Ad-hoc | 12 November 1998 17:16
Ad hoc-Service: Metro AG
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Ad hoc-Service: Metro AG
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METRO AG: Konzentration auf vier Kerngeschäftsfelder/Vollständige
Übernahme Cash&Carry/Kapitalerhöhung vom 24.11. bis 7.12.1998/Volumen
rund 4,8 Milliarden Mark/Neuformierung des Vorstandes
Der Aufsichtsrat der METRO AG, Köln, hat auf seiner Sitzung vom
12.11.1998 einem umfassenden Maßnahmenprogramm des Vorstandes
zugestimmt.
1. Die METRO AG wird sich künftig ausschließlich auf vier
Kerngeschäftsfelder konzentrieren: Cash&Carry (Metro/Makro), SB-
Warenhäuser/Verbrauchermärkte (real,-, extra), Non-Food-Fachmärkte
(Media/Saturn, Praktiker), Warenhäuser (Galeria/Kaufhof).
Dementsprechend wird sich die METRO AG von vier Sparten vollständig
trennen, nämlich von den Computermärkten, den Modemärkten, den
Schuhmärkten und den Tip-Discountmärkten. Aus der Sparte Großhandel
werden veräußert der Bürofachhandel und der Zustellgroßhandel, aus der
Sparte Waren- und Kaufhäuser wird die Kaufhalle-Gruppe als Ganzes
sowie 25 auch langfristig unrentable Kaufhof-Standorte herausgelöst.
Sonstige Randaktivitäten, wie zum Beispiel im Möbelbereich
(Divi/Roller) werden ebenfalls veräußert.
2. Erwerber ist eine gemeinsame Gesellschaft (DIVAG) mit
Finanzinvestoren unter Führung der Deutsche Bank AG. Die METRO AG wird
an dieser Gesellschaft eine unter 50 Prozent liegende
Finanzbeteiligung halten. Die METRO AG wird die genannten Assets im
Dezember 1998 zu Buchwerten an die DIVAG übertragen und sich damit
vollständig aus diesen unternehmerischen Aktivitäten zurückziehen.
Damit werden diese Bereiche noch im Geschäftsjahr 1998 aus dem
Konsolidierungskreis des METRO-AG-Konzerns ausscheiden. Die
Beteiligung der METRO AG am bilanziellen Eigenkapital der DIVAG wird
maximal 350 Millionen Mark betragen.
Ziel der DIVAG ist es, das an sie veräußerte Portfolio zügig optimal
zu verwerten. Über eine Joint-Venture-Vereinbarung ist sichergestellt,
daß der Verwertungserlös unter Abzug einer erfolgsabhängigen
Ergebnisbeteiligung nach der Veräußerung der METRO AG zufließt. Nach
Abschluß der Verwertungsmaßnahmen erwartet die METRO AG einen
deutlichen Überschuß.
3. Diese Portfoliobereinigung hat bereits im Geschäftsjahr 1998
folgende wesentliche Auswirkungen auf die Konzernbilanz:
– Die Bilanzsumme verkürzt sich um rund 7 Milliarden Mark
– Die Nettoverschuldung reduziert sich um 3,8 Milliarden Mark, und
zwar um 2,1 Milliarden Mark aus der Entkonsolidierung der
Gesellschaften und um 1,7 Milliarden Mark durch den Zufluß von
Liquidität aus der Veräußerung der Beteiligungen.
Auf die G+V des laufenden Geschäftsjahres haben diese Maßnahmen noch
keine wesentliche Auswirkung, da die Transaktion erst zum Jahresende
98 und im wesentlichen erfolgsneutral durchgeführt wird.
Im Geschäftsjahr 1999 wird sich der Konzernumsatz durch diese
Transaktion um rund 16 Milliarden Mark reduzieren. Durch Wegfall des
leicht negativen Ergebnisbeitrages der abgegebenen Aktivitäten sowie
den positiven Zinseffekt durch den Liquiditätszufluß wird sich das
Gesamtergebnis des METRO-AG-Konzerns 1999 verbessern.
4. Zum 1.1.1998 hat die METRO AG von der SHV Makro deren Anteile an
den Cash&Carry-Aktivitäten in den Makro- und den METRO-Ländern für
4,8 Milliarden Mark erworben. Im Rahmen dieser Akquisition wurde
zwischen METRO Holding und der METRO AG eine Optionsvereinbarung
getroffen, die der METRO AG den Erwerb sämtlicher Anteile der METRO
Holding an den C&C-Großhandelsgesellschaften sowohl in den Metro- als
auch den Makro-Ländern ermöglicht. Für wesentliche Teile war die
Ausübung erst zum 30.6.2002 möglich.
Der METRO-AG-Vorstand und die METRO Holding AG haben sich auf eine
vorzeitige Übernahme dieser Aktivitäten geeinigt. Nicht übernommen
werden die amerikanischen Großhandelsaktivitäten (Jetro). Ebenfalls
übernommen werden die handelsnahen Dienstleistungen, nämlich der
Inkasso/Delkredere- (MIAG), Import- (Gemex) und Warenzeichenbereich
(MIHAG/Omnipat). Dies führt zu einer klaren und endgültigen Trennung
zwischen den operativen Aktivitäten der METRO Holding AG und der METRO
AG.
Die Gegenleistung für das Gesamtgeschäft von 4,715 Milliarden Mark
gliedert sich in 4,124 Milliarden Mark für die Cash&Carry-Aktivitäten
entsprechend der mit SHV Makro vereinbarten Kaufpreisformel, 511
Millionen Mark für die handelsnahen Dienstleistungen sowie 80
Millionen Mark für sonstige Assets.
Ab dem Geschäftsjahr 1999 werden diese handelsnahen Dienstleistungen
ein Nettoergebnis von rund 134 Millionen Mark erzielen.
Internationalen Gepflogenheiten entsprechend, wurde von JP Morgan eine
Fairness-Opinion eingeholt, die die gesamte Transaktion als fair
bewertet hat.
5. Wie bereits angekündigt, führt die METRO AG eine Sach- und eine
Barkapitalerhöhung durch Ausgabe von Metro-Stammaktien mit einer
Dividendenberechtigung ab 01.01.98 durch. Konsortialführer ist die
Deutsche Bank AG. Das Volumen dieser Kapitalmaßnahmen wird
voraussichtlich rd. 4,8 Milliarden Mark betragen. Die endgültigen
Konditionen werden Ende nächster Woche festgelegt und veröffentlicht.
Die Bezugsfrist läuft vom 24.11.-7.12.98, der Bezugsrechtshandel vom
24.11.-03.12.98.
Das Volumen der Sachkapitalerhöhung von rd. 2,6 Milliarden Mark wird
durch die Beteiligungsquote der METRO Holding AG und verbundener
Unternehmen am bezugsberechtigten Grundkapital der METRO AG
(einschließlich der Bezugsrechte der Wandelanleihe-Gläubiger)
bestimmt. Dementsprechend wird das Volumen der Barkapitalerhöhung rd.
2,2 Milliarden Mark betragen, hier verzichten die
Mehrheitsgesellschafter auf ihr Bezugsrecht. Durch diese Form der
Eigenkapitalfinanzierung erhalten alle Aktionäre die Möglichkeit, bei
entsprechender Ausnutzung ihres Bezugsrechtes im bisherigen Umfang am
Grundkapital der METRO AG beteiligt zu bleiben. Damit haben auch alle
Aktionäre ein faktisches Bezugsrecht.
6. Der Aufsichtsrat hat weiterhin beschlossen, den Vorstand der METRO
AG neu zu formieren. Vorstandssprecher Klaus Wiegandt scheidet mit
Vollendung seines 60. Lebensjahres Ende 1998 aus dem Vorstand aus und
tritt zum 1.1.1999 in den Aufsichtsrat der DIVAG ein.
Vorstandssprecher wird ab 1.1.1999 Dr. Hans-Joachim Körber, der von
Beginn an Mitglied des METRO-AG-Vorstandes ist. Neu in den METRO-AG-
Vorstand berufen wurde Zygmunt Mierdorf, bisher Geschäftsführer der
METRO Cash&Carry GmbH.
Siegfried Kaske scheidet zum 30.11.1998 aus dem METRO-AG-Vorstand aus
und verläßt den METRO-AG-Konzern, um die ihm von den Gesellschaftern
der DIVAG angebotene Führung dieses Unternehmens zu übernehmen.
Im Rahmen dieser Neuformierung scheidet Herr Georg Kulenkampff aus dem
METRO-AG-Vorstand aus.
Ende der Mitteilung