![]() Biotest AGDreieichHalbjahresbericht 2018HALBJAHRESBERICHT 2018 DER BIOTEST AGKENNZAHLENscroll
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VorwortSehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre, im zweiten Quartal 2018 haben wir die positive Entwicklung der ersten drei Monate
des Jahres fortgesetzt. Im ersten Halbjahr hat die Biotest Gruppe sowohl den Umsatz
als auch das Betriebsergebnis (EBIT) gegenüber dem Vorjahr deutlich verbessert. Im
EBIT des ersten Halbjahres 2018 in Höhe von 0,6 Mio. € sind wie im Vorjahreszeitraum
erhebliche Aufwendungen für unser Expansionsprojekt Biotest Next Level zur Verdopplung
der Produktionskapazität am Standort Dreieich in Höhe von 23,7 Mio. € enthalten. Ende Januar 2018 wurde die Übernahme von Biotest durch Creat vollzogen. Im Zusammenhang
mit der Freigabe der Übernahme durch die US amerikanischen Behörde CFIUS (Committee
on Foreign Investment in the United States) unterzeichnete Biotest einen Vertrag über
den Verkauf seiner US-Gesellschaften. Die amerikanische Wettbewerbsbehörde FTC (Federal
Trade Commission) hat am 31. Juli 2018 die Freigabe der Transaktion erteilt. Eine
solche Freigabe zeichnete sich bereits im Juni ab, so dass im ersten Halbjahr der
zum Stichtag 30. Juni 2018 geschätzte Veräußerungsgewinn in Höhe von 158 Mio. € im
nicht fortgeführten Geschäftsbereich ausgewiesen wurde. Im Mai 2018 konnten positive Studienergebnisse zur Wirksamkeit und Sicherheit von
Cytotect® CP bei der Behandlung von Infektionen mit dem Cytomegalievirus (CMV) an
Patienten nach hämotopoetischen (blutbildenden) Stammzelltransplantationen gezeigt
werden. In Europa werden jährlich etwa 40.000 dieser Transplantationen durchgeführt.
Dabei treten beachtliche Infektionszahlen mit CMV auf. Die Autoren der Studie empfehlen,
dass Cytotect® CP nicht nur als letztmögliche Therapie, sondern auch zur Prophylaxe
in Erwägung gezogen werden sollte. Cytotect® CP wird in mehr als 15 Ländern vertrieben
und wir haben im August dieses Jahres darüber hinaus Zulassungen in weiteren Märkten
erhalten. Die Medizinische Hochschule Hannover veröffentlichte ebenfalls eine Studie mit erfreulichen
Ergebnissen. Sie zeigt, dass nach einer Lungentransplantation die Überlebensrate der
Patienten mit früher Bildung von spenderspezifischen Antikörpern durch die Gabe von
Pentaglobin®, einem IgM-angereicherten Immunglobulin, signifikant erhöht werden kann.
Biotest ist weltweit der einzige Hersteller eines IgM-angereicherten Immunglobulins. Im Projekt Biotest Next Level wurden in den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres
wichtige Fortschritte erzielt. Die erste Teilanlage der Vorproduktion von IgG Next
Generation hat die Qualifizierung erfolgreich bestanden und wurde an Biotest übergeben.
Weitere Anlagenteile sollen in den nächsten Monaten folgen. Anschließend können die
Inbetriebnahme und Validierungsphasen für den IgG Next Generation Prozess erfolgen. Die Sicherstellung der Versorgung mit Plasma zur Herstellung unserer Medikamente genießt
unverändert hohe Priorität für Biotest. Im Juni haben wir in Brünn unser drittes Plasmapheresezentrum
in Tschechien eröffnet. Damit betreibt Biotest in Europa 19 Plasmapheresezentren. Die Entwicklung im ersten Halbjahr macht uns zuversichtlich, unsere Prognose für das
Gesamtjahr 2018 und unsere strategischen Ziele zu erreichen. Dr. Bernhard Ehmer Vorsitzender des Vorstands KONZERNZWISCHENLAGEBERICHT ZUM 30. JUNI 2018
A. GRUNDLAGEN DES KONZERNSI. GESCHÄFTSMODELL DES KONZERNSDie Biotest Gruppe mit Sitz in Dreieich, Deutschland, ist ein international tätiger
Anbieter biologischer Arzneimittel. Aktuell im Verkauf befindliche Präparate sowie
Neuentwicklungen werden sowohl aus menschlichem Blutplasma gewonnen als auch mithilfe
biotechnologischer Verfahren hergestellt. Haupttherapiebereiche für die Anwendung
sind die Hämatologie, die Klinische Immunologie sowie die Intensivmedizin. Forschungs- und Entwicklungsarbeit betreibt die Biotest Gruppe in allen drei Therapiebereichen.
Biotest deckt dabei von der präklinischen und klinischen Entwicklung bis hin zur weltweiten
Vermarktung alle wesentlichen Stufen der Wertschöpfungskette ab. A. SEGMENTE DER BIOTEST GRUPPEOperativ gliedert sich das Unternehmen in die Segmente Therapie, Plasma & Services
und Andere Segmente. Das Segment Therapie beinhaltet die Produkte und Entwicklungsprojekte,
die den drei genannten Therapiebereichen zugeordnet sind. Plasmaverkauf und Lohnherstellung
werden im Segment Plasma & Services zusammengefasst. Im Bereich Andere Segmente berichtet
Biotest über das Geschäft mit Handelswaren sowie bereichsübergreifende Kosten, die
nicht den Segmenten Therapie oder Plasma & Services zugeordnet werden. Sämtliche Aktivitäten der Biotest Pharmaceuticals Corporation (BPC), Boca Raton, USA,
und der Biotest US Corporation, Boca Raton, USA, im Bereich der Plasmasammlung, die
bisher im Segment Plasma & Services dargestellt wurden, sind infolge des Verkaufs
dieser Gesellschaften und der damit verbundenen Übertragung der Anteile auf einen
US-amerikanischen Treuhänder am 19. Januar 2018 aus dem Konsolidierungskreis der Biotest
Gruppe ausgeschieden. Die Aktivitäten dieser US-Gesellschaften sowie sämtliche mit
deren Verkauf zusammenhängenden Aufwendungen und Erträge werden als nicht fortgeführter
Geschäftsbereich dargestellt. Die Vorjahreszahlen wurden entsprechend angepasst. Soweit nicht anders vermerkt, beziehen sich die Angaben und Erläuterungen in diesem
Halbjahresbericht auf die fortgeführten Geschäftsbereiche. B. PERSONALAm 30. Juni 2018 waren, umgerechnet auf Vollzeitstellen, 1.620 Personen bei der Biotest
Gruppe beschäftigt. Im Vergleich zum Ende des Geschäftsjahres 2017 mit 1.659 Vollzeitstellen
verminderte sich die Mitarbeiteranzahl damit um 2,4 %. II. KONZERNSTRATEGIEIm Mittelpunkt der Strategie von Biotest steht die klare Fokussierung auf die Vermarktung
und Weiterentwicklung von Plasmaproteinen. Neben der konsequenten Fortführung der
eigenen Forschungs- und Entwicklungsarbeit konzentriert sich das Unternehmen mit seinen
Zulassungs- und Vermarktungsaktivitäten auf die weitere Internationalisierung und
die Diversifizierung des Portfolios. Um am globalen Marktwachstum auch in Zukunft teilzuhaben, baut die Biotest Gruppe
seit 2013 ihre Kapazitäten am Unternehmenssitz in Dreieich aus. Mit dem Projekt Biotest
Next Level werden das Produktportfolio erweitert und die Produktionskapazitäten bis
zum Jahr 2021 verdoppelt. Indem zukünftig fünf statt bislang drei Proteine aus dem
Rohstoff Plasma bei gleichzeitiger Steigerung der Ausbeute gewonnen werden, wird die
Profitabilität und somit die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens auf den globalen
Märkten weiter gestärkt und damit die Grundlage für weiteres, profitables Wachstum
der Gruppe gelegt. Neben Blutplasmaprodukten entwickelt Biotest monoklonale Antikörper, die mittels biotechnologischer
Verfahren hergestellt werden. Diese Entwicklungsprogramme sollen nach Erreichen der
nächsten klinischen Meilensteine wertgenerierend verpartnert werden. Darüber hinaus
sucht Biotest auch für ausgewählte Plasmaproteine aktiv nach Entwicklungs- und/ oder
Vermarktungspartnerschaften. Kernelement zur Umsetzung der Unternehmensstrategie von Biotest ist die Abdeckung
zentraler Teile der Wertschöpfungskette durch eigene Ressourcen. Hierzu zählen insbesondere
Forschung und Entwicklung, Plasmagewinnung, Produktion, Qualitätssicherung und Vertrieb.
Die vorhandene Expertise, vor allem in den Bereichen Plasmasammlung und -fraktionierung,
wird darüber hinaus genutzt, um freie Kapazitäten in der Lohnherstellung auf dem Markt
anzubieten. III. FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG (ALLGEMEIN)Im Rahmen der Unternehmensstrategie bildet der Bereich Forschung und Entwicklung unter
anderem die Basis für das zukünftige Wachstum der Biotest Gruppe. In diesem Bereich
wird durch die Weiter- und Neuentwicklung von Produkten erhebliches Potenzial erschlossen.
Schwerpunkt der Forschungs- und Entwicklungsprojekte sind Plasmaproteine. Bei den
in Entwicklung befindlichen monoklonalen Antikörpern wird Biotest die laufenden Aktivitäten
jeweils bis zum Erreichen des nächsten Meilensteins durchführen. Weitere Aktivitäten
werden nur fortgeführt, wenn ein Partner gefunden ist. Eine Erläuterung des Fortschritts der im ersten Halbjahr 2018 ausgeführten Forschungs-
und Entwicklungsprojekte ist im Kapitel "Forschung und Entwicklung" des Wirtschaftsberichts
enthalten. Im ersten Halbjahr 2018 beliefen sich die Forschungs- und Entwicklungskosten der Biotest
Gruppe in den fortgeführten Geschäftsbereichen auf 22,8 Mio. € (Vorjahr: 26,6 Mio.
€). Davon entfielen 20,3 Mio. € auf Plasmaproteine und 2,5 Mio. € auf die monoklonalen
Antikörper. Der Anteil dieser Ausgaben am Umsatz betrug 11,4 % nach 15,6 % im Vorjahreszeitraum.
Die Zahl der im Bereich Forschung und Entwicklung beschäftigten Mitarbeiter (umgerechnet
auf Vollzeitstellen) ist zum 30. Juni 2018 mit 178 Vollzeitstellen im Vergleich zum
31. Dezember 2017 (183 Vollzeitstellen in den fortgeführten Geschäftsbereichen) gesunken. B. WIRTSCHAFTSBERICHTI. GESAMTWIRTSCHAFTLICHE RAHMENBEDINGUNGENAuf Basis der bis Juli 2018 publizierten Informationen des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) lag das preis-, kalender- und saisonbereinigte Wachstum des Bruttoinlandsprodukts gegenüber dem Vorquartal für das erste Quartal 2018 bei 0,3 %. Damit befand sich die deutsche Wirtschaft zwar auch in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres auf Expansionskurs, das 2017 erreichte durchschnittliche quartalsweise BIP-Wachstum von +0,7 % wurde jedoch deutlich unterschritten. In das zweite Quartal 2018 ist die deutsche Wirtschaft verhalten gestartet, unter anderem mit einer im April gegenüber der Vorperiode um 1,7 % gesunkenen Industrieproduktion sowie einem um 2,5 % gesunkenen Auftragseingang in der Industrie. Dämpfend wirkten laut Einschätzung des BMWi insbesondere die Entwicklungen im außenwirtschaftlichen Umfeld. Vor allem die Außen- und Handelspolitik der Vereinigten Staaten und die Regierungsbildung in Italien haben die Unsicherheit sowie die Risiken hinsichtlich der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung erhöht. Laut BMWi war besonders bei Investitionsentscheidungen eine abwartende Haltung spürbar. Der weitere Verlauf des Handelsstreits zwischen den USA und China bzw. Europa bleibt nach Einschätzung des BMWi ungewiss und somit ein erhebliches Risiko für die zukünftige Wirtschaftsentwicklung. Insgesamt wird erwartet, dass die Auftriebskräfte der deutschen Wirtschaft die Oberhand behalten und sich allmählich auch wieder stärker durchsetzen.1 Für das Jahr 2018 erwartet die Bundesregierung preisbereinigt eine weitere Expansion um 2,3 %.2 Der Internationale Währungsfonds (IWF) reduzierte in seiner jüngsten Analyse die BIP-Wachstumsprognose für Deutschland auf +2,2 % im Jahr 2018, nachdem im April noch ein Wachstum um 2,5 % prognostiziert wurde. Wesentliche Ursache für diese Korrektur war laut IWF, dass sich die wirtschaftliche Aktivität in Deutschland im ersten Quartal stärker als erwartet abgeschwächt habe.3 Die EU-Kommission erwartet in ihrer Sommerprognose sowohl für die 28 EU-Staaten insgesamt als auch für den Euroraum im Jahr 2018 ein weiteres Wachstum des realen BIP um 2,1 % nach 2,4 % im Jahr 2017. In ihrer Frühjahrsprognose hatte die EU-Kommission für 2018 jeweils noch ein Wachstum um 2,3 % prognostiziert. Auch aus Sicht der EU-Kommission entsteht der Gegenwind für die wirtschaftliche Entwicklung in erster Linie aus den anhaltenden Handelsspannungen. Die direkten ökonomischen Auswirkungen seien zwar bisher begrenzt ausgefallen, jedoch tragen sie indirekt durch eine zunehmende Verunsicherung der Akteure zu einer verhalteneren Entwicklung bei, da vor allem Investitionsentscheidungen durch die zunehmende Verunsicherung belastet werden.4 Die Weltwirtschaft befindet sich nach Einschätzung des IWF weiterhin auf Wachstumskurs.
In der Juli-Prognose wird für das Jahr 2018 unverändert ein Anstieg des globalen Wachstums
auf 3,9 % erwartet nach einer Wachstumsrate von 3,7 % im Jahr 2017. Aus heutiger Sicht
überwiegen jedoch laut IWF die Risiken für eine Abschwächung der wirtschaftlichen
Entwicklung die Chancen auf eine Beschleunigung des Wachstums. Die angekündigten und
erwarteten Zollerhöhungen durch die Vereinigten Staaten sowie Vergeltungsmaßnahmen
der Handelspartner haben die Wahrscheinlichkeit einer Eskalation des Handelsstreits
erhöht. Für die Vereinigten Staaten rechnet der IWF in seiner jüngsten Prognose für 2018 mit einem Wachstum des realen BIP um 2,9 % (2017: +2,3 %), für China ein gegenüber dem Vorjahr etwas verlangsamtes Wachstum um 6,6 % (2017: +6,9 %), für die Region Lateinamerika und Karibik ein Wachstum um 1,6 % (2017: +0,3 %) und für die Region Mittlerer Osten, Nordafrika, Afghanistan und Pakistan ein Wachstum um 3,5 % (2017: +2,2 %).5 Aufgrund des weltweit hohen medizinischen Bedarfs an Plasmaproteinprodukten ist die
Biotest Gruppe grundsätzlich nur in geringem Maße von den globalen Konjunkturzyklen
abhängig. Dennoch können Auswirkungen auf das operative Geschäft, insbesondere durch
lokale Krisen und Wechselkursveränderungen, nicht ausgeschlossen werden. 1
Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (2018), Schlaglichter der Wirtschaftspolitik.
Monatsbericht Juli 2018 II. BRANCHENBEZOGENE RAHMENBEDINGUNGENImmunglobuline und Albumine, die umsatzstärksten Produkte der Biotest Gruppe, zeigen im globalen Marktumfeld ein stabiles Wachstum. Das gilt sowohl für die etablierten Märkte wie die USA und Europa als auch für die weiteren Regionen der Welt. Als langfristigen Zielkorridor erwarten Industrieexperten beispielsweise für den Markt der Immunglobuline (IgG) einen globalen Anstieg der nachgefragten Menge von jährlich 7 bis 8 %.6 Um den Nachfragezuwachs befriedigen zu können, wird verstärkt Blutplasma gesammelt. So ist beispielsweise die Menge des gesammelten Plasmas in den USA im Vorjahr um rund 11 % gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum gestiegen.7 Mit der steigenden Plasmasammelmenge bereitet sich die Branche auch auf die zusätzlichen Fraktionierkapazitäten vor, die derzeit weltweit entstehen. Die Biotest Gruppe wird an diesem Wachstumstrend durch eine Kapazitätsverdopplung partizipieren. Die EU-Preise für intravenöse Immunglobuline (IVIG) liegen weiter deutlich unter dem Niveau in den Vereinigten Staaten.8 Das Marktvolumen für Immunglobuline ist in den USA in 2017 überdurchschnittlich gestiegen.9 In Europa hat sich das Marktvolumen in 2017 wie erwartet entwickelt, jedoch mit schwächerem Wachstum als in den USA.10 Auch der deutsche Markt hat sich letztes Jahr bezogen auf die Absatzmenge positiv entwickelt - sowohl im Bereich der niedergelassenen Ärzte als auch im Bereich der Kliniken.11 Der Durchschnittspreis in den deutschen Kliniken zeigte eine stabile Entwicklung im Jahresverlauf 2017.12 Das langfristige Wachstum des globalen Albuminmarkts wird jährlich auf rund 5 % geschätzt.13 Auch der Bedarf an plasmatischen Faktor VIII-Produkten nimmt weiterhin zu. Das Wachstum wird vor allem durch die sich in Schwellenländern zunehmend etablierenden Faktor VIII-Therapien getrieben. In vielen dieser Länder haben Hämophilie-Patienten derzeit noch keinen Zugang zu einer Therapie mit Gerinnungsfaktoren. Bis zum Jahr 2020 wird für den Weltmarkt ein Wachstum von 1 bis 2 % p. a. bei den plasmatischen Faktor VIII-Präparaten vorausgesagt.14 Der rekombinante Sektor wird maßgeblich von der Einführung neuer Faktor VIII-Präparate geprägt, die den Wettbewerb verschärfen und so den Preisdruck im Gesamtmarkt deutlich erhöhen könnten. Die Markteinführung neuer Alternativen zur Faktor VIII-Therapie wird das Wachstum des Faktor VIII-Marktes, speziell in den USA und Europa, in Zukunft bremsen. 6
Biotest Market and Pricing Insights based on MRB (2014, 2015, 2016), PPTA (2017),
Markets and Markets (2017). III. GESCHÄFTSVERLAUFA. AUF EINEN BLICKDie im Folgenden angegebenen Beträge beziehen sich, soweit nicht anders vermerkt,
ausschließlich auf die fortgeführten Geschäftsbereiche. Dementsprechend wurden die
Vorjahreszahlen angepasst. Im ersten Halbjahr 2018 verzeichnete die Biotest Gruppe Umsatzerlöse in Höhe von 200,7
Mio. €. Das entspricht einem Anstieg um 18,0 % gegenüber dem Umsatz des Vorjahreszeitraums
in Höhe von 170,1 Mio. €. Insbesondere der Rückruf des Produktes Humanalbumin und
dessen eingeschränkte Verfügbarkeit sowie die Verschiebung von Tenderlieferungen wirkten
sich im Vorjahreszeitraum negativ auf die Umsatzentwicklung aus. Das EBIT auf Konzernebene stieg im ersten Halbjahr 2018 in den positiven Bereich und
lag bei 0,6 Mio. € (Vorjahreszeitraum: -32,1 Mio. €). Biotest hat im ersten Halbjahr 2018 wie angekündigt das Netz an konzerneigenen Plasmasammelstationen
in Europa weiter ausgebaut. Im ersten Halbjahr 2018 hat Biotest zwei Plasmapheresezentren
in Tschechien eröffnet. Damit dienen nun insgesamt 19 Plasmasammelstationen in Europa
der langfristigen Sicherung der Plasmaversorgung. Das wichtige Ausbauprojekt Biotest Next Level wurde im ersten Halbjahr 2018 weiter
vorangetrieben. So konnten die im Rahmen der Inbetriebnahme festgestellten Verunreinigungen
in den Reinstmediensystemen durch intensive Reinigungsaktivitäten entfernt werden.
Die aus diesem Grund unterbrochene Inbetriebnahme der Anlagen wurde im zweiten Quartal
wieder aufgenommen und die erste Prozessanlage für die Aufreinigung von IgG Next Generation
wurde im Juni erfolgreich qualifiziert und an Biotest übergeben. Mit dem Vollzug des am 18. Mai 2017 veröffentlichten freiwilligen Übernahmeangebots
für die Aktien der Biotest AG hält die Tiancheng (Germany) Pharmaceutical Holdings
AG, München, Deutschland (Tiancheng), eine indirekt kontrollierte Tochtergesellschaft
der Creat Group Co. Ltd., Nanchang, Volksrepublik China (Creat), seit dem 31. Januar
2018 eine Mehrheitsbeteiligung (ca. 90 % der stimmberechtigten Stammaktien der Biotest
AG) an der Biotest AG. Damit kam es am 31. Januar 2018 zu einem gesellschaftsrechtlichen
Kontrollwechsel bei der Biotest AG und mittelbar auch bei der Biotest Pharma GmbH. Im Zusammenhang mit der außenwirtschaftlichen Freigabe durch die US-amerikanische
Behörde CFIUS (Committee on Foreign Investment in the United States) unterzeichnete
Biotest einen Vertrag über den Verkauf seiner US-Gesellschaften Biotest Pharmaceuticals
Corporation, Boca Raton, USA (BPC), und Biotest US Corporation, Boca Raton, USA. Bis
zum Vollzug dieses Verkaufs hat die Biotest AG die US-Gesellschaften am 19. Januar
2018 an einen US-amerikanischen Treuhänder übertragen. Infolge der Übertragung auf
den US-amerikanischen Treuhänder waren die Voraussetzungen für den Einbezug der US-Gesellschaften
in den Konzernabschluss nicht mehr erfüllt und demzufolge sind die US-Gesellschaften
aus dem Konsolidierungskreis der Biotest ausgeschieden. Das diesen Gesellschaften
zuzuordnende Geschäft wurde als "nicht fortgeführter Geschäftsbereich" qualifiziert. Mit der Zustimmung der amerikanischen Wettbewerbsbehörde FTC (Federal Trade Commission)
am 31. Juli 2018 konnte der Verkauf an Grifols Shared Services North America, Inc.,
einer Tochtergesellschaft der Grifols S.A., Barcelona, Spanien, vollzogen werden.
Biotest wird ein Kaufpreis in Höhe von 286 Mio. USD zufließen. Der voraussichtliche
Veräußerungsgewinn wird 158 Mio. € betragen. Die US-amerikanische Behörde CFIUS hatte dem Verkauf der US-Gesellschaften Biotest
Pharmaceuticals Corporation, Boca Raton, USA, und Biotest US Corporation, Boca Raton,
USA, bereits Ende April 2018 zugestimmt. In Zusammenhang mit dem Verkauf des US-Geschäftes haben die BPC und ihre frühere Muttergesellschaft,
die Biotest AG und ADMA Biologics, Inc. (ADMA), am 14. Mai 2018 eine Aktienübertragungs-,
Änderungs- und Verzichtsvereinbarung unterzeichnet. Danach hat BPC alle ADMA-Stammaktien
ohne Stimmrecht (non-voting common stock) an ADMA übertragen. Im Gegenzug verzichtete
ADMA unter anderem auf die Rückkaufrechte von zwei ADMA Plasma-Sammelstationen von
BPC und auf mögliche Haftungsansprüche gegenüber BPC und Biotest im Zusammenhang mit
dem ursprünglichen Rahmenkaufvertrag. Am 8. Februar 2018 hat die Tiancheng der Biotest AG mitgeteilt, dass sie beabsichtigt,
den Abschluss eines Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrags im Sinne des § 291
Abs. 1 Aktiengesetz zwischen der Biotest AG als beherrschter und gewinnabführender
Gesellschaft und der Tiancheng als herrschender und gewinnabführungsberechtigter Gesellschaft
anzustreben und in einer Hauptversammlung der Biotest AG dem Abschluss eines solchen
Unternehmensvertrags zuzustimmen. Die Evaluierung dieses Vorhabens durch Tiancheng
dauert noch an. Im ersten Quartal 2018 hat Creat Biotest darüber informiert, dass Überlegungen bestehen,
Tiancheng International Investment Limited, Hongkong, die mittelbar mehrheitlich am
stimmberechtigten Kapital der Biotest AG beteiligt ist, in Shanghai RAAS Blood Products
Co., Ltd., Shanghai, Volksrepublik China, im Rahmen einer Kapitalerhöhung einzubringen.
Derzeit laufen entsprechende Vorbereitungen. B. FORSCHUNG UND ENTWICKLUNGDie Kosten für Forschung und Entwicklung gingen in den fortgeführten Geschäftsbereichen
im ersten Halbjahr 2018 um 14,3 % auf 22,8 Mio. € zurück (Vorjahreszeitraum: 26,6
Mio. €). Davon entfielen auf Entwicklungsprojekte mit Plasmaproteinen 89,0 % (im Vorjahreszeitraum:
86,4 %). Biotest konnte im Zeitraum Januar bis Juni 2018 in den folgenden Forschungs- und Entwicklungsprojekten
weitere Fortschritte erzielen: Therapiebereich HämatologieIndatuximab Ravtansine (BT-062): Im Rahmen der Phase-I/IIa-Studie (Nr. 989) in dreifachrezeptor-negativem
metastasiertem Brustkrebs und metastasiertem Blasenkrebs wurde die Nachbeobachtungsphase
der Patienten 2017 abgeschlossen und die Studie ausgewertet. Die Studie bestätigt
das gute Sicherheitsprofil von BT-062 und zeigt erste ermutigende Hinweise auf Wirksamkeit
in diesen schwer kranken Patienten, bei denen die Möglichkeiten der weiteren Therapie
ihrer Krebserkrankung weitgehend ausgeschöpft waren. Die Publikation der Daten ist
in Vorbereitung. BT-062 zeigt zudem in Kombination mit Chemotherapie synergetische Effektivität in
einem Tumormausmodell bei besonders schwer therapierbarem dreifach-negativen Brustkrebs. Zur Kombinationstherapie von BT-062 mit Lenalidomid oder Pomalidomid und Dexamethason
im Multiplen Myelom (Phase-I/IIa-Studie Nr. 983) liegen mittlerweile klinische Daten
über einen Zeitraum von fast sechs Jahren vor. Sie zeigen, dass die Behandlung mit
BT-062 in dieser Patientenpopulation in Kombination mit Lenalidomid oder Pomalidomid
und Dexamethason zu einer guten Ansprechrate auf die Therapie führt. Die Studie dauert
an, da einige Patienten seit über vier Jahren von der Behandlung mit der Wirkstoffkombination
profitieren. Therapiebereich Klinische ImmunologieIgG Next Generation: Zur Behandlung primärer Immundefizienzen, sekundärer Antikörpermangelsyndrome
sowie mehrerer Autoimmunerkrankungen wird das Immunglobulin G-Produkt IgG Next Generation
entwickelt. Für dieses Projekt wurde in den Vorjahren ein komplett neuer Produktionsprozess
mit deutlich höherer Ausbeute und weiter verbesserten Produkteigenschaften entwickelt.
IgG Next Generation wird als globales Produkt und "Masterprodukt" für die neue Biotest
Next Level-Produktionsanlage langfristig das bestehende Produkt Intratect® ablösen.
Momentan laufen zwei Zulassungsstudien für IgG Next Generation in mehreren europäischen
Ländern sowie in den USA: zum einen eine Phase-III-Studie (Nr. 991) zur Behandlung
von Patienten mit primären Immundefizienzen (PID) und zum anderen eine Phase-III-Studie
(Nr. 992) zur Behandlung der Immunthrombozytopenie (ITP). In der Studie Nr. 991 konnte
die Rekrutierung von Erwachsenen bereits abgeschlossen werden, während Kinder weiterhin
in die Studie eingeschlossen werden. Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) stimmte
der positiven Empfehlung des Paediatric Committee (PDCO) bezüglich des pädiatrischen
Entwicklungsplans (PIP) in den Indikationen PID und ITP zu. Die amerikanische Zulassungsbehörde
U.S. Food and Drug Administration (FDA) hat ebenfalls dem vorgelegten Pediatric Study
Plan (PSP) in der Indikation PID zugestimmt. Durch Einschluss weiterer Kinder in die
PID Studie Nr. 991 kann eine weitere Kinderstudie in dieser Indikation vermieden werden.
In Studie Nr. 992 läuft weiterhin die Patientenrekrutierung. Die Vorbereitungen für
den Transfer des IgG Prozesses in die neue BNL Anlage laufen nach Plan. BT-063: Im Rahmen der laufenden Phase-IIa-Studie (Nr. 990) werden Sicherheit und die
Verträglichkeit des monoklonalen Antikörpers BT-063 in der Leitindikation Systemischer
Lupus Erythomatodes (SLE) geprüft und erste Daten zur Wirksamkeit erhoben. Die Phase-IIa-Studie
(Nr. 990) befindet derzeit sich in der Auswertung. Der Studienbericht wird derzeit
erstellt und eine Publikation der Daten vorbereitet. Zutectra®: Das Präparat Zutectra® ist seit 2009 in der EU für die Prävention einer
Hepatitis-B-Virus-Reinfektion bei Patienten nach einer Lebertransplantation aufgrund
einer Hepatitis-B-Virus induzierten Leberinsuffizienz zugelassen. Weltweit ist es
das erste subkutan applizierbare Hepatitis-B-Immunglobulin in einer vorgefüllten Spritze,
das weltweit für die Heimselbstbehandlung geeignet ist. Cytotect®: Die Infektion mit dem Cytomegalievirus (CMV) ist eine häufige Komplikation,
die bei Patienten nach einer hämatopoetischen (blutbildenden) Stammzelltransplantation
(HSCT) zu einer beachtlichen Infektionszahl und zu Todesfällen führt. In Europa werden jährlich etwa 40.000 HSCTs durchgeführt, am häufigsten zur Behandlung
bestimmter Arten von Blutkrebs, beispielsweise dem Myelom oder der Leukämie. Eine
vor Kurzem veröffentlichte retrospektive Datenerhebung aus Frankreich hebt die Vorzüge
von Cytotect® CP bei der Behandlung von CMV bei HSCT-Patienten hervor. Hochrisikopatienten
wurden nach dem Versagen der antiviralen Medikamente mit Cytotect® CP behandelt. Die
allgemeine Ansprechrate der Patienten betrug insgesamt 78 %. Insbesondere konnte bei
70 % aller Fälle, die CMV-Infektion im Blut eliminiert werden, was angesichts des
vorherigen Versagens alternativer Behandlungsansätze bei diesen Patienten ein hervorragendes
Ergebnis ist. Therapiebereich IntensivmedizinTrimodulin (IgM Concentrate): Die Vollpublikation der Ende Juni 2015 veröffentlichten,
abgeschlossenen Phase-II-Studie ("Cigma", Nr. 982), die den Einsatz von Trimodulin
(IgM Concentrate) in schwerer ambulant erworbener Lungenentzündung untersucht, ist
in der renommierten Fachzeitschrift "Intensive Care Medicine" erfolgt. Momentan laufen die Vorbereitungen, um mit der Phase-IIIStudie mit Trimodulin (IgM
Concentrate) beginnen zu können. Das klinische Studiendesign wurde bereits mit den
relevanten Behörden abgestimmt (EMA, FDA, Paul-Ehrlich-Institut). Fibrinogen: Im März 2018 wurde der erste Patient mit erworbenem Fibrinogen-Mangel
in der klinischen Phase-III-Studie "ADFirst" (Nr. 995) behandelt. Die bereits laufende
Phase-I/ III-Studie (Nr. 984) zur Behandlung von Patienten mit angeborenem Fibrinogenmangel
schreitet wie geplant weiter voran. Die EMA hat dem pädiatrischen Entwicklungsplan
zur Behandlung von Kindern unter 6 Jahren im Rahmen dieser Studie zugestimmt und die
ersten Kinder wurden bereits eingeschlossen. Pentaglobin®: Im ersten Quartal 2018 wurde der erste Patient in das PERFORM-Register
(Pentaglobin® Registry For Outcome Report and Monitoring) aufgenommen - eine nicht-interventionelle
Studie zur Beurteilung der Wirksamkeit und Sicherheit von Pentaglobin® bei lebensbedrohlich
erkrankten, erwachsenen Patienten mit schweren bakteriellen Infektionen oder Sepsis.
Biotest unterstützt das PERFORM-Register, das vom Universitätsklinikum Jena, Zentrum
für Klinische Studien, initiiert wurde. In einer kürzlich publizierten Studie der Medizinischen Hochschule Hannover konnte
gezeigt werden, dass die Überlebensrate bei Patienten mit früher DSA-Entwicklung nach
Lungentransplantation durch die Gabe von Pentaglobin® (IgM-angereichertes Immunglobulin)
signifikant erhöht werden konnte. Bei Lungentransplantationen erhöht die Bildung von
spenderspezifischen Antikörpern (DSA - donor specific antibodies) das Sterblichkeitsrisiko
und das Risiko einer Organabstoßung deutlich. 20 bis 30 % aller Patienten mit Lungentransplantation
entwickeln DSA. Bisher gibt es keine etablierte Therapie bei Lungentransplantationen. In der Pentaglobin®-Gruppe (128 Patienten) war die Überlebensrate von 94 % nach einem
Jahr vergleichbar mit der von Patienten ohne DSA Entwicklung (452 Patienten) und deutlich
höher als die 79 %ige Überlebensrate in der historischen Vergleichsgruppe (57 Patienten
mit DSA Entwicklung), die mit therapeutischem Plasmaaustausch behandelt wurde. Die
relative Reduktion der Sterblichkeit nach einem Jahr betrug über 70 %. C. MARKETING UND VERTRIEBTherapiebereich Klinische ImmunologieFür Fovepta® und Hepatect® CP erhielt Biotest im Mai 2018 die Zulassung in Jordanien. Im Juni 2018 wurde Fovepta® von der Gulf Central Committee for Drug Registration-Behörde
final zugelassen. Darüber hinaus wurden im Libanon erste Umsätze über den neuen Distributeur
erzielt. Eine Erweiterung der Zulassung von Cytotect® im MRP (Mutual Recognition Procedure)
wurde für die Länder Spanien, Kroatien, Slowenien und Polen eingereicht. Therapiebereich HämatologieBiotest erhielt Zulassungen für Haemoctin® SDH in Marokko und Palästina sowie die
Erneuerung der Zulassung von Haemonine® im Iran. Plasma & ServicesIm Januar 2018 hat Biotest das zweite tschechische Plasmapheresezentrum in Břeclav
eröffnet. Im Juni 2018 hat Biotest die Betriebserlaubnis für das dritte Plasmapheresezentrum
in Brünn, Tschechien, erhalten. Biotest betreibt zum 30. Juni 2018 19 Plasmasammelzentren
in Europa. IV. DARSTELLUNG DER ERTRAGS-, VERMÖGENS- UND FINANZLAGEA. ERTRAGSLAGEIm ersten Halbjahr 2018 erwirtschaftete die Biotest Gruppe Umsatzerlöse in Höhe von
200,7 Mio. € nach 170,1 Mio. € im Vorjahreszeitraum. Die Vorjahresumsätze wurden durch
die Gutschriften für den Rückruf des Humanalbumins insbesondere im Kernsegment Therapie
belastet. Daher stieg der Umsatz in diesem Segment um 27,5 % auf 172,8 Mio. € an nach
135,5 Mio. € im Vorjahr. Der Umsatzrückgang im Segment Plasma & Services ist in erster
Linie auf die allgemeine wirtschaftliche Lage im Nahen Osten sowie auf den Auslauf
des Lohnfraktionierungsvertrages mit einem langjährigen Kunden zurückzuführen. UMSATZ NACH SEGMENTENscroll
Neben den Segmenten, die sowohl die Art des Umsatzes als auch die zugrundeliegenden
Vertragstypen darstellen, werden die Umsatzerlöse zudem geografisch aufgegliedert.
Biotest berichtet seit dem laufenden Geschäftsjahr 2018 in weltweit vier Vertriebsregionen
anstelle der vorherigen sechs Regionen. Dabei umfasst die Vertriebsregion "Zentraleuropa"
die Länder Deutschland, Österreich, Schweiz und Ungarn. Die Vertriebsregion "Ost-
und Südeuropa" erstreckt sich über die Länder Italien, Spanien, Portugal, Zypern,
Malta, die Balkanländer, Palästina, Israel, Polen, die Tschechische Republik, die
Slowakei, Bulgarien, Rumänien und die Türkei. Die Vertriebsregion "Intercontinental"
schließt Lateinamerika, Russland, China, die Vereinigung der unabhängigen Staaten
(RCC), Nordeuropa, Asia-Pazifik, sowie das Vereinigte Königreich und Brasilien ein.
Zur Vertriebsregion "Mittlerer Osten, Afrika und Frankreich" gehören die genannten
Regionen sowie der Indische Subkontinent. Biotest konnte im ersten Halbjahr 2018 in allen vier Regionen ein Umsatzwachstum erzielen.
Die Region Zentraleuropa steuerte mit einem Umsatz von 74,4 Mio. € den größten Umsatzanteil
bei. UMSATZ NACH REGIONENscroll
Im nicht fortgeführten Geschäftsbereich wurde in den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres
2018 ein Umsatz von 6,0 Mio. € erzielt. In den fortgeführten Geschäftsbereichen stiegen die Herstellungskosten im ersten Halbjahr
2018 umsatzproportional auf 136,8 Mio. € nach 124,4 Mio. € im Vorjahreszeitraum. Die Marketing- und Vertriebskosten lagen für die ersten sechs Monate des Geschäftsjahres
2018 bei 25,6 Mio. € und damit um 1,3 Mio. € bzw. 4,8 % unter dem Vorjahreswert von
26,9 Mio. €. Hauptursache für die geringeren Marketing- und Vertriebskosten war die
Neustrukturierung bzw. Neuausrichtung der Vertriebsorganisation. Die Verwaltungskosten der Biotest Gruppe beliefen sich für das erste Halbjahr 2018
auf 16,0 Mio. € nach 23,6 Mio. € im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Die deutliche
Reduzierung um 32,2 % resultiert im Wesentlichen aus den im Vorjahr verbuchten Aufwendungen
für Beratungsleistungen im Zusammenhang mit der Übernahme der Biotest AG durch die
Creat-Gruppe. In den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 2018 fielen Forschungs- und Entwicklungskosten
in Höhe von 22,8 Mio. € an nach 26,6 Mio. € im Vorjahreszeitraum. Wesentliche Ursachen
für die Reduzierung um 14,3 % waren die Bereitstellung von weniger klinischer Prüfware
für IgG Next Generation als im Vorjahr. Außerdem waren im Vorjahr auch die Aufwendungen
für die Vorbereitung des Starts der klinischen Phase-III-Studie in IgM/Trimodulin
enthalten, der bislang noch nicht erfolgt ist. WESENTLICHE GuV-POSITIONEN DER BIOTEST GRUPPE*scroll
*
Aufwendungen sind mit einem negativen Vorzeichen gekennzeichnet Das EBIT der fortgeführten Geschäftsbereiche belief sich im ersten Halbjahr 2018 auf
0,6 Mio. € (Vorjahreszeitraum: -32,1 Mio. €). Im EBIT des ersten Halbjahres sind Aufwendungen
für das Biotest Next Level Projekt in Höhe von 23,7 Mio. € enthalten (Vorjahreszeitraum:
25,8 Mio. €). Das EBIT des Vorjahres war darüber hinaus durch den Albuminrückruf belastet.
Die EBIT-Marge lag für die ersten sechs Monate des laufenden Geschäftsjahres bei 0,3
% nach -18,9 % im Vorjahreszeitraum. Im Kernsegment Therapie, das im letzten Geschäftsjahr
deutlich von den negativen Effekten des Humanalbuminrückrufs betroffen war, wurde
im ersten Halbjahr 2018 ein positives EBIT in Höhe von 1,3 Mio. € erzielt (Vorjahreszeitraum:
-25,5 Mio. €). EBIT NACH SEGMENTENscroll
Im Segment Plasma & Services ging das EBIT um 27,3 % auf 0,8 Mio. € zurück (Vorjahreszeitraum:
1,1 Mio. €). Ursächlich hierfür waren die im ersten Halbjahr 2018 gesunkenen Umsätze. Im Segment Andere Segmente wurde das EBIT des Vorjahres durch die Aufwendungen für
Beratungsleistungen im Zusammenhang mit der Übernahme der Biotest AG durch die Creat-Gruppe
belastet. Demzufolge verbesserte sich das EBIT des ersten Halbjahres 2018 auf -1,5
Mio. €. Das EBIT des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs lag im Berichtszeitraum bei 193,9
Mio. € nach 12,4 Mio. € im Vorjahr. Es ist positiv beeinflusst durch die Erfassung
des geschätzten Veräußerungsgewinns aus dem Verkauf der US-Gesellschaften in Höhe
von voraussichtlich 158 Mio. € sowie aus Währungsumrechnungsdifferenzen, die bisher
erfolgsneutral im Eigenkapital innerhalb des sonstigen Ergebnisses (siehe Gesamtergebnisrechnung)
erfasst wurden und im Zusammenhang mit der Entkonsolidierung der US-Gesellschaften
erfolgswirksam umgegliedert wurden. Da sich bis zum Vollzug des Verkaufs noch Anpassungen des Kaufpreises aufgrund von
jetzt noch nicht bestimmbaren Finanzkennzahlen und Bewertungseffekten ergeben können,
handelt es sich hierbei um eine Schätzung des Veräußerungsgewinns zum Stichtag 30.
Juni 2018. Bei Vollzug des Verkaufs des US-Geschäfts wird ein Kaufpreis in Höhe von
286 Mio. USD erzielt. Im ersten Halbjahr 2018 betrug das Finanzergebnis der fortgeführten Geschäftsbereiche
-7,4 Mio. € nach -8,2 Mio. € im Vorjahreszeitraum. Für die fortgeführten Geschäftsbereiche der Biotest Gruppe ergibt sich daraus ein
Ergebnis vor Steuern (EBT) in Höhe von -10,1 Mio. € nach -40,3 Mio. € im Vorjahreszeitraum. Das Ergebnis nach Steuern der fortgeführten Geschäftsbereiche betrug -8,0 Mio. € (Vorjahreszeitraum:
-30,2 Mio. €). Das Ergebnis nach Steuern des nicht fortgeführten Geschäftsbereichs lag im ersten
Halbjahr 2018 bei 193,7 Mio. € nach 12,3 Mio. € im Vorjahreszeitraum. Das gesamte Ergebnis nach Steuern (EAT) der Biotest Gruppe lag im ersten Halbjahr
2018 bei 185,7 Mio. € (Vorjahreszeitraum: -17,8 Mio. €). Dadurch ergibt sich ein Ergebnis
je Aktie von 4,68 € nach -0,46 € im ersten Halbjahr 2017. ERGEBNISKENNZAHLEN DER BIOTEST GRUPPEscroll
B. VERMÖGENSLAGEDie Bilanzsumme der Biotest Gruppe entwickelte sich von 978,5 Mio. € zum Stichtag
31. Dezember 2017 auf 1.334,9 Mio. € zum Stichtag 30. Juni 2018. Auf der Aktivseite erhöhten sich die langfristigen Vermögenswerte von 528,8 Mio. €
zum Stichtag 31. Dezember 2017 auf 541,3 Mio. € zum 30. Juni 2018. Ausschlaggebend
hierfür war vor allem ein Anstieg des Sachanlagevermögens um 4,9 % auf 500,7 Mio.
€ (31. Dezember 2017: 477,1 Mio. €), der hauptsächlich auf das Investitionsprojekt
Biotest Next Level am Standort Dreieich zurückzuführen ist. Die kurzfristigen Vermögenswerte stiegen gegenüber dem Jahresende 2017 deutlich an
und beliefen sich zum 30. Juni 2018 auf einen Wert von insgesamt 793,6 Mio. € (31.
Dezember 2017: 449,7 Mio. €). Wesentliche Ursachen für den Anstieg waren eine Erhöhung
des Zahlungsmittelbestands sowie die Einbuchung des Herausgabeanspruchs gegenüber
dem US-Treuhänder aus dem Verkauf der US-Gesellschaften, was sich in der Zunahme der
sonstigen finanziellen Vermögenswerte niederschlägt. Bei den Passiva stieg das Eigenkapital aufgrund des hohen positiven Periodenergebnisses
zum Stichtag 30. Juni 2018 auf 499,0 Mio. € (31. Dezember 2017: 347,8 Mio. €). Die
Eigenkapitalquote erreichte damit zum Ende des ersten Halbjahres 2018 einen Wert von
37,4 %. Das Fremdkapital stieg auf 835,9 Mio. € (31. Dezember 2017: 630,7 Mio. €).
Ursächlich hierfür war im Wesentlichen der Anstieg der lang- und kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten
aufgrund der Aufnahme von zwei Gesellschafterdarlehen im ersten Halbjahr 2018 in Höhe
von insgesamt 340 Mio. €. C. FINANZLAGEIn den ersten sechs Monaten des Jahres 2018 verzeichnete die Biotest Gruppe für die
fortgeführten Geschäftsbereiche einen negativen operativen Cashflow in Höhe von -51,7
Mio. €, verursacht durch Working Capital Änderungen. Im Vorjahreszeitraum lag der
operative Cash Flow bei -28,1 Mio. €. Der Cashflow aus Investitionstätigkeit der fortgeführten
Geschäftsbereiche belief sich im Zeitraum Januar bis Juni 2018 auf -12,7 Mio. € (Vorjahr:
-50,7 Mio. €). Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit lag für die fortgeführten Geschäftsbereiche
im ersten Halbjahr 2018 bei 206,8 Mio. € und somit deutlich über Vorjahresniveau (Vorjahr:
58,8 Mio. €), verursacht im Wesentlichen durch die Aufnahme von zwei Gesellschafterdarlehen
in Höhe von insgesamt 340 Mio. € sowie die Tilgung von Bankkrediten und Schuldscheindarlehen
in Höhe von 150,7 Mio. €. D. GESAMTAUSSAGE ZUR WIRTSCHAFTLICHEN LAGE DES UNTERNEHMENSDas erste Halbjahr 2018 stand für Biotest weiterhin im Zeichen der Übernahme durch
die zur Creat Gruppe gehörende Tiancheng (Germany) Pharmaceutical Holdings AG, München,
Deutschland (Tiancheng), des Verkaufs des US-Geschäfts und des Fortschritts im Expansionsprojekt
Biotest Next Level. Am 19. Januar 2018 wurde die außenwirtschaftliche Freigabe durch CFIUS erteilt und
damit die zu diesem Zeitpunkt letzte noch ausstehende Bedingung für das Übernahmeangebot
der Tiancheng erfüllt. Mit Vollzug des Übernahmeangebots gehört die Biotest AG seit
dem 1. Februar 2018 zur Creat Gruppe. Im Zusammenhang mit der Freigabe durch CFIUS unterzeichnete Biotest einen Vertrag
über den Verkauf seiner US Gesellschaften Biotest Pharmaceuticals Corporation, Boca
Raton, USA, und Biotest US Corporation, Boca Raton, USA. CFIUS und die amerikanischen
Wettbewerbsbehörde FTC (Federal Trade Commission) haben dem Verkauf der beiden US-Gesellschaften
zugestimmt. Zum Stichtag 30. Juni 2018 erfolgte die Erfassung des geschätzten Veräußerungsgewinns
aus dem Verkauf der US-Gesellschaften. Tiancheng hatte am 8. Februar 2018 mitgeteilt, mit der Biotest AG einen Beherrschungs-
und Gewinnabführungsvertrag abschließen zu wollen. Die Evaluierung dieses Vorhabens
durch Tiancheng dauert noch an. Biotest will die Chancen nutzen, die sich aus der Zugehörigkeit zur Creat Gruppe ergeben.
Daher wurden im ersten Halbjahr 2018 Gespräche über Synergiepotenziale mit dem ebenfalls
zum Unternehmensverbund gehörenden britischen Plasmahersteller Bio Products Laboratory
Ltd., Elstree, Großbritannien, aufgenommen. Das Expansionsprojekt Biotest Next Level wurde im ersten Halbjahr 2018 weiter vorangetrieben.
Die im Rahmen der Inbetriebnahme festgestellten Verunreinigungen in den Reinstmediensystemen
wurden durch intensive Reinigungsaktivitäten entfernt. Die aus diesem Grund unterbrochene
Inbetriebnahme der Anlagen wurde im zweiten Quartal wieder aufgenommen und die erste
Prozessanlage für die Aufreinigung von IgG im Juni erfolgreich qualifiziert und an
Biotest übergeben. Im ersten Halbjahr 2018 hat Biotest außerdem zwei weitere Plasmapheresezentren in
Tschechien eröffnet und dadurch die langfristige Versorgung mit Blutplasma weiter
gestärkt. C. PROGNOSE-, RISIKO- UND CHANCENBERICHTI. PROGNOSEBERICHTA. ERWARTETE ENTWICKLUNG DES MARKTUMFELDSZielmärkteLaut aktuellen Studien wird die weltweite Nachfrage nach Immunglobulinen (IgG) in den kommenden Jahren weiter um jährlich 7 bis 8 % zunehmen.15 Die große Nachfrage im Markt führt derzeit zu steigenden Preisen bei diesen Präparaten.16 Die Plasmaindustrie reagiert auf die anhaltend große Nachfrage mit dem Ausbau zusätzlicher Plasmasammel- und Fraktionierkapazitäten, die bei Plasmafirmen weltweit entstehen und nach und nach in den Markt kommen. Auch bei plasmatischen Gerinnungsfaktoren rechnet die Biotest Gruppe mit einer Zunahme des Weltmarktvolumens um etwa 1 bis 2 % pro Jahr bis 2020.17 15
Biotest Market and Pricing Insights based on MRB (2014, 2015, 2016), PPTA (2017),
Markets and Markets (2017). B. ERWARTETE ENTWICKLUNG DER BIOTEST GRUPPEErwartete Geschäfts- und Ertragslage der Biotest GruppeDer Vorstand erwartet für das Geschäftsjahr 2018 für die fortgeführten Geschäftsbereiche
einen Umsatzanstieg im mittleren einstelligen Prozentbereich. Das Ergebnis wird im
Jahr 2018 von verschiedenen Faktoren beeinflusst werden. Neben den bewusst noch einmal
erhöhten Aufwendungen im Rahmen des Expansionsprojekts Biotest Next Level (BNL) in
Höhe von 60 bis 70 Mio. € - inklusive der zugehörigen Forschungs- und Entwicklungskosten
- könnte sich der voraussichtlich auch in 2018 anhaltende Preisdruck in Europa sowie
die weiterhin angespannte Lage in den Krisenregionen insbesondere im Nahen Osten bemerkbar
machen. Aufgrund der vorgenannten Einflussfaktoren geht der Vorstand von einem EBIT der fortgeführten
Geschäftsbereiche von 10 bis 12 Mio. € aus. Ohne die Ergebnisbelastungen aus dem Projekt
BNL läge das bereinigte EBIT somit bei 70 bis 80 Mio. €. Für das Jahr 2018 erwartet
der Vorstand einen Return on Capital Employed (RoCE) in Höhe von ca. 1,2 % sowie einen
Cash Flow aus der betrieblichen Tätigkeit von etwa 10 Mio. €. Erwartete Finanz- und Vermögenslage der Biotest GruppeDas Hauptaugenmerk der Biotest Gruppe liegt auf einer ausgewogenen Finanzierungsstruktur,
sowohl im Hinblick auf das Verhältnis von Fremd- zu Eigenkapital als auch von kurzfristiger
zu langfristiger Kreditfinanzierung. Einen erheblichen Teil der in den vergangenen
Jahren erhaltenen Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente hat der Konzern für
das Projekt BNL eingesetzt und wird dies auch weiterhin tun, um die Kapazitätsausweitung
am Standort Dreieich zu finanzieren. Außerdem ist die für das weitere Umsatzwachstum notwendige Ausweitung des Umlaufvermögens
zu finanzieren. Für das Geschäftsjahr 2018 sind Investitionen der Biotest Gruppe im
Volumen von ca. 65 Mio. € vorgesehen, wovon ein erheblicher Teil auf das Projekt BNL
entfällt. Daneben werden aber auch weitere Investitionen für die Erweiterung bestehender
und den Aufbau neuer Plasmazentren in Europa getätigt. Neben dem dargestellten organischen
Wachstum und dessen Finanzierung können in Zukunft auch Partnerschaften eine strategische
Option darstellen. Durch die Übernahme der Mehrheit der Anteile an der Biotest AG durch die Tiancheng
(Germany) Pharmaceutical Holdings AG, München, Deutschland (Tiancheng), am 31. Januar
2018 ist es zu einem Kontrollwechsel gekommen, der ebenfalls Auswirkungen auf die
Finanz- und Vermögenslage der Biotest hatte und haben kann. Für Erläuterungen verweisen
wir auf die entsprechenden Ausführungen im Nachtragsbericht. Mit Vollzug des Übernahmeangebots der Tiancheng können die bestehenden Kreditverträge
auf Grund des Kontrollwechsels im Jahr 2018 gekündigt werden. Tiancheng hat Biotest
zum 31. Januar 2018 ein nachrangiges Gesellschafterdarlehen in Höhe von 190,0 Mio.
€ mit einer Laufzeit von zwei Jahren und am 8. Juni 2018 ein weiteres nachrangiges
Gesellschafterdarlehen in Höhe von 150,0 Mio. € mit einer Laufzeit bis zum 30. April
2020 gewährt. Darüber hinaus wurde ein Finanzierungsvolumen in Höhe von 298,8 Mio.
€ und 13,5 Mio. USD bestehend aus Darlehen, Krediten und Betriebsmittellinien bis
zum 20. Juli 2018 durch die Kreditgeber fest zugesagt. Innerhalb dieser Frist wird Biotest mit den Kreditgebern und Tiancheng über die weitere
Finanzierung sprechen. Zur weiteren Reduzierung der Finanzverbindlichkeiten könnte
auch der Kaufpreis aus dem Verkauf der Anteile an den US-Gesellschaften Biotest Pharmaceuticals
Corporation, Boca Raton, USA, und Biotest US Corporation, Boca Raton, USA, genutzt
werden. Für weitere Ausführungen dazu verweisen wir auf den Nachtragsbericht. II. RISIKOBERICHTDie Risikosituation der Biotest Gruppe hat sich gegenüber der Darstellung im Geschäftsbericht
2017 (Seiten 30 bis 39) um die folgenden Sachverhalte verändert: Der am 31. Januar 2018 vollzogene gesellschaftsrechtliche Kontrollwechsel bei der
Biotest AG hat Kündigungsgründe oder Sondertilgungspflichten gemäß der Kreditverträge
begründet. Dadurch haben sich die Restlaufzeiten der Finanzverbindlichkeiten verkürzt.
Aus Darlehen, Krediten und zugesagten Betriebsmittellinien hätten hierdurch Kredite
in der Biotest Gruppe bis zu 487,5 Mio. € innerhalb des Jahres 2018 zur Zahlung fällig
gestellt werden können. Wie berichtet hat die Mehrheit der Kreditgeber in einer "Vereinbarung
über den Aufschub von Rechten" zugestimmt, auf die Ausübung eines Kündigungsrechtes
aufgrund des Kontrollwechsels bis zum 20. Juli 2018 zu verzichten. Im Gegenzug verpflichtete
sich Biotest zu gewissen Schutzmaßnahmen zugunster der Kreditgeber und zur Einhaltung
einer auf dem EBITDA basierenden Finanzkennzahl. Mit Unterzeichnung dieser Vereinbarung
am 29. August 2017 wurde ein Finanzierungsvolumen in Höhe von 298,8 Mio. € und 13,5
Mio. USD, bestehend aus Darlehen, Krediten und zugesagten Betriebsmittellinien, gesichert. Nach Unterzeichnung der vorgenannten Vereinbarung wurde das US-Geschäft verkauft,
um die CFIUS-Freigabe für den Vollzug der Übernahme Ende Januar 2018 zu erhalten.
Durch den Verkauf des US-Geschäfts wurde die geforderte Finanzkennzahl EBITDA des
fortgeführten Geschäftsbereichs im ersten Quartal 2018 nicht erreicht, wodurch ein
Sonderkündigungsrecht der Banken und Darlehensgeber hätte ausgelöst werden können.
Anfang Mai 2018 haben die Kreditgeber mit der dafür erforderlichen Anzahl beschlossen,
auf die Einhaltung dieser Finanzkennzahl zu verzichten. Damit blieb die Vereinbarung
über den Aufschub von Rechten bis zum 20. Juli 2018 in Kraft. Danach haben die Banken
und Darlehensgeber wieder das Recht, die Kredite, Darlehen und Linien zu kündigen.
Daher kann es mit Ablauf der Vereinbarung mit den Kreditgebern am 20. Juli 2018 zu
Sonderkündigungen und Zahlungsverpflichtungen aus Vorfälligkeitsentschädigungen kommen.
Für den aktuellen Stand verweisen wir auf den Nachtragsbericht. Für bereits geltend gemachte Sonderkündigungsrechte hat die Tiancheng am 28. August
2017 mit Biotest einen Vertrag zur Gewährung eines nachrangigen Gesellschafterdarlehens
in Höhe von 190,0 Mio. € mit einer Laufzeit von zwei Jahren ab dem Datum der Inanspruchnahme
geschlossen. Das Darlehen wurde am 30. Januar 2018 an die Biotest AG ausgereicht.
Darüber hinaus hat Biotest am 8. Juni 2018 ein weiteres nachrangiges Gesellschafterdarlehen
in Höhe von 150,0 Mio. € mit einer Laufzeit bis zum 30. April 2020 erhalten. Das Darlehen
dient der Rückführung von Darlehen an Kreditgeber, die nach dem 20. Juli von ihrem
Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen. Im Mai 2018 kündigte US-Präsident Donald Trump an, dass sich die USA aus dem Atomabkommen
mit dem Iran zurückziehen werden. Die Sanktionen gegen das Land setzte er wieder in
Kraft. Dies könnte sich bei Biotest auf die Werthaltigkeit der bilanzierten Vermögenswerte
im mittleren zweistelligen Millionenbereich negativ auswirken. Die Sanktionen könnten
auch zu einem vollständigen Abbruch der Geschäftsbeziehungen führen. Der Vorstand
schätzt das Risiko derzeit als gering ein. III. CHANCENBERICHTDie Chancensituation der Biotest Gruppe hat sich gegenüber der Darstellung im Geschäftsbericht
2017 (Seite 39 und 40) nicht wesentlich verändert. In Bezug auf die Höhe des Veräußerungsgewinns
des US-Geschäfts verweisen wir auf die Ertragslage. Nach der Freigabe von den britischen Kartellbehörden haben erste Gespräche zur Abschätzung
von Synergieeffekten zwischen Biotest und Bio Products Laboratory Ltd., Elstree (London),
UK, einer Tochtergesellschaft der Tiancheng International, stattgefunden. D. NACHTRAGSBERICHTAn die Kreditgeber, die der Vereinbarung über Aufschub von Rechten aufgrund des Kontrollwechsels
vom 29. August 2017 (nachfolgend das "Umbrella Agreement") nicht zugestimmt haben
sowie an Kreditgeber, die von ihrem Sonderkündigungsrecht nach dem 20. Juli 2018 Gebrauch
gemacht haben, wurden bis zur Veröffentlichung des Berichts Schuldscheindarlehen in
Höhe von 154,0 Mio. € und 36,5 Mio. USD sowie KfW-Darlehen in Höhe von 169,8 Mio.
€ zurückgeführt. Verträge zu kurzfristigen Kreditlinien wurden in Höhe von 97,5 Mio.
€ einvernehmlich aufgehoben oder wurden nicht prolongiert. Die Vorfälligkeitsentschädigungen
im Zusammenhang mit dieser Änderung der Finanzierungsstruktur belaufen sich auf rund
8,5 Mio. €. Nach dem oben genannten Stichtag kann es zu weiteren Sonderkündigungen
in Höhe von rund 33,4 Mio. € und Zahlungsverpflichtungen aus Vorfälligkeitsentschädigungen
für Schuldscheindarlehen kommen. Für bereits geltend gemachte Sonderkündigungsrechte hat die Tiancheng am 28. August
2017 mit Biotest einen Vertrag zur Gewährung eines nachrangigen Gesellschafterdarlehens
in Höhe von 190,0 Mio. € mit einer Laufzeit von zwei Jahren ab dem Datum der Inanspruchnahme
geschlossen. Das Darlehen wurde am 30. Januar 2018 an die Biotest AG ausgereicht.
Darüber hinaus hat Biotest am 8. Juni 2018 ein weiteres nachrangiges Gesellschafterdarlehen
in Höhe von 150,0 Mio. € mit einer Laufzeit bis zum 30. April 2020 erhalten. Das Darlehen
dient der Rückführung von Darlehen an Kreditgeber, die nach dem 20. Juli 2018 von
ihrem Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen. Zur Zwischenfinanzierung bis zum Eingang der Verkaufserlöse aus dem Verkauf der US-Gesellschaften
hatte die Biotest AG am 18. Juli 2018 ein Darlehen in Höhe von 160,0 Mio. € aufgenommen,
das am 1. August wieder vollständig zurückgeführt wurde. Am 31. Juli 2018 wurde die Freigabe der amerikanischen Behörde FTC (Federal Trade
Commission) für den Vollzug des Verkaufs der Biotest US Corporation, Boca Raton, USA,
und deren operativ tätige Tochtergesellschaft, Biotest Pharmaceuticals Corporation,
Boca Raton, USA, an die Grifols Shared Services North America, Inc., einer Tochtergesellschaft
der Grifols S.A., Barcelona, Spanien, erteilt. Mit der Genehmigung durch die FTC wurde
die letzte noch ausstehende Bedingung für die Übertragung der Anteile an den US-Gesellschaften
erfüllt. Aufgrund des Verkaufs ist der Biotest AG ein Kaufpreis in Höhe von 286 Mio. USD zugeflossen.
Der geschätzte Veräußerungsgewinn beträgt voraussichtlich 158 Mio. €. Die Biotest
AG hatte den Vertrag über den Verkauf ihrer US-Gesellschaften am 22. Dezember 2017
im Zusammenhang mit der Freigabe des freiwilligen Übernahmeangebots der Tiancheng
(Germany) Pharmaceutical Holdings AG, München, Deutschland, der Erwerbsgesellschaft
der Creat Group Corporation, durch die US-amerikanische Behörde CFIUS (Committee on
Foreign Investment in the United States) abgeschlossen. Nach Eingang des Erlöses aus dem Verkauf des US-Geschäftes wurde das Gesellschafterdarlehen
in Höhe von 50,0 Mio. € teilweise zurückgezahlt. Bis zum Vollzug des Verkaufs hatte die Biotest AG die US-Gesellschaften an einen US-amerikanischen
Treuhänder übertragen. Im Rahmen des Verkaufs verbleiben verschiedene Vermögenswerte
zunächst bei dem US-amerikanischen Treuhänder bzw. werden an Biotest übertragen. Ein wesentlicher Einflussfaktor für die Berechnung der Pensionsverpflichtungen für
in Deutschland beschäftigte Mitarbeiter sind Sterbewahrscheinlichkeiten, die mithilfe
von Heubeck-Richttafeln in der Version 2005G ermittelt werden. Am 20. Juli 2018 veröffentlichte
die Heubeck AG neue Sterbetafeln, die neue Sterbewahrscheinlichkeiten beinhalten.
Inwieweit diese allgemein anzuwenden sind, steht noch nicht fest. Sollten die neuen
Sterbetafeln allgemein anerkannt werden, geht Biotest davon aus, dass dies zu keiner
wesentlichen Erhöhung der Pensionsverpflichtung führt, die sich entsprechend in einer
erfolgsneutralen Eigenkapitalveränderung niederschlägt. Am 10. August 2018 hat der Aufsichtsrat der Biotest AG den Vorstandsvertrag von Herrn
Dr. Ehmer erneut bis April 2019 verlängert. KONZERNZWISCHENABSCHLUSSGEWINN- UND VERLUSTRECHNUNGder Biotest Gruppe für den Zeitraum vom 1. Januar bis zum 30. Juni 2018scroll
GESAMTERGEBNISRECHNUNGder Biotest Gruppe für den Zeitraum vom 1. Januar bis 30. Juni 2018scroll
BILANZder Biotest Gruppe zum 30. Juni 2018AKTIVAscroll
PASSIVAscroll
KAPITALFLUSSRECHNUNGder Biotest Gruppe für den Zeitraum vom 1. Januar bis 30. Juni 2018scroll
EIGENKAPITALVERÄNDERUNGSRECHNUNGder Biotest Gruppe für den Zeitraum vom 1. Januar bis zum 30. Juni 2018scroll
scroll
AUSGEWÄHLTE ANHANGSANGABENAUFSTELLUNGSNORMDer Konzernzwischenabschluss zum 30. Juni 2018 der Biotest AG und ihrer Tochtergesellschaften
wird in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS)
aufgestellt, wie sie in der Europäischen Union verpflichtend anzuwenden sind. Dementsprechend
wurde dieser Konzernzwischenbericht zum 30. Juni 2018 gemäß IAS 34 "Zwischenberichterstattung"
aufgestellt und enthält einen gegenüber dem Konzernabschluss verkürzten Berichtsumfang.
Die IFRS umfassen sowohl die International Financial Reporting Standards (IFRS) und
die International Accounting Standards (IAS) als auch die Interpretationen des International
Financial Reporting Standards Interpretations Committee (IFRS IC) sowie die Interpretationen
des Standing Interpretation Committee (SIC). Die Rechnungslegung der Biotest Gruppe
basiert auf den IFRS, die auf Geschäftsjahre, die am 1. Januar 2018 beginnen, verpflichtend
anzuwenden sind. Dieser Konzernzwischenabschluss wurde am 14. August 2018 durch den Vorstand zur Veröffentlichung
freigegeben. KONSOLIDIERUNGSKREISIn den Konzernabschluss der Biotest AG werden mit unverändert drei inländischen und
mit zwölf (zum 30. Juni 2017: 13) ausländischen Unternehmen, an denen die Biotest
AG direkt oder indirekt die Mehrheit der Stimmrechte hält, alle wesentlichen Tochtergesellschaften
einbezogen. Am 31. Januar 2018 sind sämtliche Aktivitäten der Biotest Pharmaceuticals Corporation
(BPC), Boca Raton, USA, und der Biotest US Corporation, Boca Raton, USA, im Bereich
der Plasmasammlung, die bisher im Segment Plasma & Services dargestellt wurden, infolge
der Übernahme von Creat und dem damit verbundenen Kontrollwechsel aus dem Konsolidierungskreis
der Biotest Gruppe ausgeschieden. Die Aktivitäten dieser US-Gesellschaften bis zum
19. Januar 2018 sowie sämtliche mit deren Verkauf zusammenhängenden Aufwendungen und
Erträge wurden als nicht fortgeführter Geschäftsbereich dargestellt. Die Vorjahreszahlen
wurden entsprechend angepasst. Soweit nicht anders vermerkt, beziehen sich die Angaben und Erläuterungen in diesem
Halbjahresbericht auf die fortgeführten Geschäftsbereiche. Die Biodarou P.J.S. Co. mit Sitz in Teheran, Iran, wird als Gemeinschaftsunternehmen
at equity in den Konzernabschluss einbezogen. AUSWIKRUNGEN NEUER BILANZIERUNGSSTANDARDSIFRS 9: "Finanzinstrumente"Biotest hat den neuen Standard IFRS 9 (Finanzinstrumente) zum vorgeschriebenen Datum
des Inkrafttretens, dem 1. Januar 2018, angewandt, wobei die Vorjahresinformationen
nicht angepasst wurden. Die Erstbewertung nach IFRS 9 der als zu fortgeführten Anschaffungskosten
bewerteten finanziellen Vermögenswerte führte zu einer um 1,5 Mio. € verminderten
Risikovorsorge, die sich vorteilhaft auf den Ansatz der Forderungen aus Lieferungen
und Leistungen sowie das Eigenkapital ausgewirkt hat. Die Folgebewertung ergab zum
30. Juni 2018 eine erfolgswirksame Verminderung der Risikovorsorge um 0,1 Mio. €,
die in der Zeile "Veränderung der Wertberichtigung auf zu fortgeführten Anschaffungskosten
bewertete finanzielle Vermögenswerte" in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen
wurde. Bei der Erstbewertung nach IFRS 9, der als erfolgswirksam zum beizulegenden
Zeitwert klassifizierten finanziellen Vermögenswerte ergab sich keine Ergebnisauswirkung,
da diese Finanzinstrumente im Wesentlichen bereits unter IAS 39 zum beizulegenden
Zeitwert bewertet wurden. Die Folgebewertung führte per 30. Juni 2018 zu einer erfolgswirksamen
Wertänderung um -3,3 Mio. €, die in der Zeile "Wertanpassungen auf zum beizulegenden
Zeitwert bewertete Finanzinstrumente" in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen
wurde. IFRS 15: "Erlöse aus Verträgen mit Kunden"Zum 1. Januar 2018 hat IFRS 15 die bisher geltenden Standards zur Umsatzrealisierung
abgelöst. Im Rahmen der erstmaligen Anwendung von IFRS 15 wendet Biotest die modifizierte
rückwirkende Methode an. Hieraus ergaben sich zum 30. Juni 2018 keine Auswirkungen.
Im Halbjahresabschluss 2018 wurden die Vertragsvermögenswerte aus der Anwendung der
Teilgewinnrealisierung unter Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und die Vertragsverbindlichkeiten
aus Bonusvereinbarungen unter Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen ausgewiesen. In dem Segment Therapie werden Umsatzerlöse aus Arzneimittelverkäufen an Kunden ausgewiesen.
Diese Produktverkäufe basieren auf Bestellungen und Verträgen, die jeweils einzeln
abgrenzbare Leistungsverpflichtungen vorsehen. Umsätze aus dem Verkauf dieser Arzneimittel
werden zeitpunktbezogen realisiert. Das Segment Plasma & Services beinhaltet das Geschäft
der Lohnfraktionierung von Blutplasma. Die auf dieses Geschäft entfallenden Umsatzerlöse
werden nach IFRS 15 zeitraumbezogen realisiert, wobei für die Ermittlung des Fertigstellungsgrades
die gleiche Methode zum Einsatz kommt, wie bisher. In diesem Segment beinhalten einige
Verträge auch gestaffelte Jahresrabatte in Abhängigkeit von den gelieferten Volumina.
Zur Schätzung der hieraus resultierenden variablen Zahlungen wendet Biotest die Erwartungswertmethode
an, die sich nicht wesentlich von der bisherigen Methode unterscheidet. Die Erlöse
aus Anderen Segmenten werden zeitpunktbezogen realisiert. NETTOVERSCHULDUNGscroll
SEGMENTBERICHTERSTATTUNGder Biotest Gruppe für den Zeitraum vom 1. Januar bis zum 30. Juni 2018scroll
scroll
ÜBERLEITUNGSRECHNUNG DER SUMME DER SEGMENTERGEBNISSE ZUM ERGEBNIS NACH STEUERN DER BIOTEST GRUPPEscroll
QUARTALSVERGLEICHnach Geschäftssegmenten scroll
scroll
SONSTIGE ANHANGSANGABENAnlagespiegel - Nettodarstellungscroll
Mitarbeiternach Funktionsbereichen (nur fortgeführte Geschäftsbereiche) scroll
Finanzinstrumente zum 30. Juni 2018scroll
FAIR VALUE HIERARCHIEDie Finanzinstrumente, die in der Bilanz zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden,
sind gemäß IFRS 7.27A in eine dreistufige Hierarchie der Zeitwertermittlung einzuordnen.
Die Stufe spiegelt jeweils die Marktnähe der bei der Ermittlung des beizulegenden
Zeitwerts einbezogenen Daten wider. Die Stufen der Fair Value Hierarchie sind im Folgenden
beschrieben: Stufe 1: notierte Marktpreise für identische Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten
an aktiven Märkten, Stufe 2: andere Informationen als notierte Marktpreise, die direkt (zum Beispiel Preise)
oder indirekt (zum Beispiel abgeleitet aus Preisen) beobachtbar sind, und Stufe 3: Informationen für Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die nicht auf beobachtbaren
Marktdaten basieren. Bei Vermögenswerten und Schulden, die auf wiederkehrender Basis im Abschluss erfasst
werden, bestimmt der Konzern, ob Umgruppierungen zwischen den Stufen der Hierarchie
stattgefunden haben, indem er am Ende jeder Berichtsperiode die Klassifizierung (basierend
auf dem Inputparameter der niedrigsten Stufe, der für die Bewertung zum beizulegenden
Zeitwert insgesamt wesentlich ist) überprüft. Um die Anforderungen zu den Angaben über die beizulegenden Zeitwerte zu erfüllen,
hat der Konzern Gruppen von Vermögenswerten und Schulden auf der Grundlage ihrer Art,
ihrer Merkmale und ihrer Risiken sowie der Stufen der oben erläuterten Fair Value
Hierarchie festgelegt. Die Fair Values von Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen,
sonstigen Forderungen und Verbindlichkeiten entsprechen aufgrund der kurzen Laufzeiten
annahmegemäß ihren Buchwerten. Für die sonstigen finanziellen Vermögenswerte, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet
sind, sind keine Marktpreise direkt beobachtbar. Die Bewertungen dieser Positionen
erfolgen auf Basis von beobachtbaren Marktinformationen am Emissionszeitpunkt und
Standard-Zinskurven. Die Zuordnung des beizulegenden Zeitwerts erfolgt in der Hierarchiestufe
2. Bei den derivativen finanziellen Vermögenswerten wird eine Mark-to-Market-Bewertung
auf Basis notierter Devisenkurse und am Markt erhältlicher Zinsstrukturkurven vorgenommen.
Die Zuordnung des beizulegenden Zeitwerts erfolgt in der Hierarchiestufe 2. Die beizulegenden Zeitwerte der Finanzverbindlichkeiten werden als Barwerte der mit
den Schulden verbundenen Zahlungen unter Zugrundelegung der jeweils gültigen Zinsstrukturkurve
sowie der nach den einzelnen Währungen betrachteten Credit-Spread-Kurve bestimmt. Bei der Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts wurde das Counterparty-Risiko mittels
eines Add on-Verfahrens berücksichtigt. Ferner erfolgte eine Berücksichtigung des
Währungsbasisspreads. GESCHÄFTSBEZIEHUNGEN ZU NAHE STEHENDEN PERSONEN UND UNTERNEHMENSeit dem 31. Januar 2018 hält die Tiancheng (Germany) Pharmaceutical Holdings AG,
München, Deutschland (Tiancheng), eine indirekt kontrollierte Tochtergesellschaft
der Creat Group Co. Ltd., Nanchang, Volksrepublik China (Creat), die Mehrheitsbeteiligung
(ca. 90 % der stimmberechtigten Stammaktien der Biotest AG) an der Biotest AG. Im Zusammenhang mit der Übernahme durch Creat und der damit verbundenen Refinanzierung
aufgrund von Kontrollwechselklauseln hat die Tiancheng am 28. August 2017 mit Biotest
einen Vertrag zur Gewährung eines nachrangigen Gesellschafterdarlehens in Höhe von
190,0 Mio. € zu einem marktüblichen Zinssatz von 2,5 % und einer Laufzeit von zwei
Jahren ab dem Datum der Inanspruchnahme geschlossen. Das Darlehen wurde am 30. Januar
2018 an die Biotest AG ausgereicht. Darüber hinaus hat Biotest am 8. Juni 2018 ein
weiteres nachrangiges Gesellschafterdarlehen in Höhe von 150,0 Mio. € zu einem marktüblichen
Zinssatz von 2,5% und einer Laufzeit bis zum 30. April 2020 erhalten. Der Buchwert
der Darlehen mit abgegrenzten Zinsen beträgt zum 30. Juni 2018 342,2 Mio. €. Der Zinsaufwand
aus den Gesellschafterdarlehen beträgt im ersten Halbjahr 2,2 Mio. €. Die Beziehungen der Biotest Gruppe zu Bio Products Laboratory Ltd. (BPL) mit Sitz
in Elstree, Vereinigtes Königreich, sind seit dem 31. Januar 2018 aufgrund der gemeinsamen
Zugehörigkeit zum Creat-Konzern zu berichten. Biotest erwarb im Zeitraum 31. Januar
2018 bis 30. Juni 2018 von BPL Waren in Höhe von 0,6 Mio. €. Die Verbindlichkeiten
von Biotest gegenüber der BPL betragen zum 30. Juni 2018 0,0 Mio. €. Sämtliche Aktivitäten der Biotest Pharmaceuticals Corporation (BPC), Boca Raton, USA,
und der Biotest US Corporation, Boca Raton, USA, im Bereich der Plasmasammlung, die
bisher im Segment Plasma & Services dargestellt wurden, sind infolge der Übernahme
von Creat und dem damit verbundenen Kontrollwechsel am 31. Januar 2018 aus dem Konsolidierungskreis
der Biotest Gruppe ausgeschieden. Am 20. Oktober 2017 haben die Vertreter der Biotest AG und die OGEL GmbH einen Vertrag
geschlossen, in welchem die OGEL GmbH (OGEL), als langjährige Gesellschafterin und
Mehrheitsaktionärin der Biotest AG, die Zusage erteilt, einen Anteil am Erlös aus
der Veräußerung der Biotest-Aktien an die Tiancheng (Germany) Pharmaceuticals AG,
München, in Form einer als "Einlage in das Eigenkapital der Biotest gemäß § 272 Abs.
2 Nr. 4 HGB" bezeichneten Sonderzahlung in Höhe von 2,6 Mio. € an die Biotest AG zu
zahlen. Vertraglich war bestimmt, dass die Zuwendung zweckgebunden ist und ausschließlich
den Mitarbeitern zu Gute kommen soll. Darüber hinaus war sie aufschiebend bedingt
auf den Zeitpunkt der Kaufpreiszahlung. Infolge des Eingangs der vorläufigen Kaufpreiszahlung
leistete die OGEL am 7. Februar 2018 die vertraglich geschuldete "Einlage in das Eigenkapital"
Da zeitgleich mit dem Zufluss der OGEL-Zahlung die Verbindlichkeit zur Weiterleitung
der Prämie an die Mitarbeiter entstanden ist, wurde die Zahlung aufgrund ihres Durchleitungscharakters
per Saldo aller Buchungen im Wesentlichen ohne Erfolgswirkung dargestellt. Die Biotest Gruppe unterhält darüber hinaus zu berichtende Beziehungen zu dem Gemeinschaftsunternehmen
BioDarou P.J.S. Co., Teheran/Iran, sowie zu dessen Tochterunternehmen Plasma Gostar
Pars P.J.S, Teheran/Iran. Die beiden Gesellschaften erwarben in den ersten sechs Monaten von Biotest Waren und
Dienstleistungen in Höhe von 3,9 Mio. €. Die Forderungen von Biotest gegenüber der
BioDarou P.J.S. Co. und der Plasma Gostar Pars P.J.S. betragen zum 30. Juni 2018 10,9
Mio. €. Außer diesen Geschäftsbeziehungen gab es im Berichtszeitraum keine wesentlichen Geschäfte
mit nahestehenden Personen oder Unternehmen. EREIGNISSE NACH DEM BILANZSTICHTAGAn die Kreditgeber, die der Vereinbarung über Aufschub von Rechten aufgrund des Kontrollwechsels
vom 29. August 2017 (nachfolgend das "Umbrella Agreement") nicht zugestimmt haben,
sowie an Kreditgeber, die von ihrem Sonderkündigungsrecht nach dem 20. Juli 2018 Gebrauch
gemacht haben, wurden bis zur Veröffentlichung des Berichts Schuldscheindarlehen in
Höhe von 154,0 Mio. € und 36,5 Mio. USD sowie KfW-Darlehen in Höhe von 169,8 Mio.
€ zurückgeführt. Verträge zu kurzfristigen Kreditlinien wurden in Höhe von 97,5 Mio.
€ einvernehmlich aufgehoben oder wurden nicht prolongiert. Die Vorfälligkeitsentschädigungen
im Zusammenhang mit dieser Änderung der Finanzierungsstruktur belaufen sich auf rund
8,5 Mio. €. Nach dem oben genannten Stichtag kann es zu weiteren Sonderkündigungen
in Höhe von rund 33,4 Mio. € und Zahlungsverpflichtungen aus Vorfälligkeitsentschädigungen
für Schuldscheindarlehen kommen. Für bereits geltend gemachte Sonderkündigungsrechte hat die Tiancheng am 28. August
2017 mit Biotest einen Vertrag zur Gewährung eines nachrangigen Gesellschafterdarlehens
in Höhe von 190,0 Mio. € mit einer Laufzeit von zwei Jahren ab dem Datum der Inanspruchnahme
geschlossen. Das Darlehen wurde am 30. Januar 2018 an die Biotest AG ausgereicht.
Darüber hinaus hat Biotest am 8. Juni 2018 ein weiteres nachrangiges Gesllschafterdarlehen
in Höhe von 150,0 Mio. € mit einer Laufzeit bis zum 30. April 2020 erhalten. Das Darlehen
dient der Rückführung von Darlehen an Kreditgeber, die nach dem 20. Juli 2018 von
ihrem Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen. Zur Zwischenfinanzierung bis zum Eingang der Verkaufserlöse aus dem Verkauf der US-Gesellschaften
hatte die Biotest AG am 18. Juli 2018 ein Darlehen in Höhe von 160,0 Mio. € aufgenommen,
das aber am 1. August wieder vollständig zurückgeführt wurde. Am 31. Juli 2018 wurde die Freigabe der amerikanischen Behörde FTC (Federal Trade
Commission) für den Vollzug des Verkaufs der Biotest US Corporation und deren operativ
tätige Tochtergesellschaft, Biotest Pharmaceuticals Corporation (BPC), an die Grifols
Shared Services North America, Inc., einer Tochtergesellschaft der Grifols S.A., Barcelona,
Spanien, erteilt. Mit der Genehmigung durch die FTC wurde die letzte noch ausstehende
Bedingung für die Übertragung der Anteile an den US-Gesellschaften erfüllt. Aufgrund des Verkaufs ist der Biotest AG ein Kaufpreis in Höhe von 286 Mio. USD zugeflossen.
Der geschätzte Veräußerungsgewinn beträgt voraussichtlich 158 Mio. €. Die Biotest
AG hatte den Vertrag über den Verkauf ihrer US-Gesellschaften am 22. Dezember 2017
im Zusammenhang mit der Freigabe des freiwilligen Übernahmeangebots der Tiancheng
(Germany) Pharmaceutical Holdings AG, der Erwerbsgesellschaft der Creat Group Corporation,
durch die US-amerikanische Behörde CFIUS (Committee on Foreign Investment in the United
States) abgeschlossen. Nach Eingang des Erlöses aus dem Verkauf des US-Geschäftes wurde das Gesellschafterdarlehen
in Höhe von 50,0 Mio. € teilweise zurückgezahlt. Bis zum Vollzug des Verkaufs hatte die Biotest AG die US-Gesellschaften an einen US-amerikanischen
Treuhänder übertragen. Im Rahmen des Verkaufs verbleiben verschiedene Vermögenswerte
zunächst bei dem US-amerikanischen Treuhänder bzw. werden an Biotest übertragen. Ein wesentlicher Einflussfaktor für die Berechnung der Pensionsverpflichtungen für
in Deutschland beschäftigte Mitarbeiter sind Sterbewahrscheinlichkeiten, die mithilfe
von Heubeck-Richttafeln in der Version 2005G ermittelt werden. Am 20. Juli 2018 veröffentlichte
die Heubeck AG neue Sterbetafeln, die neue Sterbewahrscheinlichkeiten beinhalten.
Inwieweit diese allgemein anzuwenden sind, steht noch nicht fest. Sollten die neuen
Sterbetafeln allgemein anerkannt werden, geht Biotest davon aus, dass dies zu keiner
wesentlichen Erhöhung der Pensionsverpflichtung führt, die sich entsprechend in einer
erfolgsneutralen Eigenkapitalveränderung niederschlägt. Am 10. August 2018 hat der Aufsichtsrat der Biotest AG den Vorstandsvertrag von Herrn
Dr. Ehmer erneut bis April 2019 verlängert. VERSICHERUNG DER GESETZLICHEN VERTRETERErklärung entsprechend § 117 Nr. 1 WpHG in Verbindung mit §§ 297 Abs. 2 Satz 4 und 315 Abs. 1 Satz 5 HGBNach bestem Wissen versichern wir, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen
für die Zwischenberichterstattung der Konzernzwischenabschluss ein den tatsächlichen
Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns
vermittelt und im Konzernzwischenlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des
Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen
Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen
und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns im verbleibenden Geschäftsjahr
beschrieben sind. Dreieich, den 14. August 2018 Biotest Aktiengesellschaft Der Vorstand scroll
FINANZKALENDER14. NOVEMBER 2018Quartalsmitteilung zum 30. September 2018 Telefonkonferenz IMPRESSUMHERAUSGEBERBiotest AG Landsteinerstr. 5 63303 Dreieich Deutschland www.biotest.com IR KontaktDr. Monika Buttkereit Telefon +49-6103-801-4406 Fax +49-6103-801-347 investor_relations@biotest.de PR KontaktDirk Neumüller Telefon +49-6103-801-269 pr@biotest.com KONZEPTION UND GESTALTUNGScheufele Hesse Eigler Kommunikationsagentur GmbH, Frankfurt am Main, Deutschland REDAKTION, LEKTORAT UND PROJEKTMANAGEMENTcometis AG, Wiesbaden, Deutschland Dieser Bericht enthält zukunftsgerichtete Aussagen zur gesamtwirtschaftlichen Entwicklung
sowie zur Geschäfts-, Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der Biotest AG und ihrer
Tochtergesellschaften. Diese Aussagen beruhen auf den derzeitigen Plänen, Einschätzungen,
Prognosen und Erwartungen des Unterneyhmens und unterliegen insofern Risiken und Unsicherheitsfaktoren,
die dazu führen können, dass die tatsächliche wesentlich von der erwarteten Entwicklung
abweicht. Die zukunftsgerichteten Aussagen haben nur zum Zeitpunkt der Veröffentlichung
dieses Berichts Gültigkeit. Biotest beabsichtigt nicht, die zukunftsgerichteten Aussagen
zu aktualisieren und übernimmt dafür keine Verpflichtung. BIOTEST AG | Landsteinerstr. 5, 63303 Dreieich, Deutschland, www.biotest.com |
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