Jahresfinanzbericht
2022
Inhalt
2
Inhalt
Kennzahlen der Flughafen-Wien-Gruppe5
Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 20227
Gesamtwirtschaftliches Umfeld10
Entgelte- und Incentive-Politik am Flughafen Wien19
Entgelte des Flughafen Malta20
Finanzlage, Vermögens- und Kapitalstruktur30
Beteiligungen an ausländischen Flughäfen35
Finanzwirtschaftliche Steuerung und Kapitalmanagement37
Risiken der zukünftigen Entwicklung38
Bericht über wesentliche Merkmale des internen Kontrollsystems für den Rechnungslegungsprozess46
Nichtfinanzielle Erklärung gemäß § 267a UGB49
Offenlegung gemäß § 243a UGB72
Konzernabschluss 2022 der Flughafen Wien AG79
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung80
Inhalt
3
Konzernanhang für das Geschäftsjahr 202285
II. Grundlagen der Rechnungslegung87
III. Funktionale Darstellungswährung88
IV. Ermessensbeurteilungen und Unsicherheiten bei Schätzungen89
VI. Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung93
VII. Erläuterungen zur Konzernbilanz111
VIII. Konzern Geldflussrechnung134
IX. Finanzinstrumente und Risikomanagement135
XI. Bewertungs-, Bilanzierungs- und Rechnungslegungsmethoden158
Konzernunternehmen der Flughafen Wien AG175
Beteiligungen der Flughafen Wien AG177
Wesentliche nicht beherrschende Anteile194
Lagebericht für das Geschäftsjahr 2022204
Gesamtwirtschaftliches Umfeld206
Verkehrsentwicklung des Flughafen Wien 208
Entgelte- und Incentive-Politik am Flughafen Wien214
Finanzlage, Vermögens- und Kapitalstruktur219
Finanzwirtschaftliche Steuerung und Kapitalmanagement 225
Risiken der zukünftigen Entwicklung226
Bericht über wesentliche Merkmale des internen Kontrollsystems für den Rechnungslegungsprozess234
Nichtfinanzielle Erklärung gemäß § 243b UGB 237
Inhalt
4
Einzelabschluss 2022 der Flughafen Wien AG258
Bilanz der Flughafen Wien AG259
Gewinn- und Verlustrechnung der Flughafen Wien AG260
Anhang zum Jahresabschluss 2022 der Flughafen Wien AG262
Allgemeine Angaben zum Jahresabschluss 2022263
Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden265
Kennzahlen der Flughafen-Wien-Gruppe
5
Kennzahlen der Flughafen-Wien-Gruppe
Betriebswirtschaftliche Kennzahlen
(in € Mio., ausgenommen Mitarbeiter)
2022
Veränderung
2021
20201
2019
Gesamtumsatz
692,7
70,2%
407,0
333,7
857,6
davon Airport
321,0
89,3%
169,5
133,0
411,7
davon Handling & Sicherheitsdienstleistungen
124,9
32,3%
94,4
86,1
166,3
davon Retail & Properties
138,8
68,6%
82,4
70,5
162,6
davon Malta
88,0
85,6%
47,4
32,2
100,3
davon Sonstige Segmente
20,0
50,7%
13,3
11,9
16,7
EBITDA
295,9
91,7%
154,4
54,1
384,8
EBITDA-Marge (in %)2
42,7
n.a.
37,9
16,2
44,9
EBIT
167,2
n.a.
20,0
-86,5
252,3
EBIT-Marge (in %)3
24,1
n.a.
4,9
-25,9
29,4
ROCE vor Steuern (in %)4
9,8
n.a.
1,2
-4,9
13,9
ROCE nach Steuern (in %)5
7,3
n.a.
0,9
-3,7
10,4
Konzernergebnis
128,1
n.a.
6,6
-75,7
175,7
Konzernergebnis Muttergesellschaft
107,9
n.a.
3,7
-72,8
158,9
Cash-Flow aus laufender Geschäftstätigkeit
337,6
219,2%
105,8
-23,0
373,0
Investitionen6
53,6
4,0%
51,6
79,9
171,8
Ertragsteuern
29,8
n.a.
2,9
-25,2
62,2
Beschäftigte Köpfe (Flughafen-Wien-Gruppe)7
6.575
14,9%
5.721
6.541
7.231
Mitarbeiter Jahresdurchschnitt (FTE) (Flughafen-Wien-Gruppe)8
4.696
-3,3%
4.858
5.452
5.385
31.12.2022
Veränderung
31.12.2021
31.12.2020
31.12.2019
Eigenkapital
1.448,5
10,2%
1.314,5
1.305,5
1.380,9
Eigenkapitalquote (in %)
65,1
n.a.
63,4
60,1
60,0
Nettoliquidität (VJ: Nettoverschuldung)
149,4
n.a.
-150,4
-201,9
-81,4
Bilanzsumme
2.224,9
7,3%
2.073,8
2.173,3
2.300,6
Gearing (in %)9
-10,3
n.a.
11,4
15,5
5,9
1) angepasst
2) EBITDA-Marge (Earnings before Interest, Taxes, Depreciation and Amortisation) = Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen / Umsatzerlöse
3) EBIT-Marge (Earnings before Interest and Taxes) = Ergebnis vor Zinsen und Steuern / Umsatzerlöse
4) ROCE vor Steuern (Return on Capital Employed before Tax) = EBIT / durchschnittliches Capital Employed
5) ROCE nach Steuern (Return on Capital Employed after Tax) = (EBIT abzüglich zurechenbare Steuern) / durchschnittliches Capital Employed
6) Investitionen: immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltene Immobilien inklusive Rechnungskorrek-turen Vorjahre, exkl. Finanzanlagen
7) Anzahl der Köpfe (Vertragsverhältnisse) ohne Gewichtung nach Beschäftigungsgrad für die Flughafen-Wien-Gruppe im laufenden Jahr
8) Nach Beschäftigungsgrad inklusive Lehrlingen, exklusive Mitarbeitern ohne Bezug (Karenz, Bundesheer etc.), exklusive Vorständen und Geschäftsführern gewichtetes „Full-time Equivalent“ im Jahresdurchschnitt (FTE)
9) Aufgrund der vorhandenen Nettoliquidität wird der Verschuldungsgrad Gearing mit negativem Vorzeichen ausgewiesen
Kennzahlen der Flughafen-Wien-Gruppe
6
Branchenspezifische Verkehrskennzahlen
2022
Veränderung
2021
2020
2019
Passagierentwicklung Gruppe
Flughafen Wien (in Mio.)
23,7
127,6%
10,4
7,8
31,7
Malta Airport (in Mio.)
5,9
130,3%
2,5
1,7
7,3
Kosice Airport (in Mio.)
0,5
224,1%
0,2
0,1
0,6
Flughafen Wien und Beteiligungen (VIE, MLA, KSC)
30,1
129,3%
13,1
9,7
39,5
Verkehrsentwicklung Wien
Gesamtpassagiere (in Mio.)
23,7
127,6%
10,4
7,8
31,7
davon Transferpassagiere (in Mio.)
5,8
130,3%
2,5
1,5
7,2
Flugbewegungen
188.412
68,9%
111.567
95.880
266.802
MTOW (in Mio. Tonnen)1
7,9
66,0%
4,7
4,0
10,9
Fracht (Luftfracht und Trucking; in Tonnen)
250.637
-4,1%
261.299
217.888
283.806
Sitzladefaktor2
77,6
n.a.
62,5
57,4
77,3
Börsetechnische Kennzahlen
2022
Veränderung
2021
2020
2019
Anzahl der ausgegebenen Aktien (in Mio.)
84,0
0,0%
84,0
84,0
84,0
KGV (per 31.12.)
25,2
n.a.
665,0
-35,0
20,0
Gewinn je Aktie (in €)
1,29
n.a.
0,04
-0,87
1,89
Dividende je Aktie (in €)3
0,77
n.a.
0,0
0,0
0,0
Dividendenrendite (per 31.12.; in %)
2,38
n.a.
0,0
0,0
0,0
Payout-Ratio (in % vom Jahresgewinn)
59,9
n.a.
0,0
0,0
0,0
Marktkapitalisierung (per 31.12.; in € Mio.)
2.717,4
21,6%
2.234,4
2.557,8
3.171,0
Börsenkurs: Höchstwert (in €)
33,60
4,2%
32,25
38,10
40,50
Börsenkurs: Tiefstwert (in €)
24,05
-7,5%
26,00
17,00
34,05
Börsenkurs: Wert per 31.12. (in €)
32,35
21,6%
26,60
30,45
37,75
Marktgewichtung ATX Prime (per 31.12.;in %)
0,49
n.a.
0,67
1,05
1,16
Abkürzungen
Reuters
VIEV.VI
Bloomberg
FLU AV
Nasdaq
FLU-AT
ISIN
AT00000VIE62
Kassamarkt
FLU
ADR
VIAAY
1) MTOW: Maximum Take off Weight (Höchstabfluggewicht) der Luftfahrzeuge
2) Sitzladefaktor: Gesamtpassagiere/angebotene Sitzplatzkapazität
3) Berichtsjahr: Vorschlag an Hauptversammlung
Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2022
Die Flughafen-Wien-Gruppe
8
Die Flughafen-Wien-Gruppe
Geschäftsmodell
Die Flughafen-Wien-Gruppe (FWAG-Konzern) besteht aus drei internationalen Flughäfen in
Fünf Segmente der Geschäftstätigkeit
Airport
Das Segment Airport ist für Betrieb und Instandhaltung aller Bewegungsflächen des Terminals, sämtlicher Anlagen und Einrichtungen zur Passagier- und Gepäckabfertigung sowie für die Sicherheitskontrollen von Personen und Handgepäck am Flughafen Wien, die Akquisition neuer Airlines und die Erweiterung des Destinationsangebots verantwortlich.
Handling & Sicherheitsdienstleistungen
Das Segment Handling & Sicherheitsdienstleistungen erbringt Servicedienstleistungen bei der Abfertigung von Luftfahrzeugen und Passagieren des Linien-, Charter und General-Aviation-Verkehrs. Dazu zählen neben dem Ramp-, Cargo- und Passagier-Handling auch die Erbringung von Sicherheitsdienstleistungen, die Kontrollen von Personen und Handgepäck und die General Aviation, wodurch kurze Umsteigezeiten, hohe Pünktlichkeit und maßgeschneiderte Angebote für unsere Kunden gewährleistet werden.
Retail & Properties
Passagiere, Parkkunden, Hotelgäste, Konferenzteilnehmer, Mitarbeiter und Abholende als „Meeters & Greeters“ sind im Segment Retail & Properties wichtige Zielgruppen. Wesentliche Ergebnisbeiträge liefern neben Werbeerlösen, das Center Management & Hospitality mit Shop-ping, Gastronomie, Passagierservices (Lounges, VIP), das Parken sowie auch die Vermietung von Büro- und Cargo-Flächen.
Malta
Das Segment Malta umfasst neben dem Flughafen Malta (Malta International Airport plc, MIA) auch die direkt von diesem gehaltenen Beteiligungen (MIA-Gruppe), die zusammen den Flughafen Malta betreiben. Erlöse generieren die Aviation-Dienstleistungen, das Parken sowie die Vermietung von Retail- und Office-Flächen.
Segment Sonstige Segmente
Das Segment Sonstige Segmente umfasst verschiedene Dienstleistungen, die sowohl für an-dere Segmente der Flughafen-Wien-Gruppe als auch für externe Kunden erbracht werden,
Die Flughafen-Wien-Gruppe
9
sowie auch jene Tochtergesellschaften, die Anteile an assoziierten Unternehmen und an Ge-meinschaftsunternehmen im Ausland (z.B. am Flughafen Košice) halten und ansonsten keine operative Tätigkeit ausüben.
Hinweis: Bei der Summierung gerundeter Beträge und Prozentangaben können durch die Verwendung automatischer Rechenhilfen rundungsbedingte Rechendifferenzen auftreten. Dies gilt auch für sonstige Angaben wie Personalstand, Verkehrszahlen etc.
Gesamtwirtschaftliches Umfeld
10
Gesamtwirtschaftliches Umfeld
Das makroökonomische Umfeld, Wirtschaftswachstum, Währungsrelationen sowie die Ent-wicklung der verfügbaren Einkommen und des internationalen Handels haben großen Einfluss auf die Entwicklung des Luftverkehrs. Der Flughafen Wien ist als zentraleuropäischer, inter-nationaler Hub primär von der wirtschaftlichen Entwicklung der Eurozone und der CEE-Region (Zentral- und Osteuropa) betroffen. Das gilt auch für die Flughäfen Malta und Košice, welche zusätzlich auch von der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung in ihrer Region wesentlich be-einflusst werden. Wichtige Faktoren für die Entwicklung des FWAG-Konzerns sind auch die ökonomische und politische Lage im Fernen, Mittleren und Nahen Osten sowie in Russland, wie auch der kriegerische Angriff Russlands auf die Ukraine (siehe dazu auch Risikobericht).
Die starke Erholung der Weltwirtschaft von den negativen Einflüssen der Corona-Pandemie und den Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung der Krankheit hat im Jahr 2022 einen erheblichen Dämpfer erlitten. Bedingt durch den militärischen Konflikt zwischen Russland und der Ukraine sowie die noch immer spürbaren Folgen der Pandemie, haben Versorgungs-unsicherheiten und Irritationen der Lieferketten die Inflationsraten rund um den Globus auf ein jahrzehntelang nicht mehr gesehenes Niveau getrieben. Als Reaktion auf diesen starken Geld-wertverfall reagierten die meisten Zentralbanken mit deutlichen Erhöhungen der Leitzinssätze und nahmen damit bewusst ein Abkühlen der jeweiligen Ökonomien in Kauf.
Über das Gesamtjahr 2022 gesehen, wird das globale Wirtschaftswachstum von 6,2% im Jahr 2021 auf voraussichtlich 3,4% zurückgehen. Die Euro-Zone kam im Vergleich mit einem Wachs-tumsrückgang von 5,3% im Jahr 2021 auf voraussichtlich 3,5% vorerst noch glimpflich davon. Für Österreich ergibt sich durch den vergleichbar hohen Anteil des Tourismussektors an der Wirtschaftsleistung im Jahr 2022 sogar ein Wirtschaftswachstum in Höhe von 4,7% (2021: 4,6%) (Quelle: WIFO Reports on Austria 01/2023, International Monetary Fund, Jan. 2023).
Unter der Annahme einer Stabilisierung der Gasliefermengen von Russland nach Europa, langfristig stabiler Inflationserwartungen und - trotz des erhöhten Zinsniveaus – begrenzter rezessiver Effekte, wird für 2023 mit einem globalen Wirtschaftswachstum von 2,9% gerechnet. Die Euro-Zone ist mit einem prognostizierten Wirtschaftswachstum von nur 0,7% in 2023 (USA: 1,4%) überdurchschnittlich stark betroffen. Nach dem vergleichsweise robusten Wirtschafts-wachstum 2022 von 4,7% wird die österreichische Wirtschaft im Jahr 2023 mit einem erwarteten BIP-Plus von bloß 0,3% nahezu stagnieren (Quelle: WIFO Reports on Austria 01/2023, Inter-national Monetary Fund, Jan. 2023).
Ein weiterer entscheidender Faktor für die globale, europäische und österreichische Kon-junkturentwicklung ist die durch den russischen Angriffskrieg deutlich gestiegene Inflation. Die Preise sowohl für energetische als auch nicht energetische Rohstoffe sind 2022 markant angestiegen und trieben die Inflation in Österreich auf 8,6%. Für 2023 wird wegen der wieder rückläufigen Energiepreise eine geringere Inflationsrate von 6,5% prognostiziert. Die Inflation verbleibt dennoch auf einem hohen Niveau. Erst 2024 (3,6%) und 2025 (2,9%) ist mit einer Nor-malisierung der Teuerungsrate in Richtung des langfristigen Inflationsziels der EZB von 2% zu rechnen. (Quelle: OeNB - Gesamtwirtschaftliche Prognose, 12/2022)
Gesamtwirtschaftliches Umfeld
11
Entwicklung der österreichischen Tourismuswirtschaft und Reisetätigkeit
Nach zwei Jahren Pandemie mit rückläufigen Nächtigungszahlen konnten die Nächtigungen im Jahr 2022 mit insgesamt plus 72,2% erstmals wieder deutlich zulegen. Besonders die in 2020 und 2021 stärker eingebrochenen Nächtigungen ausländischer Gäste konnten mit plus 96,3% einen überproportionalen Beitrag zu dieser Erholung im Vergleich zu österreichischen Gästen (+31,4%) leisten. (Quelle: Statistik Austria)
Die Erholung des Tourismus zeigt sich auch in der Reisetätigkeit der Österreicher. Während in Q1-3/2021 nur 12,3 Mio. Urlaubsreisen getätigt wurden, stieg dieser Wert im gleichen Zeit-raum 2022 auf 18,9 Mio. an, was einem Plus von über 53% entspricht. Den größten Zuwachs verzeichneten Urlaubsreisen in das Ausland (+ 98%), aber auch Reisen innerhalb Österreichs stiegen um rund 23%. Auch Geschäftsreisen verzeichneten in Q1-3/2022 ein starkes Plus von 81,2% (Inland +64,2%, Ausland +101,9%). (Quelle: Statistik Austria)
Verkehrsentwicklung
12
Verkehrsentwicklung
Verkehrsentwicklung der Flughafen-Wien-Gruppe
Kumulierte Verkehrsentwicklung
Verkehrskennzahlen VIE, MIA, KSC
2022
Veränderung zu 2021
2021
2019
Gesamtpassagiere
30.072.961
129,3%
13.112.373
39.527.803
davon Lokalpassagiere
24.188.892
129,2%
10.552.311
32.135.634
davon Transferpassagiere
5.805.866
130,4%
2.519.810
7.237.646
Flugbewegungen
233.165
69,4%
137.603
324.740
Fracht (Luftfracht und Trucking; in Tonnen)
266.968
-3,3%
276.166
300.266
Die Flughafen-Wien-Gruppe inklusive ihrer Auslandsbeteiligungen Malta Airport und Flug-hafen Košice verzeichnete mit insgesamt 30,1 Mio. Passagieren im Jahr 2022 einen deutlichen Passagierzuwachs von 129,3% im Vergleich zum Vorjahr.
Hinweis: In den Tabellen zur Verkehrsentwicklung wird neben dem Berichtsjahr 2022 und der Vorjahresperiode 2021 auch das Vorkrisenniveau (Jahr 2019) angegeben.
Verkehrsentwicklung des Flughafen Wien
Deutlicher Anstieg der Passagierzahlen (+127,6%) gegenüber dem Vorjahr
Verkehrskennzahlen
2022
Veränderung zu 2021
2021
2019
Gesamtpassagiere (in Mio.)
23,7
127,6%
10,4
31,7
davon Lokalpassagiere (in Mio.)
17,8
126,9%
7,8
24,3
davon Transferpassagiere (in Mio.)
5,8
130,3%
2,5
7,2
davon Transitpassagiere (in Mio.)
0,1
93,3%
0,0
0,2
Flugbewegungen
188.412
68,9%
111.567
266.802
MTOW (in Mio. Tonnen)
7,9
66,0%
4,7
10,9
Fracht (Luftfracht und Trucking; in Tonnen)
250.637
-4,1%
261.299
283.806
Sitzladefaktor in %
77,6
n.a.
62,5
77,3
Anzahl der Destinationen
211
11,1%
190
217
Anzahl der Airlines
69
4,5%
66
77
Im Jahr 2022 zählte der Flughafen Wien insgesamt 23.682.133 Passagiere, das entspricht einem starken Anstieg von 127,6% im Vergleich zu 2021. Die Auswirkungen der globalen COVID-19 Krise waren vor allem noch im Verlauf des ersten Quartals 2022 spürbar. Durch den Ende Februar aus-gebrochenen Krieg in der Ukraine wurden alle Flüge von Wien nach Russland und in die Ukraine eingestellt. Die direkten Auswirkungen auf den Flughafen Wien betrugen rund 4% des Passagier-volumens. Durch die Aufhebung und Lockerung zahlreicher Reiserestriktionen legte das Inter-esse an Flugreisen insbesondere gegen Ende des ersten Quartals, aber vor allem mit Beginn des Sommerflugplans deutlich zu. Die Entwicklung wurde unter anderem durch den Wegfall des 3G-
Verkehrsentwicklung
13
Nachweises bei der Einreise nach Österreich per 16. Mai gefördert. Das passagierstärkste Quartal in diesem Jahr war das dritte Quartal mit insgesamt 8,2 Mio. Reisenden. Mehr als ein Drittel der Gesamtpassagiere wurden in diesem Quartal abgefertigt. Auch der stärkste Tag des Jahres 2022 fiel in diesen Zeitraum. Am Sonntag, den 31. Juli, wurden insgesamt 102.670 Passagiere abgefertigt und an 42 weiteren Tagen mehr als 90.0000 Reisende. Im vierten Quartal sorgten u.a. die öster-reichweit einheitlichen Herbstferien Ende Oktober für einen weiteren Passagieraufschwung.
Der Flughafen Wien liegt mit seiner Pünktlichkeit in Europa im absoluten Spitzenfeld und platzierte sich laut dem Flugplandaten-Unternehmen OAG auch 2022 an dritter Stelle der pünktlichsten Flughäfen in Europa (Flughäfen 2019 mit über 20 Mio. Passagiere).
Die Anzahl der Lokalpassagiere stieg im Vergleich zum Vorjahr auf 17.809.927 Fluggäste, das entspricht einem Wachstum von 126,9%. Die Zahl der Transferpassagiere legte gegenüber dem Vorjahr um 130,3% auf 5.794.588 Reisende zu.
Im Vergleich zu 2021 entwickelten sich bis auf das Frachtaufkommen alle allgemeinen Kenn-zahlen positiv: Die Anzahl der Flugbewegungen ist um 68,9% auf 188.412 Starts und Landungen gestiegen. Die durchschnittliche Auslastung (Sitzladefaktor) der Passagierflüge erhöhte sich um 15,1 Prozentpunkte auf 77,6%. Das Höchstabfluggewicht (MTOW) steigerte sich um 66,0% auf 7.856.315 Tonnen. Das Frachtaufkommen reduzierte sich hingegen um 4,1% auf 250.637 Tonnen.
2022 wurde der Flughafen Wien von 69 Fluglinien angeflogen, die 211 Destinationen in 65 Ländern im Linienverkehr bedienten.
Verkehrsentwicklung
14
Passagierentwicklung am Flughafen Wien
Aufkommen abfliegender Passagiere (Linie & Charter) 2022 nach Regionen
Regionen
2022
Veränderung zu 2021
2021
2019
Anteil 2022
Anteil 2021
Anteil 2019
Westeuropa
8.230.803
126,2%
3.638.751
10.717.728
69,8%
70,2%
68,0%
Osteuropa
2.008.215
96,2%
1.023.344
2.755.423
17,0%
19,7%
17,5%
Ferner Osten
196.254
420,2%
37.727
698.436
1,7%
0,7%
4,4%
Naher und Mittlerer Osten
711.710
186,6%
248.317
797.495
6,0%
4,8%
5,1%
Nordamerika
364.053
169,4%
135.124
459.377
3,1%
2,6%
2,9%
Afrika
251.778
174,3%
91.781
333.305
2,1%
1,8%
2,1%
Lateinamerika
21.866
235,8%
6.512
593
0,2%
0,1%
0,0%
11.784.679
127,4%
5.181.556
15.762.357
100,0%
100,0%
100,0%
Abgeflogene Passagiere, Entwicklung 2022 im Vergleich zu 2021 bzw. Anteil am Gesamtpassagieraufkommen 2022
Im Gesamtjahr 2022 konnten alle Regionen gegenüber dem Vorjahr einen Passagierzuwachs verzeichnen. Die folgenden Zahlen beziehen sich jeweils auf abfliegende Passagiere.
Nach Westeuropa erhöhte sich das Passagieraufkommen um 126,2% auf 8.230.803 Reisende. Der Marktanteil dieser Region am Gesamtaufkommen reduzierte sich im Vergleich zur Vor-jahresperiode marginal um 0,4 Prozentpunkte auf 69,8%.
In die Region Osteuropa stieg die Anzahl der Passagiere um +96,2% auf 2.008.215. Der Anteil der Reisenden am Gesamtaufkommen verringerte sich auch bedingt durch den Krieg in der Ukraine um 2,7 Prozentpunkte auf 17,0%.
Destinationen im Fernen Osten verzeichneten gegenüber dem Vorjahr ein Plus von 420,2% auf 196.254 Passagiere, wodurch sich deren Anteil am Gesamtpassagieraufkommen von 0,7% auf 1,7% mehr als verdoppelte.
In den Nahen und Mittleren Osten wurden 711.710 Reisende gezählt – ein Plus von 186,6%. Der Anteil dieser Region am Passagieraufkommen erhöhte sich um 1,2 Prozentpunkte auf 6,0%.
Verkehrsentwicklung
15
Nach Nordamerika stieg die Anzahl der Fluggäste um 169,4% auf 364.053, was einem Markt-anteil von 3,1% nach 2,6% im Vorjahr entspricht.
Afrika zog mit 251.778 Reisenden um 174,3% mehr Fluggäste an. Der Anteil am Passagierauf-kommen erhöhte sich leicht von 1,8% auf 2,1%.
Die Region Lateinamerika zählte 21.866 Passagiere, was einem Plus von 235,8% entspricht. Der Marktanteil am Passagieraufkommen in diese Region erhöhte sich um 0,1 Prozentpunkte auf 0,2%.
Die 5 passagierstärksten Destinationen 2022 (abfliegende Passagiere)
Destinationen
2022
Veränderung zu 2021
2021
2019
1. London
515.095
353,2%
113.645
707.002
2. Paris
369.560
139,6%
154.219
514.760
3. Istanbul
368.186
78,6%
206.123
369.986
4. Frankfurt
361.449
95,5%
184.852
562.166
5. Amsterdam
310.283
101,6%
153.897
475.165
Entwicklung des Passagieraufkommens im zentral- und osteuropäischen Raum 2022 (abfliegende Passagiere)
Destinationen
2022
Veränderung zu 2021
2021
2019
1. Bukarest
216.766
127,1%
95.462
312.843
2. Warschau
169.022
164,4%
63.930
192.884
3. Sofia
135.307
103,1%
66.625
173.492
4. Belgrad
101.936
108,6%
48.870
101.230
5. Tirana
100.242
49,9%
66.874
90.402
6. Pristina
94.804
45,3%
65.261
57.605
7. Podgorica
79.764
91,4%
41.676
42.004
8. Prag
77.676
360,7%
16.859
87.049
9. Riga
75.146
216,3%
23.761
66.219
10. Krakau
73.849
> 500%
1.655
63.698
Sonstige
883.703
66,0%
532.371
1.567.997
Abfliegende Passagiere
2.008.215
96,2%
1.023.344
2.755.423
Verkehrsentwicklung
16
Entwicklung des Passagieraufkommens Langstrecke 2022 (abfliegende Passagiere)
Destinationen
2022
Veränderung zu 2021
2021
2019
1. Bangkok
112.555
> 500%
8.677
178.010
2. Newark
75.419
115,2%
35.045
67.295
3. Chicago
68.937
93,0%
35.724
80.342
4. Toronto
58.429
266,4%
15.945
76.248
5. Washington
49.816
59,8%
31.176
56.481
6. New York
46.325
236,8%
13.753
62.470
7. Addis Abeba
34.994
86,8%
18.730
39.813
8. Montreal
32.669
> 500%
3.481
39.664
9. Los Angeles
32.458
n.a.
0
56.732
10. Male
25.367
63,5%
15.512
9.358
Sonstige
103.380
264,4%
28.372
569.845
Abfliegende Passagiere
640.349
210,2%
206.415
1.236.258
Entwicklung des Passagieraufkommens in den Nahen und Mittleren Osten 2022 (abfliegende Passagiere)
Destinationen
2022
Veränderung zu 2021
2021
2019
1. Tel Aviv
262.875
177,2%
94.816
299.119
2. Dubai
166.561
121,1%
75.339
211.893
3. Doha
80.348
176,0%
29.107
116.397
4. Amman
61.602
210,8%
19.822
50.129
5. Abu Dhabi
53.006
> 500%
2.906
0
Sonstige
87.318
231,7%
26.327
119.957
Abfliegende Passagiere
711.710
186,6%
248.317
797.495
Verkehrsentwicklung
17
Passagieraufkommen nach Airlines 2022
Fluglinie
2022
Verän-derung zu 2021
2021
2019
Anteil 2022
Anteil 2021
Anteil 2019
Austrian
11.144.003
123,1%
4.995.915
13.673.856
47,1%
48,0%
43,2%
Ryanair/Lauda
4.946.744
152,8%
1.956.721
2.656.939
20,9%
18,8%
8,4%
Wizz Air
1.600.351
77,1%
903.850
2.080.809
6,8%
8,7%
6,6%
Turkish Airlines
574.977
80,7%
318.256
550.309
2,4%
3,1%
1,7%
Eurowings
482.731
156,5%
188.188
2.277.788
2,0%
1,8%
7,2%
Lufthansa
412.371
178,5%
148.068
730.061
1,7%
1,4%
2,3%
Emirates
311.360
108,3%
149.503
415.533
1,3%
1,4%
1,3%
KLM Royal Dutch Airlines
305.033
77,6%
171.778
379.618
1,3%
1,7%
1,2%
Pegasus Airlines
299.579
93,3%
155.002
291.831
1,3%
1,5%
0,9%
Iberia
281.753
193,3%
96.067
304.067
1,2%
0,9%
1,0%
Sonstige
3.323.231
151,3%
1.322.175
8.301.378
14,0%
12,7%
26,2%
davon Lufthansa-Gruppe¹
12.311.095
123,4%
5.509.617
17.318.078
52,0%
52,9%
54,7%
davon Low-Cost Carrier
7.322.493
127,1%
3.224.205
7.663.225
30,9%
31,0%
24,2%
Passagiere Gesamt
23.682.133
127,6%
10.405.523
31.662.189
100,0%
100,0%
100,0%
1) Lufthansa Gruppe: Austrian, Brussels Airlines, Eurowings, Lufthansa und SWISS
Entwicklung der größten Airlines am Flughafen Wien
Durch die Erholung des Verkehrs in der Luftfahrt beförderte Austrian, der größte Kunde am Standort, im vergangenen Jahr 2022 insgesamt 11.144.003 Passagiere. Die Airline konnte im Jahr 2022 gegenüber 2021 einen Anstieg der Fluggäste von 123,1% verzeichnen. Der Marktanteil von Austrian am Gesamtpassagieraufkommen gegenüber 2021 ist dennoch leicht um 0,9 Prozent-punkte auf 47,1% gesunken.
Der zweitgrößte Carrier am Flughafen Wien, Ryanair/Lauda, verzeichnete im Jahr 2022 4.946.744 Passagiere, was einem Zuwachs von 152,8% gegenüber dem Vorjahr entspricht. Der Marktanteil konnte um 2,1 Prozentpunkte auf 20,9% gesteigert werden.
Wizz Air verbuchte einen Passagieranstieg von 77,1% auf 1.600.351 Reisende im Jahr 2022. Der Marktanteil verringerte sich gegenüber 2021 um 1,9 Prozentpunkte auf 6,8%.
Leichter Rückgang beim Frachtaufkommen (minus 4%)
Die gesamte umgeschlagene Frachtmenge am Flughafen 2022 (inklusive des zweiten Cargo-Handling-Anbieters) betrug 250.637 Tonnen, was einem Rückgang um 4,1% gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die Frachtmenge liegt damit noch 11,7% unter dem Jahr 2019.
Das von der Flughafen Wien AG abgefertigte Frachtvolumen lag im Berichtsjahr bei 203.567 Tonnen, was einem Minus von 3,1% gegenüber 2021 und einem durchschnittlichen Marktanteil von 81,2% entspricht.
Während das Volumen der abgefertigten Luftfracht am Flughafen Wien im Vergleich zum Vorjahr mit 169.448 Tonnen stabil blieb (minus 0,2%), sank das Trucking-Volumen um 11,3% auf einen Wert von 81.149 Tonnen. Innerhalb der Luftfracht gab es beim Belly-Verkehr durch
Verkehrsentwicklung
18
die Wiederaufnahme zahlreicher Langstreckenverbindungen eine satte Steigerung um 49,3%, während das Volumen des Frachter-Segments insbesondere aufgrund des Ausbleibens des Charter-Verkehrs um 18,6% sank. Rückgängen im Import (minus 10,2%) stand ein Wachstum bei den Exportmengen (plus 5,3%) gegenüber.
Generell folgt dieser Fracht-Rückgang einem globalen Trend, im europäischen Vergleich konnte sich der Flughafen Wien mit dem moderaten Rückgang von 4,1% gut behaupten. Hem-mende Faktoren für die Fracht-Entwicklung stellten vor allem globale Lieferengpässe, der Krieg in der Ukraine, die Corona-Situation in China, die Angst vor einer globalen Rezession und die erhöhte Inflation dar.
Verkehrsentwicklung der Flughäfen Malta und Košice
Malta (vollkonsolidiertes Tochterunternehmen)
Verkehrskennzahlen
2022
Veränderung
2021
Gesamtpassagiere (in Mio.)
5,9
130,3%
2,5
Flugbewegungen
40.355
64,6%
24.516
MTOW (in Mio. Tonnen)
1,6
69,4%
0,9
Fracht (Luftfracht und Trucking; in Tonnen)
16.330
9,8%
14.867
Nach einem verhaltenen Start konnte Malta Airport mit einem starken Sommerflugplan die Zahl der Fluggäste gegenüber 2021 auf 5.851.079 mehr als verdoppeln, und erreichte somit rund 80% der 2019er-Zahlen. Die Flugbewegungen stiegen von 24.516 auf 40.355 Starts und Landungen, Cargo verzeichnete ein Plus von 9,8% auf 16.330 Tonnen.
Košice (at-Equity-Beteiligung)
Verkehrskennzahlen
2022
Veränderung
2021
Gesamtpassagiere (in Mio.)
0,5
224,1%
0,2
Flugbewegungen
4.398
189,3%
1.520
MTOW (in Mio. Tonnen)
0,1
173,7%
0,1
Fracht (Luftfracht und Trucking; in Tonnen)
1
n.a.
0
Der Flughafen Košice hat 2022 539.749 Passagiere abgefertigt - ein Plus von 224,1% gegenüber dem Vorjahr, wobei vor allem der Sommer-Charterverkehr wieder kräftig zulegte.
Entgelte- und Incentive-Politik am Flughafen Wien
19
Entgelte- und Incentive-Politik am Flughafen Wien
Die Entgeltanpassungen aufgrund der Price-Cap-Formel sowie die Methodik der Anpassungen für 2022 werden durch das Flughafenentgeltegesetz (FEG) geregelt.
Die Novellierung des FEG aufgrund der Covid-19-Pandemie führte zu folgenden Änderungen bei der Berechnung der Flughafenentgelte:
Die Flughafenentgelte am Flughafen Wien werden gemäß § 17a FEG vorübergehend um die durchschnittliche Inflation (gerechnet vom 1.8. bis 31.7.) angepasst. Diese Regelung endet einerseits mit dem Ablauf des 31. Dezember 2026. Das bedeutet, dass die Flughäfen im Ent-geltantrag 2026 wieder zur bestehenden Formel zurückkehren und mit 1. Jänner 2027 wieder die bestehende Formel anwenden.
Sollte sich die Branche andererseits aber rascher erholen, ist eine schnellere Rückkehr zur bestehenden Formel vorgesehen. Das ist dann der Fall, wenn ein dreijähriger Durchschnitt der Verkehrsmenge (MTOW, Treibstoffmenge, Passagierzahl) den dreijährigen Durchschnitt von 1.8.2016 bis 31.7.2019 übersteigt.
Nach den entsprechenden Konsultationen mit den Fluglinien beantragte die Flughafen Wien AG folgende Änderungen der Entgelte ab 1.1.2022, welche von der Obersten Zivilluftfahrtbehörde per Bescheid genehmigt wurden:
Landeentgelt, Infrastrukturentgelt Airside, Parkentgelt:+1,75%
Fluggastentgelt, Infrastrukturentgelt Landside, Sicherheitsentgelt:+1,75%
Infrastrukturentgelt Betankung:+1,75%
Das PRM-Entgelt (Entgelt für „Passengers with Reduced Mobility“ – Flugreisende mit ein-geschränkter Mobilität) betrug € 0,70/abfliegender Passagier.
Die Flughafen Wien AG hat zeitlich begrenzt, freiwillig und nicht präjudiziell ab 1.1.2022 das Fluggastentgelt für Transferpassagiere auf der Kurz- und Mittelstrecke um € 8,60/abfliegender Transferpassagier und auf der Langstrecke um € 12,60/abfliegender Transferpassagier gesenkt. Der Transferincentive wurde gestrichen.
Ergänzend wurde mit dem Volumen-Incentive das nachhaltige Passagiervolumen von Flug-linien mit einer Basis in Wien gefördert und mit dem Transfer-Security-Incentive die Rolle des Flughafen Wien als Hubairport weiter gestärkt.
Entgelte des Flughafen Malta
20
Entgelte des Flughafen Malta
Die Entgelte des Flughafen Malta werden nach der Tarifordnung abgerechnet, im Berichtsjahr wurden diese nicht angehoben. Das aktuelle Incentive-Schema, welches auch Rabatte bei Lande-, Park- und sonstigen Gebühren v.a. im Winterflugplan beinhaltet, steht allen Airlines gleichermaßen zur Verfügung.
Umsatzentwicklung
21
Umsatzentwicklung
Externe Umsätze nach Segmenten
Beträge in € Mio.
2022
Veränderung
2021
Airport
321,0
89,3%
169,5
Handling & Sicherheitsdienstleistungen
124,9
32,3%
94,4
Retail & Properties
138,8
68,6%
82,4
Malta
88,0
85,6%
47,4
Sonstige Segmente
20,0
50,7%
13,3
Externer Konzernumsatz
692,7
70,2%
407,0
Die Umsatzerlöse der Flughafen-Wien-Gruppe konnten in 2022 um 70,2% auf € 692,7 Mio. (2021: € 407,0 Mio.) zulegen. Eine positive Entwicklung konnte in allen Segmenten verzeichnet werden. Die Details dazu finden sich in den nachfolgenden Kapiteln.
Entwicklung der Segmente
22
Entwicklung der Segmente
Ergebnis der Segmente 2022
in € Mio.
Airport
Handling & Sicherheits-dienstleis-tungen
Retail &
Properties
Malta
Sonstige Segmente
Konzern-überlei-tung
Summe
Segmentumsätze1
355,3
192,5
154,8
88,0
142,0
-239,9
692,7
Betriebsleistung
360,2
192,9
166,1
88,0
144,1
-239,9
711,5
Betriebsaufwand2
310,8
196,4
101,9
46,6
128,5
-239,9
544,4
EBITDA
127,2
5,0
81,4
55,1
27,2
295,9
EBITDA-Marge in %
35,8
2,6
52,6
62,6
19,2
42,7
EBIT
49,4
-3,5
64,2
41,5
15,6
167,2
EBIT-Marge in %
13,9
-1,8
41,5
47,1
11,0
24,1
1) enthält in den Segmenten externe und interne Umsätze. Die Summe stellt den externen Konzernumsatz dar.
2) inkl. Abschreibungen, Wertaufholungen sowie at Equity Ergebnisse im Segment Sonstige Segmente
Ergebnis der Segmente 2021
in € Mio.
Airport
Handling & Sicherheits-dienstleis-tungen
Retail &
Properties
Malta
Sonstige Segmente
Konzern-überlei-tung
Summe
Segmentumsätze1
199,3
134,0
100,5
47,4
89,4
-163,6
407,0
Betriebsleistung
211,1
138,7
103,6
47,4
93,6
-163,6
430,8
Betriebsaufwand2
222,2
144,4
75,3
36,5
96,1
-163,6
410,8
EBITDA
69,3
3,6
48,0
24,5
9,0
154,4
EBITDA-Marge in %
34,8
2,7
47,7
51,6
10,1
37,9
EBIT
-11,1
-5,8
28,4
11,0
-2,5
20,0
EBIT-Marge in %
-5,6
-4,3
28,2
23,1
-2,8
4,9
1) enthält in den Segmenten externe und interne Umsätze. Die Summe stellt den externen Konzernumsatz dar.
2) inkl. Abschreibungen, Wertminderungen sowie at Equity Ergebnisse im Segment Sonstige Segmente
Segment Airport
Beträge in € Mio.
2022
Veränderung
2021
Aircraftbezogene Entgelte
62,6
73,2%
36,2
Passagierbezogene Entgelte
214,3
110,7%
101,7
Infrastrukturerlöse & Dienstleistungen
44,1
39,1%
31,7
Umsatz Segment Airport
321,0
89,3%
169,5
Die Erlöse aus aircraftbezogenen Entgelten legten um 73,2% auf € 62,6 Mio. (2021: € 36,2 Mio.) zu. Dies ist auf den Anstieg der Bewegungen von 68,9% und des MTOWs von 66,0% zurückzu-führen. Die passagierbezogenen Entgelte haben sich von € 101,7 Mio. auf € 214,3 Mio. mehr als verdoppelt, was auch der Passagierentwicklung am Flughafen Wien (plus 127,6%) entspricht. Die Erlöse aus der Bereitstellung und Vermietung von Infrastruktur und aus sonstigen Dienst-
Entwicklung der Segmente
23
leistungen konnten ebenfalls um 39,1% zulegen und betrugen € 44,1 Mio. (2021: € 31,7 Mio.). Mit einem Anteil von 46,3% (2021: 41,7%) leistet das Segment den größten Beitrag zum Konzern-umsatz. Die internen Umsatzerlöse erhöhten sich um 15,3% auf € 34,3 Mio., u.a. durch höhere interne Vermietungserlöse und Konzernverrechnungen. Die sonstigen Erträge reduzierten sich um € 6,8 Mio. auf € 4,9 Mio. aufgrund der Erfassung von COVID-19 Unterstützungen im Vorjahr.
Der Materialaufwand blieb im Vorjahresvergleich konstant bei € 5,2 Mio. (2021: € 5,1 Mio.). Während sich die bezogenen Leistungen und der Aufwand für Enteisungsmittel reduzierten, stiegen betriebsbedingt Aufwendungen für sonstiges Material. Der Personalaufwand stieg im Berichtsjahr 2022 um € 12,4 Mio. auf € 45,3 Mio. bei einem Personalstand von 545 Mitarbeitern (2021: 560). Der Anstieg ist im Wesentlichen auf die Beendigung der Kurzarbeit mit Q1/2022 und Rückstellungsbewegungen zurückzuführen. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen stiegen um € 21,9 Mio. auf € 35,0 Mio. Dies ist im Wesentlichen auf folgende Positionen zurückzufüh-ren: höhere Aufwendungen für Instandhaltungen, Marktkommunikation und Marketing sowie Fremdpersonal. Weiters wurden im Vorjahr COVID-19 Unterstützungen aufwandsmindernd erfasst. Der interne Betriebsaufwand beläuft sich 2022 auf € 147,5 Mio. (2021: € 90,7 Mio.). Die wesentlichen Treiber betreffen Kosten für die Sicherheitskontrolle, sonstige passagierbezogene Leistungen und Aufwendungen für den Terminalbetrieb (inkl. Energiekosten).
Das EBITDA erhöhte sich auf € 127,2 Mio. (2021: € 69,3 Mio.). Abschreibungen von € 77,8 Mio. (2021: € 80,5 Mio.) führten zum Segment-EBIT von plus € 49,4 Mio., nach minus € 11,1 Mio. im Vorjahr. Die EBITDA-Marge stieg von 34,8% auf 35,8%, die EBIT-Marge drehte von minus 5,6% auf plus 13,9%.
Segment Handling & Sicherheitsdienstleistungen
Beträge in € Mio.
2022
Veränderung
2021
Ground Handling
80,5
56,5%
51,4
Frachtabfertigung (Cargo)
26,0
-8,0%
28,3
Sicherheitsdienstleistungen
3,1
30,6%
2,4
Passenger Handling
7,1
73,2%
4,1
General Aviation, Sonstiges
8,3
-0,1%
8,3
Umsatz Segment Handling & Sicherheitsdienstleistungen
124,9
32,3%
94,4
Die Umsatzerlöse des Ground Handling stiegen im Berichtsjahr um € 29,1 Mio. auf € 80,5 Mio. Dies ist u.a. auf den Anstieg bei Bewegungen (plus 68,9%) und MTOW (plus 66,0%) zurückzu-führen. Der durchschnittliche Marktanteil der VIE-Abfertigung (Luftfahrzeuge/Bewegungen) lag bei 87,0% (2021: 88,6%). Die Erlöse aus der Frachtabfertigung (VIE-Marktanteil 81,2%) liegen leicht unter dem Vorjahresniveau bei € 26,0 Mio. (2021: € 28,3 Mio.). Die General Aviation (inkl. Sonstiges) erwirtschaftete wie im Vorjahr Umsatzerlöse von € 8,3 Mio. (2021: € 8,3 Mio.). Der Anteil des Segments am Konzernumsatz betrug 18,0% (2021: 23,2%). Die internen Umsatz-erlöse erhöhten sich um 70,6% auf € 67,5 Mio. (2021: € 39,6 Mio.), u.a. durch passagierbezogene Leistungen (z.B. Sicherheitskontrolle). Die sonstigen Erträge reduzierten sich hingegen von € 4,6 Mio. auf € 0,4 Mio. aufgrund der Erfassung von COVID-19 Unterstützungen im Vorjahr. Der Materialaufwand stieg um 61,4% auf € 7,7 Mio., u.a. aufgrund eines höheren Verbrauchs von Treibstoffen. Auch in diesem Segment wirkte sich die Beendigung der Kurzarbeit und Rück-stellungsbewegungen stark aus, wodurch der Personalaufwand um € 36,2 Mio. auf € 138,6 Mio. zulegte. Die durchschnittliche Mitarbeiterzahl betrug 2.666, was einem Minus von 117 Personen entspricht. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen lagen mit € 8,6 Mio. deutlich über dem
Entwicklung der Segmente
24
Niveau des Vorjahres (2021: € 2,1 Mio.) und betreffen im Wesentlichen Steigerungen im Bereich der Fremdleistungen für die Verkehrsabfertigung. COVID-19 Unterstützungen, welche im We-sentlichen Aufwendungen von 2020 abdecken, wurden in 2021 aufwandsmindernd erfasst. Der interne Betriebsaufwand, inkl. Energiekosten, betrug € 33,0 Mio. (2021: € 25,8 Mio.).
Das EBITDA des Segments Handling & Sicherheitsdienstleistungen verbesserte sich auf plus € 5,0 Mio. nach € 3,6 Mio. im Vorjahr. Abschreibungen von € 8,5 Mio. (2021: € 9,4 Mio.) führten zum EBIT von minus € 3,5 Mio. (2021: minus € 5,8 Mio.). Die EBITDA-Marge lag mit 2,6% unter dem Vorjahresniveau von 2,7%. Die EBIT-Marge verbesserte sich auf minus 1,8% (2021: minus 4,3%).
Segment Retail & Properties
Beträge in € Mio.
2022
Veränderung
2021
Parkerlöse
42,5
102,5%
21,0
Vermietung
29,2
6,9%
27,3
Center Management & Hospitality
67,2
97,1%
34,1
Umsatz Segment Retail & Properties
138,8
68,6%
82,4
Die externen Umsatzerlöse aus dem Centermanagement & Hospitality verdoppelten sich nahezu auf € 67,2 Mio. (2021: € 34,1 Mio.). Die Parkerlöse stiegen ebenfalls von € 21,0 Mio. um 102,5% auf € 42,5 Mio. Die Vermietungserlöse legten ebenfalls um 6,9% auf € 29,2 Mio. zu (2021: € 27,3 Mio.). Der Anteil des Segments am Konzernumsatz betrug 20,0% (2021: 20,2%). Die inter-nen Umsatzerlöse sanken um 11,9% auf € 15,9 Mio., infolge von verringerten COVID-Tests und internen Vermietungen. Die sonstigen Erträge legten hingegen aufgrund von Grundstücks-verkäufen um € 8,2 Mio. auf € 11,3 Mio. (2021 € 3,2 Mio.) zu. Der Materialaufwand erhöhte sich u.a. durch höhere bezogene Leistungen für Weiterverrechnungen von € 1,3 Mio. in 2021 auf € 2,5 Mio. Der Personalaufwand stieg bei einem Mitarbeiterstand von 171 Personen (2021: 168) von € 10,2 Mio. auf € 15,9 Mio. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen legten im Vorjah-resvergleich um € 12,1 Mio. auf € 17,3 Mio. zu und betreffen Anstiege im Bereich des sonstigen Betriebsaufwands (Loungen), der Instandhaltungen und der Aufwendungen für Marketing und Marktkommunikation. Im Jahr 2021 wurden zudem COVID-19 Unterstützungen aufwands-mindernd erfasst. Der interne Betriebsaufwand stieg ebenfalls betriebsbedingt (u.a. aufgrund höherer Energiekosten) um € 10,0 Mio. auf € 49,0 Mio.
Das EBITDA des Segments Retail & Properties stieg aufgrund der positiven Umsatzent-wicklung und dem Grundstücksverkauf im Geschäftsjahr 2022 von € 48,0 Mio. um 69,7% auf € 81,4 Mio. Abschreibungen (inkl. Wertaufholungen) von € 17,1 Mio. nach € 19,6 Mio. im Vorjahr führten zum EBIT, das um € 35,9 Mio. auf € 64,2 Mio. zulegte. Die EBITDA-Marge betrug 52,6% (2021: 47,7%). Die EBIT-Marge stieg von 28,2% auf 41,5%.
Segment Malta
Beträge in € Mio.
2022
Veränderung
2021
Airport
58,3
109,8%
27,8
Retail & Properties
29,5
51,1%
19,5
Sonstiges
0,2
73,5%
0,1
Umsatz Segment Malta
88,0
85,6%
47,4
Die airportbezogenen Umsätze, welche Erträge aus Tarifen, Aviation-Konzessionen und PRM-Services enthalten, verdoppelten sich auf € 58,3 Mio. (2021: € 27,8 Mio.), was auf den zu-
Entwicklung der Segmente
25
nehmenden Verkehr (Passagiere plus 130,3%, Bewegungen plus 64,6%) zurückzuführen ist. Aber auch die Erlöse aus Retail-Outlets, Vermietungen inklusive VIP-Lounges und Parken verbes-serten sich um 51,1% auf € 29,5 Mio. (2021: € 19,5 Mio.). Der Materialaufwand lag mit € 2,5 Mio. betriebsbedingt leicht über dem Vorjahr (2021: € 2,2 Mio.). Die Personalaufwendungen erhöhten sich bei einem durchschnittlichen Personalstand von 336 (plus 6,7%) von € 6,6 Mio. auf € 9,9 Mio., was u.a. auch auf den Rückgang der COVID-Lohnzuschüsse zurückzuführen ist. Der sonstige betriebliche Aufwand stieg um 44,8% auf € 20,6 Mio., u.a. in den Bereichen Instandhaltungen, IT-Aufwendungen und sonstige passagierbezogene Aufwendungen.
Das Segment-EBITDA betrug € 55,1 Mio. (2021: € 24,5 Mio.), die EBITDA-Marge 62,6% (2021: 51,6%). Abschreibungen von € 13,7 Mio. (2021: € 13,5 Mio.) führten zum EBIT von € 41,5 Mio. (2021: € 11,0 Mio.). Die EBIT-Marge betrug 47,1% (2021: 23,1%).
Segment Sonstige Segmente
Beträge in € Mio.
2022
Veränderung
2021
Ver- und Entsorgung
12,0
54,1%
7,8
Telekommunikation und EDV
3,0
4,3%
2,9
Materialwirtschaft
1,1
80,6%
0,6
Elektrotechnik, Sicherheitsequipment, Werkstätten
0,5
7,5%
0,4
Facility-Management, bauliche Instandhaltung, u.a.
1,3
106,1%
0,6
„GetService“-Flughafen-Sicherheits- und Ser-vicedienst GmbH
1,3
186,3%
0,5
Sonstiges inkl. Auslandsbeteiligungen
0,8
86,4%
0,4
Umsatz Sonstige Segmente
20,0
50,7%
13,3
Der externe Umsatz lag bei € 20,0 Mio. (2021: € 13,3 Mio.). Der Anstieg ist im Wesentlichen dem Bereich Ver- und Entsorgung zuzurechnen. Die internen Erlöse beliefen sich auf € 122,1 Mio. (2021: € 76,2 Mio.), was vor allem auf höhere Konzernleistungen im Bereich der technischen Dienstleistungen und der internen Ver- und Entsorgung (inkl. Energie) zurückzuführen ist. Die sonstigen Erträge (inkl. aktivierter Eigenleistungen) betrugen € 2,1 Mio. (2021: € 4,2 Mio.) und enthielten im Vorjahr COVID-19 Unterstützungen. Der Aufwand für Material und bezogene Leistungen stieg um 61,8% auf € 26,6 Mio. (2021: € 16,5 Mio.), insbesondere aufgrund höherer Aufwendungen für den Energiebezug, den Verbrauch an Treibstoffen und sonstigen Verbrauchs-material. Der Personalaufwand betrug € 62,6 Mio. (2021: € 44,6 Mio.) bei einem durchschnitt-lichen Personalstand von 978 Mitarbeitern (2021: 1.032). Der Anstieg resultiert nicht zuletzt aus dem Wegfall der Kurzarbeitsförderungen. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen stiegen von € 15,4 Mio. auf € 18,9 Mio. Höheren Aufwendungen für Fremdleistungen und Mieten wirkte ein positiver Einmaleffekt aus einer Forderungswertaufholung entgegen. Im Vorjahr wurden auch in diesem Segment COVID-19 Unterstützungen aufwandsmindernd erfasst. Der interne Aufwand belief sich auf € 10,3 Mio. (2021: € 8,2 Mio.). Das at-Equity-Ergebnis spiegelt das ope-rative Ergebnis der at-Equity-Beteiligungen Flughafen Košice und City Airport Train (CAT) mit € 1,5 Mio. wider (2021: € 0,2 Mio.).
Das Segment-EBITDA betrug € 27,2 Mio. (2021: € 9,0 Mio.). Abschreibungen von € 11,6 Mio. (2021: € 11,5 Mio.) führten zum Segment-EBIT von plus € 15,6 Mio. (2021: minus € 2,5 Mio.). Die EBITDA-Marge betrug 19,2% (2021: 10,1%), die EBIT-Marge belief sich auf plus 11,0% (2021: minus 2,8%).
Ertragslage im Überblick
26
Ertragslage im Überblick
Gewinn- und Verlustrechnung
Konzernergebnis in € Mio.
2022
Veränderung
2021
Umsatzerlöse
692,7
70,2%
407,0
Sonstige betriebliche Erträge
18,8
-20,9%
23,8
Betriebsleistung
711,5
65,2%
430,8
Betriebsaufwand1 ohne Abschreibungen, Wertaufholungen/Wertminderungen
-417,1
50,8%
-276,5
At-Equity-Ergebnisse
1,5
n.a.
0,2
EBITDA
295,9
91,7%
154,4
Abschreibungen inkl. Wertaufholungen/Wertminderungen
-128,8
-4,2%
-134,5
EBIT
167,2
n.a.
20,0
Finanzergebnis
-9,3
10,8%
-10,4
EBT
157,9
n.a.
9,5
Steuern
-29,8
n.a.
-2,9
Periodenergebnis
128,1
n.a.
6,6
davon Ergebnis nicht beherrschende Anteile
20,2
n.a.
2,9
davon Ergebnis Muttergesellschaft
107,9
n.a.
3,7
Gewinn je Aktie in €
1,29
n.a.
0,04
1) inkl. Wertminderungen/Wertaufholungen auf Forderungen
Die Umsatzerlöse stiegen um 70,2% auf € 692,7 Mio. Wegen der durch Urlaubsreisen be-dingten Saisonalität des Flughafengeschäfts generiert die FWAG normalerweise im 2. und 3. Quartal die höchsten Umsätze, was aber pandemiebedingt 2022 nicht der Fall war. Die sons-tigen betrieblichen Erträge reduzierten sich um € 5,0 Mio. auf € 18,8 Mio. und beinhalten auch staatliche COVID-19 Unterstützungen.
Betriebsaufwand um 32,8% gestiegen
Beträge in € Mio.
2022
Veränderung
2021
Materialaufwand und bezogene Leistungen
44,5
49,5%
29,8
Personalaufwand
272,3
38,4%
196,7
Sonstiger betrieblicher Aufwand (inkl. Wert-minderung/Wertaufholung von Forderungen)
100,3
100,4%
50,0
Abschreibungen, Wertaufholungen, Wertminderungen
128,8
-4,2%
134,5
Summe Betriebsaufwand
(inkl. Abschreibungen, Wertaufholungen, Wertminderungen)
545,9
32,8%
411,0
Der Aufwand für Material und bezogene Leistungen stieg gesamt um € 14,7 Mio. auf € 44,5 Mio., u.a. aufgrund des höheren Verbrauchs von Treibstoffen. Auch der Energieauf-wand stieg um 50,3% auf € 21,1 Mio. (2021: € 14,1 Mio.). Weiters wurden im Vorjahr COVID-19 Unterstützungen aufwandsmindernd erfasst. Bezogene Leistungen gingen um € 1,2 Mio. auf € 3,4 Mio. zurück, u.a. bedingt durch geringere PCR-Testkosten.
Ertragslage im Überblick
27
Der Personalaufwand erhöhte sich um 38,4% auf € 272,3 Mio. (2021: € 196,7 Mio.). Hier wirkte im Wesentlichen die Beendigung der Kurzarbeit mit Q1/2022, wodurch die ergebniswirksamen Erstattungsansprüche am Standort Wien auf € 9,5 Mio. sanken (2021: € 67,9 Mio.). Die Löhne stiegen um 64,8% auf € 108,6 Mio. (2021: € 65,9 Mio.), die Gehälter erhöhten sich um 57,6% auf € 98,6 Mio. (2021: € 62,5 Mio.). Aufwendungen für Abfertigungen beliefen sich auf € 0,3 Mio. (2021: € 8,5 Mio.) und der Pensionsaufwand auf € 2,3 Mio. (2021: € 2,2 Mio.). Weiters sind im Personalaufwand Dotierungen sonstiger Personalrückstellungen (u.a. Unterauslastung) in Höhe von rund € 10,3 Mio. enthalten. Der durchschnittliche Personalstand (FTE, Vollzeitäquivalente) der Flughafen-Wien-Gruppe reduzierte sich im Vorjahresvergleich von 4.858 auf nunmehr 4.696 Mitarbeiter (minus 3,3%). Stichtagsbezogen im Vergleich zum 31.12.2021 stieg der Personalstand um 140 auf 4.854 Mitarbeiter (plus 3,0%).
Der sonstige betriebliche Aufwand (inkl. Wertminderung/Wertaufholung auf Forderungen) verdoppelte sich auf € 100,3 Mio. (2021: € 50,0 Mio.). Die wesentlichsten Veränderungen ergaben sich bei den Aufwendungen für Instandhaltungen (plus € 13,1 Mio.), Marketing und Marktkom-munikation (plus € 11,2 Mio.), bei Fremdleistungen (plus € 11,1 Mio.), dem sonstigen Betriebs-aufwand (plus € 4,6 Mio.), sowie der Zuweisung von Wertberichtigungen (plus € 4,4 Mio.). Im Vorjahr wurden COVID-19 Unterstützungen, welche im Wesentlichen Aufwendungen des Jahres 2020 abdeckten, aufwandsmindernd erfasst.
Die operativen Ergebnisse der at-Equity-Beteiligungen (im Wesentlichen Flughafen Košice und City Airport Train) verbesserten sich von € 0,2 Mio. auf € 1,5 Mio.
Konzern-EBITDA Anstieg um € 141,5 Mio. auf € 295,9 Mio.
EBITDA (Beträge in € Mio.)
2022
Veränderung
2021
Airport
127,2
83,5%
69,3
Handling & Sicherheitsdienstleistungen
5,0
39,6%
3,6
Retail & Properties
81,4
69,7%
48,0
Malta
55,1
125,1%
24,5
Sonstige Segmente
27,2
201,1%
9,0
Konzern-EBITDA
295,9
91,7%
154,4
EBITDA Konzern Anteile (in %)
2022
2021
Airport
43,0
44,9
Handling & Sicherheitsdienstleistungen
1,7
2,3
Retail & Properties
27,5
31,1
Malta
18,6
15,9
Sonstige Segmente
9,2
5,9
Konzern-EBITDA
100,0
100,0%
Aufgrund der positiven Umsatzentwicklung konnte das EBITDA von € 154,4 Mio. auf € 295,9 Mio. nahezu verdoppelt werden. Die EBITDA-Marge legte von 37,9% auf 42,7% zu.
Ertragslage im Überblick
28
Planmäßige Abschreibungen inkl. Wertaufholungen von € 128,8 Mio.
1) 2021: inkl. saldierte COVID-19 Unterstützungen in Höhe von € 0,6 Mio.
Beträge in € Mio.
2022
Veränderung
2021
Investitionen langfristiges Vermögen (exkl. Finanzanlagen)
53,6
4,0%
51,6
Planmäßige Abschreibungen
131,1
-2,3%
134,1
Wertminderungen
0,0
-100,0%
0,4
Wertaufholungen
2,3
n.a.
0,0
Summe Abschreibungen, Wertminderun-gen, Wertaufholungen1
128,8
-4,2%
134,5
2022 wurden € 53,6 Mio. (2021: € 51,6 Mio.) in immaterielles Vermögen, Sachanlagen sowie in als Finanzinvestition gehaltene Immobilien investiert bzw. als Anzahlung geleistet. Die größten Investitionsprojekte betreffen Adaptierungen für das Exit-Entry System und Photovol-taikanlagen. Weitere Details sind im Konzernanhang (14) angeführt. 2021 wurde eine Sonder-abschreibung in Höhe von € 0,4 Mio. für eine Software erfasst, welche dem Segment Sonstige Segmente zugeordnet wurde.
Die im Dezember durchgeführten planmäßigen Werthaltigkeitstests führten zu einer Wert-aufholung von Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien. Vergleiche dazu auch die Ausführungen im Konzernanhang (7).
EBIT-Anstieg um € 147,2 Mio. auf € 167,2 Mio.
EBIT (Beträge in € Mio.)
2022
Veränderung
2021
Airport
49,4
n.a.
-11,1
Handling & Sicherheitsdienstleistungen
-3,5
39,2%
-5,8
Retail & Properties
64,2
126,4%
28,4
Malta
41,5
277,8%
11,0
Sonstige Segmente
15,6
n.a.
-2,5
Konzern-EBIT
167,2
n.a.
20,0
EBIT Konzern Anteile (in %)
2022
2021
Airport
29,5
-55,9
Handling & Sicherheitsdienstleistungen
-2,1
-28,9
Retail & Properties
38,4
142,2
Malta
24,8
55,0
Sonstige Segmente
9,3
-12,4
Konzern-EBIT
100,0
100,0
Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) verbesserte sich aufgrund des besseren ope-rativen Ergebnisses (EBITDA) und geringerer Abschreibungen (inkl. Wertaufholungen/Wert-minderungen) um € 147,2 Mio. auf € 167,2 Mio. (2021: € 20,0 Mio.). Die EBIT-Marge stieg von 4,9% auf 24,1%.
Ertragslage im Überblick
29
Finanzergebnis minus € 9,3 Mio. (2021: minus € 10,4 Mio.)
Beträge in € Mio.
2022
Veränderung
2021
Beteiligungsergebnis ohne at-Equity-Unternehmen
0,4
-14,9%
0,5
Zinsertrag
4,4
122,6%
2,0
Zinsaufwand
-13,5
3,0%
-13,1
Sonstiges Finanzergebnis
-0,6
n.a.
0,2
Finanzergebnis
-9,3
10,8%
-10,4
Das Finanzergebnis verbesserte sich mit minus € 9,3 Mio. um € 1,1 Mio. (2021: minus € 10,4 Mio.). Das Zinsergebnis belief sich auf minus € 9,1 Mio. (2021: minus € 11,1 Mio.) und be-inhaltete im Vorjahr aufwandsmindernd erfasste COVID-19 Unterstützungen von € 2,6 Mio. (2020 betreffend). Das sonstige Finanzergebnis von minus € 0,6 Mio. (2021: plus € 0,2 Mio.) enthält die Bewertung von Finanzinstrumenten.
Konzern-Periodenergebnis von € 128,1 Mio. (2021: € 6,6 Mio.)
Das Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT) des FWAG-Konzerns stieg um € 148,3 Mio. auf € 157,9 Mio. (2021: € 9,5 Mio.). Nach Ertragsteuern von € 29,8 Mio. (2021: € 2,9 Mio.) betrug das Perioden-ergebnis € 128,1 Mio. (2021: € 6,6 Mio.). Das den Gesellschaftern der Muttergesellschaft zuste-hende Periodenergebnis beläuft sich auf € 107,9 Mio. (2021: € 3,7 Mio.). Auf nicht beherrschende Anteile (darin enthalten ist u.a. der anteilige Gewinn der Tochtergesellschaft BTS Holding a.s. sowie der Minderheiten an den maltesischen Gesellschaften (MIA-Gruppe und MMLC) entfällt ein Ergebnis für das Geschäftsjahr 2022 von € 20,2 Mio. (2021: € 2,9 Mio.). 2022 waren durch-schnittlich gewichtet 83.874.681 Aktien (2021: 83.874.681 Stück) im Umlauf. Daraus errechnet sich ein Ergebnis je Aktie in Höhe von € 1,29 (2021: € 0,04). Zum Stichtag 31.12.2022 hielt die FWAG 125.319 (31.12.2021: 125.319) eigene Aktien.
Finanzlage, Vermögens- und Kapitalstruktur
30
Finanzlage, Vermögens- und Kapitalstruktur
Bilanzstruktur
2022
2021
Bilanzstruktur
in € Mio.
Bilanzsumme in %
in € Mio.
Bilanzsumme in %
AKTIVA
Langfristiges Vermögen
1.687,9
75,9%
1.761,3
84,9%
Kurzfristiges Vermögen
537,1
24,1%
312,5
15,1%
Bilanzsumme
2.224,9
100,0%
2.073,8
100,0%
PASSIVA
Eigenkapital
1.448,5
65,1%
1.314,5
63,4%
Langfristige Schulden
483,0
21,7%
501,4
24,2%
Kurzfristige Schulden
293,5
13,2%
257,9
12,4%
Bilanzsumme
2.224,9
100,0%
2.073,8
100,0%
Bilanzaktiva
Das langfristige Vermögen sank um 4,2% auf € 1.687,9 Mio. (2021: € 1.761,3 Mio.). Den laufenden Zugängen bei immateriellen Vermögenswerten, Sachanlagen und als Finanzinvestition gehal-tene Immobilien in Höhe von € 53,6 Mio., stehen Abschreibungen inkl. Wertminderungen und Wertaufholungen von € 128,8 Mio. gegenüber. Die Veränderung der sonstigen Vermögenswerte ist im Wesentlichen auf die Bewertung von Eigenkapitaltiteln zurückzuführen. Der Anteil des langfristigen Vermögens am Gesamtvermögen reduzierte sich auf 75,9% (2021: 84,9%).
Die immateriellen Vermögenswerte reduzierten sich von € 165,6 Mio. auf € 159,2 Mio. durch Abschreibungen in Höhe von € 7,3 Mio. Im Gegenzug wurden Investitionen in Höhe von € 0,7 Mio. erfasst.
Die Sachanlagen stellen mit € 1.339,2 Mio. (2021: € 1.403,9 Mio.) die größte Position des lang-fristigen Vermögens dar: Hier stehen Investitionen (Zugänge) von € 51,1 Mio., den Umbuchun-gen von minus € 0,4 Mio. und den planmäßigen Abschreibungen inkl. Wertaufholungen von € 114,9 Mio. gegenüber. Der Buchwert der Grundstücke und Bauten reduzierte sich um 4,9% von € 1.000,2 Mio. (2021) auf € 951,2 Mio. Neben Investitionen von € 5,9 Mio. wurden Abschrei-bungen (inkl. Wertaufholung) von € 60,2 Mio. erfasst und Umbuchungen aus fertiggestellten Projekten von € 5,7 Mio. vorgenommen. Der Posten „Technische Anlagen und Maschinen“ mit einem Buchwert von € 197,4 Mio. reduzierte sich im Vergleich zum Vorjahr um 5,5% (2021: € 208,8 Mio.). Investitionen und Umbuchungen von fertiggestellten Projekten in Höhe von € 18,1 Mio. stehen Abschreibungen von € 29,5 Mio. gegenüber. Die Position „Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung“ nahm um 5,4% auf € 100,8 Mio. (2021: € 106,5 Mio.) ab. Hier wurden Zugänge (inkl. Umbuchungen) in Höhe von € 19,6 Mio. und Abschreibungen in Höhe von € 25,2 Mio. erfasst. Die geleisteten Anzahlungen und in Bau befindliche Projekte verzeichneten einen Anstieg durch die gestiegene Bautätigkeit am Flughafen um € 1,4 Mio. auf € 89,8 Mio. (2021: € 88,4 Mio.).
Der Buchwert der als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien reduzierte sich um 3,2% und betrug € 138,6 Mio. (2021: € 143,1 Mio.). Den planmäßigen Abschreibungen inkl. Wertaufholungen
Finanzlage, Vermögens- und Kapitalstruktur
31
von € 6,6 Mio. stehen Umbuchungen aus dem Sachanlagevermögen in Höhe von € 0,3 Mio. sowie Investitionen in Höhe von € 1,8 Mio. gegenüber. Der Bilanzansatz der Beteiligungen an Unternehmen, die nach der Equity-Methode bilanziert werden, erhöhte sich leicht um 3,7% von € 41,2 Mio. auf € 42,7 Mio. Dies ist auf die operativen Ergebnisse dieser Beteiligungen von € 1,5 Mio. zurückzuführen. Die langfristigen sonstigen Vermögenswerte nahmen von € 7,5 Mio. auf € 8,2 Mio. zu. Die darin enthaltenen Eigenkapitaltitel des langfristigen Vermögens erhöhten sich im Wesentlichen durch die Bewertung der Finanzinstrumente von € 4,4 Mio. auf € 5,1 Mio.
Das kurzfristige Vermögen erhöhte sich um 71,9% auf € 537,1 Mio. (2021: € 312,5 Mio.). Die kurzfristigen Veranlagungen betrugen € 298,3 Mio. (2021: € 30,5 Mio.). Während die Netto-For-derungen aus Lieferungen und Leistungen aufgrund des Umsatzwachstums stichtagsbezogen um € 10,6 Mio. auf € 56,3 Mio. (2021: € 45,7 Mio.) stiegen, reduzierten sich die Forderungen an das Finanzamt. Die sonstigen Forderungen reduzierten sich um € 22,0 Mio. auf € 36,7 Mio. (2021: € 58,7 Mio.) und enthalten u.a. nicht ausbezahlte Forderungen (u.a. aus COVID-19-Unterstüt-zungen). Als zum Verkauf stehende Vermögenswerte wurden im Vorjahr Grundstücke in Höhe von € 14,2 Mio. ausgewiesen, welche im Berichtsjahr 2022 verkauft wurden. Der Buchwert der Wertpapiere reduzierte sich u.a. durch die Marktwertbewertung von € 27,1 Mio. auf € 25,5 Mio. Der Bestand an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten nahm zum 31.12.2022 auf € 105,2 Mio. ab (2021: € 123,6 Mio.).
Bilanzpassiva
Das Eigenkapital erhöhte sich um 10,2% auf € 1.448,5 Mio. (2021: € 1.314,5 Mio.), aufgrund des positiven Periodenergebnisses (inkl. nicht beherrschende Anteile) von plus € 128,1 Mio., und ver-sicherungsmathematischer Gewinne aus der Neubewertung von leistungsorientierten Plänen von € 5,3 Mio. und Bewertungen von Finanzinstrumenten (FVOCI) von € 0,6 Mio. Im Geschäfts-jahr wurde keine Dividende ausgeschüttet. Die Eigenkapitalquote liegt bei 65,1% (2021: 63,4%). Die nicht beherrschenden Anteile betreffen u.a. die restlichen Anteilseigner des Flughafen Malta (Malta International Airport plc), der Malta Mediterranean Link Consortium Limited (MMLC) sowie der slowakischen Tochtergesellschaft BTS Holding a.s. Sie veränderten sich durch die Jahresergebnisse der Tochtergesellschaften in Höhe von € 20,4 Mio. (inkl. OCI). Der Buchwert der nicht beherrschenden Anteile betrug € 124,9 Mio. (2021: € 104,5 Mio.).
Die Reduzierung der langfristigen Schulden um 3,7% von € 501,4 Mio. auf € 483,0 Mio. re-sultiert primär aus Umgliederungen von Finanz- und Leasingverbindlichkeiten aufgrund des Fälligkeitsprofils. Zum 31.12.2022 betrugen die langfristigen Finanz- und Leasingverbindlich-keiten € 254,8 Mio. (2021: € 280,6 Mio.). Die langfristigen Rückstellungen veränderten sich von € 167,4 Mio. auf € 173,9 Mio. einerseits durch die laufende Bewertung langfristiger Personal-rückstellungen durch die Aktualisierung von versicherungsmathematischen Parametern und andererseits durch die Dotation sonstiger Personalrückstellungen (u.a. für Unterauslastung). Die übrigen langfristigen Verbindlichkeiten erhöhten sich leicht um € 0,6 Mio. auf € 27,1 Mio. Die passiven latenten Steuern erhöhten sich um € 0,3 Mio. auf € 27,2 Mio.
Die kurzfristigen Schulden erhöhten sich um € 35,5 Mio. auf € 293,5 Mio. Die Reduktion der kurzfristigen Finanz- und Leasingverbindlichkeiten um € 26,2 Mio. auf € 25,0 Mio. ist auf Til-gungen zurückzuführen. Die Lieferantenverbindlichkeiten erhöhten sich hingegen stichtags-bezogen um € 5,5 Mio. auf € 35,3 Mio. Die kurzfristigen Rückstellungen stiegen um € 5,9 Mio. auf € 69,3 Mio. (2021: € 63,4 Mio.), während die übrigen kurzfristigen Verbindlichkeiten, u.a. aufgrund noch nicht ausgezahlter Incentives um € 26,2 Mio. auf € 131,7 Mio. zulegten (2021: € 105,5 Mio.). Die Steuerrückstellung beläuft sich auf € 32,2 Mio. (2021: € 8,0 Mio.).
Finanzlage, Vermögens- und Kapitalstruktur
32
Finanzkennzahlen
1) Aufgrund der vorhandenen Nettoliquidität wird der Verschuldungsgrad Gearing mit negativem Vorzeichen ausgewiesen
2022
Veränderung
2021
Buchmäßiges Eigenkapital in € Mio.
1.448,5
10,2%
1.314,5
Eigenkapitalquote in %
65,1
63,4
Nettoliquidität (VJ: Nettoverschuldung) in € Mio.
149,4
n.a.
-150,4
Gearing in %1
-10,3
11,4
Working Capital in € Mio.
-165,3
n.a.
-69,7
Anlagenintensität in %
75,8
84,8
Geldflussrechnung
33
Geldflussrechnung
in € Mio.
2022
Veränderung
2021
Flüssige Mittel per 1.1.
123,6
-28,6%
173,1
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit
337,6
219,2%
105,8
Cashflow aus Investitionsaktivitäten
-304,5
n.a.
-38,8
Cashflow aus Finanzierungsaktivitäten
-51,6
-55,7%
-116,4
Endbestand der flüssigen Mittel
105,2
-14,9%
123,6
Free Cashflow
33,1
-50,5%
66,9
Der Netto-Geldfluss aus laufender Geschäftstätigkeit belief sich auf plus € 337,6 Mio. (2021: € 105,8 Mio.). Das operative Ergebnis (EBT zuzüglich Abschreibungen, Wertminderungen, Wert-aufholungen abzüglich Bewertung von Finanzinstrumenten) verdoppelte sich um € 143,5 Mio. auf € 287,3 Mio. (2021: € 143,8 Mio.). Die anteiligen Periodenergebnisse der at-Equity-Unter-nehmen wurden mit minus € 1,5 Mio. berücksichtigt (2021: minus € 0,2 Mio.). Weiters wurden im Berichtsjahr Gewinne aus dem Abgang von Vermögenswerten in Höhe von € 9,4 Mio. (2021: € 2,8 Mio.) berücksichtigt. Der Abbau an Forderungen betrug € 12,2 Mio. (2021: Aufbau in Höhe von € 55,2 Mio.), im Wesentlichen im Bereich der sonstigen Forderungen. Die Passiva erhöh-ten sich um € 58,9 Mio. (2021: Aufbau von € 14,5 Mio.). Die Ertragsteuerzahlungen betrugen € 8,3 Mio. (2021: Rückzahlungen von € 8,3 Mio.).
Der Netto-Geldfluss aus der Investitionstätigkeit belief sich auf minus € 304,5 Mio. (2021: minus € 38,8 Mio.). € 60,6 Mio. wurden für Investitionsprojekte (inkl. Finanzanlagen) ausbe-zahlt (2021: Auszahlungen von € 60,7 Mio.). € 298,3 Mio. wurden in kurz- und langfristige Ver-anlagungen (im Wesentlichen Termineinlagen und Treasury Bills) investiert (2021: € 5,5 Mio.). Einzahlungen aus abgelaufenen Termineinlagen betrugen € 30,5 Mio. (2021: € 20,7 Mio.). Aus Abgängen von Vermögenswerten, v.a. Grundstücksverkäufen wurden Erlöse von € 22,9 Mio. (2021: € 6,7 Mio.) lukriert. Der Free-Cashflow (Netto-Geldfluss aus laufender Geschäftstätig-keit plus Netto-Geldfluss aus der Investitionstätigkeit) beläuft sich daher auf € 33,1 Mio. (2021: € 66,9 Mio.).
Der Netto-Geldfluss aus der Finanzierungstätigkeit von minus € 51,6 Mio. (2021: minus € 116,4 Mio.) ist im Wesentlichen auf Tilgungen von Finanzverbindlichkeiten von € 51,0 Mio. (2021: € 116,0 Mio.) zurückzuführen. Im Jahr 2022 erfolgten keine Dividendenausschüttungen. Der Finanzmittelbestand betrug zum 31.12.2022 € 105,2 Mio. nach € 123,6 Mio. zum Beginn der Berichtsperiode.
Investitionen
34
Investitionen
Beträge in € Mio.
2022
Veränderung
2021
Immaterielles Anlagevermögen
0,7
-82,9%
4,2
Sachanlagevermögen inkl. als Finanzinvestition gehaltener Immobilien
52,9
11,7%
47,4
Von den erfolgten Investitionen in das langfristige Vermögen entfallen € 52,9 Mio. auf Sach-anlagevermögen und als Finanzinvestition gehaltene Immobilien sowie € 0,7 Mio. auf imma-terielle Vermögenswerte. Die Zugänge des langfristigen Vermögens sind im Konzernanhang (Anhangerläuterung (14)) beschrieben.
Beteiligungen an ausländischen Flughäfen
35
Beteiligungen an ausländischen Flughäfen
Der Flughafen-Wien-Konzern (FWAG) war im Jahr 2022 an zwei internationalen Flughäfen beteiligt, am Flughafen Malta (vollkonsolidiertes Tochterunternehmen) hielt die FWAG per 31.12.2022 durchgerechnet einen Anteil von 48,44% der Aktien: 40% der Aktien besitzt die Malta Mediterranean Link Consortium Limited (MMLC), an der die FWAG seit Ende des ersten Quar-tals 2016 einen Anteil von 95,85% hält, 10,1% besitzt die FWAG direkt (über VIE (Malta) Limited), 20% hält die maltesische Regierung. Die restlichen Aktien sind an der Börse in Malta gelistet. Am Flughafen Košice (at-Equity-Beteiligung) ist die FWAG indirekt mit 66% beteiligt, diese Gesellschaft wird gemeinschaftlich geführt, wesentliche Unternehmensentscheidungen sind gemeinsam mit den Mitgesellschaftern zu treffen.
Finanzinstrumente
36
Finanzinstrumente
Die eingesetzten Finanzinstrumente werden im Konzernanhang (Anhangerläuterungen (36) und (37) erörtert.
Finanzwirtschaftliche Steuerung und Kapitalmanagement
37
Finanzwirtschaftliche Steuerung und Kapitalmanagement
Die finanzwirtschaftliche Steuerung der FWAG erfolgt mithilfe eines Kennzahlensystems, das auf ausgewählten, eng aufeinander abgestimmten Kenngrößen basiert. Diese Steuerungsgrö-ßen definieren das Zusammenspiel zwischen Wachstum, Rentabilität und finanzieller Sicherheit, in dem sich die FWAG bei der Verfolgung ihrer obersten Unternehmensziele „profitables Wachs-tum“ und „hohe Profitabilität“ bewegt. Die Abschreibungen beeinflussen die Ertragskennzahlen der FWAG erheblich. Das EBITDA, das dem Betriebsergebnis zuzüglich Abschreibungen und Wertminderungen abzüglich Wertaufholungen entspricht, ist eine wesentliche Erfolgsgröße, ebenso wie die EBITDA-Marge, die 2022 wieder 42,7% erreichte (2021: 37,9%).
Die Optimierung der Finanzstruktur hat hohe Priorität. Die Kennzahl Gearing (Verschul-dungsgrad) drückt das Verhältnis der Nettoverschuldung (Net debt) zum buchmäßigen Eigen-kapital aus. Das mittelfristige Ziel des Unternehmens ist es, die Relation Net-Debt / EBITDA auf höchstens das 2,5-fache zu begrenzen. Die Flughafen-Wien-Gruppe verfügt zum 31.12.2022 über eine Nettoliquidität in Höhe von € 149,4 Mio. Im Vorjahr betrug die Nettoverschuldung minus € 150,4 Mio.
Die Finanz- und Leasingverbindlichkeiten reduzierten sich insgesamt um € 52,1 Mio. durch planmäßige Tilgungen. Die liquiden Mittel betrugen zum 31.12.2022 € 105,2 Mio. (2021: € 123,6 Mio.). Veranlagungen in der Höhe von € 298,5 Mio. (2021: € 30,7 Mio.) sind in den kurz- bzw. langfristigen Vermögenswerten ausgewiesen.
Die Wertpapiere belaufen sich auf € 25,5 Mio. nach € 27,1 Mio. zum 31.12.2021. Die Nettoliqui-dität (Vorjahr: Nettoverschuldung) unter Berücksichtigung dieser Veranlagungen beträgt plus € 149,4 Mio. (2021: minus € 150,4 Mio.). Bei einem buchmäßigen Eigenkapital zum 31.12.2021 von € 1.314,5 Mio. resultierte im Vorjahr daraus ein Gearing von 11,4%.
Zur Beurteilung der Rentabilität dient neben der EBITDA-Marge vor allem die Eigenkapital-rendite (Return on Equity after Tax – ROE). Zusätzlich werden die Kennzahl ROCE (Return on Capital Employed) sowie der Cashflow zur Steuerung des Konzerns herangezogen.
Rentabilitätskennzahlen in % bzw. € Mio.
2022
2021
EBITDA-Marge1
42,7
37,9
EBIT-Marge2
24,1
4,9
ROE3
9,3
0,5
ROCE vor Steuern4
9,8
1,2
ROCE nach Steuern5
7,3
0,9
Free Cashflow in € Mio.
33,1
66,9
1) EBITDA-Marge (Earnings before Interest, Taxes, Depreciation and Amortisation) = Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen / Umsatzerlöse
2) EBIT-Marge (Earnings before Interest and Taxes) = Ergebnis vor Zinsen und Steuern / Umsatzerlöse
3) ROE (Return on Equity) = Periodenergebnis / durchschnittliches Eigenkapital
4) ROCE vor Steuern (Return on Capital Employed vor Steuern) = EBIT / durchschnittliches Capital Employed(Capital Employed = langfristiges Vermögen, Vorräte, Forderungen und sonstige Vermögenswerte inkl. Termineinlagen abzüglich kurz-fristiger Rückstellungen und Verbindlichkeiten)
5) ROCE nach Steuern (Return on Capital Employed nach Steuern) = EBIT abzüglich zurechenbare Steuern/ durchschnittliches Capital Em-ployed (Capital Employed = langfristiges Vermögen, Vorräte, Forderungen und sonstige Vermögenswerte inkl. Termineinlagen abzüglich kurzfristiger Rückstellungen und Verbindlichkeiten)
Risiken der zukünftigen Entwicklung
38
Risiken der zukünftigen Entwicklung
Risikomanagementsystem RMS
Die Flughafen-Wien-Gruppe (FWAG) verfügt über ein Risikomanagementsystem (RMS), das alle relevanten Aspekte identifiziert, analysiert, bewertet sowie im Rahmen geeigneter Maß-nahmen behandelt. Dieses System ist in der folgenden Grafik wiedergegeben:
Quelle: adaptiert aus Denk, Exner-Merkelt, Ruthner (2008): Corporate Risk Management
Das RMS beruht für die gesamte Gruppe auf dem COSO (Committee of Sponsoring Orga-nisations of the Treadway Commission) „Standard for Enterprise Risk Management“ und ist in einer Richtlinie umgesetzt.
Die Risikoverantwortlichen und Risikobeauftragten in den Bereichen und den verbundenen Unternehmen sind für die Umsetzung der Richtlinie verantwortlich. Der Risikomanagement-zyklus, bestehend aus Risikoidentifikation, Risikobewertung und -aggregation, Risikosteuerung und Maßnahmenzuordnung sowie der Berichterstattung, wird periodisch durchlaufen. Die Do-kumentation des gesamten RMS erfolgt mittels Prozess- und Risikomanagementsoftware, als zentrale Datenbank für sämtliche identifizierten Risiken und damit verbundenen Maßnahmen. Das interne Kontrollsystem (IKS) nimmt Risikoagenden zur Sicherstellung der Zuverlässigkeit der betrieblichen Berichterstattung, der Einhaltung der damit verbundenen Gesetze und Vor-schriften sowie des Schutzes des Vermögens wahr. Daneben prüft die Revisionsabteilung die Geschäftsgebarung und die Organisationsabläufe regelmäßig auf ihre Ordnungsmäßigkeit, Sicherheit und Zweckmäßigkeit. Die bestehenden Systeme werden laufend evaluiert und weiterentwickelt. Ergänzt wird das Risikomanagement um ein konzernweites Innovations-management, welches rechtzeitig neue Ertragspotenziale in allen Unternehmensbereichen erkennt und zur Marktreife entwickelt. Der Flughafen Malta hat eine eigene Richtlinie zum Risikomanagement erlassen, die auf den eingangs erwähnten gruppenweit einheitlichen Stan-dards aufbaut und im strategischen Controlling angesiedelt ist. Dieses koordiniert zentral alle Risikomanagementaktivitäten.
Risiken der zukünftigen Entwicklung
39
Gesamtwirtschaftliche und politische Risiken
Der Geschäftsverlauf wird wesentlich von der weltweiten, europäischen und regionalen Ent-wicklung des Luftverkehrs beeinflusst, die ihrerseits von der gesamtwirtschaftlichen Ent-wicklung abhängt. Konjunkturelle Schwankungen können daher einen maßgeblichen Einfluss auf den Geschäftsverlauf des Unternehmens haben. Auf europäischer wie nationaler Ebene dominiert derzeit der Angriff Russlands auf die Ukraine und die dadurch stark angestiegenen Energiepreise sowie Versorgungsunsicherheiten die Themenlandschaft. Das wichtige Thema Nachhaltigkeit in der Luftfahrt wird im Kapitel „Umweltrisiken“ im Detail betrachtet.
Die Gesamtrisikoposition des FWAG-Konzerns hat sich insbesondere aufgrund der Entspan-nung der Corona-Pandemie-Situation (risikoreduzierende Wirkung) und des kriegerischen An-griffs Russlands auf die Ukraine sowie die dadurch stark angestiegenen Energiepreise (risikoer-höhende Wirkung) verändert. Die kriegerische Auseinandersetzung zwischen Russland und der Ukraine hat die Unsicherheiten im geopolitischen Bereich erhöht, es ist weiterhin mit negativen Einflüssen auf die FWAG zu rechnen. Die EU hat die russische Offensive verurteilt und schwer-wiegende Sanktionen gesetzt. Weitere Sanktionen gegen Russland sind nicht auszuschließen.
Negative Auswirkungen ergeben sich auch durch den für die zivile Luftfahrt gesperrten ukrainischen Luftraum und die Flugverbote für russische Flugzeuge in die EU. In dem Jahr vor Kriegsausbruch (2021) war die Ukraine und Russland für rund 4% des Verkehrs am Flughafen Wien verantwortlich. Darüber hinaus führen Einschränkungen des russischen Luftraums für europäische Airlines zu einer Belastung der Langstreckenverbindungen Richtung Ost- bzw. Südostasien.
Auch auf die österreichische, europäische und globale Wirtschaftsleistung hat ein Konflikt dieser Größenordnung gravierende Auswirkungen. Drastisch gestiegene Energiepreise sowie Versorgungsunsicherheiten haben Inflationsraten auf ein jahrzehntelang nicht gesehenes Niveaus steigen lassen und dadurch eine Abkühlung der Wirtschaftsleistung zur Folge, was sich auch auf den Flughafen Wien negativ auswirkt. Ebenso führen die stark gestiegenen Energiepreise zu steigenden Aufwänden am Flughafen Wien. Durch Maßnahmen wie Erhöhung der Energieeffizienz und Eigenerzeugung von Strom wird diesen Entwicklungen allerdings entgegengewirkt.
Weitere politische Spannungen bzw. terroristische Bedrohungen in einzelnen Ländern und Regionen der Welt haben zudem negative Auswirkungen auf die Buchungslage in den entspre-chenden Tourismusdestinationen. In der Vergangenheit war jedoch zu beobachten, dass der-artige Rückgänge nur kurzfristiger Natur waren bzw. durch andere Destinationen kompensiert wurden. Nachteilige Umsatzeffekte sind im Duty-free Geschäft möglich, falls Passagiere von Non-EU-Destinationen auf Ziele innerhalb des Binnenmarktes ausweichen.
Rechtliche Risiken
Für den Flughafen Wien relevante EU-Gesetzesvorhaben, wie die Überarbeitung der Entgelte-Richtlinie oder der Bodenverkehrsdienste-Richtlinie, wurden vorerst (noch) nicht weiterverfolgt. Eine Überarbeitung der Slot-Verordnung befindet sich hingegen derzeit in Vorbereitung. Zudem befindet sich derzeit das EU-Gesetzespaket „Fit for 55“ in Verhandlung, welches annahmegemäß einen großen Einfluss auf die zukünftige europäische Luftverkehrswirtschaft haben sollte (mehr dazu unter dem Punkt „Umweltrisiken“).
Neue Regelungen gelten zudem bereits für die nicht-finanzielle Berichterstattung laut EU-Taxonomie-VO. Als betroffenes Unternehmen ist die FWAG verpflichtet, Umsatz, CAPEX und OPEX nach den Nachhaltigkeits-Kriterien aufzuschlüsseln und das Ergebnis zu veröffentlichen.
Risiken der zukünftigen Entwicklung
40
Um im Falle der Nichteinhaltung rechtlicher Anforderungen (Compliance) Haftungen der Ge-schäftsführung bzw. des Vorstands auszuschließen, wird die Einhaltung der Vorschriften durch unternehmensinterne Richtlinien, insbesondere der Emittenten-Compliance-Verordnung (ECV) und der Market Abuse Regulation (MAR), sichergestellt. In der FWAG wurden die zur Erfüllung der Insidervorschriften notwendigen Vertraulichkeitsbereiche eingerichtet.
Markt- und Wettbewerbsrisiken
Nach dem historischen Einbruch der Luftfahrttätigkeit im Jahr 2020 konnte die im Jahr 2021 eingeleitete Erholung auch im Jahr 2022 fortgesetzt werden. Gegenüber dem Vorkrisenniveau aus 2019 erreichten die global geflogenen Passagierkilometer im Dezember 2022 bereits wie-der 76,9%, was einem Wachstum von 39,7% gegenüber dem Vorjahreszeitraum (year over year) entspricht (Quelle: IATA, Air Passenger Market Analysis, Dezember 2022).
Der Güterverkehr war durch die Corona-Krise deutlich weniger betroffen als der Passagier-verkehr und es wurden global auch in den passagierschwachen Jahren 2020 und 2021 ähnliche Mengen umgesetzt wie im Jahr 2019. Die aktuellen Rahmenbedingungen (insbesondere die hohe Inflation, beeinträchtigte globale Liefer- und Dienstleistungsströme, der Krieg in der Ukraine und der unüblich starke Dollarkurs) treffen den Güterverkehr allerdings stärker bzw. zumindest früher als den Passagierverkehr. Das Cargo-Volumen (in Cargo-Tonnen-Kilometer) reduzierte sich im Dezember 2022 um 15,3% gegenüber 2021 (year on year) und liegt damit wieder unter dem Volumen von 2019 (Quelle: IATA, Air Cargo Market Analysis, Dezember 2022).
Der Ausblick für 2023 bleibt trotz der wirtschaftlich trüben Aussichten positiv und die IATA rechnet weiterhin mit einem Erreichen der globalen Passagierzahlen von 2019 im Jahr 2024. Gestützt wird der erwartete Aufschwung vor allem durch die nachlassenden Reisebeschrän-kungen, die spürbar wiederkommende Reiselust und die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle. Als Risikofaktoren für die weitere Entwicklung gelten insbesondere die steigenden Kosten (v.a. Fremdkapitalkosten, Personalaufwand, Energiekosten, Kosten im Zusammenhang mit Nach-haltigkeitsbestimmungen) und der weitere Verlauf des Russland-Ukraine-Konflikts (Quelle: IATA, Economic Outlook: Air Transport in Times of Turbulance, June 2022; Update on the air transport outlook, Dezember 2022).
Derzeit ist davon auszugehen, dass das Verkehrsaufkommen von 2019 am Flughafen Wien erst wieder mittelfristig erreicht werden kann. Die Erfahrungen aus bisherigen Krisen wie 9/11 (2001), der Finanzkrise in 2008/2009 oder auch früheren Pandemien wie SARS (2003) zeigen allerdings, dass der Flugverkehr generell eine hohe Resilienz aufweist und sich nach Einbrüchen innerhalb weniger Jahre wieder vollständig erholt.
Auch die Low-Cost-Carrier (LCC) sind stark von dem herausfordernden Branchenumfeld betroffen. Ryanair konnte jedoch das Angebot ab Wien in 2022 weiter ausbauen und seinen Marktanteil von 18,8% auf 20,9% steigern. Die Entwicklung wird weiterhin genau beobachtet, da Low-Cost-Carrier grundsätzlich flexibler in der Stationierung ihrer Fluggeräte sind. Wie sich die Wettbewerbssituation am Flughafen Wien in Zukunft präsentieren wird, ist derzeit ungewiss.
Austrian war 2022 mit einem Anteil von 47,1% (2021: 48,0%) am Standort Wien der größte Kunde der FWAG. Die strategische Ausrichtung der Austrian Airlines und ihre nachhaltige Ent-wicklung als leistungsstarker Netzwerk-Carrier beeinflussen den Geschäftserfolg der FWAG maßgeblich und werden daher von den zuständigen Geschäftsbereichen kontinuierlich be-obachtet und analysiert. Der Fortbestand der Airline konnte in der Corona-Krise nur mit Hilfe eines staatlich unterstützen Rettungspaketes in der Höhe von insgesamt € 600 Mio. gewähr-leistet werden. Seitens der österreichischen Bundesregierung wurde das Paket an Bedingungen bezüglich Aufrechterhaltung des Drehkreuzes am Standort Wien, eines nur sozial verträglich
Risiken der zukünftigen Entwicklung
41
erfolgenden Abbaus von Arbeitsplätzen sowie Umwelt- und Klimaschutzmaßnahmen, geknüpft. Eine umfangreiche Restrukturierung der Airline wurde eingeleitet.
Dank dieser Restrukturierungsmaßnahmen verlief das Jahr 2022 außerordentlich gut für Aus-trian Airlines. Das beste Quartalsergebnis seit 20 Jahren, die erfolgreiche Einflottung des ersten von vier neuen Airbus A320neo, die vorzeitige Tilgung des gesamten Kredits der österreichischen Bundesregierung (siehe oben) und das Ende des freiwilligen Gehaltsverzichts der gesamten Belegschaft bis Juni 2023 sind insgesamt als sehr positives Zeichen und als Investition und Com-mitment in den Standort Wien zu sehen. Unsicherheiten bleiben allerdings hinsichtlich der wei-teren wirtschaftlichen Entwicklung und zukünftiger Investitionsentscheidungen des Mutter-konzerns Lufthansa bestehen, etwa bezüglich der Erneuerung der Austrian-Langstreckenflotte.
Malta (vollkonsolidiert) und Košice (at-Equity-Konsolidierung) unterliegen ebenfalls den oben genannten branchenspezifischen Risiken, wobei jeweils zusätzliche standortspezifische Herausforderungen und Marktrisiken zu berücksichtigen sind. Der Flughafen Malta war als klassische Feriendestination sehr stark von der Corona-Pandemie betroffen, seit dem Sommer 2021 verzeichnet der Flughafen Malta aber wieder stark wachsende Passagierzahlen. So konnte 2022 ein Plus von 130,3% gegenüber 2021 erzielt werden.
Der Home Carrier Air Malta (Marktanteil 2022: 25,8%) befindet sich seit Jahren in einer wirt-schaftlich herausfordernden Situation durch die hohe Konkurrenz durch Low-Cost-Carrier und anhaltenden Verlusten im laufenden Betrieb. Um einen Konkurs der Airline zu verhindern wurde im Jänner 2022 ein umfangreiches Sparpaket sowie die seit Jahren erwartete Neuausrichtung der Airline angekündigt. Das vorhandene Streckennetz soll laufend optimiert und unprofitable Routen geschlossen werden. Das hochdefizitäre Bodenabfertigungsgeschäft wird geschlossen und die Langstreckenpläne wurden gestrichen. Damit diese Restrukturierung jedoch erfolgreich sein kann, sind staatliche Hilfen notwendig. Derzeit laufen neuerlich Verhandlungen mit der Europäischen Kommission. 2021 wurde ein Hilfspaket von der Kommission nicht genehmigt, da bereits 2012 Mittel vom Staat an die Airline geflossen sind. Ob die geplante Restrukturierung erfolgreich sein wird, bleibt abzuwarten. Für den Fall der Nicht-Genehmigung der staatlichen Hilfen wird geplant, Air Malta aufzulösen und die Vermögenswerte in eine neue, staatliche Air-line einzubringen. Diese soll mit neuen Verträgen, niedrigeren Preisen und einem niedrigeren Lohnniveau konkurrenzfähig aufgebaut werden.
Ein Ausfall der Airline hätte kurzfristig negative Auswirkungen auf das Passagieraufkommen und damit auf das Unternehmensergebnis des Flughafens Malta. Mittel- und langfristig ist jedoch davon auszugehen, dass neue oder bereits am Standort vertretene Airlines ihre Kapazi-täten aufstocken und die bestehende Nachfrage bedienen würden.
Der Flughafen Košice konnte im Jahr 2022 die Passagierzahlen weiter steigern und ein Plus von 224,1% im Vergleich zum Vorjahr erzielen. Bei möglichen Restrukturierungsmaßnahmen von Airlines besteht das Risiko, dass Verbindungen von und zu Regionalflughäfen gestrichen bzw. ausgedünnt werden. Die geografische Nähe von Košice zur Ukraine hat dieses Risiko nun noch vergrößert. Welche Auswirkungen die kriegerische Auseinandersetzung zwischen Russ-land und der Ukraine auf den Flughafen Košice hat, wird von der Dauer des Krieges abhängen und kann derzeit nicht abgeschätzt werden.
Die hohe Wettbewerbsintensität zwischen den Airlines erhöht seit Jahren den Preisdruck auf vorgelagerte Dienstleister, wie die Abfertigungsdienste. Zur Gegensteuerung wurden durch die Flughafen Wien AG jedoch in den letzten Jahren eine Vielzahl an Maßnahmen zur Steigerung der Effizienz und Optimierung der Arbeitsabläufe entlang der gesamten Wertschöpfungs-kette erarbeitet, die erfolgreich umgesetzt wurden und zu einer nachhaltigen Steigerung der Produktivität führten. Auch 2022 ist der Geschäftsbereich Abfertigungsdienste Marktführer im Ramp-Handling sowie auch in der Frachtabfertigung am Flughafen Wien. Das Risiko von Marktanteilsverlusten ist durch das Bestehen von langfristigen Dienstleistungsverträgen mit
Risiken der zukünftigen Entwicklung
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den wichtigsten Key Accounts und hohe Qualitätsstandards abgesichert. Der Cargo-Bereich hat unter den aktuellen Rahmenbedingungen (hohe Inflation, schwache Liefer- und Dienst-leistungsströme, Krieg in der Ukraine, starker Dollar-Kurs) deutlich mehr gelitten als der Passa-gierverkehr. So ist das Frachtvolumen im Jahr 2022 um 4,1% gegenüber 2021 gesunken.
Im Retail & Properties-Bereich vermietet die FWAG Gebäude und Flächen, die primär von Un-ternehmen genutzt werden, deren Geschäftsentwicklung von jener des Luftverkehrs abhängig ist (Retailer, Fluggesellschaften, etc.). Damit unterliegt dieser Bereich nicht nur den allgemeinen Risiken des Immobilienmarktes, sondern auch den Risiken der Veränderung des Passagierauf-kommens bzw. der Veränderung der Kaufkraft der Passagiere, etwa im Zusammenhang mit der Abwertung der jeweiligen Heimatwährung gegenüber dem Euro (Währungsrisiken). Dies hat aufgrund von umsatzabhängigen Vertragskomponenten Auswirkungen auf die Ertragssituation der FWAG im Retail- und Immobilienbereich. Auch der Retail- & Properties-Bereich ist von den Nachwirkungen der Corona-Pandemie betroffen. Zwar wurden die großflächigen Terminal-sperren aufgehoben und es konnte der Großteil der Mieter gehalten werden. Trotzdem kam es zu einigen Kündigungen, für deren Flächen Nachmieter gefunden werden müssen. Kurzfristig ist somit auch bei einem graduellen Anstieg der Passagierzahlen mit geringeren Auslastungen der vermieteten Flächen zu rechnen. Langfristig geht der Flughafen Wien aber davon aus, dass die Auslastung wieder das Niveau vor der Krise erreicht.
Finanz- und Investitionsrisiken
Das Treasury der FWAG ist für ein effizientes Zinsänderungs- und Marktrisikomanagement zu-ständig und überprüft die entsprechenden Risikopositionen regelmäßig im Rahmen des Risiko-controllings. Der weitestgehende Abbau variabler Finanzverbindlichkeiten hat die potenziellen Auswirkungen einer Zinsänderung auf die FWAG massiv reduziert. Der bestehende EIB-Kre-ditvertrag enthielt Bedingungen zu Haftungen qualifizierter Garantinnen. Mit Ende Juni 2021 wurde der EIB-Kreditvertrag geändert und die bestehenden qualifizierten Garantinnen aus ihrer Haftung gegenüber der EIB freigelassen. Detaillierte Angaben über finanzwirtschaftliche Risiken wie Liquiditätsrisiken, Ausfallrisiken oder Zinsänderungs- und Währungsrisiken sowie die ver-wendeten Finanzinstrumente, um diesen Risiken zu begegnen, finden sich im Konzernanhang unter Anhangerläuterung (37). Die bereits oben angesprochenen allgemeinen bzw. spezifischen Marktrisiken sowie länderspezifische, politische und regulatorische Risiken in Malta und der Slowakei können die mittelfristige Planung der Beteiligungen am Flughafen Malta bzw. Košice negativ beeinflussen und im Extremfall zu Wertminderungen von Vermögen, Firmenwerten bzw. Beteiligungsansätzen führen. Investitionsprojekte der FWAG unterliegen unterschied-lichen Risiken hinsichtlich Lieferantenausfällen, Baukostensteigerungen oder Veränderungen in der Planung, die zu Mehrkosten führen können. Bereits in der Vorprojektphase erfolgt daher eine ausführliche Risikobewertung des jeweiligen Investitionsprojekts. Die einzuhaltenden Vorschriften von Projektorganisation bzw. Prüf- und Freigabeschritten bei der Abwicklung von Bauprojekten werden im Bauhandbuch (BHB) festgelegt. Eine Vielzahl von Investitionsprojekten wurde im Zuge des coronabedingten Sparprogramms verschoben. Der Bau der „Parallelpiste 11R/29L“ (3. Piste) stellt ein Schlüsselprojekt für die langfristigen Entwicklungs- und Wachstums-potenziale der FWAG dar, ist höchstgerichtlich und somit unanfechtbar genehmigt und wird weiterhin mit Nachdruck verfolgt. Allerdings wird sich als Folge der Pandemie und der heute abschätzbaren Passagierentwicklung, das Erreichen der Kapazitätsgrenzen im bestehenden 2-Pisten-System deutlich hinter das Jahr 2025 verschieben. Sämtliche Bewertungen von Ver-mögenswerten erfolgten unter der Prämisse des Fortbestehens der Drehscheibenfunktion des Flughafens Wien als Ost-West-Hub.
Risiken der zukünftigen Entwicklung
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Operative Risiken
Die Verkehrsentwicklung wird überdies von überregionalen und externen Einflussfaktoren wie Terror, Krieg oder sonstigen latenten Risiken (Pandemien, Luftraumsperren aufgrund von Naturereignissen und Kriegen, Streiks, etc.) beeinflusst. Lokale Schadensrisiken, wie etwa Feuer, Naturgewalten, Unfälle oder Terror am Standort sowie der Diebstahl bzw. die Beschä-digung von Vermögenswerten stellen ebenfalls Risiken aus dem operativen Betrieb dar. Die weltweiten Klimaveränderungen können auch in Europa ein Risiko für den Flughafenbetrieb darstellen. Zunehmende Wetterextreme wie Stürme, ungewöhnliche Niederschlagsmengen und länger anhaltende extreme Hitze- und Kältewellen können den Flugverkehr kurzfristig negativ beeinflussen.
Der Flughafen Wien ist bestrebt, durch ständiges Monitoring, auf die Auswirkungen der operativen Risiken entsprechend vorbereitet zu sein. Weiters sorgt der Flughafen Wien mit entsprechenden Notfallplänen, Sicherheits- und Brandschutzmaßnahmen sowie mit hohen Sicherheitsstandards dafür, dass er für den Ernstfall vorbereitet ist. Die operativen Risiken sind durch angemessenen Versicherungsschutz abgedeckt (Luftfahrt-Haftpflichtversicherung, Ter-ror-Haftpflichtversicherung, etc.). Die Energiewende in Europa und der dadurch größere Fokus auf erneuerbare Energien verringern durch die geringere Steuerbarkeit die Systemsicherheit des europäischen Stromnetzes und erhöhen die Gefahr eines Blackouts. Durch Notstromaggregate und Erhöhung der Eigenerzeugung durch Photovoltaik wird dem Risiko entgegengewirkt.
Da der Flughafen Wien eine kritische Funktion als zentraler Infrastrukturversorger und Rück-grat der internationalen Vernetzung im gesamten osteuropäischen Raum wahrnimmt, werden besonders hohe Ansprüche an die Verfügbarkeit, die Zuverlässigkeit, die Qualität sowie die Datensicherheit der eingesetzten IKT-Systeme (Informations- und Kommunikationstechno-logie) gestellt.
Basierend auf der Cyberbedrohungslage Österreichs, wurden im Berichtsjahr die operativen IKT-Risiken entsprechend angepasst. Wesentliche operative Risiken des Unternehmensrisiko-managements sind die Risiken eines „Cyberangriffs“ wie auch der damit einhergehende „Aus-fall der Informationstechnologie“. Die FWAG setzt kontinuierlich Maßnahmen zur Reduktion der IKT-Risiken um, um weiterhin ein hohes Maß an Informationssicherheit zu gewährleisten. Eine dieser Maßnahmen ist der Betrieb eines Managementsystems für Informationssicherheit (kurz ISMS) und die Führung einer daraus abzuleitenden technischen IT-Security Roadmap. Tiefgehendes Monitoring von Sicherheitsvorfällen, regelmäßige Vulnerability-Scans der IT-Infra-struktur wie auch der Tausch veralteter Systeme (End of Life) sind ein Auszug der Maßnahmen aus der IT-Security Roadmap, um der Cyberbedrohungslage entgegenzuwirken.
Die FWAG ist sich der hohen Bedeutung motivierter und engagierter Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei der Erreichung der Unternehmensziele bewusst. Um dem durch Fluktuation drohenden Know-how-Verlust entgegenzuwirken, werden zahlreiche Maßnahmen zur Mit-arbeiterbindung gesetzt. Darüber hinaus werden zahlreiche Maßnahmen zur Erhöhung der Arbeitssicherheit und zur Minimierung von krankheitsbedingten Ausfällen umgesetzt.
Umweltrisiken
Sowohl auf nationaler als auch auf europäischer Ebene sind Umwelt- und Klimathemen weiter-hin stark im Fokus. In Österreich hat die Regierung die Erhöhung der Flugabgabe beschlossen, die „ökosoziale Steuerreform“ ist mit 1.1.2022 in Kraft getreten. Außerdem wurde im Oktober 2022 die CO2-Bepreisung eingeführt.
Die EU-Kommission hat zur Erreichung der Ziele des European Green Deals im Juli 2021 das Gesetzespaket „Fit for 55“ vorgestellt, mit Maßnahmen, die die Kosten der Luftfahrt deutlich
Risiken der zukünftigen Entwicklung
44
erhöhen würden, wie: schrittweise Einführung einer Kerosinsteuer ab 2023, deutliche Ver-teuerung der Zertifikate im EU-ETS sowie Integration von CORSIA, eine verpflichtende Bei-mischungsquote für nachhaltige Flugtreibstoffe (ReFuel EU Aviation) sowie eine Richtlinie über die Errichtung von Infrastruktur für nachhaltige Treibstoffe (AFIR). Die vorgesehene AFIR-Über-arbeitung würde insbesondere Verpflichtungen für Flughäfen bezüglich Stromversorgung von LFZs bringen. Die geplanten Maßnahmen würden zu einem einseitigen Wettbewerbsnachteil von europäischen Airlines und europäischen Hubs und der damit verbundenen Gefahr der Ver-lagerung von Flugverkehrsströmen führen. Dies würde erhebliche Kostensteigerungen auch für die FWAG zur Folge haben. Die FWAG verfolgt die Entwicklungen der Umweltrisiken sehr genau. Die möglichen Auswirkungen werden im langfristigen Unternehmensplan betrachtet. Auch bei der Durchführung des Impairment-Tests wird den umwelt- und klimabezogenen Risi-ken Rechnung getragen. Es werden umwelt- und klimabezogene Risiken mit deren erwarteten Eintrittswahrscheinlichkeiten in der Berechnung berücksichtigt. Neben der Berücksichtigung über die Erwartungswerte werden in den Impairment-Tests auch direkte Aufwendungen zur Einhaltung der Klimaziele erfasst.
Auch abseits der rechtlichen und politischen Risiken beschäftigt sich der Flughafen Wien intensiv mit dem Thema Umwelt- und Klimaschutz. Der Flughafen Wien hat ein umfassendes und systematisches Energie- und Umweltmanagementsystem (kurz UMS) eingerichtet und es sich vor allem zum Ziel gesetzt, seinen Energieverbrauch weiter zu senken bzw. Energie aus erneuerbaren Quellen (mittels Photovoltaik) selbst zu produzieren und Lärmemissionen weiter zu mindern (z.B. durch die Einführung von Lärmentgelten). Ab Anfang 2023 führt der Flughafen Wien seinen Betrieb CO2-neutral.
Gesamtrisikobeurteilung
Die Gesamtbewertung der Risikosituation der FWAG lässt trotz der erheblichen Herausforde-rungen durch die Corona-Pandemie und der russischen Invasion der Ukraine keine bestandsge-fährdenden Risiken erkennen. Der Fortbestand des Unternehmens ist auch zukünftig gesichert.
Innovationsmanagement
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Innovationsmanagement
Wir sichern die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens für die Zukunft, in dem wir Digita-lisierung und Innovation als Hebel bei der Deckung der Bedürfnisse aller Stakeholder nutzen. Für die Erschließung potenzieller Mehrwerte und Nutzen für das Unternehmen durch Digitali-sierung und Innovationen verschreiben wir uns einer innovationsfreundlichen Unternehmens-kultur. Zentral koordiniert und in enger Zusammenarbeit mit unseren Partnern, erarbeiten wir in organisationsübergreifenden, multifunktionalen Teams Fortschritte in allen Bereichen des Unternehmens. Basis jeder Digitalisierungs- oder Innovationsüberlegung ist der potenzielle Mehrwert bzw. Nutzen für das Unternehmen. So ist es in den letzten Jahren gelungen diverse Projekte im Unternehmen umzusetzen und den Produktentwicklungszyklus deutlich zu ver-kürzen. Vor allem die Partnerschaft mit der weltweit renommierten, am Flughafen Wien an-gesiedelten Innovationsplattform „Plug and Play“ hat einen großen Beitrag in der erfolgreichen Umsetzung von Projekten beigesteuert.
Neben der Umsetzung von diversen Innovationsprojekten ist es gelungen einen europäischen Hub für Innovation im Bereich von Travel & Hospitality am Flughafen Wien im neu geschaffenen Innovations- und Konferenzzentrum – dem AirportCity Space im Office Park 4 – aufzubauen. Mittlerweile finden sich hier viele bedeutsame Stakeholder der europäischen und internatio-nalen Luftfahrtbranche ein, um gemeinsam an Innovationsprojekten zu arbeiten.
Der AirportCity Space bietet mit seinen 2.600 m2 und vielen kreativen Meetingräumen das op-timale Umfeld für innovative Ideen. Durch die Kooperation zwischen dem AirportCity Space und der Vienna Region wurden Synergien in der Betriebsansiedelung genutzt und der Innovations-hub, direkt am internationalen Verkehrsknotenpunkt Flughafen Wien aufgebaut. Der AirportCity Space konnte bereits mehr als 30 Partner für Innovationsaktivitäten und Betriebsentwicklungen gewinnen und rangiert mittlerweile unter den Top-Innovationsspaces in Österreich. Jährlich fin-det hier sowohl einer der größten Innovationsevents des Landes, als auch die „Expedition KI“, der größte KI-Kongress Österreichs statt. Beide werden vom AirportCity Space Team veranstaltet.
Die Innovationsteams des Flughafens haben das Ziel, das Unternehmen in vielen Bereichen weiterzuentwickeln. Folgende Grafik soll einen Überblick über die aktuell bearbeiteten The-menfelder geben:
Bericht über wesentliche Merkmale des internen Kontrollsystems für den Rechnungslegungsprozess
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Bericht über wesentliche Merkmale des internen Kontrollsystems für den Rechnungslegungsprozess
Der Vorstand ist gemäß § 82 AktG für die Einrichtung und Ausgestaltung eines den Anforde-rungen des Unternehmens entsprechenden internen Kontroll- und Risikomanagementsystems in Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess verantwortlich. Diese Verantwortung wird in Beteiligungsgesellschaften von der jeweiligen Geschäftsführung wahrgenommen. Hierbei sind die in diesem Zusammenhang bestehenden konzernweiten Richtlinien und Vorschriften verpflichtend einzuhalten. Nachfolgend wird dargestellt, wie den gesetzlichen Anforderungen nachgekommen wird.
Die Ausgestaltung des IKS der FWAG ist in einem Regelwerk schriftlich festgelegt. Die Ziele des IKS der FWAG sind die Sicherstellung der Zuverlässigkeit der Finanzberichterstattung sowie die Einhaltung der damit in Zusammenhang stehenden Gesetze und Vorschriften. Das IKS im weiteren Sinne beinhaltet außerdem die Sicherung des Vermögens sowie die Sicherstellung der vollständigen und korrekten Leistungserfassung und -abrechnung.
Für die Beschreibung der wesentlichen Merkmale wird die Struktur des international an-erkannten COSO-Modells herangezogen. Demnach umfasst das IKS: Kontrollumfeld, Risiko-beurteilung, Kontrollmaßnahmen, Information und Kommunikation sowie Überwachung. Dabei werden finanz- und rechnungslegungsrelevante Risiken der Gesellschaft erfasst, bewertet und mit entsprechenden Kontrollen versehen. Die Dokumentation des Kontrollsystems erfolgt in einer Standardsoftware. Diese bietet jederzeit einen gesamten oder bereichsweiten Überblick über den Stand des IKS. Darüber hinaus werden über automatisierte Workflows die Verant-wortlichen der Bereiche und Tochtergesellschaften per E-Mail über erforderliche Tätigkeiten informiert und zur Erledigung aufgefordert (z.B. zur Durchführung von Bewertungen oder zur Ausführung definierter Kontrollen).
Die Unternehmenskultur des Managements und der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter prägt das Kontrollumfeld der FWAG grundlegend. Das Unternehmen fördert die aktive Kommunika-tion und die Vermittlung von Grundwerten, um Ethik und Integrität im Unternehmen und im Umgang mit anderen sicherzustellen. Einen wesentlichen Beitrag dazu leistet der Verhaltens-kodex der FWAG, in dem die Regeln für die Gewährung und Annahme von Geschenken und Einladungen festgelegt werden. Die Implementierung des IKS im Rechnungslegungsprozess ist in internen Richtlinien und Vorschriften festgelegt.
Risikobeurteilung
Die Wesentlichkeit von Risiken ergibt sich aus einer Kombination aus Eintrittswahrschein-lichkeit und potenzieller Auswirkung (Schadenshöhe). Für die letztgenannte Größe wird der Konzern- und Jahresabschluss als Kernkriterium herangezogen. Für die Bestimmung der Ein-trittswahrscheinlichkeit wird ein erweitertes Bewertungsmodell mit einer Reihe von qualitati-ven Aspekten auf Basis eines gewichteten Scoring-Modells verwendet. Berücksichtigt werden unter anderem Aspekte wie die Komplexität und der Automatisierungsgrad von Prozessen oder das Vorhandensein von spezifischen organisatorischen Sicherungsmaßnahmen. Die Ergebnisse
Bericht über wesentliche Merkmale des internen Kontrollsystems für den Rechnungslegungsprozess
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dieser erweiterten Risikobeurteilung dienen als Basis für die Planung der Wirksamkeitsprüfun-gen durch die Interne Revision. Bei der Erstellung des Konzern- und Jahresabschlusses müssen punktuell Einschätzungen über zukünftige Entwicklungen vorgenommen werden. Dadurch entsteht das immanente Risiko, dass die zukünftige geschäftliche Entwicklung von diesen Pla-nungsprämissen abweicht. Dies trifft insbesondere auf die folgenden Sachverhalte bzw. Posten des Konzernabschlusses zu: Sozialkapital, Ausgang von Rechtsstreitigkeiten, Einbringlichkeit von Forderungen, drohende Verluste aus schwebenden Geschäften sowie Werthaltigkeit von Beteiligungen und Sachanlagen (siehe dazu Konzernanhang IV. „Ermessensbeurteilungen und Unsicherheiten bei Schätzungen“).
Kontrollmaßnahmen – Information – Überwachung
Kontrollmaßnahmen werden von Führungskräften und beauftragten Personen zeitnah und begleitend zu den Rechnungslegungsprozessen durchgeführt. Sie reichen von der Abwei-chungsanalyse der Geschäftsergebnisse durch Management bzw. Controlling und der Analyse der laufenden Prozesse im Rechnungswesen bis zur IT-Sicherheit. Sensible Tätigkeiten unter-liegen einer restriktiven Vergabe von IT-Berechtigungen. Für Rechnungslegung und Finanz-berichterstattung werden die ERP-Software SAP (inkl. SAP-BPC) und PC-Konsol verwendet. Die Funktionsfähigkeit des Rechnungslegungssystems wird u.a. durch automatisierte IT-Kon-trollen gewährleistet. Richtlinien und Vorschriften hinsichtlich der Finanzberichterstattung werden vom Management regelmäßig aktualisiert und über das Intranet, E-Mails oder interne Aushänge an alle betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kommuniziert. Die laufende unternehmensweite Überwachung obliegt dem Management, dem Controlling, der Internen Revision sowie dem Aufsichtsrat. Überdies sind die jeweiligen Bereichs- und Abteilungsleiter für die Überwachung der entsprechenden Bereiche zuständig. Für die definierten Kontrollen sind verantwortliche Personen festgelegt. Die Kontrollen werden jährlich mittels Stichproben-verfahren von der Internen Revision auf ihre Wirksamkeit hin beurteilt. Dabei wird sowohl die operative Effektivität als auch die Designeffektivität überprüft und bewertet. Die Ergebnisse aus dieser Wirksamkeitsbeurteilung dienen im Rahmen der regelmäßig stattfindenden IKS-Reviews mit den Organisationseinheiten und Beteiligungsgesellschaften der Flughafen-Wien-Gruppe als Grundlage für permanente Systemoptimierungen. Die Ergebnisse der Überwachungstätig-keiten sowie die Entwicklungen des IKS werden dem Prüfungsausschuss bzw. dem Aufsichtsrat berichtet.
Forschung und Entwicklung
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Forschung und Entwicklung
Der Servicebereich Informationssysteme ist zentraler, interner Dienstleister in puncto Infor-mations- und Kommunikationstechnologie (IKT). Er betreibt alle IKT-Systeme, die in den ver-schiedenen Unternehmensbereichen zum Einsatz kommen. Es werden laufend Optimierungen der IKT-Systeme und -Prozesse durchgeführt.
Im Jahr 2022 wurden u.a. folgende Themen weiterentwickelt bzw. gestartet:
Initial Airport Operations Plan
Als Weiterentwicklung von Collaborative Decision Making (CDM) wird zur Unterstützung der europaweiten Koordination des Flugverkehrs ein digitales Operation Center aufgebaut, um allen Prozesspartnern aktuelle Informationen und kurzfristige Prognosen zur Verfügung zu stellen.
Ausweis- und Berechtigungsverwaltung
Die Entwicklung der „Single Airport ID“ wurde abgeschlossen. Es wurde eine integrierte Aus-weis- und Berechtigungskarte für das gesamte Flughafengelände eingeführt.
Digitale Buchungs- & Verwaltungsapplikation Office Park 4, Digitalisierung VIP Center
Die Online-Plattform für die im Office Park 4 befindlichen Co-Working- und Conferencing-Bereiche wurde weiterentwickelt. In einem weiteren Schritt wurde begonnen, eine digitale Lösung zur Online-Buchung und Abwicklung samt Verrechnung der VIP-Center-Leistungen im GAC zu schaffen.
Zentraler Webshop
Für eine verbesserte Customer Experience ist eine zentrale Verkaufsstelle für alle verfügbaren Services der Unternehmensgruppe in Entwicklung.
Effizienter Rechenzentrumsbetrieb
Durch die Einführung einer Containerplattform können Anwendungen in sogenannten Con-tainern laufen. Diese Container funktionieren unabhängig von der Umgebung, in der sie ausge-führt werden und vereinfachen die Entwicklung, Bereitstellung und Wartung von Anwendungen und insbesondere Eigenentwicklungen.
Insgesamt wurden dafür 2022 Kosten als Investition bzw. Aufwand in Höhe von € 1,0 Mio. (2021: € 1,0 Mio.) erfasst.
Nichtfinanzielle Erklärung gemäß § 267a UGB
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Nichtfinanzielle Erklärung gemäß § 267a UGB
Der schonende Umgang mit den natürlichen Ressourcen, der respektvolle Umgang mit unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und die daraus resultierende Umsetzung einer mitarbei-terorientierten Unternehmenskultur sowie die Rücksichtnahme auf die Bedürfnisse unserer Anrainer sind zentrale Schwerpunkte unserer Unternehmensstrategie. Die FWAG bekennt sich vorbehaltlos zu ihrer ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Verantwortung. Ein wichti-ges Anliegen ist es dabei, die vielfältigen Ziele balanciert zu verfolgen und an der nachhaltigen Entwicklung sowohl des Unternehmens als auch der Region aktiv mitzuwirken. Die Flughafen Wien AG ist bestrebt einen kontinuierlichen Dialog mit seinen Stakeholdern aufrecht zu er-halten und über ihre Aktivitäten, Entwicklungen und Kennzahlen laufend zu berichten.
Neben den jährlichen Updates der Nachhaltigkeitskennzahlen auf der Homepage www.viennaairport.com/nachhaltigkeitsbericht veröffentlicht die Flughafen Wien AG in regelmäßigen Abständen (3 Jahre) einen vollständigen Nachhaltigkeitsbericht.
Der aktuelle Nachhaltigkeitsbericht 2021 wurde im Herbst 2022 elektronisch publiziert und berichtet über die Erreichung der gesetzten Ziele im Zeitraum 2018–2021 sowie über neue Vorhaben. Die international anerkannte Stakeholder Initiative GRI hat Standards für die Nachhaltigkeitsberichterstattung entwickelt, die für Transparenz sorgen und Vergleich-barkeit gewährleisten sollen. Die Inhalte, Daten und Zahlen des Nachhaltigkeitsberichts der Flughafen-Wien-Gruppe erfolgt entsprechend der Standards der Global Reporting Initiative (GRI-Standards 2016). Der aktuelle Nachhaltigkeitsbericht für den Zeitraum 2018-2021 erreicht die Anwendungsebene „In Accordance Core“ und bezieht zu dem die branchenspezifischen Zu-satzindikatoren für Flughafenbetreiber ein. Der Bericht wurde extern durch TÜV Süd verifiziert.
Sustainable Development Goals (SDGs)
Um den Herausforderungen einer globalisierten Welt nachhaltig zu begegnen, haben die Mit-gliedstaaten der Vereinten Nationen gemeinsame Entwicklungsziele, die sogenannten Sustai-nable Development Goals (SDGs), verabschiedet. Diese Ziele sind allgemeine, universelle Ziele für alle Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen, die als Nachfolger der Millennium Goals im September 2015 beschlossen wurden. Alle Menschen auf der Welt sollen bis zum Jahr 2030 in einer faireren, wohlhabenderen und friedlicheren Gesellschaft leben können. Zudem sollen diese Ziele zu einem nachhaltigen, weltweiten wirtschaftlichen Fortschritt führen, und sie sind glei-chermaßen an Entwicklungs-, Schwellen- und Industrieländer gerichtet. Wirtschaft und Politik sind daher gefordert, zusammen diese 17 Ziele zur nachhaltigen Entwicklung zu erreichen.
Die Flughafen Wien AG bekennt sich zu den SDGs und versteht es als ihre Aufgabe, einen aktiven Beitrag zu leisten. Alle Ziele und Maßnahmen im Bereich Nachhaltigkeit finden eine Entsprechung in mindestens einem der 17 Ziele zur nachhaltigen Entwicklung.
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Die Publikation des nächsten umfassenden Nachhaltigkeitsberichts ist für das Jahr 2025 ge-plant. Dieser wird bereits nach den Vorgaben der Corporate Sustainability Reporting Directive der EU (CSRD) und den daraus abgeleiteten European Sustainability Reporting Standards (ESRS) erstellt werden und Teil des Lageberichts sein.
Die Flughäfen Malta und Košice verfügen ebenfalls über Nachhaltigkeitskonzepte. Der Nachhaltigkeitsbericht des Flughafen Malta wird auf der Webseite www.maltairport.com veröffentlicht.
Ein besonderer Schwerpunkt lag in den vergangenen Jahren auf dem Ziel energieeffizienter zu werden und die Emissionen, die von der Flughafen Wien AG verursacht werden, zu reduzieren. Das gesetzte Ziel für den Betrieb des Flughafens ist es, bis 2023 auch mittels des Ankaufs von CO2- kompensierenden Zertifikaten klimaneutral zu werden. Bis 2040 möchte der Flughafen Wien die komplette CO2-Neutralität erreichen.
Nähere Informationen zum Geschäftsmodell der FWAG sind im Kapitel „Die Flughafen-Wien-Gruppe“ zu Beginn des Lageberichts angeführt. Risiken, die Auswirkungen auf den Geschäfts-verlauf und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren haben könnten, sind im Kapitel „Risiken der zukünftigen Entwicklung“ des Lageberichts beschrieben.
Wesentliche nichtfinanzielle Leistungsindikatoren
Die relevanten Themen für die Flughafern Wien AG im Bereich Nachhaltigkeit wurden in einem Prozess, der sowohl Mitarbeiter als auch relevante, externe Stakeholder umfasst, definiert und in der Wesentlichkeitsmatrix zusammengefasst.
Aufbauend auf den Erkenntnissen aus der Erstellung der Wesentlichkeitsmatrix für die vergangenen Berichte wurden gemeinsam mit den Bereichsverantwortlichen die relevanten Themen diskutiert und in Hinblick auf die Anforderungen ausgewählter Stakeholder evaluiert. Dies geschah unter anderem mittels eines Fragebogens, den die Themenverantwortlichen aus der Sicht ihrer jeweiligen Kunden bewerteten und beantworteten. Zusätzlich flossen Aspekte und Themen aus der regelmäßigen Stakeholder-Kommunikation wie z.B. dem Dialogforum oder die regelmäßigen Kundenbefragungen sowie aus dem Umwelt- und Qualitätsmanage-ment und dem Sozialbericht mit ein. Es wurden dabei 25 Themen für die Flughafen-Wien AG als wesentlich definiert und in folgende Überkategorien zusammengefasst:
Umweltbelange
Sozial- und Arbeitnehmerbelange
Achtung der Menschenrechte
Bekämpfung von Korruption und Bestechung
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Die Wesentlichkeitsmatrix der Flughafen Wien AG
Unternehmen & Management
Kunden (Passagiere, Airlines)
Umwelt, Energie & Klimaschutz
Mitarbeiter
Dialog & gesellschaftliches Engagement
Nachhaltigkeitsmanagement
Um das Thema „Nachhaltigkeit“ in der Unternehmenstätigkeit fest zu verankern und konti-nuierlich weiterzuentwickeln, hat die Flughafen Wien AG im Jahr 2014 ein Nachhaltigkeitsma-nagement-System implementiert und ein Nachhaltigkeitsprogramm definiert, aus dem sich Ziele und Maßnahmen ableiten. Diese werden laufend überprüft und angepasst. Das Kernteam des Nachhaltigkeitsmanagement besteht aus drei Beauftragten aus den Bereichen Umwelt / Mitarbeiter und Soziales / Compliance und Ökonomie. Die Abteilung Umwelt- und Nachhal-tigkeitsmanagement ist für die Koordinierung und Umsetzung der Nachhaltigkeitsagenden zuständig und berichtet direkt an den Vorstand. In Abstimmungssitzungen werden aktuelle Entwicklungen besprochen und die Umsetzung des Nachhaltigkeitsprogramms evaluiert.
Dem Kernteam stehen aus jedem relevanten Unternehmensbereich Ansprechpartner zu Verfügung. Diese berichten über die konkrete Umsetzung der Maßnahmen und über neue Entwicklungen.
Luftemissionen & -immissionen
Dialog mit den Umlandgemeinden
Kundenservice & -zufriedenheit
Attraktivität als Arbeitgeber
Nachhaltige Standortentwicklung
Flughafen-Security
Lärm
Barrierefreiheit
Attraktivität für Investoren
Datenschutz
Sicherheit im Flugverkehr (Saftey)
Nachhaltiges Bauen
Aus- & Weiterbildung
Wirtschaftliche Impulse für Region
Dauerhafte Wertsteigerung
Energie & Mobilität
Klimaschutz
Sponsoring & gesellschaftliches Engagement
Compliance & Governance
Nachhaltige Beschaffung
Abfall & Abwasser
Natur & Ressourcenschutz
Chancengleichheit
Arbeitssicherheit & Gesundheitsschutz
Wirtschaftliche Handhabung der Finanzmittel
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Die erhobenen Kennzahlen und Daten, die diesem Nachhaltigkeitsbericht zugrunde liegen, werden laufend durch die Abteilung Umwelt- und Nachhaltigkeitsmanagement aktualisiert.
Nachhaltigkeitsstrategie
Die Flughafen-Wien-Gruppe verfolgt eine nachhaltig ausgerichtete Wachstumsstrategie am Standort und schafft die notwendigen Voraussetzungen, um gemeinsam mit ihren Partnern die vielfältigen Chancen und Potentiale im Luftverkehr zu nutzen und damit eines der wichtigsten Ziele, die nachhaltige Steigerung des Unternehmenswerts konsequent zu verfolgen. Die FWAG ist bestrebt ihre Position im wachsenden internationalen Luftverkehr in den kommenden Jahren strategisch zu stärken und auszubauen. Im Bereich Retail and Properties gibt es zudem noch beträchtliches Wachstumspotential.
Die vorrangigen strategischen Nachhaltigkeitsziele sind die Minimierung der negativen Umweltauswirkungen des Flughafenbetriebs sowie eine kontinuierliche Verbesserung der Energieeffizienz.
Als wichtigste Faktoren für die Erreichung unserer Unternehmensziele dienen vier strategi-sche Stoßrichtungen:
Neue Ertragspotenziale aufbauen und bestehende Potenziale optimal nutzen
Hohe Produktivität und Rentabilität sichern
Drehscheibe stärken und Kundenbedürfnisse besser befriedigen
Mitarbeiter fördern und respektieren
Ausdruck findet die Nachhaltigkeitsstrategie in den fünf Unternehmenswerten:
Kundenorientierung: Die Bedürfnisse unserer Kunden zu erfüllen, ist unsere oberste Priorität. Wir begreifen uns als Dienstleister und begegnen unseren Kunden freundlich, re-spektvoll und mit Verständnis für ihre individuellen Wünsche. Fairer Umgang und ehrliche Kommunikation mit unseren Kunden und Geschäftspartnern ist uns ein Anliegen. Dabei überlassen wir aber nichts dem Zufall und setzen mit unserem Compliance System hohe Standards.
Professionalität: Höchste Professionalität und Engagement kennzeichnen unsere Arbeit. Wir sind stolz darauf, unsere Aufgaben genau, zuverlässig sowie auf Sicherheit bedacht zu erfüllen und integrieren neue Technologien und Verfahren in unsere Prozesse, um uns weiter zu verbessern. Als professionelles Team managen wir die unterschiedlichen Aspekte der Nachhaltigkeit und gehen mit aktuellen Herausforderungen professionell um. Wir set-zen ambitionierte Nachhaltigkeitsziele und berichten regelmäßig über unsere Fortschritte. Etwa beim Klimaschutz, wo wir ab 2023 den Betrieb des Flughafen Wien CO2-neutral abwickeln werden. Oder beim Thema Sicherheit, wo unser Security Konzept für einen ge-fahrlosen Flughafenbetrieb sorgt und Risiken minimiert.
Wirtschaftlichkeit: Wir gehen mit unseren wirtschaftlichen und natürlichen Ressourcen sowie mit der Energie sparsam, effizient und verantwortungsbewusst um. Wir verstehen uns als Wirtschaftsmotor der Region und wollen durch eine überlegte Standortentwick-lung hin zur „AirportCity“ Akzente für die Region setzen. Dabei steht ein intensiver Dialog mit unseren Stakeholdern im Vordergrund, denn wir wollen gemeinsam eine nachhaltige (Regional-) Entwicklung gestalten.
Respekt: Wir begegnen einander mit Vertrauen und Ehrlichkeit und sehen Fehler als An-sporn, besser zu werden. Wir haben Respekt vor Meinung und Leistung anderer und unter-
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stützen uns gegenseitig. Die Mitarbeiter der Flughafen Wien AG sind in ihrer Diversität ein Erfolgsfaktor unseres Unternehmens, den wir pflegen und ausbauen wollen. Daher wollen wir noch mehr Anstrengungen für ein attraktives Arbeitsumfeld, Chancengleichheit und interessante Karrieremöglichkeiten unternehmen.
Nachhaltigkeit: Wir bekennen uns zu einem nachhaltigen Umgang mit der Umwelt und übernehmen Verantwortung für unser Umland sowie die dort lebende Bevölkerung. Als Green Airport ist gelebte Nachhaltigkeit fest in unserer Unternehmenskultur verankert.
1) Umweltbelange und Energieeffizienz
Die FWAG bekennt sich zu einem schonenden und bewussten Umgang mit der Umwelt und verpflichtet sich zur Einhaltung aller umweltrelevanten Gesetze, Verordnungen, bindenden Ver-einbarungen und behördlichen Auflagen sowie zur kontinuierlichen Minimierung der negativen ökologischen Auswirkungen. Vor allem hat sich die Flughafen-Wien-Gruppe zum Ziel gesetzt, ihren Energieverbrauch weiter zu senken, die Auswirkungen der Lärmemissionen zu mindern und den dem Flughafen Wien anzurechnenden CO2-Ausstoß weiter zu senken. Das gesetzte Ziel für den Betrieb des Flughafens ist es, bis 2023 auch mittels CO2-kompensierender Zertifikate klimaneutral zu werden. Bis 2033 möchte der Flughafen Wien die komplette CO2-Neutralität (ohne kompensierende Zertifikate) erreichen.
Dabei ist der Flughafen-Wien-Gruppe der ständige Dialog mit den Stakeholdern von größ-ter Wichtigkeit. Denn in vielen Fällen beeinflussen die Maßnahmen des Flughafens auch das Verhalten der Kunden und Passagiere positiv, etwa in den Bereichen Energiesparen, Facility-management oder Abfallentsorgung.
Durch einen ständigen Kreislauf aus Bewertung, Planung, Umsetzung und Überwachung wird sichergestellt, dass in Übereinstimmung mit der Umweltpolitik geeignete Verbesserungsmaß-nahmen kontinuierlich und systematisch geplant, umgesetzt und überprüft werden. Ebenso werden die umweltrelevanten Prozesse und Abläufe so geplant und umgesetzt, dass die Um-weltauswirkungen möglichst geringgehalten werden.
Die FWAG hat ein umfassendes und systematisches Energie- und Umweltmanagement-sys-tem (kurz UMS) eingerichtet und unterzieht sich der Umweltprüfung nach dem „Eco-Manage-ment and Audit Scheme“ (EMAS), mit dem die Europäische Union Umweltmanagementsyste-men die weltweit höchsten Anforderungen auferlegt, sowie nach der ISO 14001. Die erstmalige Eintragung in das EMAS-Register fand im Dezember 2015 statt, 2018 wurde das Unternehmen rezertifiziert. In den dazwischen liegenden Jahren fanden Überwachungsaudits statt. Im Jahr 2022 wurde das Unternehmen neuerlich rezertifiziert.
Mit EMAS erfüllt der Flughafen auch die Anforderungen des Energieeffizienzgesetzes.
Im Rahmen des Umweltmanagementsystems werden Umweltaspekte und deren Auswir-kungen erfasst, relevante Themen identifiziert und mittels Nutzwertanalyse bewertet.
Weiters werden Umweltpolitik, Ziele und Maßnahmen festgelegt und sowohl deren Fort-schritt als auch die Performance des gesamten Systems anhand von festgelegten Kennzahlen, jährlichen Managementreviews sowie im Rahmen von internen und externen Audits regel-mäßig überprüft.
Das UMS stellt auch die Rechtskonformität des Betriebs in Bezug auf geltendes Umweltrecht sicher. Dazu werden alle umweltrelevanten Vorschriften (Gesetze, Verordnungen, Bescheide) identifiziert, in einer Umweltrechtsdatenbank erfasst und die daraus entstehenden Verpflich-tungen umgesetzt und überprüft.
Die Verantwortung für die erfolgreiche Umsetzung des UMS liegt beim Vorstand und bei den Führungskräften entsprechend der Linienorganisation der Flughafen Wien AG. Der Umweltma-nager, angesiedelt in der Abteilung „Umwelt- und Nachhaltigkeitsmanagement“ koordiniert und
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steuert alle internen und externen Aktivitäten im Bereich Umweltschutz und Nachhaltigkeit. Dabei wird er von einem Umweltteam unterstützt, das sich wiederum aus Themenverantwort-lichen der verschiedenen Unternehmensbereiche zusammensetzt.
Der Flughafen Wien konnte sich seit 2015, dem Jahr der ersten EMAS Zertifizierung, in allen wesentlichen Umweltaspekten deutlich verbessern. Der Gesamtenergieverbrauch der FWAG konnte im Zeitraum 2015 bis 2022 um 45.847 MWh reduziert werden, das entspricht einem Mi-nus von rund 24,8%. Darüber hinaus wurden 2022 weitere € 0,9 Mio. (2021: € 0,5 Mio.) für den Umweltschutz aufgewendet (ausgenommen Lärmschutzprogramm).
Im Fokus standen dabei die Reduktion von Schadstoff- und Lärmemissionen sowie der Aus-bau der Alternativenergie.
Ausgewählte Kennzahlen
Standort Flughafen Wien
2022
Veränderung
2021
Passagiere
PAX
23.682.133
109,2%
10.405.523
Verbrauch elektrische Energie
MWh
79.501
18,4%
67.173
Wärmeverbrauch
MWh
30.775
-14,2%
35.880
Kälteverbrauch
MWh
21.851
16,7%
18.727
Treibstoffverbrauch
MWh
28.399
33,9%
21.213
Gesamtenergiebedarf
MWh
138.675
11,6%
124.266
Gesamtenergiebedarf erneuerbare Energiequellen
MWh
79.501
18,4%
67.173
Anteil erneuerbarer Energie am Gesamtenergiebedarf
%
57,3
n.a.
54,1
Wasserverbrauch
m³
437.438
71,7%
254.757
Abwasseranfall
m³
342.976
78,9%
191.711
Gesamtmenge Abfall
t
3.156
78,1%
1.773
1) vorläufige Werte; 2) an finale Daten angepasst
Standort Flughafen Malta
20221
Veränderung
20212
Passagiere
PAX
5.851.079
130,3%
2.540.355
Verbrauch elektrische Energie
MWh
11.460
10,3%
10.390
Treibstoffverbrauch
MWh
742
18,1%
628
Gesamtenergiebedarf
MWh
12.201
10,7%
11.018
Gesamtenergiebedarf erneuerbare Energiequellen
MWh
3.186
53,2%
2.080
Anteil erneuerbarer Energie am Gesamtenergiebedarf
%
26,1
n.a.
18,9
Wasserverbrauch
m³
134.828
70,7%
78.996
Gesamtmenge Abfall
t
864
55,8%
555
Energieeffizienzprogramm
Die Flughafen-Wien-Gruppe hat ein Energieeffizienzprogramm implementiert und bereits zahlreiche Projekte umgesetzt.
Nichtfinanzielle Erklärung gemäß § 267a UGB
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Strom
Im Jahre 2022 wurden von der Flughafen Wien AG und ihren Tochterunternehmen am Stand-ort ca. 79,5 Mio. kWh Strom verbraucht. Die benötigte elektrische Energie kommt einerseits aus den am Flughafen Wien implementierten Photovoltaikanlagen und andererseits als CO2-freier Strom aus dem Netz von Wien Energie. Im Falle eines Stromausfalls übernehmen vier Notstromaggregate mit einer Gesamtleistung von 8,9 MW die Versorgung der wichtigen Einrichtungen. Die Rollweg- und Pistenbefeuerung kann mit Hilfe von batteriebetriebenen USV-Anlagen spannungsunterbrechungsfrei weiterbetrieben werden, und innerhalb von 15 Sekunden schaltet sich der Strom der Notstromaggregate dazu.
Um den Energieverbrauch noch weiter zu minimieren, wurde auch die Energienutzung in den Parkhäusern 3, 4, 7 und 8 durch eine Umrüstung von konventionellen Leuchtmitteln auf LED-Technologie verbessert und eine bedarfsorientierte Beleuchtungssteuerung installiert.
Photovoltaik am Flughafen Wien
Der Flughafen Wien betreibt insgesamt 8 Photovoltaik-Anlagen auf den Dächern des Hangars 7, der alten Winterdiensthalle, des Air Cargo Centers, auf dem Areal der ehemaligen Kläranlage, dem neuen Office Park 4, auf dem Dach des Parkhauses 8 und auf dem Dach des Parkhaus 3. Die achte Anlage ging im Frühjahr 2022 in Betrieb. Mit einer Fläche von 24 Hektar am Flughafen Standort ist sie die derzeit größte Photovoltaikanlage Österreichs. Rund 55.000 PV-Paneele können eine Leistung von ca. 27.000 kWp liefern. Im günstigsten Fall kann der Flughafen Wien damit etwa ein Drittel seines Strombedarfs mit Sonnenenergie abdecken.
Im Jahr 2022 konnte ein jährlicher Ertrag von rund 19,95 Mio. kWh generiert werden.
Kälteerzeugung
Die Kühlung aller klimatisierten Objekte erfolgt über ein eigenes Klimawasser-Fernleitungsnetz, das von drei am Standort befindlichen, getrennten Kältezentralen mit einer Gesamtleistung von 26 MW versorgt wird. Der Kälteverbrauch der FWAG (Standort Wien) lag 2022 bei rund 21,9 Mio. kWh.
Wärme
Die Wärmeenergie, insgesamt 30,8 Mio. kWh (Standort Wien) im Jahre 2022, wird seit 1980 mittels eines Heißwasserkreislaufes von der Raffinerie Schwechat zum Flughafen transportiert. Die einzelnen Heizungsanlagen des Flughafenareals werden dabei über ein unterirdisches Fernleitungssystem versorgt.
Die Raffinerie Schwechat hat die bestehende Versorgung des Flughafens im ersten Halbjahr 2022 auf umweltfreundliche Fernwärme umgestellt. Dabei nutzt die Raffinerie die Abwärme der Entschwefelungsanlage, einer Anlage zur Dieselproduktion sowie der Vakuumdestillations-anlage und wandelt diese in CO2-freie Fernwärme um. Im Flughafensystem werden so rund 21.000 Tonnen CO2 jährlich eingespart.
Treibstoffe
Insgesamt wurden im Jahre 2022 am Flughafen Wien von der FWAG rund 2,7 Mio. Liter Treib-stoff, davon 2,6 Mio. Liter Diesel, in die unternehmenseigenen Fahrzeuge getankt.
Während der Flugzeugtreibstoff (Kerosin) seit 1991 per Pipeline direkt von der Raffinerie Schwechat (OMV) zum Flughafen gepumpt wird, werden Kfz-Treibstoffe mittels Tankwägen zu den drei Betriebstankstellen geliefert.
Nichtfinanzielle Erklärung gemäß § 267a UGB
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Die lückenlose objektbezogene Messung aller Energieabgaben und -verbräuche bietet die Voraussetzung für ein modernes Energiemanagement am Flughafen. Über spezielle Software-programme werden die Verbräuche dargestellt, überprüft und analysiert.
Smart Airport City
Um den Verbrauch von Strom, sowie von Kälte und Wärme zu optimieren, hat die Flughafen Wien AG mit der Technischen Universität Wien 2017 ein Entwicklungsprojekt gestartet, womit ein Prototyp einer computergestützten „virtuellen Stadt“ entsteht, mit dem der Verbrauch an elektrischer Energie, Kälte oder Wärme simuliert und in der Folge optimiert werden kann. Darauf aufbauend werden Szenarien zur Instandhaltung, Verbesserung und Erweiterung der Smart Airport City erstellt, um Kapazitäten zu optimieren und eine bestmögliche Verbrauchs-steuerung zu erreichen. 2021 und 2022 wurde begonnen, die Szenarien mit dem Echtbetrieb abzugleichen und zu evaluieren.
Nachhaltiges Bauen – Life-Cycle Betrachtung von Immobilien
Zum Bereich „Planung, Bau und Bestandsmanagement“ gehört auch das strategische Facility Management, das abgestimmt und koordiniert vorgeht. Damit ist die Life-Cycle Betrachtung al-ler landseitigen Immobilien sichergestellt, was insbesondere dazu führt, dass die Betriebskosten und die periodischen Modernisierungsmaßnahmen in die Gesamtbetrachtung der Kalkulation, der Planung und Umsetzung von Bauprojekten einbezogen werden.
Im Immobilienbereich wird eine balancierte Entwicklungsstrategie in Richtung „Airport City“ verfolgt. Die Produktsegmente mit einem attraktiven Ertrags-/Risikoprofil werden in den nächsten Jahren offensiv ausgebaut, und zur Sicherung der nachhaltigen Entwicklung mit urbanisierenden Elementen ergänzt.
Der Office Park 4 ist das Leuchtturmprojekt in Bezug auf nachhaltiges Bauen. Das Gebäude bietet Raum für rund 2.500 Beschäftigte. Der neue Office Park besticht durch flexible Arbeits-bereiche, vielfältige Co-Working Angebote und topmoderne Eventflächen. Bei der Planung wurde besonders auf Energieeffizienz Bedacht genommen. Hierbei flossen auch Erkenntnisse der Smart Airport City ein. Der Energieverbrauch liegt bei weniger als einem Drittel im Ver-gleich zu konventionellen Büros. Die zu etwa 60 Prozent transparente Fassadefläche lässt viel Tageslicht in die Räumlichkeiten des Office Park 4 und berücksichtigt durch ihre spezielle Formung gleichzeitig lokale Winde, die das Gebäude umströmen. Eine große Rolle spielt der Einsatz der Geothermie – das Kühlen und Heizen mit thermischer Energie. Außerdem befindet sich auf dem Dach des Office Park 4 eine Photovoltaikanlage für die optimale Nutzung von nachhaltigen Energiequellen.
Künftige Bauprojekte am Flughafen Wien werden sich an den Nachhaltigkeitskriterien des Office Park 4 orientieren.
Fluglärmmanagement
Europaweit gelten der Straßen-, Baustellen- und Nachbarschaftslärm sowie der Schienenver-kehr als Hauptverursacher von Lärmbelastung, gefolgt vom Flugverkehr. Die Hauptlärmquellen an Flughäfen bilden Starts und Landungen, Bodenlärm wie Rollbewegungen oder Triebwerks-probeläufe. Das Bundes-Umgebungslärmschutzgesetz regelt die Schwellwerte in Zusammen-hang mit Fluglärm, die zum Schutz der ansässigen Bevölkerung nicht überschritten werden dürfen - nämlich ein Tag-Abend-Nacht-Lärmindex von 65 dB.
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Das Engagement des Flughafen Wien geht aber deutlich über diese gesetzlichen Vorgaben hinaus: So umfasst etwa das Lärmschutzprogramm des Flughafens das Tag-Schutzgebiet mit einem äquivalenten Dauerschallpegel von über 54 dB. Das Nacht-Schutzgebiet beginnt bereits bei einem Dauerschallpegel von über 45 dB. Gemäß der Vereinbarung im Mediationsverfahren soll die Anzahl der Flugbewegungen in der Zeit von 23.30 bis 5.30 Uhr konstant auf dem Niveau der Bewegungen des Jahres 2009 gehalten werden.
Darüber hinaus werden zur weiteren Reduktion des Bodenlärms in enger Abstimmung mit Stakeholdern und Anrainern kontinuierlich verschiedenste Lärmvermeidungs- und Schutz-maßnahmen umgesetzt. Zum Beispiel bei der Durchführung von Triebwerksprobeläufen: Hier werden die Abstellpositionen in Abhängigkeit der vorherrschenden Windverhältnisse so ge-wählt, dass die Anrainer so wenig wie möglich belastet werden.
FANOMOS
Seit dem Jahr 1990 ist am Flughafen Wien eine Flugweg- und Fluglärm-Überwachungsanlage in Betrieb: FANOMOS (Flight Track and Noise Monitoring System). Damit werden An- und Abflüge als Flugspuren aufgezeichnet und analysiert. Dabei wird die Einhaltung der vorgeschriebenen An- und Abflugrouten kontrolliert und Abweichungen, das heißt ein Verlassen der vorgeschrie-benen Korridore, werden sichtbar gemacht. FANOMOS zeichnet jedoch nicht nur 365 Tage im Jahr die Flugspuren auf, sondern registriert auch laufend die Schallpegel der Überflüge mit 15 fixen Messstellen in der Umgebung des Flughafens.
Lärmabhängige Landegebühren
Ziel der lärmabhängigen Landegebühren ist es, einen Anreiz für Fluglinien zu geben, auf leisere und emissionsärmere Flugzeuge zu setzen. Die Start- und Landegebühren werden gestaffelt - laute Flugzeuge zahlen mehr, leise weniger. Das Bonus-Malus-System ist kostenneutral, und die Lärmgebühren stellen keine zusätzliche Einnahmequelle für den Flughafen dar.
Lärmschutz
Das 2005 im Mediationsvertrag vereinbarte Lärmschutzprogramm des Flughafen Wien hat den Schutz der Gesundheit und die Erhöhung der Lebensqualität der Menschen, die nahe am Flughafen leben, zum Ziel. Ab einem Dauerschallpegel über 54 dB am Tag und über 45 dB in der Nacht übernimmt der Flughafen 50% bis 100% der Kosten für Lärmschutzmaßnahmen, etwa für den Einbau von Lärmschutzfenstern und -türen. Bis Ende 2022 wurden auf diese Weise für 6.316 Objekte bauphysikalische Gutachten erstellt und für 2.986 Objekte ein optimaler Lärm-schutz hergestellt.
Emissionen und Klimaschutz
Der Betrieb eines Flughafens, vor allem die Flugzeugabfertigung und der landseitige Verkehr, trägt, wenn auch zu einem geringeren Teil, zu den allgemeinen Luftemissionen der Luftfahrt-branche bei.
Im Bereich des Flughafens werden im Rahmen der Luftgütemessung sowie durch die Er-stellung einer jährlichen CO2-Bilanz alle Emissionen lückenlos erfasst. Gemeinsam mit den Fluglinien werden laufend Maßnahmen und Programme entwickelt, um den Schad- stoffaus-stoß konsequent zu minimieren.
Nichtfinanzielle Erklärung gemäß § 267a UGB
58
ACAS (Airport Carbon Accreditation System)
Mithilfe einer CO2-Emissionsbilanz beteiligt sich der Flughafen Wien auch an dem vom Airports Council International Europe (ACI Europe) geführten Programm ACAS (Airport Carbon Accre-ditation System, www.airportcarbonaccreditation.org). Der Flughafen Wien wurde bereits im Jahr 2013 Level 1 zertifiziert, 2015 erfolgte der Aufstieg zum Level 2 und im Oktober 2016 wurde erstmalig die Level 3-Zertifizierung erreicht und seither jährlich erneut seitens des ACI bestätigt. Die Level 3-Zertifizierung sieht eine weitere Reduktion der CO2-Emissionen unter verstärkter Einbeziehung sämtlicher am Standort Flughafen ansässiger Unternehmen vor.
Zahlreiche Projekte zur Reduktion der Treibhausgase wurden und werden am Flughafen Wien umgesetzt. So bezieht der Flughafen Wien bereits den gesamten Strom CO2-neutral. Der Ausbau der Photovoltaik am Standort unterstützt nachhaltig das Ziel der CO2-Neutralität des Flughafen Wien. Die Fernwärme wird ab Mitte 2022 ebenfalls CO2-neutral bezogen. Der Ausbau des elektrisch betriebenen Fuhrparks und die Kompensation der CO2-Emissionen, die zurzeit noch durch fossile Treibstoffe durch die FWAG (vor allem im Bereich Flugzeugabfer-tigung) verursacht werden, sollen dazu führen, dass der Betrieb des Flughafen Wien ab 2023 klimaneutral erfolgen kann.
Um seine CO2-Emissionen besser identifizieren zu können, trat auch der Flughafen Malta im Jahr 2016 dem ACI Airport Carbon Accreditation Programm bei. Im Berichtsjahr erfüllte Malta International Airport die Kriterien der Level 2 Zertifizierung des ACI. Gemeinsam mit der im Jahr 2021 eingerichtete Umweltarbeitsgruppe arbeitet das Managementteam weiter an einem detaillierten Ziel- und Maßnahmenplan, um die CO2-Emissionen weiter zu reduzieren. Der Flug-hafen Malta hat sich das Ziel gesetzt bis 2050 CO2-Neutralität zu erreichen.
Abfall
Auf Verkehrsflughäfen entstehen in Abhängigkeit von der Anzahl der Passagiere sowie den erbrachten Leistungen Abfälle und Altstoffe aus unterschiedlichsten Bereichen wie Terminals, Büros, Logistikhallen, Gerätehallen, technischen Stationen, Hotels, Hangars und den Flugzeu-gen selbst.
Am Flughafen Wien ist daher eine Abfalllogistik im Einsatz, die mit der einer Kleinstadt zu vergleichen ist. Neben den beiden größten Abfallfraktionen Gewerbemüll und Altpapier/Kar-tonagen fallen auch Verpackungsabfälle, Altmetall und gefährliche Abfälle wie beispielsweise Schmieröl- und Lösungsmittelreste aus der Wartung von Flugzeugen und Fahrzeugen am Boden an. Alle Abfallmengen, aufgeschlüsselt nach Abfallarten, sind im aktuellen Abfallwirt-schaftskonzept (AWK) abgebildet.
Eine Übersicht von rund 350 Materialien (von Abbeizmitteln oder Aludosen bis Zahnbürsten oder Zweige) und deren fachgerechter Entsorgung ist in der „VIE Abfalltrenn-ABC“ Broschüre nachzuschlagen.
Am Flughafen Malta wurde im Jahr 2022 ein neuer unternehmensweiter Umwelt-KPI ein-geführt, mit dem sich Malta International Airport im Rahmen seiner Bemühungen um das Abfallmanagement dazu verpflichtete, den Deponiemüll pro Passagier im Jahr 2022 auf 0,2 Kilo-gramm zu begrenzen. Die Daten für das gesamte Jahr 2022 zeigen, dass das Unternehmen den Anteil der Deponieabfälle im Vergleich zum gleichen Zeitraum 2019 bereits um 11% reduziert hat.
Vermeiden, Vermindern, Verwerten
Abfallvermeidung steht am Flughafen Wien an oberster Stelle. Abfälle, die nicht vermieden werden können, werden fachgerecht getrennt und - je nach Möglichkeit - einer Wiederver-wendung oder einem Recycling zugeführt. Die Mülltrennung am Flughafen erfolgt dabei nach
Nichtfinanzielle Erklärung gemäß § 267a UGB
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strengen Richtlinien, was eine Wiederverwertung leichter und kostengünstiger macht. Dabei werden alle Möglichkeiten einer effizienten Abfallwirtschaft ausgeschöpft. Biogene Abfälle, Glas- und Kunststoffflaschen werden getrennt gesammelt und der Verwertung zugeführt. Spezielle Umweltinseln in den Terminalbereichen bieten auch den Passagieren die Möglich-keit, ihren Abfall entsprechend der Kennzeichnung zu entsorgen. Auch der Abfall und die Müll-trennung der in Wien landenden Luftfahrzeuge werden kontrolliert. Die Gesamtmenge Abfall betrug im Jahr 2022 am Flughafen Wien 3.156 Tonnen (2021: 1.773 Tonnen).
Wasserverbrauch
Die Wasserversorgung des Flughafen Wien erfolgt durch vier flughafeneigene Brunnen. Der Wasserverbrauch der Flughafen-Wien-Gruppe (Standort Wien) ohne Kunden betrug 2022 437.438 m³ (2021: 254.757 m³). Rechnet man die Kunden hinzu, betrug der gesamte Wasserver-brauch im Jahr 2022 570.283 m³.
Der Flughafen Malta ist durch seine Lage von geringeren Niederschlagsmengen geprägt, wodurch ein bewusstes Umgehen mit Wasser essenziell ist. Neben gesammeltem Regenwasser und Grundwasser werden fehlende Kapazitäten zugekauft. Im Geschäftsjahr 2022 betrug der Wasserverbrauch am Flughafen Malta 134.828m³.
Abwasser
Ein zentraler Punkt der Abwasserentsorgung ist die komplette Kanalisierung der Airside gele-genen versiegelten Flächen. Aus den einzelnen Einzugsgebieten des Flughafens - allein Pisten, Vorfelder und Rollwege machen mehr als 2,5 Mio. Quadratmeter Oberfläche aus - führen Nie-derschlagsabwasser zur zentralen Abwasserentsorgungsanlage. Am Eintritt der Hauptsammler in die zentrale Abwasserentsorgungsanlage wird die Belastung der Abwässer online gemessen.
Belastete Abwässer werden über eigene Leitungen zur Verbandskläranlage Schwechat-Mannswörth gepumpt.
Durch die gezielte Trennung belasteter von unbelasteten Abflüssen konnten die in der Klär-anlage zu behandelnden Abwassermengen reduziert werden. Der Abwasseranfall (Standort Wien) der FWAG betrug 2022 342.976 m³.
Nachhaltige Beschaffung
Die nachhaltige bzw. ökologische Beschaffung, also der Einkauf von umweltfreundlichen Pro-dukten und Leistungen, bei deren Herstellung bzw. Erbringung auch soziale Standards ein-gehalten werden, ist ein wichtiges Unternehmensziel. Ebenso wird hier die Regionalität be-rücksichtigt. In Österreich wurde unter Federführung des Umweltministeriums der „Nationale Aktionsplan für nachhaltige Beschaffung“ (kurz: NaBe-Aktionsplan) ins Leben gerufen. Auf diese Weise werden nachhaltige Kriterien beim Beschaffungsvorgang berücksichtigt und der NaBe-Aktionsplan gemeinsam umgesetzt. Der Aktionsplan wird seit Herbst 2010 in der Bun-desbeschaffung GmbH (kurz BBG) umgesetzt. Die Beschaffungen der Flughafen-Wien-Gruppe erfolgten zum Teil über die BBG. Zudem unterliegt die Flughafen Wien AG als Sektorenauftrag-geber den Vorgaben des Bundesvergabegesetzes.
Die größten Lieferanten in Bezug auf den Bestellwert sind den Sektoren Bau, Erdölverarbei-tung, Metallverarbeitung, Spezialfahrzeuge, Technologie und unterschiedlichen Dienstleistun-gen wie etwa IT oder Airport Handling zuzuordnen. Gemessen am Bestellwert stammt der größte Teil der Auftragnehmer dabei aus der unmittelbaren Region des Flughafens: Rund 80%
Nichtfinanzielle Erklärung gemäß § 267a UGB
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der 35 größten Lieferanten kommen aus Wien und Niederösterreich, 2% aus anderen österrei-chischen Bundesländern und der verbleibende Rest überwiegend aus Europa.
Taxonomie
Die EU-Kommission hat im Dezember 2019 den „European Green Deal“ vorgestellt, mit dem Ziel, bis 2050 in der EU die Nettoemissionen von Treibhausgasen auf null zu reduzieren und damit klimaneutral zu werden. Hierzu wurde u.a. die EU-Sustainable-Finance-Taxonomie kurz EU-Taxonomie entwickelt, ein Klassifizierungssystem zur eindeutigen Definition „ökologisch nachhaltiger“ Geschäftsaktivitäten. Die vollumfängliche Berichtspflicht wurde ab dem 1.1.2022 festgelegt und umfasst:
die Identifikation und Bewertung relevanter Aktivitäten der ökologischen Nachhaltigkeit
die Beurteilung von deren Taxonomie-Konformität
die Überführung der Nachhaltigkeitsbewertung in Finanzkennzahlen
Das Unternehmen muss seine Wirtschaftstätigkeiten bzw. Geschäftsmodelle hinsichtlich der Taxonomie-Relevanz klassifizieren. Es wurden in Artikel 9 der Taxonomie-Verordnung der EU folgende sechs Umweltziele definiert:
Klimaschutz
Anpassung an den Klimawandel
Schutz von Wasser und Meeresressourcen
Übergang in eine Kreislaufwirtschaft
Eingrenzung der Umweltverschmutzung und Beitrag zu Umweltschutz
Schutz von Artenvielfalt und Ökosystemen
Für die ersten beiden Klimaziele – Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel – wur-den bereits delegierte Rechtsakte veröffentlicht, die Wirtschaftsaktivitäten in „taxonomiefähig“ bzw. in weiterer Folge in „taxonomiekonform“ einordnen.
Die Flughafen-Wien-Gruppe hat daher anhand der zwei veröffentlichten delegierten Rechts-akte für die EU-Klimaziele Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel eine Bestands-aufnahme durchgeführt, die einzelnen Tätigkeiten auf ihre Taxonomierelevanz überprüft und daraus Taxonomie-Kennzahlen für die ökologischen Wirtschaftsaktivitäten abgeleitet. Infolge der bislang noch teilweise ausstehenden Definitionen bzw. zu erwartender Präzisierungen, hat die Flughafen-Wien-Gruppe unter Berücksichtigung von Wesentlichkeit die bestmögliche Er-mittlung der Kennzahlen gemäß der bisherigen Verordnungen und der von der EU-Kommission veröffentlichten FAQ-Dokumente entsprechend ermittelt.
Die Flughafen-Wien-Gruppe geht davon aus, dass durch die Veröffentlichung der delegier-ten Rechtsakte für die weiteren vier Umweltziele Schutz von Wasser und Meeresressourcen, Übergang in eine Kreislaufwirtschaft, Eingrenzung der Umweltverschmutzung und Beitrag zu Umweltschutz sowie Schutz von Artenvielfalt und Ökosystemen, sowie durch die Aufnahme weiterer wirtschaftlicher Tätigkeiten, Branchen und Sektoren weitere Tätigkeiten als relevant eingestuft werden können bzw. es zu Änderungen in der Einstufung kommt.
Neben der Berechnung des Anteils an taxonomiefähigen und nicht-taxonomiefähigen Tätig-keiten erfolgte im Berichtsjahr auch eine Prüfung der Taxonomie-Konformität. Dazu wurden einerseits die technischen Bewertungskriterien geprüft, um festzustellen, ob ein wesentlicher Beitrag zu diesem EU-Umweltziel erreicht wird. Nachfolgend wurde überprüft, ob die Errei-chung der weiteren Umweltziele signifikant beeinträchtigt wird („do no significant harm“) und ob Mindestkriterien für soziale Belange erfüllt werden („Minimum Social Safeguards“).
Nichtfinanzielle Erklärung gemäß § 267a UGB
61
Für die Erfüllung der „do not significant harm“-Kriterien wurde eine Klimarisikoanalyse unter Berücksichtigung der in der Taxonomie-Verordnung vorgegebenen Klimagefahren durchgeführt. Hier wurden die standortspezifischen Risiken betrachtet und Standard-Szenarien analysiert. Diese Analysen werden laufend geprüft und angepasst.
Für die Erfüllung der Mindestkriterien für soziale Belange („Minimum Social Safeguards“) wurde der bisher bestehende Due-Diligence-Prozess analysiert bzw. wird dieser laufend weiter-entwickelt. Neben den bereits bestehenden Prozessen, welche auch im Corporate Governance Bericht bzw. in der nicht finanziellen Erklärung beschrieben sind, wurden weitere Bereiche ana-lysiert. Seit Herbst 2015 ist eine „Whistleblower Hotline“ aktiv. Hier können mögliche Verstöße bzw. Hinweise eingemeldet werden, wobei sich diese nicht nur auf den Flughafen-Wien-Kon-zern, sondern auch auf alle anderen Stakeholder (inkl. Lieferanten) beziehen können. Weitere Vorkehrungen zur Bekämpfung von Korruption betreffend beispielsweise auch den bestehen-den Verhaltenskodex, interne Beschaffungsbestimmungen und weitere Konzernanweisungen.
Als Sektorenauftraggeber unterliegt der Flughafen Wien dem Bundesvergabegesetz. Das Bundesvergabegesetz schreibt auch die Prüfung der Auftragnehmer vor. Diese betreffen u.a. die Befugnis, die berufliche Zuverlässigkeit, finanzielle, wirtschaftliche und technische Leis-tungsfähigkeit sowie Normen für Qualitätssicherung und Umweltmanagement. Im Rahmen von Ausschreibungen wird die Eignung der Lieferanten überprüft, u.a. auch mittels Abfragen entsprechender Plattformen. Bei konkreten Vorwürfen werden weitere Analysen durchgeführt. Gerade am Flughafen selbst nimmt die Sicherheitskultur einen hohen Stellenwert ein, da „Safety & Security“ essenziell für einen reibungslosen Flughafenbetrieb notwendig sind.
Die Taxonomie-Kennzahlen (KPI) umfassen ökologisch nachhaltige Umsatzerlöse, OPEX und CAPEX. Die Ermittlung der Kennzahlen erfolgt auf Basis des Konzernabschlusses und der für diesen Konzernabschluss anzuwendenden IFRS. Es wurden daher folgende Positionen herangezogen:
Umsatz: Für den Gesamtumsatz werden die Umsatzerlöse gem. IAS 1.82(a) herangezogen.
Capex: Es werden alle Investitionsausgaben (Zugänge), welche im Zusammenhang mit Sach-anlagen (IAS 16), immateriellen Vermögenswerten (IAS 38), als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien (IAS 40) und Leasing (IFRS 16) stehen, berücksichtigt.
Opex: Im Bereich der operativen Aufwendungen (OPEX) fließen folgende direkt zurechen-bare, nicht aktivierte Aufwendungen ein. Dazu zählen insbesondere Forschungs- und Ent-wicklungskosten, Gebäudesanierungsmaßnahmen, kurzfristige Leasingaufwendungen sowie Wartung und Reparaturen (inkl. Instandhaltungsmaterial und direkt zurechenbare Personal-kosten im Zusammenhang mit der Durchführung von Instandhaltungen).
Um Doppelzählungen zu vermeiden, wurden Investitionen (Capex) und Betriebsaufwendun-gen (Opex) zuerst hinsichtlich ihrer Eigenschaft als „direkt mit einer taxonomiefähigen bzw. taxonomiekonformen Wirtschaftstätigkeit verbunden“ überprüft. In einem nachfolgenden Schritt erfolgte die Prüfung, ob es sich einzelnen Maßnahmen handelt, durch die die Zieltätig-keiten kohlenstoffarm ausgeführt werden oder der Ausstoß von Treibhausgasen gesenkt wird.
Basierend auf der Analyse wurden folgende Gesamtsummen für den Konzern für das Ge-schäftsjahr 2022 ermittelt:
2022
Taxonomiekonform
Taxonomiefähig
Nicht-Taxonomiefähig
Umsatz
0,2%
19,2%
80,6%
Capex
18,5%
18,1%
63,4%
Opex
0,5%
23,4%
76,1%
Nichtfinanzielle Erklärung gemäß § 267a UGB
62
Umsatz
Die Umsatz-Kennzahl ergibt sich aus dem Verhältnis der Umsatzerlöse aus taxonomiefähigen bzw. taxonomiekonformen Wirtschaftstätigkeiten eines Geschäftsjahres zu den Gesamt-umsatzerlösen dieses Geschäftsjahres. Als Basis (Nenner) der Umsatz-Kennzahl wurden die Konzern-Umsatzerlöse gem. IAS 1.82 (a) herangezogen. Die Gesamtumsatzerlöse der Flug-hafen-Wien-Gruppe im Berichtsjahr 2022 belaufen sich auf € 692,7 Mio.
Die Flughafen-Wien-Gruppe erwirtschaftet rund 65% ihrer Umsatzerlöse in den Segmenten Airport sowie Handling & Sicherheitsdienstleistungen. In den beiden bisher veröffentlichten Rechtsakten wird die Wirtschaftstätigkeit „6.17 CO2-arme Flughafeninfrastruktur“ aufgelistet, die gemäß der aktuellen Definition der beiden veröffentlichten Rechtsakte auf eine Emissions-reduktion abzielt. Daher wurden hier Leistungen an Airline-Kunden zur Versorgung mit Boden-strom als taxonomierelevant klassifiziert.
Die Flughafen-Wien-Gruppe vermietet Gebäude, Parkplätze sowie Shopping- und Gast-ronomieflächen. Diese zählen gem. der Taxonomieverordnung zur Wirtschaftstätigkeit „7.7. Erwerb von und Eigentum an Gebäuden“. Daher werden alle relevanten Vermietungserlöse dieser Kategorie zugeordnet. Dazu zählen auch die Umsatzerlöse des Office Park 4, der auch die Kriterien für nachhaltige Immobilien erfüllt. Der hochmoderne Office Park 4 nutzt Erdwärme und wurde mehrfach als nachhaltigstes Gebäude Österreichs ausgezeichnet. Die gemeinsam mit der TU Wien entwickelte Smart-City-Steuerungssoftware unterstützt dabei unter anderem die Energieoptimierung des Office Park 4.
Capex
Die Capex-Kennzahl stellt den Anteil jener Investitionsausgaben dar, die sich entweder auf Vermögenswerte oder Prozesse beziehen, die mit einer taxonomiefähigen bzw. taxonomie-konformen Wirtschaftstätigkeit verbunden sind oder sich auf den Erwerb von Produkten oder Leistungen aus einer taxonomiefähigen bzw. taxonomiekonformen Wirtschaftstätigkeit beziehen. Als Basis (Nenner) der Investitionen entspricht den in den Konzern-Anlagespiegeln ausgewiesen Zugängen zu Sachanlagen, immateriellen Vermögenswerten und als Finanzin-vestition gehaltenen Immobilien (jeweils inkl. IFRS 16). Geleistete Anzahlungen werden nicht berücksichtigt.
Die Investitionen der Flughafen-Wien-Gruppe inkl. geleisteter Anzahlungen betrugen im Ge-schäftsjahr 2022 € 53,6 Mio. Die Investitionen gem. EU-Taxonomie-Verordnung (exkl. geleisteter Anzahlungen) belaufen sich im Berichtsjahr 2022 auf € 53,0 Mio.
Im Bereich Capex konnten im Berichtsjahr 2022 im Wesentlichen folgende Bereiche als taxonomierelevant klassifiziert werden: Investitionen in Photovoltaikanlagen (Kategorie 4.1. „Stromerzeugung mittels Fotovoltaik-Technologie“), Investitionen in E-Mobilität (Kategorie 6.5. „Beförderung mit Motorrädern, Personenkraftwagen und leichten Nutzfahrzeugen“ bzw. 6.15. „Infrastruktur für einen CO2-armen Straßenverkehr und öffentlichen Verkehr“), Gebäude-Investitionen, die direkt mit einer taxonomiefähigen bzw. taxonomiekonformen Vermietung zusammenhängen (Kategorie 7.7. „Erwerb von und Eigentum an Gebäuden“) sowie andere In-vestitionen in Gebäude für Regelung und Steuerung der Gesamtenergieeffizienz (Kategorie 7.5. Installation, Wartung und Reparatur von Geräten für die Messung, Regelung und Steuerung der Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden“).
Opex
Die Kennzahl Opex beinhaltet Betriebsaufwendungen, die sich entweder auf Vermögenswerte oder Prozesse beziehen, die mit einer taxonomiefähigen und taxonomiekonformen Wirtschafts-
Nichtfinanzielle Erklärung gemäß § 267a UGB
63
tätigkeit verbunden sind oder sich auf den Erwerb von Produkten oder Leistungen aus einer taxonomiefähigen oder taxonomiekonformen Wirtschaftstätigkeit beziehen.
Zur Ermittlung der Basis (Nenner) wurde die Summe der oben angeführten Aufwendungen anhand von Detailanalysen herangezogen. Die dadurch ermittelten Betriebsaufwendungen im Sinne der Taxonomie-Verordnung betragen € 53,1 Mio.
Bei der Ermittlung der Taxonomierelevanz der Betriebsaufwendungen (OPEX gem. oben angeführter Definition) sind bei der Flughafen-Wien-Gruppe als wesentlichste Position die Instandhaltungsaufwendungen (inkl. Gebäudesanierung und Wartungen) zu berücksichtigen. Gerade im Bereich der Instandhaltung der vielschichtigen Gebäude-Infrastruktur wird Ener-gieeffizienz bei Projekten und Prozessen mitberücksichtigt. Für die Flughafen-Wien-Gruppe wesentliche Instandhaltungsaufwendungen betreffend die IT-Infrastruktur und sonstige nicht-taxonomiefähige Wirtschaftsaktivitäten.
Nichtfinanzielle Erklärung gemäß § 267a UGB
64
Kriterien für einen wesentlichen Beitrag
DNSH-Kriterien
A. Taxonomiefähige Tätigkeiten
Codes
Absoluter Umsatz
Umsatzanteil
Klimaschutz
Anpassung an den Klimawandel
Wasser- und Meeresressourcen
Kreislaufwirtschaft
Umweltverschmutzung
Biologische Vielfalt und Ökosys-teme
Klimaschutz
Anpassung an den Klimawandel
Wasser- und Meeresressourcen
Kreislaufwirtschaft
Umweltverschmutzung
Biologische Vielfalt und Ökosys-teme
Mindestschutz
Taxonomiekonformer Umsatz-anteil
Taxonomiekonformer Umsatzan-teil Vorjahr
Kategorie (ermöglichende Tätig-keiten)
Kategorie „Übergangstätigkei-ten“
in Mio. €
in %
in %
in %
in %
in %
in %
in %
%
E
T
A1. Ökologisch nachhaltige Tätigkeiten (taxonomiekonform)
Stromerzeugung mittels Fotovoltaik-Technologie
4.1.
0,1
0,0%
100%
0%
0%
0%
0%
0%
J
J
J
J
J
J
J
0,0%
n.a.
Erwerb von und Eigentum an Gebäuden
7.7.
1,2
0,2%
100%
0%
0%
0%
0%
0%
J
J
J
J
J
J
J
0,2%
n.a.
Umsatz ökologisch nachhaltiger Tätigkeiten
1,3
0,2%
0,2%
A2. Taxonomiefähige, aber nicht ökologisch nachhaltige Tätigkeiten (nicht taxonomiekonforme Tätigkeiten)
CO2-arme Flughafeninfrastruktur
6.17.
1,5
0,2%
Installation, Wartung und Reparatur von Geräten für die Messung, Re-gelung und Steuerung der Gesamt-energieeffizienz von Gebäuden
7.5.
0,0
0,0%
Erwerb von und Eigentum an Gebäuden
7.7.
131,3
19,0%
Kreative, künstlerische und unter-haltende Tätigkeiten
13.1.
0,3
0,0%
Umsatz taxonomiefähiger, aber nicht ökologisch nachhaltiger Tätigkeiten (nicht taxonomiekon-forme Tätigkeiten)
133,2
19,2%
Summe aus A1+ A2
134,5
19,4%
0,2%
B. Nicht taxonomiefähige Tätigkeiten
Umsatz nicht taxonomiefähiger Tätigkeiten
558,3
80,6%
Gesamt A + B
692,7
100,0%
Nichtfinanzielle Erklärung gemäß § 267a UGB
65
Kriterien für einen wesentlichen Beitrag
DNSH-Kriterien
A. Taxonomiefähige Tätigkeiten
Codes
Absoluter Capex
Capexanteil
Klimaschutz
Anpassung an den Klimawandel
Wasser- und Meeresressourcen
Kreislaufwirtschaft
Umweltverschmutzung
Biologische Vielfalt und Öko-systeme
Klimaschutz
Anpassung an den Klimawandel
Wasser- und Meeresressourcen
Kreislaufwirtschaft
Umweltverschmutzung
Biologische Vielfalt und Öko-systeme
Mindestschutz
Taxonomiekonformer Capexan-teil
Taxonomiekonformer Capexan-teil Vorjahr
Kategorie (ermöglichende Tätig-keiten)
Kategorie „Übergangstätigkei-ten“
in Mio. €
in %
in %
in %
in %
in %
in %
in %
%
E
T
A1. Ökologisch nachhaltige Tätigkeiten (taxonomiekonform)
Stromerzeugung mittels Fotovoltaik-Technologie
4.1.
9,5
17,8%
100%
0%
0%
0%
0%
0%
J
J
J
J
J
J
J
17,8%
n.a.
Erwerb von und Eigentum an Gebäuden
7.7.
0,3
0,6%
100%
0%
0%
0%
0%
0%
J
J
J
J
J
J
J
0,6%
n.a.
Capex ökologisch nachhaltiger Tätigkeiten
9,8
18,5%
18,5%
A2. Taxonomiefähige, aber nicht ökologisch nachhaltige Tätigkeiten (nicht taxonomiekonforme Tätigkeiten)
Beförderung mit Motorrädern, Personenkraftwagen und leichten Nutzfahrzeugen
6.5.
0,5
0,9%
Infrastruktur für einen CO2-armen Straßenverkehr und öffentlichen Verkehr
6.15.
0,1
0,1%
CO2-arme Flughafeninfrastruktur
6.17.
0,2
0,4%
Installation, Wartung und Reparatur von Geräten für die Messung, Re-gelung und Steuerung der Gesamt-energieeffizienz von Gebäuden
7.5.
0,5
1,0%
Erwerb von und Eigentum an Gebäuden
7.7.
8,3
15,7%
Capex taxonomiefähiger, aber nicht ökologisch nachhaltiger Tätigkeiten (nicht taxonomiekon-forme Tätigkeiten)
9,6
18,1%
Summe aus A1+ A2
19,4
36,6%
18,5%
B. Nicht taxonomiefähige Tätigkeiten
Capex nicht taxonomiefähiger Tätigkeiten
33,6
63,4%
Gesamt A + B
53,0
100,0%
Nichtfinanzielle Erklärung gemäß § 267a UGB
66
Kriterien für einen wesentlichen Beitrag
DNSH-Kriterien
A. Taxonomiefähige Tätigkeiten
Codes
Absoluter Opex
Opexanteil
Klimaschutz
Anpassung an den Klimawandel
Wasser- und Meeresressourcen
Kreislaufwirtschaft
Umweltverschmutzung
Biologische Vielfalt und Öko-systeme
Klimaschutz
Anpassung an den Klimawandel
Wasser- und Meeresressourcen
Kreislaufwirtschaft
Umweltverschmutzung
Biologische Vielfalt und Öko-systeme
Mindestschutz
Taxonomiekonformer Opexanteil
Taxonomiekonformer Opexanteil Vorjahr
Kategorie (ermöglichende Tätig-keiten)
Kategorie „Übergangstätigkei-ten“
in Mio. €
in %
in %
in %
in %
in %
in %
in %
%
E
T
A1. Ökologisch nachhaltige Tätigkeiten (taxonomiekonform)
Stromerzeugung mittels Fotovoltaik-Technologie
4.1.
0,0
0,0%
100%
0%
0%
0%
0%
0%
J
J
J
J
J
J
J
0,0%
n.a.
Erwerb von und Eigentum an Gebäuden
7.7.
0,2
0,5%
100%
0%
0%
0%
0%
0%
J
J
J
J
J
J
J
0,5%
n.a.
Opex ökologisch nachhaltiger Tätigkeiten
0,3
0,5%
0,5%
A2. Taxonomiefähige, aber nicht ökologisch nachhaltige Tätigkeiten (nicht taxonomiekonforme Tätigkeiten)
Beförderung mit Motorrädern, Personenkraftwagen und leichten Nutzfahrzeugen
6.5.
0,0
0,0%
Infrastruktur für einen CO2-armen Straßenverkehr und öffentlichen Verkehr
6.15.
0,0
0,0%
Erwerb von und Eigentum an Gebäuden
7.7.
12,3
23,3%
Kreative, künstlerische und unter-haltende Tätigkeiten
13.1.
0,1
0,1%
Opex taxonomiefähiger, aber nicht ökologisch nachhaltiger Tätigkeiten (nicht taxonomiekon-forme Tätigkeiten)
12,4
23,4%
Summe aus A1+ A2
12,7
23,9%
0,5%
B. Nicht taxonomiefähige Tätigkeiten
Opex nicht taxonomiefähiger Tätigkeiten
40,4
76,1%
Gesamt A + B
53,1
100,0%
Nichtfinanzielle Erklärung gemäß § 267a UGB
67
2) Sozial- und Arbeitnehmerbelange
Der durchschnittliche Mitarbeiterstand (FTE) der Flughafen-Wien-Gruppe (vollkonsolidierte Unternehmen) 2022 ist um 3,3% von 4.858 auf 4.696 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gesunken. Die Zahl der Beschäftigten nach Köpfen liegt bei 6.575, ein Anstieg gegenüber dem Vorjahr von 14,9%. Stichtagsbezogen waren zum 31.12.2022 4.854 Mitarbeiter in der Flughafen-Wien-Gruppe beschäftigt und somit um 140 Mitarbeiter mehr als im Vorjahr (4.713 Mitarbeiter).
Durchschnitt Mitarbeiter nach Segmenten (FTE)
2022
Veränderung
2021
Airport
545
-2,7%
560
Handling & Sicherheitsdienstleistungen
2.666
-4,2%
2.783
Retail & Properties
171
2,0%
168
Malta
336
6,7%
315
Sonstige Segmente
978
-5,2%
1.032
Gesamtanzahl
4.696
-3,3%
4.858
Recovery – Reboarding
In Zeiten der Krise – aber vor allem auch danach – sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine zentrale Ressource, da der Erfolg als Dienstleistungsunternehmen entscheidend von der fachlichen Kompetenz, Erfahrung sowie dem Engagement und Einsatz jedes einzelnen Be-schäftigten abhängt.
2022 stand unter dem Motto Recovery und Reboarding. Von Jänner bis März des Jahres 2022 befand sich das Unternehmen nach wie vor in Kurzarbeit. Nichtsdestotrotz begannen unter-nehmensweite Vorbereitungen den Vollbetrieb mit Anfang April wieder zu starten. Ab Jänner 2022 wurden Mitarbeiter in den Prozess des Zurückkommens miteingebunden. Als Haupthand-lungsfelder wurden folgende Themen definiert: Identifikation mit dem Unternehmen, Zusam-menarbeit, Home-Office vs. Präsenz, Hybride Führung/Meetings. Eine der ersten Maßnahmen war der Restart der Führungs- und Schlüsselkräfteentwicklung. Geänderte gesamtwirtschaft-liche Rahmenbedingungen fordern ein verändertes Führungsverhalten.
Die Arbeitsmarktlage verschärft den Druck auf das Unternehmen, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu finden. Das Ziel Mitarbeiter zu halten, sie weiter an das Unternehmen zu bin-den und die Rolle der Führungskräfte bei dieser Aufgabe, war die Grundlage für einen breiten Diskussions- und Lernprozess und somit Basis für den erfolgreichen Restart. Weiters wurde auch ein Schwerpunkt auf Aus- und Weiterbildung gelegt. Die Initiativen zeigten Erfolg. Wir haben den erfreulichen Aufschwung des Flugverkehrs seit Ostern 2022 besser bewältigt als viele andere Flughäfen. Diese großartige Leistung wurde auch weit über unsere Grenzen hi-naus anerkannt: Wir wurden als „Best Airport Europe 2022“ sowie als „Ground Handler of the year“ ausgezeichnet. Um diesen erfolgreichen Weg fortzusetzen, ist es notwendig, die Unter-nehmensstrategie an zukünftige Erfordernisse anzupassen. Dieser langfristige Prozess geht vom Managementteam aus und wird gemeinsam mit allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auch 2023 fortgesetzt.
Im März 2021 startete die interne New Placement Agentur (NPA). MitarbeiterInnen aus Arbeitsbereichen, wo mittelfristig keine Erholung in Sicht ist, werden in der NPA betreut und für neue berufliche Aufgaben vorbereitet. Von dieser pandemiebedingten Maßnahme waren konzernweit 280 MitarbeiterInnen betroffen. Ihre berufliche Neuorientierung, mit dem Ziel der Qualifizierung für interne und externe Stellenangebote, wurde mit Begleitmaßnahmen wie Bewerbungstrainings, Coachings und Sprachkursen unterstützt. Aufgrund von intensiven Schulungsmaßnahmen in der NPA während der Kurzarbeit konnten beim Restart interne Beset-
Nichtfinanzielle Erklärung gemäß § 267a UGB
68
zungen forciert werden. Alle Aktivitäten der NPA verfolgen weiterhin das Ziel, den betroffenen Mitarbeitern möglichst schnell eine neue Beschäftigung (intern oder extern) zu ermöglichen; das betrifft zurzeit rund 100 Dienstnehmer. Mit diesen Mitarbeitern erfolgen regelmäßig Eva-luierungen bzw. Gespräche, um Einsatz- oder Entwicklungsmöglichkeiten zu finden.
Für Aus- und Weiterbildung wurden 2022 am Standort Wien rund € 1,0 Mio. aufgewendet. Die Lehrlingsausbildung wurde auch weiter ausgebaut. Es wurden 30 Lehrlinge in 6 Lehrberufen (im Bereich Werkstätten und IT) aufgenommen und damit ein deutliches Zeichen für einen positiven Blick in die Zukunft gesetzt.
Am Standort Malta wurden rund € 0,2 Mio. in Ausbildungen investiert, wobei der Haupt-teil der durchgeführten Schulungen die Bereiche Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz, Schulungen für die Feuerwehr und Rettungsabteilung des Unternehmens sowie sonstige Schulungen (z.B. Krisenmanagement, technische und sonstige Weiterbildungen) betrafen. In Summe wurden 11.463 Schulungsstunden durchgeführt, was einem Durchschnitt von 31 Stunden pro Mitarbeiter entspricht.
Mitarbeiterstiftung
Bereits vor mehr als 20 Jahren wurde von der FWAG eine unabhängige Mitarbeiterbeteiligungs-Privatstiftung gegründet, die 10% der Aktien der FWAG hält und die erhaltenen Dividenden an die Mitarbeiter auszahlt. Im Jahr 2022 kam für 2021 keine Dividende zur Ausschüttung.
Freiwillige Sozialleistungen
Für alle Mitarbeiter der Flughafen Wien AG mit Eintritt vor 1.11.2014 werden als Ergänzung zur gesetzlichen Pensionsversicherung und zu einer eventuellen privaten Altersversorgung vom Unternehmen 2,5% eines Monatsbezugs je Mitarbeiter an eine betriebliche Pensionskasse über-wiesen. Zudem wird jedem Mitarbeiter die Möglichkeit geboten, mit einem Betrag in gleicher Höhe selbst Vorsorge für die Zukunft zu treffen. Bei einem Abschluss zusätzlicher Unfall- und Krankenversicherungen werden die Mitarbeiter ebenfalls durch Zuschüsse unterstützt. Seit 1.1.2018 liegt die Gestionierung der Mitarbeitervorsorgekasse bei der Niederösterreichischen Vorsorgekasse (NÖVK). Mitarbeitern des Flughafen Malta werden leistungsorientierte Alters-versorgungszuschüsse aufgrund von kollektivvertraglichen Vereinbarungen gewährt.
Mit freiwilligen Sozialleistungen steigert die Flughafen Wien AG die Motivation und Unter-nehmensidentifikation ihrer Mitarbeiter. So wird ein kostenloser Werksverkehr - mit dem City Airport Train (CAT) und mit Bussen nach Wien und in die Umlandgemeinden - sowie in einigen Unternehmensbereichen ein Job-Ticket angeboten. Die Möglichkeit zur Essensversorgung für die Mitarbeiter wird finanziell unterstützt, und das Angebot wird laufend erweitert. Mit dem Vienna Airport Health Center ist eine weitreichende ärztliche Versorgung mit rascher Termin-verfügbarkeit für die Mitarbeiter sichergestellt.
Beruf und Familie
Die Familienfreundlichkeit des Unternehmens ist für eine ausgewogene Work-Life-Balance von entscheidender Bedeutung. Seit 2015 tragen wir das Zertifikat „Beruf und Familie“ und im Jahr 2022 wurde im Rahmen eines Audits die Re-Zertifizierung erfolgreich durchgeführt. Aktionen, wie die Betreuung der Kinder von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an schul- und kinder-gartenfreien Tagen wurden auch 2022 wieder durchgeführt. Die Hilfestellungen zur Pflege von Angehörigen und das Angebot des Employee Assistance Program (EAP) wurden auch 2022 von vielen Beschäftigten angenommen.
Nichtfinanzielle Erklärung gemäß § 267a UGB
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Den Kindern aller Mitarbeiter der am Standort Wien ansässigen Unternehmen steht ein Kin-dergarten auf dem Gelände des Flughafen Wien zur Verfügung. Die großzügigen und flexiblen Öffnungszeiten ermöglichen auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Schichtdienst eine verlässliche Betreuung ihrer Kinder ab dem Krabbelalter. Der Flughafen Wien unterstützt die eigenen Beschäftigten dabei finanziell.
Gesundheit und Arbeitssicherheit – Präventivdienste
Die Zahl der Arbeitsunfälle hat sich in etwa auf dem Niveau von 2018 eingependelt. Präventions-maßnahmen und Evaluierungen zur Vermeidung von Arbeitsunfällen werden weiter voran-getrieben. Bei Begehungen achteten die Sicherheitsfachkräfte verstärkt darauf, dass im Zuge des Restarts die Vorgaben der Arbeitssicherheit beachtet werden. In einigen Bereichen wurde die Re-Evaluierung der psychischen Belastungen von Arbeitspsychologinnen durchgeführt. Zahlreiche Personalaufnahmen führten auch zu einem erhöhten Schulungsbedarf zum Thema „Sicher arbeiten“ der von den Präventivdiensten abgedeckt wurde. Konzernweit wurde im Rah-men der betrieblichen Gesundheitsförderung frisches Obst verteilt und durch die Teilnahme bei der österreichischen Firmenchallenge hinsichtlich Bewegung als Grundlage für einen gesunden Lebensstil sensibilisiert. Das Beratungs- und Schulungsangebot in Form von Stellungnahmen zu Bauprojekten, Gefährdungsbeurteilungen, Unfallanalysen, Ersthelferaus- und Weiterbildung, Ergonomie-Workshops, Nichtraucher-Seminaren, Lehrlingswoche, Untersuchungen, Messungen und der konzernweiten Umsetzung von Impfaktionen wird kontinuierlich ausgebaut.
Standort Wien
2022
Veränderung
2021
2020
2019
2018
Meldepflichtige Arbeitsunfälle
135
62,7%
83
71
164
131
1.000 MA-Quote
31,2
69,6%
18,4
14,0
29,9
29,3
Diversität
Diversität stellt für die Flughafen Wien AG ein zentrales Thema dar. Die Bedeutung zeigt unter anderem die Tatsache, dass derzeit unter den Mitarbeitern der Flughafen Wien AG und ihren Tochterunternehmen 75 Nationalitäten vertreten sind. Dass alle Dienstleistungsprozesse trotz der großen kulturellen Vielfalt reibungslos verlaufen, liegt vor allem an den umfassenden Schu-lungsmaßnahmen, die die Integration und das Aufgabenverständnis erleichtern. Ein Erfolgspro-jekt 2022 war in dieser Hinsicht die Integration von Wochenendarbeitern aus der Ostslowakei zur Spitzenabdeckung im Sommer.
Der Frauenanteil innerhalb der Flughafen-Wien-Gruppe lag 2022 bei rund 27%. Zurückzu-führen ist diese niedrige Quote auf die speziellen, branchenspezifischen Tätigkeiten am Flug-hafen Wien – zwei Drittel der am Flughafen tätigen Mitarbeiter verrichten schwere körper-liche Arbeit. Um den Flughafen Wien als Arbeitgeber auch für Frauen attraktiver zu machen, werden vor allem Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie gesetzt, aber auch entsprechende Karrieremöglichkeiten geschaffen. Klares Ziel des Unternehmens ist es, den Frauenanteil – insbesondere in Führungspositionen – auszubauen. Über alle vier Führungs-ebenen ist die Frauenquote in der Flughafen Wien AG 2022 gestiegen und beträgt derzeit 17,5%. Chancengleichheit und Gleichbehandlung am Arbeitsplatz zählen zu den Grundwerten der Flughafen-Wien-Gruppe. Die Frauenquote der Kapitalvertreter im Aufsichtsrat der Flughafen Wien AG beträgt zum Stichtag 40%.
Nichtfinanzielle Erklärung gemäß § 267a UGB
70
Zum Thema „Menschen mit besonderen Bedürfnissen“ arbeitet der Flughafen Wien gemein-sam mit neun Hilfsorganisationen, Verbänden und Institutionen intensiv an der kontinuierli-chen Verbesserung der Barrierefreiheit. Zu den Schwerpunkten Ausstattung, Leitsystem, Lifte, Treppen, Parkierung und Toiletten wurden gemeinsam zahlreiche Einzelmaßnahmen erarbeitet und umgesetzt.
Flexible Arbeitszeitmodelle
Mit flexiblen und individuellen Arbeitszeitmodellen werden die Bedürfnisse der Mitarbeiter bestmöglich berücksichtigt. Vor allem in den kaufmännischen Bereichen kommen verstärkt Gleitzeitmodelle zum Einsatz. Ergänzend wurde für alle Mitarbeiter die Möglichkeit geschaffen, Gehaltsbestandteile (z.B. Anerkennungszahlung für Dienstjubiläen) als Freizeit zu konsumieren. Darüber hinaus werden Bildungsteilzeit- bzw. Bildungskarenzmodelle und Sabbatical sowie Home Office angeboten. Am Standort Wien wurden im Jahr 2022 im Durchschnitt 6 Arbeitstage pro berechtigtem Beschäftigten im Home Office verbracht.
Ausgewählte Kennzahlen
Mitarbeiter am Standort Wien1
2022
Veränderung
2021
Personalstand (Durchschnitt, FTE)
4.331
-4,1%
4.516
davon Arbeiter
2.862
-5,6%
3.033
davon Angestellte
1.469
-1,0%
1.483
Personalstand (Stichtag, FTE)
4.478
2,3%
4.376
davon Arbeiter
2.953
2,1%
2.893
davon Angestellte
1.525
2,8%
1.483
Personalstand (Köpfe)
6.199
15,1%
5.384
Lehrlinge (Durchschnitt)
51
8,1%
47
Durchschnittsalter in Jahren
41,7
-0,9%
42,1
Betriebszugehörigkeit in Jahren
10,1
-5,7%
10,8
Anteil Frauen in %
26
n.a.
25
Aufwendungen für Weiterbildung in T€
976
108,0%
469
Meldepflichtige Arbeitsunfälle
135
62,7%
83
1) Daten der vollkonsolidierten Unternehmen am Standort Wien
Mitarbeiter am Standort Malta
2022
Veränderung
2021
Personalstand (Durchschnitt, FTE)
336
6,7%
315
Personalstand (Stichtag, FTE)
346
11,5%
310
Durchschnittsalter in Jahren1
39,1
-1,5%
39,7
Betriebszugehörigkeit in Jahren1
9,0
-16,7%
10,8
Anteil Frauen in %1
37,0
n.a.
35,2
Aufwendungen für Weiterbildung in T€1
221,2
206,7%
72,1
Meldepflichtige Arbeitsunfälle*
7
133,3%
3
1) vorläufige Werte
Nichtfinanzielle Erklärung gemäß § 267a UGB
71
3) Achtung der Menschenrechte
Das Unternehmen bekennt sich zur Einhaltung und Achtung der Menschenrechte. Die Flugha-fen Wien AG und ihre verbundenen Unternehmen haben keine Geschäftsstandorte in Ländern mit geringem Menschenrechtsverständnis, sondern ausschließlich innerhalb der Europäischen Union. Als Infrastruktur- und Dienstleistungsanbieter bezieht die Flughafen Wien AG auch lediglich fertige Endprodukte von ihren Lieferanten und hat keinen Einfluss auf deren Liefer-kette. Der neben den Unternehmenswerten herrschende Code of Conduct enthält wesentliche Grundsätze über die Interaktion aller Mitarbeiter mit internen und externen Partnern. Da das Vertrauen von Kunden, Aktionären, Mitarbeitern und der Öffentlichkeit wesentliche Auswirkun-gen auf die Leistung der Flughafen-Wien-Gruppe hat, ist Integrität ein wesentlicher Eckpfeiler innerhalb des Unternehmens.
4) Bekämpfung von Korruption und Bestechung
Das Unternehmen kommuniziert an alle Mitarbeiter aktiv die Unternehmensziele durch klare Regelungen und regelmäßige Schulungen. Die Vermittlung von Grundwerten, wie Moral, Ethik und Integrität im Unternehmen sowie der respektvolle Umgang untereinander ist dabei von größter Wichtigkeit. Richtschnur dafür ist der Verhaltenskodex der FWAG. Seit Herbst 2015 ist eine „Whistleblower Hotline“ aktiv. Organisatorisch sorgt das Generalsekretariat für die not-wendige Unterstützung und ein rechtskonformes Verhalten. Der Leiter ist gleichzeitig oberster konzernweiter Compliance Officer. Er sorgt auch für die Schulung der betroffenen Mitarbeiter und informiert in internen Workshops über aktuelle gesetzliche Neuerungen etwa im Bereich des Korruptionsstrafrechts. Die FWAG unterliegt als Sektorenauftraggeber bei Beschaffungen teilweise den Regeln des Bundesvergabegesetzes. Dabei wurden auch Vorkehrungen imple-mentiert, die Korruption im Ansatz vermeiden sollen.
Emittenten Compliance
Die Verpflichtungen, die sich aus der Marktmissbrauchsverordnung der Europäischen Union und den darauf beruhenden Regelungen des Börsegesetzes ergeben, wurden vom Flughafen Wien in einer unternehmensinternen Richtlinie umgesetzt. Zur Vermeidung einer missbräuchlichen Verwendung oder Weitergabe von Insiderinformationen wurden interne Vertraulichkeitsbe-reiche eingerichtet. Erfasst werden alle im In- und Ausland tätigen Mitarbeiter und Organe der Flughafen Wien AG, aber auch externe Leistungserbringer, die potenziellen Zugang zu Insiderinformationen erhalten. Zur laufenden Überwachung wurden organisatorische Maß-nahmen und Kontrollmechanismen implementiert. So erhält jeder Mitarbeiter, der in einem compliance-relevanten Bereich arbeitet, eine persönliche Schulung, wie er mit vertraulichen Informationen umzugehen hat. Um die Sensibilität für die „Emittenten Compliance“ auch im restlichen Unternehmen zu erhöhen, werden alle Mitarbeiter im Intranet und in Artikeln in der hauseigenen Mitarbeiterzeitung über dieses Thema informiert. Am Flughafen Malta werden ebenfalls die lokalen börsegesetzlichen Regelungen sowie europäische Verordnungen umgesetzt und überwacht. Dazu dienen interne Richtlinien, die neben den gesetzlichen Be-stimmungen auch allgemeine Verhaltensregeln umfassen.
Offenlegung gemäß § 243a UGB
72
Offenlegung gemäß § 243a UGB
1. Grundkapital und Aktienstückelung
Das voll eingezahlte Grundkapital der Flughafen Wien AG (FWAG) beträgt € 152.670.000 und ist in 84.000.000 auf Inhaber lautende Stückaktien geteilt, welche in einer Sammelurkunde bei der Oesterreichischen Kontrollbank verbrieft sind. Alle Aktien haben die gleichen Rechte und Pflichten („one share – one vote“).
Weitere Details zur Satzung bzw. Aktie sind auf der Website der FWAG unter www.vienna-airport.com abrufbar.
2. Kapitalbeteiligungen an der Gesellschaft über 10%
Im Zuge des freiwilligen öffentlichen Teilangebots konnte die Airports Group Europe S.a. r.l den Anteil am Flughafen Wien um weitere 3,37% erhöhen. Damit hält der Investor Airports Group Europe S.a. r.l nunmehr über 43% der Aktien der Flughafen Wien AG. Der Streubesitz ist in Folge der Transaktion auf unter 7% gesunken. Die Stadt Wien und das Land Niederösterreich halten jeweils 20,0%, die Flughafen Wien Mitarbeiterbeteiligung Privatstiftung hält 10,0% am Grundkapital der FWAG. Der Gesellschaft sind keine weiteren Aktionäre mit Beteiligungen am Kapital von zumindest 10,0% bekannt.
3. Syndikatsvereinbarung
40% der Aktien werden von den zwei Aktionären, die NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH und die Wien Holding GmbH, in einem Syndikat gehalten. Der Syndikatsvertrag sieht die ein-heitliche Ausübung der Stimmrechte in der Hauptversammlung sowie wechselseitige Übernah-merechte im Falle einer entgeltlichen Übertragung der syndizierten Beteiligungen an Dritte vor. Änderungen des Syndikatsvertrags, die Auflösung des Syndikats und Beschlüsse auf Aufnahme neuer Syndikatspartner bedürfen der Einstimmigkeit.
4. Aktien mit besonderen Kontrollrechten
Der Gesellschaft ist nicht bekannt, dass Inhaber von Aktien über besondere Kontrollrechte verfügen.
5. Stimmrechtskontrolle bei Kapitalbeteiligung der Mitarbeiter
Die Stimmrechte der von der Flughafen Wien Mitarbeiterbeteiligung Privatstiftung gehalte-nen Aktien werden durch den Stiftungsvorstand ausgeübt. Bestellung und Abberufung des Stiftungsvorstands bedürfen der Zustimmung des Beirats der Flughafen Wien Mitarbeiter-beteiligung Privatstiftung. Über die Zustimmung wird im Beirat mit einfacher Mehrheit be-schlossen. Der Beirat besteht aus fünf Mitgliedern und ist paritätisch von je zwei Vertretern der
Offenlegung gemäß § 243a UGB
73
Arbeitnehmer- und Arbeitgeberseite besetzt. Diese vier Beiratsmitglieder wählen einstimmig eine weitere Person zum Vorsitzenden des Beirats.
6. Bestellung und Abberufung von Mitgliedern des Vorstands und Aufsichtsrats
Entsprechend dem Corporate Governance Kodex ist gemäß Satzung eine Bestellung zum Vor-standsmitglied letztmalig in dem Kalenderjahr möglich, in dem der Kandidat das 65. Lebensjahr vollendet. Eine Wahl in den Aufsichtsrat kann letztmalig in dem Kalenderjahr erfolgen, in dem der Kandidat das 70. Lebensjahr vollendet. Darüber hinaus bestehen keine sich nicht unmittelbar aus dem Gesetz ergebenden Bestimmungen über die Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats sowie über die Änderung der Satzung der Gesellschaft.
7. Aktienrückkauf und genehmigtes Kapital
Im Rahmen eines Aktienrückkaufprogrammes hat die FWAG im Zeitraum von 4.11.2019 bis 30.6.2020 insgesamt 125.319 Aktien im Betrag von T€ 4.532,6 erworben und hielt diese Aktien auch im Berichtsjahr 2022. Das Rückkaufprogramm wurde am 29.5.2020 vorzeitig beendet.
8. Kontrollwechsel
Das Darlehen der EIB (European Investment Bank) in Höhe von € 400,0 Mio. (derzeit aushaftend mit € 225,0 Mio.) wurde unter der sogenannten „Change of Control“-Klausel abgeschlossen. Im Falle eines eingetretenen, bevorstehenden oder begründet als bevorstehend angenommenen Kontrollwechsels (gemäß nachstehender Definition) können diese Finanzverbindlichkeiten vor-zeitig fällig werden sofern Grund zu der Annahme besteht, dass diese Änderung eine nachteilige Auswirkung auf die zukünftige Erfüllung der Finanzverbindlichkeit hat oder haben kann und nicht innerhalb eines bestimmten Zeitraums seitens der FWAG zusätzliche, für die Vertrags-partner akzeptable Sicherheiten zugunsten der jeweiligen Vertragspartner bestellt werden. Kontrollwechsel ist hierbei definiert als ein Ereignis, das dazu führt, dass (i) das Bundesland Niederösterreich und das Bundesland Wien gemeinsam unmittelbar oder mittelbar weniger als 40% der stimmberechtigten Aktien an der FWAG halten oder (ii) eine natürliche oder ju-ristische Person, die derzeit nicht die Kontrolle über die FWAG ausübt, die Kontrolle (d.h. eine kontrollierende Beteiligung iSv § 22 Abs 2 f ÜbG an der FWAG, die zur Stellung eines öffentlichen Pflichtangebots nach den §§ 22 ff ÜbG verpflichtet), allenfalls auch gemeinsame Kontrolle mit einem oder mehreren anderen Aktionären, einschließlich den Bundesländern Wien und Nie-derösterreich – über die FWAG erlangt. Wird das Grundkapital der FWAG erhöht, ohne dass das Bundesland Niederösterreich und das Bundesland Wien ihre Bezugsrechte, zur Gänze oder teilweise ausüben oder sie auf andere Weise Aktien erwerben, und führt dies dazu, dass das Bundesland Niederösterreich und das Bundesland Wien gemeinsam nach der Durchführung der Kapitalerhöhung unmittelbar oder mittelbar weniger als 40% aber zumindest unmittelbar oder mittelbar mehr als 30% der stimmberechtigten Aktien an der FWAG halten, und nicht gleichzeitig eine natürliche oder eine juristische Person, die derzeit nicht die Kontrolle über die FWAG ausübt, die Kontrolle über die FWAG ausübt, stellt dies kein Change-of-Control-Ereignis dar. Nach einer solchen Kapitalerhöhung ist die im vorigen Absatz genannte Schwelle von 40% für zukünftige Sachverhalte auf jene Schwelle herabzusetzen, die dem Anteilsbesitz der Bun-desländer Wien und Niederösterreich nach Durchführung dieser Kapitalerhöhung entspricht.
Offenlegung gemäß § 243a UGB
74
9. Entschädigungsvereinbarungen bei öffentlichem Übernahmeangebot
Es gibt keine Entschädigungsvereinbarungen zwischen der Gesellschaft und ihren Vor-stands- und Aufsichtsratsmitgliedern oder Arbeitnehmern für den Fall eines öffentlichen Übernahmeangebots.
Corporate Governance
75
Corporate Governance
Der konsolidierte Corporate-Governance-Bericht gem. § 267b UGB für 2022 ist auf der Website der FWAG unter www.viennaairport.com veröffentlicht.
Nachtragsbericht
76
Nachtragsbericht
Verkehrsentwicklung Jänner und Februar 2023
Inklusive der Beteiligungen Malta Airport und Flughafen Košice verzeichnete die Flughafen-Wien-Gruppe im Jänner und Februar 2023 einen Anstieg der Passagiere von 96,7% auf 4.088.916 Passagiere.
Verkehrsentwicklung am Flughafen Wien
Die Anzahl der abgefertigten Passagiere am Flughafen Wien stieg im Jänner und Februar 2023 von 1.693.731 auf 3.274.665 Fluggäste. Bei den Transferpassagieren verzeichnete der Flughafen Wien in den ersten beiden Monaten 2023 ein Plus von 97,5% auf 643.058 Passagiere gegenüber 2022. Die Anzahl der Lokalpassagiere legte im selben Zeitraum um auf 2.621.020 (2022: 1.360.595) zu. Das Frachtaufkommen reduzierte sich um 8,7% auf 35.637 umgeschlagene Tonnen. Die Flug-bewegungen verzeichneten einen Anstieg auf 27.357 (2022: 18.536), das Höchstabfluggewicht (Maximum Take-off Weight/MTOW) auf 1.148.971 Tonnen (2022: 804.738).
Verkehrsentwicklung am Flughafen Malta und Flughafen Košice
Im Jänner und Februar 2023 konnte der Flughafen Malta 758.408 Fluggäste begrüßen (2022: 356.252). Auch am Flughafen Košice wurden mit 55.843 (2022: 28.486) weit mehr Passagiere als im Vorjahr abgefertigt.
Entgelte 2023 am Flughafen Wien
Die Flughafenentgelte auf dem Flughafen Wien werden ab 1.1.2023 gemäß § 17a FEG vorüberge-hend um die durchschnittliche Inflation (gerechnet vom 1.8. bis 31.7.) angepasst. Diese Regelung endet einerseits mit dem Ablauf des 31. Dezember 2026. Das bedeutet, dass die Flughäfen im Entgeltantrag 2026 wieder zur bestehenden Formel zurückkehren und mit 1.1.2027 wieder die bestehende Formel anwenden.
Sollte sich die Branche andererseits aber rascher erholen, ist eine schnellere Rückkehr zur bestehenden Formel vorgesehen. Das ist dann der Fall, wenn ein dreijähriger Durchschnitt der Verkehrsmenge (MTOW, Treibstoffmenge, Passagierzahl) den dreijährigen Durchschnitt von 1.8.2016 bis 31.7.2019 übersteigt.
Per 1. Jänner 2023 wurden die Entgelte gemäß § 17a FEG wie folgt geändert:
Landeentgelt, Infrastrukturentgelt Airside, Parkentgelt:+5,78%
Fluggastentgelt, Infrastrukturentgelt Landside, Sicherheitsentgelt:+5,78%
Infrastrukturentgelt Betankung:+5,78%
Weiterhin hat die Flughafen Wien AG zeitlich begrenzt, freiwillig und nicht präjudiziell ab 1.1.2023 das Fluggastentgelt für Transferpassagiere auf der Kurz- und Mittelstrecke um € 8,60/abfliegender Transferpassagier und auf der Langstrecke um € 12,60/abfliegender Transferpas-sagier gesenkt.
Nachtragsbericht
77
Das Sicherheitsentgelt inklusive Maßnahmen zur Implementierung des Exit-Entry-Systems (EES) am Flughafen Wien beträgt € 9,44/abfliegender Passagier.
Das PRM-Entgelt beträgt € 0,70/abfliegender Passagier. Für Fluglinien mit einer Voran-meldequote unter 60% wird ein Zuschlag zum PRM-Entgelt in Höhe von € 0,09/abfliegender Passagier verrechnet, bei einer Voranmeldequote unter 45% erhöht sich der Zuschlag auf € 0,18/abfliegender Passagier.
Weiters wurden die Volumen-, Transfer-Security-, Destinations- und Frachtincentives genehmigt.
Prognosebericht
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Prognosebericht
Passagierentwicklung: Rund 32-34 Mio. Passagiere in der Flughafen-Wien-Gruppe und rund 26-27 Mio. Passagiere am Standort Wien erwartet
Für den Standort Wien erwartet der Flughafen Wien rund 26 bis 27 Mio. Reisende im Gesamt-jahr 2023 und für die Flughafen-Wien-Gruppe (inkl. Beteiligungen) rund 32 bis 34 Mio. Reisende. Die aktuelle Guidance erfolgt unter der Annahme, dass es zu keinen pandemiebedingten Lock Downs oder massiven Verkehrsbeschränkungen kommt. Ein weiterer Unsicherheitsfaktor bleibt der heute nicht abschätzbare weitere Verlauf des Krieges in der Ukraine und dessen Folgen für den Luftverkehr.
Finanzausblick:
Aufgrund der positiven Aussichten soll sich das Periodenergebnis der Flughafen-Wien-Gruppe auf über € 150 Mio. verbessern, bei einem Umsatz von rund € 830 Mio. und einem EBITDA von zumindest € 325 Mio. Die Investitionen steigen auf rund € 135 Mio., wobei alle Investitionen aus dem Cash-Flow finanziert werden und keine Fremdmittelaufnahme erfolgen wird.
Schwechat, am 16. März 2023
Der Vorstand
Dr. Günther Ofner
Vorstandsmitglied, CFO
Mag. Julian Jäger
Vorstandsmitglied, COO
Konzernabschluss 2022 der Flughafen Wien AG
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
80
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
vom 1.1. bis 31.12.2022
in T€
Anhang
2022
2021
Umsatzerlöse
(1)
Sonstige betriebliche Erträge
(2)
davon aus COVID-19 Unterstützungen
(2)
488,9
15.808,4
Betriebsleistung
Aufwendungen für Material und bezogene Leistungen
(3)
-
-
Personalaufwand
(4)
-
-
Sonstige betriebliche Aufwendungen
(5)
-
-
Wertminderungen/Wertaufholung auf Forderungen
(5) (36)
-
-
Anteilige Periodenergebnisse at-Equity-Unternehmen
(6)
Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA)
Planmäßige Abschreibungen
(7)
-
-
Wertaufholungen
(7)
Wertminderungen
(7)
-
Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT)
Beteiligungsergebnis ohne at-Equity-Unternehmen
(8)
Zinsertrag
(9)
Zinsaufwand
(9)
-
-
Sonstiges Finanzergebnis
(10)
-
Finanzergebnis
-
-
Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT)
Ertragsteuern
(11)
-
-
Periodenergebnis
Davon entfallend auf:
Gesellschafter der Muttergesellschaft
Nicht beherrschende Anteile
Im Umlauf befindliche Aktien (gewichteter Durch-schnitt in Stück)
(12)
83.874.681
83.874.681
Ergebnis je Aktie (in €, verwässert = unverwässert)
Konzern-Gesamtergebnisrechnung
81
Konzern-Gesamtergebnisrechnung
vom 1.1. bis 31.12.2022
in T€
Anhang
2022
2021
Periodenergebnis
Sonstiges Ergebnis aus Posten, die in künftigen Perioden nicht in die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden
Neubewertungen aus leistungsorientierten Plänen
(25)
Marktwertbewertung von Eigenkapitalinstrumenten
(25)
Darauf entfallende latente Steuern
(31)
-
-
Sonstiges Ergebnis
Gesamtergebnis
Davon entfallend auf:
Gesellschafter der Muttergesellschaft
Nicht beherrschende Anteile
Konzern-Bilanz
82
Konzern-Bilanz
zum 31.12.2022
in T€
Anhang
31.12.2022
31.12.2021
AKTIVA
Langfristiges Vermögen
Immaterielle Vermögenswerte
(13)
Sachanlagen
(14)
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien
(15)
Beteiligungen an at-Equity-bilanzierten Unternehmen
(16)
Sonstige Vermögenswerte
(17)
1.687.863,3
1.761.279,9
Kurzfristiges Vermögen
Vorräte
(18)
Wertpapiere
(19)
Zum Verkauf stehende Vermögenswerte
(20)
Forderungen und sonstige Vermögenswerte
(21)
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
(22)
537.062,1
312.511,4
Summe Aktiva
PASSIVA
Eigenkapital
Grundkapital
(23)
Kapitalrücklagen
(24)
Sonstige Rücklagen
(25)
-
-
Einbehaltene Ergebnisse
(26)
Den Gesellschaftern der Muttergesellschaft zurechenbar
Nicht beherrschende Anteile
(27)
1.448.461,3
1.314.466,2
Langfristige Schulden
Rückstellungen
(28)
Finanz- und Leasingverbindlichkeiten
(29)
Übrige Verbindlichkeiten
(30)
Latente Steuern
(31)
483.005,3
501.396,1
Kurzfristige Schulden
Steuerrückstellungen
(32)
Übrige Rückstellungen
(32)
Finanz- und Leasingverbindlichkeiten
(29)
Lieferantenverbindlichkeiten
(33)
Übrige Verbindlichkeiten
(34)
293.458,8
257.929,1
Summe Passiva
Konzern-Geldflussrechnung
83
Konzern-Geldflussrechnung
vom 1.1. bis 31.12.2022
in T€
Anhang
2022
2021
Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT)
+/-
Abschreibungen / Zuschreibungen
(7)
-
Wertaufholungen
(7)
-
+
Wertminderungen
(7)
+/-
Bewertung beizulegender Zeitwert Finanzinstrumente
(10)
-
+/-
Anteilige Periodenergebnisse at-Equity-Unternehmen
(6)
-
-
+
Verluste / - Gewinne aus dem Abgang von Vermögenswerten
(2) (5) (10)
-
-
-
Auflösung von Investitionszuschüssen aus öffentlichen Mitteln
(2)
-
-
+
Zins- und Dividendenergebnis
(8) (9)
+
Erhaltene Dividenden
(35)
+
Erhaltene Zinsen
(35)
-
Bezahlte Zinsen
(35)
-
-
-
Erhöhung / + Senkung Vorräte
(18)
-
-
-
Erhöhung / + Senkung Forderungen
(17) (21)
-
+
Erhöhung / - Senkung Rückstellungen
(28) (32)
-
+
Erhöhung / - Senkung Verbindlichkeiten
(30) (33) (34) (35)
Netto-Geldfluss aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit
345.931,9
97.441,4
-
Zahlungen für Ertragsteuern
(11) (31) (32)
-
Netto-Geldfluss aus laufender Geschäftstätigkeit
+
Einzahlungen aus Anlagenabgang (ohne Finanzanlagen)
(2)
+
Einzahlungen aus Finanzanlagenabgang
-
Auszahlungen für Anlagenzugang (ohne Finanzanlagen)
(13) (14) (15) (35)
-
-
-
Auszahlungen für Finanzanlagenzugang
-
-
+
Einzahlungen aus nicht rückzahlbaren Zuschüssen
+
Einzahlungen aus Abgang von kurzfristigen Wertpapieren
(19)
+
Einzahlungen aus Abgang von kurz- und langfristigen Veranlagungen
(17) (21)
-
Auszahlungen für kurzfristige Wertpapiere
(19)
-
-
Auszahlungen für kurz- und langfristige Veranlagungen
(17) (21)
-
-
Netto-Geldfluss aus der Investitionstätigkeit
-
-
-
Auszahlung für andere finanzielle Verbindlichkeiten
(34)
-
+
Einzahlungen aus der Aufnahme von Finanzverbindlichkeiten
(29)
-
Auszahlungen aus der Tilgung von Finanzverbindlichkeiten
(29)
-
-
-
Auszahlungen aus der Tilgung von Leasingverbindlichkeiten
(29)
-
-
Netto-Geldfluss aus der Finanzierungstätigkeit
-
-
Veränderung des Finanzmittelbestandes
-
-
+
Finanzmittelbestand am Beginn der Periode
(22)
Finanzmittelbestand am Ende der Periode
Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals
84
Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals
vom 1.1. bis 31.12.2022
den Gesellschaftern der Muttergesellschaft zurechenbar
in T€
An-hang
Grundkapital
Kapitalrück-lagen
Rücklage aus Zeitwert-änderungen Eigenkapital-instrumente
Neube-wertung immaterielles Vermögen
Neubewer-tungen aus leistungs-orientierten Plänen
Währungs-umrech-nungsrück-lage
Eigene An-teile
Summe sons-tige Rück-lagen
Einbehaltene Ergebnisse
Gesamt
Nicht be-herrschende Anteile
Gesamt
Stand zum 1.1.2021
-
-
-
Marktwertbewertung von Eigenkapitalinstru-menten
(25)
Neubewertungen aus leistungsorientierten Plänen
(25)
Sonstiges Ergebnis
Periodenergebnis
Gesamtergebnis
Auflösung Neubewertungsrücklage
(25)
-
-
Stand zum 31.12.2021
152.670,0
117.885,1
2.811,1
16.390,3
-31.026,8
7.632,9
-4.532,6
-8.725,2
948.128,8
1.209.958,7
104.507,5
1.314.466,2
Stand zum 1.1.2022
-
-
-
Marktwertbewertung von Eigenkapitalinstru-menten
(25)
Neubewertungen aus leistungsorientierten Plänen
(25)
Sonstiges Ergebnis
Periodenergebnis
Gesamtergebnis
Auflösung Neubewertungsrücklage
(25)
-
-
Stand zum 31.12.2022
-
-
-
Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2022
Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2022
86
I. Unternehmen
Angaben zum berichtenden Unternehmen
Die
Betriebsgenehmigungen
Die wesentlichen Betriebsgenehmigungen der FWAG betreffen folgende: Das Bundesminis-terium für Verkehr und verstaatlichte Betriebe hat am 27.03.1955 gemäß § 7 des Luftverkehrs-gesetzes vom 21.08.1936 der Flughafen Wien Betriebsgesellschaft mbH. die Genehmigung zur Anlegung und zum Betrieb des für den allgemeinen Verkehr bestimmten Flughafen Wien-Schwechat sowie für die Piste 11/29 erteilt. Am 15.09.1977 wurde vom Bundesministerium für Verkehr gemäß § 78 Abs. 2 LFG, Bibl. Nr. 253/1957 die Benützungsbewilligung für die Instru-mentenpiste 16/34 samt Rollwegen und Befeuerungsanlagen erteilt. Im Jahr 2017 wurde der Flughafen Wien vom Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie gemäß den Anforderungen der EU (VO) 139/2014 zertifiziert. Am 14.12.2017 wurde die bis auf Widerruf gültige Zertifizierungsurkunde dafür ausgestellt. Die EU-Zertifizierung von europäischen Verkehrs-flughäfen dient zur Schaffung und Aufrechterhaltung eines einheitlichen, hohen Niveaus der Sicherheit der Zivilluftfahrt in Europa. Das Tochterunternehmen Malta International Airport p.l.c. (MIA) ist für den Betrieb und die Entwicklung des Flughafen Malta verantwortlich. MIA erhielt beginnend ab 07/2002 eine 65-jährige Konzession für den Betrieb des Flughafens.
Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2022
87
II. Grundlagen der Rechnungslegung
Die Erstellung des Konzernabschlusses der FWAG zum 31.12.2022 erfolgte in Übereinstimmung mit IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und § 245a UGB.
Das Geschäftsjahr entspricht dem Kalenderjahr. Beim Bilanzausweis wird zwischen lang- und kurzfristigen Vermögenswerten und Schulden unterschieden, die im Anhang detailliert nach ihrer Fristigkeit ausgewiesen werden. Die Darstellung der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgt nach dem Gesamtkostenverfahren. Einzelheiten zu den Rechnungslegungsmethoden finden sich in den Anhangangaben (44) – (48). Der Konzernabschluss wurde unter den Bewertungs-prämissen der Unternehmensfortführung (going concern) aufgestellt.
Auf Basis der aktuellen Unternehmensplanung, ausreichend vorhandener Liquidität, getroffe-ner Finanzierungsmaßnahmen sieht der Vorstand der Gesellschaft die Liquidität des Konzerns als gesichert an.
Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2022
88
III. Funktionale Darstellungswährung
Der Konzernabschluss wird in Euro aufgestellt. Alle Beträge werden zum Zwecke der Über-sichtlichkeit grundsätzlich in Tausend Euro (T€) ausgewiesen. Bei der Summierung gerundeter Beträge und Prozentangaben können durch die Verwendung automatischer Rechenhilfen rundungsbedingte Rechendifferenzen auftreten. Dies gilt auch für sonstige Angaben wie Per-sonalstand, Verkehrszahlen, etc.
Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2022
89
IV. Ermessensbeurteilungen und Unsicherheiten bei Schätzungen
Die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage im Konzernabschluss ist von Er-messensbeurteilungen bezüglich Ansatz- und Bewertungsmethoden sowie von Annahmen und Schätzungen durch das Management abhängig. Die sich tatsächlich ergebenden Beträge können von den Schätzungen abweichen. Die nachstehend angeführten Schätzungen und An-nahmen sowie die mit den gewählten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden verbundenen Unsicherheiten sind bedeutend für das Verständnis diesbezüglicher Risiken der Finanzbericht-erstattung sowie der möglichen Auswirkungen auf künftige Konzernabschlüsse.
Werthaltigkeit von Vermögenswerten
Bei Überprüfung der Werthaltigkeit von Konzessionen und Rechten (Buchwert von T€ 130.701,8, VJ: T€ 137.138,8), Firmenwerten (Buchwert von T€ 28.461,8, VJ: T€ 28.461,8), Vermögenswerten des Sachanlagevermögens (Buchwert von T€ 1.339.212,4, VJ: T€ 1.403.883,8), als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien (Buchwert von T€ 138.573,6, VJ: T€ 143.102,2) sowie langfristigen anderen Vermögenswerten (Buchwert in Höhe von T€ 50.913,7, VJ: T€ 48.693,4) inklusive Anteilen an at-Equity-bilanzierten Unternehmen (Buchwert: T€ 42.684,3, VJ: T€ 41.156,8) werden Schätzungen hinsichtlich Ursache, Zeitpunkt und Höhe einer Wertminderung/Wertaufholung vorgenommen. Eine Wertminderung/Wertaufholung beruht auf einer Vielzahl von Faktoren. Grundsätzlich werden Änderungen der gegenwärtigen Wettbewerbsbedingungen, Erwartungen bezüglich des Passagierwachstums, Änderung der Kapitalkosten, Änderungen der künftigen Verfügbarkeit von Finanzierungsmitteln, technologische Veralterung, die Einstellung von Dienstleistungen, aktuelle Wiederbeschaffungskosten, bei vergleichbaren Transaktionen gezahlte Kaufpreise und sonstige das Umfeld, Klima oder Umwelt betreffende Änderungen, die auf eine Wertminderung/Wertaufholung hindeuten, berücksichtigt. Die Einschätzung, ob eine Wertminderung/Wertauf-holung eingetreten ist, ist folglich von der Beurteilung durch das Management abhängig und beruht in hohem Maße auf dessen Einschätzung künftiger Entwicklungsaussichten.
Nutzungsdauern und Periodenabgrenzung
Bei Überprüfung der Nutzungsdauern von Vermögenswerten des immateriellen Vermögens, des Sachanlagevermögens und der als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien werden jährlich Schätzungen hinsichtlich der wirtschaftlichen Nutzungsdauer (Restnutzungsdauer) vorge-nommen, daraus können Verkürzungen oder Verlängerungen der Nutzungsdauern resultieren. Zufolge laufender Bauvorhaben und diesbezüglicher Prüfungserfordernisse sind bei der Bestim-mung der Anschaffungs- und Herstellungskosten von Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien hinsichtlich der Periodenabgrenzung Einschätzungen zu treffen.
Forderungswertberichtigungen
Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2022
90
und bildete Wertberichtigungen der Stufe 2 („Life Time Expected Credit Loss“) von T€ 469,7 (VJ: T€ 619,7) sowie Wertberichtigungen der Stufe 3 („Credit Impairment“) von T€ 11.105,2 (VJ: T€ 6.411,3). Den Wertberichtigungen aufgrund erwarteter Kreditverluste bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie bei Vertragsvermögenswerten liegen Schlüsselan-nahmen bei der Ermittlung der gewichteten durchschnittlichen Verlustrate vor. Diese sind im Kapitel Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden beschrieben und betreffen u.a. die Anhang-angaben (21) und (36).
Erleichterungs- und Unterstützungsmaßnahmen COVID-19
Zuschüsse, die an keine Gegenleistung geknüpft sind und die mit hinreichender Sicherheit ge-währt werden bzw. auf welche ein Rechtsanspruch besteht, wurden als sonstige Forderung aktiviert. Aktuellen Entwicklungen, Erfahrungen und Unsicherheiten wird im Rahmen der zuvor genannten Wertberichtigungen der Stufe 3 („Credit Impairment“) Rechnung getragen.
Sozialkapitalrückstellungen
Der Bewertung der bestehenden Vorsorgen für Abfertigungen, Pensionen und Jubiläumsgelder mit einem Buchwert von T€ 124.765,0 (VJ: T€ 139.708,9) sowie für Altersteilzeit mit einem Buch-wert von T€ 22.949,9 (VJ: T€ 21.677,2) liegen Annahmen betreffend Abzinsungssatz, Pensions-antrittsalter, Lebenserwartung, Fluktuationswahrscheinlichkeiten sowie künftige Gehalts- und Pensionserhöhungen und Invalidisierungswahrscheinlichkeiten zugrunde.
Sonstige Rückstellungen
Ansatz und Bewertung der Rückstellungen aus anhängigen Rechtsstreitigkeiten und Prozessen oder anderen ausstehenden Verpflichtungen aus Vergleichs-, Schiedsgerichts- oder staatlichen Verfahren von T€ 133,4 (VJ: T€ 0,0) sind in erheblichem Umfang mit Einschätzungen durch das Management im Einzelfall verbunden, vor allem bezüglich der Beurteilung der Wahrschein-lichkeit eines Erfolges bzw. Misserfolges, bzw. die Quantifizierung der möglichen Höhe der Zahlungsverpflichtung. Deshalb können die tatsächlichen Verluste von den ursprünglichen Schätzungen und damit vom Rückstellungsbetrag abweichen.
Andere Personalrückstellungen (Unterauslastung)
Zur Bewertung der Rückstellung für Unterauslastung (lang- und kurzfristiger Teil) in Höhe von T€ 18.878,3 (VJ: T€ 9.843,5) werden Annahmen zum Rechnungszinssatz, zu Gehaltssteigerungen, zum Unterauslastungsgrad und zum Fluktuationsabschlag getroffen. Diese sind im Kapitel Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden beschrieben und betreffen die Anhangangaben (28) und (32).
Latente Steuern
Ertragsteuern sind für jede Steuerrechtsordnung zu berechnen, in der der Konzern tätig ist. Dabei ist für jedes Besteuerungssubjekt die erwartete tatsächliche Ertragsteuer zu berechnen. Die temporären Differenzen zwischen unterschiedlichen Wertansätzen bestimmter Bilanz-
Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2022
91
posten im Konzernabschluss und im steuerrechtlichen Abschluss sind zu beurteilen. Aktive latente Steuern von T€ 23.166,2 (VJ: T€ 30.797,3) werden in dem Maße angesetzt, in dem es wahrscheinlich ist, dass sie genutzt werden können. Die Nutzung aktiver latenter Steuern hängt von der Möglichkeit ab, im Rahmen der jeweiligen Steuerrechtsordnung ausreichendes zu versteuerndes Einkommen zu erzielen, dafür sind verschiedene Faktoren heranzuziehen, wie zum Beispiel die Ertragslage der Vergangenheit, operative Planungen oder Steuerplanungs-strategien. Weichen die tatsächlichen Ergebnisse von diesen Schätzungen ab oder sind diese Schätzungen in künftigen Perioden anzupassen, könnte dies nachteilige Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage haben, diesfalls sind die angesetzten aktiven latenten Steuern erfolgswirksam auszubuchen.
Dienstleistungskonzessionsvereinbarungen
Die Flughafen-Malta-Gruppe (Teilkonzern des FWAG-Konzerns) betreibt ihre kommerziellen und betrieblichen Tätigkeiten im Rahmen einer 2002 gewährten Konzession, sie fällt aufgrund des hohen Grads an nicht regulierten Aktivitäten nicht unter den Anwendungsbereich von IFRIC 12.
Bestimmung von beizulegenden Zeitwerten
Eine Reihe von Rechnungslegungsvorschriften verlangen die Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte für finanzielle und nicht finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten. Bei der Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte verwendet der Konzern soweit wie möglich am Markt beobachtbare Daten. Die Bemessung der beizulegenden Zeitwerte sind im Kapitel Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden ersichtlich und betreffen u.a. Anhangangabe (36).
Umwelt- und klimabezogene Risiken
Bei Überprüfung der Nutzungsdauern von Vermögenswerten des immateriellen Vermögens, des Sachanlagevermögens und der als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien sowie bei der Ermittlung, ob eine Wertminderung/Wertaufholung eingetreten ist, werden auch laufend umwelt- und klimabezogene Risiken berücksichtigt. Das Geschäftsmodell des FWAG-Konzerns ist abhängig vom Luftverkehr und dieser ist beeinflusst von umwelt- und klimabezogenen Ri-siken. Der FWAG-Konzern beobachtet und bewertet daher diese Risiken laufend. Auch bei der Durchführung des Impairment-Tests wird den umwelt- und klimabezogenen Risiken Rechnung getragen. Der Impairment-Test geht in seinen Berechnungen vom Erwartungswert der Zah-lungsströme aus. Chancen und Risiken werden dabei evaluiert und ein Wert definiert, der unter Berücksichtigung aller Eintrittswahrscheinlichkeiten dem gewichteten Mittelwert entspricht. Es werden somit auch umwelt- und klimabezogene Risiken mit deren erwarteten Eintrittswahr-scheinlichkeiten in den Impairment-Tests berücksichtigt. Neben der Berücksichtigung über die Erwartungswerte werden in den Impairment-Tests auch direkte Aufwendungen zur Einhaltung der Klimaziele erfasst. Der Konzern hat es sich selbst zum Ziel gesetzt, auch nach Erreichen der CO2-Neutralität im Jahr 2023, seine Emissionen weiter zu senken und die CO2-Emissionen aus dem Betrieb bis 2033 auf null zu reduzieren. Die dafür notwendigen Investitionen und Auf-wendungen wurden in den Planungen sowie in den Impairment-Tests entsprechend erfasst und verarbeitet. Die Auswirkungen von möglichen Änderungen regulatorischer Rahmenbe-dingungen, insbesondere im Zusammenhang, mit dem von der EU-Kommission präsentierten und derzeit in Diskussion befindlichen „Fit for 55“-Legislativpaket, werden im Konzern laufend in unterschiedlichen Planungsszenarien analysiert und quantitativ bewertet. Zu den Risiken wird auf die Anhangangabe (37) verwiesen.
Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2022
92
V. Wesentliche Ereignisse
Seit dem 24.2.2022 führt Russland Krieg gegen die Ukraine („Russland-Ukraine-Krieg“). Dies führte zu einer wirtschaftlichen Krise mit weltweiten Auswirkungen. Folgen sind steigende Energiepreis, Lieferengpässe und eine hohe Finanzmarktvolatilität. Negative Auswirkungen ergeben sich auch durch den für die zivile Luftfahrt gesperrten ukrainischen Luftraum, sowie Flugverbote für russische Flugzeuge.
Das erste Quartal 2022 war weiterhin auch geprägt durch die COVID-19 Pandemie. Die Flughafen-Wien-Gruppe hat, die seit 16. März 2020 am Standort Wien eingeführte Kurzarbeit, mit Ablauf des ersten Quartals 2022 beendet. Hinsichtlich der Saisonalität ist daher auch im Geschäftsjahr 2022 nicht von einem regulären Jahr auszugehen. Staatliche Unterstützungs-maßnahmen (Kurzarbeit oder COVID-19 Unterstützungen) sind in den Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung in den jeweiligen Posten dargestellt. Dies betrifft insbesondere die Vergleichsangaben zum Vorjahr. Weitere Kostensteigerungen können wegen den unvorher-sehbaren Entwicklungen des Krieges nicht ausgeschlossen werden.
Die FWAG hat zum 31.12.2022 diese Ereignisse sowie die Änderung der durchschnittlichen Kapitalkosten („WACC“) als triggering event identifiziert und eine Werthaltigkeitsprüfung zu sämtlichen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten des Unternehmens durchgeführt. Unter Berücksichtigung des vor allem durch den Ukraine-Krieg bedingt stark gestiegenen Preis-niveaus (insbesondere der Energiepreise), der gestiegenen durchschnittlichen Kapitalkosten und der Informationen aus sonstigen externen und internen Quellen wurden die erwarteten Netto-Zahlungsströme aktualisiert. Dabei hat sich gezeigt, dass auch bei den aktualisierten Annahmen der Kurz- und Langfristplanung sowie der aktualisierten gewichteten durchschnitt-lichen Kapitalkosten die beizulegenden Zeitwerte abzüglich Verkaufskosten der zahlungsmit-telgenerierenden Einheiten jeweils höher sind als deren Buchwerte. Es lag zum 31.12.2022 kein Wertminderungsbedarf der langfristigen Vermögenswerte vor.
Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2022
93
VI. Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
(1a) Segmentberichterstattung zu den5 Segmenten
Nach IFRS 8 orientiert sich die Segmentberichterstattung an der internen Berichterstattung des Konzerns. Beim FWAG-Konzern stellen die Geschäftsbereiche der FWAG sowie die ein-zelnen Tochtergesellschaften und Beteiligungen an at-Equity-bilanzierten Unternehmen die Geschäftssegmente dar, die zu den Berichtssegmenten Airport, Handling & Sicherheitsdienst-leistungen, Retail & Properties, Malta und Sonstige Segmente zusammengefasst werden. Die Steuerung der Unternehmensgruppe erfolgt anhand der Berichterstattungen zur Erfolgs-rechnung, zu Investitionen und Personalangaben der jeweiligen Bereiche der FWAG sowie der Umsätze, EBITDAs, EBITs, der vorgesehenen Investitionen und Personalzahlen der einzelnen Tochtergesellschaften. Pro Segment werden die Umsatzströme weiter unterteilt.
Airport
Im Segment Airport werden der GB (Geschäftsbereich) Operations der FWAG sowie die Toch-tergesellschaften, die Flughafendienste in Österreich erbringen, zu einem berichtspflichti-gen Geschäftssegment zusammengefasst, es erbringt die klassischen Dienstleistungen eines Flughafenbetreibers. Es umfasst den Betrieb und die Betreuung aller Bewegungsflächen, der Terminals sowie sämtlicher Anlagen und Einrichtungen zur Passagier- und Gepäckabfertigung. Die Entgelte dieser Leistungen sind großteils tariflichen Einschränkungen unterworfen. Weiters erbringt der Bereich Leistungen zur Aufrechterhaltung des Flugplatzbetriebs, zur Behebung von Notfällen und Störungen sowie zur Gewährleistung der Sicherheit.
Handling & Sicherheitsdienstleistungen
Im Segment Handling & Sicherheitsdienstleistungen werden der GB Abfertigungsdienste der FWAG sowie die Tochtergesellschaften, die Dienstleistungen dieses Segments erbringen, zu-sammengefasst. Es erbringt Servicedienstleistungen bei der Abfertigung von Luftfahrzeugen und Passagieren des Linien- und Charterverkehrs sowie bei der Abfertigung von Luftfahr-zeugen und Passagieren der General Aviation und der Sicherheitskontrolle von Personen und Handgepäck.
Retail & Properties
Im Segment Retail & Properties werden die GBe Immobilien- und Centermanagement der FWAG sowie die Tochtergesellschaften, die Dienstleistungen dieses Segments erbringen, zu-sammengefasst. Der GB stellt Dienstleistungen rund um den Flughafenbetrieb wie Center Management & Hospitality (Shopping, Gastronomie), Passagierservices (VIP, Loungen) und Parken bereit, wie auch die Entwicklung und Vermarktung von Immobilien.
Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2022
94
Malta
Das Segment Malta umfasst neben dem Flughafen Malta (Malta International Airport p.l.c, MIA) auch die direkt von diesem gehaltenen Beteiligungen (im Folgenden: MIA-Gruppe). Der Flughafen Malta und seine Beteiligungen sind für den Betrieb des Flughafen Malta verant-wortlich. Neben den klassischen Aviation-Dienstleistungen generieren die Unternehmen der MIA-Gruppe auch Erlöse aus Parken sowie der Vermietung von Retail- und Office-Flächen. Das Handling ist outgesourced.
Sonstige Segmente
Jene Geschäftssegmente, welche selbst nicht berichtspflichtig sind und die nicht mit den berichtspflichtigen Segmenten zusammengefasst werden, sind in Einklang mit IFRS 8.16 in dem Berichtssegment Sonstige Segmente zusammengefasst. Das betrifft die verschiedensten Dienstleistungen einzelner Geschäftsbereiche der FWAG sowie einzelner Tochtergesellschaften, also die Erbringung technischer Dienstleistungen und Reparaturen, Leistungen im Bereich der Ver- und Entsorgung, im Bereich der Telekommunikation und Informatik, der Elektromechanik und Haustechnik, der Errichtung und Wartung von Infrastruktur sowie Baumanagement- und Beratungsleistungen. Weiters werden diesem Segment die nicht berichtspflichtigen, nach der at-Equity-Methode bilanzierten Anteile sowie Beteiligungsholdinggesellschaften, die keine operative Tätigkeit ausüben, zugeordnet.
Erläuterungen zu den ausgewiesenen Werten
Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2022
95
Z
Änderungen im GJ 2022
Im Geschäftsjahr 2022 kam es zu keinen Änderungen der Segmentberichterstattung. Die neu gegründete Tochter VIE Build GmbH ist dem Segment Sonstige Segmente zugeordnet.
Änderungen im GJ 2021
Die Segmentberichterstattung wurde angepasst. Die Besucherwelt wird nunmehr dem Seg-ment Retail & Properties zugeordnet und nicht mehr dem Segment Sonstige Segmente.
Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2022
96
Segmentangaben 2022
in T€
Airport
Handling & Sicher-heitsdienstleistungen
Retail & Properties
Malta
Sonstige Segmente
Überleitung
Konzern
Externe Segmentumsätze
320.959,6
124.929,5
138.841,4
88.016,9
19.976,6
692.724,0
davon Erlöse aus Kundenverträgen
302.003,3
120.936,3
60.127,2
67.527,7
19.972,0
Interne Segmentumsätze
34.331,4
67.534,6
15.938,6
0,0
122.072,1
-239.876,7
0,0
Segmentumsätze
355.291,0
192.464,1
154.780,0
88.016,9
142.048,7
-239.876,7
692.724,0
Externe sonstige betriebliche Erträge
621,1
211,0
10.996,9
24,7
725,4
12.579,1
Interne sonstige betriebliche Erträge1
4.296,5
230,3
352,4
0,0
1.337,1
6.216,2
Betriebsleistung
360.208,6
192.905,3
166.129,3
88.041,5
144.111,2
-239.876,7
711.519,3
Material und sonstige bezogene Leistungen
5.172,5
7.707,5
2.530,8
2.487,4
26.643,6
44.542,0
Personalaufwand
45.294,2
138.593,5
15.906,3
9.882,1
62.627,9
272.304,0
Sonstige Aufwendungen und Wertberichtigungen
34.996,9
8.574,9
17.294,7
20.550,4
18.852,7
100.269,6
davon Wertberichtigung auf Forderungen2
2.262,9
701,6
1.610,8
123,5
-155,0
4.543,8
Anteilige Periodenergebnisse at-Equity-Unternehmen
1.527,5
1.527,5
Interner Aufwand
147.539,9
33.018,9
49.025,1
0,0
10.292,7
-239.876,7
0,0
Segment EBITDA
127.205,2
5.010,3
81.372,4
55.121,6
27.221,7
0,0
295.931,2
Wertaufholungen
0,0
0,0
-2.302,3
0,0
0,0
-2.302,3
Planmäßige Abschreibungen
77.840,0
8.519,2
19.444,7
13.661,9
11.604,7
131.070,4
Segmentabschreibungen
77.840,0
8.519,2
17.142,4
13.661,9
11.604,7
0,0
128.768,2
Segment EBIT
49.365,1
-3.508,8
64.229,9
41.459,7
15.617,1
0,0
167.163,0
Segmentinvestitionen3
21.062,2
543,2
2.374,0
12.426,7
17.243,8
53.649,9
Segmentvermögen
949.756,0
60.770,3
285.792,3
407.531,6
113.273,3
1.817.123,6
davon Buchwerte der nach der at-Equity-Methode bilanzierten Unternehmen
42.684,3
Sonstiges (nicht zuordenbar)
407.801,8
Konzernvermögen
2.224.925,4
Segmentmitarbeiter (Durchschnitt inkl. Verwaltung)
545
2.666
171
336
978
4.696
1) betrifft aktivierte Eigenleistungen
2) exklusive Ausbuchung von Forderungsausfällen
Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2022
97
Segmentangaben 2021
in T€
Airport
Handling & Sicher-heitsdienstleistungen
Retail & Properties
Malta
Sonstige Segmente
Überleitung
Konzern
Externe Segmentumsätze
169.547,0
94.421,6
82.360,7
47.433,0
13.256,3
407.018,6
davon Erlöse aus Kundenverträgen
158.140,3
90.567,1
34.000,1
34.616,0
13.251,8
Interne Segmentumsätze
29.768,2
39.581,7
18.095,6
0,0
76.188,6
-163.634,1
0,0
Segmentumsätze
199.315,2
134.003,3
100.456,3
47.433,0
89.444,9
-163.634,1
407.018,6
Externe sonstige betriebliche Erträge
10.238,1
4.379,4
2.884,0
16,4
3.055,4
20.573,4
Interne sonstige betriebliche Erträge1
1.508,4
269,8
306,1
0,0
1.101,4
3.185,7
Betriebsleistung
211.061,7
138.652,5
103.646,4
47.449,5
93.601,8
-163.634,1
430.777,7
Material und sonstige bezogene Leistungen
5.058,3
4.774,3
1.308,4
2.188,2
16.463,4
29.792,5
Personalaufwand
32.889,4
102.405,8
10.186,9
6.574,8
44.644,2
196.701,2
Sonstige Aufwendungen und Wertberichtigungen
13.095,2
2.099,4
5.212,3
14.195,6
15.434,2
50.036,7
davon Wertberichtigung auf Forderungen2
-223,8
375,2
-69,3
28,5
42,5
153,1
Anteilige Periodenergebnisse at-Equity-Unternehmen
164,6
164,6
Interner Aufwand
90.688,4
25.784,4
38.976,9
0,0
8.184,4
-163.634,1
0,0
Segment EBITDA
69.330,4
3.588,6
47.961,9
24.490,8
9.040,1
0,0
154.411,9
Wertminderungen
359,7
359,7
Planmäßige Abschreibungen
80.477,1
9.355,5
19.591,9
13.517,9
11.156,6
134.099,0
Segmentabschreibungen
80.477,1
9.355,5
19.591,9
13.517,9
11.516,4
0,0
134.458,8
Segment EBIT
-11.146,7
-5.767,0
28.370,1
10.973,0
-2.476,2
0,0
19.953,1
Segmentinvestitionen3
20.407,1
2.380,0
3.185,2
9.191,4
16.409,2
51.572,9
Segmentvermögen
1.000.771,9
69.465,5
314.465,7
367.454,9
105.741,5
1.857.899,5
davon Buchwerte der nach der at-Equity-Methode bilanzierten Unternehmen
41.156,8
Sonstiges (nicht zuordenbar)
215.891,9
Konzernvermögen
2.073.791,4
Segmentmitarbeiter (Durchschnitt inkl. Verwaltung)
560
2.783
168
315
1.032
4.858
1) betrifft aktivierte Eigenleistungen
2) exklusive Ausbuchung von Forderungsausfällen
3) inklusive Rechnungskorrekturen, exklusive Finanzanlagen
Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2022
98
Überleitung des Segmentvermögens zum Konzernvermögen
in T€
31.12.2022
31.12.2021
Vermögenswerte je Segment
Airport
949.756,0
1.000.771,9
Handling & Sicherheitsdienstleistungen
60.770,3
69.465,5
Retail & Properties
285.792,3
314.465,7
Malta
407.531,6
367.454,9
Sonstige Segmente
113.273,3
105.741,5
Summe der Vermögenswerte der berichteten Segmente
1.817.123,6
1.857.899,5
Sonstiges (nicht zuordenbares) Vermögen1
Sonstige langfristige Vermögenswerte
6.236,8
5.607,1
Wertpapiere
25.494,8
27.114,2
Forderungen an Finanzamt
331,3
783,9
Sonstige kurzfristige Forderungen und Vermögenswerte
36.135,5
58.064,1
Abgrenzungsposten und Termineinlagen
258.804,9
22.895,9
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
80.798,6
101.426,6
Summe nicht zuordenbar
407.801,8
215.891,9
Konzernvermögen
2.224.925,4
2.073.791,4
1) ausgenommen Vermögenswerte der MIA-Gruppe
Angaben 2022 nach Regionen
in T€
Österreich
Malta
Slowakei
Konzern
Außenumsätze
604.707,2
88.016,9
0,0
692.724,0
Langfristiges Vermögen
1.336.869,2
315.954,0
35.040,1
1.687.863,3
Angaben 2021 nach Regionen
in T€
Österreich
Malta
Slowakei
Konzern
Außenumsätze
359.585,6
47.433,0
0,0
407.018,6
Langfristiges Vermögen
1.410.423,0
317.126,1
33.730,9
1.761.279,9
Im Vermögen der Region Slowakei ist die von der vollkonsolidierten Tochtergesellschaft ge-haltene Beteiligung enthalten. Auf die Beteiligungen am Flughafen Košice entfällt 2022 ein Beteiligungsergebnis aus at-Equity-Unternehmen von € 1,3 Mio. (VJ: € 0,2 Mio.).
I
Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2022
99
(1b)
Der FWAG-Konzern erwirtschaftet im Wesentlichen Umsatzerlöse im Aviation-Bereich, aus der typischen Geschäftstätigkeit des Flughafens wie z.B. Verkehrsentgelten, Bodenabfertigung und Konzessionen, im Non-Aviation-Bereich aus der Vermietung von Flächen (inkl. Umsatzabgaben) und sonstige Umsatzerlöse. Die Umsatzerlöse werden ohne Umsatzsteuer und sonstige bei den Kunden erhobene und an die Steuerbehörden zu entrichtenden Steuern ausgewiesen. Eine detaillierte Beschreibung der Erlöse aus Kundenverträgen findet sich im Kapitel Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden.
Aufteilung der Umsatzerlöse nach Erlösen aus Kundenverträgen und andere Umsatzerlöse
Der FWAG-Konzern erzielt Erlöse aus Kundenverträgen (im Wesentlichen aus dem Aviation Bereich sowie die sonstigen Umsatzerlöse des Non-Aviation Bereiches) sowie andere Um-satzerlöse. Die anderen Umsatzerlöse betreffen Mieteinnahmen aus als Finanzinvestitionen gehaltenen Immobilien (siehe dazu auch Anhangangabe (15)) sowie andere Erlöse aus der Vermietung von Flächen.
2022 in T€
Airport
Handling & Sicherheits-dienstleis-tungen
Retail & Properties
Malta
Sonstige Segmente
Konzern
Erlöse aus Kundenverträgen
302.003,3
120.936,3
60.127,2
67.527,7
19.972,0
570.566,6
Andere Umsatzerlöse
18.956,3
3.993,2
78.714,2
20.489,1
4,6
122.157,4
Externe Segmentumsätze
320.959,6
124.929,5
138.841,4
88.016,9
19.976,6
692.724,0
2021 in T€
Airport
Handling & Sicherheits-dienstleis-tungen
Retail &Properties
Malta
Sonstige Segmente
Konzern
Erlöse aus Kundenverträgen
158.140,3
90.567,1
34.000,1
34.616,0
13.251,8
330.575,2
Andere Umsatzerlöse
11.406,7
3.854,6
48.360,6
12.817,0
4,5
76.443,4
Externe Segmentumsätze
169.547,0
94.421,6
82.360,7
47.433,0
13.256,3
407.018,6
Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2022
100
Aufteilung der Umsatzerlöse nach Aviation und Non-Aviation
2022 in T€
Airport
Handling & Sicherheits-dienstleis-tungen
Retail &Properties
Malta
Sonstige Segmente
Konzern
Aviation
309.039,8
116.064,4
0,0
58.327,6
0,0
483.431,7
Non-Aviation
11.919,8
8.865,2
138.841,4
29.689,3
19.976,6
209.292,3
Externe Segmentumsätze
320.959,6
124.929,5
138.841,4
88.016,9
19.976,6
692.724,0
2021 in T€
Airport
Handling & Sicherheits-dienstleis-tungen
Retail &Properties
Malta
Sonstige Segmente
Konzern
Aviation
154.372,0
86.919,1
0,0
27.804,9
0,0
269.096,0
Non-Aviation
15.175,0
7.502,5
82.360,7
19.628,1
13.256,3
137.922,6
Externe Segmentumsätze
169.547,0
94.421,6
82.360,7
47.433,0
13.256,3
407.018,6
Aufteilung der Umsatzerlöse nach geografischen Gebieten
2022 in T€
Airport
Handling & Sicherheits-dienstleis-tungen
Retail &Properties
Malta
Sonstige Segmente
Konzern
Österreich
320.959,6
124.929,5
138.841,4
0,0
19.976,6
604.707,2
Malta
0,0
0,0
0,0
88.016,9
0,0
88.016,9
Externe Segmentumsätze
320.959,6
124.929,5
138.841,4
88.016,9
19.976,6
692.724,0
2021 in T€
Airport
Handling & Sicherheits-dienstleis-tungen
Retail &Properties
Malta
Sonstige Segmente
Konzern
Österreich
169.547,0
94.421,6
82.360,7
0,0
13.256,3
359.585,6
Malta
0,0
0,0
0,0
47.433,0
0,0
47.433,0
Externe Segmentumsätze
169.547,0
94.421,6
82.360,7
47.433,0
13.256,3
407.018,6
Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2022
101
Umsatz im Segment Airport
in € Mio.
2022
Veränderung
2021
Aircraftbezogene Entgelte
62,6
73,2%
36,2
Passagierbezogene Entgelte
214,3
110,7%
101,7
Infrastrukturerlöse & Dienstleistungen
44,1
39,1%
31,7
Umsatz Segment Airport (extern)
321,0
89,3%
169,5
davon Aviation
309,0
154,4
davon Non-Aviation
11,9
15,2
Umsatz im Segment Handling & Sicherheitsdienstleistungen
in € Mio.
2022
Veränderung
2021
Ground Handling
80,5
56,5%
51,4
Frachtabfertigung (Cargo)
26,0
-8,0%
28,3
Sicherheitsdienstleistungen
3,1
30,6%
2,4
Passenger Handling
7,1
73,2%
4,1
General Aviation, Sonstiges
8,3
-0,1%
8,3
Umsatz Segment Handling & Sicherheitsdienstleistungen
(extern)
124,9
32,3%
94,4
davon Aviation
116,1
86,9
davon Non-Aviation
8,9
7,5
Umsatz im Segment Retail & Properties
in € Mio.
2022
Veränderung
2021
Parkerträge
42,5
102,5%
21,0
Vermietung
29,2
6,9%
27,3
Center Management & Hospitality
67,2
97,1%
34,1
Umsatz Segment Retail & Properties (extern)
138,8
68,6%
82,4
davon Aviation
0,0
0,0
davon Non-Aviation
29,7
82,4
Umsatz im Segment Malta
in € Mio.
2022
Veränderung
2021
Airport
58,3
109,8%
27,8
Retail & Properties
29,5
51,1%
19,5
Sonstige
0,2
73,5%
0,1
Umsatz Segment Malta (extern)
88,0
85,6%
47,4
davon Aviation
58,3
27,8
davon Non-Aviation
29,7
19,6
Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2022
102
Umsatz im Segment Sonstige Segmente
in € Mio.
2022
Veränderung
2021
Ver- und Entsorgung
12,0
54,1%
7,8
Telekommunikation und EDV
3,0
4,3%
2,9
Materialwirtschaft
1,1
80,6%
0,6
Elektrotechnik, Sicherheitsequipment, Werkstätten (VAT)
0,5
7,5%
0,4
Facilitymanagement, bauliche Instand-haltung u.a.
1,3
106,1%
0,6
„GetService“-Flughafen-Sicherheits- und Servicedienst GmbH
1,3
186,3%
0,5
Sonstiges inkl. Auslandsbeteiligungen
0,8
86,4%
0,4
Umsatz Sonstige Segmente (extern)
20,0
50,7%
13,3
davon Aviation
0,0
0,0
davon Non-Aviation
20,0
13,3
Vertragssalden
Die folgende Tabelle gibt Auskunft über Forderungen aus Kundenverträgen:
in T€
Anhang
31.12.2022
31.12.2021
Forderungen aus Kundenverträgen, die in Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forde-rungen enthalten sind
(21)
43.640,9
39.037,7
Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2022
103
Leistungsverpflichtungen
Der Umsatz wird auf Grundlage der in einem Vertrag mit einem Kunden festgelegten Gegen-leistung gemessen. Der Konzern erfasst Erlöse, wenn er die Verfügungsgewalt über ein Gut oder eine Dienstleistung an einen Kunden überträgt. Die folgende Tabelle gibt Auskunft über Art und Zeitpunkt der Erfüllung von Leistungsverpflichtungen aus Kundenverträgen, einschließlich wesentlicher Zahlungsbedingungen. Die Grundsätze zur Erlösrealisierung sowie die Rechnungs-legungsmethoden sind in den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden ersichtlich.
Art des Produktes / der Dienstleistung
Art und Zeitpunkt der Erfüllung der Leistungsverpflichtung, einschließlich wesentlicher Zahlungsbedingungen
Erlösrealisierung nach IFRS 151
Verkehrsentgelte (genehmigungspflichtige Entgelte)
Rechnungen über Leistungen aus Verkehrsentgelten werden zweiwöchentlich erstellt und sind in der Regel innerhalb von 8 bis 30 Tagen zahlbar.
Die Umsatzerlöse werden mit erbrachter Dienstleistung sofort realisiert bzw. falls die Rechnung noch nicht erstellt ist dementsprechend abgegrenzt.
Bodenverkehrsdienste
(nicht genehmigungspflichtige Entgelte)
Rechnungen über Leistungen der Bodenverkehrsdienste werden zweiwöchentlich erstellt und sind in der Regel innerhalb von 8 bis 30 Tagen zahlbar.
Die Umsatzerlöse werden mit erbrachter Dienstleistung sofort realisiert bzw. falls die Rechnung noch nicht erstellt ist dementsprechend abgegrenzt.
Erlöse aus Konzessionen
Rechnungen über Konzessionserlöse werden monatlich erstellt und sind in der Regel innerhalb von 30 Tagen zahlbar.
Die Umsatzerlöse werden mit erbrachter Dienstleistung sofort realisiert bzw. falls die Rechnung noch nicht erstellt ist dementsprechend abgegrenzt.
Sonstige Erlöse aus:
Loungen
Rechnungen über Loungeleistungen werden monatlich erstellt und sind in der Regel innerhalb von 14 Tagen zahlbar bzw. sind sofort bei Eintritt bar zahlbar.
Die Umsatzerlöse werden mit erbrachter Dienstleistung sofort realisiert bzw. falls die Rechnung noch nicht erstellt ist dementsprechend abgegrenzt.
Sicherheit & Bewachung
Ver- und Entsorgung
EDV
Elektrotechnik
Werkstätten
Materialwirtschaft
Facility-Management
bauliche Instandhaltung
Rechnungen über diese anderen sonstigen Leistungen und Produkte werden monatlich erstellt und sind in der Regel innerhalb von 14 Tagen zahlbar. Betreffend Verkauf von Produkten (z.B. der Werkstätten) erhalten die Kunden sofort Verfügungsgewalt, wenn die Güter aus dem Lager entnommen werden.
Die Umsatzerlöse werden mit erbrachter Dienstleistung sofort realisiert bzw. falls die Rechnung noch nicht erstellt ist dementsprechend abgegrenzt. Die Realisierung der Umsatzerlöse aus dem Verkauf von Gütern erfolgt mit Ausgabe an den Kunden.
1) die Aufteilung des Transaktionspreises auf die Leistungsverpflichtungen ist den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden zu entnehmen
Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2022
104
(2) Sonstige betriebliche Erträge
in T€
2022
2021
Aktivierte Eigenleistungen
6.216,2
3.185,7
Erträge aus dem Abgang von Sachanlagen1
9.466,6
2.858,1
Erträge aus der Auflösung von Investitionszu-schüssen aus öffentlichen Mitteln (ohne COVID-19 Investitionszuschüsse)
94,4
167,4
Gewährung von Rechten
1.471,8
634,3
Erträge aus Versicherungsleistungen
274,9
163,1
COVID-19 Unterstützungen
488,9
15.808,4
Übrige
782,4
942,0
18.795,3
23.759,1
davon COVID-19 Unterstützungen
488,9
15.808,4
1) inkl. Erträge aus dem Abgang von zum Verkauf stehender Vermögenswerte
In den übrigen sonstigen betrieblichen Erträgen sind COVID-19 Unterstützungen von € 0,5 Mio. (Vorjahr: € 15,8 Mio.) erfasst, darunter Fixkostenzuschüsse, Ausfallsboni, Verlustersatz, Umsatzersatz und COVID-19 Investitionszuschüsse.
Die Erträge aus dem Abgang von Sachanlagen betreffen im Wesentlichen Erträge aus Grundstücksverkäufen.
(3) Aufwendungen für Material und bezogene Leistungen
in T€
2022
2021
Material
20.005,0
11.149,5
Energie
21.139,6
14.062,6
Bezogene Leistungen
3.397,4
4.580,4
44.542,0
29.792,5
davon saldierte COVID-19 Unterstützungen
0,0
1.586,1
(4) Personalaufwand
in T€
2022
2021
Löhne
113.632,6
104.131,6
Löhne Kurzarbeitsbeihilfen (Standort Wien)
-5.024,7
-38.242,7
Gehälter
103.084,4
92.245,3
Gehälter Kurzarbeitsbeihilfen (Standort Wien)
-4.516,6
-29.698,6
Aufwendungen für Abfertigungen
307,7
8.545,0
davon Beiträge an die Mitarbeitervorsorgekasse
2.383,4
2.379,2
Aufwendungen für Altersversorgung
2.322,7
2.197,7
davon Beiträge an Pensionskassen
2.393,9
2.063,3
Aufwendungen für gesetzlich vorgeschriebene Abgaben und Beiträge
59.681,5
56.565,4
Andere Personalaufwendungen
2.816,3
957,5
272.304,0
196.701,2
Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2022
105
I
(5) Sonstige betriebliche Aufwendungen und Wertminderungen / Wertaufholung auf Forderungen
Sonstige betriebliche Aufwendungen
in T€
2022
2021
Sonstige Steuern (nicht vom Einkommen und Ertrag)
559,8
496,7
Instandhaltungen
34.221,3
21.143,3
Fremdleistungen Dritte
22.776,5
11.710,3
Fremdleistungen Konzernunternehmen
6,2
4,4
Beratungsaufwand
3.100,0
2.515,4
Marketing und Marktkommunikation
15.112,4
3.959,4
Post- und Telekommunikationsaufwand
1.263,2
885,5
Miet- und Pachtaufwendungen1
2.833,6
1.511,3
Versicherungsaufwendungen
2.620,2
2.185,1
Reisen und Ausbildung
2.135,3
585,8
Schadensfälle
463,5
542,1
Forderungsausfälle2
8,6
19,8
Verluste aus dem Abgang von Sachanlagen
50,0
13,6
Kursdifferenzen, Spesen des Geldverkehrs
802,3
512,4
Andere betriebliche Aufwendungen
9.772,8
3.798,6
95.725,8
49.883,6
davon saldierte COVID-19 Unterstützungen
134,7
4.486,6
1) Siehe Anhangangabe (38)
2) Vollständige Ausbuchung von Forderungen
Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2022
106
Leasingverhältnisse, Aufwendungen für Leasingverhältnisse über einen Vermögenswert von geringem Wert (< EUR 5.000) sowie Aufwendungen, die nicht unter IFRS 16 fallen. Diese Auf-wendungen sind in Anhangsangabe (38) detailliert aufgeschlüsselt. In den anderen betrieblichen Aufwendungen sind u.a. zugekaufte Leistungen betreffend Loungen, Fachliteratur, Sonstige Gebühren, Abgaben, und Beiträge enthalten.
Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden vom Abschlussprüfer folgende Leistungen erbracht:
in T€
2022
2021
Abschlussprüfung
232,6
224,7
Andere Bestätigungsleistungen
12,3
11,9
Sonstige Leistungen
69,7
128,6
314,7
365,1
Wertminderungen / Wertaufholungen auf Forderungen
in T€
2022
2021
Wertminderungen / Wertaufholungen auf Forderungen
4.543,8
153,1
4.543,8
153,1
Nähere Erläuterungen sind in der Anhangangabe (36) ersichtlich.
(6) Ergebnis der at-Equity-bilanzierten Unternehmen
Die at-Equity-Ergebnisse werden aufgrund des operativen Charakters der in den Konzernab-schluss des FWAG-Konzernes at-Equity einbezogenen Gesellschaften innerhalb des operativen Ergebnisses (EBIT) ausgewiesen.
in T€
2022
2021
Anteilige Periodenergebnisse
1.527,5
164,6
1.527,5
164,6
Der kumulierte Gesamtbetrag, der nicht erfassten Verluste beträgt wie im Vorjahr T€ 0,0. Zusammenfassende Finanzinformationen über assoziierte Unternehmen und Gemeinschafts-unternehmen sind der Anlage 2 „Beteiligungen“ zum Anhang zu entnehmen.
Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2022
107
(7) Abschreibungen, Wertaufholungen und Wertminderungen
in T€
2022
2021
Abschreibungen immaterielle Vermögenswerte
Planmäßige Abschreibungen1
7.250,3
7.186,9
Abschreibungen Sachanlagen
Planmäßige Abschreibungen1
115.858,7
119.056,9
Abschreibungen auf als Finanzinvestition gehaltene Immobilien
Planmäßige Abschreibungen
7.961,5
7.855,3
Summe planmäßige Abschreibungen
131.070,4
134.099,0
Wertminderungen von immateriellen Vermögenswerten
Sonderabschreibung Segment Sonstige Segmente
0,0
359,7
Wertaufholungen von als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien und Sachanlagen
Wertaufholung CGU „Real Estate Office“
-2.302,3
0,0
Summe Wertaufholungen und Wertminderungen
-2.302,3
359,7
davon saldierte COVID-19 Unterstützungen
0,0
629,3
1) in diesen Positionen sind COVID-19 Unterstützungen saldiert enthalten.
Die planmäßigen Abschreibungen enthalten 2022 Abschreibungen aus Nutzungsrechten (IFRS 16) in Höhe von T€ 2.589,5 (VJ: T€ 2.725,2). In den Abschreibungen für immaterielle Vermö-genswerte und Sachanlagen sind im Vorjahr T€ 629,3 an COVID-19 Unterstützungen betreffend Fixkostenzuschüssen saldiert enthalten.
Die im Geschäftsjahr 2022 durchgeführten Tests auf Werthaltigkeit führten zur Erfassung einer Wertaufholung („Reversal of Impairment Loss“) in der zahlungsmittelgenerierenden Einheit „Real Estate Office“ im Gesamtausmaß von T€ 2.302,3. Der erzielbare Betrag für die betreffende zahlungsmittelgenerierende Einheit wurde anhand des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Verkaufskosten ermittelt. Diese Aufholung ergibt sich aufgrund der in der Prognose-rechnung verarbeiteten aktuellen Einschätzung der mittelfristigen Markt- und Nachfrageent-wicklung und der damit zusammenhängenden steigenden Vermietungsquote der Gebäude. Diese positive Einschätzung wurde durch externe Gutachten bestätigt. Die Wertaufholung ist dem Segment Retail & Properties zugeordnet.
Bewertungstechniken und Inputfaktoren
Der beizulegende Zeitwert wird auf Basis eines Bewertungsmodells berechnet, das auf nicht beobachtbaren Inputfaktoren beruht (Stufe 3). Das Modell berücksichtigt den Barwert der Netto-Cashflows, die die Immobilien der zahlungsmittelgenerierenden Einheit auf Basis von Markterwartungen erzielen, unter Einbeziehung der erwarteten Mietpreissteigerungen, Um-siedlungen, Belegungsraten und aller der Immobilien zuzuordnenden Kosten. Die erwarteten Netto-Cashflows werden mit einem WACC („Weighted Average Cost of Capital“) der Peer Group der Flughafen-Wien-Gruppe abgezinst. Grundlage für die Netto-Cashflows bilden die Werte aus der Budgetierung 2023 (Vorjahr: Budgetierung 2022) und die langfristigen Planungsrechnungen des Konzerncontrollings.
Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2022
108
Wesentliche nicht beobachtbare Inputfaktoren für die CGU „Real Estate Office“:
Mietpreissteigerungen je nach Art des Objektes in Höhe von 1,2% bis 1,9% (VJ: 1,0% bis 1,1%), Belegungsraten für 2022 von 60% bis 97%, gewichteter Durchschnitt: 74% (VJ: 50% bis 97%, ge-wichteter Durchschnitt: 70%), Wachstumsrate in der ewigen Rente in Höhe von 0,0% (VJ: 0,0%), Steuersatz in Höhe von 23% bis 24% (VJ: 25,0%), WACC nach Steuern in Höhe von 6,5% (VJ: 4,4%).
Folgende Veränderungen der nicht beobachtbaren Inputfaktoren würden zu einer wesent-lichen Erhöhung (Senkung) des beizulegenden Zeitwerts führen: Steigende (sinkende) Ver-mietungserlöse pro m² höhere (niedrigere) Belegungsrate, Reduktion (Erhöhung) des Diskon-tierungszinssatzes (WACC), höhere (niedrigere) Wachstumsrate in der ewigen Rente.
Im Geschäftsjahr 2021 wurden Sonderabschreibungen hinsichtlich einer Software von T€ 359,7 im Segment Sonstige Segmente erfasst, da die Nutzungsmöglichkeit nicht mehr gegeben ist. Die im Dezember 2021 durchgeführten Werthaltigkeitstests führten darüber hinaus zu keinen Wertminderungen von Sachanlagen, als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien und imma-teriellen Vermögenswerten.
(8) Beteiligungsergebnis ohne at-Equity-Unternehmen
in T€
2022
2021
Dividenden aus Wertpapieren und Beteiligungen sonsti-ger Unternehmen (FVOCI1)
417,6
490,7
417,6
490,7
Erläuterung der Bewertungskategorie:
1) FVOCI = Zeitwert erfolgsneutral (Fair Value through Other Comprehensive Income)
(9) Zinsergebnis
in T€
2022
2021
Zinsen und ähnliche Erträge
4.406,6
1.979,2
Zinsen und ähnliche Aufwendungen
-13.487,7
-13.093,8
-9.081,2
-11.114,5
davon saldierte COVID-19 Unterstützungen
0,0
2.609,8
In den Zinsen und ähnlichen Aufwendungen sind Zinsaufwendungen aus Leasingverbind-lichkeiten von T€ 2.177,0 (VJ: T€ 2.175,4) enthalten.
(10) Sonstiges Finanzergebnis
in T€
2022
2021
Bewertung Schuldtitel (Wertpapier) (FVPL1)
-619,4
213,6
-619,4
213,6
Erläuterung der Bewertungskategorie: 1 FVPL = Zeitwert erfolgswirksam (Fair Value through Profit and Loss)
Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2022
109
(11) Ertragsteuern
in T€
2022
2021
Aufwand für (laufende) Ertragsteuern
32.220,8
6.539,9
Veränderung latente Steuern
-2.457,0
-3.635,0
29.763,9
2.904,8
Der Steueraufwand 2022 von T€ 29.763,9 (VJ: T€ 2.904,8) ist um T€ 9.706,1 (VJ: T€ 519,1) nied-riger (VJ: höher) als der rechnerische Steueraufwand von T€ 39.470,0 (VJ: T€ 2.385,7), der sich unter Anwendung des Steuersatzes von 25% auf den Gewinn vor Ertragsteuern in Höhe von T€ 157.880,0 (VJ: T€ 9.542,9) ergeben würde. Hinsichtlich des Steuersatzes bei der Berechnung der latenten Steuern wird auf Anhangangabe (31) verwiesen, der Effekt aus der Umstellung ist saldiert in der Steuerüberleitungsrechnung ersichtlich.
Die Ursachen für den Unterschied zwischen rechnerischem und ausgewiesenem Steuerauf-wand im Konzern stellen sich wie folgt dar:
Steuerüberleitungsrechnung
in T€
2022
2021
Ergebnis vor Ertragsteuern
157.880,0
9.542,9
Rechnerische Ertragsteuer
39.470,0
2.385,7
Anpassung an ausländische Steuersätze
4.304,3
954,2
At-Equity-Bewertung
-381,9
-41,2
Beteiligungserträge (steuerfrei)
-104,4
-122,7
Steuergutschrift Malta
-12.000,0
0,0
Steuersatzänderung (saldierter Effekt)
-237,3
0,0
Schadenersatzansprüche
-1.234,3
0,0
Verwendung aktiver latenter Steuern auf Verlustvorträge
214,3
165,2
Sonstige und permanente Differenzen
-186,3
-303,6
Steueraufwand der Periode
29.844,4
3.037,7
Aperiodischer Steueraufwand / Steuerertrag (-)
-80,6
-132,9
Ausgewiesener Steueraufwand
29.763,9
2.904,8
Effektivsteuersatz
18,9%
30,4%
Die Unterschiede zwischen den Wertansätzen in der Steuer- und in der IFRS-Bilanz sowie die zum Bilanzstichtag bestehenden Verlustvorträge wirken sich auf die in der Bi-lanz ausgewiesenen latenten Steuerabgrenzungen aus. Nähere Erläuterungen dazu siehe Anhangerläuterung (31).
Die FWAG ist seit 2005 Gruppenträger einer Steuergruppe gemäß § 9 KStG. Vom Gruppenträ-ger werden an die Gruppenmitglieder, die von diesen verursachten Körperschaftsteuerbeträgen mittels Steuerumlagen belastet bzw. (im Verlustfall) gutgeschrieben.
Im Jahr 2022 genehmigten die Europäische Kommission und die maltesische Regierung eine Steuergutschrift in Höhe von € 12 Mio. zur Entschädigung des Malta International Airport p.l.c. für einen Teil der durch die Coronavirus-Pandemie erlittenen Verluste im Zeitraum von 21.3-30.6.2020.
(12) Ergebnis je Aktie
Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2022
110
gewesenen Stammaktien, das verwässerte Ergebnis ergibt sich ebenso nach Bereinigung um alle Verwässerungseffekte potenzieller Stimmrechte. 2022 waren durchschnittlich gewichtet 83.874.681 (VJ: 83.874.681) Aktien im Umlauf. Daraus ergibt sich ein Ergebnis je Aktie (unverwäs-sert = verwässert) von € 1,29 für 2022 sowie von € 0,04 für das VJ.
in T€
2022
2021
Ausgegebene Aktien 1. Jänner
84.000.000
84.000.000
Auswirkung eigene Aktien
-125.319
-125.319
Gewichteter Durchschnitt 31.12.
83.874.681
83.874.681
Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2022
111
VII. Erläuterungen zur Konzernbilanz
Langfristiges Vermögen
(13) Immaterielle Vermögenswerte
Entwicklung vom 1.1. bis 31.12.2022
in T€
Konzessionen und Rechte
Firmenwert „Real Estate Parken“
Firmenwert „Malta“
Gesamt
Nettobuchwert zum 1.1.
137.138,8
54,2
28.407,6
165.600,6
Zugänge
710,3
0,0
0,0
710,3
Umbuchungen
104,5
0,0
0,0
104,5
Abgänge
-1,5
0,0
0,0
-1,5
Abschreibungen
-7.250,3
0,0
0,0
-7.250,3
Nettobuchwert zum 31.12.
130.701,8
54,2
28.407,6
159.163,6
Stand zum 31.12.
Anschaffungskosten
223.915,9
54,2
28.407,6
252.377,7
Kumulierte Abschreibungen
-93.214,1
0,0
0,0
-93.214,1
Nettobuchwert
130.701,8
54,2
28.407,6
159.163,6
Entwicklung vom 1.1. bis 31.12.2021
in T€
Konzessionen und Rechte
Firmenwert „Real Estate Parken“
Firmenwert „Malta“
Gesamt
Nettobuchwert zum 1.1.
138.090,2
54,2
28.407,6
166.552,1
Zugänge
4.161,1
0,0
0,0
4.161,1
Umbuchungen
2.446,1
0,0
0,0
2.446,1
Abgänge
-8,1
0,0
0,0
-8,1
Abschreibungen1
-7.190,9
0,0
0,0
-7.190,9
Wertminderungen
-359,7
0,0
0,0
-359,7
Nettobuchwert zum 31.12.
137.138,8
54,2
28.407,6
165.600,6
Stand zum 31.12.
Anschaffungskosten
224.233,6
54,2
28.407,6
252.695,4
Kumulierte Abschreibungen
-87.094,8
0,0
0,0
-87.094,8
Nettobuchwert
137.138,8
54,2
28.407,6
165.600,6
1) Um die Überleitung auf die Abschreibungen, die in Anhangangabe (7) dargestellt sind zu gewährleisten, sind die COVID-19 Unterstüt-zungen in Abzug zu bringen
Der Posten „Konzessionen und Rechte“ enthält zum 31.12.2022 eine Konzession zum Betrieb des Flughafen Malta mit einem Buchwert in Höhe von T€ 107.962,1 (VJ: T€ 110.402,0) und einer Restlaufzeit von rund 43 Jahren. Weiters sind zum 31.12.2022 Nutzungsrechte (IFRS 16) betref-
Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2022
112
f
2022 wurden Ausgaben von T€ 1.006,7 (VJ: T€ 1.017,2) für die Forschung und Entwicklung einzelner Programmmodule der Flughafenbetriebssoftware als Aufwand und Investition erfasst.
Hinsichtlich zu den im GJ 2021 erfassten Wertminderung siehe Anhangerläuterung (7).
Überprüfung von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten mit einem Geschäfts- oder Firmenwert
Im laufenden Geschäftsjahr wurde ein Werthaltigkeitstest für eine zahlungsmittelgenerierende Einheit durchgeführt, welche einen Firmenwert enthält. Der zahlungsmittelgenerierenden Ein-heit „Malta“ ist ein Firmenwert in Höhe von T€ 28.407,6 (VJ: T€ 28.407,6) zugeordnet.
Bewertungstechnik und Inputfaktoren:
Der erzielbare Betrag der zahlungsmittelgenerierenden Einheit „Malta“ basiert auf dem bei-zulegenden Zeitwert abzüglich der Kosten der Veräußerung, der durch diskontierte Cashflows geschätzt wurde. Die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert wurde basierend auf den In-putfaktoren der verwendeten Bewertungstechniken als ein beizulegender Zeitwert der Stufe 3 eingeordnet. Die erwarteten Netto-Cashflows werden mit einem WACC der Peer Group des FWAG-Konzerns unter Berücksichtigung einer Länderrisikoprämie für Malta abgezinst. Grund-lage für die Netto-Cashflows bilden die Werte aus der Budgetierung 2023 (VJ: Budgetierung 2022) und die Planungsrechnungen des Konzerncontrollings.
Wesentliche Inputfaktoren der CGU „Malta“:
Wachstumsrate im Grobplanungszeitraum (bis 2067) von 0,5% (VJ: 0,5%), Steuersatz von 35% (VJ: 35%), WACC nach Steuern von 8,2% (VJ: 6,3%). Die Berechnung des beizulegenden Zeitwerts beruht auf spezifischen Cashflow-Prognosen für fünf Jahre (Detailplanungszeitraum) und einer auf das letzte Jahr des Detailplanungszeitraums aufsetzenden weiterführenden Zahlungsreihe mit einer jährlichen Wachstumsrate von 0,5% (VJ: 0,5%) bis zum Ende der Konzession im Juli 2067 (Grobplanungszeitraum). Das geplante EBITDA wird auf Basis der allgemeinen Markt-erwartungen hinsichtlich der zukünftigen Entwicklung der Luftfahrt im Allgemeinen und der Verkehrsentwicklung am Flughafen Malta im Besonderen geschätzt. Die Wachstumsprognose für die Umsatzerlöse erfolgt unter Berücksichtigung der Mengen- und Preisentwicklung der vergangenen Jahre sowie der erwartbaren markt- und preisseitigen Wachstumsdynamik in den nächsten fünf Jahren. Folgende Veränderungen der wesentlichen Inputfaktoren würden zu einer Erhöhung (Senkung) des beizulegenden Zeitwerts führen: Reduktion (Erhöhung) des Dis-kontierungszinssatzes (WACC), höhere (niedrigere) Wachstumsrate im Grobplanungszeitraum. Der geschätzte erzielbare Ertrag der zahlungsmittelgenerierenden Einheit „Malta“ übersteigt deren Buchwert um annähernd € 59 Mio. (VJ: € 114 Mio.). Eine vom Management für mögliche gehaltene Änderung des für die Berechnung des Fair Value less Costs of Disposal angesetzten Diskontierungszinssatzes (WACC) in einer Bandbreite zwischen 8,2% plus 1% und 8,2% minus 1% bzw. der Wachstumsrate im Grobplanungszeitraum in einer Bandbreite zwischen 0,5% plus 1% und 0,5% minus 1% hätte folgende Auswirkungen auf die Überdeckung des Buchwertes.
Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2022
113
Sensitivitäten des Fair Value less Costs of Disposal abzüglich Buchwert für unterschiedliche Ausprägungen der Planungsparameter WACC und Wachstumsrate im Grobplanungszeitraum
2022
Wachstumsrate p.a.
In € Mio.
-0,50%
0,50%
1,50%
WACC
5,30%
72
119
178
6,30%
21
59
104
7,30%
-20
10
46
2021
Wachstumsrate p.a.
In € Mio.
-0,50%
0,50%
1,50%
WACC
5,30%
129
197
283
6,30%
62
114
179
7,30%
8
49
99
(14) Sachanlagen
Entwicklung vom 1.1. bis 31.12.2022
in T€
Grund-stücke und Bauten
Technische Anlagen und Maschinen
Andere Anlagen, Be-triebs- und Geschäfts-ausstattung
Geleistete Anzahl-ungen und Anlagen in Bau
Gesamt
Nettobuchwert zum 1.1.
1.000.193,2
208.816,8
106.463,2
88.410,6
1.403.883,8
Zugänge1
5.893,4
7.623,3
18.372,2
19.241,8
51.130,7
Umbuchungen
5.674,6
10.517,3
1.220,4
-17.825,8
-413,6
Wertaufholungen
987,3
0,0
0,0
0,0
987,3
Abgänge
-380,2
-6,7
-130,2
0,0
-517,1
Abschreibungen
-61.171,4
-29.520,0
-25.167,3
0,0
-115.858,7
Nettobuchwert zum 31.12.
951.196,9
197.430,7
100.758,2
89.826,6
1.339.212,4
Stand zum 31.12.
Anschaffungskosten
1.936.112,2
938.294,9
397.812,5
96.749,4
3.368.969,0
Kumulierte Abschreibungen
-984.915,3
-740.864,2
-297.054,3
-6.922,8
-2.029.756,6
Nettobuchwert
951.196,9
197.430,7
100.758,2
89.826,6
1.339.212,4
1) In den Zugängen sind Rechnungskorrekturen in Höhe von € 1,0 Mio. als negative Zugänge enthalten.
Hinsichtlich der Angaben zu den 2022 erfassten Wertaufholungen siehe Anhangerläuterung (7).
Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2022
114
Entwicklung vom 1.1. bis 31.12.2021
in T€
Grund-stücke und Bauten
Technische Anlagen und Maschinen
Andere Anlagen, Be-triebs- und Geschäfts-ausstattung
Geleistete Anzahlun-gen und Anlagen in Bau
Gesamt
Nettobuchwert zum 1.1.
981.820,4
228.983,7
119.279,3
138.936,2
1.469.019,6
Zugänge1
5.430,1
8.582,7
13.248,0
19.079,2
46.340,0
Umbuchungen
72.769,0
4.638,5
460,9
-69.604,8
8.263,6
Abgänge
0,0
-0,4
-56,8
0,0
-57,2
Abschreibungen2
-59.826,2
-33.387,8
-26.468,2
0,0
-119.682,2
Nettobuchwert zum 31.12.
1.000.193,2
208.816,8
106.463,2
88.410,6
1.403.883,8
Stand zum 31.12.
Anschaffungskosten
1.929.679,7
928.969,6
386.302,0
95.333,4
3.340.284,7
Kumulierte Abschreibungen
-929.486,5
-720.152,8
-279.838,8
-6.922,8
-1.936.400,9
Nettobuchwert
1.000.193,2
208.816,8
106.463,2
88.410,6
1.403.883,8
1) In den Zugängen sind Rechnungskorrekturen in Höhe von € 0,6 Mio. als negative Zugänge enthalten.
2) Um die Überleitung auf die Abschreibungen, die in Anhangangabe (7) dargestellt sind zu gewährleisten, sind die COVID-19 Unterstüt-zungen in Abzug zu bringen.
Im Sachanlagevermögen befinden sich Nutzungsrechte von T€ 73.786,1 (VJ: T€ 76.506,9) in Zusammenhang mit Leasingobjekten, die nicht die Definition einer als Finanzinvestition ge-haltenen Immobilie erfüllen. Die Entwicklung ist in Anhangangabe (38) ersichtlich.
Hinsichtlich der Angaben zu den 2021 erfassten Wertminderungen / Sonderabschreibungen siehe Anhangerläuterung (7).
Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2022
115
Die größten Zugänge zu den Sachanlagen, den immateriellen Vermögenswerten und den als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien in den Geschäftsjahren 2022 und 2021 werden nachstehend angeführt:
2022:
Im Segment Airport in T€
2022
Adaptierungen Exit Entry System Pier Nord, Ost und Busgates
9.441,00
Modernisierung Sorter Terminal 3
2.108,90
Süderweiterung
1.564,20
Leitrechner Gepäckförderanlage
1.079,60
Pier Ost Adaptierung
1.020,40
Im Segment Handling & Sicherheitsdienstleistungen in T€
2022
Frachtabfertigungssystem
355,3
Im Segment Retail & Properties in T€
2022
Grundstücke
1.228,7
Office Park 4
326,5
Ausstattung Coworking/Conferencing Office Park
125,2
Im Segment Malta in T€
2022
Vorfeld X
2.277,5
Food Court
1.591,1
Netzwerktechnik Re-design
1.589,6
Cargo Village
1.284,5
Sky Park 2
1.212,7
Im Segment Sonstige Segmente in T€
2022
PV Anlagen PH3, PH8, Freifläche
6.841,7
Datenverarbeitungsmaschinen
3.752,1
Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2022
116
2021:
Im Segment Airport in T€
2021
Erweiterung Busgates
3.320,2
PN Erschließungsbauwerk bei G36
2.830,9
Software
2.804,2
Gepäckabzugslinie
2.734,2
Sattelkraftfahrzeug Kran
687,8
Siko Ausstattung Terminal 2
649,7
Software
277,4
Im Segment Handling & Sicherheitsdienstleistungen in T€
2021
Cateringhubwagen
1.990,6
Cargo Software
269,8
Im Segment Retail & Properties in T€
2021
Loungen
1.878,9
Office Park 4
210,1
Straßenbeleuchtung
202,1
Werbefläche im Terminal 2
106,8
Im Segment Malta in T€
2021
Park East
2.179,1
Erneuerung der Rettungs- und Feuerwehrflotte
1.147,4
Bürogebäude SkyPark2
839,2
Cargo Village
718,2
Im Segment Sonstige Segmente in T€
2021
PV Anlagen PH3, PH8, Freifläche
11.825,5
Datenverarbeitungsmaschinen
896,2
Software
469,8
Flightplan Software
314,0
Trafostation Pier Nord V2
263,1
Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2022
117
(15) Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien
Entwicklung vom 1.1. bis 31.12.2022
in T€
Als Finanz-investition gehaltene Im-mobilien
Geleistete An-zahlungen und Anlagen in Bau
Gesamt
Nettobuchwert zum 1.1.
142.928,0
174,2
143.102,2
Zugänge
1.808,8
0,0
1.808,8
Umbuchungen1
483,3
-174,2
309,1
Wertaufholungen
1.315,0
0,0
1.315,0
Abschreibungen
-7.961,5
0,0
-7.961,5
Nettobuchwert zum 31.12.
138.573,6
0,0
138.573,6
Stand zum 31.12.
Anschaffungskosten
245.013,2
0,0
245.013,2
Kumulierte Abschreibungen
-106.439,6
0,0
-106.439,6
Nettobuchwert
138.573,6
0,0
138.573,6
1) betrifft Umgliederungen aus Sachanlagevermögen und Inbetriebnahmen
Hinsichtlich der Angaben zu den 2022 erfassten Wertaufholungen siehe Anhangerläuterung (7).
Entwicklung vom 1.1. bis 31.12.2021
1) betrifft Umgliederungen ins Sachanlagevermögen
in T€
Als Finanz-investition gehaltene Im-mobilien
Geleistete An-zahlungen und Anlagen in Bau
Gesamt
Nettobuchwert zum 1.1.
174.763,9
0,0
174.763,9
Zugänge
897,5
174,2
1.071,7
Umbuchungen1
-10.709,7
0,0
-10.709,7
Umgliederungen in als zum Verkauf ste-hende Vermögenswerte
-14.168,5
0,0
-14.168,5
Abschreibungen
-7.855,3
0,0
-7.855,3
Nettobuchwert zum 31.12.
142.928,0
174,2
143.102,2
Stand zum 31.12.
Anschaffungskosten
242.412,3
174,2
242.586,4
Kumulierte Abschreibungen
-99.484,2
0,0
-99.484,2
Nettobuchwert
142.928,0
174,2
143.102,2
Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2022
118
Die als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien betreffen Gebäude und Grundstücke, die überwiegend zur Erzielung von Mieteinnahmen gehalten werden:
in T€
2022
2021
Mieteinnahmen
16.149,6
16.623,3
Betriebliche Aufwendungen für vermietete Immobilien
6.469,8
6.997,7
Betriebliche Aufwendungen für nicht vermietete Immobilien
935,0
1.250,3
In den als Finanzinvestitionen gehalten Immobilien sind Nutzungsrechte (IFRS 16) mit einem Buchwert von T€ 313,6 (VJ: T€ 320,6) zum 31.12.2022 enthalten. Die Entwicklung ist in Anhang-angabe (38) ersichtlich.
Zum Bilanzstichtag beträgt der beizulegende Zeitwert der als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien T€ 188.372,0 (VJ: T€ 193.028,0).
Bewertungstechnik und Inputfaktoren
Der beizulegende Zeitwert wird auf Basis eines Bewertungsmodells berechnet, das auf nicht be-obachtbaren Inputfaktoren beruht (Stufe 3). Das Modell berücksichtigt den Barwert der Netto-Cashflows, die die Immobilien auf Basis von Markterwartungen erzeugen, unter Einbeziehung der erwarteten Mietpreissteigerungen, Umsiedlungen, Belegungsraten und aller der Immobilie zuzuordnenden Kosten. Die erwarteten Netto-Cashflows werden mit einem WACC der Peer Group des FWAG-Konzerns abgezinst. Grundlage für die Netto-Cashflows bilden die Werte aus der Budgetierung 2023 (VJ: Budgetierung 2022) und die langfristigen Planungsrechnungen des Konzerncontrollings. Entsprechend der Empfehlung des IAS 40 wurde im Vorjahr für den im Geschäftsjahr 2020 zugegangenen Office Park 4 erstmalig ein externes Bewertungsgutachten eingeholt. Dieses Jahr wurden weitere Gutachten für die Office Parks 1-3 und das Trainings-center der Austrian Airlines eingeholt. Für die übrigen Bestandsgebäude werden zukünftig in regelmäßigen Abständen weitere Bewertungen von unabhängigen Gutachtern eingeholt werden. Wir erwarten jedoch nicht, dass diese Bewertungen wesentlich von den auf Basis des Bewertungsmodells ermittelten Werten abweichen werden.
Wesentliche nicht beobachtbare Inputfaktoren:
Mietpreissteigerungen je nach Art des Objektes in Höhe von 1,2% bis 2,9% (VJ: 0,0% bis 2,0%), Belegungsraten für 2022 von 60% bis 100%, gewichteter Durchschnitt: 79% (VJ: 50% bis 100%, gewichteter Durchschnitt: 77%), Wachstumsrate in der ewigen Rente in Höhe von 0% (VJ: 0,0%), Steuersatz in Höhe von 23% bis 35% (VJ: 25,0% bis 35,0%), WACC nach Steuern in Höhe von 5,6% bis 8,1% (VJ: 2,9% bis 6,2%).
Folgende Veränderungen der nicht beobachtbaren Inputfaktoren würden zu einer wesent-lichen Erhöhung (Senkung) des beizulegenden Zeitwerts führen: Steigende (sinkende) Vermie-tungserlöse pro m², höhere (niedrigere) Belegungsrate, Reduktion (Erhöhung) des Diskontie-rungszinssatzes (WACC), höhere (niedrigere) Wachstumsrate in der ewigen Rente.
Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2022
119
(16) Beteiligungen an at-Equity-bilanzierten Unternehmen
Entwicklung vom 1.1. bis 31.12.
in T€
2022
2021
Nettobuchwert zum 1.1.
41.156,8
40.992,1
Anteilige Periodenergebnisse
1.527,5
164,6
Nettobuchwert zum 31.12.
42.684,3
41.156,8
Zusammenfassende Finanzinformationen über assoziierte Unternehmen und Gemeinschafts-unternehmen sind der Anlage 2 „Beteiligungen“ zum Anhang zu entnehmen. Details siehe unter Anhangerläuterung (6).
(17) Sonstige Vermögenswerte
in T€
31.12.2022
31.12.2021
Ausgereichte Darlehen und Forderungen (AC1)
2.827,5
2.796,4
davon Mitarbeitern gewährte Darlehen
158,3
187,4
davon sonstige ausgereichte Darlehen und Forderungen
2.669,2
2.609,0
Forderungen aus Veranlagungen und Termineinlagen (AC1)
220,0
220,0
Eigenkapitaltitel (FVOCI2)
5.181,9
4.520,3
davon Anteile an nicht konsolidierten verbundenen Unternehmen
1,2
1,2
davon sonstige Beteiligungen
112,5
110,9
davon Wertpapiere
5.068,2
4.408,2
8.229,4
7.536,7
Erläuterung der Bewertungskategorien:
1) AC = fortgeführte Anschaffungskosten (Amortised Cost)
2) FVOCI = Zeitwert erfolgsneutral (Fair Value through Other Comprehensive Income)
Die ausgereichten Darlehen und Forderungen beinhalten ein Darlehen an die Société Inter-nationale Télécommunications Aéronautiques SC von T€ 41,6 (VJ: T€ 74,1) und Mitarbeitern gewährte Darlehen von T€ 158,3 (VJ: T€ 187,4), eine Forderung auf Gewährung eines Förder-zuschusses aus den Mitteln der Umweltförderung des Bundes über T€ 50,0 (VJ: T€ 56,6), eine sonstige Ausleihung an den Betriebsrat der FWAG in Höhe von T€ 550,0 (VJ: T€ 550,0) und eine sonstige langfristige Forderung von T€ 1.992,6 (VJ: T€ 1.928,3).
Forderungen aus Veranlagungen und Termineinlagen bestehen von T€ 220,0 (VJ: T€ 220,0). Der durchschnittliche Zinssatz für die Termineinlagen liegt bei 0,64 % (VJ: 0,64%).
Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2022
120
Kurzfristige Vermögenswerte
(18) Vorräte
in T€
31.12.2022
31.12.2021
Hilfs- und Betriebsstoffe
7.313,8
6.376,7
7.313,8
6.376,7
Die Hilfs- und Betriebsstoffe umfassen insbesondere Enteisungsmittel, Treibstoffe, Ersatz-teile und sonstiges Material für den Flughafenbetrieb. Zum Bilanzstichtag sind wie im VJ keine Vorräte zum Nettoveräußerungspreis bewertet.
(19) Wertpapiere
in T€
31.12.2022
31.12.2021
Schuldtitel (Wertpapier) (AC1)
4.982,7
4.982,7
Schuldtitel (Wertpapier) (FVPL2)
20.512,1
22.131,5
25.494,8
27.114,2
Erläuterung der Bewertungskategorien:
1) AC = fortgeführte Anschaffungskosten (Amortised Cost)
2) FVPL = Zeitwert erfolgswirksam (Fair Value through Profit and Loss)
Bei dem Schuldtitel (FVPL) handelt es sich um eine Ergänzungskapitalobligation.
(20) Zum Verkauf stehende Vermögenswerte
in T€
31.12.2022
31.12.2021
Zum Verkauf stehende Vermögenswerte
0,0
14.168,5
0,0
14.168,5
Zum 31.12.2021 wurden mehrere Grundstücke in Höhe von insgesamt T€ 14.168,5 in der Posi-tion „Zum Verkauf stehende Vermögenswerte“ nach IFRS 5 ausgewiesen. Die Grundstücke standen im Zusammenhang mit einer Veräußerung für ein Gewerbegebiet im Umland und waren dem Segment Retail & Properties zugeordnet. Die Vermögenswerte wurden im Vorjahr zum niedrigeren Wert aus ihrem Buchwert und ihrem beizulegenden Zeitwert abzüglich Ver-äußerungskosten angesetzt. Es sind keine Wertminderungsaufwendungen entstanden. Die Bilanzierung gemäß IFRS 5 führte im Geschäftsjahr 2021 zu keiner Erfassung von Gewinnen oder Verlusten.
Die Grundstücke wurden im laufenden Geschäftsjahr veräußert und sind aus dem Bestand abgegangen. Siehe ebenfalls Anhangangabe (2).
Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2022
121
(21) Forderungen und sonstige Vermögenswerte
in T€
31.12.2022
31.12.2021
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen netto (AC1)
56.316,0
45.718,0
Forderungen gegenüber at-Equity-bilanzierten Unterneh-men (AC1)
328,5
52,4
Sonstige Forderungen und Vermögenswerte (AC1)
36.748,9
58.325,1
Sonstige Forderungen aus Veranlagungen und Terminein-lagen (AC1)
298.289,4
30.500,0
Vorausbezahlte Incentives (AC1)
0,0
375,0
Forderungen an Finanzamt²
331,3
783,9
Abgrenzungsposten²
7.020,7
5.456,1
399.035,0
141.210,5
Erläuterung der Bewertungskategorien:
1) AC = fortgeführte Anschaffungskosten (Amortised Cost)
2) Kein Finanzinstrument
Zahlungsziele der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen liegen in der Regel zwischen 8 und 30 Tagen und werden als kurzfristig eingestuft. Einzelheiten zu den Wertminderungs-methoden des Konzerns sind in den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden ersichtlich, die Entwicklung der Wertberichtigung in Anhangsangabe (36).
Forderungen gegenüber dem Finanzamt betreffen Forderungen aus Körperschaftsteuer sowie Vorsteuerguthaben, die mit Verbindlichkeiten für Lohn- und Gehaltsabgaben saldiert werden.
Die sonstigen Forderungen aus Veranlagungen und Termineinlagen beinhalten kurzfristige Veranlagungen (Termineinlagen und Treasury Bills) mit einer Bindungsdauer von mehr als drei Monaten von T€ 298.289,4 (VJ: T€ 30.500,0). Der durchschnittliche Zinssatz für die Veranlagung liegt bei 1,69% (VJ: 0,42%). Die Termineinlagen oder Treasury Bills enthalten keine Veranlagungen in fremden Währungen.
Die sonstigen Forderungen und Vermögenswerte beinhalten im Wesentlichen noch nicht erstattete Ansprüche aus staatlichen Unterstützungen.
In den Abgrenzungsposten sind auch Urlaubsvorgriffe enthalten.
(22) Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
in T€
31.12.2022
31.12.2021
Kassenbestand
337,7
275,1
Schecks
4,0
3,1
Guthaben bei Kreditinstituten
104.876,9
123.363,5
105.218,6
123.641,6
Die Bindungsdauer sämtlicher kurzfristiger Veranlagungen betrug zum Zeitpunkt der Veran-lagung höchstens drei Monate. Der durchschnittliche Zinssatz bei den Guthaben bei österreichi-schen Kreditinstituten lag zum 31.12.2022 bei 0,0% (VJ: 0,01%). Die Buchwerte der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente entsprechen ihrem beizulegenden Zeitwert.
Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2022
122
Eigenkapital
(23) Grundkapital
Das voll eingezahlte Grundkapital der FWAG beträgt T€ 152.670,0 und ist geteilt in 84.000.000 Stück (VJ: 84.000.000 Stück) auf Inhaber lautende nennwertlose stimm- und ge-winnberechtigte Stückaktien, welche in einer Sammelurkunde bei der Oesterreichischen Kon-trollbank verbrieft sind. Alle Aktien haben die gleichen Rechte und Pflichten („one share – one vote“). Zum Bilanzstichtag 31.12.2022 befanden sich 83.874.681 (VJ: 83.874.681) Aktien in Umlauf. Am 31.12.2022 hielt die FWAG 125.319 (31.12.2021: 125.319) eigene Anteile des Unternehmens.
Das in der Gewinn- und Verlustrechnung angegebene Ergebnis je Aktie wird mittels Division des auf die Gesellschafter der Muttergesellschaft entfallenden Periodenergebnisses durch die gewichtete Anzahl der im Geschäftsjahr im Umlauf befindlichen Aktien errechnet. Das unver-wässerte Ergebnis je Aktie entspricht dem verwässerten Ergebnis je Aktie.
Durch den Beschluss der Hauptversammlung wurde der im Jahresabschluss 2021 ausgewiese-ne Bilanzgewinn zur Gänze auf neue Rechnung vorgetragen. Der Bilanzgewinn 2022 nach UGB beläuft sich auf € 64.584.426,22. Die vorgeschlagene Dividende ist abhängig von der Genehmi-gung durch die Hauptversammlung und wurde nicht als Verbindlichkeit im Konzernabschluss erfasst. Die für das Geschäftsjahr 2022 vorgeschlagene Dividende beträgt € 0,77 pro Aktie (VJ: € 0,00), der Rest soll auf neue Rechnung vorgetragen werden.
(24) Kapitalrücklagen
Das bei der 1992 durchgeführten Emission erzielte Agio von T€ 92.221,8 und 1995 bei der Grund-kapitalaufstockung erzielte Agio von T€ 25.435,5 sowie einer Zuführung von T€ 140,6 im Jahr 2020 und T€ 87,1 im Jahr 2019 aufgrund des Ankaufes von eigenen Aktien stellen die Kapital-rücklagen des Konzerns dar und entsprechen jenen des Einzelabschlusses der FWAG.
(25) Sonstige Rücklagen
Die Entwicklung der sonstigen Rücklagen ist in der Entwicklung des Konzerneigenkapitals dargestellt und gliedert sich in folgende Komponenten:
Rücklage aus Zeitwertänderungen von Eigenkapitalinstrumenten (FVOCI): Der Konzern erfasst Veränderungen des beizulegenden Zeitwerts bestimmter Investitionen in Eigenkapitalinstrumente im sonstigen Ergebnis, wie im Kapitel XI. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden erläutert. Diese Veränderungen werden in der FVOCI-Rücklage im Eigenkapital kumuliert. Der Konzern überträgt Beträge aus dieser Rücklage in die Gewinn-rücklagen, wenn die entsprechenden Eigenkapitalinstrumente ausgebucht werden.
Neubewertung immaterielles Vermögen: Neubewertungsrücklage aus der anteiligen Aufwertung um die stillen Reserven der im Erstkonsolidierungszeitpunkt (2006) gehalte-nen Altanteile an MMLC und MIA-Gruppe gem. IFRS 3.59 (2004).
Neubewertungen aus leistungsorientierten Plänen: Versicherungsmathematische Gewinne oder Verluste aus erfahrungsbedingten Anpassungen und Änderungen von ver-sicherungsmathematischen Annahmen werden bei den Rückstellungen für Abfertigungen und Pensionen in der Periode, in der sie anfallen, im sonstigen Ergebnis erfasst.
Währungsumrechnungsrücklage: Die Währungsumrechnungsrücklage umfasst alle Umrechnungsdifferenzen, die aus der Umrechnung der funktionalen Währung des Jahres-abschlusses von ausländischen Tochterunternehmen entstehen.
Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2022
123
Rücklage für eigene Anteile: Die Rücklage für die eigenen Anteile des Unternehmens umfasst die Anschaffungskosten der vom Konzern gehaltenen Anteile des Unternehmens. Am 31.12.2022 hielt der FWAG-Konzern 125.319 (VJ: 125.319) Anteile des Unternehmens.
(26) Einbehaltene Ergebnisse
Die einbehaltenen Ergebnisse umfassen die innerhalb des Konzerns erwirtschafteten Ge-winne und Verluste, die um Gewinnausschüttungen vermindert wurden, ausschüttbar an die Aktionäre ist jener Betrag, der im Einzelabschluss der FWAG als „Bilanzgewinn“ zum 31.12.2022 ausgewiesen ist.
(27) Nicht beherrschende Anteile
Langfristige Schulden
(28) Langfristige Rückstellungen
in T€
31.12.2022
31.12.2021
Abfertigungen
79.923,8
88.443,9
Pensionen
12.697,3
16.177,8
Jubiläumsgelder
32.143,9
35.087,2
Altersteilzeit
22.949,9
21.677,2
Sonstige übrige Rückstellungen und andere Personalrückstellungen
26.206,7
6.062,1
173.921,6
167.448,2
Leistungsorientierte Abfertigungspläne österreichischer Konzerngesellschaften
Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2022
124
Risiken wie beispielsweise dem Zinsrisiko. Die zugrunde liegenden versicherungsmathemati-schen Annahmen sind dem Kapitel „XI. Bewertungs-, Bilanzierungs- und Rechnungslegungs-methoden“ zu entnehmen.
Entwicklung der Rückstellung für Abfertigungen
in T€
2022
2021
Bilanzierte Rückstellung zum 1.1. = Barwert (DBO) der Verpflichtungen
88.443,9
92.257,0
Erfolgswirksam im Gewinn oder Verlust erfasster Aufwand
4.705,0
5.880,3
Erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis erfassteversicherungsmathematische Gewinne (-) / Verluste (+)
-5.950,5
-2.622,1
davon aus finanziellen Annahmen
-4.932,4
0,0
davon aus erfahrungsbedingten Annahmen
-1.018,1
-2.622,1
Abfertigungszahlungen
-7.274,7
-7.071,3
Bilanzierte Rückstellung zum 31.12. = Barwert (DBO)
der Verpflichtungen
79.923,8
88.443,9
Zum Bilanzstichtag betragen die kumulierten erfolgsneutral erfassten versicherungsmathe-matischen Differenzen (nach Abzug darauf entfallender latenter Steuern) für die Rückstellungen für Abfertigungen T€ -24.814,6 (VJ: T€ -28.633,1). Der Personalaufwand enthält:
in T€
2022
2021
Dienstzeitaufwand
4.183,8
5.278,9
Zinsaufwand
521,2
601,4
Im Personalaufwand erfasster Abfertigungsaufwand1
4.705,0
5.880,3
1) ohne freiwillige Abfertigungen
Die erwarteten Zahlungen aus Abfertigungsverpflichtungen im kommenden GJ betragen T€ 6.748,6 (VJ: T€ 7.317,0). Fälligkeitsprofil der Zusagen: Am 31.12.2022 lag die gewichtete durch-schnittliche Restlaufzeit der leistungsorientierten Verpflichtung bei 8,4 Jahren (VJ: 9,7 Jahre). Sensitivitätsanalysen: Die folgenden versicherungsmathematischen Annahmen zur Berechnung der leistungsorientierten Verpflichtung werden als erheblich erachtet, Veränderung würden diese wie folgt beeinflussen:
Veränderung der leistungsorientiertenVerpflichtung (DBO) aus Abfertigungen in T€
Erhöhung
(+1%)
Minderung
(-1%)
Abzinsungssatz
-6.052,2
6.935,2
Zukünftige Lohn- oder Gehaltssteigerung
6.433,8
-5.737,1
Leistungsorientierte Pensionspläne
Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2022
125
588 Dienstnehmer nahmen dieses Angebot an. Einige Pensionisten nahmen die angebotene Abfindung nicht an und haben weiter Anspruch auf Pensionszahlungen.
Leistungsorientierte Pensionspläne maltesischer Konzerngesellschaften: Der Flughafen Malta gewährt aufgrund der Rentenverordnung „Pensions Ordinance (Cap 93)“ einzelnen aktiven Mitarbeitern, welche dem öffentlichen Sektor vor 15.1.1979 beigetreten sind und von der Ge-sellschaft übernommen worden sind, Pensionszuschüsse. Zum Bilanzstichtag besteht für diese Verpflichtung wie im Vorjahr kein Planvermögen. Mitarbeitern des Flughafen Malta werden weiters leistungsorientierte Altersversorgungszuschüsse aufgrund von kollektivvertraglichen Vereinbarungen gewährt. Diese leistungsorientierten Pläne belasten den FWAG-Konzern mit versicherungsmathematischen Risiken wie Langlebigkeitsrisiko oder Zinsrisiko. Die zugrunde liegenden versicherungsmathematischen Annahmen sind dem Kapitel „XI. Bewertungs-, Bilan-zierungs- und Rechnungslegungsmethoden“ zu entnehmen.
Beitragsorientierte Pensionspläne österreichischer Konzerngesellschaften
Nur für Arbeitnehmer mit Eintrittsdatum zwischen dem 1.9.1986 und dem 1.11.2014 hat die FWAG eine Betriebsvereinbarung über eine beitragsorientierte Alters-, Invaliditäts- und Hinterbliebe-nenversorgung in einer Pensionskasse abgeschlossen und leistet für sämtliche in die Pensions-kasse einbezogenen Mitarbeiter während aufrechten Dienstverhältnisses Beiträge von 2,5% des Monatsgrundbezugs. Zusätzlich kann der Dienstnehmer selbst Eigenbeiträge leisten. Aus Arbeitgeberbeiträgen erworbene Anwartschaften werden nach Ablauf von 5 Jahren ab Beginn des Beitragzeitraumes an die Pensionskasse übertragen. Nach weiteren fünf Jahren sind diese Beiträge für die Mitarbeiter unverfallbar.
Entwicklung der Rückstellung für Pensionen
in T€
2022
2021
Bilanzierte Rückstellung zum 1.1. = Barwert (DBO) der Verpflichtungen
16.177,8
16.862,3
Erfolgswirksam im Gewinn oder Verlust erfasster Aufwand
154,3
134,4
Erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis erfassteversicherungsmathematische Gewinne (-) / Verluste (+)
-2.043,9
84,5
davon aus finanziellen Annahmen
-2.187,9
0,0
davon aus erfahrungsbedingten Annahmen
144,0
84,5
Pensionszahlungen
-1.590,9
-903,5
Bilanzierte Rückstellung zum 31.12. = Barwert (DBO) der Verpflichtungen
12.697,3
16.177,8
Zum Bilanzstichtag betragen die kumulierten erfolgsneutral erfassten versicherungsmathe-matischen Differenzen (nach Abzug darauf entfallender latenter Steuern) für Pensionsrück-stellungen T€ -1.636,0 (VJ: T€ -3.113,4). Der Personalaufwand enthält:
in T€
2022
2021
Dienstzeitaufwand
81,7
58,4
Zinsaufwand
72,7
76,0
Im Personalaufwand erfasster Pensionsaufwand1
154,3
134,4
1) Ohne Pensionskassenbeiträge und sonstige Aufwendungen für die Altersversorgung
Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2022
126
durchschnittliche Restlaufzeit der leistungsorientierten Verpflichtung bei 8,9 Jahren (VJ: 9,5 Jah-re). Sensitivitätsanalysen: Folgende versicherungsmathematischen Annahmen zur Berechnung der leistungsorientierten Verpflichtung werden als erheblich erachtet, Veränderungen würden die Verpflichtung wie folgt beeinflussen:
Veränderung der leistungsorientiertenVerpflichtung (DBO) aus Pensionen in T€
Erhöhung(+1%)
Minderung(-1%)
Abzinsungssatz
-669,9
743,2
Bezugssteigerung Leistungsphase
642,3
-581,8
Rückstellungen für Jubiläumsgelder österreichischer Konzerngesellschaften
Mitarbeitern am Standort Flughafen Wien gebühren bei langjähriger Betriebszugehörigkeit Jubiläumsgelder, wobei Anspruchsberechtigung und Höhe kollektivvertraglich geregelt sind.
Entwicklung der Rückstellung für Jubiläumsgelder
in T€
2022
2021
Bilanzierte Rückstellung zum 1.1. = Barwert (DBO) der Verpflichtungen
35.087,2
35.216,5
Erfolgswirksam im Gewinn oder Verlust erfasster Aufwand/ Ertrag
-1.804,3
896,5
Jubiläumsgeldzahlungen
-1.139,0
-1.025,8
Bilanzierte Rückstellung zum 31.12. = Barwert (DBO) der Verpflichtungen
32.143,9
35.087,2
Der Personalaufwand enthält:
in T€
2022
2021
Dienstzeitaufwand
2.152,4
2.298,9
Zinsaufwand
206,6
206,8
Erfolgswirksam im Gewinn und Verlust erfasste versiche-rungsmathematische Gewinne (-) / Verluste (+)
-4.163,3
-1.609,1
Im Personalaufwand erfasster Jubiläumsgeldaufwand
-1.804,3
896,5
Rückstellungen für Altersteilzeit österreichischer Konzerngesellschaften
Aufwendungen aus der Verpflichtung zu Lohnausgleichszahlungen an Dienstnehmer mit Al-tersteilzeitregelung sowie die Kosten für die von ihnen über die vereinbarte Teilzeit hinaus er-brachten Mehrleistungen wurden rückgestellt und werden als andere langfristig fällige Leistung an Arbeitnehmer („Other Long-Term Employee Benefit“) bilanziert sowie über die Aktivphase unter Berücksichtigung einer faktischen durchschnittlichen Mindestbetriebszugehörigkeit (Angestellte: 24 Jahre; Arbeiter: 15 Jahre) verteilt bzw. angesammelt.
Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2022
127
Entwicklung der Rückstellung für Altersteilzeit
in T€
2022
2021
Bilanzierte Rückstellung zum 1.1. = Barwert (DBO) der Verpflichtungen
21.677,2
21.547,0
Erfolgswirksam im Gewinn oder Verlust erfasster Aufwand
7.155,3
6.160,4
Altersteilzeitzahlungen
-5.882,6
-6.030,2
Bilanzierte Rückstellung zum 31.12. = Barwert (DBO) der Verpflichtungen
22.949,9
21.677,2
Der Personalaufwand enthält:
in T€
2022
2021
Dienstzeitaufwand
3.723,6
4.389,8
Zinsaufwand
36,7
36,6
Erfolgswirksam erfasste versicherungsmathematische
Gewinne (-) / Verluste (+)
3.395,0
1.734,0
Im Personalaufwand erfasster Altersteilzeitaufwand
7.155,3
6.160,4
Sonstige übrige langfristige Rückstellungen und andere Personalrückstellungen
in T€
31.12.2022
31.12.2021
Andere Personalrückstellungen (Unterauslastung)
17.121,6
0,0
Sonstige übrige Rückstellungen
9.085,0
6.062,1
26.206,7
6.062,1
In den sonstigen übrigen Rückstellungen ist der langfristige Teil der in Anhangsangabe (32) dargestellten sonstigen Verpflichtungen dargestellt.
Die Position andere Personalrückstellungen betrifft im Wesentlichen die Rückstellung für Unterauslastung. Darunter werden Vorsorgen für Mitarbeiter, die im Unternehmen nicht ein-gesetzt werden können und für die ein Kündigungsschutz besteht, gebildet. Für diese Gruppe von Mitarbeitern wurden Annahmen hinsichtlich der Unterauslastung im Unternehmen sowie andere Rechnungsparameter getroffen, die in den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden dargestellt sind. Diese Mitarbeiter unterliegen einer laufenden Evaluierung hinsichtlich ihrer Einsatzmöglichkeiten im Konzern.
Sensitivitätsanalysen: Die folgenden Annahmen zur Berechnung der Verpflichtung für Unter-auslastung werden als erheblich erachtet, Veränderung würden diese wie folgt beeinflussen (bei gleichbleibenden anderen Parametern):
Veränderung der
Verpflichtung aus Unterauslastung in T€
Erhöhung
(+1%) / (+10%)
Minderung
(-1%) / (-10%)
Abzinsungssatz (+1 %) / (-1%)
-1.264,0
1.416,0
Unterauslastungsgrad (+10 %) / (-10%)
3.536,2
-4.357,1
Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2022
128
(
in T€
31.12.2022
31.12.2021
Kurzfristige Leasingverbindlichkeiten (AC1)
34,2
273,3
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten (AC1)
25.000,0
51.000,4
Kurzfristige Finanz- und Leasingverbindlichkeiten
25.034,2
51.273,7
Langfristige Leasingverbindlichkeiten (AC1)
54.822,1
55.649,8
Langfristige Finanzverbindlichkeiten (AC1)
200.000,0
225.000,0
Langfristige Finanz- und Leasingverbindlichkeiten
254.822,1
280.649,8
Finanz- und Leasingverbindlichkeiten
279.856,3
331.923,5
Erläuterung der Bewertungskategorie:
1) AC = fortgeführte Anschaffungskosten (Amortised Cost)
In den kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten sind Barvorlagen in Höhe von € 0,0 Mio. (VJ: € 26,0 Mio.) enthalten.
Die Finanzverbindlichkeiten weisen folgende Restlaufzeiten auf:
in T€
31.12.2022
31.12.2021
Bis zu einem Jahr
25.000,0
51.000,4
Mehr als ein Jahr und bis zu fünf Jahren
100.000,0
100.000,0
Mehr als fünf Jahre
100.000,0
125.000,0
225.000,0
276.000,4
Die Finanzverbindlichkeiten haben sich wie folgt entwickelt:
in T€
Langfristige Finanz-verbindlichkeiten
Kurzfristige Finanz-verbindlichkeiten
Gesamt
Stand 1.1.2022
225.000,0
51.000,4
276.000,4
Rückzahlungen
-51.000,4
-51.000,4
Umgliederung
-25.000,00
25.000,0
0,0
Stand 31.12.2022
200.000,0
25.000,0
225.000,0
in T€
Langfristige Finanz-verbindlichkeiten
Kurzfristige Finanz-verbindlichkeiten
Gesamt
Stand 1.1.2021
250.000,0
142.000,0
392.000,0
Aufnahme1
0,4
0,4
Rückzahlungen
-116.000,0
-116.000,0
Umgliederung
-25.000,0
25.000,0
0,0
Stand 31.12.2021
225.000,0
51.000,4
276.000,4
1) betrifft im Wesentlichen kurzfristige Kontokorrentkredite
Die Finanzverbindlichkeiten lauten auf Euro, ihre durchschnittliche Verzinsung beträgt 4,64% (VJ: 4,22%). Besicherungdetails sind in der Anhangerläuterung (36) angeführt.
Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2022
129
Die Leasingverbindlichkeiten haben sich wie folgt entwickelt:
in T€
Langfristige Leasing-verbindlichkeiten
Kurzfristige Leasing-verbindlichkeiten
Gesamt
Stand 1.1.2022
55.649,8
273,3
55.923,1
Bewertungseffekte
398,4
398,4
Abgänge
-1.191,9
-53,6
-1.245,5
Rückzahlungen
-219,7
-219,7
Umgliederung
-34,1
34,1
0,0
Stand 31.12.2022
54.822,1
34,2
54.856,3
in T€
Langfristige Leasing-verbindlichkeiten
Kurzfristige Leasing-verbindlichkeiten
Gesamt
Stand 1.1.2021
55.447,10
398,0
55.845,1
Bewertungseffekte
476,0
476,0
Abgänge
-9,5
-9,5
Rückzahlungen
-388,5
-388,5
Umgliederung
-273,3
273,3
0,0
Stand 31.12.2021
55.649,8
273,3
55.923,1
Die durchschnittliche Verzinsung der Leasingverbindlichkeiten beträgt 4,01% (VJ: 4,01%).
(30) Übrige langfristige Verbindlichkeiten
in T€
31.12.2022
31.12.2021
Andere finanzielle Verbindlichkeiten (AC1)
1.184,0
607,5
Abgrenzungsposten2
23.135,3
25.075,7
Investitionszuschüsse aus öffentlichen Mitteln2
2.791,5
782,5
27.110,8
26.465,7
Erläuterung der Bewertungskategorien:
1) AC = fortgeführte Anschaffungskosten (Amortised Cost)
2) Kein Finanzinstrument
Die Abgrenzungsposten beinhalten von der Austro Control GmbH geleistete Mietvoraus-zahlungen für den 2005 fertiggestellten Flugsicherungsturm sowie andere erhaltene Voraus-zahlungen für Bestandsobjekte. Die Mietvertragsdauer für den Flugsicherungsturm beträgt 33 Jahre und endet im April 2038. In den Jahren 1977 bis 1985 wurden der FWAG nicht rückzah-lungspflichtige Investitionszuschüsse von öffentlichen Gebietskörperschaften gewährt. In den Jahren 1997, 1998 und 1999 erhielt die FWAG Investitionszuschüsse seitens der EU. Die 2002 bis 2004 ausbezahlten Investitionszuwachsprämien sowie die 2021 beantragten COVID-19-Inves-titionsprämien werden wie die Investitionszuschüsse aus öffentlichen Mitteln behandelt und über die Nutzungsdauer der betreffenden Sachanlagen erfolgswirksam erfasst.
Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2022
130
(31) Latente Steuern
in T€
31.12.2022
31.12.2021
Aktive latente Steuerabgrenzung
Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen
3.396,8
3.614,6
Rückstellungen für Abfertigungen
7.681,3
10.315,1
Rückstellungen für Pensionen
1.718,2
2.666,3
Rückstellungen für Jubiläumsgelder
3.096,7
4.323,7
Verlustvorträge
0,0
214,3
Sonstige Verbindlichkeiten
6.280,7
5.993,1
Sonstige Rückstellungen
355,5
2.622,3
Sonstige Vermögenswerte/Schulden
637,1
1.047,9
23.166,2
30.797,3
Passive latente Steuerabgrenzung
Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen
48.772,3
55.654,7
Schuldtitel und Eigenkapitaltitel
1.133,9
1.255,8
Sonstige Vermögenswerte/Schulden
410,8
719,2
50.317,0
57.629,7
Steuerabgrenzung (saldiert)
-27.150,8
-26.832,4
Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2022
131
Entwicklung und Aufteilung der Veränderung der latenten Steuerabgrenzung in ergebnis-wirksame und ergebnisneutrale Komponenten sind in den folgenden Tabellen dargestellt:
Entwicklung der aktiven Steuerabgrenzung
in T€
2022
2021
Stand zum 1.1.
30.797,3
32.658,3
Erfolgswirksame Veränderungen
-4.932,6
-1.226,6
Erfolgsneutrale Veränderungen:
Neubewertungen aus leistungsorientierten Plänen
-2.698,5
-634,4
Stand zum 31.12.
23.166,2
30.797,3
Entwicklung der passiven Steuerabgrenzung
in T€
2022
2021
Stand zum 1.1.
57.629,7
62.348,8
Erfolgswirksame Veränderungen
-7.389,6
-4.861,6
Erfolgsneutrale Veränderungen:
Bewertung von Eigenkapitaltitel (FVOCI)
76,8
142,5
Stand zum 31.12.
50.317,0
57.629,7
Bei der Berechnung der tatsächlichen und latenten Steuern der österreichischen Gesell-schaften wurde ein Körperschaftsteuersatz von 25%/23% (VJ: 25%) bzw. für Malta von 35% angewandt. Für das Geschäftsjahr 2023 wäre ein Steuersatz (bei der latenten Steuer) von 24% anzuwenden, aufgrund von Unwesentlichkeit wird diese stufenweise Reduktion vernachlässigt. Die aktiven und passiven latenten Steuern der österreichischen Gesellschaften wurden sal-diert. Die Besteuerung im Ausland wird zu den jeweils dort geltenden Steuersätzen (für Malta 35,0% und für die Slowakei 21,0%) berechnet. Die ergebnisneutrale Veränderung bezieht sich auf im sonstigen Ergebnis erfasste Gewinne und Verluste aus Finanzinstrumenten sowie auf die Neubewertung von leistungsorientierten Plänen. Auf at-Equity-bilanzierte Beteiligungen und Anteile an Tochtergesellschaften bzw. Gemeinschaftsunternehmen wurden keine latenten Steuern gebildet. Insgesamt bestehen aus at-Equity-bilanzierten Beteiligungen und Gemein-schaftsunternehmen temporäre Differenzen in Höhe von T€ 4.383,2 (VJ: T€ 2.855,7), welche zu passiven latenten Steuern in Höhe von T€ 1.016,9 (VJ: T€ 713,9) führen würden. Zum 31.12.2022 wurden aktive latente Steuern in Höhe von T€ 11,5 (VJ: T€ 18,2) nicht gebildet. Diese Beträge betreffen aktive latente Steuern auf Verlustvorträge.
Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2022
132
Kurzfristige Schulden
(32) Kurzfristige Rückstellungen
in T€
31.12.2022
31.12.2021
Andere Personalansprüche
8.800,8
15.539,9
Ertragsteuern
32.155,6
7.961,2
Nicht fakturierte Lieferungen und Leistungen
38.901,2
35.694,3
Sonstige übrige Rückstellungen
21.551,3
12.159,4
101.409,0
71.354,8
Entwicklung vom 1.1. bis 31.12.2022
in T€
1.1.2022
Verbrauch
Auflösung
Zuweisung1
31.12.2022
Andere Personalansprüche
15.539,9
-5.542,9
-188,3
-1.007,9
8.800,8
Ertragsteuern
7.961,2
-7.957,9
0,0
32.152,2
32.155,6
Nicht fakturierte Lieferungen und Leistungen
35.694,3
-29.971,7
-1.420,8
34.599,4
38.901,2
Sonstige übrige Rückstellungen
12.159,4
-2.385,8
-1.414,3
13.192,0
21.551,3
71.354,8
-45.858,3
-3.023,4
78.935,8
101.409,0
1) inklusive Umbuchungen (langfristiger Teil)
Rückstellungen für andere Personalansprüche beinhalten vorwiegend Vorsorgen für sonstige Vergütungen sowie für Leistungsprämien, die Ansprüche unterliegen Annahmen betreffend der Auszahlungshöhe. In den anderen Personalansprüchen ist auch der kurzfristen Anteil der Rückstellung für Unterauslastung in Höhe von T€ 1.756,7 enthalten. Sonstige übrige kurzfris-tige Rückstellungen setzen sich vor allem aus Rückstellungen für sonstige Verpflichtungen im Wesentlichen am Standort Wien, sowie für Schadensfälle u.ä. Rückstellungen zusammen.
(33) Lieferantenverbindlichkeiten
in T€
31.12.2022
31.12.2021
Gegenüber Dritten (AC1)
35.233,0
29.249,3
Gegenüber nicht konsolidierten verbundenen Unterneh-men (AC1)
0,0
0,1
Gegenüber at-Equity-bilanzierten Unternehmen (AC1)
59,3
521,0
35.292,4
29.770,4
Erläuterung der Bewertungskategorie:
1) AC = fortgeführte Anschaffungskosten (Amortised Cost)
Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2022
133
(34) Übrige kurzfristige Verbindlichkeiten
in T€
31.12.2022
31.12.2021
Verbindlichkeiten gegenüber at-Equity-bilanzierten Unternehmen
7.792,9
5.138,1
Nicht abgerechnete Ermäßigungen
84.283,2
40.362,4
Kreditorische Debitoren
1.899,1
3.669,6
Andere sonstige Verbindlichkeiten
11.062,9
12.508,0
Andere Personalansprüche
561,8
7.288,9
Abgrenzungsposten Löhne
6.997,7
5.536,4
Zwischensumme finanzielle Verbindlichkeiten (AC1)
112.597,6
74.503,4
Sonstige Verbindlichkeiten aus Steuern2
5.732,3
4.131,0
Nicht konsumierte Urlaube2
3.544,5
1.259,8
Andere Abgrenzungsposten2
3.217,1
3.602,4
Sonstige Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit2
6.317,5
21.887,7
Investitionszuschüsse aus öffentlichen Mitteln2
314,4
145,9
131.723,3
105.530,1
Erläuterung der Bewertungskategorien:
1) AC = fortgeführte Anschaffungskosten (Amortised Cost)
2) Kein Finanzinstrument
Die Verbindlichkeiten für nicht abgerechnete Ermäßigungen betreffen solche, die Airlines bis zum Bilanzstichtag zu gewähren sind.
In den anderen sonstigen Verbindlichkeiten werden u.a. offene Zahlungsverpflichtungen aus dem Leistungsvertrag Umweltfonds – Flughafen Wien aus dem Mediationsverfahren in Höhe von T€ 1.845,5 (VJ: T€ 2.315,5) ausgewiesen. Die anderen Abgrenzungen betreffen im Wesent-lichen den kurzfristigen Teil der von der Austro Control GmbH geleisteten Mietvorauszahlungen für den Flugsicherungsturm.
Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2022
134
VIII. Konzern Geldflussrechnung
(35) Konzern-Geldflussrechnung
Die Konzern-Geldflussrechnung wurde nach der indirekten Methode erstellt, der Finanzmit-telbestand wird in Anhangerläuterung (22) dargestellt. Zins- sowie Dividendeneinzahlungen werden der laufenden Geschäftstätigkeit zugeordnet, die Dividendenauszahlung der FWAG wird unter Finanzierungstätigkeit ausgewiesen. Zur Berücksichtigung von Anschaffungen (In-vestitionen) von immateriellen Vermögenswerten, Sachanlagen (inkl. als Finanzinvestition ge-haltener Immobilien) und Finanzanlagen aus Vorperioden, die im GJ zahlungswirksam wurden, wurden T€ 7.280,8 (VJ: T€ 9.556,4) zu den Auszahlungen für Anlagenzugänge hinzugerechnet.
Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2022
135
IX.
(36) Zusätzliche Angaben zu den Finanzinstrumenten
Forderungen
Der FWAG-Konzern wendet den vereinfachten Ansatz nach IFRS 9 an, um die erwarteten Kreditverluste zu bemessen. Demzufolge werden für alle Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Forderungen gegenüber assoziierten Unternehmen, sonstige Forderung sowie Ver-tragsvermögenswerte, die über die Laufzeit erwarteten, Kreditverluste (Stufe 2) herangezogen. Die Methodik ist im Kapitel XI. „Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden“ erläutert und be-rücksichtigt auch aktuelle und zukünftige makroökonomische Parameter. Auf dieser Grundlage wurde die Wertberichtigung im Hinblick auf Forderungen sowie Vertragsvermögenswerte zum 31.12.2022 wie folgt ermittelt:
31.12.2022
gewichteter
Verlust
Bruttoforderung1
Wertberichtigung
Credit Impaired2
in T€
ohne Verzug
1,68%
67.043,8
1.127,4
Ja & Nein
bis 1 Monat
5,93%
7.823,2
464,0
Ja & Nein
bis 3 Monate
13,29%
2.688,5
357,2
Ja & Nein
bis 6 Monate
10,96%
9.437,2
1.034,0
Ja & Nein
bis 12 Monate
44,78%
429,9
192,5
Ja & Nein
über 12 Monate
42,99%
19.538,3
8.399,7
Ja
Summe
106.960,9
11.574,8
1) Bruttoforderung aus Lieferungen und Leistungen (AC), Bruttoforderungen gegenüber assoziierten Unternehmen (AC) und sonstige Forderungen (AC) ohne Termineinlagen
2) über die Laufzeit erwartete Kreditverluste (Wertberichtigung) der Stufe 3 bei beeinträchtigter Bonität (bei Ja/Nein wurde in diesem Zeit-band eine Wertberichtigung der Stufe 3 für einzelne Forderungen erfasst)
31.12.2021
gewichteter
Verlust
Bruttoforderung1
Wertberichtigung
Credit Impaired2
in T€
ohne Verzug
0,99%
94.681,2
900,1
Ja & Nein
bis 1 Monat
3,52%
9.477,9
333,7
Ja & Nein
bis 3 Monate
2,04%
2.088,1
42,5
Ja & Nein
bis 6 Monate
3,69%
863,7
31,8
Ja & Nein
bis 12 Monate
31,29%
440,7
137,9
Ja & Nein
über 12 Monate
95,01%
5.878,1
5.585,0
Ja
Summe
113.429,7
7.031,0
1) Bruttoforderung aus Lieferungen und Leistungen (AC), Bruttoforderungen gegenüber assoziierten Unternehmen (AC) und sonstige Forderungen (AC) ohne Termineinlagen
2) über die Laufzeit erwartete Kreditverluste (Wertberichtigung) der Stufe 3 bei beeinträchtigter Bonität (bei Ja/Nein wurde in diesem Zeit-band eine Wertberichtigung der Stufe 3 für einzelne Forderungen erfasst)
Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2022
136
Konzern zu verpflichten und das Versäumnis für eine Periode von mehr als 90 Tagen, vertrag-liche Zahlungen zu leisten.
Hinsichtlich der überfälligen Forderungen in den Zeitbändern bis 6 Monaten und über 12 Monaten ist anzumerken, dass es sich u.a. um sonstige Forderungen aus Unterstützungsmaß-nahmen und Kurzarbeit handelt.
in T€
2022
12 Monats ECL
Life Time ECL1
Credit Impairment2
Summe
Stage 1
Stage 2
Stage 3
Stand 1.1.
0,0
619,7
6.411,3
7.031,0
Dotierung
138,1
9.202,6
9.340,7
Verwendung
0,0
Auflösung
-150,0
-4.646,9
-4.796,9
Transfer to lifetime ECL
0,0
Transfer to lifetime ECL –
Credit Impaired3
-138,1
138,1
0,0
Stand 31.12.
0,0
469,7
11.105,2
11.574,8
1) über die Laufzeit erwartete Kreditverluste (Wertberichtigung) der Stufe 2
2) über die Laufzeit erwartete Kreditverluste (Wertberichtigung) der Stufe 3 bei beeinträchtigter Bonität
3) Umbuchung in über die Laufzeit erwartete Kreditverlust – beeinträchtigte Bonität
in T€
2021
12 Monats ECL
Life Time ECL1
Credit Impair-ment2
Summe
Stage 1
Stage 2
Stage 3
Stand 1.1.
0,0
376,4
6.572,5
6.948,9
Dotierung
286,3
591,1
877,3
Verwendung
-71,0
-71,0
Auflösung
-724,2
-724,2
Transfer to lifetime ECL
0,0
Transfer to lifetime ECL –
Credit Impaired3
-43,0
43,0
0,0
Stand 31.12.
0,0
619,7
6.411,3
7.031,0
1) über die Laufzeit erwartete Kreditverluste (Wertberichtigung) der Stufe 2
2) über die Laufzeit erwartete Kreditverluste (Wertberichtigung) der Stufe 3 bei beeinträchtigter Bonität
3) Umbuchung in über die Laufzeit erwartete Kreditverlust – beeinträchtigte Bonität
Die im Geschäftsjahr 2022 wertberichtigten („Credit impaired“) Forderungen unterliegen weiterhin Eintreibungsmaßnahmen.
Von den vorstehenden Wertminderungsaufwendungen von T€ 11.574,8 (VJ: T€ 7.031,0) betref-fen T€ 1.802,1 (VJ: T€ 2.937,0) Forderungen aus Kundenverträgen und T€ 9.772,8 (VJ: T€ 4.094,0) Forderungen, die nicht aus Verträgen mit Kunden stammen.
Schuldinstrumente, die nicht Forderungen betreffen
Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2022
137
erwarteten 12-Monats Kreditverluste begrenzt. Das Management sieht den Tatbestand des geringen Ausfallsrisiko z.B. bei notierten Schuldverschreibungen und Termineinlagen als er-füllt an, wenn ein Investment Grade Rating von mindestens einer der großen Ratingagenturen vorliegt. Andere Instrumente gelten als mit geringem Ausfallsrisiko behaftet, wenn das Risiko der Nichterfüllung gering ist und der Emittent jederzeit in der Lage ist, seine vertraglichen Zahlungsverpflichtungen kurzfristig zu erfüllen. Die Methodik ist im Kapitel XI. „Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden“ ersichtlich. Die sonstigen finanziellen Vermögenswerte, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, umfassen Termineinlagen, kurzfristige Wertpapiere sowie ausgereichte Darlehen. Die Berechnung des 12-Monats Kreditverlustes (der-zeit sind alle Schuldinstrumente in Stufe 1) ergab für diese Schuldinstrumente einen Betrag, der aufgrund von Unwesentlichkeit nicht im Gewinn und Verlust erfasst wurde. Die FWAG-Gruppe hält derzeit keine Schuldtitel, die erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden.
Zahlungsmittel- und Zahlungsmitteläquivalente
Der FWAG-Konzern unterhält nur Bankguthaben bei Kreditinstituten mit gutem Investment-Grade. Die Berechnung des 12-Monats Kreditverlustes ergab für Zahlungsmittel- und Zah-lungsmitteläquivalente einen Betrag, der aufgrund von Unwesentlichkeit nicht im Gewinn und Verlust erfasst wurde.
Finanzielle Verbindlichkeiten – Fälligkeitstermine
Die Tabellen zeigen die vereinbarten Konditionen und (diskontierten) Zins- und Tilgungszah-lungen der originären finanziellen Verbindlichkeiten des FWAG-Konzerns:
2022 in T€
Buchwert
Brutto-Cashflows
Cashflows
Zins-satz1
31.12.2022
gesamt zum 31.12.2022
< 1 Jahr
1-5 Jahre
> 5 Jahre
Fix verzinste Finanzverbind-lichkeiten
225.000,0
271.529,3
34.765,7
127.574,1
109.189,5
4,64%
Leasingverbind-lichkeiten
54.856,3
133.534,4
1.866,6
7.550,0
124.117,7
4,01%
Lieferantenver-bindlichkeiten
35.292,4
35.292,4
35.292,4
Sonstige Verbindlichkeiten
113.781,7
113.781,7
113.089,5
692,1
Summe
428.930,3
554.137,6
185.014,2
135.816,3
233.307,2
1) Gewichteter Durchschnitt zum Stichtag, inklusive allfälliger Haftungsentgelte
Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2022
138
2021 in T€
Buchwert
Brutto-Cashflows
Cashflows
Zins-satz1
31.12.2021
gesamt zum 31.12.2021
< 1 Jahr
1-5 Jahre
> 5 Jahre
Fix verzinste Finanzverbind-lichkeiten
276.000,0
307.564,2
36.034,9
132.170,1
139.359,2
4,22%
Sonstige Finanz-verbindlichkeiten
0,4
0,4
0,4
0,0
0,0
n.a.
Leasingverbind-lichkeiten
55.923,1
136.860,2
2.059,1
8.438,0
126.363,1
4,01%
Lieferantenver-bindlichkeiten
29.770,4
29.770,4
29.770,4
Sonstige Verbindlichkeiten
75.110,9
75.110,9
73.910,9
1.200,0
Summe
436.804,9
549.306,2
141.775,8
141.808,1
265.722,3
1) Gewichteter Durchschnitt zum Stichtag, inklusive allfälliger Haftungsentgelte
Mit Ende Juni 2021 wurde der EIB-Kreditvertrag (derzeit aushaftend: T€ 225.000,0) geändert und die bestehenden qualifizierten Garantinnen aus ihrer Haftung gegenüber der Europäischen Investitionsbank (EIB) freigelassen.
Einbezogen wurden alle 31.12.2022 bestehenden Instrumente, für die bereits Zahlungen ver-traglich vereinbart waren. Die variablen Zinszahlungen aus den Finanzinstrumenten wurden unter Zugrundelegung der zuletzt vor dem 31.12.2022 festgelegten Zinssätze ermittelt. Jederzeit rückzahlbare finanzielle Verbindlichkeiten sind immer dem frühesten Zeitraster zugeordnet.
Buchwerte, Wertansätze und beizulegende Zeitwerte nach Bewertungskategorien
Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2022
139
Bewertungsverfahren und Inputfaktoren:
Nachstehende Tabelle zeigt die Bewertungstechniken, die bei der Bestimmung der Zeitwerte verwendet werden, sowie die wesentlichen, nicht beobachtbaren Inputfaktoren.
Finanzinstrument
Stufe
Bewertungsverfahren
Inputfaktoren
Fonds
1
Marktwertorientiert
Börsenpreis
Schuldtitel (Wertpapiere)
2
Marktwertorientiert
Von Börsenpreis abgeleiteter Preis
Eigenkapitaltitel (Wertpapiere)
3
Kapitalwertorientiert
Eigenkapitalkosten, zukünftige Gewinnausschüttung
Eigenkapitaltitel (Beteiligungen)
3
Kapitalwertorientiert
Anschaffungskosten als beste Schät-zung (wegen Unwesentlichkeit)
Für die Eigenkapitaltitel (Wertpapiere) der Stufe 3 wird ein kapitalwertorientiertes Bewer-tungsmodell angewandt. Das Bewertungsmodell berücksichtigt den Barwert der erwarteten Dividendenausschüttungen, abgezinst mit einem risikoadjustierten Abzinsungssatz. Die we-sentlichen, nicht beobachtbaren Inputfaktoren der Eigenkapitaltitel (Wertpapiere) der Stufe 3 sind: Erwartete zukünftige Zahlungsströme aus Dividenden 31.12.2022; rund T€ 410,0 p.a. (VJ: T€ 350,0 p.a.) und riskoadjustierter Abzinsungssatz 31.12.2022: 8,29% (VJ: 8,29%). Die aus diesen Eigenkapitalinstrumenten erhaltenen Dividenden im laufenden Geschäftsjahr betragen T€ 417,6 (VJ: T€ 490,7).
Der geschätzte beizulegende Zeitwert der Stufe 3 würde wie folgt steigen (sinken), wenn der Diskontierungssatz um +/- 0,5% angepasst werden würde:
in T€
Sensitivitäten
Buchwert bei
Verringerung des Diskontierungssatzes
Anstieg des Diskontierungssatzes
Diskontierungssatzes
+/- 0,5%
5.501,9
4.901,3
Stufe 3-Bewertung von Finanzinstrumenten:
in T€
Buchwert 1.1.2022
4.520,3
Zugänge
1,7
Bewertungsergebnis (im sonstigen Ergebnis in den sonsti-gen Rücklagen erfasst)
660,0
Buchwert 31.12.2022
5.181,9
Die nachfolgenden Tabellen zeigen die Buchwerte, die beizulegenden Zeitwerte und Wert-ansätze der finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, gegliedert nach Bewertungs-kategorien. Die Angaben zum beizulegenden Zeitwert für finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die nicht zum Zeitwert erfasst sind, dienen Informationszwecken. Da die Bilanzpositionen „Forderungen und sonstige Vermögenswerte“ sowie „Übrige Verbindlichkeiten“ sowohl Finanzinstrumente als auch nicht finanzielle Vermögenswerte bzw. nicht finanzielle Verbindlichkeiten enthalten, wurde die Zeile „Kein Finanzinstrument“ eingeführt, um eine Über-leitung der Buchwerte zur entsprechenden Bilanzposition zu gewährleisten.
Erläuterung der Bewertungskategorien
FVPL = Zeitwert erfolgswirksam (Fair Value through Profit and Loss)
FVOCI = Zeitwert erfolgsneutral (Fair Value through Other Comprehensive Income)
Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2022
140
AKTIVA
Buchwerte
Zeitwert
Langfristiges Vermögen
Kurzfristiges Vermögen
Beträge in T€
Bewertungs-kategorie
Sonstigefinanzielle Ver-mögenswerte
Wertpapiere
Forderungen und sonstige Vermögens-werte
Zahlungs-mittel und Zahlungsmit-teläquivalente
Summe
Stufe 1
Stufe 2
Stufe 3
Summe
Wertansatz nach IFRS 9
31. Dezember 2022
Finanzielle Vermögenswerte, zum Zeitwert erfasst
Schuldtitel (Wertpapiere)
FVPL
20.512,1
20.512,1
20.512,1
20.512,1
Zeitwert erfolgswirksam (P&L)
Eigenkapitaltitel (Beteiligungen, Wertpapiere)
FVOCI
5.181,9
5.181,9
5.181,9
5.181,9
Zeitwert erfolgsneutral (OCI)
Finanzielle Vermögenswerte, nicht erfasst zum Zeitwert
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen1
AC
56.316,0
56.316,0
Fortgeführte Anschaffungskosten
Forderungen ggb. assoziierten Unternehmen1
AC
328,5
328,5
Fortgeführte Anschaffungskosten
Sonstige Forderungen1
AC
1.992,6
36.748,9
38.741,5
Fortgeführte Anschaffungskosten
Veranlagungen (Termingelder und Trasury Bills)1
AC
220,0
298.289,4
298.509,4
Fortgeführte Anschaffungskosten
Ausgereichte Darlehen1
AC
834,9
834,9
Fortgeführte Anschaffungskosten
Schuldtitel (Wertpapiere)1
AC
4.982,7
4.982,7
Fortgeführte Anschaffungskosten
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente1
AC
105.218,6
105.218,6
Nominalwert = Zeitwert
Kein Finanzinstrument
Sonstige Forderungen und Abgrenzungen
n. a.
0,0
7.352,0
7.352,0
8.229,4
25.494,8
399.035,0
105.218,6
537.977,7
Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2022
141
AKTIVA
Buchwerte
Zeitwert
Langfristiges Vermögen
Kurzfristiges Vermögen
Beträge in T€
Bewertungs-kategorie
Sonstigefinanzielle Ver-mögenswerte
Wertpapiere
Forderungen und sonstige Vermögens-werte
Zahlungs-mittel und Zahlungsmit-teläquivalente
Summe
Stufe 1
Stufe 2
Stufe 3
Summe
Wertansatz nach IFRS 9
31. Dezember 2021
Finanzielle Vermögenswerte, zum Zeitwert erfasst
Schuldtitel (Wertpapiere)
FVPL
22.131,5
22.131,5
22.131,5
22.131,5
Zeitwert erfolgswirksam (P&L)
Eigenkapitaltitel (Beteiligungen, Wertpapiere)
FVOCI
4.520,3
4.520,3
4.520,3
4.520,3
Zeitwert erfolgsneutral (OCI)
Finanzielle Vermögenswerte, nicht erfasst zum Zeitwert
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen1
AC
45.718,0
45.718,0
Fortgeführte Anschaffungskosten
Forderungen ggb. assoziierten Unternehmen1
AC
52,4
52,4
Fortgeführte Anschaffungskosten
Sonstige Forderungen1
AC
1.928,3
58.700,1
60.628,4
Fortgeführte Anschaffungskosten
Veranlagungen (Termingelder)1
AC
220,0
30.500,0
30.720,0
Fortgeführte Anschaffungskosten
Ausgereichte Darlehen1
AC
868,1
868,1
Fortgeführte Anschaffungskosten
Schuldtitel (Wertpapiere)1
AC
4.982,7
4.982,7
Fortgeführte Anschaffungskosten
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente1
AC
123.641,6
123.641,6
Nominalwert = Zeitwert
Kein Finanzinstrument
Sonstige Forderungen und Abgrenzungen
n. a.
0,0
6.240,1
6.240,1
7.536,7
27.114,2
141.210,5
123.641,6
299.502,9
1) der beizulegende Zeitwert entspricht den fortgeführten Anschaffungskosten
Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2022
142
PASSIVA
Buchwerte
Zeitwert
Langfristige Schulden
Kurzfristige Schulden
Beträge in T€
Bewertungs-kategorie
Finanz- und Leasingver-bindlich-keiten
Übrige Verbindlich-keiten
Finanz- und Leasingver-bindlich-keiten
Lieferanten- verbindlich-keiten
Übrige Verbindlich-keiten
Summe
Stufe 1
Stufe 2
Stufe 3
Summe
Wertansatz nach IFRS 9
31. Dezember 2022
Finanzielle Schulden, erfasst zum Zeitwert
n. a.
Finanzielle Schulden, nicht erfasst zum Zeitwert
Lieferantenverbindlichkeiten1
AC
35.292,4
35.292,4
Fortgeführte Anschaffungskosten
Finanzverbindlichkeiten
AC
200.000,0
25.000,0
225.000,0
220.302,0
220.302,0
Fortgeführte Anschaffungskosten
Leasingverbindlichkeiten2
AC
54.822,1
34,1
54.856,3
Fortgeführte Anschaffungskosten
Übrige Verbindlichkeiten1
AC
1.184,0
112.597,6
113.781,7
Fortgeführte Anschaffungskosten
Keine finanzielle Schulden
Übrige Verbindlichkeiten und Abgrenzungen
n. a.
25.926,8
19.125,7
45.052,5
254.822,1
27.110,8
25.034,1
35.292,4
131.723,3
473.982,8
1) der beizulegende Zeitwert entspricht den fortgeführten Anschaffungskosten
Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2022
143
PASSIVA
Buchwerte
Zeitwert
Langfristige Schulden
Kurzfristige Schulden
Beträge in T€
Bewertungs-kategorie
Finanz- und Leasingver-bindlich-keiten
Übrige Verbindlich-keiten
Finanz- und Leasingver-bindlich-keiten
Lieferanten- verbindlich-keiten
Übrige Verbindlich-keiten
Summe
Stufe 1
Stufe 2
Stufe 3
Summe
Wertansatz nach IFRS 9
31. Dezember 2021
Finanzielle Schulden, erfasst zum Zeitwert
n. a.
Finanzielle Schulden, nicht erfasst zum Zeitwert
Lieferantenverbindlichkeiten1
AC
29.770,4
29.770,4
Fortgeführte Anschaffungskosten
Finanzverbindlichkeiten
AC
225.000,0
51.000,4
276.000,4
287.801,8
287.801,8
Fortgeführte Anschaffungskosten
Leasingverbindlichkeiten2
AC
55.649,8
273,3
55.923,1
Fortgeführte Anschaffungskosten
Übrige Verbindlichkeiten1
AC
607,5
74.503,4
75.110,9
Fortgeführte Anschaffungskosten
Keine finanzielle Schulden
Übrige Verbindlichkeiten und Abgrenzungen
n. a.
25.858,1
31.026,7
56.884,9
280.649,8
26.465,7
51.273,7
29.770,4
105.530,1
493.689,8
1) der beizulegende Zeitwert entspricht den fortgeführten Anschaffungskosten
2) die Angabe des beizulegenden Zeitwerts von Lesingverbindlichkeiten ist gemäß IFRS 7.29 (d) nicht erforderlich
Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2022
144
Nettoergebnisse nach Bewertungskategorien
2022 in T€
Aus Zinsen / Divi-denden Ertrag
Aus Zinsen Aufwand
Aus der Folgebewertung
Aus Abgang
Nettoergebnis
zum Zeitwert erfolgswirksam
zum Zeitwert erfolgsneutral
Währungsum-rechnung
Wertberichtigung
2022
Zahlungsmittel und Äquivalente
0,2
-3,0
0,0
0,0
0,1
0,0
0,0
0,1
Finanzielle Vermögenswerte die zum beizulegenden Zeitwert bewer-tet werden (FVOCI und FVPL)
1.721,9
0,0
-619,4
660,0
0,0
0,0
0,0
40,6
davon Schuldtitel (Wertpapiere)
1.304,4
0,0
-619,4
0,0
0,0
0,0
0,0
davon Eigenkapitaltitel (Beteiligungen, Wertpapiere)
417,6
0,0
0,0
660,0
0,0
0,0
0,0
Finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten (AC)
3.102,0
0,0
0,0
0,0
0,0
-4.552,4
0,0
-4.552,4
Finanzielle Schulden zu fortgeführten Anschaffungskosten (AC)
0,0
-15.661,8
0,0
0,0
-5,8
0,0
0,0
-5,8
Leasingverbindlichkeiten
2.177,0
Summe
4.824,1
-13.487,7
-619,4
660,0
-5,7
-4.552,4
0,0
-4.517,5
Erläuterung: In den Aufwendungen für Wertberichtigungen sind T€ 8,6 an Forderungsausfällen enthalten.
2021 in T€
Aus Zinsen / Divi-denden Ertrag
Aus Zinsen Aufwand
Aus der Folgebewertung
Aus Abgang
Nettoergebnis
zum Zeitwert erfolgswirksam
zum Zeitwert erfolgsneutral
Währungsum-rechnung
Wertberichtigung
2021
Zahlungsmittel und Äquivalente
0,1
-1,7
0,0
0,0
-1,8
0,0
0,0
-1,8
Finanzielle Vermögenswerte die zum beizulegenden Zeitwert bewer-tet werden (FVOCI und FVPL)
1.870,7
0,0
213,6
570,0
0,0
0,0
0,0
783,6
davon Schuldtitel (Wertpapiere)
1.380,0
0,0
213,6
0,0
0,0
0,0
0,0
davon Eigenkapitaltitel (Beteiligungen, Wertpapiere)
490,7
0,0
0,0
570,0
0,0
0,0
0,0
Sonstige finanzielle Vermögenswerte
0,0
0,0
Finanzielle Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten (AC)
599,1
-334,6
0,0
0,0
25,9
-172,9
0,0
-146,9
Finanzielle Schulden zu fortgeführten Anschaffungskosten (AC)
0,0
-10.582,0
0,0
0,0
-0,5
0,0
0,0
-0,5
Leasingverbindlichkeiten
-2.175,4
Summe
2.469,9
-13.093,8
213,6
570,0
23,7
-172,9
0,0
634,4
Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2022
145
Zinsen und Dividenden aus finanziellen Vermögenswerten, die zu fortgeführten Anschaf-fungskosten (AC) oder zum beizulegenden Zeitwert entweder erfolgsneutral (FVOCI) oder erfolgswirksam (FVPL) bewertet werden, werden im Zinsergebnis ausgewiesen. Die übrigen Komponenten des Nettoergebnisses erfasst der FWAG-Konzern im sonstigen Finanzergebnis, ausgenommen Wertberichtigungen auf sonstige Forderungen sowie auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Das Zinsergebnis aus finanziellen Verbindlichkeiten (Schulden) der Bewertungskategorie „zu fortgeführten Anschaffungskosten“ (AC) sowie aus Leasingver-bindlichkeiten beläuft sich auf netto T€ 13.487,7 (VJ: T€ 13.093,8) und beinhaltet im Wesentlichen Zinsaufwendungen aus Bankdarlehen sowie Leasingverbindlichkeiten. Ferner werden darunter auch die Auf- und Abzinsung von sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten subsumiert. Die zum beizulegenden Zeitwert erfolgsneutral (FVOCI) im sonstigen Ergebnis erfassten Wertänderun-gen betreffend Eigenkapitaltiteln betreffen u.a. die CEESEG AG. Es wurden im Geschäftsjahr Bewertungen in Höhe von 660,0 (VJ:T€ 570,0) bzw. netto abzüglich latenter Steuern T€ 583,2 (VJ: T€ 427,5) erfasst. Nähere Angaben sind im Kapitel XII. „Bilanzierungs- und Bewertungs-methoden“ ersichtlich.
(37) Risikomanagement
Finanzwirtschaftliche Risiken
Der FWAG-Konzern unterliegt hinsichtlich seiner finanziellen Vermögenswerte, Verbindlich-keiten und geplanten Transaktionen Markt-, Zins-, Wechselkurs- und Börsenkursrisiken. Ziel des finanziellen Risikomanagements ist es, diese Marktrisiken durch laufende operative Aktivi-täten zu begrenzen. Hierzu werden je nach Einschätzung des Risikos ausgewählte derivative und nicht derivative Sicherungsinstrumente eingesetzt. Grundsätzlich werden jedoch nur die Risiken besichert, die Auswirkungen auf den Geldfluss des Konzerns haben. Derivative Finanz-instrumente werden ausschließlich als Sicherungsinstrumente genutzt und nur mit führenden Finanzinstituten erstklassiger Bonität abgeschlossen. Die Grundzüge der Finanzpolitik werden jährlich vom Vorstand festgelegt und vom Aufsichtsrat überwacht. Die Umsetzung der Finanz-politik sowie das laufende Risikomanagement obliegen der Konzern-Treasury-Abteilung. Be-stimmte Transaktionen bedürfen der vorherigen Genehmigung durch den Bereichsleiter und bei Überschreiten von bestimmten Wertgrenzen durch den Gesamtvorstand, der darüber hinaus regelmäßig über den Umfang und den Betrag der aktuellen Risikoexposition informiert wird. Die Treasury-Abteilung betrachtet das effektive Management des Liquiditätsrisikos sowie des Marktrisikos als eine ihrer Hauptaufgaben.
Liquiditätsrisiko
Aufgabe der Liquiditätssicherung ist die jederzeitige Sicherstellung der Zahlungsfähigkeit der Unternehmensgruppe. Basis der Liquiditätssteuerung ist eine kurz- und langfristige Liquiditäts-planung, die laufend Soll-Ist-Analysen unterzogen und dem Liquiditätsprofil angepasst wird. Durch diese aktive Steuerung von Zahlungsströmen wird der Zinssaldo optimiert. Zusätzlich werden Teile der Finanzinvestitionen in Wertrechten (Investmentfonds, Anleihen) und Termin-gelder gehalten, die grundsätzlich jederzeit liquidierbar sind. Der FWAG-Konzern sieht keine Umstände, die erheblichen Zweifel an seiner Fähigkeit zur Unternehmensfortführung aufwerfen könnten. Weitere quantitative Angaben sind unter der Anhangerläuterung (36) dargestellt.
Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2022
146
Kreditrisiko
Der FWAG-Konzern ist aus seinem operativen Geschäft sowie aus bestimmten Veranlagungs- und Finanzierungsaktivitäten einem Ausfallrisiko ausgesetzt. Im Veranlagungs- und Finanzie-rungsbereich werden Geschäfte nahezu ausschließlich mit Kontrahenten mit einem guten bzw. sehr guten Kreditrating (S&P, Moody’s) abgeschlossen. Auch bei Vertragspartnern, die über kein Rating verfügen, muss einwandfreie Bonität gegeben sein. Anteile an Investmentfonds werden nur dann gezeichnet, wenn diese von international anerkannten Kapitalanlagegesellschaften geführt werden. Im operativen Geschäft werden die Außenstände zentral und fortlaufend über-wacht. Dem Risiko, resultierend aus Forderungsausfällen, wird durch kurze Zahlungsfristen, das Einfordern von Sicherheiten wie Kautionen und Bankgarantien sowie die vermehrte Abwicklung von Zahlungen mittels Lastschrift- oder Bankeinzugsverfahren begegnet. Um die erwarteten Kreditverluste der Forderungen zu ermitteln, wendet der Konzern eine Wertberichtigungsmatrix an. Das Kreditrisiko bei Forderungen kann grundsätzlich als gering eingeschätzt werden, da es sich überwiegend um kurzfristig fällige Forderungen handelt, die auf langjährigen Geschäfts-beziehungen beruhen. Angesichts der Folgen der Pandemie erhöhten sich Einzelwertberichti-gungen der Stufe 3, eine Entwicklung ist in der Anhangerläuterung (36) dargestellt. Die Buch-werte der in der Bilanz ausgewiesenen finanziellen Vermögenswerte repräsentieren gleichzeitig das maximale Ausfall- und Bonitätsrisiko, da zum Abschlussstichtag keine wesentlichen, das maximale Ausfallrisiko mindernden Vereinbarungen (wie z. B. Aufrechnungsvereinbarungen) bestehen. Genaue Angaben zum Konzentrationsrisiko der Umsätze enthält Anhangsangabe (1). Die Lufthansa-Gruppe (Austrian Airlines) ist mit einem Anteil von 52,0% (VJ: 52,9%) am Passa-gieraufkommen größter Kunde am Standort Wien. Die strategische Ausrichtung der Austrian Airlines und ihre nachhaltige Entwicklung als leistungsstarker Netzwerk-Carrier beeinflussen den Geschäftserfolg der FWAG maßgeblich und werden laufend beobachtet und analysiert. Weitere Angaben sind unter den Anhangerläuterungen (36) und bezüglich sonstiger finanzieller Verpflichtungen und Risiken unter der Anhangerläuterung (39) dargestellt.
Zinsrisiko
Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2022
147
Z
Währungsrisiko
Währungskursrisiken entstehen bei Finanzinstrumenten, die auf eine andere als die funktionale Währung der jeweiligen Konzerngesellschaft lauten, in der sie bewertet werden. Für Zwecke der IFRS Bilanzierung besteht kein Währungskursrisiko bei Finanzinstrumenten, die auf die funktio-nale Währung lauten. Wechselkursbedingte Differenzen aus der Umrechnung von Abschlüssen in die Konzernwährung bleiben im Sinne von IFRS 7 unberücksichtigt. Die Währungskursrisiken des FWAG-Konzerns resultieren aus Investitionen, Finanzierungsmaßnahmen und operativen Tätigkeiten. Zum Abschlussstichtag unterlag der Konzern keinen wesentlichen Risiken aus auf Fremdwährung lautenden Transaktionen im Investitionsbereich. Im operativen Bereich wickeln die einzelnen Konzernunternehmen ihre Aktivitäten nahezu ausschließlich in ihrer jeweiligen funktionalen Währung (Euro) ab, die der Berichtswährung des FWAG-Konzerns entspricht. Deshalb wird das Wechselkursrisiko des Konzerns aus der laufenden operativen Tätigkeit als gering eingeschätzt. Währungsänderungsrisiken werden gemäß IFRS 7 grundsätzlich mittels Sensitivitätsanalysen dargestellt. Als relevante Risikovariable gelten grundsätzlich alle nicht funktionalen Währungen, in denen der Konzern Finanzinstrumente eingeht. Den Währungs-sensitivitätsanalysen liegen die folgenden Annahmen zugrunde: Wesentliche originäre mo-netäre Finanzinstrumente wie Forderungen, verzinsliche Wertpapiere bzw. gehaltene Fremd-kapitalinstrumente, flüssige Mittel oder verzinsliche Schulden sind vorwiegend unmittelbar in funktionaler Währung denominiert. Währungskursänderungen haben daher im Wesentlichen keine Auswirkungen auf Ergebnis oder Eigenkapital. Zinserträge und -aufwendungen aus Fi-nanzinstrumenten werden ebenfalls überwiegend direkt in funktionaler Währung erfasst. Daher können auch diesbezüglich keine Auswirkungen auf die betrachteten Größen entstehen, das Risiko aus sich ändernden Währungskursen für den FWAG-Konzern ist zum Abschlussstichtag als nicht wesentlich anzusehen.
Sonstige Preisrisiken
IFRS 7 verlangt im Rahmen der Darstellung zu Marktrisiken auch Angaben darüber, wie sich hypothetische Änderungen von Risikovariablen auf Preise von Finanzinstrumenten auswirken. Als Risikovariablen kommen insbesondere Börsenkurse oder Indizes in Frage. Die Auswirkungen solcher Änderungen sind unter der Anhangsangabe (36) ersichtlich.
Umwelt- und Klimarisiken
Die weltweiten Klimaveränderungen können auch in Europa ein Risiko für den Flughafenbetrieb darstellen. Zunehmende Wetterextreme wie Stürme, ungewöhnliche Niederschlagsmengen und länger anhaltende extreme Hitze- und Kältewellen können den Flugverkehr kurzfristig negativ beeinflussen. Der Flughafen Wien ist bestrebt, durch ständiges Monitoring, auf die Auswirkun-gen der operativen Risiken entsprechend vorbereitet zu sein. Mit zahlreichen Maßnahmen zur Reduktion der durch den Betrieb des Flughafens verursachten CO2 Emissionen leistet der Flughafen seinen Teil zur Eindämmung von klimabedingten Risiken.
Kapitalmanagement
Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2022
148
Sie erfolgt anhand der Gearing-Kennzahl, die als Verhältnis der Nettoverschuldung (lang- und kurzfristige Finanzverbindlichkeiten abzüglich der liquiden Mittel, lang- und kurzfristigen Ver-anlagungen und der kurzfristigen Wertpapiere) und des Eigenkapitals definiert ist. Als Instru-mente dienen in erster Linie die Aufnahme oder Rückführung von Finanzschulden sowie die Stärkung der Eigenkapitalbasis durch Gewinnthesaurierung bzw. Anpassung der Dividenden. Für das Gearing wird kein zahlenmäßig konkretes Ziel vorgegeben, es soll jedoch mittelfristig nicht mehr als 60% betragen. Diese Zielsetzung ist gegenüber dem VJ unverändert. Das Gearing entwickelte sich wie folgt:
in T€
2022
2021
+
Liquide Mittel
105.218,6
123.641,6
+
Kurz- und langfristige Veranlagungen1
298.509,4
30.720,0
+
Kurzfristige Wertpapiere
25.494,8
27.114,2
-
Finanzschulden
-279.856,3
-331.923,5
=
Nettoliquidität (VJ: Nettoverschuldung)
149.366,5
-150.447,7
./.
Buchwert Eigenkapital
1.448.461,3
1.314.466,2
=
Gearing
-10,3%
11,4%
1) Die kurz- und langfristigen Veranlagungen betreffen sonstige Veranlagungen Termingelder und Treasury Bills
Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2022
149
X. Sonstige Angaben
(38) Leasing-Verhältnisse
(38 A) Flughafen Wien als Leasinggeber:
Operating Leasing
In der folgenden Tabelle werden die künftigen Leasingzahlungen aus unkündbaren Miet- und Leasingverträgen dargestellt, bei denen der FWAG-Konzern Leasinggeber ist. Es handelt sich vorwiegend um die Vermietung von Betriebs- und Geschäftsgebäuden an den Standorten Flughafen Wien und Flughafen Malta (inkl. der als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien).
in T€
2022
2021
In der Berichtsperiode als Ertrag erfasste Leasingzahlungen
122.157,4
76.443,4
davon erfolgswirksam als Ertrag erfasste bedingte Mietzahlungen (Umsatzmieten)
45.688,6
18.783,8
Künftige Mindestleasingzahlungen:
Weniger als ein Jahr
96.145,6
89.387,2
Ein bis zwei Jahre
90.567,3
57.640,0
Zwei bis drei Jahre
81.774,8
52.391,9
Drei bis vier Jahre
64.486,2
45.139,2
Vier bis fünf Jahre
60.587,1
37.772,9
Mehr als fünf Jahre
283.527,8
307.178,6
Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2022
150
Die folgenden Vermögenswerte sind in den Sachanlagen enthalten und betreffen Operating Leasingverhältnisse als Leasinggeber. Diese Vermögenswerte leiten sich wie folgt über (IFRS 16.95):
in T€
Grundstücke und Bauten
Technische Anlagen und Maschinen
Gesamt
Nettobuchwert zum 1.1.2022
104.400,4
502,7
104.903,1
Zugänge
4.711,8
-0,7
4.711,2
Umbuchungen
-6,3
0,1
-6,2
Abschreibungen
-6.070,6
-107,0
-6.177,6
Nettobuchwert zum 31.12.2022
103.035,4
395,2
103.430,6
Stand zum 31.12.2022
Anschaffungskosten
181.755,4
1.273,2
183.028,6
Kumulierte Abschreibungen
-78.720,0
-878,0
-79.598,0
Nettobuchwert zum 31.12.2022
103.035,4
395,2
103.430,6
in T€
Grundstücke und Bauten
Technische Anlagen und Maschinen
Gesamt
Nettobuchwert zum 1.1.2021
102.977,9
139,6
103.117,5
Zugänge
635,6
766,4
1.402,0
Umbuchungen
6.428,4
-294,5
6.133,9
Abschreibungen
-5.641,5
-108,8
-5.750,3
Nettobuchwert zum 31.12.2021
104.400,4
502,7
104.903,1
Stand zum 31.12.2021
Anschaffungskosten
174.572,5
1.273,8
175.846,3
Kumulierte Abschreibungen
-70.172,1
-771,1
-70.943,2
Nettobuchwert 31.12.2021
104.400,4
502,7
104.903,1
Finance Leasing
Im Konzernabschluss 2022 des Leasinggebers (FWAG-Konzern) wurden, wie auch schon im ver-gangenen Geschäftsjahr, Mietverträge betreffend für den Flugverkehrsbetrieb wesentliche Im-mobilien (Hangar-, Flugbetriebsgebäude und Werkstätten) als Finanzierungsleasing abgebildet.
Im Zeitpunkt des Vertragsabschlusses wurde eine Mietvorauszahlung vereinnahmt und das wirtschaftliche Eigentum auf den Leasingnehmer übertragen (Finanzierungsleasing), die Miet-vorauszahlung wurde mit der Leasingforderung zur Gänze aufgerechnet.
Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2022
151
(
Der FWAG-Konzern mietet verschiedene Grundstücke, Immobilien und Anlagen. Die Verträge sind mit unterschiedlichen Laufzeiten zwischen einem und 100 Jahren abgeschlossen und be-treffen im Wesentlichen: Miete einer Cargo-Immobilie am Standort Wien, Miete von Grund-stücken am Standort Wien, Miete von Grundstücken und flughafenspezifischen Immobilien am Standort Malta (inkl. Aerodrome Licence), Miete von Kombinations- und Kopiergeräten, Miete von Raucherkabinen, sowie Nutzungsrechte:
Nutzungsrechte die als immaterielle Vermögenswerte dargestellt werden
in T€
Konzessionen und Rechte
Gesamt
Entwicklung vom 1.1. bis 31.12.2022
Nettobuchwert zum 1.1.2022
10.082,2
10.082,2
Abschreibungen
-221,6
-221,6
Nettobuchwert zum 31.12.2022
9.860,6
9.860,6
Zum 31.12.2022 sind in den immateriellen Vermögenswerte Nutzungsrechte in Höhe von T€ 9.860,6 (VJ: T€ 10.082,2) enthalten. Siehe dazu auch Anhangangabe (13).
in T€
Konzessionen und Rechte
Gesamt
Entwicklung vom 1.1. bis 31.12.2021
Nettobuchwert zum 1.1.2021
10.303,8
10.303,8
Abschreibungen
-221,6
-221,6
Nettobuchwert zum 31.12.2021
10.082,2
10.082,2
Nutzungsrechte die als Sachanlagen dargestellt werden
in T€
Grundstücke und Bauten
Andere Anlagen, Betriebs- und Ge-schäftsausstattung
Gesamt
Entwicklung vom 1.1. bis 31.12.2022
Nettobuchwert zum 1.1.2022
76.447,8
59,1
76.506,9
Abgänge
-359,8
0,0
-359,8
Abschreibungen
-2.322,6
-38,4
-2.361,0
Nettobuchwert zum 31.12.2022
73.765,4
20,7
73.786,1
in T€
Grundstücke und Bauten
Andere Anlagen, Betriebs- und Ge-schäftsausstattung
Gesamt
Entwicklung vom 1.1. bis 31.12.2021
Nettobuchwert zum 1.1.2021
78.787,0
225,8
79.012,8
Abschreibungen
-2.339,2
-157,4
-2.496,6
Nettobuchwert zum 31.12.2021
76.447,8
59,1
76.506,9
Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2022
152
In den Sachanlagen ist ein Nutzungsrecht („temporary emphyteusis“) betreffend der Grund-miete am Flughafen Malta enthalten. Die Zahlungen aus diesen Leasingverträgen sind an die Regierung von Malta zu leisten. Die Leasinglaufzeiten für diese Verträge liegen zwischen 58 bis 65 Jahre. Die Leasingzahlungen werden gemäß einer Indexierung periodisch angepasst. Das Nutzungsrecht wird linear über die Vertragslaufzeit abgeschrieben.
Nutzungsrechte die als Finanzinvestition gehaltene Immobilien dargestellt werden
in T€
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien
Gesamt
Entwicklung vom 1.1. bis 31.12.2022
Nettobuchwert zum 1.1.2022
320,6
320,6
Abschreibungen
-7,0
-7,0
Nettobuchwert zum 31.12.2022
313,6
313,6
in T€
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien
Gesamt
Entwicklung vom 1.1. bis 31.12.2021
Nettobuchwert zum 1.1.2021
327,5
327,5
Abschreibungen
-7,0
-7,0
Nettobuchwert zum 31.12.2021
320,6
320,6
In der Gewinn- und Verlustrechnung erfasste Beträge
in T€
2022
2021
Abschreibungen aus Leasingverhältnissen
2.589,5
2.725,2
Zinsaufwendungen aus Leasingverbindlichkeiten
2.177,0
2.175,4
Aufwendungen aus kurzfristigen Leasingverhältnissen
153,2
98,8
Aufwendungen für Leasingverhältnisse über einen Vermö-genswert von geringem Wert
373,6
259,7
Aufwendungen, die nicht unter IFRS 16 fallen und in An-hangsangabe (5) unter Miet- und Pachtaufwand angeführt sind
2.306,8
1.799,5
Die Aufwendungen im Geschäftsjahr 2021 für Leasingverhältnisse (kurzfristige sowie über einen Vermögenswert von geringerem Wert) und die Aufwendungen, die nicht unter IFRS 16 fallen sind Brutto dargestellt. Davon sind COVID-19 Unterstützungen in Höhe von T€ 646,8 in Abzug zu bringen.
In der Kapitalflussrechnung erfasste Beträge
in T€
2022
2021
Gesamte Zahlungsmittelabflüsse für Leasingverhältnisses
1.997,8
2.117,9
Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2022
153
(39) Sonstige Verpflichtungen und Risiken
Die FWAG AG hat die Kosten der Flughafen Wien Mitarbeiter-Beteiligung-Privatstiftung, im Wesentlichen die Abdeckung der Körperschaftsteuer sowie Verwaltungskosten, zu tragen.
(40) Zusammensetzung des Konsolidierungskreises
In den Konzernabschluss werden mit Ausnahme von zwei Tochtergesellschaften (VJ: zwei) sämtliche Tochterunternehmen, Gemeinschaftsunternehmen und assoziierte Unternehmen einbezogen. Die zwei Tochterunternehmen wurden wie im VJ wegen ihrer untergeordneten Bedeutung für die Vermittlung eines möglichst getreuen Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns nicht in den Konzernabschluss einbezogen. Der konsolidierte Umsatz dieser Gesellschaften belief sich im Geschäftsjahr auf unter 1,0% (VJ: unter 1,0%) des Konzern-umsatzes. Intern wurde die Wesentlichkeitsgrenze so festgelegt, dass nur einzeln unwesentliche Tochtergesellschaften nicht konsolidiert werden. Der Kreis der zu konsolidierenden Unterneh-men hat sich im Geschäftsjahr 2022 wie folgt verändert:
Inland
Ausland
Gesamt
Flughafen Wien AG
1
0
1
Tochterunternehmen
31.12.2021
26
12
38
Zugang
1
0
1
Abgang
0
-2
-2
31.12.2022
27
10
37
At-Equity-bewertete Unternehmen
Gemeinschaftsunternehmen
31.12.2021 = 31.12.2022
1
1
2
Assoziierte Unternehmen
31.12.2021 = 31.12.2022
1
0
1
Konsolidierungskreis 31.12.2021
29
13
42
Konsolidierungskreis 31.12.2022
30
11
41
Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2022
154
s
Änderungen des Konsolidierungskreises im Geschäftsjahr 2022
Erstkonsolidierung
Gründung
Art der Konsolidierung
Anteil am Kapital
Bemerkung
VIE Build GmbH
1.4.2022
Vollkonsolidierung
100,0%
Neugründung
Die Gesellschaft VIE Build GmbH wurde im Berichtsjahr gegründet und in den Vollkonso-lidierungskreis der Flughafen-Wien-Gruppe aufgenommen. Die Tochtergesellschaft ist dem Segment Sonstige Segmente zugeordnet.
Endkonsolidierung
per
Art der Konsolidierung
Anteil am Kapital
Bemerkung
VIE Malta Finance Ltd
31.12.2022
Vollkonsolidierung
100%
Liquidiert
VIE Operations Limited
31.12.2022
Vollkonsolidierung
100%
Liquidiert
Änderungen des Konsolidierungskreises im Geschäftsjahr 2021
Im Geschäftsjahr 2021 gab es keine Änderung der Konsolidierungskreises.
Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2022
155
(41)
Nahestehende Unternehmen beinhalten nicht vollkonsolidierte verbundene Unternehmen des FWAG-Konzerns, assoziierte Unternehmen, die Aktionäre der FWAG (Land Niederösterreich und Stadt Wien mit jeweils 20% der Aktien, Airports Group Europe S.à.r.l. mit über 43%) sowie deren wesentliche Tochtergesellschaften und die Mitglieder des Managements in Schlüssel-positionen. Mit Gesellschaften, an denen das Land Niederösterreich und die Stadt Wien direkt oder indirekt Beteiligungen halten, die ebenfalls als nahestehende Unternehmen gemäß IAS 24 einzustufen sind, bestehen Geschäftsbeziehungen innerhalb des Leistungsspektrums des Flug-hafen-Wien-Konzerns und der betreffenden Gesellschaften zu fremdüblichen Bedingungen. Die im Berichtsjahr mit diesen Unternehmen im Sinne von IAS 24 durchgeführten Transaktionen betrafen alltägliche Geschäfte des operativen Geschäftsbereichs und waren insgesamt von untergeordneter Bedeutung. Einkäufe wurden zu Marktpreisen abzüglich handelsüblicher Mengenrabatte sowie sonstiger auf Basis der Geschäftsbeziehung gewährter Rabatte getätigt. Die Geschäftsbeziehungen zwischen der FWAG und den nicht konsolidierten verbundenen Unternehmen sind von untergeordneter Bedeutung. Betreffend die bestehenden Forderungen und Verbindlichkeiten wird auf die Erläuterung der jeweiligen Bilanzposten verwiesen.
in T€
31.12.2022
31.12.2021
FWAG-Konzern zu
assoziierte Unternehmen:
SCA Schedule Coordination Austria GmbH
Forderung
3,3
24,2
Verbindlichkeit
4,7
0,0
Umsatz
500,7
455,3
Sonstige Aufwendungen (VJ: angepasst)
106,1
55,8
Gemeinschaftsunternehmen (at Equity):
City Air Terminal Betriebsgesellschaft m.b.H.
Forderung
321,7
23,2
Verbindlichkeit
7.847,5
5.659,2
Umsatz
1.368,4
227,2
Sonstige Aufwendungen
95,0
4,4
Letisko Kosice - Airport Kosice, a.s.
Forderung
3,5
0,0
Verbindlichkeit
0,0
0,0
Umsatz
7,4
5,6
Sonstige Aufwendungen
0,0
0,0
Die mit der City Air Terminal Betriebsgesellschaft m.b.H. erzielten Umsätze betreffen im Wesentlichen Dienstleistungen der FWAG und deren Töchter wie Gepäckhandling, Sicher-heitsdienstleistungen, Stationsbetrieb, EDV-Leistungen, etc. Die Umsätze mit dem assoziierten Unternehmen SCA Schedule Coordination Austria GmbH betreffen Verrechnungen der FWAG für Personalbeistellungen, EDV-Leistungen und sonstige Dienstleistungen.
Nahestehende natürliche Personen:
Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2022
156
stattgefunden. Die Beziehungen zu den Organen des Unternehmens können der Anhanger-läuterung (42) entnommen werden.
(42) Angaben über Organe und Arbeitnehmer
Beschäftigte im Jahresdurchschnitt (ohne Vorstände und Geschäftsführer):
2022
2021
Arbeiter
2.862
3.033
Angestellte
1.834
1.824
4.696
4.858
Die Mitglieder des Vorstands der FWAG erhielten für ihre Tätigkeit als Vorstand 2022 und 2021 folgende Vergütungen (Auszahlungen):
Bezüge Vorstand 2022 (Auszahlungen)
in T€
Fixe Bezüge
2022
Erfolgsabhängige Bezüge
Sachbezüge
2022
Gesamtbezüge
2022
747,3
343,4
14,4
1.105,1
Bezüge Vorstand 2021 (Auszahlungen)
in T€
Fixe Bezüge
2021
Erfolgsabhängige Bezüge
Sachbezüge
2021
Gesamtbezüge
2021
609,7
343,4
20,4
973,5
Für andere Mitarbeiter gelangen Leistungs- und Zielerreichungsprämien für außerordentliche Leistungen und für erreichte Zielvereinbarungen zur Auszahlung. Die Gesamtbezüge früherer Mitglieder des Vorstands beliefen sich im Berichtsjahr auf T€ 496,8 (VJ: T€ 481,9).
Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2022
157
Aufwendungen für Personen in Schlüsselpositionen
Als Personen in Schlüsselpositionen werden die Vorstandsmitglieder, die Prokuristen der FWAG, das Management der MIA sowie die Mitglieder des Aufsichtsrats angesehen. Für diese wurden die folgenden Vergütungen einschließlich der Veränderung von Rückstellungen gewährt:
Aufwendungen des Geschäftsjahres 2022
in T€
Aufsichtsräte
Vorstände
Leitende An-gestellte
Fixe und erfolgsabhängige Jahresbezüge
205,4
1.542,0
3.409,8
Leistungen nach Beendigung des Arbeitsver-hältnisses (Zahlungen an Pensionskassen)
0,0
163,6
30,1
Andere langfristig fällige Leistungen
0,0
0,0
22,7
Leistungen aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses
0,0
0,0
49,2
Summe
205,4
1.705,6
3.511,8
Aufwendungen des Geschäftsjahres 2021
in T€
Aufsichtsräte
Vorstände
Leitende An-gestellte
Fixe und erfolgsabhängige Jahresbezüge
151,8
1.326,1
2.671,4
Leistungen nach Beendigung des Arbeitsver-hältnisses (Zahlungen an Pensionskassen)
0,0
143,0
25,3
Andere langfristig fällige Leistungen
0,0
0,0
21,7
Leistungen aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses
0,0
0,0
53,3
Summe
151,8
1.469,1
2.771,7
An Mitglieder des Aufsichtsrats wurden im Berichtsjahr Zahlungen in Höhe von T€ 324,0 (VJ: T€ 146,7) geleistet.
(43) Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Bilanzstichtag
Im Zuge des freiwilligen öffentlichen Teilangebots konnte die Airports Group Europe S.a. r.l den Anteil am Flughafen Wien um weitere 3,37% erhöhen. Damit hält der Investor Airports Group Europe S.a. r.l nunmehr über 43% der Aktien der Flughafen Wien AG. Der Streubesitz ist in Folge der Transaktion auf unter 7% gesunken. Die Stadt Wien und das Land Niederösterreich halten jeweils 20,0%, die Flughafen Wien Mitarbeiterbeteiligung Privatstiftung hält 10,0% am Grundkapital der FWAG.
Es sind keine weiteren wesentlichen Ereignisse nach dem Bilanzstichtag bekannt, die für die Bewertung und Bilanzierung am 31.12.2022 von Bedeutung sind, wie offene Rechtsfälle oder Schadenersatzforderungen sowie andere Verpflichtungen oder Drohverluste, die gebucht oder gemäß IAS 10 offengelegt werden müssten.
Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2022
158
XI. Bewertungs-, Bilanzie-rungs- und Rechnungsle-gungsmethoden
(44) Bewertungsgrundlagen
Der Konzernabschluss ist prinzipiell zu fortgeführten historischen Anschaffungs- und Her-stellungskosten aufgestellt. Eine Ausnahme davon bilden derivative Finanzinstrumente sowie finanzielle Vermögenswerte die zum beizulegenden Zeitwert (FVPL oder FVOCI) bewertet werden oder auch latente Steuern. Eine entsprechende Erläuterung erfolgt im Rahmen der jeweiligen Bilanzierungs- und Bewertungsmethode. Die Aufstellung des Konzernabschlusses erfolgt unter Verwendung von Ermessensentscheidungen sowie Einschätzungen des Manage-ments, die Auswirkungen auf den Konzernabschluss haben, diese werden im Kapitel „Ermes-sensbeurteilung und Unsicherheiten bei Schätzungen“ gesondert dargestellt. Die Abschlüsse der FWAG und ihrer Tochterunternehmen werden unter Beachtung der einheitlich für den Konzern geltenden Ansatz- und Bewertungsmethoden in den Konzernabschluss einbezogen. Sämtliche Jahresabschlüsse der einbezogenen Gesellschaften werden zum Stichtag des Kon-zernabschlusses aufgestellt.
(45) Konsolidierungsgrundsätze
Tochterunternehmen
Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2022
159
Assoziierte Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen
Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2022
160
sowie um Kapitalein- oder -auszahlungen erhöht oder vermindert. Der mit einem assoziierten Unternehmen oder Gemeinschaftsunternehmen verbundene Firmenwert ist im Buchwert des Anteils enthalten und wird nicht planmäßig abgeschrieben. In den auf den Unternehmens-zusammenschluss folgenden Perioden werden die aufgedeckten stillen Reserven und stillen Lasten entsprechend der Behandlung der korrespondierenden Vermögenswerte und Schulden fortgeführt, abgeschrieben oder aufgelöst.
Der gesamte Buchwert des Anteils wird immer dann auf Wertminderung geprüft, wenn die Anwendung der Vorschriften des IFRS 9 darauf hinweist, dass der Anteil wertgemindert sein könnte.
(46) Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
Währungsumrechnung
Berichtswährung und funktionale Währung sämtlicher Konzerngesellschaften ist der Euro. Fremdwährungsgeschäfte in den einzelnen Konzerngesellschaften werden mit dem zum Zeit-punkt des Geschäftsvorfalls gültigen Kurs in die funktionale Währung umgerechnet. Monetäre Posten in Fremdwährung werden mit dem zum Bilanzstichtag gültigen Devisenmittelkurs angesetzt. Umrechnungsdifferenzen werden grundsätzlich in saldierter Form erfolgswirksam erfasst.
Immaterielle Vermögenswerte
Sachanlagen
Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2022
161
Abständen ausgetauscht werden müssen, erfasst der Konzern solche Teile als gesonderte Vermögenswerte mit spezifischer Nutzungsdauer bzw. entsprechender Abschreibung. Bei Durchführung einer Großinspektion werden entsprechend die Kosten im Buchwert der Sach-anlagen als Ersatz aktiviert, sofern die Ansatzkriterien erfüllt sind. Alle anderen Wartungs- und Instandhaltungskosten werden sofort erfolgswirksam erfasst. Die Abschreibungsdauer richtet sich nach der voraussichtlichen wirtschaftlichen Nutzungsdauer und wird regelmäßig überprüft.
Den planmäßigen Abschreibungen werden folgende konzerneinheitliche Nutzungsdauern zugrunde gelegt:
Jahre
Betriebsgebäude
33,3-50
Nutzungsrecht („temporary emphyteusis“)
58-65
Komponenten Terminal 3:
Rohbau
50
Fassade
25
Innenausbau
20
Technische Gebäudeausrüstung
25
Sonstige Gebäude
10-50
Start-/Landebahnen, Rollwege, Vorfelder
20-60
Technischer Lärmschutz
20
Sonstige Grundstückseinrichtungen
7-20
Technische Anlagen und Maschinen
5-20
Fahrzeuge
2-10
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung
2-15
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien
Zum Verkauf stehende Vermögenswerte
Langfristige Vermögenswerte oder Veräußerungsgruppen, die Vermögenswerte und Schulden umfassen, werden als zum Verkauf stehend oder zur Ausschüttung gehalten eingestuft, wenn es höchst wahrscheinlich ist, dass sie überwiegend durch Veräußerung oder Ausschüttung und nicht durch fortgesetzte Nutzung realisiert werden. Diese Vermögenswerte oder die Ver-
Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2022
162
äußerungsgruppe zum niedrigeren Wert aus ihrem Buchwert und beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten angesetzt. Ein etwaiger Wertminderungsaufwand einer Ver-äußerungsgruppe wird zunächst dem Geschäfts- oder Firmenwert und dann den verbleibenden Vermögenswerten und Schulden auf anteiliger Basis zugeordnet – mit der Ausnahme, dass den Vorräten, finanziellen Vermögenswerten, latenten Steueransprüchen oder als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien, die weiterhin gemäß den sonstigen Rechnungslegungsmethoden des Konzerns bewertet werden, kein Verlust zugeordnet wird. Wertminderungsaufwendungen bei der erstmaligen Einstufung als zum Verkauf stehend oder zur Ausschüttung gehalten und spätere Gewinne und Verluste bei Neubewertung werden im Gewinn oder Verlust erfasst.
Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen werden nicht mehr planmäßig abgeschrie-ben und jedes nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligungsunternehmen wird nicht mehr nach der Equity-Methode bilanziert, sobald es als zum Verkauf stehend oder zur Ausschüttung gehalten eingestuft ist.
Wertminderungen und Wertaufholungen von immateriellen Vermögenswerten, Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien
Immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und als Finanzinvestition gehaltene Immobilien, bei denen Anzeichen für Wertminderungen vorliegen, werden durch den Vergleich des Buch-werts mit dem erzielbaren Betrag auf ihre Werthaltigkeit untersucht. Können den Vermögens-werten keine eigenen, von anderen Vermögenswerten unabhängig generierten erwarteten künftigen Finanzmittelzuflüsse zugeordnet werden, ist die Werthaltigkeit auf Basis der über-geordneten Cash Generating Unit der Vermögenswerte zu prüfen. Liegt der erzielbare Betrag des Vermögenswerts oder der zahlungsmittelgenerierenden Einheit unter dem Buchwert, erfolgt eine Abwertung auf den niedrigeren erzielbaren Betrag. Soweit die Gründe für zuvor erfasste Wertminderungen entfallen sind, werden diese Vermögenswerte entsprechend zu-geschrieben. Der erzielbare Betrag der Cash Generating Unit (CGU) entspricht grundsätzlich dem höheren der beiden Beträge aus Nutzungswert bzw. beizulegendem Zeitwert abzüglich Abgangskosten. Der Nutzungswert wird unter Anwendung der Discounted-Cashflow-Metho-de ermittelt. Dabei werden Prognosen hinsichtlich der Zahlungsströme angestellt, die über die geschätzte Nutzungsdauer des Vermögenswerts oder der zahlungsmittelgenerierenden Einheit erzielt werden. Der verwendete Abzinsungssatz berücksichtigt die mit dem Vermögenswert oder der zahlungsmittelgenerierenden Einheit verbundenen Risiken. Für die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts wird aufgrund der mangelnden Verfügbarkeit von Marktpreisen bzw. anderen Inputfaktoren der Stufe 1 ebenso ein Discounted-Cashflow-Verfahren angewendet, jedoch unter Berücksichtigung von Markterwartungen hinsichtlich der erwarteten Zahlungs-ströme und des Abzinsungssatzes. Die Vermögenswerte des FWAG-Konzerns werden so lange mit anderen Vermögenswerten zusammengefasst, bis eine Gruppe entsteht, die Mittelzuflüsse erzeugt, die weitestgehend unabhängig von den Mittelzuflüssen anderer Vermögenswerte oder Gruppen von Vermögenswerten sind. Eine derartige Gruppe wird als Cash Generating Unit (CGU) bezeichnet. Bei der Interpretation der Unabhängigkeit der Mittelzuflüsse orientieren wir uns am Konzept der gegenseitigen (komplementären) produktions- oder dienstleistungs-technischen Leistungsbeziehungen bzw. rechtlichen Abhängigkeiten zwischen einzelnen Ver-mögenswerten, berücksichtigen aber auch die Art und Weise, in der Investitionsentscheidungen (z. B. zur Erweiterung eines Terminals) getroffen werden. Wenn die Erzeugnisse einer Gruppe von Vermögenswerten auf einem aktiven Markt verkauft werden können, bildet diese jeden-
Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2022
163
f
Leasing
Bei Vertragsbeginn wird beurteilt, ob der Vertrag ein Leasingverhältnis begründet oder beinhal-tet. Dies ist der Fall, wenn der Vertrag dazu berechtigt, die Nutzung eines identifizierten Ver-mögenswertes gegen Zahlung eines Entgeltes für einen bestimmten Zeitraum zu kontrollieren. Um zu beurteilen, ob ein Vertrag das Recht zur Kontrolle eines identifizierten Vermögenswertes beinhaltet, wird die Definition eines Leasingverhältnisses nach IFRS 16 zugrunde gelegt, sofern die Verträge am oder nach dem 1. Januar 2019 geschlossen wurden.
Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2022
164
(Zins-)Satzänderung verändern, wenn der Konzern seine Schätzung zu den voraussichtlichen Zahlungen im Rahmen einer Restwertgarantie anpasst, wenn der Konzern seine Einschätzung über die Ausübung einer Kauf-, Verlängerungs- oder Kündigungsoption ändert oder sich eine de facto feste Leasingzahlung ändert. Bei einer solchen Neubewertung der Leasingverbindlichkeit wird eine entsprechende Anpassung des Buchwertes des Nutzungsrechtes vorgenommen bzw. wird diese erfolgswirksam vorgenommen, wenn sich der Buchwert des Nutzungsrechtes auf null verringert hat. In der Bilanz weist der Konzern Nutzungsrechte, die nicht die Definition einer als Finanzinvestition gehaltenen Immobilie erfüllen, in den Sachanlagen und in den immate-riellen Vermögenswerten aus. Leasingverbindlichkeiten werden in den Finanzverbindlichkeiten ausgewiesen. Der Konzern hat beschlossen, Nutzungsrechte und Leasingverbindlichkeiten für Leasingverhältnisse, denen Vermögenswerte von geringem Wert zugrunde liegen, sowie für kurzfristige Leasingverhältnisse, nicht anzusetzen. Der Konzern erfasst die mit diesen Leasing-verhältnissen in Zusammenhang stehenden Leasingzahlungen über die Laufzeit des Leasing-verhältnisses linear als Aufwand.
Vorräte
Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2022
165
Rückerwerb von Eigenkapitalanteilen (eigene Anteile)
Wenn im Eigenkapital ausgewiesenes gezeichnetes Kapital zurückgekauft wird, wird der ge-zahlte Betrag einschließlich der direkt zurechenbaren Kosten vom Eigenkapital abgezogen. Die erworbenen Anteile werden als eigene Anteile klassifiziert und in den sonstigen Rücklagen für eigenen Anteile ausgewiesen. Werden die Anteile später veräußert oder erneut ausgegeben, wird der Erlös als Erhöhung des Eigenkapitals erfasst. Ein etwaiger Differenzbetrag ist innerhalb der Kapitalrücklagen zu berücksichtigen.
Rückstellungen für Abfertigungen, Pensionen, Altersteilzeit und Jubiläumsgelder
Die Berechnung der Rückstellungen für Abfertigungen, Pensionen, Altersteilzeit und Jubiläums-gelder als Verpflichtungen aus leistungsorientierten Plänen erfolgt nach versicherungsmathe-matischen Grundlagen gemäß der Methode der laufenden Einmalprämien („Projected Unit Cre-dit Method“), wobei die Verpflichtungen in Höhe des Anwartschaftsbarwerts („Defined Benefit Obligation“, DBO) angesetzt werden. Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus erfahrungsbedingten Anpassungen und Änderungen von versicherungsmathematischen An-nahmen werden bei den Rückstellungen für Abfertigungen und Pensionen in der Periode, in der sie anfallen, im sonstigen Ergebnis („Other Comprehensive Income“) und bei den Rückstellungen für Jubiläumsgelder und Altersteilzeit sofort erfolgswirksam im Periodenergebnis erfasst. Die im sonstigen Ergebnis erfassten Neubewertungen sind Teil der Gewinnrücklagen und werden nicht mehr in die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert. Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand wird als Personalaufwand erfasst, wenn die Planänderung eintritt. Sämt-liche sonstige Veränderungen wie Dienstzeit- oder Zinsaufwand werden im Personalaufwand ausgewiesen. Bei der Ermittlung der Höhe des Anwartschaftsbarwerts werden zukünftige Lohn- und Gehaltssteigerungen berücksichtigt. Die Fluktuation (bei Abfertigung und Jubiläum) wurde für die österreichischen Konzerngesellschaften in Form von jährlichen Fluktuations-wahrscheinlichkeiten, welche aus den Fluktuationsdaten des Konzerns (10Jahresdurchschnitt) ermittelt wurden, berücksichtigt. Bei den Mitarbeitern, die sich in der Altersteilzeit befinden, wurden keine Fluktuationswahrscheinlichkeiten angesetzt.
Fluktuationswahrscheinlichkeiten Abfertigung (kombiniert mit Auszahlungswahrscheinlichkeiten)
Österreichische Gesellschaft (VIE)
2022
2021
Arbeiter:
Vom 1. Jahr
bei 6,9%: 28,2%
bei 6,9%: 28,2%
Bis zum 25. Jahr
bei 7,0%: 85,2%
bei 7,0%: 85,2%
Angestellte:
Vom 1. Jahr
bei 8,9%: 42,8%
bei 8,9%: 42,8%
Bis zum 25. Jahr
bei 7,1%: 86,6%
bei 7,1%: 86,6%
Österreichische Gesellschaften (Tochterunternehmen)
2022
2021
Arbeiter:
Vom 1. Jahr
bei 6,9%: 28,0%
bei 6,9%: 28,0%
Bis zum 25. Jahr
bei 1,1%: 0,0%
bei 1,1%: 0,0%
Angestellte:
Vom 1. Jahr
bei 8,9%: 42,8%
bei 8,9%: 42,8%
Bis zum 25. Jahr
bei 1,0%: 0,0%
bei 1,0%: 0,0%
Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2022
166
Fluktuationswahrscheinlichkeiten Jubiläum
Österreichische Gesellschaft (VIE)
2022
2021
Arbeiter:
Vom 1. Jahr
6,9%
6,9%
Bis zum 25. Jahr
1,1%
1,1%
Angestellte:
Vom 1. Jahr
8,9%
8,9%
Bis zum 25. Jahr
1,0%
1,0%
Für die österreichischen Konzerngesellschaften wurde als rechnungsmäßiges Pensionsalter das frühestmögliche Anfallsalter für die (vorzeitige) Alterspension gemäß Pensionsreform 2004 (Budgetbegleitgesetz 2003) unter Berücksichtigung der Übergangsregelungen zugrunde gelegt. Bei weiblichen Anwartschaftsberechtigten wurde das rechnungsmäßige Pensions-alter entsprechend dem „Bundesverfassungsgesetz über unterschiedliche Altersgrenzen von männlichen und weiblichen Sozialversicherten“ schrittweise angehoben. Als biometrische Rechnungsgrundlagen werden für die österreichischen Gesellschaften die Generationentafeln AVÖ 2018-P gemischter Bestand (VJ: AVÖ 2018-P gemischter Bestand) zugrunde gelegt, bei der Pensionsrückstellung in der Ausprägung für Angestellte. Die Invalidisierungswahrschein-lichkeiten wurden auf den FWAG-Konzern individuell angepasst. Für die maltesischen Gesell-schaften wurden Lebenserwartungen für Männer (79 Jahre) und Frauen (83 Jahre) hinterlegt. Die demografischen Parameter blieben im Vergleich zum Vorjahr unverändert. Die Ermittlung der Versorgungsverpflichtungen für Abfertigungen, Pensionen, Altersteilzeit und Jubiläumsgelder wurde unter Anwendung nachfolgender Parameter vorgenommen:
2022
2021
Österreichische Gesellschaften
Rechnungszinssatz (Pensionen, Abfertigung, Jubiläum)
3,70%
0,60%
Rechnungszinssatz (Altersteilzeit)
3,30%
0,20%
Lohn- und Gehaltstrend ab 2027 (Abfertigung, Jubiläum)
4,16%
3,31%
Lohn- und Gehaltstrend ab 2027 (Altersteilzeit)
3,16%
3,31%
Pensionstrend (nur für Pensionen)
2,60%
2,10%
Maltesische Gesellschaften
Rechnungszinssatz (Pensionen)
3,70%
0,80%
Gehaltssteigerungen
3,00%
3,00%
Der Rechnungszinssatz richtet sich nach den zum jeweiligen Bilanzstichtag gültigen Veran-lagungsrenditen. Hinsichtlich des Lohn- und Gehaltstrends der österreichischen Gesellschaften werden ab dem Geschäftsjahr 2022 bis 2027 folgende Staffeln angewandt:
Lohn- und Gehaltstrend
ATZ
Abfertigung, Jubiläum
2023
11,43%
12,43%
2024
7,08%
8,08%
2025
4,58%
5,58%
2026
3,83%
4,83%
Die im Rahmen von beitragsorientierten Plänen (Beiträge zur Pensionsvorsorge sowie zur gesetzlichen Mitarbeitervorsorge) zu zahlenden Beträge werden in der Periode erfolgswirksam im Personalaufwand erfasst, der sie zuzurechnen sind.
Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2022
167
Andere Personalrückstellungen (Unterauslastung)
Unter der Rückstellung für Unterauslastung werden Vorsorgen, im Wesentlichen für Mitarbeiter, die im Unternehmen nicht eingesetzt werden können und für die trotz laufender Bemühungen keine geeignete Tätigkeit gefunden werden konnte, verstanden. Für diese kündigungsgeschütz-ten Mitarbeiter besteht die gegenwärtige Verpflichtung diese weiter zu beschäftigen.
Der Barwert der Rückstellung wird unter Ansatz folgender Parameter ermittelt:
Für Bestände innerhalb dieser Gruppe von Mitarbeitern ist der Rechnungszinssatz individuell nach Laufzeiten gestaffelt. Der Zinssatz bewegt sich zwischen 3,4% für Laufzeiten bis zu 5 Jahren und 4,2 % für Laufzeiten bis zu 20 Jahren.
Als Lohn- und Gehaltssteigerung wurden folgende gestaffelte Annahmen getroffen:
Lohn- und Gehaltstrend
2023
11,43%
2024
7,08%
2025
4,58%
2026
3,83%
ab 2027
3,16%
Hinsichtlich des Unterauslastungsgrades wurden Annahmen in der Bandbreite von 20-100% individuell angenommen, es wurden keine Fluktuationsabschläge vorgenommen.
Sonstige Rückstellungen
Unter den sonstigen Rückstellungen werden rechtliche oder faktische Verpflichtungen gegen-über Dritten ausgewiesen, die auf zurückliegenden Geschäftsvorfällen oder Ereignissen beruhen und wahrscheinlich zu Vermögensabflüssen führen, die zuverlässig ermittelbar sind. Diese Rückstellungen werden unter Berücksichtigung aller erkennbaren Risiken zum voraussicht-lichen Erfüllungsbetrag bewertet und auf Basis einer bestmöglichen Schätzung berechnet. Ist eine vernünftige Schätzung des Betrags nicht möglich, unterbleibt die Bildung einer Rückstel-lung. Rückstellungen werden abgezinst, wenn der Effekt hieraus wesentlich ist. Aufwendungen aus der Aufzinsung von sonstigen Rückstellungen werden im jeweils von der Rückstellung betroffenen Aufwand erfasst. Die Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen werden in der jeweils von der Rückstellung betroffenen Position erfasst.
Öffentliche Zuwendungen
Zuwendungen der öffentlichen Hand werden zu ihrem beizulegenden Zeitwert erfasst, wenn mit großer Sicherheit davon auszugehen ist, dass die Zuwendung erfolgen wird und der Konzern die notwendigen Bedingungen für den Erhalt der Zuwendung erfüllt. Öffentliche Zuwendungen für Kosten werden über den Zeitraum saldiert in der jeweiligen Aufwandsposition erfasst, in dem die entsprechenden Kosten, für deren Kompensation sie gewährt wurden, anfallen. Sub-ventionen von öffentlichen Gebietskörperschaften für den Kauf von Sachanlagen („Investitions-zuschüsse“) werden unter den kurz- bzw. langfristigen Verbindlichkeiten ausgewiesen und über die Nutzungsdauer der betreffenden Anlagegüter linear über die Gewinn- und Verlustrechnung als Ertrag aufgelöst. Die von der Republik Österreich gewährten Investitionszuwachsprämien sowie COVID-19 Investitionsförderungen werden wie Investitionszuschüsse behandelt.
Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2022
168
Bemessung der beizulegenden Zeitwerte
Der Konzern bewertet Finanzinstrumente und nicht finanzielle Vermögenswerte zu jedem Abschlussstichtag mit dem beizulegenden Zeitwert. Die beizulegenden Zeitwerte von zu fort-geführten Anschaffungskosten bewerteten Finanzinstrumenten sind in Anhangerläuterung (36) angeführt. Bei der Bemessung des beizulegenden Zeitwerts wird davon ausgegangen, dass der Geschäftsvorfall, in dessen Rahmen der Verkauf des Vermögenswerts oder die Übertragung der Schuld erfolgt, entweder auf dem Hauptmarkt für den Vermögenswert oder die Schuld, oder sofern kein Hauptmarkt vorhanden ist, auf dem vorteilhaftesten Markt für den Vermögenswert bzw. die Schuld beruht. Der beizulegende Zeitwert eines Vermögenswerts oder einer Schuld bemisst sich anhand der Annahmen, die Marktteilnehmer bei der Preisbildung für den Ver-mögenswert bzw. die Schuld zugrunde legen würden. Hierbei wird davon ausgegangen, dass die Marktteilnehmer in ihrem besten wirtschaftlichen Interesse handeln. Der FWAG-Konzern wendet Bewertungstechniken an, die unter den jeweiligen Umständen sachgerecht sind und für die ausreichend Daten zur Bemessung des beizulegenden Zeitwerts zur Verfügung stehen. Alle Vermögenswerte und Schulden, für die der beizulegende Zeitwert bestimmt oder im Ab-schluss ausgewiesen wird, werden in die nachfolgend beschriebene Fair-Value-Hierarchie eingeordnet, basierend auf dem Inputparameter der niedrigsten Stufe, der für die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert insgesamt wesentlich ist.
Stufe 1: Der beizulegende Zeitwert von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Schul-den, die auf aktiven liquiden Märkten zu standardisierten Laufzeiten und Konditionen gehandelt werden, wird anhand des Marktpreises (Börsenkurses) bestimmt (beinhaltet notierte kündbare Obligationen, Schuldverschreibungen und unbefristete Anleihen).
Stufe 2: Der beizulegende Zeitwert für finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Schulden dieser Kategorie, die nicht auf aktiven Märkten gehandelt werden, wird entweder direkt (d. h. wie Kurse) oder indirekt (d. h. als Ableitung von Preisen, Kursen) aus Marktwerten abgeleitet.
Finanzinstrumente und sonstige finanzielle Vermögenswerte
Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2022
169
Verlust als Aufwand erfasst. Finanzielle Vermögenswerte mit eingebetteten Derivaten werden in ihrer Gesamtheit betrachtet, wenn ermittelt wird, ob ihre Zahlungsströme ausschließlich Tilgungs- und Zinszahlungen darstellen.
Schuldinstrumente: Die Folgebewertung von Schuldinstrumenten ist abhängig vom Ge-schäftsmodell des Konzerns zur Steuerung des Vermögenswertes und den Zahlungsstrom-merkmalen des Vermögenswerts. Der Konzern stuft seine Schuldinstrumente wie folgt ein:
Zu fortgeführten Anschaffungskosten (AC): Vermögenswerte, die zur Vereinnahmung der vertraglichen Zahlungsströme gehalten werden, und bei denen diese Zahlungsströme aus-schließlich Zins- und Tilgungszahlungen darstellen, werden zu fortgeführten Anschaffungs-kosten bewertet. Zinserträge aus diesen finanziellen Vermögenswerten werden unter An-wendung der Effektivzinsmethode in den Zinserträgen ausgewiesen. Gewinne oder Verluste aus der Ausbuchung werden in der Gewinn- und Verlustrechnung im sonstigen Finanz-ergebnis erfasst.
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert (FVPL): Vermögenswerte, welche die Kriterien der Kategorie „zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet“ (AC) oder „zum beizulegenden Zeitwert erfolgsneutral“ (FVOCI) nicht erfüllen, werden in die Kategorie „erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert“ (FVPL) eingestuft. Gewinne oder Verluste aus einem Schuldinstru-ment, das in der Folge zum FVPL bewertet wird, werden im Gewinn oder Verlust saldiert im sonstigen Finanzergebnis in der Periode ausgewiesen, in der sie entstehen.
Wertminderung von finanziellen Vermögenswerten
Der Konzern hat folgende Arten von finanziellen Vermögenswerten, die dem Modell der erwar-teten Kreditverluste unterliegen: Forderungen, Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewer-tete Schuldinstrumente, Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente unterliegen ebenfalls den Wertminderungsvorschriften von IFRS 9, der identifizierte Wertminderungsaufwand war jedoch unwesentlich.
Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2022
170
erwarteten Kreditverluste wurden diese Forderungen auf Basis gemeinsamer Kreditrisiko-merkmale und Überfälligkeitstage zusammengefasst. Die erwarteten Verlustquoten beruhen auf den Zahlungsprofilen der Umsätze über eine Periode von 5 Jahren und den historischen Ausfällen in dieser Periode. Die historischen Verlustquoten werden angepasst, um aktuelle und zukunftsorientierte Informationen zu makroökonomischen Faktoren abzubilden, die sich auf die Fähigkeit der Kunden, die Forderungen zu begleichen, auswirken. Der Konzern hat das Bruttoinlandsprodukt, Arbeitslosenquoten, Inflation und zukünftige Passagierwachstumsraten der Länder, in denen er Dienstleistungen verkauft, als relevante Faktoren identifiziert. Forde-rungen werden ausgebucht, wenn nach angemessener Einschätzung keine Realisierbarkeit mehr gegeben ist. Wertminderungsaufwendungen auf Forderungen werden in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst. In Folgeperioden erzielte, früher bereits abgeschriebene Beträge werden im gleichen Posten erfasst.
Schuldinstrumente: Die Schuldinstrumente beinhalten Termineinlagen, ausgereichte Dar-lehen sowie kurzfristige Wertpapiere. Bei den Termineinlagen, ausgereichten Darlehen (ohne wesentliche Zinskomponente) sowie kurzfristigen Wertpapieren gelten die allgemeinen Wert-minderungsbestimmungen, wonach zunächst ein erwarteter Ausfall über die nächsten zwölf Monate zu berechnen ist (Stufe 1). Erst bei erheblicher Verschlechterung der Kreditwürdigkeit des Schuldners ist ein erwarteter Ausfall über die gesamte Laufzeit des Finanzinstruments zu ermitteln. Der Konzern betrachtet einen finanziellen Vermögenswert als ausgefallen, wenn es unwahrscheinlich ist, dass der Schuldner seine Kreditverpflichtung vollständig an den Konzern zahlen kann, ohne dass der Konzern auf Maßnahmen wie die Verwertung von Sicherheiten (falls welche vorhanden sind) zurückgreifen muss, oder der finanzielle Vermögenswert mehr als 90 Tage überfällig ist. Eine Schuldverschreibung weist aus Sicht des Konzerns ein geringes Aus-fallsrisiko auf, wenn seine Kreditrisikorating der weltweiten Definition von „Investment Grade“ entspricht. Der Konzern sieht dies bei einem Rating von Baa3 oder höher bei Moody´s oder einem dementsprechenden Rating einer anderen Agentur (z.B. Standard & Poor´s) als gegeben an. Über die Laufzeit erwartete Kreditverluste (Stufe 2) sind erwartete Kreditverluste, die aus allen möglichen Ausfallsereignissen während der erwarteten Laufzeit des Finanzinstruments resultieren. 12-Monats Kreditverluste (Stufe 1) sind der Anteil der erwarteten Kreditverluste, die aus allen möglichen Ausfallsereignissen resultieren, die innerhalb von zwölf Monaten nach dem Abschlussstichtag möglich sind. Der bei der Schätzung von erwarteten Kreditverlusten maximal zu berücksichtigende Zeitraum ist die maximale Vertragslaufzeit, in der der Konzern einem Kreditrisiko ausgesetzt ist.
Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden zunächst zum beizulegenden Zeit-wert oder – falls sie keine signifikante Finanzierungskomponenten enthalten – zum Transak-tionspreis und in der Folge zu fortgeführten Anschaffungskosten nach der Effektivzinsmethode, abzüglich Wertberichtigungen angesetzt.
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
Verbindlichkeiten
Finanzverbindlichkeiten werden bei Zuzählung in Höhe des tatsächlich zugeflossenen Betrags angesetzt, der in der Regel dem beizulegenden Zeitwert entspricht. Ein wesentlicher Unter-
Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2022
171
s
Finanzielle Verbindlichkeiten
Finanzielle Verbindlichkeiten und andere finanzielle Verbindlichkeiten werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Die Folgebewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten eingestuften Verbindlichkeiten erfolgt mittels der Effektivzinsmethode. Zinsaufwendungen werden im Gewinn oder Verlust erfasst, ebenso Gewinne oder Verlust aus der Ausbuchung von finanziellen Verbindlichkeiten.
Ertragsteuern
Erlöse aus Kundenverträgen und andere Erträge
Der FWAG-Konzern erwirtschaftet im Wesentlichen Erlöse im Aviation und Non-Aviation Bereich.
Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2022
172
des Infrastrukturentgeltes „Betankung“ gilt die eingebrachte Menge an Flugzeugtreibstoff. Die Verrechnung dieser Entgelte ist für alle Kunden gleich und in der Entgeltordnung geregelt. Zu-dem besteht für Kunden ein genehmigtes Incentiveschema. Das gesamte Entgelt aus diesen Dienstleistungsverträgen mit Fluggesellschaften wird auf alle Dienstleistungen (Leistungs-verpflichtung), basierend auf ihren Einzelverkaufspreisen (Transaktionspreis), aufgeteilt. Die Einzelverkaufspreise werden auf Grundlage der Entgeltordnung, zu denen der Konzern die Dienstleistungen in separaten Transaktionen anbietet, festgelegt. Bei der Ermittlung und Ver-teilung des Transaktionspreises werden variable, entgeltmindernde Skonti und Preisnachlässe basierend auf dem Incentiveschema berücksichtigt. Bei der Beurteilung dieser Verträge nimmt die Flughafen-Wien-Gruppe die Erleichterung des Portfolioansatzes in Anspruch.
Bodenverkehrsdienste (nicht genehmigungspflichtige Entgelte): Nicht genehmigungs-pflichtige Entgelte betreffen die Bodenverkehrsdienste, darunter Ramp-Handling (Vorfeld- und Verkehrsabfertigung), Cargo-Handling (Frachtabfertigung) sowie Passagier-Handling. Die Dienstleistungen und Einzelverkaufspreise der Frachtabfertigung sind in der Frachtumschlags-ordnung geregelt. Die Verträge des Ramp-Handlings basieren auf einem standardisierten Vertragsmuster (Standard Ground Handling Agreement) der IATA („International Air Transport Association“). In diesen Verträgen werden die Leistungsverpflichtungen basierend auf den angebotenen Einzelleistungen definiert und ein Transaktionspreis pro Turnaround und Flug-zeugtyp festgelegt. Werden über das vertraglich definierte Leistungspaket weitere einzelne Leistungsverpflichtungen (Einzelleistungen) benötigt, können diese zusätzlich auf Basis der aktuell gültigen Preisliste in Anspruch genommen werden. Die Aufteilung des Transaktions-preises auf die Leistungsverpflichtungen erfolgt auf Basis der relativen Einzelveräußerungspreise bzw. auf Basis der aktuell gültigen Einzelveräußerungspreise bei Inanspruchnahme von zusätz-lichen Leistungsverpflichtungen. Bei der Beurteilung dieser Verträge wird die Erleichterung des Portfolioansatzes in Anspruch genommen.
Erlöse aus Konzessionen: Konzessionserlöse (Ground-Handling Malta) umfassen Erlöse für das Recht, Ground-Handling-Dienstleistungen am Flughafen Malta zu erbringen, und werden entsprechend den jeweiligen vertraglichen Grundlagen periodengerecht über den Konzessions-zeitraum verteilt. Der Transaktionspreis berechnet sich aufgrund einer Entgeltstruktur, die auf verschiedenen zugrundeliegenden Parametern basiert (abfliegende Passagiere, Flugbewe-gungen, MTOW, Frachtmenge, Betankungsmenge). Soweit von einem hinreichend sicheren Ressourcenzufluss ausgegangen werden kann und die Höhe verlässlich ermittelbar ist, erfolgt eine Erlösrealisierung.
Vermietung von Flächen inklusive Umsatzabgaben: Umsatzerlöse aus der Vermietung werden linear über die Laufzeit des Mietverhältnisses verteilt. Gewährte Mietanreize werden als Bestandteil der Gesamtmieterlöse über die Laufzeit des Mietverhältnisses erfasst. Um-sätze aus Umsatzabgaben (variable Mieten) werden periodengerecht auf Basis der erzielten Umsätze erfasst.
Sonstige Umsatzerlöse: Neben den oben genannten Erlösen erzielt der Konzern weitere Er-löse u.a. in den Bereichen Lounges, Sicherheit & Bewachung, Ver- und Entsorgung, EDV, Elektro-technik, Werkstätten, Materialwirtschaft, Facility-Management und bauliche Instandhaltung.
Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2022
173
Zinserträge und Zinsaufwendungen: Zinserträge (Zinsaufwendungen) werden erfasst, wenn es wahrscheinlich ist, dass der wirtschaftliche Nutzen dem Konzern zufließen (abfließen) wird und die Höhe der Erträge (Aufwendungen) verlässlich bestimmt werden kann. Zinserträge (Zinsaufwendungen) werden nach Maßgabe des ausstehenden Nominalbetrags mittels des maßgeblichen Effektivzinssatzes zeitlich abgegrenzt. Der Effektivzinssatz ist derjenige Zinssatz, mit dem die zu erwarteten zukünftigen Einzahlungen (Auszahlungen) über die Laufzeit des fi-nanziellen Vermögenswerts exakt auf den Nettobuchwert dieses Vermögenswerts (finanziellen Verbindlichkeit) bei erstmaliger Erfassung abgezinst werden. Zinserträge (Zinsaufwendungen) werden im Finanzerfolg erfasst.
Dividenden: Erträge werden mit der Entstehung des Rechtsanspruches auf Zahlung erfasst; das ist grundsätzlich der Zeitpunkt, zu dem die Anteilseigner die Dividende beschließen. Divi-denden werden im Finanzerfolg ausgewiesen.
Nettogewinne oder -verluste aus finanziellen Vermögenswerten, die zum FVPL be-wertet sind: Hinsichtlich der Erfassung von Nettogewinnen aus Schuldtiteln, die zum FVPL bewertet sind, wird auf die Ausführungen unter dem Punkt „Finanzinstrumente und sonstige finanzielle Vermögenswerte“ verwiesen.
(47) Anwendung von neuen und geänderten Standards und Interpretationen
Im Geschäftsjahr hat der Konzern alle neuen und geänderten Standards und Interpretationen, die vom International Accounting Standards Board (IASB) und vom International Financial Re-porting Interpretations Committee (IFRIC) des IASB veröffentlicht und von der EU übernommen wurden, angewendet, soweit sie für die Geschäftstätigkeit des Konzerns relevant waren und bereits verpflichtend anzuwenden waren. Insbesondere wurden folgende Verlautbarungen des IASB im Geschäftsjahr erstmals angewendet:
Änderungen an IFRS 16: COVID-19 bezogene Mieterleichterungen nach dem 30. Juni 2021
Anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. April 2021 beginnen;
Änderungen an IAS 37 „Belastende Verträge - Kosten der Vertragserfüllung“
Anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Jänner 2022 beginnen
Jährliche Verbesserungen an den IFRS Standards 2018-2020
Anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Jänner 2022 beginnen;
Änderungen an IAS 16 „Sachanlagen - Erträge vor der geplanten Nutzung“
Anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Jänner 2022 beginnen
Änderungen an IFRS 3 „Verweise auf das Rahmenkonzept“
Anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Jänner 2022 beginnen;
Alle erstmalig angewendeten neuen oder verbesserten Standards haben keine wesentliche Auswirkung auf die Finanz-, Vermögens- und Ertragslage des Konzerns.
Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2022
174
(48) Neue Standards, die noch nicht angewendet wurden
Die folgenden Standards und Interpretationen sind zum Bilanzstichtag bereits veröffentlicht, waren im Geschäftsjahr jedoch noch nicht verpflichtend anzuwenden:
Änderungen an IFRS 16 „Leasing“: Leasingver-bindlichkeiten bei „Sale and Leaseback“
Anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Jänner 2024 beginnen; zum Stichtag noch nicht in EU-Recht übernommen
Änderungen an IAS1 „Darstellung des Abschlus-ses“ – Klassifikation von Verbindlichkeiten als kurz- und langfristig
Anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Jänner 2024 beginnen; zum Stichtag noch nicht in EU-Recht übernommen
IFRS 17 „Versicherungsverträge“
Anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Jänner 2023 beginnen;
Änderungen an IAS1 „Darstellung des Abschlus-ses“ – Anhangangaben zu den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
Anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Jänner 2023 beginnen
Änderungen an IAS 8 „Rechnungslegungsmetho-den“ – Definition von Bilanzierungsschätzungen“
Anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Jänner 2023 beginnen;
Änderungen an IFRS 17 „Versicherungsverträge“ Erstmalige Anwendung von IFRS 17 und IFRS9 - Vergleichsinformationen
Anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Jänner 2023 beginnen;
Änderungen an IAS 12 „Latente Steuern in Zu-sammenhang mit Vermögenswerten und Schul-den aus einer einzigen Transaktion“
Anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Jänner 2023 beginnen
Änderungen zu IFRS 10 und IAS 28 „Veräuße-rung oder Einbringung von Vermögenswerten zwischen einem Investor und einem assoziierten Unternehmen oder Gemeinschaftsunternehmen“
Anwendung auf unbestimmte Zeit verschoben
Eine freiwillige vorzeitige Anwendung der vorherstehenden Standards und Interpretationen ist nicht geplant. Die geänderten Standards werden voraussichtlich keine wesentliche Aus-wirkung auf den Konzernabschluss haben.
Schwechat, am 16. März 2023
Der Vorstand
Dr. Günther Ofner
Vorstandsmitglied, CFO
Mag. Julian Jäger
Vorstandsmitglied, COO
Konzernunternehmen der Flughafen Wien AG
175
Konzernunternehmen der Flughafen Wien AG
Gesellschaft
Kurzzeichen
Obergesell-schaft
Land
Konzernan-teil*
Konsolidie-rungsart
Segment
Flughafen Wien AG
VIE
Österreich
VK
Alle ohne Malta
Flugplatz Vöslau BetriebsGmbH
LOAV
VAH
Österreich
100,0%
VK
Airport
VIE Logistikzentrum West GmbH & Co KG
LZW
VIEL
Österreich
100,0%
VK
Airport
Flughafen Wien Immobilienver-wertungsgesellschaft m.b.H.
IVW
VIE
Österreich
100,0%
VK
Airport, Retail & Properties
Vienna Aircraft Handling Gesell-schaft m.b.H.
VAH
VIE
Österreich
100,0%
VK
Handling & Sicherheitsdienstleistungen
Vienna International Airport Security Services Ges.m.b.H.
VIAS
VIE
Österreich
100,0%
VK
Handling & Sicherheitsdienstleistungen
Vienna Passenger Handling Ser-vices GmbH
VPHS
VIE
Österreich
100,0%
VK
Handling & Sicherheitsdienstleistungen
VIE Airport Services GmbH(vormals GetService Dienstleis-tungsgesellschaft m.b.H.)
VAS
VIAS
Österreich
100,0%
VK
Handling & Sicherheitsdienstleistungen
Mazur Parkplatz GmbH
MAZU
VIEL
Österreich
100,0%
VK
Retail & Properties
VIE Liegenschaftsbeteiligungs-gesellschaft m.b.H.
VIEL
VIE
Österreich
100,0%
VK
Retail & Properties
VIE Office Park Errichtungs- und Betriebsgesellschaft m.b.H.
VOPE
VIEL
Österreich
100,0%
VK
Retail & Properties
Vienna Airport Business Park Im-mobilienbesitzgesellschaft m.b.H.
BPIB
VIEL
Österreich
100,0%
VK
Retail & Properties
VIE Office Park 3 BetriebsGmbH
OP3
VIEL
Österreich
100,0%
VK
Retail & Properties
VIE Immobilien Betriebs GmbH
IMB
VIEL
Österreich
100,0%
VK
Retail & Properties
VIE Flugbetrieb Immobilien GmbH
VFI
BPIB
Österreich
100,0%
VK
Retail & Properties
Airport Services VIE IMMOBILIEN GmbH
BPL
VIEL
Österreich
100,0%
VK
Retail & Properties
Alpha Liegenschaftsentwicklungs GmbH
ALG
VIEL
Österreich
100,0%
VK
Retail & Properties
Office Park 4 Errichtungs- und Betriebs GmbH
OP4
VIEL
Österreich
100,0%
VK
Retail & Properties
Vienna AirportCity Event GmbH(vormals Vienna AirportCity Con-ferencing & Co-Working GmbH)
VAC
VIE
Österreich
100,0%
VK
Retail & Properties
VIE Shops Entwicklungs- und Betriebsges.m.b.H.
SHOP
VIE
Österreich
100,0%
VK
Retail & Properties
FWAG Entwicklungsgebiet West GmbH
EGW
SHOP
Österreich
100,0%
VK
Retail & Properties
Vienna Airport Health Center GmbH
VHC
VIEL
Österreich
100,0%
VK
Retail & Properties
VIE International Beteiligungs-management Gesellschaft m.b.H.
VINT
VIAB
Österreich
100,0%
VK
Sonstige
Konzernunternehmen der Flughafen Wien AG
176
Gesellschaft
Kurzzeichen
Obergesell-schaft
Land
Konzernan-teil*
Konsolidie-rungsart
Segment
Vienna Airport Technik GmbH
VAT
VIE
Österreich
100,0%
VK
Sonstige
Vienna International Airport Be-teiligungsholding GmbH
VIAB
VIE
Österreich
100,0%
VK
Sonstige
VIE Bauberatungsholding GmbH (vormals: VIE FINANCE HOL-DING GmbH)
VBH
VIE
Österreich
100,0%
VK
Sonstige
VIE Build GmbH
VBG
VBH
Österreich
100,0%
VK
Sonstige
„GetService“-Flughafen-Sicher-heits- und Servicedienst GmbH
GET2
VIAS
Österreich
51,0%
VK
Sonstige
BTS Holding, a.s.
BTSH
VIE
Slowakei
81,0%
VK
Sonstige
KSC Holding, a.s.
KSCH
VIE
Slowakei
100,0%
VK
Sonstige
Load Control International SK s.r.o
LION
VIE
Slowakei
100,0%
VK
Handling & Sicherheitsdienstleistungen
VIE (Malta) Limited
VIE Malta
VINT
Malta
100,0%
VK
Sonstige
VIE Operations Holding Limited
VIE OPH
VINT
Malta
100,0%
VK
Sonstige
Malta Mediterranean Link Con-sortium Limited
MMLC
VIE Malta
Malta
95,9%
VK
Sonstige
Malta International Airport p.l.c.*
MIA
MMLC
Malta
48,4%
VK
Malta
Airport Parking Limited
APL
MIA
Malta
48,4%
VK
Malta
Sky Parks Development Limited
SPD
MIA
Malta
48,4%
VK
Malta
Sky Parks Business Centre Limited
SBC
MIA
Malta
48,4%
VK
Malta
City Air Terminal Betriebsgesell-schaft m.b.H.
CAT
VIE
Österreich
50,1%
EQ
Sonstige
SCA Schedule Coordination Austria GmbH
SCA
VIE
Österreich
49,0%
EQ
Sonstige
Letisko Košice – Airport Košice, a.s.
KSC
KSCH
Slowakei
66,0%
EQ
Sonstige
Flughafen Parken GmbH
FPG
VIE
Deutschland
20,0%
NK
Sonstige
Kirkop PV Farm Limited
KFL
MIA
Malta
48,4%
NK
Malta
* durchgerechnet
Erläuterung Konsolidierungsart:
VK = Vollkonsolidierung
EQ = Konsolidierung nach der Equity-Methode
NK = nicht konsolidiert wegen Unwesentlichkeit
Beteiligungen der Flughafen Wien AG
177
Beteiligungen der Flughafen Wien AG
Wertangaben erfolgen – soweit keine IFRS-Daten vorliegen – nach nationalem Recht.
1. Tochterunternehmen, die im Konzernabschluss in die Vollkonsolidierung einbezogen sind:
a) Österreichische Tochterunternehmen
Vienna Aircraft Handling Gesellschaft m.b.H. (VAH)
Sitz: Schwechat
Kapitalanteil: 100% VIE
Gegenstand des Unternehmens: Diese Gesellschaft bietet ein Komplettserviceprogramm für alle Sparten der allgemeinen Luftfahrt, insbesondere aber für die Business Aviation, an. Die wesentlichen Umsatzträger sind das Private Aircraft Handling sowie die Erfüllungsgehilfentätigkeit für die Flughafen Wien AG im Rahmen der Abfertigung der Luftfahrzeuge im Rahmen der General Aviation (inklusive Betankung und Hangarierung).
Beträge in T€
2022
2021
Umsatzerlöse
11.893,8
10.713,7
Periodenergebnis
500,3
2.267,9
Sonstiges Ergebnis
66,6
2,3
Gesamtergebnis
566,9
2.270,2
Kurz- und Langfristige Vermögenswerte
12.424,2
12.474,9
Kurz- und Langfristige Schulden
3.137,3
3.137,1
Nettovermögen
9.286,9
9.337,8
Flugplatz Vöslau BetriebsGmbH (LOAV)
Sitz: Bad Vöslau
Kapitalanteil: 100% VAH
Gegenstand des Unternehmens: Betrieb und die Entwicklung des Flugplatzes Vöslau sowie Planung, Errichtung und Betreibung von Gebäuden und Anlagen.
Beträge in T€
2022
2021
Umsatzerlöse
1.844,5
1.764,7
Periodenergebnis
340,8
373,0
Sonstiges Ergebnis
4,3
-1,8
Gesamtergebnis
345,1
371,3
Kurz- und Langfristige Vermögenswerte
5.763,3
5.585,1
Kurz- und Langfristige Schulden
1.250,5
1.417,5
Nettovermögen
4.512,8
4.167,7
Beteiligungen der Flughafen Wien AG
178
Mazur Parkplatz GmbH (MAZU)
Sitz: Schwechat
Kapitalanteil: 100% VIEL
Gegenstand des Unternehmens: Betrieb des Parkplatzes Mazur sowie Garagierung.
Beträge in T€
2022
2021
Umsatzerlöse
2.363,8
129,9
Periodenergebnis
879,6
516,7
Sonstiges Ergebnis
0,0
0,0
Gesamtergebnis
879,6
516,7
Kurz- und Langfristige Vermögenswerte
9.310,6
7.943,7
Kurz- und Langfristige Schulden
720,7
233,4
Nettovermögen
8.589,9
7.710,3
Vienna International Airport Beteiligungsholding GmbH (VIAB)
Sitz: Schwechat
Kapitalanteil: 100% VIE
Gegenstand des Unternehmens: Akquisition und Beteiligung internationaler Tochtergesellschaften und Beteiligungen, Mitwirkung bei internationalen Flughafenprivatisierungen. Die Gesellschaft dient als Holding für die Tochtergesellschaft VINT.
Beträge in T€
2022
2021
Umsatzerlöse
0,0
0,0
Periodenergebnis
5,0
-0,5
Sonstiges Ergebnis
0,0
0,0
Gesamtergebnis
5,0
-0,5
Kurz- und Langfristige Vermögenswerte
119.181,6
119.176,7
Kurz- und Langfristige Schulden
0,0
0,0
Nettovermögen
119.181,6
119.176,7
VIE International Beteiligungsmanagement Gesellschaft m.b.H. (VINT)
Sitz: Schwechat
Kapitalanteil: 100% VIAB
Gegenstand des Unternehmens: Gründung und Management von lokalen Projektgesellschaften für internationale Akquisitionsprojekte; Aufbau von Beratungs- und Projektmanagement.
Beträge in T€
2022
2021
Umsatzerlöse
838,9
208,8
Periodenergebnis
124,2
-241,8
Sonstiges Ergebnis
0,0
0,0
Gesamtergebnis
124,2
-241,8
Kurz- und Langfristige Vermögenswerte
120.585,5
120.413,3
Kurz- und Langfristige Schulden
96,5
48,5
Nettovermögen
120.489,0
120.364,8
Beteiligungen der Flughafen Wien AG
179
Flughafen Wien Immobilienverwertungsgesellschaft m.b.H. (IVW)
Sitz: Schwechat
Kapitalanteil: 100% VIE
Gegenstand des Unternehmens: Die gewerbliche Vermietung von Wirtschaftsgütern, insbesondere Immobilien, sowie Erwerb von Liegenschaften und Gebäuden auf dem Gelände der Flughafen Wien AG.
Beträge in T€
2022
2021
Umsatzerlöse
9.282,1
8.950,0
Periodenergebnis
3.275,3
3.086,0
Sonstiges Ergebnis
0,0
0,0
Gesamtergebnis
3.275,3
3.086,0
Kurz- und Langfristige Vermögenswerte
40.424,7
40.149,5
Kurz- und Langfristige Schulden
0,0
0,0
Nettovermögen
40.424,7
40.149,4
VIE Liegenschaftsbeteiligungsgesellschaft m.b.H. (VIEL)
Sitz: Schwechat
Kapitalanteil: 100% VIE
Gegenstand des Unternehmens: Die Gesellschaft dient als Holding für die Tochtergesellschaften BPIB, VOPE, MAZUR, LZW, IMB, ALG, OP4, BPL, VHC und OP3, welche ihren Geschäftszweck im Ankauf, sowie in der Entwicklung und Vermarktung der in ihrem Eigentum stehenden Liegenschaften haben.
Beträge in T€
2022
2021
Umsatzerlöse
0,0
0,0
Periodenergebnis
3.798,3
3.015,4
Sonstiges Ergebnis
0,0
0,0
Gesamtergebnis
3.798,3
3.015,4
Kurz- und Langfristige Vermögenswerte
57.144,4
56.346,1
Kurz- und Langfristige Schulden
0,0
0,0
Nettovermögen
57.144,4
56.346,1
VIE Office Park Errichtungs- und Betriebsgesellschaft m.b.H. (VOPE)
Sitz: Schwechat
Kapitalanteil: 100% VIEL
Gegenstand des Unternehmens: Entwicklung von Liegenschaften, insbesondere des Office Park 2.
Beträge in T€
2022
2021
Umsatzerlöse
2.676,2
3.980,8
Periodenergebnis
291,3
1.260,3
Sonstiges Ergebnis
0,0
0,0
Gesamtergebnis
291,3
1.260,3
Kurz- und Langfristige Vermögenswerte
26.417,8
27.885,7
Kurz- und Langfristige Schulden
3.681,0
5.440,2
Nettovermögen
22.736,8
22.445,4
Beteiligungen der Flughafen Wien AG
180
Vienna Airport Business Park Immobilienbesitzgesellschaft m.b.H. (BPIB)
Sitz: Schwechat
Kapitalanteil: 99% VIEL1% IVW
Gegenstand des Unternehmens: Erwerb und Vermarktung von Liegenschaften.
Beträge in T€
2022
2021
Umsatzerlöse
4.636,6
4.220,3
Periodenergebnis
3.663,5
3.318,6
Sonstiges Ergebnis
0,0
0,0
Gesamtergebnis
3.663,5
3.318,6
Kurz- und Langfristige Vermögenswerte
112.218,6
111.416,2
Kurz- und Langfristige Schulden
81.330,1
80.791,1
Nettovermögen
30.888,5
30.625,1
VIE Office Park 3 BetriebsgmbH (OP3)
Sitz: Schwechat
Kapitalanteil: 99% VIEL1% BPIB
Gegenstand des Unternehmens: Vermietung und Entwicklung der Liegenschaft, insbesondere des Office Park 3.
Beträge in T€
2022
2021
Umsatzerlöse
4.024,9
3.912,9
Periodenergebnis
2.283,3
1.437,3
Sonstiges Ergebnis
0,0
0,0
Gesamtergebnis
2.283,3
1.437,3
Kurz- und Langfristige Vermögenswerte
20.092,7
17.510,0
Kurz- und Langfristige Schulden
653,8
354,4
Nettovermögen
19.438,9
17.155,6
VIE Logistikzentrum West GmbH & Co KG (LZW)
Sitz: Schwechat
Kapitalanteil: 99,7% VIEL0,3% IVW
Gegenstand des Unternehmens: Gegenstand des Unternehmens sind die Entwicklung von Liegenschaften, die Vermietung der im Eigentum der Gesellschaft stehenden Superädifikatsgebäude (Winterdienst- und Maintenance Halle) sowie die Verwaltung eigenen Vermögens.
Beträge in T€
2022
2021
Umsatzerlöse
2.024,1
1.946,2
Periodenergebnis
744,3
673,6
Sonstiges Ergebnis
0,0
0,0
Gesamtergebnis
744,3
673,6
Kurz- und Langfristige Vermögenswerte
10.863,6
10.873,4
Kurz- und Langfristige Schulden
84,9
165,4
Nettovermögen
10.778,7
10.707,9
Beteiligungen der Flughafen Wien AG
181
VIE Immobilien Betriebs GmbH (IMB)
Sitz: Schwechat
Kapitalanteil: 100% VIEL
Gegenstand des Unternehmens: Der Betrieb von Immobilien sowie die Funktion als Komplemen-tärin in Tochter- und Enkeltochtergesellschaften der Flughafen Wien Aktiengesellschaft.
Beträge in T€
2022
2021
Umsatzerlöse
24,3
23,4
Periodenergebnis
100,7
2,6
Sonstiges Ergebnis
0,0
0,0
Gesamtergebnis
100,7
2,6
Kurz- und Langfristige Vermögenswerte
729,7
732,5
Kurz- und Langfristige Schulden
109,9
213,5
Nettovermögen
619,7
519,0
VIE Flugbetrieb Immobilien GmbH (VFI)
Sitz: Schwechat
Kapitalanteil: 94% BPIB6% IMB
Gegenstand des Unternehmens: Vermietung und Verwaltung von Flugbetriebsgebäuden.
Beträge in T€
2022
2021
Umsatzerlöse
1.476,2
1.470,6
Periodenergebnis
-78,4
-223,9
Sonstiges Ergebnis
0,0
0,0
Gesamtergebnis
-78,4
-223,9
Kurz- und Langfristige Vermögenswerte
82.449,0
83.207,7
Kurz- und Langfristige Schulden
73.809,4
74.489,7
Nettovermögen
8.639,6
8.718,0
Alpha Liegenschaftsentwicklungs GmbH (ALG)
Sitz: Schwechat
Kapitalanteil: 100% VIEL
Gegenstand des Unternehmens: Gegenstand der Gesellschaft ist die Entwicklung von Immobilienprojekten, die Vermietung und Veräußerung von Immobilien und das Facility- und Immobilienmanagement und die Erbringung von damit verbundenen Beratungs- und Dienstleistungen.
Beträge in T€
2022
2021
Umsatzerlöse
0,0
0,0
Periodenergebnis
6.163,2
-123,1
Sonstiges Ergebnis
0,0
0,0
Gesamtergebnis
6.163,2
-123,1
Kurz- und Langfristige Vermögenswerte
7.120,8
15.231,9
Kurz- und Langfristige Schulden
0,0
14.274,4
Nettovermögen
7.120,8
957,5
Beteiligungen der Flughafen Wien AG
182
Office Park 4 Errichtungs- und Betriebs GmbH (OP4)
Sitz: Schwechat
Kapitalanteil: 100% VIEL
Gegenstand des Unternehmens: Gegenstand der Gesellschaft ist die Entwicklung von Immobilienprojekten, die Vermietung und Veräußerung von Immobilien und das Facility- und Immobilienmanagement und die Erbringung von damit verbundenen Beratungs- und Dienstleistungen.
Beträge in T€
2022
2021
Umsatzerlöse
1.787,9
1.219,6
Periodenergebnis
-2.174,2
-1.226,5
Sonstiges Ergebnis
0,0
0,0
Gesamtergebnis
-2.174,2
-1.226,5
Kurz- und Langfristige Vermögenswerte
59.346,9
61.110,4
Kurz- und Langfristige Schulden
64.609,8
64.199,2
Nettovermögen
-5.262,9
-3.088,8
Airport Services VIE IMMOBILIEN GmbH (BPL)
Sitz: Fischamend
Kapitalanteil: 94% BPIB6% IMB
Gegenstand des Unternehmens: Gegenstand der Gesellschaft ist die Entwicklung von Immobi-lienprojekten, die Vermietung und Veräußerung von Immobilien und das Facility- und Immobilien-management und die Erbringung von damit verbundenen Beratungs- und Dienstleistungen.
Beträge in T€
2022
2021
Umsatzerlöse
0,0
25,0
Periodenergebnis
-3,8
354,6
Sonstiges Ergebnis
0,0
0,0
Gesamtergebnis
-3,8
354,6
Kurz- und Langfristige Vermögenswerte
32,6
1.676,8
Kurz- und Langfristige Schulden
0,0
9,0
Nettovermögen
32,5
1.667,8
Vienna Airport Technik GmbH (VAT)
Sitz: Schwechat
Kapitalanteil: 100% VIE
Gegenstand des Unternehmens: Die Gesellschaft erbringt Dienstleistungen am Elektroanlagensektor. Weiters ist sie tätig in der Errichtung von elektrischen Anlagen und Versorgungseinrichtungen, überwiegend an technischen Einrichtungen flughafenspezifischer Prägung, und in der Installation elektrischer Infrastruktur.
Beträge in T€
2022
2021
Umsatzerlöse
37.271,2
22.520,5
Periodenergebnis
441,7
344,2
Sonstiges Ergebnis
21,9
-11,3
Gesamtergebnis
463,5
332,9
Kurz- und Langfristige Vermögenswerte
9.158,5
8.175,3
Kurz- und Langfristige Schulden
5.510,1
4.990,3
Nettovermögen
3.648,4
Beteiligungen der Flughafen Wien AG
183
Vienna International Airport Security Services Ges.m.b.H. (VIAS)
Sitz: Schwechat
Kapitalanteil: 100% VIE
Gegenstand des Unternehmens: Die VIAS ist für die Durchführung der Sicherheitskontrollen (Personen- und Handgepäckskontrollen) im Auftrag des Bundesministeriums für Inneres zuständig. Darüber hinaus erbringt sie Leistungen für andere Kunden aus der Luftfahrtbranche (Rollstuhltrans-porte, Großgepäckskontrollen, Dokumentenkontrolle etc.). Die Gesellschaft nimmt über ihre inländi-schen Beteiligungen an Ausschreibungen von Sicherheitsleistungen für Flughäfen teil.
Beträge in T€
2022
2021
Umsatzerlöse
44.145,3
29.313,5
Periodenergebnis
1.660,0
250,6
Sonstiges Ergebnis
360,3
65,7
Gesamtergebnis
2.020,3
316,4
Kurz- und Langfristige Vermögenswerte
26.723,8
26.774,4
Kurz- und Langfristige Schulden
10.376,6
12.447,6
Nettovermögen
16.347,2
14.326,8
Vienna AirportCity Event GmbH (VAC)
vormals Vienna AirportCity Conferencing & Co-Working GmbH (VAC)
Sitz: Schwechat
Kapitalanteil: 100% VIE
Gegenstand des Unternehmens: Im Zuge des Coworking Space Konzepts ist der Unternehmenszweck der Gesellschaft die Vermietung von der Lounge, gemeinsamen Arbeitsplätzen und flexiblen Meetingräumen.
Beträge in T€
2022
2021
Umsatzerlöse
1.632,2
582,0
Periodenergebnis
-27,4
-48,2
Sonstiges Ergebnis
0,0
0,0
Gesamtergebnis
-27,4
-48,2
Kurz- und Langfristige Vermögenswerte
2.470,4
2.503,9
Kurz- und Langfristige Schulden
2.748,6
2.754,7
Nettovermögen
-278,2
-250,8
Vienna Passenger Handling Services GmbH (VPHS)
Sitz: Schwechat
Kapitalanteil: 100% VIE
Gegenstand des Unternehmens: Erbringung von Bodenverkehrsdienstleistungen im Sinne des Flughafen-Bodenabfertigungsgesetz. Die Dienstleistungen entsprechen jenen des Anhanges zum Flughafen-Bodenabfertigungsgesetz.
Beträge in T€
2022
2021
Umsatzerlöse
8.426,8
3.632,1
Periodenergebnis
8,4
11,5
Sonstiges Ergebnis
0,0
0,0
Gesamtergebnis
8,4
11,5
Kurz- und Langfristige Vermögenswerte
1.313,3
1.574,9
Kurz- und Langfristige Schulden
789,5
1.059,5
Nettovermögen
523,8
515,4
Beteiligungen der Flughafen Wien AG
184
VIE Airport Services GmbH (VAS)
vormals: GetService Dienstleistungsgesellschaft m.b.H.
Sitz: Schwechat
Kapitalanteil: 100% VIAS
Gegenstand des Unternehmens: Bewachungstätigkeiten aller Art, Dienst- und Serviceleistungen, die mit dem Betrieb eines Verkehrsflughafens verbunden sind.
Beträge in T€
2022
2021
Umsatzerlöse
4.359,2
1.231,1
Periodenergebnis
86,0
18,8
Sonstiges Ergebnis
-44,6
-0,8
Gesamtergebnis
41,4
18,0
Kurz- und Langfristige Vermögenswerte
1.305,1
840,5
Kurz- und Langfristige Schulden
807,1
383,9
Nettovermögen
498,0
456,6
VIE Airport Health Center GmbH (VHC)
Sitz: Schwechat
Kapitalanteil: 100% VIEL
Gegenstand des Unternehmens: Die VHC bietet Dienstleistungen im Bereich der Gesundheit an.
Beträge in T€
2022
2021
Umsatzerlöse
1.015,1
4.410,8
Periodenergebnis
-141,2
1.237,7
Sonstiges Ergebnis
0,0
0,0
Gesamtergebnis
-141,2
1.237,7
Kurz- und Langfristige Vermögenswerte
4.140,8
4.390,7
Kurz- und Langfristige Schulden
114,8
223,5
Nettovermögen
4.026,0
4.167,1
VIE Bauberatungsholding GmbH (VBH)
vormals VIE FINANCE HOLDING GmbH
Sitz: Kottingbrunn
Kapitalanteil: 99,95% VIE0,05% VIAB
Gegenstand des Unternehmens: Holdingfunktion für die Tochtergesellschaft VIE Build GmbH
Beträge in T€
2022
2021
Umsatzerlöse
0,0
0,0
Periodenergebnis
36,0
468,8
Sonstiges Ergebnis
0,0
0,0
Gesamtergebnis
36,0
468,8
Kurz- und Langfristige Vermögenswerte
337,4
11.670,6
Kurz- und Langfristige Schulden
240,7
109,9
Nettovermögen
96,7
11.560,7
Beteiligungen der Flughafen Wien AG
185
VIE Build GmbH (VBG)
Sitz: Schwechat
Kapitalanteil: 100% VBH
Gegenstand des Unternehmens: Erbringung von Bauleistungen und Baudienstleistungen aller Art, unter anderem für Bauprojekte der FWAG bzw. anderer Auftraggeber sowie auf die Erbringung von Beratungsleistungen im Zusammenhang von Bauvorhaben.
Beträge in T€
2022*
2021
Umsatzerlöse
394,9
n.a.
Periodenergebnis
11,6
n.a.
Sonstiges Ergebnis
0,0
n.a.
Gesamtergebnis
11,6
n.a.
Kurz- und Langfristige Vermögenswerte
244,0
n.a.
Kurz- und Langfristige Schulden
197,5
n.a.
Nettovermögen
46,6
n.a.
*Neugründung
„GetService“-Flughafen-Sicherheits- und Servicedienst GmbH (GET2)
Sitz: Schwechat
Kapitalanteil: 51% VIAS
Gegenstand des Unternehmens: Erbringung von Dienstleistungen des Bewachungsgewerbes, Personalbereitstellung, Reinigungsdienstleistungen einschließlich Schneeräumung etc.
Beträge in T€
2022
2021
Umsatzerlöse
14.271,6
7.978,7
Periodenergebnis
611,8
151,9
Sonstiges Ergebnis
-36,6
-6,0
Gesamtergebnis
575,2
145,9
Kurz- und Langfristige Vermögenswerte
3.338,1
3.286,5
Kurz- und Langfristige Schulden
2.151,0
1.968,3
Nettovermögen
1.187,2
1.318,2
VIE Shops Entwicklungs- und Betriebsges.m.b.H (SHOP)
Sitz: Schwechat
Kapitalanteil: 100% VIE
Gegenstand des Unternehmens: Planung, Entwicklung, Vermarktung und Betrieb von Geschäften auf Flughäfen im In- und Ausland, sowie Erwerb und Verwaltung anderer Unternehmen.
Beträge in T€
2022
2021
Umsatzerlöse
0,0
0,0
Periodenergebnis
-2,5
-3,5
Sonstiges Ergebnis
0,0
0,0
Gesamtergebnis
-2,5
-3,5
Kurz- und Langfristige Vermögenswerte
5.210,3
5.211,7
Kurz- und Langfristige Schulden
30,3
29,2
Nettovermögen
5.180,0
5.182,5
Beteiligungen der Flughafen Wien AG
186
FWAG Entwicklungsgebiet West GmbH (EGW)
Sitz: Schwechat
Kapitalanteil: 100% SHOP
Gegenstand des Unternehmens: Erwerb und Entwicklung von Liegenschaften aller Art sowie Be-trieb und Vermietung von Immobilien.
Beträge in T€
2022
2021
Umsatzerlöse
3,3
0,0
Periodenergebnis
-114,2
2,0
Sonstiges Ergebnis
0,0
0,0
Gesamtergebnis
-114,2
2,0
Kurz- und Langfristige Vermögenswerte
5.441,7
5.199,3
Kurz- und Langfristige Schulden
350,2
-6,4
Nettovermögen
5.091,5
5.205,7
b) Slowakische Tochterunternehmen
BTS Holding a.s. (BTSH)
Sitz: Bratislava, Slowakei
Kapitalanteil: 47,7% VIE33,3% VINT
Gegenstand des Unternehmens: Erbringung von Service- und Beratungsleistungen für Flughäfen. Die Gesellschaft sollte zudem die geplante Beteiligung am Flughafen Bratislava halten.
Beträge in T€
2022
2021
Umsatzerlöse
0,0
0,0
Periodenergebnis
4.937,1
-161,8
Sonstiges Ergebnis
0,0
0,0
Gesamtergebnis
4.937,1
-161,8
Kurz- und Langfristige Vermögenswerte
5.089,2
146,2
Kurz- und Langfristige Schulden
16,1
10,3
Nettovermögen
5.073,1
135,9
KSC Holding a.s. (KSCH)
Sitz: Bratislava, Slowakei
Kapitalanteil: 47,7% VIE52,3% VINT
Gegenstand des Unternehmens: Unternehmenszweck der Gesellschaft ist neben der Haltung der Beteiligung von 66 Prozent am Flughafen Košice die Erbringung von Beratungsleistungen.
Beträge in T€
2022
2021
Umsatzerlöse
0,0
0,0
Periodenergebnis
1.278,0
187,5
Sonstiges Ergebnis
0,0
0,0
Gesamtergebnis
1.278,0
187,5
Kurz- und Langfristige Vermögenswerte
38.839,0
37.564,4
Kurz- und Langfristige Schulden
8,2
11,6
Nettovermögen
38.830,7
37.552,8
Beteiligungen der Flughafen Wien AG
187
Load Control International SK s.r.o (LION)
Sitz: Košice, Slowakei
Kapitalanteil: 100% VIE
Gegenstand des Unternehmens: Unternehmenszweck der Gesellschaft ist die Erstellung von Load Sheets.
Beträge in T€
2022
2021
Umsatzerlöse
1.121,0
623,0
Periodenergebnis
34,0
11,7
Sonstiges Ergebnis
0,0
0,0
Gesamtergebnis
34,0
11,7
Kurz- und Langfristige Vermögenswerte
245,3
193,7
Kurz- und Langfristige Schulden
229,3
211,6
Nettovermögen
16,1
-18,0
c) Maltesische Tochterunternehmen
VIE (Malta) Limited (VIE Malta)
Sitz: Luqa, Malta
Kapitalanteil: 99,8% VINT0,2% VIAB
Gegenstand des Unternehmens: Erbringung von Serviceleistungen und Beratungsleistungen für Flughäfen. Halten der Beteiligung an der Malta Mediterranean Link Consortium Ltd. sowie Malta International Airport plc.
Beträge in T€
2022
2021
Umsatzerlöse
0,0
0,0
Periodenergebnis
-58,9
-119,7
Sonstiges Ergebnis
0,0
0,0
Gesamtergebnis
-58,9
-119,7
Kurz- und Langfristige Vermögenswerte
73.325,7
73.968,8
Kurz- und Langfristige Schulden
8.189,9
8.774,2
Nettovermögen
65.135,8
65.194,7
VIE Operations Holding Limited (VIE OPH)
Sitz: Luqa, Malta
Kapitalanteil: 99,95% VINT0,05% VIAB
Gegenstand des Unternehmens: Holdingfunktion für die Gesellschaft VIE Operations Limited (Liquidiert und Endkonsolidiert).
Beträge in T€
2022
2021
Umsatzerlöse
0,0
0,0
Periodenergebnis
-25,2
0,0
Sonstiges Ergebnis
0,0
0,0
Gesamtergebnis
-25,2
0,0
Kurz- und Langfristige Vermögenswerte
147,5
184,6
Kurz- und Langfristige Schulden
137,3
149,2
Nettovermögen
10,2
35,4
Beteiligungen der Flughafen Wien AG
188
Malta Mediterranean Link Consortium Ltd. (MMLC)
Sitz: La Valetta, Malta
Kapitalanteil: 95,9% VIE Malta
Gegenstand des Unternehmens: Halten der Beteiligung am Flughafen Malta International Airport p.l.c. (MIA).
Beträge in T€
2022
2021
Umsatzerlöse
0,0
0,0
Periodenergebnis
-51,6
-48,8
Sonstiges Ergebnis
0,0
0,0
Gesamtergebnis
-51,6
-48,8
Kurz- und Langfristige Vermögenswerte
50.220,8
50.279,7
Kurz- und Langfristige Schulden
14,3
21,5
Nettovermögen
50.206,5
50.258,1
Malta International Airport plc. (MIA)
Sitz: Luqa, Malta
Kapitalanteil: 10,1% VIE Malta40,0% MMLC
Gegenstand des Unternehmens: Betrieb des Flughafen Malta International Airport.
Beträge in T€
2022
2021
Umsatzerlöse
83.644,2
43.510,5
Periodenergebnis
38.200,4
6.494,4
Sonstiges Ergebnis
0,0
0,0
Gesamtergebnis
38.200,4
6.494,4
Kurz- und Langfristige Vermögenswerte
281.788,5
239.427,8
Kurz- und Langfristige Schulden
112.949,9
109.023,0
Nettovermögen
168.838,7
130.404,8
Airport Parking Limited (APL)
Sitz: Luqa, Malta
Kapitalanteil: 100% MIA
Gegenstand des Unternehmens: Betrieb des Parkplatzes und der Garagierung am Flughafen Malta.
Beträge in T€
2022
2021
Umsatzerlöse
3.106,1
2.451,3
Periodenergebnis
27,7
-186,4
Sonstiges Ergebnis
0,0
0,0
Gesamtergebnis
27,7
-186,4
Kurz- und Langfristige Vermögenswerte
18.979,1
19.905,1
Kurz- und Langfristige Schulden
17.362,7
18.316,4
Nettovermögen
1.616,4
1.588,7
Beteiligungen der Flughafen Wien AG
189
Sky Parks Development Limited (SPD)
Sitz: Luqa, Malta
Kapitalanteil: 100% MIA
Gegenstand des Unternehmens: Entwicklung und Management von Officegebäuden am Flug-hafen Malta.
Beträge in T€
2022
2021
Umsatzerlöse
2.107,5
2.070,1
Periodenergebnis
517,5
491,5
Sonstiges Ergebnis
0,0
0,0
Gesamtergebnis
517,5
491,5
Kurz- und Langfristige Vermögenswerte
16.632,9
17.211,5
Kurz- und Langfristige Schulden
15.825,3
16.921,4
Nettovermögen
807,6
290,1
Sky Parks Business Center Limited (SBC)
Sitz: Luqa, Malta
Kapitalanteil: 100% MIA
Gegenstand des Unternehmens: Betrieb von Officegebäuden (Skypark) am Flughafen Malta.
Beträge in T€
2022
2021
Umsatzerlöse
3.385,2
3.263,3
Periodenergebnis
120,6
76,0
Sonstiges Ergebnis
0,0
0,0
Gesamtergebnis
120,6
76,0
Kurz- und Langfristige Vermögenswerte
4.002,0
3.909,0
Kurz- und Langfristige Schulden
2.351,1
2.378,8
Nettovermögen
1.650,9
1.530,3
Beteiligungen der Flughafen Wien AG
190
2. Gemeinschaftsunternehmen, die im Konzernabschluss nach der „Equity-Methode“ konsolidiert sind:
City Air Terminal Betriebsgesellschaft m.b.H. (CAT)
Beteiligungsverhältnis: Gemeinschaftsunternehmen
Sitz: Schwechat
Kapitalanteil: 50,1% VIE
Gegenstand des Unternehmens: Betrieb des City-Airport-Express als Eisenbahnverkehrsunter-nehmen auf der Strecke Wien-Mitte und Flughafen Schwechat sowie Betrieb von Check-in-Einrich-tungen am Bahnhof Wien-Mitte verbunden mit Gepäckslogistik für Flugpassagiere; Beratung von Dritten betreffend die Organisation und Durchführung von Verkehrsanbindungen zwischen Städten und Flughäfen.
Beträge in T€
2022
2021
Umsatzerlöse
10.027,1
766,7
Periodenergebnis
423,9
-152,0
Sonstiges Ergebnis
0,0
0,0
Gesamtergebnis
423,9
-152,0
Der vorstehende Jahresüberschuss enthält die folgenden Beträge:
Beträge in T€
2022
2021
Planmäßige Abschreibungen
1.917,5
1.916,6
Zinserträge
0,1
0,0
Zinsaufwendungen
90,2
100,1
Ertragsteueraufwand oder -ertrag
20,6
-63,6
Beträge in T€
31.12.2022
31.12.2021
Kurzfristige Vermögenswerte
11.015,9
7.370,2
Langfristige Vermögenswerte
10.610,7
12.481,5
Kurzfristige Schulden
3.642,1
1.776,3
Langfristige Schulden
3.524,2
4.039,0
Nettovermögen
14.460,3
14.036,4
In den vorstehend angeführten Vermögenswerten und Schulden sind folgende Beträge enthalten:
Beträge in T€
31.12.2022
31.12.2021
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
15,2
16,4
Kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten *
0,0
0,0
Langfristige finanzielle Verbindlichkeiten *
0,0
0,0
* ohne Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten sowie Rückstellungen
Die Überleitung vom anteiligen Nettovermögen auf den Buchwert stellt sich wie folgt dar:
Beträge in T€
2022
2021
Anteil am Nettovermögen des Beteiligungsunternehmen zum 1.1. (anteiliges Eigenkapital)
7.032,2
7.108,4
Gesamtergebnis, das dem Konzern zuzurechnen ist
212,4
-76,2
Ausbezahlte Dividende und Kapitalrückzahlungen
0,0
0,0
Buchwert zum 31.12.
7.244,6
7.032,2
Beteiligungen der Flughafen Wien AG
191
Letisko Košice – Airport Košice, a.s. (KSC)
Beteiligungsverhältnis: Gemeinschaftsunternehmen
Sitz: Košice, Slowakei
Kapitalanteil: 66% KSCH
Gegenstand des Unternehmens: Betrieb des Flughafens Košice.
Beträge in T€
2022*
2021
Umsatzerlöse
20.103,2
9.007,4
Periodenergebnis
2.026,4
326,4
Sonstiges Ergebnis
0,0
0,0
Gesamtergebnis
2.026,4
326,4
* vorläufige Werte
Der vorstehende Jahresüberschuss enthält die folgenden Beträge:
Beträge in T€
2022*
2021
Planmäßige Abschreibungen
1.058,1
891,0
Zinserträge
0,0
0,0
Zinsaufwendungen
0,0
0,0
Ertragsteueraufwand oder -ertrag
393,6
754,0
* vorläufige Werte
Beträge in T€
31.12.2022*
31.12.2021
Kurzfristige Vermögenswerte
19.330,5
16.552,1
Langfristige Vermögenswerte
39.067,8
38.163,1
Kurzfristige Schulden
2.152,0
1.465,7
Langfristige Schulden
1.355,9
1.140,0
Nettovermögen
54.890,5
52.109,6
* vorläufige Werte
In den vorstehend angeführten Vermögenswerten und Schulden sind folgende Beträge enthalten:
Beträge in T€
31.12.2022*
31.12.2021
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
16.625,3
15.027,6
Kurzfristige finanzielle Verbindlichkeiten**
0,0
0,0
Langfristige finanzielle Verbindlichkeiten**
0,0
0,0
* vorläufige Werte
** ohne Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten sowie Rückstellungen
Die Überleitung vom anteiligen Nettovermögen auf den Buchwert stellt sich wie folgt dar:
Beträge in T€
31.12.2022*
31.12.2021
Anteil am Nettovermögen des Beteiligungsunternehmen zum 1.1. (anteiliges Eigenkapital)
33.730,9
33.255,7
Anpassung Gesamtergebnis (aperiodisch)
8,5
Gesamtergebnis, das dem Konzern zuzurechnen ist
1.309,2
215,4
Sonstige
0,0
251,3
Ausbezahlte Dividende
0,0
0,0
Buchwert zum 31.12.
35.040,1
* vorläufige Werte
Beteiligungen der Flughafen Wien AG
192
3. Assoziierte Unternehmen, die im Konzernabschluss nach der „Equity-Methode“ konsolidiert sind:
SCA Schedule Coordination Austria GmbH (SCA)
Beteiligungsverhältnis: Assoziiertes Unternehmen
Sitz: Schwechat
Kapitalanteil: 49% VIE
Gegenstand des Unternehmens: Zuweisung und Akkordierung von Zeitnischen in Übereinstimmung mit den gesetzlichen Bestimmungen, den von der IATA definierten Prinzipien sowie den sonstigen anwendbaren gesetzlichen Bestimmungen und die Realisierung von allen mit dem Unternehmenszweck direkt oder indirekt verbundenen Tätigkeiten.
Beträge in T€
2022
2021
Umsatzerlöse
697,0
578,0
Periodenergebnis
-75,0
-24,0
Sonstiges Ergebnis
0,0
0,0
Gesamtergebnis
-75,0
-24,0
Kurz- und Langfristige Vermögenswerte
n.a.
n.a.
Kurz- und Langfristige Schulden
n.a.
n.a.
Nettovermögen
626,4
702,0
Beträge in T€
Buchwerte der Anteile an nicht wesentlichen assoziierten Unternehmen
31.12.2022
31.12.2021
Buchwert der Anteile an SCA
399,5
393,7
Beteiligungen der Flughafen Wien AG
193
4. Tochterunternehmen, die nicht in den Konzernabschluss einbezogen wurden:
Kirkop PV Farm Limited (KFL)
Sitz: Luqa, Malta
Kapitalanteil: 100% MIA
Gegenstand des Unternehmens: Die Haupttätigkeit des Unternehmens liegt darin die Möglichkei-ten der Stromerzeugung mit Photovoltaik zu erforschen.
Beträge in T€
2022
2021
Umsatzerlöse
0,0
0,0
Periodenergebnis
0,0
0,0
Sonstiges Ergebnis
0,0
0,0
Gesamtergebnis
0,0
0,0
Kurz- und Langfristige Vermögenswerte
1,2
1,2
Kurz- und Langfristige Schulden
0,0
0,0
Nettovermögen
1,2
1,2
Wesentliche nicht beherrschende Anteile
194
Wesentliche nicht beherrschende Anteile
Es folgen zusammengefasste Finanzinformationen für den Teilkonzern Malta International Airport plc – der wesentliche nicht beherrschende Anteile enthält. Diese werden entsprechend den Rechnungslegungsmethoden des Konzerns erstellt und um die fortgeführten Anpassungen des beizulegenden Zeitwertes zum Erwerbszeitpunkt verändert. Der Teilkonzern Malta Inter-national Airport p.l.c ist dem Segment Malta zugeordnet. Unter Sonstige sind Tochterunter-nehmen mit unwesentlichen nicht beherrschenden Anteilen in Summe zusammengefasst. Diese betreffen die Gesellschaften MMLC und BTSH.
Wesentliche nicht beherrschende Anteile
195
Geschäftsjahr 2022
in T€
MIA Gruppe vor konzerninternen Eliminierungen
Konzerninterne Eliminierungen
MIA Gruppe nachkonzerninternen Eliminierungen
Sonstige vor konzern-internen Eliminierungen
Konzerninterne Eliminierungen
Sonstige nach konzern-internen Eliminierungen
Gesamt
Prozentsatz nicht beherrschende Anteile durchgerechnet
51,56%
51,56%
51,56%
Prozentsatz nicht beherrschende Anteile nicht durchgerechnet
49,90%
49,90%
49,90%
Firmenwert
28.407,6
0,0
28.407,6
0,0
0,0
0,0
Übrige Langfristige Vermögenswerte
287.547,6
0,0
287.547,6
49.506,2
-49.506,2
0,0
Kurzfristige Vermögenswerte
92.256,2
0,0
92.256,2
5.803,8
0,0
5.803,8
Langfristige Schulden
90.036,9
0,0
90.036,9
0,0
0,0
0,0
Kurzfristige Schulden
49.521,3
-74,3
49.447,0
30,4
-25,0
5,5
Nettovermögen
268.653,2
74,3
268.727,4
55.279,6
-49.481,2
5.798,4
Nettovermögen der nicht beherrschenden Anteile
123.870,6
123.870,6
3.050,0
-2.052,2
997,8
124.868,4
Umsatzerlöse
88.016,9
0,0
88.016,9
0,0
0,0
0,0
Periodenergebnis
37.435,1
0,0
37.435,1
4.885,6
12,5
4.898,0
Sonstiges Ergebnis
233,4
0,0
233,4
0,0
0,0
0,0
Gesamtergebnis
37.668,6
0,0
37.668,6
4.885,6
12,5
4.898,0
Nicht beherrschenden Anteilen zugeordnetes Periodenergebnis
19.301,5
0,0
19.301,5
938,5
0,5
939,0
Nicht beherrschenden Anteilen zugeordnetes sons-tiges Ergebnis
120,4
0,0
120,4
0,0
0,0
0,0
Nicht beherrschenden Anteilen zugeordnetes Gesamtergebnis
19.421,9
0,0
19.421,9
938,5
0,5
939,0
20.360,9
Cash Flow aus der betrieblichen Tätigkeit
49.387,8
4.884,1
Cash Flow aus der Investitionstätigkeit
-47.581,2
0,0
Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit
0,0
0,0
Dividende an nicht beherrschende Anteile
0,0
0,0
0,0
Nettoerhöhung (Nettoabnahme) der Zahlungs-mittel und Zahlungsmitteläquivalente
1.806,6
Wesentliche nicht beherrschende Anteile
196
Geschäftsjahr 2021
in T€
MIA Gruppe vor konzerninternen Eliminierungen
Konzerninterne Eliminierungen
MIA Gruppe nachkonzerninternen Eliminierungen
Sonstige vor konzern-internen Eliminierungen
Konzerninterne Eliminierungen
Sonstige nach konzern-internen Eliminierungen
Gesamt
Prozentsatz nicht beherrschende Anteile durchgerechnet
51,56%
51,56%
51,56%
Prozentsatz nicht beherrschende Anteile nicht durchgerechnet
49,90%
49,90%
49,90%
Firmenwert
28.407,6
0,0
28.407,6
0,0
0,0
0,0
Übrige Langfristige Vermögenswerte
288.718,5
0,0
288.718,5
49.506,2
-49.506,2
0,0
Kurzfristige Vermögenswerte
50.054,3
0,0
50.054,3
919,7
0,0
919,7
Langfristige Schulden
90.386,7
0,0
90.386,7
0,0
0,0
0,0
Kurzfristige Schulden
45.809,0
-62,3
45.746,8
31,8
-12,5
19,4
Nettovermögen
230.984,6
62,3
231.046,9
50.394,0
-49.493,7
900,3
Nettovermögen der nicht beherrschenden Anteile
104.448,7
104.448,7
2.111,6
-2.052,8
58,8
104.507,5
Umsatzerlöse
47.433,0
0,0
47.433,0
0,0
0,0
0,0
Periodenergebnis
5.692,1
0,0
5.692,1
-210,6
12,5
-198,1
Sonstiges Ergebnis
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
Gesamtergebnis
5.692,1
0,0
5.692,1
-210,6
12,5
-198,1
Nicht beherrschenden Anteilen zugeordnetes Periodenergebnis
2.934,8
0,0
2.934,8
-32,9
0,5
-32,3
Nicht beherrschenden Anteilen zugeordnetes sons-tiges Ergebnis
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
0,0
Nicht beherrschenden Anteilen zugeordnetes Gesamtergebnis
2.934,8
0,0
2.934,8
-32,9
0,5
-32,3
2.902,5
Cash Flow aus der betrieblichen Tätigkeit
10.343,1
-202,5
Cash Flow aus der Investitionstätigkeit
-14.651,4
0,0
Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit
476,0
0,0
Dividende an nicht beherrschende Anteile
0,0
0,0
0,0
Nettoerhöhung (Nettoabnahme) der Zahlungs-mittel und Zahlungsmitteläquivalente
-3.832,3
-202,5
Erklärung des Vorstands
197
Erklärung des Vorstands
gemäß § 124 Abs. 1 Z 3 BörseG 2018
Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rech-nungslegungsstandards aufgestellte Konzernabschluss ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt, dass der Konzernlagebericht den Geschäftsverlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Konzerns so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns entsteht, und dass der Konzernlagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen der Konzern ausgesetzt ist.
Schwechat, am 16. März 2023
Der Vorstand
Dr. Günther Ofner
Vorstandsmitglied, CFO
Mag. Julian Jäger
Vorstandsmitglied, COO
Bestätigungsvermerk
198
Bestätigungsvermerk
Bericht zum Konzernabschluss
Prüfungsurteil
Wir haben den Konzernabschluss der
Flughafen Wien Aktiengesellschaft, Schwechat,
und ihrer Tochtergesellschaften („der Konzern“), bestehend aus der Konzern-Bilanz zum 31. De-zember 2022, der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, der Konzern-Gesamtergebnisrech-nung, der Konzern-Geldflussrechnung und der Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr und dem Konzernanhang, geprüft.
Nach unserer Beurteilung entspricht der Konzernabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2022 sowie der Ertragslage und der Zahlungsströme des Konzerns für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, und den zusätzlichen Anfor-derungen des § 245a UGB.
Grundlage für das Prüfungsurteil
Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-Verordnung Nr 537/2014 (im Folgenden AP-VO) und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsgemäßer Ab-schlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern die Anwendung der Internatio-nal Standards on Auditing (ISA). Unsere Verantwortlichkeiten nach diesen Vorschriften und Standards sind im Abschnitt „Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses“ unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind vom Konzern unabhängig in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmens- und be-rufsrechtlichen Vorschriften und wir haben unsere sonstigen beruflichen Pflichten in Überein-stimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise bis zum Datum dieses Bestätigungsvermerkes ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu diesem Datum zu dienen.
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflicht-gemäßen Ermessen am bedeutsamsten für unsere Prüfung des Konzernabschlusses des Ge-schäftsjahres waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzes und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksich-tigt und wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.
Werthaltigkeit von Sachanlagen und Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien
Siehe Konzernanhang Abschnitt IV sowie Note (14) und Note (15)
Bestätigungsvermerk
199
Das Risiko für den Abschluss
Der Werthaltigkeit von Sachanlagen und Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien kommt besondere Bedeutung zu, weil im Konzernabschluss der Gesellschaft diese Posten mit EUR 1.478 Mio rund 66 % der Bilanzsumme repräsentieren.
Das Management der Gesellschaft prüft an jedem Abschlussstichtag, ob Anhaltspunkte (Triggering Events) für Wertminderungen vorliegen. Im Falle von Triggering Events untersucht das Management die Werthaltigkeit der betreffenden Sachanlagen und Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien durch Vergleich ihrer Buchwerte mit den beizulegenden Zeitwerten abzüglich der Verkaufskosten. Die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte erfolgt als Barwert der zukünftig erzielbaren Zahlungsmittelströme mittels eines anerkannten Discounted Cash Flow-Verfahrens. Sollte der beizulegende Zeitwert abzüglich der Verkaufskosten unter dem Buchwert liegen erfolgt zusätzlich die Ermittlung des Nutzungswerts.
Den Werthaltigkeitstests liegen Annahmen und Schätzungen zugrunde. Die Werthaltigkeit ist im Wesentlichen abhängig von der Einschätzung des Managements hinsichtlich der künf-tigen Zahlungsmittelzu- und -abflüsse, von den zugrunde gelegten Diskontierungszinssätzen, Wachstumsraten sowie vom betrachteten Planungszeitraum und ist daher mit bedeutenden Schätzungsunsicherheiten behaftet.
Für den Abschluss besteht das Risiko einer Überbewertung der Sachanlagen und Als Finanz-investition gehaltene Immobilien.
Unsere Vorgehensweise in der Prüfung
Wir haben die Werthaltigkeit der Sachanlagen und Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien wie folgt beurteilt:
Zur Beurteilung, ob Triggering Events vorliegen, haben wir in Gesprächen mit dem Ma-nagement ein Verständnis über die Planungsannahmen sowie die relevanten Prozesse und internen Kontrollen erlangt. Darüber hinaus haben wir die Konzeption und Einrichtung aus-gewählter interner Kontrollen beurteilt.
Wir haben die Vorgehensweise und angewendeten Methoden zur Werthaltigkeitsüberprü-fung der Sachanlagen und Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien beurteilt und kritisch hinterfragt, ob diese Prozesse geeignet sind, die Sachanlagen und Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien angemessen zu bewerten. Weiters haben wir in Stichproben das Be-wertungsmodell, die Planungsannahmen und die Bewertungsparameter überprüft.
Die der Bewertung zugrunde gelegten Planungszahlen haben wir in Stichproben mit den vom Management genehmigten Planungsrechnungen abgestimmt. Zur Beurteilung der Pla-nungstreue haben wir in Stichproben sowohl die im Geschäftsjahr tatsächlich eingetretenen Zahlungsmittelströme als auch die aktuellen Planungszahlen mit den Planungszahlen der Vorperioden verglichen. Dabei beobachtete Abweichungen haben wir mit dem Management besprochen.
Die bei der Bestimmung der Diskontierungszinssätze herangezogenen Annahmen haben wir durch Abgleich mit markt- und branchenspezifischen Richtwerten unter Konsultation unserer Bewertungsspezialisten auf Angemessenheit beurteilt und das zur Ermittlung der Diskontierungssätze verwendete Berechnungsschema nachvollzogen.
Die betroffenen Buchwerte haben wir mit der Anlagenbuchhaltung abgestimmt. Weiters haben wir beurteilt, ob die qualitativen und quantitativen Angaben zur Werthaltigkeit der Sachanlagen und Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien im Konzernanhang angemes-sen sind.
Bestätigungsvermerk
200
Sonstige Informationen
Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen alle Informationen im Geschäftsbericht, ausgenommen den Konzern-abschluss, den Konzernlagebericht und den Bestätigungsvermerk.
Den konsolidierten Corporate Governance Bericht und den Bericht des Aufsichtsrats haben wir vor dem Datum des Bestätigungsvermerks erlangt, die übrigen Teile des Geschäftsberichts werden uns voraussichtlich nach diesem Datum zur Verfügung gestellt.
Unser Prüfungsurteil zum Konzernabschluss erstreckt sich nicht auf diese sonstigen Infor-mationen, und wir geben keine Art der Zusicherung darauf.
Im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses haben wir die Verant-wortlichkeit, diese sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonsti-gen Informationen wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss oder unseren bei der Abschlussprüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder anderweitig falsch dargestellt erscheinen.
Falls wir auf der Grundlage der von uns zu den vor dem Datum des Bestätigungsvermerks des Abschlussprüfers erlangten sonstigen Informationen durchgeführten Arbeiten den Schluss ziehen, dass eine wesentliche falsche Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten. Wir haben in diesem Zusammenhang nichts zu berichten.
Verantwortlichkeiten der gesetzlichen Vertreter und des Prüfungsausschusses für den Konzernabschluss
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses und dafür, dass dieser in Übereinstimmung mit den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den zusätzlichen Anforderungen des § 245a UGB ein möglichst getreues Bild der Vermö-gens, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist.
Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verant-wortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit – sofern einschlägig – anzugeben, sowie dafür, den Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit anzuwenden, es sei denn, die gesetzlichen Vertreter beabsichtigen, entweder den Konzern zu liquidieren oder die Unternehmenstätigkeit einzustellen oder haben keine realistische Alternative dazu.
Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungs-prozesses des Konzerns.
Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses
Unsere Ziele sind hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist und einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unser Prüfungsurteil beinhaltet.
Bestätigungsvermerk
201
Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit der AP-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsgemäßer Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, durchgeführte Abschlussprüfung eine wesentliche falsche Darstellung, falls eine solche vorliegt, stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich an-gesehen, wenn von ihnen einzeln oder insgesamt vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses getroffenen wirtschaftlichen Ent-scheidungen von Nutzern beeinflussen.
Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der AP-VO und mit den öster-reichischen Grundsätzen ordnungsgemäßer Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, üben wir während der gesamten Abschlussprüfung pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung.
Darüber hinaus gilt:
Wir identifizieren und beurteilen die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern im Abschluss, planen Prüfungshandlungen als Re-aktion auf diese Risiken, führen sie durch und erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als ein aus Irrtümern resultierendes, da dolose Handlungen kollusives Zu-sammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen oder das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
Wir gewinnen ein Verständnis von dem für die Abschlussprüfung relevanten internen Kon-trollsystem, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen an-gemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des internen Kontrollsystems der Gesellschaft abzugeben.
Wir beurteilen die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rech-nungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dar-gestellten geschätzten Werte in der Rechnungslegung und damit zusammenhängende Angaben.
Wir ziehen Schlussfolgerungen über die Angemessenheit der Anwendung des Rechnungs-legungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit durch die gesetzlichen Vertreter sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die erhebliche Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir die Schlussfolgerung ziehen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, in unserem Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grund-lage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zu-künftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch die Abkehr des Konzerns von der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zur Folge haben.
Wir beurteilen die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Ge-schäftsvorfälle und Ereignisse in einer Weise wiedergibt, dass ein möglichst getreues Bild erreicht wird.
Wir erlangen ausreichende geeignete Prüfungsnachweise zu den Finanzinformationen der Einheiten oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns, um ein Prüfungsurteil zum Konzernabschluss abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und
Bestätigungsvermerk
202
Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die Alleinverantwortung für unser Prüfungsurteil.
Wir tauschen uns mit dem Prüfungsausschuss unter anderem über den geplanten Umfang und die geplante zeitliche Einteilung der Abschlussprüfung sowie über bedeutsame Prüfungs-feststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Abschlussprüfung erkennen, aus.
Wir geben dem Prüfungsausschuss auch eine Erklärung ab, dass wir die relevanten beruf-lichen Verhaltensanforderungen zur Unabhängigkeit eingehalten haben und uns mit ihm über alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte austauschen, von denen vernünftiger-weise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit und – sofern einschlägig – damit zusammenhängende Schutzmaßnahmen auswirken.
Wir bestimmen von den Sachverhalten, über die wir uns mit dem Prüfungsausschuss aus-getauscht haben, diejenigen Sachverhalte, die am bedeutsamsten für die Prüfung des Kon-zernabschlusses des Geschäftsjahres waren und daher die besonders wichtigen Prüfungs-sachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte in unserem Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus oder wir bestimmen in äußerst seltenen Fällen, dass ein Sachverhalt nicht in unserem Bestätigungsvermerk mitgeteilt werden sollte, weil vernünftigerweise erwartet wird, dass die negativen Folgen einer solchen Mitteilung deren Vorteile für das öffentliche Interesse übersteigen würden.
Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen
Bericht zum Konzernlagebericht
Der Konzernlagebericht ist aufgrund der österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschrif-ten darauf zu prüfen, ob er mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob er nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt wurde.
Zu der im Konzernlagebericht enthaltenen nichtfinanziellen Erklärung ist es unsere Verant-wortlichkeit zu prüfen, ob sie aufgestellt wurde, sie zu lesen und dabei zu würdigen, ob diese sonstigen Informationen wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss oder unseren bei der Abschlussprüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften.
Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit den Berufsgrundsätzen zur Prüfung des Konzernlageberichts durchgeführt.
Urteil
Nach unserer Beurteilung ist der Konzernlagebericht nach den geltenden rechtlichen Anfor-derungen aufgestellt worden, enthält die nach § 243a UGB zutreffenden Angaben, und steht in Einklang mit dem Konzernabschluss.
Bestätigungsvermerk
203
Erklärung
Angesichts der bei der Prüfung des Konzernabschlusses gewonnenen Erkenntnisse und des gewonnenen Verständnisses über den Konzern und sein Umfeld haben wir keine wesentlichen fehlerhaften Angaben im Konzernlagebericht festgestellt.
Zusätzliche Angaben nach Artikel 10 AP-VO
Wir wurden von der Hauptversammlung am 27. Mai 2022 als Abschlussprüfer gewählt und am 25. Juli 2022 vom Aufsichtsrat mit der Abschlussprüfung der Gesellschaft für das am 31. Dezem-ber 2022 endende Geschäftsjahr beauftragt.
Wir sind ohne Unterbrechung seit dem Konzernabschluss zum 31. Dezember 2007 Abschluss-prüfer der Gesellschaft.
Wir erklären, dass das Prüfungsurteil im Abschnitt „Bericht zum Konzernabschluss“ mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 der AP-VO in Einklang steht.
Wir erklären, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen (Artikel 5 Abs 1 der AP-VO) erbracht haben und dass wir bei der Durchführung der Abschlussprüfung unsere Unabhängig-keit von der geprüften Gesellschaft gewahrt haben.
Auftragsverantwortliche Wirtschaftsprüferin
Die für die Abschlussprüfung auftragsverantwortliche Wirtschaftsprüferin ist Frau Mag. Heidi Schachinger.
Wien, 17. März 2023
KPMG Austria GmbH
Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft
Mag. Heidi Schachinger
Wirtschaftsprüferin
Flughafen Wien Aktiengesellschaft
Lagebericht für das Geschäftsjahr 2022
Die Flughafen Wien AG
205
Hinweis: Bei der Summierung gerundeter Beträge und Prozentangaben können durch die Verwendung automatischer Rechenhilfen rundungsbedingte Rechendifferenzen auftreten. Dies gilt auch für sonstige Angaben wie Personalstand, Verkehrszahlen etc.
Die Flughafen Wien AG
Beschreibung des Geschäftsmodells
Die Flughafen Wien Aktiengesellschaft betreibt als Zivilflugplatzhalter den Flughafen Wien und bietet die gesamte damit im Zusammenhang stehende Dienstleistungspalette an. Diese um-fassen den operativen Flughafenbetrieb, Bodenabfertigungsdienste, Sicherheitsdienstleistungen und sonstige Dienstleistungen.
Die Geschäftstätigkeit der Flughafen Wien AG ist in mehrere Bereiche unterteilt.
Der Geschäftsbereich „Operations“ ist für den Betrieb und die Instandhaltung aller Bewe-gungsflächen des Terminals, sämtlicher Anlagen und Einrichtungen zur Passagier- und Gepäck-abfertigung sowie für die Sicherheitskontrollen von Personen und Handgepäck am Flughafen Wien verantwortlich.
Die Erbringung von Ground- und Frachthandling sowie sonstige Dienstleistungen zur Abfer-tigung von Luftfahrzeugen und Passagieren sind im Bereich „Abfertigungsdienste“ angesiedelt.
Das „Center-Management“ sowie das „Immobilien- & Standortmanagement“ sind für die Bereiche Shopping und Gastronomie, Werbung, Parken und die Vermietung von Büro- und Cargo-Flächen zuständig.
Diese Bereiche werden durch die Service- und Fachbereiche Informationssysteme, Finanz- und Rechnungswesen, Generalsekretariat, Revision, Kommunikation, Planung, Bau & Bestands-management, Strategie, Controlling & Beteiligungsmanagement, Personal und dem Zentralen Einkauf unterstützt.
Gesamtwirtschaftliches Umfeld
206
Gesamtwirtschaftliches Umfeld
Das makroökonomische Umfeld, Wirtschaftswachstum, Währungsrelationen sowie die Ent-wicklung der verfügbaren Einkommen und des internationalen Handels haben großen Einfluss auf die Entwicklung des Luftverkehrs. Der Flughafen Wien ist als zentraleuropäischer, inter-nationaler Hub primär von der wirtschaftlichen Entwicklung der Eurozone und der CEE-Region (Zentral- und Osteuropa) betroffen. Das gilt auch für die Flughäfen Malta und Košice, welche zusätzlich auch von der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung in ihrer Region wesentlich be-einflusst werden. Wichtige Faktoren für die Entwicklung des FWAG-Konzerns sind auch die ökonomische und politische Lage im Fernen, Mittleren und Nahen Osten sowie in Russland, wie auch der kriegerische Angriff Russlands auf die Ukraine (siehe dazu auch Risikobericht).
Die starke Erholung der Weltwirtschaft von den negativen Einflüssen der Corona-Pandemie und den Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung der Krankheit hat im Jahr 2022 einen erheblichen Dämpfer erlitten. Bedingt durch den militärischen Konflikt zwischen Russland und der Ukraine sowie die noch immer spürbaren Folgen der Pandemie, haben Versorgungs-unsicherheiten und Irritationen der Lieferketten die Inflationsraten rund um den Globus auf ein jahrzehntelang nicht mehr gesehenes Niveau getrieben. Als Reaktion auf diesen starken Geld-wertverfall reagierten die meisten Zentralbanken mit deutlichen Erhöhungen der Leitzinssätze und nahmen damit bewusst ein Abkühlen der jeweiligen Ökonomien in Kauf.
Über das Gesamtjahr 2022 gesehen, wird das globale Wirtschaftswachstum von 6,2% im Jahr 2021 auf voraussichtlich 3,4% zurückgehen. Die Euro-Zone kam im Vergleich mit einem Wachs-tumsrückgang von 5,3% im Jahr 2021 auf voraussichtlich 3,5% vorerst noch glimpflich davon. Für Österreich ergibt sich durch den vergleichbar hohen Anteil des Tourismussektors an der Wirtschaftsleistung im Jahr 2022 sogar ein Wirtschaftswachstum in Höhe von 4,7% (2021: 4,6%) (Quelle: WIFO Reports on Austria 01/2023, International Monetary Fund, Jan. 2023).
Unter der Annahme einer Stabilisierung der Gasliefermengen von Russland nach Europa, langfristig stabiler Inflationserwartungen und - trotz des erhöhten Zinsniveaus – begrenzter rezessiver Effekte, wird für 2023 mit einem globalen Wirtschaftswachstum von 2,9% gerechnet. Die Euro-Zone ist mit einem prognostizierten Wirtschaftswachstum von nur 0,7% in 2023 (USA: 1,4%) überdurchschnittlich stark betroffen. Nach dem vergleichsweise robusten Wirtschafts-wachstum 2022 von 4,7% wird die österreichische Wirtschaft im Jahr 2023 mit einem erwarteten BIP-Plus von bloß 0,3% nahezu stagnieren (Quelle: WIFO Reports on Austria 01/2023, Inter-national Monetary Fund, Jan. 2023).
Ein weiterer entscheidender Faktor für die globale, europäische und österreichische Kon-junkturentwicklung ist die durch den russischen Angriffskrieg deutlich gestiegene Inflation. Die Preise sowohl für energetische als auch nicht energetische Rohstoffe sind 2022 markant angestiegen und trieben die Inflation in Österreich auf 8,6%. Für 2023 wird wegen der wieder rückläufigen Energiepreise eine geringere Inflationsrate von 6,5% prognostiziert. Die Inflation verbleibt dennoch auf einem hohen Niveau. Erst 2024 (3,6%) und 2025 (2,9%) ist mit einer Nor-malisierung der Teuerungsrate in Richtung des langfristigen Inflationsziels der EZB von 2% zu rechnen. (Quelle: OeNB - Gesamtwirtschaftliche Prognose, 12/2022)
Gesamtwirtschaftliches Umfeld
207
Entwicklung der österreichischen Tourismuswirtschaft und Reisetätigkeit
Nach zwei Jahren Pandemie mit rückläufigen Nächtigungszahlen konnten die Nächtigungen im Jahr 2022 mit insgesamt plus 72,2% erstmals wieder deutlich zulegen. Besonders die in 2020 und 2021 stärker eingebrochenen Nächtigungen ausländischer Gäste konnten mit plus 96,3% einen überproportionalen Beitrag zu dieser Erholung im Vergleich zu österreichischen Gästen (+31,4%) leisten. (Quelle: Statistik Austria)
Die Erholung des Tourismus zeigt sich auch in der Reisetätigkeit der Österreicher. Während in Q1-3/2021 nur 12,3 Mio. Urlaubsreisen getätigt wurden, stieg dieser Wert im gleichen Zeit-raum 2022 auf 18,9 Mio. an, was einem Plus von über 53% entspricht. Den größten Zuwachs verzeichneten Urlaubsreisen in das Ausland (+ 98%), aber auch Reisen innerhalb Österreichs stiegen um rund 23%. Auch Geschäftsreisen verzeichneten in Q1-3/2022 ein starkes Plus von 81,2% (Inland +64,2%, Ausland +101,9%). (Quelle: Statistik Austria)
Verkehrsentwicklung des Flughafen Wien
208
Verkehrsentwicklung des Flughafen Wien
Deutlicher Anstieg der Passagierzahlen (+127,6%) gegenüber dem Vorjahr
Verkehrskennzahlen
2022
Veränderung zu 2021
2021
2019
Gesamtpassagiere (in Mio.)
23,7
127,6%
10,4
31,7
davon Lokalpassagiere (in Mio.)
17,8
126,9%
7,8
24,3
davon Transferpassagiere (in Mio.)
5,8
130,3%
2,5
7,2
davon Transitpassagiere (in Mio.)
0,1
93,3%
0,0
0,2
Flugbewegungen
188.412
68,9%
111.567
266.802
MTOW (in Mio. Tonnen)
7,9
66,0%
4,7
10,9
Fracht (Luftfracht und Trucking; in Tonnen)
250.637
-4,1%
261.299
283.806
Sitzladefaktor in %
77,6
n.a.
62,5
77,3
Anzahl der Destinationen
211
11,1%
190
217
Anzahl der Airlines
69
4,5%
66
77
Im Jahr 2022 zählte der Flughafen Wien insgesamt 23.682.133 Passagiere, das entspricht einem starken Anstieg von 127,6% im Vergleich zu 2021. Die Auswirkungen der globalen COVID-19 Krise waren vor allem noch im Verlauf des ersten Quartals 2022 spürbar. Durch den Ende Februar aus-gebrochenen Krieg in der Ukraine wurden alle Flüge von Wien nach Russland und in die Ukraine eingestellt. Die direkten Auswirkungen auf den Flughafen Wien betrugen rund 4% des Passagier-volumens. Durch die Aufhebung und Lockerung zahlreicher Reiserestriktionen legte das Inter-esse an Flugreisen insbesondere gegen Ende des ersten Quartals, aber vor allem mit Beginn des Sommerflugplans deutlich zu. Die Entwicklung wurde unter anderem durch den Wegfall des 3G-Nachweises bei der Einreise nach Österreich per 16. Mai gefördert. Das passagierstärkste Quartal in diesem Jahr war das dritte Quartal mit insgesamt 8,2 Mio. Reisenden. Mehr als ein Drittel der Gesamtpassagiere wurden in diesem Quartal abgefertigt. Auch der stärkste Tag des Jahres 2022 fiel in diesen Zeitraum. Am Sonntag, den 31. Juli, wurden insgesamt 102.670 Passagiere abgefertigt und an 42 weiteren Tagen mehr als 90.0000 Reisende. Im vierten Quartal sorgten u.a. die öster-reichweit einheitlichen Herbstferien Ende Oktober für einen weiteren Passagieraufschwung.
Der Flughafen Wien liegt mit seiner Pünktlichkeit in Europa im absoluten Spitzenfeld und platzierte sich laut dem Flugplandaten-Unternehmen OAG auch 2022 an dritter Stelle der pünktlichsten Flughäfen in Europa (Flughäfen 2019 mit über 20 Mio. Passagiere).
Die Anzahl der Lokalpassagiere stieg im Vergleich zum Vorjahr auf 17.809.927 Fluggäste, das entspricht einem Wachstum von 126,9%. Die Zahl der Transferpassagiere legte gegenüber dem Vorjahr um 130,3% auf 5.794.588 Reisende zu.
Im Vergleich zu 2021 entwickelten sich bis auf das Frachtaufkommen alle allgemeinen Kenn-zahlen positiv: Die Anzahl der Flugbewegungen ist um 68,9% auf 188.412 Starts und Landungen gestiegen. Die durchschnittliche Auslastung (Sitzladefaktor) der Passagierflüge erhöhte sich um 15,1 Prozentpunkte auf 77,6%. Das Höchstabfluggewicht (MTOW) steigerte sich um 66,0% auf 7.856.315 Tonnen. Das Frachtaufkommen reduzierte sich hingegen um 4,1% auf 250.637 Tonnen.
2022 wurde der Flughafen Wien von 69 Fluglinien angeflogen, die 211 Destinationen in 65 Ländern im Linienverkehr bedienten.
Verkehrsentwicklung des Flughafen Wien
Hinweis: In den Tabellen zur Verkehrsentwicklung wird neben dem Berichtsjahr 2022 und der Vorjahresperiode 2021 auch das Vorkrisen-niveau (Jahr 2019) angegeben.
Verkehrsentwicklung
209
Passagierentwicklung am Flughafen Wien
Aufkommen abfliegender Passagiere (Linie & Charter) 2022 nach Regionen
Regionen
2022
Veränderung zu 2021
2021
2019
Anteil 2022
Anteil 2021
Anteil 2019
Westeuropa
8.230.803
126,2%
3.638.751
10.717.728
69,8%
70,2%
68,0%
Osteuropa
2.008.215
96,2%
1.023.344
2.755.423
17,0%
19,7%
17,5%
Ferner Osten
196.254
420,2%
37.727
698.436
1,7%
0,7%
4,4%
Naher und Mittlerer Osten
711.710
186,6%
248.317
797.495
6,0%
4,8%
5,1%
Nordamerika
364.053
169,4%
135.124
459.377
3,1%
2,6%
2,9%
Afrika
251.778
174,3%
91.781
333.305
2,1%
1,8%
2,1%
Lateinamerika
21.866
235,8%
6.512
593
0,2%
0,1%
0,0%
11.784.679
127,4%
5.181.556
15.762.357
100,0%
100,0%
100,0%
Abgeflogene Passagiere, Entwicklung 2022 im Vergleich zu 2021 bzw. Anteil am Gesamtpassagieraufkommen 2022
Im Gesamtjahr 2022 konnten alle Regionen gegenüber dem Vorjahr einen Passagierzuwachs verzeichnen. Die folgenden Zahlen beziehen sich jeweils auf abfliegende Passagiere.
Nach Westeuropa erhöhte sich das Passagieraufkommen um 126,2% auf 8.230.803 Reisende. Der Marktanteil dieser Region am Gesamtaufkommen reduzierte sich im Vergleich zur Vor-jahresperiode marginal um 0,4 Prozentpunkte auf 69,8%.
In die Region Osteuropa stieg die Anzahl der Passagiere um +96,2% auf 2.008.215. Der Anteil der Reisenden am Gesamtaufkommen verringerte sich auch bedingt durch den Krieg in der Ukraine um 2,7 Prozentpunkte auf 17,0%.
Destinationen im Fernen Osten verzeichneten gegenüber dem Vorjahr ein Plus von 420,2% auf 196.254 Passagiere, wodurch sich deren Anteil am Gesamtpassagieraufkommen von 0,7% auf 1,7% mehr als verdoppelte.
In den Nahen und Mittleren Osten wurden 711.710 Reisende gezählt – ein Plus von 186,6%. Der Anteil dieser Region am Passagieraufkommen erhöhte sich um 1,2 Prozentpunkte auf 6,0%.
Verkehrsentwicklung
210
Nach Nordamerika stieg die Anzahl der Fluggäste um 169,4% auf 364.053, was einem Markt-anteil von 3,1% nach 2,6% im Vorjahr entspricht.
Afrika zog mit 251.778 Reisenden um 174,3% mehr Fluggäste an. Der Anteil am Passagierauf-kommen erhöhte sich leicht von 1,8% auf 2,1%.
Die Region Lateinamerika zählte 21.866 Passagiere, was einem Plus von 235,8% entspricht. Der Marktanteil am Passagieraufkommen in diese Region erhöhte sich um 0,1 Prozentpunkte auf 0,2%.
Die 5 passagierstärksten Destinationen 2022 (abfliegende Passagiere)
Destinationen
2022
Veränderung zu 2021
2021
2019
1. London
515.095
353,2%
113.645
707.002
2. Paris
369.560
139,6%
154.219
514.760
3. Istanbul
368.186
78,6%
206.123
369.986
4. Frankfurt
361.449
95,5%
184.852
562.166
5. Amsterdam
310.283
101,6%
153.897
475.165
Entwicklung des Passagieraufkommens im zentral- und osteuropäischen Raum 2022 (abfliegende Passagiere)
Destinationen
2022
Veränderung zu 2021
2021
2019
1. Bukarest
216.766
127,1%
95.462
312.843
2. Warschau
169.022
164,4%
63.930
192.884
3. Sofia
135.307
103,1%
66.625
173.492
4. Belgrad
101.936
108,6%
48.870
101.230
5. Tirana
100.242
49,9%
66.874
90.402
6. Pristina
94.804
45,3%
65.261
57.605
7. Podgorica
79.764
91,4%
41.676
42.004
8. Prag
77.676
360,7%
16.859
87.049
9. Riga
75.146
216,3%
23.761
66.219
10. Krakau
73.849
> 500%
1.655
63.698
Sonstige
883.703
66,0%
532.371
1.567.997
Abfliegende Passagiere
2.008.215
96,2%
1.023.344
2.755.423
Verkehrsentwicklung
211
Entwicklung des Passagieraufkommens Langstrecke 2022 (abfliegende Passagiere)
Destinationen
2022
Veränderung zu 2021
2021
2019
1. Bangkok
112.555
> 500%
8.677
178.010
2. Newark
75.419
115,2%
35.045
67.295
3. Chicago
68.937
93,0%
35.724
80.342
4. Toronto
58.429
266,4%
15.945
76.248
5. Washington
49.816
59,8%
31.176
56.481
6. New York
46.325
236,8%
13.753
62.470
7. Addis Abeba
34.994
86,8%
18.730
39.813
8. Montreal
32.669
> 500%
3.481
39.664
9. Los Angeles
32.458
n.a.
0
56.732
10. Male
25.367
63,5%
15.512
9.358
Sonstige
103.380
264,4%
28.372
569.845
Abfliegende Passagiere
640.349
210,2%
206.415
1.236.258
Entwicklung des Passagieraufkommens in den Nahen und Mittleren Osten 2022 (abfliegende Passagiere)
Destinationen
2022
Veränderung zu 2021
2021
2019
1. Tel Aviv
262.875
177,2%
94.816
299.119
2. Dubai
166.561
121,1%
75.339
211.893
3. Doha
80.348
176,0%
29.107
116.397
4. Amman
61.602
210,8%
19.822
50.129
5. Abu Dhabi
53.006
> 500%
2.906
0
Sonstige
87.318
231,7%
26.327
119.957
Abfliegende Passagiere
711.710
186,6%
248.317
797.495
Verkehrsentwicklung
212
Passagieraufkommen nach Airlines 2022
Fluglinie
2022
Verän-derung zu 2021
2021
2019
Anteil 2022
Anteil 2021
Anteil 2019
Austrian
11.144.003
123,1%
4.995.915
13.673.856
47,1%
48,0%
43,2%
Ryanair/Lauda
4.946.744
152,8%
1.956.721
2.656.939
20,9%
18,8%
8,4%
Wizz Air
1.600.351
77,1%
903.850
2.080.809
6,8%
8,7%
6,6%
Turkish Airlines
574.977
80,7%
318.256
550.309
2,4%
3,1%
1,7%
Eurowings
482.731
156,5%
188.188
2.277.788
2,0%
1,8%
7,2%
Lufthansa
412.371
178,5%
148.068
730.061
1,7%
1,4%
2,3%
Emirates
311.360
108,3%
149.503
415.533
1,3%
1,4%
1,3%
KLM Royal Dutch Airlines
305.033
77,6%
171.778
379.618
1,3%
1,7%
1,2%
Pegasus Airlines
299.579
93,3%
155.002
291.831
1,3%
1,5%
0,9%
Iberia
281.753
193,3%
96.067
304.067
1,2%
0,9%
1,0%
Sonstige
3.323.231
151,3%
1.322.175
8.301.378
14,0%
12,7%
26,2%
davon Lufthansa-Gruppe¹
12.311.095
123,4%
5.509.617
17.318.078
52,0%
52,9%
54,7%
davon Low-Cost Carrier
7.322.493
127,1%
3.224.205
7.663.225
30,9%
31,0%
24,2%
Passagiere Gesamt
23.682.133
127,6%
10.405.523
31.662.189
100,0%
100,0%
100,0%
1) Lufthansa Gruppe: Austrian, Brussels Airlines, Eurowings, Lufthansa und SWISS
Entwicklung der größten Airlines am Flughafen Wien
Durch die Erholung des Verkehrs in der Luftfahrt beförderte Austrian, der größte Kunde am Standort, im vergangenen Jahr 2022 insgesamt 11.144.003 Passagiere. Die Airline konnte im Jahr 2022 gegenüber 2021 einen Anstieg der Fluggäste von 123,1% verzeichnen. Der Marktanteil von Austrian am Gesamtpassagieraufkommen gegenüber 2021 ist dennoch leicht um 0,9 Prozent-punkte auf 47,1% gesunken.
Der zweitgrößte Carrier am Flughafen Wien, Ryanair/Lauda, verzeichnete im Jahr 2022 4.946.744 Passagiere, was einem Zuwachs von 152,8% gegenüber dem Vorjahr entspricht. Der Marktanteil konnte um 2,1 Prozentpunkte auf 20,9% gesteigert werden.
Wizz Air verbuchte einen Passagieranstieg von 77,1% auf 1.600.351 Reisende im Jahr 2022. Der Marktanteil verringerte sich gegenüber 2021 um 1,9 Prozentpunkte auf 6,8%.
Leichter Rückgang beim Frachtaufkommen (minus 4%)
Die gesamte umgeschlagene Frachtmenge am Flughafen 2022 (inklusive des zweiten Cargo-Handling-Anbieters) betrug 250.637 Tonnen, was einem Rückgang um 4,1% gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die Frachtmenge liegt damit noch 11,7% unter dem Jahr 2019.
Das von der Flughafen Wien AG abgefertigte Frachtvolumen lag im Berichtsjahr bei 203.567 Tonnen, was einem Minus von 3,1% gegenüber 2021 und einem durchschnittlichen Marktanteil von 81,2% entspricht.
Während das Volumen der abgefertigten Luftfracht am Flughafen Wien im Vergleich zum Vorjahr mit 169.448 Tonnen stabil blieb (minus 0,2%), sank das Trucking-Volumen um 11,3% auf einen Wert von 81.149 Tonnen. Innerhalb der Luftfracht gab es beim Belly-Verkehr durch
Verkehrsentwicklung
213
die Wiederaufnahme zahlreicher Langstreckenverbindungen eine satte Steigerung um 49,3%, während das Volumen des Frachter-Segments insbesondere aufgrund des Ausbleibens des Charter-Verkehrs um 18,6% sank. Rückgängen im Import (minus 10,2%) stand ein Wachstum bei den Exportmengen (plus 5,3%) gegenüber.
Generell folgt dieser Fracht-Rückgang einem globalen Trend, im europäischen Vergleich konnte sich der Flughafen Wien mit dem moderaten Rückgang von 4,1% gut behaupten. Hem-mende Faktoren für die Fracht-Entwicklung stellten vor allem globale Lieferengpässe, der Krieg in der Ukraine, die Corona-Situation in China, die Angst vor einer globalen Rezession und die erhöhte Inflation dar.
Entgelte- und Incentive-Politik am Flughafen Wien
214
Entgelte- und Incentive-Politik am Flughafen Wien
Die Entgeltanpassungen aufgrund der Price-Cap-Formel sowie die Methodik der Anpassungen für 2022 werden durch das Flughafenentgeltegesetz (FEG) geregelt.
Die Novellierung des FEG aufgrund der Covid-19-Pandemie führte zu folgenden Änderungen bei der Berechnung der Flughafenentgelte:
Die Flughafenentgelte am Flughafen Wien werden gemäß § 17a FEG vorübergehend um die durchschnittliche Inflation (gerechnet vom 1.8. bis 31.7.) angepasst. Diese Regelung endet einerseits mit dem Ablauf des 31. Dezember 2026. Das bedeutet, dass die Flughäfen im Ent-geltantrag 2026 wieder zur bestehenden Formel zurückkehren und mit 1. Jänner 2027 wieder die bestehende Formel anwenden.
Sollte sich die Branche andererseits aber rascher erholen, ist eine schnellere Rückkehr zur bestehenden Formel vorgesehen. Das ist dann der Fall, wenn ein dreijähriger Durchschnitt der Verkehrsmenge (MTOW, Treibstoffmenge, Passagierzahl) den dreijährigen Durchschnitt von 1.8.2016 bis 31.7.2019 übersteigt.
Nach den entsprechenden Konsultationen mit den Fluglinien beantragte die Flughafen Wien AG folgende Änderungen der Entgelte ab 1.1.2022, welche von der Obersten Zivilluftfahrtbehörde per Bescheid genehmigt wurden:
Landeentgelt, Infrastrukturentgelt Airside, Parkentgelt:+1,75%
Fluggastentgelt, Infrastrukturentgelt Landside, Sicherheitsentgelt:+1,75%
Infrastrukturentgelt Betankung:+1,75%
Das PRM-Entgelt (Entgelt für „Passengers with Reduced Mobility“ – Flugreisende mit ein-geschränkter Mobilität) betrug € 0,70/abfliegender Passagier.
Die Flughafen Wien AG hat zeitlich begrenzt, freiwillig und nicht präjudiziell ab 1.1.2022 das Fluggastentgelt für Transferpassagiere auf der Kurz- und Mittelstrecke um € 8,60/abfliegender Transferpassagier und auf der Langstrecke um € 12,60/abfliegender Transferpassagier gesenkt. Der Transferincentive wurde gestrichen.
Ergänzend wurde mit dem Volumen-Incentive das nachhaltige Passagiervolumen von Flug-linien mit einer Basis in Wien gefördert und mit dem Transfer-Security-Incentive die Rolle des Flughafen Wien als Hubairport weiter gestärkt.
Umsatzentwicklung
215
Umsatzentwicklung
Nach dem pandemiebedingten Rückgang der Umsatzerlöse im Jahr 2020, konnten die Um-satzerlöse im Jahr 2021 und 2022 wieder zulegen. Der Umsatz der Flughafen Wien AG lag mit € 605,6 Mio. um 68,9% über der Vergleichsperiode (2021: € 358,6 Mio.).
Die Airport-Erträge verdoppelten sich durch Passagierwachstum im Berichtsjahr auf € 305,8 Mio. (2021: € 154,0 Mio.). Der Anstieg des MTOW und das Bewegungswachstum führten zu einem Anstieg der Landeentgelte um 66,3% auf € 72,1 Mio. Das Fluggastentgelt (ohne PRM) konnte im Berichtsjahr aufgrund des Passagierwachstum (Gesamtpassagiere am Flughafen Wien plus 127,6%) auf € 182,5 Mio. zulegen (2021: € 90,4 Mio.). Das Sicherheitsentgelt liegt mit € 101,3 Mio. ebenfalls um 131,1% über dem Vorjahr. Die Ermäßigungen erhöhten sich in Summe um 103,7% auf € 91,7 Mio.
Im Jahr 2022 konnten die Abfertigungserträge um 35,5% auf € 112,8 Mio. zulegen (2021: € 83,2 Mio.). Die Erlöse aus dem Ramp Handling in Höhe von € 62,7 Mio. liegen um € 24,9 Mio. über dem Niveau von 2021. Die Traffic Erlöse verzeichneten ebenfalls ein Plus von 62,0% auf € 10,7 Mio. Die Ermäßigungen aus Abfertigungserträgen beliefen sich auf € 1,0 Mio. (2021: € 0,9 Mio.). Die Fracht-Erlöse lagen mit € 26,8 Mio. (2021: € 29,0 Mio.) leicht unter dem Vor-jahreswert. Die Erlöse aus Einzelleistungen beliefen sich auf € 13,6 Mio. (2021: € 10,7 Mio.). Der durchschnittliche Marktanteil der VIE-Abfertigung (Luftfahrzeuge/Bewegungen) beläuft sich auf 87,0% (2021: 88,6%).
Die Non-Aviation-Erlöse inklusive Erlöse von Konzerngesellschaften erhöhten sich im Jahr 2022 in Summe um 54,1% bzw. € 65,7 Mio. auf € 187,0 Mio. Positiv entwickelten sich die Miet- und Konzessionserträge (inkl. Loungen), welche um € 60,5 Mio. auf € 129,6 Mio. stiegen. Die Erträge aus Leistungen an Konzerngesellschaften legten ebenfalls um 28,6% auf € 31,0 Mio. zu.
Ertragslage
216
Ertragslage
Die Ergebnisentwicklung der Flughafen Wien AG für das Geschäftsjahr 2022 im Überblick:
Gewinn- und Verlustrechnung, Kurzfassung
Beträge in € Mio.
2022
Veränderung
2021
Umsatzerlöse
605,6
68,9%
358,6
Sonstige betriebliche Erträge (inkl. aktivierter Eigenleistungen)
20,3
-71,2%
70,6
Betriebsleistung
625,9
45,8%
429,2
Betriebsaufwand ohne Abschreibungen
-416,1
28,1%
-324,9
EBITDA
209,8
101,1%
104,3
Abschreibungen
-91,1
-4,6%
-95,5
EBIT
118,6
n.a.
8,8
Finanzergebnis
8,6
89,6%
4,6
EBT
127,3
n.a.
13,3
Steuern
-30,0
n.a.
1,5
Jahresüberschuss
97,3
n.a.
14,8
Im Jahr 2022 stieg der Umsatz der Flughafen Wien AG aufgrund des Passagier- und Bewe-gungswachstums um 68,9% bzw. € 247,0 Mio. auf € 605,6 Mio. Die Aviation-Erträge legten um 76,4% auf € 418,6 Mio. zu. Auch die Non-Aviation-Erlöse verzeichneten ein Plus um 54,1% auf € 187,0 Mio.
Die aktivierten Eigenleistungen stiegen im Vorjahresvergleich um 132,5% auf € 2,3 Mio. (2021: € 1,0 Mio.). Die sonstigen betrieblichen Erträge (exkl. aktivierter Eigenleistungen) liegen mit € 18,0 Mio. deutlich unter dem Vorjahresniveau (2021: € 69,6 Mio.). Dies ist auf den Rückgang der sonstigen Unterstützungsmaßnahmen im Zusammenhang mit COVID-19 zurückzuführen. Während im Vorjahr u.a. noch € 47,0 Mio. für Kurzarbeitshilfen erfasst wurden, waren es im Be-richtsjahr durch die Beendigung der Kurzarbeit mit Q1/2022 nur € 7,6 Mio. Gegenläufig wirkten höhere Auflösungen von Rückstellungen in Höhe von € 6,3 Mio. (2021: € 1,8 Mio.). Die Erträge aus dem Abgang vom und der Zuschreibung zum Anlagevermögen beliefen sich auf € 0,2 Mio. (2021: € 0,2 Mio.).
Betriebsaufwand um 20,7% auf € 507,3 Mio. gestiegen
Beträge in € Mio.
2022
2021
Materialaufwand, bezogene Leistungen
66,4
44,8
Personalaufwand
190,2
187,3
Sonstiger betrieblicher Aufwand
159,6
92,8
Abschreibungen (inkl. außerplanmäßiger Abschreibung)
91,1
95,5
Summe Betriebsaufwand
507,3
420,4
Die Aufwendungen für Material und bezogene Leistungen erhöhten sich in Summe um € 21,5 Mio. auf € 66,4 Mio. Die Energieaufwendungen stiegen um € 5,8 Mio. auf € 18,2 Mio. Der höhere Verbrauch von Treibstoffen und Material führte zu einem Anstieg der Materialaufwen-dungen um € 5,0 Mio. auf € 13,5 Mio. Auch die Aufwendungen für bezogene Leistungen in Höhe
Ertragslage
217
von € 34,6 Mio. legten im Vergleich zum Vorjahr zu (2021: € 23,9 Mio.). Dies ist im Wesentlichen auf höhere bezogene Sicherheitsdienstleistungen der Vienna International Airport Security Services Ges.m.b.H. (VIAS) zurückzuführen.
Der Personalaufwand erhöhte sich in Summe um 1,5% bzw. € 2,9 Mio. auf € 190,2 Mio. (2021: € 187,3 Mio.), wobei die Löhne um € 7,2 Mio. auf € 71,9 Mio. anstiegen. Die Gehälter erhöhten sich um € 5,5 Mio. auf € 79,3 Mio. Bis Ende des ersten Quartals 2022 wurde die mit 16. März 2020 am Standort Wien eingeführte COVID-19-Kurzarbeit weitergeführt. Die Förderungen im Zusammenhang mit der Kurzarbeit wurden in den sonstigen betrieblichen Erträgen erfasst. Die gesamte durchschnittliche Mitarbeiterzahl (Arbeiter und Angestellte, FTE) sank um 6,6% auf 2.657 Mitarbeiter (2021: 2.846). Durch parameterbedingte Rückstellungsveränderungen wurde im Berichtsjahr ein Ertrag für Abfertigungen unter Berücksichtigung der betrieblichen Mitarbeitervorsorgekasse in Höhe von € 6,4 Mio. erfasst (2021: Aufwand in Höhe von € 5,3 Mio.). Die Aufwendungen für die Altersversorgung verringerten sich um € 1,4 Mio. auf € 0,8 Mio. (2021: € 2,2 Mio.). Weiters sind im Personalaufwand Dotierungen sonstiger Personalrückstellungen (u.a. Unterauslastung) in Höhe von rund € 10,3 Mio. enthalten. Die Aufwendungen für Sozial-abgaben erhöhten sich hingegen leicht um € 2,1 Mio. auf € 42,6 Mio. (2021: € 40,5 Mio.). Die sonstigen Sozialaufwendungen stiegen ebenfalls um € 1,1 Mio. auf € 2,0 Mio. (2021: € 0,8 Mio.).
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen stiegen im Jahr 2022 betriebsbedingt auf € 159,6 Mio. (2021: € 92,8 Mio.) an. Wesentlich getrieben wurde dies durch die Erhöhung der Fremdleistungen von Konzerngesellschaften, welche um € 30,3 Mio. auf € 86,9 Mio. stiegen. Auch die extern bezogenen Fremdleistungen erhöhten sich um € 8,5 Mio. auf € 12,8 Mio. Die Aufwendungen für Marketing und Marktkommunikation verzeichneten einen Anstieg um € 8,3 Mio. auf € 9,7 Mio. Im Berichtsjahr mussten Forderungen im Ausmaß von € 5,9 Mio. (2021: € 0,6 Mio.) wertberichtigt werden.
EBITDA steigt um € 105,5 Mio. auf € 209,8 Mio.
Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) der Flughafen Wien AG erhöhte sich im Berichtsjahr um € 105,5 Mio. auf € 209,8 Mio. (2021: € 104,3 Mio.).
Abschreibungen von € 91,1 Mio.
Beträge in € Mio.
2022
2021
Abschreibungen (inkl. Wertminderungen)
91,1
95,5
Investitionen (inkl. Finanzanlagen)
38,7
36,3
2022 wurden € 0,5 Mio. in immaterielles Anlagevermögen sowie € 38,2 Mio. in Sachanlagever-mögen investiert (inkl. Umbuchungen). Im Vorjahr wurde eine außerplanmäßige Abschreibung in Höhe von € 0,4 Mio. erfasst. Siehe dazu die Ausführungen im Anhang.
Die planmäßigen Abschreibungen reduzierten sich im Vergleich zum Vorjahr um € 4,0 Mio. auf € 91,1 Mio. (2021: € 95,2 Mio.).
EBIT auf € 118,6 Mio. verbessert (2021: € 8,8 Mio.)
Aufgrund des Umsatzwachstums stieg das EBIT der Flughafen Wien AG um € 109,9 Mio. auf € 118,6 Mio. (2021: € 8,8 Mio.).
Ertragslage
218
Positives Finanzergebnis von € 8,6 Mio. (2021: € 4,6 Mio.)
Das Finanzergebnis erhöhte sich im Berichtsjahr um € 4,1 Mio. auf € 8,6 Mio. Dies ist einerseits auf höhere Zinserträge in Höhe von € 2,3 Mio. (2021: € 1,2 Mio.) und andererseits auf geringere Zinsaufwendungen in Höhe von € 12,3 Mio. (2021: € 14,5 Mio.) zurückzuführen.
Ergebnis vor Steuern auf € 127,3 Mio. gesteigert(2021: € 13,3 Mio.)
In Summe erzielte die Flughafen Wien AG 2022 ein positives Ergebnis vor Ertragsteuern in Höhe von € 127,3 Mio. (2021: € 13,3 Mio.). Der Steueraufwand betrug € 30,0 Mio. (Steuerertrag 2021: € 1,5 Mio.). Der Jahresüberschuss beträgt daher Berichtsjahr € 97,3 Mio. (2021: € 14,8 Mio.).
Finanzlage, Vermögens- und Kapitalstruktur
219
Finanzlage, Vermögens- und Kapitalstruktur
Bilanzstruktur der Flughafen Wien AG
2022
2021
Aktiva
Anlagevermögen in %
75,6
85,4
Umlaufvermögen1 in %
24,4
14,6
Summe Aktiva in T€
1.901.030,5
1.767.353,1
Passiva
Eigenmittel2 in %
59,0
57,8
Fremdkapital in %
41,0
42,2
Summe Passiva in T€
1.901.030,5
1.767.353,1
1) Inklusive Rechnungsabgrenzungsposten und aktive latente Steuern
2) Inklusive Investitionszuschüssen
Die Bilanzsumme der Flughafen Wien AG belief sich zum 31. Dezember 2022 auf € 1.901,0 Mio. und stieg damit gegenüber 2021 um 7,6% (2021: € 1.767,4 Mio.). Die Anlagenintensität des Tätig-keitsfeldes der Gesellschaft spiegelt sich im Anteil des Anlagevermögens von 75,6% (2021: 85,4%) wider. Das Umlaufvermögen nahm vor allem im Bereich der sonstigen Forderungen aus der Veranlagung von Termineinlagen zu.
Die Eigenmittelquote (inkl. Investitionszuschüssen) legte im Vergleich zu 2021 um 1,2 Pro-zentpunkte auf 59,0% zu. Trotz höherer Rückstellungen reduzierte sich die Fremdkapitalquote durch die höhere Bilanzsumme auf 41,0% (2021: 42,2%).
Bilanzaktiva
Das Anlagevermögen sank im Berichtsjahr um 4,9% von € 1.509,8 Mio. auf € 1.436,6 Mio. auf-grund der im Vergleich zu den Abschreibungen geringeren Investitionen. Die Buchwerte der immateriellen Vermögenswerte reduzierten sich um 27,2% auf € 8,9 Mio. (2021: € 12,2 Mio.). Den Zugängen inkl. Umbuchungen von € 0,5 Mio. stehen Abschreibungen von € 3,8 Mio. gegenüber.
Die Sachanlagen stellen mit einem Buchwert von € 1.041,0 Mio. die größte Position des Ver-mögens dar: Hier stehen Zugänge (inkl. Umbuchungen) von € 38,4 Mio. den Abschreibungen in Höhe von € 87,3 Mio. und Buchwertabgängen in Höhe von € 1,0 Mio. gegenüber.
Der Buchwert der Grundstücke und Bauten, einschließlich der Bauten auf fremdem Grund, reduzierte sich um 4,8% auf € 792,3 Mio. Im Jahr 2022 wurden Investitionen (Anlagenzugänge bzw. Inbetriebnahme von in Bau befindlichen Anlagen) in Höhe von € 12,2 Mio. getätigt und Abschreibungen in Höhe von € 51,3 Mio. erfasst.
Der Posten „Technische Anlagen und Maschinen“ ist ebenfalls durch die Erfassung der lau-fenden Abschreibungen in Höhe von € 19,8 Mio. sowie von Zugängen (inkl. Umbuchungen von Anlagen in Bau) in Höhe von € 17,8 Mio. auf € 117,8 Mio. gesunken (2021: € 119,9 Mio.).
Im Bereich „Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung“ wurden 2022 € 8,1 Mio. investiert (Anlagenzugänge bzw. Inbetriebnahme von in Bau befindlichen Anlagen). Die Ab-schreibungen betrugen im Geschäftsjahr € 16,1 Mio. Der Buchwert zum 31. Dezember 2022 betrug € 43,1 Mio. (2021: € 51,2 Mio.).
Finanzlage, Vermögens- und Kapitalstruktur
220
Die noch in Bau befindlichen Projekte inklusive geleisteter Anzahlungen beliefen sich zum Stichtag auf € 87,8 Mio. (2021: € 87,8 Mio.), welche auch Leistungen im Zusammenhang mit der 3. Piste und die Terminalentwicklungsprojekte beinhalten.
Die Anteile an verbundenen Unternehmen blieben im Berichtsjahr mit € 268,7 Mio. unver-ändert. Im Bereich der Ausleihungen an verbundene Unternehmen wurden Tilgungen in Höhe von € 19,8 Mio. erfasst.
Das Umlaufvermögen (exkl. Rechnungsabgrenzungsposten und exkl. latenter Steuern) ver-doppelte sich 2022 nahezu auf € 429,0 Mio. (2021: € 218,5 Mio.). Dies ist im Wesentlichen hö-here sonstige Forderungen € 287,0 Mio. (2021: € 66,1 Mio.) zurückzuführen, die Veranlagungen (Termingelder) in Höhe von € 254,0 Mio. (2021: € 20,0 Mio.) beinhalten. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen nahmen stichtagsbezogen und aufgrund des Umsatzwachstums von € 30,6 Mio. auf € 34,8 Mio. zu. Die Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen er-höhten sich von € 6,8 Mio. auf € 7,5 Mio. Die Forderungen gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, beliefen sich auf € 0,2 Mio. (2021: € 0,0 Mio.). Die Vorräte stiegen um 8,2% auf € 4,7 Mio. (2021: € 4,3 Mio.), während die Wertpapiere durch Zukäufe nun-mehr einen Buchwert von € 25,0 Mio. aufweisen (2021: € 17,0 Mio.). Die liquiden Mittel sanken um € 23,7 Mio. auf € 69,9 Mio.
Die aktiven Rechnungsabgrenzungsposten stiegen u.a. aufgrund von stichtagsbezogenen höheren Vorauszahlungen um € 1,2 Mio. auf € 3,8 Mio. Die aktiven latenten Steuern belaufen sich auf € 31,6 Mio. nach € 36,4 Mio. im Vorjahr und betreffen vor allem steuerliche Latenzen im Bereich des Sozialkapitals und Anlagevermögens.
Bilanzpassiva
Das Eigenkapital (exkl. Investitionszuschüssen) der Flughafen Wien AG erhöhte sich im Be-richtsjahr um 9,5% auf € 1.118,4 Mio. (2021: € 1.021,1 Mio.). Der Jahresüberschuss betrug € 97,3 Mio.
Die Rückstellungen erhöhten sich im Berichtsjahr um 31,7% auf € 309,5 Mio. (2021: € 234,9 Mio.). Während sich die Rückstellungen des Sozialkapitals verringerten, stiegen die sons-tigen Rückstellungen v.a. im Zusammenhang mit noch nicht abgerechneten Ermäßigungen. Das positive Ergebnis führte zu einem Anstieg der Steuerrückstellung um € 24,8 Mio. auf € 30,2 Mio.
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten konnten um 18,5% auf € 225,0 Mio. auf-grund der laufenden Tilgungen abgebaut werden. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen erhöhten sich stichtagsbezogen um 3,0% auf € 23,7 Mio. (2021: € 23,0 Mio.). Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen stiegen im Vorjahresvergleich um 14,2% auf € 175,5 Mio. (2021: € 153,7 Mio.); sie beinhalten Finanzierungsverbindlichkeiten und sonstige Verbindlichkeiten aus für Tochtergesellschaften veranlagten Mitteln. Die Verbindlich-keiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht erhöhten sich ebenfalls um € 2,2 Mio. auf € 7,8 Mio. aufgrund von höheren veranlagten Mitteln.
Die sonstigen Verbindlichkeiten reduzierten sich von € 34,5 Mio. auf € 21,7 Mio., im Wesent-lichen im Bereich der Sozialabgaben. Die passiven Rechnungsabgrenzungen verringerten sich im Berichtsjahr um € 1,3 Mio. auf € 16,3 Mio.
Finanzlage, Vermögens- und Kapitalstruktur
221
Kapitalflussrechnung
in T€
2022
2021
Nettogeldfluss aus der laufenden Geschäftstätigkeit:
+/–
Jahresüberschuss
97.252,5
14.803,5
+
Abschreibungen auf immaterielle Anlagen und Sachanlagen
91.126,3
95.522,6
-
Veränderung der Investitionszuschüsse aus öffentlichen Mitteln
-272,7
-219,6
+/–
Veränderung des Sozialkapitals
-13.242,8
-4.929,1
+/–
Veränderung der übrigen langfristigen Rückstellungen
1.101,5
30,9
–/+
Gewinne(-)/Verluste(+) aus Abgängen von immateriellen Anlagen und Sachanlagen
-171,8
-159,6
+
Ergebnis aus Abgang Wertpapiere des Umlaufvermögens
72,9
0
Betrieblicher Cash-flow
175.865,9
105.048,7
–/+
Zunahme/ Abnahme der Vorräte
-356,7
-506,0
–/+
Zunahme/ Abnahme der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
-4.250,4
-19.094,1
–/+
Veränderung der Forderungen gegen verbundene Unterneh-men und assoziierte Unternehmen
-837,3
-1.333,9
–/+
Zunahme/ Abnahme der sonstigen Forderungen und Vermö-gensgegenstände sowie Rechnungsabgrenzungsposten
14.402,3
-16.928,8
+/–
Zunahme/ Abnahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und der sonstigen Rückstellungen, inkl. Steuerzahlungen
96.113,1
13.332,4
+/–
Zunahme/ Abnahme der Verbindlichkeiten gegen Konzernunternehmen
24.018,4
3.956,1
+/–
Zunahme/ Abnahme der sonstigen Verbindlichkeiten und Rechnungsabgrenzungsposten
-14.092,0
2.855,3
114.997,4
-17.719,1
Operativer Cash-flow
290.863,3
87.329,7
Netto-Geldfluss aus der Investitionstätigkeit:
–
Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Anlagen und Sachanlagen
-41.619,0
-45.571,7
+
Einzahlungen für immaterielle Anlagen und Sachanlagen
252,4
190,4
–
Investitionen in Finanzanlagen
-1,7
-57,8
–
Investitionen in Wertpapiere
-29.022,9
0,0
+
Einzahlungen aus kurzfristige Veranlagungen
20.000,0
20.692,4
–
Auszahlungen für kurzfristige Veranlagungen
-254.000,0
0,0
+
Abgänge von Finanzanlagen und Wertpapieren des Umlaufvermögens
40.789,1
15.567,7
-263.602,2
-9.179,1
Netto-Geldfluss aus der Finanzierungstätigkeit:
+/–
Veränderung der mittel- und kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten
-51.000,4
-115.999,6
-51.000,4
-115.999,6
Veränderung der flüssigen Mittel
-23.739,3
-37.849,0
+
Finanzmittelbestand am Beginn der Periode
93.595,0
131.444,0
Finanzmittelbestand am Ende der Periode
69.855,7
93.595,0
Finanzlage, Vermögens- und Kapitalstruktur
222
Der operative Cash-Flow legte aufgrund des besseren operativen Ergebnisses auf € 290,9 Mio. zu (2021: € 87,3 Mio.). Der betriebliche Cash-Flow in Höhe von € 175,9 Mio. wird im Wesent-lichen durch den Abbau der Verbindlichkeiten und sonstigen Rückstellungen kompensiert. Der Netto-Geldfluss aus Investitionstätigkeit betrug im Jahr 2022 minus € 263,6 Mio. (2021: minus € 9,2 Mio.) und resultiert im Wesentlichen aus den Auszahlungen für kurzfristige Veranlagungen (Termingelder) und Investitionsauszahlungen. Die Tilgungen von Finanzverbindlichkeiten führen zu einem negativen Netto-Geldfluss aus der Finanzierungstätigkeit in Höhe von € 51,0 Mio. (2021: minus € 116,0 Mio.). In Summe resultiert daraus ein Rückgang der flüssigen Mittel auf € 69,9 Mio. zum Jahresultimo.
Investitionen
223
Investitionen
Die Investitionen in immaterielle Vermögensgegenstände, Sach- und Finanzanlagen belaufen sich auf € 38,7 Mio. Von den erfolgten Investitionen (unter Berücksichtigung von inbetrieb-genommenen Projekten) entfallen € 38,2 Mio. auf Sachanlagevermögen und € 0,5 Mio. auf immaterielle Vermögensgegenstände. Im Bereich der Finanzanlagen wurden Investitionen in Höhe von T€ 1,7 erfasst.
Die größten Zugänge im Bereich der Sachanlagen betreffen Investitionen in Photovoltaik-anlagen in Höhe von € 9,6 Mio., sowie Adaptierungen für das Exit-Entry-System mit € 9,4 Mio.
Finanzinstrumente
224
Finanzinstrumente
Ein Finanzinstrument ist ein Vertrag, der gleichzeitig bei dem einen Unternehmen zu einem finanziellen Vermögenswert und bei dem anderen Unternehmen zu einer finanziellen Verbind-lichkeit oder einem Eigenkapitalinstrument führt. Finanzielle Vermögenswerte umfassen insbe-sondere Finanzanlagen wie konsolidierte und andere Beteiligungen, Wertpapiere, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, ausgereichte Kredite und sonstige Forderungen, originäre und derivative finanzielle Vermögenswerte sowie Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente. Finanzielle Verbindlichkeiten begründen regelmäßig einen Anspruch des Gläubigers auf Erhalt von Zahlungsmitteln oder anderen finanziellen Vermögenswerten. Darunter fallen insbesondere Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie derivative Finanzverbindlichkeiten. Finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbind-lichkeiten werden in der Regel unsaldiert ausgewiesen, außer wenn bezüglich der Beträge ein Aufrechnungsrecht besteht und der Ausgleich auf Nettobasis erfolgen soll.
Der Vienna Aircraft Handling Gesellschaft m.b.H. wurde eine Option eingeräumt, dass die Flughafen Wien AG die Anteile an der Flugplatz Vöslau BetriebsGmbH zu einem fixierten Er-werbspreis in Höhe der Anschaffungskosten zuzüglich aller auf die Beteiligung gebuchten Zuschüsse übernimmt (T€ 8.673,4).
Finanzwirtschaftliche Steuerung und Kapitalmanagement
225
Finanzwirtschaftliche Steuerung und Kapitalmanagement
Die finanzwirtschaftliche Steuerung der Flughafen Wien AG erfolgt mithilfe eines Kennzah-lensystems, das auf ausgewählten, eng aufeinander abgestimmten Kenngrößen basiert. Diese Steuerungsgrößen definieren das Spannungsfeld zwischen Wachstum, Rentabilität und finan-zieller Sicherheit, in dem sich die FWAG bei der Verfolgung ihres obersten Unternehmensziels „profitables Wachstum“ bewegt.
Die Sicherstellung einer hohen Profitabilität ist das erklärte langfristige Ziel der Unter-nehmensführung. Die Abschreibungsaufwendungen beeinflussen die Ertragskennzahlen der FWAG erheblich. Um eine von dieser Entwicklung unabhängige Beurteilung der operativen Leistungskraft und des Erfolgs der einzelnen Unternehmensbereiche zu ermöglichen, gilt das EBITDA, das dem Betriebsergebnis zuzüglich Abschreibungen und Wertminderungen entspricht, als wesentliche Erfolgsgröße. Ebenso die EBITDA-Marge, die das EBITDA im Verhältnis zum Umsatz ausdrückt. Für das Geschäftsjahr 2022 wird eine EBITDA-Marge von 34,6% nach 29,1% im Vorjahr ausgewiesen.
Weiters hat die Optimierung der Finanzstruktur oberste Priorität. Auf Konzernebene wird die solide Basis der Finanzierung mithilfe der Kennzahl Gearing (Verschuldungsgrad), die das Verhältnis der Nettoverschuldung zum buchmäßigen Eigenkapital ausdrückt, gemessen. Wei-ters wird zur Steuerung der Finanzstruktur das Verhältnis von Nettoverschuldung zu EBITDA herangezogen. Die Finanzverbindlichkeiten reduzierten sich durch planmäßige Tilgungen um € 51,0 Mio. auf € 225,0 Mio. Die liquiden Mittel unter Berücksichtigung von Termineinla-gen (sonstige Forderung in Höhe von € 254,0 Mio.; 2021: € 20,0 Mio.) betrugen zum Stichtag € 323,9 Mio. (2021: € 113,6 Mio.).
Zur Beurteilung der Rentabilität dient neben der EBITDA-Marge vor allem die Eigenkapital-rendite (Return on Equity after Tax – ROE), die das Verhältnis von Periodenergebnis zum im Jahresverlauf durchschnittlich gebundenen buchmäßigen Eigenkapital ausdrückt.
Rentabilitätskennzahlen in € Mio. bzw. in %
2022
2021
EBIT in € Mio.
118,6
8,8
EBITDA in € Mio.
209,8
104,3
EBIT-Marge in %
19,6
2,4
EBITDA-Marge in %
34,6
29,1
ROE in %
9,1
1,4
Erläuterungen zu den Kennzahlen:
EBIT-Marge
EBIT (Earnings before Interest and Taxes) = Ergebnis vor Zinsen und Steuern
Formel: EBIT / Umsatz
EBITDA-Marge
EBITDA (Earnings before Interest, Taxes, Depreciation and Amortisation) = EBIT plus Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegen-stände und Sachanlagen
Formel: (EBIT + Abschreibungen) / Umsatz
ROE
(Return on Equity after Tax)
Formel: Jahresergebnis / durchschnittliches Eigenkapital (inkl. Investitionszuschüssen)
Durchschnittliches Eigenkapital: (Eigenkapital Vorjahr plus laufendes Jahr) / 2
Risiken der zukünftigen Entwicklung
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Risiken der zukünftigen Entwicklung
Risikomanagementsystem RMS
Die Flughafen-Wien-Gruppe (FWAG) verfügt über ein Risikomanagementsystem (RMS), das alle relevanten Aspekte identifiziert, analysiert, bewertet sowie im Rahmen geeigneter Maß-nahmen behandelt. Dieses System ist in der folgenden Grafik wiedergegeben:
Quelle: adaptiert aus Denk, Exner-Merkelt, Ruthner (2008): Corporate Risk Management
Das RMS beruht für die gesamte Gruppe auf dem COSO (Committee of Sponsoring Orga-nisations of the Treadway Commission) „Standard for Enterprise Risk Management“ und ist in einer Richtlinie umgesetzt.
Die Risikoverantwortlichen und Risikobeauftragten in den Bereichen und den verbundenen Unternehmen sind für die Umsetzung der Richtlinie verantwortlich. Der Risikomanagement-zyklus, bestehend aus Risikoidentifikation, Risikobewertung und -aggregation, Risikosteuerung und Maßnahmenzuordnung sowie der Berichterstattung, wird periodisch durchlaufen. Die Do-kumentation des gesamten RMS erfolgt mittels Prozess- und Risikomanagementsoftware, als zentrale Datenbank für sämtliche identifizierten Risiken und damit verbundenen Maßnahmen. Das interne Kontrollsystem (IKS) nimmt Risikoagenden zur Sicherstellung der Zuverlässigkeit der betrieblichen Berichterstattung, der Einhaltung der damit verbundenen Gesetze und Vor-schriften sowie des Schutzes des Vermögens wahr. Daneben prüft die Revisionsabteilung die Geschäftsgebarung und die Organisationsabläufe regelmäßig auf ihre Ordnungsmäßigkeit, Sicherheit und Zweckmäßigkeit. Die bestehenden Systeme werden laufend evaluiert und weiterentwickelt. Ergänzt wird das Risikomanagement um ein konzernweites Innovations-management, welches rechtzeitig neue Ertragspotenziale in allen Unternehmensbereichen erkennt und zur Marktreife entwickelt. Der Flughafen Malta hat eine eigene Richtlinie zum Risikomanagement erlassen, die auf den eingangs erwähnten gruppenweit einheitlichen Stan-dards aufbaut und im strategischen Controlling angesiedelt ist. Dieses koordiniert zentral alle Risikomanagementaktivitäten.
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Gesamtwirtschaftliche und politische Risiken
Der Geschäftsverlauf wird wesentlich von der weltweiten, europäischen und regionalen Ent-wicklung des Luftverkehrs beeinflusst, die ihrerseits von der gesamtwirtschaftlichen Ent-wicklung abhängt. Konjunkturelle Schwankungen können daher einen maßgeblichen Einfluss auf den Geschäftsverlauf des Unternehmens haben. Auf europäischer wie nationaler Ebene dominiert derzeit der Angriff Russlands auf die Ukraine und die dadurch stark angestiegenen Energiepreise sowie Versorgungsunsicherheiten die Themenlandschaft. Das wichtige Thema Nachhaltigkeit in der Luftfahrt wird im Kapitel „Umweltrisiken“ im Detail betrachtet.
Die Gesamtrisikoposition des FWAG-Konzerns hat sich insbesondere aufgrund der Entspan-nung der Corona-Pandemie-Situation (risikoreduzierende Wirkung) und des kriegerischen An-griffs Russlands auf die Ukraine sowie die dadurch stark angestiegenen Energiepreise (risikoer-höhende Wirkung) verändert. Die kriegerische Auseinandersetzung zwischen Russland und der Ukraine hat die Unsicherheiten im geopolitischen Bereich erhöht, es ist weiterhin mit negativen Einflüssen auf die FWAG zu rechnen. Die EU hat die russische Offensive verurteilt und schwer-wiegende Sanktionen gesetzt. Weitere Sanktionen gegen Russland sind nicht auszuschließen.
Negative Auswirkungen ergeben sich auch durch den für die zivile Luftfahrt gesperrten ukrainischen Luftraum und die Flugverbote für russische Flugzeuge in die EU. In dem Jahr vor Kriegsausbruch (2021) war die Ukraine und Russland für rund 4% des Verkehrs am Flughafen Wien verantwortlich. Darüber hinaus führen Einschränkungen des russischen Luftraums für europäische Airlines zu einer Belastung der Langstreckenverbindungen Richtung Ost- bzw. Südostasien.
Auch auf die österreichische, europäische und globale Wirtschaftsleistung hat ein Konflikt dieser Größenordnung gravierende Auswirkungen. Drastisch gestiegene Energiepreise sowie Versorgungsunsicherheiten haben Inflationsraten auf ein jahrzehntelang nicht gesehenes Niveaus steigen lassen und dadurch eine Abkühlung der Wirtschaftsleistung zur Folge, was sich auch auf den Flughafen Wien negativ auswirkt. Ebenso führen die stark gestiegenen Energiepreise zu steigenden Aufwänden am Flughafen Wien. Durch Maßnahmen wie Erhöhung der Energieeffizienz und Eigenerzeugung von Strom wird diesen Entwicklungen allerdings entgegengewirkt.
Weitere politische Spannungen bzw. terroristische Bedrohungen in einzelnen Ländern und Regionen der Welt haben zudem negative Auswirkungen auf die Buchungslage in den entspre-chenden Tourismusdestinationen. In der Vergangenheit war jedoch zu beobachten, dass der-artige Rückgänge nur kurzfristiger Natur waren bzw. durch andere Destinationen kompensiert wurden. Nachteilige Umsatzeffekte sind im Duty-free Geschäft möglich, falls Passagiere von Non-EU-Destinationen auf Ziele innerhalb des Binnenmarktes ausweichen.
Rechtliche Risiken
Für den Flughafen Wien relevante EU-Gesetzesvorhaben, wie die Überarbeitung der Entgelte-Richtlinie oder der Bodenverkehrsdienste-Richtlinie, wurden vorerst (noch) nicht weiterverfolgt. Eine Überarbeitung der Slot-Verordnung befindet sich hingegen derzeit in Vorbereitung. Zudem befindet sich derzeit das EU-Gesetzespaket „Fit for 55“ in Verhandlung, welches annahmegemäß einen großen Einfluss auf die zukünftige europäische Luftverkehrswirtschaft haben sollte (mehr dazu unter dem Punkt „Umweltrisiken“).
Neue Regelungen gelten zudem bereits für die nicht-finanzielle Berichterstattung laut EU-Taxonomie-VO. Als betroffenes Unternehmen ist die FWAG verpflichtet, Umsatz, CAPEX und OPEX nach den Nachhaltigkeits-Kriterien aufzuschlüsseln und das Ergebnis zu veröffentlichen.
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Um im Falle der Nichteinhaltung rechtlicher Anforderungen (Compliance) Haftungen der Ge-schäftsführung bzw. des Vorstands auszuschließen, wird die Einhaltung der Vorschriften durch unternehmensinterne Richtlinien, insbesondere der Emittenten-Compliance-Verordnung (ECV) und der Market Abuse Regulation (MAR), sichergestellt. In der FWAG wurden die zur Erfüllung der Insidervorschriften notwendigen Vertraulichkeitsbereiche eingerichtet.
Markt- und Wettbewerbsrisiken
Nach dem historischen Einbruch der Luftfahrttätigkeit im Jahr 2020 konnte die im Jahr 2021 eingeleitete Erholung auch im Jahr 2022 fortgesetzt werden. Gegenüber dem Vorkrisenniveau aus 2019 erreichten die global geflogenen Passagierkilometer im Dezember 2022 bereits wie-der 76,9%, was einem Wachstum von 39,7% gegenüber dem Vorjahreszeitraum (year over year) entspricht (Quelle: IATA, Air Passenger Market Analysis, Dezember 2022).
Der Güterverkehr war durch die Corona-Krise deutlich weniger betroffen als der Passagier-verkehr und es wurden global auch in den passagierschwachen Jahren 2020 und 2021 ähnliche Mengen umgesetzt wie im Jahr 2019. Die aktuellen Rahmenbedingungen (insbesondere die hohe Inflation, beeinträchtigte globale Liefer- und Dienstleistungsströme, der Krieg in der Ukraine und der unüblich starke Dollarkurs) treffen den Güterverkehr allerdings stärker bzw. zumindest früher als den Passagierverkehr. Das Cargo-Volumen (in Cargo-Tonnen-Kilometer) reduzierte sich im Dezember 2022 um 15,3% gegenüber 2021 (year on year) und liegt damit wieder unter dem Volumen von 2019 (Quelle: IATA, Air Cargo Market Analysis, Dezember 2022).
Der Ausblick für 2023 bleibt trotz der wirtschaftlich trüben Aussichten positiv und die IATA rechnet weiterhin mit einem Erreichen der globalen Passagierzahlen von 2019 im Jahr 2024. Gestützt wird der erwartete Aufschwung vor allem durch die nachlassenden Reisebeschrän-kungen, die spürbar wiederkommende Reiselust und die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle. Als Risikofaktoren für die weitere Entwicklung gelten insbesondere die steigenden Kosten (v.a. Fremdkapitalkosten, Personalaufwand, Energiekosten, Kosten im Zusammenhang mit Nach-haltigkeitsbestimmungen) und der weitere Verlauf des Russland-Ukraine-Konflikts (Quelle: IATA, Economic Outlook: Air Transport in Times of Turbulance, June 2022; Update on the air transport outlook, Dezember 2022).
Derzeit ist davon auszugehen, dass das Verkehrsaufkommen von 2019 am Flughafen Wien erst wieder mittelfristig erreicht werden kann. Die Erfahrungen aus bisherigen Krisen wie 9/11 (2001), der Finanzkrise in 2008/2009 oder auch früheren Pandemien wie SARS (2003) zeigen allerdings, dass der Flugverkehr generell eine hohe Resilienz aufweist und sich nach Einbrüchen innerhalb weniger Jahre wieder vollständig erholt.
Auch die Low-Cost-Carrier (LCC) sind stark von dem herausfordernden Branchenumfeld betroffen. Ryanair konnte jedoch das Angebot ab Wien in 2022 weiter ausbauen und seinen Marktanteil von 18,8% auf 20,9% steigern. Die Entwicklung wird weiterhin genau beobachtet, da Low-Cost-Carrier grundsätzlich flexibler in der Stationierung ihrer Fluggeräte sind. Wie sich die Wettbewerbssituation am Flughafen Wien in Zukunft präsentieren wird, ist derzeit ungewiss.
Austrian war 2022 mit einem Anteil von 47,1% (2021: 48,0%) am Standort Wien der größte Kunde der FWAG. Die strategische Ausrichtung der Austrian Airlines und ihre nachhaltige Ent-wicklung als leistungsstarker Netzwerk-Carrier beeinflussen den Geschäftserfolg der FWAG maßgeblich und werden daher von den zuständigen Geschäftsbereichen kontinuierlich be-obachtet und analysiert. Der Fortbestand der Airline konnte in der Corona-Krise nur mit Hilfe eines staatlich unterstützen Rettungspaketes in der Höhe von insgesamt € 600 Mio. gewähr-leistet werden. Seitens der österreichischen Bundesregierung wurde das Paket an Bedingungen bezüglich Aufrechterhaltung des Drehkreuzes am Standort Wien, eines nur sozial verträglich
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erfolgenden Abbaus von Arbeitsplätzen sowie Umwelt- und Klimaschutzmaßnahmen, geknüpft. Eine umfangreiche Restrukturierung der Airline wurde eingeleitet.
Dank dieser Restrukturierungsmaßnahmen verlief das Jahr 2022 außerordentlich gut für Aus-trian Airlines. Das beste Quartalsergebnis seit 20 Jahren, die erfolgreiche Einflottung des ersten von vier neuen Airbus A320neo, die vorzeitige Tilgung des gesamten Kredits der österreichischen Bundesregierung (siehe oben) und das Ende des freiwilligen Gehaltsverzichts der gesamten Belegschaft bis Juni 2023 sind insgesamt als sehr positives Zeichen und als Investition und Com-mitment in den Standort Wien zu sehen. Unsicherheiten bleiben allerdings hinsichtlich der wei-teren wirtschaftlichen Entwicklung und zukünftiger Investitionsentscheidungen des Mutter-konzerns Lufthansa bestehen, etwa bezüglich der Erneuerung der Austrian-Langstreckenflotte.
Malta (vollkonsolidiert) und Košice (at-Equity-Konsolidierung) unterliegen ebenfalls den oben genannten branchenspezifischen Risiken, wobei jeweils zusätzliche standortspezifische Herausforderungen und Marktrisiken zu berücksichtigen sind. Der Flughafen Malta war als klassische Feriendestination sehr stark von der Corona-Pandemie betroffen, seit dem Sommer 2021 verzeichnet der Flughafen Malta aber wieder stark wachsende Passagierzahlen. So konnte 2022 ein Plus von 130,3% gegenüber 2021 erzielt werden.
Der Home Carrier Air Malta (Marktanteil 2022: 25,8%) befindet sich seit Jahren in einer wirt-schaftlich herausfordernden Situation durch die hohe Konkurrenz durch Low-Cost-Carrier und anhaltenden Verlusten im laufenden Betrieb. Um einen Konkurs der Airline zu verhindern wurde im Jänner 2022 ein umfangreiches Sparpaket sowie die seit Jahren erwartete Neuausrichtung der Airline angekündigt. Das vorhandene Streckennetz soll laufend optimiert und unprofitable Routen geschlossen werden. Das hochdefizitäre Bodenabfertigungsgeschäft wird geschlossen und die Langstreckenpläne wurden gestrichen. Damit diese Restrukturierung jedoch erfolgreich sein kann, sind staatliche Hilfen notwendig. Derzeit laufen neuerlich Verhandlungen mit der Europäischen Kommission. 2021 wurde ein Hilfspaket von der Kommission nicht genehmigt, da bereits 2012 Mittel vom Staat an die Airline geflossen sind. Ob die geplante Restrukturierung erfolgreich sein wird, bleibt abzuwarten. Für den Fall der Nicht-Genehmigung der staatlichen Hilfen wird geplant, Air Malta aufzulösen und die Vermögenswerte in eine neue, staatliche Air-line einzubringen. Diese soll mit neuen Verträgen, niedrigeren Preisen und einem niedrigeren Lohnniveau konkurrenzfähig aufgebaut werden.
Ein Ausfall der Airline hätte kurzfristig negative Auswirkungen auf das Passagieraufkommen und damit auf das Unternehmensergebnis des Flughafens Malta. Mittel- und langfristig ist jedoch davon auszugehen, dass neue oder bereits am Standort vertretene Airlines ihre Kapazi-täten aufstocken und die bestehende Nachfrage bedienen würden.
Der Flughafen Košice konnte im Jahr 2022 die Passagierzahlen weiter steigern und ein Plus von 224,1% im Vergleich zum Vorjahr erzielen. Bei möglichen Restrukturierungsmaßnahmen von Airlines besteht das Risiko, dass Verbindungen von und zu Regionalflughäfen gestrichen bzw. ausgedünnt werden. Die geografische Nähe von Košice zur Ukraine hat dieses Risiko nun noch vergrößert. Welche Auswirkungen die kriegerische Auseinandersetzung zwischen Russ-land und der Ukraine auf den Flughafen Košice hat, wird von der Dauer des Krieges abhängen und kann derzeit nicht abgeschätzt werden.
Die hohe Wettbewerbsintensität zwischen den Airlines erhöht seit Jahren den Preisdruck auf vorgelagerte Dienstleister, wie die Abfertigungsdienste. Zur Gegensteuerung wurden durch die Flughafen Wien AG jedoch in den letzten Jahren eine Vielzahl an Maßnahmen zur Steigerung der Effizienz und Optimierung der Arbeitsabläufe entlang der gesamten Wertschöpfungs-kette erarbeitet, die erfolgreich umgesetzt wurden und zu einer nachhaltigen Steigerung der Produktivität führten. Auch 2022 ist der Geschäftsbereich Abfertigungsdienste Marktführer im Ramp-Handling sowie auch in der Frachtabfertigung am Flughafen Wien. Das Risiko von Marktanteilsverlusten ist durch das Bestehen von langfristigen Dienstleistungsverträgen mit
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den wichtigsten Key Accounts und hohe Qualitätsstandards abgesichert. Der Cargo-Bereich hat unter den aktuellen Rahmenbedingungen (hohe Inflation, schwache Liefer- und Dienst-leistungsströme, Krieg in der Ukraine, starker Dollar-Kurs) deutlich mehr gelitten als der Passa-gierverkehr. So ist das Frachtvolumen im Jahr 2022 um 4,1% gegenüber 2021 gesunken.
Im Retail & Properties-Bereich vermietet die FWAG Gebäude und Flächen, die primär von Un-ternehmen genutzt werden, deren Geschäftsentwicklung von jener des Luftverkehrs abhängig ist (Retailer, Fluggesellschaften, etc.). Damit unterliegt dieser Bereich nicht nur den allgemeinen Risiken des Immobilienmarktes, sondern auch den Risiken der Veränderung des Passagierauf-kommens bzw. der Veränderung der Kaufkraft der Passagiere, etwa im Zusammenhang mit der Abwertung der jeweiligen Heimatwährung gegenüber dem Euro (Währungsrisiken). Dies hat aufgrund von umsatzabhängigen Vertragskomponenten Auswirkungen auf die Ertragssituation der FWAG im Retail- und Immobilienbereich. Auch der Retail- & Properties-Bereich ist von den Nachwirkungen der Corona-Pandemie betroffen. Zwar wurden die großflächigen Terminal-sperren aufgehoben und es konnte der Großteil der Mieter gehalten werden. Trotzdem kam es zu einigen Kündigungen, für deren Flächen Nachmieter gefunden werden müssen. Kurzfristig ist somit auch bei einem graduellen Anstieg der Passagierzahlen mit geringeren Auslastungen der vermieteten Flächen zu rechnen. Langfristig geht der Flughafen Wien aber davon aus, dass die Auslastung wieder das Niveau vor der Krise erreicht.
Finanz- und Investitionsrisiken
Das Treasury der FWAG ist für ein effizientes Zinsänderungs- und Marktrisikomanagement zu-ständig und überprüft die entsprechenden Risikopositionen regelmäßig im Rahmen des Risiko-controllings. Der weitestgehende Abbau variabler Finanzverbindlichkeiten hat die potenziellen Auswirkungen einer Zinsänderung auf die FWAG massiv reduziert. Der bestehende EIB-Kre-ditvertrag enthielt Bedingungen zu Haftungen qualifizierter Garantinnen. Mit Ende Juni 2021 wurde der EIB-Kreditvertrag geändert und die bestehenden qualifizierten Garantinnen aus ihrer Haftung gegenüber der EIB freigelassen. Detaillierte Angaben über finanzwirtschaftliche Risiken wie Liquiditätsrisiken, Ausfallrisiken oder Zinsänderungs- und Währungsrisiken sowie die ver-wendeten Finanzinstrumente, um diesen Risiken zu begegnen, finden sich im Konzernanhang unter Anhangerläuterung (37). Die bereits oben angesprochenen allgemeinen bzw. spezifischen Marktrisiken sowie länderspezifische, politische und regulatorische Risiken in Malta und der Slowakei können die mittelfristige Planung der Beteiligungen am Flughafen Malta bzw. Košice negativ beeinflussen und im Extremfall zu Wertminderungen von Vermögen, Firmenwerten bzw. Beteiligungsansätzen führen. Investitionsprojekte der FWAG unterliegen unterschied-lichen Risiken hinsichtlich Lieferantenausfällen, Baukostensteigerungen oder Veränderungen in der Planung, die zu Mehrkosten führen können. Bereits in der Vorprojektphase erfolgt daher eine ausführliche Risikobewertung des jeweiligen Investitionsprojekts. Die einzuhaltenden Vorschriften von Projektorganisation bzw. Prüf- und Freigabeschritten bei der Abwicklung von Bauprojekten werden im Bauhandbuch (BHB) festgelegt. Eine Vielzahl von Investitionsprojekten wurde im Zuge des coronabedingten Sparprogramms verschoben. Der Bau der „Parallelpiste 11R/29L“ (3. Piste) stellt ein Schlüsselprojekt für die langfristigen Entwicklungs- und Wachstums-potenziale der FWAG dar, ist höchstgerichtlich und somit unanfechtbar genehmigt und wird weiterhin mit Nachdruck verfolgt. Allerdings wird sich als Folge der Pandemie und der heute abschätzbaren Passagierentwicklung, das Erreichen der Kapazitätsgrenzen im bestehenden 2-Pisten-System deutlich hinter das Jahr 2025 verschieben. Sämtliche Bewertungen von Ver-mögenswerten erfolgten unter der Prämisse des Fortbestehens der Drehscheibenfunktion des Flughafens Wien als Ost-West-Hub.
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Operative Risiken
Die Verkehrsentwicklung wird überdies von überregionalen und externen Einflussfaktoren wie Terror, Krieg oder sonstigen latenten Risiken (Pandemien, Luftraumsperren aufgrund von Naturereignissen und Kriegen, Streiks, etc.) beeinflusst. Lokale Schadensrisiken, wie etwa Feuer, Naturgewalten, Unfälle oder Terror am Standort sowie der Diebstahl bzw. die Beschä-digung von Vermögenswerten stellen ebenfalls Risiken aus dem operativen Betrieb dar. Die weltweiten Klimaveränderungen können auch in Europa ein Risiko für den Flughafenbetrieb darstellen. Zunehmende Wetterextreme wie Stürme, ungewöhnliche Niederschlagsmengen und länger anhaltende extreme Hitze- und Kältewellen können den Flugverkehr kurzfristig negativ beeinflussen.
Der Flughafen Wien ist bestrebt, durch ständiges Monitoring, auf die Auswirkungen der operativen Risiken entsprechend vorbereitet zu sein. Weiters sorgt der Flughafen Wien mit entsprechenden Notfallplänen, Sicherheits- und Brandschutzmaßnahmen sowie mit hohen Sicherheitsstandards dafür, dass er für den Ernstfall vorbereitet ist. Die operativen Risiken sind durch angemessenen Versicherungsschutz abgedeckt (Luftfahrt-Haftpflichtversicherung, Ter-ror-Haftpflichtversicherung, etc.). Die Energiewende in Europa und der dadurch größere Fokus auf erneuerbare Energien verringern durch die geringere Steuerbarkeit die Systemsicherheit des europäischen Stromnetzes und erhöhen die Gefahr eines Blackouts. Durch Notstromaggregate und Erhöhung der Eigenerzeugung durch Photovoltaik wird dem Risiko entgegengewirkt.
Da der Flughafen Wien eine kritische Funktion als zentraler Infrastrukturversorger und Rück-grat der internationalen Vernetzung im gesamten osteuropäischen Raum wahrnimmt, werden besonders hohe Ansprüche an die Verfügbarkeit, die Zuverlässigkeit, die Qualität sowie die Datensicherheit der eingesetzten IKT-Systeme (Informations- und Kommunikationstechno-logie) gestellt.
Basierend auf der Cyberbedrohungslage Österreichs, wurden im Berichtsjahr die operativen IKT-Risiken entsprechend angepasst. Wesentliche operative Risiken des Unternehmensrisiko-managements sind die Risiken eines „Cyberangriffs“ wie auch der damit einhergehende „Aus-fall der Informationstechnologie“. Die FWAG setzt kontinuierlich Maßnahmen zur Reduktion der IKT-Risiken um, um weiterhin ein hohes Maß an Informationssicherheit zu gewährleisten. Eine dieser Maßnahmen ist der Betrieb eines Managementsystems für Informationssicherheit (kurz ISMS) und die Führung einer daraus abzuleitenden technischen IT-Security Roadmap. Tiefgehendes Monitoring von Sicherheitsvorfällen, regelmäßige Vulnerability-Scans der IT-Infra-struktur wie auch der Tausch veralteter Systeme (End of Life) sind ein Auszug der Maßnahmen aus der IT-Security Roadmap, um der Cyberbedrohungslage entgegenzuwirken.
Die FWAG ist sich der hohen Bedeutung motivierter und engagierter Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei der Erreichung der Unternehmensziele bewusst. Um dem durch Fluktuation drohenden Know-how-Verlust entgegenzuwirken, werden zahlreiche Maßnahmen zur Mit-arbeiterbindung gesetzt. Darüber hinaus werden zahlreiche Maßnahmen zur Erhöhung der Arbeitssicherheit und zur Minimierung von krankheitsbedingten Ausfällen umgesetzt.
Umweltrisiken
Sowohl auf nationaler als auch auf europäischer Ebene sind Umwelt- und Klimathemen weiter-hin stark im Fokus. In Österreich hat die Regierung die Erhöhung der Flugabgabe beschlossen, die „ökosoziale Steuerreform“ ist mit 1.1.2022 in Kraft getreten. Außerdem wurde im Oktober 2022 die CO2-Bepreisung eingeführt.
Die EU-Kommission hat zur Erreichung der Ziele des European Green Deals im Juli 2021 das Gesetzespaket „Fit for 55“ vorgestellt, mit Maßnahmen, die die Kosten der Luftfahrt deutlich
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erhöhen würden, wie: schrittweise Einführung einer Kerosinsteuer ab 2023, deutliche Ver-teuerung der Zertifikate im EU-ETS sowie Integration von CORSIA, eine verpflichtende Bei-mischungsquote für nachhaltige Flugtreibstoffe (ReFuel EU Aviation) sowie eine Richtlinie über die Errichtung von Infrastruktur für nachhaltige Treibstoffe (AFIR). Die vorgesehene AFIR-Über-arbeitung würde insbesondere Verpflichtungen für Flughäfen bezüglich Stromversorgung von LFZs bringen. Die geplanten Maßnahmen würden zu einem einseitigen Wettbewerbsnachteil von europäischen Airlines und europäischen Hubs und der damit verbundenen Gefahr der Ver-lagerung von Flugverkehrsströmen führen. Dies würde erhebliche Kostensteigerungen auch für die FWAG zur Folge haben. Die FWAG verfolgt die Entwicklungen der Umweltrisiken sehr genau. Die möglichen Auswirkungen werden im langfristigen Unternehmensplan betrachtet. Auch bei der Durchführung des Impairment-Tests wird den umwelt- und klimabezogenen Risi-ken Rechnung getragen. Es werden umwelt- und klimabezogene Risiken mit deren erwarteten Eintrittswahrscheinlichkeiten in der Berechnung berücksichtigt. Neben der Berücksichtigung über die Erwartungswerte werden in den Impairment-Tests auch direkte Aufwendungen zur Einhaltung der Klimaziele erfasst.
Auch abseits der rechtlichen und politischen Risiken beschäftigt sich der Flughafen Wien intensiv mit dem Thema Umwelt- und Klimaschutz. Der Flughafen Wien hat ein umfassendes und systematisches Energie- und Umweltmanagementsystem (kurz UMS) eingerichtet und es sich vor allem zum Ziel gesetzt, seinen Energieverbrauch weiter zu senken bzw. Energie aus erneuerbaren Quellen (mittels Photovoltaik) selbst zu produzieren und Lärmemissionen weiter zu mindern (z.B. durch die Einführung von Lärmentgelten). Ab Anfang 2023 führt der Flughafen Wien seinen Betrieb CO2-neutral.
Gesamtrisikobeurteilung
Die Gesamtbewertung der Risikosituation der FWAG lässt trotz der erheblichen Herausforde-rungen durch die Corona-Pandemie und der russischen Invasion der Ukraine keine bestandsge-fährdenden Risiken erkennen. Der Fortbestand des Unternehmens ist auch zukünftig gesichert.
Innovationsmanagement
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Innovationsmanagement
Wir sichern die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens für die Zukunft, in dem wir Digita-lisierung und Innovation als Hebel bei der Deckung der Bedürfnisse aller Stakeholder nutzen. Für die Erschließung potenzieller Mehrwerte und Nutzen für das Unternehmen durch Digitali-sierung und Innovationen verschreiben wir uns einer innovationsfreundlichen Unternehmens-kultur. Zentral koordiniert und in enger Zusammenarbeit mit unseren Partnern, erarbeiten wir in organisationsübergreifenden, multifunktionalen Teams Fortschritte in allen Bereichen des Unternehmens. Basis jeder Digitalisierungs- oder Innovationsüberlegung ist der potenzielle Mehrwert bzw. Nutzen für das Unternehmen. So ist es in den letzten Jahren gelungen diverse Projekte im Unternehmen umzusetzen und den Produktentwicklungszyklus deutlich zu ver-kürzen. Vor allem die Partnerschaft mit der weltweit renommierten, am Flughafen Wien an-gesiedelten Innovationsplattform „Plug and Play“ hat einen großen Beitrag in der erfolgreichen Umsetzung von Projekten beigesteuert.
Neben der Umsetzung von diversen Innovationsprojekten ist es gelungen einen europäischen Hub für Innovation im Bereich von Travel & Hospitality am Flughafen Wien im neu geschaffenen Innovations- und Konferenzzentrum – dem AirportCity Space im Office Park 4 – aufzubauen. Mittlerweile finden sich hier viele bedeutsame Stakeholder der europäischen und internatio-nalen Luftfahrtbranche ein, um gemeinsam an Innovationsprojekten zu arbeiten.
Der AirportCity Space bietet mit seinen 2.600 m2 und vielen kreativen Meetingräumen das op-timale Umfeld für innovative Ideen. Durch die Kooperation zwischen dem AirportCity Space und der Vienna Region wurden Synergien in der Betriebsansiedelung genutzt und der Innovations-hub, direkt am internationalen Verkehrsknotenpunkt Flughafen Wien aufgebaut. Der AirportCity Space konnte bereits mehr als 30 Partner für Innovationsaktivitäten und Betriebsentwicklungen gewinnen und rangiert mittlerweile unter den Top-Innovationsspaces in Österreich. Jährlich fin-det hier sowohl einer der größten Innovationsevents des Landes, als auch die „Expedition KI“, der größte KI-Kongress Österreichs statt. Beide werden vom AirportCity Space Team veranstaltet.
Die Innovationsteams des Flughafens haben das Ziel, das Unternehmen in vielen Bereichen weiterzuentwickeln. Folgende Grafik soll einen Überblick über die aktuell bearbeiteten The-menfelder geben:
Bericht über wesentliche Merkmale des internen Kontrollsystems für den Rechnungslegungsprozess
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Bericht über wesentliche Merkmale des internen Kontrollsystems für den Rechnungslegungsprozess
Der Vorstand ist gemäß § 82 AktG für die Einrichtung und Ausgestaltung eines den Anforde-rungen des Unternehmens entsprechenden internen Kontroll- und Risikomanagementsystems in Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess verantwortlich. Diese Verantwortung wird in Beteiligungsgesellschaften von der jeweiligen Geschäftsführung wahrgenommen. Hierbei sind die in diesem Zusammenhang bestehenden konzernweiten Richtlinien und Vorschriften verpflichtend einzuhalten. Nachfolgend wird dargestellt, wie den gesetzlichen Anforderungen nachgekommen wird.
Die Ausgestaltung des IKS der FWAG ist in einem Regelwerk schriftlich festgelegt. Die Ziele des IKS der FWAG sind die Sicherstellung der Zuverlässigkeit der Finanzberichterstattung sowie die Einhaltung der damit in Zusammenhang stehenden Gesetze und Vorschriften. Das IKS im weiteren Sinne beinhaltet außerdem die Sicherung des Vermögens sowie die Sicherstellung der vollständigen und korrekten Leistungserfassung und -abrechnung.
Für die Beschreibung der wesentlichen Merkmale wird die Struktur des international an-erkannten COSO-Modells herangezogen. Demnach umfasst das IKS: Kontrollumfeld, Risiko-beurteilung, Kontrollmaßnahmen, Information und Kommunikation sowie Überwachung. Dabei werden finanz- und rechnungslegungsrelevante Risiken der Gesellschaft erfasst, bewertet und mit entsprechenden Kontrollen versehen. Die Dokumentation des Kontrollsystems erfolgt in einer Standardsoftware. Diese bietet jederzeit einen gesamten oder bereichsweiten Überblick über den Stand des IKS. Darüber hinaus werden über automatisierte Workflows die Verant-wortlichen der Bereiche und Tochtergesellschaften per E-Mail über erforderliche Tätigkeiten informiert und zur Erledigung aufgefordert (z.B. zur Durchführung von Bewertungen oder zur Ausführung definierter Kontrollen).
Die Unternehmenskultur des Managements und der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter prägt das Kontrollumfeld der FWAG grundlegend. Das Unternehmen fördert die aktive Kommunika-tion und die Vermittlung von Grundwerten, um Ethik und Integrität im Unternehmen und im Umgang mit anderen sicherzustellen. Einen wesentlichen Beitrag dazu leistet der Verhaltens-kodex der FWAG, in dem die Regeln für die Gewährung und Annahme von Geschenken und Einladungen festgelegt werden. Die Implementierung des IKS im Rechnungslegungsprozess ist in internen Richtlinien und Vorschriften festgelegt.
Risikobeurteilung
Die Wesentlichkeit von Risiken ergibt sich aus einer Kombination aus Eintrittswahrschein-lichkeit und potenzieller Auswirkung (Schadenshöhe). Für die letztgenannte Größe wird der Konzern- und Jahresabschluss als Kernkriterium herangezogen. Für die Bestimmung der Ein-trittswahrscheinlichkeit wird ein erweitertes Bewertungsmodell mit einer Reihe von qualitati-ven Aspekten auf Basis eines gewichteten Scoring-Modells verwendet. Berücksichtigt werden unter anderem Aspekte wie die Komplexität und der Automatisierungsgrad von Prozessen oder das Vorhandensein von spezifischen organisatorischen Sicherungsmaßnahmen. Die Ergebnisse
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dieser erweiterten Risikobeurteilung dienen als Basis für die Planung der Wirksamkeitsprüfun-gen durch die Interne Revision. Bei der Erstellung des Konzern- und Jahresabschlusses müssen punktuell Einschätzungen über zukünftige Entwicklungen vorgenommen werden. Dadurch entsteht das immanente Risiko, dass die zukünftige geschäftliche Entwicklung von diesen Pla-nungsprämissen abweicht. Dies trifft insbesondere auf die folgenden Sachverhalte bzw. Posten des Konzernabschlusses zu: Sozialkapital, Ausgang von Rechtsstreitigkeiten, Einbringlichkeit von Forderungen, drohende Verluste aus schwebenden Geschäften sowie Werthaltigkeit von Beteiligungen und Sachanlagen (siehe dazu Konzernanhang IV. „Ermessensbeurteilungen und Unsicherheiten bei Schätzungen“).
Kontrollmaßnahmen – Information – Überwachung
Kontrollmaßnahmen werden von Führungskräften und beauftragten Personen zeitnah und begleitend zu den Rechnungslegungsprozessen durchgeführt. Sie reichen von der Abwei-chungsanalyse der Geschäftsergebnisse durch Management bzw. Controlling und der Analyse der laufenden Prozesse im Rechnungswesen bis zur IT-Sicherheit. Sensible Tätigkeiten unter-liegen einer restriktiven Vergabe von IT-Berechtigungen. Für Rechnungslegung und Finanz-berichterstattung werden die ERP-Software SAP (inkl. SAP-BPC) und PC-Konsol verwendet. Die Funktionsfähigkeit des Rechnungslegungssystems wird u.a. durch automatisierte IT-Kon-trollen gewährleistet. Richtlinien und Vorschriften hinsichtlich der Finanzberichterstattung werden vom Management regelmäßig aktualisiert und über das Intranet, E-Mails oder interne Aushänge an alle betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kommuniziert. Die laufende unternehmensweite Überwachung obliegt dem Management, dem Controlling, der Internen Revision sowie dem Aufsichtsrat. Überdies sind die jeweiligen Bereichs- und Abteilungsleiter für die Überwachung der entsprechenden Bereiche zuständig. Für die definierten Kontrollen sind verantwortliche Personen festgelegt. Die Kontrollen werden jährlich mittels Stichproben-verfahren von der Internen Revision auf ihre Wirksamkeit hin beurteilt. Dabei wird sowohl die operative Effektivität als auch die Designeffektivität überprüft und bewertet. Die Ergebnisse aus dieser Wirksamkeitsbeurteilung dienen im Rahmen der regelmäßig stattfindenden IKS-Reviews mit den Organisationseinheiten und Beteiligungsgesellschaften der Flughafen-Wien-Gruppe als Grundlage für permanente Systemoptimierungen. Die Ergebnisse der Überwachungstätig-keiten sowie die Entwicklungen des IKS werden dem Prüfungsausschuss bzw. dem Aufsichtsrat berichtet.
Forschung und Entwicklung
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Forschung und Entwicklung
Der Servicebereich Informationssysteme ist zentraler, interner Dienstleister in puncto Infor-mations- und Kommunikationstechnologie (IKT). Er betreibt alle IKT-Systeme, die in den ver-schiedenen Unternehmensbereichen zum Einsatz kommen. Es werden laufend Optimierungen der IKT-Systeme und -Prozesse durchgeführt.
Im Jahr 2022 wurden u.a. folgende Themen weiterentwickelt bzw. gestartet:
Initial Airport Operations Plan
Als Weiterentwicklung von Collaborative Decision Making (CDM) wird zur Unterstützung der europaweiten Koordination des Flugverkehrs ein digitales Operation Center aufgebaut, um allen Prozesspartnern aktuelle Informationen und kurzfristige Prognosen zur Verfügung zu stellen.
Ausweis- und Berechtigungsverwaltung
Die Entwicklung der „Single Airport ID“ wurde abgeschlossen. Es wurde eine integrierte Aus-weis- und Berechtigungskarte für das gesamte Flughafengelände eingeführt.
Digitale Buchungs- & Verwaltungsapplikation Office Park 4, Digitalisierung VIP Center
Die Online-Plattform für die im Office Park 4 befindlichen Co-Working- und Conferencing-Bereiche wurde weiterentwickelt. In einem weiteren Schritt wurde begonnen, eine digitale Lösung zur Online-Buchung und Abwicklung samt Verrechnung der VIP-Center-Leistungen im GAC zu schaffen.
Zentraler Webshop
Für eine verbesserte Customer Experience ist eine zentrale Verkaufsstelle für alle verfügbaren Services der Unternehmensgruppe in Entwicklung.
Effizienter Rechenzentrumsbetrieb
Durch die Einführung einer Containerplattform können Anwendungen in sogenannten Con-tainern laufen. Diese Container funktionieren unabhängig von der Umgebung, in der sie ausge-führt werden und vereinfachen die Entwicklung, Bereitstellung und Wartung von Anwendungen und insbesondere Eigenentwicklungen.
Insgesamt wurden dafür 2022 Kosten als Investition bzw. Aufwand in Höhe von € 1,0 Mio. (2021: € 1,0 Mio.) erfasst.
Nichtfinanzielle Erklärung gemäß § 243b UGB
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Nichtfinanzielle Erklärung gemäß § 243b UGB
Der schonende Umgang mit den natürlichen Ressourcen, der respektvolle Umgang mit unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und die daraus resultierende Umsetzung einer mitarbei-terorientierten Unternehmenskultur sowie die Rücksichtnahme auf die Bedürfnisse unserer Anrainer sind zentrale Schwerpunkte unserer Unternehmensstrategie. Die FWAG bekennt sich vorbehaltlos zu ihrer ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Verantwortung. Ein wichti-ges Anliegen ist es dabei, die vielfältigen Ziele balanciert zu verfolgen und an der nachhaltigen Entwicklung sowohl des Unternehmens als auch der Region aktiv mitzuwirken. Die Flughafen Wien AG ist bestrebt einen kontinuierlichen Dialog mit seinen Stakeholdern aufrecht zu er-halten und über ihre Aktivitäten, Entwicklungen und Kennzahlen laufend zu berichten.
Neben den jährlichen Updates der Nachhaltigkeitskennzahlen auf der Homepage www.viennaairport.com/nachhaltigkeitsbericht veröffentlicht die Flughafen Wien AG in regelmäßigen Abständen (3 Jahre) einen vollständigen Nachhaltigkeitsbericht.
Der aktuelle Nachhaltigkeitsbericht 2021 wurde im Herbst 2022 elektronisch publiziert und berichtet über die Erreichung der gesetzten Ziele im Zeitraum 2018–2021 sowie über neue Vorhaben. Die international anerkannte Stakeholder Initiative GRI hat Standards für die Nachhaltigkeitsberichterstattung entwickelt, die für Transparenz sorgen und Vergleich-barkeit gewährleisten sollen. Die Inhalte, Daten und Zahlen des Nachhaltigkeitsberichts der Flughafen-Wien-Gruppe erfolgt entsprechend der Standards der Global Reporting Initiative (GRI-Standards 2016). Der aktuelle Nachhaltigkeitsbericht für den Zeitraum 2018-2021 erreicht die Anwendungsebene „In Accordance Core“ und bezieht zu dem die branchenspezifischen Zu-satzindikatoren für Flughafenbetreiber ein. Der Bericht wurde extern durch TÜV Süd verifiziert.
Sustainable Development Goals (SDGs)
Um den Herausforderungen einer globalisierten Welt nachhaltig zu begegnen, haben die Mit-gliedstaaten der Vereinten Nationen gemeinsame Entwicklungsziele, die sogenannten Sustai-nable Development Goals (SDGs), verabschiedet. Diese Ziele sind allgemeine, universelle Ziele für alle Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen, die als Nachfolger der Millennium Goals im September 2015 beschlossen wurden. Alle Menschen auf der Welt sollen bis zum Jahr 2030 in einer faireren, wohlhabenderen und friedlicheren Gesellschaft leben können. Zudem sollen diese Ziele zu einem nachhaltigen, weltweiten wirtschaftlichen Fortschritt führen, und sie sind glei-chermaßen an Entwicklungs-, Schwellen- und Industrieländer gerichtet. Wirtschaft und Politik sind daher gefordert, zusammen diese 17 Ziele zur nachhaltigen Entwicklung zu erreichen.
Die Flughafen Wien AG bekennt sich zu den SDGs und versteht es als ihre Aufgabe, einen aktiven Beitrag zu leisten. Alle Ziele und Maßnahmen im Bereich Nachhaltigkeit finden eine Entsprechung in mindestens einem der 17 Ziele zur nachhaltigen Entwicklung.
Nichtfinanzielle Erklärung gemäß § 243b UGB
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Die Publikation des nächsten umfassenden Nachhaltigkeitsberichts ist für das Jahr 2025 ge-plant. Dieser wird bereits nach den Vorgaben der Corporate Sustainability Reporting Directive der EU (CSRD) und den daraus abgeleiteten European Sustainability Reporting Standards (ESRS) erstellt werden und Teil des Lageberichts sein.
Ein besonderer Schwerpunkt lag in den vergangenen Jahren auf dem Ziel energieeffizienter zu werden und die Emissionen, die von der Flughafen Wien AG verursacht werden, zu reduzieren. Das gesetzte Ziel für den Betrieb des Flughafens ist es, bis 2023 auch mittels des Ankaufs von CO2- kompensierenden Zertifikaten klimaneutral zu werden. Bis 2040 möchte der Flughafen Wien die komplette CO2-Neutralität erreichen.
Nähere Informationen zum Geschäftsmodell der FWAG sind im Kapitel „Die Flughafen Wien AG“ zu Beginn des Lageberichts angeführt. Risiken, die Auswirkungen auf den Geschäftsverlauf und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren haben könnten, sind im Kapitel „Risiken der zukünf-tigen Entwicklung“ des Lageberichts beschrieben.
Wesentliche nichtfinanzielle Leistungsindikatoren
Die relevanten Themen für die Flughafern Wien AG im Bereich Nachhaltigkeit wurden in einem Prozess, der sowohl Mitarbeiter als auch relevante, externe Stakeholder umfasst, definiert und in der Wesentlichkeitsmatrix zusammengefasst.
Aufbauend auf den Erkenntnissen aus der Erstellung der Wesentlichkeitsmatrix für die vergangenen Berichte wurden gemeinsam mit den Bereichsverantwortlichen die relevanten Themen diskutiert und in Hinblick auf die Anforderungen ausgewählter Stakeholder evaluiert. Dies geschah unter anderem mittels eines Fragebogens, den die Themenverantwortlichen aus der Sicht ihrer jeweiligen Kunden bewerteten und beantworteten. Zusätzlich flossen Aspekte und Themen aus der regelmäßigen Stakeholder-Kommunikation wie z.B. dem Dialogforum oder die regelmäßigen Kundenbefragungen sowie aus dem Umwelt- und Qualitätsmanage-ment und dem Sozialbericht mit ein. Es wurden dabei 25 Themen für die Flughafen-Wien AG als wesentlich definiert und in folgende Überkategorien zusammengefasst:
Umweltbelange
Sozial- und Arbeitnehmerbelange
Achtung der Menschenrechte
Bekämpfung von Korruption und Bestechung
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Die Wesentlichkeitsmatrix der Flughafen Wien AG
Unternehmen & Management
Kunden (Passagiere, Airlines)
Umwelt, Energie & Klimaschutz
Mitarbeiter
Dialog & gesellschaftliches Engagement
Nachhaltigkeitsmanagement
Um das Thema „Nachhaltigkeit“ in der Unternehmenstätigkeit fest zu verankern und konti-nuierlich weiterzuentwickeln, hat die Flughafen Wien AG im Jahr 2014 ein Nachhaltigkeitsma-nagement-System implementiert und ein Nachhaltigkeitsprogramm definiert, aus dem sich Ziele und Maßnahmen ableiten. Diese werden laufend überprüft und angepasst. Das Kernteam des Nachhaltigkeitsmanagement besteht aus drei Beauftragten aus den Bereichen Umwelt / Mitarbeiter und Soziales / Compliance und Ökonomie. Die Abteilung Umwelt- und Nachhal-tigkeitsmanagement ist für die Koordinierung und Umsetzung der Nachhaltigkeitsagenden zuständig und berichtet direkt an den Vorstand. In Abstimmungssitzungen werden aktuelle Entwicklungen besprochen und die Umsetzung des Nachhaltigkeitsprogramms evaluiert.
Dem Kernteam stehen aus jedem relevanten Unternehmensbereich Ansprechpartner zu Verfügung. Diese berichten über die konkrete Umsetzung der Maßnahmen und über neue Entwicklungen.
Luftemissionen & -immissionen
Dialog mit den Umlandgemeinden
Kundenservice & -zufriedenheit
Attraktivität als Arbeitgeber
Nachhaltige Standortentwicklung
Flughafen-Security
Lärm
Barrierefreiheit
Attraktivität für Investoren
Datenschutz
Sicherheit im Flugverkehr (Saftey)
Nachhaltiges Bauen
Aus- & Weiterbildung
Wirtschaftliche Impulse für Region
Dauerhafte Wertsteigerung
Energie & Mobilität
Klimaschutz
Sponsoring & gesellschaftliches Engagement
Compliance & Governance
Nachhaltige Beschaffung
Abfall & Abwasser
Natur & Ressourcenschutz
Chancengleichheit
Arbeitssicherheit & Gesundheitsschutz
Wirtschaftliche Handhabung der Finanzmittel
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Die erhobenen Kennzahlen und Daten, die diesem Nachhaltigkeitsbericht zugrunde liegen, werden laufend durch die Abteilung Umwelt- und Nachhaltigkeitsmanagement aktualisiert.
Nachhaltigkeitsstrategie
Die Flughafen-Wien-Gruppe verfolgt eine nachhaltig ausgerichtete Wachstumsstrategie am Standort und schafft die notwendigen Voraussetzungen, um gemeinsam mit ihren Partnern die vielfältigen Chancen und Potentiale im Luftverkehr zu nutzen und damit eines der wichtigsten Ziele, die nachhaltige Steigerung des Unternehmenswerts konsequent zu verfolgen. Die FWAG ist bestrebt ihre Position im wachsenden internationalen Luftverkehr in den kommenden Jahren strategisch zu stärken und auszubauen. Im Bereich Retail and Properties gibt es zudem noch beträchtliches Wachstumspotential.
Die vorrangigen strategischen Nachhaltigkeitsziele sind die Minimierung der negativen Umweltauswirkungen des Flughafenbetriebs sowie eine kontinuierliche Verbesserung der Energieeffizienz.
Als wichtigste Faktoren für die Erreichung unserer Unternehmensziele dienen vier strategi-sche Stoßrichtungen:
Neue Ertragspotenziale aufbauen und bestehende Potenziale optimal nutzen
Hohe Produktivität und Rentabilität sichern
Drehscheibe stärken und Kundenbedürfnisse besser befriedigen
Mitarbeiter fördern und respektieren
Ausdruck findet die Nachhaltigkeitsstrategie in den fünf Unternehmenswerten:
Kundenorientierung: Die Bedürfnisse unserer Kunden zu erfüllen, ist unsere oberste Priori-tät. Wir begreifen uns als Dienstleister und begegnen unseren Kunden freundlich, respektvoll und mit Verständnis für ihre individuellen Wünsche. Fairer Umgang und ehrliche Kommu-nikation mit unseren Kunden und Geschäftspartnern ist uns ein Anliegen. Dabei überlassen wir aber nichts dem Zufall und setzen mit unserem Compliance System hohe Standards.
Professionalität: Höchste Professionalität und Engagement kennzeichnen unsere Arbeit. Wir sind stolz darauf, unsere Aufgaben genau, zuverlässig sowie auf Sicherheit bedacht zu erfüllen und integrieren neue Technologien und Verfahren in unsere Prozesse, um uns wei-ter zu verbessern. Als professionelles Team managen wir die unterschiedlichen Aspekte der Nachhaltigkeit und gehen mit aktuellen Herausforderungen professionell um. Wir setzen ambitionierte Nachhaltigkeitsziele und berichten regelmäßig über unsere Fortschritte. Etwa beim Klimaschutz, wo wir ab 2023 den Betrieb des Flughafen Wien CO2-neutral abwickeln werden. Oder beim Thema Sicherheit, wo unser Security Konzept für einen gefahrlosen Flug-hafenbetrieb sorgt und Risiken minimiert.
Wirtschaftlichkeit: Wir gehen mit unseren wirtschaftlichen und natürlichen Ressourcen sowie mit der Energie sparsam, effizient und verantwortungsbewusst um. Wir verstehen uns als Wirtschaftsmotor der Region und wollen durch eine überlegte Standortentwicklung hin zur „AirportCity“ Akzente für die Region setzen. Dabei steht ein intensiver Dialog mit unse-ren Stakeholdern im Vordergrund, denn wir wollen gemeinsam eine nachhaltige (Regional-) Entwicklung gestalten.
Respekt: Wir begegnen einander mit Vertrauen und Ehrlichkeit und sehen Fehler als An-sporn, besser zu werden. Wir haben Respekt vor Meinung und Leistung anderer und unter-stützen uns gegenseitig. Die Mitarbeiter der Flughafen Wien AG sind in ihrer Diversität ein Erfolgsfaktor unseres Unternehmens, den wir pflegen und ausbauen wollen. Daher wollen
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wir noch mehr Anstrengungen für ein attraktives Arbeitsumfeld, Chancengleichheit und interessante Karrieremöglichkeiten unternehmen.
Nachhaltigkeit: Wir bekennen uns zu einem nachhaltigen Umgang mit der Umwelt und übernehmen Verantwortung für unser Umland sowie die dort lebende Bevölkerung. Als Green Airport ist gelebte Nachhaltigkeit fest in unserer Unternehmenskultur verankert.
1) Umweltbelange und Energieeffizienz
Die FWAG bekennt sich zu einem schonenden und bewussten Umgang mit der Umwelt und verpflichtet sich zur Einhaltung aller umweltrelevanten Gesetze, Verordnungen, bindenden Ver-einbarungen und behördlichen Auflagen sowie zur kontinuierlichen Minimierung der negativen ökologischen Auswirkungen. Vor allem hat sich die Flughafen-Wien-Gruppe zum Ziel gesetzt, ihren Energieverbrauch weiter zu senken, die Auswirkungen der Lärmemissionen zu mindern und den dem Flughafen Wien anzurechnenden CO2-Ausstoß weiter zu senken. Das gesetzte Ziel für den Betrieb des Flughafens ist es, bis 2023 auch mittels CO2-kompensierender Zertifikate klimaneutral zu werden. Bis 2033 möchte der Flughafen Wien die komplette CO2-Neutralität (ohne kompensierende Zertifikate) erreichen.
Dabei ist der Flughafen-Wien-Gruppe der ständige Dialog mit den Stakeholdern von größ-ter Wichtigkeit. Denn in vielen Fällen beeinflussen die Maßnahmen des Flughafens auch das Verhalten der Kunden und Passagiere positiv, etwa in den Bereichen Energiesparen, Facility-management oder Abfallentsorgung.
Durch einen ständigen Kreislauf aus Bewertung, Planung, Umsetzung und Überwachung wird sichergestellt, dass in Übereinstimmung mit der Umweltpolitik geeignete Verbesserungsmaß-nahmen kontinuierlich und systematisch geplant, umgesetzt und überprüft werden. Ebenso werden die umweltrelevanten Prozesse und Abläufe so geplant und umgesetzt, dass die Um-weltauswirkungen möglichst geringgehalten werden.
Die FWAG hat ein umfassendes und systematisches Energie- und Umweltmanagement-sys-tem (kurz UMS) eingerichtet und unterzieht sich der Umweltprüfung nach dem „Eco-Manage-ment and Audit Scheme“ (EMAS), mit dem die Europäische Union Umweltmanagementsyste-men die weltweit höchsten Anforderungen auferlegt, sowie nach der ISO 14001. Die erstmalige Eintragung in das EMAS-Register fand im Dezember 2015 statt, 2018 wurde das Unternehmen rezertifiziert. In den dazwischen liegenden Jahren fanden Überwachungsaudits statt. Im Jahr 2022 wurde das Unternehmen neuerlich rezertifiziert.
Mit EMAS erfüllt der Flughafen auch die Anforderungen des Energieeffizienzgesetzes.
Im Rahmen des Umweltmanagementsystems werden Umweltaspekte und deren Auswir-kungen erfasst, relevante Themen identifiziert und mittels Nutzwertanalyse bewertet.
Weiters werden Umweltpolitik, Ziele und Maßnahmen festgelegt und sowohl deren Fort-schritt als auch die Performance des gesamten Systems anhand von festgelegten Kennzahlen, jährlichen Managementreviews sowie im Rahmen von internen und externen Audits regel-mäßig überprüft.
Das UMS stellt auch die Rechtskonformität des Betriebs in Bezug auf geltendes Umweltrecht sicher. Dazu werden alle umweltrelevanten Vorschriften (Gesetze, Verordnungen, Bescheide) identifiziert, in einer Umweltrechtsdatenbank erfasst und die daraus entstehenden Verpflich-tungen umgesetzt und überprüft.
Die Verantwortung für die erfolgreiche Umsetzung des UMS liegt beim Vorstand und bei den Führungskräften entsprechend der Linienorganisation der Flughafen Wien AG. Der Umweltma-nager, angesiedelt in der Abteilung „Umwelt- und Nachhaltigkeitsmanagement“ koordiniert und steuert alle internen und externen Aktivitäten im Bereich Umweltschutz und Nachhaltigkeit.
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Dabei wird er von einem Umweltteam unterstützt, das sich wiederum aus Themenverantwort-lichen der verschiedenen Unternehmensbereiche zusammensetzt.
Der Flughafen Wien konnte sich seit 2015, dem Jahr der ersten EMAS Zertifizierung, in allen wesentlichen Umweltaspekten deutlich verbessern. Der Gesamtenergieverbrauch der FWAG konnte im Zeitraum 2015 bis 2022 um 45.847 MWh reduziert werden, das entspricht einem Mi-nus von rund 24,8%. Darüber hinaus wurden 2022 weitere € 0,9 Mio. (2021: € 0,5 Mio.) für den Umweltschutz aufgewendet (ausgenommen Lärmschutzprogramm).
Im Fokus standen dabei die Reduktion von Schadstoff- und Lärmemissionen sowie der Aus-bau der Alternativenergie.
Ausgewählte Kennzahlen
Standort Flughafen Wien
2022
Veränderung
2021
Passagiere
PAX
23.682.133
109,2%
10.405.523
Verbrauch elektrische Energie
MWh
79.501
18,4%
67.173
Wärmeverbrauch
MWh
30.775
-14,2%
35.880
Kälteverbrauch
MWh
21.851
16,7%
18.727
Treibstoffverbrauch
MWh
28.399
33,9%
21.213
Gesamtenergiebedarf
MWh
138.675
11,6%
124.266
Gesamtenergiebedarf erneuerbare Energiequellen
MWh
79.501
18,4%
67.173
Anteil erneuerbarer Energie am Gesamtenergiebedarf
%
57,3
n.a.
54,1
Wasserverbrauch
m³
437.438
71,7%
254.757
Abwasseranfall
m³
342.976
78,9%
191.711
Gesamtmenge Abfall
t
3.156
78,1%
1.773
Energieeffizienzprogramm
Die Flughafen-Wien-Gruppe hat ein Energieeffizienzprogramm implementiert und bereits zahlreiche Projekte umgesetzt.
Strom
Im Jahre 2022 wurden von der Flughafen Wien AG und ihren Tochterunternehmen am Stand-ort ca. 79,5 Mio. kWh Strom verbraucht. Die benötigte elektrische Energie kommt einerseits aus den am Flughafen Wien implementierten Photovoltaikanlagen und andererseits als CO2-freier Strom aus dem Netz von Wien Energie. Im Falle eines Stromausfalls übernehmen vier Notstromaggregate mit einer Gesamtleistung von 8,9 MW die Versorgung der wichtigen Einrichtungen. Die Rollweg- und Pistenbefeuerung kann mit Hilfe von batteriebetriebenen USV-Anlagen spannungsunterbrechungsfrei weiterbetrieben werden, und innerhalb von 15 Sekunden schaltet sich der Strom der Notstromaggregate dazu.
Um den Energieverbrauch noch weiter zu minimieren, wurde auch die Energienutzung in den Parkhäusern 3, 4, 7 und 8 durch eine Umrüstung von konventionellen Leuchtmitteln auf LED-Technologie verbessert und eine bedarfsorientierte Beleuchtungssteuerung installiert.
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Photovoltaik am Flughafen Wien
Der Flughafen Wien betreibt insgesamt 8 Photovoltaik-Anlagen auf den Dächern des Hangars 7, der alten Winterdiensthalle, des Air Cargo Centers, auf dem Areal der ehemaligen Kläranlage, dem neuen Office Park 4, auf dem Dach des Parkhauses 8 und auf dem Dach des Parkhaus 3. Die achte Anlage ging im Frühjahr 2022 in Betrieb. Mit einer Fläche von 24 Hektar am Flughafen Standort ist sie die derzeit größte Photovoltaikanlage Österreichs. Rund 55.000 PV-Paneele können eine Leistung von ca. 27.000 kWp liefern. Im günstigsten Fall kann der Flughafen Wien damit etwa ein Drittel seines Strombedarfs mit Sonnenenergie abdecken.
Im Jahr 2022 konnte ein jährlicher Ertrag von rund 19,95 Mio. kWh generiert werden.
Kälteerzeugung
Die Kühlung aller klimatisierten Objekte erfolgt über ein eigenes Klimawasser-Fernleitungsnetz, das von drei am Standort befindlichen, getrennten Kältezentralen mit einer Gesamtleistung von 26 MW versorgt wird. Der Kälteverbrauch der FWAG (Standort Wien) lag 2022 bei rund 21,9 Mio. kWh.
Wärme
Die Wärmeenergie, insgesamt 30,8 Mio. kWh (Standort Wien) im Jahre 2022, wird seit 1980 mittels eines Heißwasserkreislaufes von der Raffinerie Schwechat zum Flughafen transportiert. Die einzelnen Heizungsanlagen des Flughafenareals werden dabei über ein unterirdisches Fernleitungssystem versorgt.
Die Raffinerie Schwechat hat die bestehende Versorgung des Flughafens im ersten Halbjahr 2022 auf umweltfreundliche Fernwärme umgestellt. Dabei nutzt die Raffinerie die Abwärme der Entschwefelungsanlage, einer Anlage zur Dieselproduktion sowie der Vakuumdestillations-anlage und wandelt diese in CO2-freie Fernwärme um. Im Flughafensystem werden so rund 21.000 Tonnen CO2 jährlich eingespart.
Treibstoffe
Insgesamt wurden im Jahre 2022 am Flughafen Wien von der FWAG rund 2,7 Mio. Liter Treib-stoff, davon 2,6 Mio. Liter Diesel, in die unternehmenseigenen Fahrzeuge getankt.
Während der Flugzeugtreibstoff (Kerosin) seit 1991 per Pipeline direkt von der Raffinerie Schwechat (OMV) zum Flughafen gepumpt wird, werden Kfz-Treibstoffe mittels Tankwägen zu den drei Betriebstankstellen geliefert.
Die lückenlose objektbezogene Messung aller Energieabgaben und -verbräuche bietet die Voraussetzung für ein modernes Energiemanagement am Flughafen. Über spezielle Software-programme werden die Verbräuche dargestellt, überprüft und analysiert.
Smart Airport City
Um den Verbrauch von Strom, sowie von Kälte und Wärme zu optimieren, hat die Flughafen Wien AG mit der Technischen Universität Wien 2017 ein Entwicklungsprojekt gestartet, womit ein Prototyp einer computergestützten „virtuellen Stadt“ entsteht, mit dem der Verbrauch an elektrischer Energie, Kälte oder Wärme simuliert und in der Folge optimiert werden kann. Darauf aufbauend werden Szenarien zur Instandhaltung, Verbesserung und Erweiterung der Smart Airport City erstellt, um Kapazitäten zu optimieren und eine bestmögliche Verbrauchs-steuerung zu erreichen. 2021 und 2022 wurde begonnen, die Szenarien mit dem Echtbetrieb abzugleichen und zu evaluieren.
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Nachhaltiges Bauen – Life-Cycle Betrachtung von Immobilien
Zum Bereich „Planung, Bau und Bestandsmanagement“ gehört auch das strategische Facility Management, das abgestimmt und koordiniert vorgeht. Damit ist die Life-Cycle Betrachtung al-ler landseitigen Immobilien sichergestellt, was insbesondere dazu führt, dass die Betriebskosten und die periodischen Modernisierungsmaßnahmen in die Gesamtbetrachtung der Kalkulation, der Planung und Umsetzung von Bauprojekten einbezogen werden.
Im Immobilienbereich wird eine balancierte Entwicklungsstrategie in Richtung „Airport City“ verfolgt. Die Produktsegmente mit einem attraktiven Ertrags-/Risikoprofil werden in den nächsten Jahren offensiv ausgebaut, und zur Sicherung der nachhaltigen Entwicklung mit urbanisierenden Elementen ergänzt.
Der Office Park 4 ist das Leuchtturmprojekt in Bezug auf nachhaltiges Bauen. Das Gebäude bietet Raum für rund 2.500 Beschäftigte. Der neue Office Park besticht durch flexible Arbeits-bereiche, vielfältige Co-Working Angebote und topmoderne Eventflächen. Bei der Planung wurde besonders auf Energieeffizienz Bedacht genommen. Hierbei flossen auch Erkenntnisse der Smart Airport City ein. Der Energieverbrauch liegt bei weniger als einem Drittel im Ver-gleich zu konventionellen Büros. Die zu etwa 60 Prozent transparente Fassadefläche lässt viel Tageslicht in die Räumlichkeiten des Office Park 4 und berücksichtigt durch ihre spezielle Formung gleichzeitig lokale Winde, die das Gebäude umströmen. Eine große Rolle spielt der Einsatz der Geothermie – das Kühlen und Heizen mit thermischer Energie. Außerdem befindet sich auf dem Dach des Office Park 4 eine Photovoltaikanlage für die optimale Nutzung von nachhaltigen Energiequellen.
Künftige Bauprojekte am Flughafen Wien werden sich an den Nachhaltigkeitskriterien des Office Park 4 orientieren.
Fluglärmmanagement
Europaweit gelten der Straßen-, Baustellen- und Nachbarschaftslärm sowie der Schienenver-kehr als Hauptverursacher von Lärmbelastung, gefolgt vom Flugverkehr. Die Hauptlärmquellen an Flughäfen bilden Starts und Landungen, Bodenlärm wie Rollbewegungen oder Triebwerks-probeläufe. Das Bundes-Umgebungslärmschutzgesetz regelt die Schwellwerte in Zusammen-hang mit Fluglärm, die zum Schutz der ansässigen Bevölkerung nicht überschritten werden dürfen - nämlich ein Tag-Abend-Nacht-Lärmindex von 65 dB.
Das Engagement des Flughafen Wien geht aber deutlich über diese gesetzlichen Vorgaben hinaus: So umfasst etwa das Lärmschutzprogramm des Flughafens das Tag-Schutzgebiet mit einem äquivalenten Dauerschallpegel von über 54 dB. Das Nacht-Schutzgebiet beginnt bereits bei einem Dauerschallpegel von über 45 dB. Gemäß der Vereinbarung im Mediationsverfahren soll die Anzahl der Flugbewegungen in der Zeit von 23.30 bis 5.30 Uhr konstant auf dem Niveau der Bewegungen des Jahres 2009 gehalten werden.
Darüber hinaus werden zur weiteren Reduktion des Bodenlärms in enger Abstimmung mit Stakeholdern und Anrainern kontinuierlich verschiedenste Lärmvermeidungs- und Schutz-maßnahmen umgesetzt. Zum Beispiel bei der Durchführung von Triebwerksprobeläufen: Hier werden die Abstellpositionen in Abhängigkeit der vorherrschenden Windverhältnisse so ge-wählt, dass die Anrainer so wenig wie möglich belastet werden.
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FANOMOS
Seit dem Jahr 1990 ist am Flughafen Wien eine Flugweg- und Fluglärm-Überwachungsanlage in Betrieb: FANOMOS (Flight Track and Noise Monitoring System). Damit werden An- und Abflüge als Flugspuren aufgezeichnet und analysiert. Dabei wird die Einhaltung der vorgeschriebenen An- und Abflugrouten kontrolliert und Abweichungen, das heißt ein Verlassen der vorgeschrie-benen Korridore, werden sichtbar gemacht. FANOMOS zeichnet jedoch nicht nur 365 Tage im Jahr die Flugspuren auf, sondern registriert auch laufend die Schallpegel der Überflüge mit 15 fixen Messstellen in der Umgebung des Flughafens.
Lärmabhängige Landegebühren
Ziel der lärmabhängigen Landegebühren ist es, einen Anreiz für Fluglinien zu geben, auf leisere und emissionsärmere Flugzeuge zu setzen. Die Start- und Landegebühren werden gestaffelt - laute Flugzeuge zahlen mehr, leise weniger. Das Bonus-Malus-System ist kostenneutral, und die Lärmgebühren stellen keine zusätzliche Einnahmequelle für den Flughafen dar.
Lärmschutz
Das 2005 im Mediationsvertrag vereinbarte Lärmschutzprogramm des Flughafen Wien hat den Schutz der Gesundheit und die Erhöhung der Lebensqualität der Menschen, die nahe am Flughafen leben, zum Ziel. Ab einem Dauerschallpegel über 54 dB am Tag und über 45 dB in der Nacht übernimmt der Flughafen 50% bis 100% der Kosten für Lärmschutzmaßnahmen, etwa für den Einbau von Lärmschutzfenstern und -türen. Bis Ende 2022 wurden auf diese Weise für 6.316 Objekte bauphysikalische Gutachten erstellt und für 2.986 Objekte ein optimaler Lärm-schutz hergestellt.
Emissionen und Klimaschutz
Der Betrieb eines Flughafens, vor allem die Flugzeugabfertigung und der landseitige Verkehr, trägt, wenn auch zu einem geringeren Teil, zu den allgemeinen Luftemissionen der Luftfahrt-branche bei.
Im Bereich des Flughafens werden im Rahmen der Luftgütemessung sowie durch die Er-stellung einer jährlichen CO2-Bilanz alle Emissionen lückenlos erfasst. Gemeinsam mit den Fluglinien werden laufend Maßnahmen und Programme entwickelt, um den Schad- stoffaus-stoß konsequent zu minimieren.
ACAS (Airport Carbon Accreditation System)
Mithilfe einer CO2-Emissionsbilanz beteiligt sich der Flughafen Wien auch an dem vom Airports Council International Europe (ACI Europe) geführten Programm ACAS (Airport Carbon Accre-ditation System, www.airportcarbonaccreditation.org). Der Flughafen Wien wurde bereits im Jahr 2013 Level 1 zertifiziert, 2015 erfolgte der Aufstieg zum Level 2 und im Oktober 2016 wurde erstmalig die Level 3-Zertifizierung erreicht und seither jährlich erneut seitens des ACI bestätigt. Die Level 3-Zertifizierung sieht eine weitere Reduktion der CO2-Emissionen unter verstärkter Einbeziehung sämtlicher am Standort Flughafen ansässiger Unternehmen vor.
Zahlreiche Projekte zur Reduktion der Treibhausgase wurden und werden am Flughafen Wien umgesetzt. So bezieht der Flughafen Wien bereits den gesamten Strom CO2-neutral. Der Ausbau der Photovoltaik am Standort unterstützt nachhaltig das Ziel der CO2-Neutralität des
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Flughafen Wien. Die Fernwärme wird ab Mitte 2022 ebenfalls CO2-neutral bezogen. Der Ausbau des elektrisch betriebenen Fuhrparks und die Kompensation der CO2-Emissionen, die zurzeit noch durch fossile Treibstoffe durch die FWAG (vor allem im Bereich Flugzeugabfer-tigung) verursacht werden, sollen dazu führen, dass der Betrieb des Flughafen Wien ab 2023 klimaneutral erfolgen kann.
Abfall
Auf Verkehrsflughäfen entstehen in Abhängigkeit von der Anzahl der Passagiere sowie den erbrachten Leistungen Abfälle und Altstoffe aus unterschiedlichsten Bereichen wie Terminals, Büros, Logistikhallen, Gerätehallen, technischen Stationen, Hotels, Hangars und den Flugzeu-gen selbst.
Am Flughafen Wien ist daher eine Abfalllogistik im Einsatz, die mit der einer Kleinstadt zu vergleichen ist. Neben den beiden größten Abfallfraktionen Gewerbemüll und Altpapier/Kar-tonagen fallen auch Verpackungsabfälle, Altmetall und gefährliche Abfälle wie beispielsweise Schmieröl- und Lösungsmittelreste aus der Wartung von Flugzeugen und Fahrzeugen am Boden an. Alle Abfallmengen, aufgeschlüsselt nach Abfallarten, sind im aktuellen Abfallwirt-schaftskonzept (AWK) abgebildet.
Eine Übersicht von rund 350 Materialien (von Abbeizmitteln oder Aludosen bis Zahnbürsten oder Zweige) und deren fachgerechter Entsorgung ist in der „VIE Abfalltrenn-ABC“ Broschüre nachzuschlagen.
Vermeiden, Vermindern, Verwerten
Abfallvermeidung steht am Flughafen Wien an oberster Stelle. Abfälle, die nicht vermieden werden können, werden fachgerecht getrennt und - je nach Möglichkeit - einer Wiederver-wendung oder einem Recycling zugeführt. Die Mülltrennung am Flughafen erfolgt dabei nach strengen Richtlinien, was eine Wiederverwertung leichter und kostengünstiger macht. Dabei werden alle Möglichkeiten einer effizienten Abfallwirtschaft ausgeschöpft. Biogene Abfälle, Glas- und Kunststoffflaschen werden getrennt gesammelt und der Verwertung zugeführt. Spezielle Umweltinseln in den Terminalbereichen bieten auch den Passagieren die Möglich-keit, ihren Abfall entsprechend der Kennzeichnung zu entsorgen. Auch der Abfall und die Müll-trennung der in Wien landenden Luftfahrzeuge werden kontrolliert. Die Gesamtmenge Abfall betrug im Jahr 2022 am Flughafen Wien 3.156 Tonnen (2021: 1.773 Tonnen).
Wasserverbrauch
Die Wasserversorgung des Flughafen Wien erfolgt durch vier flughafeneigene Brunnen. Der Wasserverbrauch der Flughafen-Wien-Gruppe (Standort Wien) ohne Kunden betrug 2022 437.438 m³ (2021: 254.757 m³). Rechnet man die Kunden hinzu, betrug der gesamte Wasserver-brauch im Jahr 2022 570.283 m³.
Abwasser
Ein zentraler Punkt der Abwasserentsorgung ist die komplette Kanalisierung der Airside gele-genen versiegelten Flächen. Aus den einzelnen Einzugsgebieten des Flughafens - allein Pisten, Vorfelder und Rollwege machen mehr als 2,5 Mio. Quadratmeter Oberfläche aus - führen Nie-derschlagsabwasser zur zentralen Abwasserentsorgungsanlage. Am Eintritt der Hauptsammler in die zentrale Abwasserentsorgungsanlage wird die Belastung der Abwässer online gemessen.
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Belastete Abwässer werden über eigene Leitungen zur Verbandskläranlage Schwechat-Mannswörth gepumpt.
Durch die gezielte Trennung belasteter von unbelasteten Abflüssen konnten die in der Klär-anlage zu behandelnden Abwassermengen reduziert werden. Der Abwasseranfall (Standort Wien) der FWAG betrug 2022 342.976 m³.
Nachhaltige Beschaffung
Die nachhaltige bzw. ökologische Beschaffung, also der Einkauf von umweltfreundlichen Pro-dukten und Leistungen, bei deren Herstellung bzw. Erbringung auch soziale Standards ein-gehalten werden, ist ein wichtiges Unternehmensziel. Ebenso wird hier die Regionalität be-rücksichtigt. In Österreich wurde unter Federführung des Umweltministeriums der „Nationale Aktionsplan für nachhaltige Beschaffung“ (kurz: NaBe-Aktionsplan) ins Leben gerufen. Auf diese Weise werden nachhaltige Kriterien beim Beschaffungsvorgang berücksichtigt und der NaBe-Aktionsplan gemeinsam umgesetzt. Der Aktionsplan wird seit Herbst 2010 in der Bun-desbeschaffung GmbH (kurz BBG) umgesetzt. Die Beschaffungen der Flughafen-Wien-Gruppe erfolgten zum Teil über die BBG. Zudem unterliegt die Flughafen Wien AG als Sektorenauftrag-geber den Vorgaben des Bundesvergabegesetzes.
Die größten Lieferanten in Bezug auf den Bestellwert sind den Sektoren Bau, Erdölverarbei-tung, Metallverarbeitung, Spezialfahrzeuge, Technologie und unterschiedlichen Dienstleistun-gen wie etwa IT oder Airport Handling zuzuordnen. Gemessen am Bestellwert stammt der größte Teil der Auftragnehmer dabei aus der unmittelbaren Region des Flughafens: Rund 80% der 35 größten Lieferanten kommen aus Wien und Niederösterreich, 2% aus anderen österrei-chischen Bundesländern und der verbleibende Rest überwiegend aus Europa.
2) Sozial- und Arbeitnehmerbelange
Der durchschnittliche Mitarbeiterstand (FTE) der Flughafen Wien AG im Jahr 2022 ist von 2.846 auf 2.657 Mitarbeiter gesunken. Die Zahl der Beschäftigten nach Köpfen liegt bei 3.470, ein Anstieg gegenüber dem Vorjahr von 6,6%. Stichtagsbezogen waren zum 31.12.2022 2.671 Mitarbeiter in der Flughafen Wien AG beschäftigt und somit um 94 Mitarbeiter weniger als im Vorjahr (2.765 Mitarbeiter).
Recovery – Reboarding
In Zeiten der Krise – aber vor allem auch danach – sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine zentrale Ressource, da der Erfolg als Dienstleistungsunternehmen entscheidend von der fachlichen Kompetenz, Erfahrung sowie dem Engagement und Einsatz jedes einzelnen Be-schäftigten abhängt.
2022 stand unter dem Motto Recovery und Reboarding. Von Jänner bis März des Jahres 2022 befand sich das Unternehmen nach wie vor in Kurzarbeit. Nichtsdestotrotz begannen unter-nehmensweite Vorbereitungen den Vollbetrieb mit Anfang April wieder zu starten. Ab Jänner 2022 wurden Mitarbeiter in den Prozess des Zurückkommens miteingebunden. Als Haupthand-lungsfelder wurden folgende Themen definiert: Identifikation mit dem Unternehmen, Zusam-menarbeit, Home-Office vs. Präsenz, Hybride Führung/Meetings. Eine der ersten Maßnahmen war der Restart der Führungs- und Schlüsselkräfteentwicklung. Geänderte gesamtwirtschaft-liche Rahmenbedingungen fordern ein verändertes Führungsverhalten.
Die Arbeitsmarktlage verschärft den Druck auf das Unternehmen, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu finden. Das Ziel Mitarbeiter zu halten, sie weiter an das Unternehmen zu bin-
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den und die Rolle der Führungskräfte bei dieser Aufgabe, war die Grundlage für einen breiten Diskussions- und Lernprozess und somit Basis für den erfolgreichen Restart. Weiters wurde auch ein Schwerpunkt auf Aus- und Weiterbildung gelegt. Die Initiativen zeigten Erfolg. Wir haben den erfreulichen Aufschwung des Flugverkehrs seit Ostern 2022 besser bewältigt als viele andere Flughäfen. Diese großartige Leistung wurde auch weit über unsere Grenzen hi-naus anerkannt: Wir wurden als „Best Airport Europe 2022“ sowie als „Ground Handler of the year“ ausgezeichnet. Um diesen erfolgreichen Weg fortzusetzen, ist es notwendig, die Unter-nehmensstrategie an zukünftige Erfordernisse anzupassen. Dieser langfristige Prozess geht vom Managementteam aus und wird gemeinsam mit allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auch 2023 fortgesetzt.
Im März 2021 startete die interne New Placement Agentur (NPA). MitarbeiterInnen aus Arbeitsbereichen, wo mittelfristig keine Erholung in Sicht ist, werden in der NPA betreut und für neue berufliche Aufgaben vorbereitet. Von dieser pandemiebedingten Maßnahme waren konzernweit 280 MitarbeiterInnen betroffen. Ihre berufliche Neuorientierung, mit dem Ziel der Qualifizierung für interne und externe Stellenangebote, wurde mit Begleitmaßnahmen wie Bewerbungstrainings, Coachings und Sprachkursen unterstützt. Aufgrund von intensiven Schulungsmaßnahmen in der NPA während der Kurzarbeit konnten beim Restart interne Beset-zungen forciert werden. Alle Aktivitäten der NPA verfolgen weiterhin das Ziel, den betroffenen Mitarbeitern möglichst schnell eine neue Beschäftigung (intern oder extern) zu ermöglichen; das betrifft zurzeit rund 100 Dienstnehmer. Mit diesen Mitarbeitern erfolgen regelmäßig Eva-luierungen bzw. Gespräche, um Einsatz- oder Entwicklungsmöglichkeiten zu finden.
Für Aus- und Weiterbildung wurden 2022 am Standort Wien rund € 1,0 Mio. aufgewendet. Die Lehrlingsausbildung wurde auch weiter ausgebaut. Es wurden 30 Lehrlinge in 6 Lehrberufen (im Bereich Werkstätten und IT) aufgenommen und damit ein deutliches Zeichen für einen positiven Blick in die Zukunft gesetzt.
Mitarbeiterstiftung
Bereits vor mehr als 20 Jahren wurde von der FWAG eine unabhängige Mitarbeiterbeteiligungs-Privatstiftung gegründet, die 10% der Aktien der FWAG hält und die erhaltenen Dividenden an die Mitarbeiter auszahlt. Im Jahr 2022 kam für 2021 keine Dividende zur Ausschüttung.
Freiwillige Sozialleistungen
Für alle Mitarbeiter der Flughafen Wien AG mit Eintritt vor 1.11.2014 werden als Ergänzung zur gesetzlichen Pensionsversicherung und zu einer eventuellen privaten Altersversorgung vom Unternehmen 2,5% eines Monatsbezugs je Mitarbeiter an eine betriebliche Pensionskasse über-wiesen. Zudem wird jedem Mitarbeiter die Möglichkeit geboten, mit einem Betrag in gleicher Höhe selbst Vorsorge für die Zukunft zu treffen. Bei einem Abschluss zusätzlicher Unfall- und Krankenversicherungen werden die Mitarbeiter ebenfalls durch Zuschüsse unterstützt. Seit 1.1.2018 liegt die Gestionierung der Mitarbeitervorsorgekasse bei der Niederösterreichischen Vorsorgekasse (NÖVK).
Mit freiwilligen Sozialleistungen steigert die Flughafen Wien AG die Motivation und Unter-nehmensidentifikation ihrer Mitarbeiter. So wird ein kostenloser Werksverkehr - mit dem City Airport Train (CAT) und mit Bussen nach Wien und in die Umlandgemeinden - sowie in einigen Unternehmensbereichen ein Job-Ticket angeboten. Die Möglichkeit zur Essensversorgung für die Mitarbeiter wird finanziell unterstützt, und das Angebot wird laufend erweitert. Mit dem Vienna Airport Health Center ist eine weitreichende ärztliche Versorgung mit rascher Termin-verfügbarkeit für die Mitarbeiter sichergestellt.
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Beruf und Familie
Die Familienfreundlichkeit des Unternehmens ist für eine ausgewogene Work-Life-Balance von entscheidender Bedeutung. Seit 2015 tragen wir das Zertifikat „Beruf und Familie“ und im Jahr 2022 wurde im Rahmen eines Audits die Re-Zertifizierung erfolgreich durchgeführt. Aktionen, wie die Betreuung der Kinder von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an schul- und kinder-gartenfreien Tagen wurden auch 2022 wieder durchgeführt. Die Hilfestellungen zur Pflege von Angehörigen und das Angebot des Employee Assistance Program (EAP) wurden auch 2022 von vielen Beschäftigten angenommen.
Den Kindern aller Mitarbeiter der am Standort Wien ansässigen Unternehmen steht ein Kin-dergarten auf dem Gelände des Flughafen Wien zur Verfügung. Die großzügigen und flexiblen Öffnungszeiten ermöglichen auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Schichtdienst eine verlässliche Betreuung ihrer Kinder ab dem Krabbelalter. Der Flughafen Wien unterstützt die eigenen Beschäftigten dabei finanziell.
Gesundheit und Arbeitssicherheit – Präventivdienste
Die Zahl der Arbeitsunfälle hat sich in etwa auf dem Niveau von 2018 eingependelt. Präventions-maßnahmen und Evaluierungen zur Vermeidung von Arbeitsunfällen werden weiter voran-getrieben. Bei Begehungen achteten die Sicherheitsfachkräfte verstärkt darauf, dass im Zuge des Restarts die Vorgaben der Arbeitssicherheit beachtet werden. In einigen Bereichen wurde die Re-Evaluierung der psychischen Belastungen von Arbeitspsychologinnen durchgeführt. Zahlreiche Personalaufnahmen führten auch zu einem erhöhten Schulungsbedarf zum Thema „Sicher arbeiten“ der von den Präventivdiensten abgedeckt wurde. Konzernweit wurde im Rah-men der betrieblichen Gesundheitsförderung frisches Obst verteilt und durch die Teilnahme bei der österreichischen Firmenchallenge hinsichtlich Bewegung als Grundlage für einen gesunden Lebensstil sensibilisiert. Das Beratungs- und Schulungsangebot in Form von Stellungnahmen zu Bauprojekten, Gefährdungsbeurteilungen, Unfallanalysen, Ersthelferaus- und Weiterbildung, Ergonomie-Workshops, Nichtraucher-Seminaren, Lehrlingswoche, Untersuchungen, Messungen und der konzernweiten Umsetzung von Impfaktionen wird kontinuierlich ausgebaut.
Standort Wien
2022
Veränderung
2021
2020
2019
2018
Meldepflichtige Arbeitsunfälle
135
62,7%
83
71
164
131
1.000 MA-Quote
31,2
69,6%
18,4
14,0
29,9
29,3
Diversität
Diversität stellt für die Flughafen Wien AG ein zentrales Thema dar. Die Bedeutung zeigt unter anderem die Tatsache, dass derzeit unter den Mitarbeitern der Flughafen Wien AG und ihren Tochterunternehmen 75 Nationalitäten vertreten sind. Dass alle Dienstleistungsprozesse trotz der großen kulturellen Vielfalt reibungslos verlaufen, liegt vor allem an den umfassenden Schu-lungsmaßnahmen, die die Integration und das Aufgabenverständnis erleichtern. Ein Erfolgspro-jekt 2022 war in dieser Hinsicht die Integration von Wochenendarbeitern aus der Ostslowakei zur Spitzenabdeckung im Sommer.
Der Frauenanteil innerhalb der Flughafen-Wien-Gruppe lag 2022 bei rund 27%. Zurückzu-führen ist diese niedrige Quote auf die speziellen, branchenspezifischen Tätigkeiten am Flug-hafen Wien – zwei Drittel der am Flughafen tätigen Mitarbeiter verrichten schwere körper-
Nichtfinanzielle Erklärung gemäß § 243b UGB
250
liche Arbeit. Um den Flughafen Wien als Arbeitgeber auch für Frauen attraktiver zu machen, werden vor allem Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie gesetzt, aber auch entsprechende Karrieremöglichkeiten geschaffen. Klares Ziel des Unternehmens ist es, den Frauenanteil – insbesondere in Führungspositionen – auszubauen. Über alle vier Führungs-ebenen ist die Frauenquote in der Flughafen Wien AG 2022 gestiegen und beträgt derzeit 17,5%. Chancengleichheit und Gleichbehandlung am Arbeitsplatz zählen zu den Grundwerten der Flughafen-Wien-Gruppe. Die Frauenquote der Kapitalvertreter im Aufsichtsrat der Flughafen Wien AG beträgt zum Stichtag 40%.
Zum Thema „Menschen mit besonderen Bedürfnissen“ arbeitet der Flughafen Wien gemein-sam mit neun Hilfsorganisationen, Verbänden und Institutionen intensiv an der kontinuierli-chen Verbesserung der Barrierefreiheit. Zu den Schwerpunkten Ausstattung, Leitsystem, Lifte, Treppen, Parkierung und Toiletten wurden gemeinsam zahlreiche Einzelmaßnahmen erarbeitet und umgesetzt.
Flexible Arbeitszeitmodelle
Mit flexiblen und individuellen Arbeitszeitmodellen werden die Bedürfnisse der Mitarbeiter bestmöglich berücksichtigt. Vor allem in den kaufmännischen Bereichen kommen verstärkt Gleitzeitmodelle zum Einsatz. Ergänzend wurde für alle Mitarbeiter die Möglichkeit geschaffen, Gehaltsbestandteile (z.B. Anerkennungszahlung für Dienstjubiläen) als Freizeit zu konsumieren. Darüber hinaus werden Bildungsteilzeit- bzw. Bildungskarenzmodelle und Sabbatical sowie Home Office angeboten. Am Standort Wien wurden im Jahr 2022 im Durchschnitt 6 Arbeitstage pro berechtigtem Beschäftigten im Home Office verbracht.
Ausgewählte Kennzahlen
Mitarbeiter der Flughafen Wien AG
2022
Veränderung
2021
Personalstand (Durchschnitt, FTE)
2.657
-6,6%
2.846
davon Arbeiter
1.529
-8,6%
1.672
davon Angestellte
1.128
-3,8%
1.173
Personalstand (Stichtag, FTE)
2.671
-3,4%
2.765
davon Arbeiter
1.525
-3,9%
1.587
davon Angestellte
1.146
-2,7%
1.178
Personalstand (Köpfe)
3.470
6,6%
3.255
Lehrlinge (Durchschnitt)
51
8,1%
47
Durchschnittsalter in Jahren
44,0
0,0%
44,0
Betriebszugehörigkeit in Jahren
13,3
-1,5%
13,5
Anteil Frauen in %
12,3
n.a.
12,3
Aufwendungen für Weiterbildung in T€
908
139,0%
380
Meldepflichtige Arbeitsunfälle1
135
62,7%
83
1) Daten der vollkonsolidierten Unternehmen am Standort Wien
3) Achtung der Menschenrechte
Das Unternehmen bekennt sich zur Einhaltung und Achtung der Menschenrechte. Die Flugha-fen Wien AG und ihre verbundenen Unternehmen haben keine Geschäftsstandorte in Ländern mit geringem Menschenrechtsverständnis, sondern ausschließlich innerhalb der Europäischen
Nichtfinanzielle Erklärung gemäß § 243b UGB
251
Union. Als Infrastruktur- und Dienstleistungsanbieter bezieht die Flughafen Wien AG auch lediglich fertige Endprodukte von ihren Lieferanten und hat keinen Einfluss auf deren Liefer-kette. Der neben den Unternehmenswerten herrschende Code of Conduct enthält wesentliche Grundsätze über die Interaktion aller Mitarbeiter mit internen und externen Partnern. Da das Vertrauen von Kunden, Aktionären, Mitarbeitern und der Öffentlichkeit wesentliche Auswirkun-gen auf die Leistung der Flughafen-Wien-Gruppe hat, ist Integrität ein wesentlicher Eckpfeiler innerhalb des Unternehmens.
4) Bekämpfung von Korruption und Bestechung
Das Unternehmen kommuniziert an alle Mitarbeiter aktiv die Unternehmensziele durch klare Regelungen und regelmäßige Schulungen. Die Vermittlung von Grundwerten, wie Moral, Ethik und Integrität im Unternehmen sowie der respektvolle Umgang untereinander ist dabei von größter Wichtigkeit. Richtschnur dafür ist der Verhaltenskodex der FWAG. Seit Herbst 2015 ist eine „Whistleblower Hotline“ aktiv. Organisatorisch sorgt das Generalsekretariat für die not-wendige Unterstützung und ein rechtskonformes Verhalten. Der Leiter ist gleichzeitig oberster konzernweiter Compliance Officer. Er sorgt auch für die Schulung der betroffenen Mitarbeiter und informiert in internen Workshops über aktuelle gesetzliche Neuerungen etwa im Bereich des Korruptionsstrafrechts. Die FWAG unterliegt als Sektorenauftraggeber bei Beschaffungen teilweise den Regeln des Bundesvergabegesetzes. Dabei wurden auch Vorkehrungen imple-mentiert, die Korruption im Ansatz vermeiden sollen.
Emittenten Compliance
Die Verpflichtungen, die sich aus der Marktmissbrauchsverordnung der Europäischen Union und den darauf beruhenden Regelungen des Börsegesetzes ergeben, wurden vom Flughafen Wien in einer unternehmensinternen Richtlinie umgesetzt. Zur Vermeidung einer missbräuchlichen Verwendung oder Weitergabe von Insiderinformationen wurden interne Vertraulichkeitsbe-reiche eingerichtet. Erfasst werden alle im In- und Ausland tätigen Mitarbeiter und Organe der Flughafen Wien AG, aber auch externe Leistungserbringer, die potenziellen Zugang zu Insiderinformationen erhalten. Zur laufenden Überwachung wurden organisatorische Maß-nahmen und Kontrollmechanismen implementiert. So erhält jeder Mitarbeiter, der in einem compliance-relevanten Bereich arbeitet, eine persönliche Schulung, wie er mit vertraulichen Informationen umzugehen hat. Um die Sensibilität für die „Emittenten Compliance“ auch im restlichen Unternehmen zu erhöhen, werden alle Mitarbeiter im Intranet und in Artikeln in der hauseigenen Mitarbeiterzeitung über dieses Thema informiert. Am Flughafen Malta werden ebenfalls die lokalen börsegesetzlichen Regelungen sowie europäische Verordnungen umgesetzt und überwacht. Dazu dienen interne Richtlinien, die neben den gesetzlichen Be-stimmungen auch allgemeine Verhaltensregeln umfassen.
Offenlegung gemäß § 243a UGB
252
Offenlegung gemäß § 243a UGB
1. Grundkapital und Aktienstückelung
Das voll eingezahlte Grundkapital der Flughafen Wien AG (FWAG) beträgt € 152.670.000 und ist in 84.000.000 auf Inhaber lautende Stückaktien geteilt, welche in einer Sammelurkunde bei der Oesterreichischen Kontrollbank verbrieft sind. Alle Aktien haben die gleichen Rechte und Pflichten („one share – one vote“).
Weitere Details zur Satzung bzw. Aktie sind auf der Website der FWAG unter www.vienna-airport.com abrufbar.
2. Kapitalbeteiligungen an der Gesellschaft über 10%
Im Zuge des freiwilligen öffentlichen Teilangebots konnte die Airports Group Europe S.a. r.l den Anteil am Flughafen Wien um weitere 3,37% erhöhen. Damit hält der Investor Airports Group Europe S.a. r.l nunmehr über 43% der Aktien der Flughafen Wien AG. Der Streubesitz ist in Folge der Transaktion auf unter 7% gesunken. Die Stadt Wien und das Land Niederösterreich halten jeweils 20,0%, die Flughafen Wien Mitarbeiterbeteiligung Privatstiftung hält 10,0% am Grundkapital der FWAG. Der Gesellschaft sind keine weiteren Aktionäre mit Beteiligungen am Kapital von zumindest 10,0% bekannt.
3. Syndikatsvereinbarung
40% der Aktien werden von den zwei Aktionären, die NÖ Landes-Beteiligungsholding GmbH und die Wien Holding GmbH, in einem Syndikat gehalten. Der Syndikatsvertrag sieht die ein-heitliche Ausübung der Stimmrechte in der Hauptversammlung sowie wechselseitige Übernah-merechte im Falle einer entgeltlichen Übertragung der syndizierten Beteiligungen an Dritte vor. Änderungen des Syndikatsvertrags, die Auflösung des Syndikats und Beschlüsse auf Aufnahme neuer Syndikatspartner bedürfen der Einstimmigkeit.
4. Aktien mit besonderen Kontrollrechten
Der Gesellschaft ist nicht bekannt, dass Inhaber von Aktien über besondere Kontrollrechte verfügen.
5. Stimmrechtskontrolle bei Kapitalbeteiligung der Mitarbeiter
Die Stimmrechte der von der Flughafen Wien Mitarbeiterbeteiligung Privatstiftung gehalte-nen Aktien werden durch den Stiftungsvorstand ausgeübt. Bestellung und Abberufung des Stiftungsvorstands bedürfen der Zustimmung des Beirats der Flughafen Wien Mitarbeiter-beteiligung Privatstiftung. Über die Zustimmung wird im Beirat mit einfacher Mehrheit be-schlossen. Der Beirat besteht aus fünf Mitgliedern und ist paritätisch von je zwei Vertretern der
Offenlegung gemäß § 243a UGB
253
Arbeitnehmer- und Arbeitgeberseite besetzt. Diese vier Beiratsmitglieder wählen einstimmig eine weitere Person zum Vorsitzenden des Beirats.
6. Bestellung und Abberufung von Mitgliedern des Vorstands und Aufsichtsrats
Entsprechend dem Corporate Governance Kodex ist gemäß Satzung eine Bestellung zum Vor-standsmitglied letztmalig in dem Kalenderjahr möglich, in dem der Kandidat das 65. Lebensjahr vollendet. Eine Wahl in den Aufsichtsrat kann letztmalig in dem Kalenderjahr erfolgen, in dem der Kandidat das 70. Lebensjahr vollendet. Darüber hinaus bestehen keine sich nicht unmittelbar aus dem Gesetz ergebenden Bestimmungen über die Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats sowie über die Änderung der Satzung der Gesellschaft.
7. Aktienrückkauf und genehmigtes Kapital
Im Rahmen eines Aktienrückkaufprogrammes hat die FWAG im Zeitraum von 4.11.2019 bis 30.6.2020 insgesamt 125.319 Aktien im Betrag von T€ 4.532,6 erworben und hielt diese Aktien auch im Berichtsjahr 2022. Das Rückkaufprogramm wurde am 29.5.2020 vorzeitig beendet.
8. Kontrollwechsel
Das Darlehen der EIB (European Investment Bank) in Höhe von € 400,0 Mio. (derzeit aushaftend mit € 225,0 Mio.) wurde unter der sogenannten „Change of Control“-Klausel abgeschlossen. Im Falle eines eingetretenen, bevorstehenden oder begründet als bevorstehend angenommenen Kontrollwechsels (gemäß nachstehender Definition) können diese Finanzverbindlichkeiten vor-zeitig fällig werden sofern Grund zu der Annahme besteht, dass diese Änderung eine nachteilige Auswirkung auf die zukünftige Erfüllung der Finanzverbindlichkeit hat oder haben kann und nicht innerhalb eines bestimmten Zeitraums seitens der FWAG zusätzliche, für die Vertrags-partner akzeptable Sicherheiten zugunsten der jeweiligen Vertragspartner bestellt werden. Kontrollwechsel ist hierbei definiert als ein Ereignis, das dazu führt, dass (i) das Bundesland Niederösterreich und das Bundesland Wien gemeinsam unmittelbar oder mittelbar weniger als 40% der stimmberechtigten Aktien an der FWAG halten oder (ii) eine natürliche oder ju-ristische Person, die derzeit nicht die Kontrolle über die FWAG ausübt, die Kontrolle (d.h. eine kontrollierende Beteiligung iSv § 22 Abs 2 f ÜbG an der FWAG, die zur Stellung eines öffentlichen Pflichtangebots nach den §§ 22 ff ÜbG verpflichtet), allenfalls auch gemeinsame Kontrolle mit einem oder mehreren anderen Aktionären, einschließlich den Bundesländern Wien und Nie-derösterreich – über die FWAG erlangt. Wird das Grundkapital der FWAG erhöht, ohne dass das Bundesland Niederösterreich und das Bundesland Wien ihre Bezugsrechte, zur Gänze oder teilweise ausüben oder sie auf andere Weise Aktien erwerben, und führt dies dazu, dass das Bundesland Niederösterreich und das Bundesland Wien gemeinsam nach der Durchführung der Kapitalerhöhung unmittelbar oder mittelbar weniger als 40% aber zumindest unmittelbar oder mittelbar mehr als 30% der stimmberechtigten Aktien an der FWAG halten, und nicht gleichzeitig eine natürliche oder eine juristische Person, die derzeit nicht die Kontrolle über die FWAG ausübt, die Kontrolle über die FWAG ausübt, stellt dies kein Change-of-Control-Ereignis dar. Nach einer solchen Kapitalerhöhung ist die im vorigen Absatz genannte Schwelle von 40% für zukünftige Sachverhalte auf jene Schwelle herabzusetzen, die dem Anteilsbesitz der Bun-desländer Wien und Niederösterreich nach Durchführung dieser Kapitalerhöhung entspricht.
Offenlegung gemäß § 243a UGB
254
9. Entschädigungsvereinbarungen bei öffentlichem Übernahmeangebot
Es gibt keine Entschädigungsvereinbarungen zwischen der Gesellschaft und ihren Vor-stands- und Aufsichtsratsmitgliedern oder Arbeitnehmern für den Fall eines öffentlichen Übernahmeangebots.
Corporate Governance
255
Corporate Governance
Der Corporate-Governance-Bericht gemäß § 243c UGB für das Geschäftsjahr 2022 ist auf der Website der Flughafen Wien AG unter www.viennaairport.com veröffentlicht.
Nachtragsbericht
256
Nachtragsbericht
Verkehrsentwicklung am Flughafen Wien
Die Anzahl der abgefertigten Passagiere am Flughafen Wien stieg im Jänner und Februar 2023 von 1.693.731 auf 3.274.665 Fluggäste. Bei den Transferpassagieren verzeichnete der Flughafen Wien in den ersten beiden Monaten 2023 ein Plus von 97,5% auf 643.058 Passagiere gegenüber 2022. Die Anzahl der Lokalpassagiere legte im selben Zeitraum um auf 2.621.020 (2022: 1.360.595) zu. Das Frachtaufkommen reduzierte sich um 8,7% auf 35.637 umgeschlagene Tonnen. Die Flug-bewegungen verzeichneten einen Anstieg auf 27.357 (2022: 18.536), das Höchstabfluggewicht (Maximum Take-off Weight/MTOW) auf 1.148.971 Tonnen (2022: 804.738).
Entgelte 2023 am Flughafen Wien
Die Flughafenentgelte auf dem Flughafen Wien werden ab 1.1.2023 gemäß § 17a FEG vorüberge-hend um die durchschnittliche Inflation (gerechnet vom 1.8. bis 31.7.) angepasst. Diese Regelung endet einerseits mit dem Ablauf des 31. Dezember 2026. Das bedeutet, dass die Flughäfen im Entgeltantrag 2026 wieder zur bestehenden Formel zurückkehren und mit 1.1.2027 wieder die bestehende Formel anwenden.
Sollte sich die Branche andererseits aber rascher erholen, ist eine schnellere Rückkehr zur bestehenden Formel vorgesehen. Das ist dann der Fall, wenn ein dreijähriger Durchschnitt der Verkehrsmenge (MTOW, Treibstoffmenge, Passagierzahl) den dreijährigen Durchschnitt von 1.8.2016 bis 31.7.2019 übersteigt.
Per 1. Jänner 2023 wurden die Entgelte gemäß § 17a FEG wie folgt geändert:
Landeentgelt, Infrastrukturentgelt Airside, Parkentgelt:+5,78%
Fluggastentgelt, Infrastrukturentgelt Landside, Sicherheitsentgelt:+5,78%
Infrastrukturentgelt Betankung:+5,78%
Weiterhin hat die Flughafen Wien AG zeitlich begrenzt, freiwillig und nicht präjudiziell ab 1.1.2023 das Fluggastentgelt für Transferpassagiere auf der Kurz- und Mittelstrecke um € 8,60/abfliegender Transferpassagier und auf der Langstrecke um € 12,60/abfliegender Transferpas-sagier gesenkt.
Das Sicherheitsentgelt inklusive Maßnahmen zur Implementierung des Exit-Entry-Systems (EES) am Flughafen Wien beträgt € 9,44/abfliegender Passagier.
Das PRM-Entgelt beträgt € 0,70/abfliegender Passagier. Für Fluglinien mit einer Voran-meldequote unter 60% wird ein Zuschlag zum PRM-Entgelt in Höhe von € 0,09/abfliegender Passagier verrechnet, bei einer Voranmeldequote unter 45% erhöht sich der Zuschlag auf € 0,18/abfliegender Passagier.
Weiters wurden die Volumen-, Transfer-Security-, Destinations- und Frachtincentives genehmigt.
Prognosebericht
257
Prognosebericht
Passagierentwicklung: Rund 32-34 Mio. Passagiere in der Flughafen-Wien-Gruppe und rund 26-27 Mio. Passagiere am Standort Wien erwartet
Für den Standort Wien erwartet der Flughafen Wien rund 26 bis 27 Mio. Reisende im Gesamt-jahr 2023 und für die Flughafen-Wien-Gruppe (inkl. Beteiligungen) rund 32 bis 34 Mio. Reisende. Die aktuelle Guidance erfolgt unter der Annahme, dass es zu keinen pandemiebedingten Lock Downs oder massiven Verkehrsbeschränkungen kommt. Ein weiterer Unsicherheitsfaktor bleibt der heute nicht abschätzbare weitere Verlauf des Krieges in der Ukraine und dessen Folgen für den Luftverkehr.
Finanzausblick:
Aufgrund der positiven Aussichten soll sich das Periodenergebnis der Flughafen-Wien-Gruppe auf über € 150 Mio. verbessern, bei einem Umsatz von rund € 830 Mio. und einem EBITDA von zumindest € 325 Mio. Die Investitionen steigen auf rund € 135 Mio., wobei alle Investitionen aus dem Cash-Flow finanziert werden und keine Fremdmittelaufnahme erfolgen wird.
Schwechat, am 16. März 2023
Der Vorstand
Dr. Günther Ofner
Vorstandsmitglied, CFO
Mag. Julian Jäger
Vorstandsmitglied, COO
Einzelabschluss 2022 der Flughafen Wien AG
Bilanz der Flughafen Wien AG
259
Bilanz der Flughafen Wien AG
31.12.2022
31.12.2021
€
T€
A) Eigenkapital
I. Eingefordertes, gezeichnetes und einbezahltes Grundkapital
152.670.000,00
152.670,0
Eigene Anteile
-227.767,28
-227,8
Summe I
152.442.232,72
152.442,2
II. Kapitalrücklagen (gebundene)
117.885.085,80
117.885,1
III. Gewinnrücklagen
1. gesetzliche Rücklage
2.579.158,88
2.579,2
2. andere Rücklagen (freie Rücklagen)
785.181.253,03
692.904,3
3. Rücklagen für eigene Anteile (gebunden)
-4.304.879,62
-4.304,9
Summe III
783.455.532,29
691.178,5
IV. Bilanzgewinn,
davon Gewinnvortrag: € 59.608.898,51 VJ: T€ 44.805,4
64.584.426,22
59.608,9
Summe A)
1.118.367.277,03
1.021.114,7
B) Investitionszuschüsse aus öffentlichen Mitteln
3.104.694,27
866,5
C) Rückstellungen
1. Rückstellungen für Abfertigungen
75.846.650,25
83.858,0
2. Rückstellungen für Pensionen
9.373.808,10
11.886,2
3. Rückstellungen für Steuern
30.165.798,60
5.351,1
4. sonstige Rückstellungen
194.103.309,58
133.820,4
Summe C)
309.489.566,53
234.915,6
D) Verbindlichkeiten
453.770.588,65
492.815,9
davon mit einer Restlaufzeit < 1 Jahr
188.770.588,65
202.815,9
davon mit einer Restlaufzeit > 1 Jahr
265.000.000,00
290.000,0
E) Rechnungsabgrenzungsposten
16.298.407,09
17.640,4
Summe Passiva
1.901.030.533,57
1.767.353,1
31.12.2022
31.12.2021
€
T€
A) Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
1. Konzessionen und Rechte
8.917.274,49
12.240,7
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten
792.337.384,29
832.228,0
2. technische Anlagen und Maschinen
117.768.024,16
119.918,1
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung
43.140.485,01
51.238,2
4. geleistete Anzahlungen und Anlagen in Bau
87.764.911,01
87.800,7
Summe II
1.041.010.804,47
1.091.185,0
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen
268.722.778,57
268.722,8
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen
112.380.000,00
132.130,0
3. Beteiligungen
4.229.233,17
4.227,6
4. Wertpapiere (Wertrechte) des Anlagevermögens
659.543,52
659,5
5. sonstige Ausleihungen
641.602,95
680,7
Summe III
386.633.158,21
406.420,5
Summe A)
1.436.561.237,17
1.509.846,3
B) Umlaufvermögen
I. Vorräte
1. Hilfs- und Betriebsstoffe
4.685.093,17
4.328,4
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
329.501.495,01
103.496,1
davon mit einer Restlaufzeit < 1 Jahr
329.343.199,39
103.308,7
davon mit einer Restlaufzeit > 1 Jahr
158.295,62
187,4
III. Wertpapiere und Anteile
1. sonstige Wertpapiere und Anteile
24.982.700,00
17.032,7
IV. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten
69.855.656,72
93.595,0
Summe B)
429.024.944,90
218.452,1
C) Rechnungsabgrenzungsposten
3.818.117,83
2.627,2
D) Aktive latente Steuern
31.626.233,67
36.427,5
Summe Aktiva
1.901.030.533,57
1.767.353,1
Aktiva
Passiva
Gewinn- und Verlustrechnung der Flughafen Wien AG
260
Gewinn- und Verlustrechnung der Flughafen Wien AG
vom 1. Jänner 2022 bis 31. Dezember 2022
1.1.-31.12.2022
1.1.-31.12.2021
€
T€
1. Umsatzerlöse
605.567.492,68
358.559,4
2. aktivierte Eigenleistungen
2.335.854,16
1.004,5
3. sonstige betriebliche Erträge
a) Erträge aus dem Abgang vom und der Zuschrei-bung zum Anlagevermögen mit Ausnahme der Finanzanlagen
216.454,62
172,9
b) Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen
6.251.985,04
1.814,5
c) Erträge aus der Auflösung von Investitionszuschüs-sen aus öffentlichen Mitteln
272.740,57
219,6
d) übrige
11.261.150,06
67.426,6
Summe 3.
18.002.330,29
69.633,5
4. Betriebsleistung (Zwischensumme aus Z 1 bis 3)
625.905.677,13
429.197,4
5. Aufwendungen für Material und sonstige bezogene Herstellungsleistungen
a) Materialaufwand
31.780.153,85
20.911,4
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen
34.577.549,11
23.937,9
Summe 5.
66.357.702,96
44.849,3
6. Personalaufwand
a) Löhne
71.857.812,53
64.668,2
b) Gehälter
79.320.891,23
73.780,8
c) Soziale Aufwendungen
38.988.202,30
48.828,5
davon für Altersversorgung
780.827,00
2.223,5
davon für Abfertigungen und Leistungen an
betriebliche Mitarbeitervorsorgekassen
-6.402.784,43
5.270,9
davon für gesetzlich vorgeschriebene Sozialabgaben
sowie vom Entgelt abhängige Abgaben und Pflichtbeiträge
42.629.303,63
40.495,0
Summe 6.
190.166.906,06
187.277,5
7. Abschreibungen auf immaterielle Gegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagendavon außerplanmäßige Abschreibungen auf das Anlagevermögen € 0,00;Vorjahr: T€ 359,7
91.126.282,05
95.522,6
8. sonstige betriebliche Aufwendungen
a) Steuern, soweit sie nicht unter Z 17 fallen
369.114,75
332,3
b) übrige
159.252.020,79
92.434,6
Summe 8.
159.621.135,54
92.766,9
Summe 5.-8.
507.272.026,61
420.416,3
9. Betriebserfolg (Zwischensumme aus Z 4 bis 8)
118.633.650,52
8.781,1
Gewinn- und Verlustrechnung der Flughafen Wien AG
261
10. Erträge aus Beteiligungen,davon aus verbundenen Unternehmen: € 18.112.094,72VJ: T€ 16.788,7
18.529.649,66
17.279,4
11. Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens davon aus verbundenen Unternehmen: € 207.162,45VJ: T€ 592,1
212.360,48
597,4
12. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge,davon aus verbundenen Unternehmen: € 0,00VJ: T€ 0,0
2.300.965,17
1.215,5
13. Aufwendungen aus Finanzanlagen und aus Wertpapieren des Umlaufvermögens,davon Abschreibungen: € 0,00; VJ: T€ 0,0davon aus verbundenen Unternehmen : € 0,00; VJ: T€ 0,0
72.932,00
0,0
14. Zinsen und ähnliche Aufwendungen,davon betreffend verbundene Unternehmen: € 1.256.208,33VJ: T€ 1.256,2
12.338.630,71
14.539,2
15. Finanzerfolg (Zwischensumme aus Z 10 bis 14)
8.631.412,60
4.553,0
16. Ergebnis vor Steuern
127.265.063,12
13.334,2
17. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag
-30.012.535,41
1.469,3
davon latenter Steueraufwand /-ertrag
-4.801.310,62
1.930,4
18. Jahresüberschuss
97.252.527,71
14.803,5
19. Zuweisung zu Gewinnrücklagen
92.277.000,00
0,0
20. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr
59.608.898,51
44.805,4
21. Bilanzgewinn
64.584.426,22
59.608,9
Anhang zum Jahresabschluss 2022 der Flughafen Wien AG
Allgemeine Angaben zum Jahresabschluss 2022
263
Allgemeine Angaben zum Jahresabschluss 2022
Angaben zum Unternehmen
Die Flughafen Wien Aktiengesellschaft (FWAG) und ihre Tochterunternehmen sind Dienstleis-tungsunternehmen im Bereich Bau und Betrieb von Zivilflugplätzen mit allen hiermit in Zusam-menhang stehenden Einrichtungen. Die FWAG betreibt als Zivilflugplatzhalter den Flughafen Wien. Der Sitz der Gesellschaft befindet sich in Schwechat, Österreich. Die Anschrift lautet: Flughafen Wien AG, Postfach 1, A-1300 Wien-Flughafen. Die Gesellschaft ist in das Firmenbuch beim Landes- als Handelsgericht Korneuburg (FN 42984 m) eingetragen.
Die wesentlichen Betriebsgenehmigungen der FWAG betreffen folgende:
Das Bundesministerium für Verkehr und verstaatlichte Betriebe hat am 27.03.1955 gemäß § 7 des Luftverkehrsgesetzes vom 21.08.1936 der Flughafen Wien Betriebsgesellschaft m.b.H. die Genehmigung zur Anlegung und zum Betrieb des für den allgemeinen Verkehr bestimmten Flughafen Wien-Schwechat sowie für die Piste 11/29 erteilt.
Am 15.09.1977 wurde vom Bundesministerium für Verkehr gemäß § 78 Abs. 2 LFG, BGBl. Nr. 253/1957 die Benützungsbewilligung für die Instrumentenpiste 16/34 samt Rollwegen und Befeuerungsanlagen erteilt.
Im Jahr 2017 wurde der Flughafen Wien vom Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie gemäß den Anforderungen der EU (VO) 139/2014 zertifiziert. Am 14.12.2017 wurde die bis auf Widerruf gültige Zertifizierungsurkunde dafür ausgestellt. Die EU-Zertifizierung von europäischen Verkehrsflughäfen dient zur Schaffung und Aufrechterhaltung eines einheitlichen, hohen Niveaus der Sicherheit der Zivilluftfahrt in Europa.
Allgemeine Angaben
Auf den vorliegenden Jahresabschluss zum 31.12.2022 wurden die Rechnungslegungsbestim-mungen des österreichischen Unternehmensgesetzbuchs (UGB) in der geltenden Fassung angewandt.
Der Jahresabschluss wurde unter Anwendung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und Bilanzierung (§ 201 Abs. 2 UGB) sowie der Generalnorm, ein möglichst getreues Bild der Ver-mögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft zu vermitteln (§ 222 Abs. 2 UGB), aufgestellt. Dabei wurde insbesondere der Grundsatz der kaufmännischen Vorsicht beachtet, drohende Verluste passiviert, nicht realisierte Gewinne jedoch nicht erfasst. Die Vermögensgegenstände, Rückstellungen und Verpflichtungen wurden vollständig erfasst und einzeln bewertet, wobei die Bewertung willkürfrei erfolgte.
Die bisherige Form der Darstellung wurde bei der Erstellung des vorliegenden Jahresab-schlusses beibehalten.
Zur Erhöhung der Übersichtlichkeit werden die Forderungen und Verbindlichkeiten gemäß § 223 Abs. 6 Z 2 UGB im Anhang aufgegliedert.
Das Unternehmen ist Mutterunternehmen des Konsolidierungskreises der FWAG.
Es wird festgehalten, dass es im Jahresabschluss bei gerundeten Zahlenangaben zu Run-dungsdifferenzen kommen kann. Dies gilt auch für sonstige Angaben wie Personalstand etc.
Allgemeine Angaben zum Jahresabschluss 2022
264
Rechtliche Verhältnisse
Mit der Tochtergesellschaft Vienna Aircraft Handling Gesellschaft m.b.H. bestand per 31.12.2022 ein Ergebnisabführungsvertrag.
Größenklasse
Bei der Gesellschaft handelt es sich um eine große Kapitalgesellschaft laut § 221 Abs. 3 UGB.
Gliederungs- und Bilanzierungsmethoden
Für die Erstellung der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung wurden die Gliederungs- und Bewertungsvorschriften gemäß den §§ 195 bis 211 und 222 bis 235 UGB angewandt. Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Gesamtkostenverfahren gemäß § 231 Abs. 2 UGB aufgestellt.
Bei der Bewertung wurde von der Fortführung des Unternehmens (going concern) ausge-gangen. Auf Basis der aktuellen Unternehmensplanung, ausreichend vorhandener Liquidität und getroffener Finanzierungsmaßnahmen sieht der Vorstand der Gesellschaft die Liquidität der FWAG als gesichert an.
Die bisherigen angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wurden beibehalten.
Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
265
Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
Anlagevermögen
Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen
Erworbene immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen wurden mit den Anschaf-fungs- bzw. Herstellungskosten, vermindert um planmäßige bzw. außerplanmäßige Abschrei-bungen, angesetzt, wobei in den Herstellungskosten auch angemessene Teile von Material- und Fertigungsgemeinkosten, nicht jedoch Zinsen enthalten sind.
Die Nutzungsdauern bewegen sich in der Regel bei immateriellen Vermögensgegenständen zwischen 4 und 20 Jahren, bei Grundstückseinrichtungen zwischen 10 und 20 Jahren, bei Ge-bäuden zwischen 10 und 50 Jahren, bei technischen Anlagen und Maschinen zwischen 4 und 20 Jahren, bei anderen Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung zwischen 4 und 15 Jahren, beim technischen Lärmschutz sind es 20 Jahre.
Abschreibungsbeginn ist das Aktivierungsdatum (Inbetriebnahmedatum). Die planmäßigen Abschreibungen erfolgen linear und monatsgenau (pro rata temporis).
Geringwertige Vermögensgegenstände werden im Jahr der Anschaffung abgeschrieben.
Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen, bei denen Anzeichen für Wertmin-derungen vorliegen, werden durch den Vergleich des Buchwerts mit dem beizulegenden Wert auf ihre Werthaltigkeit untersucht. Liegt der beizulegende Wert unter dem Buchwert, erfolgt eine Abwertung auf den niedrigeren beizulegenden Wert, sofern die Wertminderungen voraus-sichtlich von Dauer sind. Der beizulegende Wert wird unter Anwendung der Discounted-Cash-flow-Methode ermittelt. Dabei werden Prognosen hinsichtlich der Zahlungsströme angestellt, die über die geschätzte Nutzungsdauer erzielt werden. Der verwendete Abzinsungssatz be-rücksichtigt die mit dem Vermögensgegenstand verbundenen Risiken.
Aufgrund der laufenden Bauvorhaben und der damit zusammenhängenden Prüfungserfor-dernisse sind im Zusammenhang mit der Bestimmung der Anschaffungs- und Herstellungs-kosten von Sachanlagen hinsichtlich der Periodenabgrenzung Einschätzungen zu treffen.
Zuschreibungen zu Vermögensgegenständen des Anlagevermögens werden vorgenommen, wenn die Gründe für die außerplanmäßige Abschreibung weggefallen sind. Die Zuschreibung erfolgt auf maximal den Nettobuchwert, der sich unter Berücksichtigung der Normalabschrei-bungen, die inzwischen vorzunehmen gewesen wären, ergibt.
Finanzanlagen
Finanzanlagen sind mit den Anschaffungskosten bewertet. Unverzinste Ausleihungen wurden abgezinst, verzinste mit dem Nominalwert am Bilanzstichtag angesetzt. Außerplanmäßige Abschreibungen/Zuschreibungen werden nur im Falle einer voraussichtlichen dauernden Wert-minderung bzw. Wertsteigerung (bis max. Anschaffungskosten) vorgenommen.
Umlaufvermögen
Die Gegenstände des Umlaufvermögens wurden gemäß § 206 UGB mit den Anschaffungs- oder Herstellungskosten angesetzt, wobei auf eine verlustfreie Bewertung Bedacht genommen wurde.
Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
266
Auf der Aktivseite wurden Fremdwährungsposten zum Anschaffungskurs oder zum niedri-geren Devisengeldkurs zum Bilanzstichtag angesetzt.
Zuschreibungen zu Vermögensgegenständen des Umlaufvermögens werden vorgenommen, wenn die Gründe für die außerplanmäßige Abschreibung weggefallen sind.
Vorräte
Die Vorräte werden zu Einstandskosten bzw. unter Beachtung einer verlustfreien Bewertung angesetzt. Bestandsrisiken, die sich aus der Lagerdauer sowie geminderter Verwertbarkeit er-geben, werden durch angemessene Wertabschläge berücksichtigt.
Die Vorräte wurden nach der Methode der gewogenen Durchschnittspreise sowie bei be-stimmten Vorräten nach dem Festwertverfahren bewertet, wobei in Einzelfällen eine Abwer-tung aufgrund geringer Umschlagshäufigkeit durchgeführt wurde.
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände werden mit dem Nennbetrag angesetzt.
Bei den Forderungen wurden erkennbare Einzelrisiken durch Einzelwertberichtigungen berücksichtigt.
Latente Steuern
Latente Steuern werden gemäß § 198 Abs. 9 und 10 UGB nach dem bilanzorientierten Konzept und ohne Abzinsung auf Basis unter Anwendung eines Körperschaftsteuersatzes von 23% (Vorjahr: 25%) gebildet.
Rückstellungen und Verbindlichkeiten
Rückstellungen
Rückstellungen werden in der Höhe ihres voraussichtlichen Anfalls unter Berücksichtigung des Vorsichtsgrundsatzes gebildet. Bezüglich Bewertung der Rückstellungen für Abfertigungen, Pensionen, Jubiläumsgelder und Altersteilzeit wird auf die im Anhang enthaltenen Erläuterun-gen zu den einzelnen Bilanzposten verwiesen.
In den sonstigen Rückstellungen werden unter Beachtung des Vorsichtsprinzips alle zum Zeitpunkt der Bilanzerstellung erkennbaren Risiken und der Höhe sowie dem Grunde nach ungewissen Verbindlichkeiten mit den Beträgen berücksichtigt, die nach vernünftiger kauf-männischer Beurteilung erforderlich sind.
Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten werden mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt.
Auf der Passivseite wurden Fremdwährungsposten zum Anschaffungskurs oder zum höheren Devisenbriefkurs zum Bilanzstichtag angesetzt.
Derivative Finanzinstrumente
Der Tochtergesellschaft Vienna Aircraft Handling Gesellschaft m.b.H. wurde eine Option ein-geräumt, dass die FWAG die Anteile an der Flugplatz Vöslau BetriebsGmbH zu einem fixierten
Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
267
Erwerbspreis in Höhe der Anschaffungskosten zuzüglich aller auf die Beteiligung gebuchten Zuschüsse übernimmt (T€ 8.673,4).
Zum Bilanzstichtag bestanden keine weiteren derivativen Finanzinstrumente.
Erleichterungs- und Unterstützungsmaßnahmen
Die FWAG hat im Berichtszeitraum staatliche Unterstützungen in Anspruch genommen. Das betrifft einerseits die ab 16.03.2020 am Standort Wien eingeführte Kurzarbeit sowie anderer-seits die Erfassung von Förderungen betreffend COVID-19 Unterstützungsmaßnahmen. Die Kurzarbeit endete mit 31.03.2022.
2022 wurden insgesamt T€ 7.646,6 (VJ: T€ 46.997,7) an ergebniswirksamen Erstattungsansprü-chen aus Kurzarbeitsgeld, sowie weitere ergebniswirksame Erstattungsansprüche in Höhe von T€ 312,1 (VJ: T€ 18.528,5) betreffend Unterstützungsmaßnahen COVID-19 erfasst.
Beträge in T€
2022
2021
Kurzarbeitsgeld
7.646,6
46.997,7
Unterstützungsmaßnahmen COVID-19
312,1
18.528,5
Summe
7.958,7
65.526,2
Liquidität
Die FWAG weist zum 31.12.2022 einen Jahresüberschuss von T€ 97.252,5 aus und verfügt im Zeitpunkt der Aufstellung des Abschlusses über finanzielle Mittel in Höhe von T€ 348.838,4, die aus Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten sowie sonstigen Vermögenswerten (Wertpapiere und Termineinlagen) bestehen. Das Eigenkapital beträgt zum Bilanzstichtag T€ 1.118.367,3.
Wesentliche Ereignisse
Seit dem 24.2.2022 führt Russland Krieg gegen die Ukraine („Russland-Ukraine-Krieg“). Dies führte zu einer wirtschaftlichen Krise mit weltweiten Auswirkungen. Folgen sind steigende Energiepreise, Lieferengpässe und eine hohe Finanzmarktvolatilität. Negative Auswirkungen ergeben sich auch durch den für die zivile Luftfahrt gesperrten ukrainischen Luftraum, sowie Flugverbote für russische Flugzeuge. Weitere Kostensteigerungen können wegen den unvor-hersehbaren Entwicklungen des Krieges nicht ausgeschlossen werden.
Das erste Quartal 2022 war weiterhin auch geprägt durch die COVID-19 Pandemie. Die FWAG hat, die seit 16.03.2020 am Standort Wien eingeführte Kurzarbeit, mit Ablauf des ersten Quartals 2022 beendet. Hinsichtlich der Saisonalität ist daher auch im Geschäftsjahr 2022 nicht von einem regulären Jahr auszugehen. Staatliche Unterstützungsmaßnahmen (Kurzarbeit oder COVID-19 Unterstützungen) sind in den Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung (Sonstiger be-trieblicher Ertrag) dargestellt.
Bewertung von Anlagevermögen
Die Überprüfung der Vermögenswerte auf Werthaltigkeit führte im Geschäftsjahr 2022 zu keiner Abwertung auf den niedrigeren beizulegenden Wert.
2021 wurde eine außerplanmäßige Abschreibung betreffend einer Software erfasst.
Erläuterungen zur Bilanz
268
Erläuterungen zur Bilanz
Aktiva
Anlagevermögen
Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist der beiliegenden Aufstellung über die Entwicklung des Anlagevermögens zu entnehmen.
Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen
Die immateriellen Vermögensgegenstände in Höhe von T€ 8.917,3 (VJ: T€ 12.240,7) reduzierten sich um 27,2 % oder um T€ 3.323,4 und betreffen im Wesentlichen Konzessionen und Rechte.
Die Sachanlagen von T€ 1.041.010,8 (VJ: T€ 1.091.185,0) sanken um 4,6 % oder T€ 50.174,2. Darin sind Grundstücke und Bauten, technische Anlagen und Maschinen, andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung sowie geleistete Anzahlungen und Anlagen in Bau enthalten.
Der Grundwert bei den Grundstücken und Bauten beträgt T€ 102.435,9 (2021: T€ 101.550,7).
Die den geleisteten Anzahlungen und Anlagen in Bau zugeordneten Buchwerte betrugen zum 31.12.2021 T€ 87.800,7 und verringerten sich bis zum 31.12.2022 auf T€ 87.764,9.
Finanzanlagen
Von den Ausleihungen sind T€ 5.000,0 (2021: T€ 18.950,0) innerhalb eines Jahres fällig.
Anteile an verbundenen Unternehmen wurden im Geschäftsjahr 2022 sowie im Vorjahr nicht zugeschrieben.
Die Wertpapiere des Anlagevermögens setzen sich folgendermaßen zusammen:
Beträge in T€
2022
2021
Aktien
521,8
521,8
Sonstige
137,7
137,7
659,5
659,5
Erläuterungen zur Bilanz
269
Umlaufvermögen
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände setzen sich wie folgt zusammen:
31.12.2022
Forderungen mit einer Restlaufzeit
Beträge in T€
bis zu einem Jahr
von einem bisfünf Jahren
von mehr alsfünf Jahren
Gesamt
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
34.820,9
0,0
0,0
34.820,9
2. Forderungen gegenüber ver-bundenen Unternehmen
7.495,2
0,0
0,0
7.495,2
3. Forderungen gegenüber Unter-nehmen, mit denen ein Beteili-gungsverhältnis besteht
216,1
0,0
0,0
216,1
4. Sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände
286.811,0
158,3
0,0
286.969,3
329.343,2
158,3
0,0
329.501,5
31.12.2021
Forderungen mit einer Restlaufzeit
Beträge in T€
bis zu einemJahr
von einem bisfünf Jahren
von mehr alsfünf Jahren
Gesamt
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
30.570,5
0,0
0,0
30.570,5
2. Forderungen gegenüber ver-bundenen Unternehmen
6.840,4
0,0
0,0
6.840,4
3. Forderungen gegenüber Unter-nehmen, mit denen ein Beteili-gungsverhältnis besteht
33,6
0,0
0,0
33,6
4. Sonstige Forderungen und Vermögensgegenstände
65.864,2
187,4
0,0
66.051,6
103.308,7
187,4
0,0
103.496,1
Bei den „Forderungen aus Lieferungen und Leistungen“ bestanden zum Stichtag Wertbe-richtigungen in Höhe von T€ 2.469,2 (2021: T€ 5.578,6). Es wurde keine pauschale Einzelwert-berichtigung im Geschäftsjahr 2022 gebildet.
Der Posten „Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen“ resultiert wie im Vorjahr im Wesentlichen aus Leistungs- und Organschaftsabrechnungen.
Die wesentlichen Positionen der sonstigen Forderungen stellen sich wie folgt dar:
Beträge in T€
2022
2021
Forderungen aus Veranlagung von Termingeldern
254.000,0
20.000,0
Forderungen an Kreditkartenunternehmen
1.992,6
1.074,0
Übrige sonstige Forderungen
30.976,7
44.977,6
Summe
286.969,3
66.051,6
In den „sonstigen Forderungen und Vermögensgegenständen“ sind u. a. Kreditkartenabrech-nungen in Höhe von T€ 1.992,6 (2021: T€ 1.074,0) enthalten, die erst nach dem Abschlussstichtag zahlungswirksam werden sowie Termingelder in Höhe von T€ 254.000,0 (VJ: T€ 20.000,0) und
Erläuterungen zur Bilanz
270
übrige sonstige Forderungen die im Wesentlichen Forderungen aus Kurzarbeitsgeldern und andere COVID-19 Unterstützungsmaßnahmen betreffen.
Wertpapiere des Umlaufvermögens
Die Wertpapiere des Umlaufvermögens setzen sich folgendermaßen zusammen:
Beträge in T€
Buchwert
Marktwert
Buchwert
Marktwert
2022
2022
2021
2021
RLB NÖ Ergänzungskapital
n.a.
n.a.
12.050,0
12.983,2
Hypo NÖ Anleihe
4.982,7
4.910,8
4.982,7
5.093,8
RLB Kapitalanleihe
20.000,0
20.000,0
n.a.
n.a.
Summe
24.982,7
24.910,8
17.032,7
18.077,0
Im Geschäftsjahr 2022 waren bei den Wertpapieren des Umlaufvermögens keine Zuschrei-bungen möglich. Das Wertpapier RLB NÖ Ergänzungskapital wurde während des Jahres 2022 verkauft.
Latente Steuern
Die latenten Steuern zum Bilanzstichtag wurden für temporäre Differenzen zwischen dem steuerlichen und unternehmensrechtlichen Wertansatz für folgende Posten gebildet:
Beträge in T€
31.12.2022
31.12.2021
Aktive latente Steuerabgrenzung
Immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen
21.042,2
19.497,8
Personalrückstellungen
10.676,6
14.833,9
Sonstige Rückstellungen
1.792,7
4.203,5
33.511,5
38.535,3
Passive latente Steuerabgrenzung
Sachanlagen
-1.885,2
-2.107,7
-1.885,2
-2.107,7
Steuerabgrenzung (saldiert)
31.626,2
36.427,5
Erläuterungen zur Bilanz
271
Passiva
Eigenkapital
Grundkapital
Das Grundkapital beläuft sich mit Stichtag 31.12.2022 auf € 152.670.000,00 und ist geteilt in 84.000.000 Stück (2021: 84.000.000 Stück) auf Inhaber lautende nennwertlose stimm- und gewinnberechtigte Stammaktien, welche in einer Sammelurkunde bei der Oesterreichischen Kontrollbank verbrieft sind. Gemäß § 229 UGB wird der Erwerb von 125.319 Stück eigenen Ak-tien (Nennbetrag) als Korrekturposten des Eigenkapitals in Höhe von T€ 227,8 (2021: T€ 227,8) ausgewiesen.
Kapitalrücklagen
Das bei der 1992 durchgeführten Emission erzielte Agio von T€ 92.221,8 und das 1995 bei der Grundkapitalaufstockung erzielte Agio von T€ 25.435,5 stellen die gebundene Kapitalrücklage dar.
Die gebundenen Kapitalrücklagen enthalten einen Betrag in Höhe von T€ 140,6 (Nennbetrag der eigenen Aktien) der aufgrund des Erwerbs eigener Aktien in den GJ 2020 und 2019 aus den freien Gewinnrücklagen zugeführt wurde.
Gewinnrücklagen
Die gesetzliche Rücklage zeigt sich mit einer Höhe von T€ 2.579,2 gegenüber dem Vorjahr unverändert.
Die anderen Rücklagen (inkl. freie Rücklage) belaufen sich auf T€ 785.181,2 (2021: T€ 692.904,3).
Die Rücklage für eigene Anteile (gebunden) in Höhe von T€ 4.304,9 wird als Korrekturposten in den Gewinnrücklagen ausgewiesen.
Bilanzgewinn
Der Bilanzgewinn beläuft sich auf T€ 64.584,4 (2021: T€ 59.608,9).
Die Entwicklung des Bilanzgewinns stellt sich wie folgt dar:
Beträge in T€
Bilanzgewinn zum 31.12.2021
59.608,9
+ Jahresüberschuss
97.252,5
– Zuweisung zu freien Rücklagen
-92.277,0
Bilanzgewinn zum 31.12.2022
64.584,4
Investitionszuschüsse aus öffentlichen Mitteln
Der Gesellschaft wurden in den Jahren 1977 bis 1985 nicht rückzahlungspflichtige Investitions-zuschüsse von öffentlichen Gebietskörperschaften gewährt. In den Jahren 1997, 1998 und 1999 erhielt die FWAG Investitionszuschüsse seitens der Europäischen Union. Die von der Republik Österreich in den Jahren 2002 bis 2004 ausbezahlten Investitionszuwachsprämien werden wie Investitionszuschüsse aus öffentlichen Mitteln behandelt und über die Nutzungsdauer der betreffenden Sachanlage erfolgswirksam erfasst. Im Geschäftsjahr 2022 und 2021 wurden der Gesellschaft COVID19-Investitionszuschüsse gewährt. Die Investitionszuschüsse werden
Erläuterungen zur Bilanz
272
gemäß dem gesetzlichen Gliederungsschema nach dem Eigenkapital gesondert ausgewiesen. Die Entwicklungen der Investitionszuschüsse sind in Anlage 3 ersichtlich.
Rückstellungen
Für den Bilanzstichtag 31.12.2022 wurde für die Berechnung der Abfertigungsrückstellung der FWAG ein versicherungsmathematisches Gutachten nach den Regeln gemäß IFRS (IAS 19) mit einem Zinsfuß von 3,7% (2021: 0,6%) nach der „Projected Unit Credit Method“ erstellt. Für das rechnungsmäßige Pensionsalter wurde das frühestmögliche Anfallsalter für die (vorzeitige) Alterspension gemäß Pensionsreform 2004 (Budgetbegleitgesetz 2003) unter der Berücksich-tigung der Übergangsregelung herangezogen, für Nachtschwerarbeiter und Schwerarbeiter wurde ein vorzeitiges Pensionsantrittsalter angesetzt. Als biometrische Rechnungsgrundlage wurden die Generationentafeln AVÖ 2018-P gemischter Bestand mit auf den Personalbestand der Flughafen-Wien-Gruppe adaptierten Invalidisierungswahrscheinlichkeiten zugrunde ge-legt. Als Gehaltstrend wurde eine Steigerung von 12,43% für 2023, 8,08% für 2024, 5,58% für 2025, 4,83% für 2026 sowie 4,16% ab 2027 (2021: 3,31%) angenommen. Bei Abfertigungsrückstellungen wurden die Fluktuationswahrscheinlichkeiten analog dem Vorjahr (kombiniert mit Auszah-lungswahrscheinlichkeiten), gestaffelt vom 1. bis zum 25. Dienstjahr, getrennt für Arbeiter (6,9% bei 28,2% bis 7,0% bei 85,2%) und Angestellte (8,9% bei 42,8% bis 7,1% bei 86,6%), angesetzt. Die versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste werden unmittelbar erfolgswirksam im Personalaufwand erfasst.
Die Rückstellungen für Pensionen wurden nach versicherungsmathematischen Grund-sätzen entsprechend den Grundsätzen gemäß IFRS (IAS 19), mit einem Zinsfuß von 3,7% (2021: 0,6%) nach der „Projected Unit Credit Method“ ermittelt. Als biometrische Rechnungsgrundlage wurden die Generationentafeln AVÖ 2018-P Angestellte zugrunde gelegt. Für das rechnungs-mäßige Pensionsalter wurde das frühestmögliche Anfallsalter für die (vorzeitige) Alterspension gemäß Pensionsreform 2004 (Budgetbegleitgesetz 2003) unter der Berücksichtigung der Über-gangsregelung herangezogen. Als Pensionstrend (Valorisierung der zukünftigen Ansprüche) wurden von 2,60% (2021: 2,10%) angenommen. Da kein (2021: kein) aktiver Mitarbeiter Ansprü-che aus Leistungspensionen hat, wurden keine Fluktuationswahrscheinlichkeiten angenommen. Die versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste werden unmittelbar erfolgswirksam im Personalaufwand erfasst.
Die Berechnung der Rückstellungen für Jubiläumsgelder erfolgte nach versicherungsma-thematischen Grundsätzen nach den Regeln gemäß IFRS (IAS 19) mit einem Zinsfuß von 3,7% (2021: 0,6 %) nach der „Projected Unit Credit Method“. Als biometrische Rechnungsgrundlage wurden die Generationentafeln AVÖ 2018-P gemischter Bestand mit auf den Personalbestand der Flughafen-Wien-Gruppe adaptierten Invalidisierungswahrscheinlichkeiten zugrunde gelegt. Für das rechnungsmäßige Pensionsalter wurde das frühestmögliche Anfallsalter für die (vorzei-tige) Alterspension gemäß Pensionsreform 2004 (Budgetbegleitgesetz 2003) unter der Berück-sichtigung der Übergangsregelung herangezogen, für Nachtschwerarbeiter und Schwerarbeiter wurde ein vorzeitiges Pensionsantrittsalter angesetzt. Als Gehaltstrend wurde eine Steigerung von 12,43% für 2023, 8,08% für 2024, 5,58% für 2025, 4,83% für 2026 sowie 4,16% ab 2027 (2021: 3,31%) Bei Jubiläumsgeldrückstellungen wurden die Fluktuationswahrscheinlichkeiten analog dem Vorjahr, gestaffelt vom 1. bis zum 25. Dienstjahr, ebenfalls getrennt für Arbeiter (6,9% bis 1,1%) und Angestellte (8,9% bis 1,0%) berücksichtigt. Die versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste werden unmittelbar erfolgswirksam im Personalaufwand erfasst.
Die Rückstellungen für Verpflichtungen aus Altersteilzeitvereinbarungen werden nach versicherungsmathematischen Grundsätzen nach den Regeln gemäß IFRS (IAS 19) mit einem Zinsfuß von 3,3% (2021: 0,2%) nach der „Projected Unit Credit Method“ ermittelt. Als Gehalts-trend wurde eine Steigerung von 11,43% für 2023, 7,08% für 2024, 4,58% für 2025, 3,83% für 2026
Erläuterungen zur Bilanz
273
sowie 3,16% ab 2027 (2021: 3,31%) angenommen. Lohnnebenkosten wurden in der Höhe von 7,28% sowie Dienstgeber-Sozialversicherungsbeiträge in der Höhe von pauschal 21,23% (bis zur ASVG-Höchstbeitragsgrundlage) berücksichtigt. Die versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste werden unmittelbar erfolgswirksam im Personalaufwand erfasst.
Die Zinsaufwendungen betreffend Abfertigungs-, Pensions-, Altersteilzeit- und Jubiläums-geldrückstellungen sowie die Auswirkung aus einer Änderung des Zinssatzes werden im Per-sonalaufwand erfasst.
In den sonstigen Rückstellungen sind im Wesentlichen folgende Rückstellungen enthal-ten: Jubiläumsgelder T€ 28.918,7 (2021: T€ 31.637,8), Rückstellungen für Altersteilzeit T€ 22.486,5 (2021: T€ 21.385,0), nicht konsumierter Urlaub T€ 2.569,5 (2021: T€ 1.059,8), Prämien für das Berichtsjahr und Vorjahre T€ 4.457,5 (2021: T€ 8.912,6), noch nicht fakturierte Lieferungen und Leistungen T€ 15.287,7 (2021: T€ 14.295,7), Rückstellungen für Ermäßigungen T€ 63.365,4 (2021: T€ 19.695,2), eine Rückstellung für drohende Verluste aus der für den Erwerb der Flugplatz Vös-lau BetriebsGmbH von der Vienna Aircraft Handling Ges.m.b.H. eingeräumten „Put-Option“ in Höhe von T€ 6.352,8 (2021: T€ 6.352,8) sowie Rückstellungen für diverse Personalaufwendungen in T€ 20.327,1 (2021: T€ 11.067,6). Die Rückstellung für diverse Personalmaßnahmen beinhaltet Rückstellungen betreffend Dienstfreistellungen, Umstufungen, Personalabgrenzungen, Rechts-fälle und Unterauslastungen. Hinsichtlich der Rückstellung für Unterauslastung in Höhe von T€ 18.878,3 werden Annahmen zum Rechnungszinssatz, zu Gehaltssteigerungen, zum Unter-auslastungsgrad und zum Fluktuationsabschlag getroffen. Unter der Rückstellung für Unter-auslastung werden Vorsorgen, im Wesentlichen für Mitarbeiter, die im Unternehmen nicht eingesetzt werden können und für die trotz laufender Bemühungen keine geeignete Tätigkeit gefunden werden konnte, verstanden. Für diese kündigungsgeschützten Mitarbeiter besteht die gegenwärtige Verpflichtung diese weiter zu beschäftigen.
Der Barwert der Rückstellung wird unter Ansatz folgender Parameter ermittelt:
Für Bestände innerhalb dieser Gruppe von Mitarbeitern ist der Rechnungszinssatz individuell nach Laufzeiten gestaffelt. Der Zinssatz bewegt sich zwischen 3,4% für Laufzeiten bis zu 5 Jahren und 4,2 % für Laufzeiten bis zu 20 Jahren.
Als Lohn- und Gehaltssteigerung wurden folgende gestaffelte Annahmen getroffen:
Lohn- und Gehaltstrend
2023
11,43%
2024
7,08%
2025
4,58%
2026
3,83%
ab 2027
3,16%
Hinsichtlich des Unterauslastungsgrades wurden Annahmen in der Bandbreite von 20-100% individuell angenommen, es wurden keine Fluktuationsabschläge vorgenommen.
Erläuterungen zur Bilanz
274
Verbindlichkeiten
Die Verbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:
31.12.2022
Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit
Beträge in T€
bis zu einemJahr
von einem bis fünf Jahren
von mehr als fünf Jahren
Gesamt
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
25.000,0
100.000,0
100.000,0
225.000,0
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
23.718,0
0,0
0,0
23.718,0
3. Verbindlichkeiten gegenüber ver-bundenen Unternehmen
110.521,7
20.000,0
45.000,0
175.521,7
4. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Be-teiligungsverhältnis besteht
7.830,6
0,0
0,0
7.830,6
5. Sonstige Verbindlichkeiten
21.700,3
0,0
0,0
21.700,3
davon aus Steuern
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit
3.890,5
0,0
0,0
3.890,5
4.278,4
0,0
0,0
4.278,4
188.770,6
120.000,0
145.000,0
453.770,6
Die Restlaufzeiten des Vorjahres stellen sich wie folgt dar:
31.12.2021
Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit
Beträge in T€
bis zu einemJahr
von einem bis fünf Jahren
von mehr als fünf Jahren
Gesamt
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
51.000,4
100.000,0
125.000,0
276.000,4
2. Verbindlichkeiten aus Lieferun-gen und Leistungen
23.031,2
0,0
0,0
23.031,2
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen
88.699,2
20.000,0
45.000,0
153.699,2
4. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Be-teiligungsverhältnis besteht
5.634,7
0,0
0,0
5.634,7
5. Sonstige Verbindlichkeiten
34.450,4
0,0
0,0
34.450,4
davon aus Steuern
davon im Rahmen der sozialen Sicherheit
2.807,4
0,0
0,0
2.807,4
16.482,9
0,0
0,0
16.482,9
202.815,9
120.000,0
170.000,0
492.815,9
Die „Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen“ betreffen mit T€ 70.000,0 (2021: T€ 70.000,0) die Finanzierungstätigkeit sowie u. a. die Veranlagung der liquiden Mittel der verbundenen Unternehmen bei der Muttergesellschaft und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen.
Der Posten „Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht“ resultiert zum Großteil aus für die City Air Terminal Betriebsgesellschaft m.b.H. ver-anlagten Bankguthaben.
In den „sonstigen Verbindlichkeiten“ sind folgende Aufwendungen enthalten, die nach dem Bilanzstichtag zahlungswirksam werden: Lohn- u. Gehaltsaufwendungen in Höhe von T€ 3.972,3 (2021: T€ 3.477,0) aus der Abrechnung Dezember 2022 bzw. 2021, Verbindlichkeiten im Rahmen
Erläuterungen zur Bilanz
275
der sozialen Sicherheit in Höhe von T€ 4.278,4 (2021: T€ 16.482,9) sowie Zinsabgrenzungen in Höhe von T€ 116,1 (2021: T€ 137,3). Im Posten „sonstige Verbindlichkeiten“ werden auch im Zu-sammenhang mit dem Umweltfonds offene Zahlungsverpflichtungen aus dem Leistungsvertrag Umweltfonds – Flughafen Wien aus dem Mediationsverfahren in Höhe von T€ 1.845,5 (Vorjahr: T€ 2.315,5) ausgewiesen.
Passive Rechnungsabgrenzungen
Die passiven Rechnungsabgrenzungen in Höhe von T€ 16.298,4 (VJ: T€ 17.640,4) bestehen im Wesentlichen aus erhaltenen Mietvorauszahlungen für den Flugsicherungsturm in Höhe von T€ 13.681,6 (2021: T€ 14.636,2).
Haftungsverhältnisse
Zum 31.12.2022 bestehen Haftungsverhältnisse in Höhe von insgesamt T€ 34.085,9 (2021: T€ 93.628,9). Diese teilen sich wie folgt auf:
Gemäß § 7 Abs. 4 der Satzung des Abwasserverbandes Schwechat vom 10.12.2003 haftet die FWAG für Darlehen im Zusammenhang mit der Errichtung und Erweiterung der Verbandsklär-anlage in Höhe von T€ 294,7 (2021: T€ 379,4).
Die FWAG garantiert für die Bezahlung von Verpflichtungen aus Leasingverträgen der Toch-tergesellschaft Vienna Airport Business Park Immobilienbesitzgesellschaft m.b.H. in Höhe von derzeit T€ 27.780,6 (2021: T€ 32.557,8).
Die FWAG hat zugunsten der VIE Office Park 3 BetriebsgmbH zur Abdeckung der gegenwär-tigen und zukünftigen Verbindlichkeiten eine unbefristete Patronatserklärung abgegeben. Diese Patronatserklärung ist mit einem Höchstbetrag von T€ 2.800,0 (2021: T€ 2.800,0) begrenzt.
Die FWAG hat zugunsten der Vienna Airport Health Center GmbH zur Abdeckung der gegen-wärtigen und zukünftigen Verbindlichkeiten eine unbefristete Patronatserklärung abgegeben. Diese Patronatserklärung ist mit einem Höchstbetrag von T€ 3.000,0 begrenzt.
Die FWAG hat zugunsten der Alpha Liegenschaftsentwicklungs GmbH zur Abdeckung der gegenwärtigen und zukünftigen Verbindlichkeiten eine unbefristete Patronatserklärung ab-gegeben. Diese Patronatserklärung ist mit einem Höchstbetrag von T€ 210,7 begrenzt.
Erläuterungen zur Bilanz
276
Sonstige finanzielle Verpflichtungen
Für immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen bestanden zum Bilanzstichtag Er-werbsverpflichtungen in Höhe von € 9,9 Mio. (2021: € 13,0 Mio.).
Die FWAG hat die Kosten der Flughafen Wien Mitarbeiterbeteiligung Privatstiftung, im Wesentlichen die Abdeckung der Körperschaftsteuer in Form von Nachstiftungen, zu tragen.
Die Verpflichtungen gegenüber Dritten aus der Nutzung von nicht in der Bilanz ausgewie-senen Sachanlagen belaufen sich wie folgt:
Restlaufzeiten von einem bis fünf Jahren
Beträge in T€
2023
2024-2027
Verbindlichkeiten aus Operating-Leasing-Geschäften
264,4
1.206,2
Verbindlichkeiten aus Operating-Leasing-Geschäften gegenüber verbundenen Unternehmen
2.024,1
8.096,2
Verbindlichkeiten aus Fruchtnießungsvertrag gegenüber verbundenen Unternehmen
9.282,1
37.128,2
Summe
11.570,5
46.430,6
Sofern ein Baubeschluss zur Errichtung der 3. Piste gefasst wird, wird im Zusammenhang mit dem Umweltfonds binnen acht Wochen ab Baubeginnanzeige eine Zahlungsverpflichtung aus dem Leistungsvertrag Umweltfonds – Flughafen Wien aus dem Mediationsverfahren, die sich aus den Flugverkehrszahlen ermittelt, ausgelöst, die sich zum 31.12.2022 auf rund € 20,4 Mio. (VJ: rund € 20,4 Mio.) beläuft.
Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung
277
Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung
Umsatzerlöse
1) Inklusive Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht
Beträge in T€
2022
2021
Airport-Erträge
305.805,2
153.986,6
Abfertigungserträge
112.752,6
83.228,9
Aviation-Umsatz
418.557,8
237.215,5
Miet-, Pacht- und Nutzungserträge, Parkerträge
118.629,0
65.448,9
Übrige Erträge
68.380,7
55.894,9
Non-Aviation-Umsatz
187.009,7
121.343,8
Umsatzerlös gesamt
605.567,5
358.559,3
davon verbundene Unternehmen1
30.979,2
24.090,3
Die Aviation-Umsätze betreffen Airport- und Abfertigungserträge. Die Non-Aviation-Um-sätze setzen sich aus Ver-/ Entsorgungs- und Informatikleistungen, Miet- und Konzessions-erträgen, Gästebetreuung sowie anderwärtigen Umsätzen zusammen.
Sämtliche Umsätze wurden im Inland erbracht.
Der Aviation-Umsatz ist um 76,4% auf T€ 418.557,8 gestiegen, aufgrund der im Vergleich zur Vorperiode positiven Verkehrsentwicklung.
Der Non-Aviation-Umsatz der FWAG inklusive Erlöse von Konzerngesellschaften stieg im Jahr 2022 um 54,1% auf T€ 187.009,7. Und resultiert im Wesentlichen aus gestiegenen Umsätzen aus Park-, Miet- und Konzessionserträgen.
Sonstige betriebliche Erträge
Die sonstigen betrieblichen Erträge (inkl. aktivierter Eigenleistungen) betragen zum Bilanz-stichtag T€ 18.002,3 (2021: T€ 69.633,5). Darin sind COVID-19 Kurzarbeitsbeihilfe in Höhe von T€ 7.646,6 (2021: T€ 46.997,7) enthalten.
Die übrigen sonstigen Erträge enthalten u.a. COVID-19 Unterstützungsmaßnahmen in Höhe T€ 312,1 (2021: T€ 18.528,5). Die Auflösungen aus Rückstellungen belaufen sich auf T€ 6.252,0 (2021: T€ 1.814,5) und die Erträge aus der Auflösung von Wertberichtigungen auf T€ 1.605,2. (2021: T€ 723,5).
Aufwendungen für Material und sonstige bezogene Herstellungsleistungen
Die Aufwendungen für Material und sonstige bezogene Herstellungsleistungen belaufen sich auf T€ 66.357,7 nach T€ 44.849,3 im vorherigen Geschäftsjahr. Der Materialaufwand erhöhte sich aufgrund des höheren Verbrauchs von Treibstoffen, Energie und Materialien sowie höheren bezogenen Leistungen insbesondere für Sicherheitsdienstleistungen.
Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung
278
Personalaufwand
Die Personalaufwendungen der FWAG stiegen gegenüber dem Vergleichszeitraum um 1,5% auf T€ 190.166,9 (2021: T€ 187.277,5). Im Berichtsjahr wurden T€ 10.369,9 an sonstigen Personalrück-stellungen (siehe ebenso in der Erläuterung zur Bilanz) dotiert dem stehen Auflösungen in der Vorperiode in Höhe von T€ 2.699,5 gegenüber
Die Aufwendungen für Löhne erhöhten sich um T€ 7.189,6 auf T€ 71.857,8, die Aufwendungen für Gehälter stiegen um T€ 5.540,1 auf T€ 79.320,9.
Die Aufwendungen für Abfertigungen und Mitarbeitervorsorgekassen gliedern sich wie folgt:
Beträge in T€
2022
2021
Aufwendungen / Erträge (-) für Abfertigungen
-7.943,2
3.698,2
Beitragszahlungen an Mitarbeitervorsorgekasse
1.540,5
1.572,7
Summe Aufwendungen / Erträge (-) für Abfertigungen
-6.402,8
5.270,9
Im Personalaufwand sind für Jubiläumsgelder nachstehende Komponenten enthalten:
Beträge in T€
2022
2021
Dotierung/Auflösung der Rückstellung für Jubiläumsgelder
in Löhne (Auflösungen und Dotierung)
-927,3
-489,7
in Gehälter (Auflösungen Dotierung)
-685,1
1.199,7
in Löhne (Verwendung)
-426,3
-299,8
in Gehälter (Verwendung)
-680,4
-703,2
Summe Veränderung Rückstellung
-2.719,2
-293,1
2022 wurden T€ 780,8 (2021: T€ 2.223,5) für die Altersversorgung im Aufwand erfasst, davon betreffen T€ 2.394,3 (2021: T€ 2.151,6) beitragsorientierte Pensions-kassen, sowie T€ -1.613,5 (Auflösung) (2021: T€ 71,9) Leistungspensionen.
Abschreibungen
Die Abschreibungen (inkl. außerplanmäßige Abschreibungen) sanken um 4,6% bzw. T€ 4.396,3 auf T€ 91.126,3 gegenüber dem Vorjahr.
Im Geschäftsjahr 2022 wurden keine außerplanmäßigen Abschreibungen erfasst (2021: T€ 359,7) erfasst.
Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung
279
Sonstige betriebliche Aufwendungen
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen setzen sich wie folgt zusammen:
Beträge in T€
2022
2021
Leistungen von Konzernunternehmen
86.863,8
56.565,4
Instandhaltungen
25.212,5
17.385,9
Fremdleistungen
12.843,7
4.349,2
Marketing und Marktkommunikation
9.667,2
1.416,2
Rechts-, Prüfungs- und Beratungskosten
1.940,5
1.718,7
Sonstige Betriebsaufwendungen
5.252,1
1.765,2
Fahrt, Reise- und Ausbildungskosten
1.550,4
451,4
Versicherungsaufwand
2.154,0
2.029,3
Miete und Pacht
2.991,0
2.524,1
Post- und Telekomaufwand
1.101,8
1.004,0
Schadensfälle
736,0
764,7
Zuweisungen zu Wertberichtigungen
5.852,8
610,7
Transporte
535,2
157,3
Sonstige Steuern
369,1
332,3
Verluste aus Anlagenabgängen
44,7
13,3
Übrige Aufwendungen
2.506,2
1.679,2
Summe
159.621,1
92.766,9
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen erhöhten sich im Vergleich zur Vorperiode, da aufgrund der COVID-19 Pandemie die Aufwendungen im Geschäftsjahr 2021 auf das notwen-digste reduziert worden sind.
Zu den auf das Geschäftsjahr entfallenden Aufwendungen für den Abschlussprüfer wird auf die diesbezüglichen Angaben im Konzernabschluss der FWAG verwiesen.
Finanzergebnis
In den Erträgen aus Beteiligungen sind Erträge aus Ergebnisabführungen von der Organgesell-schaft Vienna Aircraft Handling GmbH in Höhe von T€ 617,8 (2021: T€ 2.288,7) enthalten.
Steuern vom Einkommen
Die FWAG ist seit 2005 Gruppenträger einer Steuergruppe gemäß § 9 KStG. Vom Gruppenträger werden an die Gruppenmitglieder, die von diesen verursachten Körperschaftsteuerbeträgen mittels Steuerumlagen belastet bzw. (im Verlustfall) gutgeschrieben. Der Steueraufwand vom Einkommen und vom Ertrag ohne latente Steuern betrug T€ 25.211,2 (2021: T€ 461,1) und betrifft den Steueraufwand des Gruppenträgers für das laufende Geschäftsjahr. Der Saldo aus negativen Steuerumlagen beträgt T€ 961,7 (2021: T€ 1.682,3), der aus positiven T€ 5.958,8 (2021: T€ 5.148,5). Der latente Steueraufwand (VJ: Steuerertrag) beträgt T€ 4.801,3 (2021: T€ 1.930,4).
Sonstige Angaben
280
Sonstige Angaben
Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag
Im Zuge des freiwilligen öffentlichen Teilangebots konnte die Airports Group Europe S.a. r.l den Anteil am Flughafen Wien um weitere 3,37% erhöhen. Damit hält der Investor Airports Group Europe S.a. r.l nunmehr über 43% der Aktien der Flughafen Wien AG. Der Streubesitz ist in Folge der Transaktion auf unter 7% gesunken. Die Stadt Wien und das Land Niederösterreich halten jeweils 20,0%, die Flughafen Wien Mitarbeiterbeteiligung Privatstiftung hält 10,0% am Grundkapital der FWAG. Der Gesellschaft sind keine weiteren Aktionäre mit Beteiligungen am Kapital von zumindest 10,0% bekannt.
Nach dem Bilanzstichtag haben keine weiteren relevanten Ereignisse stattgefunden.
Ergebnisverwendung
Es wird vorgeschlagen, den Bilanzgewinn in Höhe von € 64.584.426,22 eine Dividende von € 0,77 je Aktie, das sind in Summe € 64.583.504,37 auszuschütten (bei 83.874.681 ausschüttungsbe-rechtigten Aktien) und den Restbetrag in Höhe von € 921,85 auf neue Rechnung vorzutragen.
Organe und Arbeitnehmer
Dem Aufsichtsrat der Gesellschaft gehörten im Geschäftsjahr 2022 an:
Ing. Ewald KIRSCHNER
Dr. Wolfgang RUTTENSTORFER (bis 30.06.2022)
Lars BESPOLKA
Mag. PhDr. Susanne HÖLLINGER
Dr. Ralph MÜLLER (bis 30.06.2022)
DI Herbert PAIERL
Mag. Manfred PERNSTEINER M.A.
Dr. Karin REST EMBA
Boris SCHUCHT
Mag. Gerhard STARSICH
Mag. Karin ZIPPERER MBA (ab 30.06.2022)
Mag. Sonja STEßL (ab 30.06.2022)
Vom Betriebsrat wurden delegiert:
Thomas SCHÄFFER
Heinz STRAUBY
Herbert FRANK
Thomas FAULHUBER
David JOHN
Sonstige Angaben
281
Als Aufsichtsratsvorsitzender fungierte:
Ing. Ewald KIRSCHNER
Als dessen Stellvertreter wirkten:
Mag. PhDr. Susanne HÖLLINGER
Lars BESPOLKA
Als Vorstandsdirektoren wirkten im Geschäftsjahr 2022:
Mag. Julian JÄGER
Mag. Dr. Günther OFNER
Der durchschnittliche Personalstand (ohne Vorstandsmitglieder) betrug:
2022
2021
Arbeiter
1.529
1.672
Angestellte
1.128
1.173
Arbeitnehmer insgesamt
2.657
2.846
Die Mitglieder des Vorstands der FWAG erhielten für ihre Tätigkeit als Vorstand in den Ge-schäftsjahren 2022 und 2021 folgende Vergütungen:
Bezüge Vorstand 2022 (Auszahlungen)
in T€
Fixe Bezüge
2022
Erfolgsabhängige Bezüge
Sachbezüge
2022
Gesamtbezüge
2022
747,3
343,4
14,4
1.105,1
Bezüge Vorstand 2021 (Auszahlungen)
in T€
Fixe Bezüge
2021
Erfolgsabhängige Bezüge
Sachbezüge
2021
Gesamtbezüge
2021
609,7
343,4
20,4
973,5
Die Gesamtbezüge früherer Mitglieder des Vorstands beliefen sich auf T€ 496,8 (2021: T€ 481,9).
Die gesamten Aufwendungen für Abfertigungen und Pensionen ohne frühere Mitglieder des Vorstands betrugen für den Vorstand und die leitenden Angestellten T€ 242,9 (2021: T€ 221,5), für andere Arbeitnehmer fielen T€ -5.864,9 (Ertrag aufgrund von Parameteranpassungen) (2021: T€ 7.273,0) an.
Die Vergütungen für Sitzungsgelder (Zahlungen) an den Aufsichtsrat betrugen im Jahr 2022 T€ 324,0 (2021: T€ 146,7).
An Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats bestanden zum Bilanzstichtag keine Forderungen aus Vorschüssen und Krediten.
Sonstige Angaben
282
Schwechat, am 16. März 2023
Der Vorstand
Dr. Günther Ofner
Vorstandsmitglied, CFO
Mag. Julian Jäger
Vorstandsmitglied, COO
Anlagen zum Anhang
283
Anlagen zum Anhang
Anlage 1 zum Anhang
Entwicklung des Anlagevermögens vom 1. Jänner 2022 bis 31. Dezember 2022
Entwicklung zu Anschaffungs- und Herstellungskosten
Kumulierte Abschreibungen
Buchwerte
Posten des An-lagevermögens
Stand
1.1.2022
Zugänge
Umbuchung
Abgänge
Stand
31.12.2022
Stand
1/1/2022
Zugänge
Zuschreibungen
Umbuchungen
Abgänge
Stand
31/12/2022
Stand
31.12.2022
Stand
1/1/2022
Beträge in €
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Konzessionen und Rechte
56.201.221,08
298.763,74
213.262,76
744.183,64
55.969.063,94
43.960.500,86
3.834.895,58
0,00
0,00
743.606,99
47.051.789,45
8.917.274,49
12.240.720,22
Summe
56.201.221,08
298.763,74
213.262,76
744.183,64
55.969.063,94
43.960.500,86
3.834.895,58
0,00
0,00
743.606,99
47.051.789,45
8.917.274,49
12.240.720,22
II. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten, einschließlich der Bauten auf fremdem Grund
1.542.633.903,26
1.006.847,90
11.159.066,45
2.603.960,76
1.552.195.856,85
710.405.854,25
51.339.906,22
0,00
0,00
1.887.287,91
759.858.472,56
792.337.384,29
832.228.049,01
2. technische Anlagen und Maschinen
842.077.857,27
959.937,73
16.825.441,77
9.749.469,00
850.113.767,77
722.159.783,62
19.844.022,06
0,00
0,00
9.658.062,07
732.345.743,61
117.768.024,16
119.918.073,65
3. andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsaus-stattung
272.083.298,98
6.561.301,87
1.538.514,76
8.348.871,69
271.834.243,92
220.845.058,19
16.107.458,19
0,00
0,00
8.258.757,47
228.693.758,91
43.140.485,01
51.238.240,79
4. geleistete An-zahlungen und Anlagen in Bau
94.723.459,44
29.840.295,80
-29.736.285,74
139.758,04
94.687.711,46
6.922.800,45
0,00
0,00
0,00
0,00
6.922.800,45
87.764.911,01
87.800.658,99
Summe
2.751.518.518,95
38.368.383,30
-213.262,76
20.842.059,49
2.768.831.580,00
1.660.333.496,51
87.291.386,47
0,00
0,00
19.804.107,45
1.727.820.775,53
1.041.010.804,47
1.091.185.022,44
III. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen
268.739.778,57
0,00
0,00
0,00
268.739.778,57
17.000,00
0,00
0,00
0,00
0,00
17.000,00
268.722.778,57
268.722.778,57
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen
132.220.224,52
0,00
0,00
19.750.000,00
112.470.224,52
90.224,52
0,00
0,00
0,00
0,00
90.224,52
112.380.000,00
132.130.000,00
3. Beteiligungen
4.227.553,17
1.680,00
0,00
0,00
4.229.233,17
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
4.229.233,17
4.227.553,17
4. Wertpapiere (Wertrechte) des Anlagever-mögens
659.543,52
0,00
0,00
0,00
659.543,52
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
659.543,52
659.543,52
5. sonstige Ausleihungen
680.673,93
0,00
0,00
39.070,98
641.602,95
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
0,00
641.602,95
680.673,93
Summe
406.527.773,71
1.680,00
0,00
19.789.070,98
386.740.382,73
107.224,52
0,00
0,00
0,00
0,00
107.224,52
386.633.158,21
406.420.549,19
Gesamt
3.214.247.513,74
38.668.827,04
0,00
41.375.314,11
3.211.541.026,67
1.704.401.221,89
91.126.282,05
0,00
0,00
20.547.714,44
1.774.979.789,50
1.436.561.237,17
1.509.846.291,85
Anlagen zum Anhang
284
Tochterunternehmen und Beteiligungen der Flughafen Wien AG1
Anlage 2 zum Anhang
Flughafen Wien Immobilienverwertungsgesellschaft m.b.H. (IVW)
Sitz: Schwechat
Kapitalanteil: 100% VIE
Gegenstand des Unternehmens: Die Aufgabe der IVW umfasst die gewerbliche Vermietung von Wirtschaftsgütern, insbesondere Immobilien, sowie den Erwerb von Liegenschaften und Gebäuden am Gelände der Flughafen Wien AG.
Beträge in T€
2022
2021
Eigenkapital
40.428,6
40.153,7
Umsatzerlöse
9.282,1
8.950,0
Jahresüberschuss
3.274,9
3.086,0
Vienna Aircraft Handling Gesellschaft m.b.H. (VAH)
Sitz: Schwechat
Kapitalanteil: 100% VIE
Gegenstand des Unternehmens: Diese Gesellschaft bietet ein Komplettserviceprogramm für alle Sparten der allgemeinen Luftfahrt, insbesondere aber für die Business Aviation, an. Die wesentlichen Umsatzträger sind das Private Aircraft Handling sowie die Erfüllungsgehilfentätigkeit für die Flughafen Wien AG im Rahmen der Abfertigung der Luftfahrzeuge im Rahmen der General Aviation (inkl. Betankung und Hangarierung).
Beträge in T€
2022
2021
Eigenkapital
8.699,8
8.699,8
Umsatzerlöse
11.893,8
10.713,7
Jahresüberschuss
617,8
2.288,7
Vienna Airport Technik GmbH (VAT)
Sitz: Schwechat
Kapitalanteil: 100% VIE
Gegenstand des Unternehmens: Die Gesellschaft erbringt Dienstleistungen am Elektroanlagensektor. Weiters ist sie tätig in der Errichtung von elektrischen Anlagen und Versorgungseinrichtungen, überwiegend an technischen Einrichtungen flughafenspezifischer Prägung und in der Installation elektrischer Infrastruktur.
Beträge in T€
2022
2021
Eigenkapital
3.618,3
3.151,9
Umsatzerlöse
37.272,1
22.520,5
Jahresüberschuss
466,3
447,6
1) Österreichische Gesellschaften nach UGB
Anlagen zum Anhang
285
Vienna International Airport Security Services Ges.m.b.H. (VIAS)
Sitz: Schwechat
Kapitalanteil: 100% VIE
Gegenstand des Unternehmens: Die VIAS ist für die Durchführung der Sicherheitskontrollen (Personen- und Handgepäckskontrollen) im Auftrag der Flughafen Wien AG zuständig. Darüber hinaus erbringt sie Leistungen für andere Kunden aus der Luftfahrtbranche (Rollstuhltransporte, Großgepäckskontrollen, Dokumentenkontrolle etc.). Die Gesellschaft nimmt über ihre inländischen Beteiligungen an Ausschreibungen von Sicherheitsleistungen für Flughäfen teil.
Beträge in T€
2022
2021
Eigenkapital
16.279,5
13.652,3
Umsatzerlöse
44.145,3
29.313,5
Jahresüberschuss
2.627,1
96,7
VIE Liegenschaftsbeteiligungsgesellschaft m.b.H. (VIEL)
Sitz: Schwechat
Kapitalanteil: 100% VIE
Gegenstand des Unternehmens: Die Gesellschaft dient als Holding für die Tochtergesellschaften BPIB, VOPE, MAZUR, LZW, IMB, ALG, BLG, BPL, VHC und VWTC welche ihren Geschäftszweck im Ankauf, sowie in der Entwicklung und Vermarktung der in ihrem Eigentum stehenden Liegenschaften haben.
Beträge in T€
2022
2021
Eigenkapital
55.724,0
54.704,0
Umsatzerlöse
0,0
0,0
Jahresüberschuss
4.020,1
3.075,9
Vienna International Airport Beteiligungsholding GmbH (VIAB)
Sitz: Schwechat
Kapitalanteil: 100% VIE
Gegenstand des Unternehmens: Akquisition und Beteiligung internationaler Tochtergesellschaften und Beteiligungen, Mitwirkung bei internationalen Flughafenprivatisierungen. Die Gesellschaft dient als Holding für die Tochtergesellschaft VINT.
Beträge in T€
2022
2021
Eigenkapital
119.180,8
119.176,1
Umsatzerlöse
0,0
0,0
Jahresüberschuss/-fehlbetrag
4,7
-0,6
VIE Shops Entwicklungs- und Betriebsges.m.b.H (SHOP)
Sitz: Schwechat
Kapitalanteil: 100% VIE
Gegenstand des Unternehmens: Planung, Entwicklung, Vermarktung und Betrieb von Geschäften auf Flughäfen im In- und Ausland, sowie Erwerb und Verwaltung anderer Unternehmen.
Beträge in T€
2022
2021
Eigenkapital
5.178,0
5.181,3
Umsatzerlöse
0,0
0,0
Jahresfehlbetrag
-3,3
-4,1
Anlagen zum Anhang
286
City Air Terminal Betriebsgesellschaft m.b.H. (CAT)
Sitz: Schwechat
Kapitalanteil: 50,1% VIE
Gegenstand des Unternehmens: Betrieb des City-Airport-Express als Eisenbahnverkehrsunternehmen auf der Strecke Wien-Mitte und Flughafen Schwechat sowie der Betrieb von Check-in Einrichtungen am Bahnhof Wien-Mitte verbunden mit der Gepäcklogistik für Flugpassagiere; die Beratung von Dritten betreffend die Organisation und Durchführung von Verkehrsanbindungen zwischen Städten und Flughäfen.
Beträge in T€
2022
2021
Eigenkapital
10.868,5
9.616,4
Umsatzerlöse
10.027,1
766,7
Jahresüberschuss
1.252,1
383,9
SCA Schedule Coordination Austria GmbH (SCA)
Sitz: Schwechat
Kapitalanteil: 49% VIE
Gegenstand des Unternehmens: Zuweisung und Akkordierung von Zeitnischen in Übereinstimmung mit den gesetzlichen Bestimmungen, den von der IATA definierten Prinzipien sowie den sonstigen anwendbaren gesetzlichen Bestimmungen und die Realisierung von allen mit dem Unternehmenszweck direkt oder indirekt verbundenen Tätigkeiten.
Beträge in T€
2022
2021
Eigenkapital
626,4
702,0
Umsatzerlöse
697,0
578,0
Jahresfehlbetrag
-75,0
-24,0
BTS Holding a.s. (BTSH)
Sitz: Bratislava, Slowakei
Kapitalanteil: 47,7% VIE33,3% VINT
Gegenstand des Unternehmens: Erbringung von Service- und Beratungsleistungen für Flughäfen. Die Gesellschaft sollte zudem die geplante Beteiligung am Flughafen Bratislava halten.
Beträge in T€, IFRS-Werte
2022
2021
Eigenkapital
5.073,1
135,9
Umsatzerlöse
0,0
0,0
Jahresüberschuss/-fehlbetrag
4.937,1
-161,8
KSC Holding a.s. (KSCH)
Sitz: Bratislava, Slowakei
Kapitalanteil: 47,7% VIE52,3% VINT
Gegenstand des Unternehmens: Unternehmenszweck der Gesellschaft ist, neben der Haltung der Beteiligung von 66 Prozent am Flughafen Košice, die Erbringung von Beratungsleistungen.
Beträge in T€, IFRS-Werte
2022
2021
Eigenkapital
38.830,7
37.552,8
Umsatzerlöse
0,0
0,0
Jahresüberschuss
1.278,0
187,5
Anlagen zum Anhang
287
Vienna AirportCity Event GmbH (VAC) (vormals Vienna AirportCity Conferencing & Co-Working GmbH - VAC)
Sitz: Schwechat
Kapitalanteil: 100% VIE
Gegenstand des Unternehmens: Im Zuge des Coworking Space Konzepts ist der Unternehmenszweck der Gesellschaft die Vermietung von der Lounge, gemeinsamen Arbeitsplätzen und flexiblen Meetingräumen.
Beträge in T€
2022
2021
Eigenkapital
-407,3
-363,2
Umsatzerlöse
1.632,2
582,0
Jahresfehlbetrag
-44,1
-69,4
Vienna Passenger Handling Services GmbH (VPHS)
Sitz: Schwechat
Kapitalanteil: 100% VIE
Gegenstand des Unternehmens: Erbringung von Bodenverkehrsdienstleistungen im Sinne des Flughafen-Bodenabfertigungsgesetz. Die Dienstleistungen entsprechen jenen des Anhanges zum Flughafen-Bodenabfertigungsgesetz.
Beträge in T€
2022
2021
Eigenkapital
523,6
513,1
Umsatzerlöse
8.428,7
3.632,1
Jahresüberschuss
10,5
12,9
VIE Bauberatungsholding GmbH (VFH) (vormals VIE Finance Holding GmbH)
Sitz: Kottingbrunn
Kapitalanteil: 99,95% VIE0,05 % VIAB
Gegenstand des Unternehmens: Holdingfunktion für die Tochtergesellschaft VIE Build GmbH.
Beträge in T€
2022
2021
Eigenkapital
285,5
11.729,9
Umsatzerlöse
0,0
0,0
Jahresüberschuss
55,5
405,1
Load Control International SK s.r.o (LION)
Sitz: Kosice, Slowakei
Kapitalanteil: 100% VIE
Gegenstand des Unternehmens: Unternehmenszweck der Gesellschaft ist die Erstellung von Load Sheets.
Beträge in T€, IFRS-Werte
2022
2021
Eigenkapital
16,1
-18,0
Umsatzerlöse
1.121,0
623,0
Jahresüberschuss
34,0
11,7
Anlagen zum Anhang
288
Entwicklung der Investitionszuschüsse aus öffentlichen Mitteln
Beträge in €
Stand
1.1.2022
Abgang
Auflösung
Dotierung
Stand
31.12.2022
I. Sachanlagen
1. Grundstücke und Bauten
226.849,31
0,00
56.712,33
0,00
170.136,98
2. technische Anlagen und Maschinen
196.377,10
0,00
34.615,48
0,00
161.761,62
3. andere Anla-gen, Betriebs- und Geschäftsausstattung
6.128,28
0,00
2.380,73
0,00
3.747,55
II. COVID Investitionsförderung
437.100,56
0,00
179.032,03
2.510.979,59
2.769.048,12
Gesamt
866.455,25
0,00
272.740,57
2.510.979,59
3.104.694,27
Erklärung des Vorstands
289
Erklärung des Vorstands
gemäß § 124 Abs. 1 Z 3 BörseG 2018
Wir bestätigen nach bestem Wissen, dass der im Einklang mit den maßgebenden Rechnungs-legungsstandards aufgestellte Jahresabschluss ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens vermittelt, dass der Lagebericht den Geschäfts-verlauf, das Geschäftsergebnis und die Lage des Unternehmens so darstellt, dass ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage entsteht, und dass der Lagebericht die wesentlichen Risiken und Ungewissheiten beschreibt, denen das Unternehmen ausgesetzt ist.
Schwechat, am 16. März 2023
Der Vorstand
Dr. Günther Ofner
Vorstandsmitglied, CFO
Mag. Julian Jäger
Vorstandsmitglied, COO
Bestätigungsvermerk
290
Bestätigungsvermerk
Bericht zum Jahresabschluss
Prüfungsurteil
Wir haben den Konzernabschluss der
Flughafen Wien Aktiengesellschaft, Schwechat,
bestehend aus der Bilanz zum 31. Dezember 2022, der Gewinn- und Verlustrechnung für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr und dem Anhang, geprüft.
Nach unserer Beurteilung entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage zum 31. Dezember 2022 sowie der Ertragslage der Gesellschaft für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften.
Grundlage für das Prüfungsurteil
Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der EU-Verordnung Nr 537/2014 (im Folgenden AP-VO) und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsgemäßer Ab-schlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern die Anwendung der Internatio-nal Standards on Auditing (ISA). Unsere Verantwortlichkeiten nach diesen Vorschriften und Standards sind im Abschnitt „Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses“ unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von der Gesellschaft unabhängig in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmens- und berufsrechtlichen Vorschriften und wir haben unsere sonstigen beruflichen Pflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise bis zum Datum dieses Bestätigungsvermerkes ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu diesem Datum zu dienen.
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte
Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflicht-gemäßen Ermessen am bedeutsamsten für unsere Prüfung des Jahresabschlusses des Ge-schäftsjahres waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Jahresabschlusses als Ganzes und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt und wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.
Werthaltigkeit des Sachanlagevermögens
Siehe Beilage I, Seiten 6, 10, 11 und 22
Das Risiko für den Abschluss
Der Werthaltigkeit des Sachanlagevermögens kommt besondere Bedeutung zu, weil im Jah-resabschluss der Gesellschaft dieser Posten mit EUR 1.041 Mio rund 55 % der Bilanzsumme repräsentiert.
Bestätigungsvermerk
291
Das Management der Gesellschaft prüft an jedem Abschlussstichtag, ob Anhaltspunkte (Trig-gering Events) für voraussichtlich dauernde Wertminderungen (außerplanmäßige Abschreibun-gen) vorliegen. Im Falle von Triggering Events untersucht das Management die Werthaltigkeit der betreffenden Sachanlagen durch Vergleich ihrer Buchwerte mit den beizulegenden Werten. Die Ermittlung der beizulegenden Werte erfolgt als Barwert der zukünftig erzielbaren Zahlungs-mittelströme mittels eines anerkannten Discounted Cash Flow-Verfahrens.
Den Werthaltigkeitstests liegen Annahmen und Schätzungen zugrunde. Die Werthaltigkeit ist im Wesentlichen abhängig von der Einschätzung des Managements hinsichtlich der künf-tigen Zahlungsmittelzu- und -abflüsse, von den zugrunde gelegten Diskontierungszinssätzen, Wachstumsraten sowie vom betrachteten Planungszeitraum und ist daher mit bedeutenden Schätzungsunsicherheiten behaftet.
Für den Abschluss besteht das Risiko einer Überbewertung der Sachanlagen.
Unsere Vorgehensweise in der Prüfung
Wir haben die Werthaltigkeit des Sachanlagevermögens wie folgt beurteilt:
Zur Beurteilung, ob Triggering Events vorliegen, haben wir in Gesprächen mit dem Manage-ment ein Verständnis über die Planungsannahmen sowie die relevanten Prozesse und inter-nen Kontrollen erlangt. Darüber hinaus haben die Konzeption und Einrichtung ausgewählter interner Kontrollen beurteilt.
Wir haben die Vorgehensweise und angewendeten Methoden zur Werthaltigkeitsüberprü-fung der Sachanlagen beurteilt und kritisch hinterfragt, ob diese Prozesse geeignet sind, die Sachanlagen angemessen zu bewerten. Weiters haben wir in Stichproben das Bewertungs-modell, die Planungsannahmen und die Bewertungsparameter überprüft.
Die der Bewertung zugrunde gelegten Planungszahlen haben wir in Stichproben mit den vom Management genehmigten Planungsrechnungen abgestimmt. Zur Beurteilung der Pla-nungstreue haben wir in Stichproben sowohl die im Geschäftsjahr tatsächlich eingetretenen Zahlungsmittelströme als auch die aktuellen Planungszahlen mit den Planungszahlen der Vorperioden verglichen. Dabei beobachtete Abweichungen haben wir mit dem Management besprochen.
Die bei der Bestimmung der Diskontierungszinssätze herangezogenen Annahmen haben wir durch Abgleich mit markt- und branchenspezifischen Richtwerten unter Konsultation unserer Bewertungsspezialisten auf Angemessenheit beurteilt und das zur Ermittlung der Diskontierungssätze verwendete Berechnungsschema nachvollzogen.
Die betroffenen Buchwerte haben wir mit der Anlagenbuchhaltung abgestimmt.
Weiters haben wir beurteilt, ob die qualitativen und quantitativen Angaben zur Werthaltigkeit des Sachanlagevermögens im Anhang angemessen sind.
Verantwortlichkeiten der gesetzlichen Vertreter und des Prüfungsausschusses für den Jahresabschluss
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses und dafür, dass dieser in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vor-schriften ein möglichst getreues Bild der Vermögens, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig erachten, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist.
Bestätigungsvermerk
292
Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwort-lich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen, Sachverhalte im Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit – sofern einschlägig – anzugeben, sowie dafür, den Rechnungslegungsgrundsatz der Fortführung der Unternehmenstätigkeit anzuwenden, es sei denn, die gesetzlichen Vertreter beabsichtigen, entweder die Gesellschaft zu liquidieren oder die Unternehmenstätigkeit einzustellen oder haben keine realistische Alternative dazu.
Der Prüfungsausschuss ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungs-prozesses der Gesellschaft.
Verantwortlichkeiten des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses
Unsere Ziele sind hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist und einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unser Prüfungsurteil beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit der AP-VO und mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsgemäßer Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, durchgeführte Abschlussprüfung eine wesentliche falsche Darstellung, falls eine solche vorliegt, stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angese-hen, wenn von ihnen einzeln oder insgesamt vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Nutzern beeinflussen.
Als Teil einer Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit der AP-VO und mit den öster-reichischen Grundsätzen ordnungsgemäßer Abschlussprüfung, die die Anwendung der ISA erfordern, üben wir während der gesamten Abschlussprüfung pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung.
Darüber hinaus gilt:
Wir identifizieren und beurteilen die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern im Abschluss, planen Prüfungshandlungen als Re-aktion auf diese Risiken, führen sie durch und erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als ein aus Irrtümern resultierendes, da dolose Handlungen kollusives Zu-sammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen oder das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.
Wir gewinnen ein Verständnis von dem für die Abschlussprüfung relevanten internen Kon-trollsystem, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen an-gemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des internen Kontrollsystems der Gesellschaft abzugeben.
Wir beurteilen die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rech-nungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dar-gestellten geschätzten Werte in der Rechnungslegung und damit zusammenhängende Angaben.
Wir ziehen Schlussfolgerungen über die Angemessenheit der Anwendung des Rechnungs-legungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit durch die gesetzlichen
Bestätigungsvermerk
293
Vertreter sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die erheb-liche Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir die Schlussfolgerung ziehen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, in unserem Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen An-gaben im Jahresabschluss aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch die Abkehr der Gesellschaft von der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zur Folge haben.
Wir beurteilen die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Jahresabschlusses ein-schließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvor-fälle und Ereignisse in einer Weise wiedergibt, dass ein möglichst getreues Bild erreicht wird.
Wir tauschen uns mit dem Prüfungsausschuss unter anderem über den geplanten Umfang und die geplante zeitliche Einteilung der Abschlussprüfung sowie über bedeutsame Prüfungs-feststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Abschlussprüfung erkennen, aus.
Wir geben dem Prüfungsausschuss auch eine Erklärung ab, dass wir die relevanten beruf-lichen Verhaltensanforderungen zur Unabhängigkeit eingehalten haben und uns mit ihm über alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte austauschen, von denen vernünftiger-weise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit und – sofern einschlägig – damit zusammenhängende Schutzmaßnahmen auswirken.
Wir bestimmen von den Sachverhalten, über die wir uns mit dem Prüfungsausschuss aus-getauscht haben, diejenigen Sachverhalte, die am bedeutsamsten für die Prüfung des Jah-resabschlusses des Geschäftsjahres waren und daher die besonders wichtigen Prüfungs-sachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte in unserem Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus oder wir bestimmen in äußerst seltenen Fällen, dass ein Sachverhalt nicht in unserem Bestätigungsvermerk mitgeteilt werden sollte, weil vernünftigerweise erwartet wird, dass die negativen Folgen einer solchen Mitteilung deren Vorteile für das öffentliche Interesse übersteigen würden.
Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen
Bericht zum Lagebericht
Der Lagebericht ist aufgrund der österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften da-rauf zu prüfen, ob er mit dem Jahresabschluss in Einklang steht und ob er nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt wurde.
Zu der im Lagebericht enthaltenen nichtfinanziellen Erklärung ist es unsere Verantwortlich-keit zu prüfen, ob sie aufgestellt wurde, sie zu lesen und dabei zu würdigen, ob diese sonstigen Informationen wesentliche Unstimmigkeiten zum Jahresabschluss oder unseren bei der Ab-schlussprüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.
Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts in Über-einstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften.
Bestätigungsvermerk
294
Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit den Berufsgrundsätzen zur Prüfung des Lageberichts durchgeführt.
Urteil
Nach unserer Beurteilung ist der Lagebericht nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt worden, enthält die nach § 243a UGB zutreffenden Angaben, und steht in Einklang mit dem Jahresabschluss.
Erklärung
Angesichts der bei der Prüfung des Jahresabschlusses gewonnenen Erkenntnisse und des ge-wonnenen Verständnisses über die Gesellschaft und ihr Umfeld haben wir keine wesentlichen fehlerhaften Angaben im Lagebericht festgestellt.
Zusätzliche Angaben nach Artikel 10 AP-VO
Wir wurden von der Hauptversammlung am 27. Mai 2022 als Abschlussprüfer gewählt und am 25. Juli 2022 vom Aufsichtsrat mit der Abschlussprüfung der Gesellschaft für das am 31. Dezem-ber 2022 endende Geschäftsjahr beauftragt.
Wir sind ohne Unterbrechung seit dem Jahresabschluss zum 31. Dezember 2007 Abschluss-prüfer der Gesellschaft.
Wir erklären, dass das Prüfungsurteil im Abschnitt „Bericht zum Jahresabschluss“ mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 der AP-VO in Einklang steht.
Wir erklären, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen (Artikel 5 Abs 1 der AP-VO) erbracht haben und dass wir bei der Durchführung der Abschlussprüfung unsere Unabhängig-keit von der geprüften Gesellschaft gewahrt haben.
Auftragsverantwortliche Wirtschaftsprüferin
Die für die Abschlussprüfung auftragsverantwortliche Wirtschaftsprüferin ist Frau Mag. Heidi Schachinger.
Wien, 17. März 2023
KPMG Austria GmbH
Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft
Mag. Heidi Schachinger
Wirtschaftsprüferin
Glossar
295
Glossar
Austro Control: Verantwortlich für den sicheren und wirtschaftlichen Ablauf des Flugverkehrs im österreichischen Luftraum
Catchment Area: Geografische Region, innerhalb derer der Flughafen Wien binnen zweier Autostunden erreicht werden kann bzw. von der aus die Anfahrt kürzer ist als zu jedem anderen gleichrangigen Flughafen
Flugbewegungen: Starts und Landungen
General Aviation: Allgemeine Luftfahrt
Handling: Abfertigungsdienste für Luftfahrzeuge
Home-Carrier: Heimische Fluggesellschaft
Hub: Umsteigeflughafen
Incentive: Entgeltpolitische Anreize wie das Destinations-, das Frequenz- sowie das Frequenzdichte-Incentive zur Förderung der Aufnahme von Flugverbindungen sowie einer Frequenzverdichtung; Transfer- Incentive zur Förderung der Hub- Funktion
Lärmgebühren: Von der Lautstärke eines Flugzeugmodells abhängige Gebühren, die seit Juli 2010 zum Teil verrechnet werden
Lärmschutzprogramm: Vereinbarung im Rahmen des Mediationsvertrags, nach der unter bestimmten Voraus-setzungen der Einbau von Lärmschutzfenstern zum Schutze der Gesundheit und Wohnqualität der Anrainer zumindest teilweise vom Flughafen Wien finanziert wird
Lärmzone: Jener Bereich, in dem ein bestimmter Lärmpegel überschritten wird
Maximum Take-off Weight (MTOW): Höchstabfluggewicht; vom Hersteller für jeden Flugzeugtyp festgelegtes, maximal erlaubtes Startgewicht
Minimum Connecting Time: Kürzeste benötigte Zeit beim Umsteigevorgang auf einem Hub-Flughafen
Point-to-Point-Verkehr: Direktverbindung zwischen zwei Punkten.
Ramp-Handling: Dienstleistungen in Zusammenhang mit Be-/Entladung, Gepäckabfertigung, Cateringtransport, Kabinenreinigung und Sanitärservice, Passagiertransport etc.
Trucking: Luftfracht, die auf Lkw transportiert wird (Luftfrachtersatzverkehr)
Terminal 3: Terminalerweiterung, die in Richtung Nordost an den bestehenden Terminal 2 anschließt
Glossar
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Berechnung der betriebswirtschaftlichen Kennzahlen
Anlagendeckungsgrad 2: (Eigenkapital + langfristige Schulden) / Anlagevermögen
Anlagenintensität: Anlagevermögen /Gesamtvermögen
Capital Employed: Sachanlage-vermögen + immaterielle Vermögensgegenstände + langfristige Forderungen + Working Capital
EBIT-Marge: EBIT / Umsatz
EBIT nach Steuern: EBIT abzüglich zurechenbarer Steuern vom Ertrag
EBITDA-Marge: (EBIT + Abschreibungen) / Umsatz
Eigenkapitalquote: Eigenkapital / Bilanzsumme
Gearing (Verschuldungsgrad): Nettoverschuldung / Eigenkapital
Nettoverschuldung (Net Debt): Kurz- und langfristige Finanzverbindlichkeiten – liquide Mittel – kurzfristige Wertpapiere – kurz- und langfristige Veranlagungen
ROCE (Return on Capital Employed after Tax): EBIT nach Steuern / durchschnittliches Capital Employed
ROE (Return on Equity after Tax): Periodenergebnis / durchschnittliches Eigenkapital
ROS, Umsatzrendite (Return on Sales): EBIT / Umsatz
Weighted Average Cost of Capital (WACC): Gewichtete durchschnittliche Kapitalkosten für Eigen- und Fremdkapital
Working Capital: Vorräte + kurzfristigeForderungen und sonstige Vermögensgegenstände – kurzfristige Steuer-rückstellungen – übrige kurzfristige Rückstellungen – Lieferantenverbindlichkeiten – übrige kurzfristige Verbindlichkeiten
Abkürzungsverzeichnis
ACI: Airports Council International (internationale Flughafenvertretung)
BMVIT: Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie
CO2: Kohlendioxid
IATA: International Air Transport Association (Dachverband der Fluggesellschaften)
ICAO: International Civil Aviation Organization (Internationale Zivilluftfahrtorganisation)
PAX: Passagier
VE: Verkehrseinheit
Impressum
297
Disclaimer: Dieser Jahresfinanzbericht enthält Annahmen und Prognosen, die wir auf Basis aller uns bis Redaktionsschluss im März 2023 zur Verfügung stehenden Informationen getroffen haben. Sollten die den Prognosen zugrunde liegenden Einschätzungen nicht eintreffen oder Risiken, wie die im Risikobericht angesprochenen, eintreten, so können die tatsächlichen Ergebnisse von den zur-zeit erwarteten abweichen. Trotz größter Sorgfalt erfolgen daher alle zukunftsbezogenen Aussagen ohne Gewähr. Die PDF-Ausga-be des Jahresfinanzberichts 2022 der Flughafen Wien Aktiengesellschaft finden Sie auf unserer Homepage www.viennaairport.com/unternehmen/investor_relations unter dem Menüpunkt „Publikationen und Berichte“. Zugunsten der besseren Lesbarkeit wurde im Jahres-finanzbericht überwiegend die männliche Schreibweise verwendet.Selbstverständlich sind damit weibliche, männliche und diverse Personen gleichermaßen gemeint und angesprochen. Dieser Jahresfinanzbericht wurde von der Flughafen Wien AG erstellt.
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