HAMMONIA Schiffsholding AGHamburgJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2020 bis zum 31.12.2020HAMMONIA SCHIFFSHOLDING AGGESCHÄFTSBERICHT 2020EckdatenSchiffsportfolioscrollen
Finanzkennzahlenscrollen
BEGRÜßUNGBegrüßungSehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,ähnlich turbulent wie an den internationalen
Finanzmärkten ging es im Corona-Jahr 2020 auch auf den
globalen Schifffahrtsmärkten zu.
Nachdem zum 1. Januar 2020 die neuen IMO-Regelungen zur
Schwefelreduzierung im Brennstoff in Kraft getreten waren,
hatten sich viele Reeder entschieden, ihre Containerschiffe
mit Scrubbern (Abgaswaschanlagen) nachzurüsten. Da
viele Nachrüstungen länger als geplant dauerten,
wurde zum ersten Mal seit Jahren das Angebot an
großen Schiffen knapp. Als sich die Situation an den
chinesischen Werften langsam zu entspannen begann, traf die
Covid-19 Pandemie die Schifffahrt. Damit kam die Produktion
in den chinesischen Fabriken zum Erliegen und die Exporte
aus China nach Europa brachen fast komplett ein. Die
kürzlich noch hohe Tonnagenachfrage kehrte sich in
einen starken Anstieg der beschäftigungslosen Flotte
um: Von 1,35 Mio. TEU per Ende 2019 kletterte die
beschäftigungslose Kapazität bis Mai 2020 auf 2,7
Mio. TEU. In der Spitze war mehr als 11 % der
Containerschiffskapazität unbeschäftigt.
Mitte des Jahres 2020 war die weitere Entwicklung noch
völlig ungewiss. Schneller als erwartet setzte eine
Erholung ein. Bereits im September wurden vielerorts
Rekordfrachtraten bei vollgeladenen Schiffen erzielt. Diese
Container-Rallye beruht auf einem Mix aus verschiedenen
Faktoren. Statt in Reisen wurde in den Konsum investiert,
der Onlinehandel boomte, die leeren Warenlager in Europa
und den USA mussten aufgefüllt werden. Im Ergebnis war
zum Jahresende 2020 nur noch 1,0 % der weltweiten
Containerflotte inaktiv, davon ein nicht geringer Anteil in
Reparatur. Zugleich verbuchten alle
Containerschiffssegemente zum Jahresende 2020 im
Vorjahresvergleich zweistellige Zuwächse der
Charterraten. Der Charterindex Harpex stieg von 411 Punkten
im Juni 2020 auf 1.036 im Dezember (und auf 1.940 bis Ende
Mai 2021).
An dieser erfreulichen Marktentwicklung konnten wir im
zweiten Halbjahr 2020 in Teilen partizipieren. Die MS
"LUTETIA" haben wir zu einer auskömmlichen Charterrate
von 12.250 USD/Tag (+15%) bis mindestens November 2021 an
CMA CGM verchartert. Die bestehende Vercharterung unserer
anderen Schiffe ergab zum Bilanzstichtag noch keinen
weiteren Spielraum, am hohen Marktniveau zu partizipieren.
Jedoch konnten wir für die MS "HAMMONIA BALTICA"
erfolgreich eine Refinanzierung abschließen, was sich
bereits im 2020er Jahresabschluss der MS "HAMMONIA BALTICA"
in sichtlich reduzierten Zinsaufwendungen widerspiegelt.
Zudem wurde in 2021 durch den Verkauf des Schiffes in eine
neue Eigentumsgesellschaft (bei unveränderter
Beteiligungshöhe der AG) ein neuer Gesellschafter
aufgenommen. Unser Suezmax Tanker "AURA M" fährt
weiterhin ohne technische Probleme unter einer
auskömmlichen Festcharter.
In Kombination mit unserer Beteiligung an dem Suezmax
Tanker "AURA M" haben wir unsere Beteiligungserträge
deutlich auf 1.520 TEUR (im Vorjahr: 378 TEUR) ausgeweitet
und weisen per 31. Dezember 2020 einen
Jahresüberschuss von 1.254 TEUR (im Vorjahr: 1.216
TEUR) aus.
In 2021 haben sich die Containercharterraten aufgrund
anhaltender Tonnageknappheit weiter stark positiv
entwickelt. Wie lange diese Situation anhält, ist
schwer vorherzusagen. Die Gesellschaft wird versuchen, die
sich ergebenden Chancen zu nutzen.
Die zeitlich nach hinten geschobene spätere
Veröffentlichung dieses Jahresabschlusses 2020
erfolgte vor dem Hintergrund von Verzögerungen der
Lieferung der Abschlussunterlagen des Tankers "AURA M"
durch den technischen Bereederer Seacon. Daher konnten wir
nicht wie gewohnt per Ende April 2021 veröffentlichen.
Auch unsere ordentliche Hauptversammlung hat sich vor
diesem Hintergrund zeitlich nach hinten verschoben. Da sich
die Corona-Fallzahlen zwar aktuell erfreulich entwickeln,
noch aber niemand den weiteren Infektionsverlauf im Herbst
vorhersehen kann, planen wir für den 16. September
2021 wie im Vorjahr eine virtuelle Hauptversammlung
durchzuführen.
Ich hoffe, dass Sie, liebe Aktionärinnen und
Aktionäre, die HAMMONIA Schiffsholding AG auch
weiterhin mit Ihrer Beteiligung unterstützen werden.
Bleiben Sie gesund.
Mit freundlichen Grüßen
Hamburg, den 31. Mai 2021
Vorstand
AKTIE2 AktieDie Aktie der HAMMONIA Schiffsholding AG ist in der
Mittelstandsbörse Deutschland am Börsenplatz
Hamburg gelistet.
Die Corona-Pandemie hat 2020 sichtliche Spuren auf den
internationalen Finanzmärkten hinterlassen und
für starke Kursschwankungen gesorgt. Mit dem
Erkenntnisgewinn, dass sich das zuerst in China verbreitete
Coronavirus zu einer globalen Pandemie entwickelt hatte,
brachen die globalen Aktien- und Rohstoffmärkte Ende
Februar 2020 ein. Der deutsche Leitindex DAX verlor bis
Mitte März 2020 rund 39 % an Wert und fiel bis auf ein
Tief von 8.256 Zählern. Kurz darauf setzte eine ebenso
überraschend starke Kursrallye ein und die
internationalen Indizes kletterten im Jahresverlauf sogar
wieder auf neue Rekordwerte. Der DAX überstieg nach
Weihnachten 2020 erstmals die Marke von 13.900 Punkten und
schloss 2020 mit 13.710 Zählen - das entspricht einem
Kursgewinn von 3,6 %.
Dieser hohen Volatilität im Markt konnte sich auch
die Aktie der HAMMONIA Schiffsholding AG nicht entziehen.
Sie startete mit einem Kurs von 45,60 EUR in das Jahr 2020,
gab dann nach und pendelte sich zunächst bis Anfang
Februar 2020 um das Kursniveau von rund 40,00 EUR ein,
folgend um die 38,00 EUR bis Anfang März.
Zeitverzögert zum Gesamtmarkt verlor auch die HAMMONIA
Aktie stark an Wert und fiel bis Ende März 2020 im
Tief auf einen Kurs von 25,00 EUR. Zwar setzte die HAMMONIA
Aktie nun auch zu einer Erholung an, diese fiel im
Vergleich zum Gesamtmarkt aber deutlich schwächer aus.
Ende Mai notierte sie bei 32,00 EUR im Hoch, konnte dieses
Kursniveau aber nicht halten und sank sogar am 25. Juni
2020 auf ihren Jahrestiefstkurs. Bis Mitte November 2020
bewegte sich die HAMMONIA Aktie mit wenigen Kursauf- und
-abschlägen im Mittel bei 28,00 EUR, gefolgt von einer
schnellen und beachtlichen Kursrallye zum Jahresende 2020.
Binnen knapp 10 Tagen stieg die HAMMONIA-Aktie stark um
rund 64 % auf ihren Jahreshöchstkurs von 46,00 EUR am
25. November 2020. Das Berichtsjahr schloss sie mit 43,00
EUR, womit gegenüber Jahresbeginn ein Kursverlust von
rund 6 % zu Buche steht.
Kursentwicklung der HAMMONIA Schiffsholding AG
Relative Kursentwicklung der HAMMONIA Schiffsholding AG im Vergleich zu ausgewählten Aktienindizes
BASISDATEN ZUR AKTIEscrollen
AKTIENKURSE IM BERICHTSJAHRscrollen
LAGEBERICHT3 Lagebericht3.1 GRUNDLAGEN DES UNTERNEHMENS3.1.1 HistorieDie HAMMONIA Schiffsholding AG wurde im Jahr 2007 als
HCI HAMMONIA SHIPPING AG von der HAMMONIA Reederei GmbH
& Co. KG und der HCI Capital AG (heute Ernst Russ AG)
initiiert. Bis zum 30. Dezember 2014 war die Gesellschaft
an der Hanseatischen Wertpapierbörse Hamburg im
Regulierten Markt notiert. Seit dem 31. Dezember 2014 ist
die Aktie im Segment Mittelstandsbörse der
Hanseatischen Wertpapierbörse Hamburg notiert. Mit
Wirkung vom 14. Juli 2017 wurde die HCI HAMMONIA SHIPPING
AG in HAMMONIA Schiffsholding AG umbenannt. Seit dem
Geschäftsjahr 2019 werden die Geschäftsberichte
auf Basis des Einzelabschlusses der Gesellschaft erstellt
(gem. HGB § 293 Größenabhängige
Befreiungen).
3.1.2 AllgemeinesDie Tätigkeit der Gesellschaft ist auf den Erwerb,
das aktive Management und die Veräußerung von
Beteiligungen an Schiffsgesellschaften ausgerichtet.
Die HAMMONIA Schiffsholding AG steuert als
geschäftsführende Holding die einzelnen
Schiffsinvestments der jeweiligen Tochtergesellschaften.
Die Tochtergesellschaften in der Rechtsform "GmbH & Co.
KG" sind Einschiffsgesellschaften und zivilrechtlich die
Eigentümer oder Bareboat Charterer und Betreiber
einzelner Schiffe. Des Weiteren ist die HAMMONIA
Schiffsholding AG bislang an den jeweiligen
Komplementärgesellschaften, in der Rechtsform "GmbH",
der Schiffsgesellschaften als Alleingesellschafterin
beteiligt. Diese Struktur erlaubt überwiegend die
Nutzung der steuerlich vorteilhaften
Gewinnermittlungsmethode nach § 5a EStG (sog.
"Tonnagesteuer").
In der HAMMONIA Schiffsholding AG sind keine Mitarbeiter
angestellt. Die Bereitstellung sämtlicher
Dienstleistungen erfolgt durch externe Dienstleister. Die
HAMMONIA Reederei GmbH & Co. KG übernimmt alle
Aufgaben im Zusammenhang mit dem laufenden Betrieb
sämtlicher Containerschiffe der Schiffsgesellschaften.
3.1.3 SteuerungssystemDie Steuerung der Unternehmensgruppe basiert auf einem
einheitlichen und methodischen Vorgehen. Dabei werden
unterschiedliche finanzielle und nichtfinanzielle
Leistungsindikatoren in den Fokus gestellt.
Die Prognoserechnungen der Schiffsgesellschaften werden
dem Vorstand und dem Aufsichtsrat regelmäßig auf
aggregierter Basis zur Verfügung gestellt, wobei die
Veränderungen des Betriebskapitals je Schiff in die
konsolidierte Rechnung einfließen. Die operative
Steuerung der Unternehmensgruppe erfolgt auf Basis des
operativen Gesamtergebnisses der Schiffsflotte sowie der
Chartereinnahmen pro Tag.
Aufgrund der im Jahr 2020 stark schwankenden Lage an den
internationalen Containerschiffs- und Tankermärkten
und der daraus resultierenden Auswirkungen auf die HAMMONIA
Schiffsholding AG ist derzeit oberstes Ziel, die
Zahlungsfähigkeit der Gesellschaft und in den
einzelnen Schiffsgesellschaften jederzeit sicherzustellen,
so dass bis auf weiteres die Liquiditätsentwicklung
die entscheidende Steuerungsgröße darstellt,
unter Berücksichtigung der bestehenden
Zahlungsgarantien.
Für Neuinvestitionen wird ein ausgewogenes
Rendite-Risiko-Profil angestrebt. Die Möglichkeit
eines Totalverlustes soll minimiert werden und andererseits
soll eine Partizipation an einer Markterholung
ermöglicht werden.
Die technische Verfügbarkeit der Schiffe in der
HAMMONIA Schiffsholding AG Flotte stellt einen
entscheidenden nichtfinanziellen Leistungsindikator dar.
3.2 WIRTSCHAFTSBERICHT3.2.1 Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene RahmenbedingungenGeprägt von der Corona-Pandemie hat die
Weltkonjunktur in 2020 den mit Abstand stärksten
Einbruch der letzten 70 Jahre verzeichnet. Dem
Internationalen Währungsfonds (IWF) zu Folge ist die
globale Wirtschaftsleistung in 2020 um 3,3 % geschrumpft.
Nach starken Rückgängen im ersten Halbjahr 2020
folgte zwar im dritten Quartal eine sichtliche Erholung,
allerdings führten eine erneute starke Infektionswelle
und Maßnahmen zu ihrer Eindämmung zum Jahresende
wieder zu einer abnehmenden Wachstumsdynamik, speziell in
den fortgeschrittenen Volkswirtschaften.
Die Schifffahrt ist in hohem Maße von der
Weltwirtschaft abhängig. Insbesondere die Entwicklung
des internationalen Handelsvolumens beeinflusst die
wirtschaftliche Entwicklung innerhalb der Branche. Das
Welthandelsvolumen war ebenfalls in 2020 stark von der
Corona-Pandemie gekennzeichnet. Der IWF war zuletzt von
einer Abnahme des Welthandelsvolumens (Waren) um 8,5 %
für 2020 ausgegangen, die Welthandelsorganisation
(WTO) rechnet jedoch nur mit einem Rückgang um 5,3 %
gegenüber 2019. So war das dritte Quartal 2020 von
einer starken Aufholjagd geprägt gewesen (+11,6 %
gegenüber dem Vorquartal), nachdem im zweiten Quartal
2020 ein Einbruch um 12,7 % gegenüber dem Vorquartal
verzeichnet worden war.
In 2020 ist die weltweite Flotte der Containerschiffe um
2,5 % auf 24,3 Mio. TEU gewachsen (Monthly Monitor January
2021, Alphaliner). Hauptursache waren weniger
Schiffslieferungen, welche gegenüber 2019 um knapp 19
% auf nur 135 Containerschiffe mit einer Ladekapazität
von 855.675 TEU zurückgingen.
Gleichzeitig fielen die Verschrottung (und andere
Entsorgungen) mit 101 Schiffen und total 205.447 TEU
deutlich geringer aus, als Marktexperten dies erwartet
hatten. Ursprünglich war eine Verschrottung von
300.000 TEU antizipiert worden. Jedoch wurden aufgrund der
seit Sommer 2020 stark anziehenden Nachfrage (weitere
Erläuterungen nachfolgend) im Schlussquartal 2020 so
gut wie gar keine Schiffe mehr verschrottet. Nur 3 % des
2020er verschrotteten Gesamtvolumens betraf das vierte
Quartal 2020.
Die COVID-19-Pandemie hatte im Berichtsjahr eine
erhebliche Volatilität der inaktiven
Containerschiffskapazität zur Folge. Während im
Januar 2020 5,4 % der Flotte (1,27 Mio. TEU) inaktiv waren,
stieg die Aufliegerquote rasant auf bis zu 11,6 % (2,72
Mio. TEU) Ende März 2020 an. Hintergrund waren zum
einen Wartezeiten durch geschlossene Werften und die
weitere Verzögerung geplanter Umbauten von Schiffen.
Zudem verlangsamte sich in den chinesischen Fabriken die
Produktion von Gütern. Dadurch nahmen zunächst
die Exporte aus China nach Europa und Amerika ab. Hierauf
folgte jedoch eine dynamische Trendumkehr -bereits im Juni
war die Aufliegerquote wieder einstellig und lag im Herbst
2020 bei unter 3 %. Die Linienschifffahrt erholte sich
nahezu vollständig, die Branche profitierte in den
Monaten September und Oktober vielerorts von
Rekordfrachtraten. Diesem Containerboom in der zweiten
Jahreshälfte 2020 liegen mehrere Faktoren zu Grunde.
Neben dem gestiegenen privaten Konsum (gefördert durch
die Tatsache, dass das vorhandene Geld nicht in Urlaube
investiert werden konnte) spielten sowohl Nachholeffekte
als auch vorgezogene Käufe eine wichtige Rolle
(getrieben u.a. durch Unsicherheiten im Hinblick auf neue
potenzielle Import-Strafzölle der USA). Zum Zeitpunkt
der Nachfrageerhöhung waren die Warenlager in Europa
und den USA durch den Produktionsstillstand in Fernost
vielerorts leer und mussten aufgefüllt werden. Hinzu
kamen vor allem aber die mehrheitlich in China produzierten
großen Mengen an Corona-Schutzausrüstung, die
durch Containerschiffe transportiert werden. Ein weiterer
Treiber waren die eingeschränkten
Luftfrachtkapazitäten. Zum Jahresende 2020 war nur
noch 1,0 % (0,6 Mio. TEU; davon 0,37 Mio. TEU in Reparatur)
der weltweiten Containerflotte inaktiv.
Nach dem coronabedingten Einbruch der globalen
Containerverladungen um 6,8 % im ersten Halbjahr 2020, nahm
das Volumen im zweiten Halbjahr gegenüber dem
Vorjahreszeitraum um 4,2 % zu. Auf Jahressicht stand so nur
noch ein Minus von 1,2 % gegenüber 2019 zu Buche, das
viel geringer ausfiel, als Marktexperten es zunächst
befürchtet hatten. Das stärkste Wachstum wurde
2020 auf der Fernost-Nordamerika-Route realisiert, die von
den drei wichtigsten Routen auch die einzige mit einer
positiven Jahresbilanz war, also die Verluste des ersten
Halbjahres wettmachen konnte.
Mit den seit Sommer 2020 deutlich anziehenden
Containerverladungen erhöhten sich auch die
Charterraten stark (nachfolgend jeweils der Vergleich
Dezember 2020 zu Dezember 2019). Den kräftigsten
Zuwachs verbuchten die ehemalig auf die Größe
des Panamakanals optimierten Schiffe mit 4.000 - 5.000 TEU:
Die Charterraten kletterten um 78 % auf 24.000 USD/Tag,
gefolgt von einem Plus von 58 % auf 30.000 USD/Tag bei den
5.600 TEU-Schiffen. Die drittstärkste Entwicklung
wiesen 2.500 TEU Containerschiffe mit + 55 % auf 15.500
USD/Tag auf. Selbst das Schlusslicht 8.500 TEU
Containerschiffssegment verbuchte mit +13 % auf 34.000
USD/Tag noch eine zweistellige Wachstumsrate.
Am 1. Januar 2020 ist die von der Internationalen
Seeschifffahrts-Organisation (IMO) beschlossene Obergrenze
für den Schwefelgehalt von Abgasen, die "IMO 2020
Schwefellimit", in Kraft getreten. Das neue Limit in
Höhe von maximal 0,5 % (zuvor 3,5 %) Schwefelgehalt
ist in der Praxis allein durch den Einsatz vergleichsweise
teureren niedrigschwefeligen Treibstoff
(Low-Sulphur-Fuel-Oil, "LSFO") oder - bei fortgesetzter
Verwendung von hochschwefeligem Treibstoff
(High-Sulphur-Fuel-Oil, "HSFO") - durch eine
aufwändige Abgasnachbehandlung zu erreichen. Daher
entschieden sich viele Reeder, zumindest ihre
Containerschiffe mit Scrubbern nachzurüsten, trotz
Investitionen von mehreren Millionen Dollar pro Schiff.
Jedoch gestalteten sich die Nachrüstungen schwieriger
und langwieriger als gedacht, was in den Werften zu einem
noch stärkeren Stau an Containerschiffen führte.
Dieser wiederum hatte schnell eine hohe Nachfrage nach
Ersatztonnage auf dem Chartermarkt zur Folge, weshalb zum
ersten Mal seit vielen Jahren Anfang 2020 Containertonnage
knapp wurde. So war die Größe der inaktiven
Flotte auf einmal kein Indikator mehr für die
Stärke oder Schwäche des Marktes.
3.2.2 GeschäftsverlaufIm Juni 2020 hat die Gesellschaft erstmals in einen
Suezmax Tanker investiert. Bei dem Schiff "AURA M" handelt
es sich um einen Neubau aus China, der am 20. April 2020
abgeliefert wurde. So hat sich die Gesellschaft anfangs mit
2,5 Mio. USD und einer Beteiligungsquote von 68,7 % an der
Hammonia Tanker Holding ("HTH") beteiligt, die das Schiff
über eine Leasingstruktur eingechartert hat. Im
November 2020 hat die Gesellschaft ihre Beteiligung an der
HTH mit 0,5 Mio. USD auf 72,5 % aufgestockt. Weitere
Gesellschafter der HTH sind Top Oceania, Hongkong, die
Hammonia Reederei und eine Beteiligungsgesellschaft
für weitere Investoren, die teilweise ihre Einlage
noch erbringen müssen. Hierbei sind die Hammonia
Reederei und Top Oceania jeweils mit 13,8 % Nachrangkapital
beteiligt.
HTH hat sich nach Ablauf des Leases nach fünf
Jahren zum Ankauf des Schiffes vom Leasinggeber, einer
Finanzgesellschaft mit Sitz in Singapur, zum Preis von 29
Mio. USD verpflichtet. Sofern das Schiff zu einem
höheren Preis von HTH an Dritte
weiterveräußert wird, erhält der Lessor vom
Mehrerlös nach Rückzahlung des Eigenkapitals bis
zu 4 Mio. USD (Up-side-sharing).
Die Bereederung erfolgt durch Seacon Ships Management
Co., Ltd., Hong Kong, dem Wissen der Gesellschaft nach
größten privaten Schiffsmanager Chinas. Das
Commercial Managment und die Technical Supervision erfolgen
durch die HAMMONIA Reederei GmbH & Co. KG. Insgesamt
bietet die Beteiligung eine ertragsstarke Anlage in ein mit
dem Containermarkt wenig korreliertes Schifffahrtssegment.
Die Zeitcharter ist für drei Jahre mit Mercuria Energy
Trading SA, Genf, geschlossen, einem der 10
größten Handelsunternehmen für Rohstoffe
weltweit.
Die ordentliche Hauptversammlung am 18. Juni 2020 hat
beschlossen, den 2019er Bilanzgewinn von 1.215.665,21 EUR
vollständig in die Gewinnrücklagen einzustellen.
Dem Beschlussvorschlag zur Schaffung eines neuen
Genehmigten Kapitals sind die Aktionäre nicht mit den
notwendigen Mehrheiten gefolgt (es stimmten 29,33 % des
anwesenden Grundkapitals dagegen).
Im zweiten Halbjahr 2020 konnte das MS "LUTETIA" zu
einer auskömmlichen Charterrate von 12.250 USD/Tag bis
mindestens November 2021 erneut mit CMA CGM verchartert
werden. Der HAMMONIA Schiffsholding AG gelang damit eine
Steigerung der Zeitcharter um mehr als 15 %.
Für das Containerschiff "HAMMONIA BALTICA" konnte
im November 2020 erfolgreich eine Refinanzierung
abgeschlossen werden, deren bestehende Finanzierung im
April 2021 ausgelaufen wäre. Bei einer Laufzeit bis
Ende November 2029 profitiert die Gesellschaft jetzt von
verbesserten Konditionen. Ab 2021 verringert sich die
Zinslast um 0,75 % p.a. und ab 2022 reduziert sich die
Zinslast um 1,75 % p.a. Darüber hinaus konnte die
Tilgungslast deutlich reduziert werden. Im April 2021 wurde
die "HAMMONIA BALTICA" an eine
neue Gesellschaft verkauft und übertragen, an der
neben der Gesellschaft und der HAMMONIA Reederei eine
weitere Gesellschaft beteiligt ist. Die kürzlich
abgeschlossene Finanzierung wurde auf die
Käufergesellschaft übertragen. Die HAMMONIA
Schiffsholding AG bleibt grundsätzlich mit der
gleichen Beteiligungsquote (ca. 49%) und gleichen
Konditionen (Vorzugskommanditkapital) an der
Käufergesellschaft und somit an dem Schiff beteiligt.
Weiterhin bestehen die sog. Besserungsscheine mit einer
Gesamtsumme von 6,9 Mio. USD, allerdings werden diese nur
bei Zahlungen an die Aktionäre, wie z.B. bei
Dividenden, fällig. Insofern hat die Holding zum
Bilanzstichtag keine finanziellen Verbindlichkeiten mit
einem feststehenden Rückzahlungstermin. Da durch die
Gewinne im Berichtsjahr ein Bilanzgewinn auf Holdingebene
entstanden ist, ergibt sich ein theoretischer Anspruch auf
Rückzahlung, allerdings weiterhin unter dem Vorbehalt,
dass Zahlungen an die Aktionäre getätigt werden.
Um diesem Umstand Rechnung zu tragen, wurden
Rückstellungen in Höhe von 3,8 Mio. EUR
gewinnmindernd eingebucht, um die aufschiebend bedingten
Zahlungsverpflichtungen unter den Besserungsscheinen
bilanziell zu berücksichtigen.
3.2.3 BeteiligungenZum Ende der Berichtsperiode ist die HAMMONIA
Schiffsholding AG an vier aktiven Schiffsgesellschaften
beteiligt. Neben dem zuvor erwähnten Neuzugang "AURA
M" (Crude Tanker mit 157.000 DWT) gehören zum
Beteiligungsportfolio der Gesellschaft die MS "LUTETIA
NOVA" Schiffahrts GmbH & Co. KG, die MS "HAMMONIA
BALTICA" Schiffahrts GmbH & Co. KG und die MS "HAMMONIA
BEROLINA NOVA" Schiffahrts GmbH & Co. KG. Es handelt
sich hierbei um drei Containerschiffe mit 3.091 TEU
("LUTETIA", Baujahr 2005), 2.546 TEU ("HAMMONIA BEROLINA",
Baujahr 2007) und 2.789 TEU ("HAMMONIA BALTICA", Baujahr
2011).
3.3 ERTRAGS-, VERMÖGENS- UND FINANZLAGEDie Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der
HAMMONIA Schiffsholding AG ist insgesamt als geordnet
anzusehen.
3.3.1 ErtragslageDie Ertragslage der HAMMONIA Schiffsholding AG stellt
sich wie folgt dar:
scrollen
Die Ertragslage der HAMMONIA Schiffsholding AG ist im
Geschäftsjahr 2020 im Wesentlichen durch
Beteiligungserträge geprägt, während die
Ertragslage des Vorjahres im Wesentlichen durch
Zuschreibungen auf Finanzanlagen und die Bildung einer
Rückstellung für bedingte Verbindlichkeiten aus
Besserungsscheinen gekennzeichnet war.
Wie auch im Vorjahr wurden die Umsatzerlöse von 53
TEUR in 2020 mit Managementleistungen für verschiedene
Tochtergesellschaften erzielt.
Die sonstigen betrieblichen Erträge in Höhe
von 82 TEUR (im Vorjahr: 1.548 TEUR) resultieren nahezu
vollständig aus Währungsgewinnen (im Vorjahr:
Zuschreibungen auf Finanzanlagen in Höhe von 1.317
TEUR und Währungsgewinne in Höhe von 220 TEUR).
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen haben sich von
833 TEUR im Vorjahr auf 410 TEUR reduziert. Der
größte Einzelposten betrifft die Bildung einer
Rückstellung für aufschiebend bedingte
Verbindlichkeiten aus Besserungsscheinen in Höhe von
115 TEUR (im Vorjahr: 438 TEUR). Der verbliebene Teil
dieses Postens stellt Verwaltungskosten der Gesellschaft
dar. Da die Gesellschaft kein eigenes Personal besitzt,
werden die Verwaltungsaufgaben durch externe Dienstleister
wahrgenommen.
Die Beteiligungserträge in Höhe von 1.520 TEUR
(im Vorjahr: 378 TEUR) betreffen die Erfassung von
Gewinnansprüchen aufgrund der Beteiligung an drei
Schifffahrtsgesellschaften. Der deutliche Anstieg
gegenüber dem Vorjahr spiegelt den operativen Gewinn
des MS "LUTETIA" sowie die Zuschreibungen bzw. die
Reduzierung früherer außerplanmäßiger
Abschreibungen auf den Schiffswert bei dem MS "HAMMONIA
BALTICA" wider.
Die Zinserträge resultieren wie im Vorjahr aus
Festgeldanlagen in USD.
Zinsaufwendungen sind keine angefallen. Im Vorjahr
betrafen diese eine Commitment Fee, welche die Gesellschaft
für eine Tochtergesellschaft übernommen hatte.
Insgesamt weist die HAMMONIA Schiffsholding AG damit
für das Geschäftsjahr 2020 einen
Jahresüberschuss von 1.254 TEUR (im Vorjahr: 1.216
TEUR) aus.
3.3.2 FinanzlageDie Finanzlage der HAMMONIA Schiffsholding AG kann mit
Hilfe einer Kapitalflussrechnung veranschaulicht werden.
Die Kapitalflussrechnung unterscheidet dabei zwischen
Zahlungsströmen aus der laufenden
Geschäftstätigkeit sowie der Investitions- und
Finanzierungstätigkeit.
scrollen
Die Ermittlung der Kapitalflussrechnung erfolgte nach
dem Deutschen Rechnungslegung Standard 21 des DRSC (im
Folgenden "DRS 21").
Die Ermittlung des Cashflows aus laufender
Geschäftstätigkeit erfolgt nach der indirekten
Methode. Im Geschäftsjahr 2020 weist die HAMMONIA
Schiffsholding AG einen Cashflow aus laufender
Geschäftstätigkeit von 169 TEUR aus.
Der negative Cashflow aus der Investitionstätigkeit
resultiert aus Auszahlungen in Höhe von 2.714 TEUR
für den Erwerb von Anteilen an verbundenen
Unternehmen. Demgegenüber stehen Zuflüsse in
Höhe von 9 TEUR aus erhaltenen Zinsen, die
entsprechend der Vorgaben des DRS 21 im Rahmen des
Cashflows aus der Investitionstätigkeit ausgewiesen
werden.
Insgesamt beliefen sich die zahlungswirksamen
Veränderungen der liquiden Mittel auf -2.536 TEUR.
Unter Berücksichtigung währungsbedingter
Veränderungen der liquiden Mittel sowie der liquiden
Mittel zu Beginn der Periode ergibt sich zum 31. Dezember
2020 ein Bestand an liquiden Mitteln in Höhe von 428
TEUR.
3.3.3 VermögenslageDie Vermögenslage der HAMMONIA Schiffsholding AG
stellt sich zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2020 im
Vergleich zum 31. Dezember 2019 wie folgt dar:
scrollen
Das Finanzanlagevermögen der Gesellschaft umfasst
zum 31. Dezember 2020 die Beteiligung an
Einschiffsgesellschaften in der Rechtsform einer GmbH &
Co. KG und deren Komplementärgesellschaften. Es
umfasst zum Bilanzstichtag im Wesentlichen Beteiligungen an
vier (im Vorjahr: drei) aktiven Schifffahrtsgesellschaften.
Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2020 stieg die
Bilanzsumme der HAMMONIA Schiffsholding AG auf 15.742 TEUR
(im Vorjahr: 14.490 TEUR) an, was auf den
Jahresüberschuss des Geschäftsjahres 2020
zurückzuführen ist.
Auf der Aktivseite der Bilanz erhöhten sich die
Finanzanlagen von 11.129 TEUR im Vorjahr auf 13.843 TEUR.
Hierbei erfolgte eine Umgliederung vom Posten Anteile an
verbundenen Unternehmen in den Posten Beteiligungen, da bei
einem Beteiligungsverhältnis die Beteiligungsquote zum
Stichtag unter 50 % liegt. Entsprechend erhöhte sich
zum 31. Dezember 2020 der Posten Beteiligungen stark auf
3.980 TEUR (im Vorjahr: 6 TEUR), während sich die
Anteile an verbundenen Unternehmen trotz der neuen
Beteiligung an dem MT "AURA M" auf 9.863 TEUR (im Vorjahr:
11.123 TEUR) verminderten.
Das Umlaufvermögen reduzierte sich auf 1.875 TEUR
(im Vorjahr: 3.333 TEUR). Während sich die Forderungen
und sonstigen Vermögensgegenstände auf 1.447 TEUR
(im Vorjahr: 399 TEUR) erhöhten und im Wesentlichen
Gewinnansprüche aus der Beteiligung an
Schifffahrtsgesellschaften (1.395 TEUR) beinhalteten,
nahmen die liquiden Mittel vor dem Hintergrund der
Beteiligung an dem MT "AURA M" auf 428 TEUR (im Vorjahr:
2.934 TEUR) ab.
Auf der Passivseite der Bilanz erhöhte sich das
Eigenkapital um den erzielten Jahresüberschuss auf
11.943 TEUR (im Vorjahr: 10.689 TEUR). Entsprechend wuchs
die Eigenkapitalquote auf 76 % (im Vorjahr: 74 %).
Veränderungen am Gezeichneten Kapital von 7.639 TEUR
gab es keine.
Die Rückstellungen erhöhten sich leicht auf
3.787 TEUR (im Vorjahr: 3.691 TEUR). Sie betreffen nach wie
vor im Wesentlichen eine Rückstellung für
bedingte Verbindlichkeiten aus Besserungsscheinen, für
die im Geschäftsjahr 115 TEUR zugeführt wurde.
Verbindlichkeiten bestanden zum Bilanzstichtag mit 12
TEUR (im Vorjahr: 110 TEUR) so gut wie keine. Hierbei
handelt es sich ausschließlich um Verbindlichkeiten
aus Lieferungen und Leistungen.
Die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der
HAMMONIA Schiffsholding AG ist insgesamt als geordnet
anzusehen.
3.4 PROGNOSE-, RISIKO- UND CHANCENBERICHT3.4.1 PrognoseberichtIn den folgenden Prognosen sind Annahmen enthalten, die
auf Basis aller zum jetzigen Zeitpunkt zur Verfügung
stehenden Informationen getroffen worden sind. Sollten die
zugrunde gelegten Annahmen nicht eintreten, können die
tatsächlichen Ergebnisse von den erwarteten
Ergebnissen abweichen. Eine Gewähr können wir
für diese Angaben daher nicht übernehmen. Die
nachfolgenden Prognosen beziehen sich - soweit nicht
anderweitig angegeben - auf die nach dem Berichtsjahr
folgenden zwölf Monate.
Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat im
Rahmen seines im April 2021 veröffentlichten "World
Economic Outlook" die Prognose für die Weltkonjunktur
in 2021 angehoben. Für die Weltwirtschaft erwartet der
IWF im laufenden Jahr nun ein Wachstum von 6,0 % (Anhebung
um 0,5 Prozentpunkte gegenüber dem letzten Ausblick
aus Januar 2021), für 2022 +4,4 % (Anhebung um 0,2
Prozentpunkte). Die verbesserte Aussicht basiert neben den
Impfkampagnen gegen das Coronavirus auf weiteren
Konjunkturspritzen in einigen größeren
Industriestaaten. Auch für Europa (+0,2 Prozentpunkte
auf ein Plus von 4,4 Prozent) und Deutschland (+0,1
Prozentpunkte auf ein Plus von 3,6 Prozent) hat der IWF
seine Prognose wieder leicht erhöht. Es verbleiben
jedoch enorme Unsicherheiten im Hinblick auf den weiteren
Verlauf der Corona-Pandemie und die teilweise stark
voneinander abweichende Erholungsdynamik der Länder
von der Corona-krise. Während viele der
Industriestaaten in 2022 zum Vorkrisenniveau
zurückkehren werden, wird dies in den meisten
Schwellenländern noch bis 2023 dauern. Diese
abweichende Erholungsdynamik wird die Diskrepanzen der
Lebensstandards zwischen Industriestaaten und
Entwicklungsländern noch weiter vergrößern.
Während in den Schwellenländern die kumulativen
Pro-Kopf-Einkommensverluste der Jahre 2020 bis 2022 etwa 20
% des 2019er Pro-Kopf-BIP ausmachen, geht der IWF für
die Industriestaaten von einem deutlich geringeren Wert von
11 % aus.
Die Vereinten Nationen gehen für das erste Quartal
2021 wieder von einer verlangsamten Erholung des
Welthandels aus, nachdem das vierte Quartal 2020 speziell
in Ostasien von deutlichen Exportzuwächsen
geprägt gewesen war. So erwarten die Vereinten
Nationen für das erste Quartal 2021 einen
Rückgang des Welthandels (Waren) um 1,5 % sowie um 7 %
im Dienstleistungssektor (jeweils gegenüber Q4 2020).
Diese Prognose unterliegt jedoch Unsicherheiten im Hinblick
auf den weiteren Verlauf der Corona-Pandemie sowie
Konjunkturprogrammen. Der IWF rechnet für das
Gesamtjahr 2021 mit einem Wachstum des Welthandels (Waren
und Dienstleistungen) um 8,1 %. Die WTO prognostiziert
für 2021 ein Plus von 8,0 %, gefolgt von +4,0 % in
2022. Der kurzfristige positive Ausblick sei getrübt
durch regionale Ungleichheiten, anhaltender Schwäche
im Dienstleistungshandel sowie verzögerter
Impfzeitpläne, vor allem in den ärmeren
Ländern.
Aktuell profitiert die Containerschifffahrt von den
Frachtraten auf stabil hohem Niveau. Die einwöchige
Sperrung des Suezkanals Ende März 2021, verursacht
durch die Havarie des Containerschiffs Ever Given, hat den
Ratenanstieg in der Linienschifffahrt deutlich
beschleunigt. Der Shanghai Index SCFI (Spotfrachten ex
Fernost) legte Mitte April 2021 um fast 7 % auf 2.833
USD/TEU zu - das war der stärkste Anstieg seit rund
vier Monaten, der den Index zugleich in die Nähe
seines Allzeithochs von 2.885 USD/TEU aus Mitte Januar 2021
brachte. Die SCFI-Indexraten für Spotverladungen von
Shanghai nach Nordeuropa und in den Mittelmeerraum legten
um 5 bis 6 % auf je rund 4.200 USD/TEU zu, die Index-Rate
für die Relation Shanghai/US-Westküste
(ostgehend) stieg sogar um fast 13 % auf 4.432 USD/FEU.
Auch im Mai sei noch nicht mit einer Entspannung zu
rechnen, da die Nachwirkungen der SuezkanalSperrung noch
Monate lang andauern werden und schon weitere Abfahrten
gestrichen wurden. Das Equipment bleibt vor allem in Asien
und Europa knapp und Plätze auf den Schiffen sind
Mangelware. Zusätzlich verschärft wird der Zugang
zu Kapazitäten durch die Entscheidung einzelner
Linien, Leercontainer nur noch für solche Transporte
freizustellen, bei denen sie selbst Vor- und Nachläufe
organisieren (Carrier's Haulage). Die angespannte Situation
wird auch mit Blick auf die Ladungsströme ersichtlich.
Im Februar 2021 reduzierten sich die globalen Verladungen
gem. der Marktforschungsfirma Container Trade Statistics
(CTS) nur um 2 % gegenüber dem Vormonat - üblich
wären saisonal Rückgänge um rund 8 %.
Die Aufliegerquote, d.h. der Anteil der
unbeschäftigten Containerschiffskapazität, betrug
per Ende März 2021 nur noch 1 % (ca. 0,69 Mio. TEU).
Vor einem Jahr, zum Zeitpunkt des Ausbruchs der
Corona-Pandemie, hatte die Aufliegerquote noch bei 10 bis
11 % (>2,1 Mio. TEU) gelegen. Gleichzeitig steigen die
Neubaubestellungen erheblich an. Alleine im Schlussquartal
2020 und im ersten Quartal 2021 wurden
Containerschiffsneubauten mit einer Kapazität von
zusammen über 2,1 Mio. TEU bestellt, das entspricht
über 9 % der heute in Fahrt befindlichen
Flottenkapazität. Aktuell treffen ein durch die
COVID-19-Pandemie stark angezogene Transportnachfrage nach
Konsumgütern und ein zu knappes Angebot an Laderaum
und Containern aufeinander, zusätzlich verschärft
durch die Abfertigungs- und Produktivitätsprobleme in
den Häfen und im Hinterland. Deshalb gehen
Marktbeobachter davon aus, dass dies nur der Auftakt
für einen neuen Aufwärtszyklus bei den
Neubaubestellungen ist. Bis Jahresende 2021 wird mit einem
Wachstum der globalen Containerflotte um 3,6 % auf 24,75
Mio. TEU sowie mit Schiffsanlieferungen von 1,05 Mio. TEU
gerechnet, bei einer erwarteten Verschrottung von 0,2 Mio.
TEU.
Die Charterraten für alle Containerschifftypen sind
per Ende April 2021 auf ein 10-Jahreshoch gestiegen: Am 23.
April 2021 lagen die Charterraten für 2.500 TEU, 2.700
TEU und 3.500 TEU-Schiffe mit 28.000 USD/Tag, 30.000
USD/Tag sowie 35.000 USD/Tag auf 10-jährigen
Höchstständen. In der Vorjahresbetrachtung
entspricht dies mehr als einer Verdoppelung.
Auf dem Tanker Frachtschiff-Markt hoffen Marktakteure
auf eine schneller als ursprünglich erwartete
Erholung. So hat die Organisation erdölexportierender
Länder (Opec) Anfang April 2021 ihre Prognose für
die globale Ölnachfrage in 2021 erhöht. Im
laufenden Jahr sei mit einer durchschnittlichen Nachfrage
von 96,46 Millionen Barrel/Tag zu rechnen. Gegenüber
dem Jahr 2020, das stark von der Corona-Krise geprägt
war, wäre das ein Anstieg um rund 6 Millionen Barrel/
Tag. Die prognostizierte Nachfragesteigerung würde
passend mit der ebenfalls Anfang April 2021 vereinbarten
höheren Fördermengen durch die aus 23 Staaten
bestehende Öl-Allianz einhergehen. Von Mai bis Juli
2021 sollen 350.000 Barrel/Tag mehr Öl an den Markt
gebracht werden als aktuell. Im Juli solle die Steigerung
450.000 Barrel/Tag betragen. Marktexperten sehen in dieser
Vereinbarung ein signifikant positives Zeichen
für den Tanker Frachtschiff-Markt. Mit den nun auf
dem fünfjährigen Durchschnitt liegenden
Beständen und der antizipierten Nachfragesteigerung
ist von verbesserten Tankerraten auszugehen. Die Deutsche
Bank erwartet künftig sogar größere und
regelmäßige Steigerungen der
Ölfördermengen. Verglichen mit dem Jahresbeginn
2021 kletterte die Zeitcharter (1 Jahr) für Suezmax
Tanker von 17.000 USD/Tag auf 19.000 USD/Tag.
Auch wenn sich die Charterraten am Containermarkt
positiv für die Gesellschaft entwickeln, besteht
weiterhin ein erhebliches Risiko durch die Corona Pandemie.
Die Auswirkungen der Pandemie auf die Containerschifffahrt
können weiterhin nur schwierig eingeschätzt
werden. Es kann zu Einschränkungen im laufenden
Betrieb der Schiffe kommen. Dies betrifft insbesondere
Crewwechsel, Lade- und Löscharbeiten sowie
Hafenanläufe. Die weitere Entwicklung der
Weltwirtschaft und des Welthandels ist insbesondere
abhängig von den Auswirkungen der Coronavirus
Pandemie.
Mit der freien Liquidität der HAMMONIA
Schiffsholding AG sind weitere Investitionen geplant, wobei
neben dem Containersegment auch weitere Segmente in
Betracht gezogen werden, da sie ggf. mehr Chancen für
Investitionen bieten können. Weiterhin ist geplant,
Darlehen oder Leasingstrukturen für die Finanzierung
von Schiffen zu nutzen, um der Situation des nur begrenzt
vorhandenen Eigenkapitals Rechnung zu tragen.
Für das Jahr 2021 wird mit einem Wechselkurs von
1,25 EUR/USD gerechnet.
Wir erwarten, dass die HAMMONIA Schiffsholding AG im
laufenden Jahr im Vergleich zum Vorjahr höhere
Beteiligungserträge generieren wird und damit ein
positives Ergebnis zwischen 1,5 bis 2,5 Mio. EUR für
das Jahr 2021 erwirtschaften wird, wobei dabei die
Zuführung in Rückstellungen für
Besserungsscheine bereits enthalten ist, jedoch keine nicht
planbaren Sondereffekte berücksichtigt sind. Durch die
Übertragung des MS "HAMMONIA BALTICA" entsteht ein
außergewöhnlicher Beteiligungsertrag in
Höhe von ca. 1,1 Mio. EUR, der in der Prognose
enthalten ist. Zum Zeitpunkt der Berichterstellung ist
davon auszugehen, dass bei der Tochtergesellschaft HTH
zumindest vorläufig mit einem Schaden aufgrund von
Cyberkriminalität von circa 1,0 Mio. USD plus
Rechtsanwaltskosten zu rechnen ist. Nicht planbare
Sondereffekte aus einer möglichen Schadensreduzierung
oder -erhöhung sind nicht berücksichtigt.
Hinsichtlich der Entwicklung der Finanzsituation der
Holdinggesellschaft erwarten wir im Einklang mit den
geplanten Investitionen im Berichtsjahr einen leicht
sinkenden Abfluss von liquiden Mitteln aus der
Investitionstätigkeit. Im Zuge der gewöhnlichen
Geschäftstätigkeit rechnen wir gegenüber dem
Vorjahr mit einem erheblich höheren positiven
Cashflow. In Summe gehen wir davon aus, dass die liquiden
Mittel der Holdinggesellschaft leicht abnehmen werden.
Zugleich gehen wir davon aus, dass die
Zahlungsfähigkeit der Holdinggesellschaft und der
Bestand des Konzerns gesichert sind, so dass von einer
positiven Fortführung des Unternehmens ausgegangen
werden kann.
3.4.2 RisikoberichtEin systematisches und effizientes Risikomanagement
stellt für den Vorstand der HAMMONIA Schiffsholding AG
eine sich ständig weiterentwickelnde Aufgabe dar. Der
Konzern verfügt über ein gut ausgebautes
EDV-gestütztes Risikomanagementsystem. Die integralen
Bestandteile und Ziele des Systems sind sowohl die
systematische Risikoidentifikation und Risikobewertung als
auch Maßnahmen zur Vermeidung, Verminderung und
Begrenzung von Risiken. Besonderes Augenmerk liegt hierbei
auf der Früherkennung bestandsgefährdender
Risiken.
Die Bewertung der Risiken wird nach einer einheitlichen
Skalierung vorgenommen. Die Überwachung der Risiken
erfolgt insbesondere durch die Identifizierung und
Bewertung von Risikotreibern. Diese stellen
Frühwarnindikatoren und Einflussgrößen
für die Eintrittswahrscheinlichkeit und das
Schadenspotenzial der identifizierten Risiken dar. Die
Risikosteuerung ist eine laufende Aufgabe, deren
inhaltliche Gestaltung in der Verantwortung der
Risikoverantwortlichen und der Unternehmensführung
liegt. Durch ein Risikoreporting wird der Vorstand
regelmäßig über die Entwicklung der
Risikosituation der Gesellschaft unterrichtet.
Das Management der mit dem Schiffsbetrieb und der
Finanzierung der Schiffe zusammenhängenden Risiken
liegt in der Verantwortung der HAMMONIA Reederei GmbH &
Co. KG, die alle Containerschiffe der HAMMONIA
Schiffsholding AG bereedert. Die Risikoüberwachung
sowie die aktien- und kapitalmarktrechtliche Betreuung
leistet neben dem Vorstand ebenfalls die HAMMONIA Reederei
GmbH & Co. KG.
Für die HAMMONIA Schiffsholding AG besteht das
Risiko, dass sich deren Tochterunternehmen und
Beteiligungen, somit die Finanzanlagen der Gesellschaft, im
Wert reduzieren. Der Wert der Finanzanlagen wird
überwiegend von Einflussfaktoren auf die Schiffe
bestimmt. Daher werden im Folgenden die Risikofaktoren
für die Gesellschaft sowie den Betrieb der Schiffe
zusammengefasst.
Durch die im Juni 2020 getätigten Beteiligung an
der HTH geht die HAMMONIA Schiffsholding AG weitere Risiken
im Tanker Frachtschiff-Markt ein. Die nachfolgend
angegebenen marktbezogenen Risiken, Finanzierungsrisiken
sowie technische und Schiffsbetriebs-Risiken gelten
ebenfalls für die neue Investition im
Tankerschifffahrtssegment.
Folgende Hauptrisikogruppen werden im Rahmen des
Risikomanagementsystems abgebildet:
3.4.2.1 Marktbezogene RisikenDie Schiffe erzielen Einkünfte aus dem Betrieb von
Schiffen. Daraus resultieren im Wesentlichen folgende
Einzelrisiken:
3.4.2.1.1 Die aus der Vercharterung der Schiffe erzielten Erlöse decken nicht die Schiffsbetriebskosten, den Kapitaldienst oder ermöglichen keine angemessene Verzinsung des eingesetzten Eigenkapitals.Das MS "HAMMONIA BEROLINA" ist von der
weltgrößten Containerschiffsreederei Maersk Line
A/S bzw. einer ihrer Tochtergesellschaften bis maximal
März 2022 (Mindestzeitraum lief per Ende Januar 2021
aus) mit einer auskömmlichen Charterrate fest
eingechartert. Da seitens des Charterers MCC noch keine
Rücklieferungsnotiz eingegangen ist, ist davon
auszugehen, dass MCC die maximale Länge der
Zeitcharter Periode bis Ende März 2022 nutzen wird.
Das MS "HAMMONIA BALTICA" fuhr bis zum 31. März 2021
in einem Einnahmepool, der das Risiko der
Nichtbeschäftigung oder der Beschäftigung zu
nicht auskömmlichen Charterraten mindern sowie eine
Glättung von Markthöhen und -tiefen
ermöglichte. Durch den Verkauf endete die
Poolmitgliedschaft zum 31. März 2021. Das Schiff ist
für einen Zeitraum von zwei Jahren an die Hapag-Lloyd
AG zu einer sehr auskömmlichen Charterrate
verchartert. Die "LUTETIA" konnte im zweiten Halbjahr 2020
zu einer auskömmlichen Charterrate bis mindestens
November 2021 erneut mit CMA CGM verlängert werden.
Der im Berichtsjahr 2020 neu erworbene MT "AURA M"
(Crude Tanker mit 157.000 DWT) ist bis mindestens 20.
März 2023 mit Mercuria Energy Trading SA, Genf, zu
einer auskömmlichen Rate beschäftigt.
3.4.2.1.2 Die vertraglich vereinbarten Chartern laufen aus ohne eine adäquate Folgebeschäftigung (sogenanntes Charteranschlussrisiko).Lediglich das MS "LUTETIA" hatte ein
Charteranschlussrisiko im Geschäftsjahr 2020.
Verhandlungen bzgl. einer Anschlussbeschäftigung
konnten erfolgreich abgeschlossen werden. Auch die
Verhandlungen der Neu-vercharterung des MS "HAMMONIA
BALTICA" konnten im Jahr 2021 erfolgreich abgeschlossen
werden.
Von hoher Bedeutung für die Branche ist die von der
Internationalen Seeschifffahrts-Organisation (International
Maritime Organization (IMO)) beschlossene Obergrenze
für den Schwefelgehalt von Abgasen, die zum 1. Januar
2020 in Kraft getreten ist. Die neue Grenze in Höhe
von maximal 0,5 % (zuvor 3,5 %) Schwefelgehalt ist in der
Praxis durch den Einsatz vergleichsweise hochpreisigen
niedrigschwefeligen Treibstoffes ("ULSFO") oder - bei
fortgesetzter Verwendung von hochschwefeligem Treibstoff -
durch einen kostenintensiven Einbau eines
Abgaswäschers ("Scrubber") zu erreichen. Die Schiffe
der HAMMONIA Schiffsholding AG besitzen keine Scrubber und
könnten unattraktiver für Linienreedereien zum
Einchartern werden. Bislang hat sich die Entscheidung, die
Schiffe nicht mit Scrubber-Systemen nachzurüsten, aber
aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten als gute Entscheidung
herausgestellt, da sich dies aufgrund der hohen
Installationskosten nur für größere
Einheiten ab 8.000 TEU aufwärts rechnet. Darüber
hinaus hat der Ölpreisverfall zu einer Verringerung
des Preis-Spreads zwischen Schweröl (HFO) und
Schweröl mit äußerst niedrigem
Schwefelgehalt (VLSFO) geführt. Dadurch ergeben sich
für Schiffe ohne Scrubber aktuell keine nennenswerten
Nachteile im Hinblick auf die Attraktivität für
Charterer.
3.4.2.1.3 Die Charterer der Schiffe werden illiquide und/oder zahlen die vereinbarten Charterraten nicht vertragsgemäß.Die Schiffe der HAMMONIA Schiffsholding AG sind
mittelfristig an renommierte Vertragspartner verchartert.
Das MS "HAMMONIA BEROLINA" ist von der
weltgrößten Containerschiffsreederei Maersk Line
A/S bzw. einer ihrer Tochtergesellschaften bis maximal
März 2022 fest eingechartert. Die Holding A.P.
Møller - Mærsk A/S verfügte zum
Bilanzstichtag über ein Investmentgrade Rating.
Das Schiff "LUTETIA" ist an die weltweit
drittgrößte französische Linienreederei CMA
CGM S.A. bis mindestens November 2021 verchartert.
Bis zum 31. März 2021 hat der Einnahmepool des MS
"HAMMONIA BALTICA" das individuelle Adressrisiko der
einzelnen Charterer aufgrund eines diversifizierten
Portfolios von Charterern reduziert. Hiernach wurde eine
zweijährige direkte Beschäftigung des Schiffes
bei der Hapag-Lloyd AG geschlossen.
Der MT "AURA M" ist mit Mercuria Energy Trading SA,
Genf, an eins der zehn größten
Handelsunternehmen für Rohstoffe, weltweit
verchartert.
Es ist in der Vergangenheit zu keinen Verzögerungen
bei den Charterratenzahlungen gekommen und derzeit liegen
keine konkreten Anhaltspunkte für einen drohenden
Zahlungsausfall vor. Die Charterer profitieren von der
aktuellen Marktlage und verbessern ihre Bonität
deutlich. Allerdings birgt die weltweite COVID-19-Pandemie
weiterhin Risiken, die negativen Einfluss auf das
Geschäftsmodell von Linienreedereien haben
könnten, wie z.B. Verzögerungen bei
Hafenanläufen und Verknappung von Containerboxen.
3.4.2.2 FinanzierungsrisikenDie Finanzierungsrisiken ergeben sich im Wesentlichen
aus folgenden Einzelrisiken:
3.4.2.2.1 WährungsrisikoAus dem Betrieb der Schiffe werden ausschließlich
USD-Einkünfte erzielt. Teile der Schiffsbetriebs- und
der Verwaltungskosten fallen jedoch in EUR an. Aus diesem
Grund betreibt die HAMMONIA Schiffsholding AG zur
Verminderung von Währungs- und
Zinsänderungsrisiken ein aktives Zins- und
Währungsmanagement. Dabei werden die Schiffe
weitestgehend währungskongruent finanziert und
verbleibende Wechselkursrisiken, soweit entsprechende
Zahlungsvorgänge schon feststehen, abgesichert.
3.4.2.2.2 ZinsänderungsrisikoZur Finanzierung der Schiffe wird auch Fremdkapital
eingesetzt. Das Zinsänderungsrisiko wird durch den
Abschluss derivativer Zinssicherungsgeschäfte
teilweise begrenzt. Für den nicht über
langfristige Zinsfestschreibungen oder den Abschluss
derivativer Zinssicherungsgeschäfte abgesicherten Teil
der Fremdfinanzierung besteht ein Zinsänderungsrisiko.
Selbigesbesteht auch für übersicherte
Fremdfinanzierungen, welche sich aus Sondertilgungen
ergeben können.
3.4.2.2.3 FinanzierungsänderungsrisikoDie Finanzierungskonditionen sind grundsätzlich
für die gesamte Vertragslaufzeit festgeschrieben. Bei
der Verletzung bestimmter vertraglicher Auflagen hat die
finanzierende Bank die Möglichkeit, die
Finanzierungskonditionen nachzuverhandeln bzw. das Recht,
die Zinsen zu erhöhen oder das Darlehen fällig zu
stellen. Das Finanzierungsänderungsrisiko wird
insbesondere dann immanent, wenn eine Schiffsgesellschaft
den vereinbarten Schuldendienst nicht mehr leisten kann.
Darüber hinaus besteht ein Refinanzierungsrisiko
sobald festgeschriebene Laufzeiten auslaufen. Zur
Risikominimierung finden - insbesondere bei sich
abzeichnenden Liquiditätsengpassen -
regelmäßig und frühzeitig aktive
Verhandlungen mit den Finanzierungspartnern statt.
Auf Holding-Ebene bestanden zum Bilanzstichtag die
aufschiebend bedingten Besserungsscheine der Banken in
Höhe von ca. 7 Mio. USD ohne festen
Rückzahlungstermin. Die damit einhergehende
aufschiebend bedingte Zahlungsverpflichtung wurde basierend
auf dem Bilanzgewinn der Gesellschaft in Höhe von 3,8
Mio. EUR im Abschluss berücksichtigt.
3.4.2.2.4 Inanspruchnahme unter GarantienDie Gesellschaft hat zu Gunsten ihrer
Tochtergesellschaft MS "HAMMONIA BEROLINA NOVA" Schiffahrts
GmbH & Co. KG eine Charterdifferenzgarantie gestellt
sowie eine Garantie für die Sicherstellung der vollen
Dockungs-/Klassekosten im Jahr 2022 übernommen.
Die Laufzeit der Charterdifferenzgarantie ist nach
Auslaufen des Chartervertrages auf max. sechs Monate
befristet und die Garantie über Dockungs-/Klassekosten
ist betraglich auf 0,85 Mio. USD begrenzt.
Die HAMMONIA Schiffsholding AG hat zu Gunsten der
Schiffseigentumsgesellschaft des MT "AURA M" ein
Garantieversprechen in Höhe von 1.000 TUSD abgegeben.
Die 1.000 TUSD sind spätestens 1 Jahr nach Ablieferung
des Tankers MT "AURA M" an den Bareboatcharterer des
Tankers zu leisten, sofern der Hammonia Tanker Holding GmbH
& Co. KG selbst nicht genügend finanzielle Mittel
zur Leistung der Summe zur Verfügung stehen.
Die Gesellschaft wurde in Jahr 2021 unter der Garantie
in Anspruch genommen. Dennoch ist nicht
auszuschließen, dass die Gesellschaft nach wie vor
aus der abgegebenen Garantie gegenüber der
Schiffseigentumsgesellschaft in Höhe von 1.000 TUSD
haftet, da der Betrag durch einen
Cyberkriminalitäts-Betrugsfall nicht beim
Schiffseigentümer angekommen ist. Somit besteht das
Risiko, dass es bei der HAMMONIA Schiffsholding AG zu
weiteren Liquiditätsabflüssen kommt und die
HAMMONIA Schiffsholding AG das Garantieversprechen nicht
bedienen kann. Die HAMMONIA Schiffsholding AG und die HTH
haben Gespräche mit dem Gläubiger aufgenommen, um
einen Zahlungsaufschub der Verbindlichkeiten zu erreichen.
Die HAMMONIA Schiffsholding AG ist für weitere
Investitionen und für Zahlungsversprechen der
Tochtergesellschaft HTH auf die Anbindung von Partnern
angewiesen, da die Hauptversammlung 2020 keine Zustimmung
zur Schaffung eines neuen Genehmigten Kapitals erteilt hat.
Falls es nicht gelingt, neue Investoren für die HTH
einzubinden, wird die HAMMONIA Schiffsholding AG die
Zahlungsversprechen aus eigenen Mitteln darstellen, um
einen Verlust des Eigenkapitals in der HTH zu vermeiden
3.4.2.3 Technische und SchiffsbetriebsrisikenDie Schiffe werden im Betrieb stark beschädigt,
sinken oder verursachen Schäden bei Dritten.
Zur Abdeckung der typischen Risiken aus dem Betrieb von
Seeschiffen, einer starken Beschädigung, einem
Untergang eines Schiffes oder verursachte Schäden an
Dritten wird durch den Bereederer ein adäquater und
marktüblicher Versicherungsschutz mit entsprechenden
Selbstbehalten unterhalten.
Durch die COVID-19-Pandemie besteht ein erhöhtes
Schiffsbetriebsrisiko aufgrund eines erschwerten
Crewaustauschs bei Crewerkrankungen und -verletzungen oder
bedingt durch Quarantänemaßnahmen von
Crewmitgliedern. Zusätzlich besteht das Risiko, dass
es durch behördliche Maßnahmen gegen ein Schiff
zu Verspätungen oder Quarantänezeiten des Schiffs
kommen kann, die als Ausfallzeiten beurteilt werden
könnten. Der Bereederer hat seit Ausbruch der Pandemie
verschiedene Maßnahmen im Schiffsbetrieb
eingeführt, um diesem Risiko vorzubeugen.
3.4.24 Unternehmensbezogene Risiken und GeschäftsmodellrisikenNeben den dargestellten spezifischen Risiken aus dem
Schiffsbetrieb unterliegt die Gesellschaft auch
unternehmensbezogenen Risiken. Hierbei sind für den
Erfolg des Konzerns die Qualität des Managements und
wichtiger Dienstleister sowie die Reputation bei
Investoren, Geschäftspartnern und Marktbeobachtern
maßgeblich. In diesem Zusammenhang hat sich der
Konzern durch die langjährige Bestellung des Vorstands
und der Prokuristen abgesichert. Wichtige operative und
administrative Funktionen werden von qualifizierten und
erfahrenen Dienstleistern auf der Grundlage von langfristig
geschlossenen Serviceverträgen erbracht.
3.4.2.5 Gesamtbeurteilung der RisikenDie Corona-Pandemie hatte zu ihrem globalen Ausbruch im
Frühjahr 2020 erheblichen Einfluss auf
makroökonomische und schifffahrtsspezifische Daten.
Während die Gesamtwirtschaft im ersten Halbjahr 2021
noch unter erneuten Corona-Infektionswellen und
Eindämmungsmaßnahmen der Regierungen leidet,
sind die kurzfristigen Welthandelsprognosen positiv und die
Charterraten befinden sich, zusätzlich befeuert durch
die einwöchige Schließung des Suez-Kanals Ende
März 2021, auf zehnjährigen
Höchstständen.
Drei Beteiligungen sind als Vorzugskommanditkapital mit
gegenüber dem verbleibenden Standardkommandit-kapital
vorrangigen Gewinn- und Rückzahlungsansprüchen
ausgestaltet, sie weisen demnach einen Risikopuffer auf.
Somit ist ein kurz- bis mittelfristiger Fortbestand der
Gesellschaft vom Marktgeschehen weitgehend unabhängig
gesichert.
Mittel- bis langfristig bestehen weiterhin Risiken im
Zusammenhang mit der Umsetzung eines nachhaltigen
Geschäftsmodells und der Unternehmensfinanzierung.
Für den Fortbestand sind die Erschließung von
Kapitalquellen und die Anbindung geeigneter Projekte
notwendig. Inwiefern die zukünftigen Bedingungen am
Kapital- und Schiffsmarkt dies zulassen und welche Risiken
im Rahmen neuer Investitionen eingegangen werden
müssen, muss jedes Jahr erneut beurteilt werden.
3.4.3 Chancenbericht3.4.3.1 Erholung und Konsolidierung der SchifffahrtsmärkteWie zuvor dargestellt, sind die Fracht- und Charterraten
zuletzt stark gestiegen und auf mehrjährige
Höchstwerte geklettert. Die positive Entwicklung bei
den Linienreedern führt zum einen zu einer besseren
Bonität bei den Charterern und zum anderen zu einer
erheblich höheren Nachfrage bei Containertonnage. In
dem steigenden Markt könnte die Gesellschaft von
erhöhten Schiffsmarktwerten sowie höheren
Einnahmen profitieren.
Durch gestiegenen Charterraten lassen sich stabile
Renditen bei Neuprojekten darstellen. Die HAMMONIA
Schiffsholding AG könnte die derzeitige Flotte
vergrößern und es könnten sich weitere
interessante Investitionsmöglichkeiten ergeben.
Mit ihrer erstmaligen Beteiligung an einem Tanker
erweitert die HAMMONIA Schiffsholding AG ihr bislang nur
auf den Containermarkt ausgerichtetes operatives
Branchenumfeld um den Tanker Frachtschiff-Markt. Dieser
stellt ein mit dem Containermarkt nur wenig korreliertes
Schifffahrtssegment dar. In den Jahren 2019 und 2020 hat
sich das Tanker Segment als volatil gezeigt. Es besteht die
Chance, dass der Suezmax Tanker zu deutlich erhöhten
Preisen verkauft werden kann oder nach Ablauf der
Zeitcharter zu deutlich erhöhten Spotraten
beschäftigt werden kann.
3.4.3.2 Gütliche Einigung mit den Banken bezüglich des BesserungsscheinsGelingt eine Vereinbarung mit den Banken über einen
(teilweisen) Verzicht auf die Besserungsscheine,
könnte man das Unternehmen von Altlasten (teilweise)
befreien. Die Gesellschaft könnte dann wieder ihren
Zugang zum Kapitalmarkt nutzen, um neue Eigenmittel
aufzunehmen. Diese könnte zur Realisierung von neuen
interessanten Investitionsmöglichkeiten genutzt
werden.
3.4.3.3 Refinanzierung von Fremdkapital zu deutlich besseren KonditionenIm Berichtsjahr konnte das Containerschiff "HAMMONIA
BALTICA" erfolgreich refinanziert werden, wodurch die
Schiffsgesellschaft von einer reduzierten Tilgungslast und
durch verbesserten Zinskonditionen profitiert. Auch
für weitere Schiffsgesellschaften besteht die Chance,
das Fremdkapital zu günstigeren Konditionen
umzustrukturieren.
3.4.3.4 Das Interesse am (deutschen) Kapitalmarkt für Schiffsinvestitionen erwacht (wieder)Unbestritten war die Marktentwicklung der
Containerschifffahrt in den letzten Jahren alles andere als
zufriedenstellend, mit zusätzlichen Verwerfungen im 1.
Halbjahr 2020 durch die globale COVID-19-Pandemie. Aktuell
befinden sich jedoch sowohl die Frachtraten als auch die
Zeitcharter auf mehrjährigen Höchstständen.
Damit könnte sich die Containerschifffahrt wieder zu
einer gewinnbringenden Anlageklasse mit unverändert
attraktiven Merkmalen entwickeln: Trotz wachsender
Automatisierung und steigendem Einsatz von 3D-Druckern
werden weiterhin Güter jeglicher Art auf dem Seeweg in
erheblichem Umfang transportiert werden müssen, die
Asset-Preise sind - im Gegensatz zu Immobilien - auf einem
niedrigen Niveau, der Betrieb von Schiffen wird steuerlich
begünstigt (sog. "Tonnagesteuer") und im Gegensatz zu
Bargeld und Anleihen sind Schiffe als sog. "Real Assets"
besser gegen Inflation geschützt.
Entsprechend steigt das Interesse des Kapitalmarkts an
der Containerschifffahrt. Die Ratingagenturen haben ihre
Bonitätsnoten für große Charterer deutlich
angehoben, gleichzeitig haben sich die
Kreditaufschläge für die Branche reduziert.
Sollte aus den oben genannten und anderen Gründen
das Interesse an Schiffsinvestitionen in Deutschland
steigen, wäre das eine große Chance auf Wachstum
für die HAMMONIA Schiffsholding AG.
JAHRESABSCHLUSS4 Jahresabschluss4.1 BILANZ4.1.1 Aktivascrollen
4.1.2 Passivascrollen
4.2 GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNGscrollen
5 Anhang5.1 ALLGEMEINE ANGABEN ZUM UNTERNEHMENDie HAMMONIA Schiffsholding AG mit Firmensitz in
Neumühlen 9, 22763 Hamburg, Bundesrepublik
Deutschland, ist im Handelsregister des Amtsgerichts
Hamburg unter HRB 98689 eingetragen.
5.2 ALLGEMEINE ANGABEN ZU INHALT UND GLIEDERUNG DES JAHRESABSCHLUSSES5.2.1 Allgemeine AngabenDas Grundkapital der Gesellschaft in Höhe von
7.639.184,00 EUR ist eingeteilt in 136.414 nennwertlose auf
den Namen lautende Stückaktien. Die Aktien der
HAMMONIA Schiffsholding AG sind im Segment
Mittelstandsbörse der Hanseatischen
Wertpapierbörse Hamburg notiert.
Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2020 der HAMMONIA
Schiffsholding AG wurde nach den Vorschriften des
Handelsgesetzbuches und den ergänzenden Bestimmungen
des Aktiengesetzes aufgestellt.
Die Gliederung der Bilanz erfolgt nach der Vorgabe des
§ 266 HGB. Für die Aufstellung der Gewinn- und
Verlustrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren
gemäß § 275 Abs. 2 HGB angewandt.
5.2.2 GrößenmerkmaleDie Gesellschaft ist eine Kleinstkapitalgesellschaft im
Sinne des § 267a Abs. 1 HGB und wendet auf den
Jahresabschluss freiwillig die Regelungen für kleine
Kapitalgesellschaften gemäß § 267 Abs. 1
HGB an. Die Aufstellung des Jahresabschlusses und des
Anhangs erfolgte unter teilweiser Inanspruchnahme der
eingeräumten größenabhängigen
Erleichterungen gemäß § 274a und § 288
HGB.
5.3 ANGABEN ZU BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODENDie Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden werden
grundsätzlich unverändert zum Geschäftsjahr
2019 angewandt.
5.3.1 Anlagevermögen5.3.1.1 FinanzanlagenDas Finanzanlagevermögen wird mit den
Anschaffungskosten oder dem niedrigeren beizulegenden Wert
angesetzt. Außerplanmäßige Abschreibungen
auf Beteiligungen werden vorgenommen, soweit der anteilige
Unternehmenswert dauerhaft unter die Anschaffungskosten
gesunken ist. Zuschreibungen werden vorgenommen soweit der
Grund für die außerplanmäßigen
Abschreibungen wieder entfallen ist.
5.3.2 Umlaufvermögen5.3.2.1 Forderungen, sonstigeVermögensgegenstände und liquide MittelDie Forderungen und sonstigen
Vermögensgegenstände sowie die liquiden Mittel
sind mit ihrem Nennbetrag angesetzt.
5.3.3 Rückstellungen und Verbindlichkeiten5.3.3.1 RückstellungenDie Rückstellungen berücksichtigen alle
erkennbaren Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten. Sie
sind mit dem Erfüllungsbetrag bewertet, der nach
vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig
ist.
5.3.3.2 VerbindlichkeitenVerbindlichkeiten werden mit ihrem Erfüllungsbetrag
bilanziert.
5.3.3.3 WährungsumrechnungGeschäftsvorfälle, die in fremder Währung
anfallen, werden mit dem Kurs am Tag des
Geschäftsvorfalls umgerechnet.
Fremdwährungsforderungen sowie die liquiden Mittel
werden mit dem jeweiligen Kurs am Bilanzstichtag, solche
mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden
jedoch höchstens mit dem Entstehungskurs umgerechnet.
Fremdwährungsverbindlichkeiten werden mit dem
Entstehungskurs oder zum höheren Kurs am
Bilanzstichtag angesetzt. Fremdwährungsforderungen und
-verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von bis zu einem
Jahr werden mit dem jeweiligen Kurs vom Bilanzstichtag
bewertet. Konzerninterne Transaktionen werden mit dem
Euro-Referenzkurs bilanziert.
5.4 ERLÄUTERUNGEN DER BILANZ UND DER GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG5.4.1 Erläuterungen der Bilanz5.4.1.1 AnlagevermögenUnter dem Posten Anlagevermögen werden
ausschließlich Finanzanlagen ausgewiesen. Diese
betreffen Anteile an verbundenen Unternehmen und
Beteiligungen. Im Geschäftsjahr erfolgte eine
Umgliederung vom Posten Anteile an verbundenen Unternehmen
in den Posten Beteiligungen, da bei einem
Beteiligungsverhältnis die Beteiligungsquote unter 50
% gesunken ist.
5.4.1.2 UmlaufvermögenForderungen gegen Unternehmen mit denen ein
Beteiligungsverhältnis besteht, sind in Höhe von
19.150,84 EUR (im Vorjahr: 0,00 EUR) zugleich Forderungen
aus Lieferungen und Leistungen.
Die Forderungen und sonstigen
Vermögensgegenstände sind wie im Vorjahr
sämtlich innerhalb eines Jahres fällig.
5.4.1.3 KapitalrücklagenDurch Beschluss der Hauptversammlung vom 26. Juni 2018
wurde in 2018 der Ertrag aus der Herabsetzung des
Grundkapitals in Höhe von 6.002.216,00 EUR zur Deckung
des nach Auflösung sämtlicher Rücklagen zum
Verlustausgleich verbleibenden Verlustvortrages in
Höhe von 5.257.941,12 EUR verwendet. Der Restbetrag in
Höhe von 744.274,88 EUR wurde in eine
Kapitalrücklage im Sinne des § 272 Abs. 2 Nr. 1
HGB eingestellt.
5.4.1.4 Gesetzliche RücklageDie gesetzliche Rücklage wurde in den Vorjahren mit
ihrem Maximalbetrag in Höhe von 19.643,52 EUR
gebildet.
5.4.1.5 Andere GewinnrücklagenAufgrund eines Beschlusses der Hauptversammlung vom 18.
Juni 2020 wurde der Bilanzgewinn in Höhe von
1.215.665,21 EUR in die Gewinnrücklagen eingestellt.
5.4.1.6 BilanzgewinnDer Bilanzgewinn entwickelte sich in den
Vergleichsjahren wie folgt:
scrollen
Aufgrund der im Geschäftsjahr 2018 bei der
Gesellschaft durchgeführten vereinfachten
Kapitalherabsetzung unterliegt deren Bilanzgewinn
gemäß § 233 Abs. 2 AktG einer
Ausschüttungsbeschränkung.
5.4.1.7 Fristigkeiten und Besicherung der VerbindlichkeitenDie Fristigkeiten und die Besicherung der
Verbindlichkeiten ergeben sich aus der folgenden
Übersicht:
scrollen
5.4.1.8 HaftungsverhältnisseDie Gesellschaft hat zu Gunsten ihrer
Tochtergesellschaft MS "HAMMONIA BEROLINA NOVA" Schiffahrts
GmbH & Co. KG eine Charterdifferenzgarantie gestellt.
Die Gesellschaft stellt für 6 Monate ab Ende der
derzeitigen Charter eine Charterdifferenzgarantie für
ein Einnahmenniveau von 9.500 USD/Tag netto. Die Laufzeit
der Garantie ist befristet bis maximal 1. August 2021 - 6
Monate nach der frühestmöglichen
Rücklieferung aus der aktuellen Charter (1. Februar
2021) - und reduziert sich jeweils um den Zeitraum,
für den eine Charterrate von mindestens 9.500 netto
USD/Tag über den 1. Februar 2021 hinaus geschlossen
wird. Die Garantie gilt nicht im Falle von technischen
off-hire Zeiten.
Die Gesellschaft übernimmt zu Gunsten ihrer
Tochtergesellschaft MS "HAMMONIA BEROLINA NOVA" Schiffahrts
GmbH & Co. KG eine Garantie für die Sicherstellung
der vollen Dockungs-/Klassekosten im Jahr 2022 in Höhe
von maximal USD 850.000,00. Die Garantie mindert sich um
Beträge, die von der MS "HAMMONIA BEROLINA NOVA"
Schiffahrts GmbH & Co. KG auf einem verpfändeten
Sparkonto angespart worden sind (31. Dezember 2020:
94.000,00 USD).
Die HAMMONIA Schiffsholding AG hat zu Gunsten der
Hammonia Tanker Holding GmbH & Co. KG ein
Garantieversprechen in Höhe von 1.000 TUSD abgegeben.
Die 1.000 TUSD sind spätestens 1 Jahr nach Ablieferung
des Tankers MT AURA M an den Bareboatcharterer des Tankers
zu leisten, sofern der Hammonia Tanker Holding GmbH &
Co. KG selbst nicht genügend finanzielle Mittel zur
Leistung der Summe zur Verfügung stehen.
Trotz einer bereits erfolgten Zahlung an die HTH, die im
Zusammenhang mit dem Garantieversprechen steht, wurde keine
Rückstellung gebildet, da die AG als Gegenleistung
für ihre Zahlung eine werthaltige Erhöhung ihrer
Beteiligung erhält bzw. auch im Falle einer direkten
Inanspruchnahme aus der Garantie unseres Erachtens einen
werthaltigen Regressanspruch gegen das Tochterunternehmen
erhalten würde.
5.4.1.9 Sonstige finanzielle VerpflichtungenAus mit einem Dienstleister bestehenden Service-,
Dienstleistungs- und Beratungsvertrag bestehen zum
Bilanzstichtag sonstige finanzielle Verpflichtungen in
Höhe von 30 TEUR pro Jahr.
Im Rahmen einer mit verschiedenen Kreditinstituten
abgeschlossenen Restrukturierungsvereinbarung hat die
Gesellschaft folgende Besserungsscheine vereinbart:
scrollen
5.4.2 Erläuterungen der Gewinn- und Verlustrechnung5.4.2.1 Sonstige betriebliche Erträge und AufwendungenDie betrieblichen Erträge enthalten
außergewöhnliche Erträge aus der
Zuschreibung von Beteiligungen in Höhe von 0,00 EUR
(im Vorjahr 1.317.037,83 EUR).
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten
außergewöhnliche Aufwendungen aus der Bildung
einer Rückstellung für aufschiebend bedingte
Verbindlichkeiten aus Besserungsscheinen in Höhe von
115.083,00 EUR (im Vorjahr: 437.994,00 EUR) sowie in
Höhe von 0,00 EUR (im Vorjahr: 89.015,49 EUR) aus der
Ablösung eines Besserungsscheines.
5.5 SONSTIGE ANGABEN5.5.1 Meldungen nach AktiengesetzDie HAMMONIA Reederei GmbH & Co. KG, Hamburg, hat
der Gesellschaft gemäß § 20 Abs. 6 AktG
mitgeteilt, dass ihr mehr als der vierte Teil der Aktien
der Gesellschaft unmittelbar gehört.
5.5.2 VorstandZum Vorstand der Gesellschaft war im Geschäftsjahr
2019 sowie im Jahr 2020 bestellt:
scrollen
5.5.3 AufsichtsratDer Aufsichtsrat setzt sich wie folgt zusammen:
scrollen
5.5.4 NachtragsberichtDas von der MS "HAMMONIA BALTICA" Schiffahrts GmbH &
Co. KG gehaltene Schiff "HAMMONIA BALTICA" wurde am 01.
April 2021 an die MS "HAMMONIA BALTICA 2.0" GmbH & Co.
KG ("Baltica 2.0") verkauft und übertragen, um den
Zugang zu neuen Möglichkeiten des liquiden
Kapitalmarktes zu schaffen. Grundsätzlich haben sich
die Beteiligungsquote (49%) und die Konditionen
(Vorzugskommanditkapital) der Gesellschaft an dem Schiff
nicht verändert. Neben der HAMMONIA Reederei GmbH
& Co. KG wurde ein neuer Gesellschafter aufgenommen.
Die Käufergesellschaft hat als Teil des Kaufpreises
das bestehende Schiffshypothekendarlehen durch
Schuldübernahme übernommen. Das Schiff hat vor
der Transaktion den PD 2.500 TEU Pool verlassen. Die
Baltica 2.0 konnte das Schiff für ca. 2 Jahre mit
einer brutto Zeitcharterrate von 19.600 USD/Tag an Hapag
Lloyd neu verchartern.
Im Januar 2021 hat die Gesellschaft ihre Beteiligung an
der HTH mit 0,25 Mio. USD auf 74 % erhöht. Die
Gesellschaft wurde zudem unter der Garantie des "MT AURA M"
Leasing Finanzierung in Anspruch genommen. Im April 2021
hat die Gesellschaft einen Betrag von 1,0 Mio. USD in die
HTH eingezahlt, wodurch sich die Beteiligungsquote auf ca.
79 % erhöhte.
In der HTH kam es im Rahmen von Cyberkriminalität
zu einem Betrugsfall bei der Zahlung von der
Garantieverpflichtung sowie einer Bareboatcharterzahlung.
Bei der Zahlung von der Tochtergesellschaft an die
Schiffseigentumsgesellschaft kam es zu dem Betrugsfall, in
dem Emails und Rechnungen von unbekannten Dritten
manipuliert wurden, sodass von der HTH insgesamt ein Betrag
in Höhe von ca. 1,679 Mio. USD an ein falsches Konto
überwiesen wurde. Nach der Entdeckung des Betruges und
Einschaltung der Staatsanwaltschaft konnten von der
Empfängerbank 13 Teilbeträge in Höhe von
insgesamt rd. 0,68 Mio. USD geblockt werden, während
der Großteil des Geldes bereits von den noch
unbekannten Tätern abgeführt wurde. Zum Zeitpunkt
der Berichterstellung ist davon auszugehen, dass bei der
HTH zumindest vorläufig mit einem Schaden von circa
1,0 Mio. USD zu rechnen ist.
Neben der Schädigung der Tochtergesellschaft ist
auch ein direkter Schaden für die Gesellschaft
denkbar: Zum einen ist nicht auszuschließen, dass die
Gesellschaft nach wie vor aus der abgegebenen Garantie
gegenüber der Schiffseigentumsgesellschaft in
Höhe von 1,0 Mio. USD haftet, da der Betrag nicht beim
Schiffseigentümer angekommen ist. Zum anderen kann
sich ein außerordentlicher Verlust der
Tochtergesellschaft auf den Beteiligungsansatz der
Gesellschaft auswirken.
Ob der Schaden durch Ersatzansprüche gegen die
beteiligten Parteien oder durch Versicherungen zumindest
teilweise ausgeglichen werden kann, wird weiterhin
geprüft. Die Ermittlungen der involvierten
Behörden dauern zum Zeitpunkt der
Berichtsveröffentlichung an. Die HAMMONIA
Schiffsholding AG und die HTH haben Gespräche mit dem
Gläubiger aufgenommen, um einen Zahlungsaufschub der
Verbindlichkeiten zu erreichen.
5.5.5 GewinnverwendungsvorschlagDer Vorstand schlägt dem Aufsichtsrat vor, den
Bilanzgewinn von 1.254.025,29 EUR vollständig in die
Gewinnrücklagen einzustellen. Hintergrund sind die
möglichen Zahlungsverpflichtungen und die damit
verbundenen Finanzierungsrisiken, resultierend aus der
Beteiligung an der AURA M und dem im Nachtragsbericht
erwähnten Betrugsfall.
Hamburg, den 31. Mai 2021
Dr. Karsten Liebing Vorstand
AUFSTELLUNG DES ANTEILSBESITZES6 Aufstellung des Anteilsbesitzesscrollen
1) Gesellschaft ist insolvent
BERICHT DES AUFSICHTSRATS7 Bericht des AufsichtsratsSehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,im Geschäftsjahr 2020 hat die HAMMONIA
Schiffsholding AG bei Beteiligungserträgen von 1.520
TEUR (im Vorjahr: 378 TEUR) einen Jahresüberschuss auf
Vorjahresniveau von 1.254 TEUR (im Vorjahr: 1.216 TEUR)
erwirtschaftet.
2020 war für uns alle ein äußerst
denkwürdiges Jahr. Die COVID-19-Pandemie führte
zu starken Verwerfungen auf den globalen
Schifffahrtsmärkten. Während das erste Halbjahr
2020 von einer hohen unbeschäftigten
Containerschiffskapazität geprägt gewesen war,
setzte im zweiten Halbjahr überraschend schnell und
dynamisch eine nahezu vollständige Erholung der
Linienschifffahrt ein. Zum Jahresende wiesen alle
Containerschiffssegmente im Vorjahresvergleich bei den
Charterraten zweistellige Wachstumsraten auf und der Anteil
beschäftigungsloser Kapazität tendierte gegen
nahezu null.
Wie Sie dem Grußwort des Vorstands und dem
Lagebericht entnehmen können, konnten wir an dem
starken Anstieg der Charterraten in 2020 in Teilen
partizipieren. Hierzu verweisen wir auf die Aussagen des
Vorstands.
In 2020 hat sich HAMMONIA erstmals an einem Suezmax
Tanker beteiligt, dem MS "AURA M". Wie im Rahmen der
Ad-Hoc-Mitteilung am 21. Mai 2021 veröffentlicht,
wurden wir in 2021 leider Opfer eines Betrugsfalls in Form
von Cyber Fraud. Aufgrund der Manipulation von
Email-Korrespondenz und Rechnungen wurde von der Hammonia
Tanker Holding GmbH & Co. KG insgesamt ein Betrag in
Höhe von ca. 1,679 Mio. USD an ein falsches Konto
überwiesen. Die Ermittlungen dauern an, der Vorstand
hat den Aufsichtsrat sehr regelmäßig über
den aktuellen Stand informiert.
Arbeit des Aufsichtsrats im Geschäftsjahr 2020Auch im Berichtsjahr hat der Aufsichtsrat der HAMMONIA
Schiffsholding AG die Geschäftsführung des
Vorstands überwacht und stand ihm dabei beratend zur
Seite. Der Aufsichtsrat hat alle ihm nach Gesetz und
Satzung obliegenden Aufgaben mit großer Sorgfalt
wahrgenommen. Der Vorstand hat den Aufsichtsrat
während und außerhalb der gemeinsamen Sitzungen
stets zeitnah und umfassend über die wirtschaftliche
Entwicklung der Gesellschaft und die finanzielle Lage
informiert sowie über die aktuelle Branchenentwicklung
und den Sachstand der Schiffsbeteiligungen berichtet.
Speziell der Aufsichtsratsvorsitzende stand auch
außerhalb der gemeinsamen Sitzungen in einem engen
Kontakt zum Vorstand. Auf diesem Weg war der Aufsichtsrat
stets zeitnah in alle für die Gesellschaft bedeutenden
Geschäftsvorfälle einbezogen und hat, soweit nach
Gesetz oder Satzung erforderlich, die notwendigen
Beschlüsse gefasst.
Besetzung von Vorstand und AufsichtsratIm Berichtsjahr hat es keine Veränderungen bei der
Besetzung von Vorstand und Aufsichtsrat gegeben.
Dr. Karsten Liebing leitete die HAMMONIA Schiffsholding
AG unverändert als Alleinvorstand.
Der Aufsichtsrat setzte sich aus seinem Vorsitzenden
Werner Berg sowie Michael Hummel und Andreas Uibeleisen
zusammen. Vor dem Hintergrund des lediglich aus drei
Mitgliedern bestehenden Aufsichtsrats sieht dieser nach wie
vor von der Bildung von Ausschüssen ab. Diese
würden nicht zu einer Effizienzsteigerung seiner
Arbeit führen.
Sitzungen des AufsichtsratsIm Berichtsjahr 2020 hat der Aufsichtsrat insgesamt
fünf ordentliche und eine außerordentliche
Sitzung abgehalten. Diese fanden an den Tagen 22. April,
28. April, 18. Juni, 18. September, 18. November
(außerordentliche Sitzung) sowie 11. Dezember 2020
statt. Vor dem Hintergrund der COVID-19-Pandemie wurden die
Sitzungen mehrheitlich als Video-/Telefonkonferenzen
abgehalten, um den Gesundheitsschutz der Teilnehmer zu
gewährleisten. Auf diesen Sitzungen wurden neben dem
jeweils aktuellen Bericht des Vorstands über die
Entwicklung der Schifffahrts- und Finanzmärkte und des
Sachstands zu den Schiffsbeteiligungen sowie der
Jahres-/Budgetplanung die folgenden inhaltlichen
Schwerpunkte behandelt:
scrollen
Alle drei Aufsichtsratsmitglieder haben, mit Ausnahme
der Sitzung am 18. September 2020, an der ein
Aufsichtsratsmitglied entschuldigt fehlte, an allen
Sitzungen teilgenommen.
Jahresabschluss zum 31. Dezember 2020Der von der ordentlichen Hauptversammlung am 18. Juni
2020 gewählte Abschlussprüfer für das
Geschäftsjahr 2020, die HANSA PARTNER GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Hamburg, hat dem vom
Vorstand gemäß den Regelungen des
Handelsgesetzbuchs (HGB) aufgestellten Jahresabschlusssamt
Lagebericht für das Geschäftsjahr 2020
geprüft und mit einem uneingeschränkten
Bestätigungsvermerk versehen.
Rechtzeitig vor der Bilanzaufsichtsratssitzung am 17.
Juni 2021 lagen allen Mitgliedern des Aufsichtsrats die
vorgenannten Abschlussunterlagen nebst dem
Prüfungsbericht des Abschlussprüfers vor. Zuvor
wurden Einzelabschlüsse und vorläufige Zahlen -
soweit vorliegend - in einer Sitzung des Aufsichtsrats am
7. Mai 2021 im Beisein des Abschlussprüfers
besprochen. Beide Sitzungen fanden vor dem Hintergrund der
anhaltenden COVID-19-Pandemie als Videokonferenzen statt.
Somit hatte der Aufsichtsrat ausreichend Zeit für
eine eigene Prüfung der Unterlagen. Auf der
Bilanzaufsichtsratssitzung erörterte der Aufsichtsrat
gemeinsam mit dem Vorstand und in Anwesenheit eines
Vertreters des Abschlussprüfers eingehend die
Abschlussunterlagen. Dabei beantwortete der Vertreter des
Abschlussprüfers sämtliche Fragen des
Aufsichtsrats und ging detailliert auf zuvor festgelegte
Prüfungsschwerpunkte ein. Zudem bestätigte er,
dass das vom Vorstand eingerichtete Risikomanagementsystem
geeignet ist, den Fortbestand der Gesellschaft
gefährdende Entwicklungen frühzeitig zu erkennen.
Nach seiner eigenen umfassenden Prüfung hat der
Aufsichtsrat keine Einwendungen erhoben und sich dem
Prüfungsergebnis des Abschlussprüfers
angeschlossen. Der Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss
2020 samt Lagebericht gebilligt, womit dieser gem. §
172 AktG festgestellt ist.
Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand für die stets
konstruktive und vertrauensvolle Zusammenarbeit im
Berichtsjahr 2020.
Hamburg, den 17. Juni 2021
Werner Berg
Vorsitzender des Aufsichtsrats
BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERSBestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die HAMMONIA Schiffsholding AG, HamburgVERMERK ÜBER DIE PRÜFUNG DES JAHRESABSCHLUSSES UND LAGEBERICHTSPrüfungsurteileWir haben den Jahresabschluss der HAMMONIA
Schiffsholding AG, Hamburg, - bestehend aus der Bilanz zum
31. Dezember 2020 und der Gewinn- und Verlustrechnung
für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31.
Dezember 2020 sowie dem Anhang, einschließlich der
Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden -
geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht
der HAMMONIA Schiffsholding AG, Hamburg, für das
Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2020
geprüft.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der
Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
scrollen
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB
erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen
Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des
Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.
Grundlage für die PrüfungsurteileWir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und
des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB
unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer
(IDW) festgestellten deutschen Grundsätze
ordnungsmäßiger Abschlussprüfung
durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen
Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt
"Verantwortung des Abschlussprüfers für die
Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts"
unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben.
Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in
Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen
und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere
sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung
mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der
Auffassung, dass die von uns erlangten
Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um
als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum
Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.
Sonstige InformationenDie gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen
Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen
umfassen den Geschäftsbericht.
Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum
Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen
Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein
Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von
Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.
Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die
Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und
dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen
scrollen
Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den LageberichtDie gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für
die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen,
für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen
Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und
dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der
deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger
Buchführung ein den tatsächlichen
Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-,
Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner
sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die
internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit
den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger
Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die
Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen,
der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder
unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.
Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die
gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die
Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der
Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren
haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang
mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit,
sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus
sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des
Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der
Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht
tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten
entgegenstehen.
Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter
verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts,
der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der
Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen
Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den
deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die
Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung
zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen
Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und
Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet
haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in
Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen
gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um
ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im
Lagebericht erbringen zu können.
Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die
Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der
Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des
Lageberichts.
Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des LageberichtsUnsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit
darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes
frei von wesentlichen - beabsichtigten oder
unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der
Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage
der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen
Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der
Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht,
den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die
Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung
zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk
zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum
Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.
Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an
Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in
Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der
vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW)
festgestellten deutschen Grundsätze
ordnungsmäßiger Abschlussprüfung
durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche
Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen
können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten
resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn
vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass
sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses
Jahresabschlusses und
Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen
von Adressaten beeinflussen.
Während der Prüfung üben wir
pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine
kritische Grundhaltung. Darüber hinaus
scrollen
Wir erörtern mit den für die Überwachung
Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die
Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame
Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger
Mängel im internen Kontrollsystem, die wir
während unserer Prüfung feststellen.
Hamburg, den 11. Juni 2021
HANSA PARTNER GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
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IMPRESSUM
HAMMONIA Schiffsholding AG
Neumühlen 9
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www.hammonia-schiffsholding.de
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T. +49 40 6378 5410
F. +49 40 6378 5423
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HERAUSGEBER
HAMMONIA Schiffsholding AG
Neumühlen 9
D-22763 Hamburg
© HAMMONIA Schiffsholding AG, 2021
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