![]() Biotest AGDreieich9-Monatsbericht 2015KENNZAHLENscroll
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KONZERNZWISCHENLAGEBERICHT ZUM 30. SEPTEMBER 2015A. GRUNDLAGEN DES KONZERNSI. GESCHÄFTSMODELL DES KONZERNSDie Biotest Gruppe mit Sitz in Dreieich, Deutschland, ist ein international tätiger
Anbieter biologischer Arzneimittel. Aktuell im Verkauf befindliche Präparate sowie
Neuentwicklungen werden dabei sowohl aus menschlichem Blutplasma gewonnen wie auch
mithilfe biotechnologischer Verfahren hergestellt. Hauptindikationsgebiete für die
Anwendung sind die Hämatologie, die Klinische Immunologie sowie die Intensivmedizin. Forschungs- und Entwicklungsarbeit betreibt die Biotest Gruppe in allen drei Indikationsgebieten.
Biotest deckt dabei von der präklinischen und klinischen Entwicklung - welche bei
einigen Entwicklungsprojekten in Kooperation mit internationalen Partnern durchgeführt
wird - bis hin zur weltweiten Vermarktung alle wesentlichen Stufen der Wertschöpfungskette
ab. A. SEGMENTE DER BIOTEST GRUPPEOperativ gliedert sich das Unternehmen in die Segmente Therapie, Plasma & Services
und Andere Segmente. Das Segment Therapie beinhaltet die Produkte und Entwicklungsprojekte,
die den drei genannten Indikationsgebieten zugeordnet sind. Plasmaverkauf und Lohnherstellung
werden im Segment Plasma & Services zusammengefasst. Im Bereich Andere Segmente berichtet
Biotest das Geschäft mit Handelswaren sowie bereichsübergreifende Kosten, die nicht
den Segmenten Therapie oder Plasma & Services zugeordnet werden. B. PERSONALZum 30. September 2015 waren, umgerechnet auf Vollzeitstellen, 2.215 Mitarbeiter bei
der Biotest Gruppe beschäftigt. Damit erhöhte sich die Anzahl um 2,6 % im Vergleich
zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2014 (2.158 Vollzeitstellen). II. KONZERNSTRATEGIEIm Mittelpunkt der Strategie von Biotest steht die klare Fokussierung auf die Vermarktung
und Weiterentwicklung von Plasmaproteinen. Neben der konsequenten Fortführung der
eigenen Forschungs- und Entwicklungsarbeit konzentriert sich das Unternehmen mit seinen
Zulassungs- und Vermarktungsaktivitäten auf die weitere Internationalisierung und
die Diversifizierung des Portfolios. Um am globalen Marktwachstum auch in Zukunft teilzuhaben, baut die Biotest Gruppe
seit 2013 ihre Kapazitäten am Unternehmenssitz in Dreieich aus. Mit dem Projekt "Biotest
Next Level" ("BNL") werden das Produktportfolio erweitert und die Produktionskapazitäten
bis zum Jahr 2019/20 verdoppelt. Dieses Vorhaben soll die Profitabilität und somit
die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens auf den globalen Märkten weiter stärken
und damit die Grundlage für weiteres Wachstum der Gruppe legen. Darüber hinaus verfolgt Biotest das Ziel, in ausgewählten Bereichen mit passenden
Kooperationspartnern strategische Allianzen einzugehen. Im Bereich des Antikörperportfolios wird Biotest die laufenden präklinischen und klinischen
Aktivitäten jeweils bis zum nächsten Meilenstein fortführen, mit dem Ziel das jeweilige
Projekt mit einem passenden Partner voranzutreiben, der die zukünftige Entwicklung
und Vermarktung mitfinanziert. III. FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG (ALLGEMEIN)Im Rahmen der Unternehmensstrategie bilden Forschung und Entwicklung unter anderem
die Basis für das zukünftige Wachstum der Biotest Gruppe. In diesem Bereich wird durch
die Weiter- und Neuentwicklung von Produkten erhebliches Potenzial erschlossen. Schwerpunkt
der Forschungs- und Entwicklungsprojekte sind Plasmaproteine. Biotest verfolgt aktiv
Möglichkeiten, Produkte gemeinsam mit Partnern zu entwickeln. Hierdurch sollen Entwicklungsrisiken
reduziert sowie Entwicklungskosten durch Synergieeffekte vermindert werden. B. WIRTSCHAFTSBERICHTI. GESAMTWIRTSCHAFTLICHE RAHMENBEDINGUNGENDie Weltwirtschaft wächst laut des aktuellen "World Economic Outlook" des Internationalen Währungsfonds (IWF) weiterhin mit verhaltener Dynamik. Während die entwickelten Volkswirtschaften noch leicht steigende Wachstumsraten zu verzeichnen haben, verliert der Anstieg in den Schwellenländern an Fahrt. In der Oktober-Prognose passte der IWF seine Einschätzung für das globale Wirtschaftswachstum gegenüber der Sommer-Prognose aus dem Juli 2015 leicht nach unten an. Anstelle eines Anstiegs der weltweiten Wirtschaftsleistung im laufenden Jahr um 3,3 % werden nun 3,1 % erwartet.1 Die Prognose für 2016 revidierten die Experten ebenfalls von 3,8 % im Juli auf 3,6 % nach unten. Auch die führenden deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute haben in ihrer Gemeinschaftsdiagnose für den Herbst die Prognose für das deutsche Bruttoinlandsprodukt nach unten korrigiert. Sie erwarten nach der neuen Schätzung ein Wachstum von 1,8 % für 2015.2 Im Frühjahr sind sie noch von einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um 2,1 % ausgegangen. Für 2016 erwarten die Forscher ein Wachstum von 1,8 % für die deutsche Wirtschaft.3 Die jüngste Prognose der EU-Kommission sieht das Wachstum der Wirtschaftstätigkeit im Jahr 2015 bei ebenfalls 1,8 % für die EU und bei 1,5 % im Euroraum.4 Für das kommende Jahr wird ein Anstieg von 2,1 % (EU) bzw. 1,9 % (Eurozone) erwartet. Die EU-Kommission ist dabei der Auffassung, dass sich die Maßnahmen des "Quantitative Easing" unter anderem in verbesserten Kreditkonditionen bemerkbar machen, während die Fiskalpolitik in Europa zumindest neutral ist. Die US-Notenbank FED hat ihre Jahresprognose für das amerikanische Wirtschaftswachstum im September hingegen leicht nach oben revidiert. Sie rechnet nun mit einem Wachstum von 2,1 %.5 Im Juni 2015 war sie von einem Anstieg der Wirtschaftsleistung von maximal 2,0 % ausgegangen.6 Aufgrund des weltweit hohen medizinischen Bedarfs an Plasmaproteinprodukten ist die
Biotest Gruppe grundsätzlich nur in geringem Maße von den globalen Konjunkturzyklen
abhängig. Dennoch können Auswirkungen auf das operative Geschäft, insbesondere durch
lokale Krisen, nicht ausgeschlossen werden. II. BRANCHENBEZOGENE RAHMENBEDINGUNGENImmunglobuline und Albumine, die umsatzstärksten Produkte der Biotest Gruppe, erfreuen sich eines stabilen Wachstums. Dies gilt sowohl für die etablierten Märkte wie die USA und Europa als auch für die weiteren Regionen der Welt. Als langfristigen Zielkorridor erwarten Industrie-Experten bspw. für den Markt der intravenösen Immunglobuline (IVIG) einen globalen Anstieg der nachgefragten Menge von jährlich 6 - 8 %.7 Um den Nachfragezuwachs befriedigen zu können, sammelt die Industrie verstärkt Source Plasma. So sind beispielsweise die Plasmasammlungen in den USA in den ersten vier Monaten des Jahres 2015 um rund 8 % gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum gestiegen.8 Die Preise dieser Präparate geraten allerdings weltweit aufgrund von steigenden Fraktionierkapazitäten zunehmend unter Druck. Die EU-Preise für intravenöse Immunglobuline (IVIG) liegen weiter deutlich unter denen in den Vereinigten Staaten.9 Das Marktvolumen für Immunglobuline ist in den USA zuletzt leicht gestiegen, in Europa hingegen deutlich stärker.10 Auch der deutsche Markt hat sich dieses Jahr bislang von der Absatzmenge her positiv entwickelt.11 Die Durchschnittspreise im deutschen Klinikmarkt lagen in etwa auf Vorjahresniveau.12 Im Zuge des Marktwachstums für IVIG in Deutschland konnte das Biotest-Präparat Intratect® wie im Vorjahr, bei annähernd konstanten Preisen, Umsatzgewinne realisieren und seinen Marktanteil im Gesamtmarkt halten. 1
Internationaler Währungsfonds (IWF), World Economic Outlook, Oktober 2015 Humanalbumin hat weiter einen deutlichen Nachfrageüberhang, so dass die Preise im
Nahen und Mittleren Osten weiterhin attraktiv sind. In Deutschland und Österreich
sind die Preise allerdings leicht rückläufig. Auch der Bedarf an plasmatischen Faktor VIII-Produkten nimmt weiterhin zu. Das Wachstum wird vor allem durch die sich in Schwellenländern zunehmend etablierenden Faktor VIII-Therapien getrieben. In vielen dieser Länder haben Hämophilie-Patienten derzeit noch keinen Zugang zu einer Therapie mit Gerinnungsfaktoren. Bis zum Jahr 2020 wird für den Weltmarkt ein Wachstum von 4 % p. a. vorausgesagt.13 Dabei wird bei den plasmatischen Faktor VIII-Präparaten von einer Erhöhung um etwa 2 % p. a. ausgegangen, im Bereich der rekombinanten Faktor VIII-Präparate werden rund 5 % p. a. erwartet. Der rekombinante Sektor wird maßgeblich von der Einführung neuer Faktor VIII-Präparate geprägt, die den Wettbewerb verschärfen und so den Preisdruck im Gesamtmarkt deutlich erhöhen könnten. In einzelnen Hochvolumenmärkten ist der steigende Preisdruck zudem auch auf Staatstender zurückzuführen. Bei diesen öffentlichen Ausschreibungen wird oft nur das Medikament mit dem günstigsten Preis zum Vertrieb im jeweiligen Land zugelassen. III. GESCHÄFTSVERLAUFA. AUF EINEN BLICKIn den ersten neun Monaten 2015 verzeichnete die Biotest Gruppe leicht höhere Umsätze
als in der Vorjahresperiode. Der Konzern erwirtschaftete von Januar bis September
2015 Umsatzerlöse von 417,9 Mio. €. Dies entspricht einem Anstieg um 2 % gegenüber
dem Vorjahreszeitraum (409,9 Mio. €). Insbesondere in Deutschland sowie in der Berichtsregion "Übriges Asien und Pazifik"
konnten starke Erlösanstiege erzielt werden. In Deutschland stiegen die Erlöse von
Januar bis September um 23,1 % auf 94,3 Mio. €. In der Region "Übriges Asien und Pazifik"
konnten die Umsätze ebenfalls gesteigert werden, sogar um 58,3 % auf 29,6 Mio. €.
In den USA stiegen die Umsätze auf Neunmonatssicht ebenfalls um 24,4 % auf 78,1 Mio.
€, blieben aber hinter den Erwartungen zurück. Im größten Immunglobulin-Markt der
Welt, in den USA, hat sich die Versorgungslage in den letzten Monaten stark verändert.
Das Angebot ist deutlich gestiegen, was es für Biotest und andere Unternehmen schwieriger
macht höhere Preise durchzusetzen. Das Betriebsergebnis (EBIT) ging in den Monaten Januar bis September von 35,3 Mio.
€ auf -82,0 Mio. € zurück. Dafür verantwortlich waren im Wesentlichen außerplanmäßige
Abschreibungen von insgesamt 84 Mio. €. Die Wertberichtigungen betreffen die US-Therapie-Aktivitäten
des Unternehmens. Da sich die Marktaussichten für das in der Entwicklungen befindliche Hepatitis C Präparat
Civacir® signifikant verschlechtert haben, führte eine Neubewertung des Projektes zu einer
außerplanmäßigen Abschreibung von immateriellen Vermögenswerten und Vorräten in Höhe
von 13 Mio. €. Darüber hinaus mussten auf Grund einer nach der überplanmäßigen Entwicklung im ersten
Halbjahr 2015 unerwartet rückläufigen Umsatzentwicklung in den letzten zwei Monaten
Abschreibungen auf vom Verfall bedrohte Bestände des Präparats Bivigam® in Höhe von 14 Mio. € vorgenommen werden. Diese stammen aus der Vorproduktion für
den Markteintritt in den USA vor zwei Jahren. Da die erwarteten Umsätze nicht erreicht
werden konnten, ist es voraussichtlich nicht möglich die Bestände vor Ablauf des Verfallsdatums
vollständig zu veräußern. Die aktuelle Umsatzentwicklung des Präparats Bivigam® sowie die signifikant verschlechterten Marktaussichten des Projekts Civacir® machten eine Überprüfung der Werthaltigkeit der zugehörigen Vermögenswerte in den
USA erforderlich (Impairment Test). Dies führte zu außerplanmäßigen Abschreibungen
auf die Produktionsanlage, einem Teil der Gebäude und immateriellen Vermögenswerte
in Höhe von 55 Mio. €. Ziel ist es durch zusätzliche Marketingmaßnahmen die Umsätze
mit dem Produkt Bivigam® signifikant zu steigern. Zusätzlich evaluiert Biotest derzeit Möglichkeiten die Produktionsanlagen
durch Lohnherstellung und / oder Co-Marketing des Produktes Bivigam® besser auszulasten. Weiterhin belasten erhöhte Forschungs- und Entwicklungskosten insbesondere im Zusammenhang
mit der Einstellung der Kooperation zur Entwicklung von Tregalizumab (BT-061) mit
AbbVie, Aufwendungen für den Kapazitätsausbau (Biotest Next Level), Leerkosten bei
der Biotest Pharmaceuticals Corporation, sowie Preisdruck in einzelnen Produktbereichen
und Regionen das Betriebsergebnis. 13
Marketing Research Bureau, Global Forecasts of the Factors VIII and IX, 2014 B. FORSCHUNG UND ENTWICKLUNGDie Kosten für Forschung und Entwicklung stiegen in den ersten neun Monaten 2015 um
49,9 % auf jetzt 76,9 Mio. € an (Vorjahreszeitraum: 51,3 Mio. €). Davon entfallen
auf Entwicklungsprojekte mit monoklonalen Antikörpern (MAK) 54, 0% (i.Vj. 47,0 %).
Die Entwicklungsprojekte der Biotest Gruppe sind detailliert im Geschäftsbericht 2014
ab Seite 14 im Kapitel "Forschung und Entwicklung" des Konzernlageberichts aufgeführt. Die Ende Juni veröffentlichte, abgeschlossene Phase-II-Studie (Nr. 982) mit IgM Concentrate,
einem Immunglobulinpräparat mit hohem IgM-Gehalt, zeigte ermutigende Ergebnisse bei
lebensbedrohlicher Lungenentzündung im Hinblick auf die Verringerung der Länge der
Beatmungsdauer sowie der Mortalität. Die randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte
Phase-II-Studie wurde mit 160 Patienten mit schwerer, ambulant erworbener Lungenentzündung
(sCAP) durchgeführt. Diese Patientengruppe hat eine hohe Sterblichkeitsrate und umfasst
schwerkranke Patienten auf der Intensivstation. Die Studie wurde in Deutschland, Spanien
und Großbritannien durchgeführt. Zurzeit werden noch die letzten Ergebnisse der Studie
ausgewertet. Eine Veröffentlichung der Daten ist im zweiten Quartal 2016 geplant. Für das in der Entwicklung befindliche Präparat Fibrinogen wurde die Rekrutierung
im ersten Teil der klinischen Phase-I/ II-Studie (Nr. 984) beendet. Dabei wurde ermittelt
wie sich das Präparat im Körper von Patienten verhält. Im weiterlaufenden Teil der
Studie werden Patienten nach Bedarf, z. B. bei Blutungen oder Operationen, behandelt. Pentaglobin® ist seit nunmehr 30 Jahren auf dem Markt und für die Behandlung von schweren bakteriellen
Infektionen bei gleichzeitiger Anwendung von Antibiotika zugelassen. In den letzten
zwei Jahren wurden verschiedene präklinische Untersuchungen zur Wirksamkeit von Pentaglobin® bei Antibiotikaresistenten Keimen durchgeführt. Diese Keime stellen eine der größten
Herausforderungen an die Gesundheitssysteme der Zukunft dar. Sowohl die "in vitro"
als auch die "in vivo" durchgeführten Versuche haben überzeugende Ergebnisse geliefert.
Biotest sieht für die Zukunft großes Potenzial von Pentaglobin® für den Einsatz gegen Antibiotika-resistente Keime. Das Präparat Zutectra® ist seit 2009 in der EU für die Indikation der Prävention einer Hepatitis B-Virus(HBV)-Reinfektion
bei Patienten sechs Monate nach einer Lebertransplantation aufgrund einer HBV-induzierten
Leberinsuffizienz zugelassen. Mit der Phase-III-Studie "ZEUS" (Zutectra Early USe,
Nr. 987) zeigte Biotest nun erfolgreich den Einsatz von Zutectra® in der frühen Phase nach einer Lebertransplantation. Eine solche Anwendung trägt
wesentlich zu einer besseren Patientenversorgung bei. Ziel von Biotest ist es, mit
den Studiendaten die Zulassung für die Verwendung von Zutectra® bereits nach der ersten Woche nach der Transplantation zu erhalten. Die Einreichung
der Studiendaten bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) ist erfolgt. Die
Zulassung erwartet Biotest im ersten Quartal 2016. Im dritten Quartal haben die ADMA Biologics, Inc., New Jersey, USA, (ADMA) und die
Biotest AG beschlossen, ihre Kooperation bei dem Produkt RSV-Hyperimmunglobulin RI-002
fortzusetzen. RI-002 ist ein Hyperimmunglobulin aus humanem Plasma mit natürlich vorkommenden
Antikörpern gegen das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV). Das Virus ist verantwortlich
für die meisten Fälle von akuter Bronchitis bei Säuglingen und Kleinkindern. Biotest
hat von ADMA die Vertriebslizenz für Europa und andere ausgewählte internationale
Märkte erworben. Im dritten Quartal hat ADMA nach erfolgreicher Phase-III-Studie den
Zulassungsantrag für RI-002 bei der amerikanischen Zulassungsbehörde FDA gestellt. Im April 2015 präsentierte Biotest auf dem 50. Internationalen Leberkongress in Wien,
Österreich, positive Zwischenergebnisse der pivotalen Phase-III-Studie (Nr. 988) mit
Civacir®. Die Patientenrekrutierung in der klinischen Studie wurde im dritten Quartal 2015
mit 80 Patienten abgeschlossen. Biotest wird auf dem AASLD-Kongress im November weitere
Daten vorstellen. Obwohl die Zwischenauswertungen der Phase-III-Studie für Civacir® vielversprechend waren und die Studienziele bisher erreicht wurden, rechnet Biotest
nur noch mit deutlich verringerten Marktchancen infolge der neu eingeführten, hochwirksamen
Virostatika, bei denen jetzt auch der Einsatz kurz nach der Lebertransplantation geprüft
wird. In der laufenden Phase-I/II-Studie (Nr. 983), in der die Sicherheit und Wirksamkeit
von Indatuximab Ravtansine (BT-062) in Kombination mit Lenalidomid und Dexamethason
untersucht wird, wurde die Rekrutierung beendet und die Behandlung der insgesamt 47
Patienten weiter fortgesetzt. In dem Erweiterungsarm der Studie, der die Kombination
mit Pomalidomid und Dexamethason untersucht, konnten alle Patienten eingeschlossen
und die Rekrutierung damit beendet werden. Die bisherigen Studienergebnisse zeigen
eine sehr gute Verträglichkeit und Effektivität. Im Rahmen der Phase-I/II-Studie (Nr. 989), in der Patienten mit dreifach negativem
metastasierenden Brustkrebs sowie Patienten mit metastasierendem Blasenkarzinom mit
Indatuximab Ravtansine (BT-062) behandelt werden, wurde die Dosiseskalation abgeschlossen
und die maximale Dosis (MTD) definiert. Für den zweiten Teil der Studie läuft die
Rekrutierung. Es wurden bereits 24 Patienten mit BT-062 behandelt. Mit der Behandlung des ersten Patienten in der Phase-IIa-Studie (Nr. 990) hat die
klinische Prüfung des monoklonalen Antikörpers BT-063 in der Leitindikation Systemischer
Lupus Erythomatodes (SLE) begonnen. SLE ist eine autoimmun vermittelte, chronisch-entzündliche
Erkrankung, die verschiedene Organe des Körpers mit schweren bis schwersten klinischen
Verläufen betreffen kann. Dabei können in verschiedenen Bereichen des Organismus chronische
Entzündungsherde entstehen, die das Gewebe schädigen, so dass es mittelfristig zu
schwersten Komplikationen bis hin zum tödlichen Verlauf kommen kann. Ziel der Biotest-Studie
ist es, die Sicherheit und die Verträglichkeit des Antikörpers in SLE Patienten zu
prüfen und erste Daten zur Wirksamkeit zu erheben. Die Phase-IIb-Studie (TREAT 2b - Tcell REgulating Arthritis Trial 2b) mit Tregalizumab
(BT-061) bei Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Rheumatoider Arthritis (RA)
hat im zweiten Quartal 2015 den primären Endpunkt nicht erreicht. Die Studiendaten
wurden im November auf dem ACR Kongress präsentiert. Derzeit prüft das Unternehmen
in vorklinischen Modellsystemen, in welchen alternativen Indikationen Tregalizumab
(BT-061) Potenzial haben könnte, um es zu verpartnern. C. MARKETING UND VERTRIEBFovepta®, ein Hyperimmunglobulin für Neugeborene, wird unmittelbar nach der Geburt eingesetzt
und bietet einen effektiven Schutz der Kinder von Müttern, die an Hepatitis B erkrankt
sind. Im Laufe des ersten Quartals 2015 erfolgte die Zulassung des Präparats in Indien.
Seitdem hat Biotest dort ein erfreuliches Wachstum zu verzeichnen. Außerdem wurden
Vietnam und Algerien erfolgreich beliefert. In Mexiko wurde Intratect® im privaten Pharmasektor eingeführt. Das Produkt Intratect® 100 g/l (10 %) befindet sich zurzeit in mehreren Ländern im Registrierungsprozess,
darunter auch in der aussichtsreichen Middle-East-Region und außerdem in Australien,
Kolumbien, Mexiko, Algerien und weiteren Ländern. Hepatect® und Zutectra® wurden in den ersten neun Monaten 2015 auf weiteren Märkten eingeführt. Dazu gehören
für Zutectra® Israel, Singapur und Peru. Das plasmatische Präparat Haemoctin® zeigt weiterhin ein stabiles Wachstum im deutschen Markt. Wichtige Märkte sind desweiteren
Nordafrika, die Türkei und Asien. In Singapur hat Biotest erneut die staatliche Ausschreibung
(Tender) gewonnen. Auch in Thailand hat Biotest erste Erfolge bei Krankenhaustendern
erzielt. Eine Reihe von wissenschaftlichen Beiträgen haben der Diskussion um den Einsatz von Cytotect® zur Vermeidung von CMV-Infektionen bei Herz- und Lungentransplantationen neuen Auftrieb gegeben.14 Die Daten könnten dazu führen, dass Cytotect® in der Zukunft stärker als bisher zum Schutz dieser transplantierten Organe vor einer Cytomegalievirus-Reinfektion eingesetzt wird. Für das Biotest-Produkt Albiomin® 20 % (200 g/l) konnte im ersten Halbjahr sowohl in Schweden als auch in Norwegen
die Zulassung erreicht werden. Die Erstbelieferung von Albiomin nach China ist initiiert
und wird voraussichtlich im November erfolgen. In den ersten neun Monaten 2015 hat Biotest zwei neue Plasmasammelstationen in den
USA eröffnet, und zwar in Conway, Arkansas, und Jacksonville, North Carolina. Die
zwei Zentren durchlaufen aktuell die Prüfungen der zuständigen US-amerikanischen Behörde
FDA. Biotest rechnet damit, dass die für die Inbetriebnahme notwendigen Genehmigungen
Ende des Jahres vorliegen. Mit den zwei neuen Plasmazentren hat Biotest nun insgesamt
18 Plasmasammelstationen in den USA. Außerdem plant Biotest die Eröffnung von 3 bis
4 weiteren Zentren für das nächste Jahr. IV. DARSTELLUNG DER ERTRAGS-, VERMÖGENS- UND FINANZLAGEA. ERTRAGSLAGEIn den ersten neun Monaten 2015 erwirtschaftete die Biotest Gruppe Umsatzerlöse in
Höhe von 417,9 Mio. €. Gegenüber dem Vergleichszeitraum im Jahr 2014, in dem Umsätze
in Höhe von 409,9 Mio. € erzielt wurden, entspricht dies einer Zunahme um 2,0 %. Während
im Segment Plasma & Services deutliche Umsatzsteigerungen erreicht wurden (+ 16,4
%), blieb das Segment Therapie leicht hinter dem Vorjahreszeitraum zurück (- 3,4 %). 14
Universitätsmedizin Mainz, Informationen zur Lungentransplantation, 2013 UMSATZ NACH SEGMENTENscroll
Das Umsatzwachstum der Biotest Gruppe wurde in den ersten neun Monaten 2015 insbesondere
in den USA, auf dem deutschen Heimatmarkt und in der Region Asien-Pazifik generiert.
Dabei konnte ein Wachstum von 23,1 % in Deutschland erzielt werden. In der Region
Asien-Pazifik erhöhte sich der Umsatz im Berichtszeitraum um 58,3 % auf nunmehr 29,6
Mio. €. Die positive Entwicklung Nord- und Südamerikas im ersten Halbjahr setzte sich auch
im dritten Quartal fort, so dass Biotest dort in den ersten neun Monaten einen deutlichen
Erlösanstieg von 24,7 % auf insgesamt 86,8 Mio. € erzielen konnte. Im übrigen Europa
(ohne Deutschland) gingen die Umsätze um 10,6 % auf 124,3 Mio. € zurück. Ursächlich
dafür war der anhaltende Preisdruck in einzelnen Produktbereichen und Regionen sowie
negative Wechselkurseffekte. UMSATZENTWICKLUNG NACH REGIONEN![]() Aufgrund der positiven Entwicklung in Deutschland verschob sich die Umsatzverteilung
des Konzerns in den ersten neun Monaten leicht in Richtung des nationalen Marktes.
So generierte die Biotest Gruppe von Januar bis September 77,4 % ihrer Umsätze im
Ausland (Vorjahreszeitraum: 81,3 %). Die außerplanmäßigen Abschreibungen von 84 Mio. € im dritten Quartal spiegeln sich
in den Herstellkosten und den Aufwendungen für Forschung und Entwicklung wider. Die
Abschreibungen betreffen im Wesentlichen die US-Therapie-Aktivitäten des Unternehmens,
darunter die vollständige Abschreibung der Produktionsanlagen, von Teilen der Gebäude
und der immateriellen Vermögenswerte in den USA sowie der Lagerbestände von Produkten,
die ausschließlich für den US-Markt entwickelt worden waren. Die Plasmasammelorganisation
in den USA ist davon nicht betroffen. Die F&E-Aufwendungen erhöhten sich in den ersten neun Monaten 2015 gegenüber dem Vorjahreszeitraum
folglich um 50,0 % auf 76,9 Mio. €. Dies begründet sich zum einen durch erhöhte Aufwendungen
aus der Vorproduktion von Tregalizumab (BT-061) im ersten Halbjahr und zum anderen
durch die außerplanmäßigen Abschreibungen im Wesentlichen auf das Produkt Civacir® im dritten Quartal. Die Herstellkosten stiegen auf 344,4 Mio. € nach 245,4 Mio. € im Vorjahreszeitraum.
Darin enthalten sind die vorgenommenen Wertberichtigungen im Rahmen eines Impairment
Tests, wodurch Abschreibungen im Wesentlichen auf immaterielle Vermögensgegenstände
sowie auf das Sachanlagevermögen resultierten. Rückläufig waren dagegen die Marketing- und Vertriebskosten. Sie betrugen 51,8 Mio.
€ (Anteil am Umsatz: 12,4 %). Im Vorjahr wurden für diesen Bereich 55,1 Mio. € aufgewendet
(Anteil am Umsatz: 13,4 %). WESENTLICHE GuV-POSITIONEN DER BIOTEST GRUPPE*scroll
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Aufwendungen sind mit einem negativen Vorzeichen gekennzeichnet Die Verwaltungskosten stiegen im Berichtszeitraum auf 26,7 Mio. €. Ihr Anteil lag
mit 6,4 % am Umsatz leicht über dem Vorjahresniveau (5,8 %). Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen nahmen von 3,5 Mio. € in den ersten neun
Monaten 2014 auf 1,9 Mio. € ab. Insbesondere aufgrund der einmaligen Abschreibungen im dritten Quartal 2015 sank das
Betriebsergebnis (EBIT) auf Neunmonatssicht auf - 82,0 Mio. € (Vorjahr: + 35,3 Mio.
€). Die außerplanmäßigen Abschreibungen betreffen das Segment Therapie. Dementsprechend
belief sich das EBIT im Segment Therapie auf - 100,0 Mio. € (Vorjahreszeitraum: +
19,6 Mio. €). Dagegen konnte das EBIT im Segment Plasma & Services um 11,0 % von 18,1
Mio. € auf 20,1 Mio. € gesteigert werden. Verantwortlich für diesen Erfolg sind vorrangig
die ausgeweiteten Plasmaverkäufe an langjährige Kooperationspartner. Das planmäßige und erfolgreiche Voranschreiten des Ausbauprojekts "Biotest Next Level"
mit einer geplanten Verdoppelung der Produktionskapazitäten am Sitz in Dreieich wirkte
sich zudem mit einem Betrag von 4,4 Mio. € ergebnisreduzierend aus. Das Finanzergebnis lag mit - 3,2 Mio. € in etwa auf dem Vorjahresniveau (Q1 - Q3 2014:
- 3,0 Mio. €). Für die Biotest Gruppe errechnete sich somit ein Ergebnis vor Steuern (EBT) in Höhe
von - 85,2 Mio. € nach + 32,3 Mio. € im Vorjahreszeitraum. Das Ergebnis nach Steuern
(EAT) lag bei - 88,0 Mio. € (Vorjahreszeitraum: + 19,3 Mio. €). Dies entspricht einem
Ergebnis je Aktie von - 6,67 € nach + 1,46 € im Vorjahr. Der Rückgang ist im Wesentlichen
auf die einmalige Abschreibung im dritten Quartal zurückzuführen. ERGEBNISKENNZAHLEN DER BIOTEST GRUPPEscroll
B. VERMÖGENSLAGEZum Stichtag 30. September 2015 verringerte sich auf Grund der Sonderabschreibung
die Bilanzsumme des Konzerns gegenüber dem 31. Dezember 2014 von 1.032,6 Mio. € auf
962,8 Mio. €. Auf der Aktivseite erhöhten sich die langfristigen Vermögenswerte von 353,3 Mio. €
zum Stichtag 31. Dezember 2014 auf 367,5 Mio. € zum 30. September 2015. Ausschlaggebend
hierfür waren höhere langfristige sonstige Finanzanlagen, die auf die langfristige
Anlage von überschüssiger Liquidität zurückzuführen sind. Die sonstigen Finanzanlagen
summierten sich zum Bilanzstichtag auf 25,2 Mio. € (31. Dezember 2014: 5,2 Mio. €).
Das Sachanlagevermögen war mit 282,3 Mio. € stabil gegenüber dem Bilanzstichtag zum
31. Dezember 2014 (282,3 Mio. €). Hier standen Ersatz- und Erweiterungsinvestitionen
von 66,3 Mio. € den planmäßigen als auch außerplanmäßigen Abschreibungen in Höhe von
74,1 Mio. € gegenüber. Die kurzfristigen Vermögenswerte nahmen gegenüber dem Jahresende 2014 insgesamt ab.
Wesentlich bedingt durch die Anlage von liquiden Mitteln in Höhe von 50,2 Mio. € und
die Auszahlungen für getätigte Investitionen verringerten sich die Zahlungsmittel
und Zahlungsmitteläquivalente von 179,4 Mio. € auf 88,3 Mio. €. Die Forderungen aus
Lieferungen und Leistungen verringerten sich im Zusammenhang mit der Umsatzentwicklung
im dritten Quartal 2015 von 181,6 Mio. € auf 155,4 Mio. €. Zum Bilanzstichtag 30. September 2015 sind 86,5 % der Aktiva durch Eigen- oder Fremdkapital
finanziert, was die gesunde und nachhaltige Finanzierungsstruktur der Biotest Gruppe
belegt. Bei den Passiva reduzierte sich das bilanzielle Eigenkapital aufgrund des negativen
Periodenergebnisses auf 398,2 Mio. € (31. Dezember 2014: 480,2 Mio. €). Die Eigenkapitalquote
erreicht nach den außerplanmäßigen Abschreibungen zum 30. September 2015 weiterhin
einen soliden Wert von 41,4 % nach 46,5 % zum 31. Dezember 2014. Das Fremdkapital
erhöhte sich auf 564,6 Mio. € (31. Dezember 2014: 552,4 Mio. €). Dabei stieg das langfristige
Fremdkapital von 423,5 Mio. € auf 435,1 Mio. €. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen
und Leistungen erhöhten sich leicht auf 56,2 Mio. € (31. Dezember 2014: 55,5 Mio.
€). Die sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten erhöhten sich auf 37,9 Mio. € (31.
Dezember 2014: 32,7 Mio. €). C. FINANZLAGEDer operative Cashflow des Unternehmens war nach den ersten drei Quartalen weiterhin
positiv. Der Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit betrug in den ersten neun Monaten
2015 34,2 Mio. €, während er im Vorjahreszeitraum noch negativ war und 39,1 Mio. €
abflossen. zurückzuführen ist der positive operative Cashflow im Wesentlichen auf
Reduzierungen des Working Capitals. Im Berichtszeitraum lag der Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit bei - 55,4 Mio.
€ nach - 26,2 Mio. € im Vorjahreszeitraum. Der Großteil davon floss in den weiteren
Ausbau des Produktionsstandortes in Dreieich im Rahmen von "Biotest Next Level." Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit lag in den ersten neun Monaten 2015 bei -
0,7 Mio. € nach + 9,5 Mio. € in der Vergleichsperiode. Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
reduzierten sich planmäßig weiter von 179,4 Mio. € zum 31. Dezember 2014 auf 88,3
Mio. € zum 30. September 2015. D. GESAMTAUSSAGE ZUR ERTRAGS-, VERMÖGENS- UND FINANZLAGEDie Biotest Gruppe hat von Januar bis September 2015 den Umsatz von 409,9 Mio. € im
Vorjahr um 2 % auf 417,9 Mio. € gesteigert. Die außerplanmäßigen Abschreibungen von insgesamt 84 Mio. € im dritten Quartal sind
als einmaliges Ereignis zu betrachten. Die Abschreibungen betreffen im Wesentlichen
die US-Therapie-Aktivitäten des Unternehmens. Die Plasmasammelorganisation in den
USA ist davon nicht betroffen. Auch der Ausbau der Produktion am Stammsitz in Dreieich
mit einem Investitionsvolumen von 250 Mio. € bis 2019 und die operativen Aktivitäten
außerhalb des US-Marktes werden planmäßig fortgeführt. Im Wesentlichen aufgrund der außerplanmäßigen Abschreibungen nahm das EBIT im Vorjahresvergleich
von 35,3 Mio. € auf - 82,0 Mio. € ab. Insbesondere die Beendigung der Kooperation
mit AbbVie und die außerplanmäßigen Abschreibungen führen zu einer neuen EBIT-Prognose
des Vorstands. Der Vorstand geht nun von einem Gesamt-EBIT für das Jahr 2015 in einem
Bereich zwischen - 72 und - 77 Mio. € aus. Insgesamt verfügt die Biotest Gruppe über die Ressourcen, um das operative Geschäft
planmäßig voranzutreiben. Mit der Erweiterung der Produktionskapazität am Standort
Dreieich "Biotest Next Level" ("BNL") verdoppelt das Unternehmen nicht nur die Produktionskapazität,
sondern senkt gleichzeitig die Kosten pro Produkteinheit. Zukünftig will Biotest aus
einem Liter Blutplasma fünf statt bisher drei Produkte gewinnen. Potenziale für die Zukunft bieten außerdem die Markteintritte von Plasmaprotein-Präparaten
in weiteren Regionen und die Weiterentwicklungen von Plasmaproteinen. Darüber hinaus
verfolgt Biotest das Ziel, in ausgewählten Bereichen und spezifischen Geschäftsfeldern
mit passenden Kooperationspartnern strategische Allianzen einzugehen. Im Bereich des
Antikörperportfolios wird Biotest die laufenden präklinischen und klinischen Aktivitäten
vorantreiben, um passende Partner für die zukünftige Entwicklung und Vermarktung zu
finden. Die solide Finanzlage sowie die ausgewogene Finanzierungsstruktur bilden das Fundament
für das geplante künftige Wachstum der Biotest Gruppe. C. NACHTRAGSBERICHTEreignisse, die die Ertrags-, Vermögens- oder Finanzlage maßgeblich beeinflussen,
sind nach dem Bilanzstichtag nicht eingetreten. D. PROGNOSE-, RISIKO- UND CHANCENBERICHTI. PROGNOSEBERICHTA. ERWARTETE ENTWICKLUNG DES MARKTUMFELDSLaut aktuellen Studien wird die weltweite Nachfrage nach Immunglobulinmengen in den
kommenden Jahren weiter um jährlich 6 - 8 % zunehmen. Die Preise dieser Präparate
geraten weltweit aufgrund von steigenden Fraktionierkapazitäten zunehmend unter Druck.
Während in den USA die Preise konstant blieben, war in einzelnen Produktbereichen
und Regionen ein gewisser Preisdruck zu verzeichnen. Diese Tendenz wird 2015 und 2016
anhalten. Auch bei plasmatischen Gerinnungsfaktoren rechnet die Biotest Gruppe mit einer Zunahme des Weltmarktvolumens um etwa 2 % pro Jahr bis 2020.15 Im Rahmen neuer sowie der Verlängerung bestehender Zulassungen werden in allen Produktgruppen bis 2018 weitere Anstiege prognostiziert.16 15
Marketing Research Bureau (2014), Global forecast of the factor VIII market 2013 to
2020 Im Bereich der monoklonalen Antikörper ergeben sich für die Biotest Gruppe ebenfalls
zukünftige Potenziale. Präparate zur Behandlung des Multiplen Myeloms (Biotest-Entwicklungsprojekt
Indatuximab Ravtansine (BT-062)) erlösten einen weltweiten Umsatz in Höhe von 6,5
Mrd. USD. Zudem bietet die Adressierung verschiedener solider Tumore durch Indatuximab
Ravtansine (BT-062), bei einer Zulassung für entsprechende Indikationen, zusätzliche
Absatzmöglichkeiten. B. ERWARTETE ENTWICKLUNG DER BIOTEST GRUPPEUmsatz und ErgebnisDer Vorstand bestätigt seine im Geschäftsbericht 2014 abgegebene Umsatzprognose. Nach
den sehr starken Umsatzanstiegen der letzten beiden Geschäftsjahre wird in diesem
Jahr ein prozentualer Umsatzanstieg im niedrigen einstelligen Prozentbereich erwartet. Für das vierte Quartal 2015 rechnet Biotest mit einem deutlich verbesserten operativen
Ergebnis (EBIT) im Bereich von 5 bis 10 Mio. €. Im Ergebnis machen sich neben den Abschreibungen des dritten Quartals höhere Aufwendungen
sowie ein anhaltender Preisdruck in einzelnen Produktbereichen und Regionen bemerkbar.
Zudem wirkt sich der Aufwand für die geplante Kapazitätsausweitung am Standort Dreieich
stärker aus als im Geschäftsjahr 2014. Die Belastungen aus dem begonnenen Expansionsprojekt
"Biotest Next Level" werden im Jahr 2015 voraussichtlich doppelt so hoch sein wie
2014. Auch die Einstellung der klinischen Entwicklung von Tregalizumab (BT-061) wirkt
sich ergebnisreduzierend aus. Der Vorstand reduzierte damit die Ergebnisprognose für
das Gesamtjahr 2015 und erwartet nun ein EBIT im Bereich von - 72 bis - 77 Mio. €. FinanzlageBiotest wird die ausgewogene Finanzierungsstruktur wie prognostiziert sowohl im Hinblick
auf das Verhältnis von Fremd- zu Eigenkapital als auch von kurzfristiger zu langfristiger
Kreditfinanzierung im Jahr 2015 beibehalten. Für das Geschäftsjahr 2015 sind Investitionen der Biotest Gruppe im Volumen von bis
zu 118,4 Mio. € vorgesehen, wovon ein erheblicher Teil auf das Projekt "Biotest Next
Level" entfällt. Daneben werden aber auch Investitionen bei der Biotest Pharmaceuticals
Corporation für die Erweiterung bestehender und den Aufbau neuer Plasmazentren in
den USA sowie für den Abschluss des Baus des Plasmawareneingangs und der virologischen
Labore in Dreieich vorgenommen. Neben dem dargestellten organischen Wachstum und dessen Finanzierung, können in Zukunft
auch Einlizenzierungen marktnaher Produkte eine strategische Option darstellen. Für die Ausweitung der Investitionen sowie die Erhöhung des Umsatzes und der damit
verbundenen Erhöhung des Working Capital stehen ausreichend finanzielle Mittel zur
Verfügung. Auch langfristig ist das Wachstumsprogramm des Konzerns solide finanziert. II. RISIKOBERICHTDie Risikosituation der Biotest Gruppe hat sich bis auf die neuen Entwicklungen bei
Tregalizumab (BT-061) und Civacir® gegenüber der Darstellung im Geschäftsbericht 2014 (Seiten 26 bis 33) nicht wesentlich
verändert. In Italien hat die Staatsanwaltschaft Neapel inzwischen 16 Personen wegen unerlaubter
Preisabsprache angeklagt. Zwei der 16 Angeschuldigten sind Mitarbeiter der Biotest
Italia S.r.l.. Der Prozess hat Anfang November begonnen. Unsere Tochtergesellschaft
ist nicht Ziel der Ermittlungen. Im Hinblick auf die von der Frankfurter Staatsanwaltschaft Ende 2011 aufgenommenen
Ermittlungen in Bezug auf Biotests Geschäft in Russland dauert der Strafprozess gegen
die frühere Leiterin der Biotest Repräsentanz in Moskau und ihren Ehemann an. Im Zusammenhang
mit diesen Ermittlungen hat die Finanzverwaltung die von der Biotest AG in den Jahren
2005 - 2008 insoweit geltend gemachten Betriebsausgaben auf den Prüfstand gestellt
woraus mögliche Steuer- und Zinsnachforderungen bis zu 16 Mio. € resultieren könnten,
wobei die Rechtmäßigkeit solcher Nachforderungen selbstverständlich kritisch überprüft
werden würde. Der außerplanmäßige Abschreibungsbedarf von 84 Mio. € im dritten Quartal ist als einmaliges
Ereignis zu betrachten. III. CHANCENBERICHTDie Chancensituation der Biotest Gruppe hat sich bis auf die neuen Entwicklungen bei
Tregalizumab (BT-061) und Civacir® gegenüber der Darstellung im Geschäftsbericht 2014 (Seiten 33 und 34) nicht wesentlich
verändert. GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG
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| in Millionen € | Q3 2015 | Q3 2014 | Q1-Q3 2015 | Q1-Q3 2014 |
| Umsatzerlöse | 130,2 | 145,8 | 417,9 | 409,9 |
| Herstellungskosten | -149,4 | -91,3 | -344,4 | -245,4 |
| Bruttoergebnis vom Umsatz | -19,2 | 54,5 | 73,5 | 164,5 |
| Sonstige betriebliche Erträge | -0,3 | 1,6 | 1,8 | 4,5 |
| Marketing- und Vertriebskosten | -17,7 | -22,1 | -51,8 | -55,1 |
| Verwaltungskosten | -9,8 | -6,9 | -26,7 | -23,8 |
| Forschungs- und Entwicklungskosten | -36,8 | -16,9 | -76,9 | -51,3 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | -0,5 | -1,4 | -1,9 | -3,5 |
| Betriebsergebnis | -84,3 | 8,8 | -82,0 | 35,3 |
| Finanzergebnis | -3,0 | 1,8 | -3,2 | -3,0 |
| Ergebnis vor Steuern | -87,3 | 10,6 | -85,2 | 32,3 |
| Ertragsteuern | 1,5 | -5,1 | -2,8 | -13,0 |
| Ergebnis nach Steuern | -85,8 | 5,5 | -88,0 | 19,3 |
| davon entfallen auf: | ||||
| Anteilseigner des Mutterunternehmens | -85,8 | 5,5 | -88,0 | 19,3 |
| Anteile ohne beherrschenden Einfluss | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
| Ergebnis je Aktie in € | -6,50 | 0,41 | -6,67 | 1,46 |
| in Millionen € | Q1-Q3 2015 | Q1-Q3 2014 |
| Konzernperiodenergebnis | -88,0 | 19,3 |
| Währungsumrechnung ausländischer Geschäftsbetriebe | 14,3 | 14,7 |
| darauf entfallende Ertragsteuereffekte | 0,0 | 0,0 |
| Sonstiges Ergebnis nach Steuern, das zukünftig möglicherweise in den Gewinn und Verlust umgegliedert wird | 14,3 | 14,7 |
| Sonstiges Ergebnis nach Steuern | 14,3 | 14,7 |
| Gesamtergebnis nach Steuern | -73,7 | 34,0 |
| davon entfallen auf: | ||
| Anteilseigner des Mutterunternehmens | -73,7 | 34,0 |
| Anteile ohne beherrschenden Einfluss | 0,0 | 0,0 |
| in Millionen € | 30. September 2015 | 31. Dezember 2014 |
| Langfristige Vermögenswerte | ||
| Immaterielle Vermögenswerte | 43,5 | 50,2 |
| Sachanlagen | 282,3 | 282,3 |
| Anteile an assoziierten Unternehmen | 0,9 | 1,3 |
| Sonstige Finanzanlagen | 25,2 | 5,2 |
| Sonstige Vermögenswerte | 0,7 | 0,8 |
| Latente Steueransprüche | 14,9 | 13,5 |
| Summe langfristige Vermögenswerte | 367,5 | 353,3 |
| Kurzfristige Vermögenswerte | ||
| Vorratsvermögen | 226,1 | 246,0 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 155,4 | 181,6 |
| Laufende Ertragsteueransprüche | 9,7 | 4,6 |
| Sonstige Vermögenswerte | 115,8 | 67,7 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | 88,3 | 179,4 |
| Summe kurzfristige Vermögenswerte | 595,3 | 679,3 |
| Bilanzsumme | 962,8 | 1.032,6 |
| in Millionen € | 30. September 2015 | 31. Dezember 2014 |
| Eigenkapital | ||
| Gezeichnetes Kapital | 33,8 | 33,8 |
| Kapitalrücklage | 225,6 | 225,6 |
| Gewinnrücklagen | 226,7 | 201,5 |
| Auf Anteilseigner des Mutterunternehmens entfallende Ergebnisanteile | -88,0 | 19,2 |
| Auf Anteilseigner des Mutterunternehmens entfallendes Eigenkapital | 398,1 | 480,1 |
| Anteile ohne beherrschenden Einfluss | 0,1 | 0,1 |
| Summe Eigenkapital | 398,2 | 480,2 |
| Fremdkapital | ||
| Rückstellung für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | 79,1 | 77,5 |
| Sonstige Rückstellungen | 6,9 | 6,3 |
| Finanzverbindlichkeiten | 336,4 | 325,8 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 0,8 | 2,5 |
| Latente Steuerverbindlichkeiten | 11,9 | 11,4 |
| Summe langfristiges Fremdkapital | 435,1 | 423,5 |
| Sonstige Rückstellungen | 20,8 | 23,5 |
| Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten | 3,8 | 8,6 |
| Finanzverbindlichkeiten | 10,8 | 6,1 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 56,2 | 55,5 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 37,9 | 32,7 |
| Verbindlichkeiten aus Umsatzabgrenzung | 0,0 | 2,5 |
| Summe kurzfristiges Fremdkapital | 129,5 | 128,9 |
| Summe Fremdkapital | 564,6 | 552,4 |
| Bilanzsumme | 962,8 | 1.032,6 |
| in Millionen € | 2015 | 2014 |
| Operativer Cashflow vor Veränderung des Working Capital |
6,4 | 59,4 |
| Cashflow aus Veränderung des Working Capital | 43,4 | -76,8 |
| Bezahlte Zinsen und Steuern | -15,6 | -21,7 |
| Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit | 34,2 | -39,1 |
| Cashflow aus Investitionstätigkeit | -125,6 | -95,8 |
| Cashflow aus Finanzierungstätigkeit | -0,7 | 9,5 |
| Zahlungswirksame Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente |
-92,1 | -125,4 |
| Wechselkursbedingte Veränderungen der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente |
1,0 | 0,5 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zum 1. Januar |
179,4 | 204,4 |
| Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zum 30. September |
88,3 | 79,5 |
| davon im Cashflow aus Investitionstätigkeit | ||
| Mittelabfluss in sonstige Vermögenswerte | -50,2 | -64,6 |
| Mittelabfluss in Finanzanlagen | -20,0 | -5,0 |
| Cashflow aus Investitionstätigkeit bereinigt um Einzahlungen aufgrund von Finanzmittelanlagen im Rahmen der kurzfristigen Finanzdisposition |
-55,4 | -26,2 |
| in Millionen € | Gezeichnetes Kapital | Kapitalrücklage | Kumulierte Unterschiede aus Währungs- umrechnung |
Konzernergebnis und Gewinn- rücklagen |
Auf Anteilseigner des Mutter- unternehmens entfallendes Eigenkapital |
Anteile ohne beherrschenden Einfluss |
| Stand am 1. Januar 2014 | 33,8 | 225,6 | -0,4 | 201,6 | 460,6 | 0,1 |
| Erfolgsneutrale Veränderung | - | - | 14,7 | - | 14,7 | - |
| Konzernjahresergebnis | - | - | - | 19,3 | 19,3 | - |
| Gesamtergebnis | 0,0 | 0,0 | 14,7 | 19,3 | 34,0 | 0,0 |
| Dividendenzahlungen | - | - | - | -7,9 | -7,9 | - |
| Stand am 30. September 2014 | 33,8 | 225,6 | 14,3 | 213,0 | 486,7 | 0,1 |
| Stand am 1. Januar 2015 | 33,8 | 225,6 | 19,4 | 201,3 | 480,1 | 0,1 |
| Erfolgsneutrale Veränderung | - | - | 14,3 | - | 14,3 | - |
| Konzernjahresergebnis | - | - | - | -88,0 | -88,0 | 0,0 |
| Gesamtergebnis | 0,0 | 0,0 | 14,3 | -88,0 | -73,7 | 0,0 |
| Dividendenzahlungen | - | - | - | -8,3 | -8,3 | - |
| Stand am 30. September 2015 | 33,8 | 225,6 | 33,7 | 105,0 | 398,1 | 0,1 |
| in Millionen € | Summe Eigenkapital |
| Stand am 1. Januar 2014 | 460,7 |
| Erfolgsneutrale Veränderung | 14,7 |
| Konzernjahresergebnis | 19,3 |
| Gesamtergebnis | 34,0 |
| Dividendenzahlungen | -7,9 |
| Stand am 30. September 2014 | 486,8 |
| Stand am 1. Januar 2015 | 480,2 |
| Erfolgsneutrale Veränderung | 14,3 |
| Konzernjahresergebnis | -88,0 |
| Gesamtergebnis | -73,7 |
| Dividendenzahlungen | -8,3 |
| Stand am 30. September 2015 | 398,2 |
Der Konzernzwischenabschluss zum 30. September 2015 der Biotest AG und ihrer Tochtergesellschaften
wird in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS)
aufgestellt, wie sie in der Europäischen Union verpflichtend anzuwenden sind. Dementsprechend
wurde dieser Konzernzwischenbericht zum 30. September 2015 gemäß IAS 34 "Zwischenberichterstattung"
aufgestellt und enthält einen gegenüber dem Konzernabschluss verkürzten Berichtsumfang.
Die IFRS umfassen sowohl die International Financial Reporting Standards (IFRS) und
die International Accounting Standards (IAS) als auch die Interpretationen des International
Financial Reporting Standards Interpretations Committee (IFRS IC) sowie die Interpretationen
des Standing Interpretation Committee (SIC). Die Rechnungslegung der Biotest Gruppe
basiert auf den IFRS, die auf Geschäftsjahre, die am 1. Januar 2015 beginnen, verpflichtend
anzuwenden sind.
Dieser Konzernzwischenabschluss wurde am 10. November 2015 durch den Vorstand zur
Veröffentlichung freigegeben.
| in Millionen € | Q1-Q3 2015 | Q1-Q3 2014 |
| Betriebsergebnis (EBIT) | -82,0 | 35,3 |
| Finanzergebnis | -3,2 | -3,0 |
| Ergebnis vor Steuern (EBT) | -85,2 | 32,3 |
| Ertragsteuern | -2,8 | -13,0 |
| Ergebnis nach Steuern (EAT) | -88,0 | 19,3 |
| Umsatzerlöse | EBIT | |||||
| in Millionen € | Q1-Q3 2015 | Q1-Q3 2014 | Veränderung in % | Q1-Q3 2015 | Q1-Q3 2014 | Veränderung in % |
| Therapie | 288,0 | 298,0 | -3,4 | -100,0 | 19,6 | -610,2 |
| Plasma & Services | 123,2 | 105,8 | 16,4 | 20,1 | 18,1 | 11,0 |
| Andere Segmente | 6,7 | 6,1 | 9,8 | -2,1 | -2,4 | 12,5 |
| Biotest Gruppe | 417,9 | 409,9 | 2,0 | -82,0 | 35,3 | -332,3 |
| Umsatzerlöse mit Dritten nach Sitz des Kunden | |||
| in Millionen € | Q1-Q3 2015 | Q1-Q3 2014 | Veränderung in % |
| Deutschland | 94,3 | 76,6 | 23,1 |
| Übriges Europa | 124,3 | 139,0 | -10,6 |
| USA | 78,1 | 62,8 | 24,4 |
| Mittel- und Südamerika | 8,7 | 6,8 | 27,9 |
| Mittlerer Osten und Afrika | 82,9 | 106,0 | -21,8 |
| Übriges Asien und Pazifik | 29,6 | 18,7 | 58,3 |
| Biotest Gruppe | 417,9 | 409,9 | 2,0 |
| Umsatzerlöse | |||||
| in Millionen € | Q3/2015 | Q2/2015 | Q1/2015 | Q4/2014 | Q3/2014 |
| Therapie | 91,7 | 98,0 | 98,3 | 111,8 | 95,4 |
| Plasma & Services | 36,2 | 44,8 | 42,2 | 51,2 | 48,5 |
| Andere Segmente | 2,3 | 2,4 | 2,0 | 9,1 | 1,9 |
| Biotest Gruppe | 130,2 | 145,2 | 142,5 | 172,1 | 145,8 |
| EBIT | |||||
| in Millionen € | Q3/2015 | Q2/2015 | Q1/2015 | Q4/2014 | Q3/2014 |
| Therapie | -88,8 | -4,8 | -6,4 | 7,9 | -1,0 |
| Plasma & Services | 5,2 | 7,8 | 7,1 | 8,9 | 10,6 |
| Andere Segmente | -0,7 | -0,8 | -0,6 | 1,3 | -0,8 |
| Biotest Gruppe | -84,3 | 2,2 | 0,1 | 18,1 | 8,8 |
| Ergebnis vor Steuern (EBT) | -87,3 | -2,1 | 4,2 | 14,6 | 10,6 |
| in Millionen € | Buchwert am 31.12.2014 | Investitionen | Abschreibungen | Impairment | Währungsdifferenzen | Buchwert am 30.09.2015 |
| Immaterielle Vermögenswerte | 50,2 | 2,8 | -1,3 | -12,0 | 3,8 | 43,5 |
| Sachanlagevermögen | 282,3 | 66,3 | -21,8 | -52,3 | 7,8 | 282,3 |
| Summe | 332,5 | 69,1 | -23,1 | -64,3 | 11,6 | 325,8 |
Die Biotest Gruppe hat am 30. September 2015 Verpflichtungen zum Erwerb von Anlagevermögen
in Höhe von 148,6 Mio. €.
| Vollzeitstellen | 30. September 2015 | 31. Dezember 2014 | Veränderung in % |
| Marketing und Vertrieb | 208 | 203 | 2,5 |
| Verwaltung | 265 | 231 | 14,7 |
| Produktion | 1.560 | 1.516 | 2,9 |
| Forschung und Entwicklung | 182 | 208 | -12,5 |
| Biotest Gruppe | 2.215 | 2.158 | 2,6 |
| in Millionen € | Buchwert | Beizulegender Zeitwert |
| Aktiva | ||
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 155,4 | 155,4 |
| Sonstige Vermögenswerte | ||
| Sonstige Forderungen | 116,3 | 116,3 |
| Derivate ohne Hedge-Beziehung | 0,2 | 0,2 |
| Sonstige Finanzanlagen | 25,2 | 25,2 |
| Passiva | ||
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 56,2 | 56,2 |
| Finanzverbindlichkeiten | 347,2 | 351,1 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 40,4 | 40,4 |
| Derivate ohne Hedge-Beziehung | 1,7 | 1,7 |
Die Finanzinstrumente, die in der Bilanz zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden,
sind gemäß IFRS 7.27A in eine dreistufige Hierarchie der Zeitwertermittlung einzuordnen.
Die Stufe spiegelt jeweils die Marktnähe der bei der Ermittlung des beizulegenden
Zeitwerts einbezogenen Daten wider. Die Stufen der Fair-Value-Hierarchie sind im Folgenden
beschrieben:
| Stufe 1: | notierte Marktpreise für identische Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten an aktiven Märkten, |
| Stufe 2: | andere Informationen als notierte Marktpreise, die direkt (zum Beispiel Preise) oder
indirekt (zum Beispiel abgeleitet aus Preisen) beobachtbar sind, und |
| Stufe 3: | Informationen für Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die nicht auf beobachtbaren
Marktdaten basieren. |
Bei Vermögenswerten und Schulden, die auf wiederkehrender Basis im Abschluss erfasst
werden, bestimmt der Konzern, ob Umgruppierungen zwischen den Stufen der Hierarchie
stattgefunden haben, indem er am Ende jeder Berichtsperiode die Klassifizierung (basierend
auf dem Inputparameter der niedrigsten Stufe, der für die Bewertung zum beizulegenden
Zeitwert insgesamt wesentlich ist) überprüft.
Um die Anforderungen zu den Angaben über die beizulegenden Zeitwerte zu erfüllen,
hat der Konzern Gruppen von Vermögenswerten und Schulden auf der Grundlage ihrer Art,
ihrer Merkmale und ihrer Risiken sowie der Stufen der oben erläuterten Fair-Value-Hierarchie
festgelegt.
Die Fair-Values von Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen,
sonstigen Forderungen und Verbindlichkeiten entsprechen aufgrund der kurzen Laufzeiten
annahmegemäß ihren Buchwerten.
Bei den derivativen finanziellen Vermögenswerten wird eine Mark-to-Market-Bewertung
auf Basis notierter Devisenkurse und am Markt erhältlicher Zinsstrukturkurven vorgenommen.
Die Zuordnung des beizulegenden Zeitwerts erfolgt in der Hierarchiestufe 2.
Die beizulegenden Zeitwerte der Finanzverbindlichkeiten werden als Barwerte der mit
den Schulden verbundenen Zahlungen unter Zugrundelegung der jeweils gültigen Zinsstrukturkurve
sowie der nach den einzelnen Währungen betrachteten Credit-Spread-Kurve bestimmt.
Bei der Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts wurde das Counterparty-Risiko mittels
eines Add-on-Verfahrens berücksichtigt. Ferner erfolgte eine Berücksichtigung des
Währungsbasisspreads.
Die Biotest Gruppe unterhält zu berichtende Beziehungen zu dem assoziierten Unternehmen
BioDarou PJ.S. Co., Teheran/ Iran, sowie zu dessen Tochterunternehmen Plasma Gostar
Pars PJ.S, Teheran/Iran.
Die beiden Gesellschaften erwarben in den ersten neun Monaten von Biotest Ware und
Dienstleistungen in Höhe von 7,2 Mio. €. Die Forderungen von Biotest gegenüber der
BioDarou PJ.S. Co. und der Plasma Gostar Pars PJ.S. betragen zum 30. September 2015
6,5 Mio. €.
Die Kreissparkasse Biberach führt als nahestehende Person der Biotest Gruppe im Rahmen
des Long Term Incentive-Programms die Depots der Mitarbeiter.
Außer diesen Geschäftsbeziehungen gab es im Berichtszeitraum keine wesentlichen Geschäfte
mit nahestehenden Personen oder Unternehmen.
Nach dem Bilanzstichtag haben sich keine wesentlichen Ereignisse ergeben.
Nach bestem Wissen versichern wir, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen
für die Zwischenberichterstattung der Konzernzwischenabschluss ein den tatsächlichen
Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns
vermittelt und im Konzernzwischenlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des
Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen
Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen
und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns im verbleibenden Geschäftsjahr
beschrieben sind.
Dreieich, den 10. November 2015
Biotest Aktiengesellschaft
Der Vorstand
| Dr. Bernhard Ehmer | Dr. Michael Ramroth | Dr. Georg Floß |
| Vorsitzender des Vorstands | Mitglied des Vorstands | Mitglied des Vorstands |
Bilanzpressekonferenz 2015
Drei-Monatsbericht 2016
Hauptversammlung
Halbjahresbericht 2016
Neun-Monatsbericht 2016
Biotest AG
Landsteinerstr. 5
63303 Dreieich
Postfach 10 20 40
63266 Dreieich
Tel. +49 (0) 6103 801 4406
Fax +49 (0) 6103 801 347
investor_relations@biotest.de
www.biotest.de
Scheufele Hesse Eigler
Kommunikationsagentur GmbH, Frankfurt am Main
cometis AG, Wiesbaden
BIOTEST AG | Landsteinerstr. 5, 63303 Dreieich, Postfach 10 20 40, 63266 Dreieich,
Deutschland
Telefon +49 (0) 6103 801 4406, Fax +49 (0) 6103 801 347, investor_relations@biotest.de,
www.biotest.de
Dieser Quartalsbericht enthält zukunftsgerichtete Aussagen zur gesamtwirtschaftlichen
Entwicklung sowie zur Geschäfts-, Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der Biotest
AG und ihrer Tochtergesellschaften. Diese Aussagen beruhen auf den derzeitigen Plänen,
Einschätzungen, Prognosen und Erwartungen des Unternehmens und unterliegen insofern
Risiken und Unsicherheitsfaktoren, die dazu führen können, dass die tatsächliche wesentlich
von der erwarteten Entwicklung abweicht. Die zukunftsgerichteten Aussagen haben nur
zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Quartalsberichts Gültigkeit. Biotest beabsichtigt
nicht, die zukunftsgerichteten Aussagen zu aktualisieren und übernimmt dafür keine
Verpflichtung.