Ad-hoc | 31 March 1999 18:50
Ad hoc-Service: Lenzing AG
Bilanzdaten 1998
Ad hoc-Mitteilung übermittelt durch die DGAP.
Für den Inhalt der Mitteilung ist allein der Emittent verantwortlich.
——————————————————————————
Lenzing Gruppe: Rekordergebnis 1998
. 23 % Umsatzzuwachs von 7,18 Mrd. ÖS auf 8,81 Mrd. ÖS
. Rekord-Betriebserfolg von 432 Mio. ÖS
. 1,2 Milliarden ÖS Brutto Cash-flow
. Dividendenausschüttung vorgeschlagen
Für den Lenzing Konzern war das Geschäftsjahr 1998 trotz der
weltwirtschaftlichen Turbulenzen, die große Herausforderungen mit
sich brachten, sehr erfolgreich. Neben einem starken
Umsatzanstieg sind sowohl der Betriebserfolg als auch das
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit Beweis für die
gelungene Restrukturierung nach zwei Geschäftsjahren mit
negativen Ergebnissen.
Der Lenzing Konzernumsatz lag mit 8,81 Mrd ÖS (nach 7,18 Mrd ÖS)
um 23 % über dem Vorjahreswert. Dieser überdurchschnittliche
Umsatzanstieg ist vor allem auf die hohen unterjährigen
Kursschwankungen der indonesischen Währung zurückzuführen. Der
Umsatz der Lenzing AG verbesserte sich um 4,3 % auf 5,95 Mrd ÖS
(nach 5,70 Mrd ÖS). Im Konzern waren zu Jahresende 4.723
Mitarbeiter (nach 4.781) beschäftigt, davon 2.666 Mitarbeiter in
der Lenzing AG (nach 2.782).
Die Gesamtproduktion konnte auf 300.300 T (nach 275.100 T)
Viskose, Modal- und Lyocellfasern gesteigert werden. In Europa
hat sich das Nonwovens-Geschäft weiterhin positiv entwickelt,
ebenso war die weltweit gute Nachfrage nach Modalfasern
mitentscheidend für die positive Umsatz- und Ergebnisentwicklung.
Das Konzern-Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit konnte
auf 162,1 Mio ÖS (nach minus 653,0 Mio ÖS) gedreht werden. Im
Konzern-EGT sind bereits die hohen Anlaufkosten des Jahres 1998
für die Lenzing Lyocell enthalten.
Auf Grund der deutlich verbesserten Ertragslage wird der Vorstand
der Hauptversammlung am 23. April 1999 die Wiederaufnahme der
Dividendenzahlung vorschlagen. Für das Geschäftsjahr 1998 ist die
Ausschüttung einer Dividende in Höhe von 10,- ÖS je Aktie im
Nominale a 100,- ÖS geplant.
Textilfasermarkt 1998 – große Nachfrage nach LenzingSpezialfasern
Der Welt-Textilfasermarkt entwickelte sich 1998 höchst
unterschiedlich. In Europa bestand im ersten Halbjahr noch eine
gute Nachfrage nach Textilfasern, während in Asien die
Textilfaserindustrie mit der Währungskrise zu kämpfen hatte. Im
zweiten Halbjahr 1998 erfolgte dann in den USA ein dramatischer
Rückgang der ohnehin schon schwachen Nachfrage. Im 4. Quartal
zeigte sich auch in Europa eine Marktabschwächung als Folge der
massiven Probleme in Südost-Asien und den dadurch ausgelösten
dramatischen Preisverfall wichtiger Textilfasern wie Baumwolle
und Polyester.
In diesem Marktumfeld fand die Lenzing Gruppe wegen der
einzigartigen Marktausrichtung als wettbewerbsstärkster und
kundenorientierter Anbieter von Spezialprodukten eine
vergleichsweise gute Ausgangsbasis für eine erfolgreiche
Geschäftstätigkeit vor. In Europa konnten die Preise für
Viskosefasern im Jahresverlauf leicht angehoben und die
Kapazitäten voll ausgefahren werden. Die Tochtergesellschaft in
Indonesien produzierte ebenfalls mit Vollauslastung und erreichte
einen neuen Produktions- und Absatzrekord. Der sich verschärfende
Preiswettbewerb in den USA und insbesondere in Asien hatte jedoch
einen negativen Einfluß auf die Mengenentwicklung im 2.
Halbjahr.
Ausblick für 1999
Für das Geschäftsjahr 1999 ist eine Abschwächung der
Textilfaserkonjunktur in Europa und Amerika zu erwarten;
insbesondere im 1. Halbjahr wird mit erhöhtem Margendruck
zu rechnen sein. Ursachen dafür sind die Konjunkturverlangsamung in
Europa hierbei vor allem in Deutschland – und die Auswirkungen der
Asienkrise, die mit einem gewissen Verzögerungseffekt jetzt auch auf
Europa übergreift und Preisreduktionen bei vielen Commodities zur Folge hat.
Dazu kommt die immer kürzere Zyklizität des Fasergeschäftes.
Der durch die reduzierte Kaufkraft bedingte und zum Teil drastische
Rückgang der Inlandsnachfrage für Textilien in zahlreichen Ländern
Asiens führt zu hohen Überkapazitäten in der gesamten Faserindustrie
und zu historisch niedrigen Preisen bei Baumwolle, Polyester- und
Viskosefasern.Gleichzeitig steigt der Importdruck bei Textilien
in den USA und in Europa, weil asiatische Produzenten stärker in den Export
ausweichen. Vor Herbst 1999 ist kaum mit einer Entspannung des weltweiten
TextilfaserÜberangebotes zu rechnen und dies auch nur, wenn es zu einer
deutlichen wirtschaftlichen Erholung in Europa kommt.
Lediglich der Nonwovens Bereich zeigt eine nachhaltig positive
und stabilere Entwicklung.
Die Lenzing-Gruppe hat strategische und operative Vorkehrungen
getroffen, um sich auch 1999 in einem sehr schwierigen Umfeld weiterhin
behaupten zu können:
. Weitere Kostensenkungsmaßnahmen, v.a. zur
Fixkostenreduzierung an allen Standorten
. Kontinuierliche operative Verbesserungen zur
Effiziensteigerung
. Neue Produktentwicklungen bei Viskose- und
LyocellFasern
. Steigerung der globalen Marktanteile bei
Spezialfasern
Die bisherige Geschäftstätigkeit des Jahres 1999 zeigte in den
ersten Wochen bereits den deutlichen Abwärtstrend, sodaß im ersten
Quartal auf Konzernebene möglicherweise mit einem negativen Ergebnis
gerechnet werden muß; der Standort Lenzing wird aber einen positiven
Betriebserfolg aufweisen.Das Finanzergebnis der Lenzing AG wird auf
Grund der Lyocell Verluste negativ ausfallen.
Der Lenzing Konzern in Zahlen 1998
Umsatz 8.814,2 Mio ATS
Betriebserfolg 431,9 Mio ATS
Ergebnis der gewöhnlichen
Geschäftstätigkeit 162,1 Mio ATS
Brutto Cash-flow 1.218,5 Mio ATS
Operativer Cashflow (gemäß ÖVFA)
796,3 Mio ATS Umsatzrentabilität
5,3 %
ÖVFA Gewinn/Verlust je Aktie 43,0
ATS**) Forschungsaufwand 157,4
Mio ATS
Dividende 10,0 ATS *)
*) vorbehaltlich des
Beschlusses der
Hauptversammlung
**) vorbehaltlich der
Prüfung durch die ÖVFA-
Gremien
Für weitere Fragen: Dr.
Rosemarie Schuller *43-
7672-701-2713 oder *43-
664-3831851
Ende der Mitteilung