![]() HAMMONIA Schiffsholding AG (vormals: HCI HAMMONIA SHIPPING AG)HamburgJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2017 bis zum 31.12.2017Jahresabschluss 2017Bilanz zum 31. Dezember 2017AKTIVAscroll
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Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2017scroll
Anhang der HAMMONIA Schiffsholding AG (vormals: HCI HAMMONIA SHIPPING AG), Hamburg, für das Geschäftsjahr 20171. Allgemeine Angaben zum UnternehmenDie HAMMONIA Schiffsholding AG (vormals: HCI HAMMONIA SHIPPING AG) mit Firmensitz
in Neumühlen 9, 22763 Hamburg, Bundesrepublik Deutschland, ist im Handelsregister
des Amtsgerichts Hamburg unter HRB 98689 eingetragen. 2. Allgemeine Angaben zu Inhalt und Gliederung des Jahresabschlusses2.1 Allgemeine AngabenDas Grundkapital der Gesellschaft in Höhe von 13.641.400,00 EUR ist eingeteilt in
136.414 nennwertlose auf den Namen lautende Stückaktien. Die Aktien der HAMMONIA Schiffsholding
AG sind im Segment Mittelstandsbörse der Hanseatischen Wertpapierbörse Hamburg notiert. Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2017 der HAMMONIA Schiffsholding AG wurde nach
den Vorschriften des Handelsgesetzbuches und den ergänzenden Bestimmungen des Aktiengesetzes
aufgestellt. Die Gliederung der Bilanz erfolgt nach der Vorgabe des § 266 HGB. Für die Aufstellung
der Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren gemäß § 275 Abs. 2
HGB angewandt. 2.2 GrößenmerkmaleDie Gesellschaft ist eine Kleinstkapitalgesellschaft im Sinne des § 267a Abs. 1 HGB
und wendet auf den Jahresabschluss freiwillig die Regelungen für kleine Kapitalgesellschaften
gemäß § 267 Abs. 1 HGB an. Die Aufstellung des Jahresabschlusses und des Anhangs erfolgte
unter teilweiser Inanspruchnahme der eingeräumten größenabhängigen Erleichterungen
gemäß § 274a und § 288 HGB. 3. Angaben zu Bilanzierungs- und BewertungsmethodenDie Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden werden grundsätzlich unverändert zum Geschäftsjahr
2016 angewandt. Anlagevermögen3.1 FinanzanlagenDas Finanzanlagevermögen wird mit den Anschaffungskosten oder dem niedrigeren beizulegenden
Wert angesetzt. Außerplanmäßige Abschreibungen auf Beteiligungen werden vorgenommen,
soweit der anteilige Unternehmenswert dauerhaft unter die Anschaffungskosten gesunken
ist. Zuschreibungen werden vorgenommen soweit der Grund für die außerplanmäßigen Abschreibungen
wieder entfallen ist. Umlaufvermögen3.2 Forderungen, sonstige Vermögensgegenstände und liquide MittelDie Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sowie die liquiden Mittel sind
mit ihrem Nennbetrag angesetzt. Rückstellungen und Verbindlichkeiten3.3 RückstellungenDie Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten.
Sie sind mit dem Erfüllungsbetrag bewertet, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung
notwendig ist. 3.4 VerbindlichkeitenVerbindlichkeiten werden mit ihrem Erfüllungsbetrag bilanziert. 3.5 WährungsumrechnungGeschäftsvorfälle, die in fremder Währung anfallen, werden mit dem Kurs am Tag des
Geschäftsvorfalls umgerechnet. Fremdwährungsforderungen sowie die liquiden Mittel
werden mit dem jeweiligen Kurs am Bilanzstichtag, solche mit einer Restlaufzeit von
mehr als einem Jahr werden jedoch höchstens mit dem Entstehungskurs umgerechnet. Fremdwährungsverbindlichkeiten
werden mit dem Entstehungskurs oder zum höheren Kurs am Bilanzstichtag angesetzt.
Fremdwährungsforderungen und -verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von bis zu
einem Jahr werden mit dem jeweiligen Kurs vom Bilanzstichtag bewertet. Konzerninterne
Transaktionen werden mit dem Euro-Referenzkurs bilanziert. 4. Erläuterungen der Bilanz und der Gewinn- und VerlustrechnungErläuterungen der Bilanz4.1 AnlagevermögenUnter dem Posten Anlagevermögen werden im Wesentlichen Anteile an verbundenen Unternehmen
ausgewiesen. Aufgrund der Schifffahrtskrise waren bei einzelnen Tochtergesellschaften
in der Vergangenheit z. T. erhebliche Verluste aufgetreten. Zum Bilanzstichtag wurden
deshalb die Buchwerte mit dem wirtschaftlichen Eigenkapital der Tochtergesellschaften
verglichen (Net-Asset-Value-Verfahren). Als Ergebnis der Überprüfung wurden aufgrund
des teilweisen Wegfalls der Gründe für in den Vorjahren vorgenommene außerplanmäßige
Abschreibungen auf die Beteiligungsansätze von drei Tochtergesellschaften Zuschreibungen
in Höhe von 5.761.000,00 EUR vorgenommen. Der Beteiligungsansatz einer Tochter-Verwaltungsgesellschaft
wurde im Geschäftsjahr außerplanmäßig in Höhe von 12.500,00 EUR abgeschrieben. 4.2 UmlaufvermögenForderungen gegen verbundene Unternehmen sind in Höhe von 244.019,98 EUR (im Vorjahr:
133.875,00 EUR) zugleich Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind sämtlich innerhalb eines Jahres
fällig. 4.3 KapitalrücklagenDie Kapitalrücklagen setzen sich wie folgt zusammen: scroll
Die Kapitalrücklage gem. § 272 Abs. 2 Nr. 1 HGB resultiert aus Zuzahlungen im Rahmen
einer im Jahr 2007 durchgeführten Kapitalerhöhung durch Ausgabe von 136.364 neuen,
nennwertlosen auf den Namen lautenden Stückaktien und wurde in Höhe von 13.636.400,00
EUR dotiert. Durch Beschluss der Hauptversammlung vom 11. Juni 2010 wurde der Ertrag aus der Herabsetzung
des Grundkapitals in Höhe von 122.772.600,00 EUR in eine Kapitalrücklage im Sinne
des § 272 Abs. 2 Nr. 1 HGB eingestellt. Zur Deckung des Bilanzverlustes wurden der Kapitalrücklage im Sinne des § 272 Abs.
2 Nr. 1 HGB in den Vorjahren Beträge in Höhe von insgesamt 115.999.438,12 EUR entnommen. 4.4 Gesetzliche RücklageGem. § 150 Abs. 2 AktG wurde eine gesetzliche Rücklage in Höhe von 5.000,00 EUR gebildet. 4.5 BilanzverlustDer Bilanzverlust entwickelte sich in den Vergleichsjahren wie folgt: scroll
4.6 Fristigkeiten und Besicherung der VerbindlichkeitenDie Fristigkeiten und die Besicherung der Verbindlichkeiten ergeben sich aus folgender
Übersicht: scroll
*)
Sicherheiten:Verpfändung von Kommanditanteilen 4.7 Haftungsverhältnisse Verbindlichkeiten aus BürgschaftenDie HAMMONIA Schiffsholding AG hat für drei verbundene Unternehmen zur Absicherung
von Kreditfazilitäten eine Höchstbetragsbürgschaft von USD 46.560.000,00 abgegeben.
Die verbundenen Unternehmen hatten zum Bilanzstichtag die Kreditfazilitäten in Höhe
von EUR 0,00 (i.V.:. EUR 9.116.782,09) in Anspruch genommen. Des Weiteren hat die HAMMONIA Schiffsholding AG für diese drei verbundenen Unternehmen
zur Absicherung von Verbindlichkeiten aus Zinssicherungsgeschäften eine Höchstbetragsbürgschaft
von 20.000.000,00 USD abgegeben. Zum Bilanzstichtag hatten sämtliche Zinssicherungsgeschäfte
für die verbundenen Unternehmen negative Marktwerte. Diese betrugen insgesamt -455.381,00
USD (-379.705,66 EUR). Das Risiko der Inanspruchnahme aus dem vorstehenden Haftungsverhältnis wird als sehr
gering angesehen, da die Schiffe der drei betroffenen verbundenen Unternehmen in Charter
bei einer bonitätsstarken Linienreederei fahren und so einen stabilen Cash-Flow zur
Bedienung ihrer Schulden generieren. 4.8 Sonstige finanzielle VerpflichtungenAus mit verschiedenen Dienstleistern bestehenden Service-, Dienstleistungs- und Beratungsverträgen
bestehen zum Bilanzstichtag sonstige finanzielle Verpflichtungen in Höhe von 102 TEUR
pro Jahr. Die Verträge haben eine Restlaufzeit zum Bilanzstichtag von 1 Jahr. Im Rahmen einer mit verschiedenen Kreditinstituten abgeschlossenen Restrukturierungsvereinbarung
hat die Gesellschaft folgende Besserungsscheine vereinbart:
Erläuterungen der Gewinn- und Verlustrechnung4.9 Sonstige betriebliche Erträge und AufwendungenDie sonstigen betrieblichen Erträge enthalten außergewöhnliche Erträge aus der Zuschreibung
von Beteiligungen in Höhe von 5.761.000,00 EUR. 4.10 Abschreibungen auf FinanzanlagenAuf den Beteiligungsansatz an einer insolventen Verwaltungsgesellschaft wurden im
Geschäftsjahr außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe von 12.500,00 EUR vorgenommen.
Die Abschreibungen des Vorjahres betrafen mit 11.041.466,35 EUR Beteiligungsansätze
von Schifffahrtsgesellschaften. 5. Sonstige Angaben5.1 KonzernverhältnisseDie HAMMONIA Schiffsholding AG, Hamburg, ist Obergesellschaft des Konzerns. Zum 31.
Dezember 2017 wird ein Konzernabschluss und Konzernlagebericht gemäß HGB und den ergänzenden
Vorschriften des Aktiengesetzes erstellt. Dieser wird im Bundesanzeiger (www.bundesanzeiger.de)
veröffentlicht werden. 5.2 VorstandZu Vorständen der Gesellschaft waren im Geschäftsjahr 2017 sowie im Jahr 2018 bestellt:
5.3 AufsichtsratDer Aufsichtsrat setzt sich wie folgt zusammen:
Hamburg, den 29. März 2018 Dr. Karsten Liebing (Vorstand) AUFSTELLUNG DES ANTEILSBESITZES ZUM 31. DEZEMBER 2017scroll
*
Gesellschaft ist insolvent ZUSAMMENGEFASSTER BERICHT ÜBER DIE LAGE DER HAMMONIA SCHIFFSHOLDING AG UND DES KONZERNS1.1 Grundlagen des Unternehmens1.1.1 HistorieDie HAMMONIA Schiffsholding AG wurde im Jahr 2007 als HCI HAMMONIA SHIPPING AG von
der HAMMONIA Reederei GmbH & Co. KG und der HCI Capital AG (heute Ernst Russ AG) initiiert.
Bis zum 30. Dezember 2014 war die Gesellschaft an der Hanseatischen Wertpapierbörse
Hamburg im Regulierten Markt notiert. Seit dem 31. Dezember 2014 ist die Aktie im
Segment Mittelstandsbörse der Hanseatischen Wertpapierbörse Hamburg notiert. Mit Wirkung
vom 14. Juli 2017 wurde die HCI HAMMONIA SHIPPING AG in HAMMONIA Schiffsholding AG
umbenannt. 1.1.2 AllgemeinesDie Tätigkeit des Konzerns ist auf den Erwerb, den Betrieb und die Veräußerung von
Seeschiffen ausgerichtet. Der Fokus liegt dabei auf modernen Containerschiffen. Beim
Betrieb der Schiffe besteht das Geschäftsmodell darin, die Schiffe langfristig an
bonitätsstarke Linienreedereien zu verchartern und/oder mit anderen Schiffen der jeweils
gleichen Größenklasse die Einnahmen zu poolen, um die Erlöse gegen schwankende Charterraten
und mögliche Beschäftigungsausfälle abzusichern. Der Konzern erzielt somit im Wesentlichen
Erträge aus dem Betrieb von Seeschiffen. Die HAMMONIA Schiffsholding AG steuert als Konzernobergesellschaft und geschäftsführende
Holding die einzelnen Schiffsinvestments der jeweiligen Tochtergesellschaften. Die
Tochtergesellschaften in der Rechtsform "GmbH & Co. KG" sind Einschiffsgesellschaften
und zivilrechtlich die Eigentümer und Betreiber einzelner Schiffe. Des Weiteren ist
die HAMMONIA Schiffsholding AG an den jeweiligen Komplementärgesellschaften, in der
Rechtsform "GmbH", der Schiffsgesellschaften als Alleingesellschafterin beteiligt. In der HAMMONIA Schiffsholding AG sind keine Mitarbeiter angestellt und im Konzern
waren im Durchschnitt drei eigene Seeleute beschäftigt. Die Bereitstellung sämtlicher
Dienstleistungen erfolgt durch externe Dienstleister. Die HAMMONIA Reederei GmbH &
Co. KG übernimmt alle Aufgaben im Zusammenhang mit dem laufenden Betrieb sämtlicher
Schiffe. Die Schiffsgesellschaften stellen somit den Mietern der Schiffe, den Charterern,
ein komplett ausgerüstetes, betriebsbereites und bemanntes Schiff zur Verfügung. Hinsichtlich der Tochtergesellschaften und ihrer Standorte wird auf den Konzernanhang
verwiesen. Die HAMMONIA Schiffsholding AG hatte zum 31. Dezember 2017 sechs Containerschiffe
mit einer Größe von 2.500 bis 7.800 TEU in Fahrt. Im Berichtszeitraum wurde das MS
"ANTOFAGASTA" auf Betreiben des Insolvenzverwalters der Einschiffsgesellschaft zum
11.05.2017 verkauft. Der Abgang konnte mit dem Neuzugang des MS "HAMMONIA BEROLINA"
am 25.08.2017 kompensiert werden. Die Schiffsgesellschaft wird zu ca. 63 % von der
HAMMONIA Schiffsholding AG gehalten. Die restlichen Anteile entfallen auf die HAMMONIA Reederei GmbH & Co.
KG. Für die Schiffsgesellschaft des MS "SAXONIA" wurde am 01.10.2017 Insolvenz eröffnet,
allerdings bleibt das Schiff weiterhin Teil der Flotte. Die Anteile an den verbleibenden
vier Schiffsgesellschaften werden fast ausschließlich von der HAMMONIA Schiffsholding
AG gehalten. 1.1.2 SteuerungssystemDie Steuerung des Konzerns basiert auf einem einheitlichen und methodischen Vorgehen.
Dabei werden unterschiedliche finanzielle und nicht finanzielle Leistungsindikatoren
in den Fokus gestellt. Die Prognoserechnungen der Schiffsgesellschaften werden dem Vorstand und dem Aufsichtsrat
regelmäßig auf aggregierter Basis zur Verfügung gestellt, wobei die Veränderungen
des Betriebskapitals je Schiff in die konsolidierte Rechnung einfließen. Die operative
Steuerung des Konzerns erfolgt auf Basis des operativen Gesamtergebnisses der Schiffsflotte
sowie der Chartereinnahmen pro Tag. Aufgrund der derzeitigen Lage an den internationalen
Containerschiffsmärkten und der daraus resultierenden Auswirkungen auf die HAMMONIA
Schiffsholding AG ist derzeit oberstes Ziel, die Zahlungsfähigkeit der Gesellschaft
und in den einzelnen Schiffsgesellschaften jederzeit sicherzustellen, so dass derzeit
die Liquiditätsentwicklung die entscheidende Steuerungsgröße für den Konzern darstellt. Die technische Verfügbarkeit der Schiffe in der HAMMONIA Schiffsholding aG Flotte
stellt einen entscheidenden nicht finanziellen Leistungsindikator dar. 1.2 Wirtschaftsbericht1.2.1 Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene RahmenbedingungenIn der aktuellen Ausgabe des World Economic Outlook vom Januar 2018 schätzt der Internationale
Währungsfonds (IWF) für das Jahr 2017 ein Weltwirtschaftswachstum von 3,7 %. Damit
ist die Weltwirtschaft mit einer etwas höheren Rate gewachsen als im Vorjahr (3,1
%). Dabei liegen die Erwartungen für das Wachstum in den Industriestaaten bei 2,3
%. Für die Entwicklungs- und Schwellenländer wird mit einem Wirtschaftswachstum von
4,7 % gerechnet. Hinsichtlich des für die Handelsschifffahrt relevanten Welthandelsvolumens
liegt die im Januar 2018 veröffentlichte vorläufige Schätzung für das Berichtsjahr
mit 4,7 % deutlich über der im Januar 2017 veröffentlichten IWF-Prognose von 3,8 %. In 2017 betrug die Wachstumsrate des globalen Containerhandels voraussichtlich 5,2
%, was einen Anstieg im Vergleich zur Wachstumsrate des Vorjahres von lediglich 4,1
% bedeutet. Zugleich ist die weltweite Flotte der Containerschiffe in 2017 um ca.
3,7 % gewachsen. Diese umfasst nunmehr 5.177 Einheiten mit einer Gesamtkapazität von
rd. 21,1 Mio. TEU (Stand: 31.12.2017). So sind aufgrund der hohen Orderaktivität der
internationalen Linienreeder in den letzten Jahren auch im abgelaufenen Jahr 160 Containerschiffe
mit einer Ladekapazität von rd. 1,2 Mio. TEU neu abgeliefert worden. Dazu gehören
die Ablieferungen der ersten Containerschiffe mit einer Größe von über 20.000 TEU.
Gegenläufig wirkte die Verschrottung von 161, mit im Durchschnitt 21 Jahren, überwiegend
älteren Containerschiffen mit einer Kapazität von 0,43 Mio. TEU. Diese Werte liegen
unter der historischen Höchstmarke aus 2016 von 201 Containerschiffen mit einer Kapazität
von 0,7 Mio. TEU. Auch im Jahr 2017 zeigte sich, dass die neu abgelieferten Schiffe deutlich größer
sind als jene, welche aufgrund ihrer Verschrottung die Flotte verlassen. Über den
Kaskadeneffekt, d.h. die Verdrängung von kleineren Schiffen aus ihren angestammten
Verkehren durch die jeweils nächstgroße Schiffsklasse, belasten die Ablieferungen
der Großcontainerschiffe bislang aber auch den Markt für kleinere Containerschiffe. Die Auflieger Quote, d.h. der Anteil der unbeschäftigten Containerschiffskapazität,
hat zwar im Laufe des Jahres saisonal geschwankt, sie lag im Durchschnitt mit 0,7
Mio. TEU im Jahr 2017 allerdings deutlich unter dem Durchschnitt des Jahres 2016 mit
1,3 Mio. TEU. Zudem lag die Auflieger Quote am Ende des Jahres 2017 mit rd. 2,3 %
(im Vergleich 2016: 6,7 %) der Flotte und 0,4 Mio. TEU (im Vergleich 2016: 1,4 Mio.
TEU) deutlich unter dem Jahresdurchschnitt sowie unter dem Niveau des Vorjahres. Somit hat der Chartermarkt für Containerschiffe zumindest im vierten Quartal 2017
positive Impulse erhalten. So stiegen z.B. die Charterraten für 2.500 TEU Containerschiffe
auf 8.750 USD/Tag im Dezember 2017. Sogar die Charterraten der ehemaligen auf die
Größe des Panama Kanals optimierten Schiffe mit einer Kapazität von 4.000 - 5.000
TEU, stiegen im Dezember 2017 auf rd. 7.800 USD/Tag. Die Charterraten dieser Schiffsklasse
gaben in Folge der Eröffnung des neuen, größeren Panamakanals um rd. 30 % nach und
lagen mit 4.200 USD/Tag unterhalb der Schiffsbetriebskosten. Die Charterraten der
anderen Schiffsklassen zwischen 5.600 und 8.500 TEU lagen im Dezember 2017 bei rd.
13.000 USD/Tag. 1.2.2 Geschäftsverlauf FlotteBestandteil des in 2015 umgesetzten Restrukturierungskonzeptes war eine Entlassung
der HAMMONIA Schiffsholding AG aus verschiedenen Finanzierungsbürgschaften. Im Gegenzug
war ein Teil des Konzeptes eine Reduzierung der Flotte. Zum Jahresende 2017 waren
sechs Containerschiffe mit einer Größe von 2.500 bis 7.800 TEU Teil der Flotte. Im
Berichtszeitraum wurde das MS "ANTOFAGASTA" auf Betreiben des Insolvenzverwalters
der Einschiffsgesellschaft zum 11.05.2017 verkauft. Der Abgang konnte mit dem Neuzugang
des MS "HAMMONIA BEROLINA" am 25.08.2017 kompensiert werden. Die Schiffsgesellschaft
wird zu ca. 63 % von der HAMMONIA Schiffsholding AG gehalten. Die "HAMMONIA ROMA" fährt seit Mai 2016 in einer ca. vierjährigen Charter bei der
Maersk Line zu 9.500 USD/Tag brutto. Das MS "HAMMONIA BEROLINA" fährt seit Übernahme
im August 2017 in einer ca. vierjährigen Charter bei MCC Transport, einem Tochterunternehmen
der Maersk Line A/S, zu 9.000 USD/Tag brutto. Das MS "ANTOFAGASTA" fuhr auch im abgelaufenen
Jahr bis zum Verkauf im "2.500 TEU Plus" - Einnahmepool der Peter Döhle Schiffahrts-KG.
Der Pool bietet den Vorteil eines kontinuierlichen Cash Flows, da in einem nach wie
vor schwachen Marktumfeld stets ein gewisser Anteil der Tonnage ohne Beschäftigung
ist. Die Charterrate für Neuabschlüsse am Spotmarkt lag im Jahresdurchschnitt bei
rund 8.900 USD/Tag brutto (HAMBURG INDEX©) - und damit rd. 30 % oberhalb des Niveaus
des Vorjahres. Für die Schiffsgesellschaft des MS "SAXONIA" wurde Insolvenz am 03.11.2016 angemeldet
und am 01.10.2017 eröffnet. Das Schiff bleibt weiterhin Teil der Flotte, wird aber
zum Stichtag 30.09.2017 nicht mehr konsolidiert. Die Beteiligung hatte die HAMMONIA
Schiffsholding AG bereits zuvor abgeschrieben. Da im laufenden Geschäftsjahr das reguläre
Insolvenzverfahren eröffnet wurde, ist die Gesellschaft zum 31.12.2017 entkonsolidiert
worden. Das MS "SAXONIA" mit einer Größe von 3.100 TEU fuhr im Laufe des Jahres in
mehreren aufeinander folgenden Chartern bei Fesco Ocean Management zu Raten zwischen
5.700 USD/Tag brutto im ersten Quartal des Jahres bis 9.000 USD/Tag brutto in der
zweiten Jahreshälfte. Die Marktraten für Neuabschlüsse am Spotmarkt lagen im Jahr
2017 bei rd. 7.800 USD/Tag brutto (HAMBURG INDEX©) - und damit rd. 40 % oberhalb des
Niveaus des Vorjahrs. Das 4.250 TEU Panamax Containerschiff MS "HAMMONIA PESCARA" ist im Januar 2017 an
die Käufer übergeben worden und war zuvor unbeschäftigt. Die Klasse der Panamax Schiffe
ist im Jahr 2016 durch die Öffnung des neuen Panamakanals zusätzlich belastet worden,
was sich in der Charterratenentwicklung widerspiegelte. Aufgrund der Ratenentwicklung
war die Umsetzung eines finanziellen Restrukturierungskonzeptes nicht möglich. Für
die Gesellschaft musste am 05.12.2016 Insolvenz angemeldet werden. Am 21.12.2016 ist
das reguläre Insolvenzverfahren eröffnet worden und die Gesellschaft wurde am 20.12.2016
entkonsolidiert. Da die Beteiligung bereits in den Vorjahren abgeschrieben wurde und
keine Haftungsverhältnisse bestehen hat der Verkauf keinen Einfluss auf das Ergebnis
oder die Liquidität der Holdinggesellschaft im Geschäftsjahr 2017. Der eingesetzte
Insolvenzverwalter hatte die bereits eingeleiteten Verkaufsbemühungen zuvor finalisiert
und das Schiff vor dem Jahresende 2016 zu 6,3 Mio. USD an eine koreanische Reederei
veräußert. Die Übergabe des Schiffes erfolgte dann im Januar 2017. Die drei Post-Panamax Schiffe mit jeweils 7.800 TEU sind bis in das Jahr 2018 an die
weltgrößte Container-Reederei Maersk Line A/S verchartert und erwirtschafteten planmäßig
die vereinbarten Chartereinnahmen von 41.300 USD/Tag brutto. Für die drei Schiffe
wurden im Juni 2017 Verkaufsverträge geschlossen, die die Übergabe der Schiffe an
den Käufer nach dem Ende der Chartern zwischen Februar und September 2018 vorsehen.
Aufgrund des hohen Alters und der in 2018 anstehenden Dockung ist die Weiterbeschäftigung
der Schiffe wirtschaftlich für die HAMMONIA Schiffsholding AG nicht sinnvoll. Zudem
wird durch den Verkaufserlös die Bedienung der Zahlungsversprechen aus der Restrukturierung
im Jahr 2016 sichergestellt. Gesamtaussage zum GeschäftsverlaufDie diesjährigen Geschäftszahlen der HAMMONIA Schiffsholding AG markieren nach mehrjähriger
Krise einen Wendepunkt. Die Gewinne in Höhe von 6,1 Mio. EUR auf Holdingebene und
24,7 Mio. EUR für den Konzern sind noch nicht dem normalen Geschäftsbetrieb zuzuordnen,
sondern beruhen auf buchhalterischen Effekten, jedoch konnte die Gesellschaft damit
die jahrelange Verlustserie stoppen. Negativ zu sehen ist die Verkleinerung der Flotte
durch den Verkauf des MS "ANTOFAGASTA". Die Entkonsolidierung des MS "SAXONIA" aufgrund
der Insolvenzeröffnung trägt den tatsächlichen wirtschaftlichen Verhältnissen Rechnung.
Die Kaufpreisabsicherung der drei 7.800 TEU Schiffe stellte die Fähigkeit der Gesellschaft,
die im Jahr 2018 fälligen Verbindlichkeiten zu tilgen sicher. Und die Anbindung des
MS "HAMMONIA BEROLINA" hat eindrucksvoll gezeigt, dass die HAMMONIA Schiffsholding
AG immer noch oder zumindest wieder in der Lage ist, Investitionen zu tätigen. Folglich bietet sich zum Ende des Geschäftsjahrs ein positives Bild: Die HAMMONIA
Schiffsholding AG ist weitgehend frei von externen Zwängen und finanziellen Unsicherheiten,
da es derzeit keine Belastungen gibt, die nicht aus eigener Kraft heraus gemeistert
werden können. Somit wurden im Geschäftsjahr 2017 die Weichen für eine geordnete und
stabile Fortführung des Konzerns und der HAMMONIA Schiffsholding AG gestellt. 1.2.3 Lage1.2.3.1 ErtragslageDie wesentlichen Kennzahlen der Ertragslage für das Geschäftsjahr 2017 im Vergleich
zum Vorjahr stellen sich wie folgt dar: scroll
Die Umsatzerlöse wurden in Höhe von 47,9 Mio. EUR aus der Vercharterung von sieben
Containerschiffen (Vergleichszeitraum: sieben Containerschiffe) erzielt. Ende 2016
war ein Containerschiff durch Entkonsolidierung einer Schifffahrtsgesellschaft aus
dem Konzern ausgeschieden. Mitte 2017 hat der Konzern ein Containerschiff erworben,
welches bereits seit einigen Monaten eingechartert war. Im Laufe des Geschäftsjahres
2017 (Anfang Mai und Ende September 2017) wurden zwei Schifffahrts-Tochtergesellschaften
aufgrund der Eröffnung des Insolvenzverfahrens entkonsolidiert. Entsprechend reduzierte
sich im Geschäftsjahr die Anzahl der in den Konzernabschluss einbezogenen Containerschiffe.
Bei den fünf Ende 2017 im Konzern verbliebenen Containerschiffen blieben die Beschäftigungskonzepte
(Vercharterung an bonitätsstarke Linienreedereien ohne Poolmitgliedschaft) gegenüber
dem Vorjahreszeitraum bestehen. Im Geschäftsjahr wurden die Konzernerlöse nahezu ausschließlich von in Zeitcharter
fahrenden Containerschiffen erzielt. Lediglich die im Geschäftsjahr entkonsolidierte
MS Antofagasta fuhr noch in einem Einnahmepool. Von den gesamten Chartererlösen in Höhe von 47,9 Mio. EUR (Vorjahr: 49,3 Mio. EUR)
wurden 98 % (Vorjahr: 89 %) von den in festen Zeitchartern fahrenden Schiffen erzielt.
Neben Chartererlösen umfassen die Umsatzerlöse auch Erstattungen der Charterer in
Höhe von 0,8 Mio. EUR. Die Umsatzerlöse haben sich gegenüber dem Vorjahr geringfügig
um 0,5 Mio. EUR vermindert. Die Schiffsbetriebskosten enthalten im Wesentlichen die Aufwendungen für den Schiffsunterhalt
und die Versicherung der Schiffe. In den Aufwendungen des Schiffsunterhalts sind auch
Abwicklungskosten im Bereich der Kommissionen in Höhe von 1,7 Mio. EUR enthalten.
Die Aufwendungen haben sich aufgrund der Entkonsolidierung von Schifffahrtsgesellschaften
vermindert. Gleiches gilt für die Aufwendungen für das Schiffspersonal. Nach Abzug der Schiffsbetriebskosten verbesserte sich das Schiffsbetriebsergebnis
um 7 % auf 30,4 Mio. EUR. Die sonstigen betrieblichen Erträge erhöhten sich um 15,4 Mio. EUR auf 33,7 Mio. EUR.
Sie enthalten außergewöhnliche Erträge in Höhe von 23,5 Mio. EUR. Diese betreffen
Erträge aus Entkonsolidierung von drei Gesellschaften (21,6 Mio. EUR), sowie Erträge
aus der Zuschreibung auf den Buchwert eines Containerschiffes (1,9 Mio. EUR). Gegenüber
dem Vorjahr erhöhten sich die Kurserträge um 6,1 Mio. EUR auf 8,8 Mio. EUR. Neben
Kurserträgen betreffen die sonstigen betrieblichen Erträge im Wesentlichen Erträge
aus der Auflösung von Rückstellungen (1,0 Mio. EUR). Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen haben sich gegenüber dem Vergleichszeitraum
des Vorjahres um 3,2 Mio. EUR auf 11,0 Mio. EUR verringert. Wesentlicher Grund ist
die Verminderung der Kursaufwendungen um 2,6 Mio. EUR gegenüber dem Vorjahr. Die Kursaufwendungen
resultieren im Wesentlichen aus der Tilgung von USD-Schiffshypothekendarlehen. Die
sonstigen betrieblichen Aufwendungen umfassen im Wesentlichen die Verwaltungskosten
des Konzerns. Diese resultieren zum einen aus Gebühren für Service-, Dienstleistungs- und Beratungsverträgen.
Die HAMMONIA Schiffsholding AG besitzt kein eigenes Personal, sondern bedient sich
zur Erfüllung ihrer Aufgaben des Personals der HAMMONIA Reederei GmbH & Co. KG, sowie
einer Tochtergesellschaft der Ernst Russ AG. Die übrigen Verwaltungskosten umfassen
unter anderem Aufwendungen für die Jahresabschlussprüfung, Steuer- und Rechtsberatung
sämtlicher Konzerngesellschaften, Kosten der Rechtsform sowie Kosten in Zusammenhang
mit der Registrierung der Konzernschiffe. Darüber hinaus betreffen die sonstigen betrieblichen
Aufwendungen Verluste aus der Entkonsolidierung einer Gesellschaft in Höhe von 0,1
Mio. EUR. Insgesamt ergibt sich damit im Geschäftsjahr 2017 ein Reedereiergebnis von 53,1 Mio.
EUR, das um 20,7 Mio. EUR über dem Wert des Vorjahres liegt. Die Reedereiergebnisse
der beiden Geschäftsjahre sind jeweils durch außergewöhnliche Erträge (2017: 23,5
Mio. EUR; 2016: 14,0 Mio. EUR) beeinflusst. Bei vier Containerschiffen war aufgrund der unverändert schwierigen Marktsituation
eine außerplanmäßige Abschreibung auf den niedrigeren Ertragswert erforderlich. Insgesamt
wurden im Konzern außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe von 2,2 Mio. EUR erfasst. Nach Verrechnung der Abschreibungen lag das operative Ergebnis, EBIT, im Geschäftsjahr
2017 mit 28,6 Mio. EUR um 65,2 Mio. EUR über dem Wert des Vorjahres. Die Verbesserung ergibt sich aus den gegenüber dem Vorjahr hohen außergewöhnlichen
Erträgen sowie hohen außerplanmäßigen Abschreibungen im Vorjahr. Die Zinsaufwendungen haben sich gegenüber dem Vergleichszeitraum um 3,0 Mio. EUR vermindert.
Dies ist auf die fortschreitende Tilgung der Darlehen von drei Containerschiffen sowie
der Entkonsolidierung von Schifffahrtsgesellschaften zurückzuführen. Insgesamt hat der Konzern im Geschäftsjahr 2017 einen Konzernjahresüberschuss in Höhe
von rd. 24,7 Mio. EUR erwirtschaftet (im Vorjahr Konzernjahresfehlbetrag von 43,4
Mio. EUR). Die auf nicht beherrschende Anteile entfallenden Ergebnisanteile betreffen
Minderheitsgesellschafter der Schifffahrtsgesellschaften. Insgesamt sind die Ertragslage des Konzerns und das im Geschäftsjahr 2017 erzielte
Konzernergebnis erheblich durch außergewöhnliche Erträge gekennzeichnet. 1.2.3.2 FinanzlageGrundsätze und Ziele der FinanzaktivitätenÜber das Finanzmanagement stellen wir sicher, dass unser Unternehmen dauerhaft liquide
ist und finanzielle Risiken reduziert werden. Aufgrund der derzeitigen Lage an den
internationalen Schifffahrtsmärkten und der daraus resultierenden Auswirkungen auf
die HAMMONIA Schiffsholding AG ist derzeit oberstes Ziel, die Zahlungsfähigkeit im
Konzern und in den einzelnen Schiffsgesellschaften jederzeit sicherzustellen. FinanzierungDie seit Jahren andauernde Krise des Containerschiffsmarktes hatte für die HAMMONIA
Schiffsholding AG weitreichende Restrukturierungsmaßnahmen erforderlich gemacht. Diese
wurden schon im Jahr 2015 erfolgreich abgeschlossen. Im Ergebnis konnte die HAMMONIA
Schiffsholding AG um einem hohen zweistelligen Millionenbetrag enthaftet werden. Ebenfalls
wurden die Verbindlichkeiten auf Ebene der Holding neu geordnet. Die Gläubiger erhielten
für ihre Zugeständnisse einen Besserungsschein in Höhe von max. 8 Mio. USD für den
Fall, dass die HAMMONIA Schiffsholding AG wieder Dividenden zahlen wird. Für das 2.800 TEU Schiff MS "ANTOFAGASTA" war mit der finanzierenden Bank in 2015
eine Restrukturierungsvereinbarung getroffen worden. Aufgrund der negativen Marktentwicklung
waren die vereinbarten Maßnahmen aber nicht hinreichend. Es wurden weitere Gespräche
mit der finanzierenden Bank geführt, allerdings konnten diese nicht erfolgreich abgeschlossen
werden. In der Folge meldete die Schiffsgesellschaft Insolvenz an und das Schiff wurde
auf Betreiben des Insolvenzverwalters im Mai 2017 verkauft. Die Insolvenz der Schiffsgesellschaft
hat keinerlei Einfluss auf die Solvenz der HAMMONIA Schiffsholding AG. Um im Jahr 2018 die Rückführung der finanziellen Verpflichtungen auf Ebene der Holding
in Höhe von 14,3 Mio. EUR zum Bilanzstichtag zu ermöglichen, ist der Verkaufserlös
der drei 7.800 TEU Schiffe von zentraler Bedeutung. Um das Risiko eines Preisverfalls
und eine einhergehende Zahlungsunfähigkeit der HAMMONIA Schiffsholding AG zu vermeiden,
erfolgte im Juni 2017 ein strukturierter Verkauf der Schiffe zu den damals gültigen
Marktkonditionen. Die Schiffsgesellschaften haben das Recht die Schiffe dem Käufer
zu einem von den Schiffsgesellschaften bestimmten Zeitpunkt und zu einem vorher vereinbarten
Preis anzudienen. Der Preis ist abhängig vom Verkaufszeitpunkt und reduziert sich
mit der Zeit. Die Schiffe müssen dem Käufer spätestens zum 01.10.2018 übergeben werden.
Der Käufer hat für jedes der drei Schiffe eine Barsicherheit von ca. 1,2 Mio. USD
hinterlegt. Mit dem strukturierten Verkauf konnte - unabhängig von den in Zukunft
vorherrschenden Marktbedingungen - sichergestellt werden, dass die im Jahr 2018 fälligen
Verbindlichkeiten zurückgeführt werden können. Im August 2017 konnte mit dem MS "HAMMONIA BEROLINA" ein neues Schiff angebunden werden. Das Schiff wurde aus einer insolventen Gesellschaft herausgekauft. Der Kapitaleinsatz
konnte aufgrund einer Beteiligung seitens der HAMMONIA Reederei GmbH & Co. KG an der
Schiffsgesellschaft und aufgrund einer hohen Finanzierung seitens der schiffsfinanzierenden
Bank auf einen Betrag von 0,3 Mio. EUR reduziert werden. Das Schiff verfügt über eine
Zeitcharter mit Maersk Line A/S bis mindestens ins Jahr 2021. Der Schuldendienst ist
bis dahin durch die Einnahmen aus der Zeitcharter gedeckt. Ebenfalls ist eine vierteljährliche
Ausschüttung in Höhe von 8 % p.a. auf das Eigenkapital vorgesehen. Auch für das MS "HAMMONIA ROMA" konnte eine langfristige Zeitcharter mit Maersk Line
A/S geschlossen werden. Dies erfolgte mit Zustimmung der finanzierenden Bank und auf
Basis des gemeinsamen Verständnisses, dass die erforderlichen Restrukturierungsmaßnahmen
für einen Weiterbetrieb umgesetzt werden. Vorbild sollte die Finanzierung des MS "HAMMONIA
BEROLINA" sein. Allerdings konnte keine verbindliche Einigung mit der Bank erzielt
werden und das Schiff musste letztendlich im Jahr 2018 verkauft werden. Für die Schiffsgesellschaft des MS "SAXONIA" musste schon im Jahr 2016 Insolvenz angemeldet
werden und somit ist diese Beteiligung für die Gesellschaft von untergeordneter finanzieller
Bedeutung, da die HAMMONIA Schiffsholding AG aus diesem Schiff keine nennenswerten
liquiden Zuflüsse mehr erwarten kann. Allerdings wurde die Gesellschaft zum Stichtag
30.09.2017 entkonsolidiert, wodurch signifikante Auswirkungen auf das Ergebnis der
HAMMONIA Schiffsholding AG im Berichtsjahr 2017 entstanden sind. Durch die hohe Differenz
von Schiffswert zu ausstehendem Schiffshypothekendarlehen entstanden bei der Entkonsolidierung
erhebliche positive Sondereffekte. Zusammengefasst ist festzustellen, dass durch die Absicherung des Verkaufserlöses
der drei 7.800 TEU Schiffe die Rückzahlung der Verbindlichkeiten auf Ebene der HAMMONIA
Schiffsholding AG im Jahr 2018 sichergestellt ist. Für die verbleibenden Schiffe gibt
es keine Haftung mehr. Die weiterhin bestehenden Besserungsscheine sind nur im Falle
einer Dividendenzahlung liquiditätswirksam. Der derzeitige Kassenbestand der Gesellschaft
deckt den laufenden Liquiditätsbedarf des normalen Geschäftsbetriebs. Somit erscheint
die Solvenz der Gesellschaft zum Bilanzstichtag auf absehbare Zeit gesichert. 1.2.3.3. Liquidität (Kapitalflussrechnung)Die Finanzlage des Konzerns kann mit Hilfe der Kapitalflussrechnung veranschaulicht
werden. Die Kapitalflussrechnung unterscheidet dabei zwischen Zahlungsströmen aus
der laufenden Geschäftstätigkeit sowie der Investitions- und Finanzierungstätigkeit. scroll
Die Ermittlung des Cash Flows aus laufender Geschäftstätigkeit erfolgt nach der indirekten
Methode. Er hat sich gegenüber dem Vorjahr im Wesentlichen durch den deutlich verminderten
Zinsaufwand erhöht. Der Cash Flow aus der Investitionstätigkeit betrifft im Wesentlichen Auszahlungen
für den Erwerb eines Containerschiffes. Der Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit in Höhe von -16,4 Mio. EUR resultiert
in Höhe von 20,3 Mio. EUR (Vorjahr: 25,3 Mio. EUR) aus der Tilgung von Darlehen. 3,3
Mio. EUR (Vorjahr: 6,4 Mio. EUR) betreffen Zinszahlungen. Weitere Liquiditätsabflüsse
in Höhe von 0,6 Mio. EUR betreffen Ausschüttungen an konzernfremde Kommanditisten
bzw. Gesellschafter. Demgegenüber standen Zuflüsse aus der Valutierung eines Darlehens
(7,7 Mio. EUR) und aus Eigenkapitalzuführungen von konzernfremden Gesellschaftern
in Zusammenhang mit dem Erwerb eines Containerschiffes (0,2 Mio. EUR). Aufgrund der Entkonsolidierung von vier Gesellschaften verminderte sich der Finanzmittelfonds
um 1,0 Mio. EUR. Insgesamt erhöhte sich der Finanzmittelfonds zum 31. Dezember 2017 gegenüber dem 31.
Dezember 2016 um 1,4 Mio. EUR auf 12,3 Mio. EUR. 1.2.3.3 VermögenslageDie Vermögenslage des Konzerns stellt sich wie folgt dar: scroll
Auf der Aktivseite entfallen 77,6 % der Bilanzsumme auf das Anlagevermögen. Die Veränderung
des Anlagevermögens ist in der folgenden Tabelle zusammengefasst: scroll
Aufgrund der im Geschäftsjahr 2017 erfolgten Eröffnungen der Insolvenzverfahren und
des vorgesehenen kurzfristigen Verkaufs wurden die Schifffahrtsgesellschaften der
SAXONIA und der ANTOFAGASTA entkonsolidiert. Das Umlaufvermögen in Höhe von 13,4 Mio. EUR umfasst im Wesentlichen liquide Mittel
(12,3 Mio. EUR). Des Weiteren enthält das Umlaufvermögen u.a. Vorräte (0,4 Mio. EUR)
und sonstige Vermögensgegenstände (0,6 Mio. EUR). Das Eigenkapital erhöhte sich durch den im Geschäftsjahr erwirtschafteten Konzernjahresüberschuss
und die Entkonsolidierung verschiedener Gesellschaften an denen teilweise vergleichsweise
hohe Fremdanteile bestanden. Die absolute Veränderung des Eigenkapitals ist in der
folgenden Tabelle dargestellt: scroll
Der Anstieg der Rückstellungen um 0,8 Mio. EUR auf 3,0 Mio. EUR betrifft im Wesentlichen
die Bildung von Rückstellungen für Abwicklungskosten. Auf diesen Bereich entfallen
Rückstellungen in Höhe von 2,2 Mio. EUR. Die Verbindlichkeiten umfassen im Wesentlichen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
(im Wesentlichen Schiffsfinanzierung einschließlich abgegrenzter Zinsen der in Fahrt
befindlichen Containerschiffe) in Höhe von 42,4 Mio. EUR (Vorjahr: 106,2 Mio. EUR). Die Verminderung der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten resultiert aus der
Entkonsolidierung von zwei Schifffahrtsgesellschaften und aus der planmäßigen Tilgung
bei drei Schifffahrtsgesellschaften. Die Verbindlichkeiten umfassen als weitere wesentliche
Posten zwei als Fremdkapital ausgestaltete Genussrechte in Höhe von insgesamt 6,2
Mio. EUR sowie ein Darlehen eines nahstehenden Unternehmens von 3,5 Mio. EUR. Die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage des Konzerns ist insgesamt von der andauernden
Schifffahrtskrise geprägt. 1.2.4 Nicht finanzielle LeistungsindikatorenFür einen optimalen wirtschaftlichen Betrieb der Schiffe ist eine hohe technische
Verfügbarkeit der Flotte von großer Bedeutung, da im Rahmen einer Zeitcharter der
Charterer nur für Zeiten zahlen muss, in welchen ein Schiff technisch verfügbar und
somit fahrtüchtig ist. Für den Berichtszeitraum ergibt sich folgende Statistik. Technische Verfügbarkeit der HAMMONIA Schiffsholding AG Flottescroll
Unter Berücksichtigung der technisch bedingten Off-Hire-Tage liegt die Einsatzbereitschaft
der Flotte bei annähernd 100 %. Sowohl planmäßige als auch außerplanmäßige Dockungen
sind im Berichtsraum nicht ausgeführt worden. Somit zeichnet sich die Flotte der HAMMONIA
Schiffsholding AG weiterhin durch eine sehr hohe technische Verfügbarkeit aus. Dieses
Ergebnis spiegelt den technisch einwandfreien Zustand der Schiffe, den hohen Ausbildungsgrad
der Mannschaften und die Qualität der technischen Bereederung wider. 1.3 Prognose-, Risiko- und Chancenbericht1.3.1 PrognoseberichtIn den folgenden Prognosen sind Annahmen enthalten, die auf Basis aller zum jetzigen
Zeitpunkt zur Verfügung stehenden Informationen getroffen worden sind. Sollten die
zugrunde gelegten Annahmen nicht eintreten, können die tatsächlichen Ergebnisse von
den erwarteten Ergebnissen abweichen. Eine Gewähr können wir für diese Angaben daher
nicht übernehmen. Die nachfolgenden Prognosen beziehen sich - soweit nicht anderweitig
angegeben - auf die nach dem Berichtsjahr folgenden zwölf Monate. Für das laufende Jahr 2018 und für 2019 prognostiziert der IWF eine stabil bleibende
Wachstumsraten der Weltwirtschaft von 3,9 % (im Vergleich 2017: 3,7 %). Dabei erwartet
der IWF insbesondere von den Entwicklungsländern positive Impulse. Diese Erwartungen
werden insbesondere durch die Prognosen für den für die Schifffahrt bedeutenden asiatischen
Wirtschaftsraum getrieben, für den mit einem Wachstum von 6,5 % für 2018 gerechnet
wird. Hinsichtlich des für die Handelsschifffahrt relevanten Welthandelsvolumens prognostiziert
die im Januar 2018 veröffentlichte vorläufige Schätzung für 2018 bzw. 2019 4,6 % bzw.
4,4 % Wachstum (im Vergleich zu 4,7 % in 2017). In 2018 erwartet der Brancheninformationsdienst Clarksons, dass sich die Wachstumsrate
des globalen Containerhandels mit voraussichtlich 5,0 % positiv stabil entwickelt
(zum Vergleich 2017: 5,2 %). Diese Entwicklung wird voraussichtlich größtenteils durch
das Flottenwachstum der Containerschiffe kompensiert. So erwartet Clarksons, dass
Containerschiffe mit einer Ladekapazität von rd. 1,2 Mio. TEU neu abgeliefert werden.
Dagegen sollen Containerschiffe mit einer Ladekapazität von rd. 0,35 Mio. TEU verschrottet
werden. Am Anfang des Jahres 2018 zeigte das Orderbuch der Containerschiffe rd. 395
Schiffe mit einer Kapazität von 2,8 Mio. TEU, dies entspricht etwa 13% der Flotte.
Es wird erwartet, dass die Kapazität der Flotte im Jahr 2018 um etwa 4,1 % wächst.
Allerdings erwartet der Brancheninformationsdienst Alphaliner sogar ein Wachstum von
5,6 % in 2018, da Alphaliner den Zuwachs der Ladekapazität auf 1,5 Mio. TEU prognostiziert. Clarksons erwartet, dass die weiteren Ablieferungen der Großcontainerschiffe den Kaskadeneffekt,
d.h. die Verdrängung von kleineren Schiffen aus ihren angestammten Verkehren durch
die jeweils nächstgroße Schiffsklasse, weiter fortsetzen werden. Insbesondere die
größeren Schiffe im Chartermarkt, wie z.B. die 6.000 - 8.000 TEU Schiffe, könnten
unter dem Druck auf die Charterraten leiden, um geeignete Beschäftigungen zu finden.
Eine spürbare aber zugleich auch nachhaltige Verbesserung für den Gesamtmarkt ist
daher im laufenden Jahr noch nicht zu erwarten, auch wenn es aufgrund von Verknappungen
in einzelnen Schiffsgrößen durch anhaltend hohe Verschrottungen zu zwischenzeitlichen
Charterratenerholungen in diese Schiffsgrößen kommen dürfte, bevor der Kaskadeneffekt
wieder zu gegenläufigen Effekten führt. Hinsichtlich des MS "SAXONIA" liegt die Entscheidung zu einem Verkauf bei dem Insolvenzverwalter
und der finanzierenden Bank, wodurch die Gesellschaft nach der Entkonsolidierung des
Schiffs nicht mehr beeinflusst wird. Das MS "HAMMONIA ROMA" wurde bereits im März
2018 verkauft. Der damit einhergehende Darlehensverzicht der finanzierenden Bank führt
zu einem erheblichen positive Effekte im Konzernergebnis. Hinsichtlich der drei 7.800
TEU Schiffe MS "HAMMONIA DANIA", MS "HAMMONIA HAFNIA" und MS "HAMMONIA FIONIA" erwarten
wir die Umsetzung des Verkaufs im Laufe des 2. Quartals 2018, so dass sich die Flotte
des Konzerns im Laufe des Geschäftsjahrs 2018 deutlich reduzieren wird. Mit den Verkaufserlösen
aus den drei Schiffen werden die Zahlungsverbindlichkeiten der HAMMONIA Schiffsholding
AG aus der Restrukturierung in voller Höhe ausgeglichen werden können, so dass voraussichtlich
nur noch die Besserungsscheine stehen bleiben werden. Aufgrund der kleineren Flotte und der auslaufenden Chartern der 7.800 TEU Schiffe
erwarten wir für das Gesamtjahr 2018 im Vergleich zum Vorjahr insgesamt einerseits
deutlich sinkende Umsatzerlöse für den Konzern der HAMMONIA Schiffsholding AG, andererseits
auch deutlich reduzierte Schiffsbetriebskosten. Durch den Verkauf des MS "HAMMONIA
ROMA" werden hohe außergewöhnliche Erträge aus einem Darlehnsverzicht im Konzern der
HAMMONIA Schiffsholding AG entstehen. Per Saldo rechnen wir mit einem deutlich niedrigeren
Reedereiergebnis. Die Zinsaufwendungen werden gegenüber dem Vorjahr aufgrund der Tilgungsleistungen
einerseits und vor allem wegen der kleineren Flotte andererseits erheblich sinken.
Außerdem werden sich die planmäßigen Abschreibungen aufgrund des Verkaufs der drei
7.800 TEU Schiffe zur Jahresmitte deutlich vermindern. Weiterhin rechnen wir für 2018
mit einem Wechselkurs von 1,20 USD/EUR und daher mit einem schwächeren USD-Jahresdurchschnittskurs
im Vergleich zum Niveau des Vorjahres. Auf dieser Basis erwarten wir für das Gesamtjahr
2018 aus dem ordentlichen Geschäft, nach Abschreibungen, Zinsen und Steuern ein positives
Konzernergebnis von rd. 10 bis 13 Mio. EUR. Darin enthalten sind bereits rd. 0,7 Mio.
EUR nicht liquiditätswirksame Kursverluste aus Darlehenstilgungen sowie Erträge aus
dem Darlehensverzicht der finanzierenden Bank des MS "HAMMONIA ROMA" von rd. 16 Mio.
EUR. Weitere nicht planbare Sondereffekte, wie zum Beispiel im Zusammenhang mit dem
Verkauf weiterer Schiffe, sind dagegen nicht berücksichtigt. Hinsichtlich der Entwicklung der Finanzsituation sehen wir für das Jahr 2018 im Konzern
einen gegenüber dem Vorjahr deutlich verringerten Bestand an verfügbaren liquiden
Mitteln. Dies ist auf mehrere Umstände zurückzuführen. Die Darlehen der Schiffsgesellschaften
werden aufgrund von Vereinbarungen mit den finanzierenden Banken pay-as-you-earn getilgt,
d.h. dass die frei verfügbare Liquidität für Tilgungen verwendet wird. Mit dem Verkaufserlös der 7.800 TEU Schiffe werden insbesondere die Zahlungsversprechen
der HAMMONIA Schiffsholding AG gegenüber den Banken aus der Restrukturierung bedient
werden. Zudem werden der Verkauf der MS "HAMMONIA ROMA" sowie die Rückführung der
Mezzanine Tranche bei der MS "HAMMONIA HAFNIA" zur Verringerung der Liquidität beitragen Wir erwarten, dass die HAMMONIA Schiffsholding AG im laufenden Jahr keine nennenswerten
Beteiligungserträge generieren wird, da die Sondereffekte aus dem Verkauf der 7.800
TEU Schiffe bereits im Jahresabschluss 2017 berücksichtigt wurden. Die benötigte Liquidität
zur Zahlung der Restrukturierungsverbindlichkeiten wird somit nicht aus den Beteiligungserträgen
sondern aus den Kapitalrückzahlungen generiert. Da die Ertragslage der Holdinggesellschaft
im abgelaufenen Geschäftsjahr von außergewöhnlichen Gewinnen gekennzeichnet gewesen
ist, erwarten wir im Vergleich zum Vorjahr insgesamt deutlich geringere Erträge und
damit insgesamt einen Jahresverlust für 2018 zwischen 0,2 und 0,7 Mio. EUR, wobei
jedoch keine nicht planbaren Sondereffekte berücksichtigt sind. Hinsichtlich der Entwicklung der Finanzsituation der Holdinggesellschaft erwarten
wir für das Jahr 2018 im Einklang mit dem Verkauf der oben genannten Schiffe und dem
Ausgleichen der Verbindlichkeiten aus dem Restrukturierungskonzept sowohl erhöhte
Zuflüsse als auch erhöhte Abflüsse von liquiden Mitteln. Im Zuge des gewöhnlichen
Geschäftsbetriebs rechnen wir gegenüber dem Vorjahr mit sinkenden Zuflüssen von liquiden
Mitteln. In Summe gehen wir davon aus, dass sich die liquiden Mittel der Holdinggesellschaft
deutlich erhöhen werden. Zugleich gehen wir davon aus, dass durch die Umsetzung des
Restrukturierungskonzeptes die Zahlungsfähigkeit der Holdinggesellschaft und der Bestand
des Konzerns gesichert sind, so dass mit überwiegender Wahrscheinlichkeit von einer
positiven Fortführung des Unternehmens ausgegangen werden kann. 1.3.2 RisikoberichtEin systematisches und effizientes Risikomanagement stellt für den Vorstand der HAMMONIA
Schiffsholding AG eine sich ständig weiterentwickelnde Aufgabe dar. Der Konzern verfügt
über ein gut ausgebautes EDV-gestütztes Risikomanagementsystem. Die integralen Bestandteile
und Ziele des Systems sind sowohl die systematische Risikoidentifikation und Risikobewertung
als auch Maßnahmen zur Vermeidung, Verminderung und Begrenzung von Risiken. Besonderes
Augenmerk liegt hierbei auf der Früherkennung bestandsgefährdender Risiken. Die Bewertung der Risiken wird nach einer einheitlichen Skalierung vorgenommen. Die
Überwachung der Risiken erfolgt insbesondere durch die Identifizierung und Bewertung
von Risikotreibern. Diese stellen Frühwarnindikatoren und Einflussgrößen für die Eintrittswahrscheinlichkeit
und das Schadenspotenzial der identifizierten Risiken dar. Die Risikosteuerung ist eine laufende Aufgabe, deren inhaltliche Gestaltung in der
Verantwortung der Risikoverantwortlichen und der Unternehmensführung liegt. Durch
das Risikoreporting wird der Vorstand regelmäßig über die Entwicklung der Risikosituation
unterrichtet. Das Management der mit dem Schiffsbetrieb und der Finanzierung der Schiffe zusammenhängenden
Risiken liegt in der Verantwortung der HAMMONIA Reederei GmbH & Co. KG, die alle Schiffe
der HAMMONIA Schiffsholding AG bereedert. Die Risikoüberwachung sowie die aktien-
und kapitalmarktrechtliche Betreuung leistet neben dem Vorstand die HAMMONIA Reederei
GmbH & Co. KG. Folgende Hauptrisikogruppen werden im Rahmen des Risikomanagementsystems abgebildet: Marktbezogene RisikenDer Konzern erzielt Einkünfte aus dem Betrieb von Schiffen. Daraus resultieren im
Wesentlichen folgende Einzelrisiken:
FinanzierungsrisikenHieraus ergeben sich im Wesentlichen folgende Einzelrisiken: WährungsrisikoAus dem Betrieb der Schiffe werden ausschließlich USD-Einkünfte erzielt. Teile der
Schiffsbetriebs- und der Verwaltungskosten fallen jedoch in EUR an. Aus diesem Grund
betreibt die HAMMONIA Schiffsholding AG zur Verminderung von Währungs- und Zinsänderungsrisiken
ein aktives Zins- und Währungsmanagement. Dabei werden die Schiffe weitestgehend währungskongruent
finanziert und verbleibende Wechselkursrisiken, soweit entsprechende Zahlungsvorgänge
schon feststehen, abgesichert. ZinsänderungsrisikoZur Finanzierung der Schiffe wird auch Fremdkapital eingesetzt. Das Zinsänderungsrisiko
wird durch den Abschluss derivativer Zinssicherungsgeschäfte teilweise begrenzt. Für
den nicht über langfristige Zinsfestschreibungen oder den Abschluss derivativer Zinssicherungsgeschäfte
abgesicherten Teil der Fremdfinanzierung besteht ein Zinsänderungsrisiko. Selbiges
besteht auch für übersicherte Fremdfinanzierungen welche sich aus Sondertilgungen
ergeben können. FinanzierungsänderungsrisikoDie Finanzierungskonditionen sind grundsätzlich für die gesamte Vertragslaufzeit festgeschrieben.
Bei der Verletzung bestimmter vertraglicher Auflagen hat die finanzierende Bank die
Möglichkeit, die Finanzierungskonditionen nachzuverhandeln, bzw. das Recht, die Finanzierung
fällig zu stellen. Zur Risikominimierung finden regelmäßig und frühzeitig aktive Verhandlungen
mit den Finanzierungspartnern statt. Das Finanzierungsänderungsrisiko wird insbesondere dann immanent, wenn eine Schiffsgesellschaft
den vereinbarten Schuldendienst nicht mehr leisten kann. Dieses Risiko besteht derzeit
insbesondere für das MS "HAMMONIA ROMA", welches mit Duldung der finanzierenden Bank
und dem Verständnis die Bankfinanzierung entsprechend anzupassen mehrjährig an Maersk
Line A/S verchartert wurde. Allerdings bestand zum Bilanzstichtag noch keine rechtlich
bindende Vereinbarung zur Anpassung der Finanzierung. Durch den im März 2018 erfolgten
Verkauf des Schiffes besteht aktuell kein Risiko mehr. Im Falle des MS "SAXONIA" konnte die betreffende Schiffsgesellschaft ihren Zahlungsverpflichtungen
gegenüber den Gläubigern nicht mehr nachkommen und es musste folglich Insolvenz angemeldet
werden. Das Insolvenzverfahren wurde am 01.10.2017 eröffnet. Die Insolvenz hat keine
unmittelbare finanzielle Auswirkung auf den Bestand der HAMMONIA Schiffsholding AG. Auf Holding-Ebene bestehen noch kreditähnliche Zahlungsversprechen zum Bilanzstichtag
in Höhe von rund 14,3 Mio. EUR mit einer Fälligkeit bis Ende 2018. Allerdings ist
die Rückführung durch einen abgesicherten Mindesterlös bei der für das Jahr 2018 geplanten
Veräußerung der 7.800 TEU Schiffe sichergestellt, so dass sich in diesem Zusammenhang
keine Refinanzierungsrisiken ergeben. Es besteht ein Bonitätsrisiko bei der Gegenpartei,
allerdings wurde dieses teilweise durch Leistung einer Barsicherheit reduziert. Ebenfalls
liegt der vereinbarte Veräußerungserlös zum Bilanzstichtag derzeit unter dem am Markt
Erzielbaren, so dass ein Ausfall der Gegenpartei zum jetzigen Zeitpunkt unwahrscheinlich
erscheint. Ansonsten bestehen keine Finanzierungsrisiken aus der Bestellung spekulativer Neubauten
oder bei Schiffsfinanzierungen, welche kurzfristig refinanziert werden müssten. Technische / SchiffsbetriebsrisikenDie Schiffe werden im Betrieb stark beschädigt, sinken oder verursachen Schäden bei
Dritten. Zur Abdeckung der typischen Risiken aus dem Betrieb von Seeschiffen, einer starken
Beschädigung, einem Untergang eines Schiffes oder verursachten Schäden an Dritten
wird durch den Bereederer ein adäquater und marktüblicher Versicherungsschutz mit
entsprechenden Selbstbehalten unterhalten. Unternehmensbezogene Risiken / GeschäftsmodellrisikenNeben den dargestellten spezifischen Risiken aus dem Schiffsbetrieb unterliegt der
Konzern auch unternehmensbezogenen Risiken. Hierbei sind für den Erfolg des Konzerns
die Qualität des Managements und wichtiger Dienstleister sowie die Reputation bei
Investoren, Geschäftspartnern und Marktbeobachtern maßgeblich. In diesem Zusammenhang hat sich der Konzern durch die langjährige Bestellung der Vorstandsmitglieder
abgesichert. Wichtige operative und administrative Funktionen werden von qualifizierten
und erfahrenen Dienstleistern auf der Grundlage von langfristig geschlossenen Serviceverträgen
erbracht Gesamtbeurteilung der RisikenTeilweise haben sich die genannten Risiken materialisiert, wie z B. im Falle der Insolvenz
der Schiffsgesellschaft für das MS "SAXONIA". Ebenfalls hat sich im Zusammenhang mit
der Finanzierung für das MS "HAMMONIA ROMA" das Risiko materialisiert, sich nicht
mit der Bank auf eine Restrukturierung einigen zu können, was wiederum zum Verkauf
des Schiffes geführt hat. Durch die mit der Bank geschlossene Liquidationsvereinbarung
wurde das Risiko einer Folgeinsolvenz der Schiffsgesellschaft minimiert. Allerdings
hatte weder die Insolvenz beim MS "SAXONIA" noch das Scheitern der Restrukturierung
im Zusammenhang mit dem MS "HAMMONIA ROMA" für die HAMMONIA Schiffsholding AG existenzbedrohende
Folgen. Die auf Holding-Ebene bestehenden Zahlungsversprechen in wesentlicher Höhe konnten
durch einen gesicherten Mindesterlös beim Verkauf der drei 7.800 TEU Schiffe im Jahr
2018 abgesichert werden. Somit konnte das Risikoprofil der HAMMONIA Schiffsholding AG stark entschärft werden
und ein kurz- bis mittelfristiger Fortbestand der Gesellschaft ist vom Marktgeschehen
weitgehend unabhängig gesichert. Mittel- bis langfristig bestehen weiterhin Risiken im Zusammenhang mit der Umsetzung
eines nachhaltigen Geschäftsmodells und der Unternehmensfortsetzung. So sind für den Fortbestand die Erschließung von Kapitalquellen und die Anbindung
geeigneter Projekte notwendig. Inwiefern die zukünftigen Bedingungen am Kapital- und
Schiffsmarkt dies zulassen bleibt abzuwarten. 1.3.3 ChancenberichtErholung und Konsolidierung der SchifffahrtsmärkteAufgrund der Konsolidierung bei den Linienreedern, einem erfreulich hohen Wachstum
auf der Nachfrageseite und moderatem Wachstum auf der Angebotsseite lagen die durchschnittlichen
Frachtraten mit über 25 % weit über dem Vorjahresdurchschnitt. Die positive Entwicklung bei den Linienreedern führt zum einen zu einer besseren Bonität
bei den Charterern und zum anderen zu einer höheren Nachfrage bei Containertonnage.
Letzteres unterstützt die Erholung auf dem Chartermarkt und führt zu höheren Einnahmen
durch steigende Charterraten. Durch einen sich normalisierenden Markt und stabile Renditen können sich weitere interessante
Investitionsmöglichkeiten ergeben. Gütliche Einigung mit den Banken bezüglich des BesserungsscheinsGelingt eine Vereinbarung mit den Banken über einen (teilweisen) Verzicht auf die
Besserungsscheine, wäre das Unternehmen im nächsten Jahr von allen Altlasten befreit.
Die Gesellschaft könnte dann wieder ihren Zugang zum Kapitalmarkt nutzen, um neue
Eigenmittel aufzunehmen. Diese könnten für neue Investitionen in einem günstigen Marktumfeld
genutzt werden. Das Interesse am Kapitalmarkt für Schiffsinvestitionen erwacht (wieder)Unbestritten war die Marktentwicklung der Containerschifffahrt in den letzten Jahren
alles andere als zufriedenstellend. Allerdings war die Containerschifffahrt in den
Jahrzehnten zuvor eine stabile und gewinnbringende Anlageklasse. Gesetzt den Fall,
dass die Fehler der letzten Jahren überwunden und auf Sicht nicht wiederholt werden,
hat die Containerschifffahrt attraktive Merkmale: Trotz Automatisierung und 3D-Drucker
werden weiterhin Güter jeglicher Art auf dem Seeweg in erheblichem Umfang transportiert
werden müssen, die Asset-Preise sind - im Gegensatz zu Immobilien - auf einem historisch
niedrigen Niveau, der Betrieb von Schiffen wird steuerlich begünstigt (sog. "Tonnagesteuer")
und im Gegensatz zu Bargeld und Anleihen sind Schiffe als sog. "Real Assets" besser
gegen Inflation geschützt. Sollte aus den oben genannten und anderen Gründen das Interesse
an Schiffsinvestitionen in Deutschland steigen, wäre das eine große Chance auf Wachstum
für die HAMMONIA Schiffsholding AG. 1.4 Lage der Holdinggesellschaft HAMMONIA Schiffsholding AGAufgrund der Verflechtungen der HAMMONIA Schiffsholding AG mit den Konzerngesellschaften
entsprechen die im Abschnitt "Prognose-, Risiko- und Chancenbericht" getroffenen Aussagen
auch auf die Muttergesellschaft zu. Dies gilt auch für die getroffenen Annahmen und
Prämissen. 1.4.1 ErtragslageDie Ertragslage der HAMMONIA Schiffsholding AG stellt sich wie folgt dar: scroll
Die Ertragslage der HAMMONIA Schiffsholding AG ist im Geschäftsjahr 2017 im Wesentlichen
durch Zuschreibungen auf Finanzanlagen gekennzeichnet. Der Jahresfehlbetrag des Vorjahres
resultierte im Wesentlichen aus Abschreibungen auf Finanzanlagen. Die sonstigen betrieblichen Erträge in Höhe von 6.473 TEUR betreffen im Wesentlichen
Zuschreibungen auf Finanzanlagen in Höhe von 5.761 TEUR sowie Kurserträge aus der
Stichtagsbewertung von Verbindlichkeiten in Höhe von 689 TEUR. Im Berichtszeitraum fielen sonstige betriebliche Aufwendungen von insgesamt 608 TEUR
an. Diese resultierten neben Kursverlusten aus der Bewertung des Devisenbestandes
(231 TEUR) im Wesentlichen aus Verwaltungskosten der Holding. Die Beteiligungserträge betreffen Ausschüttungen aus einer Komplementärgesellschaft
sowie aus einer im Geschäftsjahr 2017 neu eingegangenen Mehrheitsbeteiligung an einer
Schifffahrtsgesellschaft. Die Abschreibungen auf Finanzanlagen betreffen eine insolvente Komplementärgesellschaft. Insgesamt ergab sich im Berichtszeitraum ein Jahresüberschuss von 6.098 TEUR (im Vorjahr:
Jahresfehlbetrag in Höhe von 11.232 TEUR). 1.4.2 FinanzlageDie Finanzlage der HAMMONIA Schiffsholding AG kann mit Hilfe einer Kapitalflussrechnung
veranschaulicht werden. Die Kapitalflussrechnung unterscheidet dabei zwischen Zahlungsströmen
aus der laufenden Geschäftstätigkeit sowie der Investitions- und Finanzierungstätigkeit. scroll
Die Ermittlung der Kapitalflussrechnung erfolgte nach dem Deutschen Rechnungslegung
Standard 21 des DRSC. Die Ermittlung des Cash Flows aus laufender Geschäftstätigkeit erfolgt nach der indirekten
Methode. Im Berichtszeitraum weist die HAMMONIA Schiffsholding AG einen Cash Flow
aus laufender Geschäftstätigkeit von -58 TEUR aus. Der negative Cash Flow aus der Investitionstätigkeit des Geschäftsjahres betrifft
den Erwerb einer Mehrheitsbeteiligung an einer Schifffahrtsgesellschaft. Insgesamt beliefen sich die zahlungswirksamen Veränderungen der liquiden Mittel auf
-330 TEUR. Unter Berücksichtigung währungsbedingter Veränderungen der liquiden Mittel
sowie der liquiden Mittel zu Beginn der Periode ergibt sich zum Ende des Geschäftsjahres
2017 ein Bestand an liquiden Mitteln von 2.504 TEUR. 1.4.3 VermögenslageDie Vermögenslage der HAMMONIA Schiffsholding AG stellt sich wie folgt dar: scroll
Das Anlagevermögen der Gesellschaft umfasst zum Bilanzstichtag im Wesentlichen Finanzanlagen,
die die Beteiligung an Einschiffsgesellschaften in der Rechtsform einer GmbH & Co.
KG und deren Komplementärgesellschaften betreffen (insgesamt 19.137 TEUR). Das Finanzanlagevermögen
erhöhte sich durch Zuschreibungen auf drei Beteiligungen an Schifffahrtsgesellschaften
sowie den Erwerb einer Mehrheitsbeteiligung an einer weiteren Schifffahrtsgesellschaft. Die Bilanz der HAMMONIA Schiffsholding AG weist zum Abschlussstichtag ein Eigenkapital
in Höhe von 8.383 TEUR aus, welches sich aus dem gezeichneten Kapital in Höhe von
13.641 TEUR, den Kapitalrücklagen in Höhe von 20.410 TEUR sowie der gesetzlichen Rücklage
von 5 TEUR abzüglich eines Bilanzverlustes von 25.673 TEUR zusammensetzt. Der Anstieg
gegenüber dem Vorjahr beruht auf dem Jahresüberschuss in Höhe von 6.098 TEUR. Die Verbindlichkeiten der HAMMONIA Schiffsholding AG haben sich gegenüber dem Vorjahr
um 706 TEUR vermindert. Die Verminderung resultiert im Wesentlichen aus der Anpassung
von kurzfristigen Währungsdarlehen an den zum Bilanzstichtag veränderten Kurs des
US-Dollar. Die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der HAMMONIA Schiffsholding AG ist insgesamt
als geordnet anzusehen. |
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