COMMERZBANK AktiengesellschaftFrankfurt am MainHalbjahresfinanzbericht nach WpHG für den Zeitraum vom 01.01.2022 bis zum 30.06.2022Zwischenbericht zum 30. Juni 2022Kennzahlenscrollen
1 Soweit den Commerzbank-Aktionären
zurechenbar.
Aufgrund von Rundungen können sich im vorliegenden
Bericht bei Summenbildungen und bei der Berechnung von
Prozentangaben geringfügige Abweichungen ergeben.
Highlights der Geschäftsentwicklung vom 1. Januar bis 30. Juni 2022KernaussagenDie Commerzbank hat ihren Aufwärtstrend im ersten
Halbjahr 2022 fortgesetzt und ihr Operatives Ergebnis
gegenüber den ersten sechs Monaten des Vorjahres mehr
als verdoppelt. Die Erträge stiegen vor allem dank
eines starken Kundengeschäfts und der steigenden
Zinsen deutlich an. Die operativen Kosten senkte die Bank
trotz des wachsenden Inflationsdrucks planmäßig
und konnte damit deutlich gestiegene Pflichtbeiträge
mehr als ausgleichen. Mit ihrer guten
Portfolioqualität, der komfortablen Kapitalausstattung
sowie der verfügbaren pauschalen Risikovorsorge ist
die Bank für die bevorstehenden wirtschaftlichen
Herausforderungen gut vorbereitet. Nachfolgend die Eckdaten
der Geschäftsentwicklung im ersten Halbjahr 2022:
scrollen
Entwicklung der Commerzbank-AktieDas internationale Börsengeschehen war in den
ersten sechs Monaten 2022 von anhaltend hohen
Unsicherheiten geprägt. Zuvorderst überlagerte
der russische Angriff auf die Ukraine die geopolitischen
Verhältnisse und damit auch die internationalen
Handelsbeziehungen gegenüber Russland, was
energiepolitische Auswirkungen sowie einen deutlichen
Preisauftrieb insbesondere fossiler Energieträger,
aber auch steigende Nahrungsmittelpreise zur Folge hatte.
Westliche Sanktionen gegenüber Russland, die
Verknappung russischer Gaslieferungen sowie eine
Neuausrichtung der Energiepolitik erhöhten die
wirtschaftliche Unsicherheit insbesondere für
Unternehmen energieabhängiger Sektoren. Folge war ein
signifikanter Preisanstieg, der im Berichtszeitraum in
Deutschland in einer Inflationsrate von 8,6 % gipfelte und
die Europäische Zentralbank in Ausübung ihres
geldpolitischen Ziels in erhöhtem Maße unter
Druck setzte. Zunehmende Inflations- und Konjunktursorgen,
aber auch die fortschreitende Unterbrechung bestehender
Lieferketten belasteten nicht zuletzt die marktbreiten
Aktienindizes weltweit. Ein drohender Stopp von
Gaslieferungen durch Russland und damit einhergehende
Abhängigkeiten insbesondere der deutschen Industrie
tragen zudem zu einer anhaltend negativen Stimmung bei. Am
Devisenmarkt verbilligte sich der Euro gegenüber dem
US-Dollar im Berichtszeitraum deutlich, was zuletzt im
Erreichen der Parität nachhaltig zum Ausdruck kam.
Verbunden mit der aktuellen Regierungskrise Italiens
gerät insbesondere die EZB unter Druck, höhere
Zinsen auf italienische Staatsanleihen abzufedern.
Signifikant steigende Anleiherenditen in den ersten
sechs Monaten - darunter die Entwicklung zehnjähriger
Bundesanleihen, die sich von - 19 Basispunkten zu
Jahresbeginn auf ein Niveau von 133 Basispunkten
erhöhten - reflektieren ein deutlich gestiegenes
Marktzinsniveau, wovon Banken grundsätzlich
profitieren. Gleichwohl belastet die anhaltende
Corona-Pandemie die internationalen Lieferketten, die
zusätzlich über den Russland-Ukraine-Konflikt
beeinträchtigt sind, was nicht zuletzt die
Risikovorsorge europäischer Banken erhöht.
In den ersten sechs Monaten verzeichnete der deutsche
Leitindex DAX ein Minus von 19,5 %, während der
EuroStoxx 50 um 19,8 % nachgab. Der europäische
Bankenindex verringerte sich im Vergleich dazu um 20,3 %
gegenüber Jahresanfang. Entgegen dem schwachen
Sentiment vollzog die Kursentwicklung der Commerzbank-Aktie
auf Sicht der ersten sechs Monate eine neutrale
Entwicklung. Höhere Erträge aus dem strukturell
verbesserten Zinsumfeld insbesondere im polnischen Markt,
aber auch deutlich gestiegene Zinsen im Euroraum, die
höhere Zinserträge in den kommenden Jahren
nahelegen, unterstützen die fortschreitende
Transformation. Mit Aussicht auf Wiederaufnahme einer
Dividende unterstreicht die Commerzbank indes ihre
zunehmende Ausschüttungsfähigkeit gegenüber
Investoren.
scrollen
1 Deutsche Börsen gesamt.
Wichtige personelle und geschäftspolitische Ereignisse nach Ende des letzten BerichtszeitraumsCommerzbank gründet NachhaltigkeitsbeiratAls eine der ersten Großbanken in Deutschland hat
die Commerzbank im Mai 2022 einen Nachhaltigkeitsbeirat aus
externen Expertinnen und Experten ins Leben gerufen. Der
neue Beirat soll dazu beitragen, das Thema Nachhaltigkeit
bei der Commerzbank weiter voranzubringen und externe
Impulse für die nachhaltige Ausrichtung der Bank zu
liefern. Dem neuen Gremium gehören Vertreterinnen und
Vertreter aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und
Gesellschaft an. Das erste Treffen fand am 23. Mai 2022 in
Frankfurt am Main statt. Der Nachhaltigkeitsbeirat soll
zukünftig zweimal im Jahr tagen.
Commerzbank setzt Nachhaltigkeitsdialog fortAm 4. Juli 2022 hat die Commerzbank im zweiten
öffentlichen Nachhaltigkeitsdialog über die
Fortschritte ihrer Nachhaltigkeitsstrategie informiert. Die
Commerzbank hat für die Hälfte des ausgereichten
Kreditvolumens konkrete CO
2-Reduktionsziele bis zum Jahr 2030 festgelegt.
Bei der Steuerung des Klimarisikos konzentriert sich die
Bank zunächst auf CO
2-intensive Branchen. So wird für den
Bereich Energieerzeugung bis 2030 ein Reduktionsziel von
mindestens 73 % angestrebt, für das deutlich
größere Portfolio mit privaten Baufinanzierungen
eine Verringerung um mindestens 57 %. Für die Bank ist
das Erreichen dieser Ziele ein wichtiger Zwischenschritt,
um die CO
2-Emissionen ihres gesamten Kredit- und
Anlageportfolios bis spätestens 2050 auf netto null zu
reduzieren.
Nachhaltigkeitsverständnis der Commerzbank transparent dargestelltWelche Produkte als nachhaltig verstanden werden, regelt
insbesondere das neue ESG-Rahmenwerk der Commerzbank, das
auf der Internetseite der Commerzbank Aktiengesellschaft
veröffentlicht ist. Hierin sind unter anderem die
Kriterien für eine nachhaltige Kreditvergabe
beschrieben sowie die Reduktionsziele für CO
2-intensive Sektoren erläutert. Auch
soziale Kriterien werden berücksichtigt. Gleichzeitig
werden verbindliche Ausschlusskriterien definiert. Ein
Beispiel ist die Richtlinie für fossile Brennstoffe.
Von ihren Kunden, die 20 % oder mehr ihres Umsatzes oder
ihrer Stromerzeugung mit Kohle erzielen, erwartet die Bank
bis spätestens 2025 einen konkreten
Kohleausstiegsplan. Damit leistet die Commerzbank einen
Beitrag, um den Kohleausstieg bis 2030 zu forcieren.
Mit ihrem ESG-Rahmenwerk gibt die Bank ihren
Stakeholdern die größtmögliche Transparenz.
Darüber hinaus schaffen wir einen bankweiten Standard,
der eine stringente Steuerung all unserer ESG-Produkte,
Prozesse und Aktivitäten ermöglicht. Der Fokus
des Dokuments liegt auf dem Kerngeschäft, dem Kunden-
und Produktportfolio. Die Bank unterscheidet dabei zwischen
Sustainable Finance und Transformation Finance.
Sustainable Finance ist der Anteil des Portfolios, der
bereits als nachhaltig klassifiziert wird. Bis 2025 wird
die Commerzbank mindestens 300 Mrd. Euro für
nachhaltige Produkte mobilisieren, eine Verdreifachung
gegenüber 2020. Zu Transformation Finance wiederum
zählen die Finanzierungen, die zwar nicht die
Anforderungen für Sustainable Finance erfüllen,
die aber auch als normale Finanzierungen einen Beitrag zur
Transformation der Kreditnehmer in Richtung Nachhaltigkeit
leisten können.
Portfolios werden mit SBTi in Richtung "Net Zero" gesteuertFür die Hälfte ihres an Privat- und
Firmenkunden ausgereichten Kreditvolumens hat die
Commerzbank konkrete CO
2-Reduktionsziele festgelegt. Dabei legt die
Bank die wissenschaftsbasierten Vorgaben der Science-based
Target Initiative (SBTi) zugrunde und konzentriert sich
zunächst auf sieben CO
2-intensive Branchen wie Energieerzeugung,
gewerbliche und private Immobilien, Automobilherstellung,
Eisen und Stahl, Zement und Luftfahrt. Das Erreichen der
Reduktionsziele für 2030 ist für die Commerzbank
eine wichtige Etappe, um spätestens im Jahr 2050 eine
Net-Zero-Bank zu sein. Die Commerzbank hat sich
vorgenommen, bis zum Herbst für 70 % ihrer
ausgereichten Kredite klare CO
2-Reduktionsziele hinterlegt zu haben.
Commerzbank berät und begleitet Firmenkunden auf deren Pfad der grünen TransformationIm Firmenkundensegment hat sich die Commerzbank auf die
Fahnen geschrieben, Lösungen zu entwickeln, mit denen
die Kunden ihren CO
2-Ausstoß deutlich reduzieren können.
Dazu gehört auch ein direkter Zugang zu
Energiewendeprojekten. Erst im Juni hat die Commerzbank
gemeinsam mit RWE eine Absichtserklärung
unterschrieben, um einen Offshore-Windpark mit einer
Leistung von rund 1 Gigawatt zu bauen und bis
spätestens 2030 in Betrieb zu nehmen. Dazu wird die
Commerzbank einen "Grünen Mittelstandsfonds" auflegen,
der großen mittelständischen
Industrieunternehmen den Bezug von Ökostrom aus
Offshore-Windkraftanlagen ermöglichen wird. Mit dem
Fonds haben diese Unternehmen erstmals die Option, sich
langfristige Abnahmevereinbarungen für grünen
Strom zu sichern. Diese Art der Beteiligung ist bisher nur
großen Industrieunternehmen vorbehalten.
Voraussetzung für den Bau des Offshore-Windparks ist
der Zuschlag an RWE für das Projekt nach Ausschreibung
im Jahr 2023.
ESG-Kredite für Firmenkunden belohnen vorzeitige Zielerreichung mit ZinssenkungIhr Kreditengagement bei erneuerbaren Energien will die
Bank bis zum Jahr 2025 auf 10 Mrd. Euro verdoppeln.
Signifikantes Wachstum erwartet die Bank auch bei
nachhaltigen Anleihen und Sustainability-linked Loans. Seit
Anfang dieses Jahres bietet die Commerzbank einen
bilateralen Kredit, bei dem zwischen Unternehmen und
Commerzbank konkrete Nachhaltigkeitsziele und Zeitpunkte
definiert werden. Verfehlt der Darlehensnehmer die Ziele,
erfolgt eine Zinserhöhung, bis er die vereinbarten
Ziele erreicht. Aber der Zins kann selbstverständlich
auch sinken, wenn der Kreditnehmer die entsprechenden
ESG-Ziele vorzeitig erreicht. So entstehen finanzielle
Anreize für nachhaltiges unternehmerisches
Wirtschaften.
CO2-Reduktionsziel für Bankbetrieb wegen weniger Dienstreisen frühzeitig erfülltAuch im eigenen Bankbetrieb verfolgt die Commerzbank
ambitionierte Reduktionspläne. Bis 2040 soll der
Bankbetrieb "Net Zero" sein. Dafür setzt das Institut
unter anderem auf ein effizientes Gebäudemanagement
und künstliche Intelligenz. Bis Ende 2021 ist der CO
2-Ausstoß gegenüber 2018 schon um 40
% gesunken. Der Rückgang ist aber zu einem
großen Teil auf die Corona-Pandemie und ausgebliebene
Dienstreisen zurückzuführen. Deshalb erwartet die
Commerzbank vorübergehend wieder steigende Emissionen
und hält an ihrem Zwischenziel einer CO
2-Reduktion von 30 % bis 2025 fest.
Commerzbank emittiert dritten eigenen Green BondAnfang Juni 2022 hat die Commerzbank erfolgreich einen
Green Bond mit einem Emissionsvolumen von 500 Mio. Euro
begeben. Mit dem Erlös finanziert die Bank Projekte im
Bereich der erneuerbaren Energien. Dank der Fortschritte
bei Projekten in erneuerbaren Energien konnte, nach 2018
und 2020, nun schon der dritte eigene Green Bond emittiert
werden. Damit reagieren wir auf die weiter steigende
Nachfrage nach nachhaltigen Anlagen und geben unseren
Investoren die Möglichkeit, sich an der Transformation
der Realwirtschaft hin zu mehr Nachhaltigkeit zu
beteiligen.
Der nicht bevorrechtigten Anleihe (Non-preferred Senior
Bond) ordnete die Commerzbank Kredite für Onshore- und
Offshore-Windprojekte und Solarprojekte zu. Die Anleihe hat
eine Laufzeit von 5,25 Jahren mit einem
Kündigungstermin im September 2026 und einem Kupon von
3 % pro Jahr.
Die Commerzbank ist ein etablierter Akteur auf dem Markt
für nachhaltige und grüne Anleihen. Seit Jahren
unterstützt die Bank ihre Kunden bei der Vorbereitung
von nachhaltigen Anleihen sowie ihrer Platzierung im
internationalen Kapitalmarkt. Allein in diesem Jahr hat sie
bisher mehr als 20 Green- und Social-Bond-Emissionen mit
einem Gesamtvolumen von mehr als 20 Mrd. Euro begleitet,
2021 waren es 57 Emissionen im Gesamtvolumen von 62,2 Mrd.
Euro.
Geplante Veränderungen im Vorstand der CommerzbankIn seiner Sitzung am 6. Juli 2022 hat der Aufsichtsrat
der Commerzbank Sabine Mlnarsky mit Wirkung vom 1. Januar
2023 in den Vorstand des Instituts berufen. Sie wird dort
das Ressort Group Human Resources übernehmen. Als
Personalvorständin und Arbeitsdirektorin tritt sie die
Nachfolge von Sabine Schmittroth an, die mit Ablauf ihres
Vorstandsvertrages zum Jahresende 2022 im Einklang mit
ihrer persönlichen Lebensplanung aus der Commerzbank
ausscheidet. Sabine Mlnarsky verfügt über mehr
als zwei Jahrzehnte personalwirtschaftlicher Erfahrung. Sie
kommt von der österreichischen Erste Group Bank AG zur
Commerzbank. Beim Spitzeninstitut der österreichischen
Sparkassen leitet die 47-jährige Juristin seit 2016
den Bereich Human Resources.
Zudem hat Risikovorstand Marcus Chromik den Aufsichtsrat
davon in Kenntnis gesetzt, dass er seinen bis Ende 2023
laufenden Vorstandsvertrag erfüllen, aber ein
mögliches Angebot einer Vertragsverlängerung
gemäß seiner persönlichen Lebensplanung
nicht annehmen wird. Mit der frühzeitigen Information
des Aufsichtsrats werden zugleich Klarheit und
Planungssicherheit für einen geordneten Übergang
in dieser wichtigen Funktion geschaffen.
Weitere Fortschritte bei der Umsetzung der "Strategie 2024"Ihre strategischen Initiativen hat die Commerzbank auch
in den vergangenen Monaten konsequent vorangetrieben. Bis
Ende des Jahres will die Bank den notwendigen Abbau von
brutto 10 000 Vollzeitstellen weitgehend geregelt haben.
Per Ende Juni 2022 waren bereits 7 700 Personalabgänge
fixiert. Bei der Optimierung ihres Filialnetzes hat die
Commerzbank ihr in der "Strategie 2024" vorgesehenes Ziel
von 450 Standorten in Deutschland bereits Ende Juni 2022
erreicht. Parallel läuft der Aufbau der
Beratungscenter auf Hochtouren. Von Mitte September 2022 an
werden nach den drei Pilotstandorten sukzessive weitere
Standorte in Betrieb gehen. Ziel ist es, bis Ende des
Jahres 2022 rund acht Millionen Privat- und
Unternehmerkunden hier zu beraten. Bis Ende des laufenden
Jahres werden vier internationale Standorte geschlossen.
Auf ihrem Weg zu der digitalen Beratungsbank für
Deutschland kommt die Bank gut voran. So wurde die bereits
in der Banking-App stark genutzte Finanzanalyse
weiterentwickelt und in das Onlinebanking integriert.
Außerdem wurde das Serviceangebot "Finanzkompass" in
der Banking-App ausgerollt. Kunden können damit ihre
finanzielle Situation online überblicken und bekommen
individuelle Empfehlungen.
Beim Aufbau der "Mittelstandsbank Direkt" liegt die Bank
voll im Zeitplan. Seit dem zweiten Quartal werden dort
bereits 3 000 Kunden betreut. Weitere 3 000 Kunden sollen
im Laufe des Jahres 2022 folgen. Damit schafft die
Commerzbank die erste echte Direktbank für
Firmenkunden in Deutschland. Auch bei der Vereinfachung der
Handelsplattform gibt es gute Fortschritte: Hier konnten
bereits 56 der 78 angestrebten Anwendungen abgeschaltet
werden.
ZwischenlageberichtWirtschaftliche RahmenbedingungenGesamtwirtschaftliche SituationIn den vergangenen Monaten hat sich das globale
Konjunkturbild massiv eingetrübt. Die von uns
erwartete Erholung der Konjunktur im Euroraum nach dem
Wegfall der Corona-Beschränkungen ist ausgeblieben.
Der Krieg Russlands in der Ukraine hat erste Bremsspuren in
den westlichen Volkswirtschaften hinterlassen, nicht
zuletzt durch die stark gestiegenen Energiekosten.
Darüber hinaus kam es in China wegen neuer
Corona-Ausbrüche immer wieder zu
Betriebsschließungen in wichtigen
Wirtschaftsregionen, die die Lieferketten zusätzlich
belasteten und die Kosten weiter nach oben trieben.
Inzwischen steigen die Verbraucherpreise auf breiter
Front. Wegen der hohen Inflation hat die US-Notenbank das
Tempo bei den Zinserhöhungen verschärft. Seit
März 2022 hat sie den Leitzins um 225 Basispunkte
erhöht. Auch die EZB hat im Juli 2022 den Leitzins um
50 Basispunkte angehoben und weitere Zinserhöhungen
angekündigt.
Ertrags-, Finanz- und VermögenslageEine Beschreibung der zum 30. Juni 2022 angewandten
Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden finden sich im
Zwischenabschluss in Note 4.
Gewinn- und-Verlust-Rechnung des Commerzbank-KonzernsDie Commerzbank erzielte im ersten Halbjahr 2022 trotz
Belastungen im Zusammenhang mit dem Russland-Ukraine-Krieg
ein Konzernergebnis in Höhe von 768 Mio. Euro, nach -
394 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Das Operative Ergebnis
lag im Berichtszeitraum bei 1 289 Mio. Euro, nach 570 Mio.
Euro im Vorjahreszeitraum.
Die wesentlichen Posten der Gewinn- und-Verlust-Rechnung
haben sich im Berichtszeitraum wie folgt entwickelt:
Der Zinsüberschuss stieg im Berichtszeitraum um
18,6 % auf 2 879 Mio. Euro deutlich. Im Segment Privat- und
Unternehmerkunden war ein deutlicher Ertragsanstieg zu
verzeichnen, der in erster Linie aus der Entwicklung der
mBank resultierte. Aber auch das zinstragende Geschäft
in Deutschland entwickelte sich positiv. Unter anderem
stiegen die Erträge im Zusammenhang mit einem
saisonalen Einmaleffekt aufgrund von Sondertilgungen von
Baufinanzierungskrediten. Der entsprechende
gegenläufige Effekt ist als
Marktwertausgleichszahlungen im Zinsüberschuss des
Bereichs
Sonstige und Konsolidierung enthalten. In Polen wirkte
sich insbesondere das seit dem Herbst 2021 erheblich
gestiegene Leitzinsniveau stark positiv aus. Für den
mehr als verdoppelten Zinsüberschuss der mBank
steuerte infolgedessen das Einlagengeschäft den
maßgeblichen Anteil bei. Darüber hinaus
resultierten aus gestiegenen Kredit- und Einlagenvolumina
entsprechende Ertragszuwächse. Im Inland führte
zum einen die fortgesetzte Ausweitung des Kreditvolumens,
insbesondere bei privaten Baufinanzierungen und
Individualkrediten, zu Ertragszuwächsen. Zum anderen
sorgte die seit Jahresbeginn erfolgte Zinswende über
die daraus resultierende Steigerung der
Einlagenerträge für zusätzliche
Erträge. Im Segment Firmenkunden lag der
Zinsüberschuss leicht über dem Niveau des
Vorjahreszeitraums, insbesondere aufgrund der positiven
Entwicklung im Mittelstandsgeschäft. Der deutliche
Rückgang des Zinsüberschusses im Bereich Sonstige
und Konsolidierung beruhte insbesondere auf den im
Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum um 81 Mio.
Euro auf 87 Mio. Euro gesunkenen Zusatzerträgen aus
der Erfüllung der Kreditvolumenbedingung im
Zusammenhang mit gezielten längerfristigen
Refinanzierungsgeschäften (TLTRO - Targeted
Longer-Term Refinancing Operations) mit der EZB - unter
anderem, weil im Vorjahr zusätzlich Beträge
bezüglich des Jahres 2020 enthalten waren, da die
Erfüllung der Kreditvolumenbedingung erst im Jahr 2021
feststand - sowie auf internen Marktwertausgleichszahlungen
für Sondertilgungen von Baufinanzierungen an das
Segment Privat- und Unternehmerkunden aufgrund des
gestiegenen Zinsniveaus.
Der Provisionsüberschuss lag mit 1 868 Mio. Euro um
3,6 % über dem Niveau der ersten sechs Monate 2021. Im
Segment Privat- und Unternehmerkunden machte sich im Inland
die abnehmende Kundenaktivität im
Wertpapiergeschäft bemerkbar und konnte durch
höhere Erträge vor allem aus dem Zahlungsverkehr
nicht vollständig ausgeglichen werden. Bei der mBank
führten gestiegene Erträge aus dem
Zahlungsverkehr zu höheren Provisionserträgen. Im
Segment Firmenkunden lag der Provisionsüberschuss rund
10 % über dem Niveau des ersten Halbjahres 2021,
insbesondere aufgrund eines Anstiegs im Fremdwährungs-
und Auslandsgeschäft.
Das Ergebnis aus erfolgswirksam zum Fair Value
bewerteten finanziellen Vermögenswerten und
Verbindlichkeiten lag im Berichtszeitraum bei 422 Mio.
Euro, nach 485 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Der
Rückgang um 13,0 % resultierte insbesondere aus im
Vorjahreszeitraum deutlich höheren positiven
Bewertungseffekten, unter anderem aus Beteiligungen.
Das Sonstige Ergebnis belief sich im Berichtszeitraum
auf 75 Mio. Euro, nach - 335 Mio. Euro im
Vorjahreszeitraum. Während die Vorjahresbelastung
insbesondere aus Zuführungen zu Rückstellungen
resultierte, haben in den ersten sechs Monaten des
laufenden Jahres Auflösungen von Rückstellungen
und Erträge aus Wechselkursveränderungen die
Vorsorge im Zusammenhang mit Baufinanzierungen in Schweizer
Franken mit Indexklauseln bei der mBank in Höhe von 81
Mio. Euro mehr als kompensiert.
Das Risikoergebnis lag mit - 570 Mio. Euro deutlich
über dem Wert des Vorjahreszeitraums in Höhe von
- 235 Mio. Euro. Der Anstieg resultierte insbesondere aus
Effekten im Zusammenhang mit dem Russland-Ukraine-Krieg.
Hierfür wurde im ersten Quartal 2022 eine pauschale
Risikovorsorge (Top-Level-Adjustment, TLA) in Höhe von
- 334 Mio. Euro gebucht. Die dafür
berücksichtigten Verlusterwartungen der Marktfolge
für Exposures der Länderrisikoportfolios
Russland, Belarus und der Ukraine wurden im zweiten Quartal
2022 überprüft. Daneben waren in diesem Portfolio
Ratingmigrationen sowie Ausfälle von mehreren
großen Einzelengagements zu beobachten. Die damit
einhergehenden Wertberichtigungen wurden überwiegend
durch Nutzung des gebildeten TLA kompensiert. Der Bestand
für das Russland-TLA beläuft sich per 30. Juni
2022 auf - 178 Mio. Euro. Erwartete Sekundäreffekte
aus der Corona-Pandemie und dem Russland-Ukraine-Krieg
lassen sich nicht eindeutig jeweils einer Ursache zuordnen
und trüben den makroökonomischen Ausblick stark
ein. Die für die Risikovorsorgeermittlung verwendeten
modellbasierten Parameter reflektieren diese Auswirkungen
noch nicht vollständig. Dies erfordert die Bildung
eines Sekundäreffekte-TLA. Der TLA-Betrag wurde im
zweiten Quartal 2022 neu ermittelt und gewährleistet
eine angemessene Betrachtung ausgewählter
Wirtschaftszweige durch sekundäre Auswirkungen, die
aus der Corona-Pandemie oder aus dem
Russland-Ukraine-Konflikt entstehen, wie beispielsweise die
Unterbrechung von Lieferketten und hohe Energiepreise. Der
TLA-Bestand für Sekundäreffekte beläuft sich
per 30. Juni 2022 auf - 386 Mio. Euro. Das Corona-TLA mit
einem Bestand von - 523 Mio. Euro per 31. Dezember 2021
wurde hingegen im ersten Halbjahr 2022 aufgelöst
beziehungsweise verbraucht. Weitere Informationen zu den
TLAs finden sich im Zwischenrisikobericht auf Seite 21 ff.
Während im Segment Privat- und Unternehmerkunden die
für die ersten sechs Monate 2022 erforderliche
Risikovorsorge einen Anstieg - insbesondere bei der mBank -
um 34 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahreszeitraum
zeigte, stieg das Risikoergebnis im Segment Firmenkunden
vornehmlich im Zusammenhang mit dem Russland-Ukraine-Krieg
deutlich um 299 Mio. Euro an.
Die Verwaltungsaufwendungen gingen im Vergleich zum
Vorjahreszeitraum um 9,7 % auf 2 865 Mio. Euro zurück.
Bei den Personalkosten, die mit 1 684 Mio. Euro um rund 2 %
unter dem Vorjahresniveau lagen, konnten Effekte aus dem
Abbau von Vollzeitkräften gegenläufige Effekte,
darunter insbesondere eine höhere Abgrenzung für
variable Vergütung, mehr als kompensieren. Die
Sachaufwendungen einschließlich der Abschreibungen
auf Sachanlagen und sonstige immaterielle
Vermögenswerte konnten um 19,0 % auf 1 181 Mio. Euro
reduziert werden, insbesondere aufgrund geringerer
IT-Aufwendungen sowie rückläufiger Kosten im
Zusammenhang mit der Verschlankung des Filialnetzes.
Darüber hinaus führte die im entsprechenden
Vorjahreswert enthaltene Belastung aus der Ausbuchung eines
immateriellen Vermögenswertes im Zusammenhang mit dem
Projektstopp zur Auslagerung der Wertpapierabwicklung an
die HSBC Transaction Services GmbH zu einem deutlichen
Rückgang der Abschreibungen.
Die Belastungen aus den separat ausgewiesenen
Pflichtbeiträgen stiegen deutlich um 117 Mio. Euro auf
491 Mio. Euro. Der signifikante Anstieg um 31,1 %
resultierte insbesondere aus einer neuen Abgabe der mBank
für die Ergänzung der polnischen
Einlagensicherung sowie dem Anstieg der europäischen
Bankenabgabe aufgrund höherer Beiträge zum
Einheitlichen Abwicklungsfonds der Bankenunion. Im
Berichtszeitraum hat die Commerzbank von der
Möglichkeit Gebrauch gemacht, einen Teil ihres
Beitrages für die europäische Bankenabgabe und
die gesetzliche Einlagensicherung in Form von
unwiderruflichen Zahlungsverpflichtungen zu erbringen.
Im Berichtszeitraum beliefen sich die
Restrukturierungsaufwendungen im Zusammenhang mit der
Umsetzung der "Strategie 2024" auf 39 Mio. Euro, nach 976
Mio. Euro im Vorjahreszeitraum.
Das Ergebnis vor Steuern betrug 1 250 Mio. Euro, nach -
406 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Für den
Berichtszeitraum war ein Steueraufwand in Höhe von 425
Mio. Euro auszuweisen. Dieser resultierte im Wesentlichen
aus dem latenten Steueraufwand aus der Veränderung
temporärer Differenzen sowie dem laufenden
Steueraufwand des mBank-Teilkonzerns für die
Berichtsperiode und einem gegenläufigen Steuerertrag
aus der Aktivierung latenter Steuerforderungen auf
steuerliche Verlustvorträge. Das Ergebnis nach Steuern
belief sich auf 825 Mio. Euro, gegenüber - 363 Mio.
Euro im Vorjahreszeitraum.
Nach Berücksichtigung der nicht beherrschenden
Anteile war den Commerzbank-Aktionären und Investoren
in zusätzliche Eigenkapitalbestandteile für den
Berichtszeitraum 2022 ein Konzernergebnis von 768 Mio. Euro
zuzurechnen, nach - 394 Mio. Euro im Vorjahr.
Das Operative Ergebnis je Aktie betrug 1,03 Euro, das
Ergebnis je Aktie 0,46 Euro. Für den Vorjahreszeitraum
beliefen sich die entsprechenden Kennzahlen auf 0,46 Euro
beziehungsweise auf - 0,43 Euro.
Bilanz des Commerzbank-KonzernsDie Bilanzsumme des Commerzbank-Konzerns lag zum 30.
Juni 2022 bei 535,0 Mrd. Euro. Gegenüber dem
Jahresultimo 2021 war dies ein Anstieg um 62,0 Mrd. Euro.
Das Volumen des Kassenbestands und der Sichtguthaben ist
um 55,2 Mrd. Euro auf 104,7 Mrd. Euro gestiegen. Der
kräftige Zuwachs gegenüber dem Jahresultimo 2021
beruhte auf einem Anstieg der Guthaben bei
Zentralnotenbanken aufgrund von
Liquiditätszuflüssen.
Die Finanziellen Vermögenswerte "Amortised Cost"
stiegen gegenüber dem Jahresende 2021 leicht um 5,4
Mrd. Euro auf 304,6 Mrd. Euro an. Während sowohl im
Kreditgeschäft mit Privatkunden - vor allem im
Baufinanzierungsgeschäft und bei Universaldarlehen -
als auch im Kreditgeschäft mit Mittelstandskunden ein
Zuwachs zu verzeichnen war, zeigten sich bei den
Schuldinstrumenten zinsbedingt leichte Rückgänge.
Die Finanziellen Vermögenswerte "Fair Value OCI"
lagen bei 33,9 Mrd. Euro und damit um 6,2 Mrd. Euro
niedriger als zum Jahresultimo 2021. Der Rückgang um
15,4 % resultierte aus einem geringeren Volumen an
Schuldinstrumenten im Zusammenhang mit dem
Liquiditätsmanagement sowie aus
Bestandsrückgängen bei der mBank.
Mit 38,4 Mrd. Euro lagen die Finanziellen
Vermögenswerte "Mandatorily Fair Value P&L" um
10,0 Mrd. Euro über dem Niveau des Vorjahresultimos.
Der Anstieg resultierte insbesondere aus einer Ausweitung
der besicherten Wertpapierpensionsgeschäfte. Dabei
stiegen die Darlehen und Forderungen an Kreditinstitute und
Finanzdienstleister um insgesamt 10,4 Mrd. Euro.
Die Finanziellen Vermögenswerte "Held for Trading"
lagen zum Berichtsstichtag mit 43,7 Mrd. Euro auf dem
Niveau zum Jahresende 2021. Während die positiven
Marktwerte aus zinsbezogenen Produkten um 5,8 Mrd. Euro
zurückgegangen sind, stiegen die positiven Marktwerte
aus währungsbezogenen Produkten um 5,4 Mrd. Euro. Die
verbrieften Schuldinstrumente haben mit einem Volumen in
Höhe von 3,7 Mrd. Euro im Vergleich zum Jahresultimo
2021 leicht zugelegt.
Auf der Passivseite lagen die Finanziellen
Verbindlichkeiten "Amortised Cost" mit 424,6 Mrd. Euro um
50,6 Mrd. Euro über dem Niveau des Vorjahresultimos.
Ursächlich für den Anstieg im Vergleich zum
Jahresende 2021 war ein deutlicher Anstieg der Einlagen und
sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten um 52,5 Mrd. Euro,
insbesondere von Firmenkunden und Kreditinstituten. Die
begebenen Schuldverschreibungen gingen im Vergleich zum
Vorjahresultimo um 1,8 Mrd. Euro zurück.
Die Finanziellen Verbindlichkeiten "Fair Value Option"
lagen mit 31,0 Mrd. Euro um 11,3 Mrd. Euro über dem
Bestand zum Jahresultimo 2021. Der Anstieg resultierte im
Wesentlichen aus einer saisonalen Ausweitung des
Wertpapierpensionsgeschäfts.
Die Finanziellen Verbindlichkeiten "Held for Trading"
lagen mit 38,9 Mrd. Euro um 6,0 Mrd. Euro über dem
Jahresende 2021. Der Zuwachs resultierte aus den negativen
Marktwerten aus derivativen Finanzinstrumenten,
insbesondere aus währungsbezogenen derivativen
Geschäften, die um 5,3 Mrd. Euro gestiegen sind.
Die Rückstellungen sanken im Vergleich zum
Vorjahresultimo um 0,4 Mrd. Euro auf 3,4 Mrd. Euro. Der
Rückgang beruhte vornehmlich auf niedrigeren
Restrukturierungsrückstellungen im Rahmen der
"Strategie 2024".
EigenkapitalDas in der Bilanz zum Berichtsstichtag 30. Juni 2022
ausgewiesene den Commerzbank-Aktionären zurechenbare
Eigenkapital lag mit 26,4 Mrd. Euro leicht, um 0,7 Mrd.
Euro, über dem Niveau zum Jahresende 2021. Weitere
Informationen zur Eigenkapitalveränderung finden sich
auf Seite 43 ff.
Die Risikoaktiva per 30. Juni 2022 lagen bei 175,0 Mrd.
Euro und damit um 0,1 Mrd. Euro niedriger als zum
Jahresende 2021. Im Kreditrisiko resultierte der Anstieg
der Risikoaktiva im Wesentlichen aus Wechselkurs- und
Parametereffekten (inklusive Russland-bezogener
Rating-Veränderungen) sowie aus der Vorwegnahme erster
erwarteter Effekte aus Modellanpassungen im Kontext des von
der Bankenaufsicht aufgesetzten Programms "IRB Repair".
Diese Erhöhungen der Risikoaktiva wurden vor allem
durch Effekte aus einer neuen Verbriefungstransaktion bei
der mBank und durch Rückgänge bei
Wertpapierpositionen teilweise kompensiert. Das niedrigere
Marktrisiko resultierte aus Positionsveränderungen;
die Risikoaktiva aus operationellem Risiko blieben
gegenüber dem Jahresende 2021 unverändert.
Das aufsichtsrechtlich anrechenbare harte Kernkapital
(Common Equity Tier 1) betrug zum Berichtsstichtag 24,0
Mrd. Euro, nach 23,8 Mrd. Euro zum Jahresende 2021. Die
harte Kernkapitalquote betrug 13,7 %, nach 13,6 % zum 31.
Dezember 2021. Die positive Auswirkung des
Halbjahresergebnisses auf das harte Kernkapital wurde durch
höhere regulatorische Kapitalabzüge teilweise
kompensiert. Die Kernkapitalquote betrug zum
Berichtsstichtag 15,6 %, gegenüber 15,5 % zum
Jahresende 2021. Die Veränderungen im Kernkapital
resultierten im Wesentlichen daraus, dass AT-1-Instrumente
im Rahmen der CRR-Übergangsregelungen nicht mehr
angerechnet werden konnten. Das Ergänzungskapital
reduzierte sich aufgrund der Kündigung einer
Tier-2-Anleihe und dem Wegfall von Tier-2-Instrumenten aus
dem temporären Bestandsschutz. Die Gesamtkapitalquote
betrug zum Berichtsstichtag 18,1 %, gegenüber 18,4 %
zum Jahresende 2021 (unter Anwendung der
Übergangsbestimmungen). Die Eigenmittel reduzierten
sich im Vergleich zum Vorjahr um 0,6 Mrd. Euro und lagen
zum 30. Juni 2022 bei 31,6 Mrd. Euro.
Die Leverage Ratio, die das Verhältnis von
Tier-1-Kapital zum Leverage Ratio Exposure zeigt, lag bei
4,6 %.
Refinanzierung und LiquiditätDie Geld- und Kapitalmärkte sind weiterhin vom
Russland-Ukraine-Krieg, steigenden Energie- und
Rohstoffpreisen beziehungsweise - engpässen sowie der
anhaltend hohen Inflation geprägt. Liquidität und
Zahlungsfähigkeit der Commerzbank waren jedoch
jederzeit gegeben. Darüber hinaus ist das
Liquiditätsmanagement der Bank stets in der Lage,
zeitnah auf neue Marktgegebenheiten zu reagieren.
Refinanzierungsstruktur Kapitalmarkt 1 zum 30. Juni 2022
Im ersten Halbjahr 2022 hat der Commerzbank-Konzern
langfristige Refinanzierungsmittel von insgesamt 3,5 Mrd.
Euro am Kapitalmarkt aufgenommen. Die Commerzbank
Aktiengesellschaft hat Anfang Januar 2022 einen
Hypotheken-Pfandbrief mit einem Volumen von 1 Mrd. Euro und
einer Laufzeit von zehn Jahren emittiert. Der Re-offer
Spread lag bei einem Basispunkt unter der Swapmitte. Im
März 2022 folgte ein fünfjähriger
Hypotheken-Pfandbrief über 1,5 Mrd. Euro, der Re-offer
Spread lag bei vier Basispunkten über der Swapmitte.
Beide Emissionen waren stark überzeichnet und wurden
circa hälftig von in- und ausländischen
Investoren nachgefragt. Im Juni hat die Commerzbank ihren
dritten eigenen Green Bond über 500 Mio. Euro
emittiert. Der Non-preferred-Senior-Anleihe ordnet die
Commerzbank Kredite für Onshore- und
Off-shore-Windprojekte und Solarprojekte zu. Die Emission
stieß auf großes Investoreninteresse, das
finale Orderbuch war mehr als doppelt gezeichnet. Der Green
Bond wurde überwiegend bei nachhaltig orientierten
Investoren platziert. Die Anleihe hat eine Laufzeit von
5,25 Jahren mit einem Kündigungstermin im September
2026 und einem Kupon von 3 % pro Jahr. Des Weiteren wurden
rund 340 Mio. Euro Privatplatzierungen in besicherten und
unbesicherten Emissionen begeben. Die mBank hat im
März 2022 eine Credit-linked-Notes-Verbriefung in
Höhe von rund 140 Mio. Euro begeben.
Kapitalmarktfunding des Konzerns in den ersten sechs Monaten 2022Volumen 3,5 Mrd. €
Ein weiterer wesentlicher Refinanzierungsbaustein ist
das
Targeted-Longer-Term-Refinancing-Operations-III-Programm
(TLTRO III) der EZB, an dem die Commerzbank mit einem
Gesamtvolumen von aktuell 35,9 Mrd. Euro teilgenommen hat.
Nachdem die Europäische Zentralbank (EZB) den Markt
bereits auf die anstehenden Veränderungen der
Geldpolitik vorbereitet hat, hat der EZB-Rat im Juli 2022
den Leitzins (Hauptrefinanzierungssatz) erstmals seit 2011
wieder angehoben.
Die Bank wies zum Berichtsstichtag eine
Liquiditätsreserve in Form von hochliquiden Aktiva in
Höhe von 109,2 Mrd. Euro aus. Das
Liquiditätsreserveportfolio gewährleistet die
Pufferfunktion im Stressfall. Dieses
Liquiditätsreserveportfolio wird gemäß dem
Liquiditätsrisikoappetit refinanziert, um eine
erforderliche Reservehöhe während der gesamten
vom Vorstand festgelegten Reserveperiode sicherzustellen.
Ein Teil dieser Liquiditätsreserve wird in einem
separierten und von Group Treasury gesteuerten
Stress-Liquiditätsreserveportfolio gehalten, um
Liquiditätsabflüsse in einem angenommenen
Stressfall abdecken zu können und die jederzeitige
Zahlungsfähigkeit sicherzustellen.
Darüber hinaus unterhält die Bank ein
sogenanntes Intraday-Liquidity-Reserve-Portfolio. Der
Gesamtwert dieses Portfolios betrug zum Berichtsstichtag
7,1 Mrd. Euro.
Die Commerzbank hat mit 141,2 % (Durchschnitt der
jeweils letzten zwölf Monatsendwerte) die geforderte
Mindestquote bei der Liquiditätskennzahl "Liquidity
Coverage Ratio" (LCR) in Höhe von 100 % deutlich
überschritten. Damit war die Liquiditätssituation
der Commerzbank zum Berichtsultimo aufgrund ihrer
konservativen und vorausschauenden Refinanzierungsstrategie
komfortabel und erfüllte die internen Limits sowie die
gültigen regulatorischen Anforderungen.
Entwicklung der SegmenteDie Kommentierung der Ergebnisentwicklung der Segmente
für die ersten sechs Monate 2022 basiert auf der im
Geschäftsbericht 2021 auf den Seiten 67 und 264 ff.
beschriebenen Segmentstruktur. Weitere Informationen finden
sich im Zwischenabschluss in Note 36.
Privat- und Unternehmerkundenscrollen
1 Anpassung aufgrund von IFRS 8.29 (siehe
Zwischenabschluss Note 36).
Das Segment Privat- und Unternehmerkunden hat im ersten
Halbjahr 2022 trotz der anspruchsvollen Rahmenbedingungen
sowohl die Rentabilität als auch die Kosteneffizienz
im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stark verbessert. Dank
deutlich gestiegener Operativer Erträge sowie
rückläufiger Operativer Kosten konnte das
Operative Ergebnis gegenüber dem Vergleichszeitraum
2021 um 496 Mio. Euro auf 884 Mio. Euro mehr als verdoppelt
werden. Dies gelang, obwohl sowohl für
Pflichtbeiträge als auch das Risikoergebnis jeweils
höhere Aufwendungen notwendig waren.
Die gesamten Segmenterträge vor Risikoergebnis
legten im Berichtszeitraum signifikant um 553 Mio. Euro auf
3 011 Mio. Euro zu. Der Zinsüberschuss leistete
hierfür den mit Abstand größten Beitrag und
stieg gegenüber dem Vorjahr materiell um 563 Mio. Euro
auf 1 793 Mio. Euro. Für diesen Ertragszuwachs
zeichnete überwiegend die mBank verantwortlich. In
Polen wirkte sich insbesondere das seit dem Herbst 2021
erheblich gestiegene Leitzinsniveau stark positiv aus. Zu
dem mehr als verdoppelten Zinsüberschuss der mBank
steuerte infolgedessen das Einlagengeschäft den
maßgeblichen Anteil bei. Darüber hinaus
resultierten aus gestiegenen Kredit- und Einlagenvolumen
entsprechende Ertragszuwächse. Aber auch das
zinstragende Geschäft in Deutschland entwickelte sich
positiv. Unter anderem stiegen die Erträge im
Zusammenhang mit einem saisonalen Einmaleffekt aufgrund von
Sondertilgungen von Baufinanzierungskrediten. Im Inland
führte zum einen die fortgesetzte Ausweitung des
Kreditvolumens, insbesondere bei privaten Baufinanzierungen
und Individualkrediten zu Ertragszuwächsen. Zum
anderen sorgte die seit Jahresbeginn erfolgte Zinswende
über die daraus resultierende Steigerung der
Einlagenerträge für zusätzliche
Erträge. Der Provisionsüberschuss lag mit 1 230
Mio. Euro auf dem Niveau des Vorjahreszeitraums. Im Inland
machte sich die abnehmende Kundenaktivität im
Wertpapiergeschäft bemerkbar und konnte durch
höhere Erträge vor allem aus dem Zahlungsverkehr
nicht vollständig ausgeglichen werden. Bei der mBank
führten gestiegene Erträge aus dem
Zahlungsverkehr zu höheren Provisionserträgen.
Die übrigen Ertragskomponenten beliefen sich insgesamt
auf - 12 Mio. Euro, nach 1 Mio. Euro im Vorjahr. Dies ist
durch ein geringeres Fair-Value-Ergebnis sowie etwas
höhere Vorsorgen für Rechtsrisiken im
Zusammenhang mit Baufinanzierungen in Schweizer Franken mit
Indexklauseln bei der mBank begründet.
Gegenläufig wirkte die im zweiten Quartal 2022
erfolgte Auflösung einer Rückstellung im
Zusammenhang mit dem Urteil des Bundesgerichtshofs zu
Preisanpassungen mit Privatkunden.
Das Risikoergebnis belief sich im ersten Halbjahr 2022
auf - 160 Mio. Euro, nach - 126 Mio. Euro im
Vorjahreszeitraum. Der Anstieg ist zu einem großen
Teil auf höhere Belastungen bei der mBank
zurückzuführen und resultierte insbesondere aus
einzelfallbedingten Zuführungen.
Der Verwaltungsaufwand wurde im Berichtszeitraum
insgesamt um 64 Mio. Euro auf 1 653 Mio. Euro reduziert.
Deutlichen Kostensenkungen im Inland, die den Fortschritt
im Transformationsprozess widerspiegeln, stand ein
höherer Aufwand bei der mBank gegenüber, der
insbesondere aus einem Anstieg der Beschäftigtenzahl
sowie Gehaltssteigerungen resultierte. Der um 87 Mio. Euro
auf 314 Mio. Euro angestiegene Aufwand für
Pflichtbeiträge Firmenkunden resultierte in erster
Linie aus einer neuen Abgabe der mBank zur Ergänzung
der polnischen Einlagensicherung.
Insgesamt erwirtschaftete das Segment Privat- und
Unternehmerkunden im Berichtszeitraum ein Ergebnis vor
Steuern in Höhe von 884 Mio. Euro, nach 388 Mio. Euro
im Vorjahr.
scrollen
1 Anpassung aufgrund von IFRS 8.29 (siehe
Zwischenabschluss Note 36).
Die Geschäftsentwicklung des Segments Firmenkunden
war im ersten Halbjahr 2022 von anhaltend schwierigen
Rahmenbedingungen und erhöhten Unsicherheiten
geprägt. Neben den wirtschaftlichen
Abhängigkeiten und Folgen der Corona-Pandemie
dämpften signifikant steigende Rohstoff- und
Energiepreise im Zusammenhang mit dem
Russland-Ukraine-Krieg den weiteren Konjunkturausblick und
stellten bestehende Lieferketten vor erneute
Herausforderungen. Vor dem Hintergrund eines gegenüber
dem Vorjahr deutlich erhöhten Risikoergebnisses, das
im Wesentlichen im Zusammenhang mit dem
Russland-Ukraine-Krieg stand, belief sich das Operative
Ergebnis im Segment Firmenkunden auf 317 Mio. Euro, nach
342 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum.
Der Bereich Mittelstand zeigte gegenüber dem
Vorjahreszeitraum eine positive Ertragsentwicklung.
Insbesondere profitierte der Bereich im Cash-Management von
gestiegenen Zahlungsverkehrserträgen sowie
höheren Einlagenentgelten. Darüber hinaus war das
Kapitalmarktgeschäft von einem erhöhten
Währungs- und Rohstoffhandel begünstigt,
während das Kreditgeschäft eine
grundsätzlich stabile Entwicklung verzeichnete. Im
Bereich International Corporates kompensierten höhere
Erträge aus dem Transaction-Banking und dem
Kapitalmarktgeschäft strategisch bedingt geringere
Erträge aus dem Kreditgeschäft. Auch im Bereich
Institutionals zeigte sich eine positive Entwicklung.
Höhere Erträge aus Trade Finance und
Cash-Management standen dabei insbesondere geringeren
Erträgen aus Primärmarktaktivitäten
gegenüber. Der Bereich Others, der insbesondere
Hedging- und Bewertungseffekte enthält, zeigte einen
Ertragsanstieg gegenüber dem Vorjahr, was auf einen
starken Währungshandel zurückzuführen war.
Die Erträge vor Risikoergebnis lagen in den ersten
sechs Monaten mit 1 808 Mio. Euro um 211 Mio. Euro
über dem Vergleichszeitraum des Vorjahres. Mit 913
Mio. Euro lag der Zinsüberschuss um 73 Mio. Euro
über dem Vorjahresniveau, während der
Provisionsüberschuss mit 659 Mio. Euro das Ergebnis
des ersten Halbjahres 2021 um 58 Mio. Euro übertraf,
insbesondere aufgrund eines Anstiegs im Fremdwährungs-
und Auslandsgeschäft. Aufgrund von Bewertungseffekten
ist das Ergebnis aus erfolgswirksam zum Fair Value
bewerteten finanziellen Vermögenswerten und
Verbindlichkeiten um 41 Mio. Euro auf 218 Mio. Euro
angestiegen.
Das Risikoergebnis lag im ersten Halbjahr 2022 bei - 338
Mio. Euro, nach - 39 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Der
deutliche Anstieg stand insbesondere im Zusammenhang mit
dem Russland-Ukraine-Krieg.
Der Verwaltungsaufwand lag mit 1 037 Mio. Euro um 84
Mio. Euro unter dem Vorjahreswert. Der Rückgang
resultierte sowohl aus geringeren Personal- als auch
Sachkosten im Zusammenhang mit dem strikten
Kostenmanagement. Die ausgewiesenen Pflichtbeiträge in
Höhe von 116 Mio. Euro stehen insbesondere in
Verbindung mit der Europäischen Bankenabgabe; im
Vorjahr beliefen sich die Pflichtbeiträge auf 95 Mio.
Euro.
Insgesamt lag das Ergebnis vor Steuern bei 317 Mio.
Euro, gegenüber 342 Mio. Euro im Vorjahr.
Sonstige und KonsolidierungIm Bereich Sonstige und Konsolidierung werden
Erträge und Aufwendungen ausgewiesen, die nicht in die
Verantwortungsbereiche der Geschäftssegmente fallen.
Unter Sonstige werden Group Treasury, den
Geschäftssegmenten nicht zugeordnete Beteiligungen
sowie übergeordnete Sachverhalte, wie zum Beispiel
Aufwendungen für Aufsichtsgebühren, eingestellt.
Unter Konsolidierung wird von den in der
Segmentberichterstattung ausgewiesenen
Ergebnisgrößen auf den Konzernabschluss nach
Internationalen Rechnungslegungsstandards (IFRS)
übergeleitet. Der Bereich Sonstige und Konsolidierung
enthält des Weiteren die Kosten der
Unterstützungs-, Stabs- und Steuerungseinheiten, die
anschließend auf die Segmente verrechnet werden.
Außerdem werden die Restrukturierungsaufwendungen
für den Konzern zentral in diesem Bereich ausgewiesen.
Das Operative Ergebnis des Bereichs Sonstige und
Konsolidierung belief sich im ersten Halbjahr 2022 auf 88
Mio. Euro, gegenüber - 160 Mio. Euro im
Vorjahreszeitraum.
Der Anstieg beruhte insbesondere auf den im Vorjahr
angefallenen Ergebnisbelastungen aus der Beendigung des
Projektes zur Auslagerung der Wertpapierabwicklung an die
HSBC Transaction Services GmbH sowie auf einer
Nettoentlastung aus der Bildung und Auflösung von
Rückstellungen und einer geringeren
Nettorisikovorsorge für ein Restportfolio des
aufgelösten Segments Asset & Capital Recovery.
Gegenläufig wirkten die um 81 Mio. Euro auf 87 Mio.
Euro gesunkenen Zusatzerträge aus der Erfüllung
der Kreditvolumenbedingung im Zusammenhang mit gezielten
längerfristigen Refinanzierungsgeschäften
(Targeted Longer-Term Refinancing Operations) mit der EZB -
unter anderem, weil im Vorjahr zusätzlich Beträge
bezüglich des Jahres 2020 enthalten waren, da die
Erfüllung der Kreditvolumenbedingung erst im Jahr 2021
feststand, per saldo geringere positive Bewertungseffekte
sowie ein niedrigeres positives Ergebnis von Group
Treasury. Der Ergebnisrückgang von Group Treasury
beruhte hauptsächlich auf internen
Marktwertausgleichszahlungen für Sondertilgungen von
Baufinanzierungen an das Segment Privat- und
Unternehmerkunden infolge des gestiegenen Zinsniveaus.
Teilweise kompensierend wirkten die im Vergleich zum
Vorjahr gestiegenen Erträge aus der Bewertung von
Zinssicherungsgeschäften des kommerziellen Bankbuches.
Das Ergebnis vor Steuern des Bereichs Sonstige und
Konsolidierung im ersten Halbjahr 2022 betrug 49 Mio. Euro.
Darin enthalten sind Restrukturierungsaufwendungen in
Höhe von 39 Mio. Euro überwiegend für
Immobiliensachverhalte im Zusammenhang mit der Umsetzung
der "Strategie 2024".
PrognoseberichtKünftige gesamtwirtschaftliche SituationFür das Wachstum der deutschen Wirtschaft erwarten
wir, dass es bis in den Herbst hinein schwach ausfallen
wird. Die Auftragseingänge bei der Industrie,
insbesondere aus dem Ausland, sind zuletzt den dritten
Monat in Folge deutlich gefallen. Besonders die Nachfrage
in China - dem wichtigsten deutschen Handelspartner - hat
sich aufgrund einer strafferen Geldpolitik und nach
mehrmaligen Lockdowns im Zuge der Null-Covid-Politik der
chinesischen Regierung deutlich abgeschwächt.
Außerdem führen Lieferengpässe in den
meisten Industriesektoren zu sinkenden Bestellungen von
Vorprodukten.
Die Inflation in den westlichen Volkswirtschaften wird
wohl erst im Herbst den Höhepunkt erreichen. Vor dem
Hintergrund der hartnäckig hohen Teuerung gehen wir
jetzt davon aus, dass die US-Notenbank ihren Leitzins bis
auf 4,0 % anheben wird. Als Konsequenz droht die
US-Wirtschaft in eine Rezession zu rutschen. Dies stellt
ebenso ein beträchtliches Konjunkturrisiko für
die Wirtschaft im Euroraum dar, wie die reduzierten
russischen Gaslieferungen. Für 2022 erwarten wir jetzt
nur noch ein Wirtschaftswachstum von 2,8 % im Euroraum und
1,5 % in Deutschland. Die EZB, die traditionell sehr
sensibel auf eine Eintrübung der konjunkturellen
Aussichten reagiert, dürfte ihren Einlagensatz trotz
der höheren Inflationsrisiken bis zum Frühjahr
nächsten Jahres nur auf 1,5 % anheben. All diese
Prognosen stehen unter dem Vorbehalt, dass Russland die
Gaslieferungen nicht komplett einstellt. Käme es dazu,
würde die deutsche Wirtschaft vermutlich ähnlich
wie nach der Finanzkrise 2009 in eine schwere Rezession
stürzen.
Mehr Inflation und höhere US-Leitzinsen sprechen
auf der einen Seite für sich genommen dafür, dass
der Anstieg der Anleiherenditen noch nicht ganz
vorüber ist. Auf der anderen Seite zeichnet sich
für die USA immer klarer eine Rezession ab, auf die
die US-Notenbank reagieren dürfte. In der Summe
dürfte die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe
nur noch wenig steigen. Der EuroUS-Dollar-Wechselkurs
dürfte zunächst weiter unter Sonderfaktoren wie
dem Russland-Ukraine-Krieg und dem Risiko eines Stopps
russischer Gaslieferungen leiden.
Künftige Situation der BankbrancheUnsere Einschätzung hinsichtlich der kurz- und
mittelfristigen sowie strukturellen Entwicklungstendenzen
in der Bankbranche hat sich gegenüber den von uns im
Jahresbericht 2021 getroffenen Aussagen zwar nicht
grundlegend geändert, durch den Krieg in der Ukraine
allerdings hat sich die Lage noch weiter verschärft.
Insbesondere die Risiken für den kurzfristigen
Ausblick auf das bankgeschäftliche Umfeld sind nach
wie vor als sehr hoch einzustufen. Vor dem Hintergrund
steigender Schuldzinsen ist in den kommenden Monaten mit
einer merklich höheren Zahl an Firmen- und
Privatinsolvenzen zu rechnen. Der daraus resultierende
Wertberichtigungsbedarf wird sowohl das Firmen- als auch
das Privatkundengeschäft betreffen.
Eines der beiden zentralen Prognoserisiken der
nächsten Monate besteht darin, dass das weltweite
Infektionsgeschehen im Zusammenhang mit der
Covid-19-Pandemie durch immer wieder neu auftretende
Virusvarianten nicht wirksam eingedämmt werden kann.
Weitere Infektionswellen und damit einhergehende
Gegenmaßnahmen insbesondere seitens Chinas, das
bisher konsequent eine Null-Covid-Strategie verfolgt hat,
sind damit denkbar. Darüber hinaus kommen die kaum
abschätzbaren Auswirkungen des Russland-Ukraine-Kriegs
hinzu, der schon jetzt zu einer erheblichen Verteuerung von
Rohstoffen und Energie geführt hat. Als Folge der
Sanktionen der westlichen Welt gegen Russland und einer
gegebenenfalls noch weiter zunehmenden Rohstoff- und
Energieverknappung wird sich der Inflationsdruck
verfestigen, unter Umständen sogar noch weiter
verschärfen. Daraus erwachsen erhebliche
Unsicherheiten für die globale Gesamtwirtschaft. Der
europäische Bankensektor wird mit Blick auf seine
Ertragserwartungen sowie seinen Risikovorsorge- und
Kapitalbedarf spürbar belastet. Dazu tragen auch die
massiv gestiegenen Volatilitäten an den
Finanzmärkten bei der Bewertung von
Vermögenstiteln bei.
Aufgrund des weiterhin unsicheren Verlaufs der
Corona-Pandemie, des Russland-Ukraine-Krieges sowie der
anhaltenden Energie- und Lieferkettenproblematik
dürfte neben dem Handels- und Dienstleistungssektor
auch die Industrie in den kommenden Monaten einen weitaus
geringeren Beitrag zum Wirtschaftswachstum liefern
können als bislang erwartet. Von der zu
befürchtenden Schwäche der für die deutsche
Wirtschaftsentwicklung so wichtigen Exportindustrie werden
hierzulande sowohl das Zins- als auch das
Provisionsergebnis der Banken betroffen sein. Dadurch steht
das Geschäft mit Firmen- und Unternehmenskunden weiter
unter großem Druck. Zudem wird das Geschäft mit
Privatkunden gedämpft, weil die stark gestiegene
Inflation den privaten Verbrauch spürbar belastet.
Auch die bislang sehr robuste Nachfrage nach Wohnhypotheken
dürfte sich trotz des Mangels an bezahlbarem Wohnraum
allmählich eintrüben. Hier wirkt vor allem das
zunehmende Hypothekenzinsniveau dämpfend. Mit dem
starken Anstieg der Hypothekenzinsen hat sich die
monatliche Belastung der Kreditnehmer im Vergleich zum
Jahresbeginn zum Teil bereits verdoppelt.
Deutlich günstiger sind die Aussichten für die
Banken bei der Zinsmarge. Inzwischen vollziehen die
globalen Zinsmärkte einen grundlegenden Regimewechsel
weg vom bisherigen Niedrigzinsniveau. Aufgrund der hohen
Inflationsdynamik nehmen immer mehr Notenbanken eine
geldpolitische Straffung vor. Bislang galten die Aussichten
auf langanhaltende Niedrigzinsen als eine der zentralen
Herausforderungen für den Bankensektor. Im Zuge eines
auch hierzulande spürbar steigenden Zinsniveaus werden
sich die Zinsmarge der Kreditinstitute und damit auch die
Ertragslage des gesamten Finanzsektors nachhaltig
verbessern können.
Positive Impulse für das Bankgeschäft kommen
auch aus dem Bereich Nachhaltigkeit. Ein wesentlicher Fokus
ist dabei, die Transformation zu einer CO
2-armen Wirtschaft von morgen finanziell zu
unterstützen. So lassen sich beispielsweise durch die
Emission von Green Bonds Projekte im Bereich der
erneuerbaren Energien finanzieren.
Polen ist als direkter Nachbar der Ukraine vom Krieg
besonders stark betroffen, was sich aufgrund der
Beeinträchtigungen der Wirtschaft auch auf den
Bankensektor negativ auswirken dürfte. Zusätzlich
müssen die Rechtsentwicklung sowie ihre möglichen
Auswirkungen auf die mBank und deren Bestand an Schweizer
Franken- und anderen Fremdwährungskrediten weiterhin
genau beobachtet werden. Eine weitere deutliche
ertragsmäßige Belastung dürfte sich
für den polnischen Bankensektor aus der Vergabe
variabel verzinslicher Kredite ohne fixen Garantiezins an
private Haushalte ergeben. Im Zuge der hohen Inflationsrate
und des merklichen Leitzinsanstiegs der polnischen
Nationalbank müssen viele Schuldner inzwischen
deutlich höhere Monatsraten entrichten als noch vor
Kurzem. Deshalb plant die polnische Regierung, dass ein
bereits existierender Härtefallfonds für in Not
geratene Kreditnehmer durch zusätzliche
Bankenbeiträge aufgestockt wird. Im Juli 2022 wurde
ein Gesetz im Zusammenhang mit dem Instrument der
sogenannten "Credit Holidays" verabschiedet, bei denen die
privaten Kreditnehmer ihre monatlichen Ratenzahlungen
für laufende Hypothekenkredite bis Ende 2023 bis zu
acht Mal aussetzen und so die Laufzeit ihres Kredites
verlängern können.
Erwartete Finanzlage des Commerzbank-KonzernsGeplante FinanzierungsmaßnahmenDer Fundingplan für 2022 sieht ein Volumen von rund
7,5 Mrd. Euro vor. Die Mittelaufnahme der Commerzbank am
Kapitalmarkt ist von der Refinanzierungsmöglichkeit
über den TLTRO und der Optimierung der
risikogewichteten Aktiva im Rahmen der neuen
Geschäftsstrategie beeinflusst.
Die Commerzbank hat mit einer breiten Produktpalette
Zugang zum Kapitalmarkt. Neben den unbesicherten
Refinanzierungsmitteln (Preferred- und
Non-preferred-Senior-Anleihen, Tier-2-Nachrangkapital sowie
Additional-Tier-1-Kapital) verfügt die Commerzbank bei
der Refinanzierung auch über die Möglichkeit,
besicherte Refinanzierungsinstrumente, insbesondere
Hypothekenpfandbriefe und öffentliche Pfandbriefe, zu
emittieren. Pfandbriefe bilden einen festen Bestandteil im
Refinanzierungsmix der Commerzbank. Dadurch hat die
Commerzbank einen stabilen Zugang zu langfristiger
Refinanzierung mit Kostenvorteilen gegenüber
unbesicherten Refinanzierungsquellen. Die Emissionsformate
reichen von großvolumigen Benchmarkanleihen bis hin
zu Privatplatzierungen.
Durch regelmäßige Überprüfung und
Anpassung der für das Liquiditätsmanagement und
den langfristigen Refinanzierungsbedarf getroffenen
Annahmen wird die Commerzbank den Veränderungen des
Marktumfeldes und der Geschäftsentwicklung weiterhin
Rechnung tragen und eine komfortable
Liquiditätsausstattung sowie eine angemessene
Refinanzierungsstruktur gewährleisten.
Geplante InvestitionenIm Rahmen der "Strategie 2024" plant die Commerzbank
insgesamt mit 1,7 Mrd. Euro Direktkosten für
IT-Investitionen. Hiervon entfallen 0,5 Mrd. Euro auf das
Geschäftsjahr 2022. Rund 40 % dieser Investitionen
für das laufende Jahr fließen in den Umbau des
Geschäftsmodells beziehungsweise die Digitalisierung
im Privatkundengeschäft. Die verbleibenden Mittel
investieren wir in die weitere Digitalisierung von
Prozessen im Firmenkundengeschäft, die
IT-Infrastruktur sowie in Maßnahmen im Rahmen der
Regulatorik.
Voraussichtliche Entwicklung der LiquiditätDer kurzfristige Repomarkt mit Wertpapieren hoher
Qualität (High-Quality Liquid Assets, HQLA) wie
Staatsanleihen, Agency-Wertpapieren (von quasi-staatlichen
US-Emittenten begeben) sowie Pfandbriefen spielt weiterhin
eine wichtige Rolle in der Bedienung der Bondmärkte
sowie in der Finanzierung von Portfolios.
Das Eurosystem und sein Wertpapierleiheprogramm für
Bestände unter dem Asset Purchase Programme (APP) und
Pandemic Emergency Purchase Programme (PEPP) nehmen eine
große Bedeutung im Handelsgeschehen ein, um den
Collateral-Bedarf zu bedienen, insbesondere bei deutschen
Staatsanleihen. Aufgrund der geänderten
Rahmenbedingungen und der anhaltenden Inflation hat die EZB
im Juni 2022 beschlossen, das APP-Programm zum 1. Juli 2022
einzustellen. Tilgungsbeträge der Wertpapiere sollen
hierbei weiterhin angelegt werden. Für das
PEPP-Programm sollen ebenfalls die Tilgungsbeiträge
weiterhin bis mindestens Ende 2024 investiert werden. Damit
soll zum einen der Markt mit reichlich Liquidität
versorgt werden, zum anderen aber auch eine
Beeinträchtigung des angemessenen geldpolitischen
Kurses vermieden werden. Unter Berücksichtigung der
ausstehenden TLTRO-Volumen sowie der umfangreichen
Wertpapierbestände der EZB im Rahmen des APP und des
PEPP bleiben zentralbankfähige Sicherheiten weiterhin
gesucht, sodass die Euro-Repomärkte in HQLA weiterhin
teurer als die EZB-Einlagenfazilität handeln. Wir
rechnen weiterhin damit, dass Repos in HQLA unter der
Einlagenfazilität handeln, da weiterhin eine hohe
Nachfrage besteht. Dies wird auch durch die Wiederanlage
fälliger Wertpapiere aus den Programmen der EZB
gestützt. Investoren sind generell weniger bereit, ihr
Collateral über einen mittelfristigen Zeitraum
(länger als drei Monate) zur Verfügung zu
stellen. Insofern ist der Markt für Term-Repos nach
wie vor eingeschränkt liquide, besonders über
bedeutende Berichtsstichtage.
Die Situation an den Bondmärkten ist einerseits
durch die weitere Vorgehensweise beim
Wertpapierankaufprogramm der EZB und die Entwicklung der
Inflation, andererseits auch durch Lieferengpässe,
hohe Energiekosten sowie die weiterhin hohe
Überschussliquidität geprägt. Wir rechnen
trotz der steigenden Staatsverschuldung weiterhin mit - im
historischen Kontext - relativ niedrigen Bundrenditen auch
im langfristigen Bereich, hervorgerufen im Wesentlichen
durch die anhaltende Nachfrage durch Reinvestitionen
seitens der EZB. Die Nachfrage von Finanzinvestoren nach
Rendite wird ebenfalls sehr ausgeprägt bleiben, mit in
der Folge weiterhin stabilen Credit-Spreads. Insgesamt
rechnen wir im Zusammenhang mit dem Russland-Ukraine-Krieg
aber nicht mit Liquiditätsengpässen.
Voraussichtliche Entwicklung des Commerzbank-KonzernsAngesichts der guten Ertragsentwicklung in den ersten
sechs Monaten des laufenden Jahres, rechnen wir für
das Gesamtjahr 2022 mit im Vergleich zum Vorjahr
höheren Operativen Erträgen. Dabei sollte der
Provisionsüberschuss auf dem Niveau des Vorjahres und
der Zinsüberschuss infolge der steigenden Zinsen
signifikant höher liegen.
Wie bereits Mitte Juli kommuniziert, werden die
Erträge der mBank infolge des vom polnischen
Gesetzgeber Mitte Juli 2022 ratifizierten Gesetzes, das
Zins- und Tilgungsstundungen für private
Immobilienfinanzierungen ermöglicht, im dritten
Quartal 2022 mit aktuell rund 210 Mio. Euro bis 290 Mio.
Euro belastet - mit entsprechender Auswirkung auf das
Operative Ergebnis der Commerzbank. Die Buchung erfolgt als
negativer Ertrag weitgehend im Übrigen Ergebnis aus
Finanzinstrumenten.
Unser striktes Kostenmanagement werden wir auch im
weiteren Jahresverlauf fortführen und halten daher an
unseren operativen Kostenzielen für das Gesamtjahr
2022 fest. Aufgrund der bereits im zweiten Quartal 2022
verbuchten zusätzlichen Pflichtabgaben von 83 Mio.
Euro für eine Ergänzung der polnischen
Einlagensicherung werden allerdings die für das
Geschäftsjahr 2022 bislang prognostizierten
spürbaren Kostenentlastungen in Höhe von rund 400
Mio. Euro nicht in vollem Maße wirksam werden.
Für das Gesamtjahr 2022 gehen wir von einem
Verwaltungsaufwand (inklusive Pflichtbeiträge) von
rund 6,4 Mrd. Euro aus. Für das Risikoergebnis
erwarten wir - unter der Annahme der Nutzung von TLAs -
eine Gesamtjahresbelastung von rund - 700 Mio. Euro.
Insgesamt rechnen wir für das Gesamtjahr 2022
weiterhin mit einem Konzernergebnis von mehr als 1 Mrd.
Euro und einer CET-1-Quote von über 13 % zum
Jahresende. Es ist beabsichtigt, für das
Geschäftsjahr 2022 eine Dividende mit einer
Ausschüttungsquote von 30 % des Konzernergebnisses
nach Abzug der AT-1-Kuponzahlungen vorzuschlagen.
Diese Prognose steht unter dem Vorbehalt, dass es keine
wesentliche Erhöhung der Vorsorge für das
Schweizer-Franken-Portfolio der mBank geben wird und es zu
keiner deutlichen Verschlechterung der konjunkturellen Lage
etwa aufgrund weiterer Engpässe in der Gasversorgung
kommt.
ZwischenrisikoberichtDer Zwischenrisikobericht ist ein eigenständiger
Berichtsteil im Zwischenbericht. Er ist Bestandteil des
Zwischenlageberichts.
ZwischenrisikoberichtRisikoorientierte GesamtbanksteuerungAls Risiko bezeichnet die Commerzbank die Gefahr
möglicher Verluste oder entgangener Gewinne aufgrund
interner oder externer Faktoren. Die Risikosteuerung
unterscheidet grundsätzlich zwischen quantifizierbaren
und nicht quantifizierbaren Risikoarten. Quantifizierbare
Risiken sind üblicherweise in der Rechnungslegung oder
in der Kapitalbindung bewertbare Risiken, nicht
quantifizierbare Risiken sind zum Beispiel Compliance- und
Reputationsrisiken.
Organisation des RisikomanagementsDie Commerzbank sieht das Risikomanagement als eine
Aufgabe für die gesamte Bank an. Der Chief Risk
Officer (CRO) verantwortet konzernweit die Entwicklung und
Umsetzung der risikopolitischen Leitlinien für
quantifizierbare Risiken, die vom Vorstand festgelegt
werden, sowie die Messung dieser Risiken. Der CRO berichtet
dem Vorstand und dem Risikoausschuss des Aufsichtsrats
regelmäßig über die Gesamtrisikolage des
Konzerns.
Die Risikomanagement-Organisation besteht aus den
Bereichen Group Credit Risk Management, Group Risk Control,
Group Cyber Risk & Information Security sowie Group Big
Data & Advanced Analytics.
Darüber hinaus ist der CRO für den Bereich
Group Compliance zuständig. Die Etablierung
angemessener Governance, Verfahren und Systeme, die es der
Bank ermöglichen, unerwünschte Gefährdungen
durch Compliance-Risiken zu vermeiden, ist Aufgabe von
Group Compliance. Group Compliance wird durch den Chief
Compliance Officer gesteuert.
Alle Bereiche haben eine direkte Berichtslinie an den
CRO.
Weitere Details zur Organisation des Risikomanagements
der Commerzbank sind im Konzernrisikobericht 2021
dargestellt.
Risikotragfähigkeit und StresstestingDie Risikotragfähigkeitsanalyse ist ein
wesentlicher Bestandteil der Gesamtbanksteuerung und des
Internal Capital Adequacy Assessment Process (ICAAP) der
Commerzbank mit dem Ziel, eine angemessene
Kapitalausstattung jederzeit sicherzustellen. Das
Risikotragfähigkeitskonzept basiert im
ökonomischen Ansatz entsprechend der aufsichtlichen
Vorgaben auf einem Fortführungsansatz.
Die Überwachung und Steuerung der ökonomischen
Risikotragfähigkeit erfolgen monatlich auf Ebene des
Commerzbank-Konzerns.
Der Mindestanspruch an die ökonomische
Risikotragfähigkeit gilt als erfüllt, sofern die
Risikotragfähigkeits-(RTF-)Quote über 100 %
liegt. Im ersten Halbjahr 2022 lag die RTF-Quote stets
über 100 % und betrug 179 % per 30. Juni 2022. Der
Rückgang des ökonomisch erforderlichen Kapitals
für Adressenausfallrisiken gegenüber Dezember
2021 ist im Wesentlichen auf die jährliche
Aktualisierung der Parameter im Kreditrisikomodell
zurückzuführen. Der Anstieg des Marktrisikos
reflektiert die gestiegenen Marktvolatilitäten infolge
des Kriegs zwischen Russland und der Ukraine. Haupttreiber
für den Anstieg des ökonomisch erforderlichen
Kapitals für das operationelle Risiko sind, neben der
regulären Aktualisierung der internen sowie externen
Verlustdatenbasis, der Einbezug des Inflationsanstieges ab
dem zweiten Quartal. Die RTF-Quote liegt weiterhin deutlich
über dem Mindestanspruch.
Die ökonomische Risikotragfähigkeit wird
zusätzlich anhand makroökonomischer
Stressszenarios beurteilt. Die Szenariosimulationen werden
grundsätzlich quartalsweise auf Konzernebene mit einem
Zeithorizont von zwölf Monaten durchgeführt.
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1 Einschließlich
Objektwertänderungsrisiko, Risiko nicht
börsennotierter Beteiligungen und Risikopuffer
für Reserverisiko, für die Quantifizierung
potenzieller Wertschwankungen von Intangibles sowie ab
Dezember 2021 auch für Klima- und Umweltrisiken.
In den vergangenen Monaten hat sich das globale
Konjunkturbild massiv eingetrübt. Die von uns
erwartete Erholung der Konjunktur im Euroraum nach dem
Wegfall der Corona-Beschränkungen ist ausgeblieben.
Der Preisauftrieb hat sich seit Jahresbeginn merklich
verstärkt. Angesichts des Krieges in der Ukraine
dürften die Energiepreise bis auf Weiteres hoch
bleiben.
Aufgrund des weiterhin unsicheren Verlaufs der
Corona-Pandemie, des Russland-Ukraine-Krieges sowie der
anhaltenden Energie- und Lieferkettenproblematik
dürfte neben dem Handels- und Dienstleistungssektor
auch die Industrie in den kommenden Monaten einen weitaus
geringeren Beitrag zum Wirtschaftswachstum liefern
können als bislang erwartet.
Sollte es zu einem Stopp der russischen
Erdgaslieferungen kommen, wären Rationierungen wohl
unumgänglich, von denen insbesondere die Industrie
betroffen würde. In diesem Fall droht eine Rezession
wie nach der Finanzkrise.
AdressenausfallrisikenDas Adressenausfallrisiko beinhaltet die Gefahr eines
Verlustes oder entgangenen Gewinnes durch den Ausfall eines
Geschäftspartners. Es zählt zu den
quantifizierbaren, wesentlichen Risiken mit den
Unterrisikoarten Kreditausfallrisiko, Emittentenrisiko,
Kontrahentenrisiko, Länder- und Transferrisiko,
Veritätsrisiko sowie Reserverisiko.
Commerzbank-KonzernDie Commerzbank fokussiert ihr Geschäft in den zwei
Kundensegmenten Privat- und Unternehmerkunden sowie
Firmenkunden.
Im ersten Halbjahr 2022 wurde für erhöhte
Adressenaufallrisiken als Folge des anhaltenden Kriegs
zwischen Russland und der Ukraine, der deshalb
verhängten Sanktionen und der sich daraus ergebenden
Einschränkungen ein Top-Level-Adjustment (TLA)
gebildet und im Risikoergebnis ausgewiesen. Daneben kam es
im Portfolio mit Exposures in Russland, Belarus und der
Ukraine zu Ratingmigrationen sowie Ausfällen von
mehreren großen Einzelfällen.
Erwartete Sekundäreffekte aus der Corona-Pandemie
und dem Russland-Ukraine-Krieg lassen sich nicht eindeutig
jeweils einer Ursache zuordnen und trüben den
makroökonomischen Ausblick stark ein. Dies erfordert
die Bildung eines Sekundäreffekte-TLA. Der TLA-Betrag
wurde im zweiten Quartal 2022 neu ermittelt und
gewährleistet eine angemessene Betrachtung
sekundärer Auswirkungen, die aus der Corona-Pandemie
oder aus dem Russland-Ukraine-Krieg entstehen, wie
beispielsweise Unterbrechung von Lieferketten und hohe
Energiepreise, auf ausgewählte Wirtschaftszweige. Das
Corona-TLA wurde hingegen im ersten Halbjahr 2022
aufgelöst beziehungsweise verbraucht.
In den restlichen Risikokennzahlen ist die erwartete
unsichere Entwicklung derzeit vor allem in den Zahlen
für Mittel- und Osteuropa ablesbar, wo sich die
aktuelle Situation in einem erhöhten Expected Loss und
somit einer höheren Risikodichte niederschlägt.
Kreditrisikokennzahlen Zur Steuerung und Limitierung der
Adressenausfallrisiken im Commerzbank-Konzern nutzen wir
unter anderem die folgenden Risikokennzahlen: Exposure at
Default (EaD) - im Folgenden auch als Exposure bezeichnet
-, Loss at Default (LaD), Expected Loss (EL), Risikodichte
(EL/EaD), Credit Value at Risk (CVaR = ökonomischer
Kapitalbedarf für Kreditrisiken mit einem
Konfidenzniveau von 99,90 % und einer Haltedauer von einem
Jahr) und Risikoaktiva sowie für Klumpenrisiken den
"All-in".
Die Kreditrisikokennzahlen der Ratingklassen 1,0 bis 5,8
stellten sich zum Stichtag 30. Juni 2022 wie folgt dar:
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Das Konzernportfolio zeigt bei der Verteilung auf Basis
von PD-Ratings einen Anteil von 85 % in den internen
Ratingstufen 1 und 2, die dem Investment-Grade-Bereich
zuzuordnen sind.
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Die regionale Verteilung des Exposures entspricht der
strategischen Ausrichtung der Bank und spiegelt die
Schwerpunkte unserer globalen Geschäftstätigkeit
wider. Mehr als die Hälfte des Engagements
entfällt auf Deutschland, ein knappes Drittel auf
andere Länder in Europa, 9 % auf Nordamerika und 4 %
auf Asien. Der Rest ist breit diversifiziert und verteilt
sich auf eine große Anzahl Länder, in denen
insbesondere deutsche Exporteure begleitet werden oder die
Commerzbank mit lokalen Einheiten vor Ort präsent ist.
Der Expected Loss des Konzernportfolios verteilt sich
mehrheitlich auf Deutschland und die restlichen
europäischen Länder.
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RisikoergebnisDas Risikoergebnis im Kreditgeschäft des Konzerns
belief sich im ersten Halbjahr 2022 auf - 570 Mio. Euro.
(Vorjahreszeitraum: - 235 Mio. Euro).
Die nachfolgende Tabelle zeigt die Aufteilung des
Risikoergebnisses nach Stages gemäß IFRS 9. In
Note 26 des Zwischenabschlusses (Kreditrisiken und
Kreditverluste) werden Details zu den Stages
erläutert; in Note 8 (Risikoergebnis) findet sich die
Definition zum Risikoergebnis.
Etwaige Marktwertschwankungen aus Fair-Value-Krediten
sind nicht im Risikoergebnis enthalten. Sie werden
ertragswirksam in der Position "Ergebnis aus erfolgswirksam
zum Fair Value bewerteten finanziellen Vermögenswerten
und Verbindlichkeiten" ausgewiesen.
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Gegenüber dem ersten Halbjahr 2021 hat sich das
Risikoergebnis signifikant erhöht und wurde
insbesondere durch den Russland-Ukraine-Krieg belastet.
Hierfür wurde im ersten Quartal 2022 ein TLA in
Höhe von - 334 Mio. Euro gebucht. Die dafür
berücksichtigten Verlusterwartungen der Marktfolge
für Exposures in Russland, Belarus und der Ukraine
wurden im zweiten Quartal überprüft. Daneben
waren in diesem Portfolio Ratingmigrationen sowie
Ausfälle von mehreren großen Einzelengagements
zu beobachten. Die damit einhergehenden Wertberichtigungen
wurden überwiegend durch Nutzung des gebildeten TLA
kompensiert. Der Bestand für das Russland-TLA
beläuft sich per 30. Juni 2022 auf - 178 Mio. Euro.
Erwartete Sekundäreffekte aus der Corona-Pandemie
und dem Russland-Ukraine-Krieg lassen sich nicht eindeutig
jeweils einer Ursache zuordnen und trüben den
makroökonomischen Ausblick stark ein. Die für die
Risikovorsorgeermittlung verwendeten modellbasierten
Parameter reflektieren diese Auswirkungen noch nicht
vollständig. Dies erfordert die Bildung eines
Sekundäreffekte-TLA. Der TLA-Betrag wurde im zweiten
Quartal 2022 neu ermittelt und gewährleistet eine
angemessene Betrachtung ausgewählter Wirtschaftszweige
durch sekundäre Auswirkungen, die aus der
Corona-Pandemie oder aus dem Russland-Ukraine-Krieg
entstehen, wie beispielsweise Unterbrechung von
Lieferketten und hohe Energiepreise. Der TLA-Bestand
für Sekundäreffekte beläuft sich per 30.
Juni 2022 auf - 386 Mio. Euro. Das Corona-TLA mit einem
Bestand von -523 Mio. Euro per 31. Dezember 2021 wurde
hingegen im ersten Halbjahr 2022 aufgelöst
beziehungsweise verbraucht.
Die Angemessenheit der beiden TLAs wird fortlaufend
überprüft. (Details zu den Hintergründen und
der Anpassung des TLA siehe auch Note 26 des
Zwischennabschlusses (Kreditrisiken und Kreditverluste)).
Weitere Treiber des Risikoergebnisses im
Berichtszeitraum finden sich in den nachfolgenden
Erläuterungen zu den Segmenten.
Wir erwarten unter Berücksichtigung der gebildeten
TLAs ein Risikoergebnis zum Jahresende 2022 von rund - 700
Mio. Euro unter dem Vorbehalt, dass es zu keiner deutlichen
Verschlechterung der konjunkturellen Entwicklung kommt, zum
Beispiel wegen weiterer Engpässe in der Gasversorgung.
Zusätzlich zu den in die Ermittlung des Expected
Credit Loss (ECL) zum 30. Juni 2022 eingeflossenen
makroökonomischen Szenarios und Szenariogewichtungen
sowie den per 30. Juni 2022 berücksichtigten TLAs, hat
die Commerzbank in einer Szenarioanalyse mögliche
Auswirkungen von Bonitätsverschlechterungen, die einer
Rationierung der Gasversorgung aufgrund wesentlicher
Verknappung der russischen Gasversorgung bis hin zum
Gaslieferungs-Stopp bei gleichzeitiger Annahme von direkten
oder indirekten staatlichen
Unterstützungsmaßnahmen für eventuell
betroffene Haushalte und Unternehmen folgen könnten,
simuliert. Das simulierte Szenario basiert auf der Annahme
von verschlechterten volkswirtschaftlichen Prognosen
für das Bruttoinlandsprodukt Deutschlands für
2022 von - 2,7 % und für 2023 von - 1,1 % sowie
Arbeitslosenquoten von 6,6 % im Jahr 2022 und 6,8 % im Jahr
2023. Die Analyse zeigt für dieses Szenario einen
zusätzlichen negativen Effekt von 0,5 Mrd. Euro - 0,6
Mrd. Euro. Dieser, unter Anwendung der für das
Sekundäreffekte-TLA genutzten Methodik, ermittelte
Effekt ist berechnet als zusätzlicher TLA-Bedarf zu
den im Abschluss zum 30. Juni 2022 berücksichtigten
TLAs, falls ein solches Szenario zukünftig zu
unterstellen wäre.
Default-PortfolioDas Default-Portfolio ist im ersten Halbjahr 2022 um 691
Mio. Euro gestiegen und lag bei 4 846 Mio. Euro. Der
Anstieg resultiert durch Ausfälle bei
Einzelengagements im Segment Firmenkunden sowie im Bereich
Sonstige und Konsolidierung.
Die nachstehende Darstellung des Default-Portfolios
zeigt die ausgefallenen Forderungen der Kategorien
Amortised Cost und Fair Value OCI (OCI - Other
Comprehensive Income).
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1 Loan Loss Provision.
Segment Privat- und UnternehmerkundenDas Segment Privat- und Unternehmerkunden (PUK) umfasst
die Aktivitäten mit Privat- und Unternehmerkunden, im
Private Banking und im Wealth Management sowie mit Kunden
der Marke comdirect und Commerz Real. Die mBank wird
ebenfalls im Segment Privat- und Unternehmerkunden
abgebildet.
Der Schwerpunkt des Portfolios liegt auf der klassischen
Eigenheimfinanzierung und der Finanzierung von
Immobilienkapitalanlagen (private Baufinanzierung und
Renditeobjekte mit einem EaD von insgesamt 104 Mrd. Euro).
Die Kreditversorgung unserer
Unternehmerkunden stellen wir im Wesentlichen über
Individualkredite mit einem Volumen von 29 Mrd. Euro
sicher. Daneben decken wir den alltäglichen
Kreditbedarf unserer Kunden durch Konsumentenkredite ab
(Verfügungskredite, Ratenkredite und Kreditkarten mit
insgesamt 15 Mrd. Euro). Der Portfolioanstieg im ersten
Halbjahr 2022 resultierte überwiegend aus der
Baufinanzierung.
Die Risikodichte des Portfolios ist mit 20 Basispunkten
gegenüber dem Stand vom Dezember 2021 unverändert
geblieben.
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Im Segment Privat- und Unternehmerkunden belief sich das
Risikoergebnis im ersten Halbjahr 2022 auf - 160 Mio. Euro
(Vorjahreszeitraum - 126 Mio. Euro). Der Anstieg ist zu
einem großen Teil aus höheren Belastungen bei
der mBank zurückzuführen.
Die Risikovorsorge der mBank resultiert zum Teil aus
einzelfallbedingten Zuführungen und liegt mit - 97
Mio. Euro über dem Vorjahreswert von - 83 Mio. Euro.
Für das Segment werden aus Sekundäreffekten
der Corona-Pandemie und dem Russland-Ukraine-Krieg
Ratingmigrationen und Ausfälle erwartet, welche
aktuell in der modellbasierten Risikovorsorgeermittlung
noch nicht reflektiert sind und demzufolge über das
TLA abgedeckt werden. Das Sekundäreffekte-TLA
berücksichtigt erwartete Belastungen insbesondere
durch steigende Energiekosten, unterbrochene Lieferketten
und durch eine schlechtere wirtschaftliche Situation. Davon
betroffen sind sowohl das Privatkundenportfolio als auch
das Unternehmerkundenportfolio. Der TLA-Bestand für
Sekundäreffekte beläuft sich zum 30. Juni 2022
auf - 101 Mio. Euro. Das Segment wurde nicht vom
Russland-TLA belastet. Das zum 31. Dezember 2021 bestehende
Corona-TLA wurde hingegen im ersten Halbjahr 2022
aufgelöst beziehungsweise verbraucht.
Das Default-Portfolio des Segments lag zum
Berichtszeitpunkt bei 1 827 Mio. Euro und somit nahezu auf
dem Niveau des Vorjahres (31. Dezember 2021: 1 846 Mio.
Euro).
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Segment FirmenkundenIm Segment Firmenkunden (FK) bündelt der Konzern
das Geschäft mit mittelständischen Firmenkunden,
dem öffentlichen Sektor, institutionellen Kunden und
multinationalen Unternehmen. Darüber hinaus
verantwortet das Segment die Beziehungen des Konzerns zu
in- und ausländischen Banken und Finanzinstituten
sowie Zentralbanken. Der regionale Schwerpunkt unserer
Aktivitäten liegt in Deutschland und Westeuropa.
Weiterhin werden in diesem Segment die kundenorientierten
Kapitalmarktaktivitäten des Konzerns gebündelt.
scrollen
Der EaD des Segments Firmenkunden ist im Vergleich zum
31. Dezember des Vorjahres von 174 Mrd. Euro auf 177 Mrd.
Euro gestiegen. Die Risikodichte ist von 20 Basispunkten
auf 24 Basispunkte ebenfalls gestiegen.
Für Details zur Entwicklung des
Financial-Institutions-Portfolios verweisen wir auf Seite
26.
Das Risikoergebnis des Segments Firmenkunden lag im
ersten Halbjahr 2022 bei - 338 Mio. Euro
(Vorjahreszeitraum: - 39 Mio. Euro) und wurde im Vergleich
zum Vorjahr durch den Russland-Ukraine-Krieg erheblich
belastet.
Für das Segment werden als direkte Folge des
Russland-Ukraine-Kriegs für Kunden in Russland,
Belarus und der Ukraine Ratingmigrationen und Ausfälle
erwartet. Für das gesamte Firmenkundenportfolio werden
Ratingmigrationen und Ausfälle aus
Sekundäreffekten der Corona-Pandemie und dem
Russland-Ukraine-Krieg erwartet. Zum 30. Juni 2022
beträgt der Anteil des auf das Segment entfallenden
Russland-TLA - 178 Mio. Euro. Das Sekundäreffekte-TLA
berücksichtigt erwartete Belastungen insbesondere
durch steigende Energiekosten, unterbrochene Lieferketten
und durch eine schlechtere wirtschaftliche Situation.
Für die Ermittlung des Sekundäreffekte-TLAs wurde
das Portfolio auf Basis des makroökonomischen
Szenarios überprüft. Die Annahmen für
Branchen/Teilportfolios, für die indirekte
Auswirkungen zu erwarten sind, wurden angepasst. Kunden des
Segments werden durch gestiegene Energiepreise,
Unterbrechungen von Lieferketten sowie einer schlechteren
wirtschaftlichen Situation belastet. Details zu den
Hintergründen und der Anpassung der TLAs siehe auch
Note 26 des Zwischenabschlusses (Kreditrisiken und
Kreditverluste).
Der Anteil des Segments am Sekundäreffekte-TLA
beläuft sich zum Ende des ersten Halbjahres auf - 276
Mio. Euro. Das zum 31. Dezember 2021 bestehende Corona-TLA
wurde hingegen im ersten Halbjahr 2022 aufgelöst
beziehungsweise verbraucht.
Das Default-Portfolio des Segments lag zum 30. Juni 2022
bei 2 350 Mio. Euro (31. Dezember 2021: 2 096 Mio. Euro).
Die Entwicklung im ersten Halbjahr war insbesondere vom
Ausfall größerer Einzelengagements mit Bezug zum
Russland-Ukraine-Krieg geprägt.
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Im Bereich Sonstige und Konsolidierung lag das
Risikoergebnis im ersten Halbjahr 2022 bei - 72 Mio. Euro
(Vorjahreszeitraum: - 70 Mio. Euro). Treiber für die
Risikovorsorge waren Ratingmigrationen sowie Ausfälle
von großen Einzelengagements in Folge des
Russland-Ukraine-Kriegs sowie die negative Entwicklung
eines Bestandsengagements, die eine Erhöhung der
bestehenden Risikovorsorge erforderte. Das im ersten
Quartal gebildete Russland-TLA in Höhe von - 30 Mio.
Euro kompensiert diese Ausfälle teilweise und wurde
per 30. Juni 2022 aufgelöst. Von dem
Sekundäreffekte-TLA entfallen auf diesen Bereich - 9
Mio. Euro. Das Corona-TLA wurde im ersten Halbjahr 2022
aufgelöst (Bestand 31. Dezember 2021: - 5 Mio. Euro).
Weitere PortfolioanalysenDie folgenden Analysen sind unabhängig von der
bestehenden Segmentzugehörigkeit zu verstehen. Die
dargestellten Positionen sind bereits vollständig in
den vorherigen Konzern- und Segmentdarstellungen enthalten.
Corporates-Portfolio nach BranchenDie deutschen Industriesektoren haben die Belastungen
der Corona-Pandemie insgesamt gut verkraftet, wozu auch
staatliche Kredit- und Unterstützungsprogramme
beigetragen haben. Gleichwohl ist die Recovery
unterschiedlich und nicht alle Branchen haben das Umsatz-
und Ertragsniveau vor der Corona-Pandemie erreicht.
Aktuell belasten der Krieg in der Ukraine sowie auch
Lockdowns in China. Energie- und Rohstoffpreise sind
signifikant angestiegen, die Inflation hat ein Niveau
erreicht, das die wenigsten erwartet hätten. In der
Folge war auch ein spürbarer Zinsanstieg zu
verzeichnen. Aufgrund unverändert robuster Nachfrage
bei knappem Angebot, insbesondere durch Störungen bei
den Lieferketten, gelingt es den Unternehmen
größtenteils, in der Breite die gestiegenen
Kosten weiterzugeben. Auch abhängig von der
Lohnentwicklung und den Energiepreisen wird sich das
verfügbare Haushaltseinkommen reduzieren und
nachfragedämpfend wirken, mit entsprechenden
Auswirkungen auf die Unternehmensgewinne.
Investitionen in den Umweltschutz und CO
2-neutrale Produktion werden erhebliche
Investitionen benötigen. Auch die Reduzierung von
Abhängigkeiten und die Sicherstellung einer stabilen
Lieferkette führen zu Kostenbelastungen. Wir sehen
unsere Kunden aber hier in der Breite gut aufgestellt.
Ganz maßgeblich für die weitere Entwicklung
der deutschen Volkswirtschaft wird sein, wie sich der Krieg
zwischen Russland und der Ukraine weiterentwickelt und
insbesondere, ob und in welchem Umfang weiter Gas aus
Russland geliefert wird. Ein plötzlicher Stopp von
Gaslieferungen könnte zu erheblichen Belastungen und
Verwerfungen führen.
Das Corporates-Exposure verteilt sich wie nachfolgend
dargestellt auf die Branchen:
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Financial-Institutions-PortfolioMit unserem Korrespondenzbankennetz standen weiterhin
Trade-Finance-Aktivitäten im Interesse unserer
Firmenkunden sowie Kapitalmarktaktivitäten im
Vordergrund. Im Derivatebereich werden Transaktionen mit
ausgewählten Gegenparteien nach den Standards der
European Market Infrastructure Regulation (EMIR)
abgeschlossen.
Die Auswirkungen von aufsichtsrechtlichen Vorgaben auf
Banken beobachten wir weiterhin eng. In diesem Zusammenhang
verfolgen wir unverändert die Strategie,
möglichst wenige Exposures zu halten, die im Falle
eines Bail-in des betroffenen Instituts Verluste erleiden
könnten.
Die Entwicklung diverser Länder bei individuellen
Themen wie Rezessionen, Embargos oder wirtschaftlicher
Unsicherheit aufgrund politischer Ereignisse (derzeit
insbesondere die Invasion Russlands in der Ukraine)
verfolgen wir eng und reagieren mit einer flexiblen, auf
die jeweilige Situation des Landes abgestimmten
Portfoliosteuerung. Dies gilt sowohl für Verwerfungen,
die noch aus der Corona-Pandemie bestehen, sowie die
Entwicklung von Energiepreisen und Energieversorgung, als
auch die Auswirkungen der steigenden Inflation. All dies
wirkt sich stark auf das operative Umfeld unserer
Korrespondenzbanken sowohl in Industrieländern als
auch in Entwicklungsländern aus. Insgesamt richten wir
unseren Risikoappetit danach aus, das Portfolio
möglichst rea-gibel zu halten.
scrollen
Non-Bank-Financial-Institutions-PortfolioDas Non-Bank-Financial-Institutions-(NBFI-)Portfolio
umfasst hauptsächlich Versicherungsgesellschaften,
Asset-Manager, regulierte Fonds sowie zentrale
Gegenparteien. Die regionalen Schwerpunkte der
Geschäftsaktivitäten liegen in Deutschland,
Westeuropa sowie den Vereinigten Staaten von Amerika und
Asien.
Neugeschäfte mit NBFIs erfolgen einerseits vor dem
Hintergrund regulatorischer Anforderungen (Clearing
über zentrale Gegenparteien) und andererseits im
Interesse unserer institutionellen Kunden, wobei sich die
Commerzbank auf attraktive Opportunitäten mit Adressen
guter Bonität beziehungsweise werthaltiger Besicherung
fokussiert. Unter Portfoliomanagement-Gesichtspunkten
verfolgen wir dabei als Ziel die Gewährleistung einer
hohen Portfolioqualität und -reagibilität.
Risiken aufgrund globaler Ereignisse wie Rezessionen,
Embargos oder wirtschaftlicher Unsicherheit aufgrund
politischer Ereignisse (derzeit insbesondere die Invasion
Russlands in der Ukraine) verfolgen wir eng und reagieren
mit einer flexiblen, auf die jeweilige Situation
abgestimmten Steuerung. Dies gilt auch für die
aktuellen Themen der Entwicklung von Energiepreisen und
Energieversorgung sowie Auswirkungen der steigenden
Inflation. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf das
operative Umfeld von NBFI-Kunden haben sich weiter
reduziert, so dass wir aktuell keine
Bonitätsverschlechterung daraus erwarten.
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OriginatorenpositionenDie Commerzbank hat im Laufe der vergangenen Jahre aus
Gründen des Kapitalmanagements Verbriefungen von
Kreditforderungen gegenüber Kunden mit einem aktuellen
Volumen von 10,8 Mrd. Euro (31. Dezember 2021: 11,5 Mrd.
Euro) vorgenommen. Zum Stichtag 30. Juni 2022 wurden
Risikopositionen in Höhe von 9,6 Mrd. Euro (31.
Dezember 2021: 9,8 Mrd. Euro) zurückbehalten. Der
weitaus größte Teil aller Positionen entfiel mit
9,4 Mrd. Euro (31. Dezember 2021: 9,6 Mrd. Euro) auf
Senior-Tranchen, die nahezu vollständig gut bis sehr
gut geratet sind. Die Commerzbank plant, im zweiten
Halbjahr 2022 eine synthetische Transaktion mit einem
Volumen von 3,2 Mrd. Euro zu begeben, der Forderungen an
Unternehmen zugrunde liegen werden.
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1 Tranchen/Rückbehalte (nominal): Anlage-
und Handelsbuch.
Conduit Exposure und sonstige Asset-backed ExposuresDie Commerzbank stellt Finanzierungen zur Verbriefung
von Forderungen - insbesondere Handels- und
Leasingforderungen - von Kunden des Segments Firmenkunden
bereit. Hierbei fungiert die Commerzbank im Wesentlichen
als Arrangeur von Asset-backed-Securities-Transaktionen
über das von der Commerzbank gesponserte
Multiseller-Conduit Silver Tower. Das Volumen sowie die
Risikowerte für die Verbriefung von Forderungen aus
dem Firmenkundensegment sind im ersten Halbjahr 2022 um 0,1
Mrd. Euro auf 4,0 Mrd. Euro gestiegen.
Das Liquiditätsrisiko subsumiert das Risiko, dass
die Commerzbank ihren tagesaktuellen
Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen kann. Die
Liquiditätsrisiken aus Verbriefungen werden im Rahmen
des internen Liquiditätsrisikomodells konservativ
modelliert. Bei variabel ausnutzbaren Geschäften wird
unterstellt, dass die den Zweckgesellschaften gestellten
Ankaufsfazilitäten für die Dauer ihrer Laufzeit
nahezu vollständig und bis zur Fälligkeit der
letzten finanzierten Forderung durch die Commerzbank
refinanziert werden müssen. Verbriefungen werden nur
dann als liquide Aktiva berücksichtigt, wenn es sich
um zentralbankfähige Positionen handelt. Diese
Positionen werden nur unter Anwendung von konservativen
Abschlägen in der Liquiditätsrisikorechnung
berücksichtigt.
Die sonstigen Asset-backed Exposures umfassen im
Wesentlichen staatsgarantierte ABS-Papiere gehalten in der
Commerzbank Finance & Covered Bond S.A. sowie der
Commerzbank AG Inland. Das Volumen ging im ersten Halbjahr
2022 auf 3,8 Mrd. Euro zurück (Dezember 2021: 3,9 Mrd.
Euro), ebenso die Risikowerte
1 mit 3,8 Mrd. Euro (Dezember 2021: 3,9 Mrd.
Euro).
Weiterhin bestehen Investitionen im Bereich Structured
Credit. Von diesen wurden 7,0 Mrd. Euro seit 2014 als
Neuinvestitionen getätigt (Dezember 2021: 6,9 Mrd.
Euro). Wir haben in Anleihen von Senior-Tranchen aus
Verbriefungstransaktionen der Asset-klassen
Consumer-(Auto-)ABS, UK-RMBS und CLO investiert, die eine
robuste Struktur und ein moderates Risikoprofil aufweisen.
Zum 30. Juni 2022 befanden sich (wie zum Jahresabschluss
2021) ausschließlich CLO-Positionen mit AAA-Ratings
in diesem Portfolio. Verbleibende Positionen im Volumen von
0,2 Mrd. Euro waren bereits vor 2014 im Bestand (Dezember
2021: 0,2 Mrd. Euro), die Risikowerte dieser Positionen
lagen bei 0,1 Mrd. Euro (Dezember 2021: 0,2 Mrd. Euro).
MarktrisikenMarktrisiken drücken die Gefahr möglicher
ökonomischer Wertverluste aus, die durch die
Veränderung von Marktpreisen (Zinsen, Rohwaren, Credit
Spreads, Währungs- und Aktienkursen) oder sonstiger
preisbeeinflussender Parameter (Volatilitäten,
Korrelationen) entstehen. Die Wertverluste können
unmittelbar erfolgswirksam werden, zum Beispiel bei
Handelsbuchpositionen. Im Fall von Anlagebuchpositionen
werden sie hingegen in der Regel in der
Neubewertungsrücklage beziehungsweise in den Stillen
Lasten/Reserven berücksichtigt.
RisikosteuerungDas Marktrisiko wird intern durch ein einheitliches
Value-at-Risk-Modell (Historische Simulation) gesteuert, in
das alle marktrisikorelevanten Positionen einfließen.
Für kleinere Einheiten innerhalb der
Commerzbank-Gruppe werden im Rahmen eines Partial Use die
Standardverfahren verwendet. Der VaR quantifiziert den
möglichen Verlust aus Finanzinstrumenten infolge
veränderter Marktbedingungen während eines
vorgegebenen Zeithorizonts und mit einer festgelegten
Wahrscheinlichkeit. Nähere Details zur angewendeten
Methodik sind im Konzernrisikobericht 2021 dargestellt.
In der internen Steuerung werden alle
marktrisikorelevanten Positionen abgedeckt und Handelsbuch-
sowie Anlagebuchpositionen gemeinsam gesteuert. Für
regulatorische Zwecke erfolgt zusätzlich eine separate
Steuerung des Handelsbuches (gemäß
regulatorischen Anforderungen inklusive Währungs- und
Rohwarenrisiken des Anlagebuches) sowie eine Steuerung der
Zinsrisiken im Anlagebuch auf Stand-alone-Basis. Um eine
konsistente Darstellung in diesem Bericht zu
gewährleisten, beziehen sich alle Angaben zum VaR auf
ein Konfidenzniveau von 99 % und eine Haltedauer von einem
Tag bei gleichgewichteten Marktdaten und einer Historie von
254 Tagen.
HandelsbuchIm Folgenden wird die Entwicklung der regulatorischen
Marktrisikokennziffern des Handelsbuchportfolios
dargestellt. Die Handelsbuchpositionen der Commerzbank
liegen im Wesentlichen im Segment Firmenkunden sowie im
Bereich Group Treasury. Die VaR-Zahlen beinhalten alle
Risiken im internen VaR-Modell. Tochterunternehmen der
Commerzbank wenden im Rahmen eines Partial Use das
Standardverfahren für die regulatorische
Kapitalberechnung an und sind nicht in den dargestellten
regulatorischen VaR-Kennziffern enthalten.
Der VaR blieb im ersten Halbjahr 2022 stabil bei 7 Mio.
Euro.
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Das Marktrisikoprofil ist über alle Anlageklassen
diversifiziert.
scrollen
Für die regulatorische Kapitalunterlegung werden
weitere Risikokennziffern berechnet. Hierzu zählt die
Ermittlung des Stressed VaR. Die Berechnung des Stressed
VaR basiert auf dem internen Modell und entspricht der oben
beschriebenen VaR-Methodik. Der wesentliche Unterschied
liegt in den zur Bewertung der Vermögenswerte
genutzten Marktdaten. Im Stressed VaR wird das Risiko der
aktuellen Positionierung im Handelsbuch mit Marktbewegungen
einer festgelegten Krisenperiode aus der Vergangenheit
bewertet. Der angesetzte Krisenbeobachtungszeitraum wird im
Rahmen der Modellvalidierungs- und Genehmigungsprozesse
regelmäßig überprüft und bei Bedarf
angepasst. Im Jahresverlauf blieb der
Krisenbeobachtungszeitraum unverändert.
Das Marktrisikoprofil im Stressed VaR ist ebenfalls
über alle Anlageklassen diversifiziert. Die
dominierenden Anlageklassen sind dabei Zinsen und Rohwaren.
Der Stressed VaR ging im ersten Halbjahr 2022 von 39 Mio.
Euro auf 26 Mio. Euro zurück. Dieser Rückgang
resultiert insbesondere aus dem Abbau von Positionen in
Emissionszertifikaten.
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Darüber hinaus wird mit den Kennziffern Incremental
Risk Charge und Equity-Event-VaR das Risiko von
Bonitätsverschlechterungen sowie Event-Risiken bei
Handelsbuchpositionen quantifiziert. Die Incremental Risk
Charge stieg im ersten Halbjahr 2022 um 27 Mio. Euro auf 58
Mio. Euro an. Dies resultiert hauptsächlich aus
Positionsveränderungen im Segment Firmenkunden und dem
Bereich Group Treasury.
Die Verlässlichkeit des internen Modells
(historische Simulation) wird unter anderem durch die
Anwendung von Backtesting-Verfahren auf täglicher
Basis überprüft. Dem ermittelten VaR werden dabei
tatsächlich eingetretene Gewinne und Verluste
gegenübergestellt. Im Prozess wird zwischen den
Varianten "Clean P&L" und "Dirty P&L" Backtesting
unterschieden. Beim Clean P&L Backtesting werden in der
Gewinn- und-Verlust-Rechnung genau die Positionen
berücksichtigt, die der VaR-Berechnung zugrunde lagen.
Die Gewinne und Verluste resultieren also
ausschließlich aus den am Markt eingetretenen
Preisänderungen (hypothetische Änderungen des
Portfoliowertes). Demgegenüber werden beim Dirty
P&L Backtesting zusätzlich die Gewinne und
Verluste von neu abgeschlossenen sowie ausgelaufenen
Geschäften des betrachteten Geschäftstages
herangezogen (tatsächliche durch Änderung der
Portfoliowerte induzierte Gewinne und Verluste). Gewinne
und Verluste aus Bewertungsanpassungen und Modellreserven
werden gemäß den regulatorischen Vorgaben in der
Dirty und Clean P&L berücksichtigt.
Überschreitet der sich ergebende Verlust den VaR,
so spricht man von einem negativen
Backtesting-Ausreißer. Die Analyse der
Backtesting-Ergebnisse liefert Anhaltspunkte zur
Überprüfung von Parametern und zur potenziellen
Verbesserung des Marktrisikomodells. Im ersten Halbjahr
2022 wurden 3 negative Clean P&L-sowie 3 negative Dirty
P&L-Ausreißer gemessen. Die
P&L-Ausreißer wurden vor allem durch
Marktbewegungen bei Zinsen, Fremdwährungen und
Rohstoffen verursacht.
Es wurde überprüft, dass keiner der
beobachteten Backtesting-Ausreißer durch
Modellschwächen verursacht wurde. Auf Basis des
Backtestings bewerten auch die Aufsichtsbehörden die
internen Risikomodelle. Negative Ausreißer werden
mittels eines von der Aufsicht vorgegebenen Ampelansatzes
klassifiziert. Alle negativen Backtesting-Ausreißer
(Clean P&L und Dirty P&L) auf Gruppenebene
müssen unter Angabe von Ausmaß und Ursache den
Aufsichtsbehörden gemeldet werden.
Da das VaR-Konzept eine Vorhersage möglicher
Verluste unter der Annahme normaler Marktverhältnisse
liefert, wird es durch sogenannte Stresstests ergänzt.
Mithilfe von Stresstests wird das Risiko gemessen, dem die
Commerzbank aufgrund unwahrscheinlicher, aber dennoch
plausibler Ereignisse ausgesetzt ist. Solche Ereignisse
können mittels extremer Bewegungen auf den
verschiedenen Finanzmärkten simuliert werden. Die
wichtigsten Szenarios beziehen sich auf wesentliche
Veränderungen von Credit Spreads, Zinssätzen und
Zinskurven, Devisenkursen sowie Aktienkursen und
Rohwarenpreisen. Beispiele für Stresstests sind
Kursverluste aller Aktien um 15 %, eine
Parallelverschiebung der Zinskurve oder Änderungen der
Steigung dieser Kurve.
Im Rahmen der Risikoüberwachung werden umfangreiche
gruppenweite Stresstests und Szenarioanalysen
durchgeführt.
Die einzelnen Komponenten des internen Modells werden
regelmäßig hinsichtlich ihrer Angemessenheit
für die Risikomessung unabhängig validiert. Von
besonderer Bedeutung sind dabei die Identifikation und
Behebung von Modellschwächen.
AnlagebuchDie wesentlichen Treiber des Marktrisikos im Anlagebuch
sind die Portfolios des Bereichs Group Treasury mit ihren
Credit-Spread-, Zins- und Basisrisiken.
In der Marktrisikosteuerung werden die
Credit-Spread-Sensitivitäten der Anlage- und
Handelsbücher zusammen betrachtet. Die Credit
Spread-Sensitivitäten (1 Basispunkt Downshift) aller
Wertpapier- und Derivatepositionen (ohne Kredite) lagen zum
Ende des ersten Halbjahres 2022 bei 37 Mio. Euro (31.
Dezember 2021: 50 Mio. Euro). Ursache für den
Rückgang ist hauptsächlich das gestiegene
Zinsniveau.
Der überwiegende Teil der
Credit-Spread-Sensitivitäten entfiel auf
Wertpapierpositionen, die zu fortgeführten
Anschaffungskosten bewertet werden.
Marktpreisänderungen haben für diese Positionen
keinen Einfluss auf Neubewertungsrücklage und Gewinn-
und-Verlust-Rechnung.
Für die Anlagebücher der Gruppe werden zudem
nach aufsichtsrechtlichen Vorgaben monatlich die
Auswirkungen von Zinsänderungsschocks auf den
ökonomischen Wert simuliert. Entsprechend der
Bankenrichtlinie haben die Bundesanstalt für
Finanzdienstleistungsaufsicht und die Europäische
Zentralbank für alle Institute zwei Szenarios für
einheitliche, plötzliche und unerwartete
Zinsänderungen vorgegeben (+/- 200 Basispunkte) und
lassen sich über die Ergebnisse vierteljährlich
unterrichten. Im Szenario - 200 Basispunkte wird ein
Flooring der Zinskurve bei 0 angewendet (bereits negative
Abschnitte der Zinskurve werden unverändert belassen).
Als Ergebnis des Szenarios + 200 Basispunkte wurde zum
30. Juni 2022 ein potenzieller ökonomischer Verlust
von 2 206 Mio. Euro (31. Dezember 2021: 2 523 Mio. Euro
potenzieller ökonomischer Verlust) und im Szenario -
200 Basispunkte ein potenzieller ökonomischer Gewinn
von 1 087 Mio. Euro (31. Dezember 2021: 746 Mio. Euro
potenzieller ökonomischer Gewinn) ermittelt. Demnach
ist die Commerzbank nicht als Institut mit erhöhtem
Zinsänderungsrisiko zu klassifizieren, da die
negativen Barwertänderungen jeweils weniger als 20 %
der regulatorischen Eigenmittel betragen.
Die Zinssensitivitäten des gesamten Anlagebuches
(ohne Pensionsfonds) reduzierten sich zum 30. Juni 2022 auf
3,0 Mio. Euro (31. Dezember 2021: 7,3 Mio. Euro) pro
Basispunkt rückläufiger Zinsen aufgrund von
Positionsveränderungen im Bereich Group Treasury sowie
Zinsbewegungen.
Weiterhin ist das Risiko aus Pensionsfonds Teil des
Marktrisikos im Anlagebuch. Unser Pensionsfonds-Portfolio
besteht aus einem gut diversifizierten Anlageteil und den
versicherungstechnischen Verbindlichkeiten. Die Duration
der Verbindlichkeiten ist extrem lang (Modellierung der
Cash Outflows über fast 90 Jahre) und der Hauptteil
der Barwertrisiken des Gesamtportfolios befindet sich in
Laufzeiten von 15 und mehr Jahren. Hauptrisikotreiber
stellen langfristige Euro-Zinsen, Credit Spreads sowie
aufgrund antizipierter Rentendynamik auch die erwartete
Euro-Inflation dar. Daneben sind Aktien-,
Volatilitäts- und Währungsrisiken zu
berücksichtigen. Diversifikationseffekte zwischen den
Einzelrisiken führen zu einem verminderten
Gesamtrisiko. Die extrem langen Laufzeiten der
Verbindlichkeiten stellen die größte
Herausforderung speziell bei der Absicherung der
Credit-Spread-Risiken dar. Dies liegt in der nicht
ausreichenden Marktliquidität entsprechender
Absicherungsprodukte begründet.
MarktliquiditätsrisikenMarktliquiditätsrisiko bezeichnet die Gefahr, dass
es aufgrund unzureichender Marktliquidität nicht
möglich ist, risikobehaftete Positionen zeitgerecht,
im gewünschten Umfang und zu vertretbaren Konditionen
zu liquidieren oder abzusichern.
Im Risikotragfähigkeitskonzept der Commerzbank
werden Marktliquiditätsrisiken einerseits durch die
Skalierung des Value at Risk auf den Kapitalhorizont von
einem Jahr und der dadurch implizit berücksichtigten
Liquidationsperiode berücksichtigt. Andererseits
erfolgt die Berücksichtigung von zusätzlichen
Bewertungsanpassungen für Marktliquiditätsrisiken
in der Berechnung der Risikodeckungsmasse.
LiquiditätsrisikenUnter Liquiditätsrisiko verstehen wir im engeren
Sinne das Risiko, dass die Commerzbank ihren tagesaktuellen
Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen kann. Im weiteren
Sinne beschreibt das Liquiditätsrisiko das Risiko,
dass zukünftige Zahlungen nicht termingerecht, nicht
in vollem Umfang, nicht in der richtigen Währung oder
nicht zu marktüblichen Konditionen finanziert werden
können.
RisikosteuerungDie Commerzbank nutzt zur Steuerung und Überwachung
der Liquiditätsrisiken ein vielfältiges
Instrumentarium auf Basis eines bankinternen
Liquiditätsrisikomodells. Das der Modellierung
zugrunde liegende steuerungsrelevante bankinterne
Stressszenario berücksichtigt sowohl Auswirkungen
eines institutsspezifischen Stressfalls als auch einer
marktweiten Krise. Bindende regulatorische Anforderungen
sind integraler Bestandteil des Steuerungsmechanismus.
Der Bereich Group Treasury ist für das operative
Liquiditätsmanagement verantwortlich. Group Treasury
ist an allen wesentlichen Standorten des Konzerns im In-
und Ausland vertreten und ist im dauerhaften Austausch mit
allen wesentlichen Tochtergesellschaften. Die Commerzbank
setzt zur zentralen Steuerung der globalen Liquidität
den Cash-Pooling-Ansatz ein. Dies stellt eine effiziente
Verwendung der Ressource Liquidität sicher, und zwar
über alle Zeitzonen, da sich in Frankfurt, London, New
York und Singapur Einheiten des Bereichs Group Treasury
befinden. Die Überwachung der Liquiditätsrisiken
erfolgt auf Basis des bankinternen
Liquiditätsrisikomodells durch die unabhängige
Risikofunktion.
Zur Steuerung des Liquiditätsrisikos hat die Bank
Frühwarnindikatoren etabliert. Diese
gewährleisten, dass rechtzeitig geeignete
Maßnahmen eingeleitet werden, um die finanzielle
Solidität nachhaltig sicherzustellen.
Risikokonzentrationen können, insbesondere im Falle
einer Stresssituation, zu erhöhten
Liquiditätsabflüssen und damit zu einem Anstieg
des Liquiditätsrisikos führen. Sie können
zum Beispiel hinsichtlich Laufzeiten, großer
Einzelgläubiger oder Währungen auftreten. Durch
eine kontinuierliche Überwachung und Berichterstattung
werden sich andeutende Risikokonzentrationen in der
Refinanzierung zeitnah erkannt und durch geeignete
Maßnahmen mitigiert. Dies gilt auch für
Zahlungsverpflichtungen in Fremdwährungen.
Zusätzlich wirkt die kontinuierliche Nutzung des breit
diversifizierten Zugangs der Bank zu Funding-Quellen,
insbesondere in Form verschiedener Kundeneinlagen und
Kapitalmarktinstrumente, einer Konzentration entgegen.
Darüber hinaus wird sichergestellt, dass
Fremdwährungsrisiken überwacht werden und die
Commerzbank die Anforderungen an die Währungskongruenz
der hochliquiden Aktiva und
Nettoliquiditätsabflüsse erfüllt.
Im Falle einer marktgetriebenen und/oder
idiosynkratischen Liquiditätskrise sieht der
Liquidity-Contingency-Plan bestimmte Maßnahmen vor,
die entsprechend der Art der Krise entweder durch die
erweiterte Handlungskompetenz der Treasury oder durch den
Recovery-Prozess des Recovery-Plans eingeleitet werden
können. Der Liquidity-Contingency-Plan ist
eigenständiger Bestandteil der Notfallplanung und dem
Recovery-Plan vorgeschaltet. Sowohl der
Liquidity-Contingency-Plan als auch der Recovery-Plan der
Commerzbank werden mindestens jährlich aktualisiert,
wohingegen die einzelnen
Liquiditätsnotfallmaßnahmen
regelmäßig unterjährig plausibilisiert
werden. Darüber hinaus definiert der
Liquidity-Contingency-Plan eine eindeutige Zuordnung der
Verantwortung für den Prozessablauf im Notfall und
konkretisiert die gegebenenfalls einzuleitenden
Maßnahmen.
Quantifizierung und StresstestingDie Commerzbank nutzt zur Steuerung und Überwachung
der Liquiditätsrisiken ein vielfältiges
Instrumentarium auf Basis eines bankinternen
Liquiditätsrisikomodells. Die
Liquiditätsrisikomodellierung bezieht neben internen
ökonomischen Erwägungen auch die bindenden
regulatorischen Anforderungen der Capital Requirements
Regulation (CRR) sowie der Mindestanforderungen an das
Risikomanagement (MaRisk) ein. Die Commerzbank
berücksichtigt dies in ihrem
Liquiditätsrisiko-Rahmenwerk und gestaltet damit den
vom Vorstand artikulierten Liquiditätsrisikoappetit
der Bank quantitativ aus.
Die der Modellierung zugrunde liegenden
steuerungsrelevanten bankinternen Stressszenarios
berücksichtigen sowohl Auswirkungen eines
institutsspezifischen Stressfalls als auch einer
marktweiten Krise. Das Commerzbank-spezifische
idiosynkratische Szenario simuliert dabei eine
Stresssituation, die aus einem Rating-Downgrade um zwei
Notches resultiert. Das marktweite Szenario hingegen wird
aus den Erfahrungen der Subprime-Krise abgeleitet und
simuliert einen externen marktweiten Schock. Die
wesentlichen Liquiditätsrisikotreiber der beiden
Szenarios sind ein stark erhöhter Abfluss von
kurzfristigen Kundeneinlagen, eine
überdurchschnittliche Ziehung von Kreditlinien, aus
geschäftspolitischen Zwecken als notwendig erachtete
Prolongationen von Aktivgeschäft, Nachschusspflichten
bei besicherten Geschäften sowie die Anwendung von
höheren Risikoabschlägen auf den Liquidationswert
von Vermögensgegenständen.
Als Ergänzung zu den Einzelszenarios werden die
Auswirkungen eines kombinierten Szenarios aus
idiosynkratischen und marktspezifischen Effekten auf die
Liquiditätsablaufbilanz
(Nettoliquiditätsposition) simuliert. Die
Liquiditätsablaufbilanz wird für den gesamten
Modellierungshorizont durchgehend über das volle
Laufzeitspektrum dargestellt und folgt dabei einem
mehrstufigen Konzept. Dies gestattet die differenzierte
Darstellung deterministischer und modellierter Cashflows
des Bestandsgeschäfts auf der einen Seite sowie die
Einbeziehung von Prolongationen auf der anderen Seite.
Die nachstehende Tabelle zeigt die Werte der
Liquiditätsablaufbilanz bei Anwendung der jeweiligen
Stressszenarios für einen Zeitraum von einem
beziehungsweise drei Monaten zum Jahresultimo. Dabei wird
deutlich, dass im Vergleich zu den Einzelszenarios in einem
kombinierten Stressszenario signifikant mehr
Liquidität abfließt. Im 1-Monats-
beziehungsweise 3-Monats-Zeitraum verbleibt für das
kombinierte Stressszenario per Halbjahresultimo 2022 eine
Nettoliquidität von 16,1 Mrd. Euro beziehungsweise
15,0 Mrd. Euro.
scrollen
LiquiditätsreservenWesentliche Elemente des Liquiditätsrisikoappetits
sind die Reserveperiode, die Höhe des
Liquiditätsreserveportfolios, das zur Kompensation
unerwarteter kurzfristiger Liquiditätsabflüsse
gehalten wird, sowie die Limite in den einzelnen
Laufzeitbändern. Das Liquiditätsreserveportfolio,
bestehend aus hochliquiden Vermögensgegenständen,
gewährleistet die Pufferfunktion im Stressfall. Das
Liquiditätsreserveportfolio wird gemäß dem
Liquiditätsrisikoappetit refinanziert, um eine
erforderliche Reservehöhe während der gesamten
vom Vorstand festgelegten Reserveperiode sicherzustellen.
Die Bank wies zum Halbjahresende 2022 hochliquide Aktiva
in Höhe von 109,2 Mrd. Euro aus. Diese
Liquiditätsreserve wird gemäß dem
Liquiditätsrisikoappetit refinanziert, um eine
erforderliche Reservehöhe während der gesamten
vom Vorstand festgelegten Reserveperiode sicherzustellen.
Ein Teil dieser Liquiditätsreserve wird in einem
separierten und von Group Treasury gesteuerten
Stress-Liquiditätsreserveportfolio gehalten, um
Liquiditätsabflüsse in einem angenommenen
Stressfall abdecken zu können und die jederzeitige
Zahlungsfähigkeit sicherzustellen. Die Höhe des
Stress-Liquiditätsreserveportfolios wird im Rahmen der
täglichen Liquiditätsrisiko-Berechnung
überprüft und gegebenenfalls angepasst.
Darüber hinaus unterhält die Bank ein
sogenanntes Intraday-Liquidity-Reserveportfolio. Der
Gesamtwert dieses Portfolios betrug zum Berichtsstichtag
30. Juni 2022 7,1 Mrd. Euro (31. Dezember 2021: 6,1 Mrd.
Euro).
Die Liquiditätsreserven aus hochliquiden Aktiva
setzen sich aus folgenden drei Bestandteilen zusammen:
scrollen
LiquiditätskennzahlenIm gesamten ersten Halbjahr 2022 befanden sich die
internen Liquiditätskennzahlen der Commerzbank
inklusive der regulatorischen Liquidity Coverage Ratio
(LCR) stets oberhalb der mindestens jährlich vom
Vorstand festgelegten Limite. Gleiches gilt für die
Erfüllung der von den MaRisk vorgegebenen Berechnung
der sogenannten Survival Period.
Die LCR-Kennziffer berechnet sich als Quotient aus dem
Bestand an liquiden Aktiva und den
Netto-Liquiditätsabflüssen unter
Stressbedingungen. Mithilfe dieser Kennziffer wird
gemessen, ob ein Institut über ausreichend
Liquiditätspuffer verfügt, um ein mögliches
Ungleichgewicht zwischen Liquiditätszuflüssen und
-abflüssen unter Stressbedingungen über die Dauer
von 30 Kalendertagen eigenständig zu überstehen.
Im abgelaufenen ersten Halbjahr 2022 wurde die geforderte
Mindestquote in Höhe von 100 % durch die Commerzbank
zu jedem Stichtag deutlich überschritten. Zum
Halbjahresultimo 2022 lag der Durchschnitt der LCR der
jeweils letzten 12 Monatsendwerte bei 141,2 % (zum
Jahresultimo 2021: 145,1 %).
Die Bank hat entsprechende Limite und
Frühwarnindikatoren etabliert, um die Einhaltung der
LCR-Mindestanforderungen sicherzustellen.
Operationelle RisikenDas operationelle Risiko (OpRisk) ist in Anlehnung an
die Capital Requirements Regulation (CRR) definiert als das
Risiko von Verlusten, die durch die Unangemessenheit oder
das Versagen von internen Verfahren, Menschen und Systemen
oder durch externe Ereignisse verursacht werden. Diese
Definition beinhaltet unter anderem rechtliche Risiken,
HR-Risiken, IT-Risiken, Outsourcing-Risiken oder
Steuerrisiken sowie Produktrisiken, Verhaltensrisiken und
Risiken aus den Bereichen Environment (Umwelt/Klima),
Social (Soziales/Menschenrechte) und Governance
(Unternehmensführung; zusammen ESG). Strategische
Risiken und Reputationsrisiken stehen in dieser Definition
nicht im Fokus. Das Compliance-Risiko sowie das
Cyber-Risiko werden in der Commerzbank aufgrund ihrer
gestiegenen ökonomischen Bedeutung als separate
Risikoarten gesteuert. Die Verluste aus Compliance- sowie
Cyber-Risiken fließen in das Modell zur Ermittlung
des ökonomischen Kapitals für operationelle
Risiken ein. Die Commerzbank steuert das operationelle
Risiko aktiv auf der Grundlage eines einheitlichen
konzernweiten Rahmens mit dem Ziel, das OpRisk-Profil und
die Risikokonzentrationen systematisch zu identifizieren
und gleichzeitig Maßnahmen zur Risikomitigation zu
definieren, zu priorisieren und umzusetzen.
Operationelle Risiken zeichnen sich durch eine
asymmetrische Schadensverteilung aus, das heißt der
überwiegende Anteil der Schäden kommt in geringer
Schadenshöhe zum Tragen, während vereinzelte
Schäden mit sehr geringer Eintrittswahrscheinlichkeit
aber hohem Schadenspotenzial schlagend werden können.
Daraus resultiert die Notwendigkeit, wo möglich, das
hohe Schadenspotenzial zu limitieren und die
regelmäßige Schadenserwartung proaktiv zu
steuern.
Die Commerzbank hat dazu ein mehrstufiges System
etabliert, das definierte Kenngrößen für
die Limitierung des ökonomischen Kapitals
(Risikokapazität) mit solchen zur operativen
unterjährigen Steuerung (Risikoappetit/-toleranz)
verbindet und durch Regelungen für das transparente
und bewusste Eingehen und Freigeben von Einzelrisiken
(Risikoakzeptanz) komplettiert wird.
Im Rahmen der OpRisk-Steuerung findet eine
jährliche Bewertung der
IKS-(Internes-Kontrollsystem-)Schlüsselkontrollen der
Bank und ein Risk Scenario Assessment statt. Daneben werden
OpRisk-Schadensfälle kontinuierlich analysiert und
anlassbezogen einem IKS-Backtesting unterzogen. Bei
materiellen Schadensfällen werden
Lessons-Learned-Aktivitäten aufgenommen.
Die Commerzbank misst seit dem vierten Quartal 2021 das
regulatorische Kapital mittels des Standardansatzes (SA)
und das ökonomische Kapital für operationelle
Risiken mittels eines dedizierten internen Modells. Die
Risikoaktiva aus operationellen Risiken betrugen zum Ende
des zweiten Quartals 2022 auf dieser Basis 19,9 Mrd. Euro
(31. Dezember 2021: 19,8 Mrd. Euro). Das ökonomisch
erforderliche Kapital belief sich auf 1,8 Mrd. Euro (31.
Dezember 2021: 1,5 Mrd. Euro). Das hierfür verwendete
interne Modell baut auf dem vorherigen fortgeschrittenen
Messansatz (Advanced Measurement Approach - AMA) auf und
wird kontinuierlich weiterentwickelt.
Aus OpRisk-Ereignissen ergab sich zum Ende des zweiten
Quartals 2022 eine Gesamtbelastung in Höhe von rund 64
Mio. Euro (Gesamtjahr 2021: 1 136 Mio. Euro).
Die Ereignisse waren im Wesentlichen durch Schäden
in der Kategorie "Produkte und Geschäftspraktiken"
geprägt.
scrollen
1 Eingetretene Verluste und Rückstellungen,
abzüglich OpRisk-basierter Erträge und
Rückzahlungen.
Sonstige RisikenZur Erfüllung der Regularien des Baseler
Rahmenwerkes fordern die MaRisk eine ganzheitliche
Risikobetrachtung und damit auch die Berücksichtigung
von nicht quantifizierbaren Risikokategorien. Diese
unterliegen in der Commerzbank einem qualitativen
Steuerungs- und Controllingprozess. Nachfolgend werden
Details zu Rechts-, Compliance-, Cyber-, und Modellrisiken
aufgeführt. Bezüglich aller sonstigen Risiken gab
es im ersten Halbjahr 2022 keine wesentlichen
Veränderungen gegenüber dem im
Konzernrisikobericht 2021 dargestellten Stand.
Rechtliche RisikenDie Commerzbank und ihre Tochtergesellschaften sind mit
verschiedenen Gerichts- und Schiedsverfahren,
Ansprüchen und behördlichen Untersuchungen
(rechtliche Verfahren) konfrontiert, die eine große
Bandbreite von Themen betreffen. Diese umfassen zum
Beispiel angeblich fehlerhafte Anlageberatungen,
Streitigkeiten im Zusammenhang mit Kreditfinanzierungen
oder dem Zahlungsverkehrsgeschäft, Ansprüche aus
betrieblicher Altersversorgung, angeblich unrichtige
Buchführung und Bilanzierung, die Geltendmachung von
Forderungen aus steuerlichen Sachverhalten, angeblich
fehlerhafte Prospekte im Zusammenhang mit
Emissionsgeschäften, angebliche Verstöße
gegen wettbewerbsrechtliche Vorschriften sowie Klagen von
Aktionären und Fremdkapitalinvestoren sowie
Ermittlungen durch Aufsichtsbehörden. Daneben
können Änderungen oder Verschärfungen der
höchstrichterlichen Rechtsprechung sowie der
gesetzlichen Rahmenbedingungen beispielsweise im
Privatkundenbereich zur weiteren Inanspruchnahme der
Commerzbank oder ihrer Tochtergesellschaften führen.
In den gerichtlichen Verfahren werden vor allem
Schadensersatzansprüche, bereicherungsrechtliche
Ansprüche oder auch die Rückabwicklung
geschlossener Verträge geltend gemacht. Sofern
einzelnen oder mehreren dieser Klagen stattgegeben
würde, könnten daraus zum Teil erhebliche
Schadensersatzzahlungen, Rückabwicklungsaufwendungen
oder sonstige kostenintensive Maßnahmen folgen.
Aufsichtsbehörden und staatliche Institutionen in
verschiedenen Ländern, in denen die Commerzbank und
ihre Tochtergesellschaften tätig waren oder sind,
begannen vor etlichen Jahren mit Untersuchungen zu
Unregelmäßigkeiten im Zusammenhang mit
Devisenkursfixings und dem Devisengeschäft allgemein.
Im Zuge dieser Aktivitäten haben
Aufsichtsbehörden und staatliche Institutionen auch
Prüfungen in Bezug auf die Commerzbank angestrengt
oder haben sich mit Auskunftsersuchen an die Commerzbank
gewandt. Die Commerzbank kooperierte vollumfänglich
mit diesen Stellen und arbeitete die Sachverhalte auf
Grundlage eigener umfassender Untersuchungen auf. Die
Vorgänge sind bis auf eine Ausnahme nicht mehr aktiv;
in diesem Fall wurde der Vorgang von der untersuchenden
Behörde an das nationale Wettbewerbstribunal
abgegeben. Finanzielle Konsequenzen sind nicht
auszuschließen.
Die Staatsanwaltschaft Frankfurt ermittelt im
Zusammenhang mit Aktiengeschäften um den
Dividendenstichtag (sogenannte Cum-Ex-Geschäfte) der
Commerzbank und der ehemaligen Dresdner Bank. Die
Commerzbank hatte bereits Ende 2015 eine forensische
Analyse zu Cum-Ex-Geschäften beauftragt, die im
Hinblick auf die Aktiengeschäfte der Commerzbank
Anfang 2018 und bezüglich der Aktiengeschäfte der
ehemaligen Dresdner Bank im September 2019 abgeschlossen
wurde. Alle Steuernachforderungen durch die
Finanzbehörden wurden beglichen.
Seit September 2019 finden bei der Commerzbank
Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Köln in einem
separaten Verfahren zu Cum-Ex-Geschäften statt. Die
Staatsanwaltschaft Köln ermittelt wegen des Verdachts,
dass die Bank (einschließlich Dresdner Bank) in
verschiedenen Rollen an Cum-Ex-Geschäften mitgewirkt
hat, unter anderem dadurch, dass sie Dritte, die als
Leerverkäufer gehandelt haben sollen, mit Aktien
beliefert hat. Es geht in diesem Verfahren nach derzeitigem
Verständnis nicht um eigene
Steueranrechnungsansprüche der Commerzbank im Hinblick
auf Kapitalertragsteuer und Solidaritätszuschlag auf
Dividenden.
Im Zusammenhang mit Untersuchungen zu "Cum-Ex"
kooperiert die Commerzbank vollumfänglich mit den
Ermittlungsbehörden. Das Ob und die Höhe einer
sich daraus eventuell ergebenden Belastung kann derzeit
nicht prognostiziert werden.
Auf Basis des im Jahr 2017 veröffentlichten
Schreibens des Bundesministeriums für Finanzen (BMF)
zu "Cum-Cum-Geschäften" hat die Betriebsprüfung
zur Behandlung dieser Geschäfte in Form von
Prüfungsanmerkungen Stellung genommen. Die Anrechnung
der Kapitalertragsteuer wurde seitens des Finanzamtes
entsprechend gekürzt. Die Commerzbank AG hat daraufhin
Wertberichtigungen hinsichtlich bilanzierter
Anrechnungsforderungen vorgenommen beziehungsweise
zusätzliche Rückstellungen im Hinblick auf
mögliche Rückzahlungsansprüche gebildet, um
die geänderte Risikosituation vollumfänglich
angemessen zu reflektieren. Nunmehr ist das BMF-Schreiben
zu "Cum-Cum-Geschäften" mit Datum vom 9. Juli 2021 neu
gefasst worden. Im Hinblick auf die potenziellen
Auswirkungen des BMF-Schreibens wurde im zweiten Quartal
2021 die Rückstellung angepasst. Nach derzeitigen
Erkenntnissen sind die steuerlichen Risiken aus diesem
Themenkomplex damit ausreichend bevorsorgt. Es kann nicht
vollständig ausgeschlossen werden, dass sich über
die von der Bank gebildete Rückstellung hinaus weitere
Belastungen ergeben.
Im Hinblick auf Cum-Cum-Wertpapierleihegeschäfte
sieht sich die Commerzbank Ersatzansprüchen Dritter
aufgrund aberkannter Anrechnungsansprüche ausgesetzt.
Die Erfolgsaussichten solcher Ansprüche schätzt
die Commerzbank auf Basis der durchgeführten Analysen
als eher unwahrscheinlich ein, sie sind aber nicht
ausgeschlossen. In diesen Fällen könnten sich auf
Basis unserer Schätzungen finanzielle Auswirkungen im
höheren zweistelligen Millionenbereich zuzüglich
Nachzahlungszinsen ergeben. Es kann nicht vollständig
ausgeschlossen werden, dass sich im Rahmen der weiteren
Entwicklung, zum Beispiel aus der Bewertung durch die
Finanzbehörden und der Finanz-/Zivilgerichte, eine
anderslautende Einschätzung ergeben könnte.
Gegen eine Tochtergesellschaft der Commerzbank wurde im
Mai 2017 von einem polnischen Gericht eine Sammelklage
wegen angeblicher Unwirksamkeit von Indexklauseln in
Darlehensverträgen in Schweizer Franken zugelassen.
Der Sammelklage haben sich insgesamt 1 731 Kläger
angeschlossen. Die Kläger haben gegen das abweisende
Urteil des erstinstanzlichen Gerichts Rechtsmittel
eingelegt.
Unabhängig davon klagen zahlreiche Darlehensnehmer
aus den gleichen Gründen im Wege von Einzelklagen.
Neben der Sammelklage sind zum 30. Juni 2022 15 701 weitere
Einzelverfahren anhängig (31. Dezember 2021: 13 036).
Die Tochtergesellschaft tritt jeder Klage entgegen.
Zum 30. Juni 2022 lagen 1 049 rechtskräftige
Urteile in Einzelverfahren gegen die Tochtergesellschaft
vor, von denen 89 zugunsten der Tochtergesellschaft und 960
zuungunsten der Tochtergesellschaft entschieden wurden. 171
Verfahren bei Gerichten der zweiten Instanz sind wegen
Rechtsfragen, die beim polnischen Obersten Gerichtshof und
beim Europäischen Gerichtshof (EuGH) liegen,
ausgesetzt.
Eine Entscheidung des polnischen Obersten Gerichtshofs
zu Darlehensverträgen in Schweizer Franken mit
Indexklauseln wurde im September 2021 erneut auf
unbestimmte Zeit vertagt; stattdessen wurden dem EuGH
Fragen zur Rechtmäßigkeit des Prozesses zur
Ernennung neuer Richter vorgelegt. Der weitere
Verfahrensverlauf und das Ergebnis sind offen.
Im Februar 2022 wurden dem EuGH erneut zentrale Fragen
polnischer Gerichte zum Umgang mit Darlehen mit
Indexklauseln in Verfahren gegen die Tochtergesellschaft
zur Vorabentscheidung vorgelegt (C-138/22, C-139/22,
C-140/22); die Frist für Stellungnahmen der
Beteiligten läuft noch. Beim EuGH sind weitere
Vorabentscheidungsverfahren zu Darlehen mit
Indexierungsklauseln anhängig (C-80/21, C-81/21,
C-82/21), zwei davon betreffen Verfahren gegen die
Tochtergesellschaft. Entscheidungen sind noch nicht
ergangen.
Im zweiten Quartal 2022 hat die Tochtergesellschaft die
zweite Phase eines Pilotprojektes für
Vergleichsverträge beendet; diese Phase erfasste rund
1 500 Verträge und schloss mit einer Annahmequote von
etwa 12 % ab.
Vor dem Hintergrund der ausstehenden
Grundsatzentscheidungen des Obersten Gerichtshofs sowie des
EuGH ist die Höhe der bilanziellen Vorsorge für
diesen Themenkomplex stark ermessensbehaftet. Bis zum 31.
Dezember 2020 wurden Rechtsrisiken im Zusammenhang mit
Darlehensverträgen in Schweizer Franken mit
Indexklauseln gesamthaft gemäß IAS 37
berücksichtigt. Nunmehr werden nicht vollständig
zurückgeführte Schweizer-Franken Darlehen
überwiegend nach IFRS 9 abgebildet. Für bereits
vollständig zurückgeführte Darlehen und
Rechtskosten wurde die Bilanzierungsmethode nicht
angepasst; diese werden weiterhin gemäß IAS 37
bilanziert. Bei den noch nicht vollständig
zurückgeführten Darlehen werden die rechtlichen
Risiken unmittelbar bei der Schätzung der
Zahlungsströme im Bruttobuchwert der Forderungen
berücksichtigt. Die Bilanzierung nach IFRS 9 stellt
die Marktpraxis im Inlandsmarkt des Tochterunternehmens dar
und erhöht somit die Vergleichbarkeit zu
Abschlüssen anderer Marktteilnehmer sowie die
Vergleichbarkeit seitens des polnischen Regulators. Durch
die Anwendung von IFRS 9 anstelle des IAS 37 werden somit
relevantere Informationen vermittelt. Die
Bewertungsmethodik, anhand derer der Einfluss auf die aus
den Darlehen erwarteten Zahlungsströme geschätzt
wird, blieb verglichen zur bisherigen Bewertungsmethodik im
Wesentlichen unverändert.
Das zum 30. Juni 2022 bestehende Portfolio von nicht
vollständig zurückgeführten Darlehen in
Schweizer Franken hatte einen Buchwert in Höhe von 8,7
Mrd. polnischen Zloty; das bereits zurückgezahlte
Portfolio betrug bei Ausreichung 6,9 Mrd. polnische Zloty.
Insgesamt wurde im Konzern für die aus dem Komplex
entstehenden Risiken, einschließlich potenzieller
Vergleichszahlungen und der Sammelklage, eine bilanzielle
Vorsorge in Höhe von 940 Mio. Euro getroffen (31.
Dezember 2021: 899 Mio. Euro).
Die Methodik zur Ermittlung der Rückstellung
beziehungsweise der Bewertungsanpassung basiert auf
Parametern, welche vielfältig, ermessensbehaftet und
zum Teil mit erheblichen Unsicherheiten verbunden sind.
Wesentliche Parameter sind die geschätzte Gesamtanzahl
von Klägern, die Wahrscheinlichkeit, einen Prozess in
letzter Instanz zu verlieren, die Höhe des Verlustes
sowie die Entwicklung des Wechselkurses. Schwankungen der
Parameter sowie deren Interdependenzen können dazu
führen, dass die Vorsorge zukünftig der Höhe
nach wesentlich angepasst werden muss.
Eine weitere Komponente bei der Bestimmung der Vorsorge
ist die Erwartung bezüglich der Entwicklung der
Vergleichsgespräche. Zum Stichtag hat die
Tochtergesellschaft die Risiken im Zusammenhang mit
künftigen Vergleichszahlungen mit 215,7 Mio. Euro
berücksichtigt.
Zum Stichtag hat die Tochtergesellschaft das
Unterliegensrisiko auf Basis von Expertenschätzungen
geschätzt, die durch Rechtsgutachten zu künftigen
Rechtsprechungstendenzen gestützt werden.
Neue gesetzliche Regelungen in Polen erlauben es
Verbrauchern unabhängig von der
Vermögenssituation, bis Ende 2023 bis zu acht Mal ihre
monatlichen Ratenzahlungen für laufende
Hypothekenkredite auszusetzen. Die Bank rechnet damit, dass
60 % bis 80 % der voraussichtlich berechtigten
Darlehensnehmer von dieser Möglichkeit Gebrauch machen
werden.
Im April 2021 hat der Bundesgerichtshof in einem
Verfahren gegen eine andere Bank über den sogenannten
AGB-Änderungsmechanismus entschieden und die
entsprechenden Ziffern der AGB-Banken für unwirksam
erklärt. Dieser Mechanismus sah vor, dass die
Zustimmung des Kunden zu bestimmten Vertragsänderungen
nach einer bestimmten Frist angenommen wurde, wenn der
Kunde nicht widersprochen hatte. Die Bank hat die
Auswirkungen dieser Rechtsprechung auf ihre
Geschäftsbereiche und Produkte geprüft, da
aufgrund des AGB-Änderungsmechanismus eingeführte
oder erhöhte Entgelte für Verbraucher
möglicherweise unwirksam sein können.
Einzelne der oben genannten Verfahren können auch
Auswirkungen auf die Reputation der Commerzbank und ihrer
Tochtergesellschaften haben. Der Konzern bildet
Rückstellungen für diese Verfahren, soweit die
daraus resultierenden Verpflichtungen wahrscheinlich sind
und die Höhe der Verpflichtungen hinreichend genau
bestimmbar ist. Da die Entwicklung dieser Verfahren mit
erheblichen Unsicherheiten behaftet ist, kann nicht
ausgeschlossen werden, dass sich die gebildeten
Rückstellungen nach abschließenden
Verfahrensentscheidungen teilweise als unzureichend
erweisen. Infolgedessen können erhebliche
zusätzliche Aufwendungen entstehen. Dies trifft auch
auf rechtliche Verfahren zu, für die aus Sicht des
Konzerns keine Rückstellungen zu bilden waren. Der
endgültige Ausgang einzelner rechtlicher Verfahren
kann das Ergebnis und den Cashflow der Commerzbank in einer
bestimmten Berichtsperiode beeinflussen, schlimmstenfalls
ist nicht völlig auszuschließen, dass die daraus
eventuell resultierenden Verpflichtungen auch wesentlichen
Einfluss auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage
haben.
Weitere Informationen über rechtliche Verfahren
können der Note 34 zu den Rückstellungen und der
Note 35 zu den Eventualverbindlichkeiten und Kreditzusagen
des Zwischenabschlusses entnommen werden.
Compliance-RisikenIn den letzten Jahren hat die Commerzbank einen
Großteil der Feststellungen aus den Vergleichen mit
verschiedenen US-Behörden bezüglich
Verstöße gegen US-Sanktions- sowie
Geldwäschepräventionsbestimmungen abgearbeitet.
Bei der Umsetzung der vereinbarten
Implementierungspläne hat die Bank weiterhin gute
Fortschritte erzielt und den Großteil der
Maßnahmen abgearbeitet. Die Commerzbank stellt dem
DFS (Department of Financial Services) weiterhin
Quartalsberichte zur Verfügung, in denen über den
Fortschritt der Implementierungspläne berichtet wird.
Am 13. April 2022 erhielt die Commerzbank London von der
britischen Aufsichtsbehörde für
Finanzdienstleistungen Prudential Regulation Authority
(PRA) die Bestätigung, dass der Antrag auf
"Niederlassung in Drittländern" genehmigt wurde. Die
Genehmigung erlaubt es der Bank, im Vereinigten
Königreich weiterhin als Niederlassung der Commerzbank
AG tätig zu sein, die zuvor seit dem 1. Januar 2021
unter dem Temporary Permissions Regime (TPR)
(temporäres Berechtigungsverfahren) tätig war.
Mit dieser Genehmigung werden auch alle freiwilligen
Geschäftsbeschränkungen beendet, die während
der Überprüfung durch die britische Financial
Conduct Authority (FCA) ernannten "Skilled Person" in der
Niederlassung eingerichtet wurden.
Cyber-RisikenCyber-Risiken umfassen Risiken mit einer unmittelbaren
Sicherheitsrelevanz oder Risiken, die in eine
Sicherheitsrelevanz münden (jeweils im Cyberraum). Der
für die Commerzbank relevante Teil des Cyberraums
umfasst hierbei alle vernetzten IT-Umgebungen innerhalb der
Bank sowie außerhalb der Bank in Richtung Kunden,
Geschäftspartner und Dienstleister. Cyber-Risiken
beschäftigen sich demnach mit der digitalen
Repräsentation der Bank-Assets (Daten, Informationen)
innerhalb des Cyberraums.
Für Cyber-Risiken gelten uneingeschränkt die
strategischen Leitplanken aus der übergeordneten
Konzernrisikostrategie sowie der Cyber- und
Informationssicherheitsstrategie.
In der Commerzbank erfolgt die Steuerung der Cyber- und
Informationssicherheitsrisiken durch den Konzernbereich
"Group Risk Management - Cyber Risk & Information
Security" (GRM-CRIS) und obliegt der Hoheit des Group Chief
Information Security Officers (CISO). Neben bereits
etablierten Sicherheitsfunktionen (wie zum Beispiel das
Information Security Management System (ISMS) und das
Risikoreporting über Key Risk Indicators) liegt der
Fokus von GRM-CRIS auf dem angemessenen Management des
Cyber-Risikos sowie der Stärkung der Cyberresilienz
der Commerzbank (einschließlich der Information
Security Incident Management Fähigkeiten).
Zusätzlich adressiert GRM-CRIS die Wechselwirkungen
der Cyber- und Informationssicherheitsrisiken zu Risiken
aus anderen wesentlichen Risikobereichen wie zum Beispiel
das operationelle Risiko.
Die aktuelle Cyber-Risikolage ist von den geopolitischen
Spannungen rund um den Krieg in der Ukraine geprägt.
Die tatsächliche Bedrohungslage beschränkte sich
bislang auf branchenübergreifende Angriffe
pro-russischer und pro-ukrainischer Aktivisten.
Cyber-Angriffe und Sabotageaktionen durch staatliche
Akteure konzentrierten sich bislang auf die Ukraine. Die
Entwicklungen im Cyber-Umfeld werden in der Commerzbank von
einer interdisziplinären Taskforce (Top-Management und
Spezialisten aus GRM-CRIS und Group Technology Foundations
- GS-TF) kontinuierlich beobachtet.
Im Rahmen der Corona-Pandemie gibt es nach wie vor keine
neuen oder erweiterten Angriffsmethoden gegen die Bank und
ihre Mitarbeiter. Das gilt auch im Hinblick auf die
verstärkte "remote"-Nutzung von Bankressourcen, etwa
im Zusammenhang mit "Split Operations" oder "Homeoffice".
Im Dezember 2021 wurde eine Sicherheitslücke in
gewissen Versionen der weit verbreiteten
Java-Logging-Bibliothek Log4j bekannt. Damit ist es
Angreifern möglich, Schadcode auf betroffenen Systemen
auszuführen. Die Commerzbank hatte zu keinem Zeitpunkt
Produktionsstörungen oder eine Ausnutzung der Log4j
Schwachstelle zu verzeichnen. Die Commerzbank beobachtet
die Lage weiterhin, um auf ähnliche Angriffsmuster
oder neue Entwicklungen zeitnah reagieren zu können.
Im Cybercrime-Bereich ist in den letzten zwei Jahren
noch die zunehmende Verbreitung von "Ransomware"
hervorzuheben, auch wenn die Commerzbank davon bislang
nicht betroffen war. Unter Ransomware versteht man eine
spezielle Art von Schadsoftware, die den Zugriff auf
IT-Geräte sperrt oder darauf enthaltene Daten
verschlüsselt und anschließend vom Opfer ein
Lösegeld für die Wiederherstellung verlangt. Das
signifikante Schadenspotential solcher Attacken
verdeutlicht eine Reihe von aktuellen Vorfällen, bei
denen dadurch Lieferketten gestört wurden. Durch eine
enge Verzahnung der 1st und 2nd
Line-of-Defense-(LoD-)Aktivitäten im Bereich der
Cyber-Bedrohungsanalyse inklusive der entsprechenden
Schutzmaßnahmen und Incident-Management-Prozesse wird
die Bank weiterhin angemessenen vor Ransomware-Attacken
geschützt.
ModellrisikoUnter Modellrisiko wird das Risiko von fehlerhaften
Steuerungsentscheidungen aufgrund einer nicht sachgerechten
Abbildung der Wirklichkeit durch die verwendeten Modelle
verstanden. Als Ursachen für Modellrisiken
unterscheiden wir zwischen Modellrisiko aus
Überschreitungen der Modellgrenzen und Modellrisiko
aus Modellfehlern (handwerkliche Fehler bei der
Modellentwicklung/-implementierung). Analog zum Fokus der
Gesamtrisikostrategie, eine ausreichende Kapital- und
Liquiditätsausstattung der Bank sicherzustellen,
stehen für die Risikosteuerung die Modelle zur
Beurteilung der Risikotragfähigkeit (Kapitalbedarf
nach den Regularien des Baseler Rahmenwerks beziehungsweise
ökonomisch gemessener Kapitalbedarf) sowie der
Liquiditätsausstattung im Mittelpunkt.
Die Grundprinzipien der Modellrisikosteuerung sind die
Identifizierung und Vermeidung von Modellrisiken sowie die
angemessene Berücksichtigung bekannter Modellrisiken
(zum Beispiel durch konservative Kalibrierung oder
Berücksichtigung von Sicherheitsmargen beziehungsweise
Modellreserven). Nicht bekannte und daher nicht
mitigierbare Modellrisiken werden in Kauf genommen als
inhärentes Risiko der Komplexität des
Geschäftsmodells der Commerzbank. Hinsichtlich der
Governance im Rahmen der Modellrisikosteuerung werden
Anforderungen zu Modellvalidierung und
Modelländerungen festgelegt.
Die immer noch andauernde Corona-Pandemie mit ihren
erheblichen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen
Auswirkungen sowie der mitigierenden Unterstützung
durch die Staaten und der Krieg in der Ukraine mit seinen
geopolitischen Auswirkungen stellen die eingesetzten
Risikomodelle vor Herausforderungen. Die Commerzbank hat
eine Reihe von Maßnahmen eingeleitet, um dem
erhöhten Modellrisiko zu begegnen und eine angemessene
Steuerung auch in der aktuellen Phase sicherstellen zu
können.
Das Management der Modellrisiken wird aktuell weiter
gestärkt. Dies betrifft sowohl Aspekte der Governance
als auch den Umfang der Monitoring- und
Validierungsaktivitäten. Außerdem werden aktuell
strategisch relevante Modelle grundsätzlich
überarbeitet (diverse Kreditrisikomodelle). In diesem
Zusammenhang spielen hohe Standards bei der
Modellentwicklung und der initialen Validierung eine
große Rolle.
Weitere RisikenIm Laufe der letzten Monate gingen vermehrt
gefährliche Briefsendungen bei Filialen,
Tochtergesellschaften und Kunden der Commerzbank ein,
verbunden mit Erpressungsversuchen.
Zur Bewältigung der umfangreichen Einsatz- und
Ermittlungsmaßnahmen ist beim Polizeipräsidium
Mittelfranken eine besondere Aufbauorganisation (BAO) mit
dem Namen "Klammer" gebildet worden. Die Commerzbank steht
im ständigen Austausch mit der Polizeiführung der
BAO "Klammer" und folgt nach fortlaufender polizeilicher
Risikobewertung vollumfänglich deren Empfehlungen.
Durch die abgestimmte polizeitaktische Variante der
Nichterfüllung und des Vorgehens im Rahmen des
Zugriffskonzeptes, wurden Schutzmaßnahmen in Form
eines eng abgestimmten Kommunikationskonzeptes zwischen
Polizei, Staatsanwaltschaft und Commerzbank veranlasst. In
diesem Presse-/Öffentlichkeitsarbeits-Konzept wurden
die Allgemeinheit, Kunden, Mitarbeiter und Poststellen
gewarnt und Verhaltensempfehlungen zur Verfügung
gestellt.
Diese Maßnahmen werden anlassbezogen
beziehungsweise in kurzen Zeitabständen wiederholt, um
so gefahrenminimierend zu agieren.
DisclaimerDie in der Commerzbank eingesetzten Methoden und Modelle
zur internen Risikomessung, die die Grundlage für die
Berechnung der im Bericht dargestellten Zahlen bilden,
entsprechen dem aktuellen Erkenntnisstand und orientieren
sich an der Praxis der Bankenbranche. Die mit den
Risikomodellen ermittelten Ergebnisse sind zur Steuerung
der Bank geeignet. Die Messkonzepte unterliegen einer
regelmäßigen Überprüfung durch das
Risikocontrolling und durch die interne Revision sowie
durch die deutschen und europäischen
Aufsichtsbehörden. Trotz sorgfältiger
Modellentwicklung und regelmäßiger Kontrolle
können
Modelle nicht alle in der Realität wirksamen
Einflussfaktoren vollständig erfassen und deren
komplexes Verhalten einschließlich Wechselwirkungen
abbilden. Diese Grenzen der Risikomodellierung gelten
insbesondere für Extremsituationen. Ergänzende
Stresstests und Szenarioanalysen können nur
beispielhaft zeigen, welchen Risiken ein Portfolio unter
extremen Marktsituationen unterliegen kann; eine
Untersuchung aller denkbaren Szenarios ist jedoch auch bei
Stresstests nicht möglich. Sie können keine
endgültige Einschätzung des maximalen Verlusts im
Falle eines Extremereignisses geben.
ZwischenabschlussGewinn- und-Verlust-Rechnungscrollen
scrollen
Das nach IAS 33 errechnete Ergebnis je Aktie basiert auf
dem den Commerzbank-Aktionären zurechenbaren
Konzernergebnis (siehe Note 18). Im laufenden
Geschäftsjahr sowie im Vorjahr waren keine Wandel-
oder Optionsrechte im Umlauf. Das verwässerte Ergebnis
je Aktie war daher mit dem unverwässerten identisch.
Zusammengefasste Gesamtergebnisrechnungscrollen
BilanzAktivascrollen
Passivascrollen
Eigenkapitalveränderungsrechnungscrollen
scrollen
scrollen
scrollen
AT-1-AnleiheIm zweiten Quartal 2021 wurde die dritte AT-1-Anleihe
aus dem Emissionsprogramm erfolgreich begeben. Die Anleihe
hat ein Volumen von 500 Mio. Euro und einen festen Kupon
von 4,25 % pro Jahr. Das Instrument hat eine unbestimmte
Laufzeit und einen frühestmöglichen
Kündigungstermin im Zeitraum von Oktober 2027 bis
April 2028.
Sonstige VeränderungenFür das Geschäftsjahr 2021 wurde keine
Dividende ausgeschüttet.
Auf die Anderen Rücklagen entfielen zum 30. Juni
2022 keine wesentlichen Effekte aus zur
Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten und
Vermögenswerten aus Veräußerungsgruppen.
Die wesentlichen Veränderungen der Rücklage
aus der Währungsumrechnung resultierten im laufenden
Geschäftsjahr aus den Währungen US-Dollar,
polnischer Zloty, britisches Pfund und russischer Rubel.
In den Sonstigen Veränderungen sind, neben der im
Vorjahr begebenen AT-1-Anleihe, im Wesentlichen
Veränderungen aus erfolgsneutralen Steuern enthalten.
Kapitalflussrechnung (verkürzte Darstellung)scrollen
Für den Commerzbank-Konzern ist die
Aussagefähigkeit der Kapitalflussrechnung als gering
anzusehen. Die Kapitalflussrechnung ersetzt für uns
weder die Liquiditäts- beziehungsweise Finanzplanung
noch wird sie als Steuerungsinstrument eingesetzt.
Anhang(ausgewählte Notes)Allgemeine Grundlagen(1) RechnungslegungsgrundsätzeDer Commerzbank-Konzern hat seinen Sitz in Frankfurt am
Main. Das Mutterunternehmen ist die Commerzbank
Aktiengesellschaft, die beim Amtsgericht Frankfurt am Main
im Handelsregister mit der Nummer HRB 32000 eingetragen
ist. Unser Zwischenabschluss zum 30. Juni 2022 wurde im
Einklang mit § 315e HGB und der Verordnung (EG) Nr.
1606/2002 (IAS -Verordnung) des Europäischen
Parlaments und des Rats vom 19. Juli 2002 aufgestellt.
Ebenso kamen weitere Verordnungen zur Übernahme
bestimmter internationaler Rechnungslegungsstandards auf
der Grundlage der vom International Accounting Standards
Board (IASB) verabschiedeten und veröffentlichten
International Financial Reporting Standards (IFRS) und
deren Auslegungen durch das IFRS Interpretations Committee
zur Anwendung. Der Zwischenabschluss berücksichtigt
insbesondere auch die Anforderungen des IAS 34 an die
Zwischenberichterstattung.
Alle für das Geschäftsjahr 2022 in der EU
verpflichtend anzuwendenden Standards und Interpretationen
wurden berücksichtigt. Von der vorzeitigen Anwendung
von Standards und Interpretationen, die erst ab dem
Geschäftsjahr 2023 oder später umzusetzen sind,
haben wir abgesehen.
Der Zwischenlagebericht einschließlich des
separaten Zwischenrisikoberichts gemäß §
315 HGB ist auf den Seiten 9 bis 37 unseres
Zwischenberichts veröffentlicht.
Die Rechnungslegung im Commerzbank-Konzern erfolgt nach
konzerneinheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden.
Für die Vollkonsolidierung sowie für die
at-Equity-Bewertung verwenden wir im Wesentlichen zum 30.
Juni 2022 erstellte Abschlüsse.
Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden(4) Änderungen Bilanzierungs- und BewertungsmethodenIn diesem Zwischenbericht wenden wir die gleichen
Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sowie
Konsolidierungsmethoden wie in unserem Konzernabschluss zum
31. Dezember 2021 an (vergleiche Geschäftsbericht
2021, Seite 161 ff.)
Der Konzernabschluss wird in Euro, der
Berichtswährung des Konzerns, erstellt. Alle
Beträge sind, sofern nicht gesondert darauf
hingewiesen wird, in Mio. Euro dargestellt. Alle
Beträge unter 500 000,00 Euro werden als Null
beziehungsweise Nullsalden mit einem Strich dargestellt.
Aufgrund von Rundungen ist es in Einzelfällen
möglich, dass sich einzelne Zahlen nicht exakt zur
angegebenen Summe addieren.
Für allgemeine Erläuterungen und
Beschreibungen der einzelnen Posten in der Gewinn-
und-Verlust-Rechnung und der Bilanz verweisen wir auf den
Geschäftsbericht 2021.
(2) Neue und geänderte StandardsIm ersten Halbjahr 2022 lagen keine für den
Commerzbank Konzern anzuwendenden wesentlichen neuen oder
geänderten Standards vor. Für weitere
Informationen zu neuen und geänderten Standards
verweisen wir auf unseren Geschäftsbericht 2021, Seite
158 ff.
(3) NachtragsberichtAm 15. Juli 2022 hat unsere Tochtergesellschaft mBank in
Polen angekündigt, dass sie im dritten Quartal 2022
mit negativen Erträgen in Höhe von 1,0 bis 1,4
Mrd. polnischen Zloty infolge der am 14. Juli 2022
gesetzlich eingeführten Möglichkeit von Zins- und
Tilgungsstundungen für private
Immobilienfinanzierungen (Credit Holidays) rechnet. Dies
entspricht umgerechnet rund 210 bis 290 Mio. Euro, welche
das Operative Ergebnis des Commerzbank Konzerns im dritten
Quartal 2022 belasten werden.
(5) KonsolidierungskreisIm ersten Halbjahr 2022 sind keine wesentlichen
Gesellschaften neu in den Konsolidierungskreis einbezogen
worden. Ebenfalls wurden keine Gesellschaften von
wesentlicher Bedeutung veräußert, liquidiert
oder aufgrund sonstiger Gründe nicht mehr
konsolidiert.
Erläuterungen zur Gewinn- und-Verlust-Rechnung(6) Zinsüberschussscrollen
(7) Dividendenerträgescrollen
(8) Risikoergebnisscrollen
Das Risikoergebnis beinhaltet erfolgswirksame
Risikovorsorgeveränderungen für bilanzielle und
außerbilanzielle Finanzinstrumente, auf die das
Impairmentmodell des IFRS 9 anzuwenden ist. Dies umfasst
auch Risikovorsorgeauflösungen bei bilanziellen
Abgängen aus planmäßigen
Rückzahlungen, Zuschreibungen und Eingänge auf
bereits abgeschriebene Forderungen sowie
Direktabschreibungen, die nicht Ergebnis einer
substanziellen Modifikation sind. Darüber hinaus sind
erfolgswirksame Risikovorsorgeänderungen für
bestimmte außerbilanzielle Geschäfte
berücksichtigt, die keine Finanzgarantien im Sinne des
IFRS 9 darstellen (bestimmte Avale, Akkreditive, siehe Note
35).
Informationen zur Organisation des Risikomanagements und
zu relevanten Kennzahlen sowie weitere Analysen und
Erläuterungen des erwarteten Kreditverlusts und zu den
gebildeten Top-Level-Adjustments (TLA) können dem
Zwischenlagebericht dieses Zwischenberichts (siehe Seite 9
ff. und Note 26) entnommen werden.
Die Commerzbank hat im ersten Halbjahr 2022 ein TLA
für direkte Effekte aus dem Russland-Ukraine-Krieg
("Russland-TLA") gebildet. Darüber hinaus hat die
Commerzbank ein weiteres sogenanntes
"Sekundäreffekte-TLA" für Sekundäreffekte
aus der Corona-Pandemie und der Russland-Ukraine-Krieg
gebildet. Im ersten Halbjahr 2022 betragen die
Zuführungen zum Russland-TLA -178 Mio. Euro und zum
Sekundäreffekte-TLA -386 Mio. Euro. Das Corona-TLA mit
einem Bestand von 523 Mio. Euro per 31. Dezember 2021 wurde
hingegen im ersten Halbjahr 2022 aufgelöst
beziehungsweise verbraucht.
(9) Provisionsüberschussscrollen
Die Aufteilung der Provisionserträge nach Art der
Dienstleistung und Segmenten auf Grundlage des IFRS 15
stellt sich wie folgt dar:
scrollen
scrollen
(10) Ergebnis aus erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeitenscrollen
(11) Ergebnis aus Sicherungszusammenhängenscrollen
(12) Übriges Ergebnis aus Finanzinstrumentenscrollen
(13) Sonstiges Ergebnisscrollen
(14) Verwaltungsaufwendungenscrollen
scrollen
scrollen
Im Geschäftsjahr 2021 sind in den Abschreibungen
auf immaterielle Vermögenswerte
außerplanmäßige Abschreibungen in
Höhe von 200 Mio. Euro enthalten. Der Grund für
die außerplanmäßigen Abschreibungen war
die Entscheidung der Commerzbank, das Projekt zur
Auslagerung der Wertpapierabwicklung an die HSBC
Transaction Services GmbH zu beenden.
(15) Pflichtbeiträgescrollen
(16) Restrukturierungsaufwendungenscrollen
Die Restrukturierungsaufwendungen im ersten Halbjahr des
Vorjahres resultierten im Wesentlichen aus der Bildung von
Restrukturierungsrückstellungen für
Personalmaßnahmen im In- und Ausland. Der Vorstand
hatte im ersten Quartal 2021 mit dem Gesamtbetriebsrat die
Umsetzung eines vorgezogenen Freiwilligenprogramms für
den Abbau von rund 1 700 Vollzeitstellen in der Commerzbank
AG Inland im Zusammenhang mit der Strategie 2024
vereinbart.
Anfang Mai 2021 hat sich die Bank mit den
Arbeitnehmergremien auf einen Rahmeninteressenausgleich zur
Umsetzung der Strategie 2024 und einen Rahmensozialplan
geeinigt, der die Grundlage für einen möglichst
sozialverträglichen Stellenabbau im Inland bildet.
(17) Steuern vom Einkommen und vom ErtragZum 30. Juni 2022 belief sich der Konzernsteueraufwand
auf 425 Mio. Euro (Vorjahreszeitraum: -43 Mio. Euro). Unter
Berücksichtigung des Ergebnisses vor Steuern von 1 250
Mio. Euro (Vorjahreszeitraum: -406 Mio. Euro) ergab sich
eine Konzernsteuerquote von 34,0 % (Vorjahreszeitraum: 10,5
%) (Konzernertragsteuersatz: 31,5 %, Vorjahr: 31,5 %). Der
Konzernsteueraufwand im laufenden Geschäftsjahr 2022
resultiert im Wesentlichen aus latentem Steueraufwand aus
der Veränderung temporärer Differenzen, aus
laufendem Steueraufwand des mBank Teilkonzerns für die
Berichtsperiode sowie gegenläufig aus latentem
Steuerertrag aus der Aktivierung latenter Steuerforderungen
auf steuerliche Verlustvorträge. Im Vorjahr ergab sich
per zweitem Quartal eine niedrige Steuerquote im
Wesentlichen aus aperiodischen Steueraufwendungen aufgrund
der Bildung von zusätzlichen Rückstellungen
für Steuerrisiken.
(18) Ergebnis je Aktiescrollen
Das nach IAS 33 errechnete Ergebnis je Aktie basiert auf
dem den Commerzbank-Aktionären zurechenbaren
Konzernergebnis und wird als Quotient aus dem
Konzernergebnis und dem gewichteten Durchschnitt der
während des Geschäftsjahres in Umlauf
befindlichen Aktienzahl ermittelt. Im laufenden
Geschäftsjahr sowie im Vorjahr waren keine Wandel- und
Optionsrechte im Umlauf. Das verwässerte Ergebnis je
Aktie war daher mit dem unverwässerten identisch. Die
Zusammensetzung des Operativen Ergebnis ist in der
Segmentberichterstattung (siehe Note 36) definiert.
Erläuterungen zur BilanzFinanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten(19) Finanzielle Vermögenswerte - Amortised Costscrollen
(20) Finanzielle Verbindlichkeiten - Amortised Costscrollen
In den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres
2022 wurden neue Emissionen mit einem Volumen von 3,1 Mrd.
Euro (Vorjahreszeitraum 0,8 Mrd. Euro) begeben. Im gleichen
Zeitraum belief sich das Volumen fälliger Emissionen
auf 2,7 Mrd. Euro (Vorjahreszeitraum: 3,5 Mrd. Euro). Im
aktuellen Geschäftsjahr wurde eine regulatorisch nicht
mehr anrechenbare Emission mit einem Nominalvolumen in
Höhe von 0,1 Mrd. Euro zurückgekauft.
Rückzahlungen gab es darüber hinaus sowie im
Vorjahreszeitraum nicht.
Die Commerzbank nimmt seit 2020 an der dritten Reihe
gezielter längerfristiger
Refinanzierungsgeschäfte der EZB (TLTRO III) teil. Die
Verzinsung hängt von der Entwicklung des
Kreditvolumens in einem Benchmark Portfolio ab, das bei
Erreichen eines Schwellenwerts zu einer
Zinsvergünstigung führt. Die Commerzbank hat im
Jahr 2021 den Schwellenwert erreicht und
Zinsvergünstigungen in Anspruch genommen.
Die Vereinnahmung der Zinsen erfolgt grundsätzlich
ratierlich im Zinsergebnis bei korrespondierender
Kürzung der Refinanzierungsverbindlichkeit. Im
laufenden Geschäftsjahr 2022 wurden bisher insgesamt
Zinserträge von 178 Mio. Euro (Vorjahreszeitraum 254
Mio. Euro) vereinnahmt, davon 87 Mio. Euro
(Vorjahreszeitraum 168 Mio. Euro) zusätzliche
Zinsvergünstigungen aus der Erfüllung der
Kreditvolumenbedingung. Im Vorjahr waren zusätzlich
Beträge bezüglich des Jahres 2020 enthalten,
für die die Erfüllung der Kreditvolumenbedingung
erst im Jahr 2021 feststand.
(21) Finanzielle Vermögenswerte - Fair Value OCIscrollen
(22) Finanzielle Verbindlichkeiten - Fair Value Optionscrollen
Für Verbindlichkeiten, für die die Fair Value
Option angewendet wurde, betrug die in den ersten sechs
Monaten des Geschäftsjahres 2022 eingetretene
kreditrisikobedingte Änderung der Fair Values -255
Mio. Euro (Vorjahreszeitraum: 41 Mio. Euro). Kumuliert
belief sich die Veränderung auf -136 Mio. Euro
(Vorjahreszeitraum: 119 Mio. Euro).
Durch Abgänge finanzieller Verbindlichkeiten,
für die die Fair Value Option angewendet wurde, wurde
in der aktuellen Periode keine erfolgsneutrale Umgliederung
in der Gewinnrücklage erfasst (Vorjahreszeitraum: 0
Mio. Euro).
In den begebenen Schuldverschreibungen sind die
Emissionen von Green Bonds der Commerzbank enthalten. Die
Commerzbank hat im Juni 2022 erfolgreich einen weiteren
Green Bond mit einem Emissionsvolumen von 500 Mio. Euro
begeben. Es ist bereits der dritte eigene Green Bond der
Bank nach der ersten Emission im Oktober 2018 und der
zweiten Emission im September 2020. Die kündbare,
nicht bevorrechtigte, nicht nachrangige Schuldverschreibung
(Callable Non-Preferred Senior Bond) hat einen
Festzinszeitraum bis September 2026 mit einem festen Kupon
von 3,00 % pro Jahr.
In den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres
2022 wurden neue Emissionen mit einem Volumen von 0,5 Mrd.
Euro begeben (Vorjahreszeitraum: 0,1 Mrd. Euro). Ein
nennenswertes Volumen fälliger Emissionen sowie
Rückzahlungen gab es in der aktuellen Berichtsperiode
sowie im Vorjahreszeitraum nicht.
(23) Finanzielle Vermögenswerte - Mandatorily Fair Value P&Lscrollen
(24) Finanzielle Vermögenswerte - Held for Tradingscrollen
(25) Finanzielle Verbindlichkeiten - Held for Tradingscrollen
Kreditrisiken und Kreditverluste(26) Kreditrisiken und KreditverlusteGrundsätze und BewertungenUnter IFRS 9 werden Wertminderungen aufgrund von
Kreditrisiken bei Kreditgeschäften und Wertpapieren,
die nicht erfolgswirksam zum Fair Value zu bewerten sind,
anhand eines 3-stufigen Modells auf Basis erwarteter
Kreditverluste erfasst.
In den Anwendungsbereich dieses Wertminderungsmodells
fallen im Commerzbank-Konzern folgende Finanzinstrumente:
scrollen
Die Ermittlung der Wertminderungen erfolgt anhand eines
3-stufigen Modells:
In Stage 1 werden grundsätzlich alle
Finanzinstrumente erfasst, deren Risiko eines
Kreditausfalls (im Folgenden Ausfallrisiko) sich seit ihrem
erstmaligen Bilanzansatz nicht signifikant erhöht hat.
Darüber hinaus enthält Stage 1 sämtliche
Geschäfte, die am Berichtsstichtag ein geringes
Ausfallrisiko aufweisen, bei denen die Commerzbank von dem
Wahlrecht des IFRS 9 Gebrauch macht, auf die Beurteilung
einer signifikanten Erhöhung des Ausfallrisikos zu
verzichten. Dies sind grundsätzlich Wertpapiere, deren
internes Bonitätsrating am Berichtsstichtag im Bereich
des Investment Grade (entspricht Commerzbank-Rating 2,8
oder besser), liegt. Für Finanzinstrumente in Stage 1
ist eine Wertminderung in Höhe der erwarteten
Kreditverluste für die nächsten zwölf Monate
("12-month-Expected Credit Loss" beziehungsweise "ECL") zu
erfassen.
Stage 2 enthält diejenigen Finanzinstrumente, deren
Ausfallrisiko sich nach dem Zeitpunkt ihres erstmaligen
Bilanzansatzes signifikant erhöht hat und die zum
Berichtsstichtag nicht als Geschäfte mit geringem
Ausfallrisiko eingestuft werden. Neben der
geschäftsspezifischen Probability of Default
(PD)-Entwicklung definiert die Commerzbank weitere
qualitative Kriterien, bei deren Vorliegen eine
signifikante Erhöhung des Ausfallrisikos angenommen
wird. Die Zuordnung zu Stage 2 erfolgt dann unabhängig
von der individuellen PD-Entwicklung. Die Erfassung von
Wertminderungen erfolgt in Stage 2 mit den erwarteten
Kreditverlusten über die gesamte Restlaufzeit des
Finanzinstruments ("Lifetime Expected Credit Loss"
beziehungsweise "LECL").
Stage 3 werden Finanzinstrumente zugeordnet, die am
Berichtsstichtag als wertgemindert eingestuft werden. Als
Kriterium hierfür zieht die Commerzbank die Definition
für einen Kreditausfall (Default) gemäß
Artikel 178 CRR heran, sowie die ergänzende
EBA-Leitlinie zur Anwendung der Ausfalldefinition
gemäß Artikel 178 CRR. Diese Vorgehensweise ist
konsistent, da im Rahmen der ECL-Ermittlung ebenfalls aus
dem Baseler IRB-Ansatz abgeleitete, statistische
Risikoparameter verwendet werden, die an die Anforderungen
des IFRS 9 angepasst werden.
Für den Default eines Kunden können unter
anderem folgende Ereignisse ausschlaggebend sein:
scrollen
Für ausgefallene Finanzinstrumente in Stage 3 ist
ebenfalls der LECL als Wertminderung zu erfassen. Bei der
Ermittlung des LECL wird hier grundsätzlich nach
signifikanten und nicht signifikanten Fällen
unterschieden. Für nicht signifikante Geschäfte
(Volumen bis 5 Mio. Euro) erfolgt die Ermittlung auf Basis
statistischer Risikoparameter. Für signifikante
Geschäfte (Volumen größer 5 Mio. Euro) wird
der LECL als Erwartungswert der Verluste aus individuellen
Expertenschätzungen der zukünftigen Cashflows
unter Berücksichtigung mehrerer möglicher
Szenarien und deren Eintrittswahrscheinlichkeiten
ermittelt. Die Szenarien und Wahrscheinlichkeiten basieren
auf Einschätzungen von Sanierungs- und
Abwicklungsspezialisten. Für jedes Szenario -
unabhängig davon, ob es sich um ein Fortführungs-
oder Verwertungsszenario handelt - werden Zeitpunkte und
Höhen der erwarteten zukünftigen
Zahlungsströme geschätzt. Hierbei werden
zukunftsgerichtet sowohl die kundenspezifische als auch die
makroökonomische Situation (zum Beispiel
Devisenbeschränkungen, Devisenwertschwankungen,
Rohstoffpreisentwicklungen) und das Branchenumfeld
berücksichtigt. Basis der Schätzung sind auch
externe Informationen. Als Quellen sind hier unter anderem
Indizes (zum Beispiel World Corruption Index), Prognosen
(zum Beispiel des IWF), Informationen globaler
Vereinigungen von Finanzdienstleistern (zum Beispiel
Institute of International Finance) und
Veröffentlichungen von Ratingagenturen und
Wirtschaftsprüfungsgesellschaften zu nennen.
Liegt kein Ausfallkriterium mehr vor, gesundet das
Finanzinstrument und wird nach Einhaltung der
maßgeblichen Wohlverhaltensphase nicht mehr Stage 3
zugeordnet. Nach Gesundung erfolgt auf Basis aktualisierter
Ratinginformationen erneut die Beurteilung, ob sich das
Ausfallrisiko seit dem erstmaligen Bilanzansatz signifikant
erhöht hat, und die entsprechende Zuordnung zu Stage 1
oder Stage 2.
Finanzinstrumente, die bereits im Zeitpunkt ihres
erstmaligen Bilanzansatzes als wertgemindert im Sinne der
oben beschriebenen Definition einzustufen sind ("Purchased
or Originated Credit Impaired", beziehungsweise "POCI")
werden außerhalb des 3-stufigen Wertminderungsmodells
behandelt und somit keiner der drei Stages zugeordnet. Der
Erstansatz erfolgt zum Fair Value ohne Erfassung einer
Wertminderung unter Anwendung eines
bonitätsadjustierten Effektivzinssatzes. In den
Folgeperioden entspricht die Wertminderung der kumulierten
Veränderung des LECL nach dem Bilanzzugang. Auch im
Falle einer Gesundung bleibt der LECL Maßstab
für die Bewertung.
Forderungen werden bilanzwirksam abgeschrieben, sobald
diese uneinbringlich sind. Die Uneinbringlichkeit kann sich
zum einen im Abwicklungsprozess aufgrund verschiedener
objektiver Kriterien herausstellen. Dies kann
beispielsweise ein abgeschlossenes Insolvenzverfahren ohne
weitere Aussicht auf Zahlungen sein. Zum anderen werden
Kredite spätestens 720 Tage nach Fälligstellung
grundsätzlich als (teilweise) uneinbringlich
betrachtet und im Rahmen bestehender Risikovorsorge auf den
noch erzielbaren Rückzahlungsbetrag
(teil-)abgeschrieben. Die (Teil-)Abschreibung hat dabei
keine unmittelbaren Auswirkungen auf laufende
Beitreibungsmaßnahmen.
Beurteilung einer signifikanten Erhöhung des AusfallrisikosIn den Ratingsystemen der Commerzbank werden
sämtliche verfügbaren quantitativen und
qualitativen Informationen mit Relevanz für die
Prognose des Ausfallrisikos zur kundenspezifischen
Ausfallwahrscheinlichkeit (PD) verdichtet. Dieser
Größe liegt insbesondere eine statistisch
fundierte Auswahl und Gewichtung aller verfügbaren
Indikatoren zugrunde. Weiterhin fließen in die
gemäß den IFRS 9-Anforderungen adjustierten PD,
neben historischen Informationen und dem aktuellen
wirtschaftlichen Umfeld, insbesondere auch zukunftsbezogene
Informationen wie zum Beispiel die Prognose der Entwicklung
der makroökonomischen Rahmenbedingungen ein.
Die Commerzbank verwendet grundsätzlich die
Ausfallwahrscheinlichkeit (PD) als Messgröße
für die Beurteilung, ob sich das Ausfallrisiko eines
Finanzinstruments gegenüber dem Zugangszeitpunkt
signifikant erhöht hat. Durch die Verankerung der
Überprüfung des relativen Transferkriteriums in
den robusten Verfahren und Prozessen des konzernweiten
Kreditrisikomanagement-Frameworks der Bank (insbesondere
Kreditrisikofrüherkennung,
Überziehungscontrolling und Re-Rating-Prozess) wird
sichergestellt, dass eine signifikante Erhöhung des
Ausfallrisikos zuverlässig und zeitnah nach objektiven
Kriterien erkannt wird.
Darüber hinaus wendet die Commerzbank für die
Zuordnung zu Stage 2 zusätzliche qualitative Kriterien
an (unter anderem eine Überziehung größer
30 Tage und die Betreuung durch den Bereich Intensive Care
vorrangig gekoppelt mit bestimmten Ratingstufen sowie das
Eingehen von Zugeständnissen durch die Bank,
sogenannter Forbearance-Maßnahmen) an, bei deren
Vorliegen unabhängig von der PD ein signifikanter
Anstieg des Ausfallrisikos angenommen wird.
Für weiterführende Informationen zu Verfahren
und Prozessen sowie der Governance im
Kreditrisikomanagement der Commerzbank verweisen wir auf
die Ausführungen im Zwischenrisikobericht (Seite 19
ff.).
Die Überprüfung, ob am Berichtsstichtag eine
signifikante Erhöhung des Ausfallrisikos
gegenüber dem Zugangszeitpunkt des betreffenden
Finanzinstruments vorliegt, erfolgt zum Berichtsstichtag
grundsätzlich durch einen Vergleich der beobachteten
Ausfallwahrscheinlichkeit über die Restlaufzeit des
Finanzinstruments ("Lifetime-PD") mit der im
Zugangszeitpunkt erwarteten Lifetime-PD über den
selben Zeitraum. Im Einklang mit den IFRS-Anforderungen
erfolgt in bestimmten Teilportfolios der Vergleich zwischen
ursprünglicher und aktueller PD auf Basis der
Ausfallwahrscheinlichkeit über einen Zeitraum von
zwölf Monaten nach dem Berichtsstichtag
("12-month-PD"). In diesen Fällen erbringt die Bank
mithilfe von Äquivalenzanalysen den Nachweis, dass
keine materiellen Abweichungen gegenüber einer
Beurteilung anhand der Lifetime-PD auftreten.
Zur Bestimmung ob eine PD-Erhöhung gegenüber
dem Zugangszeitpunkt als "signifikant" einzustufen ist,
werden mit einem statistischen Verfahren differenziert nach
Ratingmodellen Schwellenwerte in Form von Ratingstufen
festgelegt, die einen kritischen Abweichungsgrad von der
mittleren PD-Entwicklung repräsentieren. Um eine
ökonomisch fundierte Stage-Zuordnung sicherzustellen,
werden dabei transaktionsspezifische
Einflussgrößen, wie die Höhe der PD im
Zugangszeitpunkt, die bisherige Laufzeit sowie die
Restlaufzeit des Geschäfts berücksichtigt. Die
Zuordnung zu Stage 2 erfolgt nahezu ausschließlich
über die Rating-Schwellenwerte.
Auf die Überprüfung, ob am Berichtsstichtag
eine signifikante Erhöhung des Ausfallrisikos
gegenüber dem Zugangszeitpunkt des betreffenden
Finanzinstruments vorliegt, verzichtet die Commerzbank
grundsätzlich für diejenigen Geschäfte, bei
denen am Berichtsstichtag ein geringes Ausfallrisiko
vorliegt (Wahlrecht des IFRS 9). Dies sind
grundsätzlich Wertpapiere, deren internes
Bonitätsrating am Berichtsstichtag im Bereich des
Investment Grade (entspricht Commerzbank-Rating 2,8 oder
besser) liegt.
Ein Rücktransfer von Finanzinstrumenten aus Stage 2
nach Stage 1 wird vorgenommen, wenn am Berichtsstichtag das
Ausfallrisiko gegenüber dem Zugangszeitpunkt nicht
mehr signifikant erhöht ist.
Ermittlung Expected Credit Loss (ECL)Die Commerzbank ermittelt den ECL als
wahrscheinlichkeitsgewichteten, unverzerrten und
diskontierten Erwartungswert zukünftiger
Kreditausfälle grundsätzlich über die
gesamte Restlaufzeit des jeweiligen Finanzinstruments.
Als "12-month-ECL" für die Erfassung von
Wertminderungen in Stage 1 wird dabei derjenige Teil des
LECL definiert, welcher aus Ausfallereignissen resultiert,
die innerhalb von zwölf Monaten nach dem
Berichtsstichtag erwartet werden.
Die Ermittlung des ECL erfolgt für Stage 1 und
Stage 2 sowie für die nicht signifikanten
Finanzinstrumente in Stage 3 einzelgeschäftsbasiert
unter Verwendung statistischer Risikoparameter, die aus dem
Baseler IRB-Ansatz abgeleitet und an die Anforderungen des
IFRS 9 angepasst wurden.
Wesentliche Hauptparameter sind dabei:
scrollen
Alle verwendeten Risikoparameter aus den internen
Modellen der Bank werden zur Erfüllung der
spezifischen IFRS 9-Anforderungen entsprechend angepasst
und der Prognosehorizont wird zur Abdeckung der
Gesamtlaufzeit der Finanzinstrumente entsprechend
erweitert. So werden beispielsweise bei der Prognose des
Exposureverlaufs über die Gesamtlaufzeit der
Finanzinstrumente insbesondere auch vertragliche und
gesetzliche Kündigungsrechte berücksichtigt.
Bei Kreditprodukten, die aus einem in Anspruch
genommenen Kreditbetrag und aus einer offenen Kreditlinie
bestehen und bei denen bei üblicher
Geschäftspraxis das Kreditrisiko nicht auf die
vertragliche Kündigungsfrist beschränkt wird (in
der Commerzbank betrifft dies insbesondere revolvierende
Produkte ohne vertraglich vereinbarte Tilgungsstruktur, wie
zum Beispiel Kontokorrentkredite und
Kreditkartenfazilitäten), ist der LECL über eine
verhaltensbezogene Laufzeit zu ermitteln, welche
typischerweise die maximale Vertragslaufzeit
übersteigt. Um eine empirisch fundierte Abbildung des
LECL im Einklang mit den IFRS 9-Anforderungen
sicherzustellen, nimmt die Commerzbank bei diesen Produkten
eine direkte Ermittlung des LECL auf Basis von realisierten
historischen Verlusten vor.
Grundsätzlich werden bei der IFRS 9-spezifischen
Schätzung der Risikoparameter neben historischen
Ausfallinformationen insbesondere auch das aktuelle
wirtschaftliche Umfeld (point-in-time Ausrichtung) sowie
zukunftsbezogene Informationen berücksichtigt.
Insbesondere werden dabei makroökonomische Prognosen
der Bank regelmäßig im Hinblick auf ihre
Auswirkungen auf die Höhe des ECL geprüft und in
die ECL-Ermittlung einbezogen.
Hierfür wird ein Baseline-Szenario zugrunde gelegt,
welches auf dem jeweils gültigen Konsensus (Prognosen
verschiedener Banken zu wesentlichen makroökonomischen
Einflussgrößen, wie zum Beispiel BIP-Wachstum
und Arbeitslosenquote) beruht und um weitere
modellrelevante makroökonomische Parameter
ergänzt wird. Das Baseline-Szenario gibt dabei
Bandbreiten vor.
Für die mBank wurde das der lokalen
Risikovorsorgeermittlung zugrundeliegende, polenspezifische
Szenario entsprechend auf Konsistenz geprüft.
Das Baseline-Szenario spiegelt die weiterhin bestehenden
Unsicherheiten aus der Corona-Pandemie sowie aus dem
Russland-Ukraine-Krieg wider. Das Baseline-Szenario
beinhaltet folgende wesentliche Annahmen.
Die globale wirtschaftliche Erholung wird durch
Belastungen und Unsicherheit im Zusammenhang mit dem
Russland-Ukraine-Krieg und der Corona-Pandemie behindert.
Die kriegsbedingten hohen Energiekosten haben erhebliche
negative Auswirkungen auf das BIP-Wachstum und treiben die
Inflation weiter in die Höhe. Es wird unterstellt,
dass Russland die Gasversorgung für westliche
Länder nicht signifikant gegenüber dem Stand vom
30. Juni 2022 reduziert. Die Auswirkungen durch die
Corona-Pandemie bleiben in der überwiegenden Mehrheit
gering oder moderat. Lockdowns im großen Stil
können in Europa verhindert werden. Die
Freizeitindustrie (Restaurants, Kinos, etc.) leidet in den
Wintermonaten unter Einschränkungen in kleinerem
Umfang. Die Null-Covid-Politik der Volksrepublik China
führt zur Schließung wichtiger internationaler
Schifffahrtshäfen und Beladestationen. Dies führt
anhaltend zu Unterbrechungen der Lieferketten und
steigenden Transportkosten. Die Probleme bei der Versorgung
mit Rohstoffen und Zwischenprodukten behindern die
industrielle Produktion und führen zu steigenden
Beschaffungspreisen (zum Beispiel für Papier, Holz,
Metalle, Öl). Angesichts der steigenden Inflation
erhöhen die Zentralbanken die Zinssätze, wodurch
die Wirtschaftstätigkeit zusätzlich unter Druck
gesetzt wird. Die starken Zinserhöhungen der
US-Notenbank führen zu einer Abkühlung der
Wirtschaft. Es werden keine neuen staatlichen
Förderprogramme eingeleitet. Auslaufende Programme
werden nicht verlängert oder ersetzt.
Der Anstieg der Energiekosten sowie die Unterbrechung
von Lieferketten lassen auch weiterhin negative
Auswirkungen auf die Ertrags- und Liquiditätssituation
der Unternehmen erwarten. Die aus unserer Sicht
bonitätsseitig am meisten betroffenen Branchen werden
die Automobil- und Metallindustrie sein.
Von steigenden Energiekosten und der erwarteten
wirtschaftlichen Abschwächung werden unmittelbar auch
die Privathaushalte, insbesondere unsere Kundengruppen
Private Kunden und Unternehmerkunden betroffen sein.
Das Baseline-Szenario berücksichtigt folgende
Annahmen zum Wachstum und zur Arbeitslosenquote:
scrollen
Die am 23. Juni 2022 veröffentlichten
makroökonomischen Prognosen der EZB sind etwas
positiver als das Baseline-Szenario der Commerzbank.
Aufgrund der nachfolgend beschriebenen Unsicherheiten wird
das zugrundeliegende Baseline-Szenario als angemessen
erachtet. Die Übersetzung des makroökonomischen
Baseline-Szenarios in Auswirkungen auf die Risikoparameter
basiert auf statistisch abgeleiteten Modellen.
Um der aktuellen Situation und den Unsicherheiten aus
der Corona-Pandemie und dem Russland-Ukraine-Krieg Rechnung
zu tragen, wurde eine ausreichende Einbindung der
relevanten Experten im Rahmen der existierenden Policies
sichergestellt. Potenzielle Effekte aus nicht linearen
Zusammenhängen zwischen unterschiedlichen
makroökonomischen Szenarien und dem LECL werden
mithilfe eines separat ermittelten Anpassungsfaktors
korrigiert. Der Faktor wurde im zweiten Quartal 2022
anlassbezogen überprüft und geringfügig
angehoben. In die Ermittlung des Faktors sind ein
pessimistisches und ein optimistisches Szenario
eingeflossen. Die Festlegung der Gewichtungen für die
einzelnen Szenarien erfolgt grundsätzlich ebenfalls
durch relevante Experten und ist im Rahmen einer Policy
geregelt.
In dem pessimistischen Szenario wurde angenommen, dass
sich die westlichen Länder als Reaktion auf den
Russland-Ukraine-Krieg selbst darauf einigen, keine Energie
mehr aus Russland zu importieren. Öl- und Gaspreise
steigen weiterhin stark. Lieferketten werden sowohl direkt
als auch indirekt belastet, da Vorprodukte aus Russland und
der Ukraine nicht verfügbar sind und die hohen
Energiekosten zu Herstellungs- und Transportproblemen
führen. Die deutsche Wirtschaft leidet
überdurchschnittlich stark, da ein Wegfall russischer
Energie kurzfristig schwer kompensierbar ist. Die Kaufkraft
privater Haushalte sinkt aufgrund stark gestiegener
Inflation. Das Szenario sieht auch vor, dass die USA 2022
in eine Rezession gehen, die sich 2023 noch verstärkt.
Dieses Szenario ist insbesondere auch dadurch geprägt,
dass die schlechte wirtschaftliche Lage über mehrere
Jahre anhält. Neben zusätzlichen
Kreditausfällen würde in diesem Szenario der
geschätzte Expected Credit Loss Stage 1 und 2 um 0,9
Mrd. Euro steigen.
In dem optimistischen Szenario wurde angenommen, dass
ein Waffenstillstand zwischen Russland und der Ukraine
erzielt wird und Friedensverhandlungen aufgenommen werden.
Das Risiko einer erneuten Eskalation nimmt stetig ab und
die Energiepreise sinken leicht. Corona-Infektionen
können weltweit reduziert werden und keine neuen
Virusmutationen treten auf. China lockert seine
Zero-Covid-Politik und Lieferkettenprobleme verschwinden
weitgehend. In diesem optimistischen Szenario würde
sich der geschätzte Expected Credit Loss Stage 1 und 2
um 0,3 Mrd. Euro reduzieren.
Nachstehende Tabelle gibt einen Überblick über
die wichtigsten zugrundeliegenden makroökonomischen
Parameter im optimistischen und im pessimistischen
Szenario:
scrollen
Bei der Ermittlung des Expected Credit Loss sind
außerdem zusätzliche Effekte über ein
separat ermitteltes Adjustment auf das IFRS
9-ECL-Modellergebnis zu berücksichtigen, die aus
Szenarien oder Ereignissen resultieren, die nicht im Rahmen
der Modellierung des dargestellten IFRS
9-ECL-Parameter-Sets abgebildet werden (dies kann
singuläre Ereignisse betreffen, wie zum Beispiel
Naturkatastrophen, materielle politische Entscheidungen,
militärische Konflikte). Die Prüfung der
Notwendigkeit solcher Top-Level Adjustments (TLA) unter
Einbindung des Senior Managements und die etwaige Umsetzung
sind in einer Policy geregelt.
Im ersten Halbjahr 2022 wurde eine solche Anpassung des
IFRS 9-ECL-Modellergebnisses aufgrund des
Russland-Ukraine-Krieg und aus den Folgewirkungen der
Corona-Pandemie als notwendig erachtet. Die in den
entsprechenden Modellen verwendeten Parameter reflektierten
weder die direkten Auswirkungen aus dem
Russland-Ukraine-Krieg für Kunden aus den betroffenen
Ländern noch die indirekten beziehungsweise
sekundären Effekte aus der Corona-Pandemie sowie aus
dem Russland-Ukraine-Krieg.
Für das Russland-TLA wurden durch Experten der
Marktfolge Verlusterwartungen für Exposures des
Länderrisikoportfolios Russland, Belarus und der
Ukraine zu Grunde gelegt und daraus Verlustraten berechnet.
Erwartete Sekundäreffekte aus der Corona-Pandemie und
der Russland-Ukraine-Krieg lassen sich nicht mehr eindeutig
jeweils einer Ursache zuordnen. Dies erfordert die Bildung
eines Sekundäreffekte-TLA. Die Methodik zur Ermittlung
des Anpassungsbedarfs des ECL-Modellergebnisses entspricht
der Methodik zur Ermittlung des Corona-TLA in 2021.
Die Auswirkungen der Anpassungen auf die Stufenzuordnung
wurden bei der Ermittlung des TLA berücksichtigt. Die
Buchung erfolgte portfoliobasiert. Sie wird in der
Darstellung der Risikovorsorgeentwicklung in der Zeile
"Parameterveränderungen / Modellveränderungen"
ausgewiesen. Pauschale Stufentransfers von
Einzelgeschäften wurden nicht vorgenommen.
Zusätzlich zu den beschriebenen und in die
Ermittlung des ECL zum 30. Juni 2022 eingeflossenen
makroökonomischen Szenarien und Szenariogewichtungen
sowie den per 30. Juni 2022 berücksichtigten TLA, hat
die Commerzbank in einer Szenarioanalyse mögliche
Auswirkungen von Bonitätsverschlechterungen, die einer
Rationierung der Gasversorgung aufgrund wesentlicher
Verknappung der russischen Gasversorgung bis hin zum
Gaslieferungsstopp folgen könnten, simuliert. Das
simulierte Szenario unterstellt gleichzeitig direkte oder
indirekte staatlichen Unterstützungsmaßnahmen
für eventuell betroffene Haushalte und Unternehmen und
basiert auf der Annahme von verschlechterten
volkswirtschaftlichen Prognosen für das BIP
Deutschland für 2022 von -2,7% und für 2023 von
-1,1% sowie Arbeitslosenquoten von 6,6% in 2022 und 6,8% in
2023. Die Analyse zeigt für dieses Szenario einen
zusätzlichen negativen Effekt von 0,5 - 0,6 Mrd. Euro.
Dieser unter Anwendung der für das
Sekundäreffekte-TLA genutzten Methodik ermittelte
Effekt ist berechnet als zusätzlicher TLA-Bedarf zu
den im Abschluss zum 30. Juni 2022 berücksichtigten
TLA, falls ein solches Szenario zukünftig zu
unterstellen wäre.
Weitere Informationen zum Thema ECL und TLA enthält
der Zwischenrisikobericht (siehe Seite 19 ff.). Zur
Ermittlung der gesamten Risikovorsorge im Konzern ist es
erforderlich Annahmen zu treffen, die insbesondere in einem
dynamischen Umfeld hohen Schätzunsicherheiten
unterliegen.
Zum Berichtsstichtag beläuft sich der auf Grundlage
des zuvor beschriebenen Baseline-Szenarios ermittelte
Expected Credit Loss Stage 1 und 2 (inklusive der darin
enthaltenen Russland-TLA (178 Mio. Euro) und
Sekundäreffekte-TLA (386 Mio. Euro)) auf 1,6 Mrd.
Euro.
Insgesamt entwickelten sich die Wertberichtigungen
für Risiken aus finanziellen Vermögenswerten und
die Rückstellungen für außerbilanzielle
Geschäfte wie folgt:
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scrollen
Die Aufteilung nach Stages stellte sich im laufenden
Geschäftsjahr wie folgt dar:
scrollen
Zum 31. Dezember 2021 stellte sich die Aufteilung wie
folgt dar:
scrollen
Sonstige Erläuterungen zu Finanzinstrumenten(27) IFRS 13 Bewertungshierarchien und AngabepflichtenHierarchie der Fair ValuesNach IFRS 13 werden Finanzinstrumente in die dreistufige
Bewertungshierarchie zum Fair Value eingestuft:
scrollen
Bezüglich der für Kreditinstitute relevanten
Methoden der Modellbewertung (Level 2 und 3) unterscheidet
IFRS 13 den marktbasierten Ansatz (Market Approach) und den
einkommensbasierten Ansatz (Income Approach). Der Market
Approach umfasst Bewertungsmethoden, die auf Informationen
über identische oder vergleichbare Vermögenswerte
und Schulden zurückgreifen.
Der Income Approach spiegelt die heutigen Erwartungen
über zukünftige Zahlungsströme, Aufwendungen
oder Erträge wider. Zum Income Approach zählen
auch Optionspreismodelle. Diese Bewertungen unterliegen in
höherem Maße den Einschätzungen des
Managements. Dabei werden in größtmöglichem
Umfang Marktdaten oder Daten Dritter und in geringem
Maße unternehmensspezifische Eingangswerte
herangezogen.
Alle Fair Values unterliegen den internen Kontrollen und
Verfahren des Commerzbank-Konzerns, in denen die Standards
für deren unabhängige Prüfung oder
Validierung festgelegt sind. Diese Kontrollen und Verfahren
werden von der Independent Price Verification Group (IPV)
innerhalb der Risikofunktion durchgeführt
beziehungsweise koordiniert. Die Modelle, die
einfließenden Daten und die daraus resultierenden
Fair Values werden regelmäßig vom
Senior-Management und der Risikofunktion
überprüft.
AngabepflichtenIm Folgenden wird unterschieden in:
a) Zum Fair Value bilanzierte Finanzinstrumente (Fair
Value OCI, Fair Value Option, Mandatorily Fair Value
P&L und Held for Trading);
b) Zu Amortised Cost bilanzierte Finanzinstrumente.
Die jeweiligen Angabepflichten dieser Finanzinstrumente
leiten sich aus IFRS 7 und IFRS 13 ab.
a) Zum Fair Value bilanzierte FinanzinstrumenteDer Fair Value eines Vermögenswertes ist nach IFRS
13 der Betrag, zu dem dieser zwischen
sachverständigen, vertragswilligen und voneinander
unabhängigen Geschäftspartnern verkauft werden
könnte. Der Fair Value entspricht somit einem
Veräußerungspreis. Für Verbindlichkeiten
ist der Fair Value definiert als der Preis, zu dem die
Schuld im Rahmen einer geordneten Transaktion an einen
Dritten übertragen werden könnte.
Für die Bewertung von Verbindlichkeiten ist zudem
das eigene Bonitätsrisiko (Own Credit Spread) zu
berücksichtigen. Sofern Sicherheiten von Dritten
für unsere Verbindlichkeiten gestellt werden (zum
Beispiel Garantien), sind diese bei der Bewertung
grundsätzlich nicht zu berücksichtigen, da die
Rückzahlungsverpflichtung seitens der Bank weiterhin
bestehen bleibt.
Im Rahmen der Bewertung derivativer Geschäfte wird
von der Möglichkeit Gebrauch gemacht,
Nettorisikopositionen für finanzielle
Vermögenswerte und Verbindlichkeiten zu bilden. Bei
der Bewertung wird neben dem Ausfallrisiko des Kontrahenten
auch das eigene Ausfallrisiko berücksichtigt. Die
Ermittlung von Credit Valuation Adjustments (CVA) und Debit
Valuation Adjustments (DVA) erfolgt durch eine Simulation
der zukünftigen Marktwerte der Derivateportfolios mit
den jeweiligen Kontrahenten auf Basis beobachtbarer
Marktdaten (zum Beispiel CDS-Spreads). Für die
refinanzierungsbezogenen Bewertungsanpassungen (Funding
Valuation Adjustments; FVA) werden die
Refinanzierungsaufwendungen und -erträge von
unbesicherten Derivaten und besicherten Derivaten, bei
denen nur teilweise Sicherheiten vorliegen oder die
Sicherheiten nicht zur Refinanzierung verwendet werden
können, im Fair Value berücksichtigt. Wie
für CVA und DVA werden auch FVA über die
Erwartungswerte der zukünftigen positiven
beziehungsweise negativen Portfoliomarktwerte unter
Verwendung beobachtbarer Marktdaten (zum Beispiel
CDS-Spreads) bestimmt. Die zur FVA-Berechnung verwendete
Fundingkurve wird durch die Commerzbank-Fundingkurve
approximiert.
Die in der Bilanz zum Fair Value ausgewiesenen
Finanzinstrumente werden in nachfolgenden Übersichten
nach den IFRS-9-Bewertungskategorien sowie nach Klassen
gegliedert dargestellt.
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scrollen
scrollen
scrollen
Die Commerzbank nimmt Umgliederungen zum Ende der
Berichtsperiode vor.
In den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres
2022 wurden 0,5 Mrd. Euro verbriefte Schuldinstrumente der
Kategorie FVOCI von Level 1 nach Level 2 umgegliedert, da
keine notierten Marktpreise verfügbar waren. Dagegen
wurden 8,4 Mrd. Euro verbriefte Schuldinstrumente der
Kategorie FVOCI, 0,2 Mrd. Euro verbriefte Schuldinstrumente
der Kategorie mFVPL, 0,1 Mrd. Euro verbriefte
Schuldinstrumente der Kategorie HFT und 0,1 Mrd. Euro
Lieferverbindlichkeiten aus Wertpapierleerverkäufen
der Kategorie HFT von Level 2 nach Level 1
zurückgegliedert, da wieder notierte Marktpreise
verfügbar waren. Darüber hinaus wurden keine
nennenswerten Reklassifizierungen zwischen Level 1 und
Level 2 vorgenommen.
Im Geschäftsjahr 2021 wurden 5,6 Mrd. Euro
verbriefte Schuldinstrumente der Kategorie FVOCI, 0,2 Mrd.
Euro verbriefte Schuldinstrumente der Kategorie mFVPL und
0,5 Mrd. Euro verbriefte Schuldinstrumente der Kategorie
HFT von Level 1 nach Level 2 umgegliedert, da keine
notierten Marktpreise verfügbar waren. Dagegen wurden
1,9 Mrd. Euro verbriefte Schuldinstrumente der Kategorie
FVOCI, 0,6 Mrd. Euro verbriefte Schuldinstrumente der
Kategorie HFT, 0,4 Mrd. Euro verbriefte Schuldinstrumente
der Kategorie mFVPL und 0,1 Mrd. Euro
Lieferverbindlichkeiten aus Wertpapierleerverkäufen
der Kategorie HFT von Level 2 nach Level 1
zurückgegliedert, da wieder notierte Marktpreise
verfügbar waren. Darüber hinaus wurden keine
nennenswerten Reklassifizierungen zwischen Level 1 und
Level 2 vorgenommen.
Die dem Level 3 zugeordneten Finanzinstrumente
entwickelten sich wie folgt:
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scrollen
In den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres
2022 wurden 0,3 Mrd. Euro verbriefte Schuldinstrumente in
der Kategorie HFT von Level 2 nach Level 3 umgegliedert, da
keine am Markt beobachtbaren Parameter vorlagen. Dagegen
wurden Umgliederungen von 0,3 Mrd. Euro für verbriefte
Schuldinstrumente in der Kategorie HFT und 0,1 Mrd. Euro
für Derivate bei zur Veräußerung gehaltenen
langfristigen Vermögenswerten und
Veräußerungsgruppen von Level 3 in Level 2
vorgenommen, da wieder beobachtbare Marktparameter
vorlagen. Darüber hinaus wurden keine nennenswerten
Umgliederungen vorgenommen.
Im Geschäftsjahr 2021 wurden 0,1 Mrd. Euro
Eigenkapitalinstrumente der Kategorie mFVPL von Level 1
nach Level 3 zurückgegliedert, da keine am Markt
beobachtbaren Parameter vorlagen. Des Weiteren wurden 0,2
Mrd. Euro verbriefte Schuldinstrumente in der Kategorie HFT
und 0,1 Mrd. Euro Derivate in der Aktiva-Kategorie HFT von
Level 2 nach Level 3 umgegliedert, da keine am Markt
beobachtbaren Parameter vorlagen. Darüber hinaus
wurden keine nennenswerten Umgliederungen vorgenommen.
Die dem Level 3 zugeordneten finanziellen
Verbindlichkeiten entwickelten sich im Geschäftsjahr
wie folgt:
scrollen
scrollen
In den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres
2022 wurden Umgliederungen von 0,2 Mrd. Euro für
Derivate in der Passiva Kategorie HFT von Level 2 nach
Level 3 vorgenommen, da keine am Markt beobachtbare
Parameter vorlagen. Dagegen wurden 0,1 Mrd. Euro Derivate
bei Verbindlichkeiten aus Veräußerungsgruppen
von Level 3 nach Level 2 zurückgegliedert, da wieder
beobachtbare Marktparameter vorlagen. Darüber hinaus
wurden keine nennenswerten Umgliederungen vorgenommen.
Im Geschäftsjahr 2021 wurden keine nennenswerten
Umgliederungen der Passivposten von oder in Level 3
vorgenommen.
SensitivitätsanalyseBasiert der Wert von Finanzinstrumenten auf nicht
beobachtbaren Eingangsparametern (Level 3), kann der genaue
Wert dieser Parameter zum Bilanzstichtag aus einer
Bandbreite angemessener möglicher Alternativen
abgeleitet werden, die im Ermessen des Managements liegen.
Beim Erstellen des Konzernabschlusses werden für diese
nicht beobachtbaren Eingangsparameter angemessene Werte
ausgewählt, die den herrschenden Marktgegebenheiten
und dem Bewertungskontrollansatz des Konzerns entsprechen.
Die vorliegenden Angaben sollen die möglichen
Auswirkungen darstellen, die aus der relativen Unsicherheit
in den Fair Values von Finanzinstrumenten resultieren,
deren Bewertung auf nicht beobachtbaren Eingangsparametern
basiert (Level 3). Zwischen den für die Ermittlung von
Level-3-Fair-Values verwendeten Parametern bestehen
häufig Abhängigkeiten, welche in Form von
Korrelationsparametern berücksichtigt werden, sofern
sie einen signifikanten Einfluss auf die betroffenen Fair
Values haben. Verwendet ein Bewertungsverfahren mehrere
Parameter, so kann die Wahl eines Parameters
Einschränkungen hinsichtlich der Spanne möglicher
Werte der anderen Parameter bewirken.
Die wesentlichen, nicht beobachtbaren Eingangsparameter
für Level 3 und ihre Schlüsselfaktoren lassen
sich wie folgt zusammenfassen:
Interner Zinsfuß (Internal Rate of Return, IRR):Der IRR wird als der Diskontsatz definiert, der einen
Barwert von null für alle zukünftigen
Zahlungsströme eines Instruments liefert. Bei
Schuldtiteln hängt der IRR beispielsweise vom
aktuellen Anleihekurs, dem Nennwert und der Duration ab.
Credit Spread:Der Credit Spread ist der Renditespread (Auf- oder
Abschlag) zwischen Wertpapieren, die bis auf ihre jeweilige
Bonität in jeder Hinsicht identisch sind. Dieser
stellt die Überrendite gegenüber dem
Benchmark-Referenzinstrument dar und bildet den Ausgleich
für die unterschiedliche Kreditwürdigkeit des
Instruments und der Benchmark. Credit Spreads werden an der
Zahl der Basispunkte oberhalb (oder unterhalb) der
notierten Benchmark gemessen. Je weiter (höher) der
Credit Spread im Verhältnis zur Benchmark ist, desto
niedriger ist die jeweilige Kreditwürdigkeit. Das
Gleiche gilt umgekehrt für engere (niedrigere) Credit
Spreads.
Zins-Währungs-Korrelation:Die Zins-Währungs-Korrelation ist maßgeblich
für die Bewertung exotischer Zinsswaps, die den
Umtausch von Finanzierungsinstrumenten in einer
Währung sowie eine exotisch strukturierte Komponente
beinhalten. Diese basiert im Allgemeinen auf der
Entwicklung von zwei Staatsanleiherenditen in
unterschiedlichen Währungen. Für bestimmte
exotische Zinsprodukte sind Konsensus-Marktdaten in
längeren Laufzeiten nicht beobachtbar. Beispielsweise
sind CMT-Renditen für US-Staatsanleihen mit mehr als
zehn Jahren Laufzeit nicht beobachtbar.
Verwertungsquoten, Überlebens- und Ausfallwahrscheinlichkeiten:Die dominanten Faktoren für die Bewertung von
Credit Default Swaps (CDS) sind zumeist Angebot und
Nachfrage sowie die Arbitragebeziehung bei Asset Swaps.
Für die Bewertung von exotischen Strukturen und
Off-Market-Ausfallswaps, bei denen Festzinszahlungen ober-
oder unterhalb des Marktzinses vereinbart werden, werden
häufiger Bewertungsmodelle für CDS herangezogen.
Diese Modelle berechnen die implizite
Ausfallwahrscheinlichkeit des Referenzaktivums und nehmen
das Ergebnis als Grundlage für die Abzinsung der
Zahlungsströme, die für den CDS zu erwarten sind.
Das Modell verwendet Eingangswerte wie Credit Spreads und
Verwertungsquoten. Sie werden herangezogen, um eine
Zeitreihe der Überlebenswahrscheinlichkeiten des
Referenzaktivums zu interpolieren (sogenanntes
Bootstrapping). Ein typischer Erwartungswert der
Verwertungsquote am Default-Swap-Markt für vorrangige
unbesicherte Kontrakte ist 40 %. Die Erwartungswerte zu den
Verwertungsquoten sind ein Faktor, der die Form der
Überlebenswahrscheinlichkeitskurve bestimmt.
Unterschiedliche Erwartungswerte für die
Verwertungsquote haben unterschiedliche
Überlebenswahrscheinlichkeiten zur Folge. Bei einem
gegebenen Credit Spread ist ein hoher Erwartungswert bei
der Verwertungsquote gleichbedeutend mit einer höheren
Ausfallwahrscheinlichkeit (im Vergleich zu einem niedrigen
Erwartungswert bei der Verwertungsquote) und die
Überlebenswahrscheinlichkeit ist somit geringer. Bei
Emittenten von Unternehmensanleihen besteht eine Beziehung
zwischen Ausfall- und Verwertungsquoten im Zeitverlauf.
Insbesondere besteht eine umgekehrte Korrelation zwischen
diesen beiden Faktoren: Ein Anstieg der Ausfallquote
(definiert als prozentualer Anteil der ausfallenden
Schuldner) geht im Allgemeinen mit einem Rückgang der
durchschnittlichen Verwertungsquote einher.
In der Praxis werden Marktspreads von Marktteilnehmern
genutzt, um implizite Ausfallwahrscheinlichkeiten zu
ermitteln. Schätzungen der Ausfallwahrscheinlichkeiten
sind zudem von den gemeinsamen Verlustverteilungen der
Parteien, die an einem Kreditderivatgeschäft beteiligt
sind, abhängig. Die Copula-Funktion wird herangezogen,
um die Korrelationsstruktur zwischen zwei oder mehr
Variablen zu messen. Sie ergibt eine gemeinsame Verteilung
unter Wahrung der Parameter zweier voneinander
unabhängiger Randverteilungen.
Repo-Kurve:Repo-Sätze dienen zur Bewertung von
Wertpapier-Pensionsgeschäften (Repos), in der Regel
mit Laufzeiten von nicht mehr als einem Jahr. Bei Repos mit
längeren Laufzeiten beziehungsweise illiquideren
zugrundeliegenden Wertpapieren (zum Beispiel aus Emerging
Markets) können die entsprechenden Repo-Sätze
näherungsweise bestimmt werden. Werden diese
allerdings als unzureichend für eine faire
Marktbewertung erachtet, sind sie als unbeobachtbar zu
klassifizieren. Eine analoge Vorgehensweise gilt für
Repos auf Investmentfonds (Mutual Funds).
Preis:Für bestimmte Zins- und Kreditinstrumente wird
hingegen ein preisbasierter Ansatz zur Bewertung
herangezogen. Folglich ist der Preis selbst der
unbeobachtbare Parameter, dessen Sensitivität als eine
Abweichung des Barwertes der Positionen geschätzt
wird.
Investmentfonds-Volatilität:Grundsätzlich ist der Markt für Optionen auf
Investmentfonds illiquider als der Aktienoptionsmarkt.
Demnach basiert die Volatilitätsbestimmung für
zugrunde liegende Investmentfonds auf der Zusammensetzung
der Fonds-Produkte. Es gibt eine indirekte Methode zur
Bestimmung der entsprechenden
Volatilitätsoberflächen. Diese Methode ist Level
3 zuzuordnen, da die verwendeten Marktdaten nicht liquide
genug sind, um als Level 2 klassifiziert zu werden.
Inflations-Volatilität:Das Ausmaß der Schwankung von Finanzinstrumenten,
die das Inflationsrisiko zwischen Parteien
überträgt. Diese basiert auf einer historischen
Zeitreihe von Zahlungsströmen, gekoppelt an die
Inflationsentwicklung.
Für die Bewertung unserer Level-3-Finanzinstrumente
wurden die folgenden Bandbreiten der wesentlichen nicht
beobachtbaren Parameter herangezogen:
scrollen
scrollen
In der folgenden Tabelle werden für Bestände
der Bewertungshierarchie Level 3 die Auswirkungen auf die
Gewinn- und-Verlust-Rechnung dargestellt, die sich aus der
Anwendung ebenfalls vertretbarer Parameterschätzungen
jeweils an den Rändern dieser Bandbreiten ergeben. Die
Aufgliederung der Sensitivitätsanalyse für
Finanzinstrumente der Fair-Value-Hierarchie Level 3 erfolgt
nach Arten von Finanzinstrumenten:
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Die für diese Angaben gewählten Parameter
liegen an den äußeren Enden der Bandbreiten von
angemessenen möglichen Alternativen. In der Praxis ist
es unwahrscheinlich, dass alle nicht beobachtbaren
Parameter gleichzeitig am jeweils äußeren Ende
ihrer Bandbreite von angemessenen möglichen
Alternativen liegen. Aus diesem Grund dürften die
angegebenen Schätzwerte die tatsächliche
Unsicherheit in den Fair Values dieser Instrumente
übertreffen. Die vorliegenden Angaben dienen nicht der
Schätzung oder Vorhersage der künftigen
Veränderungen der Fair Values. Die am Markt nicht
beobachtbaren Parameter wurden hierfür entweder von
unabhängigen Bewertungsexperten je nach betroffenem
Produkt zwischen 1 und 10 % angepasst oder es wurde ein
Standardabweichungsmaß zugrunde gelegt.
Day-One Profit or LossDer Commerzbank-Konzern hat Transaktionen getätigt,
bei denen der Fair Value zum Transaktionszeitpunkt anhand
eines Bewertungsmodells ermittelt wurde, wobei nicht alle
wesentlichen Inputparameter auf beobachtbaren
Marktparametern basierten. Der Bilanzansatz solcher
Transaktionen erfolgt zum Fair Value. Die Differenz
zwischen dem Transaktionspreis und dem Fair Value des
Bewertungsmodells wird als Day-One Profit or Loss
bezeichnet. Der Day-One Profit or Loss wird nicht sofort,
sondern über die Laufzeit der Transaktion in der
Gewinn- und-Verlust-Rechnung erfasst. Sobald sich für
die Transaktion ein Referenzkurs auf einem aktiven Markt
ermitteln lässt oder die wesentlichen Inputparameter
auf beobachtbaren Marktdaten basieren, wird der abgegrenzte
Day-One Profit or Loss unmittelbar erfolgswirksam im
Ergebnis aus erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten
finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten
erfasst. Eine aggregierte Differenz zwischen
Transaktionspreis und mittels Bewertungsmodell berechnetem
Fair Value wird für die Level-3-Posten aller
Kategorien ermittelt. Wesentliche Effekte ergeben sich aber
nur aus Finanzinstrumenten der Kategorie HFT.
Die Beträge entwickelten sich wie folgt:
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b) Zu Amortised Cost bilanzierte FinanzinstrumenteFür Finanzinstrumente, die in der Bilanz nicht zum
Fair Value anzusetzen sind, sind gemäß IFRS 7
zusätzlich Fair Values anzugeben, deren
Bewertungsmethodik nachfolgend dargestellt wird.
Der Nominalwert täglich fälliger
Finanzinstrumente wird als deren Fair Value angesehen.
Für Kredite stehen keine unmittelbaren Marktpreise zur
Verfügung. Bei Krediten kommt daher ein sogenanntes
Discounted-Cashflow-Modell (DCF-Modell) zur Anwendung.
Die Diskontierung der Cashflows erfolgt mit dem
risikolosen Zins unter Berücksichtigung von
Aufschlägen für Risikokosten,
Refinanzierungskosten sowie Verwaltungs- und
Eigenkapitalkosten. Der risikolose Zins bestimmt sich aus
fristen- und währungskongruenten Swap-Sätzen
(Swapkurve). Diese sind in der Regel aus externen Daten
ableitbar.
Zusätzlich wird ein Aufschlag in Form einer
Kalibrierungskonstante inklusive Gewinnmarge
berücksichtigt. Die Gewinnmarge ist bei der
Modellbewertung von Krediten so zu berücksichtigen,
dass der Fair Value im Zugangszeitpunkt dem
Auszahlungsbetrag entspricht.
Für wesentliche Banken und Firmenkunden sind Daten
zu deren Kreditrisikokosten in Form von Credit Spreads
verfügbar.
Für die in der IFRS-9-Kategorie Amortised Cost
bilanzierten Wertpapiere wird der Fair Value, sofern ein
aktiver Markt vorliegt, auf Basis verfügbarer
Marktpreise ermittelt (Level 1). Andernfalls sind für
die Ermittlung der Fair Values anerkannte
Bewertungsmethoden heranzuziehen. Im Wesentlichen wird ein
Asset-Swap-Pricing-Modell für die Bewertung genutzt.
Die hierfür verwendeten Parameter umfassen
Zinsstrukturkurven sowie Asset-Swap-Spreads vergleichbarer
Benchmarkinstrumente.
Bei Einlagen wird für die Fair-Value-Ermittlung
grundsätzlich ein DCF-Modell genutzt, da
üblicherweise keine Marktdaten verfügbar sind.
Neben der Zinskurve werden zusätzlich das eigene
Kreditrisiko (Own Credit Spread) sowie ein Zuschlag
für Verwaltungsaufwendungen berücksichtigt.
Für die Bewertung von Verbindlichkeiten sind keine
Credit Spreads zu den jeweiligen Kontrahenten
heranzuziehen.
Den Fair Value für begebene Schuldverschreibungen
ermitteln wir auf Basis verfügbarer Marktpreise. Sind
keine Preise erhältlich, werden die Fair Values durch
das DCF-Modell ermittelt. Bei der Bewertung werden
verschiedene Faktoren, unter anderem die aktuellen
Marktzinsen, das eigene Kreditrating und die
Eigenkapitalkosten berücksichtigt.
Für die vorangegangenen Erläuterungen gilt
jeweils, dass bei Verwendung von verfügbaren
Marktpreisen eine Einordnung in Level 1 vorzunehmen ist.
Ansonsten wird in Abhängigkeit von den verwendeten
Eingangsparametern (beobachtbar oder nicht beobachtbar)
eine Einstufung in Level 2 oder Level 3 vorgenommen.
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(28) Angaben zur Saldierung von Finanzinstrumentenscrollen
1 Für Positive Marktwerte fallen
zusätzlich 7 025 Mio. Euro (Vorjahr: 5 174 Mio. Euro)
Ausgleichszahlungen an.
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1 Für Negative Marktwerte fallen
zusätzlich 9 036 Mio. Euro (Vorjahr: 5 463 Mio. Euro)
Ausgleichszahlungen an.
(29) DerivateDer Gesamteffekt der Saldierung zum 30. Juni 2022 betrug
insgesamt 94 462 Mio. Euro (Vorjahr: 61 955 Mio. Euro). Auf
der Aktivseite entfielen davon 87 437 Mio. Euro auf
positive Marktwerte (Vorjahr: 56 781 Mio. Euro) und 7 025
Mio. Euro auf Forderungen aus Ausgleichszahlungen (Vorjahr:
5 174 Mio. Euro). Das passivische Netting betraf negative
Marktwerte mit 85 426 Mio. Euro (Vorjahr: 56 492 Mio. Euro)
und Verbindlichkeiten aus Ausgleichszahlungen mit 9 036
Mio. Euro (Vorjahr: 5 463 Mio. Euro).
Erläuterungen der Bilanzposten - Nicht-Finanzinstrumente (30) Immaterielle Vermögenswertescrollen
(31) Sachanlagenscrollen
(32) Sonstige Aktivascrollen
(33) Sonstige Passivascrollen
(34) Rückstellungenscrollen
Die Rückstellungen für Pensionen und
ähnliche Verpflichtungen resultieren im Wesentlichen
aus unmittelbaren Versorgungszusagen in Deutschland
(vergleiche Geschäftsbericht 2021, Seite 249 ff.).
Für die versicherungsmathematische Ermittlung dieser
Verpflichtungen wurden am 30. Juni 2022 ein
Diskontierungszinssatz von 3,6 % (Vorjahr: 1,4 %) und eine
erwartete Rentenanpassung von 2,0 % (Vorjahr: 2,0 %)
zugrunde gelegt.
Die Sonstigen Rückstellungen setzen sich im
Wesentlichen aus Restrukturierungsrückstellungen,
Rückstellungen für Eventualverbindlichkeiten
sowie Rückstellungen aus dem Personalbereich zusammen.
RechtsstreitigkeitenBei rechtlichen Verfahren oder möglichen
Regressansprüchen Dritter, für die
Rückstellungen zu bilden sind und die in den Sonstigen
Rückstellungen ausgewiesen sind, kann zum Zeitpunkt
der Rückstellungsbildung weder die Dauer des
Verfahrens noch die Höhe der Inanspruchnahme
abschließend vorhergesagt werden. Die jeweils
gebildete Rückstellung deckt den nach unserer
Einschätzung zum Bilanzstichtag zu erwartenden Aufwand
ab. Von einer Einzeldarstellung der jeweiligen
Rückstellungsbeträge und Sensitivitäten wird
abgesehen, um den Ausgang der jeweiligen Verfahren nicht zu
beeinflussen.
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Unabhängig davon klagen zahlreiche Darlehensnehmer
aus den gleichen Gründen im Wege von Einzelklagen.
Neben der Sammelklage sind zum 30. Juni 2022 15 701 weitere
Einzelverfahren (Vorjahr: 13 036) anhängig. Die
Tochtergesellschaft tritt jeder Klage entgegen.
Zum 30. Juni 2022 lagen 1 049 rechtskräftige
Urteile in Einzelverfahren gegen die Tochtergesellschaft
vor, von denen 89 zugunsten der Tochtergesellschaft und 960
zuungunsten der Tochtergesellschaft entschieden wurden. 171
Verfahren bei Gerichten der zweiten Instanz sind wegen
Rechtsfragen, die beim polnischen Obersten Gerichtshof und
beim Europäischen Gerichtshof (EuGH) liegen,
ausgesetzt.
Eine Entscheidung des polnischen Obersten Gerichtshofs
zu Darlehensverträgen in Schweizer Franken mit
Indexklauseln wurde im September 2021 erneut auf
unbestimmte Zeit vertagt; stattdessen wurden dem EuGH
Fragen zur Rechtmäßigkeit des Prozesses zur
Ernennung neuer Richter vorgelegt. Der weitere
Verfahrensverlauf und das Ergebnis sind offen.
Im Februar 2022 wurden dem EuGH erneut zentrale Fragen
polnischer Gerichte zum Umgang mit Darlehen mit
Indexklauseln in Verfahren gegen die Tochtergesellschaft
zur Vorabentscheidung vorgelegt (C-138/22, C-139/22,
C-140/22); die Frist für Stellungnahmen der
Beteiligten läuft noch. Beim EuGH sind weitere
Vorabentscheidungsverfahren zu Darlehen mit
Indexierungsklauseln anhängig (C-80/21, C-81/21,
C-82/21), zwei davon betreffen Verfahren gegen die
Tochtergesellschaft. Entscheidungen sind noch nicht
ergangen.
Im zweiten Quartal 2022 hat die Tochtergesellschaft die
zweite Phase des Pilotprojektes für
Vergleichsverträge beendet, diese Phase erfasste etwa
1 500 Verträge und schloss mit einer Annahmequote von
rund 12 % ab.
Vor dem Hintergrund der ausstehenden
Grundsatzentscheidungen des Obersten Gerichtshofs sowie des
EuGH ist die Höhe der bilanziellen Vorsorge für
diesen Themenkomplex stark ermessensbehaftet. Bis zum 31.
Dezember 2020 wurden Rechtsrisiken im Zusammenhang mit
Darlehensverträgen in CHF mit Indexklauseln gesamthaft
gemäß IAS 37 berücksichtigt. Nunmehr werden
nicht vollständig zurückgeführte
CHF-Darlehen überwiegend nach IFRS 9 abgebildet.
Für bereits vollständig zurückgeführte
Darlehen und Rechtskosten wurde die Bilanzierungsmethode
nicht angepasst; diese werden gemäß IAS 37
bilanziert. Bei den noch nicht vollständig
zurückgeführten Darlehen werden die rechtlichen
Risiken unmittelbar bei der Schätzung der
Zahlungsströme im Bruttobuchwert der Forderungen
berücksichtigt. Die Bilanzierung nach IFRS 9 stellt
die Marktpraxis im Inlandsmarkt des Tochterunternehmens dar
und erhöht somit die Vergleichbarkeit zu
Abschlüssen anderer Marktteilnehmer sowie die
Vergleichbarkeit seitens des polnischen Regulators. Durch
die Anwendung von IFRS 9 anstelle des IAS 37 werden somit
relevantere Informationen vermittelt. Die
Bewertungsmethodik, anhand derer der Einfluss auf die aus
den Darlehen erwarteten Zahlungsströme geschätzt
wird, blieb verglichen zur bisherigen Bewertungsmethodik im
Wesentlichen unverändert. Sämtliche Aufwendungen
im Zusammenhang mit Darlehensverträgen in Schweizer
Franken (CHF) mit Indexklauseln werden in der Gewinn-
und-Verlust-Rechnung gesamthaft unter Sonstige betriebliche
Aufwendungen gezeigt.
Das zum 30. Juni 2022 bestehende Portfolio von nicht
vollständig zurückgeführten Darlehen in CHF
hatte einen Buchwert von 8,7 Mrd. polnischen Zloty; das
bereits zurückgezahlte Portfolio betrug bei
Ausreichung 6,9 Mrd. polnische Zloty. Insgesamt wurde im
Konzern für die aus dem Komplex entstehenden Risiken,
einschließlich potenzieller Vergleichszahlungen und
der Sammelklage, eine bilanzielle Vorsorge in Höhe von
940 Mio. Euro (Vorjahr: 899 Mio. Euro) gebildet.
Die Methodik zur Ermittlung der Rückstellung
beziehungsweise der Bewertungsanpassung basiert auf
Parametern, welche vielfältig, ermessensbehaftet und
zum Teil mit erheblichen Unsicherheiten verbunden sind.
Wesentliche Parameter sind die geschätzte Gesamtanzahl
von Klägern, die Wahrscheinlichkeit, einen Prozess in
letzter Instanz zu verlieren, die Höhe des Verlustes
sowie die Entwicklung des Wechselkurses. Schwankungen der
Parameter sowie deren Interdependenzen können dazu
führen, dass die Vorsorge zukünftig der Höhe
nach wesentlich angepasst werden muss.
Eine weitere Komponente bei der Bestimmung der Vorsorge
ist die Erwartung bezüglich der Entwicklung der
Vergleichsgespräche. Zum Stichtag hat die
Tochtergesellschaft die Risiken im Zusammenhang mit
künftigen Vergleichszahlungen mit 215,7 Mio. Euro
berücksichtigt.
Zum Stichtag hat die Tochtergesellschaft das
Unterliegensrisiko auf Basis von Experteneinschätzung
geschätzt, die durch Rechtsgutachten zu künftigen
Rechtsprechungstendenzen gestützt werden.
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(35) Eventualverbindlichkeiten und Kreditzusagenscrollen
Zum 30. Juni 2022 betrugen die Eventualverbindlichkeiten
aus Rechtsrisiken 568 Mio. Euro (Vorjahr: 379 Mio. Euro)
und betrafen die folgenden wesentlichen Sachverhalte:
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Die Eventualverbindlichkeiten aus Steuerrisiken
betreffen folgende wesentliche Sachverhalte:
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Im Zusammenhang mit Untersuchungen zu "Cum-Ex"
kooperiert die Bank vollumfänglich mit den
Ermittlungsbehörden. Das Ob und die Höhe einer
sich daraus eventuell ergebenden Belastung kann derzeit
nicht prognostiziert werden.
Segmentberichterstattung(36) SegmentberichterstattungIn der Segmentberichterstattung spiegeln sich die
Ergebnisse der operativen Segmente des Commerzbank-Konzerns
wider.
Die für die operativen Segmente unterstellte
Kapitalunterlegung der Risikoaktiva wurde mit Beginn des
Geschäftsjahres 2022 auf 12,5 % erhöht (Vorjahr:
12,0 %). Im zweiten Quartal 2021 wurde der Bereich Credit
Solutions aus dem Segment Firmenkunden in den Bereich
Sonstige und Konsolidierung übertragen.
Weitere Angaben zu den Segmenten sind im
Zwischenlagebericht dieses Zwischenberichts enthalten.
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1 Durchschnittliches hartes Kernkapital (CET1).
Anpassung erfolgt in Sonstige und Konsolidierung.
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1 Anpassung Vorjahr aufgrund von IFRS 8.29.
Sonstige Erläuterungen(37) Ausgewählte regulatorische AngabenDie folgende Tabelle zeigt die Zusammensetzung der
Eigenmittel und risikogewichteten Aktiva sowie die
Eigenmittelquoten im Commerzbank-Konzern gemäß
CRR einschließlich angewendeter
Übergangsregelungen:
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1 Die Angaben beinhalten jeweils das den
Commerzbank‐Aktionären zurechenbare und
regulatorisch anrechnungsfähige Konzernergebnis.
Die Leverage Ratio (Verschuldungsquote) setzt das
Kernkapital (Tier-1-Kapital) gemäß CRR unter
Anwendung der Übergangsbestimmungen ins
Verhältnis zum Leverage Ratio Exposure, das aus den
nicht risikogewichteten Aktiva und den
außerbilanziellen Positionen besteht.
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Die NPE Ratio wird aus den notleidenden Forderungen im
Verhältnis zu den Gesamtforderungen gemäß
EBA Risk Dashboard ermittelt.
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(38) Beziehungen zu nahestehenden Personen und UnternehmenIm Rahmen der gewöhnlichen
Geschäftstätigkeit kommt es zwischen der
Commerzbank Aktiengesellschaft und/oder deren
konsolidierten Gesellschaften zu Geschäftsbeziehungen
mit nahestehenden Unternehmen und Personen (für
weitere Informationen siehe Geschäftsbericht 2021,
Seite 273 f.).
Wesentliche VeränderungenDie Aktivposten gegenüber Bundesunternehmen sind
zum 30. Juni 2022 auf 80,7 Mrd. Euro gestiegen (Vorjahr:
31,6 Mrd. Euro). Dies liegt im Wesentlichen am gestiegenen
Guthaben bei der Deutschen Bundesbank von 76,8 Mrd. Euro
(Vorjahr: 27,7 Mrd. Euro).
Weitere wesentliche Transaktionen oder
Veränderungen bei Geschäften mit nahestehenden
Personen oder Unternehmen lagen im Berichtszeitraum nicht
vor.
Organe der Commerzbank AktiengesellschaftAufsichtsratHelmut GottschalkVorsitzender
Uwe Tschäge 1Stellv. Vorsitzender
Bankkaufmann
Commerzbank Aktiengesellschaft
Heike Anscheit 1Bankkauffrau
Commerzbank Aktiengesellschaft
Alexander Boursanoff 1Bankkaufmann
Commerzbank Aktiengesellschaft
Gunnar de Buhr 1Bankkaufmann
Commerzbank Aktiengesellschaft
Stefan Burghardt 1Projektmanager
Mittelstandsbank Nord/West
Commerzbank Aktiengesellschaft
Dr. Frank CzichowskiEhemaliger Senior Vice President / Treasurer
KfW Bankengruppe
Sabine U. DietrichEhemaliges Mitglied des Vorstands
BP Europa SE
Dr. Jutta A. DöngesGeschäftsführerin
Bundesrepublik Deutschland -
Finanzagentur GmbH
Monika Fink 1Bankkauffrau
Commerzbank Aktiengesellschaft
Stefan Jennes 1(seit 1.1.2022)
Bankkaufmann
Commerzbank Aktiengesellschaft
Kerstin Jerchel 1Bereichsleiterin Mitbestimmung ver.di Bundesverwaltung
Burkhard KeeseChief Operating Officer und
Chief Financial Officer
Lloyd's of London
Alexandra Krieger 1Bereichsleiterin Controlling
Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie,
Energie (IG BCE)
Daniela MattheusRechtsanwältin und Unternehmensberaterin
Co-Managing Partner
European Center for Board Efficiency
Caroline SeifertUnternehmensberaterin für Transformation
Robin J. StalkerEhemaliges Mitglied des Vorstands adidas AG
Dr. Gertrude Tumpel-GugerellEhemaliges Mitglied des Direktoriums
Europäische Zentralbank
Frank WesthoffEhemaliges Mitglied des Vorstands
DZ BANK AG
Stefan Wittmann 1Gewerkschaftssekretär ver.di Bundesverwaltung
Klaus-Peter MüllerEhrenvorsitzender
1 Von den Arbeitnehmern gewählt.
VorstandDr. Manfred KnofVorsitzender
Michael KotzbauerSabine SchmittrothDr. Bettina OrloppStellv. Vorsitzende
Dr. Jörg Oliveri del Castillo-Schulz(seit 20.1.2022)
Dr. Marcus ChromikThomas SchauflerVersicherung der gesetzlichen VertreterNach bestem Wissen versichern wir, dass gemäß
den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen für
die Zwischenberichterstattung der Konzernzwischenabschluss
ein den tatsächlichen Verhältnissen
entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und
Ertragslage des Konzerns vermittelt und im
Konzernzwischenlagebericht der Geschäftsverlauf
einschließlich des Geschäftsergebnisses und die
Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den
tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild
vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken
der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns im
verbleibenden Geschäftsjahr beschrieben sind.
Frankfurt am Main, den 1. August 2022
Der Vorstand
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Bescheinigung nach prüferischer DurchsichtAn die COMMERZBANK Aktiengesellschaft, Frankfurt am MainWir haben den verkürzten Konzernzwischenabschluss -
bestehend aus Gewinn- und-Verlust-Rechnung,
Zusammengefasster Gesamtergebnisrechnung, Bilanz,
Eigenkapitalveränderungsrechnung und
Kapitalflussrechnung (verkürzte Darstellung) und dem
Anhang (ausgewählte Notes) - und den
Konzernzwischenlagebericht der COMMERZBANK
Aktiengesellschaft, Frankfurt am Main, für den
Zeitraum vom 1. Januar bis 30. Juni 2022, die Bestandteile
des Halbjahresfinanzberichts nach § 115 WpHG sind,
einer prüferischen Durchsicht unterzogen. Die
Aufstellung des verkürzten Konzernzwischenabschlusses
nach dem International Accounting Standard IAS 34
"Zwischenberichterstattung", wie er in der EU anzuwenden
ist, und des Konzernzwischenlageberichts nach den für
Konzernzwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des
WpHG liegt in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter
der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, eine Bescheinigung
zu dem verkürzten Konzernzwischenabschluss und dem
Konzernzwischenlagebericht auf der Grundlage unserer
prüferischen Durchsicht abzugeben.
Wir haben die prüferische Durchsicht des
verkürzten Konzernzwischenabschlusses und des
Konzernzwischenlageberichts unter Beachtung der vom
Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten
deutschen Grundsätze für die prüferische
Durchsicht von Abschlüssen vorgenommen. Danach ist die
prüferische Durchsicht so zu planen und
durchzuführen, dass wir bei kritischer Würdigung
mit einer gewissen Sicherheit ausschließen
können, dass der verkürzte
Konzernzwischenabschluss in wesentlichen Belangen nicht in
Übereinstimmung mit IAS 34
"Zwischenberichterstattung", wie er in der EU anzuwenden
ist, und der Konzernzwischenlagebericht in wesentlichen
Belangen nicht in Übereinstimmung mit den für
Konzernzwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des
WpHG aufgestellt worden sind. Eine prüferische
Durchsicht beschränkt sich in erster Linie auf
Befragungen von Mitarbeitern der Gesellschaft und auf
analytische Beurteilungen und bietet deshalb nicht die
durch eine Abschlussprüfung erreichbare Sicherheit. Da
wir auftragsgemäß keine Abschlussprüfung
vorgenommen haben, können wir einen
Bestätigungsvermerk nicht erteilen.
Auf der Grundlage unserer prüferischen Durchsicht
sind uns keine Sachverhalte bekannt geworden, die uns zu
der Annahme veranlassen, dass der verkürzte
Konzernzwischenabschluss in wesentlichen Belangen nicht in
Übereinstimmung mit IAS 34
"Zwischenberichterstattung", wie er in der EU anzuwenden
ist, oder dass der Konzernzwischenlagebericht in
wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den
für Konzernzwischenlageberichte anwendbaren
Vorschriften des WpHG aufgestellt worden ist.
KPMG AG
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Wesentliche Konzerngesellschaftenscrollen
Operative AuslandsniederlassungenAmsterdam, Bratislava, Brünn (Office),
Brüssel, Dubai, Hongkong, London, Luxemburg, Madrid,
Mailand, New York, Paris, Peking, Prag, Schanghai,
Singapur, Tokio, Wien, Zürich
Repräsentanzen und Financial Institutions DesksAbidjan, Addis Abeba, Almaty, Aschgabat, Bangkok,
Beirut, Brüssel (Verbindungsbüro zur
Europäischen Union), Buenos Aires, Caracas, Dhaka,
Dubai (FI-Desk), Ho-Chi-Minh-Stadt, Istanbul, Johannesburg,
Kairo, Kiew, Lagos, Luanda, Mailand (FI-Desk), Melbourne,
Minsk, Moskau (FI-Desk), Mumbai, New York (FI-Desk),
Panama-Stadt, Peking (FI-Desk), São Paulo (FI-Desk),
Schanghai (FI-Desk), Seoul, Singapur (FI-Desk), Taipeh,
Taschkent, Tiflis, Tokio (FI-Desk), Zagreb
DisclaimerVorbehalt bei ZukunftsaussagenDieser Zwischenbericht enthält zukunftsgerichtete
Aussagen zur Geschäfts- und Ertragsentwicklung der
Commerzbank, die auf unseren derzeitigen Plänen,
Einschätzungen, Prognosen und Erwartungen beruhen. Die
Aussagen beinhalten Risiken und Unsicherheiten. Denn es
gibt eine Vielzahl von Faktoren, die auf unser
Geschäft einwirken und zu großen Teilen
außerhalb unseres Einflussbereichs liegen. Dazu
gehören vor allem die konjunkturelle Entwicklung, die
Verfassung der Finanzmärkte weltweit und mögliche
Kreditausfälle. Die tatsächlichen Ergebnisse und
Entwicklungen können also erheblich von unseren heute
getroffenen Annahmen abweichen. Sie haben daher nur zum
Zeitpunkt der Veröffentlichung Gültigkeit. Wir
übernehmen keine Verpflichtung, die
zukunftsgerichteten Aussagen angesichts neuer Informationen
oder unerwarteter Ereignisse zu aktualisieren.
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