jahr.

Die Vertragsverbindlichkeiten enthalten erhaltene Anzahlungen (Gutscheine) aus Verträgen mit Kunden in Höhe von 3.267.204,68 EUR (Vorjahr: 2.928.279,39 EUR) und die zum Stichtag noch gültigen Rabattkupons aus dem "BB-Club"-Loyalitätsprogramm in Höhe von 1.016.525,56 EUR (Vorjahr: 500.240,00 EUR).

Die Vertragsverbindlichkeiten haben sich im Geschäftsjahr wie folgt entwickelt:

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Vertragsverbindlichkeiten
EUR
Stand 1. Januar 2024 2.928.278,39
Währungskursdifferenzen -3.920,74
Zugang aus neuen Gutscheinen 5.703.430,39
Abgang aus eingelösten Gutscheinen -5.044.947,25
Abgang durch abgelaufene Gutscheine -315.636,11
Stand 31. Dezember 2024 3.267.204,68

In der Berichtsperiode wurden eingelöste Gutscheine in Höhe von 913.106,33 EUR und nicht eingelöste verjährte Gutscheine in Höhe von 315,636,11 EUR als Ertrag erfasst, die zu Beginn der Periode im Saldo der Vertragsverbindlichkeiten enthalten gewesen waren.

Rückerstattungsverbindlichkeiten und Rechte auf Rückerhalt der von Kunden zurückgegebenen Waren werden nicht bilanziert, weil basierend auf den Erfahrungswerten das Zurückgeben von Produkten durch Kunden nicht hochwahrscheinlich ist und eine signifikante Umkehrung der Umsatzerlöse nicht eintreten wird. Die Validität dieser Annahme und die geschätzte Anzahl der Rückgaben werden zu jedem Abschlussstichtag neu bewertet.

D. Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

(18) Umsatzerlöse/​Segmentberichterstattung

Die Zusammensetzung der Umsatzerlöse ist in der Segmentberichterstattung dargestellt. Die Segmentberichterstattung folgt den Regelungen des IFRS 8, wonach sie nach dem sogenannten "Management Approach" aufzustellen ist. Die interne Berichterstattung basiert auf einer Segmentierung nach Ländern.

(19) Andere aktivierte Eigenleistungen

Der Betrag resultiert im Wesentlichen aus der Aktivierung von Eigenleistungen im Filialausbau. Der Ausweis erfolgt im Sachanlagevermögen unter "Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung".

(20) Sonstige betriebliche Erträge

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2024
EUR
2023
EUR
Währungskursgewinne 1.641.873,51 1.294.039,79
Pachtzinserträge 1.167.406,50 1.127.949,07
Erträge aus Schadenvergütungen 865.371,74 500.994,58
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 491.220,56 137.221,58
Erträge aus dem Abgang von Vermögenswerten des Sachanlagevermögens und der Modifikation von Nutzungsrechten 426.810,09 119.149,11
Erträge aus staatlichen Zuschüssen wegen Energiekosten 152.118,52 114.415,46
Erträge aus Leasingverbindlichkeitsnachlässen 35.360,80 59.265,44
Übrige betriebliche Erträge 699.390,34 731.902,37
5.479.552,06 4.084.937,40

Die Währungskursgewinne entfallen in Höhe von 1.578.918,71 EUR (Vorjahr: 1.142.012,37 EUR) auf zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten.

(21) Materialaufwand

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2024
EUR
2023 3
EUR
Aufwand für bezogene Leistungen 96.250,65 118.110,44
Aufwand für bezogene Waren 71.774.821,74 72.387.809,43
71.871.072,39 72.505.919,87

(22) Personalaufwand

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2024
EUR
2023
EUR
Löhne und Gehälter 75.467.517,28 72.193.415,21
Soziale Abgaben 17.407.861,46 16.330.557,90
92.875.378,74 88.523.972,41

In den sozialen Abgaben sind 6.563.728,75 EUR (Vorjahr: 6.050.738,23 EUR) Ausgaben für Altersversorgung enthalten. Der Arbeitgeberbeitragssatz zur gesetzlichen Rentenversicherung betrug in Deutschland 9,30 % des Bruttolohns (Vorjahr: 9,30 %).

Im Jahresdurchschnitt waren 3.593 (Vorjahr: 3.543) Mitarbeiter beschäftigt; dies entspricht 2.361 (Vorjahr: 2.353) Vollzeitkräften. Von den Mitarbeitern arbeiten 1.346 (Vorjahr: 1.318) im Inland. In Anlehnung an die OECD-Richtlinie zur Publizitätspflicht multinationaler Unternehmen aus dem Jahr 1991, nach der die Angabe zur Anzahl der Mitarbeiter ein dem tatsächlichen Beschäftigungsverhältnis entsprechendes Bild vermitteln soll, wurden die Mitarbeiter auf Ganztagskräfte umgerechnet.

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2024 2023
Verwaltung, Versand, Ladenbau, Produktion 466 461
Vertrieb Inland 402 403
Vertrieb Ausland 1.493 1.489
2.361 2.353

(23) Wertminderungen und Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen sowie auf Nutzungsrechte

Die Abschreibungen und die außerplanmäßigen Wertminderungen sind den Tz. 1, 2 und 3 zu entnehmen. Die Abschreibungen und die außerplanmäßigen Wertminderungen teilen sich auf die einzelnen geografischen Regionen wie in der Segmentberichterstattung dargestellt auf.

Bei den zum 31. Dezember 2024 bilanzierten Vermögenswerten wurde ein außerplanmäßiger Wertminderungs- und Abschreibungsbedarf von 2.589.587,74 EUR (Vorjahr: 300.834,28 EUR), aufgeteilt in 11.110,00 EUR (Vorjahr: 0,00 EUR) für die immateriellen Vermögenswerte, 691.289,98 EUR (im Vorjahr: 78.774,45 EUR) für das Sachanlagevermögen sowie 1.887.187,76 EUR (Vorjahr: 222.059,83 EUR) für die Nutzungsrechte, ermittelt und erfolgswirksam als Wertminderung auf immaterielle Vermögenswerte und auf Sachanlagen sowie Abschreibungen auf Nutzungsrechte erfasst.

(24) Sonstige betriebliche Aufwendungen

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2024
EUR
2023
EUR
Verkaufsprovisionen/​Pacht 35.709.103,84 34.467.806,08
Raumkosten 11.297.582,03 10.952.790,00
Bank- und Beratungskosten 9.556.501,56 8.737.054,71
Werbungs- und Dekorationskosten 4.969.950,96 4.256.656,57
Kosten der Warenabgabe und Verpackungsmaterial 4.639.187,26 4.632.714,65
Reparaturen und Instandhaltungen 3.955.558,73 3.798.166,29
Reise- und Repräsentationskosten 2.123.692,37 2.037.519,16
Leiharbeiter 1.719.541,38 1.452.595,98
Währungskursverluste 1.493.181,03 2.001.097,90
Porto und Telefon 1.055.700,37 1.045.923,78
Verkaufsprovisionen Concessions 1.013.057,87 1.004.597,75
Sonstige Steuern und Abgaben 851.270,63 • 724.217,80
Aufwendungen für Lizenzen 757.145,98 • 688.190,72
Freiwillige soziale Aufwendungen 606.553,60 • 616.359,17
Versicherungen 537.378,06 • 413.778,10
Buchverluste aus Anlagenabgängen 512.306,71 586.267,05
Gebühren, Beiträge 201.825,15 133.807,85
Aufwand aus der Entkonsolidierung 0,00 34.116,06
Übrige betriebliche Aufwendungen 5.216.219,32 4.750.194.02
86.215.756,85 82.333.853,64

Die Verkaufsprovisionen/​Pacht beinhalten Kostenerstattungen und andere Aufwendungen, die an einen Pächter für den Betrieb von Filialen in Deutschland gezahlt werden.

Die übrigen betrieblichen Aufwendungen bestehen im Wesentlichen aus Kosten für Maklerprovisionen, Büro- und Betriebsbedarf sowie Dienstleistungen von fremden Dritten.

Die Währungskursverluste entfallen in Höhe von 1.454.607,98 EUR (Vorjahr: 1.839.316,18 EUR) auf zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten.

(25) Finanzergebnis

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2024
EUR
2023
EUR
Zinsen und ähnliche Aufwendungen -99.780,81 -104.314,81
Zinsaufwendungen auf betriebliche Steuern -1.761,88 -140,78
Abzinsung der langfristigen Forderungen -87.766,33 -124.581,35
Aufzinsung der langfristigen Rückstellungen -313.108,25 -137.498,52
Zinsaufwendungen für Leasingverhältnisse -6.914.036,94 -6.029.274,39
-7.416.454,21 -6.395.809.85
Zinserträge 4.544.843,67 2.521.489,11
Finanzergebnis -2.871.610,54 -3.874.320,74

Für Avale sind Provisionen in Höhe von 99.624,99 EUR (Vorjahr: 103.948,16 EUR) aufgewendet worden.

(26) Ertragsteuern

Als Ertragsteuern sind die in den einzelnen Ländern gezahlten bzw. geschuldeten tatsächlichen Steuern sowie die latenten Steuern ausgewiesen.

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2024
EUR
2023
EUR
Tatsächlicher Steueraufwand 4 11.781.532,55 10.240.942,47
Latenter Steuerertrag (-)/​ Steueraufwand (+) (siehe Tz. 5) -1.933.969,30 1.695.028,25
Ausgewiesener Ertragsteueraufwand 9.847.563,25 11.935.970,72

Überleitungsrechnung vom erwarteten zum ausgewiesenen Ertragsteueraufwand:

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2024
EUR
2023
EUR
Konzernergebnis vor Ertragsteuern 5 33.467.357,57 36.011.234,78
erwarteter Steueraufwand von 31,6 % (2023: 31,6 %) 10.575.684,99 11.379.550,19
Steuerminderungen aufgrund steuerfreier Erträge -65.669,84 -170.643,38
Steuermehrungen aufgrund steuerlich nicht abzugsfähiger Aufwendungen 1.268.059,98 1.132.760,32
Auswirkungen abweichender nationaler Steuersätze -1.044.726,62 -1.410.580,31
Bewertung aktiver latenter Steuern -1.007.899,28 1.498.535,28
Sonstige Effekte 74.065,23 -512.799,44
Nutzung nicht angesetzter steuerlicher Verlustvorträge -2.843,03 -34.362,28
Steuern für Vorjahre 50.891,81 53.510,44
Ausgewiesener Ertragsteueraufwand 9.847.563,25 11.935.970,72

Für die Ermittlung des erwarteten Steuersatzes wird für das Geschäftsjahr 2024 wie im Vorjahr ein Gesamtsteuersatz von 31,6 % zugrunde gelegt. Dieser Steuersatz ergibt sich aus dem Körperschaftsteuersatz (15 %), dem Solidaritätszuschlag (5,5 % auf den Körperschaftsteuersatz) und dem durchschnittlichen Gewerbesteuersatz der Standorte der Bijou Brigitte AG (15,8 %).

(27) Ergebnis je Aktie

Der Gewinn je Aktie wird in Übereinstimmung mit IAS 33 ermittelt.

Um das unverwässerte Ergebnis je Aktie zu erhalten, wird das den Aktionären zustehende Periodenergebnis durch die Anzahl (gewichteter Durchschnitt) der während des Jahres im Umlauf befindlichen Stückaktien geteilt. Die im eigenen Bestand gehaltenen Aktien vermindern die ausstehenden Aktien. Zum 31. Dezember 2024 betrug die Zahl der durchschnittlich ausstehenden Aktien 7.687.351 (Vorjahr: 7.698.708). Mangels Wandlungs- und Optionsrechten entspricht das verwässerte Ergebnis je Aktie dem unverwässerten Ergebnis je Aktie.

Das Ergebnis je Aktie berechnet sich wie folgt:

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2024
EUR
2023
EUR
Konzernergebnis 6 23.619.794,32 24.075.264,06
Den Aktionären zustehendes Konzernergebnis 23.619.794,32 24.075.264,06
Dividendenberechtigte Stückaktien (Durchschnitt) 7.687.351 7.698.708
Ergebnis je Aktie
Unverwässert 3,07 3,13
Verwässert 3,07 3,13

E. Sonstige Erläuterungen

Segmentberichterstattung

Nach IFRS 8 ist die Segmentberichterstattung nach dem sogenannten "Management Approach" aufzustellen. Die Bijou Brigitte modische Accessoires AG versteht sich insofern als Ein-Produkt-Unternehmen, als im Verkauf und deswegen in der internen Berichterstattung nicht zwischen verschiedenen Produktgruppen differenziert wird, sondern den Kunden das vollständige Sortiment als Produkt angeboten wird. Somit werden die Ergebnisgrößen geografisch segmentiert, um eine plausible Daten- und Entscheidungsgrundlage für die Geschäftsführung zu bieten.

Der Konzern ist im Wesentlichen in fünf geografischen Regionen tätig: Deutschland, Spanien, Italien Frankreich und Portugal. Da sich in den übrigen Ländern neben dem Produktsortiment selbst auch die wirtschaftlichen Prozesse, Zielgruppen und Vertriebsprozesse grundsätzlich stark ähneln, erfolgt die Zusammenfassung der Absatzländer zum berichtspflichtigen Segment "Übrige Länder" nach IFRS 8.13 und IFRS 8.16.

Die jeweiligen dargestellten Segmente umfassen sämtliche Aktivitäten eines Landes. Die Zuordnung der Außenumsatzerlöse orientiert sich an dem Standort der jeweiligen Absatzmärkte.

Den Bewertungsgrundsätzen für die Segmentberichterstattung liegen die im Konzernabschluss verwendeten IFRS zugrunde. Bewertungsunterschiede zwischen den berichteten Segmenten und dem Konzern ergeben sich durch die Harmonisierung des internen und externen Berichtswesens nicht. Die Allokation der Werte auf Segmente erfolgt vollständig durch Zuordnung von bilanzierenden Einheiten. Das Ergebnis in den Segmenten entspricht dem Periodenergebnis im Sinne von IFRS 8. Die Verrechnungspreise für konzerninterne Umsatzerlöse werden marktorientiert festgelegt.

Die Segmentinvestitionen beinhalten die Zugänge zu immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen.

Gemäß IFRS 8.23 wurde auf die Bewertung der Vermögenswerte und der Schulden für die berichtspflichtigen Segmente verzichtet, da solche Werte in der internen Berichterstattung für die jeweils verantwortliche Unternehmensinstanz nicht gemeldet werden.

Segmentberichterstattung

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Außenumsatzerlöse Intersegmentumsatzerlöse Gesamtumsatzerlöse
Angaben
in EUR
2024 2023 2024 2023 2024 2023
Deutschland (1) 172.283.604,06 167.646.833,56 40.876.604,85 44.447.825,93 213.160.208,91 212.094.659,49
Spanien 35.775.552,31 36.681.169,19 0,00 0,00 35.775.552,31 36.681.169,19
Italien 34.417.736,85 33.618.542,72 0,00 0,00 34.417.736,85 33.618.542,72
Portugal 7.834.922,34 8.597.545,17 0,00 0,00 7.834.922,34 8.597.545,17
Frankreich 27.958.559,57 26.756.971,84 0,00 0,00 27.958.559,57 26.756.971,84
Übrige Länder 55.620.280,45 54.582.254,25 0,00 0,00 55.620.280,45 54.582.254,25
333.890.655,58 327.883.316,73 40.876.604,85 44.447.825,93 374.767.260,43 372.331.142,66
Konsolidierung 0,00 0,00 -40.876.604,85 -44.447.825,93 -40.876.604,85 -44.447.825,93
Summe 333.890.655,58 327.883.316,73 0,00 0,00 333.890.655,58 327.883.316,73
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Sonstige Raumaufwendungen und Personalkosten Übrige sonstige Aufwendungen und Erträge Abschreibungen
Angaben
in EUR
2024 2023 2024 2023 2024 2023
Deutschland (1) -48.610.860,82 -46.500.719,84 -116.730.267,36 -117.911.700,67 -25.251.621,19 -24.514.896,10
Spanien -12.327.736,33 -12.218.092,39 -13.780.248,02 -14.576.232,71 -5.284,039,89 -5.356.644,69
Italien -12.126.048,75 -11.782.382,30 -14.452.746,71 -13.794.209,55 -4.583.142,76 -4.159.326,75
Portugal -2.449.859,76 -2.363.331,38 -3.100.701,71 -3.396.732,22 -1.409.049,33 -1.403.799,14
Frankreich -10.634.151,37 -10.548.916,84 -12.455.832,13 -11.871.329,94 -5.998.195,27 -4.922.445,23
Übrige Länder -17.989.744,65 -16.095.822,88 -21.458,912,15 -21.457.500,95 -10.102.332,41 -9.052.467,29
-104.138.401,68 -99.509.265,63 -181.978.708,08 -183.007.706,04 -52.628.380,85 -49.409.579,20
Konsolidierung 0,00 0,00 41.193.803,14 43.928.789,66 0,00 0,00
Summe -104.138.401,68 -99.509.265,63 -140.784.904,94 -139.078.916,38 -52.628.380,85 -49.409.579,20
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Zinserträge Zinsaufwendungen Segmentergebnis/​ Konzernergebnis vor Steuern
Angaben
in EUR
2024 2023 2024 2023 2024 2023
Deutschland (1) 4.175.350,53 2.202.215,45 -5.130.265,64 -4.271.136,03 21.612.544,43 21.098.422,30
Spanien 929.384,77 851.507,15 -825.122,98 -772.553,47 4.487.789,86 4.609.153,08
Italien 430.088,11 290.500,90 -973.819,78 -908.018,32 2.712.066,96 3.265.106,70
Portugal 486.290,90 381.122,28 -328.146,45 -298.759,28 1.033.455,99 1.516.045,43
Frankreich 36.256.54 38.431,39 -847.775,19 -824.773,35 -1.941.137,85 -1.372.062,13
Übrige Länder 867.486,26 808.684,65 -1.692.007,75 -1.369.577,12 5.244.769,75 7.415.570,66
6.924.857,11 4.572.461,82 -9.797,137,79 -8.444.817,57 33.149.489,14 36.532.236,04
Konsolidierung -2.380.013,44 -2.050.972,71 2.380.683,58 2.049.007,72 317.868,43 -521.001,26
Summe 4.544.843,67 2.521.489,11 -7.416.454,21 -6.395.809,85 33.467.357,57 36.011.234,78
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Ertragsteuern Segmentergebnis/​ Konzernergebnis Segmentinvestitionen
Angaben
in EUR
2024 2023 2024 2023 2024 2023
Deutschland (1) -7.771.483,29 -7.379.728,23 13.841.061,14 13.718.694,07 8.014.782,35 6.320.679,61
Spanien -1.137.434,21 -1.058.906,50 3.350.355,65 3.550.246,58 494.179,47 1.351.093,57
Italien -887.265,00 -913.449,60 1.824.801,96 2.351.657,10 1.757.012,06 1.548.422,24
Portugal -297.877,52 -332.251,30 735.578,47 1.183.794,13 377.840,57 319.253,48
Frankreich 1.454.997,72 -1.081.721,45 -486.140,13 -2.453.783,58 877.620,61 971.884,90
Übrige Länder -1.208.500,95 -1.169.913,64 4.036.268,80 6.245.657,02 2.544.958,80 2.616.455,39
-9.847.563,25 -11.935.970,72 23.301.925,89 24.596.265,32 14.066.393,86 13.127.789,19
Konsolidierung 0,00 0,00 317.868,43 -521.001,26 0,00 0,00
Summe -9.847.563,25 -11.935.970,72 23.619.794,32 24.075.264,06 14.066.393,86 13.127.789,19

(1) Das Segment Deutschland bezieht die Einkaufsgesellschaften in Hongkong und China (bis 30. Juni 2023) mit ein.

Die Umsatzerlöse entfallen im Wesentlichen auf den Verkauf von Waren.

Die unter den Konsolidierungen ausgewiesenen Umsatzerlöse mit anderen Segmenten sind ausschließlich im Segment Deutschland enthalten.

Unter den Abschreibungen sind außerplanmäßige Wertminderungen in dem Segment Deutschland in Höhe von 288.806,33 EUR (Vorjahr: 114.927,78. EUR), in dem Segment Spanien in Höhe von 54.817,00 EUR (Vorjahr: 39.250,56 EUR), in dem Segment Italien in Höhe von 390.146,19 EUR (Vorjahr: 14.620,65 EUR), in dem Segment Portugal in Höhe von 23.792,66 EUR (Vorjahr: 0,00 EUR), in dem Segment Frankreich in Höhe von 1.250.195,20 EUR (Vorjahr: 19.138,07 EUR) und in dem Segment übrige Länder in Höhe von 581.830,36 EUR (Vorjahr: 112.897,22 EUR) ausgewiesen.

Die Summe der über die Abschreibungen hinausgehenden wesentlichen nicht zahlungswirksamen Segmentaufwendungen belaufen sich für das Segment Deutschland auf 565.807,42 EUR (Vorjahr: 186.126,54 EUR), für das Segment Spanien auf 135.439,57 EUR (Vorjahr: 25.229,88 EUR), für das Segment Italien auf 300.607,53 EUR (Vorjahr: 144.711,91 EUR), für das Segment Portugal auf 81.788,60 EUR (Vorjahr: 10.362,91 EUR), für das Segment Frankreich auf 148.117,56 EUR (Vorjahr: 82.130,56 EUR) und für das Segment übrige Länder auf 626.999,00 EUR (Vorjahr: 304.104,39 EUR).

Die immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen belaufen sich in Deutschland auf 26.159.121,32 EUR (Vorjahr: 24.168.643,70 EUR) und im Ausland auf 14.711.450,68 EUR (Vorjahr: 13.983.365,09 EUR). Davon entfallen auf das Segment Spanien 2.565.748,18 EUR (Vorjahr: 2.840.044,58 EUR), auf das Segment Italien 3.215.886,19 EUR (Vorjahr: 2.394.156,70 EUR), auf das Segment Portugal 703.061,14 EUR (Vorjahr: 554.512,50 EUR), auf das Segment Frankreich 2.328.283,37 EUR (Vorjahr: 2.926.613,10 EUR) und auf das Segment übrige Länder 5.898.471,80 EUR (Vorjahr: 5.268.038,21 EUR).

Die Nutzungsrechte belaufen sich in Deutschland auf 61.106.328,93 EUR (Vorjahr: 57.995.762,78 EUR) und im Ausland auf 66.152.669,54 EUR (Vorjahr: 62.490.657,63.EUR). Davon entfallen 9.840.065,22 EUR (Vorjahr: 10.753.026,80 EUR) auf das Segment Spanien, 12.905.873,74 EUR (Vorjahr: , 11.818.715,77 EUR) auf das Segment Italien, 4.037.435,44 EUR (Vorjahr: 3.881.492,50 EUR) auf das Segment Portugal, 13.123.141,34 EUR (Vorjahr: 13.801.844,86 EUR) auf Segment Frankreich und 26.246.153,80 EUR (Vorjahr: 22.235.577,70 EUR) auf das Segment Übrige Länder.

Finanzinstrumente

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Abkürzung english Bedeutung in deutscher Sprache
AC Amortised cost Fortgeführten Anschaffungskosten
Wertansatz Bilanz nach IFRS 9
in EUR Bewertungskategorie nach IFRS 9 Buchwert 31.12.2024 Fortgeführte Anschaffungskosten Anschaffungskosten
Aktiva
Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte AC 2.223.941,54 2.223.941,54
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen AC 2.036.714,19 2.036.714,19
Sonstige finanzielle Vermögenswerte AC 70.431.303,26 70.431.303,26 69.776.481,16
Zahlungsmittel und Zahlungmitteläquivalente AC 81.757.678,71 81.757.678,71
Passiva
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen AC 10.866.610,55 10.866.610,55
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten AC 7.971.010,83 7.971.010,83
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Abkürzung
AC
Wertansatz Bilanz nach IFRS 9
in EUR Markwert erfolgsneutral Markwert erfolgswirksam
Aktiva
Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 654.822,10
Zahlungsmittel und Zahlungmitteläquivalente
Passiva
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
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Abkürzung
AC
Beizulegender Zeitwert am 31.12.2024 Wertansatz Bilanz nach IFRS 9
in EUR Buchwert 31.12.2023 Fortgeführte Anschaffungskosten Anschaffungskosten
Aktiva
Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte 2.223.941,54 1.994.523,86 1.994.523,86
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 2.036.714,19 1.603.345,34 1.603.345,34
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 72.017.078,52 90.146.024,42 90.146.024,42
Zahlungsmittel und Zahlungmitteläquivalente 81.757.678,71 69.354.997,39 69.354.997,39
Passiva
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 10.866.610,55 10.158.338,37 10.158.338,37
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 7.971.010,83 9.234.110,95 9.234.110,95
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Abkürzung
AC
Wertansatz Bilanz nach IFRS 9
in EUR Markwert erfolgsneutral Markwert erfolgswirksam
Aktiva
Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
Sonstige finanzielle Vermögenswerte
Zahlungsmittel und Zahlungmitteläquivalente
Passiva
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
scrollen
Abkürzung
AC
Beizulegender Zeitwert am 31.12.2023
in EUR
Aktiva
Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte 1.994.523,86
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1.603.345,34
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 90.630.023,81
Zahlungsmittel und Zahlungmitteläquivalente 69.354.997,39
Passiva
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 10.158.338,37
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 9.234.110,95

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige finanzielle Vermögenswerte haben überwiegend kurze Restlaufzeiten.

Daher entsprechen deren Buchwerte zum Abschlussstichtag mit Ausnahme der Staatsanleihen näherungsweise dem beizulegenden Zeitwert.

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige finanzielle Verbindlichkeiten haben regelmäßig kurze Restlaufzeiten. Aus diesem Grund entsprechen die bilanzierten Werte den beizulegenden Zeitwerten.

Die Summe der Buchwerte der Aktiva der Kategorie AC beträgt 156.449.637,70 EUR (Vorjahr: 163.098.891,01 EUR).

Die Summe der Buchwerte der Passiva der Kategorie AC beträgt 18.837.621,38 EUR (Vorjahr: 19.392.449,32 EUR).

Nettoergebnis nach Bewertungskategorie

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2024
aus der Folgebewertung Nettoergebnis
in EUR aus Zinsen Zum Markwert Währungsumrechnung Wertberichtigung aus Abgang
Amortised cost (AC) 3.799.800,20 654.822,10 124.310,73 -159.651,61 0,00 4.419.281,42
Summe 3.799.800,20 654.822,10 124.310,73 -159.651,61 0,00 4.419.281,42
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2023
aus der Folgebewertung Nettoergebnis
in EUR aus Zinsen Zum Markwert Währungsumrechnung Wertberichtigung aus Abgang
Amortised cost (AC) 2.399.518,40 0,00 -697.303,81 -49.546,71 0,00 1.652.667,88
Summe 2.399.518,40 0,00 -697.303,81 -49.546,71 0,00 1.652.667,88

Die Zinsen aus Finanzinstrumenten werden im Finanzergebnis ausgewiesen.

Die Nettoergebnisse aus der Währungsumrechnung sowie aus den Wertberichtigungen auf Forderungen und Leistungen werden in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen bzw. Erträge erfasst.

Das Zinsergebnis der Bewertungskategorie amortised cost (AC) beinhaltet auch Zinserträge und-aufwendungen aus der Auf- und Abzinsung von langfristigen Forderungen in Höhe von -21.581,43 EUR (Vorjahr: -57.737,97 EUR).

Finanzielle Risikofaktoren

Durch den Geschäftsbetrieb ist der Konzern der Bijou Brigitte AG einer Reihe finanzieller Risiken wie Schwankungen auf den Devisenmärkten, Zins- und Liquiditätsrisiken ausgesetzt. Das Risikomanagement-System überwacht diese Risiken, um negative Auswirkungen auf das Konzernergebnis zu minimieren.

Der Vorstand hat gemäß § 91 Abs. 2 AktG ein Überwachungssystem eingerichtet, um bestandsgefährdende Entwicklungen frühzeitig zu erkennen. Die Überwachungssysteme und ihre Organisation erstrecken sich auf den gesamten von der Gesellschaft geführten Konzern.

Die Gesellschaft hat wesentliche Risiken identifiziert und diesbezügliche Überwachungsmaßnahmen eingeleitet.

Die Überwachungsmaßnahmen werden im Wesentlichen zentral in Hamburg durchgeführt; hierbei werden auch die entsprechenden Entwicklungen der Tochtergesellschaften überwacht. Die Überwachung erfolgt vor allem durch Analysen betriebswirtschaftlicher Auswertungen, die teilweise täglich aktualisiert werden. Bei Auffälligkeiten werden durch die verantwortlichen Mitarbeiter entsprechende Maßnahmen eingeleitet, die zu einer detaillierten Analyse der Ereignisse und zu einer Klärung, gegebenenfalls vor Ort, führen.

Die Überwachung der Maßnahmen erfolgt direkt durch die Vorstandsmitglieder, Mitarbeiter der ersten Führungsebene und der Revisionsabteilung, sodass die Kommunikation identifizierter Risiken sichergestellt ist.

Währungsrisiken

Währungsrisiken im Sinne von IFRS 7 entstehen durch Finanzinstrumente, welche in einer von der funktionalen Währung abweichenden Währung definiert und monetärer Art sind; wechselkursbedingte Differenzen aus der Umrechnung von Abschlüssen in die Konzernwährung bleiben unberücksichtigt.

Die Währungskursrisiken des Bijou Brigitte-Konzerns resultieren aus den operativen und investiven Tätigkeiten.

Im operativen Bereich wickeln die einzelnen Konzernunternehmen ihre Aktivitäten überwiegend in ihrer jeweiligen funktionalen Währung ab. Deshalb wird das Währungskursrisiko aus der laufenden operativen Tätigkeit als gering eingeschätzt. Darüber hinaus sind die Währungen der ausländischen Töchter vorwiegend stabile Währungen, die keinen bedeutsamen Kursschwankungen ausgesetzt sind. Bei Geschäftsvorfällen, die in Währungen mit starken Kursschwankungen wie dem US-Dollar abgewickelt werden, wird die Entwicklung der Währung ständig beobachtet und gegebenenfalls werden Währungskursabsicherungen getätigt.

Wie in Abschnitt (9) Sonstige finanzielle Vermögenswerte dargestellt, hat die Gesellschaft ihre Zahlungsmittel in kurzfristige Termingeldeinlagen und Staatsanleihen investiert, die teilweise in USD denominiert sind. Bei diesen Investitionen unterliegt das Unternehmen einem Währungskursrisiko, wenn sich der US-Dollar im Verhältnis zum EUR nachteilig entwickelt.

Den Währungssensitivitätsanalysen liegen die folgenden Annahmen zugrunde:

Währungskursänderungen haben Auswirkungen auf Ergebnis und Eigenkapital hinsichtlich der in US-Dollar denominierten Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie der US-Dollar Tagesgelder und Staatsanleihen. Wenn der Euro gegenüber dem US-Dollar zum 31. Dezember 2024 um 10 % aufgewertet (abgewertet) gewesen wäre, wären das Ergebnis und das Eigenkapital um 4.212.548,29 EUR niedriger (höher) (31. Dezember 2023: 3.910.418,03 EUR niedriger (höher)) gewesen.

Das dargestellte sich aus den finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten ergebende Währungsrisiko wird ergänzt um die Währungsrisiken, die aus der Warenbeschaffung in USD resultieren. Der Konzern beschafft rund 65% seiner Handelsware in USD.

Zins-, Ausfall- und Liquiditätsrisiken

Das Konzernergebnis und der operative Cashflow sind von Zinsänderungen und absatzseitigen Ausfallrisiken nahezu unabhängig. Ausfallrisiken bestehen maximal in Höhe der Buchwerte der Finanzinstrumente. Liquiditätsrisiken bestehen im Wesentlichen aufgrund der Expansionstätigkeit des Konzerns. Die mit der Expansion des Konzerns verbundenen Risiken werden vom Vorstand überwacht und sind wegen der exzellenten Liquidität und Eigenkapitalquote derzeit von untergeordneter Bedeutung. Darüber hinaus besteht der wesentliche Teil der ausstehenden Forderungen aus dem Zahlungsverkehr mit Concession-Vertragspartnern mit hoher Bonität. In aller Regel sind daher keine Zahlungsverzögerungen zu verzeichnen.

Verzinsliche Schulden im Sinne des IFRS 9 hat der Konzern nicht. Es bestehen lediglich Leasingverbindlichkeiten, die von einem schwankenden Zinsumfeld beeinflusst werden. Die in 2024 mit den bilanzierten finanziellen Vermögenswerten erzielten Zinserträge in Höhe von 3.799.800,20 EUR unterliegen zwar grundsätzlich einem Zinsänderungsrisiko. Aus Wesentlichkeitsgründen wird aber auf eine detaillierte Sensitivitätsanalyse verzichtet.

Leasingverhältnisse

In der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung sind nachfolgende Beträge im Zusammenhang mit Leasingverhältnissen enthalten:

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2024
EUR
2023
EUR
Nutzungsrechte
Gebäude 31.12. 127.258.998,47 120.486.420,41
Zuführungen 58.145.102,05 57.828.006,08
Planmäßige Abschreibungen 39.866.220,28 38.147.501,86
Außerplanmäßige Abschreibungen 1.887.187,76 222.059,83
Leasingverbindlichkeiten
Langfristig 96.830.851,59 89.976.308,74
Kurzfristig 37.208.845,98 34.965.409,91
134.039.697,57 124.941.718,65
Gesamte Zahlungsmittelabflüsse 46.126.147,99 45.071.033,52
Zinsaufwendungen 6.914.036,94 6.029.274,39
Aufwendungen für variable Leasingzahlungen, die nicht in den Leasingverbindlichkeiten enthalten sind 226.445,94 258.216,73

Bedingte Mietzahlungen im Rahmen eines Leasingverhältnisses werden in der Periode, in der sie entstehen, als Aufwand erfasst. Die variablen Zahlungen in Abhängigkeit von den erzielten Umsätzen betrugen im Geschäftsjahr 226.445,94 EUR (Vorjahr: 258.216,73 EUR).

Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Nach dem Bilanzstichtag sind, bis auf den Rückkauf weiterer eigener Aktien, keine zu berücksichtigenden Ereignisse mit wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns eingetreten. Bezüglich des Rückkaufs der eigenen Aktien verweisen wir auf Tz. 12.

Transaktionen mit nahestehenden Unternehmen und Personen

Nahestehende Personen der Bijou Brigitte modische Accessoires AG sind die Vorstandsmitglieder, die Aufsichtsratsmitglieder, weitere Mitarbeiter in Schlüsselpositionen aus dem Finanz-, Personal-, IT- und Vertriebsbereich sowie insgesamt deren jeweiligen nahen Angehörigen. Die gewährten Leistungen des Geschäftsjahres, die ausschließlich kurzfristiger Natur waren, beliefen sich auf 2.796.915,30 EUR (Vorjahr: 2.960.752,94 EUR). Weitere Leistungen wurden nicht gewährt. Der Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat erhielt zusätzlich zu seinen Bezügen für die Aufsichtsratstätigkeit Gehälter im Rahmen seines regulären Arbeitsvertrages. Diese sind nicht durch seine Aufsichtsratstätigkeit beeinflusst.

Friedrich-Wilhelm Werner, Firmengründer und bis zum 31. Dezember 2008 Vorstandsvorsitzender, Vater des jetzigen Vorstandsvorsitzenden Roland Werner, Hamburg, hält mit 50,4 % (Vorjahr: 50,4 %) des gezeichneten Kapitals den Mehrheitsanteil der Gesellschaft, kann als "ultimate controlling party" im Sinne von IAS 24.13 beherrschenden Einfluss auf die Bijou Brigitte modische Accessoires AG ausüben und ist damit ebenfalls nahestehende Person der Bijou Brigitte modische Accessoires AG.

Der Vorstandsvorsitzende Roland Werner ist naher Familienangehöriger von Friedrich-Wilhelm Werner.

Durch die Möglichkeit der Bijou Brigitte modische Accessoires AG, durch personelle Verflechtung auf den Stiftungsvorstand der 2010 gegründeten Bijou Brigitte-Stiftung wesentlichen Einfluss zu nehmen, wird auch die Bijou Brigitte-Stiftung als nahestehende Person angesehen. Der Konzern hat der Stiftung 2024 insgesamt 100.000,00 EUR (Vorjahr: 200.000,00 EUR) gespendet.

Ausstehende Salden gegenüber nahestehenden Unternehmen oder Personen lagen mit Ausnahme der in den kurzfristigen Rückstellungen ausgewiesenen Verpflichtungen aus der gewährten erfolgsabhängigen Vergütung der Vorstände zum Bilanzstichtag nicht vor.

Aufsichtsrat

Dr. Friedhelm Steinberg, Ehrenpräsident der Hanseatischen Wertpapierbörse, Hamburg

Vorsitzender

Aufsichtsrat in folgenden Gremien:

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Fondsbörse Deutschland Beteiligungsmakler AG, Hamburg (Vorsitzender)

BÖAG Börsen AG, Hamburg-Hannover-Düsseldorf (Mitglied)

Mitgliedschaften in vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien:

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Börsenrat der Hanseatischen Wertpapierbörse, Hamburg (Ehrenvorsitzender)

Versorgungswerk Ärztekammer, Hamburg (Mitglied Aufsichtsausschuss - bis 31. Dezember 2024)

Ed. Heckewerth Nachf. GmbH & Co. KG, Hiddenhausen (Mitglied Beirat - bis 31. Dezember 2024)

Hamburgische Investitions- und Förderbank, Hamburg (Mitglied Beirat)

Claus-Matthias Böge, Geschäftsführer der CMB Böge Vermögensverwaltung GmbH, Hamburg

Stellvertretender Vorsitzender

Aufsichtsrat in folgenden Gremien:

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Hamborner REIT AG, Duisburg (stellvertretender Vorsitzender)

Matthias Ebermann, Elektroinstallateur, Leitung technische Filialbetreuung bei der Bijou Brigitte AG, Hamburg

Arbeitnehmervertreter

Ausschüsse des Aufsichtsrats

Prüfungsausschuss

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Claus-Matthias Böge (Vorsitzender)

Dr. Friedhelm Steinberg (stellvertretender Vorsitzender)

Matthias Ebermann

Vorstand

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Roland Werner, Kaufmann, Hamburg

Vorstandsvorsitzender in hauptberuflicher Tätigkeit

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Marc Gabriel, Kaufmann, Hamburg

Vorstandsmitglied in hauptberuflicher Tätigkeit, Bereich Finanzen

Jürgen Gödecke, Kaufmann, Drage

Vorstandsmitglied in hauptberuflicher Tätigkeit, Bereich Vertrieb

Bezüge des Aufsichtsrats und des Vorstands

Die Gesamtbezüge des Aufsichtsrats betrugen für das Jahr 2024 120.000,00 EUR (Vorjahr: 120.000,00 EUR). Davon erhielten Herr Dr. Friedhelm Steinberg 60.000.00 EUR (Vorjahr: 60.000,00 EUR), Herr Claus-Matthias Böge 40.000,00 EUR (Vorjahr: 40.000,00 EUR) und Herr Matthias Ebermann 20.000,00 EUR (Vorjahr: 20.000,00 EUR).

Die Gesamtbezüge des Vorstands bestanden 2024 aus einer erfolgsunabhängigen und einer erfolgsabhängigen Komponente. Komponenten mit langfristiger Anreizwirkung kamen im Geschäftsjahr wie im Vorjahr nicht zum Tragen. Die erfolgsunabhängigen Gesamtbezüge betrugen für das Jahr 2024 1.237.747,39 EUR (Vorjahr: 1.185.739,10 EUR), davon erhielten Herr Roland Werner 565.032,06 EUR (Vorjahr: 550.236,14 EUR), Herr Marc Gabriel 359.105,62 EUR (Vorjahr: 336.848,97 EUR) und Herr Jürgen Gödecke 313.609,71 EUR (Vorjahr: 298.654,00 EUR). Die vertraglich gewährten erfolgsabhängigen Gesamtbezüge beliefen sich für das Jahr 2024 auf 679.134,04 EUR (Vorjahr: 739.344,71 EUR), davon entfallen auf Herrn Roland Werner 339.567,02 EUR (Vorjahr: 369.672,36 EUR), Herrn Marc Gabriel 169.783,51 EUR (Vorjahr: 184.836,18 EUR) und Herrn Jürgen Gödecke 169.783,51 EUR (Vorjahr: 184.836,18 EUR).

Die im Geschäftsjahr 2024 gewährten erfolgsabhängigen Gesamtbezüge werden im Folgejahr abzüglich der im Jahr 2024 erfolgten Vorauszahlungen ausgezahlt.

Die im Konzernabschluss 2023 gebuchten Rückstellungen für die erfolgsabhängigen Bezüge des Vorstands für das Geschäftsjahr 2023 wurden im Geschäftsjahr 2024 erfolgswirksam in Höhe von 152.655,28 EUR aufgelöst.

Gewährte Vorschüsse und Kredite

Der Vorstand erhielt 2024 keine Vorschüsse und Kredite.

Honorar des Abschlussprüfers

Das Honorar für den Abschlussprüfer (RSM Ebner Stolz GmbH & Co KG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft) betrug im Geschäftsjahr 452.026,13 EUR (Vorjahr: 317.193,02 EUR). Es setzt sich wie folgt zusammen:

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2024
EUR
2023
EUR
Abschlussprüfungsleistungen 418.944,50 315.681,02
Sonstige Leistungen 2.425,50 1.512,00
Andere Bestätigungsleistungen 30.656,08 0,00
452.026,13 317.193,02

Bei den Abschlussprüfungsleitungen des Berichtsjahres sind 78.652,44 EUR (Vorjahr: 41.280,52 EUR) für das Vorjahr angefallen.

Die sonstigen Leistungen betreffen die Begleitung der Hauptversammlung 2024.

Die anderen Bestätigungsleistungen betreffen die projektbegleitende prüferische Würdigung der Nachhaltigkeitsberichterstattung.

Dividende je Aktie

Im Einvernehmen mit dem Aufsichtsrat schlägt der Vorstand der Hauptversammlung vor, eine Dividende in Höhe von 3,50 EUR (Vorjahr: 3,50 EUR) pro Stückaktie auf das für 2024 dividendenberechtigte Grundkapital von 8.100.000,00 EUR auszuschütten. Die gesamte Gewinnausschüttung beträgt somit 28.350.000,00 EUR (Vorjahr: 28.350.000,00 EUR). Die Ausschüttung vermindert sich um die Höhe der Dividende auf eigene Anteile.

Diese Dividende ist im Konzernabschluss als Bestandteil des Eigenkapitals ausgewiesen. Die Erfassung der Dividendenverbindlichkeit erfolgt im Geschäftsjahr 2025.

Deutscher Corporate Governance Kodex (§ 161 AktG)

Vorstand und Aufsichtsrat der Bijou Brigitte modische Accessoires Aktiengesellschaft haben eine Entsprechenserklärung nach § 161 AktG abgegeben und diese auf der Bijou Brigitte-Homepage www.group.bijou-brigitte.com öffentlich zugänglich gemacht.

 

Hamburg, 24. April 2025

Bijou Brigitte modische Accessoires Aktiengesellschaft, Hamburg

Der Vorstand

Roland Werner

Marc Gabriel

Jürgen Gödecke

VERSICHERUNG DER GESETZLICHEN VERTRETER

"Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss 2024 der Bijou Brigitte modische Accessoires Aktiengesellschaft, Hamburg, ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt und im zusammengefassten Lagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage der Gesellschaft so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Unternehmens beschrieben sind."

 

Hamburg, 24. April 2025

Der Vorstand

Roland Werner, Vorsitzender

Marc Gabriel, Vorstandsmitglied

Jürgen Gödecke, Vorstandsmitglied

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die Bijou Brigitte modische Accessoires AG, Hamburg

Vermerk über die Prüfung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss der Bijou Brigitte modische Accessoires AG, Hamburg, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2024, der Konzern-Gesamtergebnisrechnung, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, der Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2024 sowie dem Konzernanhang, einschließlich wesentlicher Informationen zu den Rechnungslegungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den mit dem Lagebericht zusammengefassten Konzernlagebericht (nachfolgend: "zusammengefasster Lagebericht") der Bijou Brigitte modische Accessoires AG, Hamburg für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2024 geprüft. Den gesonderten nichtfinanziellen Bericht nach § 289b HGB und § 315b HGB für das Geschäftsjahr 2024, der auf der Internetseite der Gesellschaft veröffentlicht wurde und auf den in Abschnitt "Gesonderter nichtfinanzieller Bericht" des zusammengefassten Lageberichts verwiesen wird, die auf der Internetseite der Gesellschaft veröffentlichte Erklärung zur Unternehmensführung nach 315d HGB i.V.m. § 289f HGB, auf die in Abschnitt "Sonstige Angaben"; Unterabschnitt "Erklärung gemäß §§ 289f, 315d HGB" des zusammengefassten Lageberichts verwiesen wird sowie die Erläuterungen im Unterabschnitt "Unabhängige Überwachung" des Chancen- und Risikoberichts im zusammengefassten Lagebericht, haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

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entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den vom International Accounting Standards Board (IASB) herausgegebenen IFRS Accounting Standards (im Folgenden "IFRS Accounting Standards"), wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2024 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2024 und

vermittelt der beigefügte zusammengefasste Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser zusammengefasste Lagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum zusammengefassten Lagebericht erstreckt sich nicht auf die oben genannten nicht inhaltlich geprüften Bestandteile des zusammengefassten Lageberichts.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/​2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Konzernabschlusses

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2024 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Nachfolgend stellen wir die aus unserer Sicht besonders wichtigen Prüfungssachverhalte dar:

1) Nutzungsrechte und Leasingverbindlichkeiten (IFRS 16)

2) Bewertung des Vorratsvermögens

Zu 1) Nutzungsrechte und Leasingverbindlichkeiten (IFRS 16)

a) Das Risiko für den Konzernabschluss

Im Konzernabschluss der Bijou Brigitte modische Accessoires AG, Hamburg werden zum Bilanzstichtag Nutzungsrechte aus Miet- und Leasingverträgen von EUR 127,3 Mio. und Leasingverbindlichkeiten von EUR 134,0 Mio. ausgewiesen. Die Nutzungsrechte bzw. Leasingverbindlichkeiten entsprechen damit 31,0 % bzw. 32,6 % der Bilanzsumme des Konzerns. Der Konzern hat Prozesse zur vollständigen und richtigen Erfassung der Miet- und Leasingverträge eingerichtet.

Der Bilanzierung der Nutzungsrechte und Leasingverbindlichkeiten liegen Schätzungen und Ermessensentscheidungen der gesetzlichen Vertreter zugrunde - insbesondere hinsichtlich des verwendeten Zinssatzes sowie der Einschätzung der Wahrscheinlichkeit über die Ausnutzung von bestehenden Optionsrechten.

Die Angaben der Gesellschaft zu den Nutzungsrechten und Leasingverbindlichkeiten sind in den Abschnitten B. (Nutzungsrechte), B. (Leasingverhältnisse), C. 3, C. 15 und E. (Leasingverhältnisse) des Konzernanhangs sowie im Abschnitt "Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns" des zusammengefassten Lageberichts enthalten.

Vor dem Hintergrund der Bedeutung des Sachverhalts für die Vermögenslage des Konzerns und aufgrund der Komplexität der Anforderungen des Rechnungslegungsstandards IFRS 16 war die Bilanzierung der aus den abgeschlossenen Miet- und Leasingverträgen resultierenden Nutzungsrechte und Leasingverbindlichkeiten von besonderer Bedeutung.

b) Prüferisches Vorgehen und Schlussfolgerungen

Im Rahmen unserer Prüfung haben wir die Angemessenheit der vom Konzern eingerichteten Prozesse zur vollständigen Erfassung der Miet- und Leasingverträge gewürdigt. Darüber hinaus haben wir auf Basis von Stichproben geprüft, ob die relevanten Miet- und Leasingvertragsdaten richtig und vollständig ermittelt und in dem IT-Verarbeitungssystem erfasst wurden. Dabei haben wir insbesondere auch die gegenüber dem Vorjahr erfassten Änderungen infolge von Vertragsänderungen oder Optionsrechtsausübungen hinsichtlich ihrer Richtigkeit und Vollständigkeit überprüft. Darüber hinaus haben wir geprüft, ob die eingesetzte Software die Nutzungsrechte und Leasingverbindlichkeiten unter Berücksichtigung der hinterlegten Zinssätze rechnerisch richtig ermittelt und das Ergebnis zu den in der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung erfassten Posten übergeleitet. Hierzu haben wir auch die den Grenzfremdkapitalzinssätzen zugrunde liegenden Annahmen und Parameter geprüft.

Die von den gesetzlichen Vertretern eingerichteten Prozesse sind grundsätzlich dazu geeignet die Existenz der bilanzierten Nutzungsrechte und die Vollständigkeit und Bewertung der Leasingverbindlichkeiten zu erfassen. Ferner konnten wir nachvollziehen, dass die von den gesetzlichen Vertretern vorgenommenen Einschätzungen und Annahmen sachgerecht sind und die eingesetzte Software eine sachgerechte Bilanzierung der Miet- und Leasingverträge entsprechend den Vorschriften von IFRS 16 ermöglicht.

Zu 2) Bewertung des Vorratsvermögens

a) Das Risiko für den Konzernabschluss

Im Konzernabschluss der Bijou Brigitte modische Accessoires AG, Hamburg werden Vorräte in Höhe von EUR 79,3 Mio. ausgewiesen (19,3% der Bilanzsumme), die im Wesentlichen Handelswaren betreffen. Das Vorratsvermögen enthält eine Vielzahl kleinteiliger Handelswaren und die Warenwirtschaft und Lagerbuchführung werden in einer stark auf die speziellen Bedürfnisse des Konzerns angepassten und um eigene Komponenten ergänzten Software geführt. Die Stichtagsbewertung der Vorräte ist von der Einschätzung und den Annahmen der gesetzlichen Vertreter hinsichtlich der zukünftig zu erzielenden Verkaufspreise als ein Kriterium für vorgenommene Abwertungen ermessensbehaftet. Unter Anwendung der Bewertungsvorschriften ergab sich zum 31. Dezember 2024 ein Abwertungsbedarf auf das Vorratsvermögen in Höhe von insgesamt EUR 3,6 Mio.

Die Angaben der Gesellschaft zu der Bewertung der Vorräte sind in den Abschnitten B. (Vorräte) und C. 6 des Konzernanhangs sowie im Abschnitt "Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns" des zusammengefassten Lageberichts enthalten.

Aufgrund der absoluten und relativen Höhe des Vorratsvermögens in der Bilanz sowie der ermessensbehafteten Einschätzung der zukünftig erzielbaren Verkaufspreise war dieser Sachverhalt aus unserer Sicht im Rahmen der Prüfung von besonderer Bedeutung.

b) Prüferisches Vorgehen und Schlussfolgerungen

Im Rahmen unserer Prüfung haben wir uns davon überzeugt, dass die Anschaffungskosten unter Berücksichtigung von pauschalierten Anschaffungsnebenkosten ordnungsgemäß ermittelt wurden. Darüber hinaus haben wir die ausschließlich auf standardisierten Reports des Warenwirtschaftssystems beruhende Folgebewertung des Vorratsvermögens geprüft, die neben der absatzbezogenen Gängigkeit und Lagerreichweite auch die zukünftig zu erzielenden Veräußerungspreise berücksichtigen. Insbesondere haben wir:

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Die Vollständigkeit und Richtigkeit der manuellen Übertragung der kumulierten Salden des Vorratsvermögens aus der Warenwirtschaft in die Finanzbuchhaltung per 31. Dezember 2024 geprüft

Das der Bewertung zugrunde liegende Warenwirtschaftssystem zur Erfassung und Bewertung der Vorräte einer Aufbau - und Funktionsprüfung unterzogen, einschließlich einer IT-Prüfung des Systems

Lieferantenrechnungen und zurechenbare Kosten in Stichproben geprüft

Die standardisierten Reports zur Folgebewertung dahingehend überprüft, ob diese die zugrundeliegenden Bilanzierungsregeln sowie die hierbei getroffenen ermessensbehafteten Schätzungen des Managements angemessen abbilden

Die Überleitung der lokalen Vorratsbestände hin zum Konzernbilanzwert unter Berücksichtigung der Bewertungseffekte geprüft, die sich aus den Bilanzierungsvorschriften der IFRS ergeben

Das von den gesetzlichen Vertretern implementierte Warenwirtschaftssystem, die hierin enthaltenen Kontrollen sowie das zugrunde gelegte Bewertungsschema zur Folgebilanzierung einschließlich der hierbei getroffenen Annahmen und Ermessensentscheidungen ist unseres Erachtens geeignet, eine sachgerechte Bewertung der Vorräte zu ermöglichen.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter bzw. der Aufsichtsrat sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen:

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den auf der Internetseite der Gesellschaft veröffentlichen gesonderten nichtfinanziellen Bericht i. S. des § 289b HGB und § 315b HGB, auf den im zusammengefassten Lagebericht im Abschnitt "Gesonderter nichtfinanzieller Bericht" verwiesen wird,

die auf der Internetseite der Gesellschaft veröffentliche Erklärung zur Unternehmensführung, auf die in Abschnitt "Sonstige Angaben"; Unterabschnitt "Erklärung gemäß §§ 289f, 315d HGB" des zusammengefassten Lageberichts verwiesen wird,

den Unterabschnitt "Unabhängige Überwachung" des Chancen- und Risikoberichts im zusammengefassten Lagebericht,

Vergütungsbericht,

den Bericht des Aufsichtsrats,

die Versicherung nach § 297 Abs. 2 Satz 4 HGB zum Konzernabschluss und die Versicherung nach § 289 Abs. 1 Satz 5 i.V.m. § 315 Abs. 1 Satz 5 HGB zum zusammengefassten Lagebericht und

die übrigen Teile des veröffentlichten Geschäftsberichts, aber nicht den Konzernabschluss, nicht die inhaltlich geprüften Angaben im zusammengefassten Lagebericht und nicht unseren dazugehörigen Bestätigungsvermerk.

Der Aufsichtsrat ist für den Bericht des Aufsichtsrats verantwortlich. Für die Erklärung nach § 161 AktG zum Deutschen Corporate Governance Kodex, die Bestandteil der auf der Internetseite der Gesellschaft veröffentlichen Erklärung zur Unternehmensführung ist und auf die in Abschnitt "Sonstige Angaben"; Unterabschnitt "Erklärung gemäß §§ 289f, 315d HGB" des zusammengefassten Lageberichts verwiesen wird, sind die gesetzlichen Vertreter und der Aufsichtsrat verantwortlich. Im Übrigen sind die gesetzlichen Vertreter für die sonstigen Informationen verantwortlich.

Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die oben genannten sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

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wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss, zu den inhaltlich geprüften Angaben im zusammengefassten Lagebericht oder zu unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder

anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Falls wir auf Grundlage der von durchgeführten Arbeiten zu dem Schluss gelangen, dass eine wesentliche falsche Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten. Wir haben in diesem Zusammenhang nichts zu berichten.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den zusammengefassten Lagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS Accounting Standards, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen in der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des zusammengefassten Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im zusammengefassten Lagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der zusammengefasste Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und zusammengefassten Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

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identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im zusammengefassten Lagebericht aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass eine aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellung nicht aufgedeckt wird, ist höher als das Risiko, dass eine aus Irrtümern resultierende wesentliche falsche Darstellung nicht aufgedeckt wird, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

erlangen wir ein Verständnis von den für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollen und den für die Prüfung des zusammengefassten Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit der internen Kontrollen des Konzerns bzw. dieser Vorkehrungen und Maßnahmen abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im zusammengefassten Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Konzernabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der IFRS Accounting Standards, wie sie in der EU anzuwenden sind, und der ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.

planen wir die Konzernabschlussprüfung und führen sie durch, um ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftsbereiche innerhalb des Konzerns einzuholen als Grundlage für die Bildung der Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum zusammengefassten Lagebericht. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Beaufsichtigung und Durchsicht der für Zwecke der Konzernabschlussprüfung durchgeführten Prüfungstätigkeiten. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile.

beurteilen wir den Einklang des zusammengefassten Lageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im zusammengefassten Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel in internen Kontrollen, die wir während unserer Prüfung feststellen.

Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und sofern einschlägig, die zur Beseitigung von Unabhängigkeitsgefährdungen vorgenommenen Handlungen oder ergriffenen Schutzmaßnahmen.

Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Konzernabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.

Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen

Vermerk über die Prüfung der für Zwecke der Offenlegung erstellten elektronischen Wiedergaben des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts nach § 317 Abs. 3a HGB

Prüfungsurteil

Wir haben gemäß § 317 Abs. 3a HGB eine Prüfung mit hinreichender Sicherheit durchgeführt, ob die in der Datei "391200LXVESZEJ1YCI58-2024-12-31-0-de.zip" enthaltenen und für Zwecke der Offenlegung erstellten Wiedergaben des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts (im Folgenden auch als "ESEF-Unterlagen" bezeichnet) den Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat ("ESEF-Format") in allen wesentlichen Belangen entsprechen. In Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften erstreckt sich diese Prüfung nur auf die Überführung der Informationen des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts in das ESEF-Format und daher weder auf die in diesen Wiedergaben enthaltenen noch auf andere in der oben genannten Datei enthaltene Informationen.

Nach unserer Beurteilung entsprechen die in der oben genannten Datei enthaltenen und für Zwecke der Offenlegung erstellten Wiedergaben des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts in allen wesentlichen Belangen den Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat. Über dieses Prüfungsurteil sowie unsere im voranstehenden "Vermerk über die Prüfung des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts" enthaltenen Prüfungsurteile zum beigefügten Konzernabschluss und zum beigefügten zusammengefassten Lagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2024 hinaus geben wir keinerlei Prüfungsurteil zu den in diesen Wiedergaben enthaltenen Informationen sowie zu den anderen in der oben genannten Datei enthaltenen Informationen ab.

Grundlage für das Prüfungsurteil

Wir haben unsere Prüfung der in der oben genannten Datei enthaltenen Wiedergaben des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 Abs. 3a HGB unter Beachtung des IDW Prüfungsstandards: Prüfung der für Zwecke der Offenlegung erstellten elektronischen Wiedergaben von Abschlüssen und Lageberichten nach § 317 Abs. 3a HGB (IDW PS 410 (06.2022)) durchgeführt. Unsere Verantwortung danach ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung der ESEF-Unterlagen" weitergehend beschrieben. Unsere Wirtschaftsprüferpraxis hat die Anforderungen an das Qualitätsmanagementsystem des IDW Qualitätsmanagementstandards: Anforderungen an das Qualitätsmanagement in der Wirtschaftsprüferpraxis (IDW QMS 1 (09.2022)) angewendet.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für die ESEF-Unterlagen

Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind verantwortlich für die Erstellung der ESEF-Unterlagen mit den elektronischen Wiedergaben des Konzernabschlusses und des zusammengefassten Lageberichts nach Maßgabe des § 328 Abs. 1 Satz 4 Nr. 1 HGB und für die Auszeichnung des Konzernabschlusses nach Maßgabe des § 328 Abs. 1 Satz 4 Nr. 2 HGB.

Ferner sind die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Erstellung der ESEF-Unterlagen zu ermöglichen, die frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - Verstößen gegen die Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat sind.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Prozesses der Erstellung der ESEF-Unterlagen als Teil des Rechnungslegungsprozesses.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung der ESEF-Unterlagen

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob die ESEF-Unterlagen frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - Verstößen gegen die Anforderungen des § 328 Abs. 1 HGB sind. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

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identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - Verstöße gegen die Anforderungen des § 328 Abs. 1 HGB, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen.

gewinnen wir ein Verständnis von den für die Prüfung der ESEF-Unterlagen relevanten internen Kontrollen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Kontrollen abzugeben.

beurteilen wir die technische Gültigkeit der ESEF-Unterlagen, d.h. ob die die ESEF-Unterlagen enthaltende Datei die Vorgaben der Delegierten Verordnung (EU) 2019/​815 in der zum Abschlussstichtag geltenden Fassung an die technische Spezifikation für diese Datei erfüllt.

beurteilen wir, ob die ESEF-Unterlagen eine inhaltsgleiche XHTML-Wiedergabe des geprüften Konzernabschlusses und des geprüften zusammengefassten Lageberichts ermöglichen.

beurteilen wir, ob die Auszeichnung der ESEF-Unterlagen mit Inline XBRL-Technologie (iXBRL) nach Maßgabe der Artikel 4 und 6 der Delegierten Verordnung (EU) 2019/​815 in der am Abschlussstichtag geltenden Fassung eine angemessene und vollständige maschinenlesbare XBRL-Kopie der XHTML-Wiedergabe ermöglicht.

Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVO

Wir wurden von der Hauptversammlung am 27.Juni 2024 als Abschlussprüfer des Konzernabschlusses gewählt. Wir wurden am 11. Oktober 2024 vom Prüfungsausschuss des Aufsichtsrates beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2022 als Abschlussprüfer des Konzernabschlusses der Bijou Brigitte modische Accessoires AG, Hamburg, tätig.

Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.

Sonstiger Sachverhalt - Verwendung des Bestätigungsvermerks

Unser Bestätigungsvermerk ist stets im Zusammenhang mit dem geprüften Konzernabschluss und dem geprüften zusammengefassten Lagebericht sowie den geprüften ESEF-Unterlagen zu lesen. Der in das ESEF-Format überführte Konzernabschluss und zusammengefasste Lagebericht - auch die in das Unternehmensregister einzustellenden Fassungen - sind lediglich elektronische Wiedergaben des geprüften Konzernabschlusses und des geprüften zusammengefassten Lageberichts und treten nicht an deren Stelle. Insbesondere ist der ESEF-Vermerk und unser darin enthaltenes Prüfungsurteil nur in Verbindung mit den in elektronischer Form bereitgestellten geprüften ESEF-Unterlagen verwendbar.

Verantwortlicher Wirtschaftsprüfer

Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Herr Thomas Wülfing.

 

Hamburg, 24. April 2025

RSM Ebner Stolz GmbH & Co. KG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Steuerberatungsgesellschaft

Florian Riedl, Wirtschaftsprüfer

Thomas Wülfing, Wirtschaftsprüfer

BERICHT DES AUFSICHTSRATS

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,

mit 2024 liegt ein erfolgreiches Geschäftsjahr hinter uns, das wir dazu genutzt haben, um Bijou Brigitte weiter auf ein nachhaltiges Wachstum auszurichten und damit den langfristigen Erfolg des Unternehmens zu sichern. Die eingeleiteten Optimierungsmaßnahmen, vor allem in Bezug auf Digitalisierung und die noch stärkere Verknüpfung von Online- und Filialgeschäft, haben dazu beigetragen, die positive Geschäftsentwicklung fortzusetzen. So war das Jahr 2024 für Bijou Brigitte ein bedeutendes Jahr in Sachen Expansion. Nach abgeschlossener Konsolidierung des Standortnetzes haben wir unsere Marktpräsenz durch die Eröffnung neuer Filialen ausgebaut und zahlreiche bestehende Standorte modernisiert. Durch die Erweiterung unseres Online-Geschäfts, die Optimierung unserer E-Commerce-Plattform und die Implementierung neuer Technologien konnten wir das Einkaufserlebnis für unsere Kundinnen und Kunden weiter verbessern und interne Prozesse effizienter gestalten. Zu diesem Erfolg haben sicher auch die intensiven Social-Media-Aktivitäten und das starke Wachstum des BB Clubs beigetragen.

Auch das Thema Nachhaltigkeit war im Berichtsjahr für unser Unternehmen unerlässlich. Gleichwohl wurde deutlich, dass der dafür erforderliche administrative Aufwand erneut zugenommen hat. Neben der Vorbereitung auf die zukünftige Berichterstattung nach der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) stand die konsequente Umsetzung der Sorgfaltspflichten in der Lieferkette im Fokus unserer nachhaltigen Ausrichtung.

Trotz globaler Unsicherheiten, geopolitischer Spannungen und wirtschaftlicher Herausforderungen wie Fachkräftemangel, Inflation und verhaltener Konsumstimmung ist es Bijou Brigitte erneut gelungen, den Umsatz im Konzern zu steigern. Vor dem Hintergrund nochmals gestiegener Kosten in nahezu allen Bereichen sind wir mit dem Ergebnis von 2024 durchaus zufrieden. Zudem konnten wir unsere Aktionärinnen und Aktionäre erneut am Erfolg des Unternehmens teilhaben lassen und eine Dividende in Höhe von 3,50 Euro pro Stückaktie für das Geschäftsjahr 2023 ausschütten.

Die Arbeit des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat hat die ihm nach Aktiengesetz (AktG) und Satzung obliegenden Pflichten auch im Jahr 2024 ordnungsgemäß und mit Sorgfalt wahrgenommen.

Kommunikation mit dem Vorstand

Der Vorstand hat den Aufsichtsrat durch schriftliche und mündliche Berichte innerhalb und außerhalb der Sitzungen regelmäßig, zeitnah und umfassend über die unterjährige Geschäftsentwicklung und Lage des Konzerns, die Liquiditätsentwicklung, die Risikosituation und das Risikomanagement sowie über die Kapitalmarktkommunikation unterrichtet. Die Berichte umfassten dabei alle relevanten Informationen zur Unternehmens- und Nachhaltigkeitsstrategie, zur kurz- und mittelfristigen Unternehmensplanung sowie zur Compliance. Der Aufsichtsrat war in sämtliche Entscheidungen, die für das Unternehmen von grundlegender Bedeutung waren, rechtzeitig eingebunden. Die nach Gesetz, Satzung oder Geschäftsordnung erforderlichen Beschlüsse haben wir nach eingehender Beratung gefasst. Dazu haben wir uns regelmäßig anhand von Unterlagen vorbereitet, die der Vorstand dem Aufsichtsrat vorab zur Verfügung gestellt hatte. Über eilbedürftige Themen hat der Vorstand den Aufsichtsrat zwischen den turnusmäßigen Sitzungen unverzüglich informiert. Darüber hinaus habe ich mich als Vorsitzender des Aufsichtsrats auch außerhalb der Aufsichtsratssitzungen regelmäßig vom Vorstand über die aktuelle Geschäftslage sowie über wesentliche Geschäftsvorgänge im Unternehmen unterrichten lassen. Risikomanagement

Neben der regelmäßigen Berichterstattung über das operative Geschäft wurde der Aufsichtsrat auch über besondere Entwicklungen im Unternehmen unverzüglich unterrichtet. Entsprechend dem Risikofrüherkennungssystem wurde der Aufsichtsrat im Rahmen der Aufsichtsratssitzungen halbjährlich in Form eines internen Risikoberichts über die aktuelle Risikosituation des Konzerns informiert. Der Risikobericht beinhaltete neben ökonomischen Risiken auch solche, die sich aus Nachhaltigkeitsaspekten ergeben könnten. Anhand der Berichte hat sich der Aufsichtsrat davon überzeugt, dass das interne Kontrollsystem wirksam ist und wesentliche Risiken frühzeitig erkannt werden können. Geschäftsgefährdende Risiken lagen im Geschäftsjahr 2024 nach unserer Einschätzung zu keiner Zeit vor.

Nachhaltigkeit

Aufsichtsrat und Vorstand haben auch im vergangenen Geschäftsjahr regelmäßig Themen der Nachhaltigkeit diskutiert. Der Aufsichtsrat wurde in den Sitzungen fortlaufend und umfassend über den Fortschritt bei den Vorbereitungen zur Umsetzung der Anforderungen aus der CSRD informiert. Insbesondere die Ergebnisse der Doppelten Wesentlichkeitsanalyse wurden dem Aufsichtsrat ausführlich erläutert. Zudem stellte der Vorstand dem Aufsichtsrat seine Nachhaltigkeitsstrategie vor, die die Basis für die zukünftige Nachhaltigkeitsberichterstattung nach CSRD bildet und kontinuierlich weiterentwickelt wird. Seit dem 01. Januar 2024 fällt Bijou Brigitte unter den Anwendungsbereich des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes (LkSG). Der Aufsichtsrat hat sich davon überzeugt, dass Bijou Brigitte alle erforderlichen Maßnahmen umgesetzt hat, um die Einhaltung menschenrechtlicher und umweltbezogener Sorgfaltspflichten in der Lieferkette zu gewährleisten. Ebenso stellt Bijou Brigitte eine angemessene Vorbereitung auf die zukünftige Nachhaltigkeitsberichterstattung nach CSRD sicher.

Sitzungen des Aufsichtsrats und des Prüfungsausschusses

Im Geschäftsjahr 2024 wurden vier ordentliche Aufsichtsratssitzungen jeweils als Präsenzveranstaltung abgehalten. In sämtlichen Aufsichtsratssitzungen waren jeweils alle Mitglieder des Aufsichtsrats anwesend, ebenso alle Vorstandsmitglieder, um die Fragen des Aufsichtsrats zu beantworten und eingehend zu erörtern. Aufgrund der Personengleichheit von Aufsichtsrat und Prüfungsausschuss wurden alle ordentlichen Sitzungen als kombinierte Aufsichtsrats- und Prüfungsausschuss-Sitzungen abgehalten, da einzelne Tagesordnungspunkte sowohl für den Prüfungsausschuss als auch für den Aufsichtsrat relevant waren.

In allen Aufsichtsratssitzungen wurde neben der allgemeinen Geschäftsentwicklung und den wesentlichen Unternehmenskennzahlen auch die Entwicklung des Retailmarktes erörtert, besonders vor dem Hintergrund der damit verbundenen Zukunftsaussichten für den Bijou-Brigitte-Konzern. Betrachtet wurden dabei alle Vertriebswege und Länder, in denen Bijou Brigitte tätig ist. Diskutiert wurden in diesem Zusammenhang die nach wie vor angespannte Arbeitsmarktsituation sowie die derzeitige Situation des Wettbewerbsumfeldes, aber auch Expansionsmöglichkeiten zum Ausbau des Filialnetzes. Aufsichtsrat und Vorstand diskutierten zudem regelmäßig die Liquiditätsentwicklung des Konzerns sowie den Verlauf des Aktienkurses.

In der ordentlichen Aufsichtsratssitzung am 27. März 2024 berichtete der Vorstand dem Aufsichtsrat über die vorläufige, noch ungeprüfte Ergebnis- und Finanzsituation im abgelaufenen Geschäftsjahr 2023 sowie über die Geschäftsentwicklung der ersten beiden Monate des Geschäftsjahres 2024 und die aktuelle finanzielle Situation. Auch der Nachhaltigkeitsbericht inklusive der Berichterstattung zur EU-Taxonomie für das Geschäftsjahr 2023 wurde detailliert besprochen. Nach ausführlicher Erörterung wurde der Vergütungsbericht des Geschäftsjahres 2023 für Vorstand und Aufsichtsrat verabschiedet. Aufsichtsrat und Vorstand diskutierten in dieser Sitzung den internen Risikobericht einschließlich der als wesentlich und nicht wesentlich bewerteten Risiken. Darüber hinaus haben Vorstand und Aufsichtsrat über die Ausschüttung einer Dividende beraten. Vor dem Hintergrund der angespannten Kostensituation wurde einstimmig beschlossen, der Hauptversammlung die Zahlung einer Dividende für das Geschäftsjahr 2023 in Höhe von insgesamt 3,50 Euro je Stückaktie vorzuschlagen.

In der Aufsichtsratssitzung am 24. April 2024 waren zeitweilig die Abschlussprüfer der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ebner Stolz anwesend, die ausführlich über den aktuellen Stand der Prüfung des Konzern- sowie des AG-Jahresabschlusses 2023 berichteten. Anschließend präsentierten die Wirtschaftsprüfer die Ergebnisse der Jahresabschlussprüfung 2023 und erklärten, dass ein uneingeschränkter Bestätigungsvermerk sowohl für den Jahresabschluss als auch für den Konzernabschluss 2023 erteilt wurde. Nachfolgend wurde der Jahresabschluss 2023 der Bijou Brigitte modische Accessoires AG vom Aufsichtsrat festgestellt und der Konzernabschluss mit dem zusammengefassten Lage- und Konzernlagebericht 2023 gebilligt. Einige Hinweise der Wirtschaftsprüfer zur Verbesserung der organisatorischen und administrativen Abläufe wurden diskutiert und bestätigt. Der Vorstand berichtete über die Geschäftsentwicklung des ersten Quartals 2024. Aufsichtsrat und Vorstand haben darüber hinaus über den Vorschlag zur Verwendung des Bilanzgewinns beraten. Auch der Bericht des Aufsichtsrats wurde abschließend besprochen und in der vorliegenden Form verabschiedet. Die Tagesordnung zur Hauptversammlung 2024 wurde einstimmig beschlossen.

In der darauffolgenden ordentlichen Aufsichtsratssitzung am 12. September 2024 berichtete der Vorstand über die Geschäftsentwicklung des ersten Halbjahres 2024 sowie die weiteren Perspektiven für das laufende Geschäftsjahr. Wichtige Themen waren u.a. die Kostenentwicklung, die Entwicklung der Lagerbestände und des Materialaufwands sowie die Liquidität. Außerdem wurden geplante strukturelle Veränderungen in Frankreich besprochen. Nach umfassender Diskussion der Unterlagen bestätigte der Prüfungsausschuss die Recht- und Zweckmäßigkeit des zugrunde liegenden Rechnungslegungsprozesses sowie die Plausibilität des Halbjahresfinanzberichtes 2024. Anschließend gab die Abteilung IT einen Einblick in die Arbeitsweise der Abteilung und stellte die aktuellen Projekte, insbesondere zur weiteren Digitalisierung im Unternehmen, vor. Besprochen wurde auch das Aktienrückkaufprogramm, das am 28. August 2024 gestartet war. Darüber hinaus wurde der Aufsichtsrat ausführlich über den aktuellen Stand der Vorbereitungen zur Umsetzung der CSRD informiert.

Anschließend wurden der Halbjahresrisikobericht sowie die identifizierten wesentlichen und nicht wesentlichen Risiken eingehend mit dem Vorstand erörtert. Daraufhin bestätigte der Aufsichtsrat die Angemessenheit und Wirksamkeit des aktuellen Risikomanagementsystems.

In der ordentlichen Aufsichtsratssitzung am 17. Dezember 2024 diskutierten Aufsichtsrat und Vorstand die aktuelle Geschäftsentwicklung sowie die Hochrechnung für das Geschäftsjahr 2024. Die Jahresplanung für das kommende Geschäftsjahr sowie der Mittelfristplan für die Jahre 2025 bis 2027 waren ebenfalls Gegenstand der Erörterungen. Der Vorstand stellte dem Aufsichtsrat ausführlich die Unternehmensstrategie 2025 vor. Hierbei wurden die zentralen strategischen Schwerpunkte Wachstum, Profitabilität, Liquidität und Nachhaltigkeit sowie alle damit verbundenen zukünftigen Anforderungen diskutiert. Auch die in der

Unternehmensstrategie eingebettete

Nachhaltigkeitsstrategie war Gegenstand der Erörterung. Der Aufsichtsrat bekräftigte, dass auch im neuen Geschäftsjahr 2025 die Expansion des Filialnetzes sowie die Weiterentwicklung der Digitalisierungs- und Omnichannel-Strategie, aber auch ein effektives Kostenmanagement weiterhin zentrale Themen sein werden. Im Anschluss berichtete der Vorstand über den aktuellen Status bei der Umsetzung der CSRD- und LkSG-Anforderungen. Aufsichtsrat und Vorstand diskutierten zudem den vorläufigen internen Risikobericht. Anschließend verabschiedete der Aufsichtsrat nach abschließender Würdigung sowohl die Entsprechenserklärung als auch die Erklärung zur Unternehmensführung in ihrer aktualisierten Fassung.

Corporate Governance

Die Empfehlungen und Anregungen des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) und ihre Anwendbarkeit auf Bijou Brigitte waren auch im Berichtsjahr wichtige Themen. Vorstand und Aufsichtsrat der Bijou Brigitte modische Accessoires AG haben zuletzt im Dezember 2024 eine aktualisierte Entsprechenserklärung zum DCGK gemäß § 161 AktG sowie eine aktualisierte Erklärung zur Unternehmensführung abgegeben. Beide Dokumente sind auf der Bijou Brigitte Group-Website unter www.group.bijou-brigitte.com im Bereich Corporate Governance dauerhaft zugänglich.

Interessenkonflikte

Interessenkonflikte von Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern, die dem Aufsichtsrat unverzüglich offenzulegen sind und über die die Hauptversammlung zu informieren ist, traten im Berichtsjahr 2024 nicht auf.

Jahres- und Konzernabschlussprüfung

In der Bilanzsitzung am 24. April 2025 waren die Jahresabschlussunterlagen und die Prüfberichte Gegenstand einer ausführlichen Erörterung. Beides lag dem Prüfungsausschuss bzw. Aufsichtsrat fristgerecht vor der Sitzung zur Prüfung vor. Die Wirtschaftsprüfer berichteten umfassend über Schwerpunkte und Ergebnisse der durchgeführten Prüfung.

Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ebner Stolz GmbH & Co. KG, Hamburg, hat den vom Vorstand gem. § 315e HGB auf der Grundlage der internationalen Rechnungslegungsstandards IFRS aufgestellten Konzernabschluss 2024 geprüft und mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Gleiches gilt für den nach den Vorschriften des HGB aufgestellten Jahresabschluss 2024 der Bijou Brigitte AG. Der Abschlussprüfer hat weiter bestätigt, dass das vom Vorstand nach § 91 Abs. 2 AktG etablierte Risikofrüherkennungssystem geeignet ist, um bestandsgefährdende Risiken frühzeitig zu erkennen. Darüber hinaus wurde durch den Abschlussprüfer bestätigt, dass die für die Offenlegung erstellten Wiedergaben des Konzernabschlusses, des zusammengefassten Lage- und Konzernlageberichtes und des Konzernanhangs in allen wesentlichen Belangen den Vorgaben des § 328 Abs. 1 HGB an das elektronische Berichtsformat (ESEF) entsprechen.

Der Aufsichtsrat erhob nach Abschluss der Prüfung keine Einwände, so dass der Jahresabschluss 2024 festgestellt und der Konzernabschluss mit dem zusammengefassten Lage- und Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2024 gebilligt wurde.

Vorstand und Aufsichtsrat haben einstimmig beschlossen, der Hauptversammlung für das Geschäftsjahr 2024 eine Dividende von 3,50 EUR je Stückaktie vorzuschlagen.

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre, das Geschäftsjahr 2024 war abermals von zahlreichen Herausforderungen geprägt. Aufsichtsrat und Vorstand haben im Berichtsjahr gemeinsam daran gearbeitet, den Konzern für ein zukunftsgerichtetes Wachstum und eine damit verbundene Expansion zu positionieren. Auch wenn die wirtschaftlichen und geopolitischen Rahmenbedingungen unsicher bleiben, sehen wir dem vor uns liegenden Geschäftsjahr 2025 optimistisch und voller Zuversicht entgegen.

Der Aufsichtsrat bedankt sich bei den Mitgliedern des Vorstands für die vertrauensvolle und konstruktive Zusammenarbeit im vergangenen Geschäftsjahr. Ebenso gilt der Dank allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihre Tatkraft und ihr Engagement, mit der sie ihren persönlichen Beitrag zum Erfolg von Bijou Brigitte geleistet haben.

 

Hamburg, 24. April 2025

Der Aufsichtsrat

Dr. Friedhelm Steinberg, Vorsitzender

Deutscher Corporate Governance Kodex

Bei Bijou Brigitte haben eine gute und verantwortungsvolle Unternehmensführung und Unternehmenskontrolle einen hohen Stellenwert. Corporate Governance ist ein fester Bestandteil und gelebte Unternehmenskultur bei Bijou Brigitte.

Entsprechenserklärung der Bijou Brigitte modische Accessoires AG

Vorstand und Aufsichtsrat erklären gemäß § 161 AktG, dass die Bijou Brigitte modische Accessoires Aktiengesellschaft den Empfehlungen des von der Regierungskommission am 28. April 2022 vorgelegten "Deutschen Corporate Governance Kodex" im abgelaufenen Geschäftsjahr entsprach und diesen auch in Zukunft mit folgenden Ausnahmen entsprechen wird:

A.2: Eine Zielgröße für die Frauenquote unter dem Vorstand wird lediglich für die erste Führungsebene festgelegt, da es keine zweite Ebene gibt. Für die erste Führungsebene wurde eine 30-Prozent-Quote als Mindestgröße festgelegt.

B.1: Im Rahmen des Gesetzes zur gleichberechtigten Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen wurde für Aufsichtsrat und Vorstand eine Null-Prozent-Quote festgelegt. Bei Neubesetzung der Gremien soll die Auswahl geschlechterausgewogener erfolgen.

B.2: Es erfolgt eine angemessene Nachfolgeplanung, deren Details aus Vertraulichkeitsgründen nicht offengelegt werden.

B.5/​C.2: Es besteht keine prinzipielle Altersgrenze für Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder. Kompetenz und Leistungsfähigkeit sind aus unserer Sicht nicht von starren Altersgrenzen abhängig zu machen. Die Entscheidung bei der Auswahl geeigneter Kandidaten für Vorstand und Aufsichtsrat erfolgt ausschließlich fachbezogen und anhand der Qualifikation.

D.1: Die Geschäftsordnung des Aufsichtsrats wird aus grundsätzlichen Erwägungen nicht veröffentlicht.

D.2/​D.4: Der Aufsichtsrat bildet über den Prüfungsausschuss hinaus keine weiteren fachlichen Ausschüsse und keinen Nominierungsausschuss. Alle für das Unternehmen wichtigen Fragen werden in den Aufsichtsratssitzungen von den Mitgliedern des Aufsichtsrats oder vom Prüfungsausschuss behandelt.

D.10: Grundsätzlich berät sich der Prüfungsausschuss regelmäßig mit dem Abschlussprüfer zu allen Themen und Fragestellungen der Abschlussprüfung in Anwesenheit des Vorstands. Sollten besondere Gründen vorliegen, die eine Beratung ohne den Vorstand erforderlich machen, wird sich der Prüfungsausschuss allein mit dem Abschlussprüfer beraten.

F.2: Der Konzernabschluss wird gemäß den gesetzlichen Vorgaben innerhalb von vier Monaten nach Geschäftsjahresende und der Halbjahresbericht innerhalb von drei Monaten nach Ablauf des Berichtszeitraums veröffentlicht. Der Konsolidierungskreis ist bei Bijou Brigitte durch das internationale Engagement umfangreich. Daher können die Empfehlungen des Kodex (Veröffentlichung des Konzernabschlusses binnen 90 Tagen nach Ende des Berichtszeitraumes) nicht eingehalten werden.

F.4: Die Berichterstattung über den Corporate Governance Kodex wird Bijou Brigitte ausschließlich nach Maßgabe der gesetzlichen Regelungen gemäß § 161 AktG vornehmen. Ein ausführlicher Corporate-Governance-Bericht erfolgt nicht. Erläuterungen eventueller Abweichungen von den Empfehlungen des Kodex erfolgen in der Entsprechenserklärung selbst.

G.1: Das Verhältnis von fixer Vergütung und variabler Vergütung zueinander hängt im Wesentlichen von den konkreten Bezugsgrößen und somit vom individuellen Einzelfall ab. Eine in jedem Fall zutreffende Angabe eines konkreten Verhältnisses zwischen den festen und variablen Vergütungsbestandteilen im Voraus ist nicht möglich, da die tatsächliche Höhe der variablen Vergütung von der erst im Nachhinein bestimmbaren Zielerreichung im Einzelfall abhängt.

G.6: Da es sich bei der variablen Vergütung um eine erfolgsabhängige Vergütung handelt, hängt die Höhe der kurzfristigen variablen Vergütung vom kurzfristigen Erfolg ab und die der langfristig variablen Vergütung vom langfristigen Erfolg. Da das Eintreten des jeweiligen Erfolgs nicht vorhergesagt werden kann, wird entsprechend auch nicht vorab festgelegt, dass die langfristig variable Vergütung höher als die kurzfristig variable ausfällt.

G.7/​G.9: Der Aufsichtsrat überwacht die Entwicklung des Gehaltsniveaus im Unternehmen. Dabei hat er nicht die Aufgabe, operative Einzelvorgaben zu treffen. Das Vergütungssystem ist so aufgebaut, dass es den Erfolg des Unternehmens insgesamt fördern soll. Individuelle Ziele pro Vorstandsmitglied werden nicht festgelegt.

G.10: Die Auszahlung sowohl der kurzfristig variablen als auch der langfristig variablen Vergütung erfolgt in bar. Eine Auszahlung in Aktien wird bei Bijou Brigitte als nicht angemessen angesehen.

G.13: Durch die Vertragsvereinbarung der Vorstandsverträge werden gegenseitige Rechte und Verpflichtungen definiert. Sollte die Zusammenarbeit mit einem Vorstandsmitglied vor Vertragsende beendet werden, so können Abfindungszahlungen entstehen. Darüber hinaus sind keine weiteren Abfindungszusagen vereinbart. Eine Begrenzung der Abfindungsansprüche auf zwei Jahresgehälter würde den Sinn von Laufzeiten länger als zwei Jahre konterkarieren. Auf eine derartige Höchstgrenze (Abfindungs-Cap) wird daher verzichtet.

Die Entsprechenserklärung wird im Jahr 2025 an etwaige Änderungen und Entwicklungen angepasst.

 

Hamburg, im Dezember 2024

Bijou Brigitte modische Accessoires Aktiengesellschaft

Aufsichtsrat

und

Vorstand