![]() Biotest AGDreieichHalbjahresbericht 2017KENNZAHLENscroll
KonnzernzwischenlageberichtSehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre, lassen Sie uns auf den Verlauf des ersten Halbjahres 2017 der Biotest AG zurückblicken.
In diesem Zeitraum haben wir in den fortgeführten Geschäftsbereichen einen Umsatz
von 247,1 Mio. € und ein EBIT von -20,2 Mio. € erzielt. Umsatz und EBIT wurden dabei deutlich durch den Rückruf von Humanalbumin und die temporäre
Unterbrechung unserer Humanalbuminproduktion belastet. Hierbei handelt es sich um
einen Einmaleffekt, der nur im Geschäftsjahr 2017 einen Einfluss auf unser Ergebnis
hat. Die aufgetretenen Probleme in der Produktion von Humanalbumin wurden sehr schnell
behoben, sodass der Herstellungsprozess schnell wieder hochgefahren werden konnte.
Über diesen Sachverhalt hatten wir Sie auch in unserer Mitteilung zum ersten Quartal
2017 informiert. Trotz der Belastung durch den beschriebenen Albuminrückruf und der damit verbundenen
temporären Produktionsunterbrechung gehen wir weiter davon aus, auf Gesamtjahressicht
die im April 2017 angepasste Prognose zu erreichen. Gemäß dieser Prognose gehen wir
für das Geschäftsjahr 2017 in den fortgeführten Geschäftsbereichen von einem Umsatz
auf Vorjahresniveau und einem EBIT, das um etwa 25 bis 30 Mio. € unter dem zuerst
prognostizierten Wert von 46 bis 48 Mio. € liegen wird, aus. Voraussetzung dafür ist
jedoch, dass die Versicherung bis zum Jahresende erwartungsgemäß einen Teil des Schadens,
der uns durch den Rückruf von Albumin entstanden ist, reguliert hat. Die langfristigen Perspektiven sind positiv. Im Verlauf des ersten Halbjahres 2017
haben wir sehr erfreuliche Fortschritte in unserem Expansionsprojekt Biotest Next
Level erzielen können: Planmäßig wurde im zweiten Quartal die baurechtliche Abnahme
des am Standort Dreieich neu errichteten Gebäudes erteilt, sodass bereits im Juni
die ersten Umzugsaktivitäten beginnen konnten. Am 18. Mai 2017 veröffentlichte die Tiancheng (Germany) Pharmaceutical Holdings AG,
eine Gesellschaft der chinesischen Creat Group, das Anfang April angekündigte Übernahmeangebot
für alle ausstehenden Aktien der Biotest AG. Creat ist eine weltweit tätige Industriegruppe,
deren Schwerpunkt im Bereich der Plasmaindustrie liegt. Sie engagiert sich mit langfristig
angelegten Investitionen in diesem Bereich und in der Entwicklung von Biopharma. Am
14. Juni 2017 konnte die Tiancheng (Germany) Pharmaceutical Holdings AG vermelden,
dass die notwendige Mindestannahmeschwelle von 75 % aller Stammaktien der Biotest
AG überschritten wurde. Bis zum Ablauf der weiteren Annahmefrist am 4. Juli 2017 wurde
es von insgesamt 89,88 % der Stammaktien akzeptiert. Wir freuen uns, dass unsere Aktionäre
das Angebot der Creat Group angenommen haben und hoffen auf einen baldigen Abschluss
der Transaktion. Hinsichtlich der weiteren Entwicklung der Biotest Gruppe verfolgt Creat die Ziele,
die Entwicklung neuer Produkte voranzutreiben, Projekte wie unser Expansionsprojekt
Biotest Next Level fortzuführen und die internationale Präsenz der Biotest Gruppe
auszuweiten. Für den weltweiten Vertrieb unserer Produkte eröffnet sich die Möglichkeit,
das in der Creat Group bestehende Verkaufsnetzwerk für Biopharmazeutika zu nutzen.
Meine Vorstandskollegen und ich freuen uns sehr, mit Creat einen starken Partner an
der Seite zu haben, der die bedeutenden Investitionen in Produkte und Anlagen über
die kommenden Jahre unterstützen wird. Im Vorstand haben wir großes Vertrauen, dass das von Creat verfolgte Ziel erreicht
werden kann, im Verbund mit der Biotest AG die Position in der globalen Plasmaindustrie
auszubauen. Dr. Bernhard Ehmer KONZERNZWISCHENLAGEBERICHT ZUM 30. JUNI 2017A. GRUNDLAGEN DES KONZERNSI. GESCHÄFTSMODELL DES KONZERNSDie Biotest Gruppe mit Sitz in Dreieich, Deutschland, ist ein international tätiger
Anbieter biologischer Arzneimittel. Aktuell im Verkauf befindliche Präparate sowie
Neuentwicklungen werden sowohl aus menschlichem Blutplasma gewonnen als auch mithilfe
biotechnologischer Verfahren hergestellt. Hauptindikationsgebiete für die Anwendung
sind die Hämatologie, die Klinische Immunologie sowie die Intensivmedizin. Forschungs- und Entwicklungsarbeit betreibt die Biotest Gruppe in allen drei Indikationsgebieten.
Biotest deckt dabei von der präklinischen und klinischen Entwicklung -welche bei einigen
Entwicklungsprojekten in Kooperation mit internationalen Partnern durchgeführt wird
- bis hin zur weltweiten Vermarktung alle wesentlichen Stufen der Wertschöpfungskette
ab. A. SEGMENTE DER BIOTEST GRUPPEOperativ gliedert sich das Unternehmen in die Segmente Therapie, Plasma & Services
und Andere Segmente. Das Segment Therapie beinhaltet die Produkte und Entwicklungsprojekte,
die den drei genannten Indikationsgebieten zugeordnet sind. Plasmaverkauf und Lohnherstellung
werden im Segment Plasma & Services zusammengefasst. Im Bereich Andere Segmente berichtet
Biotest über das Geschäft mit Handelswaren sowie bereichsübergreifende Kosten, die
nicht den Segmenten Therapie oder Plasma & Services zugeordnet werden. Bis zum 30. September 2016 wurden die Aktivitäten der Biotest Pharmaceuticals Corporation,
Boca Raton, USA, (BPC), im Segment der Therapie und auf dem Gebiet der Lohnherstellung
als Teil der Segmente Therapie und Plasma & Services dargestellt. Aufgrund der Entscheidung
zur Veräußerung wesentlicher Teile der diesen Aktivitäten zugeordneten Vermögenswerte
der BPC im vierten Quartal 2016 werden diese Aktivitäten nun als nicht fortgeführter
Geschäftsbereich dargestellt. Die mit dem Erwerber im Geschäftsjahr 2016 begonnenen
Gespräche führten am 21. Januar 2017 zu einem Vertragsabschluss. Nach Erfüllung der
marktüblichen Abschlussbedingungen, einschließlich der Genehmigung durch die Aktionäre
von ADMA Biologics, Inc. (ADMA), wurde der Verkauf im Juni 2017 abgeschlossen. Die
Aktivitäten der BPC im Bereich des Plasmaverkaufs sind hiervon nicht betroffen und
werden weiterhin im Segment Plasma & Services dargestellt. Soweit nicht anders vermerkt, beziehen sich die Angaben und Erläuterungen in diesem
Bericht zu den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 2017 auf die fortgeführten
Geschäftsbereiche. Die Vorjahreszahlen wurden entsprechend angepasst. B. PERSONALAm 30. Juni 2017 waren, umgerechnet auf Vollzeitstellen, 2.389 Personen bei der Biotest
Gruppe beschäftigt. Im Vergleich zum Ende des Geschäftsjahres 2016 mit 2.527 Vollzeitstellen
verminderte sich die Mitarbeiteranzahl damit um 5,5 %. Der Rückgang geht im Wesentlichen
auf den Übergang der Mitarbeiter der BPC, die den Bereichen Therapie und Lohnfraktionierung
zuzuordnen waren, zu ADMA zurück. Am 30. Juni 2017 waren 1.048 Vollzeitstellen (43,9
%, 31. Dezember 2016: 39,4 %) der Biotest AG zugeordnet, weitere 857 Vollzeitstellen
(35,9 %, 31. Dezember 2016: 43,0 %) der BPC. Etwa die Hälfte aller Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter (52,2 %) hatte den Arbeitsplatz in Deutschland (31. Dezember 2016:
47,2 %). II. KONZERNSTRATEGIEIm Mittelpunkt der Strategie von Biotest steht die klare Fokussierung auf die Vermarktung
und Weiterentwicklung von Plasmaproteinen. Neben der konsequenten Fortführung der
eigenen Forschungs- und Entwicklungsarbeit konzentriert sich das Unternehmen mit seinen
Zulassungs- und Vermarktungsaktivitäten auf die weitere Internationalisierung und
die Diversifizierung des Portfolios. Um am globalen Marktwachstum auch in Zukunft teilzuhaben, baut die Biotest Gruppe
seit 2013 ihre Kapazitäten am Unternehmenssitz in Dreieich aus. Mit dem Projekt Biotest
Next Level werden das Produktportfolio erweitert und die Produktionskapazitäten bis
zum Jahr 2019 / 2020 verdoppelt. Indem zukünftig fünf statt bislang drei Produktreihen
aus dem Rohstoff Plasma bei gleichzeitiger Steigerung der Ausbeute gewonnen werden,
wird die Profitabilität und somit die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens auf den
globalen Märkten gestärkt und damit die Grundlage für weiteres, profitables Wachstum
der Gruppe gelegt. Darüber hinaus verfolgt Biotest das Ziel, in ausgewählten Bereichen mit passenden
Kooperationspartnern strategische Allianzen einzugehen. Bei den in Entwicklung befindlichen
monoklonalen Antikörpern wird Biotest die laufenden Aktivitäten jeweils bis zum Erreichen
des nächsten Meilensteins fortführen und einen Partner suchen, der die weitere Entwicklung
und spätere Vermarktung übernimmt. Außerdem sieht Biotest auch für ausgewählte Plasmaproteine
Chancen für Entwicklungs- und/oder Vermarktungspartnerschaften. Biotest hat sich zum Ziel gesetzt, auch bei bestehenden Zulassungen Erweiterungen
von Indikationen zu erzielen. Im ersten Halbjahr 2017 wurde eine Indikationserweiterung
bei Zutectra® in Israel und Taiwan genehmigt. Kernelement zur Umsetzung der Unternehmensstrategie von Biotest ist die Abdeckung
zentraler Teile der Wertschöpfungskette durch eigene Ressourcen. Hierzu zählen insbesondere
Forschung und Entwicklung, Plasmagewinnung, Produktion, Qualitätssicherung, Zulassung
und Vertrieb. Die vorhandene Expertise, vor allem in den Bereichen Plasmasammlung
und -fraktionierung, wird darüber hinaus genutzt, um freie Kapazitäten von Vor- und
Zwischenprodukten sowie in der Lohnherstellung auf dem Markt anzubieten. Um die strategische Ausrichtung noch effizienter und effektiver zu verfolgen, wurde
ein unternehmensweiter Veränderungsprozess gestartet. Dieser hat das Ziel, die Zusammenarbeit
mit externen Kunden sowie die internationale und interdisziplinäre Teamarbeit weiter
zu optimieren, Arbeitsprozesse zu verbessern und effizienter zu gestalten sowie eine
einheitliche partizipative Führungskultur im Unternehmen zu implementieren. III. FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG (ALLGEMEIN)Im Rahmen der Unternehmensstrategie bilden Forschung und Entwicklung unter anderem
die Basis für das zukünftige Wachstum der Biotest Gruppe. In diesem Bereich wird durch
die Weiter- und Neuentwicklung von Produkten erhebliches Potenzial erschlossen. Schwerpunkt
der Forschungs- und Entwicklungsprojekte sind Plasmaproteine. Nach Abschluss der laufenden
Studien mit den monoklonalen Antikörpern wird Biotest weitere Aktivitäten nur zusammen
mit einem Partner vorantreiben. Hierdurch sollen Entwicklungsrisiken reduziert sowie
Entwicklungskosten vermindert werden. Eine Erläuterung des Fortschritts der im ersten Halbjahr 2017 ausgeführten Forschungs-
und Entwicklungsprojekte ist im Kapitel "Forschung und Entwicklung" des Wirtschaftsberichts
enthalten. Im ersten Halbjahr 2017 beliefen sich die Forschungs- und Entwicklungskosten der Biotest
Gruppe in den fortgeführten Geschäftsbereichen auf 26,7 Mio. € (Vorjahr: 23,3 Mio.
€). Davon entfielen 23,1 Mio. € auf Plasmaproteine und 3,6 Mio. € auf die monoklonalen
Antikörper. Der Anteil dieser Ausgaben am Umsatz betrug 10,8 % nach 8,4 % im Vorjahreszeitraum.
Die Zahl der im Bereich Forschung und Entwicklung beschäftigten Mitarbeiter (umgerechnet
auf Vollzeitstellen) ist zum 30. Juni 2017 mit 165 Vollzeitstellen im Vergleich zum
31. Dezember 2016 (189 Vollzeitstellen) gesunken. B. WIRTSCHAFTSBERICHTI. GESAMTWIRTSCHAFTLICHE RAHMENBEDINGUNGENIn das laufende Jahr 2017 ist die deutsche Wirtschaft gut gestartet. Gegenüber dem vierten Quartal 2016 stieg das Bruttoinlandsprodukt nach Informationen des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) im ersten Quartal 2017 preis-, kalender- und saisonbereinigt um 0,6 %. Eine wichtige treibende Kraft ist weiterhin die positive Entwicklung des Arbeitsmarkts. Erwerbstätigkeit und sozialversicherungspflichtige Beschäftigung steigen weiter, sodass im April 2017 eine auf 5.8 % gesunkene Arbeitslosenquote verzeichnet werden konnte. Die unverändert hohe Beschäftigungsdynamik sowie steigende Löhne wirken gemäß BMWi weiterhin positiv auf den privaten Konsum. Das BMWi erwartet, dass sich der Aufschwung der deutschen Wirtschaft in den kommenden Monaten mit solidem Tempo fortsetzen wird.1 Für das Gesamtjahr 2017 geht die Bundesregierung in ihrer Jahresprojektion von einem Wachstum des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts um 1,4 % aus. Der Rückgang um 0,5 Prozentpunkte gegenüber 2016 ist dabei in erster Linie auf den Effekt aus einer geringeren Anzahl von Arbeitstagen im Vergleich zum Vorjahr zurückzuführen. Günstige Rahmenbedingungen für eine Ausweitung des privaten Konsums sowie staatliche Investitions- und Konsumausgaben stützen die Fortsetzung des wirtschaftlichen Wachstums in der Bundesrepublik Deutschland.2 Nach Einschätzung der Europäischen Kommission entwickelt sich auch die europäische Wirtschaft trotz einiger Herausforderungen gut. Das wirtschaftliche Wachstum der vergangenen Jahre hat sich im Jahr 2017 fortgesetzt. Die stabile Expansion stützt sich unter anderem auf wirtschaftspolitische Maßnahmen, die positive Entwicklung des Arbeitsmarkts sowie eine leichte Steigerung des Welthandels. Vor diesem Hintergrund wird für die Europäische Union im Jahr 2017 ein gegenüber 2016 unverändertes Wachstum des realen Bruttoinlandsprodukts um 1,9 % erwartet. Auch für das Jahr 2018 wird eine Wachstumsrate von 1,9 % vorhergesagt. Für den Euroraum wird 2017 ein leicht auf 1,7 % sinkendes Wachstum erwartet nach 1.8 % im Jahr 2016. 2018 soll das reale Bruttoinlandsprodukt im Euroraum wieder um 1,8 % steigen.3 Für die USA wird nach einer Wachstumsrate von 1,6 % im Jahr 2016 nun eine deutliche Steigerung auf ein Wachstum um 2,2 % im laufenden Jahr 2017 erwartet. Auch für Japan wird ein Anstieg des Wirtschaftswachstums auf 1,2 % im Jahr 2017 nach 1,0 % im Vorjahr prognostiziert. Die Wachstumsrate der chinesischen Volkswirtschaft soll hingegen mit 6,6 % knapp unter der im Jahr 2016 erreichten Steigerung um 6,7 % liegen.4 Die Wachstumsaussichten der Weltwirtschaft haben sich insgesamt verbessert. Ursächlich hierfür ist eine erwartete Erholung der Schwellenländer in den Jahren 2017 und 2018, gestützt durch einen leichten Anstieg der Rohstoffpreise, die erwartete Rückkehr zu positiven Wachstumsraten in Brasilien und Russland, robustes Wachstum in China sowie eine Erholung der Nachfrage aus den hochentwickelten Volkswirtschaften. Für die Weltwirtschaft wird im Jahr 2017 ein Wachstum des realen Bruttoinlandsprodukts um 3,4 % erwartet nach 3,0 % im Vorjahr.5 Aufgrund des weltweit hohen medizinischen Bedarfs an Plasmaproteinprodukten ist die
Biotest Gruppe grundsätzlich nur in geringem Maße von den globalen Konjunkturzyklen
abhängig. Dennoch können Auswirkungen auf das operative Geschäft, insbesondere durch
lokale Krisen und Wechselkursveränderungen, nicht ausgeschlossen werden. II. BRANCHENBEZOGENE RAHMENBEDINGUNGENImmunglobuline und Albumine, die umsatzstärksten Produkte der Biotest Gruppe, zeigen ein stabiles Wachstum. Das gilt sowohl für die etablierten Märkte wie die USA und Europa als auch für die weiteren Regionen der Welt. Als langfristigen Zielkorridor erwarten Industrie-Experten bspw. für den Markt der intravenösen Immunglobuline (IVIG) einen globalen Anstieg der nachgefragten Menge von jährlich 6 bis 7 %.6 Um den Nachfragezuwachs befriedigen zu können, wird verstärkt Blutplasma gesammelt. So ist beispielsweise die Menge des gesammelten Plasmas in den USA im Jahr 2016 um rund 9 % gegenüber dem Jahr 2015 gestiegen.7 Mit der steigenden Plasmasammelmenge bereitet sich die Branche auch auf die zusätzlichen Fraktionierkapazitäten vor, die derzeit weltweit entstehen. Die Biotest Gruppe wird an diesem Wachstumstrend durch eine Kapazitätsverdopplung partizipieren. Die EU-Preise für intravenöse Immunglobuline (IVIG) liegen weiter deutlich unter dem Niveau in den Vereinigten Staaten.8 Das Marktvolumen für Immunglobuline ist in den USA im Jahr 2016 leicht gestiegen.9 In Europa hat sich das Marktvolumen in 2016 stärker entwickelt als in den USA.10 Auch der deutsche Markt hat sich letztes Jahr bezogen auf die Absatzmenge positiv entwickelt -sowohl im Bereich der niedergelassenen Ärzte als auch im Bereich der Kliniken.11 Der Durchschnittspreis in den deutschen Kliniken zeigte in den letzten 12 Monaten eine stabile Entwicklung.12 Das langfristige Wachstum des globalen Albuminmarktes wird jährlich auf rund 5 % geschätzt.13 Auch der Bedarf an plasmatischen Faktor VIII-Produkten nimmt weiterhin zu. Das Wachstum wird vor allem durch die in Schwellenländern zunehmend etablierte Faktor VIII-Therapie getrieben. In vielen dieser Länder haben Hämophilie-Patienten derzeit noch keinen Zugang zu einer Therapie mit Gerinnungsfaktoren. Bis zum Jahr 2020 wird für den Weltmarkt ein Wachstum von 1 bis 2 % p. a. bei den plasmatischen Faktor VIII-Präparaten vorausgesagt.14 Der rekombinante Sektor wird maßgeblich von der Einführung neuer Faktor VIII-Präparate geprägt, die den Wettbewerb verschärfen und so den Preisdruck im Gesamtmarkt deutlich erhöhen. 1
Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (2017), Schlaglichter der Wirtschaftspolitik.
Monatsbericht Juni 2017, S. 56, S. 58, S. 60f III. GESCHÄFTSVERLAUFA. AUF EINEN BLICKDie im Folgenden angegebenen Beträge beziehen sich, soweit nicht anders vermerkt,
ausschließlich auf die fortgeführten Geschäftsbereiche. Im ersten Halbjahr 2017 verzeichnete die Biotest Gruppe Umsatzerlöse in Höhe von 247,1
Mio. €. Das entspricht einem Rückgang um 11,0 % gegenüber dem Umsatz des Vorjahreszeitraums
in Höhe von 277,6 Mio. €. Der Umsatzrückgang betrifft mit Ausnahme der USA nahezu alle Regionen und ist im Wesentlichen
auf den Rückruf des Produktes Humanalbumin und dessen eingeschränkte Verfügbarkeit
sowie auf die Verschiebung von Tenderlieferungen zurückzuführen. Das EBIT auf Konzernebene ging im ersten Halbjahr 2017 auf -20,2 Mio. € zurück (Vorjahreszeitraum:
33,3 Mio. €). Die EBIT-Marge betrug -8,2 % nach 12,0 % im ersten Halbjahr des Vorjahres. Biotest hat im ersten Halbjahr 2017 wie angekündigt das Netz an konzerneigenen Plasmasammelstationen
weiter ausgebaut und im zweiten Quartal zwei neue Plasmasammelzentren in Ungarn eröffnet.
Damit dienen nun insgesamt 15 Plasmasammelstationen in Europa und 22 in den USA der
langfristigen Sicherung der Plasmaversorgung. Im Rahmen des wichtigen Ausbauprojekts Biotest Next Level wurde im zweiten Quartal
2017 mit der baurechtlichen Abnahme des am Standort Dreieich neu errichteten Gebäudes
durch die Bauaufsicht des Kreises Offenbach, Deutschland, planmäßig der zweite Meilenstein
erreicht. Voraussetzung dafür war unter anderem der Nachweis, dass die sicherheitstechnisch
relevanten Anlagen wie Brandmeldeanlage, Feuerlöscheinrichtungen und Alarmanlage -vor
allem auch im technischen Zusammenspiel -einwandfrei funktionieren. Schlüssel zum
Erfolg war neben dem engagierten Einsatz des ganzen Projektteams die detaillierte
Planung der Vorbereitungen sowie der durchzuführenden Tests in Zusammenarbeit mit
Behörden und Sachverständigen. Im Juni 2017 konnten daraufhin die ersten Umzugsaktivitäten
von Laboren und Büros für die neue Produktion begonnen werden. Aufgrund eines technischen Defekts im Kühlsystem einer der für die Herstellung von
Humanalbumin genutzten Produktionsanlagen entschied sich Biotest im April 2017 zu
einem freiwilligen Rückruf verschiedener Chargen von Humanalbumin. Dadurch wurde sichergestellt,
dass alle betroffenen Produkte unverzüglich zurückgesendet werden. Die Produktion
von Humanalbumin wurde nach Behebung des Defekts und umfangreichen Tests wieder hochgefahren.
Aufgrund dieser Störung in der Produktion von Humanalbumin hatte sich der Vorstand
der Biotest Gruppe ebenfalls im April 2017 dazu entschieden, die Prognose für das
Geschäftsjahr 2017 nach unten zu korrigieren. Dies wurde bereits in der Mitteilung
zum ersten Quartal 2017 erläutert und wird auch im Abschnitt Prognosebericht des vorliegenden
Halbjahresberichts beschrieben. Am 18. Mai 2017 veröffentlichte die zu dem chinesischen strategischen Investor CREAT
Group Corporation gehörende Tiancheng (Germany) Pharmaceutical Holdings AG, München,
Deutschland, die Angebotsunterlage zum freiwilligen öffentlichen Übernahmeangebot
für alle ausstehenden Aktien der Biotest AG. Den Aktionären der Biotest AG wurden
im Rahmen dieses Angebots 28,50 € je Stammaktie und 19,00 € je Vorzugsaktie geboten.
Vorstand und Aufsichtsrat der Biotest AG begrüßten das Angebot insbesondere im Hinblick
auf die weitere Fortsetzung des Projekts Biotest Next Level, die Entwicklung neuer
Produkte und die Stärkung der internationalen Präsenz. In ihrer gemeinsamen Stellungnahme
vom 1. Juni 2017 empfahlen beide Gremien den Aktionären, das Angebot der Tiancheng
(Germany) Pharmaceutical Holdings AG anzunehmen. Am 7. Juli 2017 hat die Tiancheng
(Germany) Pharmaceutical Holdings AG bekannt gegeben, dass ihr freiwilliges öffentliches
Übernahmeangebot an die Aktionäre der Biotest AG bis zum Ablauf der weiteren Annahmefrist
am 4. Juli, 24:00 Uhr für insgesamt 17.783.776 Stammaktien und 214.581 Vorzugsaktien
angenommen worden ist. Bezüglich der Stammaktien entspricht dies einem Anteil von
ca. 89,88 % des stimmberechtigten Grundkapitals der Biotest AG und einem Anteil von
44,94 % des gesamten Grundkapitals der Biotest AG. Bezüglich der Vorzugsaktien entspricht
dies einem Anteil von ca. 0,54 % des gesamten Grundkapitals der Biotest AG. Der Vollzug
der Transaktion unterliegt weiterhin einer behördlichen Genehmigung in den USA und
dem Vorbehalt der Zustimmung der Fusionskontrollbehörde in der Türkei. Am 6. Juni 2017 hat die Biotest Pharmaceuticals Corp., Boca Raton, USA, (BPC) den
Verkauf ihrer Aktivitäten auf dem Gebiet der Therapie und der Lohnverarbeitung an
ADMA Biologics Inc., Ramsey, USA, (ADMA) vollzogen. Auf ADMA sind die Produktionsanlagen
und die Grundstücke und Gebäude der BPC am Standort in Boca Raton, die bisher von
der BPC verkauften Therapieprodukte und Lohnverarbeitungsverträge, Vorräte und Zwischenprodukte
im Wert von 4,9 Mio. € sowie die Mitarbeiter des US-Therapiegeschäftes übergegangen.
Darüber hinaus hat Biotest ADMA mit Barmitteln in Höhe von 11,0 Mio. € (12,5 Mio.
USD) ausgestattet und einen nachrangigen Kredit mit einem Nominalbetrag von 13,1 Mio.
€ (15,0 Mio. USD) mit einer Laufzeit von fünf Jahren an ADMA gewährt. Im Gegenzug
hat Biotest eine Beteiligung von 50 % minus einer Aktie an ADMA, die Stimmrechte von
25 % gewährt, erhalten. Darüber hinaus erhält Biotest zum 1. Januar 2019 zwei Plasmapherestationen,
die derzeit von ADMA betrieben werden, sowie ein Vorkaufsrecht auf die Vertriebsrechte
für alle zukünftigen ADMA-Podukte in Europa, dem Nahen Osten sowie für ausgewählte
asiatische Länder. Auf Basis des Börsenkurses von ADMA zum 6. Juni 2017 und einer
aktualisierten Fair Value Bewertung des Darlehens und des Anspruchs auf Übereignung
der Plasmastationen hat sich ein Veräußerungsgewinn von 10,5 Mio. € (11,4 Mio. USD)
ergeben, der im Ergebnis des nicht fortgeführten Geschäftsbereiches enthalten ist. 9
PPTA (Stand April 2017) B. FORSCHUNG UND ENTWICKLUNGDie Kosten für Forschung und Entwicklung stiegen in den fortgeführten Geschäftsbereichen
im ersten Halbjahr Jahr 2017 um 14,6 % auf 26,7 Mio. € (Vorjahreszeitraum: 23,3 Mio.
€). Davon entfielen auf Entwicklungsprojekte mit monoklonalen Antikörpern 13,6 % (i.
Vj. 26,7 %). Biotest konnte im Zeitraum Januar bis Juni 2017 in den folgenden Forschungs- und Entwicklungsprojekten
weitere Fortschritte erzielen: Indikationsgebiet HämatologieIndatuximab Ravtansine (BT-062): In der klinischen Phase-I/ IIa-Kombinationsstudie
(Nr. 983) in der Indikation Multiples Myelom befinden sich weiterhin sieben Patienten
aufgrund des guten Ansprechens in Behandlung. In der klinischen Phase-I/ II-Monotherapie-Studie
(Nr. 989) in der Indikation Brust- und Blasenkrebs wurde die Behandlung der Patienten
abgeschlossen. Die Patienten sind in der Nachbeobachtungsphase. Indikationsgebiet Klinische ImmunologieIgG Next Generation: In den zwei Zulassungsstudien läuft weiterhin die Patientenrekrutierung.
In der klinischen Phase-III-Studie (Nr. 991) werden Patienten mit primären Immundefizienzen
in Europa und den USA behandelt. In die Studie Nr. 992 (ebenfalls klinische Phase
III), welche in mehreren europäischen Ländern durchgeführt wird, werden Patienten
zur Behandlung der Immunthrombozytopenie (ITP) aufgenommen. BT-063: Die Behandlung der Patienten im zweiten Teil der Klinischen Phase-IIa-Studie
(Nr. 990) in der Indikation Systemischer Lupus Erythematodes wurde abgeschlossen.
Die Patienten befinden sich in der Nachbeobachtungsphase. Indikationsgebiet IntensivmedizinTrimodulin (IgM Concentrate): Aufgrund der Bedeutung des IgM Concentrate Projekts
für das Biotest Next Level Projekt und Fortschritten bei der Planung der Phase-III-Entwicklung,
hat Biotest einen generischen Namen für IgM Concentrate entwickelt. Der generische
Name Trimodulin beschreibt den Wirkstoff (active substance) des Entwicklungskandidaten.
Die Vorbereitungen für die Phase-III-Studie laufen. Das klinische Studienkonzept wurde
mit internationalen Fachexperten und regulatorischen Behörden diskutiert. Fibrinogen: Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) stimmte der positiven Empfehlung
des Paediatric Committee (PDCO) bezüglich des pädiatrischen Entwicklungsplans für
Fibrinogen in der Indikation kongenitaler Fibrinogenmangel zu. In der Indikation erworbener
Fibrinogenmangel wurden die erforderlichen Unterlagen zur Genehmigung der Phase-III-Studie
(Nr. 995; ADFIRST) beim Paul-Ehrlich-Institut (PEI) und bei den Behörden und Ethikkommissionen
weiterer europäischer Länder eingereicht. C. MARKETING UND VERTRIEBEine ausführliche Beschreibung wesentlicher Marketing- und Vertriebsaktivitäten im
Jahr 2016 ist im Geschäftsbericht 2016 aufgeführt (Seiten 19 und 20). Im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2017 wurden dabei die folgenden Fortschritte
erzielt: Indikationsgebiet HämatologieVihuma®: Die Zulassung von Vihuma® durch die Europäische Kommission ist im Februar
erfolgt. Biotest vertreibt dieses rekombinante Faktor-VIII-Präparat auf der Grundlage
einer Kooperation mit Octapharma AG seit April diesen Jahres in Deutschland und Österreich. Indikationsgebiet Klinische ImmunologieFovepta®: Zulassung in Tunesien erhalten. Intratect® 100 g/l (10 %): Zulassung in Zypern, Iran und Tunesien erhalten. Zutectra®: Zulassung für den frühen Einsatz von Zutectra® ab einer Woche nach Lebertransplantation
in Israel und Taiwan erhalten. Im 2. Quartal 2017 erfolgte die Markteinführung von
Zutectra® in Slowenien. Cytotect®: Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum konnten die weltweiten Umsätze um über
20 % gesteigert werden. Indikationsgebiet IntensivmedizinPentaglobin®: Im 2. Quartal erfolgten die ersten Verkäufe in Panama. Die gesamten
Umsätze mit Pentaglobin® liegen zum Ende des ersten Halbjahres mehr als 40 % über
Vorjahresniveau. IV. DARSTELLUNG DER ERTRAGS-, VERMÖGENS- UND FINANZLAGEDie im Folgenden angegebenen Beträge beziehen sich, soweit nicht anders vermerkt,
ausschließlich auf die fortgeführten Geschäftsbereiche. A. ERTRAGSLAGEIm ersten Halbjahr 2017 erwirtschaftete die Biotest Gruppe Umsatzerlöse in Höhe von
247,1 Mio. € nach 277,6 Mio. € im Vorjahreszeitraum. Dies entspricht einem prozentualen
Rückgang von 11,0 %. Der Rückgang ist in Höhe von 22,2 Mio. € auf Umsatzminderungen
aus dem erfolgten Rückruf verschiedener Chargen des Produktes Humanalbumin und daraus
resultierende Vertragsstrafen zurück zu führen. Ursache für den Rückruf war im Frühjahr
2017 ein technischer Defekt bei der Produktion eines Zwischenprodukts von Albumin,
der zügig behoben werden konnte. Ohne diese Effekte hätte sich ein Umsatzrückgang
um 3,0 % auf 269,3 Mio. € ergeben. UMSATZ NACH SEGMENTENscroll
In der regionalen Betrachtung konnte Biotest ein deutliches Umsatzwachstum in der
Region USA erzielen. Hier sind die Umsätze durch die Zunahme von Plasmaverkäufen um
11,3 % auf 50,3 Mio. € gestiegen. In nahezu allen anderen Regionen ergaben sich insbesondere
aufgrund der Rückrufaktion und der nicht ausreichenden Produktverfügbarkeit von Humanalbumin
sowie der Verschiebung von Tenderaufträgen Umsatzrückgänge. UMSATZENTWICKLUNG NACH REGIONEN 1. HALBJAHR 2017![]() Im nicht fortgeführten Geschäftsbereich wurde in den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres
2017 ein Umsatz von 8,5 Mio. € erzielt. Die Herstellungskosten stiegen im ersten Halbjahr 2017 auf 186.5 Mio. € nach 175,7
Mio. € im Vorjahreszeitraum. Der Anstieg um 6,1 % ist in erster Linie auf die Abwertung
von Humanalbuminbeständen in Höhe von 7,2 Mio. € zurückzuführen. Darüber hinaus haben
Leerkosten im Zusammenhang mit dem Aufbau von Plasmasammelstationen in Ungarn und
in den USA die Herstellkosten negativ beeinflusst. Die Marketing- und Vertriebskosten lagen für die ersten sechs Monate des Geschäftsjahres
2017 bei 28,2 Mio. € und damit über dem Vorjahreswert von 26,8 Mio. €. Die Verwaltungskosten der Biotest Gruppe beliefen sich im ersten Halbjahr 2017 auf
25,2 Mio. € nach 18,7 Mio. € im ersten Halbjahr 2016. Der Anstieg um 34,8 % resultiert
im Wesentlichen aus den Aufwendungen für Beratungsleistungen im Zusammenhang mit der
Übernahme der Biotest AG durch die Creat-Gruppe. WESENTLICHE GuV-POSITIONEN DER BIOTEST GRUPPE*scroll
*
Aufwendungen sind mit einem negativen Vorzeichen gekennzeichnet In den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 2017 fielen Forschungs- und Entwicklungskosten
in Höhe von 26,7 Mio. € an nach 23,3 Mio. € im Vorjahreszeitraum. Wesentliche Ursache
für den Anstieg um 14,6 % waren gestiegene Aufwendungen im Zusammenhang mit dem Projekt
Biotest Next Level wohingegen die Aufwendungen im Bereich der monoklonalen Antikörper
deutlich zurückgingen. Das EBIT belief sich im ersten Halbjahr 2017 auf -20,2 Mio. € im Vergleich zu einem
Vorjahreswert von 33,3 Mio. €. Die EBIT-Marge betrug somit -8,2 % nach 12,0 % im Vorjahreszeitraum.
Im Kernsegment Therapie wurde in den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 2017
ein EBIT in Höhe von -25,0 Mio. € erzielt (Vorjahreszeitraum: 17,4 Mio. €). Wesentliche
Ursachen für diese Entwicklung waren Umsatzminderungen in Höhe von 19,9 Mio. € aus
der erwarteten Rücknahme von bereits ausgeliefertem Humanalbumin und Vertragsstrafen,
einmalige Aufwendungen aus Abschreibungen in Höhe von 7,2 Mio. € auf Bestände des
Produktes Humanalbumin, die aufgrund technischer Probleme bei der Herstellung nicht
mehr verkauft werden können, sowie sonstige Kosten der Rückrufaktion in Höhe von 0,5
Mio. €. Neben den Sondereffekten aus der Rückrufaktion bei Humanalbumin haben sich
die eingeschränkte Verfügbarkeit von Humanalbumin sowie die Verschiebung von Tenderlieferungen
negativ auf das Ergebnis im Segment Therapie ausgewirkt. Im Segment Plasma & Services ging das EBIT um 26,2 % auf 12,4 Mio. € zurück (Vorjahreszeitraum:
16,8 Mio. €). Ursächlich hierfür waren im Wesentlichen Umsatzminderungen und Aufwendungen
für Ersatzleistungen im Zusammenhang mit dem Rückruf von Humanalbumin sowie Leerstandskosten
im Zusammenhang mit dem Aufbau neuer Plasmasammelstationen in den USA. Im Segment Andere Segmente hat sich das EBIT aufgrund der Beratungsaufwendungen im
Zusammenhang mit der Übernahme der Biotest AG durch die Creat Group von -0,9 Mio.
€ im Vorjahreszeitraum auf -7,6 Mio. € im aktuellen Jahr vermindert. EBIT NACH SEGMENTENscroll
Das EBIT des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs lag im Berichtszeitraum bei 0,5
Mio. € nach -15,1 Mio. € im Vorjahr. Das EBIT des laufenden Geschäftsjahres ist positiv
beeinflusst durch den Veräußerungsgewinn aus dem Verkauf des US-Therapiegeschäftes
an ADMA in Höhe von 10,5 Mio. €, der im Wesentlichen aus der Börsenkursentwicklung
von ADMA resultiert. Im ersten Halbjahr 2017 betrug das Finanzergebnis der fortgeführten Geschäftsbereiche
-5,8 Mio. € nach -4,3 Mio. € im Vorjahreszeitraum. Dies liegt vorrangig an Währungskursverlusten
aufgrund der schwächeren Entwicklung des US-Dollar im ersten Halbjahr 2017. Durch die Erfassung des auf die Biotest Gruppe entfallenden anteiligen Verlusts von
ADMA im Zeitraum vom 6. Juni 2017 bis 30. Juni 2017 sind Aufwendungen in Höhe von
2,4 Mio. € entstanden. Für die fortgeführten Geschäftsbereiche der Biotest Gruppe ergibt sich daraus ein
Ergebnis vor Steuern (EBT) in Höhe von -28,4 Mio. € nach 29,0 Mio. € im Vorjahreszeitraum. Das Ergebnis nach Steuern der fortgeführten Geschäftsbereiche in Höhe von -18,3 Mio.
€ (Vorjahreszeitraum: 22,8 Mio. €) ist in den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres
2017 im Wesentlichen durch die einmaligen Effekte im Zusammenhang mit dem Humanalbumin-Rückruf
geprägt. Diese haben darüber hinaus im ersten Halbjahr 2017 zu einem Steuerertrag
von 10,1 Mio. € geführt, wohingegen im Vorjahreszeitraum ein Steueraufwand in Höhe
von -6,2 Mio. € angefallen ist. Das Ergebnis nach Steuern des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs lag im ersten
Halbjahr 2017 bei 0,5 Mio. € nach -15,1 Mio. € im Vorjahr. Das gesamte Ergebnis nach Steuern (EAT) der Biotest Gruppe lag somit bei -17,8 Mio.
€ im ersten Halbjahr 2017 (Vorjahreszeitraum: 7,7 Mio. €). Dadurch ergibt sich ein
Ergebnis je Aktie von -0,46 € nach 0,19 €. ERGEBNISKENNZAHLEN DER BIOTEST GRUPPEscroll
B. VERMÖGENSLAGEDie Bilanzsumme der Biotest Gruppe entwickelte sich von 932,8 Mio. € zum Stichtag
31. Dezember 2016 auf 967,1 Mio. € zum Stichtag 30. Juni 2017. Auf der Aktivseite erhöhten sich die langfristigen Vermögenswerte von 465,6 Mio. €
zum Stichtag 31. Dezember 2016 auf 570,6 Mio. € zum 30. Juni 2017. Ausschlaggebend
hierfür war zum einen ein Anstieg der Sachanlagen um 9,8 % auf 455,7 Mio. € (31. Dezember
2016: 414,9 Mio. €), der hauptsächlich auf das Investitionsprojekt Biotest Next Level
am Standort Dreieich zurückzuführen ist. Zum anderen werden in den langfristigen Vermögenswerten
zum 30. Juni 2017 erstmalig die Beteiligung an ADMA Biologics. Inc. in Höhe von 38,9
Mio. €, das an ADMA gegebenen Darlehen in Höhe von 10,8 Mio. € sowie die Forderung
auf Übereignung von zwei von ADMA betriebenen Plasmastationen zum 1. Januar 2019 in
Höhe von 6,1 Mio. € ausgewiesen. Die kurzfristigen Vermögenswerte sanken gegenüber dem Jahresende 2016 und betrugen
zum 30. Juni 2017 insgesamt 396,5 Mio. € (31. Dezember 2016: 467,2 Mio. €). Wesentliche
Ursachen waren der Abgang der Vermögenswerte des nicht fortgeführten Geschäftsbereiches
aufgrund der Veräußerung dieser Vermögenswerte an ADMA Biologics Inc. zum 6. Juni
2017 sowie ein Rückgang der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um 17,5 % auf
135,1 Mio. € (31. Dezember 2016: 163,8 Mio. €). Der Rückgang Forderungen aus Lieferungen
und Leistungen resultiert zum einen aus der Rückrufaktion von Humanalbumin und zum
anderen aus der Beendigung der Aktivitäten im Bereich Therapie in den USA. Bei den Passiva sank das Eigenkapital im Vergleich zum 31. Dezember 2016 auf 339,5
Mio. € (31. Dezember 2016: 360,7 Mio. €). Die Eigenkapitalquote erreichte zum Stichtag
35,1 %. Das Fremdkapital stieg auf 627,6 Mio. € (31. Dezember 2016: 572,1 Mio. €).
Ursächlich hierfür war im Wesentlichen die Aufnahme eines weiteren Energieeffizienzdarlehens
der Kreditanstalt für Wiederaufbau mit einem Nominalwert von 70 Mio. € im Zusammenhang
mit dem Projekt Biotest Next Level. C. FINANZLAGEIn den ersten sechs Monaten 2017 verzeichnete die Biotest Gruppe für die fortgeführten
Geschäftsbereiche einen negativen operativen Cashflow in Höhe von -12,4 Mio. € (Vorjahreszeitraum:
47,0 Mio. €). Der Cashflow aus Investitionstätigkeit der fortgeführten Geschäftsbereiche
betrug im Zeitraum Januar bis Juni 2017 -53,5 Mio. € (Vorjahr: 8,7 Mio. €). Der Cashflow
aus Finanzierungstätigkeit lag für die fortgeführten Geschäftsbereiche im ersten Halbjahr
2017 bei 58,8 Mio. € und somit deutlich über Vorjahresniveau (Vorjahr: 3,1 Mio. €). D. GESAMTAUSSAGE ZUR WIRTSCHAFTLICHEN LAGE DES UNTERNEHMENSDas erste Halbjahr 2017 der Biotest Gruppe wurde von der Fortführung strategischer
Entscheidungen und operativen Herausforderungen geprägt. Der Umsatzrückgang um 11,0
% ist insbesondere auf die Rückrufaktion und die nicht ausreichende Produktverfügbarkeit
von Humanalbumin sowie die Verschiebung von Tenderaufträgen zurückzuführen. Das deutliche
Umsatzwachstum in der Region USA konnte diese Entwicklung nicht ausgleichen. Aufgrund
der beschriebenen Umsatzentwicklung war auch das EBIT der fortgeführten Geschäftsbereiche
im Berichtszeitraum rückläufig und belief sich auf -20,2 Mio. €. Dennoch verfügte
die Biotest Gruppe zum Stichtag 30. Juni 2017 weiterhin über eine solide Eigenkapitalquote
und Liquiditätssituation. Strategisch hat die Biotest Gruppe ihre im Jahr 2016 begonnene Neuausrichtung fortgesetzt.
So wurde in den ersten sechs Monaten 2017 das US-amerikanische Therapiegeschäft für
eine Beteiligung von 50 % minus einer Aktie an die ADMA Biologics Inc. veräußert.
Als bedeutender Aktionär von ADMA wird Biotest zukünftig an den Chancen -aber auch
den Risiken -des Geschäfts mit Hyperimmunglobulinen partizipieren. Operativ wird Biotest
weiterhin mit 22 Plasmasammelzentren in den USA aktiv sein und von ADMA zwei weitere
zum 1. Januar 2019 erhalten. Damit richtet die Biotest Gruppe ihre Ressourcen konsequent
auf die Weiterentwicklung des Netzwerks von Plasmastationen und auf das Ausbauprojekt
Biotest Next Level am Hauptsitz in Dreieich aus. In Dreieich wurde im Juni 2017 mit
der baurechtlichen Abnahme des Gebäudes der zweite Meilenstein im Rahmen von Biotest
Next Level erreicht. Für die Fortsetzung der Biotest Next Level Strategie hat die Biotest Gruppe im Berichtszeitraum
mit der CREAT Group zudem einen starken Partner gewinnen können. So haben die Biotest-Aktionäre
dem freiwilligen Übernahmeangebot zugestimmt und die Mindestannahmequote von 75 %
der ausstehenden Stammaktien erfüllt. Zusammen mit Creat verfolgt Biotest das Ziel,
die weltweite Wettbewerbsfähigkeit zu stärken und auszubauen. Dazu soll die Entwicklung
neuer Produkte weiter vorangetrieben, bestehende Projekte wie Biotest Next Level weiterverfolgt
sowie die internationale Präsenz gestärkt werden. C. NACHTRAGSBERICHTDie Tiancheng (Germany) Pharmaceutical Holdings AG hat am 7. Juli 2017 bekannt gegeben,
dass ihr freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot an die Aktionäre der Biotest AG
bis zum Ablauf der weiteren Annahmefrist am 4. Juli, 24:00 Uhr für insgesamt 17.783.776
Stammaktien und 214.581 Vorzugsaktien angenommen worden ist. Bezüglich der Stammaktien
entspricht dies einem Anteil von ca. 89,88 % des stimmberechtigten Grundkapitals der
Biotest AG und einem Anteil von 44,94 % des gesamten Grundkapitals der Biotest AG.
Bezüglich der Vorzugsaktien entspricht dies einem Anteil von ca. 0,54 % des gesamten
Grundkapitals der Biotest AG. Das Übernahmeangebot steht noch unter Vorbehalt der Erteilung einer behördlichen Genehmigung
in den USA und dem Vorbehalt der Zustimmung der Fusionskontrollbehörde in der Türkei. D. PROGNOSE-, RISIKO- UND CHANCENBERICHTI. PROGNOSEBERICHTA. ERWARTETE ENTWICKLUNG DES MARKTUMFELDSZielmärkteLaut aktuellen Studien wird die weltweite Nachfrage nach Immunglobulinen (IgG) in den kommenden Jahren weiter um jährlich 6 bis 7 % zunehmen.15 Die Preise dieser Präparate haben sich im abgelaufenen Jahr zwar weitgehend konstant entwickelt, jedoch sind einige Geographien und Distributionskanäle derzeit von steigendem Preisdruck gekennzeichnet.16 Dies liegt unter anderem auch an zusätzlichen Fraktionierkapazitäten, die bei den verschiedenen Plasmafirmen weltweit entstehen und nach und nach in den Markt kommen. Auch bei plasmatischen Gerinnungsfaktoren rechnet die Biotest Gruppe mit einer Zunahme des Weltmarktvolumens um etwa 1 bis 2 % pro Jahr bis 2020.17 Die Märkte für die monoklonalen Antikörper sind weiterhin attraktiv und könnten ein
Wachstumspotenzial bieten. Jedoch hat sich Biotest im Jahr 2016 dazu entschieden,
die eigenen Entwicklungen in diesem Bereich nur noch bis zum Erreichen des jeweiligen
nächsten Meilensteins fortzuführen. Weitere Aktivitäten zur Erschließung des Potenzials
würden künftig nur zusammen mit einem Partner erfolgen. 15
Biotest Market Research based on MRB (2016), MainFirst Bank AG (30 Jan 2017) B. ERWARTETE ENTWICKLUNG DER BIOTEST GRUPPEErwartete Geschäfts- und Ertragslage der Biotest GruppeDer Vorstand hat am 26. April 2017 bekannt gegeben, dass er für das Jahr 2017 für
die fortgeführten Geschäftsbereiche aufgrund des technischen Defekts bei der Produktion
von Humanalbumin und der damit verbundenen Rücknahme von bereits verkauften Endprodukten
sowie der Lieferengpässe bei Humanalbumin im laufenden Geschäftsjahr nunmehr einen
Umsatz auf Vorjahresniveau erwartet nachdem zuvor ein Umsatzanstieg im niedrigen einstelligen
Prozentbereich prognostiziert wurde. Die Prognose für das EBIT der fortgeführten Geschäftsbereiche
in Höhe von 46 bis 48 Mio. € und den Cash Flow aus der betrieblichen Tätigkeit von
etwa 40 Mio. € wird um etwa 25 bis 30 Mio. € reduziert. Daraus resultierend erwartet
der Vorstand nunmehr einen Return on Capital Employed (RoCE) in Höhe von ca. 2 %.
Die Erreichung der Ergebnisprognose hängt von der Höhe und dem Zeitpunkt einer potentiellen
Regulierung der Schäden im Zusammenhang mit dem technischen Defekt bei der Produktion
von Humanalbumin durch die bestehenden Versicherungen sowie vom Nichteintreten der
im Risikobericht beschriebenen Risiken ab. Für den nicht fortgeführten Geschäftsbereich wird aufgrund des positiven Veräußerungsergebnisses
mit einem ausgeglichenen Ergebnis gerechnet. Erwartete Finanz- und Vermögenslage der Biotest GruppeDas Hauptaugenmerk der Biotest Gruppe liegt auf einer ausgewogenen Finanzierungsstruktur,
sowohl im Hinblick auf das Verhältnis von Fremd- zu Eigenkapital als auch von kurzfristiger
zu langfristiger Kreditfinanzierung. Den größten Teil der in den vergangenen Jahren
erhaltenen Zahlungsmittel hat der Konzern für das Projekt Biotest Next Level eingesetzt,
um die Kapazitätsausweitung am Standort Dreieich zu finanzieren. Außerdem ist die
für das weitere Umsatzwachstum notwendige Ausweitung des Umlaufvermögens zu finanzieren.
Für das Geschäftsjahr 2017 sind Investitionen der Biotest Gruppe im Volumen von bis
zu 110 Mio. € vorgesehen, wovon wiederum ein erheblicher Teil auf das Projekt Biotest
Next Level entfällt. Daneben werden aber auch weitere Investitionen für die Erweiterung
bestehender und den Aufbau neuer Plasmazentren in den USA und in Europa getätigt. Für die Investitionen sowie die Erhöhung des Umsatzes und der damit verbundenen Erhöhung
des Working Capital stehen derzeit ausreichend finanzielle Mittel zur Verfügung. Mit Vollzug der bevorstehenden Übernahme der Biotest AG im Rahmen des öffentlichen
Übernahmeangebotes vom 18. Mai 2017 der Tiancheng (Germany) Pharmaceutical Holdings
AG, einer mittelbaren Tochtergesellschaft der Creat Group, wird es zu einem gesellschaftsrechtlichen
Kontrollwechsel bei den Kreditnehmern Biotest AG und mittelbar auch bei der Biotest
Pharma GmbH kommen. Dieser Kontrollwechsel kann Kündigungsgründe oder Sondertilgungspflichten
unter den Kreditverträgen begründen. Noch steht der Vollzug des Öffentlichen Übernahmeangebots
allerdings unter dem Vorbehalt einer Kartell- und einer behördlichen Genehmigung,
sodass zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Berichts noch kein Kontrollwechsel
eingetreten ist. Creat hat im Öffentlichen Übernahmeangebot angekündigt, jede erforderliche Refinanzierung,
die sich aufgrund von Kontrollwechselklauseln in bestehenden Finanzierungsvereinbarungen
der Biotest Gruppe ergibt, bereitzustellen. Dies soll im Wege eines nachrangigen Gesellschafterdarlehens
von Creat an die Biotest AG erfolgen. Bis zur Refinanzierung der Kreditverträge, die in Absprache mit Creat nach Eintritt
des Kontrollwechsels erfolgen soll, hat Biotest alle Kreditgeber darum gebeten, vorübergehend
auf die Ausübung bestimmter Rechte aufgrund des Kontrollwechsels zu verzichten und
somit den laufenden Geschäftsbetrieb zu gewährleisten. Im Gegenzug verpflichtet sich Biotest keine Maßnahmen zuzulassen, die eine Bewertung
der Kreditnehmer als eigenständige Einheit unmöglich machen könnten. So verbieten
diese Schutzklauseln bspw. Ausschüttungen oder Kreditgewährungen an Firmen der Creat
Group. Diese Vereinbarung bezieht sich auf das gesamte Finanzierungsvolumen von Biotest,
bestehend aus Darlehen, Krediten und zugesagten Betriebsmittellinien in Höhe von 507
Mio. €. Mit der Vereinbarung würde das Recht auf Kündigung auf Grund des Kontrollwechsels
für 6 Monate ab dem Zeitpunkt des Kontrollwechsels ausgeschlossen. Die Kreditgeber
haben somit nach 6 Monaten erneut das Recht auf Grund eines Kontrollwechsel zu kündigen
und Biotest wäre dann zur Zahlung von Vorfälligkeitsentschädigungen in einstelliger
Millionenhöhe verpflichtet. Zum Erstellungszeitpunkt dieses Abschlusses stand die Zustimmung der Kreditgeber zu
der beschriebenen Vereinbarung noch aus. Die Biotest AG geht davon aus, dass die Creat
Group im Falle einer Nichtzustimmung der Kreditgeber die Finanzierung der Biotest
Gruppe übernimmt. II. RISIKOBERICHTDie Risikosituation der Biotest Gruppe hat sich gegenüber der Darstellung im Geschäftsbericht
2016 (Seiten 28 bis 35) außer hinsichtlich der im Folgenden dargestellten Sachverhalte
nicht wesentlich verändert. Die Risiken aus dem beschriebenen Rückruf von Humanalbumin sind im vorliegenden Abschluss
berücksichtigt. Für den hieraus resultierenden Schaden sowie die entgangenen Erträge
aus bereits getätigten und zukünftigen Lieferungen hat die Gesellschaft Versicherungen
abgeschlossen. Die Regulierung des Schadens wird derzeit geprüft und würde bei positiver
Entscheidung durch die Versicherung zu entsprechenden Erträgen führen, die den entstandenen
Schaden und die zu erwartenden Umsatzausfälle teilweise kompensieren könnten. Potentielle
Ansprüche auf eine Versicherungsentschädigung sind im Halbjahresabschluss nicht berücksichtigt. Hinsichtlich der Risiken bezüglich der Finanzierung der Biotest Gruppe, die aus dem
den finanzierenden Banken zustehenden außerordentlichen Kündigungsrecht aufgrund der
Übernahme durch die Tiancheng (Germany) Pharmaceutical Holdings AG, München, resultieren,
wird auf die Ausführungen zur erwarteten Finanz- und Vermögenslage der Biotest Gruppe
verwiesen. Bei Vollzug des Übernahmeangebots der Tiancheng (Germany) Pharmaceutical Holdings
AG ergibt sich hieraus eine voraussichtlich eingeschränkte Nutzbarkeit steuerlicher
Verlustvorträge insbesondere bei der Biotest Pharmaceuticals Corp. Auf die entsprechenden
Verlustvorträge sind bisher im Konzernabschluss keine aktiven latenten Steuern gebildet
worden. Aus vom Vertragspartner in Saudi-Arabien geltend gemachten Vertragsstrafen aufgrund
einer angeblichen Verletzung von Lieferbedingungen im Rahmen von Tendergeschäften
resultiert eine Eventualverbindlichkeit in Höhe von 3,9 Mio. €. Zum 31. Dezember 2016
wurde noch von einer Eventualverbindlichkeit in Höhe von 1,1 Mio. € ausgegangen. Der
von Biotest als wahrscheinlich angesehene Betrag ist durch eine Rückstellung berücksichtigt. Aufgrund der in der absehbaren Zukunft voraussichtlich andauernden Verlustsituation
von ADMA sowie der Abhängigkeit der zukünftigen Erfolgsaussichten der Gesellschaft
von einer zum Zeitpunkt der Bilanzaufstellung noch von der amerikanischen Zulassungsbehörde
Food and Drug Administration (FDA) beanstandeten Produktionsanlage sowie von der Zulassung
des Produktes RI-002 besteht ein erhöhtes Risiko, dass auf die Beteiligung an ADMA
oder die sonstigen Vermögenswerte im Zusammenhang mit ADMA Abschreibungen erforderlich
werden. Unabhängig von etwaigen Abschreibungen werden die auf Biotest entfallenden
anteiligen Verluste von ADMA in absehbarer Zukunft den Beteiligungsbuchwert an ADMA
vermindern. Die Biotest AG hat im Halbjahresabschluss aktive latente Steuern auf Verluste des
laufenden Geschäftsjahres in Höhe von 11 Mio. € gebildet. Im Falle des Vollzugs der
Übernahme durch die Creat Group ist nach den Grundsätzen des deutschen Steuerrechts
zu überprüfen, inwieweit die Verluste, die vor der Übernahme entstanden sind, steuerlich
geltend gemacht werden können. Die Biotest AG geht derzeit davon aus, dass die Regelungen
zur Begrenzung der steuerlichen Verlustnutzung im Falle der Übernahme durch die Creat
Group nicht anwendbar sind. Biotest bezieht Zwischenprodukte für das Produkt Pentaglobin® von einem zertifizierten
europäischen Lieferanten. Ende Juli wurde Biotest darüber informiert, dass in wenigen
dieser Intermediate Plasma eines Spenders mit dem Verdacht auf Creutzfeldt-Jakob Krankheit
enthalten ist. Aufgrund der Umstände des Einzelfalls ist es nahezu ausgeschlossen,
dass die vorsorglich in Absprache mit den Behörden unter Quarantäne gestellten Endproduktchargen
zurückgerufen werden müssen. Im Falle eines Rückrufes würde sich ein Ergebniseffekt
im mittleren einstelligen Millionenbereich ergeben. III. CHANCENBERICHTDie Chancensituation der Biotest Gruppe hat sich gegenüber der Darstellung im Geschäftsbericht
2016 (Seiten 35 und 36) nicht wesentlich verändert. GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNGder Biotest Gruppe für den Zeitraum vom 1. Januar bis zum 30. Juni 2017scroll
GESAMTERGEBNISRECHNUNGder Biotest Gruppe für den Zeitraum vom 1. Januar bis 30. Juni 2017scroll
BILANZder Biotest Gruppe zum 30. Juni 2017AKTIVAscroll
PASSIVAscroll
KAPITALFLUSSRECHNUNGder Biotest Gruppe für den Zeitraum vom 1. Januar bis 30. Juni 2017scroll
EIGENKAPITALVERÄNDERUNGSRECHNUNGder Biotest Gruppe für den Zeitraum vom 1. Januar bis zum 30. Juni 2017scroll
scroll
AUSGEWÄHLTE ANHANGSANGABENAUFSTELLUNGSNORMDer Konzernzwischenabschluss zum 30. Juni 2017 der Biotest AG und ihrer Tochtergesellschaften
wird in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS)
aufgestellt, wie sie in der Europäischen Union verpflichtend anzuwenden sind. Dementsprechend
wurde dieser Konzernzwischenbericht zum 30. Juni 2017 gemäß IAS 34 "Zwischenberichterstattung"
aufgestellt und enthält einen gegenüber dem Konzernabschluss verkürzten Berichtsumfang.
Die IFRS umfassen sowohl die International Financial Reporting Standards (IFRS) und
die International Accounting Standards (IAS) als auch die Interpretationen des International
Financial Reporting Standards Interpretations Committee (IFRS IC) sowie die Interpretationen
des Standing Interpretation Committee (SIC). Die Rechnungslegung der Biotest Gruppe
basiert auf den IFRS, die auf Geschäftsjahre, die am 1. Januar 2017 beginnen, verpflichtend
anzuwenden sind. Dieser Konzernzwischenabschluss wurde am 14. August 2017 durch den Vorstand zur Veröffentlichung
freigegeben. KONSOLIDIERUNGSKREISIn den Konzernabschluss der Biotest AG werden unverändert mit drei inländischen und
mit dreizehn ausländischen Unternehmen, an denen die Biotest AG direkt oder indirekt
die Mehrheit der Stimmrechte hält, alle wesentlichen Tochtergesellschaften einbezogen. Seit dem 6. Juni 2017 wird die ADMA Biologics Inc. mit Sitz in Ramsey, USA, als assoziiertes
Unternehmen at equity in den Konzernabschluss einbezogen. Im Buchwert der Beteiligung
in Höhe von 38,9 Mio. € sind stille Reserven, die auf das Entwicklungsprojekt RI-002
von ADMA entfallen, in Höhe von ca. 22 Mio. € enthalten. Für den Zeitraum vom 6. Juni
2017 bis zum 30. Juni 2017 wurden auf die Beteiligung der Biotest an ADMA entfallende
Verluste in Höhe von 2,4 Mio. € im Beteiligungsbuchwert erfasst. Bei den angegebenen
stillen Reserven und den erfassten Verlusten handelt es sich um vorläufige Werte,
da die Kaufpreisallokation aufgrund nicht vollständiger Informationen zum Bilanzerstellungstag
noch nicht abgeschlossen war. Die Biodarou PJ.S. Co. mit Sitz in Teheran, Iran, wird als Gemeinschaftsunternehmen
at equity in den Konzernabschluss einbezogen. Am 17. Juli 2017 hat die Biotest Gruppe ihr Optionsrecht auf den Erwerb von 100 %
der Anteile an Cara Plasma s.r.o., mit Sitz in Prag, Tschechien, ausgeübt. Cara Plasma
s.r.o. betreibt ein Plasmasammelzentrum in Prag, Tschechien. Der Erwerb der Gesellschaft
dient der langfristigen Sicherung der Plasmaversorgung der Biotest AG. Der Kaufpreis
setzt sich zusammen aus einer zum Erwerbszeitpunkt fälligen Zahlung von 0,2 Mio. €
sowie nachgelagerten, bedingten Kaufpreiszahlungen, die abhängig von den durch die
Gesellschaft gelieferten Plasmamengen innerhalb von drei Jahren nach dem Erwerb sind.
Die bedingte Kaufpreiszahlung wird sich voraussichtlich in einer Bandbreite zwischen
0,3 Mio. € und 0,5 Mio. € bewegen. Das gesamte identifizierbare erworbene Nettovermögen
zum Erwerbszeitpunkt beträgt 0,5 Mio. €. Die Gesellschaft wird im dritten Quartal
2017 erstmals in den Konzernabschluss einbezogen. ÜBERLEITUNGSRECHNUNG DER SUMME DER SEGMENTERGEBNISSE ZUM ERGEBNIS NACH STEUERN DER BIOTEST GRUPPEscroll
NETTOVERSCHULDUNGscroll
SEGMENTBERICHTERSTATTUNGder Biotest Gruppe für den Zeitraum vom 1. Januar bis zum 30. Juni 2017scroll
scroll
QUARTALSVERGLEICHnach Geschäftssegmentenscroll
scroll
SONSTIGE ANHANGSANGABENAnlagespiegel - Nettodarstellungscroll
Mitarbeiter nach Funktionsbereichenscroll
Finanzinstrumente zum 30. Juni 2017scroll
FAIR VALUE HIERARCHIEDie Finanzinstrumente, die in der Bilanz zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden,
sind gemäß IFRS 7.27A in eine dreistufige Hierarchie der Zeitwertermittlung einzuordnen.
Die Stufe spiegelt jeweils die Marktnähe der bei der Ermittlung des beizulegenden
Zeitwerts einbezogenen Daten wider. Die Stufen der Fair Value Hierarchie sind im Folgenden
beschrieben: Stufe 1: notierte Marktpreise für identische Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten
an aktiven Märkten, Stufe 2: andere Informationen als notierte Marktpreise, die direkt (zum Beispiel Preise)
oder indirekt (zum Beispiel abgeleitet aus Preisen) beobachtbar sind, und Stufe 3: Informationen für Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die nicht auf beobachtbaren
Marktdaten basieren. Bei Vermögenswerten und Schulden, die auf wiederkehrender Basis im Abschluss erfasst
werden, bestimmt der Konzern, ob Umgruppierungen zwischen den Stufen der Hierarchie
stattgefunden haben, indem er am Ende jeder Berichtsperiode die Klassifizierung (basierend
auf dem Inputparameter der niedrigsten Stufe, der für die Bewertung zum beizulegenden
Zeitwert insgesamt wesentlich ist) überprüft. Um die Anforderungen zu den Angaben über die beizulegenden Zeitwerte zu erfüllen,
hat der Konzern Gruppen von Vermögenswerten und Schulden auf der Grundlage ihrer Art,
ihrer Merkmale und ihrer Risiken sowie der Stufen der oben erläuterten Fair Value
Hierarchie festgelegt. Die Fair Values von Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen,
sonstigen Forderungen und Verbindlichkeiten entsprechen aufgrund der kurzen Laufzeiten
annahmegemäß ihren Buchwerten. Für die sonstigen finanziellen Vermögenswerte, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet
sind, sind keine Marktpreise direkt beobachtbar. Die Bewertungen dieser Positionen
erfolgen auf Basis von beobachtbaren Marktinformationen am Emissionszeitpunkt und
Standard-Zinskurven. Die Zuordnung des beizulegenden Zeitwerts erfolgt in der Hierarchiestufe
2. Bei den derivativen finanziellen Vermögenswerten wird eine Mark-to-Market-Bewertung
auf Basis notierter Devisenkurse und am Markt erhältlicher Zinsstrukturkurven vorgenommen.
Die Zuordnung des beizulegenden Zeitwerts erfolgt in der Hierarchiestufe 2. Die beizulegenden Zeitwerte der Finanzverbindlichkeiten werden als Barwerte der mit
den Schulden verbundenen Zahlungen unter Zugrundelegung der jeweils gültigen Zinsstrukturkurve
sowie der nach den einzelnen Währungen betrachteten Credit-Spread-Kurve bestimmt. Bei der Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts wurde das Counterparty-Risiko mittels
eines Add on-Verfahrens berücksichtigt. Ferner erfolgte eine Berücksichtigung des
Währungsbasisspreads. GESCHÄFTSBEZIEHUNGEN ZU NAHE STEHENDEN PERSONEN UND UNTERNEHMENDie Biotest Gruppe unterhält seit dem 6. Juni 2017 aufgrund des Erwerbs einer Beteiligung
von 50 % minus einer Aktie an ADMA Biologics Inc. mit Sitz in Ramsey, USA, zu berichtende
Beziehungen zu ADMA. Im Zusammenhang mit der Veräußerung der Aktivitäten der BPC auf dem Gebiet der Therapie
und der Lohnherstellung an ADMA am 6. Juni 2017 hat die Biotest Gruppe ein nachrangiges
Darlehen mit einem Nominalwert von 13,1 Mio. € (15,0 Mio. USD) und einer Laufzeit
von 5 Jahren zu einem Zinssatz von 6 % gewährt. Aus der Bewertung des Darlehens mit
einem marktüblichen Zinssatz hat sich im Berichtszeitraum ein Aufwand von 1,6 Mio.
€ ergeben, der Teil des Veräußerungsergebnisses im nicht fortgeführten Geschäftsbereich
ist. Der Buchwert des Darlehens beträgt zum 30. Juni 2017 10,8 Mio. €. Der Zinsertrag
aus dem Darlehen beträgt im ersten Halbjahr 0,1 Mio. €. Die Biotest Gruppe erwarb
im Zeitraum vom 6. Juni 2017 bis zum 30. Juni 2017 Waren im Wert von 0,8 Mio. € von
ADMA. Aus Warenlieferungen vor und nach dem 6. Juni 2017 bestehen am 30. Juni 2017
Verbindlichkeiten der Biotest Gruppe gegenüber ADMA in Höhe von 1,1 Mio. €. Aus der Veräußerung der Aktivitäten der BPC resultiert darüber hinaus ein Anspruch
gegenüber ADMA auf Übereignung von zwei Plasmasammelstationen zum 1. Januar 2019 mit
einem Fair Value von 6,1 Mio. €. Die Biotest Gruppe unterhält darüber hinaus zu berichtende Beziehungen zu dem Gemeinschaftsunternehmen
BioDarou PJ.S. Co., Teheran/Iran, sowie zu dessen Tochterunternehmen Plasma Gostar
Pars PJ.S, Teheran/Iran. Die beiden Gesellschaften erwarben in den ersten sechs Monaten von Biotest Waren und
Dienstleistungen in Höhe von 2,6 Mio. €. Die Forderungen von Biotest gegenüber der
BioDarou PJ.S. Co. und der Plasma Gostar Pars PJ.S. betragen zum 30. Juni 2017 2,3
Mio. €. Die Kreissparkasse Biberach führt als nahestehende Person der Biotest Gruppe im Rahmen
des Long Term Incentive-Programms die Depots der Mitarbeiter. Außer diesen Geschäftsbeziehungen gab es im Berichtszeitraum keine wesentlichen Geschäfte
mit nahestehenden Personen oder Unternehmen. EREIGNISSE NACH DEM BILANZSTICHTAGDie Tiancheng (Germany) Pharmaceutical Holdings AG, München, Deutschland, hat am 7.
Juli 2017 bekannt gegeben, dass ihr freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot an
die Aktionäre der Biotest AG bis zum Ablauf der weiteren Annahmefrist am 4. Juli,
24:00 Uhr für insgesamt 17.783.776 Stammaktien und 214.581 Vorzugsaktien angenommen
worden ist. Bezüglich der Stammaktien entspricht dies einem Anteil von ca. 89,88 %
des stimmberechtigten Grundkapitals der Biotest AG und einem Anteil von 44,94 % des
gesamten Grundkapitals der Biotest AG. Bezüglich der Vorzugsaktien entspricht dies
einem Anteil von ca. 0,54 % des gesamten Grundkapitals der Biotest AG. Das Übernahmeangebot steht noch unter Vorbehalt der Erteilung einer behördlichen Genehmigung
und dem Vorbehalt einer Zustimmung der Fusionskontrollbehörde in der Türkei. VERSICHERUNG DER GESETZLICHEN VERTRETERErklärung entsprechend § 37y Nr. 1 WpHG in Verbindung mit §§ 297 Abs. 2 Satz 3 und 315 Abs. 1 Satz 6 HGBNach bestem Wissen versichern wir, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen
für die Zwischenberichterstattung der Konzernzwischenabschluss ein den tatsächlichen
Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns
vermittelt und im Konzernzwischenlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des
Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen
Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen
und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns im verbleibenden Geschäftsjahr
beschrieben sind. Dreieich, den 14. August 2017 Biotest Aktiengesellschaft Der Vorstand scroll
FINANZKALENDER30. AUGUST 2017Hauptversammlung 14. NOVEMBER 2017Quartalsmitteilung zum 30. September 2017 IMPRESSUMHERAUSGEBERBiotest AG www.biotest.com IR KontaktDr. Monika Buttkereit PR KontaktDirk Neumüller KONZEPTION UND GESTALTUNGScheufele Hesse Eigler Kommunikationsagentur GmbH, Frankfurt am Main, Deutschland REDAKTION, LEKTORAT UND PROJEKTMANAGEMENTcometis AG, Wiesbaden, Deutschland Dieser Bericht enthält zukunftsgerichtete Aussagen zur gesamtwirtschaftlichen Entwicklung
sowie zur Geschäfts-, Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der Biotest AG und ihrer
Tochtergesellschaften. Diese Aussagen beruhen auf den derzeitigen Plänen, Einschätzungen,
Prognosen und Erwartungen des Unterneyhmens und unterliegen insofern Risiken und Unsicherheitsfaktoren,
die dazu führen können, dass die tatsächliche wesentlich von der erwarteten Entwicklung
abweicht. Die zukunftsgerichteten Aussagen haben nur zum Zeitpunkt der Veröffentlichung
dieses Berichts Gültigkeit. Biotest beabsichtigt nicht, die zukunftsgerichteten Aussagen
zu aktualisieren und übernimmt dafür keine Verpflichtung. BIOTEST AGLandsteinerstr. 5, 63303 Dreieich, Deutschland, www.biotest.com |
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