![]() HENSOLDT AGTaufkirchenHalbjahresfinanzbericht nach WpHG zum Geschäftsjahr vom 01.01.2025 bis zum 30.06.2025A Konzernzwischenlagebericht1 Geschäftsverlauf und wesentliche Ereignisse Das sicherheitspolitische Umfeld Deutschlands ist weiterhin geprägt von zahlreichen Krisen und Konflikten weltweit, die zunehmend komplexer und volatiler werden. Die wachsenden Spannungen zwischen den USA und Europa werfen Fragen auf, die nicht nur die bilateralen Beziehungen betreffen, sondern die gesamte internationale Ordnung. Damit stehen Deutschland, Europa und das Nordatlantische Bündnis vor großen Herausforderungen. Es zeigt sich, dass sowohl nationale als auch europäische Akteure entschlossen sind, die Verteidigungsfähigkeit zu stärken und auf die aktuellen sicherheitspolitischen Herausforderungen zu reagieren. Die kontinuierlichen Investitionen in die Sicherheits- und Verteidigungsindustrie sichern nicht nur die Einsatzbereitschaft, sondern eröffnen auch signifikante Geschäftsmöglichkeiten für HENSOLDT (im Folgenden auch „HENSOLDT“, „die Gruppe“ oder „der Konzern”) im europäischen Markt. In diesem dynamischen Umfeld war das operative Geschäft von HENSOLDT im ersten Halbjahr 2025 von einer weiterhin positiven Entwicklung geprägt und es konnten erneut starke Auftragseingänge verzeichnet werden. Mit einem Auftragsvolumen von 1.405 Mio. € konnten die hohen Auftragseingänge des Vorjahreszeitraums in Höhe von 1.359 Mio. € übertroffen werden. Haupttreiber waren insbesondere Aufträge im Rahmen von Vertragserweiterungen für Eurofighter Mk1-Radare sowie weitere Aufträge für TRML-4D-Radare zur Unterstützung der Ukraine. Die Umsatzerlöse, die im Vergleich zum Vorjahreszeitraum erneut deutlich weniger Umsätze mit niedrigem Wertschöpfungsanteil enthielten, konnten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 11,2 % (944 Mio. €; Vorjahr: 849 Mio. €) gesteigert werden. Neben den zusätzlichen Umsatzerlösen aus den Geschäftsaktivitäten der ESG-Gruppe konnte eine Umsatzsteigerung im Segment Optronics erreicht werden. Die wichtigsten Großprojekte entwickelten sich weiterhin positiv wie erwartet, während die Umsatzerlöse mit niedrigem Wertschöpfungsanteil zurückgingen. Das bereinigte EBITDA lag mit 107 Mio. € leicht über dem Niveau des Vorjahreszeitraums (103 Mio. €). Im Segment Sensors verringerte sich das bereinigte EBITDA hauptsächlich aufgrund einer geringeren Produktivität, die durch die Inbetriebnahme eines neuen Logistikzentrums temporär beeinträchtigt wurde, während sich das bereinigte EBITDA im Segment Optronics insbesondere aufgrund einer gesteigerten Produktion in der deutschen Gesellschaft stark verbesserte. Der negative Effekt auf die bereinigte EBITDA Marge aufgrund der Anlaufphase des neuen Logistikzentrums im Segment Sensors schwächt sich bereits seit dem zweiten Quartal 2025 ab. HENSOLDT hat im April 2025 die Neuausrichtung seiner Finanzierungsstruktur erfolgreich abgeschlossen und im Rahmen einer umfassenden Refinanzierung einen entscheidenden Schritt hin zu weiterer finanzieller Unabhängigkeit und Flexibilität gemacht. Mit dieser Refinanzierung ersetzt HENSOLDT die bisherige Finanzierung durch eine unbesicherte, flexible Corporate Finanzierungsstruktur. Der bisherige Term Loan sowie die Term Facility von insgesamt 1.070 Mio. € und die revolvierende Kreditlinie von 370 Mio. € wurden hierbei durch einen neuen Konsortialkreditvertrag ersetzt. Der neue Konsortialkreditvertrag beinhaltet einen Term Loan in Höhe von 850 Mio. €, einen Bridge Loan in Höhe von 150 Mio. € sowie eine neue revolvierende Kreditlinie in Höhe von 400 Mio. €. Durch die neue Finanzierung konnten sämtliche Konditionen verbessert werden. So wurde auch eine Garantielinie von 400 Mio. € mit dem Bankenkonsortium vereinbart. Die optimierte Kapitalstruktur führt zu einer langfristig stabileren Zinsbelastung und schafft zusätzliche unternehmerische Handlungsfreiheit, um strategische Entscheidungen künftig schneller und unabhängiger von externen Kapitalgebern zu treffen. HENSOLDT ist im April 2025 eine strategische Kooperation mit dem Münchner Verteidigungstechnologie-Startup Quantum Systems GmbH eingegangen. Diese Partnerschaft ist verbunden mit einem Erwerb von 1,6 % der Anteile an der Quantum Systems GmbH durch HENSOLDT und legt den Grundstein für eine vertiefte Zusammenarbeit im Bereich der Software-Defined Defence (SDD). Die Partnerschaft vereint das umfassende Know-how von HENSOLDT in den Bereichen Sensordatenfusion, Sensorressourcen- und Datenmanagement sowie verteilte Systeme mit den hochmodernen unbemannten Luftfahrtsystemen (UAS) und den Software-Fähigkeiten von Quantum Systems. Gemeinsam wollen die Unternehmen die Entwicklung und den Einsatz interoperabler, bereichsübergreifender Verteidigungsfähigkeiten beschleunigen. Am 27. Mai 2025 hielt die HENSOLDT AG ihre Jahreshauptversammlung ab. Es wurde beschlossen, eine Dividende in Höhe von 0,50 € je Aktie (Gesamtbetrag in Höhe von 58 Mio. €) für das Geschäftsjahr 2024 an die Aktionäre der HENSOLDT AG auszuschütten. 2 Wirtschaftliche Rahmenbedingungen Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen Zeigte sich die Weltwirtschaft zu Jahresbeginn robust und stand nach den multiplen Krisen der Vorjahre im Zeichen einer weichen Landung, so haben sich Lage und Ausblick durch die tiefgreifenden Veränderungen der geopolitischen und wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen der letzten Monate deutlich eingetrübt. Insgesamt ist der weltwirtschaftliche Ausblick von erheblichen Risiken und Unsicherheiten - unter anderem bedingt durch die handelspolitischen Maßnahmen der Vereinigten Staaten - geprägt. Zusätzliche Zölle gefährden das Wachstum der Weltwirtschaft, Finanzmarktrisiken sind hoch. Letztlich wird die weitere Entwicklung maßgeblich davon abhängen, inwieweit handelspolitische Eskalationen vermieden, Unsicherheit reduziert sowie Vertrauen und Zuversicht gestärkt werden können. Um diesen Entwicklungen bestmöglich Rechnung zu tragen, rechnen führende Wirtschaftsinstitute wie beispielsweise der IWF (Internationaler Währungsfonds) in seiner Frühjahrsprognose vom 22. April 2025 unterschiedliche Szenarien. Laut dem Referenzszenario erwartet der IWF im Jahr 2025 ein globales Wachstum von nur noch 2,8 %, im Jahr 2026 von 3 %. Auch die OECD (Organisation for Economic Co-Operation and Development) sowie die Weltbank rechnen in ihren Juni-Prognosen mit einer deutlichen Verlangsamung des Welthandelsvolumens mit Zuwachsraten von nur noch rund 2 % bis knapp 3 % in den Jahren 2025 und 2026. Der Frühjahrsprognose der EU-Kommission zufolge hat die EU-Wirtschaft zum Jahresbeginn besser abgeschnitten als erwartet. Für 2025 wird in dem im Mai erschienenen Gutachten, das auf der Annahme der zum 9. April bestehenden Handelszölle basiert, ein langsames Wachstum prognostiziert, das sich in 2026 beschleunigen dürfte. Laut der im April 2025 veröffentlichten „Gemeinschaftsdiagnose“ zur wirtschaftlichen Lage in Deutschland, die von den führenden deutschen Wirtschaftsforschungsinstituten erstellt wurde, steckt die deutsche Wirtschaft weiter in der Krise und die Aussichten verschlechtern sich ihrer Einschätzung zufolge weiter, so dass nur noch ein Wachstum des BIP von 0,1 % in 2025 und 1,3 % in 2026 prognostiziert wird. Als Gründe hierfür sehen die Institute insbesondere strukturelle Schwächen wie den Fachkräftemangel und hohe bürokratische Hürden sowie die wachsenden geopolitischen Spannungen, einen verstärkten internationalen Wettbewerb und die enorme Verunsicherung durch die US- Handelspolitik. Diese Einschätzung teilen auch der Sachverständigenrat und die OECD in den im Mai bzw. Juni erschienenen Gutachten. Positiv bewertet wird die Abnahme der politischen Unsicherheit nach der Bildung der neuen Bundesregierung und die Reform der nationalen Haushaltsregeln, die es ermöglichen soll, Investitionen in Verteidigung, Infrastruktur und Klimaschutz in den kommenden Jahren zu erhöhen und damit die deutsche Volkswirtschaft anzukurbeln. Rahmenbedingungen in der Verteidigungs- und Sicherheitsbranche Die sicherheitspolitische Lage in Deutschland, der EU und der NATO bleibt von anhaltenden globalen Spannungen geprägt. Der andauernde russische Angriffskrieg gegen die Ukraine, die strategische Rivalität zwischen den USA und China sowie die Eskalationen im Nahen Osten dominieren weiterhin die geopolitische Agenda. Hinzu kommen hybride Bedrohungen, Cyberangriffe und gezielte Desinformationskampagnen, die die Sicherheitsarchitektur zunehmend herausfordern. Diese Entwicklungen führen weltweit zu einem Bedeutungszuwachs sicherheitspolitischer Handlungsfähigkeit und treiben umfassende Investitionen in militärische Fähigkeiten, technologische Souveränität und Resilienz voran. Insbesondere die USA als führende NATO-Nation erhöhen den Druck auf ihre Bündnispartner, ihre Verteidigungsausgaben weiter anzuheben und mehr Verantwortung für die kollektive Sicherheit zu übernehmen. Dies verstärkt den Handlungsdruck innerhalb des Bündnisses und treibt insbesondere in Europa zusätzliche Investitionen in die Verteidigungsindustrie voran. Einen bedeutenden Impuls setzte der NATO-Gipfel in Den Haag im Juni 2025 mit dem Beschluss eines neuen 5 %-Ziels: Bis 2035 sollen alle NATO-Staaten jährlich 5 % ihres BIP für verteidigungsnahe Ausgaben aufwenden - 3,5 % des BIP direkt für Verteidigungs- und Militärausgaben und 1,5 % für verteidigungsrelevante Infrastruktur. Ein Zwischenstand ist für 2029 vorgesehen. Parallel zur NATO hat auch die Europäische Union 2025 zentrale Weichen für den Ausbau ihrer sicherheits- und verteidigungspolitischen Handlungsfähigkeit gestellt. Mit dem neuen Verteidigungsfonds SAFE (Security Action for Europe) in Höhe von 150 Mrd. € wurde ein deutliches Signal für mehr gemeinsame Beschaffung, klar definierte europäische Wertschöpfungsketten („Buy European“) und die Bündelung nationaler Bedarfe gesetzt. Ergänzend dazu verfolgt die Europäische Union mit der Strategie „ReArm Europe“ das Ziel, bis 2030 bis zu 800 Mrd. € für Verteidigungszwecke zu mobilisieren. Ermöglicht wird dies durch EIB-Kredite (Europäische Investitionsbank), neue Schuldenregelungen auf EU-Ebene sowie die Umwidmung ungenutzter Corona-Hilfen. Insbesondere Deutschland hat mit der Umsetzung des Sondervermögens Bundeswehr eine grundlegende Trendwende in der Verteidigungsausgabenpolitik eingeleitet. Für das Haushaltsjahr 2025 sind rund 86 Mrd. € an Verteidigungsausgaben vorgesehen - davon 62 Mrd. € im regulären Einzelplan 14 sowie weitere 24 Mrd. € aus dem Sondervermögen Bundeswehr. Damit übertrifft Deutschland erneut das NATO-Ziel von 2 % des Bruttoinlandsprodukts. Der Verteidigungsetat ist eingebettet in einen neuen mittelfristigen Finanzplan, der für 2026 bereits 109 Mrd. € und bis 2029 einen Anstieg auf 153 Mrd. € jährlich vorsieht - das entspricht etwa 3,5 % des BIP. Grundlage dieser Entwicklung ist eine im März 2025 beschlossene Reform der Schuldenbremse, die Verteidigungsausgaben oberhalb von 1 % des BIP zusätzlich zur regulären Kreditaufnahme zulässt. Zudem sind jährlich rund 9 Mrd. € für die Ertüchtigung der Ukraine vorgesehen, was die gesamtstaatlichen Aufwendungen für Sicherheit und Verteidigung weiter erhöht. Der Bundeshaushalt 2025 wurde am 24. Juni 2025 vom Kabinett beschlossen und markiert die bislang umfangreichste Verteidigungsfinanzierung in der Geschichte der Bundesrepublik. Begleitend zur materiellen Aufrüstung setzt das Bundesministerium der Verteidigung auf eine Personaloffensive, beginnend im Haushaltsjahr 2025 mit der Aufstockung um bis zu 10.000 zusätzliche Soldatinnen und Soldaten sowie über 1.000 neue zivile Stellen. Insgesamt soll die Bundeswehr bis 2035 auf 260.000 aktive Soldatinnen und Soldaten und 200.000 Reservisten anwachsen. Ziel ist es, den personellen Anforderungen der NATO-Fähigkeitsziele gerecht zu werden. Insgesamt zeigt sich, dass sowohl nationale als auch europäische Akteure entschlossen sind, die Verteidigungsfähigkeit zu stärken und auf die aktuellen sicherheitspolitischen Herausforderungen zu reagieren. Die kontinuierlichen Investitionen in die Sicherheits- und Verteidigungsindustrie sichern nicht nur die Einsatzbereitschaft, sondern eröffnen auch signifikante Geschäftsmöglichkeiten für HENSOLDT im europäischen Markt. 3 Ertragslage Auftragseingang, Umsatzerlöse, Book-to-Bill-Verhältnis und Auftragsbestand
Mit Beginn des Geschäftsjahres 2025 wurde eine neue Berichtsstruktur der Divisionen innerhalb der beiden unveränderten Segmente Sensors und Optronics eingeführt. Die neue Divisionsstruktur besteht aus vier Divisionen. Die beiden Divisionen „Radar & Electromagnetic Warfare“ (REW) und „Optronics“ umfassen den Produktbereich. Die Division „Multi Domain Solutions“ (MDS) beinhaltet den System- bzw. Gesamtlösungsbereich mit der ehemaligen ESG-Division sowie der ehemaligen Division „Spectrum Dominance & Airborne Solutions". Der Dienstleistungsbereich wird durch die Division „Services & Training“ abgedeckt. In den Zahlen des ersten Halbjahres 2024 sind die Aktivitäten der erworbenen ESG-Gruppe ab dem zweiten Quartal 2024 im Segment Sensors enthalten. Auftragseingang
Umsatzerlöse
Book-to-Bill-Verhältnis1 Das Book-to-Bill-Verhältnis bewegte sich weiterhin auf hohem Niveau, lag mit 1,5x jedoch leicht unter dem Vorjahreszeitraum (1,6x).
Auftragsbestand
Ergebnis
1
Die Margen errechnen sich durch den Bezug auf die jeweiligen Umsatzerlöse. Bereinigtes EBITDA
1
Definiert als Verhältnis von Auftragseingang zum Umsatz des Berichtszeitraums Ergebnis vor Finanzergebnis und Ertragsteuern (EBIT) Das EBIT enthält neben den oben dargestellten Effekten auf das bereinigte EBITDA die folgenden Auswirkungen der Abschreibungen sowie Sondereffekte.
Konzernergebnis Das Konzernergebnis leitet sich gemäß obiger Darstellung aus dem bereinigten EBITDA, Abschreibungen, Sondereffekten sowie dem Finanzergebnis und Ertragsteuern ab.
Ergebnis je Aktie Der Rückgang des Konzernergebnisses spiegelt sich entsprechend in einem niedrigeren Ergebnis je Aktie (-0,36 €) wider (Vorjahr: -0,21 €3 ).
2
Definiert als „Transaktionskosten, Ergebniseffekte aus Kaufpreisallokationen, OneSAPnow-bezogene
Sondereffekte sowie andere Sondereffekte" 4 Vermögens- und Finanzlage Vermögenslage4
Summe Aktiva
4
Erläutert werden nur wesentliche Veränderungen von Bilanzposten. Summe Passiva
Finanzlage
Free Cashflow
Bereinigter Free Cashflow
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit umfasst im ersten Halbjahr 2025 im Wesentlichen Mittelabflüsse im Rahmen der Refinanzierung, die Dividendenzahlung an die Aktionäre der HENSOLDT AG sowie Mittelabflüsse im Zusammenhang mit Leasingverträgen. Der Mittelzufluss im Vorjahreszeitraum betrifft die Inanspruchnahme eines Darlehens zur Finanzierung des Kaufpreises für den Erwerb der Anteile an der ESG-Gruppe. 5 Prognose Für das Geschäftsjahr 2025 erwartet das Management aufgrund des sicherheitspolitischen Umfelds einen moderaten Anstieg des Auftragseingangs des Konzerns. Entgegen der zum 31. Dezember 2024 erfolgten Prognose eines starken Rückgangs der Auftragseingänge im Segment Optronics wird nun, analog der Konzernprognose, aufgrund verbesserter Erwartungen zur Auftragslage von einem moderaten Anstieg ausgegangen. In der operativen Planung des Konzerns geht der Vorstand insbesondere aufgrund des weiterhin hohen Auftragsbestands von einem starken Umsatzwachstum für das Geschäftsjahr 2025 aus. Insgesamt erwartet das Management ein Book-to-Bill-Verhältnis von 1,2x. Für das Geschäftsjahr 2025 wird ein stark steigendes bereinigtes EBITDA erwartet. Die Prognose hängt stark von den im Chancen- und Risikobericht genannten Gegebenheiten ab und basiert neben den dargestellten makroökonomischen Entwicklungen auf dem mehrjährigen Geschäftsplan des Konzerns. Dieser wurde im zusammengefassten Lagebericht der HENSOLDT AG für das zum 31. Dezember 2024 endende Geschäftsjahr beschrieben. In der Gesamtschau ist der Vorstand zuversichtlich, dass HENSOLDT an das erfolgreiche Geschäftsjahr 2024 anknüpfen kann und erwartet für das Geschäftsjahr 2025 eine erneut positive Entwicklung. Bis auf die Änderung der Prognose des Auftragseingangs im Segment Optronics wird der Ausblick im Vergleich zum Jahresende 2024 bestätigt. 6 Chancen und Risiken Im zusammengefassten Lagebericht der HENSOLDT AG für das zum 31. Dezember 2024 endende Geschäftsjahr wurden die wesentlichen Merkmale des Risiko- und Kontrollmanagements von HENSOLDT beschrieben. Die detaillierten Ausführungen umfassten die rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollen, das Risikomanagement, bestimmte Risiken, die eine negative Wirkung auf HENSOLDT haben könnten, sowie die wichtigsten Chancen. Mit der Übernahme der Anteile der ESG GmbH sind diverse Risiken einerseits aus der Integration als auch andererseits aus dem operativen Geschäft verbunden. Möglichen Risiken wie beispielsweise dem Abwandern von Know-how der ESG-Gruppe oder auch geringeren Synergieeffekten in Kombination mit einem reduzierten operativen Geschäft wird mit einem strukturierten Integrationsprozess im Rahmen eines Integration Management Office mit verschiedenen funktionalen und operativen Workstreams unter Einbeziehung beider Seiten begegnet. HENSOLDT muss komplexe und lang laufende Projekte mit hohen technischen Anforderungen und großen Volumina bewältigen. Die entsprechenden, im zusammengefassten Lagebericht der HENSOLDT AG für das zum 31. Dezember 2024 endende Geschäftsjahr berichteten operativen Risiken bleiben im Wesentlichen unverändert. Der Status der Großprojekte wird regelmäßig dem Aufsichtsrat berichtet. Bei Bedarf werden darüber hinaus externe Prüfungen mit unterschiedlichen Prüfungsschwerpunkten in Auftrag gegeben. Die Herausforderungen auf dem Arbeitsmarkt, hochqualifiziertes technisches Personal sowie qualifizierte Vertriebsmitarbeiter und ein leistungsfähiges Management zu gewinnen und zu halten, stellen für HENSOLDT nach wie vor ein Risiko dar, das gegenüber dem Jahresende 2024 für beide Segmente moderat steigt. Aufgrund der weltweit sehr viel häufiger zu erwartenden Angriffsversuche auf IT-Netzwerke, bedingt durch die sich nach wie vor verschärfende geopolitische Lage, insbesondere zwischen Russland, den USA, China und Europa, wird die Wahrscheinlichkeit erfolgreicher Cyberangriffe im Grundsatz höher als bisher eingeschätzt. Dieses weltweit erhöhte Cyberangriffsrisiko stellt auch für HENSOLDT ein erhöhtes Risiko dar. Um dem entgegenzuwirken, erweitert die HENSOLDT-Gruppe stetig ihre Cyber-Sicherheitsmaßnahmen. Dazu gehört die Vergrößerung des Cyber-Sicherheitsteams, die Erweiterung des Budgets, Sicherheitsüberwachungen, ein konzernweites Sicherheitsteam, Penetrationstests sowie regelmäßige interne IT-Audits und externe Assessments. Sowohl den möglichen Risiken, die während der Implementierung und Inbetriebnahme des neuen Logistikzentrums auftreten können, als auch den möglichen Auswirkungen durch und während des Umzuges des Standortes in Oberkochen, wird jeweils durch Arbeitsgruppen mit internen und externen Experten mit gezielten und speziellen Maßnahmen begegnet, um potentiellen Verzögerungen in der Auslieferung rechtzeitig und soweit als möglich entgegenzuwirken. Speziell eingerichtete Arbeits- und Expertengruppen analysieren und beobachten kontinuierlich im Detail mögliche weitere Auswirkungen aus der sich weiterhin verschlechternden geopolitischen Lage, aber auch Chancen, die sich daraus für HENSOLDT ergeben könnten. Mögliche Lieferengpässe von Materialien und steigende Preise bei spezifischen Komponenten stellen nach wie vor aufgrund der veränderten Situation und der Materiallage auf dem Weltmarkt ein Risiko dar: Die Konsequenzen aus der Lieferkettensituation sind seit Ende 2024 in beiden Segmenten stabil. Dennoch erfolgt weiterhin ein enges Monitoring, damit im Bedarfsfall entsprechende Maßnahmen ergriffen werden können, aber auch um den Auswirkungen aus einer veränderten Lieferkettensituation entgegenzuwirken, wie beispielsweise den Ausfuhrrestriktionen seltener Erden durch China. Konflikte und Entwicklungen auf internationaler, nationaler, politischer und wirtschaftlicher Ebene sowie sich entwickelnde geopolitische Spannungen zwischen den USA, Europa, Russland und China könnten zu politischen Veränderungen und Auswirkungen auf Import- und Exportregularien, Handelsabkommen und Zölle weltweit führen. Die möglichen Auswirkungen auf die gesamtwirtschaftliche Lage sowie auf die Gesellschaften der HENSOLDT-Gruppe sind derzeit unter den gegebenen hochdynamischen Entwicklungen insbesondere in den USA noch nicht abschätzbar und werden von HENSOLDT fortlaufend analysiert. Die Erhöhung der Verteidigungsbudgets europäischer Staaten, darunter auch Deutschland, erhöht die Planungssicherheit und kann das Unternehmenswachstum zusätzlich unterstützen. Für HENSOLDT ergeben sich Chancen in allen militärischen Dimensionen und zahlreichen Zukunftstechnologien aufgrund der steigenden militärischen Investitionen weltweit und aus einem wachsenden sowie sich kontinuierlich verbessernden europäischen Marktumfeld. Die Ableitungen aus den geopolitischen Entwicklungen, die Erhöhungen der Verteidigungsbudgets und zunehmende militärische Investitionen weltweit, die Schwerpunktsetzungen der NATO in ihrem strategischen Konzept und veränderte Einsatzdoktrinen von Streitkräften stärken in Verbindung mit der verteidigungstechnologischen Entwicklung HENSOLDTs Chancen zusätzlich. Die schnelle Erstellung eines umfassenden Lagebilds, die missionsgerechte Verteilung von Informationen in einem Netzwerk verbundener Sensoren und Effektoren und die Kontrolle über das elektromagnetische Spektrum sind stark nachgefragte Fähigkeiten, für die HENSOLDT mit seinem Portfolio außerordentlich gut positioniert ist. Die Chance zur Diversifizierung der Produktpalette, der Ausbau des Servicegeschäfts und die Fähigkeit von HENSOLDT, als Innovationsführer in der Branche zu agieren, bleiben erhalten und wirken als Multiplikator. Der Vorstand bewertet die gesamte Chancen- und Risikosituation von HENSOLDT derzeit im Wesentlichen als stabil und damit unverändert gegenüber dem Jahresende 2024. B Verkürzter Konzernzwischenabschluss 1 Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
1
Anpassung der Vorjahreswerte; siehe Kapitel 3 in Sektion C - Konzernanhang. 2 Konzern-Gesamtergebnisrechnung
1
Anpassung der Vorjahreswerte; siehe Kapitel 3 in Sektion C - Konzernanhang. 3 KonzernbilanzAKTIVA
PASSIVA
4 Konzern-Kapitalflussrechnung
1
Anpassung der Vorjahreswerte; siehe Kapitel 3 in Sektion C - Konzernanhang. 5 Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung
1
Anpassung der Vorjahreswerte; siehe Kapitel 3 in Sektion C - Konzernanhang. C Anhang zum verkürzten Konzernzwischenabschluss1 Die Gesellschaft HENSOLDT ist ein plattformunabhängiger Anbieter von Sensorlösungen sowie Systemintegrator im Verteidigungs- und Sicherheitsbereich mit Sitz in Taufkirchen, Deutschland. Der verkürzte Konzernzwischenabschluss umfasst den Abschluss der HENSOLDT AG und alle Abschlüsse wesentlicher von der HENSOLDT AG kontrollierten direkten und indirekten Tochtergesellschaften für den Zeitraum vom 1. Januar bis zum 30. Juni 2025. Es wurden 35 (Vorjahr: 36) Unternehmen, einschließlich der Muttergesellschaft, vollkonsolidiert. Darüber hinaus wurde eine Gesellschaft (Vorjahr: 0) nach der Equity-Methode in den Konzern einbezogen. 2 Rechnungslegungsgrundsätze Der verkürzte Konzernzwischenabschluss für das erste Halbjahr 2025 wurde in Übereinstimmung mit IAS 34 und den dazugehörigen Interpretationen erstellt, welche beide vom International Accounting Standards Board („IASB“) herausgegeben und von der Europäischen Union („EU“) für die Zwischenberichterstattung zum 30. Juni 2025 übernommen wurden. Der verkürzte Konzernzwischenabschluss wurde vom Vorstand der HENSOLDT AG am 25. Juli 2025 zur Veröffentlichung freigegeben. Dieser verkürzte Konzernzwischenabschluss enthält somit alle Informationen und Angaben, die nach den International Financial Reporting Standards („IFRS“) in einem verkürzten Konzernzwischenabschluss dargestellt werden müssen, und ist im Zusammenhang mit dem IFRS Konzernabschluss zum 31. Dezember 2024 zu lesen. Die für den verkürzten Konzernzwischenabschluss angewendeten Bilanzierungsgrundsätze basieren grundsätzlich auf den gleichen Rechnungslegungsgrundsätzen sowie den gleichen Berechnungsmethoden, die im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2024 verwendet wurden. Ausnahmen sind neue oder geänderte Standards, die im Geschäftsjahr 2025 erstmalig angewendet werden müssen. Diese hatten jedoch keinen wesentlichen Einfluss auf den verkürzten Konzernzwischenabschluss. Dieser Halbjahresfinanzbericht wird in Euro (€), der funktionalen Währung des Konzerns, dargestellt. Alle in € dargestellten Finanzinformationen wurden, soweit nicht anders angegeben, nach etablierten kaufmännischen Grundsätzen auf die nächste Million € gerundet. Aufgrund von Rundungen können sich bei Summenbildungen und bei der Berechnung von Prozentangaben geringfügige Abweichungen von den absoluten Zahlen ergeben. Absolute Beträge kleiner 500.000 € und größer null € werden je nach Vorzeichen mit 0 oder -0 dargestellt. Demgegenüber wird für Posten, die keinen Wert aufweisen, die Angabe einer Fehlanzeige mit „-" vorgenommen. 3 Anpassung Vorjahresangaben Im Anhang des Konzernabschluss zum 31. Dezember 2024 wurde in Anhangangabe 2.1 eine Anpassung von Vorjahresangaben dargestellt. Die betroffenen Posten des Abschlusses wurden für die Vorjahreswerte gemäß IAS 8.41ff. entsprechend angepasst. In der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für das erste Halbjahr 2024 wurden die Umsatzkosten um 0,9 Mio. € reduziert und die Ertragsteuern um 0,2 Mio. € erhöht. Somit haben sich das Konzernergebnis sowie das Gesamtergebnis und der auf die Gesellschafter der HENSOLDT AG entfallende Ergebnisanteil um 0,6 Mio. € erhöht. Das unverwässerte und das verwässerte Ergebnis je Aktie für die Vorjahresperiode wurden ebenfalls angepasst. Der Korrekturbetrag ergab eine Erhöhung von -0,36 € auf -0,21 € je Aktie. Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit ist in Summe unverändert. 4 Schätzungen und Beurteilungen Die Erstellung des verkürzten Konzernzwischenabschlusses in Übereinstimmung mit IAS 34 erfordert vom Management Beurteilungen, Schätzungen und Annahmen, die einen Einfluss auf die Anwendung der Konzernrechnungslegungsgrundsätze und die Darstellung seiner Vermögenswerte, Verbindlichkeiten, Erträge und Aufwendungen haben. Die tatsächlichen Beträge können von diesen Schätzungen abweichen. Die in der ersten Hälfte des Geschäftsjahrs 2025 erzielten Ergebnisse geben nicht unbedingt einen Hinweis auf die künftige Entwicklung des Konzerns. Die Beurteilungen, Schätzungen und Annahmen sind grundsätzlich unverändert gegenüber den im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2024 beschriebenen Sachverhalten. Für die versicherungsmathematische Bewertung der Rückstellungen für Pensionen erfolgt eine Anpassung auf den zum Stichtag gültigen Zinssatz. Für die Erläuterung der Veränderung der Rückstellungen für Pensionen zum 30. Juni 2025 wird auf das Kapitel „17 Rückstellungen“ verwiesen. 5 Geschäftsvorfälle mit nahestehenden Parteien Geschäftsvorfälle mit nahestehenden Unternehmen Die Gesellschaft hat im Rahmen der normalen Geschäftstätigkeit verschiedene Transaktionen mit nahestehenden Unternehmen getätigt. Umsatzerlöse und sonstige Erträge, empfangene Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Aufwendungen mit nahestehenden Unternehmen für den Zeitraum bis zum 30. Juni:
Forderungen und Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen zum Bilanzstichtag:
Die Beziehungen mit nahestehenden Unternehmen sind im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2024 dargestellt und unverändert zum 30. Juni 2025. Veränderungen im Kreis der nicht konsolidierten verbundenen Tochterunternehmen sowie der assoziierten und Gemeinschaftsunternehmen des Konzerns sind im Abschnitt „1 Die Gesellschaft" dargestellt. Geschäftsvorfälle mit nahestehenden Personen Die Beziehungen mit nahestehenden Personen sind im Vergütungsbericht für das Geschäftsjahr 2024 dargestellt. Im ersten Halbjahr 2025 ergaben sich keine Veränderungen im Vorstand und Aufsichtsrat. 6 Segmentinformationen Die Gruppe ist in den zwei operativen Geschäftssegmenten Sensors und Optronics tätig.
1
OneSAPnow-bezogene Sondereffekte beinhalten Aufwendungen im Zusammenhang mit der
Business-Transformation für SAP S/4HANA.
1
Anpassung der Vorjahreswerte; siehe Kapitel 3.
1
Anpassung der Vorjahreswerte; siehe Kapitel 3 7 Umsatzerlöse Die Geschäftstätigkeit und die wichtigsten Kategorien der Umsatzrealisierung der Gruppe sind im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2024 beschrieben. Im ersten Halbjahr 2025 stieg der Umsatz insgesamt um 95 Mio. € auf 944 Mio. € im Vergleich zu 849 Mio. € im ersten Halbjahr 2024. Umsatzerlöse (Sales / Aftersales)
Umsatzerlöse (Geographische Information)
1
Angepasste Zuordnung der Vorjahreszahlen Umsatzerlöse (Zeitpunkt der Umsatzrealisierung)
Saisonalität und Zyklizität der Geschäftstätigkeit Ein beträchtliches Volumen des regulären Jahresumsatzes beider Berichtssegmente Sensors und Optronics wird - abgesehen von den laufenden Großprojekten - aufgrund des Zeitpunkts vieler Haushaltsentscheidungen der öffentlichen Auftraggeber typischerweise in den letzten Monaten des Jahres realisiert. Die erste Hälfte des Geschäftsjahres ist üblicherweise durch einen Aufbau der Vorräte und entsprechende Mittelabflüsse charakterisiert. Demgegenüber steht ein Abbau der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und entsprechende Mittelzuflüsse aufgrund von Kundenzahlungen. 8 Sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen Die sonstigen betrieblichen Erträge mit 16 Mio. € (Vorjahr: 8 Mio. €) resultieren im Wesentlichen aus der Durchleitung der in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfassten Kosten an nicht konsolidierte Konzerngesellschaften und betreffen insbesondere weiterverrechnete Investitionskosten und Instandhaltungen an Gebäuden sowie Gebäude- und Verwaltungsdienstleistungen. Des Weiteren sind im ersten Halbjahr 2025 Erträge aus Zuwendungen der öffentlichen Hand enthalten. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen mit 13 Mio. € (Vorjahr: 10 Mio. €) betreffen im Wesentlichen weiterverrechnete Investitionskosten und Instandhaltungen an Gebäuden sowie Gebäude- und Verwaltungsdienstleistungen. 9 Sonstiges Beteiligungsergebnis Das sonstige Beteiligungsergebnis beinhaltet eine Wertminderung des Beteiligungsbuchwerts an einem nicht konsolidierten Gemeinschaftsunternehmen. 10 Finanzergebnis Das Finanzergebnis ging von -13 Mio. € im ersten Halbjahr 2024 auf -62 Mio. € im ersten Halbjahr 2025 zurück. Dies resultierte in erster Linie aus Aufwendungen im Zusammenhang mit Darlehenstilgungen im Rahmen der im April 2025 abgeschlossenen Refinanzierung. Darüber hinaus fielen höhere Zinsaufwendungen für Leasingverträge an und es wurden im Vergleich zur Vorjahresperiode geringere Zinserträge für Geldanlagen erzielt. Daneben ergaben sich Aufwendungen aus Fremdwährungseffekten und aus der Stichtagsbewertung von Devisentermingeschäften. Im Vorjahr wurden Erträge aus der Stichtagsbewertung von Zinsswapgeschäften ausgewiesen, für die nun Aufwendungen erfasst wurden. 11 Ertragsteuern Der erfasste Ertragsteueraufwand ergab sich durch Multiplikation des Ergebnisses vor Steuern für die Berichtsperiode mit der bestmöglichen Schätzung des Managements für den gewichteten, durchschnittlichen Ertragsteuersatz, der für das gesamte Geschäftsjahr erwartet wird. Dieser wurde bereinigt um den Steuereffekt von bestimmten Einzelposten, der in der Berichtsperiode vollständig verbucht wurde. Daher kann der effektive Steuersatz in der Berichtsperiode von der Schätzung des effektiven Steuersatzes für das gesamte Geschäftsjahr abweichen. Der Ertrag aus Ertragsteuern im ersten Halbjahr 2025 in Höhe von 12 Mio. € (Vorjahr: Ertragsteueraufwand 18 Mio. €) resultierte aus einem latenten Steuerertrag von 18 Mio. € (Vorjahr: -11 Mio. € latenter Steueraufwand), der durch einen laufenden Steueraufwand von 5 Mio. € (Vorjahr: 7 Mio. €) kompensiert wurde. 12 Konzernergebnis Das negative Konzernergebnis hat sich mit -44 Mio. € im ersten Halbjahr 2025 um weitere -19 Mio. € gegenüber dem Vorjahreszeitraum erhöht. 13 Nutzungsrechte Die Zunahme der Nutzungsrechte war im Wesentlichen auf die erstmalige Bilanzierung von Nutzungsrechten für Immobilienmietverträge für den neuen, von HENSOLDT gemieteten Standort im Segment Optronics zurückzuführen. 14 Sonstige Beteiligungen und übrige langfristige Finanzanlagen
Die sonstigen Beteiligungen erhöhten sich im ersten Halbjahr 2025 um 20 Mio. € auf 44 Mio. € insbesondere aufgrund des Erwerbs von Anteilen an der Quantum Systems GmbH sowie aufgrund einer Erhöhung der Beteiligung an der 21strategies GmbH. Gegenläufig wurde eine Wertminderung des Beteiligungsbuchwerts an einem nicht konsolidierten Gemeinschaftsunternehmen erfasst. Des Weiteren sind die Beteiligungen an der Deutschen Elektronik Gesellschaft für Algerien mbH und an der KBN Konstruktionsbüro GmbH sowie weitere aus Wesentlichkeitsgründen nicht konsolidierte Tochtergesellschaften enthalten. 15 Vorräte Die Vorräte stiegen um 153 Mio. € auf 872 Mio. € gegenüber 719 Mio. € zum 31. Dezember 2024, was einerseits auf den üblichen saisonal bedingten Aufbau der unfertigen Leistungen und Erzeugnisse und andererseits auf höhere Investitionen zur Absicherung und Steigerung der Produktion in der zweiten Jahreshälfte zurückzuführen war. 16 Vertragsvermögenswerte und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Die Vertragsvermögenswerte erhöhten sich im ersten Halbjahr 2025 um 70 Mio. € auf 455 Mio. € insbesondere durch das Großprojekt PEGASUS, während es bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen dem üblichen saisonalen Verlauf folgend zu einem Abbau um 92 Mio. € auf 333 Mio. € kam. 17 Rückstellungen
Die Rückstellungen für Altersvorsorgeleistungen gingen aufgrund des auf 4,06 % gestiegenen Zinssatzes sowie höherem Deckungsvermögen um 85 Mio. € auf 272 Mio. € zurück. Die sonstigen Rückstellungen, die im Wesentlichen Rückstellungen für sonstige Risiken und Kosten, Rückstellungen für Gewährleistungen sowie personalbezogene Rückstellungen beinhalten, verzeichneten einen Rückgang um 39 Mio. € auf 279 Mio. € zum 30. Juni 2025. Letztere gingen hauptsächlich aufgrund der im zweiten Quartal 2025 erfolgten Bonuszahlungen an das Management und Mitarbeiter zurück. 18 Sonstige finanzielle Vermögenswerte und sonstige finanzielle Verbindlichkeiten Sonstige finanzielle Vermögenswerte
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten
19 Sonstige Vermögenswerte und sonstige Verbindlichkeiten Sonstige Vermögenswerte
Sonstige Verbindlichkeiten
20 Finanzinstrumente In den folgenden Tabellen werden die Buchwerte und beizulegenden Zeitwerte von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten einschließlich ihrer Stufen in der Zeitwert-Hierarchie gezeigt. Bei einigen kurzfristigen finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten ist der Buchwert ein angemessener Näherungswert für den beizulegenden Zeitwert.
HENSOLDT hat im April 2025 die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten neu strukturiert. Der bisherige Term Loan sowie die Term Facility von insgesamt 1.070 Mio. € und die revolvierende Kreditlinie von 370 Mio. € wurden hierbei durch einen neuen Konsortialkreditvertrag ersetzt. Der neue Konsortialkreditvertrag beinhaltet einen Term Loan in Höhe von 850 Mio. €, einen Bridge Loan in Höhe von 150 Mio. € sowie eine neue revolvierende Kreditlinie in Höhe von 400 Mio. €. Durch die neue Finanzierung konnten sämtliche Konditionen verbessert werden. So wurde auch eine Garantielinie von 400 Mio. € mit dem Bankenkonsortium vereinbart.
Bewertung zum beizulegenden Zeitwert Die verwendeten Inputfaktoren und die angewandten Bewertungsmethoden sind im Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2024 beschrieben. 21 Rechtsstreitigkeiten und Ansprüche Die HENSOLDT-Gruppe ist im Rahmen des normalen Geschäftsbetriebs von Zeit zu Zeit an verschiedenen Gerichts- und Schiedsgerichtsverfahren beteiligt. Der HENSOLDT-Gruppe sind keine wesentlichen behördlichen, gerichtlichen oder schiedsgerichtlichen Verfahren (einschließlich schwebender oder angedrohter Verfahren) bekannt, die wesentliche Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns haben könnten bzw. in der Berichtsperiode gehabt haben. Zum Stichtag werden Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten und Schadensersatzansprüche in unwesentlicher Höhe unter den sonstigen Rückstellungen für sonstige Risiken und Kosten ausgewiesen. 22 Anzahl der Mitarbeiter
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Durchschnittszahlen auf Kopf-Basis 23 Ereignisse nach dem Bilanzstichtag Der Bundestag hat am 26. Juni 2025 das Gesetz für ein steuerliches Investitionssofortprogramm zur Stärkung des Wirtschaftsstandorts Deutschland beschlossen. Das Gesetz sieht u.a. die Senkung des Körperschaftsteuersatzes von derzeit 15 % auf 10 % vor. Die Senkung erfolgt ab dem Jahr 2028 stufenweise, indem der Körperschaftsteuersatz jährlich um 1 Prozentpunkt sinkt. Da der Bundesrat dem Gesetz erst am 11. Juli 2025 zugestimmt hat, ergeben sich keine Auswirkungen auf die Bewertung der latenten Steuern zum 30. Juni 2025. Die Auswirkungen des Gesetzes für die Abschlüsse ab dem dritten Quartal 2025 werden derzeit untersucht, können aber noch nicht beziffert werden. Im Juli 2025 wurde im Rahmen der im April 2025 begonnenen umfassenden Refinanzierung ein Schuldscheindarlehen in Höhe von 300 Mio. € ausgegeben. Hierbei wurden 65 Mio. € mit einer Laufzeit von drei Jahren mit fixer und variabler Verzinsung, weitere 150 Mio. € mit einer Laufzeit von fünf Jahren mit fixer und variabler Verzinsung und 85 Mio. € mit einer Laufzeit von sieben Jahren mit fixer Verzinsung aufgenommen. Mit der Emittierung des Schuldscheindarlehens wird das in Kapitel „20 Finanzinstrumente” genannte Bridge Loan in Höhe von 150 Mio. € abgelöst. Darüber hinaus gab es keine wesentlichen Ereignisse nach dem Bilanzstichtag. D Versicherung der gesetzlichen Vertreter Der Vorstand der HENSOLDT AG erklärt hiermit, nach bestem Wissen und Gewissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen für die Halbjahresfinanzberichterstattung der verkürzte Konzernzwischenabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernzwischenlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns im verbleibenden Geschäftsjahr beschrieben sind.
Taufkirchen, den 25. Juli 2025 HENSOLDT AG Der Vorstand Oliver Dörre Christian Ladurner Dr. Lars Immisch E Bescheinigung nach prüferischer Durchsicht An die HENSOLDT AG, Taufkirchen, Landkreis München Wir haben den verkürzten Konzernzwischenabschluss - bestehend aus der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, der Konzern-Gesamtergebnisrechnung, der Konzernbilanz, der Konzern-Kapitalflussrechnung, der Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung und dem Anhang zum verkürzten Konzernzwischenabschluss - und den Konzernzwischenlagebericht der HENSOLDT AG, Taufkirchen, Landkreis München, für den Zeitraum vom 1. Januar bis 30. Juni 2025, die Bestandteile des Halbjahresfinanzberichts nach § 115 WpHG sind, einer prüferischen Durchsicht unterzogen. Die Aufstellung des verkürzten Konzernzwischenabschlusses nach dem International Accounting Standard IAS 34 „Zwischenberichterstattung“, wie er in der EU anzuwenden ist, und des Konzernzwischenlageberichts nach den für Konzernzwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des WpHG liegt in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, eine Bescheinigung zu dem verkürzten Konzernzwischenabschluss und dem Konzernzwischenlagebericht auf der Grundlage unserer prüferischen Durchsicht abzugeben. Wir haben die prüferische Durchsicht des verkürzten Konzernzwischenabschlusses und des Konzernzwischenlageberichts unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze für die prüferische Durchsicht von Abschlüssen vorgenommen. Danach ist die prüferische Durchsicht so zu planen und durchzuführen, dass wir bei kritischer Würdigung mit einer gewissen Sicherheit ausschließen können, dass der verkürzte Konzernzwischenabschluss in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit IAS 34 „Zwischenberichterstattung“, wie er in der EU anzuwenden ist, und der Konzernzwischenlagebericht in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den für Konzernzwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des WpHG aufgestellt worden sind. Eine prüferische Durchsicht beschränkt sich in erster Linie auf Befragungen von Mitarbeitern der Gesellschaft und auf analytische Beurteilungen und bietet deshalb nicht die durch eine Abschlussprüfung erreichbare Sicherheit. Da wir auftragsgemäß keine Abschlussprüfung vorgenommen haben, können wir einen Bestätigungsvermerk nicht erteilen. Auf der Grundlage unserer prüferischen Durchsicht sind uns keine Sachverhalte bekannt geworden, die uns zu der Annahme veranlassen, dass der verkürzte Konzernzwischenabschluss in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit IAS 34 „Zwischenberichterstattung“, wie er in der EU anzuwenden ist, oder dass der Konzernzwischenlagebericht in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den für Konzernzwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des WpHG aufgestellt worden ist.
München, den 29. Juli 2025 KPMG AG Hanshen, Wirtschaftsprüfer Schieler, Wirtschaftsprüfer F Rechtliche Angaben und Kontakt HENSOLDT AG Investor Relations Willy-Messerschmitt-Straße 3 82024 Taufkirchen Deutschland Telefon: +49 89 51518-2057 E-Mail: investorrelations@hensoldt.net Vorstand: Oliver Dörre (Vorsitzender), Christian Ladurner und Dr. Lars Immisch Registergericht: Amtsgericht München, HRB 258711 Haftungsausschluss Dieser Bericht enthält Prognosen, die auf Annahmen und Schätzungen des Managements von HENSOLDT beruhen. Diese auf Annahmen und Schätzungen basierenden Aussagen sind zukunftsgerichtete Aussagen, in denen Begriffe wie „glauben“, „annehmen“, „erwarten“ und dergleichen verwendet werden. Auch wenn das Management der Ansicht ist, dass diese Annahmen und Schätzungen korrekt sind, können tatsächliche Ergebnisse in der Zukunft aufgrund einer Vielzahl von Faktoren erheblich von diesen Annahmen und Schätzungen abweichen. Dazu können Veränderungen im gesamtwirtschaftlichen Umfeld, in den gesetzlichen und behördlichen Rahmenbedingungen in Deutschland und der EU sowie Veränderungen innerhalb der Branche gehören. HENSOLDT übernimmt keine Gewährleistung und keine Haftung oder Verantwortung für jegliche Abweichungen zwischen zukünftigen Entwicklungen und den tatsächlichen Ergebnissen einerseits und den in diesem Halbjahresfinanzbericht genannten Annahmen und Schätzungen andererseits. HENSOLDT hat nicht die Absicht und übernimmt keine Verpflichtung, zukunftsgerichtete Aussagen zu aktualisieren, um sie an tatsächliche Ereignisse oder Entwicklungen nach dem Datum dieses Berichts anzupassen. Dieser Halbjahresfinanzbericht wird in Euro (€), der funktionalen Währung der HENSOLDT AG, dargestellt. Alle in € dargestellten Finanzinformationen wurden, soweit nicht anders angegeben, nach etablierten kaufmännischen Grundsätzen auf die nächsten Millionen € gerundet. Aufgrund von Rundungen können sich bei Summenbildungen und bei der Berechnung von Prozentangaben geringfügige Abweichungen von den absoluten Zahlen ergeben. Absolute Beträge kleiner 500.000 € und größer Null € werden je nach Vorzeichen mit 0 oder -0 dargestellt. Demgegenüber wird für Posten, die keinen Wert aufweisen, die Angabe einer Fehlanzeige mit "-" vorgenommen. Dieser Bericht ist ein Halbjahresfinanzbericht gemäß § 52 der Börsenordnung der Frankfurter Wertpapierbörse. Der Bericht ist auch in englischer Sprache erhältlich. Bei Widersprüchen ist das deutschsprachige Dokument allein maßgebend und allgemein gültig. |
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