COMMERZBANK Aktiengesellschaft

Frankfurt am Main

Halbjahresfinanzbericht nach WpHG für den Zeitraum vom 01.01.2022 bis zum 30.06.2022

Zwischenbericht zum 30. Juni 2022

Kennzahlen

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Gewinn- und Verlust-Rechnung 1.1.- 30.6.2022 1.1.- 30.6.2021
Operatives Ergebnis (Mio. €) 1 289 570
Operatives Ergebnis je Aktie (€) 1,03 0,46
Konzernergebnis 1 (Mio. €) 578 -533
Ergebnis je Aktie (€) 0,46 -0,43
Operative Eigenkapitalrendite auf Basis CET1 2 (%) 10,8 4,8
Eigenkapitalrendite auf das Konzernergebnis 2,3 (%) 5,4 -3,9
Aufwandsquote im operativen Geschäft (exkl. Pflichtbeiträge) (%) 54,9 72,9
Aufwandsquote im operativen Geschäft (inkl. Pflichtbeiträge) (%) 64,3 81,5
Bilanz 30.6.2022 31.12.2021
Bilanzsumme (Mrd. €) 535,0 473,0
Risikoaktiva (Mrd. €) 175,0 175,2
Bilanzielles Eigenkapital (Mrd. €) 30,5 29,8
Bilanzielle Eigenmittel (Mrd. €) 36,7 36,9
Regulatorische Kennzahlen 30.6.2022 31.12.2021
Kernkapitalquote (%) 15,6 15,5
Harte Kernkapitalquote 4 (%) 13,7 13,6
Gesamtkapitalquote (%) 18,1 18,4
Verschuldungsquote (%) 4,6 5,2
Mitarbeiter nach VZK (Stammpersonal und Nachwuchs) 30.6.2022 31.12.2021
Inland 26 454 28 734
Ausland 12 011 11 446
Gesamt 38 465 40 181
Ratings 5 30.6.2022 31.12.2021
Moody's Investors Service, New York 6 A1/​A2/​P-1 A1/​A1/​P-1
S&P Global, New York 7 A-/​BBB+/​A-2 A-/​BBB+/​A-2

1 Soweit den Commerzbank-Aktionären zurechenbar.
2 Auf das Jahr hochgerechnet.
3 Quotient aus Commerzbank-Aktionären zurechenbarem Konzernergebnis nach Abzug des potenziellen (komplett diskretionären) AT-1-Kupons und durchschnittlichem IFRS-Eigenkapital nach Abzug Immaterieller Anlagewerte ohne zusätzliche Eigenkapitalbestandteile und Nicht beherrschende Anteile.
4 Die harte Kernkapitalquote berechnet sich als Quotient aus dem harten Kernkapital (im Wesentlichen Gezeichnetes Kapital, Rücklagen und Abzugsposten) und der gewichteten Risikoaktiva.
5 Weitere Informationen finden sich auf der Internetseite unter www.commerzbank.de.
6 Kontrahenten- und Einlagenrating/​Emittentenrating/​kurzfristige Verbindlichkeiten.
7 Kontrahentenrating/​Einlagenrating und Emittentenrating/​kurzfristige Verbindlichkeiten.

Aufgrund von Rundungen können sich im vorliegenden Bericht bei Summenbildungen und bei der Berechnung von Prozentangaben geringfügige Abweichungen ergeben.

Highlights der Geschäftsentwicklung vom 1. Januar bis 30. Juni 2022

Kernaussagen

Die Commerzbank hat ihren Aufwärtstrend im ersten Halbjahr 2022 fortgesetzt und ihr Operatives Ergebnis gegenüber den ersten sechs Monaten des Vorjahres mehr als verdoppelt. Die Erträge stiegen vor allem dank eines starken Kundengeschäfts und der steigenden Zinsen deutlich an. Die operativen Kosten senkte die Bank trotz des wachsenden Inflationsdrucks planmäßig und konnte damit deutlich gestiegene Pflichtbeiträge mehr als ausgleichen. Mit ihrer guten Portfolioqualität, der komfortablen Kapitalausstattung sowie der verfügbaren pauschalen Risikovorsorge ist die Bank für die bevorstehenden wirtschaftlichen Herausforderungen gut vorbereitet. Nachfolgend die Eckdaten der Geschäftsentwicklung im ersten Halbjahr 2022:

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Insgesamt hat die Commerzbank im Berichtszeitraum ein Operatives Ergebnis in Höhe von 1 289 Mio. Euro erzielt, nach 570 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum.

Das Risikoergebnis im Konzern belief sich auf - 570 Mio. Euro, nach - 235 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Der signifikante Anstieg gegenüber dem ersten Halbjahr 2021 stand insbesondere im Zusammenhang mit dem Russland-Ukraine-Krieg. Ihr Russland-Exposure hat die Bank seit Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine bis Mitte Juli 2022 um rund 45 % auf netto 1,02 Mrd. Euro reduziert. Die Non-Performing-Exposure-(NPE-)Quote lag bei 0,8 %.

Die Verwaltungsaufwendungen konnten gegenüber dem Vorjahreszeitraum weiter um 9,7 % auf 2 865 Mio. Euro reduziert werden. Die separat ausgewiesenen Pflichtbeiträge lagen mit 491 Mio. Euro um 31,1 % über dem Vorjahresniveau.

Das den Commerzbank-Aktionären und Investoren in zusätzliche Eigenkapitalbestandteile zurechenbare Konzernergebnis betrug 768 Mio. Euro, nach - 394 Mio. Euro im Vergleichszeitraum des Vorjahres.

Die Common-Equity-Tier-1-Quote lag mit 13,7 % leicht über dem Niveau zum Jahresultimo 2021, die Leverage Ratio betrug 4,6 %.

Die operative Eigenkapitalrendite betrug 10,8 %, nach 4,8 % im Vorjahreszeitraum. Die Eigenkapitalrendite auf das Konzernergebnis (abzüglich immaterieller Vermögenswerte und AT-1-bezogener Posten) lag bei 5,4 %, nach - 3,9 % im Vorjahr. Die Aufwandsquote ohne Pflichtbeiträge lag bei 54,9 %, inklusive Pflichtbeiträge betrug die Aufwandsquote 64,3 %. Die entsprechenden Vorjahreswerte lagen bei 72,9 % beziehungsweise bei 81,5 %.

Entwicklung der Commerzbank-Aktie

Das internationale Börsengeschehen war in den ersten sechs Monaten 2022 von anhaltend hohen Unsicherheiten geprägt. Zuvorderst überlagerte der russische Angriff auf die Ukraine die geopolitischen Verhältnisse und damit auch die internationalen Handelsbeziehungen gegenüber Russland, was energiepolitische Auswirkungen sowie einen deutlichen Preisauftrieb insbesondere fossiler Energieträger, aber auch steigende Nahrungsmittelpreise zur Folge hatte. Westliche Sanktionen gegenüber Russland, die Verknappung russischer Gaslieferungen sowie eine Neuausrichtung der Energiepolitik erhöhten die wirtschaftliche Unsicherheit insbesondere für Unternehmen energieabhängiger Sektoren. Folge war ein signifikanter Preisanstieg, der im Berichtszeitraum in Deutschland in einer Inflationsrate von 8,6 % gipfelte und die Europäische Zentralbank in Ausübung ihres geldpolitischen Ziels in erhöhtem Maße unter Druck setzte. Zunehmende Inflations- und Konjunktursorgen, aber auch die fortschreitende Unterbrechung bestehender Lieferketten belasteten nicht zuletzt die marktbreiten Aktienindizes weltweit. Ein drohender Stopp von Gaslieferungen durch Russland und damit einhergehende Abhängigkeiten insbesondere der deutschen Industrie tragen zudem zu einer anhaltend negativen Stimmung bei. Am Devisenmarkt verbilligte sich der Euro gegenüber dem US-Dollar im Berichtszeitraum deutlich, was zuletzt im Erreichen der Parität nachhaltig zum Ausdruck kam. Verbunden mit der aktuellen Regierungskrise Italiens gerät insbesondere die EZB unter Druck, höhere Zinsen auf italienische Staatsanleihen abzufedern.

Signifikant steigende Anleiherenditen in den ersten sechs Monaten - darunter die Entwicklung zehnjähriger Bundesanleihen, die sich von - 19 Basispunkten zu Jahresbeginn auf ein Niveau von 133 Basispunkten erhöhten - reflektieren ein deutlich gestiegenes Marktzinsniveau, wovon Banken grundsätzlich profitieren. Gleichwohl belastet die anhaltende Corona-Pandemie die internationalen Lieferketten, die zusätzlich über den Russland-Ukraine-Konflikt beeinträchtigt sind, was nicht zuletzt die Risikovorsorge europäischer Banken erhöht.

In den ersten sechs Monaten verzeichnete der deutsche Leitindex DAX ein Minus von 19,5 %, während der EuroStoxx 50 um 19,8 % nachgab. Der europäische Bankenindex verringerte sich im Vergleich dazu um 20,3 % gegenüber Jahresanfang. Entgegen dem schwachen Sentiment vollzog die Kursentwicklung der Commerzbank-Aktie auf Sicht der ersten sechs Monate eine neutrale Entwicklung. Höhere Erträge aus dem strukturell verbesserten Zinsumfeld insbesondere im polnischen Markt, aber auch deutlich gestiegene Zinsen im Euroraum, die höhere Zinserträge in den kommenden Jahren nahelegen, unterstützen die fortschreitende Transformation. Mit Aussicht auf Wiederaufnahme einer Dividende unterstreicht die Commerzbank indes ihre zunehmende Ausschüttungsfähigkeit gegenüber Investoren.

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Kennzahlen zur Commerzbank-Aktie 1.1.-30.6.2022 1.1.-30.6.2021
Ausgegebene Aktien in Mio. Stück (30.6.) 1 252,4 1 252,4
Xetra-Intraday-Kurse in €
Hoch 9,51 6,87
Tief 5,17 4,70
Schlusskurs (30.6.) 6,69 5,23
Börsenumsätze pro Tag 1 in Mio. Stück
Hoch 23,9 25,5
Tief 2,4 1,8
Durchschnitt 8,9 7,1
Indexgewicht in % (30.6.)
MDAX 3,5 1,4
EuroStoxx Banken 0,3 0,3
Ergebnis je Aktie in € 0,46 - 0,43
Buchwert je Aktie 2 in € (30.6.) 21,09 19,97
Net Asset Value je Aktie 3 in € (30.6.) 21,23 19,96
Marktwert/​Net Asset Value (30.6.) 0,32 0,26

1 Deutsche Börsen gesamt.
2 Ohne Nicht beherrschende Anteile.
3 Ohne Nicht beherrschende Anteile und Rücklage aus Cashflow-Hedges sowie abzüglich der Geschäfts- oder Firmenwerte.

Wichtige personelle und geschäftspolitische Ereignisse nach Ende des letzten Berichtszeitraums

Commerzbank gründet Nachhaltigkeitsbeirat

Als eine der ersten Großbanken in Deutschland hat die Commerzbank im Mai 2022 einen Nachhaltigkeitsbeirat aus externen Expertinnen und Experten ins Leben gerufen. Der neue Beirat soll dazu beitragen, das Thema Nachhaltigkeit bei der Commerzbank weiter voranzubringen und externe Impulse für die nachhaltige Ausrichtung der Bank zu liefern. Dem neuen Gremium gehören Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Gesellschaft an. Das erste Treffen fand am 23. Mai 2022 in Frankfurt am Main statt. Der Nachhaltigkeitsbeirat soll zukünftig zweimal im Jahr tagen.

Commerzbank setzt Nachhaltigkeitsdialog fort

Am 4. Juli 2022 hat die Commerzbank im zweiten öffentlichen Nachhaltigkeitsdialog über die Fortschritte ihrer Nachhaltigkeitsstrategie informiert. Die Commerzbank hat für die Hälfte des ausgereichten Kreditvolumens konkrete CO 2-Reduktionsziele bis zum Jahr 2030 festgelegt. Bei der Steuerung des Klimarisikos konzentriert sich die Bank zunächst auf CO 2-intensive Branchen. So wird für den Bereich Energieerzeugung bis 2030 ein Reduktionsziel von mindestens 73 % angestrebt, für das deutlich größere Portfolio mit privaten Baufinanzierungen eine Verringerung um mindestens 57 %. Für die Bank ist das Erreichen dieser Ziele ein wichtiger Zwischenschritt, um die CO 2-Emissionen ihres gesamten Kredit- und Anlageportfolios bis spätestens 2050 auf netto null zu reduzieren.

Nachhaltigkeitsverständnis der Commerzbank transparent dargestellt

Welche Produkte als nachhaltig verstanden werden, regelt insbesondere das neue ESG-Rahmenwerk der Commerzbank, das auf der Internetseite der Commerzbank Aktiengesellschaft veröffentlicht ist. Hierin sind unter anderem die Kriterien für eine nachhaltige Kreditvergabe beschrieben sowie die Reduktionsziele für CO 2-intensive Sektoren erläutert. Auch soziale Kriterien werden berücksichtigt. Gleichzeitig werden verbindliche Ausschlusskriterien definiert. Ein Beispiel ist die Richtlinie für fossile Brennstoffe. Von ihren Kunden, die 20 % oder mehr ihres Umsatzes oder ihrer Stromerzeugung mit Kohle erzielen, erwartet die Bank bis spätestens 2025 einen konkreten Kohleausstiegsplan. Damit leistet die Commerzbank einen Beitrag, um den Kohleausstieg bis 2030 zu forcieren.

Mit ihrem ESG-Rahmenwerk gibt die Bank ihren Stakeholdern die größtmögliche Transparenz. Darüber hinaus schaffen wir einen bankweiten Standard, der eine stringente Steuerung all unserer ESG-Produkte, Prozesse und Aktivitäten ermöglicht. Der Fokus des Dokuments liegt auf dem Kerngeschäft, dem Kunden- und Produktportfolio. Die Bank unterscheidet dabei zwischen Sustainable Finance und Transformation Finance.

Sustainable Finance ist der Anteil des Portfolios, der bereits als nachhaltig klassifiziert wird. Bis 2025 wird die Commerzbank mindestens 300 Mrd. Euro für nachhaltige Produkte mobilisieren, eine Verdreifachung gegenüber 2020. Zu Transformation Finance wiederum zählen die Finanzierungen, die zwar nicht die Anforderungen für Sustainable Finance erfüllen, die aber auch als normale Finanzierungen einen Beitrag zur Transformation der Kreditnehmer in Richtung Nachhaltigkeit leisten können.

Portfolios werden mit SBTi in Richtung "Net Zero" gesteuert

Für die Hälfte ihres an Privat- und Firmenkunden ausgereichten Kreditvolumens hat die Commerzbank konkrete CO 2-Reduktionsziele festgelegt. Dabei legt die Bank die wissenschaftsbasierten Vorgaben der Science-based Target Initiative (SBTi) zugrunde und konzentriert sich zunächst auf sieben CO 2-intensive Branchen wie Energieerzeugung, gewerbliche und private Immobilien, Automobilherstellung, Eisen und Stahl, Zement und Luftfahrt. Das Erreichen der Reduktionsziele für 2030 ist für die Commerzbank eine wichtige Etappe, um spätestens im Jahr 2050 eine Net-Zero-Bank zu sein. Die Commerzbank hat sich vorgenommen, bis zum Herbst für 70 % ihrer ausgereichten Kredite klare CO 2-Reduktionsziele hinterlegt zu haben.

Commerzbank berät und begleitet Firmenkunden auf deren Pfad der grünen Transformation

Im Firmenkundensegment hat sich die Commerzbank auf die Fahnen geschrieben, Lösungen zu entwickeln, mit denen die Kunden ihren CO 2-Ausstoß deutlich reduzieren können. Dazu gehört auch ein direkter Zugang zu Energiewendeprojekten. Erst im Juni hat die Commerzbank gemeinsam mit RWE eine Absichtserklärung unterschrieben, um einen Offshore-Windpark mit einer Leistung von rund 1 Gigawatt zu bauen und bis spätestens 2030 in Betrieb zu nehmen. Dazu wird die Commerzbank einen "Grünen Mittelstandsfonds" auflegen, der großen mittelständischen Industrieunternehmen den Bezug von Ökostrom aus Offshore-Windkraftanlagen ermöglichen wird. Mit dem Fonds haben diese Unternehmen erstmals die Option, sich langfristige Abnahmevereinbarungen für grünen Strom zu sichern. Diese Art der Beteiligung ist bisher nur großen Industrieunternehmen vorbehalten. Voraussetzung für den Bau des Offshore-Windparks ist der Zuschlag an RWE für das Projekt nach Ausschreibung im Jahr 2023.

ESG-Kredite für Firmenkunden belohnen vorzeitige Zielerreichung mit Zinssenkung

Ihr Kreditengagement bei erneuerbaren Energien will die Bank bis zum Jahr 2025 auf 10 Mrd. Euro verdoppeln. Signifikantes Wachstum erwartet die Bank auch bei nachhaltigen Anleihen und Sustainability-linked Loans. Seit Anfang dieses Jahres bietet die Commerzbank einen bilateralen Kredit, bei dem zwischen Unternehmen und Commerzbank konkrete Nachhaltigkeitsziele und Zeitpunkte definiert werden. Verfehlt der Darlehensnehmer die Ziele, erfolgt eine Zinserhöhung, bis er die vereinbarten Ziele erreicht. Aber der Zins kann selbstverständlich auch sinken, wenn der Kreditnehmer die entsprechenden ESG-Ziele vorzeitig erreicht. So entstehen finanzielle Anreize für nachhaltiges unternehmerisches Wirtschaften.

CO2-Reduktionsziel für Bankbetrieb wegen weniger Dienstreisen frühzeitig erfüllt

Auch im eigenen Bankbetrieb verfolgt die Commerzbank ambitionierte Reduktionspläne. Bis 2040 soll der Bankbetrieb "Net Zero" sein. Dafür setzt das Institut unter anderem auf ein effizientes Gebäudemanagement und künstliche Intelligenz. Bis Ende 2021 ist der CO 2-Ausstoß gegenüber 2018 schon um 40 % gesunken. Der Rückgang ist aber zu einem großen Teil auf die Corona-Pandemie und ausgebliebene Dienstreisen zurückzuführen. Deshalb erwartet die Commerzbank vorübergehend wieder steigende Emissionen und hält an ihrem Zwischenziel einer CO 2-Reduktion von 30 % bis 2025 fest.

Commerzbank emittiert dritten eigenen Green Bond

Anfang Juni 2022 hat die Commerzbank erfolgreich einen Green Bond mit einem Emissionsvolumen von 500 Mio. Euro begeben. Mit dem Erlös finanziert die Bank Projekte im Bereich der erneuerbaren Energien. Dank der Fortschritte bei Projekten in erneuerbaren Energien konnte, nach 2018 und 2020, nun schon der dritte eigene Green Bond emittiert werden. Damit reagieren wir auf die weiter steigende Nachfrage nach nachhaltigen Anlagen und geben unseren Investoren die Möglichkeit, sich an der Transformation der Realwirtschaft hin zu mehr Nachhaltigkeit zu beteiligen.

Der nicht bevorrechtigten Anleihe (Non-preferred Senior Bond) ordnete die Commerzbank Kredite für Onshore- und Offshore-Windprojekte und Solarprojekte zu. Die Anleihe hat eine Laufzeit von 5,25 Jahren mit einem Kündigungstermin im September 2026 und einem Kupon von 3 % pro Jahr.

Die Commerzbank ist ein etablierter Akteur auf dem Markt für nachhaltige und grüne Anleihen. Seit Jahren unterstützt die Bank ihre Kunden bei der Vorbereitung von nachhaltigen Anleihen sowie ihrer Platzierung im internationalen Kapitalmarkt. Allein in diesem Jahr hat sie bisher mehr als 20 Green- und Social-Bond-Emissionen mit einem Gesamtvolumen von mehr als 20 Mrd. Euro begleitet, 2021 waren es 57 Emissionen im Gesamtvolumen von 62,2 Mrd. Euro.

Geplante Veränderungen im Vorstand der Commerzbank

In seiner Sitzung am 6. Juli 2022 hat der Aufsichtsrat der Commerzbank Sabine Mlnarsky mit Wirkung vom 1. Januar 2023 in den Vorstand des Instituts berufen. Sie wird dort das Ressort Group Human Resources übernehmen. Als Personalvorständin und Arbeitsdirektorin tritt sie die Nachfolge von Sabine Schmittroth an, die mit Ablauf ihres Vorstandsvertrages zum Jahresende 2022 im Einklang mit ihrer persönlichen Lebensplanung aus der Commerzbank ausscheidet. Sabine Mlnarsky verfügt über mehr als zwei Jahrzehnte personalwirtschaftlicher Erfahrung. Sie kommt von der österreichischen Erste Group Bank AG zur Commerzbank. Beim Spitzeninstitut der österreichischen Sparkassen leitet die 47-jährige Juristin seit 2016 den Bereich Human Resources.

Zudem hat Risikovorstand Marcus Chromik den Aufsichtsrat davon in Kenntnis gesetzt, dass er seinen bis Ende 2023 laufenden Vorstandsvertrag erfüllen, aber ein mögliches Angebot einer Vertragsverlängerung gemäß seiner persönlichen Lebensplanung nicht annehmen wird. Mit der frühzeitigen Information des Aufsichtsrats werden zugleich Klarheit und Planungssicherheit für einen geordneten Übergang in dieser wichtigen Funktion geschaffen.

Weitere Fortschritte bei der Umsetzung der "Strategie 2024"

Ihre strategischen Initiativen hat die Commerzbank auch in den vergangenen Monaten konsequent vorangetrieben. Bis Ende des Jahres will die Bank den notwendigen Abbau von brutto 10 000 Vollzeitstellen weitgehend geregelt haben. Per Ende Juni 2022 waren bereits 7 700 Personalabgänge fixiert. Bei der Optimierung ihres Filialnetzes hat die Commerzbank ihr in der "Strategie 2024" vorgesehenes Ziel von 450 Standorten in Deutschland bereits Ende Juni 2022 erreicht. Parallel läuft der Aufbau der Beratungscenter auf Hochtouren. Von Mitte September 2022 an werden nach den drei Pilotstandorten sukzessive weitere Standorte in Betrieb gehen. Ziel ist es, bis Ende des Jahres 2022 rund acht Millionen Privat- und Unternehmerkunden hier zu beraten. Bis Ende des laufenden Jahres werden vier internationale Standorte geschlossen.

Auf ihrem Weg zu der digitalen Beratungsbank für Deutschland kommt die Bank gut voran. So wurde die bereits in der Banking-App stark genutzte Finanzanalyse weiterentwickelt und in das Onlinebanking integriert. Außerdem wurde das Serviceangebot "Finanzkompass" in der Banking-App ausgerollt. Kunden können damit ihre finanzielle Situation online überblicken und bekommen individuelle Empfehlungen.

Beim Aufbau der "Mittelstandsbank Direkt" liegt die Bank voll im Zeitplan. Seit dem zweiten Quartal werden dort bereits 3 000 Kunden betreut. Weitere 3 000 Kunden sollen im Laufe des Jahres 2022 folgen. Damit schafft die Commerzbank die erste echte Direktbank für Firmenkunden in Deutschland. Auch bei der Vereinfachung der Handelsplattform gibt es gute Fortschritte: Hier konnten bereits 56 der 78 angestrebten Anwendungen abgeschaltet werden.

Zwischenlagebericht

Wirtschaftliche Rahmenbedingungen

Gesamtwirtschaftliche Situation

In den vergangenen Monaten hat sich das globale Konjunkturbild massiv eingetrübt. Die von uns erwartete Erholung der Konjunktur im Euroraum nach dem Wegfall der Corona-Beschränkungen ist ausgeblieben. Der Krieg Russlands in der Ukraine hat erste Bremsspuren in den westlichen Volkswirtschaften hinterlassen, nicht zuletzt durch die stark gestiegenen Energiekosten. Darüber hinaus kam es in China wegen neuer Corona-Ausbrüche immer wieder zu Betriebsschließungen in wichtigen Wirtschaftsregionen, die die Lieferketten zusätzlich belasteten und die Kosten weiter nach oben trieben.

Inzwischen steigen die Verbraucherpreise auf breiter Front. Wegen der hohen Inflation hat die US-Notenbank das Tempo bei den Zinserhöhungen verschärft. Seit März 2022 hat sie den Leitzins um 225 Basispunkte erhöht. Auch die EZB hat im Juli 2022 den Leitzins um 50 Basispunkte angehoben und weitere Zinserhöhungen angekündigt.

Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage

Eine Beschreibung der zum 30. Juni 2022 angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden finden sich im Zwischenabschluss in Note 4.

Gewinn- und-Verlust-Rechnung des Commerzbank-Konzerns

Die Commerzbank erzielte im ersten Halbjahr 2022 trotz Belastungen im Zusammenhang mit dem Russland-Ukraine-Krieg ein Konzernergebnis in Höhe von 768 Mio. Euro, nach - 394 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Das Operative Ergebnis lag im Berichtszeitraum bei 1 289 Mio. Euro, nach 570 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum.

Die wesentlichen Posten der Gewinn- und-Verlust-Rechnung haben sich im Berichtszeitraum wie folgt entwickelt:

Der Zinsüberschuss stieg im Berichtszeitraum um 18,6 % auf 2 879 Mio. Euro deutlich. Im Segment Privat- und Unternehmerkunden war ein deutlicher Ertragsanstieg zu verzeichnen, der in erster Linie aus der Entwicklung der mBank resultierte. Aber auch das zinstragende Geschäft in Deutschland entwickelte sich positiv. Unter anderem stiegen die Erträge im Zusammenhang mit einem saisonalen Einmaleffekt aufgrund von Sondertilgungen von Baufinanzierungskrediten. Der entsprechende gegenläufige Effekt ist als Marktwertausgleichszahlungen im Zinsüberschuss des Bereichs

Sonstige und Konsolidierung enthalten. In Polen wirkte sich insbesondere das seit dem Herbst 2021 erheblich gestiegene Leitzinsniveau stark positiv aus. Für den mehr als verdoppelten Zinsüberschuss der mBank steuerte infolgedessen das Einlagengeschäft den maßgeblichen Anteil bei. Darüber hinaus resultierten aus gestiegenen Kredit- und Einlagenvolumina entsprechende Ertragszuwächse. Im Inland führte zum einen die fortgesetzte Ausweitung des Kreditvolumens, insbesondere bei privaten Baufinanzierungen und Individualkrediten, zu Ertragszuwächsen. Zum anderen sorgte die seit Jahresbeginn erfolgte Zinswende über die daraus resultierende Steigerung der Einlagenerträge für zusätzliche Erträge. Im Segment Firmenkunden lag der Zinsüberschuss leicht über dem Niveau des Vorjahreszeitraums, insbesondere aufgrund der positiven Entwicklung im Mittelstandsgeschäft. Der deutliche Rückgang des Zinsüberschusses im Bereich Sonstige und Konsolidierung beruhte insbesondere auf den im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum um 81 Mio. Euro auf 87 Mio. Euro gesunkenen Zusatzerträgen aus der Erfüllung der Kreditvolumenbedingung im Zusammenhang mit gezielten längerfristigen Refinanzierungsgeschäften (TLTRO - Targeted Longer-Term Refinancing Operations) mit der EZB - unter anderem, weil im Vorjahr zusätzlich Beträge bezüglich des Jahres 2020 enthalten waren, da die Erfüllung der Kreditvolumenbedingung erst im Jahr 2021 feststand - sowie auf internen Marktwertausgleichszahlungen für Sondertilgungen von Baufinanzierungen an das Segment Privat- und Unternehmerkunden aufgrund des gestiegenen Zinsniveaus.

Der Provisionsüberschuss lag mit 1 868 Mio. Euro um 3,6 % über dem Niveau der ersten sechs Monate 2021. Im Segment Privat- und Unternehmerkunden machte sich im Inland die abnehmende Kundenaktivität im Wertpapiergeschäft bemerkbar und konnte durch höhere Erträge vor allem aus dem Zahlungsverkehr nicht vollständig ausgeglichen werden. Bei der mBank führten gestiegene Erträge aus dem Zahlungsverkehr zu höheren Provisionserträgen. Im Segment Firmenkunden lag der Provisionsüberschuss rund 10 % über dem Niveau des ersten Halbjahres 2021, insbesondere aufgrund eines Anstiegs im Fremdwährungs- und Auslandsgeschäft.

Das Ergebnis aus erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten lag im Berichtszeitraum bei 422 Mio. Euro, nach 485 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Der Rückgang um 13,0 % resultierte insbesondere aus im Vorjahreszeitraum deutlich höheren positiven Bewertungseffekten, unter anderem aus Beteiligungen.

Das Sonstige Ergebnis belief sich im Berichtszeitraum auf 75 Mio. Euro, nach - 335 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Während die Vorjahresbelastung insbesondere aus Zuführungen zu Rückstellungen resultierte, haben in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres Auflösungen von Rückstellungen und Erträge aus Wechselkursveränderungen die Vorsorge im Zusammenhang mit Baufinanzierungen in Schweizer Franken mit Indexklauseln bei der mBank in Höhe von 81 Mio. Euro mehr als kompensiert.

Das Risikoergebnis lag mit - 570 Mio. Euro deutlich über dem Wert des Vorjahreszeitraums in Höhe von - 235 Mio. Euro. Der Anstieg resultierte insbesondere aus Effekten im Zusammenhang mit dem Russland-Ukraine-Krieg. Hierfür wurde im ersten Quartal 2022 eine pauschale Risikovorsorge (Top-Level-Adjustment, TLA) in Höhe von - 334 Mio. Euro gebucht. Die dafür berücksichtigten Verlusterwartungen der Marktfolge für Exposures der Länderrisikoportfolios Russland, Belarus und der Ukraine wurden im zweiten Quartal 2022 überprüft. Daneben waren in diesem Portfolio Ratingmigrationen sowie Ausfälle von mehreren großen Einzelengagements zu beobachten. Die damit einhergehenden Wertberichtigungen wurden überwiegend durch Nutzung des gebildeten TLA kompensiert. Der Bestand für das Russland-TLA beläuft sich per 30. Juni 2022 auf - 178 Mio. Euro. Erwartete Sekundäreffekte aus der Corona-Pandemie und dem Russland-Ukraine-Krieg lassen sich nicht eindeutig jeweils einer Ursache zuordnen und trüben den makroökonomischen Ausblick stark ein. Die für die Risikovorsorgeermittlung verwendeten modellbasierten Parameter reflektieren diese Auswirkungen noch nicht vollständig. Dies erfordert die Bildung eines Sekundäreffekte-TLA. Der TLA-Betrag wurde im zweiten Quartal 2022 neu ermittelt und gewährleistet eine angemessene Betrachtung ausgewählter Wirtschaftszweige durch sekundäre Auswirkungen, die aus der Corona-Pandemie oder aus dem Russland-Ukraine-Konflikt entstehen, wie beispielsweise die Unterbrechung von Lieferketten und hohe Energiepreise. Der TLA-Bestand für Sekundäreffekte beläuft sich per 30. Juni 2022 auf - 386 Mio. Euro. Das Corona-TLA mit einem Bestand von - 523 Mio. Euro per 31. Dezember 2021 wurde hingegen im ersten Halbjahr 2022 aufgelöst beziehungsweise verbraucht. Weitere Informationen zu den TLAs finden sich im Zwischenrisikobericht auf Seite 21 ff. Während im Segment Privat- und Unternehmerkunden die für die ersten sechs Monate 2022 erforderliche Risikovorsorge einen Anstieg - insbesondere bei der mBank - um 34 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahreszeitraum zeigte, stieg das Risikoergebnis im Segment Firmenkunden vornehmlich im Zusammenhang mit dem Russland-Ukraine-Krieg deutlich um 299 Mio. Euro an.

Die Verwaltungsaufwendungen gingen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 9,7 % auf 2 865 Mio. Euro zurück. Bei den Personalkosten, die mit 1 684 Mio. Euro um rund 2 % unter dem Vorjahresniveau lagen, konnten Effekte aus dem Abbau von Vollzeitkräften gegenläufige Effekte, darunter insbesondere eine höhere Abgrenzung für variable Vergütung, mehr als kompensieren. Die Sachaufwendungen einschließlich der Abschreibungen auf Sachanlagen und sonstige immaterielle Vermögenswerte konnten um 19,0 % auf 1 181 Mio. Euro reduziert werden, insbesondere aufgrund geringerer IT-Aufwendungen sowie rückläufiger Kosten im Zusammenhang mit der Verschlankung des Filialnetzes. Darüber hinaus führte die im entsprechenden Vorjahreswert enthaltene Belastung aus der Ausbuchung eines immateriellen Vermögenswertes im Zusammenhang mit dem Projektstopp zur Auslagerung der Wertpapierabwicklung an die HSBC Transaction Services GmbH zu einem deutlichen Rückgang der Abschreibungen.

Die Belastungen aus den separat ausgewiesenen Pflichtbeiträgen stiegen deutlich um 117 Mio. Euro auf 491 Mio. Euro. Der signifikante Anstieg um 31,1 % resultierte insbesondere aus einer neuen Abgabe der mBank für die Ergänzung der polnischen Einlagensicherung sowie dem Anstieg der europäischen Bankenabgabe aufgrund höherer Beiträge zum Einheitlichen Abwicklungsfonds der Bankenunion. Im Berichtszeitraum hat die Commerzbank von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, einen Teil ihres Beitrages für die europäische Bankenabgabe und die gesetzliche Einlagensicherung in Form von unwiderruflichen Zahlungsverpflichtungen zu erbringen.

Im Berichtszeitraum beliefen sich die Restrukturierungsaufwendungen im Zusammenhang mit der Umsetzung der "Strategie 2024" auf 39 Mio. Euro, nach 976 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum.

Das Ergebnis vor Steuern betrug 1 250 Mio. Euro, nach - 406 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Für den Berichtszeitraum war ein Steueraufwand in Höhe von 425 Mio. Euro auszuweisen. Dieser resultierte im Wesentlichen aus dem latenten Steueraufwand aus der Veränderung temporärer Differenzen sowie dem laufenden Steueraufwand des mBank-Teilkonzerns für die Berichtsperiode und einem gegenläufigen Steuerertrag aus der Aktivierung latenter Steuerforderungen auf steuerliche Verlustvorträge. Das Ergebnis nach Steuern belief sich auf 825 Mio. Euro, gegenüber - 363 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum.

Nach Berücksichtigung der nicht beherrschenden Anteile war den Commerzbank-Aktionären und Investoren in zusätzliche Eigenkapitalbestandteile für den Berichtszeitraum 2022 ein Konzernergebnis von 768 Mio. Euro zuzurechnen, nach - 394 Mio. Euro im Vorjahr.

Das Operative Ergebnis je Aktie betrug 1,03 Euro, das Ergebnis je Aktie 0,46 Euro. Für den Vorjahreszeitraum beliefen sich die entsprechenden Kennzahlen auf 0,46 Euro beziehungsweise auf - 0,43 Euro.

Bilanz des Commerzbank-Konzerns

Die Bilanzsumme des Commerzbank-Konzerns lag zum 30. Juni 2022 bei 535,0 Mrd. Euro. Gegenüber dem Jahresultimo 2021 war dies ein Anstieg um 62,0 Mrd. Euro.

Das Volumen des Kassenbestands und der Sichtguthaben ist um 55,2 Mrd. Euro auf 104,7 Mrd. Euro gestiegen. Der kräftige Zuwachs gegenüber dem Jahresultimo 2021 beruhte auf einem Anstieg der Guthaben bei Zentralnotenbanken aufgrund von Liquiditätszuflüssen.

Die Finanziellen Vermögenswerte "Amortised Cost" stiegen gegenüber dem Jahresende 2021 leicht um 5,4 Mrd. Euro auf 304,6 Mrd. Euro an. Während sowohl im Kreditgeschäft mit Privatkunden - vor allem im Baufinanzierungsgeschäft und bei Universaldarlehen - als auch im Kreditgeschäft mit Mittelstandskunden ein Zuwachs zu verzeichnen war, zeigten sich bei den Schuldinstrumenten zinsbedingt leichte Rückgänge.

Die Finanziellen Vermögenswerte "Fair Value OCI" lagen bei 33,9 Mrd. Euro und damit um 6,2 Mrd. Euro niedriger als zum Jahresultimo 2021. Der Rückgang um 15,4 % resultierte aus einem geringeren Volumen an Schuldinstrumenten im Zusammenhang mit dem Liquiditätsmanagement sowie aus Bestandsrückgängen bei der mBank.

Mit 38,4 Mrd. Euro lagen die Finanziellen Vermögenswerte "Mandatorily Fair Value P&L" um 10,0 Mrd. Euro über dem Niveau des Vorjahresultimos. Der Anstieg resultierte insbesondere aus einer Ausweitung der besicherten Wertpapierpensionsgeschäfte. Dabei stiegen die Darlehen und Forderungen an Kreditinstitute und Finanzdienstleister um insgesamt 10,4 Mrd. Euro.

Die Finanziellen Vermögenswerte "Held for Trading" lagen zum Berichtsstichtag mit 43,7 Mrd. Euro auf dem Niveau zum Jahresende 2021. Während die positiven Marktwerte aus zinsbezogenen Produkten um 5,8 Mrd. Euro zurückgegangen sind, stiegen die positiven Marktwerte aus währungsbezogenen Produkten um 5,4 Mrd. Euro. Die verbrieften Schuldinstrumente haben mit einem Volumen in Höhe von 3,7 Mrd. Euro im Vergleich zum Jahresultimo 2021 leicht zugelegt.

Auf der Passivseite lagen die Finanziellen Verbindlichkeiten "Amortised Cost" mit 424,6 Mrd. Euro um 50,6 Mrd. Euro über dem Niveau des Vorjahresultimos. Ursächlich für den Anstieg im Vergleich zum Jahresende 2021 war ein deutlicher Anstieg der Einlagen und sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten um 52,5 Mrd. Euro, insbesondere von Firmenkunden und Kreditinstituten. Die begebenen Schuldverschreibungen gingen im Vergleich zum Vorjahresultimo um 1,8 Mrd. Euro zurück.

Die Finanziellen Verbindlichkeiten "Fair Value Option" lagen mit 31,0 Mrd. Euro um 11,3 Mrd. Euro über dem Bestand zum Jahresultimo 2021. Der Anstieg resultierte im Wesentlichen aus einer saisonalen Ausweitung des Wertpapierpensionsgeschäfts.

Die Finanziellen Verbindlichkeiten "Held for Trading" lagen mit 38,9 Mrd. Euro um 6,0 Mrd. Euro über dem Jahresende 2021. Der Zuwachs resultierte aus den negativen Marktwerten aus derivativen Finanzinstrumenten, insbesondere aus währungsbezogenen derivativen Geschäften, die um 5,3 Mrd. Euro gestiegen sind.

Die Rückstellungen sanken im Vergleich zum Vorjahresultimo um 0,4 Mrd. Euro auf 3,4 Mrd. Euro. Der Rückgang beruhte vornehmlich auf niedrigeren Restrukturierungsrückstellungen im Rahmen der "Strategie 2024".

Eigenkapital

Das in der Bilanz zum Berichtsstichtag 30. Juni 2022 ausgewiesene den Commerzbank-Aktionären zurechenbare Eigenkapital lag mit 26,4 Mrd. Euro leicht, um 0,7 Mrd. Euro, über dem Niveau zum Jahresende 2021. Weitere Informationen zur Eigenkapitalveränderung finden sich auf Seite 43 ff.

Die Risikoaktiva per 30. Juni 2022 lagen bei 175,0 Mrd. Euro und damit um 0,1 Mrd. Euro niedriger als zum Jahresende 2021. Im Kreditrisiko resultierte der Anstieg der Risikoaktiva im Wesentlichen aus Wechselkurs- und Parametereffekten (inklusive Russland-bezogener Rating-Veränderungen) sowie aus der Vorwegnahme erster erwarteter Effekte aus Modellanpassungen im Kontext des von der Bankenaufsicht aufgesetzten Programms "IRB Repair". Diese Erhöhungen der Risikoaktiva wurden vor allem durch Effekte aus einer neuen Verbriefungstransaktion bei der mBank und durch Rückgänge bei Wertpapierpositionen teilweise kompensiert. Das niedrigere Marktrisiko resultierte aus Positionsveränderungen; die Risikoaktiva aus operationellem Risiko blieben gegenüber dem Jahresende 2021 unverändert.

Das aufsichtsrechtlich anrechenbare harte Kernkapital (Common Equity Tier 1) betrug zum Berichtsstichtag 24,0 Mrd. Euro, nach 23,8 Mrd. Euro zum Jahresende 2021. Die harte Kernkapitalquote betrug 13,7 %, nach 13,6 % zum 31. Dezember 2021. Die positive Auswirkung des Halbjahresergebnisses auf das harte Kernkapital wurde durch höhere regulatorische Kapitalabzüge teilweise kompensiert. Die Kernkapitalquote betrug zum Berichtsstichtag 15,6 %, gegenüber 15,5 % zum Jahresende 2021. Die Veränderungen im Kernkapital resultierten im Wesentlichen daraus, dass AT-1-Instrumente im Rahmen der CRR-Übergangsregelungen nicht mehr angerechnet werden konnten. Das Ergänzungskapital reduzierte sich aufgrund der Kündigung einer Tier-2-Anleihe und dem Wegfall von Tier-2-Instrumenten aus dem temporären Bestandsschutz. Die Gesamtkapitalquote betrug zum Berichtsstichtag 18,1 %, gegenüber 18,4 % zum Jahresende 2021 (unter Anwendung der Übergangsbestimmungen). Die Eigenmittel reduzierten sich im Vergleich zum Vorjahr um 0,6 Mrd. Euro und lagen zum 30. Juni 2022 bei 31,6 Mrd. Euro.

Die Leverage Ratio, die das Verhältnis von Tier-1-Kapital zum Leverage Ratio Exposure zeigt, lag bei 4,6 %.

Refinanzierung und Liquidität

Die Geld- und Kapitalmärkte sind weiterhin vom Russland-Ukraine-Krieg, steigenden Energie- und Rohstoffpreisen beziehungsweise - engpässen sowie der anhaltend hohen Inflation geprägt. Liquidität und Zahlungsfähigkeit der Commerzbank waren jedoch jederzeit gegeben. Darüber hinaus ist das Liquiditätsmanagement der Bank stets in der Lage, zeitnah auf neue Marktgegebenheiten zu reagieren.

Refinanzierungsstruktur Kapitalmarkt 1 zum 30. Juni 2022

1 Basierend auf Bilanzwerten.

Im ersten Halbjahr 2022 hat der Commerzbank-Konzern langfristige Refinanzierungsmittel von insgesamt 3,5 Mrd. Euro am Kapitalmarkt aufgenommen. Die Commerzbank Aktiengesellschaft hat Anfang Januar 2022 einen Hypotheken-Pfandbrief mit einem Volumen von 1 Mrd. Euro und einer Laufzeit von zehn Jahren emittiert. Der Re-offer Spread lag bei einem Basispunkt unter der Swapmitte. Im März 2022 folgte ein fünfjähriger Hypotheken-Pfandbrief über 1,5 Mrd. Euro, der Re-offer Spread lag bei vier Basispunkten über der Swapmitte. Beide Emissionen waren stark überzeichnet und wurden circa hälftig von in- und ausländischen Investoren nachgefragt. Im Juni hat die Commerzbank ihren dritten eigenen Green Bond über 500 Mio. Euro emittiert. Der Non-preferred-Senior-Anleihe ordnet die Commerzbank Kredite für Onshore- und Off-shore-Windprojekte und Solarprojekte zu. Die Emission stieß auf großes Investoreninteresse, das finale Orderbuch war mehr als doppelt gezeichnet. Der Green Bond wurde überwiegend bei nachhaltig orientierten Investoren platziert. Die Anleihe hat eine Laufzeit von 5,25 Jahren mit einem Kündigungstermin im September 2026 und einem Kupon von 3 % pro Jahr. Des Weiteren wurden rund 340 Mio. Euro Privatplatzierungen in besicherten und unbesicherten Emissionen begeben. Die mBank hat im März 2022 eine Credit-linked-Notes-Verbriefung in Höhe von rund 140 Mio. Euro begeben.

Kapitalmarktfunding des Konzerns in den ersten sechs Monaten 2022

Volumen 3,5 Mrd. €

Ein weiterer wesentlicher Refinanzierungsbaustein ist das Targeted-Longer-Term-Refinancing-Operations-III-Programm (TLTRO III) der EZB, an dem die Commerzbank mit einem Gesamtvolumen von aktuell 35,9 Mrd. Euro teilgenommen hat.

Nachdem die Europäische Zentralbank (EZB) den Markt bereits auf die anstehenden Veränderungen der Geldpolitik vorbereitet hat, hat der EZB-Rat im Juli 2022 den Leitzins (Hauptrefinanzierungssatz) erstmals seit 2011 wieder angehoben.

Die Bank wies zum Berichtsstichtag eine Liquiditätsreserve in Form von hochliquiden Aktiva in Höhe von 109,2 Mrd. Euro aus. Das Liquiditätsreserveportfolio gewährleistet die Pufferfunktion im Stressfall. Dieses Liquiditätsreserveportfolio wird gemäß dem Liquiditätsrisikoappetit refinanziert, um eine erforderliche Reservehöhe während der gesamten vom Vorstand festgelegten Reserveperiode sicherzustellen. Ein Teil dieser Liquiditätsreserve wird in einem separierten und von Group Treasury gesteuerten Stress-Liquiditätsreserveportfolio gehalten, um Liquiditätsabflüsse in einem angenommenen Stressfall abdecken zu können und die jederzeitige Zahlungsfähigkeit sicherzustellen.

Darüber hinaus unterhält die Bank ein sogenanntes Intraday-Liquidity-Reserve-Portfolio. Der Gesamtwert dieses Portfolios betrug zum Berichtsstichtag 7,1 Mrd. Euro.

Die Commerzbank hat mit 141,2 % (Durchschnitt der jeweils letzten zwölf Monatsendwerte) die geforderte Mindestquote bei der Liquiditätskennzahl "Liquidity Coverage Ratio" (LCR) in Höhe von 100 % deutlich überschritten. Damit war die Liquiditätssituation der Commerzbank zum Berichtsultimo aufgrund ihrer konservativen und vorausschauenden Refinanzierungsstrategie komfortabel und erfüllte die internen Limits sowie die gültigen regulatorischen Anforderungen.

Entwicklung der Segmente

Die Kommentierung der Ergebnisentwicklung der Segmente für die ersten sechs Monate 2022 basiert auf der im Geschäftsbericht 2021 auf den Seiten 67 und 264 ff. beschriebenen Segmentstruktur. Weitere Informationen finden sich im Zwischenabschluss in Note 36.

Privat- und Unternehmerkunden

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Mio. € 1.1.-30.6.2022 1.1.-30.6.2021 1 Veränderung
in %/​%-Punkten
Erträge vor Risikoergebnis 3 011 2 458 22,5
Risikoergebnis - 160 - 126 26,9
Verwaltungsaufwendungen 1 653 1 717 - 3,7
Pflichtbeiträge 314 227 38,4
Operatives Ergebnis 884 388 *
Durchschnittlich gebundenes Eigenkapital 6 744 5 994 12,5
Operative Eigenkapitalrendite (%) 26,2 12,9 13,3
Aufwandsquote im operativen Geschäft (%) - ohne Pflichtbeiträge 54,9 69,9 - 15,0
Aufwandsquote im operativen Geschäft (%) - inkl. Pflichtbeiträgen 65,3 79,1 - 13,8

1 Anpassung aufgrund von IFRS 8.29 (siehe Zwischenabschluss Note 36).

Das Segment Privat- und Unternehmerkunden hat im ersten Halbjahr 2022 trotz der anspruchsvollen Rahmenbedingungen sowohl die Rentabilität als auch die Kosteneffizienz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stark verbessert. Dank deutlich gestiegener Operativer Erträge sowie rückläufiger Operativer Kosten konnte das Operative Ergebnis gegenüber dem Vergleichszeitraum 2021 um 496 Mio. Euro auf 884 Mio. Euro mehr als verdoppelt werden. Dies gelang, obwohl sowohl für Pflichtbeiträge als auch das Risikoergebnis jeweils höhere Aufwendungen notwendig waren.

Die gesamten Segmenterträge vor Risikoergebnis legten im Berichtszeitraum signifikant um 553 Mio. Euro auf 3 011 Mio. Euro zu. Der Zinsüberschuss leistete hierfür den mit Abstand größten Beitrag und stieg gegenüber dem Vorjahr materiell um 563 Mio. Euro auf 1 793 Mio. Euro. Für diesen Ertragszuwachs zeichnete überwiegend die mBank verantwortlich. In Polen wirkte sich insbesondere das seit dem Herbst 2021 erheblich gestiegene Leitzinsniveau stark positiv aus. Zu dem mehr als verdoppelten Zinsüberschuss der mBank steuerte infolgedessen das Einlagengeschäft den maßgeblichen Anteil bei. Darüber hinaus resultierten aus gestiegenen Kredit- und Einlagenvolumen entsprechende Ertragszuwächse. Aber auch das zinstragende Geschäft in Deutschland entwickelte sich positiv. Unter anderem stiegen die Erträge im Zusammenhang mit einem saisonalen Einmaleffekt aufgrund von Sondertilgungen von Baufinanzierungskrediten. Im Inland führte zum einen die fortgesetzte Ausweitung des Kreditvolumens, insbesondere bei privaten Baufinanzierungen und Individualkrediten zu Ertragszuwächsen. Zum anderen sorgte die seit Jahresbeginn erfolgte Zinswende über die daraus resultierende Steigerung der Einlagenerträge für zusätzliche Erträge. Der Provisionsüberschuss lag mit 1 230 Mio. Euro auf dem Niveau des Vorjahreszeitraums. Im Inland machte sich die abnehmende Kundenaktivität im Wertpapiergeschäft bemerkbar und konnte durch höhere Erträge vor allem aus dem Zahlungsverkehr nicht vollständig ausgeglichen werden. Bei der mBank führten gestiegene Erträge aus dem Zahlungsverkehr zu höheren Provisionserträgen. Die übrigen Ertragskomponenten beliefen sich insgesamt auf - 12 Mio. Euro, nach 1 Mio. Euro im Vorjahr. Dies ist durch ein geringeres Fair-Value-Ergebnis sowie etwas höhere Vorsorgen für Rechtsrisiken im Zusammenhang mit Baufinanzierungen in Schweizer Franken mit Indexklauseln bei der mBank begründet. Gegenläufig wirkte die im zweiten Quartal 2022 erfolgte Auflösung einer Rückstellung im Zusammenhang mit dem Urteil des Bundesgerichtshofs zu Preisanpassungen mit Privatkunden.

Das Risikoergebnis belief sich im ersten Halbjahr 2022 auf - 160 Mio. Euro, nach - 126 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Der Anstieg ist zu einem großen Teil auf höhere Belastungen bei der mBank zurückzuführen und resultierte insbesondere aus einzelfallbedingten Zuführungen.

Der Verwaltungsaufwand wurde im Berichtszeitraum insgesamt um 64 Mio. Euro auf 1 653 Mio. Euro reduziert. Deutlichen Kostensenkungen im Inland, die den Fortschritt im Transformationsprozess widerspiegeln, stand ein höherer Aufwand bei der mBank gegenüber, der insbesondere aus einem Anstieg der Beschäftigtenzahl sowie Gehaltssteigerungen resultierte. Der um 87 Mio. Euro auf 314 Mio. Euro angestiegene Aufwand für Pflichtbeiträge Firmenkunden resultierte in erster Linie aus einer neuen Abgabe der mBank zur Ergänzung der polnischen Einlagensicherung.

Insgesamt erwirtschaftete das Segment Privat- und Unternehmerkunden im Berichtszeitraum ein Ergebnis vor Steuern in Höhe von 884 Mio. Euro, nach 388 Mio. Euro im Vorjahr.

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Mio. € 1.1.-30.6.2022 1.1.-30.6.2021 1 Veränderung
in %/​%-Punkten
Erträge vor Risikoergebnis 1 808 1 598 13,2
Risikoergebnis - 338 - 39 .
Verwaltungsaufwendungen 1 037 1 121 - 7,5
Pflichtbeiträge 116 95 22,0
Operatives Ergebnis 317 342 - 7,2
Durchschnittlich gebundenes Eigenkapital 9 991 10 119 - 1,3
Operative Eigenkapitalrendite (%) 6,4 6,8 - 0,4
Aufwandsquote im operativen Geschäft (%) - ohne Pflichtbeiträge 57,3 70,2 - 12,8
Aufwandsquote im operativen Geschäft (%) - inkl. Pflichtbeiträgen 63,8 76,1 - 12,4

1 Anpassung aufgrund von IFRS 8.29 (siehe Zwischenabschluss Note 36).

Die Geschäftsentwicklung des Segments Firmenkunden war im ersten Halbjahr 2022 von anhaltend schwierigen Rahmenbedingungen und erhöhten Unsicherheiten geprägt. Neben den wirtschaftlichen Abhängigkeiten und Folgen der Corona-Pandemie dämpften signifikant steigende Rohstoff- und Energiepreise im Zusammenhang mit dem Russland-Ukraine-Krieg den weiteren Konjunkturausblick und stellten bestehende Lieferketten vor erneute Herausforderungen. Vor dem Hintergrund eines gegenüber dem Vorjahr deutlich erhöhten Risikoergebnisses, das im Wesentlichen im Zusammenhang mit dem Russland-Ukraine-Krieg stand, belief sich das Operative Ergebnis im Segment Firmenkunden auf 317 Mio. Euro, nach 342 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum.

Der Bereich Mittelstand zeigte gegenüber dem Vorjahreszeitraum eine positive Ertragsentwicklung. Insbesondere profitierte der Bereich im Cash-Management von gestiegenen Zahlungsverkehrserträgen sowie höheren Einlagenentgelten. Darüber hinaus war das Kapitalmarktgeschäft von einem erhöhten Währungs- und Rohstoffhandel begünstigt, während das Kreditgeschäft eine grundsätzlich stabile Entwicklung verzeichnete. Im Bereich International Corporates kompensierten höhere Erträge aus dem Transaction-Banking und dem Kapitalmarktgeschäft strategisch bedingt geringere Erträge aus dem Kreditgeschäft. Auch im Bereich Institutionals zeigte sich eine positive Entwicklung. Höhere Erträge aus Trade Finance und Cash-Management standen dabei insbesondere geringeren Erträgen aus Primärmarktaktivitäten gegenüber. Der Bereich Others, der insbesondere Hedging- und Bewertungseffekte enthält, zeigte einen Ertragsanstieg gegenüber dem Vorjahr, was auf einen starken Währungshandel zurückzuführen war.

Die Erträge vor Risikoergebnis lagen in den ersten sechs Monaten mit 1 808 Mio. Euro um 211 Mio. Euro über dem Vergleichszeitraum des Vorjahres. Mit 913 Mio. Euro lag der Zinsüberschuss um 73 Mio. Euro über dem Vorjahresniveau, während der Provisionsüberschuss mit 659 Mio. Euro das Ergebnis des ersten Halbjahres 2021 um 58 Mio. Euro übertraf, insbesondere aufgrund eines Anstiegs im Fremdwährungs- und Auslandsgeschäft. Aufgrund von Bewertungseffekten ist das Ergebnis aus erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten um 41 Mio. Euro auf 218 Mio. Euro angestiegen.

Das Risikoergebnis lag im ersten Halbjahr 2022 bei - 338 Mio. Euro, nach - 39 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Der deutliche Anstieg stand insbesondere im Zusammenhang mit dem Russland-Ukraine-Krieg.

Der Verwaltungsaufwand lag mit 1 037 Mio. Euro um 84 Mio. Euro unter dem Vorjahreswert. Der Rückgang resultierte sowohl aus geringeren Personal- als auch Sachkosten im Zusammenhang mit dem strikten Kostenmanagement. Die ausgewiesenen Pflichtbeiträge in Höhe von 116 Mio. Euro stehen insbesondere in Verbindung mit der Europäischen Bankenabgabe; im Vorjahr beliefen sich die Pflichtbeiträge auf 95 Mio. Euro.

Insgesamt lag das Ergebnis vor Steuern bei 317 Mio. Euro, gegenüber 342 Mio. Euro im Vorjahr.

Sonstige und Konsolidierung

Im Bereich Sonstige und Konsolidierung werden Erträge und Aufwendungen ausgewiesen, die nicht in die Verantwortungsbereiche der Geschäftssegmente fallen. Unter Sonstige werden Group Treasury, den Geschäftssegmenten nicht zugeordnete Beteiligungen sowie übergeordnete Sachverhalte, wie zum Beispiel Aufwendungen für Aufsichtsgebühren, eingestellt. Unter Konsolidierung wird von den in der Segmentberichterstattung ausgewiesenen Ergebnisgrößen auf den Konzernabschluss nach Internationalen Rechnungslegungsstandards (IFRS) übergeleitet. Der Bereich Sonstige und Konsolidierung enthält des Weiteren die Kosten der Unterstützungs-, Stabs- und Steuerungseinheiten, die anschließend auf die Segmente verrechnet werden. Außerdem werden die Restrukturierungsaufwendungen für den Konzern zentral in diesem Bereich ausgewiesen.

Das Operative Ergebnis des Bereichs Sonstige und Konsolidierung belief sich im ersten Halbjahr 2022 auf 88 Mio. Euro, gegenüber - 160 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum.

Der Anstieg beruhte insbesondere auf den im Vorjahr angefallenen Ergebnisbelastungen aus der Beendigung des Projektes zur Auslagerung der Wertpapierabwicklung an die HSBC Transaction Services GmbH sowie auf einer Nettoentlastung aus der Bildung und Auflösung von Rückstellungen und einer geringeren Nettorisikovorsorge für ein Restportfolio des aufgelösten Segments Asset & Capital Recovery. Gegenläufig wirkten die um 81 Mio. Euro auf 87 Mio. Euro gesunkenen Zusatzerträge aus der Erfüllung der Kreditvolumenbedingung im Zusammenhang mit gezielten längerfristigen Refinanzierungsgeschäften (Targeted Longer-Term Refinancing Operations) mit der EZB - unter anderem, weil im Vorjahr zusätzlich Beträge bezüglich des Jahres 2020 enthalten waren, da die Erfüllung der Kreditvolumenbedingung erst im Jahr 2021 feststand, per saldo geringere positive Bewertungseffekte sowie ein niedrigeres positives Ergebnis von Group Treasury. Der Ergebnisrückgang von Group Treasury beruhte hauptsächlich auf internen Marktwertausgleichszahlungen für Sondertilgungen von Baufinanzierungen an das Segment Privat- und Unternehmerkunden infolge des gestiegenen Zinsniveaus. Teilweise kompensierend wirkten die im Vergleich zum Vorjahr gestiegenen Erträge aus der Bewertung von Zinssicherungsgeschäften des kommerziellen Bankbuches.

Das Ergebnis vor Steuern des Bereichs Sonstige und Konsolidierung im ersten Halbjahr 2022 betrug 49 Mio. Euro. Darin enthalten sind Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von 39 Mio. Euro überwiegend für Immobiliensachverhalte im Zusammenhang mit der Umsetzung der "Strategie 2024".

Prognosebericht

Künftige gesamtwirtschaftliche Situation

Für das Wachstum der deutschen Wirtschaft erwarten wir, dass es bis in den Herbst hinein schwach ausfallen wird. Die Auftragseingänge bei der Industrie, insbesondere aus dem Ausland, sind zuletzt den dritten Monat in Folge deutlich gefallen. Besonders die Nachfrage in China - dem wichtigsten deutschen Handelspartner - hat sich aufgrund einer strafferen Geldpolitik und nach mehrmaligen Lockdowns im Zuge der Null-Covid-Politik der chinesischen Regierung deutlich abgeschwächt. Außerdem führen Lieferengpässe in den meisten Industriesektoren zu sinkenden Bestellungen von Vorprodukten.

Die Inflation in den westlichen Volkswirtschaften wird wohl erst im Herbst den Höhepunkt erreichen. Vor dem Hintergrund der hartnäckig hohen Teuerung gehen wir jetzt davon aus, dass die US-Notenbank ihren Leitzins bis auf 4,0 % anheben wird. Als Konsequenz droht die US-Wirtschaft in eine Rezession zu rutschen. Dies stellt ebenso ein beträchtliches Konjunkturrisiko für die Wirtschaft im Euroraum dar, wie die reduzierten russischen Gaslieferungen. Für 2022 erwarten wir jetzt nur noch ein Wirtschaftswachstum von 2,8 % im Euroraum und 1,5 % in Deutschland. Die EZB, die traditionell sehr sensibel auf eine Eintrübung der konjunkturellen Aussichten reagiert, dürfte ihren Einlagensatz trotz der höheren Inflationsrisiken bis zum Frühjahr nächsten Jahres nur auf 1,5 % anheben. All diese Prognosen stehen unter dem Vorbehalt, dass Russland die Gaslieferungen nicht komplett einstellt. Käme es dazu, würde die deutsche Wirtschaft vermutlich ähnlich wie nach der Finanzkrise 2009 in eine schwere Rezession stürzen.

Mehr Inflation und höhere US-Leitzinsen sprechen auf der einen Seite für sich genommen dafür, dass der Anstieg der Anleiherenditen noch nicht ganz vorüber ist. Auf der anderen Seite zeichnet sich für die USA immer klarer eine Rezession ab, auf die die US-Notenbank reagieren dürfte. In der Summe dürfte die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe nur noch wenig steigen. Der EuroUS-Dollar-Wechselkurs dürfte zunächst weiter unter Sonderfaktoren wie dem Russland-Ukraine-Krieg und dem Risiko eines Stopps russischer Gaslieferungen leiden.

Künftige Situation der Bankbranche

Unsere Einschätzung hinsichtlich der kurz- und mittelfristigen sowie strukturellen Entwicklungstendenzen in der Bankbranche hat sich gegenüber den von uns im Jahresbericht 2021 getroffenen Aussagen zwar nicht grundlegend geändert, durch den Krieg in der Ukraine allerdings hat sich die Lage noch weiter verschärft. Insbesondere die Risiken für den kurzfristigen Ausblick auf das bankgeschäftliche Umfeld sind nach wie vor als sehr hoch einzustufen. Vor dem Hintergrund steigender Schuldzinsen ist in den kommenden Monaten mit einer merklich höheren Zahl an Firmen- und Privatinsolvenzen zu rechnen. Der daraus resultierende Wertberichtigungsbedarf wird sowohl das Firmen- als auch das Privatkundengeschäft betreffen.

Eines der beiden zentralen Prognoserisiken der nächsten Monate besteht darin, dass das weltweite Infektionsgeschehen im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie durch immer wieder neu auftretende Virusvarianten nicht wirksam eingedämmt werden kann. Weitere Infektionswellen und damit einhergehende Gegenmaßnahmen insbesondere seitens Chinas, das bisher konsequent eine Null-Covid-Strategie verfolgt hat, sind damit denkbar. Darüber hinaus kommen die kaum abschätzbaren Auswirkungen des Russland-Ukraine-Kriegs hinzu, der schon jetzt zu einer erheblichen Verteuerung von Rohstoffen und Energie geführt hat. Als Folge der Sanktionen der westlichen Welt gegen Russland und einer gegebenenfalls noch weiter zunehmenden Rohstoff- und Energieverknappung wird sich der Inflationsdruck verfestigen, unter Umständen sogar noch weiter verschärfen. Daraus erwachsen erhebliche Unsicherheiten für die globale Gesamtwirtschaft. Der europäische Bankensektor wird mit Blick auf seine Ertragserwartungen sowie seinen Risikovorsorge- und Kapitalbedarf spürbar belastet. Dazu tragen auch die massiv gestiegenen Volatilitäten an den Finanzmärkten bei der Bewertung von Vermögenstiteln bei.

Aufgrund des weiterhin unsicheren Verlaufs der Corona-Pandemie, des Russland-Ukraine-Krieges sowie der anhaltenden Energie- und Lieferkettenproblematik dürfte neben dem Handels- und Dienstleistungssektor auch die Industrie in den kommenden Monaten einen weitaus geringeren Beitrag zum Wirtschaftswachstum liefern können als bislang erwartet. Von der zu befürchtenden Schwäche der für die deutsche Wirtschaftsentwicklung so wichtigen Exportindustrie werden hierzulande sowohl das Zins- als auch das Provisionsergebnis der Banken betroffen sein. Dadurch steht das Geschäft mit Firmen- und Unternehmenskunden weiter unter großem Druck. Zudem wird das Geschäft mit Privatkunden gedämpft, weil die stark gestiegene Inflation den privaten Verbrauch spürbar belastet. Auch die bislang sehr robuste Nachfrage nach Wohnhypotheken dürfte sich trotz des Mangels an bezahlbarem Wohnraum allmählich eintrüben. Hier wirkt vor allem das zunehmende Hypothekenzinsniveau dämpfend. Mit dem starken Anstieg der Hypothekenzinsen hat sich die monatliche Belastung der Kreditnehmer im Vergleich zum Jahresbeginn zum Teil bereits verdoppelt.

Deutlich günstiger sind die Aussichten für die Banken bei der Zinsmarge. Inzwischen vollziehen die globalen Zinsmärkte einen grundlegenden Regimewechsel weg vom bisherigen Niedrigzinsniveau. Aufgrund der hohen Inflationsdynamik nehmen immer mehr Notenbanken eine geldpolitische Straffung vor. Bislang galten die Aussichten auf langanhaltende Niedrigzinsen als eine der zentralen Herausforderungen für den Bankensektor. Im Zuge eines auch hierzulande spürbar steigenden Zinsniveaus werden sich die Zinsmarge der Kreditinstitute und damit auch die Ertragslage des gesamten Finanzsektors nachhaltig verbessern können.

Positive Impulse für das Bankgeschäft kommen auch aus dem Bereich Nachhaltigkeit. Ein wesentlicher Fokus ist dabei, die Transformation zu einer CO 2-armen Wirtschaft von morgen finanziell zu unterstützen. So lassen sich beispielsweise durch die Emission von Green Bonds Projekte im Bereich der erneuerbaren Energien finanzieren.

Polen ist als direkter Nachbar der Ukraine vom Krieg besonders stark betroffen, was sich aufgrund der Beeinträchtigungen der Wirtschaft auch auf den Bankensektor negativ auswirken dürfte. Zusätzlich müssen die Rechtsentwicklung sowie ihre möglichen Auswirkungen auf die mBank und deren Bestand an Schweizer Franken- und anderen Fremdwährungskrediten weiterhin genau beobachtet werden. Eine weitere deutliche ertragsmäßige Belastung dürfte sich für den polnischen Bankensektor aus der Vergabe variabel verzinslicher Kredite ohne fixen Garantiezins an private Haushalte ergeben. Im Zuge der hohen Inflationsrate und des merklichen Leitzinsanstiegs der polnischen Nationalbank müssen viele Schuldner inzwischen deutlich höhere Monatsraten entrichten als noch vor Kurzem. Deshalb plant die polnische Regierung, dass ein bereits existierender Härtefallfonds für in Not geratene Kreditnehmer durch zusätzliche Bankenbeiträge aufgestockt wird. Im Juli 2022 wurde ein Gesetz im Zusammenhang mit dem Instrument der sogenannten "Credit Holidays" verabschiedet, bei denen die privaten Kreditnehmer ihre monatlichen Ratenzahlungen für laufende Hypothekenkredite bis Ende 2023 bis zu acht Mal aussetzen und so die Laufzeit ihres Kredites verlängern können.

Erwartete Finanzlage des Commerzbank-Konzerns

Geplante Finanzierungsmaßnahmen

Der Fundingplan für 2022 sieht ein Volumen von rund 7,5 Mrd. Euro vor. Die Mittelaufnahme der Commerzbank am Kapitalmarkt ist von der Refinanzierungsmöglichkeit über den TLTRO und der Optimierung der risikogewichteten Aktiva im Rahmen der neuen Geschäftsstrategie beeinflusst.

Die Commerzbank hat mit einer breiten Produktpalette Zugang zum Kapitalmarkt. Neben den unbesicherten Refinanzierungsmitteln (Preferred- und Non-preferred-Senior-Anleihen, Tier-2-Nachrangkapital sowie Additional-Tier-1-Kapital) verfügt die Commerzbank bei der Refinanzierung auch über die Möglichkeit, besicherte Refinanzierungsinstrumente, insbesondere Hypothekenpfandbriefe und öffentliche Pfandbriefe, zu emittieren. Pfandbriefe bilden einen festen Bestandteil im Refinanzierungsmix der Commerzbank. Dadurch hat die Commerzbank einen stabilen Zugang zu langfristiger Refinanzierung mit Kostenvorteilen gegenüber unbesicherten Refinanzierungsquellen. Die Emissionsformate reichen von großvolumigen Benchmarkanleihen bis hin zu Privatplatzierungen.

Durch regelmäßige Überprüfung und Anpassung der für das Liquiditätsmanagement und den langfristigen Refinanzierungsbedarf getroffenen Annahmen wird die Commerzbank den Veränderungen des Marktumfeldes und der Geschäftsentwicklung weiterhin Rechnung tragen und eine komfortable Liquiditätsausstattung sowie eine angemessene Refinanzierungsstruktur gewährleisten.

Geplante Investitionen

Im Rahmen der "Strategie 2024" plant die Commerzbank insgesamt mit 1,7 Mrd. Euro Direktkosten für IT-Investitionen. Hiervon entfallen 0,5 Mrd. Euro auf das Geschäftsjahr 2022. Rund 40 % dieser Investitionen für das laufende Jahr fließen in den Umbau des Geschäftsmodells beziehungsweise die Digitalisierung im Privatkundengeschäft. Die verbleibenden Mittel investieren wir in die weitere Digitalisierung von Prozessen im Firmenkundengeschäft, die IT-Infrastruktur sowie in Maßnahmen im Rahmen der Regulatorik.

Voraussichtliche Entwicklung der Liquidität

Der kurzfristige Repomarkt mit Wertpapieren hoher Qualität (High-Quality Liquid Assets, HQLA) wie Staatsanleihen, Agency-Wertpapieren (von quasi-staatlichen US-Emittenten begeben) sowie Pfandbriefen spielt weiterhin eine wichtige Rolle in der Bedienung der Bondmärkte sowie in der Finanzierung von Portfolios.

Das Eurosystem und sein Wertpapierleiheprogramm für Bestände unter dem Asset Purchase Programme (APP) und Pandemic Emergency Purchase Programme (PEPP) nehmen eine große Bedeutung im Handelsgeschehen ein, um den Collateral-Bedarf zu bedienen, insbesondere bei deutschen Staatsanleihen. Aufgrund der geänderten Rahmenbedingungen und der anhaltenden Inflation hat die EZB im Juni 2022 beschlossen, das APP-Programm zum 1. Juli 2022 einzustellen. Tilgungsbeträge der Wertpapiere sollen hierbei weiterhin angelegt werden. Für das PEPP-Programm sollen ebenfalls die Tilgungsbeiträge weiterhin bis mindestens Ende 2024 investiert werden. Damit soll zum einen der Markt mit reichlich Liquidität versorgt werden, zum anderen aber auch eine Beeinträchtigung des angemessenen geldpolitischen Kurses vermieden werden. Unter Berücksichtigung der ausstehenden TLTRO-Volumen sowie der umfangreichen Wertpapierbestände der EZB im Rahmen des APP und des PEPP bleiben zentralbankfähige Sicherheiten weiterhin gesucht, sodass die Euro-Repomärkte in HQLA weiterhin teurer als die EZB-Einlagenfazilität handeln. Wir rechnen weiterhin damit, dass Repos in HQLA unter der Einlagenfazilität handeln, da weiterhin eine hohe Nachfrage besteht. Dies wird auch durch die Wiederanlage fälliger Wertpapiere aus den Programmen der EZB gestützt. Investoren sind generell weniger bereit, ihr Collateral über einen mittelfristigen Zeitraum (länger als drei Monate) zur Verfügung zu stellen. Insofern ist der Markt für Term-Repos nach wie vor eingeschränkt liquide, besonders über bedeutende Berichtsstichtage.

Die Situation an den Bondmärkten ist einerseits durch die weitere Vorgehensweise beim Wertpapierankaufprogramm der EZB und die Entwicklung der Inflation, andererseits auch durch Lieferengpässe, hohe Energiekosten sowie die weiterhin hohe Überschussliquidität geprägt. Wir rechnen trotz der steigenden Staatsverschuldung weiterhin mit - im historischen Kontext - relativ niedrigen Bundrenditen auch im langfristigen Bereich, hervorgerufen im Wesentlichen durch die anhaltende Nachfrage durch Reinvestitionen seitens der EZB. Die Nachfrage von Finanzinvestoren nach Rendite wird ebenfalls sehr ausgeprägt bleiben, mit in der Folge weiterhin stabilen Credit-Spreads. Insgesamt rechnen wir im Zusammenhang mit dem Russland-Ukraine-Krieg aber nicht mit Liquiditätsengpässen.

Voraussichtliche Entwicklung des Commerzbank-Konzerns

Angesichts der guten Ertragsentwicklung in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres, rechnen wir für das Gesamtjahr 2022 mit im Vergleich zum Vorjahr höheren Operativen Erträgen. Dabei sollte der Provisionsüberschuss auf dem Niveau des Vorjahres und der Zinsüberschuss infolge der steigenden Zinsen signifikant höher liegen.

Wie bereits Mitte Juli kommuniziert, werden die Erträge der mBank infolge des vom polnischen Gesetzgeber Mitte Juli 2022 ratifizierten Gesetzes, das Zins- und Tilgungsstundungen für private Immobilienfinanzierungen ermöglicht, im dritten Quartal 2022 mit aktuell rund 210 Mio. Euro bis 290 Mio. Euro belastet - mit entsprechender Auswirkung auf das Operative Ergebnis der Commerzbank. Die Buchung erfolgt als negativer Ertrag weitgehend im Übrigen Ergebnis aus Finanzinstrumenten.

Unser striktes Kostenmanagement werden wir auch im weiteren Jahresverlauf fortführen und halten daher an unseren operativen Kostenzielen für das Gesamtjahr 2022 fest. Aufgrund der bereits im zweiten Quartal 2022 verbuchten zusätzlichen Pflichtabgaben von 83 Mio. Euro für eine Ergänzung der polnischen Einlagensicherung werden allerdings die für das Geschäftsjahr 2022 bislang prognostizierten spürbaren Kostenentlastungen in Höhe von rund 400 Mio. Euro nicht in vollem Maße wirksam werden. Für das Gesamtjahr 2022 gehen wir von einem Verwaltungsaufwand (inklusive Pflichtbeiträge) von rund 6,4 Mrd. Euro aus. Für das Risikoergebnis erwarten wir - unter der Annahme der Nutzung von TLAs - eine Gesamtjahresbelastung von rund - 700 Mio. Euro.

Insgesamt rechnen wir für das Gesamtjahr 2022 weiterhin mit einem Konzernergebnis von mehr als 1 Mrd. Euro und einer CET-1-Quote von über 13 % zum Jahresende. Es ist beabsichtigt, für das Geschäftsjahr 2022 eine Dividende mit einer Ausschüttungsquote von 30 % des Konzernergebnisses nach Abzug der AT-1-Kuponzahlungen vorzuschlagen.

Diese Prognose steht unter dem Vorbehalt, dass es keine wesentliche Erhöhung der Vorsorge für das Schweizer-Franken-Portfolio der mBank geben wird und es zu keiner deutlichen Verschlechterung der konjunkturellen Lage etwa aufgrund weiterer Engpässe in der Gasversorgung kommt.

Zwischenrisikobericht

Der Zwischenrisikobericht ist ein eigenständiger Berichtsteil im Zwischenbericht. Er ist Bestandteil des Zwischenlageberichts.

Zwischenrisikobericht

Risikoorientierte Gesamtbanksteuerung

Als Risiko bezeichnet die Commerzbank die Gefahr möglicher Verluste oder entgangener Gewinne aufgrund interner oder externer Faktoren. Die Risikosteuerung unterscheidet grundsätzlich zwischen quantifizierbaren und nicht quantifizierbaren Risikoarten. Quantifizierbare Risiken sind üblicherweise in der Rechnungslegung oder in der Kapitalbindung bewertbare Risiken, nicht quantifizierbare Risiken sind zum Beispiel Compliance- und Reputationsrisiken.

Organisation des Risikomanagements

Die Commerzbank sieht das Risikomanagement als eine Aufgabe für die gesamte Bank an. Der Chief Risk Officer (CRO) verantwortet konzernweit die Entwicklung und Umsetzung der risikopolitischen Leitlinien für quantifizierbare Risiken, die vom Vorstand festgelegt werden, sowie die Messung dieser Risiken. Der CRO berichtet dem Vorstand und dem Risikoausschuss des Aufsichtsrats regelmäßig über die Gesamtrisikolage des Konzerns.

Die Risikomanagement-Organisation besteht aus den Bereichen Group Credit Risk Management, Group Risk Control, Group Cyber Risk & Information Security sowie Group Big Data & Advanced Analytics.

Darüber hinaus ist der CRO für den Bereich Group Compliance zuständig. Die Etablierung angemessener Governance, Verfahren und Systeme, die es der Bank ermöglichen, unerwünschte Gefährdungen durch Compliance-Risiken zu vermeiden, ist Aufgabe von Group Compliance. Group Compliance wird durch den Chief Compliance Officer gesteuert.

Alle Bereiche haben eine direkte Berichtslinie an den CRO.

Weitere Details zur Organisation des Risikomanagements der Commerzbank sind im Konzernrisikobericht 2021 dargestellt.

Risikotragfähigkeit und Stresstesting

Die Risikotragfähigkeitsanalyse ist ein wesentlicher Bestandteil der Gesamtbanksteuerung und des Internal Capital Adequacy Assessment Process (ICAAP) der Commerzbank mit dem Ziel, eine angemessene Kapitalausstattung jederzeit sicherzustellen. Das Risikotragfähigkeitskonzept basiert im ökonomischen Ansatz entsprechend der aufsichtlichen Vorgaben auf einem Fortführungsansatz.

Die Überwachung und Steuerung der ökonomischen Risikotragfähigkeit erfolgen monatlich auf Ebene des Commerzbank-Konzerns.

Der Mindestanspruch an die ökonomische Risikotragfähigkeit gilt als erfüllt, sofern die Risikotragfähigkeits-(RTF-)Quote über 100 % liegt. Im ersten Halbjahr 2022 lag die RTF-Quote stets über 100 % und betrug 179 % per 30. Juni 2022. Der Rückgang des ökonomisch erforderlichen Kapitals für Adressenausfallrisiken gegenüber Dezember 2021 ist im Wesentlichen auf die jährliche Aktualisierung der Parameter im Kreditrisikomodell zurückzuführen. Der Anstieg des Marktrisikos reflektiert die gestiegenen Marktvolatilitäten infolge des Kriegs zwischen Russland und der Ukraine. Haupttreiber für den Anstieg des ökonomisch erforderlichen Kapitals für das operationelle Risiko sind, neben der regulären Aktualisierung der internen sowie externen Verlustdatenbasis, der Einbezug des Inflationsanstieges ab dem zweiten Quartal. Die RTF-Quote liegt weiterhin deutlich über dem Mindestanspruch.

Die ökonomische Risikotragfähigkeit wird zusätzlich anhand makroökonomischer Stressszenarios beurteilt. Die Szenariosimulationen werden grundsätzlich quartalsweise auf Konzernebene mit einem Zeithorizont von zwölf Monaten durchgeführt.

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Risikotragfähigkeit Konzern | Mrd. € 30.6.2022 31.12.2021
Ökonomisches Risikodeckungspotenzial 22 22
Ökonomisch erforderliches Kapital 1 12 12
davon für Adressenausfallrisiko 8 9
davon für Marktrisiko 2 4 3
davon für operationelles Risiko 2 1
davon Diversifikationseffekte - 2 - 2
RTF-Quote (%) 3 179 176

1 Einschließlich Objektwertänderungsrisiko, Risiko nicht börsennotierter Beteiligungen und Risikopuffer für Reserverisiko, für die Quantifizierung potenzieller Wertschwankungen von Intangibles sowie ab Dezember 2021 auch für Klima- und Umweltrisiken.
2 Einschließlich Einlagenmodellrisiko.
3 RTF-Quote = ökonomisches Risikodeckungspotenzial/​ökonomisch erforderliches Kapital (inklusive Risikopuffer).

In den vergangenen Monaten hat sich das globale Konjunkturbild massiv eingetrübt. Die von uns erwartete Erholung der Konjunktur im Euroraum nach dem Wegfall der Corona-Beschränkungen ist ausgeblieben. Der Preisauftrieb hat sich seit Jahresbeginn merklich verstärkt. Angesichts des Krieges in der Ukraine dürften die Energiepreise bis auf Weiteres hoch bleiben.

Aufgrund des weiterhin unsicheren Verlaufs der Corona-Pandemie, des Russland-Ukraine-Krieges sowie der anhaltenden Energie- und Lieferkettenproblematik dürfte neben dem Handels- und Dienstleistungssektor auch die Industrie in den kommenden Monaten einen weitaus geringeren Beitrag zum Wirtschaftswachstum liefern können als bislang erwartet.

Sollte es zu einem Stopp der russischen Erdgaslieferungen kommen, wären Rationierungen wohl unumgänglich, von denen insbesondere die Industrie betroffen würde. In diesem Fall droht eine Rezession wie nach der Finanzkrise.

Adressenausfallrisiken

Das Adressenausfallrisiko beinhaltet die Gefahr eines Verlustes oder entgangenen Gewinnes durch den Ausfall eines Geschäftspartners. Es zählt zu den quantifizierbaren, wesentlichen Risiken mit den Unterrisikoarten Kreditausfallrisiko, Emittentenrisiko, Kontrahentenrisiko, Länder- und Transferrisiko, Veritätsrisiko sowie Reserverisiko.

Commerzbank-Konzern

Die Commerzbank fokussiert ihr Geschäft in den zwei Kundensegmenten Privat- und Unternehmerkunden sowie Firmenkunden.

Im ersten Halbjahr 2022 wurde für erhöhte Adressenaufallrisiken als Folge des anhaltenden Kriegs zwischen Russland und der Ukraine, der deshalb verhängten Sanktionen und der sich daraus ergebenden Einschränkungen ein Top-Level-Adjustment (TLA) gebildet und im Risikoergebnis ausgewiesen. Daneben kam es im Portfolio mit Exposures in Russland, Belarus und der Ukraine zu Ratingmigrationen sowie Ausfällen von mehreren großen Einzelfällen.

Erwartete Sekundäreffekte aus der Corona-Pandemie und dem Russland-Ukraine-Krieg lassen sich nicht eindeutig jeweils einer Ursache zuordnen und trüben den makroökonomischen Ausblick stark ein. Dies erfordert die Bildung eines Sekundäreffekte-TLA. Der TLA-Betrag wurde im zweiten Quartal 2022 neu ermittelt und gewährleistet eine angemessene Betrachtung sekundärer Auswirkungen, die aus der Corona-Pandemie oder aus dem Russland-Ukraine-Krieg entstehen, wie beispielsweise Unterbrechung von Lieferketten und hohe Energiepreise, auf ausgewählte Wirtschaftszweige. Das Corona-TLA wurde hingegen im ersten Halbjahr 2022 aufgelöst beziehungsweise verbraucht.

In den restlichen Risikokennzahlen ist die erwartete unsichere Entwicklung derzeit vor allem in den Zahlen für Mittel- und Osteuropa ablesbar, wo sich die aktuelle Situation in einem erhöhten Expected Loss und somit einer höheren Risikodichte niederschlägt.

Kreditrisikokennzahlen Zur Steuerung und Limitierung der Adressenausfallrisiken im Commerzbank-Konzern nutzen wir unter anderem die folgenden Risikokennzahlen: Exposure at Default (EaD) - im Folgenden auch als Exposure bezeichnet -, Loss at Default (LaD), Expected Loss (EL), Risikodichte (EL/​EaD), Credit Value at Risk (CVaR = ökonomischer Kapitalbedarf für Kreditrisiken mit einem Konfidenzniveau von 99,90 % und einer Haltedauer von einem Jahr) und Risikoaktiva sowie für Klumpenrisiken den "All-in".

Die Kreditrisikokennzahlen der Ratingklassen 1,0 bis 5,8 stellten sich zum Stichtag 30. Juni 2022 wie folgt dar:

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30.6.2022 31.12.2021
Kreditrisikokennzahlen Exposure
at Default
Expected
Loss
Risiko-
dichte
CVaR Exposure
at Default
Expected
Loss
Mrd. € Mio. € Bp. Mio. € Mrd. € Mio. €
Privat- und Unternehmerkunden 204 405 20 1 902 203 408
Firmenkunden 177 426 24 4 306 174 347
Sonstige und Konsolidierung 93 103 11 1 445 93 114
Konzern 475 933 20 7 654 470 869
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31.12.2021
Kreditrisikokennzahlen Risiko-
dichte
CVaR
Bp. Mio. €
Privat- und Unternehmerkunden 20 2 180
Firmenkunden 20 4 197
Sonstige und Konsolidierung 12 2 141
Konzern 18 8 518

Das Konzernportfolio zeigt bei der Verteilung auf Basis von PD-Ratings einen Anteil von 85 % in den internen Ratingstufen 1 und 2, die dem Investment-Grade-Bereich zuzuordnen sind.

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30.6.2022
Ratingverteilung EaD | % 1,0-1,8 2,0-2,8 3,0-3,8 4,0-4,8 5,0-5,8
Privat- und Unternehmerkunden 29 56 12 2 1
Firmenkunden 19 61 14 3 2
Sonstige und Konsolidierung 61 36 3 0 0
Konzern 31 54 11 2 1
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31.12.2021
Ratingverteilung EaD | % 1,0-1,8 2,0-2,8 3,0-3,8 4,0-4,8 5,0-5,8
Privat- und Unternehmerkunden 30 55 12 2 1
Firmenkunden 18 62 15 3 2
Sonstige und Konsolidierung 49 47 3 0 0
Konzern 29 56 11 2 1

Die regionale Verteilung des Exposures entspricht der strategischen Ausrichtung der Bank und spiegelt die Schwerpunkte unserer globalen Geschäftstätigkeit wider. Mehr als die Hälfte des Engagements entfällt auf Deutschland, ein knappes Drittel auf andere Länder in Europa, 9 % auf Nordamerika und 4 % auf Asien. Der Rest ist breit diversifiziert und verteilt sich auf eine große Anzahl Länder, in denen insbesondere deutsche Exporteure begleitet werden oder die Commerzbank mit lokalen Einheiten vor Ort präsent ist. Der Expected Loss des Konzernportfolios verteilt sich mehrheitlich auf Deutschland und die restlichen europäischen Länder.

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30.6.2022 31.12.2021
Konzernportfolio nach Regionen Exposure
at Default
Expected
Loss
Risiko-
dichte
Exposure
at Default
Expected
Loss
Risiko-
dichte
Mrd. € Mio. € Bp. Mrd. € Mio. € Bp.
Deutschland 261 366 14 257 363 14
Westeuropa 92 163 18 96 198 21
Mittel- und Osteuropa 49 297 60 55 222 40
Nordamerika 43 49 11 37 35 9
Asien 18 25 14 15 23 16
Sonstige 11 32 28 11 28 27
Konzern 475 933 20 470 869 18

Risikoergebnis

Das Risikoergebnis im Kreditgeschäft des Konzerns belief sich im ersten Halbjahr 2022 auf - 570 Mio. Euro. (Vorjahreszeitraum: - 235 Mio. Euro).

Die nachfolgende Tabelle zeigt die Aufteilung des Risikoergebnisses nach Stages gemäß IFRS 9. In Note 26 des Zwischenabschlusses (Kreditrisiken und Kreditverluste) werden Details zu den Stages erläutert; in Note 8 (Risikoergebnis) findet sich die Definition zum Risikoergebnis.

Etwaige Marktwertschwankungen aus Fair-Value-Krediten sind nicht im Risikoergebnis enthalten. Sie werden ertragswirksam in der Position "Ergebnis aus erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten" ausgewiesen.

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1.1.-30.6.2022
Risikoergebnis | Mio. € Stage 1 Stage 2 1 Stage 3 1 Gesamt
Privat- und Unternehmerkunden - 8 - 13 - 139 - 160
Firmenkunden 4 - 167 - 175 - 338
Sonstige und Konsolidierung 3 56 - 130 - 72
Konzern - 1 - 125 - 445 - 570
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1.1.-30.6.2022 1.1.-30.6.2021
Risikoergebnis | Mio. € Stage 1 Stage 2 1 Stage 3 1 Gesamt
Privat- und Unternehmerkunden - 16 - 16 - 94 - 126
Firmenkunden 4 11 - 55 - 39
Sonstige und Konsolidierung 6 1 - 76 - 70
Konzern - 6 - 4 - 225 - 235

1 Inklusive des zugeordneten Risikoergebnisses aus POCI (POCI - Purchased or Originated Credit-impaired).

Gegenüber dem ersten Halbjahr 2021 hat sich das Risikoergebnis signifikant erhöht und wurde insbesondere durch den Russland-Ukraine-Krieg belastet. Hierfür wurde im ersten Quartal 2022 ein TLA in Höhe von - 334 Mio. Euro gebucht. Die dafür berücksichtigten Verlusterwartungen der Marktfolge für Exposures in Russland, Belarus und der Ukraine wurden im zweiten Quartal überprüft. Daneben waren in diesem Portfolio Ratingmigrationen sowie Ausfälle von mehreren großen Einzelengagements zu beobachten. Die damit einhergehenden Wertberichtigungen wurden überwiegend durch Nutzung des gebildeten TLA kompensiert. Der Bestand für das Russland-TLA beläuft sich per 30. Juni 2022 auf - 178 Mio. Euro.

Erwartete Sekundäreffekte aus der Corona-Pandemie und dem Russland-Ukraine-Krieg lassen sich nicht eindeutig jeweils einer Ursache zuordnen und trüben den makroökonomischen Ausblick stark ein. Die für die Risikovorsorgeermittlung verwendeten modellbasierten Parameter reflektieren diese Auswirkungen noch nicht vollständig. Dies erfordert die Bildung eines Sekundäreffekte-TLA. Der TLA-Betrag wurde im zweiten Quartal 2022 neu ermittelt und gewährleistet eine angemessene Betrachtung ausgewählter Wirtschaftszweige durch sekundäre Auswirkungen, die aus der Corona-Pandemie oder aus dem Russland-Ukraine-Krieg entstehen, wie beispielsweise Unterbrechung von Lieferketten und hohe Energiepreise. Der TLA-Bestand für Sekundäreffekte beläuft sich per 30. Juni 2022 auf - 386 Mio. Euro. Das Corona-TLA mit einem Bestand von -523 Mio. Euro per 31. Dezember 2021 wurde hingegen im ersten Halbjahr 2022 aufgelöst beziehungsweise verbraucht.

Die Angemessenheit der beiden TLAs wird fortlaufend überprüft. (Details zu den Hintergründen und der Anpassung des TLA siehe auch Note 26 des Zwischennabschlusses (Kreditrisiken und Kreditverluste)).

Weitere Treiber des Risikoergebnisses im Berichtszeitraum finden sich in den nachfolgenden Erläuterungen zu den Segmenten.

Wir erwarten unter Berücksichtigung der gebildeten TLAs ein Risikoergebnis zum Jahresende 2022 von rund - 700 Mio. Euro unter dem Vorbehalt, dass es zu keiner deutlichen Verschlechterung der konjunkturellen Entwicklung kommt, zum Beispiel wegen weiterer Engpässe in der Gasversorgung.

Zusätzlich zu den in die Ermittlung des Expected Credit Loss (ECL) zum 30. Juni 2022 eingeflossenen makroökonomischen Szenarios und Szenariogewichtungen sowie den per 30. Juni 2022 berücksichtigten TLAs, hat die Commerzbank in einer Szenarioanalyse mögliche Auswirkungen von Bonitätsverschlechterungen, die einer Rationierung der Gasversorgung aufgrund wesentlicher Verknappung der russischen Gasversorgung bis hin zum Gaslieferungs-Stopp bei gleichzeitiger Annahme von direkten oder indirekten staatlichen Unterstützungsmaßnahmen für eventuell betroffene Haushalte und Unternehmen folgen könnten, simuliert. Das simulierte Szenario basiert auf der Annahme von verschlechterten volkswirtschaftlichen Prognosen für das Bruttoinlandsprodukt Deutschlands für 2022 von - 2,7 % und für 2023 von - 1,1 % sowie Arbeitslosenquoten von 6,6 % im Jahr 2022 und 6,8 % im Jahr 2023. Die Analyse zeigt für dieses Szenario einen zusätzlichen negativen Effekt von 0,5 Mrd. Euro - 0,6 Mrd. Euro. Dieser, unter Anwendung der für das Sekundäreffekte-TLA genutzten Methodik, ermittelte Effekt ist berechnet als zusätzlicher TLA-Bedarf zu den im Abschluss zum 30. Juni 2022 berücksichtigten TLAs, falls ein solches Szenario zukünftig zu unterstellen wäre.

Default-Portfolio

Das Default-Portfolio ist im ersten Halbjahr 2022 um 691 Mio. Euro gestiegen und lag bei 4 846 Mio. Euro. Der Anstieg resultiert durch Ausfälle bei Einzelengagements im Segment Firmenkunden sowie im Bereich Sonstige und Konsolidierung.

Die nachstehende Darstellung des Default-Portfolios zeigt die ausgefallenen Forderungen der Kategorien Amortised Cost und Fair Value OCI (OCI - Other Comprehensive Income).

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30.6.2022 31.12.2021
Default-Portfolio Konzern | Mio. € Kredite Wertpapiere Gesamt Kredite Wertpapiere Gesamt
Default-Portfolio 4 730 116 4 846 4 152 3 4 156
LLP 1 2 112 20 2 132 2 055 0 2 055
Coverage Ratio exkl. Sicherheiten (%) 2 45 17 44 49 - 49
Sicherheiten 1 258 0 1 258 1 109 0 1 109
Coverage Ratio inkl. Sicherheiten (%) 2 71 17 70 76 - 76
NPE-Ratio (%) 3 0,8 0,9

1 Loan Loss Provision.
2 Coverage Ratio: LLP (und Sicherheiten) im Verhältnis zum Default-Portfolio.
3 NPE-Ratio: Notleidende Forderungen im Verhältnis zu den Gesamtforderungen gemäß EBA Risk Dashboard.

Segment Privat- und Unternehmerkunden

Das Segment Privat- und Unternehmerkunden (PUK) umfasst die Aktivitäten mit Privat- und Unternehmerkunden, im Private Banking und im Wealth Management sowie mit Kunden der Marke comdirect und Commerz Real. Die mBank wird ebenfalls im Segment Privat- und Unternehmerkunden abgebildet.

Der Schwerpunkt des Portfolios liegt auf der klassischen Eigenheimfinanzierung und der Finanzierung von Immobilienkapitalanlagen (private Baufinanzierung und Renditeobjekte mit einem EaD von insgesamt 104 Mrd. Euro). Die Kreditversorgung unserer

Unternehmerkunden stellen wir im Wesentlichen über Individualkredite mit einem Volumen von 29 Mrd. Euro sicher. Daneben decken wir den alltäglichen Kreditbedarf unserer Kunden durch Konsumentenkredite ab (Verfügungskredite, Ratenkredite und Kreditkarten mit insgesamt 15 Mrd. Euro). Der Portfolioanstieg im ersten Halbjahr 2022 resultierte überwiegend aus der Baufinanzierung.

Die Risikodichte des Portfolios ist mit 20 Basispunkten gegenüber dem Stand vom Dezember 2021 unverändert geblieben.

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30.6.2022 31.12.2021
Kreditrisikokennzahlen Exposure
at Default
Expected
Loss
Risiko-
dichte
Exposure
at Default
Expected
Loss
Risiko-
dichte
Mrd. € Mio. € Bp. Mrd. € Mio. € Bp.
Private Kunden 83 102 12 83 108 13
Unternehmerkunden 35 54 15 35 54 15
comdirect 2 6 25 2 5 24
Commerz Real 0 0 9 0 0 10
Private Banking 12 9 7 11 9 8
Wealth Management 28 26 9 26 25 10
mBank 44 209 48 45 207 46
PUK 204 405 20 203 408 20

Im Segment Privat- und Unternehmerkunden belief sich das Risikoergebnis im ersten Halbjahr 2022 auf - 160 Mio. Euro (Vorjahreszeitraum - 126 Mio. Euro). Der Anstieg ist zu einem großen Teil aus höheren Belastungen bei der mBank zurückzuführen.

Die Risikovorsorge der mBank resultiert zum Teil aus einzelfallbedingten Zuführungen und liegt mit - 97 Mio. Euro über dem Vorjahreswert von - 83 Mio. Euro.

Für das Segment werden aus Sekundäreffekten der Corona-Pandemie und dem Russland-Ukraine-Krieg Ratingmigrationen und Ausfälle erwartet, welche aktuell in der modellbasierten Risikovorsorgeermittlung noch nicht reflektiert sind und demzufolge über das TLA abgedeckt werden. Das Sekundäreffekte-TLA berücksichtigt erwartete Belastungen insbesondere durch steigende Energiekosten, unterbrochene Lieferketten und durch eine schlechtere wirtschaftliche Situation. Davon betroffen sind sowohl das Privatkundenportfolio als auch das Unternehmerkundenportfolio. Der TLA-Bestand für Sekundäreffekte beläuft sich zum 30. Juni 2022 auf - 101 Mio. Euro. Das Segment wurde nicht vom Russland-TLA belastet. Das zum 31. Dezember 2021 bestehende Corona-TLA wurde hingegen im ersten Halbjahr 2022 aufgelöst beziehungsweise verbraucht.

Das Default-Portfolio des Segments lag zum Berichtszeitpunkt bei 1 827 Mio. Euro und somit nahezu auf dem Niveau des Vorjahres (31. Dezember 2021: 1 846 Mio. Euro).

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30.6.2022 31.12.2021
Default-Portfolio Segment PUK | Mio. € Kredite Wertpapiere Gesamt Kredite Wertpapiere Gesamt
Default-Portfolio 1 827 0 1 827 1 846 0 1 846
LLP 861 0 861 826 0 826
Coverage Ratio exkl. Sicherheiten (%) 47 - 47 45 - 45
Sicherheiten 709 0 709 717 0 717
Coverage Ratio inkl. Sicherheiten (%) 86 - 86 84 - 84

Segment Firmenkunden

Im Segment Firmenkunden (FK) bündelt der Konzern das Geschäft mit mittelständischen Firmenkunden, dem öffentlichen Sektor, institutionellen Kunden und multinationalen Unternehmen. Darüber hinaus verantwortet das Segment die Beziehungen des Konzerns zu in- und ausländischen Banken und Finanzinstituten sowie Zentralbanken. Der regionale Schwerpunkt unserer Aktivitäten liegt in Deutschland und Westeuropa. Weiterhin werden in diesem Segment die kundenorientierten Kapitalmarktaktivitäten des Konzerns gebündelt.

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30.6.2022 31.12.2021
Kreditrisikokennzahlen Exposure
at Default
Expected
Loss
Risiko-
dichte
Exposure
at Default
Expected
Loss
Risiko-
dichte
Mrd. € Mio. € Bp. Mrd. € Mio. € Bp.
Mittelstand 78 167 21 77 158 20
International Corporates 63 167 27 60 120 20
Financial Institutions 22 73 33 21 47 23
Sonstige 15 18 13 16 23 14
FK 177 426 24 174 347 20

Der EaD des Segments Firmenkunden ist im Vergleich zum 31. Dezember des Vorjahres von 174 Mrd. Euro auf 177 Mrd. Euro gestiegen. Die Risikodichte ist von 20 Basispunkten auf 24 Basispunkte ebenfalls gestiegen.

Für Details zur Entwicklung des Financial-Institutions-Portfolios verweisen wir auf Seite 26.

Das Risikoergebnis des Segments Firmenkunden lag im ersten Halbjahr 2022 bei - 338 Mio. Euro (Vorjahreszeitraum: - 39 Mio. Euro) und wurde im Vergleich zum Vorjahr durch den Russland-Ukraine-Krieg erheblich belastet.

Für das Segment werden als direkte Folge des Russland-Ukraine-Kriegs für Kunden in Russland, Belarus und der Ukraine Ratingmigrationen und Ausfälle erwartet. Für das gesamte Firmenkundenportfolio werden Ratingmigrationen und Ausfälle aus Sekundäreffekten der Corona-Pandemie und dem Russland-Ukraine-Krieg erwartet. Zum 30. Juni 2022 beträgt der Anteil des auf das Segment entfallenden Russland-TLA - 178 Mio. Euro. Das Sekundäreffekte-TLA berücksichtigt erwartete Belastungen insbesondere durch steigende Energiekosten, unterbrochene Lieferketten und durch eine schlechtere wirtschaftliche Situation. Für die Ermittlung des Sekundäreffekte-TLAs wurde das Portfolio auf Basis des makroökonomischen Szenarios überprüft. Die Annahmen für Branchen/​Teilportfolios, für die indirekte Auswirkungen zu erwarten sind, wurden angepasst. Kunden des Segments werden durch gestiegene Energiepreise, Unterbrechungen von Lieferketten sowie einer schlechteren wirtschaftlichen Situation belastet. Details zu den Hintergründen und der Anpassung der TLAs siehe auch Note 26 des Zwischenabschlusses (Kreditrisiken und Kreditverluste).

Der Anteil des Segments am Sekundäreffekte-TLA beläuft sich zum Ende des ersten Halbjahres auf - 276 Mio. Euro. Das zum 31. Dezember 2021 bestehende Corona-TLA wurde hingegen im ersten Halbjahr 2022 aufgelöst beziehungsweise verbraucht.

Das Default-Portfolio des Segments lag zum 30. Juni 2022 bei 2 350 Mio. Euro (31. Dezember 2021: 2 096 Mio. Euro). Die Entwicklung im ersten Halbjahr war insbesondere vom Ausfall größerer Einzelengagements mit Bezug zum Russland-Ukraine-Krieg geprägt.

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30.6.2022 31.12.2021
Default-Portfolio Segment FK | Mio. € Kredite Wertpapiere Gesamt Kredite Wertpapiere Gesamt
Default-Portfolio 2 347 3 2 350 2 092 3 2 096
LLP 980 0 980 1 076 0 1 076
Coverage Ratio exkl. Sicherheiten (%) 42 - 42 51 - 51
Sicherheiten 545 0 545 387 0 387
Coverage Ratio inkl. Sicherheiten (%) 65 - 65 70 - 70

Im Bereich Sonstige und Konsolidierung lag das Risikoergebnis im ersten Halbjahr 2022 bei - 72 Mio. Euro (Vorjahreszeitraum: - 70 Mio. Euro). Treiber für die Risikovorsorge waren Ratingmigrationen sowie Ausfälle von großen Einzelengagements in Folge des Russland-Ukraine-Kriegs sowie die negative Entwicklung eines Bestandsengagements, die eine Erhöhung der bestehenden Risikovorsorge erforderte. Das im ersten Quartal gebildete Russland-TLA in Höhe von - 30 Mio. Euro kompensiert diese Ausfälle teilweise und wurde per 30. Juni 2022 aufgelöst. Von dem Sekundäreffekte-TLA entfallen auf diesen Bereich - 9 Mio. Euro. Das Corona-TLA wurde im ersten Halbjahr 2022 aufgelöst (Bestand 31. Dezember 2021: - 5 Mio. Euro).

Weitere Portfolioanalysen

Die folgenden Analysen sind unabhängig von der bestehenden Segmentzugehörigkeit zu verstehen. Die dargestellten Positionen sind bereits vollständig in den vorherigen Konzern- und Segmentdarstellungen enthalten.

Corporates-Portfolio nach Branchen

Die deutschen Industriesektoren haben die Belastungen der Corona-Pandemie insgesamt gut verkraftet, wozu auch staatliche Kredit- und Unterstützungsprogramme beigetragen haben. Gleichwohl ist die Recovery unterschiedlich und nicht alle Branchen haben das Umsatz- und Ertragsniveau vor der Corona-Pandemie erreicht.

Aktuell belasten der Krieg in der Ukraine sowie auch Lockdowns in China. Energie- und Rohstoffpreise sind signifikant angestiegen, die Inflation hat ein Niveau erreicht, das die wenigsten erwartet hätten. In der Folge war auch ein spürbarer Zinsanstieg zu verzeichnen. Aufgrund unverändert robuster Nachfrage bei knappem Angebot, insbesondere durch Störungen bei den Lieferketten, gelingt es den Unternehmen größtenteils, in der Breite die gestiegenen Kosten weiterzugeben. Auch abhängig von der Lohnentwicklung und den Energiepreisen wird sich das verfügbare Haushaltseinkommen reduzieren und nachfragedämpfend wirken, mit entsprechenden Auswirkungen auf die Unternehmensgewinne.

Investitionen in den Umweltschutz und CO 2-neutrale Produktion werden erhebliche Investitionen benötigen. Auch die Reduzierung von Abhängigkeiten und die Sicherstellung einer stabilen Lieferkette führen zu Kostenbelastungen. Wir sehen unsere Kunden aber hier in der Breite gut aufgestellt.

Ganz maßgeblich für die weitere Entwicklung der deutschen Volkswirtschaft wird sein, wie sich der Krieg zwischen Russland und der Ukraine weiterentwickelt und insbesondere, ob und in welchem Umfang weiter Gas aus Russland geliefert wird. Ein plötzlicher Stopp von Gaslieferungen könnte zu erheblichen Belastungen und Verwerfungen führen.

Das Corporates-Exposure verteilt sich wie nachfolgend dargestellt auf die Branchen:

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30.6.2022 1 31.12.2021
Corporates-Portfolio nach Branchen Exposure
at Default
Expected
Loss
Risiko-
dichte
Exposure
at Default
Expected
Loss
Risiko-
dichte
Mrd. € Mio. € Bp. Mrd. € Mio. € Bp.
Konsum 15 30 21 16 38 24
Technologie/​Elektronik 14 22 16 15 27 18
Energieversorgung/​Umwelt 14 28 21 22 51 23
Großhandel 12 29 23 13 37 27
Transport/​Tourismus 11 51 47 13 46 37
Automobil 11 34 32 10 30 30
Grundstoffe/​Metall 10 43 43 10 25 24
Chemie/​Verpackung 8 19 24 8 26 31
Dienstleistungen/​Medien 8 17 21 10 28 28
Maschinenbau 8 15 19 7 19 25
Pharma/​Gesundheitswesen 4 7 15 6 25 42
Bau 4 7 17 5 12 22
Sonstige 30 84 28 5 3 6
Gesamt 149 387 26 141 367 26

1 Die Definition der Branchen wurde im Januar 2022 angepasst; die Werte zum 30. Juni 2022 sind mit den Werten zum 31. Dezember 2021 daher nur eingeschränkt vergleichbar.

Financial-Institutions-Portfolio

Mit unserem Korrespondenzbankennetz standen weiterhin Trade-Finance-Aktivitäten im Interesse unserer Firmenkunden sowie Kapitalmarktaktivitäten im Vordergrund. Im Derivatebereich werden Transaktionen mit ausgewählten Gegenparteien nach den Standards der European Market Infrastructure Regulation (EMIR) abgeschlossen.

Die Auswirkungen von aufsichtsrechtlichen Vorgaben auf Banken beobachten wir weiterhin eng. In diesem Zusammenhang verfolgen wir unverändert die Strategie, möglichst wenige Exposures zu halten, die im Falle eines Bail-in des betroffenen Instituts Verluste erleiden könnten.

Die Entwicklung diverser Länder bei individuellen Themen wie Rezessionen, Embargos oder wirtschaftlicher Unsicherheit aufgrund politischer Ereignisse (derzeit insbesondere die Invasion Russlands in der Ukraine) verfolgen wir eng und reagieren mit einer flexiblen, auf die jeweilige Situation des Landes abgestimmten Portfoliosteuerung. Dies gilt sowohl für Verwerfungen, die noch aus der Corona-Pandemie bestehen, sowie die Entwicklung von Energiepreisen und Energieversorgung, als auch die Auswirkungen der steigenden Inflation. All dies wirkt sich stark auf das operative Umfeld unserer Korrespondenzbanken sowohl in Industrieländern als auch in Entwicklungsländern aus. Insgesamt richten wir unseren Risikoappetit danach aus, das Portfolio möglichst rea-gibel zu halten.

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30.6.2022 31.12.2021
FI-Portfolio nach Regionen Exposure
at Default
Expected
Loss
Risiko-
dichte
Exposure
at Default
Expected
Loss
Risiko-
dichte
Mrd. € Mio. € Bp. Mrd. € Mio. € Bp.
Deutschland 5 3 7 5 4 9
Westeuropa 14 9 7 15 10 7
Mittel- und Osteuropa 2 41 244 2 9 44
Nordamerika 3 1 2 2 1 2
Asien 5 15 28 5 15 28
Sonstige 6 21 34 6 18 31
Gesamt 34 90 26 35 56 16

Non-Bank-Financial-Institutions-Portfolio

Das Non-Bank-Financial-Institutions-(NBFI-)Portfolio umfasst hauptsächlich Versicherungsgesellschaften, Asset-Manager, regulierte Fonds sowie zentrale Gegenparteien. Die regionalen Schwerpunkte der Geschäftsaktivitäten liegen in Deutschland, Westeuropa sowie den Vereinigten Staaten von Amerika und Asien.

Neugeschäfte mit NBFIs erfolgen einerseits vor dem Hintergrund regulatorischer Anforderungen (Clearing über zentrale Gegenparteien) und andererseits im Interesse unserer institutionellen Kunden, wobei sich die Commerzbank auf attraktive Opportunitäten mit Adressen guter Bonität beziehungsweise werthaltiger Besicherung fokussiert. Unter Portfoliomanagement-Gesichtspunkten verfolgen wir dabei als Ziel die Gewährleistung einer hohen Portfolioqualität und -reagibilität. Risiken aufgrund globaler Ereignisse wie Rezessionen, Embargos oder wirtschaftlicher Unsicherheit aufgrund politischer Ereignisse (derzeit insbesondere die Invasion Russlands in der Ukraine) verfolgen wir eng und reagieren mit einer flexiblen, auf die jeweilige Situation abgestimmten Steuerung. Dies gilt auch für die aktuellen Themen der Entwicklung von Energiepreisen und Energieversorgung sowie Auswirkungen der steigenden Inflation. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf das operative Umfeld von NBFI-Kunden haben sich weiter reduziert, so dass wir aktuell keine Bonitätsverschlechterung daraus erwarten.

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30.6.2022 31.12.2021
NBFI-Portfolio nach Regionen Exposure
at Default
Expected
Loss
Risiko-
dichte
Exposure
at Default
Expected
Loss
Risiko-
dichte
Mrd. € Mio. € Bp. Mrd. € Mio. € Bp.
Deutschland 19 19 10 18 18 10
Westeuropa 15 18 12 13 18 14
Mittel- und Osteuropa 2 17 85 2 14 75
Nordamerika 9 11 11 9 5 6
Asien 1 2 12 1 1 11
Sonstige 1 3 35 1 3 39
Gesamt 47 69 15 44 60 14

Originatorenpositionen

Die Commerzbank hat im Laufe der vergangenen Jahre aus Gründen des Kapitalmanagements Verbriefungen von Kreditforderungen gegenüber Kunden mit einem aktuellen Volumen von 10,8 Mrd. Euro (31. Dezember 2021: 11,5 Mrd. Euro) vorgenommen. Zum Stichtag 30. Juni 2022 wurden Risikopositionen in Höhe von 9,6 Mrd. Euro (31. Dezember 2021: 9,8 Mrd. Euro) zurückbehalten. Der weitaus größte Teil aller Positionen entfiel mit 9,4 Mrd. Euro (31. Dezember 2021: 9,6 Mrd. Euro) auf Senior-Tranchen, die nahezu vollständig gut bis sehr gut geratet sind. Die Commerzbank plant, im zweiten Halbjahr 2022 eine synthetische Transaktion mit einem Volumen von 3,2 Mrd. Euro zu begeben, der Forderungen an Unternehmen zugrunde liegen werden.

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Volumen Commerzbank 1
Verbriefungspool Mrd. € Fälligkeit Senior Mezzanine First Loss Piece Gesamtvolumen
Corporates 2025 - 2036 9,4 < 0,1 0,1 10,8
Gesamt 30.6.2022 9,4 < 0,1 0,1 10,8
Gesamt 31.12.2021 9,6 < 0,1 0,2 11,5

1 Tranchen/​Rückbehalte (nominal): Anlage- und Handelsbuch.

Conduit Exposure und sonstige Asset-backed Exposures

Die Commerzbank stellt Finanzierungen zur Verbriefung von Forderungen - insbesondere Handels- und Leasingforderungen - von Kunden des Segments Firmenkunden bereit. Hierbei fungiert die Commerzbank im Wesentlichen als Arrangeur von Asset-backed-Securities-Transaktionen über das von der Commerzbank gesponserte Multiseller-Conduit Silver Tower. Das Volumen sowie die Risikowerte für die Verbriefung von Forderungen aus dem Firmenkundensegment sind im ersten Halbjahr 2022 um 0,1 Mrd. Euro auf 4,0 Mrd. Euro gestiegen.

Das Liquiditätsrisiko subsumiert das Risiko, dass die Commerzbank ihren tagesaktuellen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen kann. Die Liquiditätsrisiken aus Verbriefungen werden im Rahmen des internen Liquiditätsrisikomodells konservativ modelliert. Bei variabel ausnutzbaren Geschäften wird unterstellt, dass die den Zweckgesellschaften gestellten Ankaufsfazilitäten für die Dauer ihrer Laufzeit nahezu vollständig und bis zur Fälligkeit der letzten finanzierten Forderung durch die Commerzbank refinanziert werden müssen. Verbriefungen werden nur dann als liquide Aktiva berücksichtigt, wenn es sich um zentralbankfähige Positionen handelt. Diese Positionen werden nur unter Anwendung von konservativen Abschlägen in der Liquiditätsrisikorechnung berücksichtigt.

Die sonstigen Asset-backed Exposures umfassen im Wesentlichen staatsgarantierte ABS-Papiere gehalten in der Commerzbank Finance & Covered Bond S.A. sowie der Commerzbank AG Inland. Das Volumen ging im ersten Halbjahr 2022 auf 3,8 Mrd. Euro zurück (Dezember 2021: 3,9 Mrd. Euro), ebenso die Risikowerte 1 mit 3,8 Mrd. Euro (Dezember 2021: 3,9 Mrd. Euro).

Weiterhin bestehen Investitionen im Bereich Structured Credit. Von diesen wurden 7,0 Mrd. Euro seit 2014 als Neuinvestitionen getätigt (Dezember 2021: 6,9 Mrd. Euro). Wir haben in Anleihen von Senior-Tranchen aus Verbriefungstransaktionen der Asset-klassen Consumer-(Auto-)ABS, UK-RMBS und CLO investiert, die eine robuste Struktur und ein moderates Risikoprofil aufweisen. Zum 30. Juni 2022 befanden sich (wie zum Jahresabschluss 2021) ausschließlich CLO-Positionen mit AAA-Ratings in diesem Portfolio. Verbleibende Positionen im Volumen von 0,2 Mrd. Euro waren bereits vor 2014 im Bestand (Dezember 2021: 0,2 Mrd. Euro), die Risikowerte dieser Positionen lagen bei 0,1 Mrd. Euro (Dezember 2021: 0,2 Mrd. Euro).

Marktrisiken

Marktrisiken drücken die Gefahr möglicher ökonomischer Wertverluste aus, die durch die Veränderung von Marktpreisen (Zinsen, Rohwaren, Credit Spreads, Währungs- und Aktienkursen) oder sonstiger preisbeeinflussender Parameter (Volatilitäten, Korrelationen) entstehen. Die Wertverluste können unmittelbar erfolgswirksam werden, zum Beispiel bei Handelsbuchpositionen. Im Fall von Anlagebuchpositionen werden sie hingegen in der Regel in der Neubewertungsrücklage beziehungsweise in den Stillen Lasten/​Reserven berücksichtigt.

Risikosteuerung

Das Marktrisiko wird intern durch ein einheitliches Value-at-Risk-Modell (Historische Simulation) gesteuert, in das alle marktrisikorelevanten Positionen einfließen. Für kleinere Einheiten innerhalb der Commerzbank-Gruppe werden im Rahmen eines Partial Use die Standardverfahren verwendet. Der VaR quantifiziert den möglichen Verlust aus Finanzinstrumenten infolge veränderter Marktbedingungen während eines vorgegebenen Zeithorizonts und mit einer festgelegten Wahrscheinlichkeit. Nähere Details zur angewendeten Methodik sind im Konzernrisikobericht 2021 dargestellt.

In der internen Steuerung werden alle marktrisikorelevanten Positionen abgedeckt und Handelsbuch- sowie Anlagebuchpositionen gemeinsam gesteuert. Für regulatorische Zwecke erfolgt zusätzlich eine separate Steuerung des Handelsbuches (gemäß regulatorischen Anforderungen inklusive Währungs- und Rohwarenrisiken des Anlagebuches) sowie eine Steuerung der Zinsrisiken im Anlagebuch auf Stand-alone-Basis. Um eine konsistente Darstellung in diesem Bericht zu gewährleisten, beziehen sich alle Angaben zum VaR auf ein Konfidenzniveau von 99 % und eine Haltedauer von einem Tag bei gleichgewichteten Marktdaten und einer Historie von 254 Tagen.

Handelsbuch

Im Folgenden wird die Entwicklung der regulatorischen Marktrisikokennziffern des Handelsbuchportfolios dargestellt. Die Handelsbuchpositionen der Commerzbank liegen im Wesentlichen im Segment Firmenkunden sowie im Bereich Group Treasury. Die VaR-Zahlen beinhalten alle Risiken im internen VaR-Modell. Tochterunternehmen der Commerzbank wenden im Rahmen eines Partial Use das Standardverfahren für die regulatorische Kapitalberechnung an und sind nicht in den dargestellten regulatorischen VaR-Kennziffern enthalten.

Der VaR blieb im ersten Halbjahr 2022 stabil bei 7 Mio. Euro.

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VaR der Portfolios im
Handelsbuch | Mio. €
1.1.-30.6.2022 2021
Minimum 6 3
Mittelwert 8 7
Maximum 12 20
VaR-Endziffer Berichtsperiode 7 7

Das Marktrisikoprofil ist über alle Anlageklassen diversifiziert.

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VaR-Beitrag nach Risikoarten
im Handelsbuch | Mio. €
30.6.2022 31.12.2021
Credit Spreads 1 1
Zinsen 3 2
Aktien 0 0
Währung 2 2
Rohwaren 2 2
Gesamt 7 7

Für die regulatorische Kapitalunterlegung werden weitere Risikokennziffern berechnet. Hierzu zählt die Ermittlung des Stressed VaR. Die Berechnung des Stressed VaR basiert auf dem internen Modell und entspricht der oben beschriebenen VaR-Methodik. Der wesentliche Unterschied liegt in den zur Bewertung der Vermögenswerte genutzten Marktdaten. Im Stressed VaR wird das Risiko der aktuellen Positionierung im Handelsbuch mit Marktbewegungen einer festgelegten Krisenperiode aus der Vergangenheit bewertet. Der angesetzte Krisenbeobachtungszeitraum wird im Rahmen der Modellvalidierungs- und Genehmigungsprozesse regelmäßig überprüft und bei Bedarf angepasst. Im Jahresverlauf blieb der Krisenbeobachtungszeitraum unverändert.

1 Der Risikowert stellt den Balance Sheet Value von Cash-Instrumenten dar, bei Long-CDS-Positionen setzt er sich aus dem Nominalwert des Referenzinstruments abzüglich des Barwertes des Kreditderivats zusammen.

Das Marktrisikoprofil im Stressed VaR ist ebenfalls über alle Anlageklassen diversifiziert. Die dominierenden Anlageklassen sind dabei Zinsen und Rohwaren. Der Stressed VaR ging im ersten Halbjahr 2022 von 39 Mio. Euro auf 26 Mio. Euro zurück. Dieser Rückgang resultiert insbesondere aus dem Abbau von Positionen in Emissionszertifikaten.

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Stressed-VaR-Beitrag nach Risiko-
arten im Handelsbuch | Mio. €
30.6.2022 31.12.2021
Credit Spreads 6 7
Zinsen 8 10
Aktien 1 1
Währung 4 5
Rohwaren 9 16
Gesamt 26 39

Darüber hinaus wird mit den Kennziffern Incremental Risk Charge und Equity-Event-VaR das Risiko von Bonitätsverschlechterungen sowie Event-Risiken bei Handelsbuchpositionen quantifiziert. Die Incremental Risk Charge stieg im ersten Halbjahr 2022 um 27 Mio. Euro auf 58 Mio. Euro an. Dies resultiert hauptsächlich aus Positionsveränderungen im Segment Firmenkunden und dem Bereich Group Treasury.

Die Verlässlichkeit des internen Modells (historische Simulation) wird unter anderem durch die Anwendung von Backtesting-Verfahren auf täglicher Basis überprüft. Dem ermittelten VaR werden dabei tatsächlich eingetretene Gewinne und Verluste gegenübergestellt. Im Prozess wird zwischen den Varianten "Clean P&L" und "Dirty P&L" Backtesting unterschieden. Beim Clean P&L Backtesting werden in der Gewinn- und-Verlust-Rechnung genau die Positionen berücksichtigt, die der VaR-Berechnung zugrunde lagen. Die Gewinne und Verluste resultieren also ausschließlich aus den am Markt eingetretenen Preisänderungen (hypothetische Änderungen des Portfoliowertes). Demgegenüber werden beim Dirty P&L Backtesting zusätzlich die Gewinne und Verluste von neu abgeschlossenen sowie ausgelaufenen Geschäften des betrachteten Geschäftstages herangezogen (tatsächliche durch Änderung der Portfoliowerte induzierte Gewinne und Verluste). Gewinne und Verluste aus Bewertungsanpassungen und Modellreserven werden gemäß den regulatorischen Vorgaben in der Dirty und Clean P&L berücksichtigt.

Überschreitet der sich ergebende Verlust den VaR, so spricht man von einem negativen Backtesting-Ausreißer. Die Analyse der Backtesting-Ergebnisse liefert Anhaltspunkte zur Überprüfung von Parametern und zur potenziellen Verbesserung des Marktrisikomodells. Im ersten Halbjahr 2022 wurden 3 negative Clean P&L-sowie 3 negative Dirty P&L-Ausreißer gemessen. Die P&L-Ausreißer wurden vor allem durch Marktbewegungen bei Zinsen, Fremdwährungen und Rohstoffen verursacht.

Es wurde überprüft, dass keiner der beobachteten Backtesting-Ausreißer durch Modellschwächen verursacht wurde. Auf Basis des Backtestings bewerten auch die Aufsichtsbehörden die internen Risikomodelle. Negative Ausreißer werden mittels eines von der Aufsicht vorgegebenen Ampelansatzes klassifiziert. Alle negativen Backtesting-Ausreißer (Clean P&L und Dirty P&L) auf Gruppenebene müssen unter Angabe von Ausmaß und Ursache den Aufsichtsbehörden gemeldet werden.

Da das VaR-Konzept eine Vorhersage möglicher Verluste unter der Annahme normaler Marktverhältnisse liefert, wird es durch sogenannte Stresstests ergänzt. Mithilfe von Stresstests wird das Risiko gemessen, dem die Commerzbank aufgrund unwahrscheinlicher, aber dennoch plausibler Ereignisse ausgesetzt ist. Solche Ereignisse können mittels extremer Bewegungen auf den verschiedenen Finanzmärkten simuliert werden. Die wichtigsten Szenarios beziehen sich auf wesentliche Veränderungen von Credit Spreads, Zinssätzen und Zinskurven, Devisenkursen sowie Aktienkursen und Rohwarenpreisen. Beispiele für Stresstests sind Kursverluste aller Aktien um 15 %, eine Parallelverschiebung der Zinskurve oder Änderungen der Steigung dieser Kurve.

Im Rahmen der Risikoüberwachung werden umfangreiche gruppenweite Stresstests und Szenarioanalysen durchgeführt.

Die einzelnen Komponenten des internen Modells werden regelmäßig hinsichtlich ihrer Angemessenheit für die Risikomessung unabhängig validiert. Von besonderer Bedeutung sind dabei die Identifikation und Behebung von Modellschwächen.

Anlagebuch

Die wesentlichen Treiber des Marktrisikos im Anlagebuch sind die Portfolios des Bereichs Group Treasury mit ihren Credit-Spread-, Zins- und Basisrisiken.

In der Marktrisikosteuerung werden die Credit-Spread-Sensitivitäten der Anlage- und Handelsbücher zusammen betrachtet. Die Credit Spread-Sensitivitäten (1 Basispunkt Downshift) aller Wertpapier- und Derivatepositionen (ohne Kredite) lagen zum Ende des ersten Halbjahres 2022 bei 37 Mio. Euro (31. Dezember 2021: 50 Mio. Euro). Ursache für den Rückgang ist hauptsächlich das gestiegene Zinsniveau.

Der überwiegende Teil der Credit-Spread-Sensitivitäten entfiel auf Wertpapierpositionen, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden. Marktpreisänderungen haben für diese Positionen keinen Einfluss auf Neubewertungsrücklage und Gewinn- und-Verlust-Rechnung.

Für die Anlagebücher der Gruppe werden zudem nach aufsichtsrechtlichen Vorgaben monatlich die Auswirkungen von Zinsänderungsschocks auf den ökonomischen Wert simuliert. Entsprechend der Bankenrichtlinie haben die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht und die Europäische Zentralbank für alle Institute zwei Szenarios für einheitliche, plötzliche und unerwartete Zinsänderungen vorgegeben (+/​- 200 Basispunkte) und lassen sich über die Ergebnisse vierteljährlich unterrichten. Im Szenario - 200 Basispunkte wird ein Flooring der Zinskurve bei 0 angewendet (bereits negative Abschnitte der Zinskurve werden unverändert belassen).

Als Ergebnis des Szenarios + 200 Basispunkte wurde zum 30. Juni 2022 ein potenzieller ökonomischer Verlust von 2 206 Mio. Euro (31. Dezember 2021: 2 523 Mio. Euro potenzieller ökonomischer Verlust) und im Szenario - 200 Basispunkte ein potenzieller ökonomischer Gewinn von 1 087 Mio. Euro (31. Dezember 2021: 746 Mio. Euro potenzieller ökonomischer Gewinn) ermittelt. Demnach ist die Commerzbank nicht als Institut mit erhöhtem Zinsänderungsrisiko zu klassifizieren, da die negativen Barwertänderungen jeweils weniger als 20 % der regulatorischen Eigenmittel betragen.

Die Zinssensitivitäten des gesamten Anlagebuches (ohne Pensionsfonds) reduzierten sich zum 30. Juni 2022 auf 3,0 Mio. Euro (31. Dezember 2021: 7,3 Mio. Euro) pro Basispunkt rückläufiger Zinsen aufgrund von Positionsveränderungen im Bereich Group Treasury sowie Zinsbewegungen.

Weiterhin ist das Risiko aus Pensionsfonds Teil des Marktrisikos im Anlagebuch. Unser Pensionsfonds-Portfolio besteht aus einem gut diversifizierten Anlageteil und den versicherungstechnischen Verbindlichkeiten. Die Duration der Verbindlichkeiten ist extrem lang (Modellierung der Cash Outflows über fast 90 Jahre) und der Hauptteil der Barwertrisiken des Gesamtportfolios befindet sich in Laufzeiten von 15 und mehr Jahren. Hauptrisikotreiber stellen langfristige Euro-Zinsen, Credit Spreads sowie aufgrund antizipierter Rentendynamik auch die erwartete Euro-Inflation dar. Daneben sind Aktien-, Volatilitäts- und Währungsrisiken zu berücksichtigen. Diversifikationseffekte zwischen den Einzelrisiken führen zu einem verminderten Gesamtrisiko. Die extrem langen Laufzeiten der Verbindlichkeiten stellen die größte Herausforderung speziell bei der Absicherung der Credit-Spread-Risiken dar. Dies liegt in der nicht ausreichenden Marktliquidität entsprechender Absicherungsprodukte begründet.

Marktliquiditätsrisiken

Marktliquiditätsrisiko bezeichnet die Gefahr, dass es aufgrund unzureichender Marktliquidität nicht möglich ist, risikobehaftete Positionen zeitgerecht, im gewünschten Umfang und zu vertretbaren Konditionen zu liquidieren oder abzusichern.

Im Risikotragfähigkeitskonzept der Commerzbank werden Marktliquiditätsrisiken einerseits durch die Skalierung des Value at Risk auf den Kapitalhorizont von einem Jahr und der dadurch implizit berücksichtigten Liquidationsperiode berücksichtigt. Andererseits erfolgt die Berücksichtigung von zusätzlichen Bewertungsanpassungen für Marktliquiditätsrisiken in der Berechnung der Risikodeckungsmasse.

Liquiditätsrisiken

Unter Liquiditätsrisiko verstehen wir im engeren Sinne das Risiko, dass die Commerzbank ihren tagesaktuellen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen kann. Im weiteren Sinne beschreibt das Liquiditätsrisiko das Risiko, dass zukünftige Zahlungen nicht termingerecht, nicht in vollem Umfang, nicht in der richtigen Währung oder nicht zu marktüblichen Konditionen finanziert werden können.

Risikosteuerung

Die Commerzbank nutzt zur Steuerung und Überwachung der Liquiditätsrisiken ein vielfältiges Instrumentarium auf Basis eines bankinternen Liquiditätsrisikomodells. Das der Modellierung zugrunde liegende steuerungsrelevante bankinterne Stressszenario berücksichtigt sowohl Auswirkungen eines institutsspezifischen Stressfalls als auch einer marktweiten Krise. Bindende regulatorische Anforderungen sind integraler Bestandteil des Steuerungsmechanismus.

Der Bereich Group Treasury ist für das operative Liquiditätsmanagement verantwortlich. Group Treasury ist an allen wesentlichen Standorten des Konzerns im In- und Ausland vertreten und ist im dauerhaften Austausch mit allen wesentlichen Tochtergesellschaften. Die Commerzbank setzt zur zentralen Steuerung der globalen Liquidität den Cash-Pooling-Ansatz ein. Dies stellt eine effiziente Verwendung der Ressource Liquidität sicher, und zwar über alle Zeitzonen, da sich in Frankfurt, London, New York und Singapur Einheiten des Bereichs Group Treasury befinden. Die Überwachung der Liquiditätsrisiken erfolgt auf Basis des bankinternen Liquiditätsrisikomodells durch die unabhängige Risikofunktion.

Zur Steuerung des Liquiditätsrisikos hat die Bank Frühwarnindikatoren etabliert. Diese gewährleisten, dass rechtzeitig geeignete Maßnahmen eingeleitet werden, um die finanzielle Solidität nachhaltig sicherzustellen.

Risikokonzentrationen können, insbesondere im Falle einer Stresssituation, zu erhöhten Liquiditätsabflüssen und damit zu einem Anstieg des Liquiditätsrisikos führen. Sie können zum Beispiel hinsichtlich Laufzeiten, großer Einzelgläubiger oder Währungen auftreten. Durch eine kontinuierliche Überwachung und Berichterstattung werden sich andeutende Risikokonzentrationen in der Refinanzierung zeitnah erkannt und durch geeignete Maßnahmen mitigiert. Dies gilt auch für Zahlungsverpflichtungen in Fremdwährungen. Zusätzlich wirkt die kontinuierliche Nutzung des breit diversifizierten Zugangs der Bank zu Funding-Quellen, insbesondere in Form verschiedener Kundeneinlagen und Kapitalmarktinstrumente, einer Konzentration entgegen.

Darüber hinaus wird sichergestellt, dass Fremdwährungsrisiken überwacht werden und die Commerzbank die Anforderungen an die Währungskongruenz der hochliquiden Aktiva und Nettoliquiditätsabflüsse erfüllt.

Im Falle einer marktgetriebenen und/​oder idiosynkratischen Liquiditätskrise sieht der Liquidity-Contingency-Plan bestimmte Maßnahmen vor, die entsprechend der Art der Krise entweder durch die erweiterte Handlungskompetenz der Treasury oder durch den Recovery-Prozess des Recovery-Plans eingeleitet werden können. Der Liquidity-Contingency-Plan ist eigenständiger Bestandteil der Notfallplanung und dem Recovery-Plan vorgeschaltet. Sowohl der Liquidity-Contingency-Plan als auch der Recovery-Plan der Commerzbank werden mindestens jährlich aktualisiert, wohingegen die einzelnen Liquiditätsnotfallmaßnahmen regelmäßig unterjährig plausibilisiert werden. Darüber hinaus definiert der Liquidity-Contingency-Plan eine eindeutige Zuordnung der Verantwortung für den Prozessablauf im Notfall und konkretisiert die gegebenenfalls einzuleitenden Maßnahmen.

Quantifizierung und Stresstesting

Die Commerzbank nutzt zur Steuerung und Überwachung der Liquiditätsrisiken ein vielfältiges Instrumentarium auf Basis eines bankinternen Liquiditätsrisikomodells. Die Liquiditätsrisikomodellierung bezieht neben internen ökonomischen Erwägungen auch die bindenden regulatorischen Anforderungen der Capital Requirements Regulation (CRR) sowie der Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk) ein. Die Commerzbank berücksichtigt dies in ihrem Liquiditätsrisiko-Rahmenwerk und gestaltet damit den vom Vorstand artikulierten Liquiditätsrisikoappetit der Bank quantitativ aus.

Die der Modellierung zugrunde liegenden steuerungsrelevanten bankinternen Stressszenarios berücksichtigen sowohl Auswirkungen eines institutsspezifischen Stressfalls als auch einer marktweiten Krise. Das Commerzbank-spezifische idiosynkratische Szenario simuliert dabei eine Stresssituation, die aus einem Rating-Downgrade um zwei Notches resultiert. Das marktweite Szenario hingegen wird aus den Erfahrungen der Subprime-Krise abgeleitet und simuliert einen externen marktweiten Schock. Die wesentlichen Liquiditätsrisikotreiber der beiden Szenarios sind ein stark erhöhter Abfluss von kurzfristigen Kundeneinlagen, eine überdurchschnittliche Ziehung von Kreditlinien, aus geschäftspolitischen Zwecken als notwendig erachtete Prolongationen von Aktivgeschäft, Nachschusspflichten bei besicherten Geschäften sowie die Anwendung von höheren Risikoabschlägen auf den Liquidationswert von Vermögensgegenständen.

Als Ergänzung zu den Einzelszenarios werden die Auswirkungen eines kombinierten Szenarios aus idiosynkratischen und marktspezifischen Effekten auf die Liquiditätsablaufbilanz (Nettoliquiditätsposition) simuliert. Die Liquiditätsablaufbilanz wird für den gesamten Modellierungshorizont durchgehend über das volle Laufzeitspektrum dargestellt und folgt dabei einem mehrstufigen Konzept. Dies gestattet die differenzierte Darstellung deterministischer und modellierter Cashflows des Bestandsgeschäfts auf der einen Seite sowie die Einbeziehung von Prolongationen auf der anderen Seite.

Die nachstehende Tabelle zeigt die Werte der Liquiditätsablaufbilanz bei Anwendung der jeweiligen Stressszenarios für einen Zeitraum von einem beziehungsweise drei Monaten zum Jahresultimo. Dabei wird deutlich, dass im Vergleich zu den Einzelszenarios in einem kombinierten Stressszenario signifikant mehr Liquidität abfließt. Im 1-Monats- beziehungsweise 3-Monats-Zeitraum verbleibt für das kombinierte Stressszenario per Halbjahresultimo 2022 eine Nettoliquidität von 16,1 Mrd. Euro beziehungsweise 15,0 Mrd. Euro.

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Nettoliquidität im
Stressszenario | Mrd. €
30.6.2022 31.12.2021
Idiosynkratisches Szenario 1 Monat 24,0 20,8
3 Monate 24,5 24,1
Marktweites Szenario 1 Monat 23,2 24,1
3 Monate 22,1 26,0
Kombiniertes Szenario 1 Monat 16,1 12,8
3 Monate 15,0 14,7

Liquiditätsreserven

Wesentliche Elemente des Liquiditätsrisikoappetits sind die Reserveperiode, die Höhe des Liquiditätsreserveportfolios, das zur Kompensation unerwarteter kurzfristiger Liquiditätsabflüsse gehalten wird, sowie die Limite in den einzelnen Laufzeitbändern. Das Liquiditätsreserveportfolio, bestehend aus hochliquiden Vermögensgegenständen, gewährleistet die Pufferfunktion im Stressfall. Das Liquiditätsreserveportfolio wird gemäß dem Liquiditätsrisikoappetit refinanziert, um eine erforderliche Reservehöhe während der gesamten vom Vorstand festgelegten Reserveperiode sicherzustellen.

Die Bank wies zum Halbjahresende 2022 hochliquide Aktiva in Höhe von 109,2 Mrd. Euro aus. Diese Liquiditätsreserve wird gemäß dem Liquiditätsrisikoappetit refinanziert, um eine erforderliche Reservehöhe während der gesamten vom Vorstand festgelegten Reserveperiode sicherzustellen.

Ein Teil dieser Liquiditätsreserve wird in einem separierten und von Group Treasury gesteuerten Stress-Liquiditätsreserveportfolio gehalten, um Liquiditätsabflüsse in einem angenommenen Stressfall abdecken zu können und die jederzeitige Zahlungsfähigkeit sicherzustellen. Die Höhe des Stress-Liquiditätsreserveportfolios wird im Rahmen der täglichen Liquiditätsrisiko-Berechnung überprüft und gegebenenfalls angepasst.

Darüber hinaus unterhält die Bank ein sogenanntes Intraday-Liquidity-Reserveportfolio. Der Gesamtwert dieses Portfolios betrug zum Berichtsstichtag 30. Juni 2022 7,1 Mrd. Euro (31. Dezember 2021: 6,1 Mrd. Euro).

Die Liquiditätsreserven aus hochliquiden Aktiva setzen sich aus folgenden drei Bestandteilen zusammen:

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Liquiditätsreserven aus
hochliquiden Aktiva | Mrd. €
30.6.2022 31.12.2021
Bestand an hochliquiden Aktiva 109,2 60,0
davon Level 1 101,7 56,3
davon Level 2A 7,2 3,4
davon Level 2B 0,3 0,3

Liquiditätskennzahlen

Im gesamten ersten Halbjahr 2022 befanden sich die internen Liquiditätskennzahlen der Commerzbank inklusive der regulatorischen Liquidity Coverage Ratio (LCR) stets oberhalb der mindestens jährlich vom Vorstand festgelegten Limite. Gleiches gilt für die Erfüllung der von den MaRisk vorgegebenen Berechnung der sogenannten Survival Period.

Die LCR-Kennziffer berechnet sich als Quotient aus dem Bestand an liquiden Aktiva und den Netto-Liquiditätsabflüssen unter Stressbedingungen. Mithilfe dieser Kennziffer wird gemessen, ob ein Institut über ausreichend Liquiditätspuffer verfügt, um ein mögliches Ungleichgewicht zwischen Liquiditätszuflüssen und -abflüssen unter Stressbedingungen über die Dauer von 30 Kalendertagen eigenständig zu überstehen. Im abgelaufenen ersten Halbjahr 2022 wurde die geforderte Mindestquote in Höhe von 100 % durch die Commerzbank zu jedem Stichtag deutlich überschritten. Zum Halbjahresultimo 2022 lag der Durchschnitt der LCR der jeweils letzten 12 Monatsendwerte bei 141,2 % (zum Jahresultimo 2021: 145,1 %).

Die Bank hat entsprechende Limite und Frühwarnindikatoren etabliert, um die Einhaltung der LCR-Mindestanforderungen sicherzustellen.

Operationelle Risiken

Das operationelle Risiko (OpRisk) ist in Anlehnung an die Capital Requirements Regulation (CRR) definiert als das Risiko von Verlusten, die durch die Unangemessenheit oder das Versagen von internen Verfahren, Menschen und Systemen oder durch externe Ereignisse verursacht werden. Diese Definition beinhaltet unter anderem rechtliche Risiken, HR-Risiken, IT-Risiken, Outsourcing-Risiken oder Steuerrisiken sowie Produktrisiken, Verhaltensrisiken und Risiken aus den Bereichen Environment (Umwelt/​Klima), Social (Soziales/​Menschenrechte) und Governance (Unternehmensführung; zusammen ESG). Strategische Risiken und Reputationsrisiken stehen in dieser Definition nicht im Fokus. Das Compliance-Risiko sowie das Cyber-Risiko werden in der Commerzbank aufgrund ihrer gestiegenen ökonomischen Bedeutung als separate Risikoarten gesteuert. Die Verluste aus Compliance- sowie Cyber-Risiken fließen in das Modell zur Ermittlung des ökonomischen Kapitals für operationelle Risiken ein. Die Commerzbank steuert das operationelle Risiko aktiv auf der Grundlage eines einheitlichen konzernweiten Rahmens mit dem Ziel, das OpRisk-Profil und die Risikokonzentrationen systematisch zu identifizieren und gleichzeitig Maßnahmen zur Risikomitigation zu definieren, zu priorisieren und umzusetzen.

Operationelle Risiken zeichnen sich durch eine asymmetrische Schadensverteilung aus, das heißt der überwiegende Anteil der Schäden kommt in geringer Schadenshöhe zum Tragen, während vereinzelte Schäden mit sehr geringer Eintrittswahrscheinlichkeit aber hohem Schadenspotenzial schlagend werden können. Daraus resultiert die Notwendigkeit, wo möglich, das hohe Schadenspotenzial zu limitieren und die regelmäßige Schadenserwartung proaktiv zu steuern.

Die Commerzbank hat dazu ein mehrstufiges System etabliert, das definierte Kenngrößen für die Limitierung des ökonomischen Kapitals (Risikokapazität) mit solchen zur operativen unterjährigen Steuerung (Risikoappetit/​-toleranz) verbindet und durch Regelungen für das transparente und bewusste Eingehen und Freigeben von Einzelrisiken (Risikoakzeptanz) komplettiert wird.

Im Rahmen der OpRisk-Steuerung findet eine jährliche Bewertung der IKS-(Internes-Kontrollsystem-)Schlüsselkontrollen der Bank und ein Risk Scenario Assessment statt. Daneben werden OpRisk-Schadensfälle kontinuierlich analysiert und anlassbezogen einem IKS-Backtesting unterzogen. Bei materiellen Schadensfällen werden Lessons-Learned-Aktivitäten aufgenommen.

Die Commerzbank misst seit dem vierten Quartal 2021 das regulatorische Kapital mittels des Standardansatzes (SA) und das ökonomische Kapital für operationelle Risiken mittels eines dedizierten internen Modells. Die Risikoaktiva aus operationellen Risiken betrugen zum Ende des zweiten Quartals 2022 auf dieser Basis 19,9 Mrd. Euro (31. Dezember 2021: 19,8 Mrd. Euro). Das ökonomisch erforderliche Kapital belief sich auf 1,8 Mrd. Euro (31. Dezember 2021: 1,5 Mrd. Euro). Das hierfür verwendete interne Modell baut auf dem vorherigen fortgeschrittenen Messansatz (Advanced Measurement Approach - AMA) auf und wird kontinuierlich weiterentwickelt.

Aus OpRisk-Ereignissen ergab sich zum Ende des zweiten Quartals 2022 eine Gesamtbelastung in Höhe von rund 64 Mio. Euro (Gesamtjahr 2021: 1 136 Mio. Euro).

Die Ereignisse waren im Wesentlichen durch Schäden in der Kategorie "Produkte und Geschäftspraktiken" geprägt.

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OpRisk-Ereignisse 1| Mio. € 30.6.2022 31.12.2021
Interner Betrug 0 - 1
Externer Betrug - 4 35
Sachschäden und Systemausfälle 3 2
Produkte und Geschäftspraktiken 57 738
Prozessbezug 7 352
Arbeitsverhältnis 2 9
Konzern 64 1 136

1 Eingetretene Verluste und Rückstellungen, abzüglich OpRisk-basierter Erträge und Rückzahlungen.

Sonstige Risiken

Zur Erfüllung der Regularien des Baseler Rahmenwerkes fordern die MaRisk eine ganzheitliche Risikobetrachtung und damit auch die Berücksichtigung von nicht quantifizierbaren Risikokategorien. Diese unterliegen in der Commerzbank einem qualitativen Steuerungs- und Controllingprozess. Nachfolgend werden Details zu Rechts-, Compliance-, Cyber-, und Modellrisiken aufgeführt. Bezüglich aller sonstigen Risiken gab es im ersten Halbjahr 2022 keine wesentlichen Veränderungen gegenüber dem im Konzernrisikobericht 2021 dargestellten Stand.

Rechtliche Risiken

Die Commerzbank und ihre Tochtergesellschaften sind mit verschiedenen Gerichts- und Schiedsverfahren, Ansprüchen und behördlichen Untersuchungen (rechtliche Verfahren) konfrontiert, die eine große Bandbreite von Themen betreffen. Diese umfassen zum Beispiel angeblich fehlerhafte Anlageberatungen, Streitigkeiten im Zusammenhang mit Kreditfinanzierungen oder dem Zahlungsverkehrsgeschäft, Ansprüche aus betrieblicher Altersversorgung, angeblich unrichtige Buchführung und Bilanzierung, die Geltendmachung von Forderungen aus steuerlichen Sachverhalten, angeblich fehlerhafte Prospekte im Zusammenhang mit Emissionsgeschäften, angebliche Verstöße gegen wettbewerbsrechtliche Vorschriften sowie Klagen von Aktionären und Fremdkapitalinvestoren sowie Ermittlungen durch Aufsichtsbehörden. Daneben können Änderungen oder Verschärfungen der höchstrichterlichen Rechtsprechung sowie der gesetzlichen Rahmenbedingungen beispielsweise im Privatkundenbereich zur weiteren Inanspruchnahme der Commerzbank oder ihrer Tochtergesellschaften führen. In den gerichtlichen Verfahren werden vor allem Schadensersatzansprüche, bereicherungsrechtliche Ansprüche oder auch die Rückabwicklung geschlossener Verträge geltend gemacht. Sofern einzelnen oder mehreren dieser Klagen stattgegeben würde, könnten daraus zum Teil erhebliche Schadensersatzzahlungen, Rückabwicklungsaufwendungen oder sonstige kostenintensive Maßnahmen folgen. Aufsichtsbehörden und staatliche Institutionen in verschiedenen Ländern, in denen die Commerzbank und ihre Tochtergesellschaften tätig waren oder sind, begannen vor etlichen Jahren mit Untersuchungen zu Unregelmäßigkeiten im Zusammenhang mit Devisenkursfixings und dem Devisengeschäft allgemein. Im Zuge dieser Aktivitäten haben Aufsichtsbehörden und staatliche Institutionen auch Prüfungen in Bezug auf die Commerzbank angestrengt oder haben sich mit Auskunftsersuchen an die Commerzbank gewandt. Die Commerzbank kooperierte vollumfänglich mit diesen Stellen und arbeitete die Sachverhalte auf Grundlage eigener umfassender Untersuchungen auf. Die Vorgänge sind bis auf eine Ausnahme nicht mehr aktiv; in diesem Fall wurde der Vorgang von der untersuchenden Behörde an das nationale Wettbewerbstribunal abgegeben. Finanzielle Konsequenzen sind nicht auszuschließen.

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt ermittelt im Zusammenhang mit Aktiengeschäften um den Dividendenstichtag (sogenannte Cum-Ex-Geschäfte) der Commerzbank und der ehemaligen Dresdner Bank. Die Commerzbank hatte bereits Ende 2015 eine forensische Analyse zu Cum-Ex-Geschäften beauftragt, die im Hinblick auf die Aktiengeschäfte der Commerzbank Anfang 2018 und bezüglich der Aktiengeschäfte der ehemaligen Dresdner Bank im September 2019 abgeschlossen wurde. Alle Steuernachforderungen durch die Finanzbehörden wurden beglichen.

Seit September 2019 finden bei der Commerzbank Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Köln in einem separaten Verfahren zu Cum-Ex-Geschäften statt. Die Staatsanwaltschaft Köln ermittelt wegen des Verdachts, dass die Bank (einschließlich Dresdner Bank) in verschiedenen Rollen an Cum-Ex-Geschäften mitgewirkt hat, unter anderem dadurch, dass sie Dritte, die als Leerverkäufer gehandelt haben sollen, mit Aktien beliefert hat. Es geht in diesem Verfahren nach derzeitigem Verständnis nicht um eigene Steueranrechnungsansprüche der Commerzbank im Hinblick auf Kapitalertragsteuer und Solidaritätszuschlag auf Dividenden.

Im Zusammenhang mit Untersuchungen zu "Cum-Ex" kooperiert die Commerzbank vollumfänglich mit den Ermittlungsbehörden. Das Ob und die Höhe einer sich daraus eventuell ergebenden Belastung kann derzeit nicht prognostiziert werden.

Auf Basis des im Jahr 2017 veröffentlichten Schreibens des Bundesministeriums für Finanzen (BMF) zu "Cum-Cum-Geschäften" hat die Betriebsprüfung zur Behandlung dieser Geschäfte in Form von Prüfungsanmerkungen Stellung genommen. Die Anrechnung der Kapitalertragsteuer wurde seitens des Finanzamtes entsprechend gekürzt. Die Commerzbank AG hat daraufhin Wertberichtigungen hinsichtlich bilanzierter Anrechnungsforderungen vorgenommen beziehungsweise zusätzliche Rückstellungen im Hinblick auf mögliche Rückzahlungsansprüche gebildet, um die geänderte Risikosituation vollumfänglich angemessen zu reflektieren. Nunmehr ist das BMF-Schreiben zu "Cum-Cum-Geschäften" mit Datum vom 9. Juli 2021 neu gefasst worden. Im Hinblick auf die potenziellen Auswirkungen des BMF-Schreibens wurde im zweiten Quartal 2021 die Rückstellung angepasst. Nach derzeitigen Erkenntnissen sind die steuerlichen Risiken aus diesem Themenkomplex damit ausreichend bevorsorgt. Es kann nicht vollständig ausgeschlossen werden, dass sich über die von der Bank gebildete Rückstellung hinaus weitere Belastungen ergeben.

Im Hinblick auf Cum-Cum-Wertpapierleihegeschäfte sieht sich die Commerzbank Ersatzansprüchen Dritter aufgrund aberkannter Anrechnungsansprüche ausgesetzt. Die Erfolgsaussichten solcher Ansprüche schätzt die Commerzbank auf Basis der durchgeführten Analysen als eher unwahrscheinlich ein, sie sind aber nicht ausgeschlossen. In diesen Fällen könnten sich auf Basis unserer Schätzungen finanzielle Auswirkungen im höheren zweistelligen Millionenbereich zuzüglich Nachzahlungszinsen ergeben. Es kann nicht vollständig ausgeschlossen werden, dass sich im Rahmen der weiteren Entwicklung, zum Beispiel aus der Bewertung durch die Finanzbehörden und der Finanz-/​Zivilgerichte, eine anderslautende Einschätzung ergeben könnte.

Gegen eine Tochtergesellschaft der Commerzbank wurde im Mai 2017 von einem polnischen Gericht eine Sammelklage wegen angeblicher Unwirksamkeit von Indexklauseln in Darlehensverträgen in Schweizer Franken zugelassen. Der Sammelklage haben sich insgesamt 1 731 Kläger angeschlossen. Die Kläger haben gegen das abweisende Urteil des erstinstanzlichen Gerichts Rechtsmittel eingelegt.

Unabhängig davon klagen zahlreiche Darlehensnehmer aus den gleichen Gründen im Wege von Einzelklagen. Neben der Sammelklage sind zum 30. Juni 2022 15 701 weitere Einzelverfahren anhängig (31. Dezember 2021: 13 036). Die Tochtergesellschaft tritt jeder Klage entgegen.

Zum 30. Juni 2022 lagen 1 049 rechtskräftige Urteile in Einzelverfahren gegen die Tochtergesellschaft vor, von denen 89 zugunsten der Tochtergesellschaft und 960 zuungunsten der Tochtergesellschaft entschieden wurden. 171 Verfahren bei Gerichten der zweiten Instanz sind wegen Rechtsfragen, die beim polnischen Obersten Gerichtshof und beim Europäischen Gerichtshof (EuGH) liegen, ausgesetzt.

Eine Entscheidung des polnischen Obersten Gerichtshofs zu Darlehensverträgen in Schweizer Franken mit Indexklauseln wurde im September 2021 erneut auf unbestimmte Zeit vertagt; stattdessen wurden dem EuGH Fragen zur Rechtmäßigkeit des Prozesses zur Ernennung neuer Richter vorgelegt. Der weitere Verfahrensverlauf und das Ergebnis sind offen.

Im Februar 2022 wurden dem EuGH erneut zentrale Fragen polnischer Gerichte zum Umgang mit Darlehen mit Indexklauseln in Verfahren gegen die Tochtergesellschaft zur Vorabentscheidung vorgelegt (C-138/​22, C-139/​22, C-140/​22); die Frist für Stellungnahmen der Beteiligten läuft noch. Beim EuGH sind weitere Vorabentscheidungsverfahren zu Darlehen mit Indexierungsklauseln anhängig (C-80/​21, C-81/​21, C-82/​21), zwei davon betreffen Verfahren gegen die Tochtergesellschaft. Entscheidungen sind noch nicht ergangen.

Im zweiten Quartal 2022 hat die Tochtergesellschaft die zweite Phase eines Pilotprojektes für Vergleichsverträge beendet; diese Phase erfasste rund 1 500 Verträge und schloss mit einer Annahmequote von etwa 12 % ab.

Vor dem Hintergrund der ausstehenden Grundsatzentscheidungen des Obersten Gerichtshofs sowie des EuGH ist die Höhe der bilanziellen Vorsorge für diesen Themenkomplex stark ermessensbehaftet. Bis zum 31. Dezember 2020 wurden Rechtsrisiken im Zusammenhang mit Darlehensverträgen in Schweizer Franken mit Indexklauseln gesamthaft gemäß IAS 37 berücksichtigt. Nunmehr werden nicht vollständig zurückgeführte Schweizer-Franken Darlehen überwiegend nach IFRS 9 abgebildet. Für bereits vollständig zurückgeführte Darlehen und Rechtskosten wurde die Bilanzierungsmethode nicht angepasst; diese werden weiterhin gemäß IAS 37 bilanziert. Bei den noch nicht vollständig zurückgeführten Darlehen werden die rechtlichen Risiken unmittelbar bei der Schätzung der Zahlungsströme im Bruttobuchwert der Forderungen berücksichtigt. Die Bilanzierung nach IFRS 9 stellt die Marktpraxis im Inlandsmarkt des Tochterunternehmens dar und erhöht somit die Vergleichbarkeit zu Abschlüssen anderer Marktteilnehmer sowie die Vergleichbarkeit seitens des polnischen Regulators. Durch die Anwendung von IFRS 9 anstelle des IAS 37 werden somit relevantere Informationen vermittelt. Die Bewertungsmethodik, anhand derer der Einfluss auf die aus den Darlehen erwarteten Zahlungsströme geschätzt wird, blieb verglichen zur bisherigen Bewertungsmethodik im Wesentlichen unverändert.

Das zum 30. Juni 2022 bestehende Portfolio von nicht vollständig zurückgeführten Darlehen in Schweizer Franken hatte einen Buchwert in Höhe von 8,7 Mrd. polnischen Zloty; das bereits zurückgezahlte Portfolio betrug bei Ausreichung 6,9 Mrd. polnische Zloty. Insgesamt wurde im Konzern für die aus dem Komplex entstehenden Risiken, einschließlich potenzieller Vergleichszahlungen und der Sammelklage, eine bilanzielle Vorsorge in Höhe von 940 Mio. Euro getroffen (31. Dezember 2021: 899 Mio. Euro).

Die Methodik zur Ermittlung der Rückstellung beziehungsweise der Bewertungsanpassung basiert auf Parametern, welche vielfältig, ermessensbehaftet und zum Teil mit erheblichen Unsicherheiten verbunden sind. Wesentliche Parameter sind die geschätzte Gesamtanzahl von Klägern, die Wahrscheinlichkeit, einen Prozess in letzter Instanz zu verlieren, die Höhe des Verlustes sowie die Entwicklung des Wechselkurses. Schwankungen der Parameter sowie deren Interdependenzen können dazu führen, dass die Vorsorge zukünftig der Höhe nach wesentlich angepasst werden muss.

Eine weitere Komponente bei der Bestimmung der Vorsorge ist die Erwartung bezüglich der Entwicklung der Vergleichsgespräche. Zum Stichtag hat die Tochtergesellschaft die Risiken im Zusammenhang mit künftigen Vergleichszahlungen mit 215,7 Mio. Euro berücksichtigt.

Zum Stichtag hat die Tochtergesellschaft das Unterliegensrisiko auf Basis von Expertenschätzungen geschätzt, die durch Rechtsgutachten zu künftigen Rechtsprechungstendenzen gestützt werden.

Neue gesetzliche Regelungen in Polen erlauben es Verbrauchern unabhängig von der Vermögenssituation, bis Ende 2023 bis zu acht Mal ihre monatlichen Ratenzahlungen für laufende Hypothekenkredite auszusetzen. Die Bank rechnet damit, dass 60 % bis 80 % der voraussichtlich berechtigten Darlehensnehmer von dieser Möglichkeit Gebrauch machen werden.

Im April 2021 hat der Bundesgerichtshof in einem Verfahren gegen eine andere Bank über den sogenannten AGB-Änderungsmechanismus entschieden und die entsprechenden Ziffern der AGB-Banken für unwirksam erklärt. Dieser Mechanismus sah vor, dass die Zustimmung des Kunden zu bestimmten Vertragsänderungen nach einer bestimmten Frist angenommen wurde, wenn der Kunde nicht widersprochen hatte. Die Bank hat die Auswirkungen dieser Rechtsprechung auf ihre Geschäftsbereiche und Produkte geprüft, da aufgrund des AGB-Änderungsmechanismus eingeführte oder erhöhte Entgelte für Verbraucher möglicherweise unwirksam sein können.

Einzelne der oben genannten Verfahren können auch Auswirkungen auf die Reputation der Commerzbank und ihrer Tochtergesellschaften haben. Der Konzern bildet Rückstellungen für diese Verfahren, soweit die daraus resultierenden Verpflichtungen wahrscheinlich sind und die Höhe der Verpflichtungen hinreichend genau bestimmbar ist. Da die Entwicklung dieser Verfahren mit erheblichen Unsicherheiten behaftet ist, kann nicht ausgeschlossen werden, dass sich die gebildeten Rückstellungen nach abschließenden Verfahrensentscheidungen teilweise als unzureichend erweisen. Infolgedessen können erhebliche zusätzliche Aufwendungen entstehen. Dies trifft auch auf rechtliche Verfahren zu, für die aus Sicht des Konzerns keine Rückstellungen zu bilden waren. Der endgültige Ausgang einzelner rechtlicher Verfahren kann das Ergebnis und den Cashflow der Commerzbank in einer bestimmten Berichtsperiode beeinflussen, schlimmstenfalls ist nicht völlig auszuschließen, dass die daraus eventuell resultierenden Verpflichtungen auch wesentlichen Einfluss auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage haben.

Weitere Informationen über rechtliche Verfahren können der Note 34 zu den Rückstellungen und der Note 35 zu den Eventualverbindlichkeiten und Kreditzusagen des Zwischenabschlusses entnommen werden.

Compliance-Risiken

In den letzten Jahren hat die Commerzbank einen Großteil der Feststellungen aus den Vergleichen mit verschiedenen US-Behörden bezüglich Verstöße gegen US-Sanktions- sowie Geldwäschepräventionsbestimmungen abgearbeitet. Bei der Umsetzung der vereinbarten Implementierungspläne hat die Bank weiterhin gute Fortschritte erzielt und den Großteil der Maßnahmen abgearbeitet. Die Commerzbank stellt dem DFS (Department of Financial Services) weiterhin Quartalsberichte zur Verfügung, in denen über den Fortschritt der Implementierungspläne berichtet wird.

Am 13. April 2022 erhielt die Commerzbank London von der britischen Aufsichtsbehörde für Finanzdienstleistungen Prudential Regulation Authority (PRA) die Bestätigung, dass der Antrag auf "Niederlassung in Drittländern" genehmigt wurde. Die Genehmigung erlaubt es der Bank, im Vereinigten Königreich weiterhin als Niederlassung der Commerzbank AG tätig zu sein, die zuvor seit dem 1. Januar 2021 unter dem Temporary Permissions Regime (TPR) (temporäres Berechtigungsverfahren) tätig war. Mit dieser Genehmigung werden auch alle freiwilligen Geschäftsbeschränkungen beendet, die während der Überprüfung durch die britische Financial Conduct Authority (FCA) ernannten "Skilled Person" in der Niederlassung eingerichtet wurden.

Cyber-Risiken

Cyber-Risiken umfassen Risiken mit einer unmittelbaren Sicherheitsrelevanz oder Risiken, die in eine Sicherheitsrelevanz münden (jeweils im Cyberraum). Der für die Commerzbank relevante Teil des Cyberraums umfasst hierbei alle vernetzten IT-Umgebungen innerhalb der Bank sowie außerhalb der Bank in Richtung Kunden, Geschäftspartner und Dienstleister. Cyber-Risiken beschäftigen sich demnach mit der digitalen Repräsentation der Bank-Assets (Daten, Informationen) innerhalb des Cyberraums.

Für Cyber-Risiken gelten uneingeschränkt die strategischen Leitplanken aus der übergeordneten Konzernrisikostrategie sowie der Cyber- und Informationssicherheitsstrategie.

In der Commerzbank erfolgt die Steuerung der Cyber- und Informationssicherheitsrisiken durch den Konzernbereich "Group Risk Management - Cyber Risk & Information Security" (GRM-CRIS) und obliegt der Hoheit des Group Chief Information Security Officers (CISO). Neben bereits etablierten Sicherheitsfunktionen (wie zum Beispiel das Information Security Management System (ISMS) und das Risikoreporting über Key Risk Indicators) liegt der Fokus von GRM-CRIS auf dem angemessenen Management des Cyber-Risikos sowie der Stärkung der Cyberresilienz der Commerzbank (einschließlich der Information Security Incident Management Fähigkeiten). Zusätzlich adressiert GRM-CRIS die Wechselwirkungen der Cyber- und Informationssicherheitsrisiken zu Risiken aus anderen wesentlichen Risikobereichen wie zum Beispiel das operationelle Risiko.

Die aktuelle Cyber-Risikolage ist von den geopolitischen Spannungen rund um den Krieg in der Ukraine geprägt. Die tatsächliche Bedrohungslage beschränkte sich bislang auf branchenübergreifende Angriffe pro-russischer und pro-ukrainischer Aktivisten. Cyber-Angriffe und Sabotageaktionen durch staatliche Akteure konzentrierten sich bislang auf die Ukraine. Die Entwicklungen im Cyber-Umfeld werden in der Commerzbank von einer interdisziplinären Taskforce (Top-Management und Spezialisten aus GRM-CRIS und Group Technology Foundations - GS-TF) kontinuierlich beobachtet.

Im Rahmen der Corona-Pandemie gibt es nach wie vor keine neuen oder erweiterten Angriffsmethoden gegen die Bank und ihre Mitarbeiter. Das gilt auch im Hinblick auf die verstärkte "remote"-Nutzung von Bankressourcen, etwa im Zusammenhang mit "Split Operations" oder "Homeoffice".

Im Dezember 2021 wurde eine Sicherheitslücke in gewissen Versionen der weit verbreiteten Java-Logging-Bibliothek Log4j bekannt. Damit ist es Angreifern möglich, Schadcode auf betroffenen Systemen auszuführen. Die Commerzbank hatte zu keinem Zeitpunkt Produktionsstörungen oder eine Ausnutzung der Log4j Schwachstelle zu verzeichnen. Die Commerzbank beobachtet die Lage weiterhin, um auf ähnliche Angriffsmuster oder neue Entwicklungen zeitnah reagieren zu können.

Im Cybercrime-Bereich ist in den letzten zwei Jahren noch die zunehmende Verbreitung von "Ransomware" hervorzuheben, auch wenn die Commerzbank davon bislang nicht betroffen war. Unter Ransomware versteht man eine spezielle Art von Schadsoftware, die den Zugriff auf IT-Geräte sperrt oder darauf enthaltene Daten verschlüsselt und anschließend vom Opfer ein Lösegeld für die Wiederherstellung verlangt. Das signifikante Schadenspotential solcher Attacken verdeutlicht eine Reihe von aktuellen Vorfällen, bei denen dadurch Lieferketten gestört wurden. Durch eine enge Verzahnung der 1st und 2nd Line-of-Defense-(LoD-)Aktivitäten im Bereich der Cyber-Bedrohungsanalyse inklusive der entsprechenden Schutzmaßnahmen und Incident-Management-Prozesse wird die Bank weiterhin angemessenen vor Ransomware-Attacken geschützt.

Modellrisiko

Unter Modellrisiko wird das Risiko von fehlerhaften Steuerungsentscheidungen aufgrund einer nicht sachgerechten Abbildung der Wirklichkeit durch die verwendeten Modelle verstanden. Als Ursachen für Modellrisiken unterscheiden wir zwischen Modellrisiko aus Überschreitungen der Modellgrenzen und Modellrisiko aus Modellfehlern (handwerkliche Fehler bei der Modellentwicklung/​-implementierung). Analog zum Fokus der Gesamtrisikostrategie, eine ausreichende Kapital- und Liquiditätsausstattung der Bank sicherzustellen, stehen für die Risikosteuerung die Modelle zur Beurteilung der Risikotragfähigkeit (Kapitalbedarf nach den Regularien des Baseler Rahmenwerks beziehungsweise ökonomisch gemessener Kapitalbedarf) sowie der Liquiditätsausstattung im Mittelpunkt.

Die Grundprinzipien der Modellrisikosteuerung sind die Identifizierung und Vermeidung von Modellrisiken sowie die angemessene Berücksichtigung bekannter Modellrisiken (zum Beispiel durch konservative Kalibrierung oder Berücksichtigung von Sicherheitsmargen beziehungsweise Modellreserven). Nicht bekannte und daher nicht mitigierbare Modellrisiken werden in Kauf genommen als inhärentes Risiko der Komplexität des Geschäftsmodells der Commerzbank. Hinsichtlich der Governance im Rahmen der Modellrisikosteuerung werden Anforderungen zu Modellvalidierung und Modelländerungen festgelegt.

Die immer noch andauernde Corona-Pandemie mit ihren erheblichen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Auswirkungen sowie der mitigierenden Unterstützung durch die Staaten und der Krieg in der Ukraine mit seinen geopolitischen Auswirkungen stellen die eingesetzten Risikomodelle vor Herausforderungen. Die Commerzbank hat eine Reihe von Maßnahmen eingeleitet, um dem erhöhten Modellrisiko zu begegnen und eine angemessene Steuerung auch in der aktuellen Phase sicherstellen zu können.

Das Management der Modellrisiken wird aktuell weiter gestärkt. Dies betrifft sowohl Aspekte der Governance als auch den Umfang der Monitoring- und Validierungsaktivitäten. Außerdem werden aktuell strategisch relevante Modelle grundsätzlich überarbeitet (diverse Kreditrisikomodelle). In diesem Zusammenhang spielen hohe Standards bei der Modellentwicklung und der initialen Validierung eine große Rolle.

Weitere Risiken

Im Laufe der letzten Monate gingen vermehrt gefährliche Briefsendungen bei Filialen, Tochtergesellschaften und Kunden der Commerzbank ein, verbunden mit Erpressungsversuchen.

Zur Bewältigung der umfangreichen Einsatz- und Ermittlungsmaßnahmen ist beim Polizeipräsidium Mittelfranken eine besondere Aufbauorganisation (BAO) mit dem Namen "Klammer" gebildet worden. Die Commerzbank steht im ständigen Austausch mit der Polizeiführung der BAO "Klammer" und folgt nach fortlaufender polizeilicher Risikobewertung vollumfänglich deren Empfehlungen.

Durch die abgestimmte polizeitaktische Variante der Nichterfüllung und des Vorgehens im Rahmen des Zugriffskonzeptes, wurden Schutzmaßnahmen in Form eines eng abgestimmten Kommunikationskonzeptes zwischen Polizei, Staatsanwaltschaft und Commerzbank veranlasst. In diesem Presse-/​Öffentlichkeitsarbeits-Konzept wurden die Allgemeinheit, Kunden, Mitarbeiter und Poststellen gewarnt und Verhaltensempfehlungen zur Verfügung gestellt.

Diese Maßnahmen werden anlassbezogen beziehungsweise in kurzen Zeitabständen wiederholt, um so gefahrenminimierend zu agieren.

Disclaimer

Die in der Commerzbank eingesetzten Methoden und Modelle zur internen Risikomessung, die die Grundlage für die Berechnung der im Bericht dargestellten Zahlen bilden, entsprechen dem aktuellen Erkenntnisstand und orientieren sich an der Praxis der Bankenbranche. Die mit den Risikomodellen ermittelten Ergebnisse sind zur Steuerung der Bank geeignet. Die Messkonzepte unterliegen einer regelmäßigen Überprüfung durch das Risikocontrolling und durch die interne Revision sowie durch die deutschen und europäischen Aufsichtsbehörden. Trotz sorgfältiger Modellentwicklung und regelmäßiger Kontrolle können

Modelle nicht alle in der Realität wirksamen Einflussfaktoren vollständig erfassen und deren komplexes Verhalten einschließlich Wechselwirkungen abbilden. Diese Grenzen der Risikomodellierung gelten insbesondere für Extremsituationen. Ergänzende Stresstests und Szenarioanalysen können nur beispielhaft zeigen, welchen Risiken ein Portfolio unter extremen Marktsituationen unterliegen kann; eine Untersuchung aller denkbaren Szenarios ist jedoch auch bei Stresstests nicht möglich. Sie können keine endgültige Einschätzung des maximalen Verlusts im Falle eines Extremereignisses geben.

Zwischenabschluss

Gewinn- und-Verlust-Rechnung

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Mio. € Notes 1.1.-30.6.2022 1.1.-30.6.2021 Veränd. in %
Zinserträge nach der Effektivzinsmethode berechnet (6) 3 425 2 977 15,0
Zinserträge nicht nach der Effektivzinsmethode berechnet (6) 770 641 20,2
Zinserträge (6) 4 195 3 618 16,0
Zinsaufwendungen (6) 1 316 1 191 10,5
Zinsüberschuss (6) 2 879 2 427 18,6
Dividendenerträge (7) 7 7 3,4
Risikoergebnis (8) -570 -235 .
Provisionserträge (9) 2 193 2 121 3,4
Provisionsaufwendungen (9) 325 318 2,1
Provisionsüberschuss (9) 1 868 1 803 3,6
Ergebnis aus erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten
finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten
(10) 422 485 -13,0
Ergebnis aus Sicherungszusammenhängen (11) -41 -52 -20,4
Sonstiges übriges Ergebnis aus Finanzinstrumenten -11 33 .
Ergebnis aus dem Abgang von finanziellen
Vermögenswerten zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet
13 -17 .
Übriges Ergebnis aus Finanzinstrumenten (12) 2 17 -87,8
Laufendes Ergebnis aus at-Equity-bewerteten Unternehmen 4 2 78,7
Sonstiges Ergebnis (13) 75 -335 .
Verwaltungsaufwendungen (14) 2 865 3 173 -9,7
Pflichtbeiträge (15) 491 375 31,1
Restrukturierungsaufwendungen (16) 39 976 -96,0
Ergebnis vor Steuern 1 250 -406 .
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag (17) 425 -43 .
Konzernergebnis 825 -363 .
den nicht beherrschenden Anteilen zurechenbares Konzernergebnis 57 31 84,7
den Commerzbank-Aktionären und den Investoren in
zusätzliche Eigenkapitalbestandteile zurechenbares Konzernergebnis
768 -394 .
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1.1.-30.6.2022 1.1.-30.6.2021 Veränd. in %
Ergebnis je Aktie (18) 0,46 - 0,43 .

Das nach IAS 33 errechnete Ergebnis je Aktie basiert auf dem den Commerzbank-Aktionären zurechenbaren Konzernergebnis (siehe Note 18). Im laufenden Geschäftsjahr sowie im Vorjahr waren keine Wandel- oder Optionsrechte im Umlauf. Das verwässerte Ergebnis je Aktie war daher mit dem unverwässerten identisch.

Zusammengefasste Gesamtergebnisrechnung

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Mio. € 1.1.-30.6.2022 1.1.-30.6.2021 Veränd. in %
Konzernergebnis 825 -363 .
Erfolgsneutrale Veränderung aus der Neubewertung von leistungsorientierten
Versorgungsplänen
176 682 -74,2
Veränderung aus der Bewertung von Eigenkapitalinstrumenten (FVOCIoR)
Umbuchung in die Gewinnrücklage - - .
Erfolgsneutrale Wertänderung - - .
Erfolgsneutrale Veränderung aus Own Credit Spread bei Verbindlichkeiten FVO 202 -32 .
Erfolgsneutrale Veränderung aus der Neubewertung von Grundstücken und Gebäuden - 3 .
Nicht in die Gewinn- und-Verlust-Rechnung umbuchbare Posten 378 653 - 42,1
Veränderung aus der Neubewertung von Schuldinstrumenten (FVOCImR)
Umbuchung in die Gewinn- und-Verlust-Rechnung 20 -41 .
Erfolgsneutrale Wertänderung - 463 -28 .
Veränderung der Rücklage aus Cashflow-Hedges
Umbuchung in die Gewinn- und-Verlust-Rechnung 1 1 -17,2
Erfolgsneutrale Wertänderung - 130 -52 .
Veränderung der Rücklage aus der Währungsumrechnung
Umbuchung in die Gewinn- und-Verlust-Rechnung - 0 - .
Erfolgsneutrale Wertänderung 189 140 35,2
Bewertungseffekt aus Net Investment Hedge
Umbuchung in die Gewinn- und-Verlust-Rechnung - -
Erfolgsneutrale Wertänderung - 4 -3
Veränderung aus zur Veräußerung gehaltenen langfristigen Vermögenswerten
oder Veräußerungsgruppen
Umbuchung in die Gewinn- und-Verlust-Rechnung - - .
Erfolgsneutrale Wertänderung - - .
Veränderung bei at-Equity-bewerteten Unternehmen - 2 -1 .
In die Gewinn- und-Verlust-Rechnung umbuchbare Posten - 389 16 .
Sonstiges Periodenergebnis -11 669 .
Gesamtergebnis 814 306 .
den nicht beherrschenden Anteilen zurechenbares Gesamtergebnis - 33 11 .
den Commerzbank-Aktionären und den Investoren in zusätzliche
Eigenkapitalbestandteile zurechenbares Gesamtergebnis
848 295 .

Bilanz

Aktiva

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Mio. € Notes 30.6.2022 31.12.2021 Veränd. in %
Kassenbestand und Sichtguthaben 104 716 49 507 .
Finanzielle Vermögenswerte - Amortised Cost (19) 304 604 299 181 1,8
darunter: als Sicherheit übertragen 326 873 -62,7
Finanzielle Vermögenswerte - Fair Value OCI (21) 33 940 40 115 -15,4
darunter: als Sicherheit übertragen 2 266 3 645 -37,8
Finanzielle Vermögenswerte - Mandatorily Fair Value P&L (23) 38 439 28 432 35,2
darunter: als Sicherheit übertragen - - .
Finanzielle Vermögenswerte - Held for Trading (24) 43 677 43 790 -0,3
darunter: als Sicherheit übertragen 2 721 802 .
Wertanpassung aus Portfolio Fair Value Hedges -2 733 508 .
Positive Marktwerte aus derivativen Sicherungsinstrumenten 1 754 846 .
Anteile an at-Equity-bewerteten Unternehmen 177 175 1,5
Immaterielle Vermögenswerte (30) 1 254 1 243 0,9
Sachanlagen (31) 2 712 2 881 -5,9
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien 40 41 -1,4
Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und
Vermögenswerte aus Veräußerungsgruppen
754 830 -9,1
Tatsächliche Ertragsteueransprüche 186 222 -16,4
Latente Ertragsteueransprüche 2 878 3 130 -8,0
Sonstige Aktiva (32) 2 652 2 143 23,7
Gesamt 535 049 473 044 13,1

Passiva

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Mio. € Notes 30.6.2022 31.12.2021 Veränd. in %
Finanzielle Verbindlichkeiten - Amortised Cost (20) 424 605 373 976 13,5
Finanzielle Verbindlichkeiten - Fair Value Option (22) 30 990 19 735 57,0
Finanzielle Verbindlichkeiten - Held for Trading (25) 38 909 32 957 18,1
Wertanpassung aus Portfolio Fair Value Hedges -3 051 209 .
Negative Marktwerte aus derivativen Sicherungsinstrumenten 4 139 6 816 -39,3
Rückstellungen (34) 3 369 3 752 -10,2
Tatsächliche Ertragsteuerschulden 559 549 1,7
Latente Ertragsteuerschulden 7 13 -44,2
Verbindlichkeiten aus Veräußerungsgruppen 586 730 -19,7
Sonstige Passiva (33) 4 473 4 478 -0,1
Eigenkapital 30 461 29 827 2,1
Gezeichnetes Kapital 1 252 1 252 -
Kapitalrücklage 10 075 10 075 -
Gewinnrücklagen 15 947 14 979 6,5
Andere Rücklagen (mit Recycling) -867 -569 52,4
Commerzbank-Aktionären zurechenbares Eigenkapital 26 407 25 738 2,6
Zusätzliche Eigenkapitalbestandteile 3 114 3 114 -
Nicht beherrschende Anteile 940 975 -3,6
Gesamt 535 049 473 044 13,1

Eigenkapitalveränderungsrechnung

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Andere Rücklagen
Mio. € Gezeich-
netes
Kapital
Kapital-
rücklage
Gewinn-
rücklagen
Neu-
bewertungs-
rücklage
Rücklage
aus
Cashflow-
Hedges
Rücklage
aus der
Währungs-
umrechnung
Eigenkapital zum 1.1.2022 1 252 10 075 14 979 -86 -88 -396
Gesamtergebnis 1 146 -415 -87 204
Konzernergebnis 768
Veränderung aus Own Credit Spread
bei Verbindlichkeiten FVO
202
Veränderung aus der Neubewertung
von leistungsorientierten Versorgungsplänen
175
Erfolgsneutrale Veränderung aus der
Neubewertung von Grundstücken und Gebäuden
Veränderung aus der Bewertung von
Eigenkapitalinstrumenten (FVOCIoR)
Veränderung aus der Neubewertung
von Schuldinstrumenten (FVOCImR)
-415
Veränderung der Rücklage aus
Cashflow-Hedges
-87
Veränderung der Rücklage aus der
Währungsumrechnung
209
Bewertungseffekt aus Net Investment Hedge -4
Veränderung aus zur Veräußerung
gehaltenen langfristigen Vermögenswerten
oder Veräußerungsgruppen
Veränderung bei at-Equity-bewerteten
Unternehmen
-2
Dividendenausschüttung
Ausschüttung an Instrumente des
zusätzlichen aufsichtsrechtlichen Kernkapitals
-190
Veränderungen im Anteilsbesitz -1
Sonstige Veränderungen 14
Eigenkapital zum 30.6.2022 1 252 10 075 15 947 -500 -175 -192
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Mio. € Commerzbank-
Aktionären
zurechenbares
Eigenkapital
Zusätzliche
Eigenkapitalbestand-
teile 1
Nicht
beherrschende
Anteile
Eigenkapital
Eigenkapital zum 1.1.2022 25 738 3 114 975 29 827
Gesamtergebnis 848 - -33 814
Konzernergebnis 768 57 825
Veränderung aus Own Credit Spread
bei Verbindlichkeiten FVO
202 - 202
Veränderung aus der Neubewertung
von leistungsorientierten Versorgungsplänen
175 0 176
Erfolgsneutrale Veränderung aus der
Neubewertung von Grundstücken und Gebäuden
- - -
Veränderung aus der Bewertung von
Eigenkapitalinstrumenten (FVOCIoR)
- - -
Veränderung aus der Neubewertung von
Schuldinstrumenten (FVOCImR)
-415 -29 -443
Veränderung der Rücklage aus Cashflow-Hedges -87 -41 -129
Veränderung der Rücklage aus
der Währungsumrechnung
209 -21 189
Bewertungseffekt aus Net Investment Hedge -4 - -4
Veränderung aus zur Veräußerung gehaltenen
langfristigen Vermögenswerten oder Veräußerungsgruppen
- - -
Veränderung bei at-Equity-bewerteten Unternehmen -2 - -2
Dividendenausschüttung - -3 -3
Ausschüttung an Instrumente des
zusätzlichen aufsichtsrechtlichen Kernkapitals
-190 - -190
Veränderungen im Anteilsbesitz -1 1 -
Sonstige Veränderungen 14 0 14
Eigenkapital zum 30.6.2022 26 407 3 114 940 30 461

1 Beinhaltet Tier-1-Anleihen (AT-1-Anleihen), die unbesicherte und nachrangige Anleihen darstellen und nach IFRS als Eigenkapital klassifiziert sind. Es lagen keine Rückkäufe vor.

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Andere Rücklagen
Mio. € Gezeich-
netes
Kapital
Kapital-
rücklage
Gewinn-
rücklagen
Neu-
bewertungs-
rücklage
Rücklage aus
Cashflow
Hedges
Rücklage
aus der
Währungs-
umrechnung
Eigenkapital zum 1.1.2021 1 252 11 484 12 576 96 42 -614
Gesamtergebnis - - 258 -56 -34 127
Konzernergebnis - - -394 - - -
Veränderung aus Own Credit Spread bei
Verbindlichkeiten FVO
-32
Veränderung aus der Neubewertung von
leistungsorientierten Versorgungsplänen
682
Erfolgsneutrale Veränderung aus der
Neubewertung von Grundstücken und Gebäuden
2
Veränderung aus der Bewertung von
Eigenkapitalinstrumenten (FVOCIoR)
Veränderung aus der Neubewertung
von Schuldinstrumenten (FVOCImR)
-56
Veränderung der Rücklage aus Cashflow-Hedges -34
Veränderung der Rücklage aus der Währungsumrechnung 130
Bewertungseffekt aus Net Investment Hedge -3
Veränderung aus zur Veräußerung gehaltenen langfristigen
Vermögenswerten oder Veräußerungsgruppen
Veränderung bei at-Equity-bewerteten Unternehmen -1
Dividendenausschüttung
Ausschüttungen an Instrumente des zusätzlichen
aufsichtsrechtlichen Kernkapitals
-140
Veränderungen im Anteilsbesitz
Sonstige Veränderungen 14
Eigenkapital zum 30.6.2021 1 252 11 484 12 708 40 9 -488
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Mio. € Commerzbank-
Aktionären
zurechenbares
Eigenkapital
Zusätzliche
Eigenkapital-
bestand-
teile 1
Nicht
beherr-
schende
Anteile
Eigenkapital
Eigenkapital zum 1.1.2021 24 836 2 619 1 119 28 574
Gesamtergebnis 295 - 11 306
Konzernergebnis -394 - 31 -363
Veränderung aus Own Credit Spread bei
Verbindlichkeiten FVO
-32 - -32
Veränderung aus der Neubewertung von
leistungsorientierten Versorgungsplänen
682 - 682
Erfolgsneutrale Veränderung aus der
Neubewertung von Grundstücken und Gebäuden
2 1 3
Veränderung aus der Bewertung von
Eigenkapitalinstrumenten (FVOCIoR)
- - -
Veränderung aus der Neubewertung
von Schuldinstrumenten (FVOCImR)
-56 -14 -70
Veränderung der Rücklage aus Cashflow-Hedges -34 -17 -50
Veränderung der Rücklage aus der Währungsumrechnung 130 10 140
Bewertungseffekt aus Net Investment Hedge -3 - -3
Veränderung aus zur Veräußerung gehaltenen
langfristigen Vermögenswerten oder Veräußerungsgruppen
- - -
Veränderung bei at-Equity-bewerteten Unternehmen -1 - -1
Dividendenausschüttung - -1 -1
Ausschüttungen an Instrumente des zusätzlichen
aufsichtsrechtlichen Kernkapitals
-140 - -140
Veränderungen im Anteilsbesitz - - -
Sonstige Veränderungen 14 496 0 510
Eigenkapital zum 30.6.2021 25 005 3 114 1 129 29 249

1 Beinhaltet Tier-1-Anleihen (AT-1-Anleihen), die unbesicherte und nachrangige Anleihen darstellen und nach IFRS als Eigenkapital klassifiziert sind. Es lagen keine Rückkäufe vor.

AT-1-Anleihe

Im zweiten Quartal 2021 wurde die dritte AT-1-Anleihe aus dem Emissionsprogramm erfolgreich begeben. Die Anleihe hat ein Volumen von 500 Mio. Euro und einen festen Kupon von 4,25 % pro Jahr. Das Instrument hat eine unbestimmte Laufzeit und einen frühestmöglichen Kündigungstermin im Zeitraum von Oktober 2027 bis April 2028.

Sonstige Veränderungen

Für das Geschäftsjahr 2021 wurde keine Dividende ausgeschüttet.

Auf die Anderen Rücklagen entfielen zum 30. Juni 2022 keine wesentlichen Effekte aus zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten und Vermögenswerten aus Veräußerungsgruppen.

Die wesentlichen Veränderungen der Rücklage aus der Währungsumrechnung resultierten im laufenden Geschäftsjahr aus den Währungen US-Dollar, polnischer Zloty, britisches Pfund und russischer Rubel.

In den Sonstigen Veränderungen sind, neben der im Vorjahr begebenen AT-1-Anleihe, im Wesentlichen Veränderungen aus erfolgsneutralen Steuern enthalten.

Kapitalflussrechnung (verkürzte Darstellung)

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Mio. € 2022 2021 Veränd. in %
Zahlungsmittelbestand 1.1. 49 507 75 603 -34,5
Cashflow aus operativer Geschäftstätigkeit 55 437 31 621 75,3
Cashflow aus Investitionstätigkeit -278 -247 12,5
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit -573 -1 019 -43,8
Cashflow insgesamt 54 586 30 355 79,8
Effekte aus Wechselkursänderungen 622 116 .
Zahlungsmittelbestand zum 30.6. 104 716 106 075 -1,3

Für den Commerzbank-Konzern ist die Aussagefähigkeit der Kapitalflussrechnung als gering anzusehen. Die Kapitalflussrechnung ersetzt für uns weder die Liquiditäts- beziehungsweise Finanzplanung noch wird sie als Steuerungsinstrument eingesetzt.

Anhang

(ausgewählte Notes)

Allgemeine Grundlagen

(1) Rechnungslegungsgrundsätze

Der Commerzbank-Konzern hat seinen Sitz in Frankfurt am Main. Das Mutterunternehmen ist die Commerzbank Aktiengesellschaft, die beim Amtsgericht Frankfurt am Main im Handelsregister mit der Nummer HRB 32000 eingetragen ist. Unser Zwischenabschluss zum 30. Juni 2022 wurde im Einklang mit § 315e HGB und der Verordnung (EG) Nr. 1606/​2002 (IAS -Verordnung) des Europäischen Parlaments und des Rats vom 19. Juli 2002 aufgestellt. Ebenso kamen weitere Verordnungen zur Übernahme bestimmter internationaler Rechnungslegungsstandards auf der Grundlage der vom International Accounting Standards Board (IASB) verabschiedeten und veröffentlichten International Financial Reporting Standards (IFRS) und deren Auslegungen durch das IFRS Interpretations Committee zur Anwendung. Der Zwischenabschluss berücksichtigt insbesondere auch die Anforderungen des IAS 34 an die Zwischenberichterstattung.

Alle für das Geschäftsjahr 2022 in der EU verpflichtend anzuwendenden Standards und Interpretationen wurden berücksichtigt. Von der vorzeitigen Anwendung von Standards und Interpretationen, die erst ab dem Geschäftsjahr 2023 oder später umzusetzen sind, haben wir abgesehen.

Der Zwischenlagebericht einschließlich des separaten Zwischenrisikoberichts gemäß § 315 HGB ist auf den Seiten 9 bis 37 unseres Zwischenberichts veröffentlicht.

Die Rechnungslegung im Commerzbank-Konzern erfolgt nach konzerneinheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden. Für die Vollkonsolidierung sowie für die at-Equity-Bewertung verwenden wir im Wesentlichen zum 30. Juni 2022 erstellte Abschlüsse.

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

(4) Änderungen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

In diesem Zwischenbericht wenden wir die gleichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sowie Konsolidierungsmethoden wie in unserem Konzernabschluss zum 31. Dezember 2021 an (vergleiche Geschäftsbericht 2021, Seite 161 ff.)

Der Konzernabschluss wird in Euro, der Berichtswährung des Konzerns, erstellt. Alle Beträge sind, sofern nicht gesondert darauf hingewiesen wird, in Mio. Euro dargestellt. Alle Beträge unter 500 000,00 Euro werden als Null beziehungsweise Nullsalden mit einem Strich dargestellt. Aufgrund von Rundungen ist es in Einzelfällen möglich, dass sich einzelne Zahlen nicht exakt zur angegebenen Summe addieren.

Für allgemeine Erläuterungen und Beschreibungen der einzelnen Posten in der Gewinn- und-Verlust-Rechnung und der Bilanz verweisen wir auf den Geschäftsbericht 2021.

(2) Neue und geänderte Standards

Im ersten Halbjahr 2022 lagen keine für den Commerzbank Konzern anzuwendenden wesentlichen neuen oder geänderten Standards vor. Für weitere Informationen zu neuen und geänderten Standards verweisen wir auf unseren Geschäftsbericht 2021, Seite 158 ff.

(3) Nachtragsbericht

Am 15. Juli 2022 hat unsere Tochtergesellschaft mBank in Polen angekündigt, dass sie im dritten Quartal 2022 mit negativen Erträgen in Höhe von 1,0 bis 1,4 Mrd. polnischen Zloty infolge der am 14. Juli 2022 gesetzlich eingeführten Möglichkeit von Zins- und Tilgungsstundungen für private Immobilienfinanzierungen (Credit Holidays) rechnet. Dies entspricht umgerechnet rund 210 bis 290 Mio. Euro, welche das Operative Ergebnis des Commerzbank Konzerns im dritten Quartal 2022 belasten werden.

(5) Konsolidierungskreis

Im ersten Halbjahr 2022 sind keine wesentlichen Gesellschaften neu in den Konsolidierungskreis einbezogen worden. Ebenfalls wurden keine Gesellschaften von wesentlicher Bedeutung veräußert, liquidiert oder aufgrund sonstiger Gründe nicht mehr konsolidiert.

Erläuterungen zur Gewinn- und-Verlust-Rechnung

(6) Zinsüberschuss

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Mio. € 1.1.-30.6.2022 1.1.-30.6.2021 Veränd. in %
Zinserträge nach der Effektivzinsmethode berechnet 3 425 2 977 15,0
Zinserträge - Amortised Cost 3 250 2 801 16,0
Zinserträge aus dem Kredit- und Geldmarktgeschäft 2 855 2 434 17,3
Zinserträge aus dem Wertpapiergeschäft 395 367 7,8
Zinserträge - Fair Value OCI 152 106 43,2
Zinserträge aus dem Kredit- und Geldmarktgeschäft 3 3 -16,8
Zinserträge aus dem Wertpapiergeschäft 149 102 45,2
Vorfälligkeitsentschädigung 23 71 -67,5
Zinserträge nicht nach der Effektivzinsmethode berechnet 770 641 20,2
Zinserträge - Mandatorily Fair Value P&L 153 67 .
Zinserträge aus dem Kredit- und Geldmarktgeschäft 122 46 .
Zinserträge aus dem Wertpapiergeschäft 31 20 49,9
Positive Zinsen aus passivischen Finanzinstrumenten 617 574 7,5
Zinsaufwendungen 1 316 1 191 10,5
Zinsaufwendungen - Amortised Cost 856 775 10,4
Einlagen 516 441 17,0
Begebene Schuldverschreibungen 339 333 1,8
Zinsaufwendungen - Fair Value Option 91 55 65,2
Einlagen 59 27 .
Begebene Schuldverschreibungen 32 28 12,0
Negative Zinsen aus aktivischen Finanzinstrumenten 315 303 3,8
Zinsaufwand aus Leasingverbindlichkeiten 9 8 18,7
Sonstige Zinsaufwendungen 45 50 -9,6
Gesamt 2 879 2 427 18,6

(7) Dividendenerträge

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Mio. € 1.1.-30.6.2022 1.1.-30.6.2021 Veränd. in %
Dividenden aus Eigenkapitalinstrumenten - Fair Value OCI - - .
Dividenden aus Eigenkapitalinstrumenten - Mandatorily Fair Value P&L 7 5 37,8
Laufendes Ergebnis aus nicht konsolidierten Tochterunternehmen 0 2 -79,1
Gesamt 7 7 3,4

(8) Risikoergebnis

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Mio. € 1.1.-30.6.2022 1.1.-30.6.2021 Veränd. in %
Finanzielle Vermögenswerte - Amortised Cost -550 -220 .
Finanzielle Vermögenswerte - Fair Value OCI -18 8 .
Finanzgarantien 0 -2 .
Kreditzusagen und sonstige Gewährleistungen -3 -21 -87,7
Gesamt -570 -235 .

Das Risikoergebnis beinhaltet erfolgswirksame Risikovorsorgeveränderungen für bilanzielle und außerbilanzielle Finanzinstrumente, auf die das Impairmentmodell des IFRS 9 anzuwenden ist. Dies umfasst auch Risikovorsorgeauflösungen bei bilanziellen Abgängen aus planmäßigen Rückzahlungen, Zuschreibungen und Eingänge auf bereits abgeschriebene Forderungen sowie Direktabschreibungen, die nicht Ergebnis einer substanziellen Modifikation sind. Darüber hinaus sind erfolgswirksame Risikovorsorgeänderungen für bestimmte außerbilanzielle Geschäfte berücksichtigt, die keine Finanzgarantien im Sinne des IFRS 9 darstellen (bestimmte Avale, Akkreditive, siehe Note 35).

Informationen zur Organisation des Risikomanagements und zu relevanten Kennzahlen sowie weitere Analysen und Erläuterungen des erwarteten Kreditverlusts und zu den gebildeten Top-Level-Adjustments (TLA) können dem Zwischenlagebericht dieses Zwischenberichts (siehe Seite 9 ff. und Note 26) entnommen werden.

Die Commerzbank hat im ersten Halbjahr 2022 ein TLA für direkte Effekte aus dem Russland-Ukraine-Krieg ("Russland-TLA") gebildet. Darüber hinaus hat die Commerzbank ein weiteres sogenanntes "Sekundäreffekte-TLA" für Sekundäreffekte aus der Corona-Pandemie und der Russland-Ukraine-Krieg gebildet. Im ersten Halbjahr 2022 betragen die Zuführungen zum Russland-TLA -178 Mio. Euro und zum Sekundäreffekte-TLA -386 Mio. Euro. Das Corona-TLA mit einem Bestand von 523 Mio. Euro per 31. Dezember 2021 wurde hingegen im ersten Halbjahr 2022 aufgelöst beziehungsweise verbraucht.

(9) Provisionsüberschuss

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Mio. € 1.1.-30.6.2022 1.1.-30.6.2021 Veränd. in %
Provisionserträge 2 193 2 121 3,4
Wertpapiergeschäft 658 726 - 9,4
Vermögensverwaltung 195 173 13,1
Zahlungsverkehr und Auslandsgeschäft 841 702 19,7
Bürgschaften 123 120 2,5
Syndizierungen 95 120 - 20,7
Vermittlungsgeschäft 84 93 - 9,5
Treuhandgeschäfte 33 23 43,4
Übrige Erträge 164 164 - 0,1
Provisionsaufwendungen 325 318 2,1
Wertpapiergeschäft 80 84 - 4,9
Vermögensverwaltung 19 17 13,0
Zahlungsverkehr und Auslandsgeschäft 95 75 27,3
Bürgschaften 12 29 - 57,7
Syndizierungen 0 0 - 30,3
Vermittlungsgeschäft 70 65 7,6
Treuhandgeschäfte 26 17 55,6
Übrige Aufwendungen 22 32 - 29,9
Provisionsüberschuss 1 868 1 803 3,6
Wertpapiergeschäft 578 642 - 10,0
Vermögensverwaltung 176 156 13,1
Zahlungsverkehr und Auslandsgeschäft 746 628 18,8
Bürgschaften 111 91 21,5
Syndizierungen 95 120 - 20,7
Vermittlungsgeschäft 14 28 - 49,2
Treuhandgeschäfte 6 6 8,5
Übrige Erträge 142 132 7,0
Gesamt 1 868 1 803 3,6

Die Aufteilung der Provisionserträge nach Art der Dienstleistung und Segmenten auf Grundlage des IFRS 15 stellt sich wie folgt dar:

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1.1.-30.6.2022 Mio. € Privat- und
Unternehmer-
kunden
Firmenkunden Sonstige und
Konsolidierung
Konzern
Wertpapiergeschäft 653 15 -11 658
Vermögensverwaltung 193 2 0 195
Zahlungsverkehr und Auslandsgeschäft 378 470 -7 841
Bürgschaften 14 126 -17 123
Syndizierungen 0 95 0 95
Vermittlungsgeschäft 81 24 -21 84
Treuhandgeschäfte 29 4 0 33
Übrige Erträge 145 28 -9 164
Gesamt 1 493 765 -65 2 193
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1.1.-30.6.2021 Mio. € Privat- und
Unternehmer-
kunden
Firmenkunden Sonstige und
Konsolidierung
Konzern
Wertpapiergeschäft 715 22 -11 726
Vermögensverwaltung 171 2 0 173
Zahlungsverkehr und Auslandsgeschäft 317 392 -7 702
Bürgschaften 14 108 -1 120
Syndizierungen 1 119 0 120
Vermittlungsgeschäft 90 20 -17 93
Treuhandgeschäfte 19 4 0 23
Übrige Erträge 137 52 -26 164
Gesamt 1 464 719 -61 2 121

(10) Ergebnis aus erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten

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Mio. € 1.1.-30.6.2022 1.1.-30.6.2021 Veränd. in %
Ergebnis aus Finanzinstrumenten - Held for Trading 215 289 -25,7
Ergebnis aus Finanzinstrumenten - Fair Value Option 326 62 .
Ergebnis aus Finanzinstrumenten - Mandatorily Fair Value P&L -119 133 .
Gesamt 422 485 -13,0

(11) Ergebnis aus Sicherungszusammenhängen

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Mio. € 1.1.-30.6.2022 1.1.-30.6.2021 Veränd. in %
Fair Value Hedges
Fair-Value-Änderungen aus Sicherungsinstrumenten 1 920 945 .
Micro Fair Value Hedges 1 891 379 .
Portfolio Fair Value Hedges 29 566 -94,9
Fair-Value-Änderungen aus Grundgeschäften -1 962 -996 96,9
Micro Fair Value Hedges -2 003 -425 .
Portfolio Fair Value Hedges 41 -571 .
Cashflow-Hedges
Ergebnis aus effektiv gesicherten Cashflow Hedges (nur ineffektiver Teil) 1 -0 .
Net Investment Hedges
Ergebnis aus effektiv gesicherten Net Investment Hedges (nur ineffektiver Teil) - - .
Gesamt -41 -52 -20,4

(12) Übriges Ergebnis aus Finanzinstrumenten

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Mio. € 1.1.-30.6.2022 1.1.-30.6.2021 Veränd. in %
Sonstiges übriges Ergebnis aus Finanzinstrumenten -11 33 .
Realisierungsergebnis finanzieller Vermögenswerte - Fair Value OCI (mit Recycling) -20 41 .
Realisierungsergebnis finanzieller Verbindlichkeiten - Amortised Cost 10 -5 .
Ergebnis aus nicht substanziellen Modifikationen - Amortised Cost -1 -2 -45,4
Ergebnis aus nicht substanziellen Modifikationen - Fair Value OCI (mit Recycling) - - .
Ergebnis aus Schätzungsänderungen - Amortised Cost -0 -0 -34,3
Ergebnis aus Schätzungsänderungen - Fair Value OCI (mit Recycling) - - .
Ergebnis aus Abgängen von Finanzinstrumenten (AC-Portfolios) 13 -17 .
Gewinne aus Abgängen von Finanzinstrumenten (AC-Portfolios) 18 1 .
Verluste aus Abgängen von Finanzinstrumenten (AC-Portfolios) 5 18 -72,8
Gesamt 2 17 -87,8

(13) Sonstiges Ergebnis

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Mio. € 1.1.-30.6.2022 1.1.-30.6.2021 Veränd. in %
Wesentliche Sonstige Erträge 435 215 .
Auflösungen von Rückstellungen 72 12 .
Erträge aus Operating-Leasing-Verträgen 72 69 5,3
Mietkauferträge und Zwischenmieterträge 8 8 1,4
Erträge aus als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien 0 0 .
Erträge aus zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten - - .
Erträge aus der Veräußerung von Sachanlagen 20 1 .
Erträge aus Wechselkursveränderungen 142 86 63,7
Übrige sonstige Erträge 121 39 .
Wesentliche Sonstige Aufwendungen 342 530 -35,5
Zuführungen zu Rückstellungen 48 170 -71,6
Aufwendungen aus Operating-Leasing-Verträgen 50 53 -4,1
Mietkaufaufwendungen und Zwischenmietaufwendungen 1 1 23,4
Aufwendungen aus als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien 1 0 .
Aufwendungen aus als Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten - - .
Aufwendungen aus der Veräußerung von Sachanlagen 1 1 -0,3
Aufwendungen aus Wechselkursveränderungen 131 79 64,4
Übrige sonstige Aufwendungen 110 226 -51,5
Sonstige Steuern (saldiert) -21 -20 5,8
Realisierungs- und Bewertungsergebnis aus assoziierten Unternehmen
und Gemeinschaftsunternehmen (saldiert)
4 - .
Sonstiges Ergebnis 75 -335 .

(14) Verwaltungsaufwendungen

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Personalaufwendungen | Mio. € 1.1.-30.6.2022 1.1.-30.6.2021 Veränd. in %
Löhne und Gehälter 1 553 1 566 -0,9
Aufwendungen für Altersversorgung und Unterstützung 131 150 -12,6
Gesamt 1 684 1 716 -1,9
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Sachaufwendungen | Mio. € 1.1.-30.6.2022 1.1.-30.6.2021 Veränd. in %
Raumaufwendungen 127 122 4,0
IT-Aufwendungen 275 293 -6,3
Arbeitsplatz- und Informationsaufwendungen 103 113 -8,9
Beratungs-, Prüfungs- und gesellschaftsrechtliche Aufwendungen 94 106 -10,8
Reise-, Repräsentations- und Werbungskosten 71 65 7,9
Personalinduzierte Sachaufwendungen 41 35 18,4
Übrige Sachaufwendungen 60 79 -24,8
Gesamt 771 814 -5,3
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Abschreibungen | Mio. € 1.1.-30.6.2022 1.1.-30.6.2021 Veränd. in %
Betriebs- und Geschäftsausstattung 46 52 -11,1
Grundstücke, Gebäude und übrige Sachanlagen 4 5 -22,2
Immaterielle Vermögenswerte 208 420 -50,6
Nutzungsrechte 152 166 -8,4
Gesamt 410 643 -36,3

Im Geschäftsjahr 2021 sind in den Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe von 200 Mio. Euro enthalten. Der Grund für die außerplanmäßigen Abschreibungen war die Entscheidung der Commerzbank, das Projekt zur Auslagerung der Wertpapierabwicklung an die HSBC Transaction Services GmbH zu beenden.

(15) Pflichtbeiträge

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Pflichtbeiträge | Mio. € 1.1-30.6.2022 1.1-30.6.2021 Veränd. in %
Einlagensicherungsfonds 143 92 56,1
Polnische Bankensteuer 70 63 11,4
Europäische Bankenabgabe 278 220 26,4
Gesamt 491 375 31,1

(16) Restrukturierungsaufwendungen

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Mio. € 1.1.-30.6.2022 1.1.-30.6.2021 Veränd. in %
Aufwendungen für eingeleitete Restrukturierungsmaßnahmen 39 976 -96,0
Gesamt 39 976 -96,0

Die Restrukturierungsaufwendungen im ersten Halbjahr des Vorjahres resultierten im Wesentlichen aus der Bildung von Restrukturierungsrückstellungen für Personalmaßnahmen im In- und Ausland. Der Vorstand hatte im ersten Quartal 2021 mit dem Gesamtbetriebsrat die Umsetzung eines vorgezogenen Freiwilligenprogramms für den Abbau von rund 1 700 Vollzeitstellen in der Commerzbank AG Inland im Zusammenhang mit der Strategie 2024 vereinbart.

Anfang Mai 2021 hat sich die Bank mit den Arbeitnehmergremien auf einen Rahmeninteressenausgleich zur Umsetzung der Strategie 2024 und einen Rahmensozialplan geeinigt, der die Grundlage für einen möglichst sozialverträglichen Stellenabbau im Inland bildet.

(17) Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Zum 30. Juni 2022 belief sich der Konzernsteueraufwand auf 425 Mio. Euro (Vorjahreszeitraum: -43 Mio. Euro). Unter Berücksichtigung des Ergebnisses vor Steuern von 1 250 Mio. Euro (Vorjahreszeitraum: -406 Mio. Euro) ergab sich eine Konzernsteuerquote von 34,0 % (Vorjahreszeitraum: 10,5 %) (Konzernertragsteuersatz: 31,5 %, Vorjahr: 31,5 %). Der Konzernsteueraufwand im laufenden Geschäftsjahr 2022 resultiert im Wesentlichen aus latentem Steueraufwand aus der Veränderung temporärer Differenzen, aus laufendem Steueraufwand des mBank Teilkonzerns für die Berichtsperiode sowie gegenläufig aus latentem Steuerertrag aus der Aktivierung latenter Steuerforderungen auf steuerliche Verlustvorträge. Im Vorjahr ergab sich per zweitem Quartal eine niedrige Steuerquote im Wesentlichen aus aperiodischen Steueraufwendungen aufgrund der Bildung von zusätzlichen Rückstellungen für Steuerrisiken.

(18) Ergebnis je Aktie

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30.6.2022 30.6.2021 Veränd. in %
Operatives Ergebnis (Mio. €) 1 289 570 .
Den Commerzbank-Aktionären und den Investoren in zusätzliche
Eigenkapitalbestandteile zurechenbares Konzernergebnis (Mio. €)
768 -394 .
Ausschüttungen zusätzliche Eigenkapitalbestandteile (Mio.€) 190 140 36,3
Den Commerzbank-Aktionären zurechenbares Konzernergebnis (Mio. €) 578 -533 .
Durchschnittliche Anzahl ausgegebener Stammaktien (Stück) 1 252 357 634 1 252 357 634 -
Operatives Ergebnis je Aktie (€) 1,03 0,46 .
Ergebnis je Aktie (€) 0,46 -0,43 .

Das nach IAS 33 errechnete Ergebnis je Aktie basiert auf dem den Commerzbank-Aktionären zurechenbaren Konzernergebnis und wird als Quotient aus dem Konzernergebnis und dem gewichteten Durchschnitt der während des Geschäftsjahres in Umlauf befindlichen Aktienzahl ermittelt. Im laufenden Geschäftsjahr sowie im Vorjahr waren keine Wandel- und Optionsrechte im Umlauf. Das verwässerte Ergebnis je Aktie war daher mit dem unverwässerten identisch. Die Zusammensetzung des Operativen Ergebnis ist in der Segmentberichterstattung (siehe Note 36) definiert.

Erläuterungen zur Bilanz

Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten

(19) Finanzielle Vermögenswerte - Amortised Cost

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Mio. € 30.6.2022 31.12.2021 Veränd. in %
Darlehen und Forderungen 273 445 265 006 3,2
Verbriefte Schuldinstrumente 31 158 34 175 -8,8
Gesamt 304 604 299 181 1,8

(20) Finanzielle Verbindlichkeiten - Amortised Cost

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Mio. € 30.6.2022 31.12.2021 Veränd. in %
Einlagen 387 082 334 625 15,7
Begebene Schuldverschreibungen 37 523 39 352 -4,6
Geldmarktpapiere 67 65 2,4
Pfandbriefe 17 357 17 300 0,3
Sonstige emittierte Schuldtitel 20 099 21 986 -8,6
Gesamt 424 605 373 976 13,5

In den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 2022 wurden neue Emissionen mit einem Volumen von 3,1 Mrd. Euro (Vorjahreszeitraum 0,8 Mrd. Euro) begeben. Im gleichen Zeitraum belief sich das Volumen fälliger Emissionen auf 2,7 Mrd. Euro (Vorjahreszeitraum: 3,5 Mrd. Euro). Im aktuellen Geschäftsjahr wurde eine regulatorisch nicht mehr anrechenbare Emission mit einem Nominalvolumen in Höhe von 0,1 Mrd. Euro zurückgekauft. Rückzahlungen gab es darüber hinaus sowie im Vorjahreszeitraum nicht.

Die Commerzbank nimmt seit 2020 an der dritten Reihe gezielter längerfristiger Refinanzierungsgeschäfte der EZB (TLTRO III) teil. Die Verzinsung hängt von der Entwicklung des Kreditvolumens in einem Benchmark Portfolio ab, das bei Erreichen eines Schwellenwerts zu einer Zinsvergünstigung führt. Die Commerzbank hat im Jahr 2021 den Schwellenwert erreicht und Zinsvergünstigungen in Anspruch genommen.

Die Vereinnahmung der Zinsen erfolgt grundsätzlich ratierlich im Zinsergebnis bei korrespondierender Kürzung der Refinanzierungsverbindlichkeit. Im laufenden Geschäftsjahr 2022 wurden bisher insgesamt Zinserträge von 178 Mio. Euro (Vorjahreszeitraum 254 Mio. Euro) vereinnahmt, davon 87 Mio. Euro (Vorjahreszeitraum 168 Mio. Euro) zusätzliche Zinsvergünstigungen aus der Erfüllung der Kreditvolumenbedingung. Im Vorjahr waren zusätzlich Beträge bezüglich des Jahres 2020 enthalten, für die die Erfüllung der Kreditvolumenbedingung erst im Jahr 2021 feststand.

(21) Finanzielle Vermögenswerte - Fair Value OCI

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Mio. € 30.6.2022 31.12.2021 Veränd. in %
Darlehen und Forderungen (mit Recycling) 330 392 -15,8
Verbriefte Schuldinstrumente (mit Recycling) 33 610 39 723 -15,4
Eigenkapitalinstrumente (ohne Recycling) - - .
Gesamt 33 940 40 115 -15,4

(22) Finanzielle Verbindlichkeiten - Fair Value Option

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Mio. € 30.6.2022 31.12.2021 Veränd. in %
Einlagen 28 302 17 175 64,8
Begebene Schuldverschreibungen (Sonstige emittierte Schuldtitel) 2 688 2 560 5,0
Gesamt 30 990 19 735 57,0

Für Verbindlichkeiten, für die die Fair Value Option angewendet wurde, betrug die in den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 2022 eingetretene kreditrisikobedingte Änderung der Fair Values -255 Mio. Euro (Vorjahreszeitraum: 41 Mio. Euro). Kumuliert belief sich die Veränderung auf -136 Mio. Euro (Vorjahreszeitraum: 119 Mio. Euro).

Durch Abgänge finanzieller Verbindlichkeiten, für die die Fair Value Option angewendet wurde, wurde in der aktuellen Periode keine erfolgsneutrale Umgliederung in der Gewinnrücklage erfasst (Vorjahreszeitraum: 0 Mio. Euro).

In den begebenen Schuldverschreibungen sind die Emissionen von Green Bonds der Commerzbank enthalten. Die Commerzbank hat im Juni 2022 erfolgreich einen weiteren Green Bond mit einem Emissionsvolumen von 500 Mio. Euro begeben. Es ist bereits der dritte eigene Green Bond der Bank nach der ersten Emission im Oktober 2018 und der zweiten Emission im September 2020. Die kündbare, nicht bevorrechtigte, nicht nachrangige Schuldverschreibung (Callable Non-Preferred Senior Bond) hat einen Festzinszeitraum bis September 2026 mit einem festen Kupon von 3,00 % pro Jahr.

In den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 2022 wurden neue Emissionen mit einem Volumen von 0,5 Mrd. Euro begeben (Vorjahreszeitraum: 0,1 Mrd. Euro). Ein nennenswertes Volumen fälliger Emissionen sowie Rückzahlungen gab es in der aktuellen Berichtsperiode sowie im Vorjahreszeitraum nicht.

(23) Finanzielle Vermögenswerte - Mandatorily Fair Value P&L

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Mio. € 30.6.2022 31.12.2021 Veränd. in %
Darlehen und Forderungen 32 682 23 812 37,2
Verbriefte Schuldinstrumente 4 810 3 658 31,5
Eigenkapitalinstrumente 946 962 -1,6
Gesamt 38 439 28 432 35,2

(24) Finanzielle Vermögenswerte - Held for Trading

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Mio. € 30.6.2022 31.12.2021 Veränd. in %
Darlehen und Forderungen 1 493 1 736 -14,0
Verbriefte Schuldinstrumente 3 685 2 176 69,3
Eigenkapitalinstrumente 1 069 1 576 -32,2
Positive Marktwerte aus derivativen Finanzinstrumenten 34 846 34 760 0,2
Zinsbezogene Produkte 19 717 25 527 -22,8
Währungsbezogene Produkte 11 979 6 549 82,9
Aktienbezogene Derivate 1 385 1 218 13,7
Kreditbezogene Derivate 229 245 -6,5
Übrige derivative Geschäfte 1 536 1 221 25,8
Sonstige Handelsbestände 2 584 3 541 -27,0
Gesamt 43 677 43 790 -0,3

(25) Finanzielle Verbindlichkeiten - Held for Trading

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Mio. € 30.6.2022 31.12.2021 Veränd. in %
Zertifikate und andere Emissionen 1 884 468 .
Lieferverbindlichkeiten aus Wertpapierleerverkäufen 1 789 914 95,8
Negative Marktwerte aus derivativen Finanzinstrumenten 35 236 31 575 11,6
Zinsbezogene derivative Geschäfte 19 433 22 023 -11,8
Währungsbezogene derivative Geschäfte 11 884 6 580 80,6
Aktienderivate 619 425 45,6
Kreditderivate 204 353 -42,3
Übrige derivative Geschäfte 3 096 2 193 41,2
Gesamt 38 909 32 957 18,1

Kreditrisiken und Kreditverluste

(26) Kreditrisiken und Kreditverluste

Grundsätze und Bewertungen

Unter IFRS 9 werden Wertminderungen aufgrund von Kreditrisiken bei Kreditgeschäften und Wertpapieren, die nicht erfolgswirksam zum Fair Value zu bewerten sind, anhand eines 3-stufigen Modells auf Basis erwarteter Kreditverluste erfasst.

In den Anwendungsbereich dieses Wertminderungsmodells fallen im Commerzbank-Konzern folgende Finanzinstrumente:

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Finanzielle Vermögenswerte in Form von Darlehen und Forderungen sowie verbrieften Schuldinstrumenten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden (Amortised Cost);

Finanzielle Vermögenswerte in Form von Darlehen und Forderungen sowie verbrieften Schuldinstrumenten, die erfolgsneutral zum Fair Value bewertet werden (FVOCI);

Forderungen aus Leasingverhältnissen;

Unwiderrufliche Kreditzusagen, die gemäß IFRS 9 nicht erfolgswirksam zum Fair Value bewertet werden;

Finanzgarantien im Anwendungsbereich des IFRS 9, die nicht erfolgswirksam zum Fair Value bewertet werden.

Die Ermittlung der Wertminderungen erfolgt anhand eines 3-stufigen Modells:

In Stage 1 werden grundsätzlich alle Finanzinstrumente erfasst, deren Risiko eines Kreditausfalls (im Folgenden Ausfallrisiko) sich seit ihrem erstmaligen Bilanzansatz nicht signifikant erhöht hat. Darüber hinaus enthält Stage 1 sämtliche Geschäfte, die am Berichtsstichtag ein geringes Ausfallrisiko aufweisen, bei denen die Commerzbank von dem Wahlrecht des IFRS 9 Gebrauch macht, auf die Beurteilung einer signifikanten Erhöhung des Ausfallrisikos zu verzichten. Dies sind grundsätzlich Wertpapiere, deren internes Bonitätsrating am Berichtsstichtag im Bereich des Investment Grade (entspricht Commerzbank-Rating 2,8 oder besser), liegt. Für Finanzinstrumente in Stage 1 ist eine Wertminderung in Höhe der erwarteten Kreditverluste für die nächsten zwölf Monate ("12-month-Expected Credit Loss" beziehungsweise "ECL") zu erfassen.

Stage 2 enthält diejenigen Finanzinstrumente, deren Ausfallrisiko sich nach dem Zeitpunkt ihres erstmaligen Bilanzansatzes signifikant erhöht hat und die zum Berichtsstichtag nicht als Geschäfte mit geringem Ausfallrisiko eingestuft werden. Neben der geschäftsspezifischen Probability of Default (PD)-Entwicklung definiert die Commerzbank weitere qualitative Kriterien, bei deren Vorliegen eine signifikante Erhöhung des Ausfallrisikos angenommen wird. Die Zuordnung zu Stage 2 erfolgt dann unabhängig von der individuellen PD-Entwicklung. Die Erfassung von Wertminderungen erfolgt in Stage 2 mit den erwarteten Kreditverlusten über die gesamte Restlaufzeit des Finanzinstruments ("Lifetime Expected Credit Loss" beziehungsweise "LECL").

Stage 3 werden Finanzinstrumente zugeordnet, die am Berichtsstichtag als wertgemindert eingestuft werden. Als Kriterium hierfür zieht die Commerzbank die Definition für einen Kreditausfall (Default) gemäß Artikel 178 CRR heran, sowie die ergänzende EBA-Leitlinie zur Anwendung der Ausfalldefinition gemäß Artikel 178 CRR. Diese Vorgehensweise ist konsistent, da im Rahmen der ECL-Ermittlung ebenfalls aus dem Baseler IRB-Ansatz abgeleitete, statistische Risikoparameter verwendet werden, die an die Anforderungen des IFRS 9 angepasst werden.

Für den Default eines Kunden können unter anderem folgende Ereignisse ausschlaggebend sein:

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Überziehung größer 90 Tage;

Unwahrscheinlichkeit des Begleichens der Forderungen (Unlikely-to-pay);

Sanierung /​ krisenbedingte Restrukturierung mit Zugeständnissen;

die Bank kündigt die Forderungen;

der Kunde ist in Insolvenz.

Für ausgefallene Finanzinstrumente in Stage 3 ist ebenfalls der LECL als Wertminderung zu erfassen. Bei der Ermittlung des LECL wird hier grundsätzlich nach signifikanten und nicht signifikanten Fällen unterschieden. Für nicht signifikante Geschäfte (Volumen bis 5 Mio. Euro) erfolgt die Ermittlung auf Basis statistischer Risikoparameter. Für signifikante Geschäfte (Volumen größer 5 Mio. Euro) wird der LECL als Erwartungswert der Verluste aus individuellen Expertenschätzungen der zukünftigen Cashflows unter Berücksichtigung mehrerer möglicher Szenarien und deren Eintrittswahrscheinlichkeiten ermittelt. Die Szenarien und Wahrscheinlichkeiten basieren auf Einschätzungen von Sanierungs- und Abwicklungsspezialisten. Für jedes Szenario - unabhängig davon, ob es sich um ein Fortführungs- oder Verwertungsszenario handelt - werden Zeitpunkte und Höhen der erwarteten zukünftigen Zahlungsströme geschätzt. Hierbei werden zukunftsgerichtet sowohl die kundenspezifische als auch die makroökonomische Situation (zum Beispiel Devisenbeschränkungen, Devisenwertschwankungen, Rohstoffpreisentwicklungen) und das Branchenumfeld berücksichtigt. Basis der Schätzung sind auch externe Informationen. Als Quellen sind hier unter anderem Indizes (zum Beispiel World Corruption Index), Prognosen (zum Beispiel des IWF), Informationen globaler Vereinigungen von Finanzdienstleistern (zum Beispiel Institute of International Finance) und Veröffentlichungen von Ratingagenturen und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften zu nennen.

Liegt kein Ausfallkriterium mehr vor, gesundet das Finanzinstrument und wird nach Einhaltung der maßgeblichen Wohlverhaltensphase nicht mehr Stage 3 zugeordnet. Nach Gesundung erfolgt auf Basis aktualisierter Ratinginformationen erneut die Beurteilung, ob sich das Ausfallrisiko seit dem erstmaligen Bilanzansatz signifikant erhöht hat, und die entsprechende Zuordnung zu Stage 1 oder Stage 2.

Finanzinstrumente, die bereits im Zeitpunkt ihres erstmaligen Bilanzansatzes als wertgemindert im Sinne der oben beschriebenen Definition einzustufen sind ("Purchased or Originated Credit Impaired", beziehungsweise "POCI") werden außerhalb des 3-stufigen Wertminderungsmodells behandelt und somit keiner der drei Stages zugeordnet. Der Erstansatz erfolgt zum Fair Value ohne Erfassung einer Wertminderung unter Anwendung eines bonitätsadjustierten Effektivzinssatzes. In den Folgeperioden entspricht die Wertminderung der kumulierten Veränderung des LECL nach dem Bilanzzugang. Auch im Falle einer Gesundung bleibt der LECL Maßstab für die Bewertung.

Forderungen werden bilanzwirksam abgeschrieben, sobald diese uneinbringlich sind. Die Uneinbringlichkeit kann sich zum einen im Abwicklungsprozess aufgrund verschiedener objektiver Kriterien herausstellen. Dies kann beispielsweise ein abgeschlossenes Insolvenzverfahren ohne weitere Aussicht auf Zahlungen sein. Zum anderen werden Kredite spätestens 720 Tage nach Fälligstellung grundsätzlich als (teilweise) uneinbringlich betrachtet und im Rahmen bestehender Risikovorsorge auf den noch erzielbaren Rückzahlungsbetrag (teil-)abgeschrieben. Die (Teil-)Abschreibung hat dabei keine unmittelbaren Auswirkungen auf laufende Beitreibungsmaßnahmen.

Beurteilung einer signifikanten Erhöhung des Ausfallrisikos

In den Ratingsystemen der Commerzbank werden sämtliche verfügbaren quantitativen und qualitativen Informationen mit Relevanz für die Prognose des Ausfallrisikos zur kundenspezifischen Ausfallwahrscheinlichkeit (PD) verdichtet. Dieser Größe liegt insbesondere eine statistisch fundierte Auswahl und Gewichtung aller verfügbaren Indikatoren zugrunde. Weiterhin fließen in die gemäß den IFRS 9-Anforderungen adjustierten PD, neben historischen Informationen und dem aktuellen wirtschaftlichen Umfeld, insbesondere auch zukunftsbezogene Informationen wie zum Beispiel die Prognose der Entwicklung der makroökonomischen Rahmenbedingungen ein.

Die Commerzbank verwendet grundsätzlich die Ausfallwahrscheinlichkeit (PD) als Messgröße für die Beurteilung, ob sich das Ausfallrisiko eines Finanzinstruments gegenüber dem Zugangszeitpunkt signifikant erhöht hat. Durch die Verankerung der Überprüfung des relativen Transferkriteriums in den robusten Verfahren und Prozessen des konzernweiten Kreditrisikomanagement-Frameworks der Bank (insbesondere Kreditrisikofrüherkennung, Überziehungscontrolling und Re-Rating-Prozess) wird sichergestellt, dass eine signifikante Erhöhung des Ausfallrisikos zuverlässig und zeitnah nach objektiven Kriterien erkannt wird.

Darüber hinaus wendet die Commerzbank für die Zuordnung zu Stage 2 zusätzliche qualitative Kriterien an (unter anderem eine Überziehung größer 30 Tage und die Betreuung durch den Bereich Intensive Care vorrangig gekoppelt mit bestimmten Ratingstufen sowie das Eingehen von Zugeständnissen durch die Bank, sogenannter Forbearance-Maßnahmen) an, bei deren Vorliegen unabhängig von der PD ein signifikanter Anstieg des Ausfallrisikos angenommen wird.

Für weiterführende Informationen zu Verfahren und Prozessen sowie der Governance im Kreditrisikomanagement der Commerzbank verweisen wir auf die Ausführungen im Zwischenrisikobericht (Seite 19 ff.).

Die Überprüfung, ob am Berichtsstichtag eine signifikante Erhöhung des Ausfallrisikos gegenüber dem Zugangszeitpunkt des betreffenden Finanzinstruments vorliegt, erfolgt zum Berichtsstichtag grundsätzlich durch einen Vergleich der beobachteten Ausfallwahrscheinlichkeit über die Restlaufzeit des Finanzinstruments ("Lifetime-PD") mit der im Zugangszeitpunkt erwarteten Lifetime-PD über den selben Zeitraum. Im Einklang mit den IFRS-Anforderungen erfolgt in bestimmten Teilportfolios der Vergleich zwischen ursprünglicher und aktueller PD auf Basis der Ausfallwahrscheinlichkeit über einen Zeitraum von zwölf Monaten nach dem Berichtsstichtag ("12-month-PD"). In diesen Fällen erbringt die Bank mithilfe von Äquivalenzanalysen den Nachweis, dass keine materiellen Abweichungen gegenüber einer Beurteilung anhand der Lifetime-PD auftreten.

Zur Bestimmung ob eine PD-Erhöhung gegenüber dem Zugangszeitpunkt als "signifikant" einzustufen ist, werden mit einem statistischen Verfahren differenziert nach Ratingmodellen Schwellenwerte in Form von Ratingstufen festgelegt, die einen kritischen Abweichungsgrad von der mittleren PD-Entwicklung repräsentieren. Um eine ökonomisch fundierte Stage-Zuordnung sicherzustellen, werden dabei transaktionsspezifische Einflussgrößen, wie die Höhe der PD im Zugangszeitpunkt, die bisherige Laufzeit sowie die Restlaufzeit des Geschäfts berücksichtigt. Die Zuordnung zu Stage 2 erfolgt nahezu ausschließlich über die Rating-Schwellenwerte.

Auf die Überprüfung, ob am Berichtsstichtag eine signifikante Erhöhung des Ausfallrisikos gegenüber dem Zugangszeitpunkt des betreffenden Finanzinstruments vorliegt, verzichtet die Commerzbank grundsätzlich für diejenigen Geschäfte, bei denen am Berichtsstichtag ein geringes Ausfallrisiko vorliegt (Wahlrecht des IFRS 9). Dies sind grundsätzlich Wertpapiere, deren internes Bonitätsrating am Berichtsstichtag im Bereich des Investment Grade (entspricht Commerzbank-Rating 2,8 oder besser) liegt.

Ein Rücktransfer von Finanzinstrumenten aus Stage 2 nach Stage 1 wird vorgenommen, wenn am Berichtsstichtag das Ausfallrisiko gegenüber dem Zugangszeitpunkt nicht mehr signifikant erhöht ist.

Ermittlung Expected Credit Loss (ECL)

Die Commerzbank ermittelt den ECL als wahrscheinlichkeitsgewichteten, unverzerrten und diskontierten Erwartungswert zukünftiger Kreditausfälle grundsätzlich über die gesamte Restlaufzeit des jeweiligen Finanzinstruments.

Als "12-month-ECL" für die Erfassung von Wertminderungen in Stage 1 wird dabei derjenige Teil des LECL definiert, welcher aus Ausfallereignissen resultiert, die innerhalb von zwölf Monaten nach dem Berichtsstichtag erwartet werden.

Die Ermittlung des ECL erfolgt für Stage 1 und Stage 2 sowie für die nicht signifikanten Finanzinstrumente in Stage 3 einzelgeschäftsbasiert unter Verwendung statistischer Risikoparameter, die aus dem Baseler IRB-Ansatz abgeleitet und an die Anforderungen des IFRS 9 angepasst wurden.

Wesentliche Hauptparameter sind dabei:

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die kundenspezifische Ausfallwahrscheinlichkeit (PD);

die Verlustquote bei Ausfall (Loss Given Default, LGD);

die Forderungshöhe zum Zeitpunkt des Ausfalls (Exposure at Default, EaD).

Alle verwendeten Risikoparameter aus den internen Modellen der Bank werden zur Erfüllung der spezifischen IFRS 9-Anforderungen entsprechend angepasst und der Prognosehorizont wird zur Abdeckung der Gesamtlaufzeit der Finanzinstrumente entsprechend erweitert. So werden beispielsweise bei der Prognose des Exposureverlaufs über die Gesamtlaufzeit der Finanzinstrumente insbesondere auch vertragliche und gesetzliche Kündigungsrechte berücksichtigt.

Bei Kreditprodukten, die aus einem in Anspruch genommenen Kreditbetrag und aus einer offenen Kreditlinie bestehen und bei denen bei üblicher Geschäftspraxis das Kreditrisiko nicht auf die vertragliche Kündigungsfrist beschränkt wird (in der Commerzbank betrifft dies insbesondere revolvierende Produkte ohne vertraglich vereinbarte Tilgungsstruktur, wie zum Beispiel Kontokorrentkredite und Kreditkartenfazilitäten), ist der LECL über eine verhaltensbezogene Laufzeit zu ermitteln, welche typischerweise die maximale Vertragslaufzeit übersteigt. Um eine empirisch fundierte Abbildung des LECL im Einklang mit den IFRS 9-Anforderungen sicherzustellen, nimmt die Commerzbank bei diesen Produkten eine direkte Ermittlung des LECL auf Basis von realisierten historischen Verlusten vor.

Grundsätzlich werden bei der IFRS 9-spezifischen Schätzung der Risikoparameter neben historischen Ausfallinformationen insbesondere auch das aktuelle wirtschaftliche Umfeld (point-in-time Ausrichtung) sowie zukunftsbezogene Informationen berücksichtigt. Insbesondere werden dabei makroökonomische Prognosen der Bank regelmäßig im Hinblick auf ihre Auswirkungen auf die Höhe des ECL geprüft und in die ECL-Ermittlung einbezogen.

Hierfür wird ein Baseline-Szenario zugrunde gelegt, welches auf dem jeweils gültigen Konsensus (Prognosen verschiedener Banken zu wesentlichen makroökonomischen Einflussgrößen, wie zum Beispiel BIP-Wachstum und Arbeitslosenquote) beruht und um weitere modellrelevante makroökonomische Parameter ergänzt wird. Das Baseline-Szenario gibt dabei Bandbreiten vor.

Für die mBank wurde das der lokalen Risikovorsorgeermittlung zugrundeliegende, polenspezifische Szenario entsprechend auf Konsistenz geprüft.

Das Baseline-Szenario spiegelt die weiterhin bestehenden Unsicherheiten aus der Corona-Pandemie sowie aus dem Russland-Ukraine-Krieg wider. Das Baseline-Szenario beinhaltet folgende wesentliche Annahmen.

Die globale wirtschaftliche Erholung wird durch Belastungen und Unsicherheit im Zusammenhang mit dem Russland-Ukraine-Krieg und der Corona-Pandemie behindert. Die kriegsbedingten hohen Energiekosten haben erhebliche negative Auswirkungen auf das BIP-Wachstum und treiben die Inflation weiter in die Höhe. Es wird unterstellt, dass Russland die Gasversorgung für westliche Länder nicht signifikant gegenüber dem Stand vom 30. Juni 2022 reduziert. Die Auswirkungen durch die Corona-Pandemie bleiben in der überwiegenden Mehrheit gering oder moderat. Lockdowns im großen Stil können in Europa verhindert werden. Die Freizeitindustrie (Restaurants, Kinos, etc.) leidet in den Wintermonaten unter Einschränkungen in kleinerem Umfang. Die Null-Covid-Politik der Volksrepublik China führt zur Schließung wichtiger internationaler Schifffahrtshäfen und Beladestationen. Dies führt anhaltend zu Unterbrechungen der Lieferketten und steigenden Transportkosten. Die Probleme bei der Versorgung mit Rohstoffen und Zwischenprodukten behindern die industrielle Produktion und führen zu steigenden Beschaffungspreisen (zum Beispiel für Papier, Holz, Metalle, Öl). Angesichts der steigenden Inflation erhöhen die Zentralbanken die Zinssätze, wodurch die Wirtschaftstätigkeit zusätzlich unter Druck gesetzt wird. Die starken Zinserhöhungen der US-Notenbank führen zu einer Abkühlung der Wirtschaft. Es werden keine neuen staatlichen Förderprogramme eingeleitet. Auslaufende Programme werden nicht verlängert oder ersetzt.

Der Anstieg der Energiekosten sowie die Unterbrechung von Lieferketten lassen auch weiterhin negative Auswirkungen auf die Ertrags- und Liquiditätssituation der Unternehmen erwarten. Die aus unserer Sicht bonitätsseitig am meisten betroffenen Branchen werden die Automobil- und Metallindustrie sein.

Von steigenden Energiekosten und der erwarteten wirtschaftlichen Abschwächung werden unmittelbar auch die Privathaushalte, insbesondere unsere Kundengruppen Private Kunden und Unternehmerkunden betroffen sein.

Das Baseline-Szenario berücksichtigt folgende Annahmen zum Wachstum und zur Arbeitslosenquote:

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Baseline Szenario 2022 2023
BIP-Wachstum
Deutschland 1,0% - 1,5% 0,5% - 1,0%
Eurozone 2,0% - 2,5% 0,5% - 1,0%
Arbeitslosenquote
Deutschland 5,0% 5,0%
Eurozone 7,1% 7,0%

Die am 23. Juni 2022 veröffentlichten makroökonomischen Prognosen der EZB sind etwas positiver als das Baseline-Szenario der Commerzbank. Aufgrund der nachfolgend beschriebenen Unsicherheiten wird das zugrundeliegende Baseline-Szenario als angemessen erachtet. Die Übersetzung des makroökonomischen Baseline-Szenarios in Auswirkungen auf die Risikoparameter basiert auf statistisch abgeleiteten Modellen.

Um der aktuellen Situation und den Unsicherheiten aus der Corona-Pandemie und dem Russland-Ukraine-Krieg Rechnung zu tragen, wurde eine ausreichende Einbindung der relevanten Experten im Rahmen der existierenden Policies sichergestellt. Potenzielle Effekte aus nicht linearen Zusammenhängen zwischen unterschiedlichen makroökonomischen Szenarien und dem LECL werden mithilfe eines separat ermittelten Anpassungsfaktors korrigiert. Der Faktor wurde im zweiten Quartal 2022 anlassbezogen überprüft und geringfügig angehoben. In die Ermittlung des Faktors sind ein pessimistisches und ein optimistisches Szenario eingeflossen. Die Festlegung der Gewichtungen für die einzelnen Szenarien erfolgt grundsätzlich ebenfalls durch relevante Experten und ist im Rahmen einer Policy geregelt.

In dem pessimistischen Szenario wurde angenommen, dass sich die westlichen Länder als Reaktion auf den Russland-Ukraine-Krieg selbst darauf einigen, keine Energie mehr aus Russland zu importieren. Öl- und Gaspreise steigen weiterhin stark. Lieferketten werden sowohl direkt als auch indirekt belastet, da Vorprodukte aus Russland und der Ukraine nicht verfügbar sind und die hohen Energiekosten zu Herstellungs- und Transportproblemen führen. Die deutsche Wirtschaft leidet überdurchschnittlich stark, da ein Wegfall russischer Energie kurzfristig schwer kompensierbar ist. Die Kaufkraft privater Haushalte sinkt aufgrund stark gestiegener Inflation. Das Szenario sieht auch vor, dass die USA 2022 in eine Rezession gehen, die sich 2023 noch verstärkt. Dieses Szenario ist insbesondere auch dadurch geprägt, dass die schlechte wirtschaftliche Lage über mehrere Jahre anhält. Neben zusätzlichen Kreditausfällen würde in diesem Szenario der geschätzte Expected Credit Loss Stage 1 und 2 um 0,9 Mrd. Euro steigen.

In dem optimistischen Szenario wurde angenommen, dass ein Waffenstillstand zwischen Russland und der Ukraine erzielt wird und Friedensverhandlungen aufgenommen werden. Das Risiko einer erneuten Eskalation nimmt stetig ab und die Energiepreise sinken leicht. Corona-Infektionen können weltweit reduziert werden und keine neuen Virusmutationen treten auf. China lockert seine Zero-Covid-Politik und Lieferkettenprobleme verschwinden weitgehend. In diesem optimistischen Szenario würde sich der geschätzte Expected Credit Loss Stage 1 und 2 um 0,3 Mrd. Euro reduzieren.

Nachstehende Tabelle gibt einen Überblick über die wichtigsten zugrundeliegenden makroökonomischen Parameter im optimistischen und im pessimistischen Szenario:

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2022 Optimistisches
Szenario
Baseline
Szenario
Pessimistisches
Szenario
BIP-Wachstum
Deutschland 3,5% 1,0%-1,5% -2,0%
Eurozone 4,0% 2,0%-2,5% -2,0%
Arbeitslosenquote
Deutschland 4,8% 5,0% 6,5%
Eurozone 6,9% 7,1% 8,5%

Bei der Ermittlung des Expected Credit Loss sind außerdem zusätzliche Effekte über ein separat ermitteltes Adjustment auf das IFRS 9-ECL-Modellergebnis zu berücksichtigen, die aus Szenarien oder Ereignissen resultieren, die nicht im Rahmen der Modellierung des dargestellten IFRS 9-ECL-Parameter-Sets abgebildet werden (dies kann singuläre Ereignisse betreffen, wie zum Beispiel Naturkatastrophen, materielle politische Entscheidungen, militärische Konflikte). Die Prüfung der Notwendigkeit solcher Top-Level Adjustments (TLA) unter Einbindung des Senior Managements und die etwaige Umsetzung sind in einer Policy geregelt.

Im ersten Halbjahr 2022 wurde eine solche Anpassung des IFRS 9-ECL-Modellergebnisses aufgrund des Russland-Ukraine-Krieg und aus den Folgewirkungen der Corona-Pandemie als notwendig erachtet. Die in den entsprechenden Modellen verwendeten Parameter reflektierten weder die direkten Auswirkungen aus dem Russland-Ukraine-Krieg für Kunden aus den betroffenen Ländern noch die indirekten beziehungsweise sekundären Effekte aus der Corona-Pandemie sowie aus dem Russland-Ukraine-Krieg.

Für das Russland-TLA wurden durch Experten der Marktfolge Verlusterwartungen für Exposures des Länderrisikoportfolios Russland, Belarus und der Ukraine zu Grunde gelegt und daraus Verlustraten berechnet. Erwartete Sekundäreffekte aus der Corona-Pandemie und der Russland-Ukraine-Krieg lassen sich nicht mehr eindeutig jeweils einer Ursache zuordnen. Dies erfordert die Bildung eines Sekundäreffekte-TLA. Die Methodik zur Ermittlung des Anpassungsbedarfs des ECL-Modellergebnisses entspricht der Methodik zur Ermittlung des Corona-TLA in 2021.

Die Auswirkungen der Anpassungen auf die Stufenzuordnung wurden bei der Ermittlung des TLA berücksichtigt. Die Buchung erfolgte portfoliobasiert. Sie wird in der Darstellung der Risikovorsorgeentwicklung in der Zeile "Parameterveränderungen /​ Modellveränderungen" ausgewiesen. Pauschale Stufentransfers von Einzelgeschäften wurden nicht vorgenommen.

Zusätzlich zu den beschriebenen und in die Ermittlung des ECL zum 30. Juni 2022 eingeflossenen makroökonomischen Szenarien und Szenariogewichtungen sowie den per 30. Juni 2022 berücksichtigten TLA, hat die Commerzbank in einer Szenarioanalyse mögliche Auswirkungen von Bonitätsverschlechterungen, die einer Rationierung der Gasversorgung aufgrund wesentlicher Verknappung der russischen Gasversorgung bis hin zum Gaslieferungsstopp folgen könnten, simuliert. Das simulierte Szenario unterstellt gleichzeitig direkte oder indirekte staatlichen Unterstützungsmaßnahmen für eventuell betroffene Haushalte und Unternehmen und basiert auf der Annahme von verschlechterten volkswirtschaftlichen Prognosen für das BIP Deutschland für 2022 von -2,7% und für 2023 von -1,1% sowie Arbeitslosenquoten von 6,6% in 2022 und 6,8% in 2023. Die Analyse zeigt für dieses Szenario einen zusätzlichen negativen Effekt von 0,5 - 0,6 Mrd. Euro. Dieser unter Anwendung der für das Sekundäreffekte-TLA genutzten Methodik ermittelte Effekt ist berechnet als zusätzlicher TLA-Bedarf zu den im Abschluss zum 30. Juni 2022 berücksichtigten TLA, falls ein solches Szenario zukünftig zu unterstellen wäre.

Weitere Informationen zum Thema ECL und TLA enthält der Zwischenrisikobericht (siehe Seite 19 ff.). Zur Ermittlung der gesamten Risikovorsorge im Konzern ist es erforderlich Annahmen zu treffen, die insbesondere in einem dynamischen Umfeld hohen Schätzunsicherheiten unterliegen.

Zum Berichtsstichtag beläuft sich der auf Grundlage des zuvor beschriebenen Baseline-Szenarios ermittelte Expected Credit Loss Stage 1 und 2 (inklusive der darin enthaltenen Russland-TLA (178 Mio. Euro) und Sekundäreffekte-TLA (386 Mio. Euro)) auf 1,6 Mrd. Euro.

Insgesamt entwickelten sich die Wertberichtigungen für Risiken aus finanziellen Vermögenswerten und die Rückstellungen für außerbilanzielle Geschäfte wie folgt:

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Mio. € Stand
1.1.2022
Netto
Zuführung/​
Auflösung
Verbrauch Veränderung im
Konsolidie-
rungskreis
Wechselkurs-
änderungen/​
Umbuchungen
Stand
30.6.2022
Wertberichtigungen für Risiken aus finanziellen Vermögenswerten 2 886 568 418 - 99 3 134
Finanzielle Vermögenswerte - Amortised Cost 2 872 550 418 - 95 3 098
Darlehen und Forderungen 2 829 550 418 - 94 3 055
Verbriefte Schuldinstrumente 44 -0 - - 0 43
Finanzielle Vermögenswerte - Fair Value OCI 13 18 - - 4 36
Darlehen und Forderungen 1 -1 - - 0 0
Verbriefte Schuldinstrumente 13 19 - - 4 35
Rückstellungen für Finanzgarantien 13 -0 - - 0 13
Rückstellungen für Kreditzusagen 334 -14 - - 2 322
Rückstellungen für sonstige Gewährleistungen 211 17 - - 5 233
Gesamt 3 443 570 418 - 106 3 701
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Mio. € Stand
1.1.2021
Netto
Zuführung/​
Auflösung
Verbrauch Veränderung im
Konsolidie-
rungskreis
Wechselkurs-
änderungen/​
Umbuchungen
Stand
31.12.2021
Wertberichtigungen für Risiken aus finanziellen Vermögenswerten 3 111 515 738 - -2 2 886
Finanzielle Vermögenswerte - Amortised Cost 3 093 520 738 - -2 2 872
Darlehen und Forderungen 3 043 527 738 - -3 2 829
Verbriefte Schuldinstrumente 50 -7 - - 1 44
Finanzielle Vermögenswerte - Fair Value OCI 19 -5 - - -0 13
Darlehen und Forderungen 10 -9 - - -0 1
Verbriefte Schuldinstrumente 8 4 - - -0 13
Rückstellungen für Finanzgarantien 11 -2 - - 4 13
Rückstellungen für Kreditzusagen 305 32 - - -2 334
Rückstellungen für sonstige Gewährleistungen 183 26 - - 2 211
Gesamt 3 611 570 738 - 1 3 443

Die Aufteilung nach Stages stellte sich im laufenden Geschäftsjahr wie folgt dar:

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Mio. € Stage 1 Stage 2 Stage 3 POCI Gesamt
Wertberichtigungen für Risiken aus finanziellen Vermögenswerten 324 907 1 821 82 3 134
Darlehen und Forderungen 288 883 1 801 82 3 055
Verbriefte Schuldinstrumente 36 23 20 - 79
Rückstellungen für Finanzgarantien 2 4 5 2 13
Rückstellungen für Kreditzusagen 101 158 30 33 322
Rückstellungen für sonstige Gewährleistungen 1 74 107 51 233
Gesamt 427 1 143 1 962 169 3 701

Zum 31. Dezember 2021 stellte sich die Aufteilung wie folgt dar:

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Mio. € Stage 1 Stage 2 Stage 3 POCI Gesamt
Wertberichtigungen für Risiken aus finanziellen Vermögenswerten 308 759 1 736 83 2 886
Darlehen und Forderungen 272 739 1 736 83 2 829
Verbriefte Schuldinstrumente 36 20 - - 56
Rückstellungen für Finanzgarantien 2 3 4 3 13
Rückstellungen für Kreditzusagen 104 158 37 36 334
Rückstellungen für sonstige Gewährleistungen 1 55 96 59 211
Gesamt 415 975 1 873 181 3 443

Sonstige Erläuterungen zu Finanzinstrumenten

(27) IFRS 13 Bewertungshierarchien und Angabepflichten

Hierarchie der Fair Values

Nach IFRS 13 werden Finanzinstrumente in die dreistufige Bewertungshierarchie zum Fair Value eingestuft:

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Level 1: Finanzinstrumente, deren Fair Value auf Basis notierter Preise für identische Finanzinstrumente an aktiven Märkten ermittelt wird.

Level 2: Finanzinstrumente, für die keine notierten Preise für identische Instrumente an einem aktiven Markt verfügbar sind und deren Fair Value unter Einsatz von Bewertungsmethoden ermittelt wird, die auf beobachtbare Marktparameter zurückgreifen.

Level 3: Finanzinstrumente die unter Anwendung von Bewertungsmethoden bewertet werden, für die bei mindestens einem wesentlichen Eingangswert nicht ausreichend beobachtbare Marktdaten vorhanden sind und bei denen mindestens dieser Eingangswert den Fair Value nicht nur unwesentlich beeinflusst.

Bezüglich der für Kreditinstitute relevanten Methoden der Modellbewertung (Level 2 und 3) unterscheidet IFRS 13 den marktbasierten Ansatz (Market Approach) und den einkommensbasierten Ansatz (Income Approach). Der Market Approach umfasst Bewertungsmethoden, die auf Informationen über identische oder vergleichbare Vermögenswerte und Schulden zurückgreifen.

Der Income Approach spiegelt die heutigen Erwartungen über zukünftige Zahlungsströme, Aufwendungen oder Erträge wider. Zum Income Approach zählen auch Optionspreismodelle. Diese Bewertungen unterliegen in höherem Maße den Einschätzungen des Managements. Dabei werden in größtmöglichem Umfang Marktdaten oder Daten Dritter und in geringem Maße unternehmensspezifische Eingangswerte herangezogen.

Alle Fair Values unterliegen den internen Kontrollen und Verfahren des Commerzbank-Konzerns, in denen die Standards für deren unabhängige Prüfung oder Validierung festgelegt sind. Diese Kontrollen und Verfahren werden von der Independent Price Verification Group (IPV) innerhalb der Risikofunktion durchgeführt beziehungsweise koordiniert. Die Modelle, die einfließenden Daten und die daraus resultierenden Fair Values werden regelmäßig vom Senior-Management und der Risikofunktion überprüft.

Angabepflichten

Im Folgenden wird unterschieden in:

a) Zum Fair Value bilanzierte Finanzinstrumente (Fair Value OCI, Fair Value Option, Mandatorily Fair Value P&L und Held for Trading);

b) Zu Amortised Cost bilanzierte Finanzinstrumente.

Die jeweiligen Angabepflichten dieser Finanzinstrumente leiten sich aus IFRS 7 und IFRS 13 ab.

a) Zum Fair Value bilanzierte Finanzinstrumente

Der Fair Value eines Vermögenswertes ist nach IFRS 13 der Betrag, zu dem dieser zwischen sachverständigen, vertragswilligen und voneinander unabhängigen Geschäftspartnern verkauft werden könnte. Der Fair Value entspricht somit einem Veräußerungspreis. Für Verbindlichkeiten ist der Fair Value definiert als der Preis, zu dem die Schuld im Rahmen einer geordneten Transaktion an einen Dritten übertragen werden könnte.

Für die Bewertung von Verbindlichkeiten ist zudem das eigene Bonitätsrisiko (Own Credit Spread) zu berücksichtigen. Sofern Sicherheiten von Dritten für unsere Verbindlichkeiten gestellt werden (zum Beispiel Garantien), sind diese bei der Bewertung grundsätzlich nicht zu berücksichtigen, da die Rückzahlungsverpflichtung seitens der Bank weiterhin bestehen bleibt.

Im Rahmen der Bewertung derivativer Geschäfte wird von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, Nettorisikopositionen für finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten zu bilden. Bei der Bewertung wird neben dem Ausfallrisiko des Kontrahenten auch das eigene Ausfallrisiko berücksichtigt. Die Ermittlung von Credit Valuation Adjustments (CVA) und Debit Valuation Adjustments (DVA) erfolgt durch eine Simulation der zukünftigen Marktwerte der Derivateportfolios mit den jeweiligen Kontrahenten auf Basis beobachtbarer Marktdaten (zum Beispiel CDS-Spreads). Für die refinanzierungsbezogenen Bewertungsanpassungen (Funding Valuation Adjustments; FVA) werden die Refinanzierungsaufwendungen und -erträge von unbesicherten Derivaten und besicherten Derivaten, bei denen nur teilweise Sicherheiten vorliegen oder die Sicherheiten nicht zur Refinanzierung verwendet werden können, im Fair Value berücksichtigt. Wie für CVA und DVA werden auch FVA über die Erwartungswerte der zukünftigen positiven beziehungsweise negativen Portfoliomarktwerte unter Verwendung beobachtbarer Marktdaten (zum Beispiel CDS-Spreads) bestimmt. Die zur FVA-Berechnung verwendete Fundingkurve wird durch die Commerzbank-Fundingkurve approximiert.

Die in der Bilanz zum Fair Value ausgewiesenen Finanzinstrumente werden in nachfolgenden Übersichten nach den IFRS-9-Bewertungskategorien sowie nach Klassen gegliedert dargestellt.

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Finanzielle Vermögenswerte | Mrd. € 30.6.2022 31.12.2021
Level 1 Level 2 Level 3 Gesamt Level 1 Level 2
Finanzielle Vermögenswerte - Fair Value OCI
Darlehen und Forderungen - 0,3 - 0,3 - 0,4
Verbriefte Schuldinstrumente 24,5 8,5 0,7 33,6 24,4 14,5
Eigenkapitalinstrumente - - - - - -
Finanzielle Vermögenswerte -
Mandatorily Fair Value P&L
Darlehen und Forderungen - 31,8 0,9 32,7 - 22,8
Verbriefte Schuldinstrumente 0,8 3,1 0,9 4,8 0,5 2,2
Eigenkapitalinstrumente 0,0 - 0,9 0,9 0,0 0,0
Finanzielle Vermögenswerte - Held for Trading
Darlehen und Forderungen 0,8 0,5 0,1 1,5 0,8 0,7
Verbriefte Schuldinstrumente 2,3 1,4 0,0 3,7 1,3 0,7
Eigenkapitalinstrumente 1,1 0,0 0,0 1,1 1,6 0,0
Derivate 0,4 32,8 1,7 34,8 0,2 33,7
Sonstige 2,6 - - 2,6 3,5 -
Positive Marktwerte aus
derivativen Finanzinstrumenten
Hedge Accounting - 1,8 - 1,8 - 0,8
Zur Veräußerung gehaltene langfristige
Vermögenswerte und Veräußerungsgruppen
Darlehen und Forderungen - - - - - -
Verbriefte Schuldinstrumente 0,1 0,1 - 0,2 0,2 0,0
Eigenkapitalinstrumente 0,0 - - 0,0 - -
Derivate - 0,0 - 0,0 - -
Gesamt 32,5 80,3 5,2 118,0 32,6 75,8
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Finanzielle Vermögenswerte | Mrd. € 31.12.2021
Level 3 Gesamt
Finanzielle Vermögenswerte -
Fair Value OCI
Darlehen und Forderungen - 0,4
Verbriefte Schuldinstrumente 0,8 39,7
Eigenkapitalinstrumente - -
Finanzielle Vermögenswerte -
Mandatorily Fair Value P&L
Darlehen und Forderungen 1,0 23,8
Verbriefte Schuldinstrumente 1,0 3,7
Eigenkapitalinstrumente 0,9 1,0
Finanzielle Vermögenswerte -
Held for Trading
Darlehen und Forderungen 0,2 1,7
Verbriefte Schuldinstrumente 0,2 2,2
Eigenkapitalinstrumente 0,0 1,6
Derivate 0,8 34,8
Sonstige - 3,5
Positive Marktwerte aus
derivativen Finanzinstrumenten
Hedge Accounting - 0,8
Zur Veräußerung gehaltene langfristige
Vermögenswerte und Veräußerungsgruppen
Darlehen und Forderungen - -
Verbriefte Schuldinstrumente - 0,2
Eigenkapitalinstrumente 0,0 0,0
Derivate 0,1 0,1
Gesamt 5,1 113,4
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Finanzielle Verbindlichkeiten | Mrd. € 30.6.2022 31.12.2021
Level 1 Level 2 Level 3 Gesamt Level 1 Level 2
Finanzielle Verbindlichkeiten - Fair Value Option
Einlagen - 28,3 - 28,3 - 17,2
Begebene Schuldverschreibungen 2,7 - - 2,7 2,6 -
Finanzielle Verbindlichkeiten -
Held for Trading
Derivate 0,2 34,5 0,5 35,2 0,1 31,0
Zertifikate und andere Emissionen 1,9 - - 1,9 0,5 -
Lieferverbindlichkeiten aus
Wertpapierleerverkäufen
1,3 0,5 0,0 1,8 0,6 0,3
Negative Marktwerte aus
derivativen Sicherungsinstrumenten
Hedge Accounting - 4,1 - 4,1 - 6,8
Verbindlichkeiten aus Veräußerungsgruppen
Einlagen - - - - - -
Begebene Schuldverschreibungen - - - - - -
Derivate - 0,0 - 0,0 - 0,0
Zertifikate und andere Emissionen - - - - - -
Lieferverbindlichkeiten aus
Wertpapierleerverkäufen
- - - - - -
Gesamt 6,1 67,4 0,5 74,0 3,7 55,4
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Finanzielle Verbindlichkeiten | Mrd. € 31.12.2021
Level 3 Gesamt
Finanzielle Verbindlichkeiten - Fair Value Option
Einlagen - 17,2
Begebene Schuldverschreibungen - 2,6
Finanzielle Verbindlichkeiten -
Held for Trading
Derivate 0,5 31,6
Zertifikate und andere Emissionen - 0,5
Lieferverbindlichkeiten aus
Wertpapierleerverkäufen
0,0 0,9
Negative Marktwerte aus
derivativen Sicherungsinstrumenten
Hedge Accounting - 6,8
Verbindlichkeiten aus Veräußerungsgruppen
Einlagen - -
Begebene Schuldverschreibungen - -
Derivate 0,1 0,1
Zertifikate und andere Emissionen - -
Lieferverbindlichkeiten aus
Wertpapierleerverkäufen
- -
Gesamt 0,5 59,6

Die Commerzbank nimmt Umgliederungen zum Ende der Berichtsperiode vor.

In den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 2022 wurden 0,5 Mrd. Euro verbriefte Schuldinstrumente der Kategorie FVOCI von Level 1 nach Level 2 umgegliedert, da keine notierten Marktpreise verfügbar waren. Dagegen wurden 8,4 Mrd. Euro verbriefte Schuldinstrumente der Kategorie FVOCI, 0,2 Mrd. Euro verbriefte Schuldinstrumente der Kategorie mFVPL, 0,1 Mrd. Euro verbriefte Schuldinstrumente der Kategorie HFT und 0,1 Mrd. Euro Lieferverbindlichkeiten aus Wertpapierleerverkäufen der Kategorie HFT von Level 2 nach Level 1 zurückgegliedert, da wieder notierte Marktpreise verfügbar waren. Darüber hinaus wurden keine nennenswerten Reklassifizierungen zwischen Level 1 und Level 2 vorgenommen.

Im Geschäftsjahr 2021 wurden 5,6 Mrd. Euro verbriefte Schuldinstrumente der Kategorie FVOCI, 0,2 Mrd. Euro verbriefte Schuldinstrumente der Kategorie mFVPL und 0,5 Mrd. Euro verbriefte Schuldinstrumente der Kategorie HFT von Level 1 nach Level 2 umgegliedert, da keine notierten Marktpreise verfügbar waren. Dagegen wurden 1,9 Mrd. Euro verbriefte Schuldinstrumente der Kategorie FVOCI, 0,6 Mrd. Euro verbriefte Schuldinstrumente der Kategorie HFT, 0,4 Mrd. Euro verbriefte Schuldinstrumente der Kategorie mFVPL und 0,1 Mrd. Euro Lieferverbindlichkeiten aus Wertpapierleerverkäufen der Kategorie HFT von Level 2 nach Level 1 zurückgegliedert, da wieder notierte Marktpreise verfügbar waren. Darüber hinaus wurden keine nennenswerten Reklassifizierungen zwischen Level 1 und Level 2 vorgenommen.

Die dem Level 3 zugeordneten Finanzinstrumente entwickelten sich wie folgt:

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Finanzielle Vermögenswerte | Mio. € Finanzielle
Vermögenswerte -
Fair Value OCI
Finanzielle
Vermögenswerte - Mandatorily
Fair Value P&L
Finanzielle
Vermögenswerte -
Held for Trading
Zur Veräußerung
gehaltene langfristige
Vermögenswerte und
Veräußerungsgruppen
Gesamt
Fair Value zum 1.1.2022 774 2 948 1 271 66 5 059
Veränderungen im Konsolidierungskreis - - - - -
Erfolgswirksam erfasste Gewinne/​Verluste der Periode - -141 66 - -75
darunter: aus unrealisierten Gewinnen/​Verlusten - -141 75 - -66
In der Neubewertungsrücklage erfasste Gewinne/​Verluste -105 - - - -105
Käufe - 13 410 - 423
Verkäufe - -106 -38 -11 -155
Emissionen - - - - -
Rückzahlungen - - - - -
Umbuchungen in Level 3 - 40 361 - 401
Umbuchungen aus Level 3 - -1 -254 -55 -309
IFRS 9 Reklassifizierungen - - - - -
Umbuchungen aus/​in Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und Vermögenswerte aus Veräußerungsgruppen - - - - -
Fair Value zum 30.6.2022 669 2 753 1 816 - 5 238
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Finanzielle Vermögenswerte | Mio. € Finanzielle Vermögenswerte -
Fair Value OCI
Finanzielle
Vermögenswerte - Mandatorily
Fair Value P&L
Finanzielle
Vermögenswerte -
Held for Trading
Zur Veräußerung
gehaltene langfristige
Vermögenswerte und
Veräußerungsgruppen
Gesamt
Fair Value zum 1.1.2021 386 2 746 1 519 157 4 808
Veränderungen im Konsolidierungskreis - - - - -
Erfolgswirksam erfasste Gewinne/​Verluste der Periode 37 216 - 64 31 221
darunter: aus unrealisierten Gewinnen/​Verlusten 37 216 - 64 31 221
In der Neubewertungsrücklage erfasste Gewinne/​Verluste - - - - -
Käufe 351 648 89 - 1 087
Verkäufe - - 719 - 449 - -1 168
Emissionen - - - - -
Rückzahlungen - - - 120 - 86 -207
Umbuchungen in Level 3 - 92 305 11 408
Umbuchungen aus Level 3 - - 35 - 9 - 47 -90
IFRS 9 Reklassifizierungen - - - - -
Umbuchungen aus/​in Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und Vermögenswerte aus Veräußerungsgruppen - - - - -
Fair Value zum 31.12.2021 774 2 948 1 271 66 5 059

In den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 2022 wurden 0,3 Mrd. Euro verbriefte Schuldinstrumente in der Kategorie HFT von Level 2 nach Level 3 umgegliedert, da keine am Markt beobachtbaren Parameter vorlagen. Dagegen wurden Umgliederungen von 0,3 Mrd. Euro für verbriefte Schuldinstrumente in der Kategorie HFT und 0,1 Mrd. Euro für Derivate bei zur Veräußerung gehaltenen langfristigen Vermögenswerten und Veräußerungsgruppen von Level 3 in Level 2 vorgenommen, da wieder beobachtbare Marktparameter vorlagen. Darüber hinaus wurden keine nennenswerten Umgliederungen vorgenommen.

Im Geschäftsjahr 2021 wurden 0,1 Mrd. Euro Eigenkapitalinstrumente der Kategorie mFVPL von Level 1 nach Level 3 zurückgegliedert, da keine am Markt beobachtbaren Parameter vorlagen. Des Weiteren wurden 0,2 Mrd. Euro verbriefte Schuldinstrumente in der Kategorie HFT und 0,1 Mrd. Euro Derivate in der Aktiva-Kategorie HFT von Level 2 nach Level 3 umgegliedert, da keine am Markt beobachtbaren Parameter vorlagen. Darüber hinaus wurden keine nennenswerten Umgliederungen vorgenommen.

Die dem Level 3 zugeordneten finanziellen Verbindlichkeiten entwickelten sich im Geschäftsjahr wie folgt:

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Finanzielle Verbindlichkeiten | Mio. € Finanzielle
Verbindlichkeiten -
Fair Value Option
Finanzielle
Verbindlichkeiten -
Held for Trading
Verbindlichkeiten aus
Veräußerungsgruppen
Gesamt
Fair Value zum 1.1.2022 - 454 75 529
Veränderungen im Konsolidierungskreis - - - -
Erfolgswirksam erfasste Gewinne/​Verluste der Periode - -127 - -127
darunter: aus unrealisierten Gewinnen/​Verlusten - -42 - -42
Käufe - 91 - 91
Verkäufe - -17 -2 -19
Emissionen - - - -
Rückzahlungen - - - -
Umbuchungen in Level 3 - 201 - 201
Umbuchungen aus Level 3 - -83 -73 -156
Umbuchungen aus/​in Verbindlichkeiten von zur Veräußerung gehaltenen Veräußerungsgruppen - - - -
Fair Value zum 30.6.2022 - 519 - 519
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Finanzielle Verbindlichkeiten | Mio. € Finanzielle
Verbindlichkeiten -
Fair Value Option
Finanzielle
Verbindlichkeiten -
Held for Trading
Verbindlichkeiten aus
Veräußerungsgruppen
Gesamt
Fair Value zum 1.1.2021 - 654 100 754
Veränderungen im Konsolidierungskreis - - - -
Erfolgswirksam erfasste Gewinne/​Verluste der Periode - 14 -15 -1
darunter: aus unrealisierten Gewinnen/​Verlusten - 14 8 21
Käufe - 352 - 352
Verkäufe - -593 -0 -593
Emissionen - - - -
Rückzahlungen - - -39 -39
Umbuchungen in Level 3 - 30 34 65
Umbuchungen aus Level 3 - -3 -5 -8
Umbuchungen aus/​in Verbindlichkeiten von
zur Veräußerung gehaltenen Veräußerungsgruppen
- - - -
Fair Value zum 31.12.2021 - 454 75 529

In den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 2022 wurden Umgliederungen von 0,2 Mrd. Euro für Derivate in der Passiva Kategorie HFT von Level 2 nach Level 3 vorgenommen, da keine am Markt beobachtbare Parameter vorlagen. Dagegen wurden 0,1 Mrd. Euro Derivate bei Verbindlichkeiten aus Veräußerungsgruppen von Level 3 nach Level 2 zurückgegliedert, da wieder beobachtbare Marktparameter vorlagen. Darüber hinaus wurden keine nennenswerten Umgliederungen vorgenommen.

Im Geschäftsjahr 2021 wurden keine nennenswerten Umgliederungen der Passivposten von oder in Level 3 vorgenommen.

Sensitivitätsanalyse

Basiert der Wert von Finanzinstrumenten auf nicht beobachtbaren Eingangsparametern (Level 3), kann der genaue Wert dieser Parameter zum Bilanzstichtag aus einer Bandbreite angemessener möglicher Alternativen abgeleitet werden, die im Ermessen des Managements liegen. Beim Erstellen des Konzernabschlusses werden für diese nicht beobachtbaren Eingangsparameter angemessene Werte ausgewählt, die den herrschenden Marktgegebenheiten und dem Bewertungskontrollansatz des Konzerns entsprechen.

Die vorliegenden Angaben sollen die möglichen Auswirkungen darstellen, die aus der relativen Unsicherheit in den Fair Values von Finanzinstrumenten resultieren, deren Bewertung auf nicht beobachtbaren Eingangsparametern basiert (Level 3). Zwischen den für die Ermittlung von Level-3-Fair-Values verwendeten Parametern bestehen häufig Abhängigkeiten, welche in Form von Korrelationsparametern berücksichtigt werden, sofern sie einen signifikanten Einfluss auf die betroffenen Fair Values haben. Verwendet ein Bewertungsverfahren mehrere Parameter, so kann die Wahl eines Parameters Einschränkungen hinsichtlich der Spanne möglicher Werte der anderen Parameter bewirken.

Die wesentlichen, nicht beobachtbaren Eingangsparameter für Level 3 und ihre Schlüsselfaktoren lassen sich wie folgt zusammenfassen:

Interner Zinsfuß (Internal Rate of Return, IRR):

Der IRR wird als der Diskontsatz definiert, der einen Barwert von null für alle zukünftigen Zahlungsströme eines Instruments liefert. Bei Schuldtiteln hängt der IRR beispielsweise vom aktuellen Anleihekurs, dem Nennwert und der Duration ab.

Credit Spread:

Der Credit Spread ist der Renditespread (Auf- oder Abschlag) zwischen Wertpapieren, die bis auf ihre jeweilige Bonität in jeder Hinsicht identisch sind. Dieser stellt die Überrendite gegenüber dem Benchmark-Referenzinstrument dar und bildet den Ausgleich für die unterschiedliche Kreditwürdigkeit des Instruments und der Benchmark. Credit Spreads werden an der Zahl der Basispunkte oberhalb (oder unterhalb) der notierten Benchmark gemessen. Je weiter (höher) der Credit Spread im Verhältnis zur Benchmark ist, desto niedriger ist die jeweilige Kreditwürdigkeit. Das Gleiche gilt umgekehrt für engere (niedrigere) Credit Spreads.

Zins-Währungs-Korrelation:

Die Zins-Währungs-Korrelation ist maßgeblich für die Bewertung exotischer Zinsswaps, die den Umtausch von Finanzierungsinstrumenten in einer Währung sowie eine exotisch strukturierte Komponente beinhalten. Diese basiert im Allgemeinen auf der Entwicklung von zwei Staatsanleiherenditen in unterschiedlichen Währungen. Für bestimmte exotische Zinsprodukte sind Konsensus-Marktdaten in längeren Laufzeiten nicht beobachtbar. Beispielsweise sind CMT-Renditen für US-Staatsanleihen mit mehr als zehn Jahren Laufzeit nicht beobachtbar.

Verwertungsquoten, Überlebens- und Ausfallwahrscheinlichkeiten:

Die dominanten Faktoren für die Bewertung von Credit Default Swaps (CDS) sind zumeist Angebot und Nachfrage sowie die Arbitragebeziehung bei Asset Swaps. Für die Bewertung von exotischen Strukturen und Off-Market-Ausfallswaps, bei denen Festzinszahlungen ober- oder unterhalb des Marktzinses vereinbart werden, werden häufiger Bewertungsmodelle für CDS herangezogen. Diese Modelle berechnen die implizite Ausfallwahrscheinlichkeit des Referenzaktivums und nehmen das Ergebnis als Grundlage für die Abzinsung der Zahlungsströme, die für den CDS zu erwarten sind. Das Modell verwendet Eingangswerte wie Credit Spreads und Verwertungsquoten. Sie werden herangezogen, um eine Zeitreihe der Überlebenswahrscheinlichkeiten des Referenzaktivums zu interpolieren (sogenanntes Bootstrapping). Ein typischer Erwartungswert der Verwertungsquote am Default-Swap-Markt für vorrangige unbesicherte Kontrakte ist 40 %. Die Erwartungswerte zu den Verwertungsquoten sind ein Faktor, der die Form der Überlebenswahrscheinlichkeitskurve bestimmt. Unterschiedliche Erwartungswerte für die Verwertungsquote haben unterschiedliche Überlebenswahrscheinlichkeiten zur Folge. Bei einem gegebenen Credit Spread ist ein hoher Erwartungswert bei der Verwertungsquote gleichbedeutend mit einer höheren Ausfallwahrscheinlichkeit (im Vergleich zu einem niedrigen Erwartungswert bei der Verwertungsquote) und die Überlebenswahrscheinlichkeit ist somit geringer. Bei Emittenten von Unternehmensanleihen besteht eine Beziehung zwischen Ausfall- und Verwertungsquoten im Zeitverlauf. Insbesondere besteht eine umgekehrte Korrelation zwischen diesen beiden Faktoren: Ein Anstieg der Ausfallquote (definiert als prozentualer Anteil der ausfallenden Schuldner) geht im Allgemeinen mit einem Rückgang der durchschnittlichen Verwertungsquote einher.

In der Praxis werden Marktspreads von Marktteilnehmern genutzt, um implizite Ausfallwahrscheinlichkeiten zu ermitteln. Schätzungen der Ausfallwahrscheinlichkeiten sind zudem von den gemeinsamen Verlustverteilungen der Parteien, die an einem Kreditderivatgeschäft beteiligt sind, abhängig. Die Copula-Funktion wird herangezogen, um die Korrelationsstruktur zwischen zwei oder mehr Variablen zu messen. Sie ergibt eine gemeinsame Verteilung unter Wahrung der Parameter zweier voneinander unabhängiger Randverteilungen.

Repo-Kurve:

Repo-Sätze dienen zur Bewertung von Wertpapier-Pensionsgeschäften (Repos), in der Regel mit Laufzeiten von nicht mehr als einem Jahr. Bei Repos mit längeren Laufzeiten beziehungsweise illiquideren zugrundeliegenden Wertpapieren (zum Beispiel aus Emerging Markets) können die entsprechenden Repo-Sätze näherungsweise bestimmt werden. Werden diese allerdings als unzureichend für eine faire Marktbewertung erachtet, sind sie als unbeobachtbar zu klassifizieren. Eine analoge Vorgehensweise gilt für Repos auf Investmentfonds (Mutual Funds).

Preis:

Für bestimmte Zins- und Kreditinstrumente wird hingegen ein preisbasierter Ansatz zur Bewertung herangezogen. Folglich ist der Preis selbst der unbeobachtbare Parameter, dessen Sensitivität als eine Abweichung des Barwertes der Positionen geschätzt wird.

Investmentfonds-Volatilität:

Grundsätzlich ist der Markt für Optionen auf Investmentfonds illiquider als der Aktienoptionsmarkt. Demnach basiert die Volatilitätsbestimmung für zugrunde liegende Investmentfonds auf der Zusammensetzung der Fonds-Produkte. Es gibt eine indirekte Methode zur Bestimmung der entsprechenden Volatilitätsoberflächen. Diese Methode ist Level 3 zuzuordnen, da die verwendeten Marktdaten nicht liquide genug sind, um als Level 2 klassifiziert zu werden.

Inflations-Volatilität:

Das Ausmaß der Schwankung von Finanzinstrumenten, die das Inflationsrisiko zwischen Parteien überträgt. Diese basiert auf einer historischen Zeitreihe von Zahlungsströmen, gekoppelt an die Inflationsentwicklung.

Für die Bewertung unserer Level-3-Finanzinstrumente wurden die folgenden Bandbreiten der wesentlichen nicht beobachtbaren Parameter herangezogen:

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Mio. € 30.6.2022 30.6.2022
Bewertungstechniken Aktiva Passiva Wesentliche nicht
beobachtbare
Parameter
Bandbreite
Darlehen und Forderungen 1 033 - - -
Repo-Geschäfte DCF-Modell 516 - Repo-Kurve (Bp.) 162 361
Schiffsfinanzierungen DCF-Modell - - Credit Spread (Bp.) - -
Sonstige Forderungen DCF-Modell 517 - Credit Spread (Bp.) 99 2 470
Verbriefte Schuldinstrumente 1 610 19 - -
Zinsbezogene Geschäfte Spread basiertes Modell 1 610 19 Credit Spread (Bp.) 100 500
davon: ABS DCF-Modell 754 - Preis (%) 90% 110%
Eigenkapitalinstrumente 942 - - -
Aktienbezogene Geschäfte DCF-Modell 942 - Preis (%) 90% 110%
Derivate 1 654 500
Aktienbezogene Geschäfte DCF-Modell 900 113 IRR (%) 5% 20%
Optionspreismodell - - Investmentfonds Volatilität 1% 1%
Kreditderivate (inkl. PFI und IRS) DCF-Modell 472 215 Credit Spread (Bp.) 26 4 700
- - Verwertungsquote (%) 0% 50%
Zinsbezogene Geschäfte Optionspreismodell 282 172 Inflations-Volatilität (%) -11% 16%
Übrige Geschäfte - - - -
Summe 5 238 519
scrollen
Mio. € 31.12.2021 31.12.2021
Bewertungstechniken Aktiva Passiva Wesentliche nicht
beobachtbare
Parameter
Bandbreite
Darlehen und Forderungen 1 232 - - -
Repo-Geschäfte DCF-Modell 597 - Repo-Kurve (Bp.) -8 139
Schiffsfinanzierungen DCF-Modell - - Credit Spread (Bp.) - -
Sonstige Forderungen DCF-Modell 635 - Credit Spread (Bp.) 99 2 470
Verbriefte Schuldinstrumente 1 996 2 - -
Zinsbezogene Geschäfte Spread basiertes Modell 1 996 2 Credit Spread (Bp.) 100 500
davon: ABS Spread basiertes Modell 717 - Preis (%) 90% 110%
Eigenkapitalinstrumente 924 - - -
Aktienbezogene Geschäfte DCF-Modell 924 - Preis (%) 90% 110%
Derivate 906 527
Aktienbezogene Geschäfte DCF-Modell 875 251 IRR (%) 5% 20%
Optionspreismodell - - Investmentfonds Volatilität 1% 40%
Kreditderivate (inkl. PFI und IRS) DCF-Modell 32 276 Credit Spread (Bp.) 8 2 240
- - Verwertungsquote (%) 0% 50%
Zinsbezogene Geschäfte Optionspreismodell - - Zins-Währungskorrelation (%) 20% 40%
Übrige Geschäfte - - - -
Summe 5 059 529

In der folgenden Tabelle werden für Bestände der Bewertungshierarchie Level 3 die Auswirkungen auf die Gewinn- und-Verlust-Rechnung dargestellt, die sich aus der Anwendung ebenfalls vertretbarer Parameterschätzungen jeweils an den Rändern dieser Bandbreiten ergeben. Die Aufgliederung der Sensitivitätsanalyse für Finanzinstrumente der Fair-Value-Hierarchie Level 3 erfolgt nach Arten von Finanzinstrumenten:

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Mio. € 30.6.2022
Positive
erfolgswirksame
Effekte
Negative
erfolgswirksame
Effekte
Geänderte Parameter
Darlehen und Forderungen 10 -10
Repo-Geschäfte 5 -5 Repo-Kurve
Schiffsfinanzierungen - - Credit Spread
Sonstige Forderungen 5 -5 Credit Spread
Verbriefte Schuldinstrumente 36 -36
Zinsbezogene Geschäfte 36 -36 Preis
davon: ABS 22 -22 Preis
Eigenkapitalinstrumente 4 -4
Aktienbezogene Geschäfte 4 -4 Preis
Derivate 20 -20
Aktienbezogene Geschäfte 16 -16 IRR, Preis basiert, Investmentfonds-Volatilität
Kreditderivate (inkl. PFI und IRS) 3 -3 Credit Spread, Verwertungsquote, Preis
Zinsbezogene Geschäfte 1 -1 Preis, Zins-Währungs-Korrelation
Sonstige - -
scrollen
Mio. € 31.12.2021
Positive
erfolgswirksame
Effekte
Negative
erfolgswirksame
Effekte
Geänderte
Parameter
Darlehen und Forderungen 14 -14
Repo-Geschäfte 6 -6 Repo-Kurve
Schiffsfinanzierungen - - Credit Spread
Sonstige Forderungen 8 -8 Credit Spread
Verbriefte Schuldinstrumente 40 -40
Zinsbezogene Geschäfte 40 -40 Preis
davon: ABS 19 -19 Preis
Eigenkapitalinstrumente 5 -5
Aktienbezogene Geschäfte 5 -5 Preis
Derivate 18 -18
Aktienbezogene Geschäfte 18 -18 IRR, Preis basiert, Investmentfonds-Volatilität
Kreditderivate (inkl. PFI und IRS) 0 -0 Credit Spread, Verwertungsquote, Preis
Zinsbezogene Geschäfte - - Preis, Zins-Währungs-Korrelation
Sonstige - -

Die für diese Angaben gewählten Parameter liegen an den äußeren Enden der Bandbreiten von angemessenen möglichen Alternativen. In der Praxis ist es unwahrscheinlich, dass alle nicht beobachtbaren Parameter gleichzeitig am jeweils äußeren Ende ihrer Bandbreite von angemessenen möglichen Alternativen liegen. Aus diesem Grund dürften die angegebenen Schätzwerte die tatsächliche Unsicherheit in den Fair Values dieser Instrumente übertreffen. Die vorliegenden Angaben dienen nicht der Schätzung oder Vorhersage der künftigen Veränderungen der Fair Values. Die am Markt nicht beobachtbaren Parameter wurden hierfür entweder von unabhängigen Bewertungsexperten je nach betroffenem Produkt zwischen 1 und 10 % angepasst oder es wurde ein Standardabweichungsmaß zugrunde gelegt.

Day-One Profit or Loss

Der Commerzbank-Konzern hat Transaktionen getätigt, bei denen der Fair Value zum Transaktionszeitpunkt anhand eines Bewertungsmodells ermittelt wurde, wobei nicht alle wesentlichen Inputparameter auf beobachtbaren Marktparametern basierten. Der Bilanzansatz solcher Transaktionen erfolgt zum Fair Value. Die Differenz zwischen dem Transaktionspreis und dem Fair Value des Bewertungsmodells wird als Day-One Profit or Loss bezeichnet. Der Day-One Profit or Loss wird nicht sofort, sondern über die Laufzeit der Transaktion in der Gewinn- und-Verlust-Rechnung erfasst. Sobald sich für die Transaktion ein Referenzkurs auf einem aktiven Markt ermitteln lässt oder die wesentlichen Inputparameter auf beobachtbaren Marktdaten basieren, wird der abgegrenzte Day-One Profit or Loss unmittelbar erfolgswirksam im Ergebnis aus erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten erfasst. Eine aggregierte Differenz zwischen Transaktionspreis und mittels Bewertungsmodell berechnetem Fair Value wird für die Level-3-Posten aller Kategorien ermittelt. Wesentliche Effekte ergeben sich aber nur aus Finanzinstrumenten der Kategorie HFT.

Die Beträge entwickelten sich wie folgt:

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Mio. € Day-One Profit or Loss
Finanzielle
Vermögenswerte -
Held for Trading
Finanzielle
Verbindlichkeiten -
Held for Trading
Gesamt
Bestand am 1.1.2021 - 14 14
Erfolgsneutrale Zuführungen - 0 0
Erfolgswirksame Auflösungen - -6 -6
Bestand am 31.12.2021 - 8 8
Erfolgsneutrale Zuführungen - 0 0
Erfolgswirksame Auflösungen - -2 -2
Bestand am 30.6.2022 - 6 6

b) Zu Amortised Cost bilanzierte Finanzinstrumente

Für Finanzinstrumente, die in der Bilanz nicht zum Fair Value anzusetzen sind, sind gemäß IFRS 7 zusätzlich Fair Values anzugeben, deren Bewertungsmethodik nachfolgend dargestellt wird.

Der Nominalwert täglich fälliger Finanzinstrumente wird als deren Fair Value angesehen. Für Kredite stehen keine unmittelbaren Marktpreise zur Verfügung. Bei Krediten kommt daher ein sogenanntes Discounted-Cashflow-Modell (DCF-Modell) zur Anwendung.

Die Diskontierung der Cashflows erfolgt mit dem risikolosen Zins unter Berücksichtigung von Aufschlägen für Risikokosten, Refinanzierungskosten sowie Verwaltungs- und Eigenkapitalkosten. Der risikolose Zins bestimmt sich aus fristen- und währungskongruenten Swap-Sätzen (Swapkurve). Diese sind in der Regel aus externen Daten ableitbar.

Zusätzlich wird ein Aufschlag in Form einer Kalibrierungskonstante inklusive Gewinnmarge berücksichtigt. Die Gewinnmarge ist bei der Modellbewertung von Krediten so zu berücksichtigen, dass der Fair Value im Zugangszeitpunkt dem Auszahlungsbetrag entspricht.

Für wesentliche Banken und Firmenkunden sind Daten zu deren Kreditrisikokosten in Form von Credit Spreads verfügbar.

Für die in der IFRS-9-Kategorie Amortised Cost bilanzierten Wertpapiere wird der Fair Value, sofern ein aktiver Markt vorliegt, auf Basis verfügbarer Marktpreise ermittelt (Level 1). Andernfalls sind für die Ermittlung der Fair Values anerkannte Bewertungsmethoden heranzuziehen. Im Wesentlichen wird ein Asset-Swap-Pricing-Modell für die Bewertung genutzt. Die hierfür verwendeten Parameter umfassen Zinsstrukturkurven sowie Asset-Swap-Spreads vergleichbarer Benchmarkinstrumente.

Bei Einlagen wird für die Fair-Value-Ermittlung grundsätzlich ein DCF-Modell genutzt, da üblicherweise keine Marktdaten verfügbar sind. Neben der Zinskurve werden zusätzlich das eigene Kreditrisiko (Own Credit Spread) sowie ein Zuschlag für Verwaltungsaufwendungen berücksichtigt. Für die Bewertung von Verbindlichkeiten sind keine Credit Spreads zu den jeweiligen Kontrahenten heranzuziehen.

Den Fair Value für begebene Schuldverschreibungen ermitteln wir auf Basis verfügbarer Marktpreise. Sind keine Preise erhältlich, werden die Fair Values durch das DCF-Modell ermittelt. Bei der Bewertung werden verschiedene Faktoren, unter anderem die aktuellen Marktzinsen, das eigene Kreditrating und die Eigenkapitalkosten berücksichtigt.

Für die vorangegangenen Erläuterungen gilt jeweils, dass bei Verwendung von verfügbaren Marktpreisen eine Einordnung in Level 1 vorzunehmen ist. Ansonsten wird in Abhängigkeit von den verwendeten Eingangsparametern (beobachtbar oder nicht beobachtbar) eine Einstufung in Level 2 oder Level 3 vorgenommen.

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30.6.2022 | Mrd. € Fair Value Buchwert Differenz Level 1 Level 2 Level 3
Aktiva 396,7 407,1 -10,4 9,6 142,0 245,1
Kassenbestand und Sichtguthaben 104,7 104,7 - - 104,7 -
Finanzielle Vermögenswerte - Amortised Cost 291,5 304,6 -13,1 9,6 36,7 245,1
Darlehen und Forderungen 262,7 273,4 -10,7 - 21,3 241,4
Verbriefte Schuldinstrumente 28,7 31,2 -2,4 9,6 15,4 3,7
Wertanpassung aus Portfolio Fair Value Hedges - -2,7 2,7 - - -
Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte
und Vermögenswerte aus Veräußerungsgruppen
0,6 0,6 - - 0,6 -
Darlehen und Forderungen 0,6 0,6 - - 0,6 -
Verbriefte Schuldinstrumente - - - - - -
Passiva 424,4 422,1 2,3 29,4 393,7 1,3
Finanzielle Verbindlichkeiten - Amortised Cost 423,8 424,6 -0,7 29,4 393,1 1,3
Einlagen 386,3 387,1 -0,8 - 386,6 -0,2
Begebene Schuldverschreibungen 37,5 37,5 0,0 29,4 6,6 1,5
Wertanpassung aus Portfolio Fair Value Hedges - -3,1 3,1 - - -
Verbindlichkeiten von zur Veräußerung
gehaltenen Veräußerungsgruppen
0,6 0,6 - - 0,6 -
Einlagen 0,6 0,6 - - 0,6 -
Begebene Schuldverschreibungen - - - - - -
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31.12.2021 | Mrd. € Fair Value Buchwert Differenz Level 1 Level 2 Level 3
Aktiva 349,3 349,7 -0,4 10,7 83,8 254,8
Kassenbestand und Sichtguthaben 49,5 49,5 - - 49,5 -
Finanzielle Vermögenswerte - Amortised Cost 299,3 299,2 0,1 10,7 33,8 254,8
Darlehen und Forderungen 267,2 265,0 2,2 - 18,2 249,0
Verbriefte Schuldinstrumente 32,1 34,2 -2,0 10,7 15,6 5,8
Wertanpassung aus Portfolio Fair Value Hedges - 0,5 -0,5 - - -
Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte
und Vermögenswerte aus Veräußerungsgruppen
0,5 0,5 - - 0,5 -
Darlehen und Forderungen 0,5 0,5 - - 0,5 -
Verbriefte Schuldinstrumente - - - - - -
Passiva 377,4 374,8 2,6 31,0 343,3 3,1
Finanzielle Verbindlichkeiten - Amortised Cost 376,8 374,0 2,8 31,0 342,7 3,1
Einlagen 335,1 334,6 0,5 - 333,4 1,7
Begebene Schuldverschreibungen 41,6 39,4 2,3 31,0 9,2 1,4
Wertanpassung aus Portfolio Fair Value Hedges - 0,2 -0,2 - - -
Verbindlichkeiten von zur Veräußerung
gehaltenen Veräußerungsgruppen
0,6 0,6 - - 0,6 -
Einlagen 0,6 0,6 - - 0,6 -
Begebene Schuldverschreibungen - - - - - -

(28) Angaben zur Saldierung von Finanzinstrumenten

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Aktiva | Mio. € 30.6.2022 31.12.2021
Reverse
Repos
Positive Marktwerte
aus derivativen
Finanzinstrumenten
Reverse
Repos
Positive Marktwerte
aus derivativen
Finanzinstrumenten
Bruttobetrag der Finanzinstrumente 52 669 124 037 42 673 92 449
Nicht nettingfähige Buchwerte 14 863 4 308 13 484 2 913
a) Bruttobetrag der Finanzinstrumente I und II 37 806 119 729 29 188 89 537
b) Bilanziell genetteter Betrag für
Finanzinstrumente I 1
22 215 87 437 19 288 56 781
c) Nettobetrag der Finanzinstrumente I und II = a) - b) 15 591 32 292 9 900 32 756
d) Master Agreements, die nicht bereits in b) berücksichtigt sind
Betrag der Finanzinstrumente II, die die Kriterien nach
IAS 32.42 nicht oder nur zum
Teil erfüllen 2
2 092 16 068 1 307 18 586
Fair Value der auf Finanzinstrumente I und II entfallenden
finanziellen Sicherheiten, die nicht bereits in b) enthalten sind 3
Unbare Sicherheiten 4 8 202 12 3 574 9
Barsicherheiten 964 4 101 4 074 5 287
e) Nettobetrag der Finanzinstrumente I und II = c) - d) 4 333 12 112 945 8 874
f) Fair Value der auf Finanzinstrumente I entfallenden
Sicherheiten mit zentralen Kontrahenten
2 564 - 709 76
g) Nettobetrag der Finanzinstrumente I und II = e) - f) 1 769 12 112 236 8 798

1 Für Positive Marktwerte fallen zusätzlich 7 025 Mio. Euro (Vorjahr: 5 174 Mio. Euro) Ausgleichszahlungen an.
2 Kleinerer Betrag aus Vermögenswerten und Verbindlichkeiten.
3 Ohne Rückgabeverpflichtungen oder -rechten aus der Übertragung von Sicherheiten.
4 Einschließlich nicht bilanzierter Finanzinstrumente (zum Beispiel Wertpapiersicherheiten aus Repos).

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Passiva | Mio. € 30.6.2022 31.12.2021
Repos Negative Marktwerte
aus derivativen
Finanzinstrumenten
Repos Negative Marktwerte
aus derivativen
Finanzinstrumenten
Bruttobetrag der Finanzinstrumente 49 343 124 802 35 629 94 990
Nicht nettingfähige Buchwerte 9 852 3 377 9 612 1 815
a) Bruttobetrag der Finanzinstrumente I und II 39 491 121 425 26 016 93 175
b) Bilanziell genetteter Betrag für
Finanzinstrumente I 1
22 215 85 426 19 288 56 491
c) Nettobetrag der Finanzinstrumente I und II = a) - b) 17 276 35 999 6 728 36 684
d) Master Agreements, die nicht bereits in b) berücksichtigt sind
Betrag der Finanzinstrumente II, die die Kriterien nach
IAS 32.42 nicht oder nur zum Teil erfüllen 2
2 092 16 068 1 307 18 586
Fair Value der auf Finanzinstrumente I und II entfallenden
finanziellen Sicherheiten, die nicht bereits in b) enthalten sind 3
Unbare Sicherheiten 4 7 403 0 - -
Barsicherheiten 2 757 5 739 2 392 8 706
e) Nettobetrag der Finanzinstrumente I und II = c) - d) 5 024 14 192 3 029 9 392
f) Fair Value der auf Finanzinstrumente I entfallenden
Sicherheiten mit zentralen Kontrahenten
4 399 - 2 802 47
g) Nettobetrag der Finanzinstrumente I und II = e) - f) 625 14 192 227 9 345

1 Für Negative Marktwerte fallen zusätzlich 9 036 Mio. Euro (Vorjahr: 5 463 Mio. Euro) Ausgleichszahlungen an.
2 Kleinerer Betrag aus Vermögenswerten und Verbindlichkeiten.
3 Ohne Rückgabeverpflichtungen oder -rechten aus der Übertragung von Sicherheiten.
4 Einschließlich nicht bilanzierter Finanzinstrumente (zum Beispiel Wertpapiersicherheiten aus Repos).

(29) Derivate

Der Gesamteffekt der Saldierung zum 30. Juni 2022 betrug insgesamt 94 462 Mio. Euro (Vorjahr: 61 955 Mio. Euro). Auf der Aktivseite entfielen davon 87 437 Mio. Euro auf positive Marktwerte (Vorjahr: 56 781 Mio. Euro) und 7 025 Mio. Euro auf Forderungen aus Ausgleichszahlungen (Vorjahr: 5 174 Mio. Euro). Das passivische Netting betraf negative Marktwerte mit 85 426 Mio. Euro (Vorjahr: 56 492 Mio. Euro) und Verbindlichkeiten aus Ausgleichszahlungen mit 9 036 Mio. Euro (Vorjahr: 5 463 Mio. Euro).

Erläuterungen der Bilanzposten - Nicht-Finanzinstrumente (30) Immaterielle Vermögenswerte

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Mio. € 30.6.2022 31.12.2021 Veränd. in %
Geschäfts- oder Firmenwerte - - .
Sonstige immaterielle Vermögenswerte 1 254 1 243 0,9
Kundenbeziehungen 11 11 -6,6
Selbst erstellte Software 808 786 2,7
Erworbene Software und übrige
immaterielle Vermögenswerte
436 445 -2,0
Gesamt 1 254 1 243 0,9

(31) Sachanlagen

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Mio. € 30.6.2022 31.12.2021 Veränd. in %
Grundstücke und Gebäude 210 219 -3,9
Nutzungsrechte (Leasing) 1 619 1 747 -7,3
Betriebs- und Geschäftsausstattung 354 383 -7,4
Leasinggegenstände 528 533 -0,9
Gesamt 2 712 2 881 -5,9

(32) Sonstige Aktiva

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Mio. € 30.6.2022 31.12.2021 Veränd. in %
Edelmetalle 81 80 2,1
Rechnungsabgrenzungsposten 339 269 25,7
Aktiviertes Planvermögen 634 514 23,5
Übrige Aktiva 1 598 1 281 24,7
Gesamt 2 652 2 143 23,7

(33) Sonstige Passiva

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Mio. € 30.6.2022 31.12.2021 Veränd. in %
Verbindlichkeiten für Filmfonds 80 192 -58,4
Fremdkapital aus nicht beherrschenden Anteilen 69 59 16,4
Rechnungsabgrenzungsposten 282 272 3,7
Leasingverbindlichkeiten 1 811 1 933 -6,3
Übrige Passiva 2 231 2 021 10,4
Gesamt 4 473 4 478 -0,1

(34) Rückstellungen

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Mio. € 30.6.2022 31.12.2021 Veränd. in %
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 326 255 27,7
Sonstige Rückstellungen 3 044 3 497 -13,0
Gesamt 3 369 3 752 -10,2

Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen resultieren im Wesentlichen aus unmittelbaren Versorgungszusagen in Deutschland (vergleiche Geschäftsbericht 2021, Seite 249 ff.). Für die versicherungsmathematische Ermittlung dieser Verpflichtungen wurden am 30. Juni 2022 ein Diskontierungszinssatz von 3,6 % (Vorjahr: 1,4 %) und eine erwartete Rentenanpassung von 2,0 % (Vorjahr: 2,0 %) zugrunde gelegt.

Die Sonstigen Rückstellungen setzen sich im Wesentlichen aus Restrukturierungsrückstellungen, Rückstellungen für Eventualverbindlichkeiten sowie Rückstellungen aus dem Personalbereich zusammen.

Rechtsstreitigkeiten

Bei rechtlichen Verfahren oder möglichen Regressansprüchen Dritter, für die Rückstellungen zu bilden sind und die in den Sonstigen Rückstellungen ausgewiesen sind, kann zum Zeitpunkt der Rückstellungsbildung weder die Dauer des Verfahrens noch die Höhe der Inanspruchnahme abschließend vorhergesagt werden. Die jeweils gebildete Rückstellung deckt den nach unserer Einschätzung zum Bilanzstichtag zu erwartenden Aufwand ab. Von einer Einzeldarstellung der jeweiligen Rückstellungsbeträge und Sensitivitäten wird abgesehen, um den Ausgang der jeweiligen Verfahren nicht zu beeinflussen.

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Die Commerzbank und ihre Tochtergesellschaften sind in einer Vielzahl von Jurisdiktionen mit zum Teil unterschiedlichen rechtlichen und regulatorischen Anforderungen tätig. In der Vergangenheit wurden in einzelnen Fällen Verstöße gegen rechtliche und regulatorische Bestimmungen festgestellt und von staatlichen Behörden und Institutionen verfolgt. Einige Konzerngesellschaften sind auch zurzeit in eine Reihe solcher Verfahren involviert.

Die Commerzbank und ihre Tochtergesellschaften sind insbesondere im Segment Privat- und Unternehmerkunden im Bereich der Anlageberatung tätig. Die vom Gesetzgeber und von der Rechtsprechung gestellten Anforderungen an eine objekt- und anlegergerechte Anlageberatung haben sich insbesondere in den vergangenen Jahren erheblich verschärft. Die Commerzbank und ihre Tochtergesellschaften waren und sind deshalb in eine Reihe von - auch gerichtlichen - Auseinandersetzungen involviert, in denen Anleger eine angeblich mangelhafte Anlageberatung geltend machen und Schadenersatz verlangen oder die Rückabwicklung der Anlagen im Zusammenhang mit fehlenden Angaben zu Vertriebsprovisionen (unter anderem für geschlossene Fonds) fordern.

Die Commerzbank sieht sich Klagen von Verbrauchern zum Thema "Widerrufsjoker" ausgesetzt. Nachdem der Gesetzgeber für im Zeitraum von 2002 bis 2010 abgeschlossene Darlehensverträge eine Regelung eingeführt hat, wonach ein etwaiges Widerrufsrecht spätestens am 21. Juni 2016 erlischt, haben zahlreiche Darlehensnehmer den Widerruf erklärt mit der Behauptung, die ihnen anlässlich des Vertragsabschlusses erteilte Widerrufsbelehrung sei fehlerhaft gewesen. Ein Teil der Kunden hat nach Zurückweisung des Widerrufs durch die Bank Klage erhoben, mit dem Ziel, die Darlehen vor Ablauf der vereinbarten Zinsbindung sofort zurückzuzahlen, ohne der Bank den durch die vorzeitige Rückzahlung entstehenden Schaden ersetzen zu müssen. Auch bei nach 2010 abgeschlossenen Verträgen wird versucht, mithilfe des Widerrufsjokers vorzeitig aus den Verträgen auszusteigen. Die Bank tritt den Klagen entgegen. Mit Urteil vom 26. März 2020 hat der EuGH entschieden, dass ein in der (gesetzlichen) Musterwiderrufsinformation für Verbraucherdarlehensverträge enthaltener Verweis auf andere gesetzliche Vorschriften für den Verbraucher unklar sei und darin einen Verstoß gegen die Vorgaben der europäischen Verbraucherkreditrichtlinie gesehen. Die Bank hat in ihren Verbraucherdarlehensverträgen das gesetzliche Muster verwendet, welches der BGH bereits in mehreren Beschlüssen als ordnungsgemäß angesehen hat. Der BGH hat dies überzeugend damit begründet, dass die deutschen Gerichte sich nicht über eine nach Wortlaut und Sinn eindeutige nationale Norm hinwegsetzen können. Der BGH hat seine bisherige Auffassung unter anderem mit Beschluss vom 31. März 2020 bestätigt. Aufgrund dessen sieht sich die Bank durch die Entscheidung des EuGH für den aktuellen Bestand der Verbraucherdarlehen keinen erhöhten Risiken ausgesetzt.

Eine Tochtergesellschaft der Commerzbank war an einer mittlerweile in der Insolvenz befindlichen südamerikanischen Bank beteiligt. Eine Reihe von Anlegern beziehungsweise Gläubigern dieser Bank hat in verschiedenen Verfahren in Uruguay und Argentinien die Tochtergesellschaft und in einem Teil der Fälle auch die Commerzbank wegen angeblicher Haftung als Gesellschafter sowie wegen angeblicher Pflichtverletzungen der von der Tochtergesellschaft für den Aufsichtsrat der Banken nominierten Personen verklagt. Zudem war die Tochtergesellschaft an zwei Fonds beteiligt, die Gelder einwarben und von Dritten verwalten ließen. Die Liquidatoren dieser Fonds verlangen in einem Gerichtsverfahren in den USA Zahlungen zurück, die die Tochtergesellschaft von den Fonds erhalten hat.

Eine Tochtergesellschaft der Commerzbank wurde im Mai 2014 von einem Kunden auf Schadenersatz wegen angeblicher Falschberatung und Täuschung beim Abschluss von Derivategeschäften verklagt. Die Tochtergesellschaft tritt der Klage entgegen.

Gegen eine Tochtergesellschaft der Commerzbank wurde im Mai 2017 von einem polnischen Gericht eine Sammelklage wegen angeblicher Unwirksamkeit von Indexklauseln in Darlehensverträgen in Schweizer Franken (CHF) zugelassen. Der Sammelklage haben sich insgesamt 1 731 Kläger angeschlossen. Die Kläger haben gegen das abweisende Urteil des erstinstanzlichen Gerichts Rechtsmittel eingelegt.

Unabhängig davon klagen zahlreiche Darlehensnehmer aus den gleichen Gründen im Wege von Einzelklagen. Neben der Sammelklage sind zum 30. Juni 2022 15 701 weitere Einzelverfahren (Vorjahr: 13 036) anhängig. Die Tochtergesellschaft tritt jeder Klage entgegen.

Zum 30. Juni 2022 lagen 1 049 rechtskräftige Urteile in Einzelverfahren gegen die Tochtergesellschaft vor, von denen 89 zugunsten der Tochtergesellschaft und 960 zuungunsten der Tochtergesellschaft entschieden wurden. 171 Verfahren bei Gerichten der zweiten Instanz sind wegen Rechtsfragen, die beim polnischen Obersten Gerichtshof und beim Europäischen Gerichtshof (EuGH) liegen, ausgesetzt.

Eine Entscheidung des polnischen Obersten Gerichtshofs zu Darlehensverträgen in Schweizer Franken mit Indexklauseln wurde im September 2021 erneut auf unbestimmte Zeit vertagt; stattdessen wurden dem EuGH Fragen zur Rechtmäßigkeit des Prozesses zur Ernennung neuer Richter vorgelegt. Der weitere Verfahrensverlauf und das Ergebnis sind offen.

Im Februar 2022 wurden dem EuGH erneut zentrale Fragen polnischer Gerichte zum Umgang mit Darlehen mit Indexklauseln in Verfahren gegen die Tochtergesellschaft zur Vorabentscheidung vorgelegt (C-138/​22, C-139/​22, C-140/​22); die Frist für Stellungnahmen der Beteiligten läuft noch. Beim EuGH sind weitere Vorabentscheidungsverfahren zu Darlehen mit Indexierungsklauseln anhängig (C-80/​21, C-81/​21, C-82/​21), zwei davon betreffen Verfahren gegen die Tochtergesellschaft. Entscheidungen sind noch nicht ergangen.

Im zweiten Quartal 2022 hat die Tochtergesellschaft die zweite Phase des Pilotprojektes für Vergleichsverträge beendet, diese Phase erfasste etwa 1 500 Verträge und schloss mit einer Annahmequote von rund 12 % ab.

Vor dem Hintergrund der ausstehenden Grundsatzentscheidungen des Obersten Gerichtshofs sowie des EuGH ist die Höhe der bilanziellen Vorsorge für diesen Themenkomplex stark ermessensbehaftet. Bis zum 31. Dezember 2020 wurden Rechtsrisiken im Zusammenhang mit Darlehensverträgen in CHF mit Indexklauseln gesamthaft gemäß IAS 37 berücksichtigt. Nunmehr werden nicht vollständig zurückgeführte CHF-Darlehen überwiegend nach IFRS 9 abgebildet. Für bereits vollständig zurückgeführte Darlehen und Rechtskosten wurde die Bilanzierungsmethode nicht angepasst; diese werden gemäß IAS 37 bilanziert. Bei den noch nicht vollständig zurückgeführten Darlehen werden die rechtlichen Risiken unmittelbar bei der Schätzung der Zahlungsströme im Bruttobuchwert der Forderungen berücksichtigt. Die Bilanzierung nach IFRS 9 stellt die Marktpraxis im Inlandsmarkt des Tochterunternehmens dar und erhöht somit die Vergleichbarkeit zu Abschlüssen anderer Marktteilnehmer sowie die Vergleichbarkeit seitens des polnischen Regulators. Durch die Anwendung von IFRS 9 anstelle des IAS 37 werden somit relevantere Informationen vermittelt. Die Bewertungsmethodik, anhand derer der Einfluss auf die aus den Darlehen erwarteten Zahlungsströme geschätzt wird, blieb verglichen zur bisherigen Bewertungsmethodik im Wesentlichen unverändert. Sämtliche Aufwendungen im Zusammenhang mit Darlehensverträgen in Schweizer Franken (CHF) mit Indexklauseln werden in der Gewinn- und-Verlust-Rechnung gesamthaft unter Sonstige betriebliche Aufwendungen gezeigt.

Das zum 30. Juni 2022 bestehende Portfolio von nicht vollständig zurückgeführten Darlehen in CHF hatte einen Buchwert von 8,7 Mrd. polnischen Zloty; das bereits zurückgezahlte Portfolio betrug bei Ausreichung 6,9 Mrd. polnische Zloty. Insgesamt wurde im Konzern für die aus dem Komplex entstehenden Risiken, einschließlich potenzieller Vergleichszahlungen und der Sammelklage, eine bilanzielle Vorsorge in Höhe von 940 Mio. Euro (Vorjahr: 899 Mio. Euro) gebildet.

Die Methodik zur Ermittlung der Rückstellung beziehungsweise der Bewertungsanpassung basiert auf Parametern, welche vielfältig, ermessensbehaftet und zum Teil mit erheblichen Unsicherheiten verbunden sind. Wesentliche Parameter sind die geschätzte Gesamtanzahl von Klägern, die Wahrscheinlichkeit, einen Prozess in letzter Instanz zu verlieren, die Höhe des Verlustes sowie die Entwicklung des Wechselkurses. Schwankungen der Parameter sowie deren Interdependenzen können dazu führen, dass die Vorsorge zukünftig der Höhe nach wesentlich angepasst werden muss.

Eine weitere Komponente bei der Bestimmung der Vorsorge ist die Erwartung bezüglich der Entwicklung der Vergleichsgespräche. Zum Stichtag hat die Tochtergesellschaft die Risiken im Zusammenhang mit künftigen Vergleichszahlungen mit 215,7 Mio. Euro berücksichtigt.

Zum Stichtag hat die Tochtergesellschaft das Unterliegensrisiko auf Basis von Experteneinschätzung geschätzt, die durch Rechtsgutachten zu künftigen Rechtsprechungstendenzen gestützt werden.

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Im Mai 2018 wurde eine Tochtergesellschaft der Commerzbank zusammen mit einer weiteren Bank auf Zahlung von Schadensersatz wegen vermeintlich unlauteren Preisabsprachen im Zusammenhang mit der Erhebung von Abwicklungsgebühren verklagt. Die Tochtergesellschaft verteidigt sich gegen die Klage.

Eine Tochtergesellschaft der Commerzbank ist von einem Kunden auf Schadensersatz wegen angeblich unrechtmäßiger Verwertung von Sicherheiten verklagt worden. Die Tochtergesellschaft tritt der Klage entgegen.

In einem Verfahren um ein konkretes Baufinanzierungsdarlehen hat ein Gericht entgegen der Vorinstanz entschieden, dass die Vertragsklausel zur Berechnung der Vorfälligkeitsentschädigung unzureichend ist und die Bank die erhaltene Vorfälligkeitsentschädigung zurückerstatten muss. Das Urteil ist rechtskräftig. Die Bank hat eine entsprechende Rückstellung gebildet für den Fall, dass in vergleichbaren Fällen eine Rückerstattung erfolgen muss.

Im April 2021 hat der Bundesgerichtshof in einem Verfahren gegen eine andere Bank über den sogenannten AGB-Änderungsmechanismus entschieden und die entsprechenden Ziffern der AGB-Banken für unwirksam erklärt. Dieser Mechanismus sah vor, dass die Zustimmung des Kunden zu bestimmten Vertragsänderungen nach einer bestimmten Frist angenommen wurde, wenn der Kunde nicht widersprochen hatte. Die Bank hat die Auswirkungen dieser Rechtsprechung auf ihre Geschäftsbereiche und Produkte analysiert, da aufgrund des AGB-Änderungsmechanismus eingeführte oder erhöhte Entgelte für Verbraucher möglicherweise unwirksam sein können.

Auf Basis des im Jahr 2017 veröffentlichten Schreibens des Bundesministeriums für Finanzen (BMF) zu Cum-Cum Geschäften hat die Betriebsprüfung zur Behandlung dieser Geschäfte in Form von Prüfungsanmerkungen Stellung genommen. Die Anrechnung der Kapitalertragsteuer wurde seitens des Finanzamtes entsprechend gekürzt. Die Commerzbank Aktiengesellschaft hat daraufhin Wertberichtigungen hinsichtlich bilanzierter Anrechnungsforderungen vorgenommen beziehungsweise zusätzliche Rückstellungen im Hinblick auf mögliche Rückzahlungsansprüche gebildet, um die geänderte Risikosituation vollumfänglich angemessen zu reflektieren. Nunmehr ist das BMF-Schreiben zu Cum-Cum Geschäften mit Datum vom 9. Juli 2021 neu gefasst worden. Im Hinblick auf die potenziellen Auswirkungen des BMF-Schreibens wurde im zweiten Quartal 2021 die Rückstellung angepasst. Nach derzeitigen Erkenntnissen sind die steuerlichen Risiken aus diesem Themenkomplex damit ausreichend bevorsorgt. Es kann nicht vollständig ausgeschlossen werden, dass sich über die von der Bank gebildete Rückstellung hinaus weitere Belastungen ergeben.

Die Bank hat ein Auslagerungsprojekt durch Ausübung eines im Auslagerungsvertrag eingeräumten Sonderkündigungsrechtes vorzeitig beendet. Die Vertragsparteien haben über die Rückabwicklung eine Vergleichsvereinbarung abgeschlossen; die finanzielle Kompensation wurde bezahlt.

Mit Klage aus dem Mai 2019 begehrt ein Kunde der Commerzbank die Feststellung, dass die Bank dem Kläger den materiellen Schaden wegen angeblicher Falschberatung im Zusammenhang mit Derivaten in Form von Swap-Verträgen zu ersetzen hat. Gegenwärtig finden Vergleichsgespräche statt.

(35) Eventualverbindlichkeiten und Kreditzusagen

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Mio. € 30.6.2022 31.12.2021 Veränd. in %
Eventualverbindlichkeiten 45 668 44 526 2,6
Kreditzusagen 83 408 80 635 3,4
Gesamt 129 076 125 161 3,1

Zum 30. Juni 2022 betrugen die Eventualverbindlichkeiten aus Rechtsrisiken 568 Mio. Euro (Vorjahr: 379 Mio. Euro) und betrafen die folgenden wesentlichen Sachverhalte:

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Gegen eine Tochtergesellschaft der Commerzbank waren mehrere Klagen von Kunden eines ehemaligen Geschäftskunden erhoben worden. Die Klagen wurden im Mai 2022 endgültig abgewiesen.

Im April 2016 wurde der Commerzbank die Zahlungsklage einer Kundin zugestellt. Die Klägerin verlangt unter anderem die Rückzahlung von nach Meinung der Klägerin zu Unrecht an die Commerzbank geleisteten Zinsen. Zudem begehrt sie die Freigabe von Sicherheiten, welche eine Forderung der Commerzbank gegen die Klägerin besichern. Die Commerzbank und die Klägerin streiten über den Bestand der besicherten Forderung. Die Commerzbank setzt sich gegen die Klage zur Wehr.

Im Februar 2020 wurde eine Tochtergesellschaft der Commerzbank zusammen mit einer weiteren Bank auf Zahlung von Schadensersatz wegen angeblich unlauterer Preisabsprachen im Zusammenhang mit der Erhebung von Abwicklungsgebühren verklagt. Die Tochtergesellschaft verteidigt sich gegen die Klage.

Die Commerzbank ist im Februar 2022 in Ungarn auf Schadensersatz im Zusammenhang mit einem gescheiterten Projekt verklagt worden. Die Bank verteidigt sich gegen die Klage.

Die Eventualverbindlichkeiten aus Steuerrisiken betreffen folgende wesentliche Sachverhalte:

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Im Hinblick auf Cum-Cum-Wertpapierleihegeschäfte sieht sich die Commerzbank Ersatzansprüchen Dritter aufgrund aberkannter Anrechnungsansprüche ausgesetzt. Die Erfolgsaussichten solcher Ansprüche schätzt die Commerzbank auf Basis der durchgeführten Analysen als eher unwahrscheinlich ein, sie sind aber nicht ausgeschlossen. In diesen Fällen könnten sich auf Basis unserer Schätzungen finanzielle Auswirkungen im höheren zweistelligen Millionenbereich zuzüglich Nachzahlungszinsen ergeben. Es kann nicht vollständig ausgeschlossen werden, dass sich im Rahmen der weiteren Entwicklung, zum Beispiel aus der Bewertung durch die Finanzbehörden und der Finanz-/​Zivilgerichte, eine anderslautende Einschätzung ergeben könnte.

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt ermittelt im Zusammenhang mit Aktiengeschäften um den Dividendenstichtag (sogenannte Cum-Ex-Geschäfte) der Commerzbank und der ehemaligen Dresdner Bank. Die Commerzbank hatte bereits Ende 2015 eine forensische Analyse zu Cum-Ex-Geschäften beauftragt, die im Hinblick auf die Aktiengeschäfte der Commerzbank Anfang 2018 und bezüglich der Aktiengeschäfte der ehemaligen Dresdner Bank im September 2019 abgeschlossen wurde. Alle Steuernachforderungen durch die Finanzbehörden wurden beglichen. Seit September 2019 finden bei der Commerzbank Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Köln in einem separaten Verfahren zu Cum-Ex-Geschäften statt. Die Staatsanwaltschaft Köln ermittelt wegen des Verdachts, dass die Bank (einschließlich Dresdner Bank) in verschiedenen Rollen an Cum-Ex-Geschäften mitgewirkt hat, unter anderem dadurch, dass sie Dritte, die als Leerverkäufer gehandelt haben sollen, mit Aktien beliefert hat. Es geht in diesem Verfahren nach derzeitigem Verständnis nicht um eigene Steueranrechnungsansprüche der Commerzbank im Hinblick auf Kapitalertragsteuer und Solidaritätszuschlag auf Dividenden.

Im Zusammenhang mit Untersuchungen zu "Cum-Ex" kooperiert die Bank vollumfänglich mit den Ermittlungsbehörden. Das Ob und die Höhe einer sich daraus eventuell ergebenden Belastung kann derzeit nicht prognostiziert werden.

Segmentberichterstattung

(36) Segmentberichterstattung

In der Segmentberichterstattung spiegeln sich die Ergebnisse der operativen Segmente des Commerzbank-Konzerns wider.

Die für die operativen Segmente unterstellte Kapitalunterlegung der Risikoaktiva wurde mit Beginn des Geschäftsjahres 2022 auf 12,5 % erhöht (Vorjahr: 12,0 %). Im zweiten Quartal 2021 wurde der Bereich Credit Solutions aus dem Segment Firmenkunden in den Bereich Sonstige und Konsolidierung übertragen.

Weitere Angaben zu den Segmenten sind im Zwischenlagebericht dieses Zwischenberichts enthalten.

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1.1.-30.6.2022 | Mio. € Privat- und
Unternehmer-
kunden
Firmenkunden Sonstige und
Konsolidierung
Konzern
Zinsüberschuss 1 793 913 173 2 879
Dividendenerträge 5 3 - 1 7
Risikoergebnis - 160 - 338 - 72 - 570
Provisionsüberschuss 1 230 659 - 20 1 868
Ergebnis aus erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten
finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten
8 218 196 422
Ergebnis aus Sicherungszusammenhängen 0 - 16 - 26 - 41
Übriges Ergebnis aus Finanzinstrumenten - 10 - 4 16 2
Laufendes Ergebnis aus at-Equity-bewerteten Unternehmen - 1 6 - 0 4
Sonstiges Ergebnis - 14 30 59 75
Erträge vor Risikoergebnis 3 011 1 808 397 5 216
Erträge nach Risikoergebnis 2 851 1 470 325 4 646
Verwaltungsaufwendungen 1 653 1 037 175 2 865
Pflichtbeiträge 314 116 62 491
Operatives Ergebnis 884 317 88 1 289
Restrukturierungsaufwendungen - 0 39 39
Ergebnis vor Steuern 884 317 49 1 250
Aktiva 168 145 150 505 216 400 535 049
davon: aus aufgegebenen Geschäftsbereichen - - - -
Passiva 204 635 178 397 152 017 535 049
davon: aus aufgegebenen Geschäftsbereichen - - - -
Buchwerte der at-Equity-bewerteten Unternehmen 24 153 - 177
Durchschnittlich gebundenes Eigenkapital (aus
fortzuführenden Geschäftsbereichen) (auf Basis CET1) 1
6 744 9 991 7 159 23 894
Operative Eigenkapitalrendite (%) 2 26,2 6,4 10,8
Aufwandsquote im operativen Geschäft (exkl. Pflichtbeiträge) (%) 54,9 57,3 54,9
Aufwandsquote im operativen Geschäft (inkl. Pflichtbeiträge) (%) 65,3 63,8 64,3

1 Durchschnittliches hartes Kernkapital (CET1). Anpassung erfolgt in Sonstige und Konsolidierung.
2 Auf das Jahr hochgerechnet.

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1.1.-30.6.2021 | Mio. € 1 Privat- und
Unternehmer-
kunden
Firmenkunden Sonstige und
Konsolidierung
Konzern
Zinsüberschuss 1 229 840 358 2 427
Dividendenerträge 5 3 - 1 7
Risikoergebnis - 126 - 39 - 70 - 235
Provisionsüberschuss 1 227 601 - 25 1 803
Ergebnis aus erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten
finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten
128 178 180 485
Ergebnis aus Sicherungszusammenhängen - 1 - 5 - 46 - 52
Übriges Ergebnis aus Finanzinstrumenten 20 - 5 2 17
Laufendes Ergebnis aus at-Equity-bewerteten Unternehmen 0 2 - 0 2
Sonstiges Ergebnis - 150 - 16 - 170 - 335
Erträge vor Risikoergebnis 2 458 1 598 298 4 353
Erträge nach Risikoergebnis 2 332 1 558 228 4 118
Verwaltungsaufwendungen 1 717 1 121 335 3 173
Pflichtbeiträge 227 95 53 375
Operatives Ergebnis 388 342 - 160 570
Restrukturierungsaufwendungen - - 0 976 976
Ergebnis vor Steuern 388 342 - 1 136 - 406
Aktiva 161 641 152 251 229 751 543 643
davon: aus aufgegebenen Geschäftsbereichen - 1 809 - 1 809
Passiva 202 304 180 334 161 005 543 643
davon: aus aufgegebenen Geschäftsbereichen - 1 847 - 1 847
Buchwerte der at-Equity-bewerteten Unternehmen 29 141 1 170
Durchschnittlich gebundenes Eigenkapital (aus
fortzuführenden Geschäftsbereichen) (auf Basis CET1) 2
5 994 10 119 7 597 23 710
Operative Eigenkapitalrendite (%) 3 12,9 6,8 4,8
Aufwandsquote im operativen Geschäft (exkl. Pflichtbeiträge) (%) 69,9 70,2 72,9
Aufwandsquote im operativen Geschäft (inkl. Pflichtbeiträge) (%) 79,1 76,1 81,5

1 Anpassung Vorjahr aufgrund von IFRS 8.29.
2 Durchschnittliches hartes Kernkapital (CET1). Anpassung erfolgt in Sonstige und Konsolidierung.
3 Auf das Jahr hochgerechnet.

Sonstige Erläuterungen

(37) Ausgewählte regulatorische Angaben

Die folgende Tabelle zeigt die Zusammensetzung der Eigenmittel und risikogewichteten Aktiva sowie die Eigenmittelquoten im Commerzbank-Konzern gemäß CRR einschließlich angewendeter Übergangsregelungen:

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30.6.2022 31.12.2021 Veränd. in %
Hartes Kernkapital (CET1) 1 (Mrd. €) 24,0 23,8 1,1
Kernkapital (Tier 1) 1 (Mrd. €) 27,2 27,2 0,1
Eigenmittel 1 (Mrd. €) 31,6 32,2 -1,8
Risikogewichtete Aktiva (Mrd. €) 175,0 175,2 -0,1
davon : Kreditrisiko 2 146,2 145,2
davon : Marktrisiko 3 8,9 10,2
davon : Operationelles Risiko 19,9 19,8
Harte Kernkapitalquote (CET1-Ratio, %) 13,7 13,6 0,7
Kernkapitalquote (Tier-1-Ratio, %) 15,6 15,5 0,6
Gesamtkapitalquote (%) 18,1 18,4 -1,6

1 Die Angaben beinhalten jeweils das den Commerzbank‐Aktionären zurechenbare und regulatorisch anrechnungsfähige Konzernergebnis.
2 Einschließlich Abwicklungs‐ und Lieferrisiken.
3 Einschließlich der Risiken einer Anpassung der Kreditbewertung (sogenanntes Credit Valuation Adjustment Risk).

Die Leverage Ratio (Verschuldungsquote) setzt das Kernkapital (Tier-1-Kapital) gemäß CRR unter Anwendung der Übergangsbestimmungen ins Verhältnis zum Leverage Ratio Exposure, das aus den nicht risikogewichteten Aktiva und den außerbilanziellen Positionen besteht.

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30.6.2022 31.12.2021 Veränd. in %
Leverage Ratio Exposure (Mrd. €) 589 521 13,1
Leverage Ratio (%) 4,6 5,2 -11,5

Die NPE Ratio wird aus den notleidenden Forderungen im Verhältnis zu den Gesamtforderungen gemäß EBA Risk Dashboard ermittelt.

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30.6.2022 31.12.2021 Veränd. in %
NPE-Ratio (%) 0,8 0,9 -11,1

(38) Beziehungen zu nahestehenden Personen und Unternehmen

Im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit kommt es zwischen der Commerzbank Aktiengesellschaft und/​oder deren konsolidierten Gesellschaften zu Geschäftsbeziehungen mit nahestehenden Unternehmen und Personen (für weitere Informationen siehe Geschäftsbericht 2021, Seite 273 f.).

Wesentliche Veränderungen

Die Aktivposten gegenüber Bundesunternehmen sind zum 30. Juni 2022 auf 80,7 Mrd. Euro gestiegen (Vorjahr: 31,6 Mrd. Euro). Dies liegt im Wesentlichen am gestiegenen Guthaben bei der Deutschen Bundesbank von 76,8 Mrd. Euro (Vorjahr: 27,7 Mrd. Euro).

Weitere wesentliche Transaktionen oder Veränderungen bei Geschäften mit nahestehenden Personen oder Unternehmen lagen im Berichtszeitraum nicht vor.

Organe der Commerzbank Aktiengesellschaft

Aufsichtsrat

Helmut Gottschalk

Vorsitzender

Uwe Tschäge 1

Stellv. Vorsitzender

Bankkaufmann

Commerzbank Aktiengesellschaft

Heike Anscheit 1

Bankkauffrau

Commerzbank Aktiengesellschaft

Alexander Boursanoff 1

Bankkaufmann

Commerzbank Aktiengesellschaft

Gunnar de Buhr 1

Bankkaufmann

Commerzbank Aktiengesellschaft

Stefan Burghardt 1

Projektmanager

Mittelstandsbank Nord/​West

Commerzbank Aktiengesellschaft

Dr. Frank Czichowski

Ehemaliger Senior Vice President /​ Treasurer

KfW Bankengruppe

Sabine U. Dietrich

Ehemaliges Mitglied des Vorstands

BP Europa SE

Dr. Jutta A. Dönges

Geschäftsführerin

Bundesrepublik Deutschland -

Finanzagentur GmbH

Monika Fink 1

Bankkauffrau

Commerzbank Aktiengesellschaft

Stefan Jennes 1

(seit 1.1.2022)

Bankkaufmann

Commerzbank Aktiengesellschaft

Kerstin Jerchel 1

Bereichsleiterin Mitbestimmung ver.di Bundesverwaltung

Burkhard Keese

Chief Operating Officer und

Chief Financial Officer

Lloyd's of London

Alexandra Krieger 1

Bereichsleiterin Controlling

Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie,

Energie (IG BCE)

Daniela Mattheus

Rechtsanwältin und Unternehmensberaterin

Co-Managing Partner

European Center for Board Efficiency

Caroline Seifert

Unternehmensberaterin für Transformation

Robin J. Stalker

Ehemaliges Mitglied des Vorstands adidas AG

Dr. Gertrude Tumpel-Gugerell

Ehemaliges Mitglied des Direktoriums

Europäische Zentralbank

Frank Westhoff

Ehemaliges Mitglied des Vorstands

DZ BANK AG

Stefan Wittmann 1

Gewerkschaftssekretär ver.di Bundesverwaltung

Klaus-Peter Müller

Ehrenvorsitzender

1 Von den Arbeitnehmern gewählt.

Vorstand

Dr. Manfred Knof

Vorsitzender

Michael Kotzbauer

Sabine Schmittroth

Dr. Bettina Orlopp

Stellv. Vorsitzende

Dr. Jörg Oliveri del Castillo-Schulz

(seit 20.1.2022)

Dr. Marcus Chromik

Thomas Schaufler

Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Nach bestem Wissen versichern wir, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen für die Zwischenberichterstattung der Konzernzwischenabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernzwischenlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns im verbleibenden Geschäftsjahr beschrieben sind.

Frankfurt am Main, den 1. August 2022

Der Vorstand

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Manfred Knof Bettina Orlopp Marcus Chromik Michael Kotzbauer Jörg Oliveri del Castillo-Schulz Thomas Schaufler Sabine Schmittroth

Bescheinigung nach prüferischer Durchsicht

An die COMMERZBANK Aktiengesellschaft, Frankfurt am Main

Wir haben den verkürzten Konzernzwischenabschluss - bestehend aus Gewinn- und-Verlust-Rechnung, Zusammengefasster Gesamtergebnisrechnung, Bilanz, Eigenkapitalveränderungsrechnung und Kapitalflussrechnung (verkürzte Darstellung) und dem Anhang (ausgewählte Notes) - und den Konzernzwischenlagebericht der COMMERZBANK Aktiengesellschaft, Frankfurt am Main, für den Zeitraum vom 1. Januar bis 30. Juni 2022, die Bestandteile des Halbjahresfinanzberichts nach § 115 WpHG sind, einer prüferischen Durchsicht unterzogen. Die Aufstellung des verkürzten Konzernzwischenabschlusses nach dem International Accounting Standard IAS 34 "Zwischenberichterstattung", wie er in der EU anzuwenden ist, und des Konzernzwischenlageberichts nach den für Konzernzwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des WpHG liegt in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, eine Bescheinigung zu dem verkürzten Konzernzwischenabschluss und dem Konzernzwischenlagebericht auf der Grundlage unserer prüferischen Durchsicht abzugeben.

Wir haben die prüferische Durchsicht des verkürzten Konzernzwischenabschlusses und des Konzernzwischenlageberichts unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze für die prüferische Durchsicht von Abschlüssen vorgenommen. Danach ist die prüferische Durchsicht so zu planen und durchzuführen, dass wir bei kritischer Würdigung mit einer gewissen Sicherheit ausschließen können, dass der verkürzte Konzernzwischenabschluss in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit IAS 34 "Zwischenberichterstattung", wie er in der EU anzuwenden ist, und der Konzernzwischenlagebericht in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den für Konzernzwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des WpHG aufgestellt worden sind. Eine prüferische Durchsicht beschränkt sich in erster Linie auf Befragungen von Mitarbeitern der Gesellschaft und auf analytische Beurteilungen und bietet deshalb nicht die durch eine Abschlussprüfung erreichbare Sicherheit. Da wir auftragsgemäß keine Abschlussprüfung vorgenommen haben, können wir einen Bestätigungsvermerk nicht erteilen.

Auf der Grundlage unserer prüferischen Durchsicht sind uns keine Sachverhalte bekannt geworden, die uns zu der Annahme veranlassen, dass der verkürzte Konzernzwischenabschluss in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit IAS 34 "Zwischenberichterstattung", wie er in der EU anzuwenden ist, oder dass der Konzernzwischenlagebericht in wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den für Konzernzwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des WpHG aufgestellt worden ist.


Frankfurt am Main, 1. August 2022


KPMG AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft


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Wiechens Böth
Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüfer

Wesentliche Konzerngesellschaften

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Inland Ausland
Commerz Real AG, Wiesbaden Commerzbank Brasil S.A. - Banco Múltiplo, São Paulo
Commerzbank (Eurasija) AO, Moskau
Commerzbank Finance & Covered Bond S.A., Luxemburg
Commerzbank Zrt., Budapest
Commerz Markets LLC, New York
mBank S.A., Warschau

Operative Auslandsniederlassungen

Amsterdam, Bratislava, Brünn (Office), Brüssel, Dubai, Hongkong, London, Luxemburg, Madrid, Mailand, New York, Paris, Peking, Prag, Schanghai, Singapur, Tokio, Wien, Zürich

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Disclaimer

Vorbehalt bei Zukunftsaussagen

Dieser Zwischenbericht enthält zukunftsgerichtete Aussagen zur Geschäfts- und Ertragsentwicklung der Commerzbank, die auf unseren derzeitigen Plänen, Einschätzungen, Prognosen und Erwartungen beruhen. Die Aussagen beinhalten Risiken und Unsicherheiten. Denn es gibt eine Vielzahl von Faktoren, die auf unser Geschäft einwirken und zu großen Teilen außerhalb unseres Einflussbereichs liegen. Dazu gehören vor allem die konjunkturelle Entwicklung, die Verfassung der Finanzmärkte weltweit und mögliche Kreditausfälle. Die tatsächlichen Ergebnisse und Entwicklungen können also erheblich von unseren heute getroffenen Annahmen abweichen. Sie haben daher nur zum Zeitpunkt der Veröffentlichung Gültigkeit. Wir übernehmen keine Verpflichtung, die zukunftsgerichteten Aussagen angesichts neuer Informationen oder unerwarteter Ereignisse zu aktualisieren.

Finanzkalender 2022/​2023

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9. November 2022 Zwischenmitteilung zum 30. September 2022
16. Februar 2023 Bilanzpressekonferenz
Ende März 2023 Geschäftsbericht 2022
17. Mai 2023 Zwischenmitteilung zum 31. März 2023
31. Mai 2023 Hauptversammlung
4. August 2023 Zwischenbericht zum 30. Juni 2023
8. November 2023 Zwischenmitteilung zum 30. September 2023

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