HAMMONIA Schiffsholding AGHamburgJahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2021 bis zum 31.12.2021HAMMONIA SCHIFFSHOLDING AGGESCHÄFTSBERICHT 2021EckdatenSchiffsportfolioscrollen
Finanzkennzahlenscrollen
1 BegrüßungSehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,
im Geschäftsjahr 2021 hat sich das von Ihnen in den
Vorjahren gewährte Vertrauen in die Gesellschaft
bezahlt gemacht: Die in 2019 getätigten Investitionen
in ältere Containerschiffe haben sich erfreulich
entwickelt, die Schiffe konnten zu deutlich höheren
Raten längerfristig verchartert und die daraus
entstehenden Erträge durch Finanzierungen gesichert
werden. Aus diesen Mitteln konnten zu einem frühen
Zeitpunkt des Marktzyklus weitere Investitionen in
Tankschiffe getätigt werden. So konnte die Flotte um
zwei Schiffe auf nunmehr drei Tankschiffe und drei
Containerschiffe erweitert und diversifiziert werden.
Dieses Wachstum gelang uns ohne die Ausgabe neuer Aktien
und hat sich auch im Aktienkurs widergespiegelt.
Nach dem denkwürdigen Schifffahrtsjahr 2021 -
geprägt durch Rekord-Charterraten bei sämtlichen
Containerschiffstypen, stark gestörte Lieferketten mit
mangelnden Containerkapazitäten und enormen Staus an
den internationalen Häfen - führt nun der
Ukraine-Krieg zu neuen Turbulenzen auf den internationalen
Schifffahrtsmärkten.
Zu den unmittelbaren wirtschaftlichen Auswirkungen des
Ukraine-Kriegs auf die Schifffahrtsmärkte zählen
die stark steigenden Treibstoff- und Energiepreise. Der
Welthandel erlebte bereits im Februar 2022 trotz der
Eskalation der Krise zum Monatsende einen starken Einbruch
gegenüber dem Vormonat um 5,6 %, getrieben durch die
allgemein erhöhte Unsicherheit, die verhängten
Wirtschaftssanktionen und vermehrte Warenkontrollen.
Für das Gesamtjahr 2022 rechnen Wirtschaftsforscher
daher nur noch mit einem Zuwachs des globalen Warenhandels
um 0,5 %. Die ohnehin angespannten Lieferkettenprobleme
werden durch den Krieg und die Sanktionen weiter
verschärft. Zugleich könnten durch die
Null-Covid-Strategie Chinas die Staus an den Häfen und
damit auch die Schiffsverspätungen weiter zunehmen.
In den letzten Wochen haben sich die Charterraten
für sämtliche Containerschiffssegmente
gegenüber Jahresbeginn 2022 weiter stark um
zweistellige Wachstumsraten erhöht. An diesem
Allzeithoch bei Containerschiffen hat die HAMMONIA
Schiffsholding AG (nachfolgend: HHX) bestmöglich
partizipiert. So haben wir im Herbst 2021 beim
Containerschiff MS "LUTETIA" eine Einigung bzgl. einer
langfristigen Neuvercharterung zu Marktkonditionen erzielt.
Diese sieht seit September 2021 eine
gleichmäßige Anpassung der Charterrate für
eine neue Laufzeit von ca. vier Jahren vor. Kurz vor Ende
des Geschäftsjahres 2021 gelang uns beim
Containerschiff MS "HAMMONIA BEROLINA" eine Einigung bzgl.
einer langfristigen Neuvercharterung zu 32.750 USD pro Tag
für ca. drei Jahre ab frühestens April 2022.
Diese überhitzte Hochphase wird unseres Erachtens
jedoch nicht von Dauer sein. Mit der Auslieferung der
bestellten Tonnage - das globale Orderbuch belief sich per
Februar 2022 auf 25,3 % der weltweiten Containerflotte -
deutet sich ein massiver Umbruch auf dem
Containerschifffahrtsmarkt an. Unsere in den letzten Jahren
getätigten Investitionen in die Containerschiffe und
die jüngsten Charterabschlüsse waren richtig und
wichtig, um von der noch anhaltenden Hochphase zu
profitieren.
Die Ukraine spielt zwar auf dem Tankermarkt keine
große Rolle, doch kontrolliert Russland etwa 10 % der
weltweiten Seeexporte von Rohöl und raffinierten
Produkten. Als einer der Hauptabnehmer hat die EU bislang
die Einfuhr russischen Gas und Öls nicht beendet,
während die USA am 8. März 2022 einen Importstopp
für russisches Öl verhängten. Bereits in den
ersten Wochen des Kriegs schreckten jedoch immer mehr
europäische Käufer aufgrund der verhängten
Wirtschaftssanktionen und befürchteter Imageverluste
vom russischen Rohöl zurück. Anfang März
fanden bis zu 70 % der russischen Rohölexporte trotz
Preisnachlässe keinen Abnehmer. Die OPEC+ will
zunächst an ihren geplanten Fördermengen
festhalten. Trotz einer antizipierten Nachfragesteigerung
ist davon auszugehen, dass die Preise über 100
USD/Barrel bleiben werden. Dieses hohe Preisniveau wirkt
negativ auf die Erholung auf dem Tankermarkt. Gleichzeitig
müssen bei einem Wegfall von Öl und Produkten
(z.B. Diesel) aus Russland die Ersatzlieferungen über
weitere Distanzen per Schiff nach Europa transportiert
werden.
Angesichts des derzeit auf einem Tief befindlichen
Tankermarktes haben wir uns bewusst dazu entschieden,
antizyklisch in zwei Produktentanker zu investieren. Wir
rechnen damit, dass der Tankermarkt spätestens in zwei
Jahren stark anziehen wird und die Frachtraten wieder
steigen werden. Die absehbare Angebotsunterdeckung kann
nicht durch Neubauten kompensiert werden. Neubauten, wenn
sie denn kontrahiert werden, kommen erst in einigen Jahren
in Fahrt, zumal die Werftkapazitäten durch die
massiven Containerschiffbestellungen mittelfristig stark
ausgelastet sind. Im Secondhandmarkt ist derzeit zu
erkennen, dass mit Blick auf diese Erwartungen bereits
heute Schiffe mit der Perspektive gekauft werden, diese
nach einer Durststrecke von ein- bis eineinhalb Jahren
wieder zu deutlich höheren Preisen verkaufen zu
können.
Den Ankauf der beiden 2015/2016 gebauten Produktentanker
mit einer Tragfähigkeit von ca. 50.000 dwt zu einem
Ankaufpreis von insgesamt 50,5 Mio. USD haben wir durch die
Refinanzierung des MS "LUTETIA" finanzieren können.
Käufer sind zwei Tochtergesellschaften der HHX
(Beteiligungsquote 99,89 %; den Rest hält der
technische Manager). Die Schiffe werden nach einem
Reparaturaufenthalt, u.a. zur Klasseerneuerung und
vollständigen Erneuerung der Tankbeschichtung eine
5-jährige Zeitcharter mit WECO Tankers antreten. Die
Anlieferung erfolgt gemäß Chartervereinbarung
spätestens am 31. Juli 2022. Der Charterer
konzentriert sich auf den Transport von Pflanzenölen
und hat sich daher bereit erklärt, einen
Charteraufschlag für die beauftragte hochwertige
Polymerbeschichtung der Tanks zu zahlen. Diese bietet den
Vorteil, dass bei einem Wechsel der transportierten
Produkte nur eine gründliche Reinigung mit Wasser
notwendig wird. So wird die für den Wechsel auf andere
Produkte notwendige Ausgasungszeit, die bei den
herkömmlichen Beschichtungen bis zu 14 Tage
beträgt, deutlich verkürzt. Zudem sind mehrere
Tanks beheizbar, um auch zähflüssige Stoffe
transportieren zu können.
Der Ukraine-Krieg rückt zudem die Umweltthemen
CO2-Reduktion, Umstellung auf Erneuerbare Energien und
Energieeffizienz noch stärker in den Fokus. Um die
Abhängigkeit von russischem Gas und Öl
möglichst schnell zu verringern, ist eine sehr
dynamische Energiewende notwendig. Zur Dekarbonisierung
muss selbstverständlich auch die Schifffahrt
beitragen. Auch wir beschäftigen uns intensiv mit der
Frage, wie wir den Betrieb unserer Schiffe möglichst
nachhaltig gestalten können und arbeiten an mehreren
Konzepten. Hierbei möchten wir uns bewusst noch nicht
auf bestimmte Antriebsmittel festlegen, da derzeit noch
viel zu ungewiss ist, welche Antriebsmittel sich
zukünftig durchsetzen werden. Beispielhaft sind die
Motoren der neu gekauften Produktentanker wegen der
elektronischen Einspritzsysteme dazu geeignet, in
absehbarer Zukunft, in ca. 5 bis 8 Jahren, z.B. auf den CO2
neutralen Brennstoff E-Methanol umgerüstet zu werden.
Auch der MT "AURA M" ist ein Tanker der "ECO-Klasse", d.h.
es besteht die Möglichkeit, das Schiff statt
Schweröl auch mit E-Methanol zu betanken. Diese
Umrüstung bedarf jedoch entsprechende
Verfügbarkeit dieses Brennstoffes in den Häfen.
Was künftig wichtig werden wird, ist der Transport von
Energieträgern per Schiff. Auch deswegen verfolgen wir
konsequent eine Diversifikation unseres Schiffsportfolios
und investieren in das Tankersegment.
Jahresabschluss 2021 spiegelt erhöhte Chartereinnahmen, aber auch diverse Sonderfaktoren widerIm Geschäftsjahr 2021 hat die HHX mit 21.104 TEUR
(Vj. 1.254 TEUR) ein Jahresergebnis deutlich über der
ursprünglichen Prognose von 1,5 bis 2,5 Mio. EUR
erwirtschaftet. Neben den auf 23.726 TEUR (Vj. 1.520 TEUR)
erhöhten Beteiligungserträgen, resultierend aus
der Neuvercharterung des MS "LUTETIA" (siehe auch
Ad-hoc-Meldung vom 08. September 2021), ist das hohe
Jahresergebnis auf außerordentliche Faktoren
zurückzuführen. Den größten Anteil an
der Prognoseüberschreitung hatte der interne Verkauf
des Schiffes MS "HAMMONIA BEROLINA", der eine Hebung der
bisherigen stillen Reserven zur Folge hatte, da der zu dem
Zeitpunkt des Verkaufs am Marktwert orientierte
Verkaufspreis von ca. 32,93 Mio. USD über dem
damaligen Buchwert des Schiffes (6,47 Mio. EUR per 18.
November 2021) lag (siehe Ad-hoc-Meldung vom 08. Dezember
2021). Insgesamt führten interne Schiffsverkäufe
in 2021 zu einem nicht liquiditätswirksamen Anstieg
des Jahresergebnisses 2021 um 18.900 TEUR.
Wie ausführlich im Jahresverlauf 2021 berichtet und
auch im Rahmen des 2021er Lageberichts dargestellt, konnte
im Rahmen des Betrugsfalls bei der Zahlung von der
Garantieverpflichtung sowie einer Bareboatcharter-zahlung
beim MT "AURA M" der zumindest vorläufig erwartete
Schaden in Höhe 1,0 Mio. USD von der HHX abgewendet
werden. Zwischenzeitlich hat die Hammonia Tanker Holding
GmbH & Co. KG einen vollständigen Ausgleich dieses
Betrages erhalten. Das 2021er Jahresergebnis der HHX wurde
insofern nur durch erhöhte Rechts- und Beratungskosten
negativ beeinflusst. Allerdings war auch in 2021 die
Leistung des technischen Managers Seacon sehr schwach,
wodurch es zu wiederholten Problemen mit dem Zeitcharterer
des MT "AURA M" und folgendem Einbehalt von
Charterzahlungen kam. In diesem Zusammenhang hat die
Hammonia Tanker Holding GmbH & Co. KG eine
Rückstellung in Höhe von 0,5 Mio. USD gebildet.
Der Vorstand hat im laufenden Geschäftsjahr auf die
unveränderte Situation mit dem technischen Manager
reagiert und einen Wechsel des Managements vorgenommen.
Neuer technischer Manager ist die Hammonia Energy GmbH
& Co. KG, die bereits seit Auftreten der Probleme mit
dem bisherigen Manager dafür gesorgt hat, dass es
nicht zum Äußersten - einer Kündigung des
Zeitchartervertrages durch den Charterer - gekommen ist.
Erfreulicherweise konnten wir im Geschäftsjahr 2021
erfolgreich Besserungsscheine über Waiver Agreements
mit einem Nominalbetrag von 4 Mio. USD gegen Zahlungen in
Höhe von rund 0,6 Mio. USD ablösen (entsprechend
einer Quote von knapp über 15 % des Nominalwerts). Ob
die verbleibenden Inhaber der Besserungsscheine zu gleichen
Konditionen zu einer Ablösung bereit sind, ist derzeit
offen.
Für 2022 Jahresergebnis in einer Bandbreite von 27 Mio. EUR bis 37 Mio. EUR geplantIm laufenden Geschäftsjahr 2022 wird die HHX
deutlich erhöhte Beteiligungserträge aus dem
internen Verkauf der "LUTETIA" ausweisen, die allerdings -
analog zur "BEROLINA" in 2021 - entnommen und in die
Käufergesellschaft wieder eingelegt werden. Es handelt
sich demnach nur um Buchgewinne aus der Aufdeckung der
stillen Reserven.
Gleichwohl zeigen sich in der Ergebnisprognose ohne
diesen Sondereffekt im Vergleich zu den Vorjahren die
positiven Charterabschlüsse sowohl bei der "LUTETIA"
als auch bei der "BEROLINA".
Hinzu kommt noch ein Ergebnisbeitrag aus dem Erwerb der
Tankerbeteiligungen, die angesichts der zeitlichen
Überscheidung zwischen Ankauf und Prognoseerstellung
noch nicht in die Planrechnungen eingeflossen sind.
In Summe erwarten wir ohne das Tanker-Neuprojekt daher
ein Jahresergebnis in einer Bandbreite von 27 Mio. EUR bis
37 Mio. EUR, davon stellen 27,75 Mio. EUR Buchgewinne aus
dem internen Verkauf der "LUTETIA" dar. Diese Bandbreite
berücksichtigt bestehende Unsicherheiten bei vielen
Einflussfaktoren und insbesondere die starke
Abhängigkeit der Ergebnisprognose von der technischen
Einsatzbereitschaft der Schiffe (Offhire-Zeiten) sowie die
Volatilität der Tankermärkte, auch vor dem
Hintergrund des Krieges in der Ukraine.
Für Ihre Treue zu unserem Unternehmen, liebe
Aktionärinnen und Aktionäre, möchte ich mich
bedanken und hoffe, dass Sie die HAMMONIA Schiffsholding AG
auch weiterhin mit Ihrer Beteiligung unterstützen
werden. Bleiben Sie gesund in diesen turbulenten Zeiten.
Mit freundlichen Grüßen
Hamburg, den 21. April 2022
Vorstand
2 AktieDie Aktie der HAMMONIA Schiffsholding AG ist in der
Mittelstandsbörse Deutschland am Börsenplatz
Hamburg gelistet.
Trotz anhaltender Turbulenzen durch die Corona-Pandemie
haben sich die internationalen Finanzmärkte in 2021
robust entwickelt. Hohe Wachstumsraten und der Mangel an
Alternativanlagen in der Nullzinswelt trieben die
wichtigsten globalen Indizes auf ständig neue
Rekordwerte. Auch der von 30 auf 40 Werte aufgestockte
deutsche Leitindex DAX kletterte im Jahresverlauf 2021
mehrfach auf neue Höchstwerte und beendete das Jahr
mit einem kräftigen Zuwachs von 16 %. Die
Aktienmärkte zeigten sich weitestgehend unbeeindruckt
von Corona-Ängsten, Lieferengpässen und damit
einhergehenden teils starken Preissteigerungen. Für
Nervosität sorgte das Auftauchen der neuen
Virusvariante "Omikron", die Mitte November 2021 die
BörsenRallye kurzzeitig unterbrach. Der DAX fiel von
seinem vorherigen Hoch von 16.290 Punkten auf knapp
über 15.100 Punkte, konnte sich von diesen
Kursverlusten aber bis zum Jahresende
größtenteils wieder erholen.
Eine noch viel stärker ausgeprägte Rallye
zeigte die Aktie der HAMMONIA Schiffsholding AG auf. Nach
einem Kurs von 43 EUR zu Jahresbeginn kletterte die
HAMMONIA Aktie im Jahresverlauf auf immer neue
All-Time-Highs. Ende Juni 2021 durchbrach sie erstmals die
Marke von 100 EUR. Im zweiten Halbjahr 2021 nahm die
Dynamik in der Kursentwicklung der HAMMONIA Aktie noch
stärker zu: Anfang September stieg die HAMMONIA Aktie
binnen einer Woche von 111 EUR auf 173 EUR, dies allein
entsprach einem Plus von fast 56 %. Hiernach setzte die
HAMMONIA Aktie weiter Kurs auf die Marke von 190 EUR und
durchbrach Anfang Dezember sogar die Marke von 200 EUR. In
der Spitze stieg sie Ende Dezember bis auf 248 EUR und
schloss 2021 mit 230 EUR. Damit hat sich der Wert der
HAMMONIA Aktie im Geschäftsjahr 2021 mehr als
vervierfacht, entsprechend einer massiv auf 31,4 Mio. EUR
(im Vorjahr: 5,9 Mio. EUR) ausgeweiteten
Marktkapitalisierung zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2021.
Kursentwicklung der HAMMONIA Schiffsholding AG
Relative Kursentwicklung der HAMMONIA Schiffsholding AG im Vergleich zu ausgewählten Aktienindizes
BASISDATEN ZUR AKTIEscrollen
AKTIENKURSE IM BERICHTSJAHRscrollen
3 Lagebericht3.1 GRUNDLAGEN DES UNTERNEHMENS3.1.1 HistorieDie HAMMONIA Schiffsholding AG wurde im Jahr 2007 als
HCI HAMMONIA SHIPPING AG von der HAMMONIA Reederei GmbH
& Co. KG und der HCI Capital AG (heute Ernst Russ AG)
initiiert. Bis zum 30. Dezember 2014 war die Gesellschaft
an der Hanseatischen Wertpapierbörse Hamburg im
Regulierten Markt notiert. Seit dem 31. Dezember 2014 ist
die Aktie im Segment Mittelstandsbörse der
Hanseatischen Wertpapierbörse Hamburg notiert. Mit
Wirkung vom 14. Juli 2017 wurde die HCI HAMMONIA SHIPPING
AG in HAMMONIA Schiffsholding AG umbenannt. Seit dem
Geschäftsjahr 2019 werden die Geschäftsberichte
auf Basis des Einzelabschlusses der Gesellschaft erstellt
(gem. HGB § 293 Größenabhängige
Befreiungen).
3.1.2 AllgemeinesDie Tätigkeit der Gesellschaft ist auf den Erwerb,
das aktive Management und die Veräußerung von
Beteiligungen an Schiffsgesellschaften ausgerichtet.
Die HAMMONIA Schiffsholding AG steuert als
geschäftsführende Holding die einzelnen
Schiffsinvestments der jeweiligen Tochtergesellschaften.
Die Tochtergesellschaften in der Rechtsform "GmbH & Co.
KG" sind Einschiffgesellschaften und zivilrechtlich die
Eigentümer oder Bareboat Charterer und Betreiber
einzelner Schiffe. Des Weiteren ist die HAMMONIA
Schiffsholding AG bislang an den jeweiligen
Komplementärgesellschaften, in der Rechtsform "GmbH",
der Schiffsgesellschaften als Alleingesellschafterin
beteiligt. Diese Struktur erlaubt überwiegend die
Nutzung der steuerlich vorteilhaften
Gewinnermittlungsmethode nach § 5a EStG (sog.
"Tonnagesteuer").
In der HAMMONIA Schiffsholding AG sind keine Mitarbeiter
angestellt. Die Bereitstellung sämtlicher
Dienstleistungen erfolgt durch externe Dienstleister. Die
HAMMONIA Reederei GmbH & Co. KG übernimmt alle
Aufgaben im Zusammenhang mit dem laufenden Betrieb
sämtlicher Containerschiffe der Schiffsgesellschaften.
3.1.3 SteuerungssystemDie Steuerung der Unternehmensgruppe basiert auf einem
einheitlichen und methodischen Vorgehen. Dabei werden
unterschiedliche finanzielle und nichtfinanzielle
Leistungsindikatoren in den Fokus gestellt.
Die Prognoserechnungen der Schiffsgesellschaften werden
dem Vorstand und dem Aufsichtsrat regelmäßig auf
aggregierter Basis zur Verfügung gestellt, wobei die
Veränderungen des Betriebskapitals je Schiff in die
konsolidierte Rechnung einfließen. Die operative
Steuerung der Unternehmensgruppe erfolgt auf Basis des
operativen Gesamtergebnisses der Schiffsflotte sowie der
Chartereinnahmen pro Tag.
Die positive Entwicklung gerade an den
Containerschiffsmärkten und die erfolgten
Charterverlängerungen sichern bei akzeptablen
Kreditrisiken auf Seiten der Charterer grundsätzlich
die Liquiditätsentwicklung der Schiffsgesellschaften.
Voraussetzung hierfür ist die technische
Verfügbarkeit der Schiffe im Rahmen der geplanten
Einsatztage pro Jahr, die damit einen größeren
Stellenwert einnimmt als noch in der Vergangenheit.
Der faktische Entfall von Zahlungsgarantien bzw. deren
signifikante Begrenzung verschieben den Fokus der
Steuerungsgröße von der
Liquiditätsentwicklung hin zur operativen
Verfügbarkeit der Schiffe in der HAMMONIA
Schiffsholding AG-Flotte als wichtigster Faktor für
die Sicherstellung der jederzeitigen
Zahlungsfähigkeit.
Für Neuinvestitionen wird ein ausgewogenes
RenditeRisiko-Profil angestrebt. Die Möglichkeit eines
Totalverlustes soll minimiert werden und andererseits soll
eine Partizipation an einer Markterholung ermöglicht
werden.
3.2 WIRTSCHAFTSBERICHT3.2.1 Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene RahmenbedingungDem Internationalen Währungsfonds (IWF) zu Folge
ist die globale Konjunkturleistung im Jahr 2021 um 5,9 %
gestiegen. Das zweite Halbjahr 2021 brachte jedoch einige
negative Überraschungen mit sich. Störungen der
globalen Lieferketten hemmten die Industrieproduktion, vor
allem in Europa und den USA. Ein Wiederaufleben der
Coronavirus Infektionen und eine hohe Inflation (speziell
in Europa) bremsten eine breitere wirtschaftliche Erholung
aus. Die Verlagerung auf den Warenkonsum,
vordergründig in den Industrienationen,
überlastete globale Lieferkettennetzwerke während
der Pandemie. Diese Überlastung war ein Ergebnis
pandemiebedingter Hindernisse beim Transport und Personal
und der sowieso zerbrechlichen Natur von
Just-in-Time-Logistik und schlanken Lagerbeständen.
Die Lieferkettenstörungen resultierten in
Verknappungen und Preiserhöhungen importierter
Konsumgüter. Der IWF schätzt, dass die
Lieferkettenstörungen 0,5 bis 1,0 Prozentpunkte an
Konjunkturwachstum in 2021 gekostet hätten und
gleichzeitig 1,0 Prozentpunkte zur Kerninflation beitrugen.
In China verlangsamten Störungen durch
COVID-Ausbrüche, Unterbrechungen der
Industrieproduktion durch Stromausfälle und
rückläufige Immobilieninvestitionen die
wirtschaftliche Aktivität. Anzeichen einer globalen
Trendumkehr im November - ein Wachstum des internationalen
Handels und positiv überraschende Zahlen aus den
Bereichen Dienstleistungsaktivität und
Industrieproduktion - führten nur in Teilen zu einer
Aufholung vorangegangener Rückgänge.
Die Schifffahrt ist in hohem Maße von der
Weltwirtschaft abhängig. Insbesondere die Entwicklung
des internationalen Handelsvolumens beeinflusst die
wirtschaftliche Entwicklung innerhalb der Branche. Die
Widerbelebung der globalen wirtschaftlichen Aktivität
im ersten Halbjahr 2021 hat den Warenhandel über das
Hoch vom Vorkrisenniveau gehoben. Die
Welthandelsorganisation (WTO) erwartet daher für 2021
einen kräftigen Anstieg des Welthandelsvolumens
(Waren) um 10,8 %. Der IWF rechnet mit einer Wachstumsrate
von 9,3 % (Waren und Dienstleistungen).
ContainerschiffmarktDas Jahr 2021 wird in der globalen Containerschifffahrt
aufgrund der zahlreichen Exzesse noch lange in Erinnerung
bleiben. Es war geprägt von Rekord-Charterraten auf
der einen Seite, einer heftigen Konsumnachfrage aus dem
Westen (USA/Europa), mangelnden Containerkapazitäten,
enormen Staus an den internationalen Häfen und
Lieferverzögerungen sowie einer in Verbindung mit den
gestörten Lieferketten stehenden starken Inflation.
Im Jahresverlauf 2021 sind die Charterraten für
sämtliche Containerschiffstypen auf immer neue
Rekordwerte gestiegen. Für alle
Containerschiffssegmente haben sich die Charterraten per
Dezember 2021 im Vergleich zum Vorjahr mehr als
verdreifacht, teilweise sogar fast vervierfacht
*:
scrollen
* Auf Basis einer kurzfristigen
12-Monats-Charter.
Die weltweite Flotte der Containerschiffe wuchs in 2021
um 4,3 % auf 25,3 Mio. TEU (Monthly Monitor January 2022,
Alphaliner). Die Schiffslieferungen beliefen sich auf 153
Einheiten mit 1.075.290 TEU. Die Verschrottung (und andere
Entsorgungen) gingen auf ein äußerst niedriges
Niveau von 19 Schiffen mit 16.521 TEU (im Vorjahr: 101
Schiffe mit 205.447 TEU) zurück. Auf das zweite
Halbjahr 2021 entfielen lediglich vier Schiffe mit jeweils
weniger als 1.000 TEU Kapazität. Damit sank die
Verschrottung trotz der derzeit attraktiven
Verschrottungspreise auf den niedrigsten Wert der letzten
sechs Jahre. Aufgrund der extrem hohen Charterraten
behielten Schiffseigner Containerschiffe mit einem Alter
von 20 bis 30 Jahren in ihrer Flotte, die in einem normalen
Marktumfeld bereits verschrottet werden würden.
Beispielhaft wurde gemäß Alphaliner in 2021 ein
20 Jahre altes 2.200 TEU Schiff für drei Jahre zu
35.000 USD/Tag verchartert, für das die Eigner vor der
Corona-Pandemie kaum 9.000 USD/Tag erhalten hätten.
Entsprechend gering fiel die unbeschäftigte
Flottenkapazität mit nur noch 0,6 % zum Jahresende
2021 aus.
Im Dezember 2021 (Angaben von DVZ und Sea-Intel-ligence
GLP) hielten nur noch 32,0 % der Schiffe ihren Zeitplan ein
(im Vorjahr: 44,5 %), die durchschnittliche Verspätung
belief sich auf 7,3 Tage (im Vorjahr: 5,8 Tage). Anfang
Januar 2022 warteten mehr als 600 Schiffe vor den
großen Häfen der Welt auf ihre Be- und Entladung
und verschärften damit die globalen
Lieferengpässe weiter. Dabei sind 80 % der
Störungen in Lieferketten auf nordamerikanische
Häfen zurückzuführen. Der von Kühne +
Nagel neu veröffentlichte "Global Disruption
Indicator", der global die Lieferverzögerungen misst,
kommt per Mitte Januar 2022 auf 11,6 Mio. Container-Tage
(Multiplikation der Anzahl der Container, die ein Schiff,
das vor einem Hafen liegt, fassen kann, mit der Anzahl der
Tage, die das Schiff wartet). Alleine seit Dezember 2021
hat sich dieser Wert mehr als verdoppelt, vor der
Corona-Pandemie hatte er stets weniger als 1 Mio.
ContainerTage betragen.
In 2021 nahm der globale maritime Containerhandel
gegenüber dem Vorjahr um 6,6 % zu. Das weltweite
Frachtaufkommen kletterte gemäß vorläufigen
Daten von "Container Trade Statistics" auf 179,1 Mio. TEU
(im Vorjahr: 168,1 Mio. TEU). Dieser Anstieg beruht
gleichermaßen auf interkontinentalem und
interregionalem Handel. Mit Ausnahme von Nordafrika
erhöhte sich überall der Container Exporthandel,
besonders starke Zunahmen wurden im Mittleren Osten und
Indien mit Wachstumsraten von 11,4 % bzw. 11,8 %
verzeichnet. Importseitig dominierten Nordamerika (+16,9 %)
und Lateinamerika (+18,5 %).
Mittlerweile ist gemäß Alphaliner fast 30 %
(850 Schiffe mit 7,5 Mio. TEU) der weltweiten
Containerflotte mit einer Scrubber-Technologie
ausgerüstet. So wurden in 2021 weitere 150
Containerschiffe mit Scrubbern ausgerüstet, getrieben
durch den steigenden Preisunterschied zwischen
niedrigschwefeligen Treibstoff (Low-Sulphur-Fuel-Oil,
"LSFO") und hochschwefeligen Treibstoff
(High-Sulphur-Fuel-Oil, "HSFO"). Zum Jahresende 2021 betrug
der Preisunterschied 152 USD gegenüber 79 USD zu
Jahresbeginn 2021. Hintergrund ist die von der
Internationalen SeeschifffahrtsOrganisation (IMO)
beschlossene Obergrenze für den Schwefelgehalt von
Abgasen, die "IMO 2020 Schwefellimit", die am 1. Januar
2020 in Kraft getreten war. Das neue Limit in Höhe von
maximal 0,5 % (zuvor 3,5 %) Schwefelgehalt ist in der
Praxis allein durch den Einsatz vergleichsweise teureren
LSFO oder - bei fortgesetzter Verwendung von
hochschwefeligem HSFO - durch eine aufwändige
Abgasnachbehandlung zu erreichen. Mittelfristig hat die IMO
das Ziel gesetzt, die Treibhausgasemission der globalen
Containerflotte um 40% bis 2030 sowie um 50 % bis 2050 zu
senken. Im Jahr 2021 kam die Überlegung auf, bis 2050
das Ziel einer Netto-Nullemission zu setzen, doch stimmte
die Industrie insgesamt dagegen. Einzelne
Branchenteilnehmer verfolgen jedoch ambitioniertere Ziele.
Der dänische Transport- und Logistikkonzern A.P.
Møller-Mærsk strebt bereits 2040 (ein
Jahrzehnt eher als ursprünglich vorgesehen)
Netto-Null-Treibhausgasemissionen an.
TankermarktFür den Tankermarkt war 2021 aufgrund der
unausgewogenen Angebot- und Nachfragesituation ein sehr
herausforderndes Jahr, speziell für das
Ölsegment.
Trotz einiger Rückschläge hat die globale
Ölnach-frage in 2021 zwar etwa 60 % der Verluste aus
dem Corona-Jahr 2020 wettgemacht. Die Handelsvolumina
verfehlten jedoch das Vorkrisenniveau und auch die massiven
Produktionskürzungen der OPEC+ konnte den Tankermarkt
nicht ausreichend stützen. Angebots-seitig wuchs die
Tonnage, da weitaus mehr Schiffe geliefert, als
verschrottet wurden. So wurden insgesamt mehr als 179
Tanker über 25.000 DWT geliefert, jedoch nur 119
Tanker im hauptsächlich kleineren
Handysize-/MR-Segment verschrottet.
Daher war der Großteil (noneco, ohne Scrubber) der
Tanker gezwungen, über weite Teile des Jahres zu
unwirtschaftlichen Raten zu arbeiten. Die Frachtraten im
VLCC- und Suexmax-Segment wiesen in 2021 die schlechteste
Performance seit mehr als einem Jahrzehnt auf, Aframax
Raten lagen auf einem Achtjahrestief. Im Vergleich der
Schiffstypen zeigte das Suezmax Segment in 2021 mit einem
Plus von 7,4 % auf 18.250 USD pro Tag (1-Jahres-Charter)
bzw. +5,0 % auf 21.000 USD pro Tag (2-Jahres-Charter) noch
die stärkste Entwicklung auf. Die Charterraten der
meisten anderen Schiffssegmente stagnierten bestenfalls.
Der MT "AURA M" der HAMMONIA Schiffsholding AG ist bis
mindestens 20. März 2023 mit Mercuria Energy Trading
SA, Genf, zu einer auskömmlichen Rate beschäftigt
und die Gesellschaft war in 2021 von der negativen
Marktentwicklung daher nicht betroffen.
3.2.2 GeschäftsverlaufDas von der MS "HAMMONIA BALTICA" Schiffahrts GmbH &
Co. KG gehaltene Schiff "HAMMONIA BALTICA" wurde am 01.
April 2021 an die MS "HAMMONIA BALTICA 2.0" GmbH & Co.
KG ("Baltica 2.0") verkauft und übertragen, um den
Zugang zu neuen liquiden Möglichkeiten des
Kapitalmarktes zu schaffen, insbesondere die Tokenisierung
von einzelnen Vermögensgegenständen.
Grundsätzlich haben sich die Beteiligungsquote (49%)
und die Konditionen (Vorzugskommanditkapital) der
Gesellschaft an dem Schiff nicht verändert. Neben der
HAMMONIA Reederei GmbH & Co. KG wurde ein neuer
Gesellschafter aufgenommen. Die Käufergesellschaft hat
als Teil des Kaufpreises das bestehende
Schiffshypothekendarlehen durch Schuldübernahme
übernommen. Das Schiff hat vor der Transaktion den PD
2.500 TEU Pool verlassen. Die Baltica 2.0 konnte das Schiff
für ca. 2 Jahre mit einer brutto Zeitcharterrate von
19.600 USD/Tag an Hapag Lloyd neu verchartern.
Im Januar 2021 hat die Gesellschaft ihre Beteiligung an
der Hammonia Tanker Holding ("HTH") mit 0,25 Mio. USD auf
74 % erhöht. Im April 2021 hat die Gesellschaft einen
weiteren Betrag von 1,0 Mio. USD in die HTH eingezahlt,
wodurch sich die Beteiligungsquote auf ca. 79 %
erhöhte.
In der HTH kam es im Rahmen von Cyberkriminalität
zu einem Betrugsfall, bei dem Zahlung, Emails und
Rechnungen von unbekannten Dritten manipuliert wurden,
sodass von der HTH insgesamt ein Betrag in Höhe von
ca. 1,68 Mio. USD an ein falsches Konto bei einer Bank in
Polen überwiesen wurde. Nach der Entdeckung des
Betruges und Einschaltung der Staatsanwaltschaft in Polen
konnten von der Empfängerbank rd. 0,68 Mio. USD
geblockt werden, während der Großteil des Geldes
bereits von den mittlerweile verhafteten Tätern
abgeführt wurde. Zum Zeitpunkt der
Veröffentlichung der Ad-Hoc Mitteilung vom 21. Mai
2021 war davon auszugehen, dass bei der HTH zumindest
vorläufig mit einem Schaden von circa 1,0 Mio. USD zu
rechnen war.
Am 1. September 2021 hat der Gesellschafterkreis der
HAMMONIA Reederei GmbH & Co. KG final abgestimmt, den
Schaden von ca. 1,0 Mio. USD zu tragen.
Vor diesem Hintergrund wird der HAMMONIA Schiffsholding
AG voraussichtlich kein nennenswerter Schaden durch den
Betrugsfall entstehen. Zudem liegt der HAMMONIA
Schiffsholding AG vom chinesischen Lessor eine Zusage
für einen Aufschub der durch den Cyber Fraud
ausstehenden Rate von USD 1,679 Mio. vor. Der fehlende
Betrag kann spätestens mit der letzten Leasingrate
2025 zinsfrei beglichen werden.
Im August 2021 wurde eine weitere Zahlung für
Upfront Bareboathire von 1,0 Mio. USD (plus Zinsen) an den
Lessor fällig. Auch diese Zahlung hat die HTH mit
Mitteln der HAMMONIA Schiffsholding AG geleistet, wodurch
sich nunmehr die Beteiligungsquote der Gesellschaft auf ca.
82% erhöht hat.
Am 16. August 2021 hat die Gesellschaft aufgrund eines
Waiver Agreements einen Besserungsschein mit einem
Nominalbetrag von 1.878.543,00 USD gegen eine Zahlung in
Höhe von 282.000,00 USD, entsprechend einer Quote von
knapp über 15 % des Nominalwerts, abgelöst. Das
Waiver Agreement enthält zusätzliche
Nachzahlungspflichten für den Fall, dass es bis zum
31. Dezember 2023 zu einer Dividendenzahlung kommen sollte
oder die Gesellschaft im gleichen Zeitraum einen oder
mehrere der noch ausstehenden Besserungsscheine zu für
den Gläubiger besseren Konditionen ablöst.
Am 9. November 2021 hat die Gesellschaft einen weiteren
Besserungsschein mit einem Nominalbetrag von 2.121.457,00
USD gegen eine Zahlung in Höhe von 318.218,55 USD,
entsprechend einer Quote von 15 % des Nominalwerts,
abgelöst. Auch dieses Waiver Agreement enthält
zusätzliche Nachzahlungspflichten für den Fall,
dass es bis zum 31. Dezember 2023 zu einer
Dividendenzahlung kommen sollte oder die Gesellschaft im
gleichen Zeitraum einen oder mehrere der noch ausstehenden
Besserungsscheine zu für den Gläubiger besseren
Konditionen ablöst.
Ob die verbleibenden Inhaber der Besserungsscheine zu
gleichen Konditionen zu einer Ablösung bereit sind,
ist zum Zeitpunkt der Aufstellung dieses Jahresabschlusses
weiter offen.
Weiterhin bestehen Besserungsscheine mit einer
Gesamtsumme von 2,9 Mio. USD, allerdings werden diese nur
bei Zahlungen an die Aktionäre, wie z.B. bei
Dividenden, fällig. Insofern hat die Holding zum
Bilanzstichtag keine finanziellen Verbindlichkeiten mit
einem feststehenden Rückzahlungstermin. Da durch die
Gewinne im Berichtsjahr ein Bilanzgewinn auf Holdingebene
entstanden ist, ergibt sich ein theoretischer Anspruch auf
Rückzahlung, allerdings weiterhin unter dem Vorbehalt,
dass Zahlungen an die Aktionäre getätigt werden.
Um diesem Umstand Rechnung zu tragen, werden
Rückstellungen in Höhe von 5,6 Mio. EUR
bilanziert, um die aufschiebend bedingten
Zahlungsverpflichtungen unter den Besserungsscheinen
bilanziell zu berücksichtigen. Im Geschäftsjahr
wurden den Rückstellungen 1,8 Mio. EUR gewinnmindernd
zugeführt.
Beim Containerschiff MS "LUTETIA" konnte eine Einigung
bzgl. einer langfristigen Neuvercharterung zu
Marktkonditionen erzielt werden. Diese sieht eine
gleichmäßige Anpassung der Charterrate für
eine neue Laufzeit von ca. vier Jahren vor, beginnend ab
September 2021.
Zur Deckung der laufenden Betriebskosten der Holding
Gesellschaft sowie zur Ablösung des Besserungsscheins
hat die Gesellschaft bei ihren Tochtergesellschaften
Verwaltung 7.800 TEU GmbH und Verwaltung 2.500 TEU GmbH am
06. Juli 2021 und am 12. August 2021 Darlehen in Höhe
von insgesamt 230 TUSD aufgenommen.
Das MS "HAMMONIA BEROLINA" wurde im November 2021 von
Berolina Nova an Berolina 2.0 verkauft (Verkauf des
Schiffes innerhalb des Konzernverbundes). Das Schiff, an
dem die AG unverändert mittelbar mit ca. 79% beteiligt
bleibt, wurde von der bisherigen Schiffs-KG an die neue
Beteiligungsgesellschaft verkauft, wobei der
Mitgesellschafter der AG einen Teil seiner Beteiligung an
einen neuen, weiteren Mitgesellschafter übertrug. An
der Anteilshöhe der AG ändert sich hingegen
nichts.
Durch den Verkauf ist eine Hebung der bisherigen stillen
Reserven erfolgt, da der am aktuellen Marktwert orientierte
Verkaufspreis von ca. 32,93 Mio. USD über dem Buchwert
des Schiffes zum Zeitpunkt des Verkaufes (6,47 Mio. EUR per
18. November 2021) lag.
3.2.3 BeteiligungenZum 31. Dezember 2021 ist die HAMMONIA Schiffsholding AG
an vier aktiven Schiffsgesellschaften beteiligt. Neben der
Tanker Holding GmbH & Co. KG (Crude Tanker MT AURA M
mit 157.000 DWT) gehören zum Beteiligungsportfolio der
Gesellschaft die MS "LUTETIA NOVA" Schiffahrts GmbH &
Co. KG, die MS "HAMMONIA BALTICA 2.0" GmbH & Co. KG und
die MS "HAMMONIA BEROLINA 2.0" GmbH & Co. KG. Es
handelt sich hierbei um drei Containerschiffe mit 3.091 TEU
("LUTETIA", Baujahr 2005), 2.546 TEU ("HAMMONIA BEROLINA",
Baujahr 2007) und 2.789 TEU ("HAMMONIA BALTICA", Baujahr
2011).
3.3 ERTRAGS-, VERMÖGENS- UND FINANZLAGEDie Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der
HAMMONIA Schiffsholding AG ist insgesamt als geordnet
anzusehen.
3.3.1 ErtragslageDie Ertragslage der HAMMONIA Schiffsholding AG stellt
sich wie folgt dar:
scrollen
Die Ertragslage der HAMMONIA Schiffsholding AG ist wie
im Vorjahr im Wesentlichen durch Beteiligungserträge
geprägt.
Wie auch im Vorjahr wurden die Umsatzerlöse in
Höhe von 51 TEUR aus Managementleistungen für
verschiedene Tochtergesellschaften erzielt.
Die sonstigen betrieblichen Erträge in Höhe
von 46 TEUR resultieren aus Kurserträgen sowie aus der
Weiterbelastung von Kosten. Im Vergleichszeitraum des
Vorjahres betrafen die sonstigen betrieblichen Erträge
ausschließlich Kurserträge.
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen haben sich von
409 TEUR im Vorjahr auf 2.711 TEUR erhöht. Der
größte Einzelposten betrifft Zuführungen
zur Rückstellung für aufschiebend bedingte
Verbindlichkeiten aus Besserungsscheinen in Höhe von
1.812 TEUR (Vj. 115 TEUR). Weitere Aufwendungen in
Höhe von 517 TEUR betreffen die Ablösung von zwei
Besserungsscheinen. Der verbliebene Teil des Postens
betrifft die Verwaltungskosten der Gesellschaft. Da die
Gesellschaft kein eigenes Personal besitzt, werden die
Verwaltungsaufgaben durch externe Dienstleister
wahrgenommen.
Die Erträge aus Beteiligungen in Höhe von
23.726 TEUR (Vj. 1.520 TEUR) betreffen die Erfassung von
Gewinnansprüchen aufgrund der Beteiligung an sechs
Schifffahrtsgesellschaften. Die Gewinnansprüche
resultieren in Höhe von 18.900 TEUR aus
Schiffsverkäufen. Weitere 4.680 TEUR ergeben sich aus
laufenden Gewinnen der betreffenden Gesellschaften. Daneben
enthalten die Erträge aus Beteiligungen mit 146 TEUR
Liquidationserlöse.
Die Zinsaufwendungen in Höhe von 6 TEUR resultieren
aus Darlehen von zwei Tochterunternehmen.
Insgesamt weist die HAMMONIA Schiffsholding AG für
das Geschäftsjahr 2021 einen Jahresüberschuss in
Höhe von 21.104 TEUR (Vj. 1.254 TEUR) aus.
3.3.2 FinanzlageDie Finanzlage der HAMMONIA Schiffsholding AG kann mit
Hilfe einer Kapitalflussrechnung veranschaulicht werden.
Die Kapitalflussrechnung unterscheidet dabei zwischen
Zahlungsströmen aus der laufenden
Geschäftstätigkeit sowie der Investitions- und
Finanzierungstätigkeit.
scrollen
Die Ermittlung der Kapitalflussrechnung erfolgte nach
dem Deutschen Rechnungslegung Standard 21 des DRSC (im
Folgenden "DRS 21").
Die Ermittlung des Cashflows aus der laufenden
Geschäftstätigkeit erfolgte nach der indirekten
Methode. Im Berichtszeitraum weist die HAMMONIA
Schiffsholding AG einen Cashflow aus der laufenden
Geschäftstätigkeit in Höhe von -768 TEUR
aus.
Der positive Cashflow aus der Investitionstätigkeit
resultiert im Wesentlichen aus dem Saldo von erhaltenen
Beteiligungserträgen in Höhe von 23.568 TEUR, aus
Auszahlungen für die Erhöhung an Beteiligungen
(28.728 TEUR TEUR) sowie Zuflüssen aus verschiedenen
Kapitalrückzahlungen (6.728 TEUR).
Insgesamt beliefen sich die zahlungswirksamen
Veränderungen der liquiden Mittel auf 1.026 TEUR.
Unter Berücksichtigung währungsbedingter
Veränderungen der liquiden Mittel sowie der liquiden
Mittel zu Beginn der Periode ergibt sich zum 31. Dezember
2021 ein Bestand an liquiden Mitteln in Höhe von 1.482
TEUR.
3.3.3 VermögenslageDie Vermögenslage der HAMMONIA Schiffsholding AG
stellt sich zum 31. Dezember 2021 im Vergleich zum 31.
Dezember 2020 wie folgt dar:
scrollen
Das Finanzanlagevermögen der Gesellschaft umfasst
zum 31. Dezember 2021 die Beteiligung an
Einschiffs-gesellschaften in der Rechtsform einer GmbH
& Co. KG und deren Komplementärgesellschaften. Es
umfasst zum 31. Dezember 2021 im Wesentlichen Beteiligungen
an vier (Vj. vier) aktiven Schifffahrtsgesellschaften.
Die Veränderung der Finanzanlagen gegenüber
dem 31. Dezember 2020 resultiert in Höhe von TEUR
1.882 aus der Aufstockung einer Kommanditbeteiligung
(Hammonia Tanker Holding GmbH & Co. KG). Weitere 339
TEUR betreffen den Erwerb von insgesamt drei neuen
Beteiligungen. Der Wesentliche Teil der Veränderungen
betrifft die Übertragung von Kommandit-beteiligungen
an der MS "HAMMONIA BALTICA" Schiffahrts GmbH & Co. KG
bzw. an der MS "HAMMONIA BEROLINA NOVA" Schiffahrts GmbH
& Co. KG auf die MS "HAMMONIA BALTICA 2.0" GmbH &
Co. KG bzw. auf die MS "HAMMONIA BEROLINA 2.0" GmbH &
Co. KG. Zum 1. April 2021 bzw. zum 18. November 2021 haben
die MS "HAMMONIA BALTICA" Schiffahrts GmbH & Co. KG
bzw. die MS "HAMMONIA BEROLINA NOVA" Schiffahrts GmbH &
Co. KG ihre Containerschiffe an die neu gegründeten MS
"HAMMONIA BALTICA 2.0" GmbH & Co. KG bzw. MS "HAMMONIA
BEROLINA 2.0" GmbH & Co. KG veräußert. Die
aus den Schiffsverkäufen resultierenden
Gewinnansprüche hat die Gesellschaft entnommen und in
die neu gegründeten Schifffahrtsgesellschaften als
Eigenkapital eingelegt.
Die Forderungen und sonstige
Vermögensgegenstände betreffen im Wesentlichen
Forderungen gegen Tochtergesellschaften bzw.
Beteiligungsunternehmen aus noch nicht gezahlten
Gewinnansprüchen sowie
Steuererstattungsansprüche. Diese haben sich
gegenüber dem Vorjahr leicht erhöht.
Die Bilanz der HAMMONIA Schiffsholding AG weist zum 31.
Dezember 2021 ein Eigenkapital in Höhe von 33.047 TEUR
aus. Es erhöhte sich gegenüber dem 31. Dezember
2020 durch den im Geschäftsjahr 2021 erwirtschafteten
Jahresüberschuss um 21.104 TEUR. Entsprechend legte
die Eigenkapitalquote von 76 % im Vorjahr auf 85 % zu.
Die Rückstellungen erhöhten sich deutlich
gegenüber dem 31. Dezember 2020 um 1.831 TEUR auf
5.619 TEUR. Sie betreffen wie im Vorjahr im Wesentlichen
eine Rückstellung für bedingte Verbindlichkeiten
aus Besserungsscheinen, der im Geschäftsjahr 1.812
TEUR zugeführt wurde. Die Rückstellung ist zum
31. Dezember 2021 mit 5.574 TEUR mit dem Maximalbetrag
dotiert.
Die Verbindlichkeiten der HAMMONIA Schiffsholding AG
umfassen zum 31. Dezember 2021 mit 232 TEUR im Wesentlichen
Darlehen einschließlich aufgelaufener Zinsen von zwei
Tochterunternehmen und im Übrigen Verbindlichkeiten
aus Lieferungen und Leistungen.
3.3.4 Prognose-Ist-VergleichFür das Geschäftsjahr 2021 hatte der Vorstand
ursprünglich erwartet, im Vergleich zum Vorjahr
höhere Beteiligungserträge zu generieren und
damit ein positives Ergebnis zwischen 1,5 bis 2,5 Mio. EUR
zu erwirtschaften. Diese Prognose umfasste eine
Zuführung in Rückstellungen für
Besserungsscheine, jedoch keine nicht planbaren
Sondereffekte.
Diese Prognose hat der Vorstand im Geschäftsjahr
2021 zweifach angehoben. Zunächst wurde per
Ad-Hoc-Mitteilung vom 1. September 2021 die
ursprüngliche Prognose zurückgenommen,
stattdessen bekannt gegeben, dass ein deutlich höheres
Jahresergebnis 2021 angenommen wird, ohne dieses genauer
beziffern zu können. Hintergrund waren die
Entwicklungen beim MT "AURA M", wonach der Gesellschaft
kein nennenswerter Schaden entstanden ist, die
Neuvercharterung des MS "LUTETIA" sowie ein abgeschlossenes
Waiver Agreement. Am 8. September 2021 folgte die
Konkretisierung der Prognose auf eine Bandbreite des
Jahresergebnisses von 3,2 bis 4,2 Mio. EUR.
Schließlich hob der Vorstand die Ergebnisprognose
für 2021 am 8. Dezember 2021 deutlich auf eine
Bandbreite von 20,7 bis 21,7 Mio. EUR an. Hintergrund war
zum einen der zuvor erläuterte Verkauf des Schiffes MS
"HAMMONIA BEROLINA" innerhalb des Konzernverbundes inkl.
der Hebung stiller Reserven und eines nicht
liquiditätswirksamen Ergebniseffektes, zudem wurden
Effekte aus dem Streit mit dem Zeitcharterer des MT "AURA
M" berücksichtigt (ebenfalls zuvor erläutert).
Tatsächlich hat die HAMMONIA Schiffsholding AG im
Geschäftsjahr 2021 bei Beteiligungserträgen von
23.726 TEUR (Vj. 1.520 TEUR) ein Jahresergebnis von 21.104
TEUR (Vj. 1.254 TEUR) erwirtschaftet, welches innerhalb der
angepassten prognostizierten Ergebnisbandbreite liegt.
3.4 PROGNOSE-, RISIKO- UND CHANCENBERICHT3.4.1 PrognoseberichtIn den folgenden Prognosen sind Annahmen enthalten, die
auf Basis aller zum jetzigen Zeitpunkt zur Verfügung
stehenden Informationen getroffen worden sind. Sollten die
zugrunde gelegten Annahmen nicht eintreten, können die
tatsächlichen Ergebnisse von den erwarteten
Ergebnissen abweichen. Eine Gewähr können wir
für diese Angaben daher nicht übernehmen. Die
nachfolgenden Prognosen beziehen sich - soweit nicht
anderweitig angegeben - auf die nach dem Berichtsjahr
folgenden zwölf Monate.
Als erste Organisationen haben Mitte März die OECD
und das Institut für Weltwirtschaft in Kiel (IfW) neue
Wirtschaftsprognosen veröffentlicht, welche die
wirtschaftlichen Folgen des Ukraine-Kriegs einpreisen. Die
OECD rechnet damit, dass das Weltwirtschaftswachstum in
2022 um mehr als 1 % niedriger ausfallen wird als bislang
mit +4,5 % erwartet. Das IfW hat seine Prognose für
die Weltwirtschaftsleistung in 2022 ebenfalls um 1 % auf
+3,5 % revidiert. Auch für 2023 senkte das IfW die
Prognose von +4,0 % auf +3,6 % ab. Dieser Projektion
unterliegen die Annahmen, dass die Sanktionen für
Russland in der gegenwärtigen Form und Russlands
Rohstoffexporte bestehen bleiben. Der Ukraine-Krieg
befeuert die ohnehin stark gestiegene Inflation mit
höheren Rohstoffpreisen, welche die Produktion
verteuern. Global rechnet das IfW 2022 mit einer
Rekordinflation von 7,2 %. Die ohnehin angespannten
Lieferketten werden durch fehlende Vorprodukte und
-leistungen und Einschränkungen wichtiger
Transportwege weiter stark belastet.
In Europa treiben die stärker als anderswo
steigenden Energie- und Lebensmittelpreise die Inflation
und hemmen die heimische Kaufkraft. Hinzu kommen
Beeinträchtigungen durch die gestörten
Lieferketten, die geringere Handelstätigkeit und die
insgesamt stark gestiegene Unsicherheit, weshalb das IfW
für den Euroraum die 2022er Prognose um 0,7
Prozentpunkte auf +2,8 % revidiert hat. Für die
deutsche Wirtschaftsleistung hat das IfW seine Prognose
kräftig von zuvor +4,0 % auf +2,1 % gesenkt.
Der Welthandel, für den der IWF in 2022 eigentlich
eine Moderation angenommen hatte, gestützt durch im
späteren Jahresverlauf abflauenden
Lieferkettenprobleme und eine Normalisierung der
Warennachfrage, litt bereits im Februar 2022 stark unter
dem Ukraine-Krieg. Berechnungen des Instituts für
Weltwirtschaft in Kiel (IfW) zu Folge ist der Welthandel im
Februar 2022 gegenüber dem Vormonat um 5,6 %
zurückgegangen, was den größten Einbruch
seit dem Beginn der Corona-Pandemie darstellt. Die weitere
Aussicht wird getrübt durch die Sanktionen,
Unsicherheit, aber auch freiwillige Einschränkungen
durch Unternehmen und die Bevölkerung, die den
Güterhandel zwischen der EU und Russland reduzieren.
Zudem können vermehrte Zollkontrollen zur
Überprüfung der Einhaltung der Sanktionen gegen
Russland zusätzliche Verzögerungen im Seehandel
zur Folge haben. Das IfW rechnet nun mit einem in den
kommenden Monaten tendenziell rückläufigen
weltweiten Warenhandel und im Jahresdurchschnitt 2022 nur
noch mit einem Zuwachs von 0,5 %. Für 2023 nimmt das
IfW einen ebenfalls nur verhaltenen Zuwachs von 1,7 % an,
da sich die Konsummuster wieder mehr auf Dienstleistungen
verlagern sollten.
Nach dem denkwürdigen Jahr 2021 sprechen die
derzeitigen Anzeichen daher für ein weiteres
herausforderndes Schiffsjahr 2022. Dem IfW zu Folge
befanden sich in der ersten Märzhälfte 12,2 % der
weltweit verschifften Gütermenge auf wartenden
Containerschiffen. Vermehrt stauen sich diese wieder vor
chinesischen Küsten, forciert durch Chinas
Null-Covid-Strategie und des Lockdowns ganzer Metropolen.
Hinzu kommen Auswirkungen aus dem Ukraine-Krieg. Russlands
Rohstoffe, die üblicherweise auf Massengutschiffen
transportiert werden, finden weniger Abnehmer.
Für 2022 rechnet Alphaliner mit wieder zunehmenden
Schiffsverschrottungen, jedoch auf einem weiter niedrigen
Niveau von etwa 60.000 TEU. In 2023 wird eine Reihe von
Neubauten ältere Schiffe aus dem Markt drängen.
Zum Jahresende 2021 belief sich das Orderbuch auf 718
Schiffe mit 5,8 Mio. TEU, entsprechend eines Anteils von
23,3 % der bestehenden Flotte. Solange jedoch die
Häfen und Hinterlandanbindungen den freien
Ladungsfluss nicht sicherstellen können, werden sich
diese zusätzlichen Schiffe lediglich den
Warteschlangen außerhalb der Häfen
anschließen. Die pandemiebedingten Störungen wie
die Hafenschließungen in China, speziell aber das
Festhalten an der Null-Covid-Politik, werden ein Risiko
bleiben, solange das Virus weiter zirkuliert. Ein
bedeutendes Problem, das angegangen werden muss, ist die
Tatsache, dass die Infrastruktur nicht mit den höheren
Transportvolumen zurechtkommt, wie etwa in den USA.
Hierfür werden hohe Ausgaben in den Onshore-Teil der
Lieferketten benötigt, was jedoch das Problem nicht
ad-hoc löst.
Die Frachtraten zeigen zu Jahresbeginn 2022 über
alle Schiffstypen hinweg weitere deutliche Wachstumsraten
auf. Per Februar 2022 stieg die Charterrate für das
2.500 TEU Segment mit +20,3 % gegenüber dem Vormonat
am stärksten. Der Anteil der unbeschäftigten
Flottenkapazität sank auf 0,5 %.
Auf dem Tanker Frachtschiff-Markt gehen Marktakteure
auch für das erste Halbjahr 2022 von einem anhaltenden
Ungleichgewicht von Angebot und Nachfrage aus. Die
Hoffnungen liegen auf einem besseren zweiten Halbjahr 2022.
Entscheidend für die Erholung der Nachfrageseite sei,
dass keine Lockdownmaßnahmen in verschiedenen
wichtigen Nachfragezentren auftauchen. Diese in Verbindung
mit Reiserestriktionen würde die Nachfrage nach
raffinierten Produkten verringern. Die Analysten von OPEC
schätzen, dass die Ölnachfrage im ersten Quartal
2022 um 1,1 Mio. Barrel/Tag zulegen wird und sich ein Teil
der Nachfrageerholung aufgrund der Omikron Virusvariante
nach 2023 verlagert. Auch wenn sich das
Flotte-zu-Auftragsbuch Verhältnis auf einem Rekordtief
befindet und die Verschrottung älterer Tanker zunimmt,
werden die Neulieferungen jedoch die Ratenentwicklung
belasten. Zu der vorhandenen Flotte von 14.485 Tankern
werden in 2022 voraussichtlich 340 Crude Tanker, Produkt-
und Chemietanker mit mehr als 10.000 DWT hinzukommen. Etwa
ein Drittel dieser Neulieferungen stellen Crude Tanker mit
mindestens 60.000 DWT dar. Damit dürfte sich das
Angebot von größeren Tankern zeitgleich zur
erwarteten Ölnachfrageerholung ausweiten und zumindest
einen Teil der antizipierten Erholung kompensieren.
Der Ukraine-Krieg hat den Ölpreis aus Furcht vor
Engpässen auf den Weltmärkten stark steigen
lassen. In der Spitze kletterte der Preis für
Brent-Rohöl Anfang März 2022 auf über 125
USD je Barrel. Auch die Fracht-und Charterraten der
Rohöltanker kletterten kurzfristig kräftig:
Spoteinnahmen der Suezmax-Tanker lagen Ende Februar 2022
mit durchschnittlich 54.400 USD pro Tag mehr als siebenmal
so hoch wie vor einer Woche. Es ist davon auszugehen, dass
bis zur Beendigung des Konflikts viele Reedereien die
Schwarzmeerregion meiden werden, durch die Russland in 2021
durchschnittlich 1,7 Mio. Barrel Rohöl pro Tag
transportiert hat. Festhalten lässt sich, dass per
Ende März 2022 die Charterraten für die meisten
Tankschiffsegmente einen Monat nach dem Beginn des Kriegs
weiter äußerst niedrig sind. Die VLCC-Spotraten
sind seit dem Kriegsbeginn um 29 % gesunken. Nach einem
kurzen dynamischen Anstieg direkt nach Kriegsbeginn sind
die Raten auf den Langstreckenrouten, die von
größeren Rohöltankern befahren werden,
wieder auf Vorkriegsbeginn zurückgegangen.
Marktexperten sehen drei Gründe dafür, warum die
Raten für die größeren Tanker trotz
geopolitischer Spannungen auf ihrem niedrigen Niveau
verharren. Zum einen war die Schiffskapazität mit
Blick auf die niedrigen Spotraten vor dem Krieg zu hoch,
zweitens ist der Frühling nicht die übliche
Jahreszeit für den Aufbau von Lagerbeständen und
drittens sind die Ölpreise parabolisch geworden, was
keinen Anreiz bietet, Öllagerbestände bis zum
Sommer aufzubauen.
Auch wenn sich die Charterraten am Containermarkt
positiv für die Gesellschaft entwickeln, besteht
weiterhin ein erhebliches Risiko durch die Corona Pandemie.
Die Auswirkungen der Pandemie auf die Containerschifffahrt
können weiterhin nur schwierig eingeschätzt
werden. Es kann zu Einschränkungen im laufenden
Betrieb der Schiffe kommen. Dies betrifft insbesondere
Crewwechsel, Lade- und Löscharbeiten sowie
Hafenanläufe. Die weitere Entwicklung der
Weltwirtschaft und des Welthandels ist neben dem
Ukraine-Krieg insbesondere abhängig von den
Auswirkungen der Coronavirus Pandemie. So berichten
Reedereien auch zu Jahresanfang 2022 noch von erheblichen
Behinderungen im Schiffsbetrieb - vor allem in den
wichtigen chinesischen Häfen. Für Inspektionen,
Wartungsarbeiten oder Dockaufenthalte von Schiffen ist es
kaum möglich, eigene Experten nach China zu schicken
und es gibt unverändert große Schwierigkeiten
beim Wechsel der Besatzungen. Der UNO zu Folge mussten per
Mitte Januar 2022 global 4,2 % aller Besatzungsmitglieder
auf Schiffen länger als vereinbart an Bord bleiben,
vor einem halben Jahr hatte dieser Anteil 9 % betragen.
Hinzu kämen erhebliche Zusatzkosten für Tests,
Quarantäne im Hotel und Flugumbuchungen. Im
Durchschnitt koste jeder Crew-Wechsel 1.500 USD pro
Besatzungsmitglied mehr.
Auch Aufgrund der Ukraine-Krise und der enormen
Komplexität hinsichtlich der Beurteilung der
Auswirkungen kann es zu weiteren deutlich negativen
Auswirkungen auf die Volkswirtschaft kommen. Inwieweit dies
die HHX betrifft, kann aktuell noch nicht zuverlässig
abgeschätzt werden. Aus heutiger Sicht gibt es keine
konkreten Anhaltspunkte für eine deutlich negative
Auswirkung auf die HHX.
Anfang 2022 konnte die HAMMONIA Schiffsholding AG beim
Containerschiff MS "HAMMONIA BEROLINA" eine Einigung bzgl.
einer langfristigen Neuvercharterung zu 32.750 USD pro Tag
für ca. 3 Jahre ab frühestens April 2022
erzielen.
Das von der MS "LUTETIA NOVA" Schiffahrts GmbH & Co.
KG gehaltene Schiff MS "LUTETIA" wurde am 04. März
2022 intern an die MS "HAMMONIA LUTETIA 2.0" GmbH & Co.
KG ("Lutetia 2.0") verkauft und übertragen, um den
Zugang zu neuen liquiden Möglichkeiten des
Kapitalmarktes zu schaffen. Grundsätzlich haben sich
die Beteiligungsquote (79,67 %) und die Konditionen
(Vorzugskommanditkapital) der Gesellschaft an dem Schiff
nicht verändert. Durch den Verkauf erfolgt aber eine
Aufdeckung der bisherigen stillen Reserven. Dadurch weist
die HAMMONIA Schiffsholding AG auch in 2022 ein sehr hohes
Ergebnis aus, das allerdings zu größten Teilen
aus Buchgewinnen besteht. Zeitgleich mit dem internen
Verkauf erfolgte eine Refinanzierung des MS "LUTETIA",
wobei der stark gestiegene Marktwert des Schiffes als Basis
für den Refinanzierungsbetrag genutzt werden konnte,
ohne dabei signifikante Rückgriffsmöglichkeiten
des Finanzierers auf die HAMMONIA Schiffsholding AG zu
gewähren.
Die durch die Refinanzierung des MS "LUTETIA"
freigesetzten Mittel hat HHX im März 2022 zum Ankauf
von zwei 2015/2016 gebauten Produktentankern mit einer
Tragfähigkeit von ca. 50.000 dwt zu einem Ankaufpreis
von insgesamt 50,5 Mio. USD zuzüglich ca. 9,0 Mio. USD
Instandsetzungskosten verwendet. Käufer sind zwei
(nahezu) 100% Tochtergesellschaften der HHX. Die Schiffe
werden nach einem kurzem Reparaturaufenthalt u.a. zur
Klasseerneuerung und vollständiger Erneuerung der
Tankbeschichtung eine 5-jährige Zeitcharter mit WECO
Tankers antreten.
Mit der freien Liquidität der HAMMONIA
Schiffsholding AG sind weitere Investitionen geplant, wobei
neben dem Containersegment auch weitere Segmente in
Betracht gezogen werden, da sie ggf. mehr Chancen für
Investitionen bieten können. Weiterhin ist geplant,
Darlehen oder Leasingstrukturen für die Finanzierung
von Schiffen zu nutzen, um der Situation des nur begrenzt
vorhandenen Eigenkapitals Rechnung zu tragen, aber
gleichzeitig Wachstumschancen nutzen zu können.
Für das Jahr 2022 wird mit einem Wechselkurs von
1,20 EUR/USD gerechnet.
Wir erwarten, dass die HAMMONIA Schiffsholding AG im
laufenden Jahr 2022 erneut sehr hohe
Beteiligungserträge - vor allem aus dem internen
Verkauf des MS "LUTETIA" - generieren und ein
Jahresergebnis in einer Bandbreite von 27 Mio. EUR bis 37
Mio. EUR erwirtschaften wird. Dieses durch Buchgewinne
geprägte Ergebnis (27,75 Mio. EUR entfallen auf den
internen Verkauf des MS "LUTETIA") berücksichtigt
bereits geplante Aufwendungen für die Ablösung
weiterer Besserungsscheine, deren Realisierung aber
ungewiss ist. Aus den angekauften beiden Produktentankern
erwarten wir über die voraussichtlichen
Beteiligungserträge einen positiven Ergebniseffekt,
der in der Bandbreite unserer Ergebnisprognose
berücksichtigt ist. Die Unsicherheiten bei vielen
Einflussfaktoren, unter anderem der technischen
Verfügbarkeit der Schiffe ohne wesentliche
Ausfallzeiten sowie der Volatilität der
Tankermärkte, gerade auch im Zusammenhang mit dem
Krieg in der Ukraine, erfordern gleichwohl auch die
Berücksichtigung negativer Effekte auf das geplante
Jahresergebnis.
Hinsichtlich der Entwicklung der Finanzsituation der
Holdinggesellschaft erwarten wir trotz der
durchgeführten Investitionen im Berichtsjahr aufgrund
der Gegenfinanzierung aus der "LUTETIA" einen Zufluss von
liquiden Mitteln aus der laufenden
Geschäftstätigkeit, vor allem gespeist durch die
"BEROLINA" und die "BALTICA". In Summe gehen wir davon aus,
dass die liquiden Mittel der Holdinggesellschaft deutlich
zunehmen werden. Wir gehen daher davon aus, dass die
Zahlungsfähigkeit der Holdinggesellschaft und der
Bestand der Unternehmensgruppe gesichert sind, so dass von
einer positiven Fortführung des Unternehmens
ausgegangen werden kann.
3.4.2 RisikoberichtEin systematisches und effizientes Risikomanagement
stellt für den Vorstand der HAMMONIA Schiffsholding AG
eine sich ständig weiterentwickelnde Aufgabe dar. Der
Konzern verfügt über ein gut ausgebautes
EDVgestütztes Risikomanagementsystem. Die integralen
Bestandteile und Ziele des Systems sind sowohl die
systematische Risikoidentifikation und Risikobewertung als
auch Maßnahmen zur Vermeidung, Verminderung und
Begrenzung von Risiken. Besonderes Augenmerk liegt hierbei
auf der Früherkennung bestandsgefährdender
Risiken.
Die Bewertung der Risiken wird nach einer einheitlichen
Skalierung vorgenommen. Die Überwachung der Risiken
erfolgt insbesondere durch die Identifizierung und
Bewertung von Risikotreibern. Diese stellen
Frühwarnindikatoren und Einflussgrößen
für die Eintrittswahrscheinlichkeit und das
Schadenspotenzial der identifizierten Risiken dar. Die
Risikosteuerung ist eine laufende Aufgabe, deren
inhaltliche Gestaltung in der Verantwortung der
Risikoverantwortlichen und der Unternehmensführung
liegt. Durch ein Risikoreporting wird der Vorstand
regelmäßig über die Entwicklung der
Risikosituation der Gesellschaft unterrichtet.
Das Management der mit dem Schiffsbetrieb und der
Finanzierung der Schiffe zusammenhängenden Risiken
liegt in der Verantwortung der HAMMONIA Reederei GmbH &
Co. KG, die alle Containerschiffe der HAMMONIA
Schiffsholding AG bereedert. Die Risikoüberwachung
sowie die aktien- und kapitalmarktrechtliche Betreuung
leistet neben dem Vorstand ebenfalls die HAMMONIA Reederei
GmbH & Co. KG.
Für die HAMMONIA Schiffsholding AG besteht das
Risiko, dass sich deren Tochterunternehmen und
Beteiligungen, somit die Finanzanlagen der Gesellschaft, im
Wert reduzieren. Der Wert der Finanzanlagen wird
überwiegend von Einflussfaktoren auf die Schiffe
bestimmt. Daher werden im Folgenden die Risikofaktoren
für die Gesellschaft sowie den Betrieb der Schiffe
zusammengefasst.
Durch die im Juni 2020 getätigte Beteiligung an der
HTH geht die HAMMONIA Schiffsholding AG weitere Risiken im
Tanker Frachtschiff-Markt ein. Die nachfolgend angegebenen
markbezogenen Risiken, Finanzierungsrisiken sowie
technische und Schiffs-betriebs-Risiken gelten ebenfalls
für die neue Investition im Tankerschifffahrtssegment.
Folgende Hauptrisikogruppen werden im Rahmen des
Risikomanagementsystems abgebildet:
3.4.2.1 Marktbezogene RisikenDie Schiffe erzielen Einkünfte aus dem Betrieb von
Schiffen. Daraus resultieren im Wesentlichen folgende
Einzelrisiken:
3.4.2.1.1 Die aus der Vercharterung der Schiffe erzielten Erlöse decken nicht die Schiffsbetriebskosten, den Kapitaldienst oder ermöglichen keine angemessene Verzinsung des eingesetzten Eigenkapitals.Sämtliche der Schiffe der HAMMONIA Schiffsholding
AG sind zu Charterraten auf derzeit hohem Marktniveau
für mehrere Jahre fest eingechartert und
ermöglichen damit einen wirtschaftlichen Betrieb.
Der MT "AURA M" ist bis mindestens 20. März 2023
mit Mercuria Energy Trading SA, Genf, zu einer
auskömmlichen Rate beschäftigt. Lange Zeit
befanden sich die Charterraten für die meisten
Tankerschiffssegmente auf einem äußerst
niedrigen Niveau. Ende Februar 2022 befeuerte der
Ukraine-Krieg kurzfristig die Charterraten, angetrieben
durch den starken Ölpreisanstieg und die Furcht vor
Engpässen (s. Aussagen unter 3.4.1 Prognosebericht).
Es besteht das Risiko, dass im Falle einer nicht nachhaltig
einsetzenden Erholung des Tankermarkts keine adäquate
Folgebeschäftigung zu auskömmlichen Raten
abgeschlossen werden kann. Der Vorstand führt zum
Zeitpunkt der Aufstellung des Jahresabschlusses
Gespräche mit dem Charterer über eine
frühzeitige Verlängerung des Chartervertrages.
Ein Abschluss ist allerdings erst zu erwarten, wenn sich
die durch den Ukraine-Krieg ausgelöste Unsicherheit
auf den Rohölmärkten gelegt hat.
3.4.2.1.2 Die vertraglich vereinbarten Chartern laufen aus ohne eine adäquate Folgebeschäftigung (sogenanntes Charteranschlussrisiko).Die aktuell starke Entwicklung der
Containerschiffsmärkte bietet sogar Schiffen, die
normalerweise aufgrund ihres Alters verschrottet werden
würden, eine langfristige Beschäftigung zu
auskömmlichen Charterraten. Insgesamt befinden sich
die Charterraten über alle Containerschiffssegmente
aktuell auf einem Rekordniveau. In diesem Marktumfeld ist
das Risiko einer auslaufenden Charter ohne adäquate
Folgebeschäftigung als sehr niedrig einzustufen.
Charteranschlussrisiken bestanden zuletzt lediglich beim
MS "LUTETIA" und beim MS "HAMMONIA BEROLINA". In beiden
Fällen konnten Verhandlungen bzgl. einer
Anschlussbeschäftigung erfolgreich abgeschlossen
werden (s. Aussagen dazu unter 3.2.2. Geschäftsverlauf
und 3.4.1. Prognosebericht).
Künftig könnte sich der Abschluss
adäquater Folgebeschäftigungen bei einer
Normalisierung der derzeit außergewöhnlichen
Marktsituation und/oder im Hinblick auf verschärfte
Regularien zur Reduktion der globalen
Treibhausgasemissionen erschweren. Hierzu zählen
jüngst etwa die unter 3.2.1. beschriebenen
Reduktionsziele der IMO und das "IMO 2020 Schwefellimit".
Eine unzureichende technologische Ausstattung der Schiffe
der HAMMONIA Schiffsholding AG könnte künftig den
Abschluss von Folgebeschäftigungen erschweren, sich
negativ auf die Höhe der erzielbaren Charterrate
auswirken und/oder kostenaufwändige Nachrüstungen
zur Folge haben. Für eine Verbesserung der Emissionen
und des Kraftstoffverbrauchs bestehen verschiedene
technische und betriebliche Möglichkeiten. Hierzu
zählen eine Optimierung des Betriebs, eine
Verringerung der Geschwindigkeit, die Nachrüstung der
Schiffe mit energieeffizienten Technologien, der Einsatz
innovativer Antriebstechniken (z.B. Windunterstützung)
und der Wechsel auf grüne, kohlenstoffarme
Kraftstoffe.
Die aktuell hohe Preisdifferenz zwischen Schweröl
und Schweröl mit äußerst niedrigem
Schwefelgehalt macht den Einsatz von Scrubbern wieder
vorteilhaft. Von den Schiffen der HAMMONIA Schiffsholding
AG ist der MT "AURA M" mit einem Scrubber ausgerüstet.
Darüber hinaus ist der MT "AURA M" ein Tanker der
"ECO-Klasse", d.h. es besteht grundsätzlich die
Möglichkeit, das Schiff statt mit Schweröl auch
mit E-Methanol zu betanken, sofern die Häfen
entsprechende Kapazitäten anbieten.
3.4.2.1.3 Die Charterer der Schiffe werden illiquide und/oder zahlen die vereinbarten Charterraten nicht vertragsgemäß.Die Schiffe der HAMMONIA Schiffsholding AG sind
mittelfristig an renommierte Vertragspartner verchartert.
Das MS "HAMMONIA BEROLINA" ist von einer der
weltgrößten Containerschiffsreedereien Maersk
Line A/S bzw. einer ihrer Tochtergesellschaften ab
frühestens April 2022 für drei Jahre fest
eingechartert. Die Holding A.P. Møller-Mærsk
A/S verfügte zum Bilanzstichtag über ein
Investmentgrade Rating.
Das MS "LUTETIA" ist an die weltweit
drittgrößte französische Linienreederei CMA
CGM S.A. bis mindestens Januar 2026 verchartert.
Das MS "HAMMONIA BALTICA" wird bis mindestens April 2023
direkt bei der Hapag-Lloyd AG beschäftigt.
Der MT "AURA M" ist mit Mercuria Energy Trading SA,
Genf, und damit an eines der weltweit zehn
größten Handelsunternehmen für Rohstoffe
bis mindestens März 2023 verchartert.
Es ist in der Vergangenheit zu keinen Verzögerungen
bei den Charterratenzahlungen gekommen und derzeit liegen
keine konkreten Anhaltspunkte für einen drohenden
Zahlungsausfall vor. Die Charterer profitieren von der
aktuellen starken Marktlage und verbessern ihre
Bonität deutlich. Allerdings birgt die weltweite
COVID-19-Pandemie weiterhin Risiken, die negativen Einfluss
auf das Geschäftsmodell von Linienreedereien haben
könnten, wie z.B. Verzögerungen bei
Hafenanläufen und Verknappung von Containerboxen.
3.4.2.1.4 Auswirkungen des Ukraine-Kriegs auf die Schifffahrtsmärkte und den WelthandelDie Auswirkungen des Ukraine-Kriegs auf die
Schifffahrtsmärkte und den Welthandel sind zum
Zeitpunkt der Erstellung des Jahresabschlusses noch schwer
greifbar. Für den Monat Februar errechnete das IfW
bereits einen Einbruch des Welthandels um 5,6 % im
Vergleich zum Vormonat, obwohl nur wenige Tage des Monats
vom Krieg betroffen waren. Am 24. Februar 2022 startete
Russland seinen militärischen Angriff auf die Ukraine.
In Folge wurden global eine Reihe von starken
Wirtschaftssanktionen gegen Russland verhängt, die
u.a. ein Verbot der Lieferung strategischer Güter nach
Russland umfassten.
Am 28. Februar 2022 meldete die ukrainische
Seefahrtsbehörde, dass sämtliche ukrainische
Häfen bis zum Ende der russischen Invasion geschlossen
blieben. Zudem wurde vor allem der Hafen von Mariupol durch
russischen Beschuss beschädigt.
Die ohnehin gestörten globalen Lieferketten geraten
zusätzlich unter Druck, beeinflusst von
Finanzsanktionen und geschlossenen Lufträumen sowie
militärischen Aktionen. Berichten zufolge wurden
mindestens drei Handelsschiffe beschossen. In Folge weigern
sich Versicherer entweder, Schiffe zu versichern, die in
das Schwarze Meer fahren, oder verlangen dafür hohe
Prämien (teilweise wurden bis zu 10 % des
Schiffswertes als Extraprämie quotiert). Auch
Schiffsbesitzer versuchen, das Schwarzmeer zu meiden bzw.
vermeiden Geschäfte mit russischen Firmen. Europas
große Reedereien haben Bestellungen für
ukrainische Sendungen ausgesetzt bzw. leiten diese in
Nachbarländer um. Unter den großen
Linienreedereien macht sich die Besorgnis breit, dass der
Containerrückstau von und zu den Häfen im
Schwarzen Meer die verfügbaren Kapazitäten
dezimiert. Die Umleitung bzw. Zwischenlagerung von
Containern könnte Engpässe erneut befeuern,
Ausweichkapazitäten zum Löschen von Ladung an
Hafenplätzen außerhalb der Ukraine im Schwarzen
Meer und dem Mittelmeer werden immer knapper.
Aus dem Ukraine-Krieg sind kurzfristig keine negativen
Auswirkungen auf die Ergebnisentwicklung der HAMMONIA
Schiffsholding AG zu erwarten. Die steigende Inflation wird
zwar zu erhöhten Schiffsbetriebskosten führen,
doch ist demgegenüber mit einem Anstieg der
Frachtraten zu rechnen. Die Schiffe der HAMMONIA
Schiffsholding AG fahren nicht auf den durch den Krieg
betroffenen Routen. Auf dem Tankermarkt sollten die
sinkenden Ausfuhren Russlands an Rohöl und Diesel zu
einer Marktbelebung aufgrund des sogenannten
tone-mile-Effektes führen. Der Ersatz der Ausfuhren
Russlands erfolgt durch weiter entfernte Anbieter, so dass
die gleiche Menge Rohöl über eine längere
Strecke bzw. Zeit transportiert werden muss und damit die
vorhandenen Transportkapazitäten länger
auslasten.
3.4.2.2 FinanzierungsrisikenDie Finanzierungsrisiken ergeben sich im Wesentlichen
aus folgenden Einzelrisiken:
3.4.2.2.1 WährungsrisikoAus dem Betrieb der Schiffe werden ausschließlich
USD-Einkünfte erzielt. Teile der Schiffsbetriebs- und
der Verwaltungskosten fallen jedoch in EUR an. Aus diesem
Grund betreibt die HAMMONIA Schiffsholding AG zur
Verminderung von Währungs- und
Zinsänderungsrisiken ein aktives Zins- und
Währungsmanagement. Dabei werden die Schiffe
weitestgehend währungskongruent finanziert und
verbleibende Wechselkursrisiken, soweit entsprechende
Zahlungsvorgänge schon feststehen, abgesichert.
3.4.2.2.2 ZinsänderungsrisikoZur Finanzierung der Schiffe wird auch Fremdkapital
eingesetzt. Das Zinsänderungsrisiko wird durch den
Abschluss derivativer Zinssicherungsgeschäfte
teilweise begrenzt. Für den nicht über
langfristige Zinsfestschreibungen oder den Abschluss
derivativer Zinssicherungsgeschäfte abgesicherten Teil
der Fremdfinanzierung besteht ein Zinsänderungsrisiko.
Selbiges besteht auch für übersicherte
Fremdfinanzierungen, welche sich aus Sondertilgungen
ergeben können.
3.4.2.2.3 FinanzierungsänderungsrisikoDie Finanzierungskonditionen sind grundsätzlich
für die gesamte Vertragslaufzeit festgeschrieben. Bei
der Verletzung bestimmter vertraglicher Auflagen hat die
finanzierende Bank die Möglichkeit, die
Finanzierungskonditionen nachzuverhandeln bzw. das Recht,
die Zinsen zu erhöhen oder das Darlehen fällig zu
stellen. Das Finanzierungsänderungsrisiko wird
insbesondere dann immanent, wenn eine Schiffsgesellschaft
den vereinbarten Schuldendienst nicht mehr leisten kann.
Darüber hinaus besteht ein Refinanzierungsrisiko,
sobald festgeschriebene Laufzeiten auslaufen. Zur
Risikominimierung finden - insbesondere bei sich
abzeichnenden Liquiditätsengpassen -
regelmäßig und frühzeitig aktive
Verhandlungen mit den Finanzierungspartnern statt.
Auf Holding-Ebene bestanden zum Bilanzstichtag die
aufschiebend bedingten Besserungsscheine der Banken in
Höhe von ca. 2,9 Mio. USD ohne festen
Rückzahlungstermin. Die damit einhergehende
aufschiebend bedingte Zahlungsverpflichtung wurde basierend
auf dem Bilanzgewinn der Gesellschaft in Höhe von 2,6
Mio. EUR im Abschluss berücksichtigt.
3.4.2.2.4 Inanspruchnahme unter GarantienDie Gesellschaft hatte zu Gunsten ihrer
Tochtergesellschaft MS "HAMMONIA BEROLINA NOVA" Schiffahrts
GmbH & Co. KG eine Charterdifferenzgarantie gestellt
sowie eine Garantie für die Sicherstellung der vollen
Dockungs-/Klassekosten im Jahr 2022 übernommen. Diese
Garantie wurde aufgrund der Schuldübernahme des
bestehenden Schiffshypothekendarlehens im Zusammenhang mit
dem durchgeführten internen Verkauf auf die MS
"Berolina 2.0" Schiffahrts GmbH & Co. KG
übertragen. Durch den sehr auskömmlichen
Anschlusschartervertrag ist die Tochtergesellschaft in der
Lage, diese Kosten aus eigenen Mitteln zu finanzieren, so
dass aus der Garantie keine dauerhafte Belastung für
die Gesellschaft entsteht.
Die HAMMONIA Schiffsholding AG hat zu Gunsten der
Schiffseigentumsgesellschaft des MT "AURA M" ein
Garantieversprechen in Höhe von 1.000 TUSD abgegeben.
Die 1.000 TUSD sind spätestens 1 Jahr nach Ablieferung
des Tankers MT "AURA M" an den Bareboatcharterer des
Tankers zu leisten, sofern der Hammonia Tanker Holding GmbH
& Co. KG selbst nicht genügend finanzielle Mittel
zur Leistung der Summe zur Verfügung stehen. Diese
Garantie bleibt trotz der Übernahme des Schadens aus
dem Cyber Fraud durch die HAMMONIA Reederei GmbH & Co.
KG bestehen.
Falls es nicht gelingt, neue Investoren für die HTH
einzubinden, wird die HAMMONIA Schiffsholding AG die
Zahlungsversprechen aus eigenen Mitteln darstellen, um
einen Verlust des Eigenkapitals in der HTH zu vermeiden.
Die im März 2022 erfolgte Refinanzierung des
Containerschiffes LUTETIA erfolgte unter Übernahme
einer begrenzten Haftung durch die Gesellschafter im Rahmen
ihrer Beteiligungsquote. Die Haftung wurde für einen
Maximalbetrag von 800.000 USD im Zusammenhang mit der
Zusicherung eines störungsfreien Schiffsbetriebes
übernommen.
3.4.2.3 Technische und SchiffsbetriebsrisikenDie Schiffe werden im Betrieb stark beschädigt,
sinken oder verursachen Schäden bei Dritten.
Zur Abdeckung der typischen Risiken aus dem Betrieb von
Seeschiffen, einer starken Beschädigung, einem
Untergang eines Schiffes oder verursachte Schäden an
Dritten wird durch den Bereederer ein adäquater und
marktüblicher Versicherungsschutz mit entsprechenden
Selbstbehalten unterhalten.
Durch die COVID-19-Pandemie besteht ein erhöhtes
Schiffsbetriebsrisiko aufgrund eines erschwerten
Crewaustauschs bei Crewerkrankungen und -verletzungen oder
bedingt durch Quarantänemaßnahmen von
Crewmitgliedern. Zusätzlich besteht das Risiko, dass
es durch behördliche Maßnahmen gegen ein Schiff
zu Verspätungen oder Quarantänezeiten des Schiffs
kommen kann, die als Ausfallzeiten beurteilt werden
könnten. Der Bereederer hat seit Ausbruch der Pandemie
verschiedene Maßnahmen im Schiffsbetrieb
eingeführt, um diesem Risiko vorzubeugen.
3.4.2.4 Unternehmensbezogene Risiken und GeschäftsmodellrisikenNeben den dargestellten spezifischen Risiken aus dem
Schiffsbetrieb unterliegt die Gesellschaft auch
unternehmensbezogenen Risiken. Hierbei sind für den
Erfolg des Konzerns die Qualität des Managements und
wichtiger Dienstleister sowie die Reputation bei
Investoren, Geschäftspartnern und Marktbeobachtern
maßgeblich. In diesem Zusammenhang hat sich der
Konzern durch die langjährige Bestellung des Vorstands
und der Prokuristen abgesichert. Wichtige operative und
administrative Funktionen werden von qualifizierten und
erfahrenen Dienstleistern auf der Grundlage von langfristig
geschlossenen Serviceverträgen erbracht.
3.4.2.5 Gesamtbeurteilung der RisikenDie Corona-Pandemie hatte seit ihrem globalen Ausbruch
im Frühjahr 2020 erheblichen Einfluss auf
makroökonomische und schifffahrtsspezifische Daten.
Während erneute Corona-Infektionswellen und
Eindämmungsmaßnahmen der Regierungen in 2021 das
globale Wirtschaftswachstum weiter hemmten, hat sich der
Welthandel vom Corona-Schock erholt, und die Charterraten
für sämtliche Containerschiffssegmente befinden
sich auf Höchstständen. Die Tankermärkte
leiden stärker unter den anhaltenden Verwerfungen
durch die Corona-Pandemie. Hier hängt die Erholung der
Charterraten maßgeblich davon ab, dass keine weiteren
Eindämmungsmaßnahmen in den Nachfragezentren und
Reiserestriktionen die Nachfrage nach raffinierten
Produkten einbrechen lassen.
Inwieweit die Ukraine-Krise die HHX betrifft, kann
aktuell noch nicht zuverlässig abgeschätzt
werden. Aus heutiger Sicht gibt es keine konkreten
Anhaltspunkte für eine deutlich negative Auswirkung
auf die HHX. Direkt wirkende Risiken bestehen nicht, diese
ergeben sich ggf. nur indirekt aus den
Marktzusammenhängen.
Drei Beteiligungen sind als Vorzugskommanditkapital mit
gegenüber dem verbleibenden Standardkommandit-kapital
vorrangigen Gewinn- und Rückzahlungsansprüchen
ausgestaltet, sie weisen demnach einen Risikopuffer auf.
Somit ist ein kurz- bis mittelfristiger Fortbestand der
Gesellschaft vom Marktgeschehen weitgehend unabhängig
gesichert.
Mittel- bis langfristig bestehen weiterhin Risiken im
Zusammenhang mit der Umsetzung eines nachhaltigen
Geschäftsmodells und der Unternehmensfinanzierung.
Für den Fortbestand sind die Erschließung von
Kapitalquellen und die Anbindung geeigneter Projekte
notwendig. Inwiefern die zukünftigen Bedingungen am
Kapital- und Schiffsmarkt dies zulassen und welche Risiken
im Rahmen neuer Investitionen eingegangen werden
müssen, muss jedes Jahr erneut beurteilt werden.
3.4.3 Chancenbericht3.4.3.1 Erholung und Konsolidierung der SchifffahrtsmärkteWie zuvor dargestellt, sind die Fracht- und Charterraten
bei Containerschiffen zuletzt immer weiter stark auf
Höchstwerte gestiegen. Die positive Entwicklung bei
den Linienreedern führt zum einen zu einer besseren
Bonität bei den Charterern und zum anderen zu einer
erheblich höheren Nachfrage bei Containertonnage. In
dem steigenden Markt könnte die Gesellschaft von
erhöhten Schiffsmarktwerten sowie höheren
Einnahmen profitieren. So konnte jüngst das MS
"HAMMONIA BEROLINA" zu 32.750 USD pro Tag für ca. 3
Jahre ab frühestens April 2022 neu verchartert werden.
Durch gestiegene Charterraten lassen sich stabile
Renditen bei Neuprojekten darstellen. Die HAMMONIA
Schiffsholding AG könnte die derzeitige Flotte
vergrößern und es könnten sich weitere
interessante Investitionsmöglichkeiten ergeben.
Im März 2022 hat die Gesellschaft mit der
Investition in zwei gebrauchte Produktentanker eine sich
bietende Investitionsmöglichkeit genutzt. Das
Investment profitiert dabei von einer fest vereinbarten
Basis-Charter und einem darüber hinausgehenden Profit
Split, so dass einerseits Sicherheitsbedürfnisse
gedeckt und andererseits Marktchancen genutzt werden
können.
Mit ihrer erstmaligen Beteiligung an einem Tanker
erweiterte die HAMMONIA Schiffsholding AG in 2020 ihr
bislang nur auf den Containermarkt ausgerichtetes
operatives Beteiligungsportfolio in einem vergleichsweise
deutlich volatileren Schifffahrtssegment Es besteht die
Chance, dass der Suezmax Tanker zu deutlich erhöhten
Preisen verkauft werden kann oder nach Ablauf der
Zeitcharter zu deutlich erhöhten Spotraten
beschäftigt werden kann.
3.4.3.2 Rückkauf der BesserungsscheineIm Berichtsjahr konnte die Gesellschaft aufgrund von
Waiver Agreements Besserungsscheine mit einem Nominalbetrag
von insgesamt 4.000.000,00 USD gegen Zahlung von insgesamt
600.218,55 USD ablösen.
Gelingen weitere Vereinbarungen mit den Inhabern der
verbliebenen Besserungsscheine, könnte das Unternehmen
von Altlasten (teilweise) befreit werden. Die Gesellschaft
könnte dann wieder ihren Zugang zum Kapitalmarkt
nutzen, um neue Eigenmittel aufzunehmen. Diese könnte
zur Realisierung von neuen interessanten
Investitionsmöglichkeiten genutzt werden.
3.4.3.3 Refinanzierung von Fremdkapital zu deutlich besseren KonditionenIm März 2022 konnte das MS "LUETETIA" nach einem
vorhergehenden internen Verkauf auf Basis des dann
aktuellen Marktwertes des Schiffes refinanziert werden,
ohne dass es dabei Rückgriffsrechte auf die
Gesellschaft in nennenswertem Umfang gibt. Dadurch konnte
die Gesellschaft unmittelbar an den extrem gestiegenen
Marktwerten partizipieren, ohne das Eigentum am Schiff
aufgeben zu müssen. Zugleich wurde das Risiko eines
sich mittelfristig wieder abschwächenden Marktes
vollständig auf den Kreditgeber abgewälzt.
Ähnliche Transaktionen sind auch bei den anderen
Schiffen der Gesellschaft (z.B. "BEROLINA") denkbar, um auf
diese Weise Mittel für weiteres Wachstum zu
generieren.
3.4.3.4 Das Interesse am (deutschen) Kapitalmarkt für Schiffsinvestitionen erwacht wiederDas anhaltende Nullzinsumfeld und der Mangel an
Anlagemöglichkeiten führen zu einer hohen
Nachfrage nach Sachwerteinvestments. Nach jahrelanger Krise
und der großen Pleitewelle von Schiffsfonds erwacht
mit dem starken Anziehen der Charterraten auch wieder das
Interesse an Schiffsinvestitionen. Der rege Handel mit
geschlossenen Fonds am Zweitmarkt ist in 2021 vor allem auf
die fortgesetzte Erholung der Schifffahrtsmärkte
zurückzuführen. Die Verknappung von
Seetransportkapazitäten hat auch auf dem Zweitmarkt
für Schiffsbeteiligungen die Preise stark anziehen
lassen. Erste Anbieter brachten in 2021 neue Anlageprodukte
für Privatanleger auf den Markt. Für
institutionelle Investoren gewinnt das Thema Nachhaltigkeit
an Attraktivität. So bietet beispielhaft der "Eurazeo
Sustainable Maritime Infrastructure Fund (ESMI)" als erster
seiner Art in Europa die Finanzierung nachhaltiger
maritimer Projekte an, wozu neben dem Neubau von Schiffen
jeglicher Art u.a. Erneuerungen von bestehenden Einheiten,
aber auch schifffahrtsnahe Infrastruktur-Projekt
zählen.
Auch bei einer künftigen Normalisierung der
Schifffahrtsmärkte nach dem Ende der pandemiebedingten
Verwerfungen bleiben die Rahmenbedingungen für
maritime Investments nach Ansicht von Marktexperten
positiv. Der Investitionsbedarf ist sowohl bei Neubauten
als auch bei der Nachrüstung der vorhandenen Flotte
riesig, institutionelle Investoren sind schon bereit, hier
wieder große Summe anzulegen. Auch das Angebot
für private Anleger dürfte wieder anziehen.
3.5 ABHÄNGIGKEITSBERICHTDer Vorstand hat gemäß § 312
Aktiengesetz einen Bericht über die Beziehungen zu
verbundenen Unternehmen (Abhängigkeitsbericht)
für das Geschäftsjahr 2021 erstellt, der folgende
Schlusserklärung enthält:
"Die HAMMONIA Schiffsholding AG hat für die in dem
Bericht für das Geschäftsjahr 2021 über
Beziehungen zu verbundenen Unternehmen aufgeführten
Rechtsgeschäfte und Maßnahmen nach den
Umständen, die im Zeitpunkt, in dem die
Rechtsgeschäfte vorgenommen oder die Maßnahmen
getroffen oder unterlassen wurden, bekannt waren, bei jedem
Rechtsgeschäft eine angemessene Leistung erbracht
beziehungsweise eine angemessene Gegenleistung erhalten und
ist dadurch, dass die genannten Maßnahmen getroffen
oder unterlassen wurden, nicht benachteiligt worden.
Berichtspflichtige andere Maßnahmen wurden im
Berichtszeitraum weder getroffen noch unterlassen."
Hamburg, den 21. April 2022
scrollen
Vorstand
4 Jahresabschluss4.1 BILANZ4.1.1 Aktivascrollen
4.1.2 Passivascrollen
4.2 GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNGscrollen
5 Anhang5.1 ALLGEMEINE ANGABEN ZUM UNTERNEHMENDie HAMMONIA Schiffsholding AG mit Firmensitz in
Neumühlen 9, 22763 Hamburg, Bundesrepublik
Deutschland, ist im Handelsregister des Amtsgerichts
Hamburg unter HRB 98689 eingetragen.
5.2 ALLGEMEINE ANGABEN ZU INHALT UND GLIEDERUNG DES JAHRESABSCHLUSSES5.2.1 Allgemeine AngabenDas Grundkapital der Gesellschaft in Höhe von
7.639.184,00 EUR ist eingeteilt in 136.414 nennwertlose auf
den Namen lautende Stückaktien. Die Aktien der
HAMMONIA Schiffsholding AG sind im Segment
Mittelstandsbörse der Hanseatischen
Wertpapierbörse Hamburg notiert.
Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2021 der HAMMONIA
Schiffsholding AG wurde nach den Vorschriften des
Handelsgesetzbuches und den ergänzenden Bestimmungen
des Aktiengesetzes aufgestellt.
Die Gliederung der Bilanz erfolgt nach der Vorgabe des
§ 266 HGB. Für die Aufstellung der Gewinn-und
Verlustrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren
gemäß § 275 Abs. 2 HGB angewandt.
5.2.2 GrößenmerkmaleDie Gesellschaft ist eine Kleinstkapitalgesellschaft im
Sinne des § 267a Abs. 1 HGB und wendet auf den
Jahresabschluss freiwillig die Regelungen für kleine
Kapitalgesellschaften gemäß § 267 Abs. 1
HGB an. Die Aufstellung des Jahresabschlusses und des
Anhangs erfolgte unter teilweiser Inanspruchnahme der
eingeräumten größenabhängigen
Erleichterungen gemäß § 274a und § 288
HGB.
5.3 ANGABEN ZU BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSMETHODENDie Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden werden
grundsätzlich unverändert zum Geschäftsjahr
2020 angewandt.
5.3.1 Anlagevermögen5.3.1.1 FinanzanlagenDas Finanzanlagevermögen wird mit den
Anschaffungskosten oder dem niedrigeren beizulegenden Wert
angesetzt. Außerplanmäßige Abschreibungen
auf Beteiligungen werden vorgenommen, soweit der anteilige
Unternehmenswert dauerhaft unter die Anschaffungskosten
gesunken ist. Zuschreibungen werden vorgenommen, soweit der
Grund für die außerplanmäßigen
Abschreibungen wieder entfallen ist.
5.3.2 Umlaufvermögen5.3.2.1 Forderungen, sonstige Vermögensgegenstände und liquide MittelDie Forderungen und sonstigen
Vermögensgegenstände sowie die liquiden Mittel
sind mit ihrem Nennbetrag angesetzt.
5.3.3 Rückstellungen und Verbindlichkeiten5.3.3.1 RückstellungenDie Rückstellungen berücksichtigen alle
erkennbaren Risiken und ungewissen Verbindlichkeiten. Sie
sind mit dem Erfüllungsbetrag bewertet, der nach
vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig
ist.
5.3.3.2 VerbindlichkeitenVerbindlichkeiten werden mit ihrem Erfüllungsbetrag
bilanziert.
5.3.3.3 WährungsumrechnungGeschäftsvorfälle, die in fremder Währung
anfallen, werden mit dem Kurs am Tag des
Geschäftsvorfalls umgerechnet.
Fremdwährungsforderungen sowie die liquiden Mittel
werden mit dem jeweiligen Kurs am Bilanzstichtag, solche
mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden
jedoch höchstens mit dem Entstehungskurs umgerechnet.
Fremdwährungsverbindlichkeiten werden mit dem
Entstehungskurs oder zum höheren Kurs am
Bilanzstichtag angesetzt. Fremdwährungsforderungen und
-verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von bis zu einem
Jahr werden mit dem jeweiligen Kurs vom Bilanzstichtag
bewertet. Konzerninterne Transaktionen werden mit dem
EuroReferenzkurs bilanziert.
5.4 ERLÄUTERUNGEN DER BILANZ UND DER GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG5.4.1 Erläuterungen der Bilanz5.4.1.1 AnlagevermögenUnter dem Posten Anlagevermögen werden
ausschließlich Finanzanlagen ausgewiesen. Diese
betreffen Anteile an verbundenen Unternehmen und
Beteiligungen.
5.4.1.2 UmlaufvermögenDie Forderungen und sonstigen
Vermögensgegenstände sind wie im Vorjahr
sämtlich innerhalb eines Jahres fällig.
5.4.1.3 KapitalrücklagenDurch Beschluss der Hauptversammlung vom 26. Juni 2018
wurde in 2018 der Ertrag aus der Herabsetzung des
Grundkapitals in Höhe von 6.002.216,00 EUR zur Deckung
des nach Auflösung sämtlicher Rücklagen zum
Verlustausgleich (siehe
Punkt 4.5) verbleibenden Verlustvortrages in Höhe
von 5.257.941,12 EUR verwendet. Der Restbetrag in Höhe
von 744.274,88 EUR wurde in eine Kapitalrücklage im
Sinne des § 272 Abs. 2 Nr. 1 HGB eingestellt.
5.4.1.4 Gesetzliche RücklageDie gesetzliche Rücklage wurde in den Vorjahren mit
ihrem Maximalbetrag in Höhe von 19.643,52 EUR
gebildet.
5.4.1.5 Andere GewinnrücklagenAufgrund eines Beschlusses der Hauptversammlung vom 16.
September 2021 wurde der Bilanzgewinn des
Geschäftsjahres 2020 in Höhe von 1.254.025,29 EUR
in die Gewinnrücklagen eingestellt.
5.4.1.6 BilanzgewinnDer Bilanzgewinn entwickelte sich in den
Vergleichsjahren wie folgt:
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Aufgrund der im Geschäftsjahr 2018 bei der
Gesellschaft durchgeführten vereinfachten
Kapitalherabsetzung unterliegt deren Bilanzgewinn
gemäß § 233 Abs. 2 AktG einer
Ausschüttungsbeschränkung.
5.4.1.7 Fristigkeiten und Besicherung der VerbindlichkeitenDie Fristigkeiten und die Besicherung der
Verbindlichkeiten ergeben sich aus der folgenden
Übersicht:
scrollen
5.4.1.8 HaftungsverhältnisseDie Gesellschaft übernimmt zu Gunsten ihrer
Tochtergesellschaft MS "HAMMONIA BEROLINA 2.0" GmbH &
Co. KG eine Garantie für die Sicherstellung der vollen
Dockungs-/Klassekosten im Jahr 2022 in Höhe von
maximal USD 850.000,00. Die Garantie mindert sich um
Beträge, die von der MS "HAMMONIA BEROLINA 2.0" GmbH
& Co. KG auf einem verpfändeten Reservekonto
angespart worden sind (31. Dezember 2021: 98.100,00 USD).
Die HAMMONIA Schiffsholding AG hat zu Gunsten der
Hammonia Tanker Holding GmbH & Co. KG ein
Garantieversprechen in Höhe von 1.000 TUSD abgegeben.
Die 1.000 TUSD sind spätestens 1 Jahr nach Ablieferung
des Tankers MT AURA M an den Bareboatcharterer des Tankers
zu leisten, sofern der Hammonia Tanker Holding GmbH &
Co. KG selbst nicht genügend finanzielle Mittel zur
Leistung der Summe zur Verfügung stehen.
5.4.1.9 Sonstige finanzielle VerpflichtungenAus mit einem Dienstleister bestehenden Service-,
Dienstleistungs- und Beratungsvertrag bestehen zum
Bilanzstichtag sonstige finanzielle Verpflichtungen in
Höhe von 30 TEUR pro Jahr.
5.4.2 Erläuterungen der Gewinn- und Verlustrechnung5.4.2.1 Sonstige betriebliche Erträge und AufwendungenDie sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten
außergewöhnliche Aufwendungen aus der Bildung
einer Rückstellung für aufschiebend bedingte
Verbindlichkeiten aus Besserungsscheinen in Höhe von
1.812.226,00 EUR (im Vorjahr: 115.083,00 EUR) sowie in
Höhe von 517.371,63 EUR (im Vorjahr: 0,00 EUR) aus der
Ablösung von Besserungsscheinen.
5.5 SONSTIGE ANGABEN5.5.1 Meldungen nach AktiengesetzDie HAMMONIA Reederei GmbH & Co. KG, Hamburg, hat
der Gesellschaft gemäß § 20 Abs. 6 AktG
mitgeteilt, dass ihr mehr als der vierte Teil der Aktien
der Gesellschaft unmittelbar gehört.
5.5.2 VorstandZum Vorstand der Gesellschaft war im Geschäftsjahr
2021 sowie im Jahr 2022 bestellt:
scrollen
5.5.3 AufsichtsratDer Aufsichtsrat setzt sich wie folgt zusammen:
scrollen
5.5.4 NachtragsberichtBeim Containerschiff MS "HAMMONIA BEROLINA" konnte eine
Einigung bzgl. einer langfristigen Neuvercharterung zu
32.750 USD pro Tag für ca. 3 Jahre ab frühestens
April 2022 erzielt werden.
Das von der MS "LUTETIA NOVA" Schiffahrts GmbH & Co.
KG gehaltene Schiff MS "LUTETIA" wurde am 04. März
2022 intern an die MS "HAMMONIA LUTETIA 2.0" GmbH & Co.
KG ("Lutetia 2.0")
verkauft und übertragen, um den Zugang zu neuen
Möglichkeiten des liquiden Kapitalmarktes zu schaffen.
Grundsätzlich haben sich die Beteiligungsquote (79,67
%) und die Konditionen (Vorzugskommandit-kapital) der
Gesellschaft an dem Schiff nicht verändert. Durch den
Verkauf erfolgt aber eine Aufdeckung der bisherigen stillen
Reserven. Dadurch weist die HAMMONIA Schiffsholding AG auch
in 2022 ein sehr hohes Ergebnis aus, das allerdings zu
größten Teilen aus Buchgewinnen besteht.
Zeitgleich mit dem internen Verkauf erfolgte eine
Refinanzierung des MS "LUTETIA", wobei der stark gestiegene
Marktwert des Schiffes als Basis für den
Refinanzierungsbetrag genutzt werden konnte, ohne dabei
signifikante Rückgriffsmöglichkeiten des
Finanzierers auf die HAMMONIA Schiffsholding AG zu
gewähren.
Die durch die Refinanzierung des MS "LUTETIA"
freigesetzten Mittel hat HHX im März 2022 zum Ankauf
von zwei 2015/2016 gebauten Produktentankern mit einer
Tragfähigkeit von ca. 50.000 dwt zu einem Ankaufpreis
von insgesamt 50,5 Mio. USD verwendet. Käufer sind
zwei (nahezu) 100% Tochtergesellschaften der HHX. Beide
Schiffe werden nach Übernahme zunächst gedockt,
um anstehende Reparaturen und Klassearbeiten
durchzuführen. Hierbei erfolgt auch eine
vollständig neue Beschichtung der Ladetanks. Im
Anschluss treten die Schiffe eine mindestens 5-jährige
Zeitcharter an.
Beim MT "AURA M" wurde das bisherige Management durch
die Hammonia Energy GmbH & Co. KG ausgetauscht, da
aufgrund der sich häufenden Beschwerden des Charterers
große Gefahr einer außerordentlichen
Kündigung des Chartervertrages bestand. Der Charterer
ist mit dem Wechsel des Managements einverstanden gewesen
und hat diesen unterstützt. Der Vorstand geht davon
aus, dass sich die technischen Offhire-Zeiten nach dem
Austausch des Managers auf ein übliches Niveau
verringern.
5.5.5 GewinnverwendungsvorschlagDer Vorstand schlägt dem Aufsichtsrat vor, den
Bilanzgewinn von EUR 21.104.411,79 vollständig in die
Gewinnrücklagen einzustellen. Hintergrund sind zum
einen, dass es sich im Wesentlichen um
nicht-liquiditätswirksame Erträge handelt, die zu
diesem hohem Jahresergebnis geführt haben. Zum anderen
verbleiben hinsichtlich der Liquiditätslage Risiken
aus dem vorgenommenen Managementwechsel bei der Aura M.
Hamburg, den 21. April 2022
scrollen
Vorstand
6 Aufstellung des Anteilsbesitzesscrollen
1) Gesellschaft ist insolvent
7 Bericht des AufsichtsratsSehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,
2021 war ein äußerst bemerkenswertes
Schifffahrtsjahr. Die Charterraten für alle
Schiffstypen haben ständig neue Rekordwerte erreicht,
getrieben durch eine starke Konsumnachfrage, enorme
Schiffsverspätungen und -staus, mangelnde
Containerkapazitäten und Lieferverzögerungen. An
dieser starken Marktentwicklung konnte die HAMMONIA
Schiffsholding AG zuletzt im Rahmen der Neuvercharterungen
des MS "LUTETIA" und des MS "HAMMONIA BEROLINA" zu
Marktkonditionen erfolgreich partizipieren.
2021 war auch für HAMMONIA ein ereignisreiches
Geschäftsjahr und für die Organe der Gesellschaft
äußerst beratungsintensiv, wie Sie unseren
nachfolgenden Ausführungen entnehmen können. Das
für 2021 ausgewiesene hohe Jahresergebnis von 21,1
Mio. EUR spiegelt hierbei nicht nur erhöhte
Beteiligungserträge, sondern auch
außerordentliche Effekte in Folge der Hebung stiller
Reserven (s. nachfolgend der interne Verkauf des MS
"HAMMONIA BEROLINA") wider.
Arbeit des Aufsichtsrats im Geschäftsjahr 2021Auch im abgelaufenen Geschäftsjahr kam der
Aufsichtsrat sämtlichen ihm nach Satzung und Gesetz
obliegenden Pflichten mit großer Sorgfalt nach. Die
Geschäftsleitung des Vorstands hat der Aufsichtsrat
laufend beraten, kontrolliert und überwacht. Der
Betrugsfall beim MT "AURA M" hatte eine Intensivierung des
Austausches zwischen Vorstand und Aufsichtsrat zur Folge,
der sich in 2021 unter anderem in einer deutlich
erhöhten Sitzungszahl widerspiegelte. Darüber
hinaus fasste der Aufsichtsrat Beschlüsse im
Umlaufverfahren auf Basis der Beschlussvorschläge des
Vorstandes nach zuvor eingehender Prüfung, sofern dies
nach Gesetz und/oder Satzung erforderlich war.
Der Vorstand hat den Aufsichtsrat stets zeitnah und
umfassend auf- und außerhalb der gemeinsamen
Sitzungen über die aktuelle Entwicklung auf den
Schifffahrts- und Finanzmärkten, die Geschäfts-
und Liquiditätsentwicklung der HAMMONIA Schiffsholding
AG, die Ergebnis- und Liquiditätsplanung, die
Risikolage und das Risikomanagement, die Entwicklung der
Schiffsbeteiligungen und über
Investitionsmöglichkeiten informiert. So war der
Aufsichtsrat stets über alle bedeutenden
Geschäftsereignisse in Kenntnis gesetzt. Vor allem der
Vorsitzende des Aufsichtsrates und der Vorstand standen
über die regulären und außerordentlichen
Sitzungen hinaus kontinuierlich in engem Kontakt.
Besetzung von Vorstand und AufsichtsratVeränderungen an der Zusammensetzung der Organe gab
es im Berichtsjahr keine. Dr. Karsten Liebing leitete die
HAMMONIA Schiffsholding AG unverändert als
Alleinvorstand. Dem Aufsichtsrat gehörten Werner Berg
(Vorsitzender), Michael Hummel (stellvertretender
Vorsitzender) und Andreas Uibeleisen an. Da sämtliche
Themen effizient im Plenum behandelt werden, hat der
Aufsichtsrat unverändert keine Ausschüsse
gebildet.
Sitzungen des AufsichtsratsDer Aufsichtsrat kam im Jahr 2021 zu insgesamt neun
Sitzungen zusammen, die vornehmlich unter Rücksicht
auf die Corona-Pandemie fernmündlich per
Videokonferenz durchgeführt wurden. Diese neun
Sitzungen unterteilten sich in insgesamt vier ordentliche
Aufsichtsratssitzungen an den Tagen 7. Mai, 17. Juni
(Bilanzaufsichtsratssitzung für das Geschäftsjahr
2020), 16. September und 8. Dezember 2021 sowie fünf
außerordentliche Sitzungen am 30. März, 31. Mai,
28. Mai, 4. Juni und 2. Juli 2021.
Auf den außerordentlichen Sitzungen befasste sich
der Aufsichtsrat neben dem Verkauf des von der MS "HAMMONIA
BALTICA" Schiffahrts GmbH & Co. KG gehaltenen Schiffs
"HAMMONIA BALTICA" an die MS "HAMMONIA BALTICA 2.0"
(Verkauf des Schiffes innerhalb des Konzernverbundes) und
der Loslösung aus dem Einnahmepool inklusive
Neuvercharterung intensiv mit dem Cyber Fraud beim MT "AURA
M". In der HAMMOMIA Tanker Holding (HTH) kam es im Rahmen
von Cyberkriminalität zu einem Betrugsfall bei der
Zahlung von der Garantieverpflichtung sowie einer
Bareboatcharterzahlung. Emails und Rechnungen wurden von
unbekannten Dritten manipuliert, sodass von der HTH
insgesamt ein Betrag in Höhe von ca. USD 1,679 Mio. an
ein falsches Konto überwiesen wurde. 13
Teilbeträge in Höhe von insgesamt rd. 0,68 Mio.
USD konnten von der Staatsanwaltschaft in Polen geblockt
werden. Dieser Betrag wurde Anfang September 2021 der HTH
zurück überwiesen. Der Gesellschafterkreis der
HAMMONIA Reederei GmbH & Co. KG hat am 1. September
2021 final abgestimmt, den verbliebenen Schaden von ca. 1
Mio. USD zu tragen. Vor diesem Hintergrund wird der
HAMMONIA Schiffsholding AG voraussichtlich kein
nennenswerter Schaden durch den Betrugsfall entstehen. Der
Vorstand hat den Aufsichtsrat während und
außerhalb der (außer)ordentlichen Sitzungen
regelmäßig über den aktuellen Stand der
Ermittlungen durch die polnische Staatsanwaltschaft,
Einschätzungen im Hinblick auf den für die
HAMMONIA Schiffsholding AG potentiellen Schaden und
geeignete Maßnahmen zur Schadensbegrenzung
informiert.
Inhaltliche Schwerpunkte auf und außerhalb der
Aufsichtsratssitzungen waren neben den vorgenannten Themen:
scrollen
Die drei Aufsichtsratsmitglieder haben an allen
Sitzungen teilgenommen.
JahresabschlussprüfungDie HANSA PARTNER GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Hamburg, von der
ordentlichen Hauptversammlung am 16. September 2021
für das Geschäftsjahr 2021 als
Abschlussprüfer gewählt, hat den vom Vorstand
gemäß den Regelungen des Handelsgesetzbuches
(HGB) erstellten Jahresabschluss und Lagebericht der
HAMMONIA Schiffsholding AG über das Geschäftsjahr
2021 geprüft und mit einem uneingeschränkten
Bestätigungsvermerk versehen. Auch den vom Vorstand
erstellten Bericht über die Beziehungen zu verbundenen
Unternehmen gem. § 312 AktG
(Abhängigkeitsbericht) hat die HANSA PARTNER GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft geprüft und einen
uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt.
Die vorgenannten Abschlussunterlagen und der Vorschlag
des Vorstandes über die Verwendung des Bilanzgewinns
inklusive des Prüfungsberichtes des
Abschlussprüfers wurden in der ordentlichen
Aufsichtsratssitzung am 21. April 2022 in Gegenwart vom
Vertreter des Abschlussprüfers vorbesprochen. Die vom
Aufsichtsrat zuvor geprüften Unterlagen wurden
eingehend mit dem Vorstand und dem Abschlussprüfer
erörtert. Der Vertreter des Abschlussprüfers
stellte das Ergebnis seiner Prüfung vor, er ging
hierbei speziell auf zuvor festgelegte
Prüfungsschwerpunkte ein und stand für
ergänzende Fragen des Aufsichtsrates zur
Verfügung. Er bestätigte, dass das vom Vorstand
eingerichtete Risikomanagementsystem für die
frühzeitige Erkennung den Fortbestand der Gesellschaft
gefährdender Entwicklungen geeignet ist.
Sämtliche Fragen wurden durch den Abschlussprüfer
zur Zufriedenheit des Aufsichtsrates beantwortet.
Nach Vorlage der finalen Abschlussunterlagen für
das Geschäftsjahr 2021 hatte der Aufsichtsrat im
Rahmen einer Videokonferenz am 26. April 2022 keine
Einwendungen zu erheben und hat sich daher dem
Prüfungsergebnis des Abschlussprüfers
angeschlossen. Somit hat der Aufsichtsrat den
Jahresabschluss 2021 samt Lagebericht gebilligt, wodurch
dieser gem. § 172 AktG festgestellt ist. Auch den
Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstands hat der
Aufsichtsrat geprüft und diesem zugestimmt.
Gegenstand der Prüfungen durch den Aufsichtsrat war
außerdem der vom Vorstand gemäß § 312
AktG aufgestellte Bericht über die Beziehungen zu
verbunden
Unternehmen (Abhängigkeitsbericht). Diesen hat der
Abschlussprüfer geprüft und mit dem folgenden
Bestätigungsvermerk versehen:
"Nach unserer pflichtgemäßen Prüfung und
Beurteilung bestätigen wir, dass
scrollen
die Leistung der Gesellschaft unangemessen hoch war."
Nach dem abschließenden Ergebnis seiner eigenen
Prüfung hat der Aufsichtsrat keine Einwendungen gegen
den Abhängigkeitsbericht und das Ergebnis des
Abschlussprüfers erhoben und stimmte dem
Abhängigkeitsbericht zu.
Der vorliegende Bericht des Aufsichtsrates wurde am 26.
April 2022 ebenfalls besprochen und beschlossen. Zudem
stand die Vorbereitung der ordentlichen Hauptversammlung
2022 auf der Agenda. Vorstand und Aufsichtsrat haben
beschlossen, die ordentliche Hauptversammlung 2022 vor dem
Hintergrund der anhaltenden Corona-Pandemie erneut als
virtuelle Hauptversammlung ohne physische Präsenz der
Aktionäre abzuhalten.
Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand für die stets
konstruktive, transparente und vertrauensvolle
Zusammenarbeit im Geschäftsjahr 2021.
Hamburg, den 26, April 2022
scrollen
Vorsitzender des Aufsichtsrats
8 Bestätigungsvermerk des unabhängigen AbschlussprüfersAn die HAMMONIA Schiffsholding AG, Hamburg
VERMERK ÜBER DIE PRÜFUNG DES JAHRESABSCHLUSSES UND LAGEBERICHTSPrüfungsurteileWir haben den Jahresabschluss der HAMMONIA
Schiffsholding AG, Hamburg, - bestehend aus der Bilanz zum
31. Dezember 2021 und der Gewinn-und Verlustrechnung
für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31.
Dezember 2021 sowie dem Anhang, einschließlich der
Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden -
geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht
der HAMMONIA Schiffsholding AG, Hamburg, für das
Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2021
geprüft.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der
Prüfung gewonnenen Erkenntnisse
scrollen
Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB
erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen
Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des
Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat.
Grundlage für die PrüfungsurteileWir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und
des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB
unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer
(IDW) festgestellten deutschen Grundsätze
ordnungsmäßiger Abschlussprüfung
durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen
Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt
"Verantwortung des Abschlussprüfers für die
Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts"
unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben.
Wir sind von dem Unternehmen unabhängig in
Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen
und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere
sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung
mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der
Auffassung, dass die von uns erlangten
Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um
als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum
Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen.
Sonstige InformationenDie gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen
Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen
umfassen den Geschäftsbericht.
Unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum
Lagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen
Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein
Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von
Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.
Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die
Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und
dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen
scrollen
Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Jahresabschluss und den LageberichtDie gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für
die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den deutschen,
für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen
Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und
dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der
deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger
Buchführung ein den tatsächlichen
Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-,
Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner
sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die
internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit
den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger
Buchführung als notwendig bestimmt haben, um die
Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen,
der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder
unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.
Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die
gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die
Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der
Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren
haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang
mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit,
sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus
sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des
Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der
Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht
tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten
entgegenstehen.
Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter
verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts,
der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der
Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen
Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den
deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die
Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung
zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen
Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und
Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet
haben, um die Aufstellung eines Lageberichts in
Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen
gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um
ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im
Lagebericht erbringen zu können.
Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die
Überwachung des Rechnungslegungsprozesses der
Gesellschaft zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des
Lageberichts.
Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des LageberichtsUnsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit
darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes
frei von wesentlichen - beabsichtigten oder
unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der
Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage
der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen
Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der
Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht,
den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die
Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung
zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk
zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum
Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet.
Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an
Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in
Übereinstimmung mit § 317 HGB unter Beachtung der
vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW)
festgestelltenndeutschen
Grundsätzeordnungsmäßiger
Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine
wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche
Darstellungen können aus Verstößen oder
Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich
angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden
könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der
Grundlage dieses Jahresabschlusses und Lageberichts
getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten
beeinflussen.
Während der Prüfung üben wir
pflichtgemäßes
Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung.
Darüber hinaus
scrollen
Wir erörtern mit den für die Überwachung
Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die
Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame
Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger
Mängel im internen Kontrollsystem, die wir
während unserer Prüfung feststellen.
Hamburg, den 21. April 2022
HANSA PARTNER GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
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