Brockhaus Technologies AGFrankfurt am MainHalbjahresfinanzbericht nach WpHG zum Geschäftsjahr vom 01.01.2024 bis zum 30.06.2024H1 2024Brockhaus Technologies auf einen Blick![]() KonzernzwischenlageberichtErtragslage des KonzernsDie Umsatzerlöse des Konzerns stiegen in H1 2024 um 29,7% auf € 109.009 Tsd. und die
Gesamtleistung um 29,4% auf € 109.487 Tsd. Durch die Akquisitionen der vier Handelsagenturen von Bikeleasing im Verlauf des Geschäftsjahres
2023 entfielen im Berichtszeitraum die bis zu den Akquisitionen an diese Handelsagenturen
gezahlten Vertriebsprovisionen im Materialaufwand. Dies führte dazu, dass der Anstieg
des Materialaufwands mit 23,7% auf € 38.275 Tsd. niedriger ausfiel als das Umsatzwachstum.
Gleichzeitig beinhalten die Personalaufwendungen nun die Kosten der durch die Akquisition
übernommenen Mitarbeiter der Handelsagenturen. Daraus folgte ein überproportionaler
Anstieg des Personalaufwands um 35,4% auf € 20.520 Tsd. Die sonstigen betrieblichen
Aufwendungen erhöhten sich um 26,8% auf € 15.919 Tsd. Wesentlicher Treiber dieses
Anstiegs waren einmalige Aufwendungen in Verbindung mit der Einführung eines neuen
ERP-Systems bei Bikeleasing von € 1.410 Tsd. Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte,
die im Zuge der Erstkonsolidierung identifiziert wurden, stiegen um 28,0% auf € 9.419
Tsd. resultierend aus den Erwerben der vier Handelsagenturen sowie aus dem Erwerb
der Probonio GmbH im April 2024. Die sonstigen Abschreibungen auf Sachanlagen und
immaterielle Vermögenswerte stiegen um 9,1% auf € 2.250 Tsd. Die Finanzierungsaufwendungen erhöhten sich von € 6.785 Tsd. auf € 15.401 Tsd. Hauptursache
für diesen Anstieg war die Abwertung der Earn-out-Forderung aus dem Verkauf der Palas
in voller Höhe von € 8.228 Tsd. (Angabe 6). Maßgeblich bedingt durch diesen Aufwandsposten
sank das Periodenergebnis von € 5.310 Tsd. im Vorjahr auf € 2.184 Tsd. Ebenfalls aus
dem Abwertungsaufwand der Earn-out-Forderung resultierte die hohe Steuerquote im Berichtszeitraum
von 76,3%. Da dieser nach IFRS zu erfassende Aufwand im steuerrechtlichen Abschluss
nicht auszuweisen ist, hat er sich nicht entsprechend steuermindernd ausgewirkt. Ertragslage der SegmenteAm 11. April 2024 erwarb Bikeleasing die Probonio GmbH (Probonio), einen im Jahr 2022
gegründeten Anbieter von Software-as-a-Service (SaaS) für das Management von Mitarbeiter-Benefits.
Über die selbst entwickelte Plattform und native App können Arbeitgeber ihren Mitarbeitern
derzeit über zehn verschiedene Benefits anbieten, die dann in einem Online-Cockpit
nutzerfreundlich verwaltet werden können. Die Benefits reichen von Sachbezügen und
Essenzuschüssen, über Firmenfitness, bis hin zur technischen Einbindung von Anbietern
von Dienstradleasing wie Bikeleasing. Mit der Akquisition vollzieht Bikeleasing den
geplanten Schritt hin zu einer vollumfassenden Multi-Benefit-Plattform. In der Folge
hat sich das Geschäftsmodell des Segments perspektivisch deutlich erweitert. Aus diesem
Grund ändern wir die Bezeichnung des Segments von Financial Technologies in HR Benefit
& Mobility Platform. Der Umsatzanstieg im Konzern von 29,7% resultierte maßgeblich aus dem Wachstum von
42,8% im Segment HR Benefit & Mobility Platform. Im Segment Security Technologies
lagen die Umsatzerlöse hingegen um 19,4% unter dem Vergleichszeitraum. Aufgrund der Akquisition der vier Handelsagenturen des Segments HR Benefit & Mobility
Platform wird für Zwecke der besseren Aussagekraft der Segmentberichterstattung und
in Übereinstimmung mit dem internen Berichtswesen des Konzerns für den Vergleichszeitraum
auf eine pro-forma Betrachtung abgestellt. Diese stellt die Ertragskennzahlen des
Konzerns für 2023 so dar, als hätten die vier akquirierten Handelsagenturen bereits
zum 1. Januar 2023 zu Brockhaus Technologies gehört. Non-pro-forma Werte sind mit
dem Zusatz "as-is" gekennzeichnet. HR Benefit & Mobility PlatformDie Umsatzerlöse in dem Segment HR Benefit & Mobility Platform (Bikeleasing und Probonio)
stiegen in H1 2024 um 42,8% auf € 94.732 Tsd. (H1 2023: € 66.355 Tsd.). Zum 30. Juni
2024 betrug die Anzahl der an die digitale Plattform der Bikeleasing angeschlossenen
Unternehmen 67 Tsd., was einem Wachstum von 30,5% in den vergangenen zwölf Monaten
(last twelve months, LTM) entspricht. Dies stellt zudem das stärkste Neukundenwachstum
dar, das die Gesellschaft jemals in einem ersten Halbjahr erzielen konnte. Diese Unternehmenskunden
beschäftigten zum Abschlussstichtag 3,6 Mio. Mitarbeiter (22,3% LTM-Wachstum). Die
Anzahl der über die digitale Bikeleasing-Plattform in H1 2024 neu vermittelten Bikes
belief sich auf 81 Tsd., was einem Wachstum von 1,6% gegenüber dem Vergleichszeitraum
(H1 2023: 80 Tsd. Stück) entspricht. Im ersten Quartal des Berichtszeitraums war noch
ein Rückgang der neu vermittelten Bikes von 4,0% zu verzeichnen. Dem stand im zweiten
Quartal 2024 ein Wachstum von 4,6% verglichen mit Q2 2023 gegenüber. Im trockenen
April wuchs die Anzahl neu vermittelter Bikes noch deutlich um 30,0% gegenüber dem
Vorjahresmonat. Im Mai und Juni führten die teilweise unwetterartigen Niederschläge
dazu, dass sich Arbeitnehmer bei der Bestellung neuer Dienstradleasing-Fahrräder zurückhielten.
Weitere Ursachen umfassen exogene Effekte wie die allgemeine Konsumzurückhaltung in
Deutschland sowie konjunkturbedingte Bonitätsherabstufungen bei Unternehmen über viele
Branchen hinweg, die zu einer außergewöhnlich hohen Zahl von Ablehnungen von Neuverträgen
seitens Bikeleasing geführt haben. Diese Effekte haben sich noch stärker im Fahrradmarkt bemerkbar gemacht und vor allem
den Einzelhandel belastet. Für die ersten vier Monate des Jahres 2024 meldete der
Zweirad-Industrie-Verband e.V. (ZIV) einen Absatzrückgang von rund 10%. Auch in den
Veröffentlichungen von Herstellern und Händlern wird überwiegend von deutlichen Rückgängen
des Geschäftsvolumens berichtet. Vor diesem Hintergrund stellte sich Bikeleasing relativ
gesehen als deutlicher Gewinner in der derzeit schwierigen Marktlage heraus. Die trotz des geringen Wachstums der Anzahl neu vermittelter Bikes sehr deutlich ausgefallene
Steigerung der Umsatzerlöse resultierte maßgeblich aus der erfolgreich fortlaufenden
Umstellung von Bestands- und Neukunden auf einen variablen Leasingfaktor (monatliche
Leasingrate im Verhältnis zu den Anschaffungskosten des Bikes). Durch den somit an
das angestiegene Zinsumfeld angepassten Leasingfaktor erhöhte sich im Vergleich zum
Vorjahreszeitraum das durchschnittliche Ergebnis aus der Veräußerung der Leasingforderung
je neu vermitteltem Bike. Dieses Abgangsergebnis ist netto zu erfassen und wird von
uns in den Umsatzerlösen ausgewiesen. Aktuell gilt für nahezu 90% der an Bikeleasing
angeschlossenen Arbeitnehmer bereits dieses variable Vertragssystem und die Gesellschaft
arbeitet fortlaufend daran, auch die verbleibenden Kunden umzustellen. Darüber hinaus verzeichneten die Erlöse aus der Verwertung von Bikes zum Ende der
Leasinglaufzeit einen deutlichen Anstieg. Dieser resultierte daraus, dass die Volumenentwicklung
des Verwertungsgeschäfts hauptsächlich von dem Geschäftswachstum vor drei Jahren getrieben
wird (Verträge mit in der Regel dreijähriger Laufzeit). Damit ist die Entwicklung
der Verwertungserlöse weitestgehend unabhängig von der derzeitigen Absatzentwicklung. Die Rohertragsmarge lag mit 64,2% leicht unter der des Vergleichszeitraums (H1 2023:
66,2%). Ausschlaggebend dafür war der erhöhte Umsatzanteil der Verwertungserlöse,
welche eine positive, jedoch deutlich geringe Rohertragsmarge aufweisen als die übrigen
Umsatzkomponenten des Segments. Die Rohertragsmarge ohne Verwertungsgeschäft betrug
91,6% (H1 2023: 88,1%). Die bereinigte EBITDA-Marge lag mit 42,9% unter dem Vorjahresniveau (H1 2023: 47,3%).
Ursächlich für die geringere Marge trotz des starken Umsatzwachstums sind, neben der
geringer ausgefallenen Rohertragsmarge, die gestiegenen Personal- und sonstigen betrieblichen
Aufwendungen zur Ermöglichung des langfristig starken Wachstums des Segments. Dieser
Effekt spiegelte sich auch in der bereinigten EBIT-Marge von 41,4% wider (H1 2023:
45,3%).
Im Rahmen der Integration der im April 2024 erworbenen Probonio GmbH (Probonio) ist
geplant, das Benefit-Angebot der Probonio bereits im zweiten Halbjahr 2024 in einem
breit angelegten Roll-out den bestehenden Unternehmenskunden der Bikeleasing anzubieten.
Die hierfür erforderliche technische und vertriebliche Integration der Probonio in
die Strukturen der Bikeleasing befindet sich seit der Akquisition in der Umsetzung
Im Geschäftsjahr 2024 rechnen wir derzeit aufgrund des bereits weit fortgeschrittenen
Jahres sowie der einmaligen Integrations- und Roll-out-Kosten nicht mit einem maßgeblichen
Ergebnisbeitrag der Probonio. Basierend auf dem Ergebnis einer in Q2 2024 durchgeführten
Pilotkundenbefragung erwarten wir jedoch bereits für 2025 einen positiven Beitrag
der Probonio zum bereinigten EBITDA im mittleren einstelligen Millionenbereich. Security TechnologiesIn dem Segment Security Technologies (IHSE) lagen die Umsatzerlöse mit € 14.277 Tsd.
um 19,4% unter dem Vergleichszeitraum (H1 2023: € 17.716 Tsd.). Hauptursache hierfür
waren geschäftstypische Schwankungen im Projektgeschäft. In zeitlicher Nähe zum Abschlussstichtag
wurden vermehrt Projekte gewonnen, bei denen kundenspezifische Anpassungen an den
Produkten gewünscht wurden. Dies hatte eine längere Bearbeitungszeit zwischen Auftragserteilung
und Umsatzrealisierung zur Folge, was zu Verschiebungen in zukünftige Quartale führte.
Positiv an kundenspezifischen Anpassungen ist, dass sich diese erhöhend auf die Produktmarge
auswirken. Darüber hinaus beinhalten die Umsatzerlöse des Vergleichszeitraums einen größeren
Einzelauftrag in der Region Americas. In dieser Region lagen die Umsatzerlöse in H1
2024 bei € 5.228 Tsd. (Vorjahr: € 7.198 Tsd.). In EMEA lagen die Umsatzerlöse mit
€ 8.213 Tsd. ebenfalls unter dem Vergleichszeitraum (H1 2023: € 9.029 Tsd.). Die Region
APAC ist weiterhin geprägt von den Bestrebungen Chinas zur Entkopplung vom Westen.
Die Umsatzerlöse in dieser Region betrugen lediglich € 837 Tsd. (H1 2023: € 1.490
Tsd.). Die Rohertragsmarge lag mit 71,0% unter der des Vergleichszeitraums von 73,8%. Schwankungen
der Rohertragsmarge sind bei IHSE regelmäßig zu beobachten, sind aber ohne Auswirkung
auf die erwartete Gesamtjahresentwicklung. Gründe sind meist unterschiedliche Margen
auf einzelne größere Auslieferungen (Kundenmix- und Produktmix-Effekte) sowie bedeutsame
stichtagsbezogene Schwankungen in den Bestandsveränderungen. Die bereinigte EBITDA-Marge sank von 19,9% auf 2,6%. Das EBIT war mit € -412 Tsd.
leicht negativ (H1 2023: positive Marge von 16,1%). Ausschlaggebend dafür war maßgeblich
das geringe Umsatzniveau in H1 2024 in Zusammenwirken mit Fixkosten im Bereich der
Personal- und sonstigen betrieblichen Aufwendungen. Auf Jahressicht erwarten wir,
dass sich dieser Effekt ausgleichen wird und die bereinigte EBITDA- und EBIT-Marge
auf einem deutlich höheren Niveau liegen werden. Diese Erwartung wird durch die derzeitige Auftragslage, die sich im Laufe des zweiten
Quartals weiter verbessert hat, bestärkt. Zum 30. Juni 2024 lag der Auftragsbestand
des Segments dementsprechend auf einem hohen Niveau von € 10,0 Mio. (31. Dezember
2023: € 4,6 Mio.) und per Ende Juli bei € 11,5 Mio. Dem Auftragsbestand liegen insbesondere
Projekte zugrunde, die IHSE aufgrund der neuen Erfüllung von Standards für hoch sicherheitskritische
Umgebungen für sich gewinnen konnte. Central Functions(Kein berichtspflichtiges Segment nach IFRS)In den Central Functions lagen die Aufwendungen im Wesentlichen auf dem Niveau des
Vergleichszeitraums. VermögenslageDie Bilanzsumme stieg im Vergleich zum 31. Dezember 2023 um 3,6% von € 666.180 Tsd.
auf € 689.908 Tsd. und entfiel zum Abschlussstichtag zu 79,1% auf langfristige und
zu 20,9% auf kurzfristige Vermögenswerte. Die wertmäßig größten Posten waren dabei
die immateriellen Vermögenswerte einschließlich Geschäfts- oder Firmenwert (€ 351.646
Tsd.), Leasingforderungen (€ 184.728 Tsd.), Zahlungsmittel und -äquivalente (€ 41.121
Tsd.), Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (€ 51.054 Tsd.) und sonstige finanzielle
Vermögenswerte (€ 26.603 Tsd.). Die immateriellen Vermögenswerte umfassten im Wesentlichen
die im Rahmen der Kaufpreisallokation bei dem Erwerb der Tochterunternehmen identifizierten
Kundenstämme, Basistechnologien und Marken (PPA Assets) sowie den Geschäfts- oder
Firmenwert. FinanzlageZum 30. Juni 2024 betrugen die Zahlungsmittel und -äquivalente des Konzerns € 41.121
Tsd. (31. Dezember 2023: € 53.666 Tsd.). Bei Senior-Darlehen von € 61.972 Tsd., Nachrangdarlehen
von € 23.934 Tsd. und Immobiliendarlehen von € 79 Tsd. belief sich die Nettoverschuldung
aus Darlehen auf € 44.863 Tsd. (31. Dezember 2023: € 31.402 Tsd.). Unter Berücksichtigung
der sonstigen Finanzverbindlichkeiten (€ 17.605 Tsd.) und Verbindlichkeiten aus Leasingrefinanzierung
(€ 176.499 Tsd.) ergibt sich abzüglich Leasingforderungen (€ 184.728 Tsd.) eine Nettoverschuldung
von € 54.240 Tsd. (31. Dezember 2023: € 58.539 Tsd.). Dies entspricht einem Faktor
von 0,74x (Leverage) bezogen auf das bereinigte proforma EBITDA der letzten zwölf
Monate (LTM).
Die latenten Steuerschulden von € 59.694 Tsd. beziehen sich zum größten Teil auf die
im Rahmen der Kaufpreisallokation bei dem Erwerb der Tochterunternehmen identifizierten
Kundenstämme, Basistechnologien und Marken (PPA Assets) und werden künftig mit der
fortlaufenden Abschreibung dieser PPA Assets ertragswirksam, jedoch liquiditätsneutral
aufgelöst. Das Eigenkapital des Konzerns betrug zum Abschlussstichtag mit € 291.902 Tsd. 42,3%
der Bilanzsumme (31. Dezember 2023: 44,7%). Ursächlich für den Rückgang waren Ausschüttungen
an nicht beherrschende Anteilseigner sowie die Auszahlung der Dividende an die Aktionäre
der Brockhaus Technologies AG. Der Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit betrug € 63 Tsd. (H1 2023: € -4.060 Tsd.)
bzw. vor Ertragsteuerzahlungen € 3.619 Tsd. (H1 2023: € 271 Tsd.). Der Wert im Vorjahr
war von einem außergewöhnlich hohen Refinanzierungs-Backlog im Segment HR Benefit
& Mobility Platform beeinflusst. Aufgrund des saisonal hohen Geschäftsvolumens im Segment HR Benefit & Mobility Platform
im Sommer und dem damit einhergehend hohen Working Capital und Refinanzierungs-Backlog
entfällt der maßgebliche Anteil des betrieblichen Cashflows des Konzerns in der Regel
auf die zweite Jahreshälfte. So betrug dieser im gesamten Geschäftsjahr 2023 € 34.796
Tsd. ggü. € -4.060 Tsd. in H1 2023. Der Cashflow aus Investitionstätigkeit betrug € -3.391 Tsd. (H1 2023: € 1.067 Tsd.)
und umfasste hauptsächlich die Auszahlung von € 1.782 Tsd. für die Kaufpreiszahlung
(abzüglich erworbener liquider Mittel) aus dem Erwerb der Probonio GmbH. Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit betrug € -9.939 Tsd. (H1 2023: € -9.115 Tsd.).
Die maßgeblichen Bestandteile waren die folgenden.
Nach dem Abschlussstichtag schüttete Bikeleasing im Juli 2024 weitere € 5.000 Tsd.
an ihre Gesellschafter aus, von denen die Zwischenholding BCM Erste € 2.739 Tsd. erhielt.
Diesen Betrag verwendete die BCM Erste zur weiteren vorzeitigen Tilgung des Nachrangdarlehens. Risiken und ChancenVeränderung der RisikenAls wesentliche Änderung der Risikolage des Konzerns ist für das erste Halbjahr 2024
die Erhöhung des Konjunkturrisikos zu berichten, das BKHT trotz der Nischenstrategie
des Konzerns mit einer leicht höheren Wahrscheinlichkeit bemisst als noch zum Anfang
des Jahres. Als weiteres Risiko wurde zum Halbjahr 2024 das Projektgeschäft bei der IHSE aufgenommen.
Das Geschäft der IHSE ist geprägt von geschäftstypischen Schwankungen der Umsatzerlöse
in Abhängigkeit von größeren Auslieferungen. Sollte sich die Auslieferung mehrerer
größerer oder eines sehr großen Projektes über einen maßgeblichen Stichtag hinaus
verzögern, könnte dies nachteilige Auswirkungen auf die Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage
der IHSE haben und sich entsprechend auf den Konzern auswirken. Veränderung der ChancenSeit dem 16. Dezember 2022 ist die Brockhaus Technologies AG mit 9,99% an dem Start-up
Greenium Service GmbH (Greenium) beteiligt. Die Beteiligung erfolgte im Rahmen der
Akquisition der Bikeleasing aus strategischen Gründen. Bei Greenium handelt es sich
um ein Dienstleistungsunternehmen im Bereich der Strukturierung und Verwaltung von
Verbriefungstransaktionen für die Finanzierung nachhaltiger Vermögenswerte. Greenium
wird von einem Geschäftsführer der Bikeleasing aufgrund von Stimmrechtsmehrheit beherrscht.
Die Anschaffungskosten der 9,99% Beteiligung der Brockhaus Technologies AG betrugen
€ 10 Tsd. Die Beteiligung ist zu jedem Berichtsstichtag neu zu bewerten und mit ihrem
beizulegenden Zeitwert (Fair Value) in der Bilanz des Konzerns auszuweisen. Bisher
wurden keine Anpassungen der Bewertung der Beteiligung durchgeführt, da der Fair Value
im Wesentlichen den Anschaffungskosten entspricht. Daher wurde die Beteiligung bisher
als unwesentlich eingestuft und somit durch den Konzern nicht berichtet. Greenium
hat bisher insbesondere Verbriefungstransaktionen für die Refinanzierung von seitens
Bikeleasing verleasten Diensträdern strukturiert. Zuletzt hat Greenium bedeutsame Erfolge bei der Anbahnung von Neugeschäft mit Unternehmen
außerhalb des Konzerns Brockhaus Technologies erzielt. Sollte dieses Neugeschäft in
maßgeblichem Umfang realisiert werden, wäre der Buchwert der Beteiligung möglicherweise
aufzuwerten. Dies würde zu einem Finanzertrag und damit zu einem positiven Beitrag
zum Periodenergebnis des Konzerns führen. Auf die zentralen Steuerungsgrößen des Konzerns
(Umsatzerlöse und bereinigtes EBITDA) würde sich dies nicht auswirken. Dennoch könnte
es einen positiven Effekt auf die Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage des Konzerns
haben. PrognoseDie Prognose von Brockhaus Technologies für das Geschäftsjahr 2024 lautet unverändert
auf Umsatzerlöse zwischen € 220 Mio. und € 240 Mio. bei einem bereinigten EBITDA zwischen
€ 80 Mio. und € 90 Mio. DisclaimerDieser Halbjahresfinanzbericht enthält zukunftsgerichtete Aussagen, die auf der aktuellen
Einschätzung des Managements zur künftigen Entwicklung des Konzerns beruhen. Diese
Einschätzung wurde anhand aller zum Zeitpunkt der Fertigstellung dieses Halbjahresfinanzberichts
verfügbaren Informationen getroffen. Zukunftsgerichtete Aussagen unterliegen Unsicherheiten
- wie im Abschnitt Risiken und Chancen unseres zusammengefassten Lageberichts 2023
beschrieben - die außerhalb des Einflussbereichs des Konzerns liegen. Dies betrifft
insbesondere den andauernden russischen Angriffskrieg auf die Ukraine, den Nahostkonflikt,
die weiter anhaltenden Lieferengpässe, Bestrebungen Chinas zur Entkopplung vom Westen,
eine weiterhin im Umbruch befindliche Energiewirtschaft und die hohe Inflation, welche
wiederum zu einem deutlichen Anstieg des Zinsniveaus führte. Sollten die der Prognose
zugrunde liegenden Annahmen nicht zutreffend sein oder die beschriebenen Risiken oder
Chancen eintreten, können die tatsächlich eintretenden Ergebnisse deutlich von den
in der Prognose getroffenen Aussagen abweichen. Sollte sich die Informationsgrundlage
dahingehend ändern, dass ein Abweichen von der Prognose überwiegend wahrscheinlich
wird, so wird Brockhaus Technologies dies im Rahmen der gesetzlichen Veröffentlichungsvorschriften
mitteilen. Geschäfte mit nahestehenden PersonenFür Informationen mit nahestehenden Personen wird auf Angabe 13 der ausgewählten Anhangangaben
des Konzernzwischenabschlusses verwiesen. Ereignisse nach dem 30. Juni 2024Zwischen dem 30. Juni 2024 und dem Datum, an dem dieser Halbjahresfinanzbericht vom
Vorstand zur Veröffentlichung freigegeben wurde, fanden keine Ereignisse von besonderer
Bedeutung statt. Konzernzwischenabschluss(ungeprüft)Konzern-Gesamtergebnisrechnung
Informationen zu unseren alternativen Leistungskennzahlen finden Sie auf Seite 15.
*
Sonstiges Ergebnis, das in Folgeperioden in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert
werden kann Konzern-BilanzAktiva
Passiva
Konzern-Kapitalflussrechnung
Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung
Ausgewählte Anhangangaben1. Unternehmens- und allgemeine InformationenDie Brockhaus Technologies AG (BKHT oder die Gesellschaft oder die Muttergesellschaft,
zusammen mit ihren Tochterunternehmen Brockhaus Technologies oder der Konzern) hat
ihren Sitz im Nextower, Thurn-und-Taxis-Platz 6, 60313 Frankfurt am Main, Deutschland,
und ist beim Handelsregister am Amtsgericht Frankfurt am Main unter der Nummer HRB
109637 eingetragen. Dieser verkürzte Konzernzwischenabschluss bezieht sich auf den Zeitraum vom 1. Januar
2024 bis zum 30. Juni 2024 (Berichtszeitraum oder H1 2024) und umfasst Vergleichsangaben
für den Zeitraum vom 1. Januar 2023 bis zum 30. Juni 2023 (Vergleichszeitraum oder
H1 2023) bzw. bei Bilanzwerten Vergleichszahlen zum 31. Dezember 2023. Abschlussstichtag
ist der 30. Juni 2024. Der Konzernzwischenabschluss ist in Euro, der funktionalen Währung der Gesellschaft,
dargestellt. Die Angaben erfolgen entsprechend in Euro (€), Tausend Euro (€ Tsd.)
oder Millionen Euro (€ Mio.) kaufmännisch gerundet. Da dieses Rundungsverfahren nicht
summenerhaltend ist, entspricht das Aufaddieren einzelner Zahlen nicht immer genau
der angegebenen Summe. Negative Werte werden in Klammern und Nullwerte als Strich
(-) dargestellt. 2. Bilanzierungs- und BewertungsmethodenDer Konzernabschluss 2023 wurde in Übereinstimmung mit den International Financial
Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind, aufgestellt.
Die IFRS umfassen die gültigen International Accounting Standards (IAS), die International
Financial Reporting Standards (IFRS) sowie die Interpretationen des Standing Interpretations
Committee (SIC) und des International Financial Reporting Interpretations Committee
(IFRIC). Dieser verkürzte Konzernzwischenabschluss wurde in Übereinstimmung mit IAS
34 aufgestellt. In diesem Konzernzwischenabschluss werden die gleichen Bilanzierungsgrundsätze und
Berechnungsmethoden angewendet wie im letzten Konzernabschluss. Hinsichtlich der Bilanzierungs-
und Bewertungsmethoden, die vom Konzern angewendet werden, wird auf Angabe 4 des Anhangs
des Konzernabschlusses 2023 verwiesen. 3. Alternative LeistungskennzahlenPro-forma Konzern-Gewinn- und VerlustrechnungDie Erträge und Aufwendungen der im Jahr 2023 erworbenen vier Handelsagenturen der
Bikeleasing wurden nur für einen Teil des Geschäftsjahres 2023 in die Konzern-Gewinn-
und Verlustrechnung einbezogen. Grund ist, dass die Zeitpunkte der Kontrollerlangungen
(Vollzug der jeweiligen Unternehmenserwerbe) in den Monaten Mai, Juni und Dezember
2023 lagen. Aus diesem Grund ist die Aussagekraft der Ertragskennzahlen des Geschäftsjahres
2023 und insbesondere deren Eignung für die Ableitung von Prognosen maßgeblich eingeschränkt.
Daher analysiert der Vorstand Ertragskennzahlen des Vergleichszeitraums auf pro-forma
Basis. Diese stellen die Gewinn- und Verlustrechnung des Konzerns für den Vergleichszeitraum
so dar, als wären die Handelsagenturen zum 1. Januar 2023 bereits erworben gewesen. Die pro-forma Anpassungen in H1 2023 umfassen im Materialaufwand eingesparte Vertriebsprovisionen
von € 3.477 Tsd., zusätzliche Personalaufwendungen der übernommenen Mitarbeiter von
€ 947 Tsd. sowie PPA-Abschreibungen auf die zurückerworbenen Vertriebsrechte von €
2.034 Tsd. Bei der Ermittlung der pro-forma Erträge und Aufwendungen hat das Management angenommen,
dass die vorläufig ermittelten Anpassungen der Fair Values, die zum Erwerbszeitpunkt
der Handelsagenturen vorgenommen wurden, auch im Falle eines Erwerbs am 1. Januar
2023 gültig gewesen wären. Pro-forma Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
Bereinigte alternative LeistungskennzahlenFür Definitionen und eine detaillierte Erläuterung der alternativen Leistungskennzahlen
wird auf Angabe 6 des Anhangs unseres Konzernabschlusses 2023 verwiesen. Im Berichtszeitraum wurde im Segment HR Benefit & Mobility Platform mit der Einführung
eines neuen ERP-Systems begonnen. Ausgaben in solchen Zusammenhängen sind üblicherweise
als immaterielle Vermögenswerte zu aktivieren und stellen keine operativen Aufwendungen
dar. Eine Ausnahme von diesem Grundsatz sind SaaS-Lösungen, da hier das nutzende Unternehmen
keine tatsächliche Verfügungsmacht über die eingeführte Software erlangt. Durch diese
Sonderregelung wird die operative Ertragskraft des Konzerns unserer Auffassung nach
unangemessen negativ dargestellt. Daher bereinigen wir diese Aufwendungen. Das Minderergebnis aus Value Step-up wird durch den Konzern nicht mehr bereinigt und
betrug im Berichtszeitraum € 315 Tsd. (H1 2023: € 818 Tsd.). Die bereinigten Ertragskennzahlen umfassen Zinserträge aus Finance Leases von € 9.945
Tsd. (H1 2023: € 7.616 Tsd.), welche der Konzern aufgrund der operativen Geschäftsmodellimmanenz
in den Umsatzerlösen ausweist. Die bereinigten Ertragskennzahlen vor Finanzierungsaufwendungen
(bereinigtes EBITDA und bereinigtes EBIT) umfassen nicht die Aufwendungen der Leasingrefinanzierung.
Diese werden im Finanzergebnis dargestellt und betrugen € 3.298 Tsd. (Vorjahr: € 1.765
Tsd.). Ermittlung des bereinigten EBITDA
Ermittlung des bereinigten EBIT
Ermittlung des bereinigten Ergebnisses und des bereinigten Ergebnisses je Aktie
Ermittlung des bereinigten Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit vor Steuern und des Free Cashflow vor Steuern
4. GeschäftssegmenteKennzahlen nach Geschäftssegment
5. UmsatzerlöseDie Quellen der Umsatzerlöse des Konzerns entsprechen denen des Vorjahres und sind
in der Angabe 8 des Anhangs unseres Konzernabschlusses 2023 beschrieben. Aufgliederung der Umsatzerlöse mit externen Kunden
6. FinanzergebnisDie Finanzierungsaufwendungen setzen sich wie folgt zusammen.
Im November 2022 hat der Konzern das Tochterunternehmen Palas (ehemaliges Segment
Environmental Technologies) veräußert. Die übertragene Gegenleistung umfasste u.a.
künftige bedingte Kaufpreiszahlungen (Earn-out). Diese wurden zum Zeitpunkt des Verkaufs
mit einem Fair Value von € 10.816 Tsd. als Forderung angesetzt, der zum Ende des Geschäftsjahres
2023 € 7.880 Tsd. betrug. Die Forderung ist zu jedem Berichtsstichtag anhand der Eintrittswahrscheinlichkeit
der Bedingungen für die nachträglichen Kaufpreiszahlungen zu bewerten. Die Veränderung
des Wertansatzes wird als Ertrag oder Aufwand im Finanzergebnis erfasst. Im Berichtszeitraum
erhielt der Konzern die Abschlussunterlagen 2023 der Palas. Basierend auf den Angaben
zu der Ertragslage 2023 sowie zu der Prognose 2024 der Palas kommen wir zu der Einschätzung,
dass es überwiegend wahrscheinlich ist, dass aus der Earn-out-Vereinbarung keine Zahlungen
an uns fließen werden. Hintergrund ist die deutlich schlechter als geplant eingetretene
Entwicklung der Absatzmärkte der Palas. In der Folge bewerten wir die Earn-out-Forderung
mit Null. Der Aufwand aus der Abwertung wird in den Finanzierungsaufwendungen ausgewiesen. 7. Ergebnis je AktieDie nachfolgende Tabelle stellt die Ermittlungsrechnung des Ergebnisses je Aktie bezogen
auf das auf die Aktionäre der BKHT entfallende Periodenergebnis dar.
Das bereinigte Ergebnis je Aktie stellt sich wie folgt dar. Für weitere Informationen
dazu wird auf Angabe 3 verwiesen.
Die gewichtete durchschnittliche Anzahl der ausstehenden Aktien hat sich gegenüber
dem Vergleichszeitraum um die 499.971 Aktien reduziert, die Ende Dezember 2023 von
der Gesellschaft zurückgekauft wurden. 8. Unterjähriger Impairment Test IHSEGeschäfts- oder Firmenwerte werden im Konzern grundsätzlich einmal jährlich einem
Wertminderungstest gemäß IAS 36 unterzogen. Infolge wesentlicher Auslieferungsverschiebungen
aufgrund von Auftragserteilungen kurz vor Quartalsende im Segment Security Technologies
in Q2 2024 sind dessen Umsatzerlöse deutlich geringer ausgefallen als geplant. Somit
ergab sich ein Anhaltspunkt (triggering event) für einen möglichen Wertminderungsbedarf.
Aus diesem Grund wurde zum 30. Juni 2024 die Werthaltigkeit des Geschäfts- oder Firmenwerts
des Segments überprüft. Die Basis dafür bildeten die aktuelle Finanzplanung und Schätzungen.
Ergebnis des durchgeführten Wertminderungstests war, dass für den Geschäfts- oder
Firmenwert des Segments Security Technologies zum 30. Juni 2024 kein Wertminderungsbedarf
bestand. Dieser Überprüfung der Werthaltigkeit des Geschäfts- oder Firmenwerts liegen die in
nachfolgender Tabelle dargestellten Prämissen zugrunde.
9. Neue VerbriefungstransaktionIm Berichtszeitraum wurde eine neue Verbriefungsstruktur zur Refinanzierung von Leasingforderungen
sowie Forderungen aus Lieferungen und Leistungen betreffend künftig zu vereinnahmender
Versicherungsraten initiiert. Solche Forderungen des Segments HR Benefit & Mobility
Platform wurden an eine nicht konsolidierte Zweckgesellschaft (Special Purpose Vehicle,
SPV) auf revolvierender Basis veräußert. Dieses SPV verbriefte die betreffenden Forderungen
und gab die daraus entstandenen Notes an Investoren aus. Durch diese Verbriefung können
zukünftig Forderungen mit einem Volumen von bis zu € 300 Mio. refinanziert werden. Im Berichtszeitraum wurden über diese neue Verbriefungstransaktion Forderungen mit
einem Buchwert von € 72.388 Tsd. für Verkaufserlöse von € 79.950 Tsd. veräußert. Unter
Berücksichtigung eines Continuing Involvement Assets von € 2.887 Tsd., dem Fair Value
des Excess Cash Accounts von € 2.186 Tsd. abzüglich einer Associated Liability von
€ 2.920 Tsd. resultierte daraus ein Abgangsergebnis von € 9.717 Tsd. 10. FinanzverbindlichkeitenDie Finanzverbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen.
Ermittlung der Nettoverschuldung
11. Buchwerte und Fair ValuesDie nebenstehende Tabelle zeigt die Buchwerte und beizulegenden Zeitwerte (Fair Value)
finanzieller Vermögenswerte und finanzieller Schulden, einschließlich ihrer Stufen
in der Fair Value-Hierarchie. Sie enthält keine Informationen zum Fair Value für finanzielle
Vermögenswerte und finanzielle Schulden, die nicht zum Fair Value bewertet wurden,
wenn der Buchwert einen angemessenen Näherungswert für den Fair Value darstellt. Zum Fair Value bewertete Finanzinstrumente
Nicht zum Fair Value bewertete Finanzinstrumente
Buchwerte und Fair Values zum 30.06.2024
Buchwerte und Fair Values zum 31.12.2023
12. UnternehmenszusammenschlüsseMit Vollzug am 11. April 2024 (Closing) erwarb der Konzern im Segment HR Benefit &
Mobility Platform 100% der Geschäftsanteile und Stimmrechte der Probonio GmbH (Probonio)
mit Sitz in Landshut, Deutschland. Käuferin von Probonio ist die BLS Beteiligungs GmbH, an der die Brockhaus Technologies
AG vor der Akquisition indirekt zu 52,09% beteiligt war. In Folge der teilweisen Zahlung
des Kaufpreises durch neu geschaffene Anteile an der BLS Beteiligungs GmbH hält die
Brockhaus Technologies AG im Nachgang zu der Akquisition multiplikativ durchgerechnet
51,96% indirekt an Bikeleasing und damit auch an Probonio. Probonio ist ein im Jahr 2022 gegründeter Anbieter von Software-as-a-Service (SaaS)
für das Management von Mitarbeiter-Benefits. Über die selbst entwickelte Plattform
und native App können Arbeitgeber ihren Mitarbeitern derzeit über zehn verschiedene
Benefits anbieten, die dann in einem Online-Cockpit nutzerfreundlich verwaltet werden
können. Die Benefits reichen von Sachbezügen und Essenzuschüssen, über Firmenfitness,
bis hin zur technischen Einbindung von Anbietern von Dienstradleasing wie Bikeleasing.
Mit der Akquisition vollzieht Bikeleasing den geplanten Schritt hin zu einer vollumfassenden
Multi-Benefit-Plattform. Nach erfolgter Integration sollen die zusätzlichen Mitarbeiter-Benefits
neben dem Dienstradleasing den aktuell 67 Tsd. Unternehmenskunden von Bikeleasing
und ihren 3,6 Mio. Mitarbeitern aus nun einer Hand zur Verfügung stehen. Aufgrund der zeitlichen Nähe der Transaktion zum Abschlussstichtag dieses Halbjahresfinanzberichts
steht die Bilanzierung des Unternehmenserwerbs noch unter dem Vorbehalt der Vorläufigkeit.
Somit kann es innerhalb des Bewertungszeitraums von 12 Monaten nach dem Unternehmenskauf
zu Anpassungen kommen. Die technische Erstkonsolidierung erfolgte zum 1. April 2024. Im Zeitraum vom 1. April
bis zum 30. Juni 2024 trug Probonio Umsatzerlöse von € 62 Tsd. und einen Verlust von
€ 202 Tsd. zum Konzernergebnis bei. Hätte der Erwerb am 1. Januar 2024 stattgefunden,
hätten die Konzernumsatzerlöse und das Periodenergebnis nicht wesentlich von den in
der Konzern-Gesamtergebnisrechnung ausgewiesenen Werten abgewichen. Übertragene GegenleistungDie übertragene Gegenleistung setzte sich aus Barmitteln von € 2.053 Tsd. und 0,255%
neu ausgegebenen Geschäftsanteilen an der BLS Beteiligungs GmbH im Wert von € 2.031
Tsd. (abgezinst € 1.273 Tsd.), zusammen. Darüber hinaus wurde eine bedingte Gegenleistung
(Earn-out) vereinbart. Die Höhe der künftigen Earn-out-Zahlungen ist abhängig von
der Anzahl der auf der Probonio-Plattform neu aktivierten Nutzer zwischen dem Closing
und jeweils dem 31. Januar der Jahre 2025, 2026 und 2027. Der beizulegende Zeitwert
(Fair Value) dieser bedingten Gegenleistungen wurde mit € 3.365 Tsd. bewertet.
Mit dem Erwerb verbundene KostenBei dem Konzern sind mit dem Unternehmenszusammenschluss verbundene Kosten von € 259
Tsd. für Rechtsberatung, Due Diligence sowie notarielle Beurkundungen angefallen.
Diese Kosten sind in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst. Identifizierbare erworbene Vermögenswerte und übernommene SchuldenNachstehend sind die erfassten Beträge der erworbenen Vermögenswerte und der übernommenen
Schulden zum Erwerbszeitpunkt zusammengefasst.
Geschäfts- oder FirmenwertDer Geschäfts- oder Firmenwert umfasst im Wesentlichen den Wert erwarteter Synergien
aus dem Unternehmenserwerb. Der Geschäfts- oder Firmenwert wird in voller Höhe dem
Segment HR Benefit & Mobility Platform (ehemals: Financial Technologies) zugeordnet.
Der Geschäfts- oder Firmenwert, der erwartungsgemäß für Steuerzwecke abzugsfähig ist,
beträgt Null. NCI Put aus Verkaufs- und AnkaufsrechtenIm Rahmen des Erwerbs wurden mit den Verkäufern Anteilsverkaufs- (Put-Option) und
-ankaufsrechte (Call-Option) hinsichtlich des Anteils von 0,255% an der BLS Beteiligungs
GmbH vereinbart. Diese Optionen geben nach Ablauf von fünf Jahren den Verkäufern das
Recht, die im Zuge des Erwerbs erhaltenen Geschäftsanteile an der BLS Beteiligungs
GmbH an diese zurückzuverkaufen bzw. umgekehrt der BLS Beteiligungs GmbH das Recht,
die Anteile der Verkäufer zu erwerben. Der Ausübungspreis entspricht dabei dem anteiligen
Wert von Bikeleasing, ermittelt anhand eines Multiplikators auf das in fünf Jahren
von Bikeleasing erwirtschaftete bereinigte proforma EBITDA sowie der künftigen Nettofinanzverbindlichkeiten
von Bikeleasing nach IFRS. Aufgrund der aus der Put-Option resultierenden Rückkaufverpflichtung erfüllt der 0,255%-Anteil
nicht die Kriterien an Eigenkapital gemäß IFRS und der Konzern wendet zu dessen Bilanzierung
die Methode des antizipierten Erwerbs (anticipated acquisition method) an. Nach dieser
Methode wird der Geschäftsvorfall so abgebildet, als ob die Put-Option durch die Verkäufer
der Probonio bereits ausgeübt wäre. Dies führt dazu, dass der Anteil als Verbindlichkeit
ausgewiesen wird und es sich dabei nicht um nicht beherrschende Anteile (NCI) handelt.
Der auf die BKHT entfallende Ergebnisanteil der Bikeleasing (inkl. Probonio) wird
unverändert anhand einer Beteiligungsquote von 52,09% ermittelt, obwohl der rechtliche
Anteil 51,96% beträgt. Die Gewinnanteile des 0,255%-Anteils an Bikeleasing werden
in der Konzern-Gesamtergebnisrechnung über das Finanzergebnis an diesen allokiert. 13. Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und PersonenMitglieder des Managements in SchlüsselpositionenBezogen auf den Konzern umfassen die Mitglieder des Managements in Schlüsselpositionen
die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats der BKHT. Sonstige nahestehende Unternehmen und PersonenDie Vorstandsmitglieder nehmen Positionen in anderen Unternehmen ein, infolge derer
sie die Beherrschung oder maßgeblichen Einfluss auf die Finanz- und Geschäftspolitik
dieser Unternehmen haben. Ein Teil dieser Unternehmen tätigte im Berichtszeitraum
Geschäfte mit Brockhaus Technologies. Die Brockhaus Private Equity GmbH, mit Sitz in Frankfurt, wird von Vorstandsmitgliedern
der BKHT beherrscht. Mit der Brockhaus Private Equity GmbH bestand im Berichtszeitraum
eine Leistungsbeziehung aus einem Untermietvertrag.
14. HaftungsverhältnisseZur Besicherung der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten bestehen Sicherungsübereignungen
von Vermögenswerten des Anlage- und Umlaufvermögens sowie Grundschulden. 15. Ereignisse nach dem AbschlussstichtagZwischen dem 30. Juni 2024 und dem Datum, an dem dieser Halbjahresfinanzbericht vom
Vorstand zur Veröffentlichung freigegeben wurde, fanden keine Ereignisse von besonderer
Bedeutung statt. Versicherung der gesetzlichen VertreterWir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen
für die Halbjahresfinanzberichterstattung der Konzernzwischenabschluss ein den tatsächlichen
Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns
vermittelt und im Konzernzwischenlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des
Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen
Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen
und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns im verbleibenden Geschäftsjahr
beschrieben sind. Frankfurt am Main, den 14. August 2024 Brockhaus Technologies AG Der Vorstand
Zusätzliche InformationenFinanzkalender
Grundlagen der BerichterstattungDieser Halbjahresfinanzbericht sollte zusammen mit dem Konzernabschluss 2023 sowie
dem zusammengefassten Lagebericht 2023 und den darin enthaltenen Informationen gelesen
werden. Diese Dokumente sind im Geschäftsbericht 2023 auf unserer Website www.brockhaus-technologies.com
in der Rubrik Investor Relations zu finden. Berichtende Einheit ist die Brockhaus Technologies AG (BKHT oder die Gesellschaft,
zusammen mit ihren vollkonsolidierten Tochterunternehmen Brockhaus Technologies oder
der Konzern). Der Berichtszeitraum dieses Halbjahresfinanzberichts ist die Periode
vom 1. Januar 2024 bis zum 30. Juni 2024. Abschlussstichtag ist der 30. Juni 2024.
Darüber hinaus werden vergleichende Angaben zu dem Zeitraum vom 1. Januar 2023 bis
zum 30. Juni 2023 (Vergleichszeitraum) gemacht. Der Konzernzwischenlagebericht und der Konzernzwischenabschluss wurden keiner Prüferischen
Durchsicht des Konzernabschlussprüfers unterzogen. Dieser Bericht wurde vom Deutschen ins Englische übersetzt. Bei Abweichungen zwischen
den verschiedensprachigen Dokumenten hat die deutsche Fassung Vorrang. RundungenDie in diesem Bericht angegebenen Kennzahlen sind kaufmännisch gerundet. Da dieses
Rundungsverfahren nicht summenerhaltend ist, entspricht das Aufaddieren einzelner
Zahlen nicht immer genau der ausgewiesenen Summe. Hinweis im Sinne des GleichbehandlungsgesetzesGleichbehandlung ist uns wichtig. Ausschließlich aus Gründen der vereinfachten Lesbarkeit
wird von der Verwendung männlicher, weiblicher oder Sprachformen sonstiger Geschlechter
abgesehen. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten für alle Geschlechter, sofern nicht
anderweitig spezifiziert. KontaktdatenFlorian Peter ImpressumBrockhaus Technologies AG Vorstand: Marco Brockhaus (Vors.), Dr. Marcel Wilhelm Registergericht: Amtsgericht Frankfurt am Main |
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