COMMERZBANK AktiengesellschaftFrankfurt am MainHalbjahresfinanzbericht nach WpHG für den Zeitraum vom 01.01.2024 bis zum 30.06.2024Kennzahlenscrollen
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1 Auf das Jahr hochgerechnet.
Aufgrund von Rundungen können sich im vorliegenden
Bericht bei Summenbildungen und bei der Berechnung von
Prozentangaben geringfügige Abweichungen ergeben.
Highlights der Geschäftsentwicklung vom 1. Januar bis 30. Juni 2024KernaussagenDie Commerzbank hat ihre positive
Geschäftsentwicklung fortgesetzt und ihren Ausblick
für das Gesamtjahr 2024 bestätigt. Und auch bei
der Umsetzung ihrer Strategie 2027 ist die Commerzbank im
zweiten Quartal 2024 weiter vorangekommen: Den Kauf der
Mehrheitsbeteiligung an der Aquila Capital
Investmentgesellschaft mbH schloss die Bank im Juni
erfolgreich ab, womit sie ihr Angebot im nachhaltigen
Asset-Management ausbaut. Fortschritte machte die Bank auch
bei ihrem Produkt- und Serviceangebot. So startete im Mai
der Vertrieb der Commerz Globalpay GmbH, das Joint Venture
von Commerzbank und Global Payments. Die Commerz Globalpay
GmbH bietet moderne digitale Bezahlprodukte für
Unternehmerkunden.
Nachfolgend die Eckdaten der Geschäftsentwicklung
in den ersten sechs Monaten 2024:
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Entwicklung der Commerzbank-AktieDas internationale Börsengeschehen zeigte in den
ersten sechs Monaten 2024 einen insgesamt erfreulichen
Verlauf - trotz der anhaltend schwierigen geopolitischen
und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Unter anderem der
Russland-Ukraine-Krieg sowie der drohende Handelskonflikt
zwischen der Europäischen Union und China
dämpften die Konjunktur. Der Preisanstieg, der zum
Jahresende 2023 noch 3,7 % betrug, konnte durch die
geldpolitischen Maßnahmen der Europäischen
Zentralbank (EZB) im Juni 2024 bis auf 2,2 % abgesenkt
werden. In der Folge hatte die EZB Zinssenkungen in
Aussicht gestellt, aber aufgrund der nur langsam
absinkenden Inflationsraten später als erwartet, mit
der Umsetzung erster Schritte begonnen. Erst mit Wirkung
vom 12. Juni 2024 senkte die EZB die drei Leitzinsen um
jeweils 25 Basispunkte. Dementsprechend wurden der Zinssatz
für die Hauptrefinanzierungsgeschäfte auf 4,25 %
sowie die Zinssätze für die
Spitzenrefinanzierungsfazilität und die
Einlagefazilität auf 4,50 % beziehungsweise 3,75 %
reduziert.
Das Kursgeschehen für Bankaktien wurde im
Berichtszeitraum von unterschiedlichen Faktoren
beeinflusst. Während in den ersten Monaten des
laufenden Jahres durch die sich verzögernden
Zinsentscheide der EZB die Kurse negativ tendierten,
konnten sich die Notierungen im zweiten Quartal 2024
deutlich erholen. Haupttreiber war dabei insbesondere die
erfreuliche Ergebnisentwicklung im ersten Quartal 2024,
begleitet von den nochmals ansteigenden Gewinnerwartungen
für 2024.
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1 Deutsche Börsen gesamt.
In den ersten sechs Monaten 2024 bewegten sich der
deutsche Leitindex DAX und der EuroStoxx 50 mit einem Plus
von rund 9 % klar oberhalb ihrer Jahresausgangsniveaus. Der
europäische Bankenindex konnte sich im Vergleich dazu
um 15,6 % gegenüber dem Jahresanfang
überproportional verbessern. Vor dem Hintergrund der
positiven Stimmung im Bankensektor vollzog die
Kursentwicklung der Commerzbank-Aktie auf Sicht der ersten
sechs Monate 2024 mit einem Zuwachs um knapp 32 % eine noch
deutlich bessere Entwicklung. Hier trieb das stabile
Zinsumfeld sowohl die Ergebniserwartung als auch eine im
Vergleich zum Vorjahr erhöhte Dividende sowie die
angekündigten Aktienrückkäufe die Fantasie
der Aktionärinnen und Aktionäre.
Der Vorstand der Commerzbank Aktiengesellschaft hat
Anfang Januar 2024 beschlossen, einen Aktienrückkauf
zu einem Gesamtkaufpreis von bis zu 600 Mio. Euro
vorzunehmen. Der Rückkauf über den Xetra-Handel
der Frankfurter Wertpapierbörse erfolgte zwischen dem
10. Januar und dem 5. März 2024. In diesem Zeitraum
wurden 55 554 320 eigene Aktien erworben und eingezogen.
Dies entspricht rund 4,5 % des Grundkapitals. Der an der
Börse gezahlte Kaufpreis je Aktie betrug
durchschnittlich rund 10,80 Euro. Im Zeitraum der
vergangenen zwölf Monate wurden damit zwei
Aktienrückkaufprogramme im Volumen von insgesamt 722
Mio. Euro durchgeführt. Insgesamt wurden 67 688 625
Aktien zurückgekauft, was einem Anteil von 5,4 % der
Aktien vor dem ersten Rückkaufprogramm entspricht.
Wichtige geschäftspolitische Ereignisse nach Ende des letzten BerichtszeitraumsCommerzbank hat Mehrheitsbeteiligung an Aquila Capital Investmentgesellschaft mbH übernommenDie Commerzbank Aktiengesellschaft hat 74,9 % an der
Aquila Capital Investmentgesellschaft mbH übernommen.
Beide Unternehmen hatten diesen Schritt im Januar 2024
angekündigt. Nachdem die zuständigen deutschen
und europäischen Behörden die erforderlichen
Genehmigungen inzwischen erteilt haben, wurde das Closing
erfolgreich abgeschlossen. Die Kooperation zielt auf
Wachstum sowohl für die Commerzbank als auch die
Aquila Capital Investmentgesellschaft mbh ab.
Mit der Transaktion forciert die Commerzbank ihr
Wachstum im Nachhaltigkeitsgeschäft. Denn der
Hamburger Asset-Manager Aquila Capital
Investmentgesellschaft mbH verwaltet nachhaltige
Sachwerteportfolios mit dem Schwerpunkt auf erneuerbaren
Energien für mehr als 300 hauptsächlich
institutionelle Kunden. Über die starke Marke und das
globale Vertriebsnetz der Commerzbank kann die Aquila
Capital Investmentgesellschaft mbH ihren Zugang zu Privat-
und Unternehmerkunden sowie zu einer großen Zahl
institutioneller Kunden zukünftig erweitern. Durch die
Kooperation soll sich die Aquila Capital
Investmentgesellschaft mbH zu einem führenden
Asset-Manager für nachhaltige Anlagestrategien in
Europa entwickeln.
ZwischenlageberichtWirtschaftliche RahmenbedingungenGesamtwirtschaftliche SituationDie Weltwirtschaft hat sich insbesondere aufgrund einer
geringeren Belastung durch die Energiepreise und die
Geldpolitik der westlichen Notenbanken zuletzt etwas
belebt. So ist die Wirtschaft im Euroraum im ersten
Halbjahr 2024 wieder recht deutlich gewachsen. Auch die
chinesische Wirtschaft hat wieder etwas stärker
zugelegt, wobei die Wachstumsraten aber noch weit von
früheren Werten entfernt sind. Hingegen hat sich die
Konjunktur in den USA in der ersten Jahreshälfte 2024
abgekühlt, ohne dass es allerdings Anzeichen für
eine Rezession gäbe.
Die Inflationsraten sind bis zuletzt im Trend gefallen,
liegen aber zumeist noch über dem Ziel der jeweiligen
Notenbank. Auch wenn die unterliegende Preisdynamik seit
Jahresbeginn sogar wieder etwas zugenommen hat, hat die EZB
die Zinsen im Juni zum ersten Mal gesenkt. Bei der
US-Notenbank steht dieser erste Zinsschritt nach unten noch
aus. Angesichts der zuletzt schwächeren Konjunktur
dürfte dieser aber bald erfolgen.
Ertrags-, Finanz- und VermögenslageEine Beschreibung der zum 30. Juni 2024 angewandten
Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden findet sich im
Zwischenabschluss in Note 4.
Gewinn- und-Verlust-Rechnung des Commerzbank-KonzernsDie Commerzbank erzielte in den ersten sechs Monaten
2024 ein den Commerzbank-Aktionärinnen und
-Aktionären und Investoren in zusätzliche
Eigenkapitalbestandteile zurechenbares Konzernergebnis in
Höhe von 1 285 Mio. Euro, nach 1 145 Mio. Euro im
Vorjahreszeitraum. Das Operative Ergebnis lag im
Berichtszeitraum bei 1 954 Mio. Euro, nach 1 764 Mio. Euro
im Vorjahreszeitraum. Darin enthalten sind im Vergleich zum
Vorjahreszeitraum höhere Belastungen aus Vorsorgen im
Zusammenhang mit Baufinanzierungen in Fremdwährung und
Ertragsminderungen aus Zins- und Tilgungsstundungen
für private Immobilienfinanzierungen
(Verlängerung der "Credit holidays") bei der mBank
sowie Rückstellungen für einen russischen
Rechtsfall bei der Commerzbank Eurasija.
Die wesentlichen Posten der Gewinn- und-Verlust-Rechnung
haben sich im Berichtszeitraum wie folgt entwickelt:
Der Zinsüberschuss stieg in den ersten sechs
Monaten 2024 um 3,1 % auf 4 204 Mio. Euro. Im Geschäft
mit Privat- und Unternehmerkunden ist im Inland der
Zinsüberschuss aufgrund des im Vergleich zum
Vorjahreszeitraum höheren Zinsniveaus deutlich
angestiegen. Ursächlich hierfür waren sowohl das
Einlagengeschäft als auch im vierten Quartal 2023
vorgenommene Zinsmodellanpassungen im Rahmen der
Fristentransformation von Einlagen, die gegenläufig
dazu zu einem Rückgang des Zinsüberschusses im
Bereich Sonstige und Konsolidierung führten.
Darüber hinaus ist der Zinsüberschuss der mBank
aufgrund der unverändert sehr positiven Bedingungen im
Einlagengeschäft weiter kräftig angestiegen. Im
Firmenkundengeschäft lag der Zinsüberschuss
ebenfalls deutlich über dem Niveau des
Vorjahreszeitraums, auch hier maßgeblich getrieben
durch höhere Einlagenerträge.
Der Provisionsüberschuss zeigte mit Blick auf die
Vorjahresquartale insgesamt eine gute Entwicklung. Mit 1
799 Mio. Euro lag er um 2,4 % leicht über dem Niveau
des starken Ergebnisses der ersten sechs Monate 2023. Im
Privat- und Unternehmerkundengeschäft hat das
bestandsabhängige Wertpapiergeschäft im Inland im
Vergleich zum ersten Halbjahr des Vorjahres aufgrund der
positiven Börsenentwicklung erfreulich zugelegt. Aber
auch das umsatzgetriebene Wertpapiergeschäft konnte
von dieser Entwicklung profitieren. Die
Provisionserträge aus Vorsorgeprodukten erreichten
hingegen nicht die Ergebnisse des Vorjahreszeitraums,
während die Erträge aus dem Zahlungsverkehr auf
Vorjahresniveau lagen. Für die mBank war ein im
Vergleich zum Vorjahreszeitraum währungsbedingt
höherer Provisionsüberschuss zu verzeichnen. Im
Geschäft mit Firmenkunden konnten gestiegene
Erträge aus dem Geschäft mit Kreditsyndizierungen
und Anleiheemissionen die rückläufigen
Erträge aus dem Fremdwährungsgeschäft mehr
als ausgleichen.
Das Ergebnis aus erfolgswirksam zum Fair Value
bewerteten finanziellen Vermögenswerten und
Verbindlichkeiten lag im Berichtszeitraum bei - 58 Mio.
Euro, nach - 90 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Im Ergebnis
des Berichtszeitraums sind sowohl Belastungen aus
Bewertungseffekten als auch positive Währungseffekte
enthalten.
Im Sonstigen Ergebnis in Höhe von - 559 Mio. Euro
sind unter anderem Vorsorgen im Zusammenhang mit
Baufinanzierungen in Fremdwährung in Höhe von -
558 Mio. Euro bei der mBank sowie Rückstellungen
für einen russischen Rechtsfall bei der Commerzbank
Eurasija enthalten.
Im Übrigen Ergebnis aus Finanzinstrumenten, das im
Berichtszeitraum mit 39 Mio. Euro auszuweisen war, sind
Ertragsminderungen aus Zins- und Tilgungsstundungen
für private Immobilienfinanzierungen
(Verlängerung der "Credit holidays") bei der mBank in
Höhe von - 60 Mio. Euro enthalten.
Das Risikoergebnis lag mit - 274 Mio. Euro auf dem
Niveau des entsprechenden Vorjahreszeitraums, für den
- 276 Mio. Euro auszuweisen waren. Das Risikoergebnis wurde
überwiegend durch Ausfälle von Einzeladressen und
Risikovorsorgenachbildungen insbesondere im Segment
Firmenkunden getrieben, das gleichzeitig von
Risikovorsorgeauflösungen infolge von Abgängen
profitierte. Als weiterer Ergebnistreiber sind Modell- und
Methodeneffekte inklusive der Abbildung der
Makroökonomie zu nennen. Der Bestand des
Sekundäreffekte-TLA auf Konzernebene belief sich per
30. Juni 2024 auf 336 Mio. Euro, nach 453 Mio. Euro per 31.
Dezember 2023.
Die Verwaltungsaufwendungen lagen im Berichtszeitraum
bei 3 021 Mio. Euro. Der moderate Kostenanstieg um 2,6 %
war insbesondere auf höhere Kosten bei der mBank durch
das anhaltende Geschäftswachstum sowie
Fremdwährungseffekte zurückzuführen. Der
Anstieg der Personalkosten um 4,0 % auf 1 838 Mio. Euro
resultierte maßgeblich aus der Anpassung der
laufenden Löhne und Gehaltszahlungen. Die
Sachaufwendungen einschließlich der Abschreibungen
auf Sachanlagen und sonstige immaterielle
Vermögenswerte lagen mit 1 183 Mio. Euro auf dem
Niveau des Vorjahres.
Die Belastungen aus den separat ausgewiesenen
Pflichtbeiträgen reduzierten sich um 146 Mio. Euro auf
166 Mio. Euro. Der Rückgang um knapp 47 % resultierte
insbesondere aus einer deutlich niedrigeren
europäischen Bankenabgabe, da das Zielvolumen des
europäischen Fonds zur Abwicklung in Notlage geratener
Banken in diesem Jahr bereits erreicht wurde.
Im Berichtszeitraum beliefen sich die
Restrukturierungsaufwendungen im Zusammenhang mit der
Umsetzung der strategischen Maßnahmen auf 2 Mio.
Euro, nach 8 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum.
Das Ergebnis vor Steuern betrug 1 953 Mio. Euro, nach 1
756 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Für den
Berichtszeitraum war ein Steueraufwand in Höhe von 611
Mio. Euro auszuweisen. Dieser resultierte im Wesentlichen
aus der Besteuerung des positiven Ergebnisses im ersten
Halbjahr 2024.
Das Ergebnis nach Steuern belief sich auf 1 342 Mio.
Euro, gegenüber 1 139 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum.
Nach Berücksichtigung der nicht beherrschenden
Anteile war den Commerzbank-Aktionärinnen und
-Aktionären und Investoren in zusätzliche
Eigenkapitalbestandteile für den Berichtszeitraum ein
Konzernergebnis von 1 285 Mio. Euro zuzurechnen, nach 1 145
Mio. Euro im Vorjahr.
Das Operative Ergebnis je Aktie betrug 1,63 Euro, das
Ergebnis je Aktie 0,91 Euro. Für den Vorjahreszeitraum
beliefen sich die entsprechenden Kennzahlen auf 1,41 Euro
beziehungsweise auf 0,76 Euro.
Bilanz des Commerzbank-KonzernsDie Bilanzsumme des Commerzbank-Konzerns lag zum 30.
Juni 2024 bei 560,1 Mrd. Euro. Gegenüber dem
Jahresultimo 2023 war dies ein Anstieg um 42,9 Mrd. Euro.
Das Volumen des Kassenbestands und der Sichtguthaben ist
um 11,0 Mrd. Euro auf 104,1 Mrd. Euro gestiegen. Der
Zuwachs gegenüber dem Jahresultimo 2023 beruhte auf
einem Anstieg der Sichtguthaben bei Zentralnotenbanken im
Zusammenhang mit weiteren Einlagenzuflüssen.
Die Finanziellen Vermögenswerte "Amortised Cost"
stiegen gegenüber dem Jahresende 2023 um 10,2 Mrd.
Euro auf 308,8 Mrd. Euro an. Im Vergleich zum
Vorjahresultimo war im Kreditgeschäft mit
Institutionellen und Mittelstandskunden im
Firmenkundensegment ein Anstieg um rund 4 Mrd. Euro zu
verzeichnen. Die mBank zeigte insbesondere im Zusammenhang
mit der Ausweitung besicherter
Wertpapierpensionsgeschäfte sowie gestiegener Kredite
an Firmenkunden ebenfalls einen deutlichen Zuwachs.
Die Finanziellen Vermögenswerte "Fair Value OCI"
lagen bei 46,9 Mrd. Euro und damit um 6,8 Mrd. Euro
höher als zum Jahresultimo 2023. Der Anstieg um 16,9 %
resultierte aus einem höheren Volumen an
Schuldinstrumenten im Rahmen des Zins- und
Liquiditätsmanagements.
Mit 62,0 Mrd. Euro lagen die Finanziellen
Vermögenswerte "Mandatorily Fair Value P&L" um
13,6 Mrd. Euro über dem Niveau des Vorjahresultimos.
Der Anstieg resultierte insbesondere aus einer Ausweitung
der besicherten Wertpapierpensionsgeschäfte mit Banken
und Finanzdienstleistern. Dabei stiegen die Darlehen und
Forderungen an Kreditinstitute und Finanzdienstleister um
insgesamt 14,4 Mrd. Euro.
Die Finanziellen Vermögenswerte "Held for Trading"
lagen zum Berichtsstichtag mit 29,9 Mrd. Euro um 5,6 %
über dem Niveau zum Jahresende 2023. Während die
positiven Marktwerte aus zins- und währungsbezogenen
Produkten um 3,0 Mrd. Euro zurückgegangen sind,
stiegen die verbrieften Schuld- und Eigenkapitalinstrumente
im Vergleich zum Jahresultimo 2023 um 3,7 Mrd. Euro.
Auf der Passivseite lagen die Finanziellen
Verbindlichkeiten "Amortised Cost" mit 438,0 Mrd. Euro um
18,2 Mrd. Euro über dem Niveau des Vorjahresultimos.
Ursächlich für den Zuwachs im Vergleich zum
Jahresende 2023 war ein deutlicher Anstieg der Einlagen und
sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten um 15,9 Mrd. Euro,
insbesondere bei Privatkundeneinlagen. Im Zusammenhang mit
der Neuemission von Pfandbriefen stiegen die begebenen
Schuldverschreibungen im Vergleich zum Vorjahresultimo um
2,3 Mrd. Euro.
Die Finanziellen Verbindlichkeiten "Fair Value Option"
lagen mit 62,2 Mrd. Euro um 25,2 Mrd. Euro über dem
Bestand zum Jahresultimo 2023. Der Anstieg resultierte im
Wesentlichen aus einer Ausweitung der besicherten
Wertpapierpensionsgeschäfte.
Die Finanziellen Verbindlichkeiten "Held for Trading"
lagen mit 17,5 Mrd. Euro um 1,4 Mrd. Euro unter dem
Jahresende 2023. Der Rückgang resultierte aus den
negativen Marktwerten aus derivativen Finanzinstrumenten,
insbesondere aus zins- und währungsbezogenen
derivativen Geschäften, die um 2,7 Mrd. Euro
zurückgegangen sind.
Die Eventualverbindlichkeiten und Kreditzusagen lagen
insgesamt mit 131,2 Mrd. Euro um 2,5 % über dem Niveau
des Vorjahresultimos. Weitere Informationen zu den
Eventualverbindlichkeiten aus Rechtsrisiken finden sich im
Zwischenabschluss in Note 36.
EigenkapitalDas in der Bilanz zum Berichtsstichtag 30. Juni 2024
ausgewiesene den Commerzbank-Aktionärinnen und
-Aktionären zurechenbare Eigenkapital lag mit 29,2
Mrd. Euro um 0,3 Mrd. Euro über dem Niveau zum
Jahresende 2023. Weitere Informationen zur
Eigenkapitalveränderung finden sich auf Seite 41 f.
Die Risikoaktiva per 30. Juni 2024 lagen bei 172,9 Mrd.
Euro und damit um 2,2 Mrd. Euro niedriger als zum
Jahresende 2023. Diese Entwicklung ist primär auf
einen Rückgang der Risikoaktiva aus Kredit- und
Marktrisiken zurückzuführen. Für das
geringere Kreditrisiko sind im Wesentlichen
Rückgänge aufgrund von Parametereffekten,
teilweise kompensiert von Volumeneffekten, sowie weitere
Reduktionen unter anderem bei aktiven latenten Steuern und
im Wertpapierportfolio verantwortlich. Teilweise
gegenläufig wirkten vor allem Anstiege aus mBank
Positionen und Währungsrisiken. Geringere Risikoaktiva
aus Marktrisiken resultierten hauptsächlich aus dem
Wegfall von relevanten Verlust-Szenarien aus der Zeitreihe
des regulatorischen Value at Risk, sowie aus reduziertem
Marktrisiko aus dem Zinsgeschäft. Die Risikoaktiva aus
operationellen Risiken lagen nur leicht unter dem Niveau
zum Jahresende 2023.
Das aufsichtsrechtlich anrechenbare harte Kernkapital
(Common Equity Tier 1) reduzierte sich um 0,2 Mrd. Euro und
betrug zum Berichtsstichtag 25,5 Mrd. Euro, gegenüber
25,7 Mrd. Euro zum 31. Dezember 2023. Die erneute positive
Entwicklung der Währungs- und
Neubewertungsrücklage wurde durch höhere
regulatorische Kapitalabzüge, die im Wesentlichen aus
der Erstkonsolidierung der Aquila Capital
Investmentgesellschaft mbH resultieren, mehr als
kompensiert. Die harte Kernkapitalquote
(Common-Equity-Tier-1-Quote) betrug 14,8 % (ohne Anrechnung
des Konzernergebnisses der ersten sechs Monate 2024),
gegenüber 14,7 % zum 31. Dezember 2023. Die
Kernkapitalquote lag zum Berichtsstichtag bei 16,6 %,
gegenüber 16,5 % zum Jahresende 2023. Das
Ergänzungskapital erhöhte sich im Vergleich zum
31. Dezember 2023 um 0,5 Mrd. Euro auf 5,4 Mrd. Euro, im
Wesentlichen aufgrund einer Neuemission. Die
Gesamtkapitalquote (unter Anwendung der
Übergangsbestimmungen) betrug zum Berichtsstichtag
19,8 %, gegenüber 19,3 % zum Jahresende 2023. Die
anrechenbaren Eigenmittel stiegen im Vergleich zum 31.
Dezember 2023 um 0,3 Mrd. Euro und lagen zum Berichtsultimo
bei 34,2 Mrd. Euro.
Die Leverage Ratio, die das Verhältnis von
Tier-1-Kapital zum Leverage Ratio Exposure zeigt, lag bei
4,5 %.
Refinanzierung und LiquiditätAuch in der zweiten Hälfte des ersten Halbjahres
2024 waren die Geld- und Kapitalmärkte in einer
stabilen und sehr aufnahmefähigen Verfassung - trotz
besonderen Augenmerks auf die Zinserwartungen in der
Eurozone, die geopolitischen Spannungen und die
Entwicklungen bei den internationalen Handelsbeziehungen.
Liquidität und Zahlungsfähigkeit der Commerzbank
waren jederzeit gegeben. Darüber hinaus ist das
Liquiditätsmanagement der Bank stets in der Lage,
zeitnah auf neue Marktgegebenheiten zu reagieren.
Refinanzierungsstruktur Kapitalmarkt 1zum 30. Juni 2024
Der Commerzbank-Konzern hat im ersten Halbjahr 2024
langfristige Refinanzierungsmittel in Höhe von 6,3
Mrd. Euro am Kapitalmarkt aufgenommen.
Die Commerzbank Aktiengesellschaft hat bei besicherten
Anleihen Pfandbrief-Benchmarktransaktionen und eine
Aufstockung mit einem Volumen von insgesamt 3,15 Mrd. Euro
und Laufzeiten zwischen drei und zehn Jahren begeben. Der
durchschnittliche Re-offer Spread lag 33 Basispunkte
über der Swapmitte.
Im unbesicherten Bereich hat die Commerzbank eine
variabel verzinsliche Preferred-Senior-Anleihe über
500 Mio. Euro mit einer Laufzeit von drei Jahren,
kündbar nach zwei Jahren emittiert. Die Verzinsung
orientiert sich am 3-Monats-Euribor plus 70 Basispunkte.
Außerdem wurde eine Non-preferred-Senior-Anleihe mit
einem Volumen von 750 Mio. Euro emittiert. Die Anleihe hat
eine Laufzeit von sieben Jahren mit einem
Kündigungstermin im Januar 2030 und einem Kupon von
4,625 % pro Jahr. Im zweiten Quartal wurde eine
Nachrang-Tier-2-Anleihe über 750 Mio. Euro mit
Fälligkeit im Oktober 2034 und einem
Kündigungsrecht von Juli 2029 bis Oktober 2029 mit
fester Verzinsung von 4,875 % platziert.
Des Weiteren wurden Privatplatzierungen in Höhe von
rund 1,2 Mrd. Euro in besicherten und unbesicherten
Emissionen begeben.
Ende des ersten Quartals 2024 hat die Commerzbank die
restlichen Gelder aus dem
Targeted-Longer-Term-Refinancing-Operations-III-Programm
(TLTRO III) zurückgezahlt.
Die durchschnittlichen Einlagenvolumina im zweiten
Quartal 2024 zeigten gegenüber dem ersten Quartal 2024
einen positiven beziehungsweise stabilen Verlauf. Bei
Privat- und Unternehmerkunden belief sich das
durchschnittliche Einlagenvolumen auf 217 Mrd. Euro (erstes
Quartal 2024: 208 Mrd. Euro), wobei die Einlagen im Inland
zu mehr als 95 % gesichert waren. Im Bereich Firmenkunden
lag das durchschnittliche Einlagenvolumen im zweiten
Quartal 2024 bei 96 Mrd. Euro (erstes Quartal 2024: 96 Mrd.
Euro) und die Besicherung bei knapp 60 %.
Kapitalmarktfunding des Konzerns in den ersten sechs Monaten 2024Volumen 6,3 Mrd. €
Die Bank wies zum Halbjahresultimo eine
Liquiditätsreserve in Form von hochliquiden Aktiva in
Höhe von 142,0 Mrd. Euro aus. Das
Liquiditätsreserveportfolio gewährleistet die
Pufferfunktion im Stressfall. Dieses
Liquiditätsreserveportfolio wird gemäß dem
Liquiditätsrisikoappetit refinanziert, um eine
erforderliche Reservehöhe während der gesamten
vom Vorstand festgelegten Reserveperiode sicherzustellen.
Ein Teil dieser Liquiditätsreserve wird in einem
separierten und von Group Treasury gesteuerten
Stress-Liquiditätsreserveportfolio gehalten, um
Liquiditätsabflüsse in einem angenommenen
Stressfall abdecken zu können und die jederzeitige
Zahlungsfähigkeit sicherzustellen.
Darüber hinaus unterhält die Bank ein
sogenanntes Intraday-Liquidity-Reserve-Portfolio. Der
Gesamtwert dieses Portfolios betrug zum Berichtsstichtag
6,3 Mrd. Euro. Die Commerzbank hat zum Berichtsstichtag mit
149,1 % die geforderte Mindestquote bei der
Liquiditätskennzahl "Liquidity Coverage Ratio" (LCR)
in Höhe von 100 % deutlich überschritten. Auch
der Durchschnitt der jeweils letzten zwölf
Monatsendwerte lag mit 142,1 % deutlich über der
Mindestquote. Damit war die Liquiditätssituation der
Commerzbank zum Berichtsultimo aufgrund ihrer konservativen
und vorausschauenden Refinanzierungsstrategie komfortabel
und erfüllte die internen und externen Limits sowie
die gültigen regulatorischen Anforderungen.
Entwicklung der SegmenteDie Kommentierung der Ergebnisentwicklung der Segmente
für die ersten sechs Monate 2024 basiert auf der im
Geschäftsbericht 2023 auf den Seiten 75 und 262 ff.
beschriebenen Segmentstruktur. Weitere Informationen finden
sich im Zwischenabschluss in Note 37.
Privat- und Unternehmerkundenscrollen
1 Anpassung aufgrund von IFRS 8.29 (siehe
Zwischenabschluss Note 5).
Das Segment Privat- und Unternehmerkunden hat im ersten
Halbjahr 2024 sowohl das Operative Ergebnis als auch das
Ergebnis vor Steuern - trotz höherer Vorsorgen im
Zusammenhang mit Baufinanzierungen in Fremdwährung
sowie Ertragsminderungen aus Zins- und Tilgungsstundungen
für private Immobilienfinanzierungen bei der mBank -
gegenüber dem Vergleichszeitraum 2023 um 289 Mio. Euro
auf 963 Mio. Euro gesteigert.
Die Erträge vor Risikoergebnis lagen im
Berichtszeitraum mit 2 987 Mio. Euro deutlich über dem
Niveau des Vorjahreszeitraums. Der Zinsüberschuss
stieg gegenüber dem Vorjahr signifikant um 211 Mio.
Euro auf 2 421 Mio. Euro. Im Inland ist der
Zinsüberschuss aufgrund des im Vergleich zum
Vorjahreszeitraum höheren Zinsniveaus deutlich
angestiegen. Ursächlich hierfür waren sowohl das
Einlagengeschäft als auch im vierten Quartal 2023
vorgenommene Zinsmodellanpassungen im Rahmen der
Fristentransformation von Einlagen, die gegenläufig
dazu zu einem Rückgang des Zinsüberschusses im
Bereich Sonstige und Konsolidierung führten.
Darüber hinaus ist der Zinsüberschuss der mBank
aufgrund der unverändert sehr positiven Bedingungen im
Einlagengeschäft weiter kräftig angestiegen.
Der Provisionsüberschuss lag in den ersten sechs
Monaten 2024 mit 1 135 Mio. Euro leicht über dem
Niveau des Vorjahreszeitraums. Im Inland hat das
bestandsabhängige Wertpapiergeschäft im Vergleich
zum Vorjahreszeitraum aufgrund der positiven
Börsenentwicklung erfreulich zugelegt. Aber auch das
umsatzgetriebene Wertpapiergeschäft konnte von dieser
Entwicklung profitieren. Die Provisionserträge aus
Vorsorgeprodukten erreichten hingegen nicht die Ergebnisse
der ersten sechs Monate des Vorjahres, während die
Erträge aus dem Zahlungsverkehr auf Vorjahresniveau
lagen. Für die mBank war ein im Vergleich zum
Vorjahreszeitraum währungsbedingt höherer
Provisionsüberschuss zu verzeichnen.
Die übrigen Ertragskomponenten beliefen sich
insgesamt auf - 568 Mio. Euro, nach - 554 Mio. Euro im
Vorjahr. Die Ergebnisbelastung im Berichtszeitraum
resultierte im Wesentlichen aus Vorsorgen im Zusammenhang
mit Baufinanzierungen in Fremdwährung sowie aus
Ertragsminderungen aus Zins- und Tilgungsstundungen
für private Immobilienfinanzierungen
(Verlängerung der "Credit holidays") bei der mBank.
Die Belastungen aus dem Fair-Value-Ergebnis haben sich
hingegen im Vergleich zu den ersten sechs Monaten des
Vorjahres deutlich reduziert.
Das Risikoergebnis des Segments Privat- und
Unternehmerkunden verzeichnete mit - 75 Mio. Euro eine
Entlastung um 101 Mio. Euro gegenüber dem
Vorjahreszeitraum, die insbesondere aus deutlich geringeren
Vorsorgeaufwendungen im Inland resultierte. Wesentliche
Treiber waren die Reduzierung des TLA für
Sekundäreffekte, Modell- und Methodeneffekte sowie
makroökonomische Effekte. Auch die mBank verzeichnete
bei den Risikokosten der ersten sechs Monate 2024 eine
geringere Belastung als im entsprechenden
Vorjahreszeitraum. Maßgeblich hierfür waren die
gute Performance des Retail-Portfolios, das Fehlen
negativer Einmaleffekte sowie Verkäufe von
Default-Portfolioteilen und die Aktualisierung der
Risikoparameter.
Der Verwaltungsaufwand ist im Berichtszeitraum insgesamt
um 57 Mio. Euro auf 1 784 Mio. Euro gestiegen. Der Anstieg
resultierte insbesondere aus der mBank, bei der der
Verwaltungsaufwand aufgrund von Investitionen in
künftiges Geschäftswachstum sowie
Währungseffekten über dem Wert des
Vergleichszeitraums des Vorjahres lag. Dagegen lagen die
Kosten im Inland auf Vorjahresniveau. Der Aufwand für
Pflichtbeiträge ist gegenüber den ersten sechs
Monaten 2023 um 37 Mio. Euro auf 165 Mio. Euro
zurückgegangen, was insbesondere aus einer geringeren
europäischen Bankenabgabe resultierte.
Firmenkundenscrollen
Die Geschäftsentwicklung des Segments Firmenkunden
hat in den ersten sechs Monaten 2024 auch vor dem
Hintergrund eines volatilen und wettbewerbsintensiven
Marktumfeldes eine positive Entwicklung gezeigt. Für
den Berichtszeitraum belief sich sowohl das Operative
Ergebnis als auch das Ergebnis vor Steuern im Segment
Firmenkunden auf 1 211 Mio. Euro, nach 992 Mio. Euro im
Vorjahreszeitraum.
Der Bereich Mittelstand zeigte gegenüber dem
Vorjahreszeitraum eine deutlich positive
Ertragsentwicklung. Im Kreditgeschäft konnten die
Erträge gegenüber dem Vorjahreszeitraum zulegen.
Im Cash-Management und in Financial Markets profitierte der
Bereich von deutlich gestiegenen Einlagenerträgen. Der
Bereich International Corporates verzeichnete insbesondere
höhere Erträge aus dem Kredit- und
Einlagengeschäft. Der Bereich Institutionals zeigte
einen deutlichen Ertragszuwachs, ebenfalls aus dem
Einlagengeschäft sowie aus dem
Anleiheemissionsgeschäft. Die im Bereich Others
ausgewiesenen Erträge, die insbesondere Hedging- und
Bewertungseffekten zuzuordnen sind, lagen deutlich
über dem Niveau des Vorjahreszeitraums.
Die Erträge vor Risikoergebnis lagen in den ersten
sechs Monaten 2024 mit 2 420 Mio. Euro um 213 Mio. Euro
über dem Niveau des entsprechenden Vorjahreszeitraums.
Zu dem Ertragsanstieg um 9,7 % haben alle operativen
Kundenbereiche des Segments beigetragen. Mit 1 389 Mio.
Euro lag der Zinsüberschuss um 66 Mio. Euro über
dem Wert der ersten sechs Monate 2023. Der
Provisionsüberschuss konnte gegenüber dem
entsprechenden Vorjahresergebnis um 34 Mio. Euro auf 690
Mio. Euro erfreulich zulegen. Gestiegene Erträge aus
dem Geschäft mit Kreditsyndizierungen und
Anleiheemissionen konnten hier die rückläufigen
Erträge aus dem Fremdwährungsgeschäft mehr
als ausgleichen. Verbessert zeigte sich zudem das Ergebnis
aus erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten finanziellen
Vermögenswerten und Verbindlichkeiten, das mit 322
Mio. Euro um 23,9 % über dem Wert des
Vorjahreszeitraums lag.
Für das erste Halbjahr 2024 lag das Risikoergebnis
aufgrund von Vorsorgen für Einzelengagements bei - 175
Mio. Euro, nach - 115 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Die
Wertberichtigungen des Segments wurden im Wesentlichen
durch Ausfälle von Einzeladressen und Nachbildungen
bei ausgefallenen Einzeladressen getrieben. Gleichzeitig
profitierte das Segment von Risikovorsorgeauflösungen
infolge von Abgängen. Das Risikoergebnis enthält
außerdem Belastungen aus Modell- und
Methodeneffekten.
Der Verwaltungsaufwand lag mit 1 033 Mio. Euro auf dem
Niveau des entsprechenden Vorjahreszeitraums. Der
Rückgang der ausgewiesenen Pflichtbeiträge im
Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 71 Mio. Euro auf 1 Mio.
Euro steht insbesondere in Verbindung mit dem Wegfall der
europäischen Bankenabgabe.
Sonstige und KonsolidierungIm Bereich Sonstige und Konsolidierung werden
Erträge und Aufwendungen ausgewiesen, die nicht in die
Verantwortungsbereiche der beiden Geschäftssegmente
fallen. Unter Sonstige werden Group Treasury, den
Geschäftssegmenten nicht zugeordnete Beteiligungen
sowie übergeordnete Sachverhalte, wie zum Beispiel
Aufwendungen für Aufsichtsgebühren, eingestellt.
Unter Konsolidierung wird von den in der
Segmentberichterstattung ausgewiesenen
Ergebnisgrößen auf den Konzernabschluss nach
Internationalen Rechnungslegungsstandards (IFRS)
übergeleitet. Der Bereich Sonstige und Konsolidierung
enthält des Weiteren die Kosten der
Unterstützungs-, Stabs- und Steuerungseinheiten, die
anschließend auf die Segmente verrechnet werden.
Außerdem werden die Restrukturierungsaufwendungen
für den Konzern zentral in diesem Bereich ausgewiesen.
Das Operative Ergebnis des Bereichs Sonstige und
Konsolidierung belief sich im ersten Halbjahr 2024 auf -
220 Mio. Euro, gegenüber 98 Mio. Euro im Vorjahr. Der
Rückgang beruhte in erster Linie auf einem niedrigeren
Ergebnis von Group Treasury, insbesondere aufgrund eines
gesunkenen Zinsüberschusses nach Zinsmodellanpassungen
im Rahmen der Fristentransformation von Einlagen des
Segments Privat- und Unternehmerkunden, die
gegenläufig dazu zu einem Anstieg des
Zinsüberschusses im Segment Privat- und
Unternehmerkunden führten. Darüber hinaus ergab
sich eine Ergebnisreduktion aus der Nichtverzinsung der
EZB-Mindestreserve, gesunkenen Erträgen aus dem
Management der Zinsrisikoposition sowie aus residualen
Bewertungseffekten im Bankbuch nach Anwendung von Hedge
Accounting in Group Treasury. Hinzu kam eine höhere
Nettobelastung aus der Bildung und Auflösung von
Rückstellungen im restlichen Bereich Sonstige und
Konsolidierung, unter anderem aufgrund von
Rückstellungen für einen russischen Rechtsfall
bei der Commerzbank Eurasija. Dagegen profitierte der
Bereich von einem per saldo entlastenden Effekt aus
Konsolidierungssachverhalten und von einem Ertragsanstieg
aus Bewertungseffekten. Im gesamten Bereich Sonstige und
Konsolidierung war außerdem eine Ergebnisentlastung
aus dem Wegfall der europäischen Bankenabgabe zu
verzeichnen.
Das Ergebnis vor Steuern des Bereichs Sonstige und
Konsolidierung belief sich im ersten Halbjahr 2024 auf -
222 Mio. Euro. Darin enthalten sind geringfügige
Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von 2 Mio. Euro,
die im Zusammenhang mit der Umsetzung der "Strategie 2024"
standen.
PrognoseberichtKünftige gesamtwirtschaftliche SituationTrotz einer zuletzt wieder etwas schlechteren Stimmung
bei den Unternehmen gehen wir nach wie vor davon aus, dass
sich die Wirtschaft im Euroraum in der zweiten
Jahreshälfte weiter beleben wird. Denn die Belastung
durch die Energiepreise hat deutlich nachgelassen und die
Wirtschaft dürfte sich inzwischen weitgehend an die
höheren Leitzinsen angepasst haben. Ein kräftiger
Aufschwung ist allerdings nicht zu erwarten. Denn
angesichts der weiterhin hohen Inflation wird die
Europäische Zentralbank ihre Leitzinsen auch nach der
ersten Zinssenkung im Juni wohl nur moderat lockern. Zudem
leidet die Wirtschaft nach wie vor unter strukturellen
Problemen.
Auch in Deutschland dürfte sich die Wirtschaft im
weiteren Verlauf dieses Jahres aus der Stagnation
lösen. Für das laufende Jahr erwarten wir
trotzdem im Jahresdurchschnitt nur eine Wirtschaftsleistung
auf dem Niveau des vergangenen Jahres. Auch im kommenden
Jahr dürfte die Wirtschaft nur moderat zulegen und im
Jahresdurchschnitt um 0,8 % wachsen.
In den USA hat sich das Wirtschaftswachstum verlangsamt,
mit einer Rezession ist aber nicht zu rechnen. Die
schwächere Konjunktur dürfte aber zusammen mit
einer zuletzt wieder etwas schwächeren Teuerung die
US-Notenbank dazu veranlassen, ihren Leitzins im September
erstmals um 25 Basispunkte zu senken. Bis zum Sommer
nächsten Jahres dürften sich die Zinssenkungen
auf 100 Basispunkte summieren.
In China haben die Konjunkturindikatoren seit
Jahresbeginn eher positiv überrascht. Doch die
chinesische Wirtschaft hat nach wie vor mit großen
Herausforderungen zu kämpfen. Dazu zählen der
Einbruch des Immobilienmarktes sowie die hohen Schulden von
Bauträgern und Kommunalverwaltungen. Mit 4,7 %
dürfte das Wachstum leicht unter dem Wachstumsziel der
Regierung liegen.
An den Finanzmärkten ist die erwartete moderate
Zinswende der großen Notenbanken in den Anleihekursen
weitgehend eingepreist. Die Rendite zehnjähriger
Bundesanleihen erwarten wir zum Jahresende 2024 weiter bei
2,4 %. Der Euro dürfte gegenüber dem US-Dollar in
den kommenden Monaten eher etwas an Wert verlieren. Ende
des Jahres dürfte 1 Euro 1,04 US-Dollar wert sein.
Künftige Situation der BankbrancheUnsere Einschätzung hinsichtlich der kurz- und
mittelfristigen sowie strukturellen Entwicklungstendenzen
in der Bankbranche hat sich gegenüber den von uns im
Jahresbericht 2023 getroffenen Aussagen nicht grundlegend
geändert.
Grundsätzlich positive Impulse für das
Bankgeschäft kommen aus den Chancen, die sich aus der
Unterstützung und Begleitung von Unternehmen bei der
Transformation zu einer CO
2-armen Wirtschaft ergeben. Zudem eröffnen
die massiven Fortschritte auf dem Gebiet der
künstlichen Intelligenz die Möglichkeit, Prozesse
effizienter zu gestalten, Kosten einzusparen und sich als
digitales Finanztechnologieunternehmen aufzustellen.
Herausforderungen für die Bankbranche bestehen in
der digitalen Transformation sowie dem fortschreitenden
Wandel in der Arbeitswelt. Cyberkriminalität,
zunehmender Fachkräftemangel und hybrides Arbeiten
sind zentrale Themen. Man bewegt sich in einem
Spannungsfeld zwischen hohen regulatorischen Anforderungen
und dynamischen Wettbewerbern, auch außerhalb des
Bankenumfeldes.
Die Kreditvergabe an Firmen im Euroraum erweist sich
derzeit als verhalten. In Deutschland fällt das
Kreditneugeschäft uneinheitlich aus. Während sich
die Wohnbaukredite laut Bundesbank nach
vorübergehender Talfahrt auf spürbarem
Erholungskurs befinden und auch die Konsumentenkredite in
den ersten Monaten des laufenden Jahres zulegen konnten,
sind die Kredite an nichtfinanzielle Kapitalgesellschaften
nur leicht gewachsen, was mittelfristig die
Ertragsaussichten schmälert. Ohnehin ist in den
meisten europäischen Ländern einschließlich
Deutschland in diesem Jahr nur ein Wirtschaftswachstum auf
Vorjahresniveau zu erwarten. Dieses wird sich auf die
Ertragslage des Bankensektors dämpfend auswirken, was
sowohl das Zins- als auch das Provisionsergebnis betrifft.
Infolge höherer Schuldzinsen und gestiegener
Lebenshaltungskosten sind in den kommenden Monaten weiter
steigende Firmen- und Privatinsolvenzen nicht
auszuschließen. In den vergangenen Jahren haben viele
Kreditnehmer ihre Nettoverschuldung angesichts sehr
günstiger Finanzierungsbedingungen stark erhöht.
Dadurch sind seit Juni 2023 im Vorjahresvergleich
durchgängig zweistellige Zuwachsraten bei der Zahl der
beantragten Regelinsolvenzen von Unternehmen und
Selbstständigen in Deutschland zu beobachten. Auch die
Verbraucherinsolvenzen legten im bisherigen Jahresverlauf
zu. Der daraus resultierende Wertberichtigungsbedarf wird
das Firmen- wie auch das Privatkundengeschäft
betreffen. Dagegen sind umfangreichere
Zahlungsausfälle bei Wohnhypotheken privater Haushalte
aufgrund der langen Zinsbindungsfristen auf absehbare Zeit
nicht zu erwarten. Weitaus anfälliger für die
negativen Folgen des allgemeinen Zinsanstiegs sind die
Gewerbeimmobilienmärkte. Dort haben sowohl die Preise
als auch die Transaktionsvolumen spürbar nachgegeben.
Wegen der fallenden Immobilienpreise und der dadurch
bedingten bilanziellen Bewertungsverluste sind die Gewinne
der gewerblichen Immobilienunternehmen signifikant
gesunken.
Im Zusammenhang mit den in den nächsten Monaten zu
erwartenden Zinssenkungen sowohl der US-Notenbank als auch
der Europäischen Zentralbank sowie aufgrund des
zunehmenden Wettbewerbs um Kundeneinlagen dürften sich
die Margen der Banken leicht verengen. Um Mindereinnahmen
im Zinsgeschäft zu kompensieren, werden die Banken
deshalb ihre zinsunabhängigen Erträge in den
kommenden Monaten stärker priorisieren. Alles in allem
bleiben die Perspektiven für die Zinsmarge des
Bankensektors aber durchaus positiv, zumal die hohe
Staatsverschuldung in Europa den langfristigen
Hypothekenzins stützt.
In Polen erweisen sich die wirtschaftlichen
Rahmenbedingungen derzeit als günstig. In den
nächsten Monaten kann von einem weiter robusten
Privatkonsum und einer wachsenden
Investitionstätigkeit ausgegangen werden. Daraus
resultiert ein im europäischen Vergleich
überdurchschnittliches Wirtschaftswachstum, das dem
Ertragspotenzial des polnischen Bankensektors zugutekommt.
Mit dem Verfehlen des Inflationsziels von 2,5 % der
Polnischen Nationalbank erscheint eine geldpolitische
Lockerung in den nächsten Monaten unwahrscheinlich.
Das dürfte die Zinsmargen für den polnischen
Bankensektor stützen. Es bleibt jedoch abzuwarten, ob
mögliche Einbußen bei der Qualität der
Kreditportfolios angesichts der anhaltend hohen Inflation
zu signifikant höheren Risikokosten und auch
verstärkten Kreditausfällen führen. Das
größte Risiko resultiert aus den
Rechtsentwicklungen und ihren Auswirkungen auf die
Fremdwährungs-Hypothekendarlehen.
Erwartete Finanzlage des Commerzbank-KonzernsGeplante FinanzierungsmaßnahmenDie Mittelaufnahme der Commerzbank am Kapitalmarkt ist
von der Geschäftsentwicklung beziehungsweise -planung
und der Entwicklung der risikogewichteten Aktiva
beeinflusst. Der Fundingplan 2024 sieht ein Volumen von
rund 10 Mrd. Euro vor, davon entfällt die Hälfte
auf Pfandbriefe. Anfang Juli waren davon rund 70 %
umgesetzt, inklusive einer Ende Juni 2024 begebenen
Additional-Tier-1-Anleihe über 750 Mio. Euro mit
Wertstellung nach dem Berichtsstichtag.
Die Commerzbank hat mit einer breiten Produktpalette
Zugang zum Kapitalmarkt. Neben den unbesicherten
Refinanzierungsmitteln (Preferred- und
Non-preferred-Senior-Anleihen, Tier-2-Nachrangkapital sowie
Additional-Tier-1-Kapital) verfügt die Commerzbank bei
der Refinanzierung auch über die Möglichkeit,
besicherte Refinanzierungsinstrumente, insbesondere
Hypothekenpfandbriefe und öffentliche Pfandbriefe, zu
emittieren. Pfandbriefe bilden einen festen Bestandteil im
Refinanzierungsmix der Commerzbank. Dadurch hat die
Commerzbank einen stabilen Zugang zu langfristiger
Refinanzierung mit Kostenvorteilen gegenüber
unbesicherten Refinanzierungsquellen. Die Emissionsformate
reichen von großvolumigen Benchmarkanleihen bis hin
zu Privatplatzierungen.
Die für das Liquiditätsmanagement und den
langfristigen Refinanzierungsbedarf getroffenen Annahmen
überprüfen und passen wir regelmäßig
an. Dadurch trägt die Commerzbank den
Veränderungen des Marktumfeldes und der
Geschäftsentwicklung weiterhin Rechnung und
gewährleistet eine komfortable
Liquiditätsausstattung sowie eine angemessene
Refinanzierungsstruktur.
Geplante InvestitionenFür das Geschäftsjahr 2024 planen wir mit 0,5
Mrd. Euro Direktkosten für IT-Investitionen. Knapp ein
Drittel dieser Investitionen fließen in den Umbau des
Geschäftsmodells beziehungsweise die Digitalisierung
im Privatkundengeschäft. Rund ein Viertel der
Investitionen betrifft die weitere Digitalisierung von
Prozessen im Firmenkundengeschäft. Die verbleibenden
Mittel investieren wir in IT-Infrastruktur und Operations.
Maßnahmen im Rahmen der Regulatorik sind in den
genannten Themenfeldern enthalten.
Voraussichtliche Entwicklung der LiquiditätDie Liquiditätsausstattung der Bank ist
unverändert hoch, sodass keine Notwendigkeit besteht,
eigene Portfolios zu refinanzieren. Somit ist die
Commerzbank als Cash-Provider beziehungsweise
opportunistisch auch als Collateral-Provider im Repomarkt
aktiv. Die seit Mitte des Jahres 2023 bestehende
erhöhte Nachfrage nach Refinanzierungen im Repomarkt
hält auch im ersten Halbjahr 2024 weiter an. Die
Liquiditätssituation der Commerzbank lässt die
Bedienung dieser erhöhten Nachfrage zu und hat zu
einer Geschäftsausweitung in diesem Bereich
geführt.
Die Commerzbank weist eine hohe Position als
Kassenbestand und Sichtguthaben - im Wesentlichen bei
Zentralbanken - aus. Diese betrug zum Berichtsultimo 104,1
Mrd. Euro. Dieser Bestand ist einerseits das Resultat der
immer noch hohen Überschussliquidität im
Eurosystem, andererseits der breit diversifizierten
Kundenbasis und der bestehenden Geschäftsbeziehungen
im Cashmanagement sowie dem professionellen
Einlagengeschäft geschuldet. Trotz des langsamen
Abschmelzens der Bestände unter dem Asset Purchase
Programme (APP) durch ausbleibende Reinvestitionen sowie
der ab dem zweiten Halbjahr 2024 startenden Reduktion des
Pandemic Emergency Purchase Programme erwarten wir eine
weiterhin ausreichende Überschussliquidität und
damit eine unterstützende Wirkung hinsichtlich der
Liquiditätssituation der Commerzbank. Am 18. September
2024 startet die Europäische Zentralbank (EZB) mit dem
neuen "Operational Framework". Mit den Instrumenten unter
diesem Rahmenwerk sichert die EZB bereits heute potenzielle
künftige Volatilität in der
Liquiditätsversorgung des Bankensystems vorausschauend
ab.
Voraussichtliche Entwicklung des Commerzbank-KonzernsAn unseren im Geschäftsbericht 2023 getroffenen
Aussagen zur voraussichtlichen Ergebnisentwicklung des
Commerzbank-Konzerns im Geschäftsjahr 2024 halten wir
weiterhin fest.
Aufgrund der Entwicklung im ersten Halbjahr 2024 sowie
der Einschätzung, dass die Europäischen
Zentralbank eine weitere Anpassung der Leitzinsen wohl erst
im Herbst des laufenden Jahres vornehmen wird, rechnet die
Bank weiterhin mit einem Zinsüberschuss für das
Gesamtjahr 2024 in Höhe von rund 8,1 Mrd. Euro. Der
Provisionsüberschuss wird für das laufende Jahr
nach wie vor um 4 % höher als im Vorjahr erwartet. Das
Risikoergebnis sieht die Bank nach wie vor bei niedriger
als - 800 Mio. Euro im Gesamtjahr unter der Verwendung von
TLA. Der Verwaltungsaufwand inklusive Pflichtbeiträge
wird strikt entlang der Cost-Income-Ratio gesteuert. Das
Ziel 2024 für die Cost-Income-Ratio beträgt rund
60 %.
Für das Jahr 2024 rechnet die Commerzbank weiterhin
mit einer Common-Equity-Tier-1-Quote von mehr als 14 %.
Diese Zielgröße berücksichtigt bereits eine
geplante Ausschüttung von mindestens 70 % des
Nettoergebnisses nach Abzug von vollständig
diskretionären AT-1-Kupons für das
Geschäftsjahr 2024. Die erste Tranche über 600
Mio. Euro vom nächsten Aktienrückkauf wird die
Bank am 7. August 2024 auf Basis des Halbjahresergebnisses
2024 bei der Europäischen Zentralbank und der
Finanzagentur beantragen. Den Antrag für eine zweite
Tranche plant die Bank auf Basis des Ergebnisses des
dritten Quartals 2024 zu stellen.
Insgesamt gehen wir angesichts der Ergebnisentwicklung
im ersten Halbjahr 2024 und unseren Erwartungen für
den weiteren Jahresverlauf weiterhin davon aus, das den
Commerzbank-Aktionärinnen und -Aktionären und den
Investoren in zusätzliche Eigenkapitalbestandteile
zurechenbare Konzernergebnis für das
Geschäftsjahr 2024 im Vergleich zum Vorjahr deutlich
zu übertreffen.
Die Erwartungen sind abhängig von der Entwicklung
der Vorsorgen im Zusammenhang mit Baufinanzierungen in
Fremdwährung bei der mBank sowie der Belastungen in
Russland.
ZwischenrisikoberichtDer Zwischenrisikobericht ist ein eigenständiger
Berichtsteil im Zwischenbericht. Er ist Bestandteil des
Zwischenlageberichts.
ZwischenrisikoberichtRisikoorientierteGesamtbanksteuerungAls Risiko bezeichnet die Commerzbank die Gefahr
möglicher Verluste oder entgangener Gewinne aufgrund
interner oder externer Faktoren. Die Risikosteuerung
unterscheidet grundsätzlich zwischen quantifizierbaren
und nicht quantifizierbaren Risikoarten. Quantifizierbare
Risiken sind üblicherweise in der Rechnungslegung oder
in der Kapitalbindung bewertbare Risiken, nicht
quantifizierbare Risiken sind zum Beispiel Compliance- und
Reputationsrisiken.
Organisation des RisikomanagementsDie Commerzbank sieht das Risikomanagement als eine
Aufgabe für die gesamte Bank an. Der Chief Risk
Officer (CRO) verantwortet konzernweit die Entwicklung und
Umsetzung der risikopolitischen Leitlinien für
quantifizierbare Risiken, die vom Vorstand festgelegt
werden, sowie die Messung dieser Risiken. Der CRO berichtet
dem Vorstand und dem Risikoausschuss des Aufsichtsrats
regelmäßig über die Gesamtrisikolage des
Konzerns.
Risikotragfähigkeit und StresstestingDie Risikotragfähigkeitsanalyse ist ein
wesentlicher Bestandteil der Gesamtbanksteuerung und des
ICAAP der Commerzbank mit dem Ziel, eine angemessene
Kapitalausstattung jederzeit sicherzustellen. Das
Risikotragfähigkeitskonzept wird jährlich
überprüft und weiterentwickelt. Das
Risikotragfähigkeitskonzept umfasst die normative
(regulatorische) und die ökonomische Perspektive. Zu
den Kennzahlen der normativen Perspektive siehe Note 38
(Ausgewählte regulatorische Angaben) des
Zwischenabschlusses.
Der Ergebnisausweis der Risikotragfähigkeitsanalyse
erfolgt anhand einer Risikotragfähigkeitsquote
(RTF-Quote), die die Überdeckung des ökonomischen
Kapitalbedarfs durch das Risikodeckungspotenzial anzeigt.
Die Überwachung und Steuerung der
Risikotragfähigkeit erfolgen monatlich auf Ebene des
Commerzbank-Konzerns. Per 30. Juni 2024 betrug die
RTF-Quote 200 %. Der Anstieg des ökonomischen
Risikodeckungspotenzials gegenüber Dezember 2023 ist
vor allem auf den Rückgang von ökonomischen
Kapitalabzügen im Risikodeckungspotenzial
zurückzuführen. Der Rückgang des
ökonomisch erforderlichen Kapitals für
Adressenausfallrisiken gegenüber Dezember 2023
resultiert im Wesentlichen aus Rating- und
Volumensänderungen im Kundenportfolio sowie der
regulären Fortschreibung der Parameter im
Kreditrisikomodell. Haupttreiber für den Anstieg des
operationellen Risikos ist eine Modelländerung in
Bezug auf die Schweizer-Franken-Thematik. Die RTF-Quote
liegt weiterhin auf hohem Niveau.
Die ökonomische Risikotragfähigkeit wird
zusätzlich anhand makroökonomischer
Stressszenarios beurteilt. Die Szenariosimulationen werden
grundsätzlich quartalsweise auf Konzernebene mit einem
Zeithorizont von zwölf Monaten durchgeführt.
scrollen
1 Einschließlich
Objektwertänderungsrisiko, Risiko nicht
börsennotierter Beteiligungen und Risikopuffer
für Reserverisiko, für die Quantifizierung
potenzieller Wertschwankungen von Intangibles sowie
für Umweltrisiken.
AdressenausfallrisikenDas Adressenausfallrisiko beinhaltet die Gefahr eines
Verlustes oder entgangenen Gewinnes durch den Ausfall eines
Geschäftspartners. Es zählt zu den
quantifizierbaren, wesentlichen Risiken mit den
Unterrisikoarten Kreditausfallrisiko, Emittentenrisiko,
Kontrahentenrisiko, Länder- und Transferrisiko,
Veritätsrisiko sowie Reserverisiko.
Commerzbank-KonzernDie Geschäftsaktivitäten der Commerzbank
umfassen die beiden Kundensegmente Privat- und
Unternehmerkunden sowie Firmenkunden und den Bereich
Sonstige und Konsolidierung.
Das ökonomische Umfeld ist weiterhin von
krisenbedingten Unsicherheiten geprägt. Die für
die Risikovorsorgeermittlung verwendeten modellbasierten
Parameter reflektieren diese Auswirkungen noch nicht
vollständig. Das für diesen Sachverhalt gebildete
Sekundäreffekte-TLA wurde unterjährig jeweils zu
den Quartalsstichtagen überprüft und bildet nach
Einschätzung der Commerzbank weiterhin die
vorausschauend erwarteten Effekte angemessen ab.
KreditrisikokennzahlenZur Steuerung und Limitierung der Adressenausfallrisiken
im Commerzbank-Konzern nutzen wir unter anderem die
folgenden Risikokennzahlen: Exposure at Default (EaD) - im
Folgenden auch als Exposure bezeichnet -, Loss at Default
(LaD), Expected Loss (EL), Risikodichte (EL/EaD), Credit
Value at Risk (CVaR = ökonomischer Kapitalbedarf
für Kreditrisiken mit einem Konfidenzniveau von 99,90
% und einer Haltedauer von einem Jahr) und Risikoaktiva.
Die Kreditrisikokennzahlen der Ratingklassen 1,0 bis 5,8
stellten sich zum Stichtag 30. Juni 2024 wie folgt dar:
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1 Im Wesentlichen handelt es sich um
Liquiditätsportfolios der Treasury.
Das Konzernportfolio zeigt bei der Verteilung auf Basis
von PD-Ratings einen Anteil von 87 % in den internen
Ratingstufen 1 und 2, die dem Investment-Grade-Bereich
zuzuordnen sind.
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Die regionale Verteilung des Exposures entspricht der
strategischen Ausrichtung der Bank und spiegelt die
Schwerpunkte unserer globalen Geschäftstätigkeit
wider. Mehr als die Hälfte des Engagements
entfällt auf Deutschland, ein Viertel auf andere
Länder in Europa, 9 % auf Nordamerika und 3 % auf
Asien. Der Rest ist breit diversifiziert und verteilt sich
auf eine große Anzahl Länder, in denen
insbesondere deutsche Exporteure begleitet werden oder die
Commerzbank mit lokalen Einheiten vor Ort präsent ist.
Der Expected Loss des Konzernportfolios verteilt sich
mehrheitlich auf Deutschland und die restlichen
europäischen Länder.
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Risikoergebnis Die nachfolgende Tabelle zeigt die
Aufteilung des Risikoergebnisses nach Stages
gemäß IFRS 9. In Note 27 des Zwischenabschlusses
(Kreditrisiken und Kreditverluste) werden Details zu den
Stages erläutert. In Note 9 (Risikoergebnis) findet
sich die Definition des Risikoergebnisses.
Etwaige Marktwertschwankungen aus Fair-Value-Krediten
sind nicht im Risikoergebnis enthalten. Sie werden
ertragswirksam in der Position "Ergebnis aus erfolgswirksam
zum Fair Value bewerteten finanziellen Vermögenswerten
und Verbindlichkeiten" ausgewiesen.
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1 POCI - Purchased or Originated
Credit-impaired.
Das Risikoergebnis lag im ersten Halbjahr mit - 274 Mio.
Euro im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (- 276 Mio. Euro)
auf vergleichbarem Niveau. Das Ergebnis wurde hierbei
überwiegend durch Ausfälle von Einzeladressen und
Risikovorsorgenachbildungen, insbesondere im Segment
Firmenkunden getrieben, welches gleichzeitig von
Risikovorsorgeauflösungen in Folge von Abgängen
profitierte. Als weitere Ergebnistreiber sind Modell- und
Methodeneffekte inklusive der Abbildung der
Makroökonomie zu nennen.
Der Bestand des Sekundäreffekte-TLA auf
Konzernebene belief sich per 30. Juni 2024 auf 336 Mio.
Euro (453 Mio. Euro per 31. Dezember 2023).
Das ökonomische Umfeld ist weiterhin von
krisenbedingten Unsicherheiten geprägt. Die für
die Risikovorsorgeermittlung verwendeten modellbasierten
Parameter reflektieren diese Auswirkungen noch nicht
vollständig. Das für diesen Sachverhalt gebildete
Sekundäreffekte-TLA wurde unterjährig jeweils zu
den Quartalsstichtagen überprüft und bildet nach
Einschätzung der Commerzbank weiterhin die
vorausschauend erwarteten Effekte angemessen ab. Das dem
TLA zugrunde liegende Baseline-Szenario beinhaltet unter
anderem folgende Annahmen:
Die Weltwirtschaft gewinnt aufgrund der positiven
Auswirkungen der Inflationsabfederung und leicht
rückläufiger kurzfristiger Zinssätze
allmählich an Dynamik. Dennoch bergen die
verschiedenen geopolitischen Krisen die Gefahr erheblicher
wirtschaftlicher Rückschläge.
In der Eurozone (einschließlich Deutschland)
belasten ungünstige Finanzierungsbedingungen die
Investitionstätigkeiten. Der Dienstleistungssektor
zeigt bereits Anzeichen für eine Erholung.
Gestützt durch sinkende Zinssätze erholt sich das
Wirtschaftswachstum langsam in der zweiten
Jahreshälfte 2024. Die langfristigen Zinssätze
beginnen mit einer Verbesserung der wirtschaftlichen
Aussichten zu steigen.
Dabei wird die wirtschaftliche Entwicklung durch
potenzielle Risiken wie beispielsweise einer Eskalation des
Konflikts zwischen Russland und dem Westen, der Ausweitung
des Konflikts zwischen Israel und der Hamas, eine
zunehmende Aggression Chinas gegen Taiwan, strukturelle
Probleme in Deutschland sowie hohe Energiepreise oder
Fachkräftemangel weiterhin gefährdet.
Die Angemessenheit des TLA wird fortlaufend
überprüft. (Details zu den Hintergründen und
der Anpassung des TLA siehe auch Note 27 des
Zwischenabschlusses (Kreditrisiken und Kreditverluste).)
Weitere Treiber des Risikoergebnisses im
Berichtszeitraum finden sich in den nachfolgenden
Erläuterungen zu den Segmenten.
Default-Portfolio Das Default-Portfolio des Konzerns ist
gegenüber dem Vorjahr um 616 Mio. Euro gestiegen und
lag per 30. Juni 2024 bei 5 372 Mio. Euro. Der Anstieg im
Vergleich zum Vorjahr resultierte insbesondere aus
Zugängen von Einzelengagements aus dem
Default-Portfolio im Segment Firmenkunden.
Die nachstehende Darstellung des Default-Portfolios
zeigt die ausgefallenen Forderungen der Kategorien
Amortised Cost und Fair Value OCI (OCI - Other
Comprehensive Income).
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1 Loan Loss Provision.
Segment Privat- und UnternehmerkundenDas Segment Privat- und Unternehmerkunden (PUK) umfasst
die Aktivitäten mit Privat- und Unternehmerkunden
sowie mit Kundinnen und Kunden der Marke comdirect und der
Commerz Real. Die mBank wird ebenfalls im Segment Privat-
und Unternehmerkunden abgebildet.
Der Schwerpunkt des Portfolios liegt auf der klassischen
Eigenheimfinanzierung und der Finanzierung von
Immobilienkapitalanlagen (private Baufinanzierung und
Renditeobjekte mit einem EaD von insgesamt 101 Mrd. Euro).
Die Kreditversorgung unserer Unternehmerkunden stellen wir
im Wesentlichen über Individualkredite mit einem
Volumen von 28 Mrd. Euro sicher. Daneben decken wir den
alltäglichen Kreditbedarf unserer Kundinnen und Kunden
durch Konsumentenkredite ab (Verfügungskredite,
Ratenkredite und Kreditkarten mit insgesamt 14 Mrd. Euro).
Die Risikodichte des Portfolios ist mit 24 Basispunkten
gegenüber dem Jahresende 2023 etwas gestiegen.
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Im Segment Privat- und Unternehmerkunden belief sich das
Risikoergebnis im ersten Halbjahr 2024 auf - 75 Mio. Euro
(Vorjahreszeitraum -177 Mio. Euro). Als wesentlicher
Treiber sind die Reduzierung des TLA-Adjustments für
Sekundäreffekte, Modell- und Methodeneffekte sowie
makroökonomische Effekte zu nennen.
Die Notwendigkeit des Sekundäreffekte-TLA ist
weiterhin aufgrund der krisenbedingten Unsicherheit in der
konjunkturellen Entwicklung gegeben und bestand auch im
ersten Halbjahr 2024 fort. Der TLA-Bestand belief sich zum
30. Juni 2024 auf 147 Mio. Euro (175 Mio. Euro per 31.
Dezember 2023).
Das Risikoergebnis der mBank lag zum 30. Juni 2024 bei -
51 Mio. Euro (Vorjahreszeitraum: - 76 Mio. Euro). Eine
bessere Performance des Retail-Portfolios, das Fehlen
negativer Einmaleffekte sowie Verkäufe von
Default-Portfolioteilen und die Aktualisierung der
Risikoparameter führten zu einem im Vergleich zum
Vorjahreszeitraum reduzierten Risikoergebnis. Im
Unternehmerkundenportfolio wurden Belastungen durch den
Ausfall von Einzeladressen durch positive Einmaleffekte
ausgeglichen.
Das Default-Portfolio des Segments lag zum
Berichtszeitpunkt mit 2 282 Mio. Euro (31. Dezember 2023: 2
053 Mio. Euro) über dem Niveau des Vorjahres.
scrollen
Segment FirmenkundenIm Segment Firmenkunden (FK) bündelt der Konzern
das Geschäft mit mittelständischen Firmenkunden,
dem öffentlichen Sektor, institutionellen Kunden und
multinationalen Unternehmen. Darüber hinaus
verantwortet das Segment die Beziehungen des Konzerns zu
in- und ausländischen Banken und Finanzinstituten
sowie Zentralbanken. Der regionale Schwerpunkt unserer
Aktivitäten liegt in Deutschland und Westeuropa.
Weiterhin werden in diesem Segment die kundenorientierten
Kapitalmarktaktivitäten des Konzerns gebündelt.
Der EaD des Segments Firmenkunden ist im Vergleich zum
31. Dezember des Vorjahres von 176 Mrd. Euro auf 183 Mrd.
Euro gestiegen. Die Risikodichte ist von 23 auf 21
Basispunkte gesunken.
Für Details zur Entwicklung des
Financial-Institutions-Portfolios verweisen wir auf Seite
23 f.
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Das Risikoergebnis des Segments Firmenkunden lag im
ersten Halbjahr 2024 bei - 175 Mio. Euro
(Vorjahreszeitraum: - 115 Mio. Euro). Die
Wertberichtigungen des Segments wurden im Wesentlichen
durch Ausfälle von Einzeladressen und Nachbildungen
bei ausgefallenen Einzeladressen getrieben. Gleichzeitig
profitierte das Segment von Risikovorsorgeauflösungen
in Folge von Abgängen. Das Risikoergebnis enthält
außerdem Belastungen aus Modell- und
Methodeneffekten, wie beispielsweise der Einführung
der zusätzlichen Backstop-Indikatoren
"Creditwatchlist" oder "Intensiv Care" sowie der
kollektiven Stage-2-Zuordnung für Kunden der
Zugehörigkeit zu einer Subbranche der
Branchenampelfarbe gelb oder rot. Gegenläufige Effekte
ergeben sich aus der Reduzierung des TLA-Adjustments
für Sekundäreffekte sowie aus
makroökonomischen Effekten.
Der TLA-Bestand belief sich zum 30. Juni 2024 auf 187
Mio. Euro (274 Mio. Euro per 31. Dezember 2023). Die
Notwendigkeit des Sekundäreffekte-TLA ist weiterhin
aufgrund der krisenbedingten Unsicherheit der
konjunkturellen Entwicklung gegeben und bestand auch
für das erste Halbjahr 2024 fort.
Das Default-Portfolio des Segments lag zum
Berichtszeitpunkt bei 2 855 Mio. Euro (31. Dezember 2023: 2
459 Mio. Euro). Der Anstieg im Vergleich zum Vorjahr
resultierte insbesondere aus Zugängen von
Einzelengagements aus dem Default-Portfolio im
Mittelstandsportfolio.
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Das Risikoergebnis im Bereich Sonstige und
Konsolidierung ist im ersten Halbjahr 2024
hauptsächlich durch die Ratinganpassung für ein
Einzelengagement aus dem Abbauportfolio von Group Treasury
geprägt. Das Risikoergebnis im ersten Halbjahr 2024
belief sich auf - 24 Mio. Euro (Vorjahreszeitraum: - 15
Mio. Euro).
Weitere PortfolioanalysenDie folgenden Analysen sind unabhängig von der
bestehenden Segmentzugehörigkeit zu verstehen. Die
dargestellten Positionen sind bereits vollständig in
den vorherigen Konzern- und Segmentdarstellungen enthalten.
Corporates-Portfolio nach BranchenZahlreiche Branchen profitierten bislang von einem hohen
Auftragsbestand und einer guten Ergebnislage, allerdings
zeichnet sich im Auftragseingang ein
branchenübergreifender Rückgang ab. Die infolge
des hohen Zinsniveaus gesunkene Kaufkraft sowie
Umschichtungen im Konsumverhalten führen zu sinkenden
Roherträgen bei gleichzeitig steigenden Kosten.
Hierdurch ist eine sinkende Rentabilität in diversen
Sektoren, insbesondere jedoch in den konsumnahen Sektoren,
zu beobachten.
Das derzeitige konjunkturelle Umfeld in Deutschland
sowie die fragile geopolitische Lage beeinflussen die
Investitionstätigkeit negativ. Fachkräftemangel,
Inflation, höhere Material- und Personalkosten,
schwerfällige Bürokratie und gesunkene
(Konsumgüter-) Nachfrage belasten unsere Kunden.
Für Investitionen in den Umweltschutz und CO
2-neutrale Produktion werden unverändert
erhebliche Finanzierungen benötigt. Auch die
Reduzierung von Abhängigkeiten und die Sicherstellung
einer stabilen Lieferkette führen zu
Kostenbelastungen. Wir sehen unsere Kunden aber hier in der
Breite gut aufgestellt.
Das Corporates-Exposure verteilt sich wie nachfolgend
dargestellt auf die Branchen:
scrollen
Financial-Institutions-PortfolioMit unserem Korrespondenzbankennetz standen weiterhin
Trade-Finance-Aktivitäten im Interesse unserer
Firmenkunden sowie Kapitalmarktaktivitäten im
Vordergrund. Im Derivatebereich werden Transaktionen mit
nach internen Richtlinien ausgewählte Gegenparteien
nach den Standards der European Market Infrastructure
Regulation (EMIR) abgeschlossen.
Die Auswirkungen von aufsichtsrechtlichen Vorgaben auf
Banken beobachten wir weiterhin eng. In diesem Zusammenhang
verfolgen wir unverändert die Strategie,
möglichst wenige Exposures zu halten, die im Falle
eines Bail-in des betroffenen Instituts Verluste erleiden
könnten.
Die Entwicklung diverser Länder bei individuellen
Themen wie Rezessionen, Embargos oder wirtschaftlicher
Unsicherheit aufgrund politischer Ereignisse (derzeit
insbesondere die Lage in Nahost sowie zunehmend
Handelsstreitigkeiten mit China) verfolgen wir eng und
reagieren mit einer flexiblen, auf die jeweilige Situation
des Landes abgestimmten Portfoliosteuerung. Dies gilt auch
für die Auswirkungen auf die Kreditportfolios der
Banken aufgrund Inflation und Zinsanstiegen in den letzten
Jahren sowie die Entwicklung von Energiepreisen und des
Commercial Real Estate Marktes. All dies wirkt sich auf
unsere Korrespondenzbanken sowohl in Industrieländern
als auch in Entwicklungsländern aus.
Insgesamt richten wir unseren Risikoappetit danach aus,
das Portfolio möglichst reagibel zu halten.
scrollen
Non-Bank-Financial-Institutions-PortfolioDas Non-Bank-Financial-Institutions-(NBFI-)Portfolio
umfasst nach Einschätzung der Commerzbank
hauptsächlich Versicherungsgesellschaften,
Asset-Manager, regulierte Fonds sowie zentrale
Gegenparteien. Die regionalen Schwerpunkte der
Geschäftsaktivitäten liegen in Deutschland,
Westeuropa sowie den Vereinigten Staaten von Amerika und
Asien.
Neugeschäfte mit NBFIs erfolgen einerseits vor dem
Hintergrund regulatorischer Anforderungen (Clearing
über zentrale Gegenparteien) und andererseits im
Interesse unserer institutionellen Kunden, wobei aus Sicht
der Bank eine Fokussierung auf attraktive
Opportunitäten mit Adressen guter Bonität
beziehungsweise werthaltiger Besicherung erfolgt.
Unter Portfoliomanagement-Gesichtspunkten verfolgen wir
dabei als Ziel die Gewährleistung einer hohen
Portfolioqualität und -reagibilität. Risiken
aufgrund globaler Ereignisse wie Rezessionen, Embargos oder
wirtschaftlicher Unsicherheit aufgrund politischer
Ereignisse (derzeit insbesondere die Lage in Nahost sowie
zunehmende Handelsstreitigkeiten mit China) verfolgen wir
eng und reagieren mit einer flexiblen, auf die jeweilige
Situation abgestimmten Steuerung. Dies gilt auch für
die seit einigen Quartalen aktuellen Themen des im
Vergleich zu den Vorjahren höheren Zinsniveaus sowie
Auswirkungen der anhaltenden Inflation.
scrollen
OriginatorenpositionenDie Commerzbank hat im Laufe der vergangenen Jahre aus
Gründen des Kapitalmanagements Verbriefungen von
Kreditforderungen gegenüber Kunden mit einem aktuellen
Volumen von 12,3 Mrd. Euro (31. Dezember 2023: 14,7 Mrd.
Euro) vorgenommen. Zum Stichtag 30. Juni 2024 wurden
Risikopositionen in Höhe von 11,5 Mrd. Euro (31.
Dezember 2023: 13,1 Mrd. Euro) zurückbehalten. Der
weitaus größte Teil aller Positionen entfiel mit
11,4 Mrd. Euro (31. Dezember 2023: 12,9 Mrd. Euro) auf
Senior-Tranchen, die nahezu vollständig gut bis sehr
gut intern geratet sind. Die Commerzbank wird im zweiten
Halbjahr 2024 eine weitere synthetische STS-(Simple,
Transparent and Standardised) Transaktion mit einem Volumen
von 2 Mrd. Euro begeben. Ihr werden Unternehmensforderungen
aus Deutschland und Europa zugrunde liegen. Zudem wird die
polnische Tochtergesellschaft der Commerzbank mBank im
zweiten Halbjahr 2024 eine synthetische Transaktion mit
einem Volumen von 1,2 Mrd. Euro begeben. Ihr werden
polnische Unternehmensforderungen zugrunde liegen.
scrollen
1 Tranchen/Rückbehalte (nominal) im
Anlagebuch.
Conduit Exposure und sonstige Asset-backed ExposuresDie Commerzbank stellt Finanzierungen zur Verbriefung
von Forderungen - insbesondere Handels- und
Leasingforderungen - von Kunden des Segments Firmenkunden
bereit. Hierbei fungiert die Commerzbank im Wesentlichen
als Arrangeur von Asset-backed-Securities-Transaktionen
über das von der Commerzbank gesponserte Multi-Seller
Conduit Silver Tower. Das Volumen sowie die Risikowerte
für die Verbriefung von Forderungen aus dem
Firmenkundensegment sind im ersten Halbjahr 2024 durch
Neugeschäft und interne Umgruppierung bestehenden
Geschäftes um 1,9 Mrd. Euro auf 7,1 Mrd. Euro
gestiegen.
Dabei wird ein langjährig bestehendes,
hochklassiges Teilportfolio zur Verbriefung von Autokredit-
und Leasing-Forderungen mit Risikowerten in Höhe von
1,1 Mrd. Euro (Höhe unverändert gegenüber
31. Dezember 2023) seit dem 1. Januar 2024 zur
Vereinheitlichung und Zusammenfassung ähnlicher
Risikoprofile aufgrund eines starken Relationship-Bezugs im
Firmenkundensegment mit im "Conduit Exposure" berichtet.
Das Liquiditätsrisiko subsumiert das Risiko, dass
die Commerzbank ihren tagesaktuellen
Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen kann. Die
Liquiditätsrisiken aus Verbriefungen werden im Rahmen
des internen Liquiditätsrisikomodells konservativ
modelliert. Bei variabel ausnutzbaren Geschäften wird
unterstellt, dass die den Zweckgesellschaften gestellten
Ankaufsfazilitäten für die Dauer ihrer Laufzeit
nahezu vollständig und bis zur Fälligkeit der
letzten finanzierten Forderung durch die Commerzbank
refinanziert werden müssen. Verbriefungen werden nur
dann als liquide Aktiva berücksichtigt, wenn es sich
um zentralbankfähige Positionen handelt. Diese
Positionen werden nur unter Anwendung von konservativen
Abschlägen in der Liquiditätsrisikorechnung
berücksichtigt.
Die sonstigen Asset-backed Exposures umfassen im
Wesentlichen staatsgarantierte ABS-Papiere gehalten in der
Commerzbank Finance & Covered Bond S.A. sowie der
Commerzbank AG Inland. Das Volumen ging im ersten Halbjahr
auf 2,9 Mrd. Euro zurück (Dezember 2023: 3,0 Mrd.
Euro), die Risikowerte
1 betrugen 3,0 Mrd. Euro (31. Dezember 2023: 3,0
Mrd. Euro).
Weiterhin bestehen Investitionen im Bereich Structured
Credit. Von diesen wurden 7,5 Mrd. Euro seit 2014 als
Neuinvestitionen getätigt (Dezember 2023: 7,3 Mrd.
Euro). Wir haben in Anleihen von Senior-Tranchen aus
Verbriefungstransaktionen der Assetklassen
Consumer-(Auto-)ABS, UK-RMBS und CLO investiert, die nach
Meinung der Bank eine robuste Struktur und ein moderates
Risikoprofil aufweisen. Zum 30. Juni 2024 befanden sich
(wie zum Jahresabschluss 31. Dezember 2023)
ausschließlich CLO-Positionen mit AAA-Ratings in
diesem Portfolio. Verbleibende Positionen im Volumen von
0,1 Mrd. Euro waren bereits vor 2014 im Bestand (Dezember
2023: 0,2 Mrd. Euro), die Risikowerte dieser Positionen
lagen bei 0,1 Mrd. Euro (Dezember 2023: 0,1 Mrd. Euro).
MarktrisikenMarktrisiken drücken die Gefahr möglicher
ökonomischer Wertverluste aus, die durch die
Veränderung von Marktpreisen (Zinsen, Rohwaren, Credit
Spreads, Währungs- und Aktienkursen) oder sonstiger
preisbeeinflussender Parameter (Volatilitäten,
Korrelationen) entstehen. Die Wertverluste können
unmittelbar erfolgswirksam werden, zum Beispiel bei
Handelsbuchpositionen. Im Fall von Anlagebuchpositionen
werden sie hingegen grundsätzlich in der
Neubewertungsrücklage beziehungsweise in den Stillen
Lasten/Reserven berücksichtigt.
Der Risikowert stellt den Balance Sheet Value von
Cash-Instrumenten dar, bei Long-CDS-Positionen setzt er
sich aus dem Nominalwert des Referenzinstruments
abzüglich des Barwertes des Kreditderivats zusammen.
RisikosteuerungDas Marktrisiko wird intern durch ein einheitliches
Value-at-Risk-Modell (historische Simulation) gesteuert, in
das die verschiedensten relevanten Positionen und
Instrumente einfließen und über eine
einheitliche Kennzahl, nämlich den Value-at-Risk,
gemessen und limitiert werden. Für Tochterunternehmen
innerhalb der Commerzbank-Gruppe ohne eigenes internes
Modell wird im Rahmen eines Partial Use das
Standardverfahren verwendet. Der VaR quantifiziert den
möglichen Verlust aus Finanzinstrumenten infolge
veränderter Marktbedingungen während eines
vorgegebenen Zeithorizonts und mit einer festgelegten
Wahrscheinlichkeit. Nähere Details zur angewendeten
Methodik sind im Konzernrisikobericht 2023 dargestellt.
In der internen Steuerung werden alle
marktrisikorelevanten Positionen abgedeckt und Handelsbuch-
sowie Anlagebuchpositionen gemeinsam gesteuert. Für
regulatorische Zwecke erfolgt zusätzlich eine separate
Steuerung des Handelsbuches (gemäß
regulatorischen Anforderungen inklusive Währungs- und
Rohwarenrisiken des Anlagebuches) sowie eine Steuerung der
Zins- und Credit-Spread-Risiken im Anlagebuch auf
Stand-alone-Basis. Um eine konsistente Darstellung in
diesem Bericht zu gewährleisten, beziehen sich alle
Angaben zum VaR auf ein Konfidenzniveau von 99 % und eine
Haltedauer von einem Tag bei gleichgewichteten Marktdaten
und einer Historie von 254 Tagen.
HandelsbuchIm Folgenden wird die Entwicklung der regulatorischen
Marktrisikokennziffern des Handelsbuchportfolios
dargestellt. Die Handelsbuchpositionen der Commerzbank
liegen im Wesentlichen im Segment Firmenkunden sowie im
Bereich Group Treasury. Die VaR-Zahlen beinhalten alle
Risiken im internen VaR-Modell. Tochterunternehmen der
Commerzbank wenden im Rahmen eines Partial Use das
Standardverfahren für die regulatorische
Kapitalberechnung an und sind nicht in den dargestellten
regulatorischen VaR-Kennziffern enthalten.
Der VaR ging zum 30. Juni 2024 auf 6 Mio. Euro
zurück (31. Dezember 2023: 14 Mio. Euro). Hintergrund
ist der Wegfall von Krisenszenarien aus März 2023 aus
der Kalkulationszeitreihe. Die Szenarios standen im Kontext
von Spannungen um die Banken Silicon Valley Bank und Credit
Suisse.
scrollen
Das Marktrisikoprofil des Value at Risk verteilt sich
über die Anlageklassen, Zins (inklusive Inflation)-,
Währungskurs- sowie Credit-Spread- und
Rohwarenrisiken.
scrollen
Für die regulatorische Kapitalunterlegung werden
weitere Risikokennziffern berechnet. Hierzu zählt die
Ermittlung des Stressed VaR. Die Berechnung des Stressed
VaR basiert auf dem internen Modell und entspricht der oben
beschriebenen VaR-Methodik. Der wesentliche Unterschied
liegt in den zur Bewertung der Vermögenswerte
genutzten Marktdaten. Im Stressed VaR wird das Risiko der
aktuellen Positionierung im Handelsbuch mit Marktbewegungen
einer festgelegten Krisenperiode aus der Vergangenheit
bewertet. Der angesetzte Krisenbeobachtungszeitraum wird im
Rahmen der Modellvalidierungsprozesse regelmäßig
überprüft und bei Bedarf angepasst. Im
Jahresverlauf blieb der Krisenbeobachtungszeitraum
unverändert.
Das Marktrisikoprofil im Stressed VaR verteilt sich
ebenfalls über die verschiedenen Anlageklassen. Die
dominierenden Anlageklassen sind dabei Zinsen und Credit
Spreads. Der Anstieg des Stressed VaR resultiert
insbesondere aus Positionsveränderungen im Segment
Firmenkunden.
scrollen
Darüber hinaus wird mit den Kennziffern Incremental
Risk Charge und Equity Event VaR (Komponente der
VaR-Berechnung) das Risiko von
Bonitätsverschlechterungen sowie Event-Risiken bei
Handelsbuchpositionen quantifiziert. Die Incremental Risk
Charge stieg im ersten Halbjahr 2024 von 76 Mio. Euro auf
98 Mio. Euro an. Der Anstieg resultiert aus einem
ausgeweiteten Anleihen Portfolio in der Treasury.
Die Verlässlichkeit des internen Modells
(historische Simulation) wird unter anderem durch die
Anwendung von Rückvergleichsverfahren auf
täglicher Basis überprüft. Dem ermittelten
VaR werden dabei die tatsächlich eingetretenen
Änderungen des Portfoliowertes (Gewinne und Verluste)
gegenübergestellt. Im Prozess wird zwischen den
Varianten Rückvergleich der hypothetischen
Änderung des Portfoliowertes (Clean P&L) und
Rückvergleich der tatsächlichen Änderung des
Portfoliowertes (Dirty P&L) unterschieden. Beim
Clean-P&L-Rückvergleich werden in der Gewinn-
und-Verlust-Rechnung genau die Positionen
berücksichtigt, die der VaR-Berechnung zugrunde lagen.
Die Gewinne und Verluste resultieren also
ausschließlich aus den am Markt eingetretenen
Preisänderungen (hypothetische Änderungen des
Portfoliowertes). Demgegenüber werden beim
Dirty-P&L-Rückvergleich zusätzlich die
Gewinne und Verluste von neu abgeschlossenen sowie
ausgelaufenen Geschäften des betrachteten
Geschäftstages herangezogen (tatsächliche durch
Änderung der Portfoliowerte induzierte Gewinne und
Verluste). Gewinne und Verluste aus Bewertungsanpassungen
und Modellreserven werden gemäß den
regulatorischen Vorgaben in der Dirty und Clean P&L
berücksichtigt.
Überschreitet der sich ergebende Verlust den VaR,
so spricht man von einem negativen
Rückvergleichsausreißer. Die Analyse der
Rückvergleichsergebnisse liefert Anhaltspunkte zur
Überprüfung von Parametern und zur potenziellen
Verbesserung des Marktrisikomodells. Zum 30. Juni 2024
wurden für einen Zeithorizont von einem Jahr keine
negativen Clean-P&L- und keine negativen
Dirty-P&L-Ausreißer auf Gruppenebene gemessen.
Auf Basis der Rückvergleiche bewerten auch die
Aufsichtsbehörden die internen Risikomodelle. Negative
Ausreißer werden mittels eines von der Aufsicht
vorgegebenen Ampelansatzes klassifiziert. Alle negativen
Rückvergleichsausreißer (Clean P&L und Dirty
P&L) auf Gruppenebene müssen unter Angabe von
Ausmaß und Ursache den Aufsichtsbehörden
gemeldet werden.
Da das VaR-Konzept eine Vorhersage möglicher
Verluste unter der Annahme normaler Marktverhältnisse
liefert, wird es durch sogenannte Stresstests ergänzt.
Mithilfe von Stresstests für das Gesamtportfolio
(Bank- und Handelsbuch) wird das Risiko gemessen, dem die
Commerzbank aufgrund unwahrscheinlicher, aber dennoch
plausibler Ereignisse ausgesetzt ist. Solche Ereignisse
können mittels extremer Bewegungen auf den
verschiedenen Finanzmärkten simuliert werden. Die
wichtigsten Szenarios beziehen sich auf wesentliche
Veränderungen von Credit Spreads, Zinssätzen und
Zinskurven, Devisenkursen sowie Aktienkursen und
Rohwarenpreisen. Beispiele für Stresstests sind
Kursverluste aller Aktien um 15 %, eine
Parallelverschiebung der Zinskurve oder Änderungen der
Steigung dieser Kurve.
Im Rahmen der Risikoüberwachung werden umfangreiche
gruppenweite Stresstests und Szenarioanalysen
durchgeführt.
Die einzelnen Komponenten des internen Modells werden
regelmäßig hinsichtlich ihrer Angemessenheit
für die Risikomessung validiert. Von besonderer
Bedeutung sind dabei die Identifikation und Behebung von
Modellschwächen.
AnlagebuchDie wesentlichen Treiber des Marktrisikos im Anlagebuch
sind die Portfolios des Bereichs Group Treasury mit ihren
Credit-Spread-, Zins- und Basisrisiken.
In der Marktrisikosteuerung werden die
Credit-Spread-Sensitivitäten der Anlage- und
Handelsbücher zusammen betrachtet. Die
Credit-Spread-Sensitivitäten (1 Basispunkt Downshift)
aller Wertpapier- und Derivatepositionen (ohne Kredite und
Pensionsfonds) lagen zum Ende des zweiten Quartals 2024 bei
34 Mio. Euro (31. Dezember 2023: 30 Mio. Euro). Der Anstieg
resultiert im Wesentlichen aus Positionsveränderungen
in Group Treasury.
Der überwiegende Teil der
Credit-Spread-Sensitivitäten entfiel auf
Wertpapierpositionen, die zu fortgeführten
Anschaffungskosten bewertet werden.
Marktpreisänderungen haben für diese Positionen
keinen Einfluss auf Neubewertungsrücklage und Gewinn-
und-Verlust-Rechnung. Für die Anlagebücher der
Gruppe werden zudem nach aufsichtsrechtlichen Vorgaben
monatlich die Auswirkungen von Zinsänderungsschocks
auf den ökonomischen Wert simuliert. Entsprechend der
Bankenrichtlinie haben die Bundesanstalt für
Finanzdienstleistungsaufsicht und die Europäische
Zentralbank für alle Institute zwei Szenarios für
einheitliche, plötzliche und unerwartete
Zinsänderungen vorgegeben (+/- 200 Basispunkte) und
lassen sich über die Ergebnisse vierteljährlich
unterrichten. Im Szenario - 200 Basispunkte wird ein
Flooring der Zinskurve bei 0 angewendet (bereits negative
Abschnitte der Zinskurve werden unverändert belassen).
Als Ergebnis des Szenarios + 200 Basispunkte wurde zum
30. Juni 2024 ein potenzieller ökonomischer Verlust
von 3 341 Mio. Euro (31. Dezember 2023: 2 061 Mio. Euro
potenzieller ökonomischer Verlust) und im Szenario -
200 Basispunkte ein potenzieller ökonomischer Gewinn
von 1 368 Mio. Euro (31. Dezember 2023: 1 169 Mio. Euro
potenzieller ökonomischer Gewinn) ermittelt. Ursache
für den Anstieg sind Positionsveränderungen im
Bereich Group Treasury und im Pensionsfond. Die Commerzbank
ist nicht als Institut mit erhöhtem
Zinsänderungsrisiko zu klassifizieren, da die
negativen Barwertänderungen jeweils weniger als 20 %
der regulatorischen Eigenmittel betragen.
Die Zinssensitivitäten des gesamten Anlagebuches
(ohne Pensionsfonds) stiegen zum 30. Juni 2024 auf 7,8 Mio.
Euro (31. Dezember 2023: 2,0 Mio. Euro) pro Basispunkt
rückläufiger Zinsen. Der Anstieg resultiert
überwiegend aus Positionsveränderungen in Group
Treasury.
Weiterhin ist das Risiko aus Pensionsfonds Teil des
Marktrisikos im Anlagebuch. Das Pensionsfond Portfolio
besteht aus Sicht der Commerzbank aus einem gut
diversifizierten Anlageteil und den
versicherungstechnischen Verbindlichkeiten. Die Duration
der Verbindlichkeiten ist extrem lang (Modellierung der
Cash Outflows über fast 90 Jahre) und der Hauptteil
der Barwertrisiken des Gesamtportfolios befindet sich in
Laufzeiten von 15 und mehr Jahren. Hauptrisikotreiber
stellen langfristige Euro-Zinsen, Credit Spreads sowie
aufgrund antizipierter Rentendynamik auch die erwartete
Euro-Inflation dar. Daneben sind Aktien-,
Volatilitäts- und Währungsrisiken zu
berücksichtigen. Diversifikationseffekte zwischen den
Einzelrisiken führen zu einem verminderten
Gesamtrisiko. Die extrem langen Laufzeiten der
Verbindlichkeiten stellen die größte
Herausforderung speziell bei der Absicherung der
Credit-Spread-Risiken dar. Dies liegt in der nicht
ausreichenden Marktliquidität entsprechender
Absicherungsprodukte begründet.
MarktliquiditätsrisikenDas Marktliquiditätsrisiko bezeichnet die Gefahr,
dass es aufgrund unzureichender Marktliquidität nicht
möglich ist, risikobehaftete Positionen zeitgerecht,
im gewünschten Umfang und zu vertretbaren Konditionen
zu liquidieren oder abzusichern.
Im Risikotragfähigkeitskonzept der Commerzbank
werden Marktliquiditätsrisiken einerseits durch die
Skalierung des Value at Risk auf den Kapitalhorizont von
einem Jahr und der dadurch implizit berücksichtigten
Liquidationsperiode berücksichtigt. Andererseits
erfolgt die Berücksichtigung von zusätzlichen
Bewertungsanpassungen (Prudent Valuation) für
Marktliquiditätsrisiken in der Berechnung der
Risikodeckungsmasse. Im Rahmen der
Prudent-Valuation-Berechnung definiert unter anderem der
Liquiditätshorizont die Höhe der
Kapitalabzugsposten.
LiquiditätsrisikenUnter Liquiditätsrisiko verstehen wir im engeren
Sinne das Risiko, dass die Commerzbank ihren tagesaktuellen
Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen kann. Im weiteren
Sinne beschreibt das Liquiditätsrisiko das Risiko,
dass zukünftige Zahlungen nicht termingerecht, nicht
in vollem Umfang, nicht in der richtigen Währung oder
nicht zu marktüblichen Konditionen finanziert werden
können.
RisikosteuerungDie Commerzbank nutzt zur Steuerung und Überwachung
der Liquiditätsrisiken ein vielfältiges
Instrumentarium auf Basis eines bankinternen
Liquiditätsrisikomodells. Das der Modellierung
zugrunde liegende steuerungsrelevante bankinterne
Stressszenario berücksichtigt sowohl Auswirkungen
eines institutsspezifischen Stressfalls als auch einer
marktweiten Krise. Bindende regulatorische Anforderungen
sind integraler Bestandteil des Steuerungsmechanismus.
Der Bereich Group Treasury ist für das operative
Liquiditätsmanagement verantwortlich. Group Treasury
ist an allen wesentlichen Standorten des Konzerns im In-
und Ausland vertreten und verfügt über
Berichtslinien in alle Tochtergesellschaften. Die
Commerzbank setzt zur zentralen Steuerung der globalen
Liquidität den Cash-Pooling-Ansatz ein. Dieser Ansatz
verfolgt das Ziel, eine effiziente Verwendung der Ressource
Liquidität sicherzustellen, und zwar über alle
Zeitzonen, da sich in Frankfurt, London, New York und
Singapur Einheiten des Bereichs Group Treasury befinden.
Ergänzende Informationen hierzu finden sich im
Konzernlagebericht 2023 im Kapitel "Refinanzierung und
Liquidität des Commerzbank-Konzerns".
Die Überwachung der Liquiditätsrisiken erfolgt
auf Basis des bankinternen Liquiditätsrisikomodells
durch die unabhängige Risikofunktion.
Zur Steuerung des Liquiditätsrisikos hat die Bank
Frühwarnindikatoren etabliert. Diese
gewährleisten, dass rechtzeitig geeignete
Maßnahmen eingeleitet werden können, um die
finanzielle Solidität nachhaltig sicherzustellen.
Risikokonzentrationen können, insbesondere im Falle
einer Stresssituation, zu erhöhten
Liquiditätsabflüssen und damit zu einem Anstieg
des Liquiditätsrisikos führen. Sie können
zum Beispiel hinsichtlich Laufzeiten, großer
Einzelgläubiger oder Währungen auftreten. Durch
eine kontinuierliche Überwachung und Berichterstattung
werden sich andeutende Risikokonzentrationen in der
Refinanzierung zeitnah erkannt und durch geeignete
Maßnahmen mitigiert.
Fremdwährungsrisiken beziehungsweise
Zahlungsverpflichtungen in Fremdwährungen werden durch
die etablierte Limitierung von Liquiditätsrisiko
überwacht. Zusätzlich wirkt die kontinuierliche
Nutzung des breit diversifizierten Zugangs der Bank zu
Funding-Quellen, insbesondere in Form verschiedener
Kundeneinlagen und Kapitalmarktinstrumente, einer
Konzentration entgegen.
Im Falle einer marktgetrieben und/oder idiosynkratischen
Liquiditätskrise sieht der Liquidity Contingency Plan
bestimmte Maßnahmen vor, die entsprechend der Art der
Krise entweder durch die erweiterte Handlungskompetenz der
Treasury oder durch den Recovery Prozess des Recovery Plans
eingeleitet werden können. Der Liquidity Contingency
Plan ist eigenständiger Bestandteil der Notfallplanung
und dem Recovery Plan vorgeschaltet. Sowohl der Liquidity
Contingency Plan als auch der Recovery Plan der Commerzbank
werden mindestens jährlich aktualisiert, wohingegen
die einzelnen Maßnahmen des Recovery Plans
regelmäßig unterjährig plausibilisiert
werden. Darüber hinaus definiert der Liquidity
Contingency Plan eine eindeutige Zuordnung der
Verantwortung für den Prozessablauf im Notfall und
konkretisiert die gegebenenfalls einzuleitenden
Maßnahmen.
Dies gilt auch für Zahlungsverpflichtungen in
Fremdwährungen. Zusätzlich wirkt die
kontinuierliche Nutzung des breit diversifizierten Zugangs
der Bank zu Funding-Quellen, insbesondere in Form
verschiedener Kundeneinlagen und Kapitalmarktinstrumente,
einer Konzentration entgegen. Darüber hinaus wird
sichergestellt, dass Fremdwährungsrisiken limitiert
sind und überwacht werden.
Die internen Regelwerke und die verwendeten Modelle
werden mindestens jährlich überprüft und
regelmäßig durch die interne Revision, den
Wirtschaftsprüfer und die Aufsicht (EZB) geprüft.
Quantifizierung und StresstestingDie Commerzbank nutzt zur Steuerung und Überwachung
der Liquiditätsrisiken ein vielfältiges
Instrumentarium auf Basis eines bankinternen
Liquiditätsrisikomodells. Die
Liquiditätsrisikomodellierung bezieht neben internen
ökonomischen Erwägungen auch die bindenden
regulatorischen Anforderungen der Capital Requirements
Regulation (CRR) sowie der Mindestanforderungen an das
Risikomanagement (MaRisk) ein. Die Commerzbank
berücksichtigt dies in ihrem
Liquiditätsrisiko-Rahmenwerk und gestaltet damit den
vom Vorstand artikulierten Liquiditätsrisikoappetit
der Bank quantitativ aus.
Die der Modellierung zugrunde liegenden
steuerungsrelevanten bankinternen Stressszenarios
berücksichtigen sowohl Auswirkungen eines
institutsspezifischen Stressfalls als auch einer
marktweiten Krise. Das Commerzbank-spezifische
idiosynkratische Szenario simuliert dabei eine
Stresssituation, die aus einem Rating-Downgrade um zwei
Notches resultiert. Das marktweite Szenario hingegen wird
aus den Erfahrungen der Subprime-Krise 2007/2008 abgeleitet
und simuliert einen externen marktweiten Schock. Die
wesentlichen Liquiditätsrisikotreiber der beiden
Szenarios sind ein stark erhöhter Abfluss von
kurzfristigen Kundeneinlagen, eine
überdurchschnittliche Ziehung von Kreditlinien, aus
geschäftspolitischen Zwecken als notwendig erachtete
Prolongationen von Aktivgeschäft, Nachschusspflichten
bei besicherten Geschäften sowie die Anwendung von
höheren Risikoabschlägen auf den Liquidationswert
von Vermögensgegenständen.
Als Ergänzung zu den Einzelszenarios werden die
Auswirkungen eines kombinierten Szenarios aus
idiosynkratischen und marktspezifischen Effekten auf die
Liquiditätsablaufbilanz
(Netto-liquiditäts-position) simuliert. Die
Liquiditätsablaufbilanz wird für den gesamten
Modellierungshorizont durchgehend über das volle
Laufzeitspektrum dargestellt und folgt dabei einem
mehrstufigen Konzept. Dies gestattet die differenzierte
Darstellung deterministischer und modellierter Cashflows
des Bestandsgeschäfts auf der einen Seite sowie die
Einbeziehung von Prolongationen auf der anderen Seite.
Die nachstehende Tabelle zeigt die Werte der
Liquiditätsablaufbilanz bei Anwendung der jeweiligen
Stressszenarios für einen Zeitraum von einem
beziehungsweise drei Monaten zum Halbjahresultimo 2024.
Dabei wird deutlich, dass im Vergleich zu den
Einzelszenarios in einem kombinierten Stressszenario
signifikant mehr Liquidität abfließt. Im
1-Monats- beziehungsweise 3-Monats-Zeitraum verbleibt
für das kombinierte Stressszenario per
Halbjahresultimo 2024 eine Nettoliquidität von 29,3
Mrd. Euro beziehungsweise 24,9 Mrd. Euro.
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LiquiditätsreservenWesentliche Elemente des Liquiditätsrisikoappetits
sind die Reserveperiode, die Höhe des
Liquiditätsreserveportfolios, das zur Kompensation
unerwarteter kurzfristiger Liquiditätsabflüsse
gehalten wird, sowie die Limite in den einzelnen
Laufzeitbändern. Das Liquiditätsreserveportfolio,
bestehend aus hochliquiden Vermögensgegenständen,
gewährleistet die Pufferfunktion im Stressfall. Das
Liquiditätsreserveportfolio wird gemäß dem
Liquiditätsrisikoappetit refinanziert, um eine
erforderliche Reservehöhe während der gesamten,
vom Vorstand festgelegten Reserveperiode sicherzustellen,
die über die regulatorisch notwendige Reserveperiode
hinausgeht.
Ein Teil dieser Liquiditätsreserve wird in einem
separierten und von Group Treasury gesteuerten
Stress-Liquiditätsreserveportfolio gehalten, um
Liquiditätsabflüsse in einem angenommenen
Stressfall abdecken zu können und die jederzeitige
Zahlungsfähigkeit sicherzustellen. Die Höhe des
Stress-Liquiditätsreserve-Portfolios wird im Rahmen
der täglichen Liquiditätsrisiko-Berechnung
überprüft und gegebenenfalls angepasst.
Darüber hinaus unterhält die Bank ein
sogenanntes Intraday-Liquidity-Reserve-Portfolio. Der
Gesamtwert dieses Portfolios betrug zum Berichtsstichtag
30. Juni 2024 6,3 Mrd. Euro (31. Dezember 2023: 6,1 Mrd.
Euro). Die Bank wies zum Halbjahresende 2024 hochliquide
Aktiva in Höhe von 142,0 Mrd. Euro aus. Diese
Liquiditätsreserve wird gemäß dem
Liquiditätsrisikoappetit refinanziert, um eine
erforderliche Reservehöhe während der gesamten,
vom Vorstand festgelegten Reserveperiode sicherzustellen,
die über die regulatorisch notwendige Reserveperiode
hinausgeht.
Die Liquiditätsreserven aus hochliquiden Aktiva
setzten sich aus den folgenden drei Bestandteilen zusammen:
scrollen
LiquiditätskennzahlenIm ersten Halbjahr 2024 befanden sich die internen
Liquiditätskennzahlen der Commerzbank inklusive der
regulatorischen Liquidity Coverage Ratio (LCR) stets
oberhalb der mindestens jährlich vom Vorstand
festgelegten Limite.
Die LCR-Kennziffer berechnet sich als Quotient aus dem
Bestand an liquiden Aktiva und den
Netto-Liquiditätsabflüssen unter
Stressbedingungen. Mithilfe dieser Kennziffer wird
gemessen, ob ein Institut über ausreichend
Liquiditätspuffer verfügt, um ein mögliches
Ungleichgewicht zwischen Liquiditätszuflüssen und
-abflüssen unter Stressbedingungen über die Dauer
von 30 Kalendertagen eigenständig zu überstehen.
Die Commerzbank hat zum Berichtsstichtag mit 149,1 %
(31. Dezember 2023: 145,4 %) die geforderte Mindestquote
bei der LCR in Höhe von 100 % deutlich
überschritten. Auch der Durchschnitt der jeweils
letzten 12 Monatsendwerte lag mit 142,1 % deutlich
über der Mindestquote (zum Jahresultimo 2023: 136,2
%).
Die Bank hat entsprechende Limite und
Frühwarnindikatoren etabliert, um die Einhaltung der
LCR-Mindestanforderungen sicherzustellen.
Operationelle RisikenDas operationelle Risiko (OpRisk) ist definiert als das
Risiko von Verlusten, die durch die Unangemessenheit oder
das Versagen von internen Verfahren, Menschen und Systemen
oder durch externe Ereignisse verursacht werden. Diese
Definition beinhaltet unter anderem rechtliche Risiken,
Personalrisiken, IT-Risiken, Auslagerungsrisiken,
Lieferantenrisiken oder Steuerrisiken sowie Ablauf- und
Organisationsrisiken. Strategische Risiken und
Reputationsrisiken stehen in dieser Definition nicht im
Fokus. Das Compliance-Risiko sowie das Cyberrisiko werden
in der Commerzbank aufgrund ihrer gestiegenen
ökonomischen Bedeutung als separate Risikoarten
gesteuert. Die Verluste aus Compliance- sowie Cyberrisiken
fließen in das Modell zur Ermittlung des
ökonomischen Kapitals für operationelle Risiken
ein.
RisikosteuerungDie Commerzbank steuert das operationelle Risiko aktiv
mit dem Ziel, OpRisk-Profil und Risikokonzentrationen
systematisch zu identifizieren und Maßnahmen zur
Risikomitigation zu definieren, zu priorisieren und
umzusetzen.
Operationelle Risiken zeichnen sich durch eine
asymmetrische Schadensverteilung aus, das heißt, der
überwiegende Anteil der Schäden kommt in geringer
Schadenshöhe zum Tragen, während vereinzelte
Schäden mit sehr geringer Eintrittswahrscheinlichkeit,
aber hohem Schadenspotenzial schlagend werden können.
Daraus resultiert die Notwendigkeit, das hohe
Schadenspotenzial zu limitieren und die
regelmäßige Schadenserwartung proaktiv zu
steuern.
Die Commerzbank hat dazu ein mehrstufiges System
etabliert, das definierte Kenngrößen für
die Limitierung des ökonomischen Kapitals
(Risikokapazität) mit solchen zur operativen,
unterjährigen Steuerung (Risikoappetit/Risikotoleranz)
integriert und durch Regelungen für das transparente
und bewusste Eingehen und Freigeben von Einzelrisiken
(Risikoakzeptanz) komplettiert wird.
Im Rahmen der OpRisk-Steuerung finden eine
jährliche Bewertung der IKS-Schlüsselkontrollen
der Bank und ein Risk Scenario Assessment statt. Daneben
werden OpRisk-Schadensfälle kontinuierlich analysiert
und anlassbezogen einem IKS-Backtesting unterzogen. Bei
materiellen Schadensfällen werden
Lessons-Learned-Aktivitäten aufgenommen. Zur
frühzeitigen Erkennung von Risiken und einem zeitnahen
Maßnahmenmanagement wurde ein überarbeiteter
Ad-Hoc-Meldeprozess für Großverluste etabliert.
QuantifizierungDie Commerzbank misst seit dem vierten Quartal 2021 das
regulatorische Kapital mittels des Standardansatzes (SA)
und das ökonomische Kapital für operationelle
Risiken weiterhin mittels eines dedizierten internen
Modells (OpRisk-ErC-Modell, in Anlehnung an das vorherige
AMA- (Advanced Measurement Approach) Modell). Die
Risikoaktiva aus operationellen Risiken betrugen zum Ende
des zweiten Quartals 2024 auf dieser Basis 22,6 Mrd. Euro
und liegen damit im Rahmen des Vorjahreswertes (31.
Dezember 2023: 22,8 Mrd. Euro). Das ökonomisch
erforderliche Kapital belief sich auf 2,5 Mrd. Euro. Ein
Vergleich zum Vorjahreswert (31. Dezember 2023: 2,2 Mrd.
Euro) zeigt einen Anstieg um rund 0,3 Mrd. Euro,
hauptsächlich verursacht durch eine
Modelländerung zur konservativeren Betrachtung der
Restrisiken aus den in Schweizer Franken und anderen
Fremdwährungen indexierten Darlehen der mBank.
Aus OpRisk-Ereignissen ergab sich zum Ende des zweiten
Quartals 2024 eine Gesamtbelastung in Höhe von rund
694 Mio. Euro (Gesamtjahr 2023: 1 176 Mio. Euro). Die
Ereignisse waren im Wesentlichen durch Schäden in der
Kategorie "Produkte und Geschäftspraktiken"
geprägt. In erster Linie sind hier die Verluste und
Rückstellungen der mBank für Rechtsrisiken im
Zusammenhang mit auf Schweizer Franken indexierten Darlehen
zu nennen.
scrollen
1 Eingetretene Verluste und Rückstellungen,
abzüglich OpRisk-basierter Erträge und
Rückzahlungen.
Unterrisikoarten des operationellen RisikosMit Ausnahme der nachfolgend aufgeführten Details
zu den aktuellen Entwicklungen bei den Rechtsrisiken gab es
im ersten Halbjahr 2024 keine wesentlichen
Veränderungen gegenüber dem im
Geschäftsbericht zum 31. Dezember 2023 dargestellten
Stand.
Rechtliche Risiken Die Commerzbank und ihre
Tochtergesellschaften sind mit verschiedenen Gerichts- und
Schiedsverfahren, Ansprüchen und behördlichen
Untersuchungen (rechtliche Verfahren) konfrontiert, die
eine große Bandbreite von Themen betreffen. Diese
umfassen zum Beispiel angeblich fehlerhafte
Anlageberatungen, Streitigkeiten im Zusammenhang mit
Handelsgeschäften, Kreditfinanzierungen oder dem
Zahlungsverkehrsgeschäft, Ansprüche aus
betrieblicher Altersversorgung, die Geltendmachung von
Forderungen aus steuerlichen Sachverhalten, angeblich
fehlerhafte Prospekte im Zusammenhang mit
Emissionsgeschäften, angebliche Verstöße
gegen wettbewerbsrechtliche/kartellrechtliche Vorschriften
sowie Klagen von Aktionären und Fremdkapitalinvestoren
sowie Ermittlungen durch Aufsichtsbehörden. Geltende
Sanktionsregimes können dazu führen, dass die
Commerzbank oder ihre Tochtergesellschaften daran gehindert
ist, Verpflichtungen gegenüber Kunden oder
Geschäftspartnern zu erfüllen; infolgedessen kann
die Commerzbank und ihre Tochtergesellschaften
gerichtlichen Klagen ausgesetzt sein. Daneben können
Änderungen oder Verschärfungen der
höchstrichterlichen Rechtsprechung sowie der
gesetzlichen Rahmenbedingungen beispielsweise im
Privatkundenbereich zur weiteren Inanspruchnahme der
Commerzbank oder ihrer Tochtergesellschaften führen.
In den gerichtlichen Verfahren werden vor allem
Schadensersatzansprüche, bereicherungsrechtliche
Ansprüche oder auch die Rückabwicklung
geschlossener Verträge geltend gemacht.
Sofern einzelnen oder mehreren dieser Klagen
stattgegeben würde, könnten daraus zum Teil
erhebliche Schadensersatz- oder Bußgeldzahlungen,
Rückabwicklungsaufwendungen oder sonstige
kostenintensive Maßnahmen folgen.
Seit September 2019 finden bei der Commerzbank
Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Köln im
Zusammenhang mit Aktiengeschäften um den
Dividendenstichtag (sogenannte Cum-Ex-Geschäfte)
statt. Die Staatsanwaltschaft Köln ermittelt wegen des
Verdachts, dass die Bank (einschließlich Dresdner
Bank) in verschiedenen Rollen an Cum-Ex-Geschäften
mitgewirkt hat, unter anderem dadurch, dass sie Dritte, die
als Leerverkäufer gehandelt haben sollen, mit Aktien
beliefert hat. Es geht in diesem Verfahren nach derzeitigem
Verständnis nicht um eigene
Steueranrechnungsansprüche der Commerzbank im Hinblick
auf Kapitalertragsteuer und Solidaritätszuschlag auf
Dividenden. Im Zusammenhang mit Untersuchungen zu "Cum-Ex"
kooperiert die Commerzbank vollumfänglich mit den
Ermittlungsbehörden.
Auf Basis des im Jahr 2017 veröffentlichten
Schreibens des Bundesministeriums für Finanzen (BMF)
zu "Cum-Cum-Geschäften" hat die Betriebsprüfung
zur Behandlung dieser Geschäfte in Form von
Prüfungsanmerkungen Stellung genommen. Die Anrechnung
der Kapitalertragsteuer wurde seitens des Finanzamtes
entsprechend gekürzt. Die Commerzbank hat daraufhin
Wertberichtigungen hinsichtlich bilanzierter
Anrechnungsforderungen vorgenommen beziehungsweise
zusätzliche Rückstellungen im Hinblick auf
mögliche Rückzahlungsansprüche gebildet, um
die geänderte Risikosituation vollumfänglich
angemessen zu reflektieren. Nunmehr ist das BMF-Schreiben
zu "Cum-Cum-Geschäften" mit Datum vom 9. Juli 2021 neu
gefasst worden. Im Hinblick auf die potenziellen
Auswirkungen des BMF-Schreibens wurde im zweiten Quartal
2021 die Rückstellung angepasst. Nach derzeitigen
Erkenntnissen sind die steuerlichen Risiken aus diesem
Themenkomplex damit ausreichend bevorsorgt. Es kann nicht
vollständig ausgeschlossen werden, dass sich über
die von der Bank gebildete Rückstellung hinaus weitere
Belastungen ergeben.
Im Hinblick auf Wertpapierleihegeschäfte sieht sich
die Commerzbank (auch gerichtlichen) Ersatzansprüchen
Dritter aufgrund aberkannter Anrechnungsansprüche
ausgesetzt. Im Rahmen dieser Wertpapierleihegeschäfte
waren die Vertragspartner verpflichtet, der Commerzbank
Dividenden und einbehaltene Kapitalertragsteuern zu
erstatten. Die spätere Anrechnung auf die
Körperschaftsteuer haben die Finanzämter
verschiedener Vertragspartner jedoch teilweise abgelehnt
oder nachträglich aberkannt.
Gegen die mBank wurde in 2017 von einem polnischen
Gericht eine Sammelklage wegen angeblicher Unwirksamkeit
von Indexklauseln in Darlehensverträgen in Schweizer
Franken zugelassen. Der Sammelklage haben sich insgesamt 1
731 Kläger angeschlossen. Die Kläger hatten gegen
das abweisende Urteil des erstinstanzlichen Gerichts
Rechtsmittel eingelegt. Das Berufungsgericht hat den Fall
im Januar 2024 zur erneuten Verhandlung an das
erstinstanzliche Gericht zurückverwiesen.
Unabhängig davon klagen zahlreiche Darlehensnehmer
von auf Fremdwährungen indexierten Darlehen aus den
gleichen Gründen im Wege von Einzelklagen. Neben der
Sammelklage sind zum 30. Juni 2024 23 099 weitere
Einzelverfahren anhängig (31. Dezember 2023: 22 602).
Die mBank tritt den Klagen entgegen.
Zum 30. Juni 2024 lagen zu 5 876 auf Fremdwährungen
indexierten Darlehensverträgen rechtskräftige
Urteile in Einzelverfahren gegen die mBank vor, von denen
114 zugunsten der mBank und 5 762 zuungunsten der mBank
entschieden wurden.
Der polnische Oberste Gerichtshof hat am 25. April 2024
unter anderem entschieden, dass die Verjährungsfrist
für den Anspruch der Bank auf Rückzahlung in der
Regel beginnt, wenn der Kreditnehmer die Unwirksamkeit
geltend macht. Dies kann in einigen Fällen dazu
führen, dass die Forderung der Bank auf
Rückzahlung des Kapitals verjährt sein
könnte.
Die mBank wird die Entwicklung der Rechtsprechung in
Folge der Entscheidung des polnischen Obersten
Gerichtshofs, den weiteren Verlauf der Diskussion über
die Auslegung der Entscheidung sowie eine mögliche
Gesetzgebungsinitiative beobachten und mögliche
Auswirkungen auf die Vorsorge fortlaufend prüfen. Es
kann nicht ausgeschlossen werden, dass zukünftige
Ereignisse wie Entscheidungen des polnischen Obersten
Gerichtshofs und des EuGH in Zukunft erhebliche negative
Auswirkungen auf die Schätzung des rechtlichen Risikos
im Zusammenhang mit Hypothekendarlehen in Schweizer Franken
und anderen Fremdwährungen haben können.
Die mBank hat ab dem vierten Quartal 2022 ein
Vergleichsprogramm aufgelegt, welches sich an alle Kunden
mit aktiven, auf Schweizer Franken indexierten Darlehen
richtet, einschließlich derer, die bereits gegen die
Bank klagen. Den Kunden wird angeboten, ihre Darlehen in
Zloty-Darlehen mit einem festen oder variablen Zinssatz
umzuwandeln, sowie der Erlass eines individuell zu
verhandelnden Teils der noch ausstehenden Darlehensvaluta.
Zum Stichtag hat die mBank die Risiken im Zusammenhang mit
künftigen Vergleichszahlungen mit 223 Mio. Euro
berücksichtigt.
Die mBank prüft die Auswirkungen der Rechtsprechung
fortlaufend und passt die Parameter des Modells, wie die
erwartete Anzahl von Kreditnehmern, die noch klagen werden,
die Art der erwarteten Gerichtsurteile, die Höhe des
Verlustes der Bank im Falle eines Urteils sowie die
Annahmequote für Vergleiche soweit erforderlich an.
Die Methodik zur Ermittlung der Vorsorge basiert auf
Parametern, welche vielfältig, ermessensbehaftet und
zum Teil mit erheblichen Unsicherheiten verbunden sind.
Schwankungen der Parameter sowie deren Interdependenzen und
Entscheidungen der polnischen Gerichte und des EuGH
können dazu führen, dass die Vorsorge
zukünftig der Höhe nach wesentlich angepasst
werden muss.
Das zum 30. Juni 2024 bestehende Portfolio von nicht
vollständig zurückgeführten, auf
Fremdwährungen indexierten Darlehen hatte einen
Buchwert in Höhe von 2,4 Mrd. polnischen Zloty. Das
Portfolio von vollständig zurückgezahlten
Darlehen und Darlehen, für die ein Vergleich oder
rechtskräftiges Urteil vorliegt, betrug bei
Ausreichung 12,6 Mrd. polnische Zloty. Insgesamt wurde im
Konzern für die aus dem Komplex entstehenden Risiken,
einschließlich potenzieller Vergleichszahlungen und
der Sammelklage, eine bilanzielle Vorsorge in Höhe von
2,0 Mrd. Euro gebildet (31. Dezember 2023: 1,9 Mrd. Euro),
die fast ausschließlich auf Schweizer Franken
indexierte Darlehen entfällt. Bei noch nicht
vollständig zurückgeführten Darlehen werden
die rechtlichen Risiken unmittelbar bei der Schätzung
der Zahlungsströme im Bruttobuchwert der Forderungen
berücksichtigt.
Im April 2021 hat der Bundesgerichtshof in einem
Verfahren gegen eine andere Bank über den sogenannten
AGB-Änderungsmechanismus entschieden und die
entsprechenden Ziffern der AGBBanken für unwirksam
erklärt. Dieser Mechanismus sah vor, dass die
Zustimmung des Kunden zu bestimmten Vertragsänderungen
nach einer bestimmten Frist angenommen wurde, wenn der
Kunde nicht widersprochen hatte. Die Bank hat die
Auswirkungen dieser Rechtsprechung auf ihre
Geschäftsbereiche und Produkte geprüft, da
aufgrund des AGB-Änderungsmechanismus eingeführte
oder erhöhte Entgelte für Verbraucher
möglicherweise unwirksam sein können.
Im Juni 2023 wurde die Bank vor einem russischen Gericht
vom Begünstigten einer Garantie verklagt, die die Bank
auftrags eines Kunden in Deutschland ausgestellt hatte. Im
Jahr 2021 hatte die Bank eine
Vertragserfüllungsgarantie zugunsten eines russischen
Unternehmens ausgestellt, um die Verbindlichkeiten des
Kunden der Bank im Rahmen eines Bauvertrags zu sichern.
Aufgrund der geltenden Sanktionsregelung konnte der Kunde
der Bank seine vertraglichen Verpflichtungen nicht
erfüllen. Das russische Unternehmen verlangte
daraufhin von der Bank Zahlung aus der Garantie. Die
geltenden Sanktionsregelungen hindern die Bank an der
Erfüllung ihrer Verpflichtungen aus der Garantie. Im
Juni 2024 hat das russische Gericht die Bank sowie zwei
Tochtergesellschaften der Bank in Russland zur Zahlung der
Garantiesumme nebst Zinsen gesamtschuldnerisch verurteilt.
Die Bank wird gegen das Urteil Berufung einlegen. Das
russische Gericht hatte bereits im Mai 2024 einen Arrest
von Vermögenswerten der Bank und einer der beiden
Tochtergesellschaften, der Commerzbank (Eurasija),
angeordnet. Die Bank hat ein Verfahren beim Internationalen
Schiedsgerichtshof eingeleitet, mit dem sie die
Feststellung beantragt hat, dass die Commerzbank aufgrund
der Garantie nicht zur Zahlung verpflichtet ist; das
Ergebnis steht noch aus. Außerdem hat die Bank vor
einem Gericht in London eine einstweilige Verfügung
erwirkt, die dem russischen Unternehmen untersagt, das
Verfahren in Russland fortzusetzen, da die Klage gegen die
Schiedsvereinbarung im Rahmen der Garantie
verstößt.
Die Commerzbank und ihre russische Tochtergesellschaft
Commerzbank (Eurasija) sind in Russland von Kunden eines
russischen Zentralverwahrers verklagt worden. Dieser
unterhält ein Konto bei der Commerzbank in
Deutschland, auf dem angeblich unter anderem Gelder der
Kläger liegen. Der Zentralverwahrer und seine
Vermögenswerte (einschließlich des Guthabens auf
dem Konto) unterliegen geltenden Sanktionen. Daher
können die Kläger nicht auf ihre Gelder bei dem
Zentralverwahrer zugreifen, und verlangen stattdessen in
Russland von der Commerzbank Schadensersatz. Im März
2024 erließ ein Gericht erster Instanz in einem
Verfahren ein Urteil, mit dem die Commerzbank und die
Commerzbank (Eurasija) zur Zahlung von Schadensersatz
verurteilt wurden. Die Commerzbank hat gegen das Urteil
Berufung eingelegt. In einem anderen Fall hat das Gericht
zunächst einen Arrest verfügt und dann im Juli
2024 die Commerzbank und die Commerzbank (Eurasija) zur
Zahlung von Schadensersatz verurteilt. Die Commerzbank wird
gegen das Urteil Berufung einlegen. Auch gegen die
übrigen Ansprüche verteidigt sich die Commerzbank
weiter.
Die Verfahren in Russland sind mit erheblichen
Unsicherheiten behaftet, und es kann nicht ausgeschlossen
werden, dass weitere Vermögenswerte der Bank und der
Commerzbank (Eurasija) beschlagnahmt werden. Es kann auch
nicht ausgeschlossen werden, dass auf der Grundlage
weiterer Ansprüche zusätzliche Verfahren
eingeleitet werden und/oder in diesem Zusammenhang weitere
Kosten entstehen, die zu erheblich höheren Verlusten
führen.
Einzelne der oben genannten Verfahren können auch
Auswirkungen auf die Reputation der Commerzbank und ihrer
Tochtergesellschaften haben. Der Konzern bildet
Rückstellungen für diese Verfahren, soweit die
daraus resultierenden Verpflichtungen wahrscheinlich sind
und die Höhe der Verpflichtungen hinreichend genau
bestimmbar ist. Da die Entwicklung dieser Verfahren mit
erheblichen Unsicherheiten behaftet ist, kann nicht
ausgeschlossen werden, dass sich die gebildeten
Rückstellungen nach abschließenden
Verfahrensentscheidungen teilweise als unzureichend
erweisen. Infolgedessen können erhebliche
zusätzliche Aufwendungen entstehen. Dies trifft auch
auf rechtliche Verfahren zu, für die aus Sicht des
Konzerns keine Rückstellungen zu bilden waren. Der
endgültige Ausgang einzelner rechtlicher Verfahren
kann das Ergebnis und den Cashflow der Commerzbank in einer
bestimmten Berichtsperiode beeinflussen, schlimmstenfalls
ist nicht völlig auszuschließen, dass die daraus
eventuell resultierenden Verpflichtungen auch wesentlichen
Einfluss auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage
haben.
Weitere Informationen über rechtliche Verfahren
können der Note 35 zu den Rückstellungen und der
Note 36 zu den Eventualverbindlichkeiten und Kreditzusagen
des Zwischenabschlusses entnommen werden.
Sonstige wesentliche RisikenBei den sonstigen wesentlichen Risiken gab es im ersten
Halbjahr 2024 keine wesentlichen Veränderungen
gegenüber dem im Geschäftsbericht zum 31.
Dezember 2023 dargestellten Stand mit Ausnahme der
nachfolgend aufgeführten Details zu den aktuellen
Entwicklungen bei den Compliance-Risiken und Cyberrisiken.
Compliance-Risiken Insgesamt besteht weiterhin ein
verstärkter Fokus auf der Sicherstellung der Umsetzung
von Sanktionsvorgaben sowie der Verfolgung von
möglichen Sanktionsverstößen.
Die politische und regulatorische Aufmerksamkeit
hinsichtlich Russland-bezogener Sanktionen ist weiterhin
ungebrochen. Die jüngsten Verschärfungen im
Rahmen des nunmehr 14. Sanktionspaketes der EU sowie
weitere Ausweitungen der US-Sanktionen zeigen dies
deutlich. Aktuelle geopolitische Entwicklungen, aber auch
die sich ändernden Erwartungshaltungen der Regulatoren
im Hinblick auf die Umsetzung von Sanktionsvorgaben werden
fortlaufend beobachtet, um zeitnah auf Änderungen
reagieren zu können.
Auch bei den jüngsten Verschärfungen der
Sanktionen standen insbesondere
Export-Kontrollanforderungen im Fokus. Wobei im 14.
Sanktionspaket in erster Linie die Realwirtschaft in die
Pflicht genommen wird. Die Commerzbank hat bereits
verstärkte Prüfroutinen insbesondere im Bereich
der Handelsfinanzierung etabliert, um den Anforderungen der
Exportkontrolle und auch der Verhinderung von
Sanktionsumgehungsgeschäften gerecht zu werden.
Die Rechtstexte des AML-Pakets, die in den
EU-Trilogverhandlungen beschlossen wurden, wurden im Juni
2024 final veröffentlicht und werden weitgehend zum
10. Juli 2027 Geltung erlangen. Detaillierte Vorgaben
(regulatory technical standards) werden sukzessive für
einzelne Themenfelder veröffentlicht. Parallel
analysiert die Bank mögliche Auswirkungen und
Maßnahmen im Umgang mit diesen zukünftigen
regulatorischen Anforderungen.
Das Angriffsvolumen aus externem Fraud ist im ersten
Halbjahr 2024 weiter angestiegen. Group Compliance legt
daher für das Jahr 2024 weiterhin einen Fokus auf die
Weiterentwicklung der systemunterstützten
Betrugsprävention.
Cyber-Risiken Cyberrisiken umfassen Risiken mit einer
unmittelbaren Sicherheitsrelevanz oder Risiken, die in eine
Sicherheitsrelevanz münden (jeweils im Cyberraum). Der
für die Commerzbank relevante Teil des Cyberraums
umfasst hierbei alle vernetzten IT-Umgebungen innerhalb der
Bank sowie außerhalb der Bank in Richtung Kunden,
Geschäftspartner und Dienstleister. Cyberrisiken
beschäftigen sich demnach mit der digitalen
Repräsentation der Bank-Assets (Daten, Informationen)
innerhalb des Cyberraums.
Für Cyberrisiken gelten uneingeschränkt die
strategischen Leitplanken aus der übergeordneten
Konzernrisikostrategie, der
Informationssicherheitsstrategie sowie der
Teilrisikostrategie Cyberrisiko. Dabei insbesondere ein
erweitertes Identity- und Access-Management, die
Implementierung des Zero-Trust-Modells, die breite
Anwendung von MFA (Multi-Faktor-Authentifizierung), die
Stärkung der Cyberresilienz sowie weiterhin die
Durchführung von umfangreichen
Awareness-Maßnahmen.
Die Steuerung der Cyber- und
Informationssicherheitsrisiken erfolgt durch den
Konzernbereich GRM-CRIS (Group Risk Management - Cyber Risk
& Information Security). Den Bereich verantwortet der
Group CISO (Chief Information Security Officer). Neben
bereits etablierten Sicherheitsfunktionen wie dem nach ISO
27001 zertifizierten ISMS
(Information-Security-Management-System) liegt der Fokus
auf dem Cyberrisikomanagement sowie der Stärkung der
Cyberresilienz der Commerzbank.
Die aktuelle Cyberrisikolage ist von den geopolitischen
Spannungen rund um den Krieg in der Ukraine geprägt
und unverändert hoch. Nach wie vor präsent im
Rahmen des Russland-Ukraine-Krieges ist die Gefahr von
Angriffen durch staatliche Akteure auf kritische
Infrastrukturen und daraus resultierender Kollateraleffekte
auf die Bank.
Ransomware ist ein etablierter Angriffsvektor im Bereich
der organisierten Cyberkriminalität, der vor allem
mittelständische Unternehmen bedroht. Im Bereich der
Verfügbarkeitsangriffe (DDoS -Distributed Denial of
Service) beobachten wir eine zunehmende Verlagerung von der
Netzwerk- auf die Anwendungsebene.
Ein verbesserter Schutz gegen diese Bedrohungen wurde im
Rahmen der verabschiedeten Investitions- und
Maßnahmenpakete bereits auf den Weg gebracht. Die
Entwicklungen im Cyberumfeld werden in der Commerzbank von
einer interdisziplinären Taskforce (Top-Management und
Spezialisten aus GRM-CRIS und GS-TF -Group Technology
Foundations) kontinuierlich beobachtet.
Durch eine enge Verzahnung der 1st und 2nd
Line-of-Defense-(LoD-)Aktivitäten im Bereich der
Cyberbedrohungsanalyse inklusive der entsprechenden
Schutzmaßnahmen und Incident-Management-Prozesse ist
die Bank weiterhin angemessen vor solchen Attacken
geschützt.
Disclaimer Die in der Commerzbank eingesetzten Methoden
und Modelle zur internen Risikomessung, die die Grundlage
für die Berechnung der im Bericht dargestellten Zahlen
bilden, entsprechen dem aktuellen Erkenntnisstand und
orientieren sich an der Praxis der Bankenbranche. Die mit
den Risikomodellen ermittelten Ergebnisse sind zur
Steuerung der Bank geeignet. Die Messkonzepte unterliegen
einer regelmäßigen Überprüfung durch
das Risikocontrolling und durch die interne Revision sowie
durch die deutschen und europäischen
Aufsichtsbehörden. Trotz sorgfältiger
Modellentwicklung und regelmäßiger Kontrolle
können Modelle nicht alle in der Realität
wirksamen Einflussfaktoren vollständig erfassen und
deren komplexes Verhalten einschließlich
Wechselwirkungen abbilden. Diese Grenzen der
Risikomodellierung gelten insbesondere für
Extremsituationen. Ergänzende Stresstests und
Szenarioanalysen können nur beispielhaft zeigen,
welchen Risiken ein Portfolio unter extremen
Marktsituationen unterliegen kann; eine Untersuchung aller
denkbaren Szenarios ist jedoch auch bei Stresstests nicht
möglich. Sie können keine endgültige
Einschätzung des maximalen Verlusts im Falle eines
Extremereignisses geben.
ZwischenabschlussGewinn- und-Verlust-Rechnungscrollen
scrollen
Das nach IAS 33 errechnete Ergebnis je Aktie basiert auf
dem den Ergebnis Commerzbank-Aktionären zurechenbaren
Konzernergebnis Note 19). Im laufenden Geschäftsjahr
sowie im Vorjahr waren keine Wandel- oder Optionsrechte im
Umlauf. Das verwässerte (siehe je Aktie war daher mit
dem unverwässerten identisch.
Zusammengefasste Gesamtergebnisrechnungscrollen
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BilanzAktivascrollen
Passivascrollen
Eigenkapitalveränderungsrechnungscrollen
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1 Korrektur Vorjahr aufgrund von Restatements
(siehe Note 5).
AT-1-AnleiheEnde Juni 2024 wurde die vierte AT-1-Anleihe aus dem
Emissionsprogramm mit Wertstellung nach dem
Berichtsstichtag 30. Juni 2024 erfolgreich begeben. Die
Anleihe hat ein Volumen von 750 Mio. Euro und einen festen,
jedoch diskretionären Kupon von 7,875 % pro Jahr. Das
Instrument hat eine unbestimmte Laufzeit und einen
frühestmöglichen Kündigungstermin durch die
Commerzbank im Zeitraum von Oktober 2031 bis April 2032. Im
Vorjahr wurden keine AT-1-Anleihen begeben.
Sonstige VeränderungenZum 30. Juni 2024 betrug das Gezeichnete Kapital der
Commerzbank Aktiengesellschaft 1 185 Mio. Euro (Vorjahr: 1
240 Mio. Euro) und war in 1 184 669 009 Stückaktien
(Vorjahr: 1 240 223 329) (rechnerischer Wert pro Aktie 1,00
Euro) eingeteilt.
Durch ein Aktienrückkaufprogramm wurden im ersten
Quartal 2024 55 554 320 Stückaktien mit einem Anteil
von 4,48 % am Grundkapital zurückgekauft. Der an der
Börse gezahlte Kaufpreis je Aktie betrug
durchschnittlich 10,80 Euro. Zweck des Aktienrückkaufs
war die Verringerung des Grundkapitals der Commerzbank
Aktiengesellschaft. Die zurückgekauften Aktien wurden
im zweiten Quartal 2024 eingezogen. Für das
Geschäftsjahr 2023 wurde eine Dividendenzahlung in
Höhe von 0,35 Euro je Aktie vorgenommen.
Die wesentlichen Veränderungen der Rücklage
aus der Währungsumrechnung resultierten im laufenden
Geschäftsjahr aus den Währungen US-Dollar,
polnischer Zloty, britisches Pfund und russischer Rubel.
In der Zeile Sonstige Veränderungen sind im
Wesentlichen Veränderungen des Konsolidierungskreises
sowie Veränderungen aus erfolgsneutralen Steuern
enthalten.
Kapitalflussrechnung (verkürzte Darstellung)scrollen
Für den Commerzbank-Konzern ist die
Aussagefähigkeit der Kapitalflussrechnung als gering
anzusehen. Die Kapitalflussrechnung ersetzt für uns
weder die Liquiditäts- beziehungsweise Finanzplanung
noch wird sie als Steuerungsinstrument eingesetzt.
Anhang (ausgewählte Notes)Allgemeine Grundlagen(1) RechnungslegungsgrundsätzeDer Commerzbank-Konzern hat seinen Sitz in Frankfurt am
Main. Das Mutterunternehmen ist die Commerzbank
Aktiengesellschaft, die beim Amtsgericht Frankfurt am Main
im Handelsregister mit der Nummer HRB 32000 eingetragen
ist. Unser Zwischenabschluss zum 30. Juni 2024 wurde im
Einklang mit § 315e HGB und der Verordnung (EG) Nr.
1606/2002 (IAS -Verordnung) des Europäischen
Parlaments und des Rats vom 19. Juli 2002 aufgestellt.
Ebenso kamen weitere Verordnungen zur Übernahme
bestimmter internationaler Rechnungslegungsstandards auf
der Grundlage der vom International Accounting Standards
Board (IASB) verabschiedeten und veröffentlichten
International Financial Reporting Standards (IFRS) und
deren Auslegungen durch das IFRS Interpretations Committee
zur Anwendung. Der Zwischenabschluss berücksichtigt
insbesondere auch die Anforderungen des IAS 34 an die
Zwischenberichterstattung.
Alle für das Geschäftsjahr 2024 in der EU
verpflichtend anzuwendenden Standards und Interpretationen
wurden berücksichtigt. Von der vorzeitigen Anwendung
von Standards und Interpretationen, die erst ab dem
Geschäftsjahr 2025 oder später umzusetzen sind,
haben wir abgesehen.
Der Zwischenlagebericht einschließlich des
separaten Zwischenrisikoberichts gemäß §
315 HGB ist auf den Seiten 7 bis 34 unseres
Zwischenberichts veröffentlicht.
Die Rechnungslegung im Commerzbank-Konzern erfolgt nach
konzerneinheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden.
Für die Vollkonsolidierung sowie für die
at-Equity-Bewertung verwenden wir im Wesentlichen zum 30.
Juni 2024 erstellte Abschlüsse.
Der Konzernabschluss wird in Euro, der
Berichtswährung des Konzerns, erstellt. Alle
Beträge sind, sofern nicht gesondert darauf
hingewiesen wird, in Mio. Euro dargestellt. Alle
Beträge unter 500 000,00 Euro werden als Null
beziehungsweise Nullsalden mit einem Strich dargestellt.
Aufgrund von Rundungen ist es in Einzelfällen
möglich, dass sich einzelne Zahlen nicht exakt zur
angegebenen Summe addieren.
Für allgemeine Erläuterungen und
Beschreibungen der einzelnen Posten in der Gewinn-
und-Verlust-Rechnung und der Bilanz verweisen wir auf den
Geschäftsbericht 2023.
(2) Neue und geänderte StandardsDie Änderung den IAS 21 betreffend wurde bereits im
Geschäftsbericht 2023, Seite 276 f. erwähnt. Das
Endorsement spezifiziert die Bestimmung des Wechselkurses
bei langfristig fehlender Umtauschbarkeit, welche bisher
nicht geregelt war. Der überarbeitete Standard ist
für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach
dem 1. Januar 2025 beginnen.
Der IFRS 18 beinhaltet Anforderungen zur Darstellung und
zu Angaben im Abschluss. Der geänderte Standard soll
ab dem 1. Januar 2027 anzuwenden sein. Das Endorsement
steht noch aus.
Alle von uns nicht explizit erläuterten
Standardänderungen haben nach jetzigem Stand keinen
wesentlichen Einfluss auf unseren Konzernabschluss.
(3) NachtragsberichtGeschäftsvorfälle von besonderer Bedeutung
sind nach dem Ende des Berichtszeitraums nicht aufgetreten.
Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden(4) Änderungen Bilanzierungs- und BewertungsmethodenZum 1. Januar 2024 sind die überarbeiteten
Standards IAS 1 und IFRS 16 in Kraft getreten. Bei beiden
Anpassungen handelt es sich um Klarstellungen zur
Klassifizierung von Schulden mit Kreditbedingungen
beziehungsweise zu Sale-and-Lease-Back-Geschäften. Aus
diesen Änderungen ergeben sich keine wesentlichen
Auswirkungen auf den Konzernabschluss.
Ebenfalls zum 1. Januar 2024 gelten die Änderungen
von IAS 7 und IFRS 7, welche unter dem Titel Supplier
Finance Arrangement veröffentlicht wurden. Die
Anpassungen betreffen Vorschriften zu
Lieferantenfinanzierungsvereinbarungen. Auch hieraus
ergeben sich für die Commerzbank keine wesentlichen
Änderungen der Bilanzierungsmethodik.
Ansonsten wenden wir in diesem Zwischenbericht die
gleichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sowie
Konsolidierungsmethoden wie in unserem Konzernabschluss zum
31. Dezember 2023 an (vergleiche Geschäftsbericht
2023, Seite 277 ff.).
(5) Korrekturen nach IAS 8Über die Korrektur im Zusammenhang mit einer
Methodenänderung für Wertberichtigungen wurde
bereits zuletzt im Geschäftsbericht zum 31. Dezember
2023 berichtet (siehe Note 4, Seite 279).
(6) KonsolidierungskreisErstkonsolidierung Aquila Capital InvestmentEin Tochterunternehmen der Commerzbank
Aktiengesellschaft hat am 3. Juni 2024 74,9 % der Anteile
und Stimmrechte an der auf essenzielle Sachwertanlagen wie
erneuerbare Energien und nachhaltige Infrastrukturprojekte
spezialisierten, in Hamburg ansässigen Aquila Capital
Investmentgesellschaft mbH (ACI) erworben. Die Mehrheit der
Stimmrechte sowie besondere gesellschaftsvertragliche
Regelungen für den Fall eines Dissenses gewähren
der Commerzbank Aktiengesellschaft beziehungsweise dem
erwerbenden Tochterunternehmen der Commerzbank
Aktiengesellschaft die Beherrschung über die ACI.
Mit der Transaktion wird die Angebotspalette für
unsere Kundinnen und Kunden im nachhaltigen Assetmanagement
deutlich erweitert. Die ACI wird einen wichtigen Beitrag
zum geplanten Wachstum der Provisionserträge des
Konzerns liefern. Das Vertriebsnetzwerk der ACI und der
Zugang zur Projektentwicklung der Aquila-Gruppe bieten
internationale Wachstumschancen und gleichzeitig die
wesentliche Grundlage des erworbenen Geschäfts- und
Firmenwerts. Mit dem Anteilserwerb wurden gleichzeitig
diverse Dienstleistungsverträge zwischen Commerzbank
Aktiengesellschaft und ACI sowie mit der Aquila-Gruppe
abgeschlossen, die zukünftig zu
Provisionserträgen und -aufwendungen führen
werden.
Die folgende Tabelle zeigt jeweils die Zeitwerte der
erworbenen Vermögenswerte und der übernommenen
Schulden:
scrollen
Der angesetzte Betrag der Nicht beherrschenden Anteile
betrug im Erwerbszeitpunkt 30 Mio. Euro, was dem anteiligen
erworbenen Nettovermögen der ACI entspricht.
Die Provisionserträge beziehungsweise der Gewinn
der ACI seit Anfang Juni 2024 betragen 5 Mio. Euro
beziehungsweise 0 Mio. Euro. Die nicht im Konzernergebnis
enthaltenen Provisionserträge beziehungsweise der
nicht im Konzernergebnis enthaltene Gewinn der ACI für
den Zeitraum vor dem 3. Juni 2024 betragen 27 Mio. Euro
beziehungsweise 2 Mio. Euro.
Im Gesamtjahr 2023 wurden 84 Mio. Euro
Provisionserträge sowie ein Gewinn von 17 Mio. Euro
erzielt. Auf Grund des saisonalen Geschäftsverlaufs,
den wir in 2023 beobachten konnten, erwarten wir für
das Gesamtjahr 2024 sowohl in den Provisionserträgen
als auch beim Gewinn eine Steigerung gegenüber dem
Gesamtjahr 2023.
Entkonsolidierung Banco MúltiploIm zweiten Quartal 2023 wurde die Tochtergesellschaft
Commerzbank Brasil S.A. - Banco Múltiplo, Brasilien
aufgrund von Unwesentlichkeit entkonsolidiert. Die
Banklizenz wurde im April 2023 zurückgegeben. Aus der
Entkonsolidierung resultierte ein Effekt von - 24 Mio.
Euro, der im Sonstigen Ergebnis ausgewiesen wurde.
Erläuterungen zur Gewinn- und-Verlust-Rechnung(7) Zinsüberschussscrollen
(8) Dividendenerträgescrollen
(9) Risikoergebnisscrollen
(10) Provisionsüberschussscrollen
Das Risikoergebnis beinhaltet erfolgswirksame
Risikovorsorgeveränderungen für bilanzielle und
außerbilanzielle Finanzinstrumente, auf die das
Impairmentmodell des IFRS 9 anzuwenden ist. Dies umfasst
Risikovorsorgezuführungen und -auflösungen unter
anderem aus Neugeschäften, Stagewechseln, bilanziellen
Abgängen aus Rückzahlungen, Zuschreibungen und
Eingänge auf bereits abgeschriebene Forderungen sowie
Direktabschreibungen.
Informationen zur Organisation des Risikomanagements und
zu relevanten Kennzahlen sowie weitere Analysen und
Erläuterungen des erwarteten Kreditverlusts
können dem Zwischenlagebericht dieses Zwischenberichts
(siehe Seite 17 ff. und Note 27) entnommen werden.
Die Aufteilung der Provisionserträge nach Art der
Dienstleistung und Segmenten auf Grundlage des IFRS 15
stellt sich wie folgt dar:
scrollen
scrollen
1 Bei den Posten im Bereich Sonstige und
Konsolidierung handelt es sich im Wesentlichen um Effekte
aus der Konsolidierung von Aufwendungen und Erträgen.
(11) Ergebnis aus erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeitenscrollen
(12) Ergebnis aus Sicherungszusammenhängenscrollen
(13) Übriges Ergebnis aus Finanzinstrumentenscrollen
(14) Sonstiges Ergebnisscrollen
Im Sonstigen Ergebnis ist im Wesentlichen der Aufwand im
Zusammenhang mit Baufinanzierungen in Fremdwährung bei
der mBank enthalten. Diese betragen im aktuellen
Geschäftsjahr 558 Mio. Euro (Vorjahreszeitraum: 520
Mio. Euro).
(15) Verwaltungsaufwendungenscrollen
scrollen
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(16) Pflichtbeiträgescrollen
(17) Restrukturierungsaufwendungenscrollen
(18) Steuern vom Einkommen und vom ErtragZum 30. Juni 2024 belief sich der Konzernsteueraufwand
auf 611 Mio. Euro (Vorjahreszeitraum: 617 Mio. Euro). Unter
Berücksichtigung des Ergebnisses vor Steuern von 1 953
Mio. Euro (Vorjahreszeitraum: 1 756 Mio. Euro) ergab sich
eine Konzernsteuerquote von 31,3 % (Vorjahreszeitraum: 35,2
%) (Konzernertragsteuersatz: 31,5 %, Vorjahr: 31,5 %). Der
Konzernsteueraufwand im laufenden Geschäftsjahr 2024
resultiert im Wesentlichen aus der Besteuerung des
positiven Ergebnisses der Berichtsperiode.
(19) Ergebnis je Aktiescrollen
Das nach IAS 33 errechnete Ergebnis je Aktie basiert auf
dem den Commerzbank-Aktionären und den Investoren in
zusätzliche Eigenkapitalbestandteile zurechenbaren
Konzernergebnis abzüglich tatsächlich gezahlter
AT-1-Kupons und wird als Quotient aus diesem den
Commerzbank-Aktionären zurechenbaren Konzernergebnis
und dem gewichteten Durchschnitt der während des
Geschäftsjahres in Umlauf befindlichen Aktienzahl
ermittelt. Im laufenden Geschäftsjahr sowie im Vorjahr
waren keine Wandel- und Optionsrechte im Umlauf. Das
verwässerte Ergebnis je Aktie war daher mit dem
unverwässerten identisch. Die Zusammensetzung des
Operativen Ergebnisses ist in der Segmentberichterstattung
(siehe Note 37) definiert.
Erläuterungen zur BilanzFinanzielle Vermögenswerte und VerbindlichkeitenIn den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres
2024 wurden neue Emissionen mit einem Volumen von 5,5 Mrd.
Euro (Vorjahreszeitraum: 4,8 Mrd. Euro) begeben. Im
gleichen Zeitraum belief sich das Volumen fälliger
Emissionen auf 2,7 Mrd. Euro (Vorjahreszeitraum: 1,7 Mrd.
Euro). Im aktuellen Geschäftsjahr sowie im
Vorjahreszeitraum gab es keine wesentlichen
Rückzahlungen.
Die Commerzbank nahm seit 2020 an der dritten Reihe
gezielter längerfristiger
Refinanzierungsgeschäfte der EZB (TLTRO III) teil. Von
den insgesamt 35,9 Mrd. Euro wurden 26,9 Mrd. Euro im
vierten Quartal 2022, 5,4 Mrd. Euro im zweiten Quartal 2023
und schließlich die restlichen 3,6 Mrd. Euro im
ersten Quartal 2024 zurückgeführt.
Die Verzinsung hing von der Entwicklung des
Kreditvolumens in einem Benchmark Portfolio ab, das bei
Erreichen eines Schwellenwerts zu einer
Zinsvergünstigung führt. Die Commerzbank hatte im
Jahr 2021 den Schwellenwert erreicht und
Zinsvergünstigungen in Anspruch genommen.
Die Vereinnahmung der Zinsen erfolgte grundsätzlich
ratierlich im Zinsergebnis bei korrespondierender
Kürzung der Refinanzierungsverbindlichkeit. Durch
mehrfache Leitzinsanhebungen seit der zweiten Hälfte
des Geschäftsjahres 2022 entfiel die Erfassung einer
Zinsvergünstigung nach IAS 20 für die
Restlaufzeit. Im laufenden Geschäftsjahr 2024
entstanden dadurch insgesamt Zinsaufwendungen von 29 Mio.
Euro (Vorjahr: 197 Mio. Euro).
(20) Finanzielle Vermögenswerte - Amortised Costscrollen
(21) Finanzielle Verbindlichkeiten - Amortised Costscrollen
(22) Finanzielle Vermögenswerte - Fair Value OCIscrollen
(23) Finanzielle Verbindlichkeiten - Fair Value Optionscrollen
Für Verbindlichkeiten, für die die Fair Value
Option angewendet wurde, betrug die in den ersten sechs
Monaten des Geschäftsjahres 2024 eingetretene
kreditrisikobedingte Änderung der Fair Values 139 Mio.
Euro (Vorjahreszeitraum: - 49 Mio. Euro). Kumuliert belief
sich die Veränderung auf 259 Mio. Euro
(Vorjahreszeitraum: - 109 Mio. Euro).
Durch Abgänge finanzieller Verbindlichkeiten,
für die die Fair Value Option angewendet wurde, wurde
sowohl in der aktuellen Periode als auch im
Vorjahreszeitraum keine erfolgsneutrale Umgliederung in der
Gewinnrücklage erfasst.
In den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres
2024 wurden neue Emissionen mit einem Volumen von 1,5 Mrd.
Euro begeben (Vorjahreszeitraum: 1,0 Mrd. Euro). Ein
nennenswertes Volumen fälliger Emissionen sowie
Rückzahlungen gab es in der aktuellen Berichtsperiode
sowie im Vorjahreszeitraum nicht.
scrollen
(25) Finanzielle Vermögenswerte - Held for Tradingscrollen
(26) Finanzielle Verbindlichkeiten - Held for Tradingscrollen
Kreditrisiken und Kreditverluste(27) Kreditrisiken und KreditverlusteGrundsätze und BewertungenUnter IFRS 9 werden Wertminderungen für
Kreditrisiken bei Kreditgeschäften und Wertpapieren,
die nicht erfolgswirksam zum Fair Value zu bewerten sind,
anhand eines dreistufigen Modells auf Basis erwarteter
Kreditverluste erfasst.
In den Anwendungsbereich dieses Wertminderungsmodells
fallen im Commerzbank-Konzern folgende Finanzinstrumente:
scrollen
Die Ermittlung der Wertminderungen erfolgt anhand eines
dreistufigen Modells nach folgenden Vorgaben:
In Stage 1 werden grundsätzlich alle
Finanzinstrumente erfasst, deren Risiko eines
Kreditausfalls (im Folgenden Ausfallrisiko) sich seit ihrem
erstmaligen Bilanzansatz nicht signifikant erhöht hat.
Darüber hinaus macht die Commerzbank vom Wahlrecht
nach IFRS 9 B 5.5.23 Gebrauch (sogenannte Low Credit Risk
Exemption oder LCRE) und klassifiziert Geschäfte, die
am Berichtsstichtag ein geringes Ausfallrisiko aufweisen,
in Stage 1. Dies sind Wertpapiere sowie Finanzinstrumente
mit Staaten, lokalen oder regionalen
Gebietskörperschaften der OECD, deren internes
Bonitätsrating am Berichtsstichtag im Bereich des
Investment Grade (entspricht Commerzbank-Rating 2,8 oder
besser) liegt. Für Finanzinstrumente in Stage 1 ist
eine Wertminderung in Höhe der erwarteten
Kreditverluste aus möglichen Ausfallereignissen
über die Laufzeit des Geschäftes, längstens
für zwölf Monate ("12-month Expected Credit Loss
(ECL)") zu erfassen.
Stage 2 enthält diejenigen Finanzinstrumente, deren
Ausfallrisiko sich nach dem Zeitpunkt ihres erstmaligen
Bilanzansatzes signifikant erhöht hat und die zum
Berichtsstichtag nicht der LCRE unterliegen. Neben der
kundenspezifischen Probability of Default (PD)-Entwicklung
definiert die Commerzbank weitere Kriterien, bei deren
Vorliegen eine signifikante Erhöhung des
Ausfallrisikos angenommen wird. Die Zuordnung zu Stage 2
erfolgt dann unabhängig von der individuellen
PD-Entwicklung. Die Erfassung von Wertminderungen erfolgt
in Stage 2 mit den erwarteten Kreditverlusten über die
gesamte Restlaufzeit des Finanzinstruments ("Lifetime
Expected Credit Loss" beziehungsweise "LECL"). Für
unbefristet zugesagte Finanzinstrumente
(b.a.w.-Geschäfte) erfolgt ein Topdown-Approach, mit
dem auf Basis von realisierten historischen Verlusten der
LECL als Prozentsatz des aktuellen Loss at Default (LaD)
ermittelt wird.
Stage 3 werden Finanzinstrumente zugeordnet, die am
Berichtsstichtag als wertgemindert eingestuft werden. Als
Kriterium hierfür zieht die Commerzbank ihre
Definition für einen Kreditausfall (Default)
gemäß des Artikels 178 CRR sowie der
ergänzenden EBA Leitlinie zur Anwendung der
Ausfalldefinition gemäß Artikel 178 der
Verordnung (EU) Nr. 575/2013 heran. Diese Vorgehensweise
ist konsistent, da im Rahmen der ECL-Ermittlung ebenfalls
aus dem Baseler IRB-Ansatz abgeleitete, statistische
Risikoparameter verwendet werden, die an die Anforderungen
des IFRS 9 angepasst werden. Für den Default eines
Kunden können unter anderem folgende Ereignisse
ausschlaggebend sein:
scrollen
Für ausgefallene Finanzinstrumente in Stage 3 ist
ebenfalls der LECL als Wertminderung zu erfassen. Bei der
Ermittlung des LECL wird hier grundsätzlich nach
signifikanten und nicht signifikanten Fällen
unterschieden. Für nicht signifikante Geschäfte
(Volumen bis 10 Mio. Euro) erfolgt die Ermittlung auf Basis
statistischer Risikoparameter. Für signifikante
Geschäfte (Volumen größer 10 Mio. Euro)
wird der LECL als Erwartungswert der Verluste aus
individuellen Expertenschätzungen der zukünftigen
Cashflows unter Berücksichtigung mehrerer
möglicher Szenarien und deren
Eintrittswahrscheinlichkeiten ermittelt. Die Szenarien und
Wahrscheinlichkeiten basieren auf Einschätzungen von
Sanierungs- und Abwicklungsspezialisten. Für jedes
Szenario - unabhängig davon, ob es sich um ein
Fortführungs- oder Verwertungsszenario handelt -
werden Zeitpunkte und Höhe der erwarteten
zukünftigen Zahlungsströme geschätzt.
Hierbei werden zukunftsgerichtet sowohl die
kundenspezifische als auch die makroökonomische
Situation (zum Beispiel Devisenbeschränkungen,
Devisenwertschwankungen, Rohstoffpreisentwicklungen) und
das Branchenumfeld berücksichtigt. Basis der
Schätzung sind auch externe Informationen. Als Quellen
sind hier unter anderem Indizes (zum Beispiel World
Corruption Index), Prognosen (zum Beispiel des IWF),
Informationen globaler Vereinigungen von
Finanzdienstleistern (zum Beispiel Institute of
International Finance) und Veröffentlichungen von
Ratingagenturen und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften
zu nennen.
Liegt kein Ausfallkriterium mehr vor, gesundet das
Finanzinstrument und wird nach Einhaltung der
maßgeblichen Wohlverhaltensphase nicht mehr Stage 3
zugeordnet. Nach Gesundung erfolgt auf Basis aktualisierter
Ratinginformationen erneut die Beurteilung, ob sich das
Ausfallrisiko seit dem erstmaligen Bilanzansatz signifikant
erhöht hat und darauf basierend die entsprechende
Zuordnung zu Stage 1 oder Stage 2.
Finanzinstrumente, die bereits im Zeitpunkt ihres
erstmaligen Bilanzansatzes als wertgemindert im Sinne der
oben beschriebenen Definition einzustufen sind ("Purchased
or Originated Credit-Impaired" beziehungsweise "POCI")
werden außerhalb des dreistufigen
Wertminderungsmodells behandelt und somit keiner der drei
Stages zugeordnet. Der Erstansatz erfolgt zum Fair Value
ohne Erfassung einer Wertminderung, jedoch unter Anwendung
eines bonitätsadjustierten Effektivzinssatzes. In den
Folgeperioden entspricht die erfolgswirksam erfasste
Wertminderung der kumulierten Veränderung des LECL
nach dem Bilanzzugang. Auch im Falle einer Gesundung bleibt
der LECL Maßstab für die Bewertung.
Forderungen werden bilanzwirksam abgeschrieben, sobald
nach angemessener Einschätzung nicht davon auszugehen
ist, dass ein finanzieller Vermögenswert ganz oder
teilweise realisierbar ist und diese somit uneinbringlich
sind. Die Uneinbringlichkeit kann sich zum einen im
Abwicklungsprozess aufgrund verschiedener objektiver
Kriterien herausstellen. Diese können beispielsweise
der Tod des Kreditnehmers ohne verwertbares
Nachlassvermögen oder ein abgeschlossenes
Insolvenzverfahren ohne weitere Aussicht auf Zahlungen
sein. Zum anderen werden Kredite spätestens 720 Tage
nach Fälligstellung grundsätzlich als (teilweise)
uneinbringlich betrachtet und im Rahmen bestehender
Risikovorsorge auf den noch erwarteten erzielbaren
Rückzahlungsbetrag (teil-)abgeschrieben. Die
(Teil-)Abschreibung hat dabei keine unmittelbaren
Auswirkungen auf laufende Beitreibungsmaßnahmen.
Beurteilung einer signifikanten Erhöhung des AusfallrisikosIn den Ratingsystemen der Commerzbank werden
sämtliche verfügbaren quantitativen und
qualitativen Informationen mit Relevanz für die
Prognose des Ausfallrisikos zur kundenspezifischen
Ausfallwahrscheinlichkeit (PD) verdichtet. Dieser
Größe liegt insbesondere eine statistisch
fundierte Auswahl und Gewichtung aller verfügbaren
Indikatoren zugrunde. Weiterhin fließen in die
gemäß den IFRS 9-Anforderungen adjustierten PD
neben historischen Informationen und dem aktuellen
wirtschaftlichen Umfeld insbesondere auch zukunftsbezogene
Informationen wie zum Beispiel die Prognose der Entwicklung
der makroökonomischen Rahmenbedingungen ein.
Die Commerzbank verwendet grundsätzlich die
Ausfallwahrscheinlichkeit (PD) als Messgröße
für die Beurteilung, ob sich das Ausfallrisiko eines
Finanzinstruments gegenüber dem Zugangszeitpunkt
signifikant erhöht hat. Durch die Verankerung der
Überprüfung des relativen Transferkriteriums in
den robusten Verfahren und Prozessen des konzernweiten
Kreditrisikomanagement-Frameworks der Bank (insbesondere
Kreditrisikofrüherkennung,
Überziehungscontrolling und Re-Rating-Prozess) wird
sichergestellt, dass eine signifikante Erhöhung des
Ausfallrisikos zuverlässig und zeitnah nach objektiven
Kriterien erkannt wird.
Darüber hinaus wendet die Commerzbank für die
Zuordnung zu Stage 2 (im Wesentlichen) zusätzliche
Kriterien an. Diese sind:
scrollen
Aus der Implementierung von zusätzlichen Stage 2
Kriterien Credit Watchlist und Betreuung in Intensiv Care
im zweiten Quartal 2024 ergab sich eine Erhöhung der
Risikovorsorge in Höhe von 28 Mio. Euro.
Für weiterführende Informationen zu Verfahren
und Prozessen sowie der Governance im
Kreditrisikomanagement der Commerzbank verweisen wir auf
die Ausführungen im Zwischenlagebericht dieses
Zwischenberichts (Seite 17 ff.).
Die Überprüfung, ob am Berichtsstichtag eine
signifikante Erhöhung des Ausfallrisikos
gegenüber dem Zugangszeitpunkt des betreffenden
Finanzinstruments vorliegt, erfolgt zum Berichtsstichtag
grundsätzlich durch einen Vergleich der beobachteten
Ausfallwahrscheinlichkeit über die Restlaufzeit des
Finanzinstruments ("Lifetime-PD") mit der im
Zugangszeitpunkt erwarteten Lifetime-PD über denselben
Zeitraum. Im Einklang mit den IFRS-Anforderungen erfolgt
der Vergleich zwischen ursprünglicher und aktueller PD
auf Basis der Ausfallwahrscheinlichkeit über einen
Zeitraum von zwölf Monaten nach dem Berichtsstichtag
("12-month PD"). In diesen Fällen erbringt die Bank
mithilfe von Äquivalenzanalysen den Nachweis, dass
keine materiellen Abweichungen gegenüber einer
Beurteilung anhand der Lifetime-PD auftreten.
Zur Bestimmung, ob eine PD-Erhöhung gegenüber
dem Zugangszeitpunkt als "signifikant" einzustufen ist,
werden mit einem statistischen Verfahren differenziert nach
Ratingmodellen zunächst ein Quantil und danach
Schwellwerte in Form von Ratingstufen festgelegt, die einen
kritischen Abweichungsgrad von der Erwartung über die
mittlere PD-Entwicklung repräsentieren.
Übersteigt die aktuelle PD diesen Schwellwert, liegt
eine kritische Abweichung vor und führt zu einer
Zuordnung in Stage 2. Um eine ökonomisch fundierte
Stagezuordnung sicherzustellen, werden dabei
transaktionsspezifische Einflussgrößen wie die
Höhe der PD im Zugangszeitpunkt, die (bisherige)
Laufzeit sowie die Restlaufzeit des Geschäfts
berücksichtigt.
Auf die Überprüfung, ob am Berichtsstichtag
eine signifikante Erhöhung des Ausfallrisikos
gegenüber dem Zugangszeitpunkt des betreffenden
Finanzinstruments vorliegt, verzichtet die Commerzbank
grundsätzlich für diejenigen Geschäfte, bei
denen am Berichtsstichtag ein geringes Ausfallrisiko
vorliegt (Wahlrecht des IFRS 9 B 5.5.23). Dies sind
Wertpapiere sowie Finanzinstrumente mit Staaten, lokalen-
oder regionalen Gebietskörperschaften der OECD, deren
internes Bonitätsrating am Berichtsstichtag im Bereich
des Investment Grade (entspricht Commerzbank-Rating 2,8
oder besser) liegt.
Ein Rücktransfer von Finanzinstrumenten aus Stage 2
nach Stage 1 wird vorgenommen, wenn am Berichtsstichtag das
Ausfallrisiko gegenüber dem Zugangszeitpunkt nicht
mehr signifikant erhöht ist.
Ermittlung Expected Credit Loss (ECL)Die Commerzbank ermittelt den ECL als
wahrscheinlichkeitsgewichteten, unverzerrten und
diskontierten Erwartungswert zukünftiger
Kreditausfälle grundsätzlich über die
gesamte Restlaufzeit des jeweiligen Finanzinstruments.
Als "12-month ECL" für die Erfassung von
Wertminderungen in Stage 1 wird dabei derjenige Teil des
LECL definiert, welcher aus Ausfallereignissen resultiert,
die innerhalb von zwölf Monaten nach dem
Berichtsstichtag erwartet werden.
Die Ermittlung des ECL erfolgt für Stage 1 und
Stage 2 sowie für die nicht signifikanten
Finanzinstrumente in Stage 3 einzelgeschäftsbasiert
unter Verwendung statistischer Risikoparameter, die aus dem
Baseler IRB-Ansatz abgeleitet und an die Anforderungen des
IFRS 9 angepasst wurden.
Wesentliche Hauptparameter sind dabei:
scrollen
Alle verwendeten Risikoparameter aus den internen
Modellen der Bank werden zur Erfüllung der
spezifischen IFRS 9-Anforderun-gen entsprechend angepasst
und der Prognosehorizont wird zur Abdeckung der
Gesamtlaufzeit der Finanzinstrumente entsprechend
erweitert. So werden beispielsweise bei der Prognose des
Exposureverlaufs über die Gesamtlaufzeit der
Finanzinstrumente insbesondere auch vertragliche und
gesetzliche Kündigungsrechte berücksichtigt.
Bei Kreditprodukten, die aus einem in Anspruch
genommenen Kreditbetrag und aus einer offenen Kreditlinie
bestehen und bei denen bei üblicher
Geschäftspraxis das Kreditrisiko nicht auf die
vertragliche Kündigungsfrist beschränkt wird, (in
der Commerzbank betrifft dies insbesondere revolvierende
Produkte ohne vertraglich vereinbarte Tilgungsstruktur, wie
zum Beispiel Kontokorrentkredite und
Kreditkartenfazilitäten) ist der LECL über eine
verhaltensbezogene Laufzeit zu ermitteln, welche
typischerweise die maximale Vertragslaufzeit
übersteigt. Um eine empirisch fundierte Abbildung des
LECL im Einklang mit den IFRS 9-Anforderun-gen
sicherzustellen, nimmt die Commerzbank bei diesen Produkten
eine direkte Ermittlung des LECL auf Basis von realisierten
historischen Verlusten vor.
Zur frühzeitigen Abbildung erwarteter Effekte
enthält das Risikoergebnis per 30. Juni 2024 analog zu
31. Dezember 2023 eine unterjährige Belastung aus der
erwarteten Anpassung der LGD-Modelle für die
Commerzbank Ratingverfahren CORES, COSCO und R-CORP auf den
neuen regulatorischen Standard ("Future of IRB'). Der
überwiegende Teil des Umstellungseffektes wurde
bereits im Risikoergebnis vorangegangener Perioden GuV
wirksam reflektiert. Für die PD-Modelle erfolgte im
ersten Quartal 2024 die systemseitige Implementierung, die
Effekte werden sich im Rahmen des turnusmäßigen
Ratingzyklus auf Kundenebene materialisieren, die in
vorangegangenen Perioden hierfür gebildete
zusätzliche Vorsorge wird dementsprechend sukzessive
aufgelöst.
Grundsätzlich werden bei der IFRS 9-spezifischen
Schätzung der Risikoparameter neben historischen
Ausfallinformationen insbesondere auch das aktuelle
wirtschaftliche Umfeld (point-in-time Ausrichtung) sowie
zukunftsbezogene Informationen berücksichtigt.
Insbesondere werden dabei makroökonomische Prognosen
der Bank regelmäßig im Hinblick auf ihre
Auswirkungen auf die Höhe des ECL geprüft und in
die ECL-Ermittlung einbezogen.
Hierfür wird eine aus dem makroökonomischen
Szenario abgeleitete Expertenschätzung zugrunde
gelegt, welche Einflussgrößen, wie zum Beispiel
BIP-Wachstum, Inflation, langfristige Zinsentwicklung und
Arbeitslosenquote berücksichtigt. Das
Baseline-Szenario gibt dabei Bandbreiten vor.
Das Baseline-Szenario wurde hinsichtlich der
wesentlichen Annahmen mit dem Baseline-Szenario der mBank
auf Konsistenz geprüft. Die seitens der mBank
getroffenen Annahmen für Polen wurden entsprechend in
das Baseline-Szenario übernommen.
Das Baseline-Szenario spiegelt die konjunkturellen
Unsicherheiten und geopolitischen Spannungen wider und
beinhaltet folgende wesentliche Annahmen:
scrollen
Dabei wird die wirtschaftliche Entwicklung durch
potenzielle Risiken wie beispielsweise einer Eskalation des
Konflikts zwischen Russland und dem Westen, der Ausweitung
des Konflikts zwischen Israel und der Hamas, eine
zunehmende Aggression Chinas gegen Taiwan, strukturelle
Probleme in Deutschland sowie hohe Energiepreise oder
Fachkräftemangel weiterhin gefährdet.
Das Baseline-Szenario berücksichtigt folgende
Annahmen zu Wachstum, Inflation, langfristiger
Zinsentwicklung und Arbeitslosenquote:
scrollen
Die Commerzbank erwartet damit leicht schlechtere
wirtschaftliche Entwicklungen als die von EZB und Deutsche
Bundesbank im März 2024 prognostizierten.
Zum Berichtsstichtag beläuft sich der auf Grundlage
des zuvor beschriebenen Baseline-Szenarios ermittelte
Expected Credit Loss Stage 1 und 2 (inklusive des darin
enthaltenen Sekundäreffekte-TLA (336 Mio. Euro)) auf
1,5 Mrd. Euro.
Für die Ermittlung dieser Effekte wurde eine
ausreichende Einbindung der relevanten Experten im Rahmen
der existierenden Policies sichergestellt.
Potenzielle Effekte aus nicht linearen
Zusammenhängen zwischen unterschiedlichen
makroökonomischen Szenarien und dem LECL werden
mithilfe eines separat ermittelten Anpassungsfaktors
korrigiert. Dieser Faktor wurde im zweiten Quartal 2024
überprüft und ist im Vergleich zur Vorperiode von
1.05 auf 1.06 geringfügig angehoben worden. In die
Ermittlung des Faktors sind das Base-line-Szenario sowie
ein pessimistisches und ein optimistisches Szenario
eingeflossen. Die Festlegung der Gewichtungen für die
einzelnen Szenarien erfolgt grundsätzlich ebenfalls
durch relevante Experten und ist im Rahmen einer Policy
geregelt.
Das pessimistische Szenario beinhaltet als wesentliche
Annahmen, dass der Druck auf die europäischen
Energiemärkte in 2024 zurückkehrt und steigende
Energiepreise energieintensive Industrien, den
Verkehrssektor und private Haushalte erheblich belasten.
Die steigenden Energiekosten erhöhen die Inflation,
einhergehend mit einem zusätzlichen Kaufkraftverlust.
Angesichts der anhaltend hohen Zinssätze und der
anhaltenden geopolitischen Unsicherheiten werden die
Unternehmen immer vorsichtiger und verschieben
beziehungsweise reduzieren ihre Investitionen. Die Deutsche
Industrie leidet unter steigenden Beschaffungs- und
Produktionskosten, verschärften
Refinanzierungskonditionen und einer sich
abschwächenden Auslandsnachfrage. Die Eurozone
gerät 2024 in eine Rezession.
In diesem pessimistischen Szenario würde sich der
geschätzte Expected Credit Loss Stage 1 und 2 um 0,5
Mrd. Euro erhöhen. Die angenommene
Eintrittswahrscheinlichkeit dieses Szenarios beträgt
zum Berichtsstichtag 35 %. Die Methodik zur Ermittlung des
ECL-Modellergebnisses entspricht der Methodik zur
Ermittlung des Sekundäreffekte-TLA im
Baseline-Szenario.
Dem optimistischen Szenario liegen als wesentliche
Annahmen zugrunde, dass sich die Weltwirtschaft stark
erholt, da die negativen Auswirkungen geopolitischer
Unsicherheiten, hoher Inflationsdruck und restriktives
monetäres Umfeld allmählich abnehmen. Der
russische Angriffskrieg gegen die Ukraine endet und
Friedensverhandlungen beginnen. In China wird das
Wirtschaftswachstum durch die Erholung der globalen
Nachfrage angetrieben. Das Risiko einer europäischen
Energiekrise sinkt weiter.
In diesem optimistischen Szenario würde sich der
geschätzte Expected Credit Loss Stage 1 und 2 um 0,3
Mrd. Euro reduzieren. Die Eintrittswahrscheinlichkeit
dieses Szenarios beträgt zum Berichtsstichtag 5 %.
Nachstehende Tabelle gibt einen Überblick über
die wichtigsten zugrundeliegenden makroökonomischen
Parameter im optimistischen und im pessimistischen
Szenario, die in der Folge expertenbasiert in
Notch-Annahmen übersetzt wurden:
scrollen
IFRS 9 gibt für die Ermittlung des Expected Credit
Loss die Einbeziehung zukunftsgerichteter Informationen
vor. Das in der Commerzbank implementierte IFRS
9-ECL-Modellergebnis berücksichtigt jedoch keine
zukunftsgerichteten Effekte, die aus unvorhersehbaren,
singulären Ereignissen resultieren wie zum Beispiel
Naturkatastrophen, materielle politische Entscheidungen
oder militärische Konflikte. Derartige Risiken
können über ein Top-Level-Adjustment (TLA)
bevorsorgt werden. Die Prüfung der Notwendigkeit
solcher TLA unter Einbindung des Senior Managements und die
etwaige Umsetzung sind in einer Policy geregelt.
Im zweiten Quartal 2024 wurde eine solche Anpassung des
IFRS 9-ECL-Modellergebnisses weiter als notwendig erachtet,
da die im Baseline Szenario erwarteten negativen
Auswirkungen durch die in den entsprechenden Modellen
verwendeten Parameter nicht in vollem Umfang abgedeckt
werden.
Die Methodik zur Ermittlung des Anpassungsbedarfs des
ECL-Modellergebnisses entspricht der Methodik zur
Ermittlung des Sekundäreffekte-TLA in 2023.
Die Auswirkungen der Anpassungen auf die Stufenzuordnung
wurden bei der Ermittlung des TLA berücksichtigt. Die
Buchung erfolgte portfoliobasiert. Sie wird in der
Darstellung der Risikovorsorgeentwicklung in der Zeile
"Parameterveränderungen/ Modellveränderungen"
ausgewiesen. Pauschale Stufentransfers von
Einzelgeschäften wurden nicht vorgenommen.
IFRS 9 erlaubt, sofern für die
Überprüfung einer signifikanten Erhöhung des
Ausfallrisikos zum Berichtsstichtag keine angemessenen und
belastbaren Informationen auf Einzelinstrumentebene
vorliegen, eine Überprüfung auf kollektiver
Basis. In diesem Fall können Finanzinstrumente anhand
von gemeinsamen Ausfallrisikoeigenschaften in geeigneten
Gruppen zusammengefasst werden.
Im zweiten Quartal 2024 wurde für Kunden mit
Zugehörigkeit zu einer Sub-Branche, für welche
zum Berichtsstichtag im Rahmen der strategischen Portfolio
Planung eine Branchen-Ampel der Farbe gelb (beherrschbare
Risiken) oder rot (deutliche Risiken) vergeben wurde, ein
kollektiver Transfer nach Stufe 2 für notwendig
erachtet. Hintergrund hierfür sind die im Rahmen der
strategischen Portfolio Planung identifizierten
strukturellen Schwierigkeiten dieser Sektoren.
Die Anwendung der kollektiven Stufenzuordnung führt
zum Berichtsstichtag zu einem Stufentransfer von 15 Mrd.
Euro Exposure at default (EAD) in Verbindung mit einer
Erhöhung der Risikovorsorge in Höhe von 34 Mio.
Euro.
Weitere Informationen zum Thema ECL und TLA enthält
der Risikobericht im Zwischenlagebericht dieses
Zwischenberichts (siehe Seite 17 ff.). Zur Ermittlung der
gesamten Risikovorsorge im Konzern ist es erforderlich
Annahmen zu treffen, die insbesondere in einem dynamischen
Umfeld hohen Schätzunsicherheiten unterliegen.
Insgesamt entwickelten sich die Wertberichtigungen
für Risiken aus finanziellen Vermögenswerten und
die Rückstellungen für außerbilanzielle
Geschäfte wie folgt:
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1 Korrektur Vorjahr aufgrund von Restatements
(siehe Geschäftsbericht 2023, Note 4, S. 279).
Die Aufteilung nach Stages stellte sich im laufenden
Geschäftsjahr wie folgt dar:
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Zum 31. Dezember 2023 stellte sich die Aufteilung wie
folgt dar:
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Sonstige Erläuterungen zu Finanzinstrumenten(28) IFRS 13 Bewertungshierarchien und AngabepflichtenHierarchie der Fair ValuesDie Commerzbank stuft Finanzinstrumente in die
dreistufige Bewertungshierarchie zum Fair Value wie folgt
ein:
scrollen
Es findet eine laufende Bewertung des Marktes statt, um
festzustellen, ob der Markt aktiv oder nicht aktiv ist. Der
Markt wird aufgrund der Anzahl der verfügbaren Preise
als aktiv angesehen, d.h. wenn genügend Preisquellen
vorhanden sind, damit der Parameter als beobachtbar
angesehen werden kann. Wenn der Markt aktiv ist, werden die
Preise verwendet (Level 1). Im Falle eines inaktiven
Marktes kann ein Modell-Ansatz gewählt werden.
Bezüglich der für Kreditinstitute relevanten
Methoden der Modellbewertung (Level 2 und 3) unterscheidet
IFRS 13 den marktbasierten Ansatz (Market Approach) und den
einkommensbasierten Ansatz (Income Approach). Der Market
Approach umfasst Bewertungsmethoden, die auf Informationen
über identische oder vergleichbare Vermögenswerte
und Schulden zurückgreifen.
Der Income Approach spiegelt die heutigen Erwartungen
über zukünftige Cashflows, Aufwendungen oder
Erträge wider. Zum Income Approach zählen auch
Optionspreismodelle. Diese Bewertungen unterliegen in
höherem Maße den Einschätzungen des
Managements. Dabei werden in größtmöglichem
Umfang Marktdaten oder Daten Dritter und in geringem
Maße unternehmensspezifische Eingangswerte
herangezogen.
Alle Fair Values unterliegen den internen Kontrollen und
Verfahren des Commerzbank-Konzerns, in denen die Standards
für deren unabhängige Prüfung oder
Validierung festgelegt sind. Diese Kontrollen und Verfahren
werden von der Independent Price Verification Group (IPV)
innerhalb der Risikofunktion durchgeführt
beziehungsweise koordiniert. Die Modelle, die
einfließenden Daten und die daraus resultierenden
Fair Values werden regelmäßig vom Model
Validation und Senior-Management überprüft.
AngabepflichtenIm Folgenden wird unterschieden in:
a) Zum Fair Value bilanzierte Finanzinstrumente (Fair
Value OCI, Fair Value Option, Mandatorily Fair Value
P&L und Held for Trading),
b) Zu Amortised Cost bilanzierte Finanzinstrumente.
Die jeweiligen Angabepflichten dieser Finanzinstrumente
leiten sich aus IFRS 7 und IFRS 13 ab.
a) Zum Fair Value bilanzierte FinanzinstrumenteDer Fair Value eines Vermögenswertes ist nach IFRS
13 der Betrag, zu dem dieser zwischen
sachverständigen, vertragswilligen und voneinander
unabhängigen Geschäftspartnern verkauft werden
könnte. Der Fair Value entspricht somit einem
Veräußerungspreis. Für Verbindlichkeiten
ist der Fair Value definiert als der Preis, zu dem die
Schuld im Rahmen einer geordneten Transaktion an einen
Dritten übertragen werden könnte.
Für die Bewertung von Verbindlichkeiten ist zudem
das eigene Bonitätsrisiko (Own Credit Spread) zu
berücksichtigen. Sofern Sicherheiten von Dritten
für unsere Verbindlichkeiten gestellt werden (zum
Beispiel Garantien), sind diese bei der Bewertung
grundsätzlich nicht zu berücksichtigen, da die
Rückzahlungsverpflichtung seitens der Bank weiterhin
bestehen bleibt.
Im Rahmen der Bewertung derivativer Geschäfte wird
von der Möglichkeit Gebrauch gemacht,
Nettorisikopositionen für finanzielle
Vermögenswerte und Verbindlichkeiten zu bilden. Bei
der Bewertung wird neben dem Ausfallrisiko des Kontrahenten
auch das eigene Ausfallrisiko berücksichtigt. Die
Ermittlung von Credit Valuation Adjustments (CVA) und Debit
Valuation Adjustments (DVA) erfolgt größtenteils
durch eine Simulation der zukünftigen Marktwerte der
Derivateportfolios mit den jeweiligen Kontrahenten auf
Basis beobachtbarer und abgeleiteter Marktdaten (zum
Beispiel CDS-Spreads). Für die
refinanzierungsbezogenen Bewertungsanpassungen (Funding
Valuation Adjustments; FVA) werden die
Refinanzierungsaufwendungen und -erträge von
unbesicherten Derivaten und besicherten Derivaten, bei
denen nur teilweise Sicherheiten vorliegen oder die
Sicherheiten nicht zur Refinanzierung verwendet werden
können, im Fair Value berücksichtigt.
Darüber hinaus werden die
Residualkosten/-erträge, welche aus der Stellung
beziehungsweise dem Erhalt von Sicherheiten unter
Besicherungsanhängen entstehen, in der ColVA
(Collateral Valuation Adjustments) abgebildet. Wie für
CVA/DVA werden auch FVA über die Erwartungswerte der
zukünftigen positiven beziehungsweise negativen
Portfoliomarktwerte unter Verwendung beobachtbarer und
abgeleiteter Marktdaten bestimmt. Die zur FVA-Berechnung
verwendete Fundingkurve wird durch die
Commerzbank-Fundingkurve approximiert.
Die in der Bilanz zum Fair Value ausgewiesenen
Finanzinstrumente werden in nachfolgenden Übersichten
nach den IFRS 9-Bewertungskategorien sowie nach Klassen
gegliedert dargestellt.
Die Commerzbank nimmt Umgliederungen zum Ende der
Berichtsperiode vor.
In den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres
2024 wurden 0,3 Mrd. Euro verbriefte Schuldinstrumente der
Kategorie FVOCI von Level 1 nach Level 2 umgegliedert, da
keine notierten Marktpreise verfügbar waren. Dagegen
wurden 8,2 Mrd. Euro verbriefte Schuldinstrumente der
Kategorie FVOCI, 0,1 Mrd. Euro verbriefte Schuldinstrumente
der Kategorie HFT und 0,2 Mrd. Euro verbriefte
Schuldinstrumente der Kategorie mFVPL von Level 2 nach
Level 1 zurückgegliedert, da wieder notierte
Marktpreise verfügbar waren. Darüber hinaus
wurden keine nennenswerten Reklassifizierungen zwischen
Level 1 und Level 2 vorgenommen.
Im Geschäftsjahr 2023 wurden 7,9 Mrd. Euro
verbriefte Schuldinstrumente der Kategorie FVOCI und 0,1
Mrd. Euro verbriefte Schuldinstrumente der Kategorie mFVPL
von Level 1 nach Level 2 umgegliedert, da keine notierten
Marktpreise verfügbar waren. Dagegen wurden 0,7 Mrd.
Euro verbriefte Schuldinstrumente der Kategorie FVOCI von
Level 2 nach Level 1 zurückgegliedert, da wieder
notierte Marktpreise verfügbar waren. Darüber
hinaus wurden keine nennenswerten Reklassifizierungen
zwischen Level 1 und Level 2 vorgenommen.
Die Level 3 zugeordneten Finanzinstrumente entwickelten
sich wie folgt:
In den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres
2024 wurden 0,1 Mrd. Euro verbriefte Schuldinstrumente in
der Kategorie mFVPL von Level 1 nach Level 3 umgegliedert,
da keine am Markt beobachtbaren Parameter vorlagen. Des
Weiteren wurden 0,3 Mrd. Euro verbriefte Schuldinstrumente
in der Kategorie FVOCI und 0,1 Mrd. Euro verbriefte
Schuldinstrumente in der Kategorie HFT von Level 2 nach
Level 3 umgegliedert, da keine am Markt beobachtbaren
Parameter vorlagen. Dagegen wurden 0,1 Mrd. Euro verbriefte
Schuldinstrumente in der Kategorie mFVPL von Level 3 nach
Level 2 umgegliedert, da wieder am Markt beobachtbare
Parameter vorlagen. Darüber hinaus wurden keine
nennenswerten Umgliederungen vorgenommen.
scrollen
scrollen
scrollen
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Im Geschäftsjahr 2023 wurden 0,1 Mrd. Euro zur
Veräußerung gehaltene Eigenkapitalinstrumente
und 0,1 Mrd. Euro Eigenkapitalinstrumente in der Aktiva
Kategorie mFVPL von Level 1 nach Level 3 umgegliedert, da
keine am Markt beobachtbaren Parameter vorlagen. Des
Weiteren wurden 0,1 Mrd. Euro Derivate in der Aktiva
Kategorie HFT von Level 2 nach Level 3 umgegliedert, da
keine am Markt beobachtbaren Parameter vorlagen. Dagegen
wurden 0,2 Mrd. Euro verbriefte Schuldinstrumente in der
Kategorie mFVPL und 0,1 Mrd. Euro Derivate in der Aktiva
Kategorie HFT von Level 3 nach Level 2 umgegliedert, da
wieder am Markt beobachtbare Parameter vorlagen.
Darüber hinaus wurden keine nennenswerten
Umgliederungen vorgenommen.
Die dem Level 3 zugeordneten finanziellen
Verbindlichkeiten entwickelten sich im Geschäftsjahr
wie folgt:
In den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres
2024 wurden 0,4 Mrd. Euro Einlagen in der Passiva Kategorie
FVO von Level 3 nach Level 2 umgegliedert, da wieder am
Markt beobachtbare Parameter vorlagen. Darüber hinaus
wurden keine nennenswerten Umgliederungen vorgenommen.
Im Vorjahr wurden keine nennenswerten Umgliederungen von
oder nach Level 3 vorgenommen.
SensitivitätsanalyseBasiert der Wert von Finanzinstrumenten auf nicht
beobachtbaren Eingangsparametern (Level 3), kann der genaue
Wert dieser Parameter zum Bilanzstichtag aus einer
Bandbreite angemessener möglicher Alternativen
abgeleitet werden, die im Ermessen des Managements liegen.
Beim Erstellen des Konzernabschlusses werden für diese
nicht beobachtbaren Eingangsparameter Werte
ausgewählt, die den herrschenden Marktgegebenheiten
und dem Bewertungskontrollansatz des Konzerns entsprechen.
Die vorliegenden Angaben sollen die möglichen
Auswirkungen darstellen, die aus der relativen Unsicherheit
in den Fair Values von Finanzinstrumenten resultieren,
deren Bewertung auf nicht beobachtbaren Eingangsparametern
basiert (Level 3). Zwischen den für die Ermittlung von
Level-3-Fair-Values verwendeten Parametern bestehen
häufig Abhängigkeiten. Beispielsweise kann eine
erwartete Verbesserung der gesamtwirtschaftlichen Lage dazu
führen, dass Aktienkurse steigen, wohingegen als
weniger riskant eingeschätzte Wertpapiere wie zum
Beispiel Bundesanleihen im Wert sinken. Derartige
Zusammenhänge werden in Form von
Korrelationsparametern berücksichtigt, sofern sie
einen signifikanten Einfluss auf die betroffenen Fair
Values haben. Verwendet ein Bewertungsverfahren mehrere
Parameter, so kann die Wahl eines Parameters
Einschränkungen hinsichtlich der Spanne möglicher
Werte der anderen Parameter bewirken. Per Definition werden
dieser Bewertungshierarchie eher illiquide Instrumente,
Instrumente mit längerfristigen Laufzeiten oder
Instrumente, bei denen unabhängig beobachtbare
Marktdaten nicht in ausreichendem Maße oder nur
schwer erhältlich sind, zugeordnet. Die vorliegenden
Angaben dienen dazu, die wesentlichen, nicht beobachtbaren
Eingangsparameter für Level 3-Finanzinstrumente zu
erläutern und anschließend verschiedene
Eingangswerte darzustellen, die für diese wesentlichen
Eingangsparameter zugrunde gelegt wurden.
Die wesentlichen, nicht beobachtbaren Eingangsparameter
für Level 3 und ihre Schlüsselfaktoren lassen
sich wie folgt zusammenfassen:
scrollen
Der IRR wird als der Diskontsatz definiert, der einen
Barwert von null für alle zukünftigen Cashflows
eines Instruments liefert. Bei Schuldtiteln hängt der
IRR beispielsweise vom aktuellen Anleihekurs, dem Nennwert
und der Duration ab.
scrollen
Der Credit Spread ist der Renditespread (Auf- oder
Abschlag) zwischen Wertpapieren, die bis auf ihre jeweilige
Bonität in jeder Hinsicht identisch sind. Dieser
stellt die Überrendite gegenüber dem
Benchmark-Referenzinstrument dar und bildet den Ausgleich
für die unterschiedliche Kreditwürdigkeit des
Instruments und der Benchmark. Credit Spreads werden an der
Zahl der Basispunkte oberhalb (oder unterhalb) der
notierten Benchmark gemessen. Je weiter (höher) der
Credit Spread im Verhältnis zur Benchmark ist, desto
niedriger ist die jeweilige Kreditwürdigkeit. Das
Gleiche gilt umgekehrt für engere (niedrigere) Credit
Spreads.
scrollen
Die dominanten Faktoren für die Bewertung von
Credit Default Swaps (CDS) sind zumeist Angebot und
Nachfrage sowie die Arbitragebeziehung bei Asset Swaps.
Für die Bewertung von exotischen Strukturen und
Off-Market-Ausfallswaps, bei denen Festzinszahlungen ober-
oder unterhalb des Marktzinses vereinbart werden, werden
häufiger Bewertungsmodelle für CDS herangezogen.
Diese Modelle berechnen die implizite
Ausfallwahrscheinlichkeit des Referenzaktivums und nehmen
das Ergebnis als Grundlage für die Abzinsung der
Cashflows, die für den CDS zu erwarten sind. Das
Modell verwendet Eingangswerte wie Credit Spreads und
Verwertungsquoten. Sie werden herangezogen, um eine
Zeitreihe der Überlebenswahrscheinlichkeiten des
Referenzaktivums zu interpolieren (sogenanntes
Bootstrapping). Ein typischer Erwartungswert der
Verwertungsquote am Default-Swap-Markt für vorrangige
unbesicherte Kontrakte ist 40 %. Die Erwartungswerte zu den
Verwertungsquoten sind ein Faktor, der die Form der
Überlebenswahrscheinlichkeitskurve bestimmt.
Unterschiedliche Erwartungswerte für die
Verwertungsquote haben unterschiedliche
Überlebenswahrscheinlichkeiten zur Folge. Bei einem
gegebenen Credit Spread ist ein hoher Erwartungswert bei
der Verwertungsquote gleichbedeutend mit einer höheren
Ausfallwahrscheinlichkeit (im Vergleich zu einem niedrigen
Erwartungswert bei der Verwertungsquote) und die
Überlebenswahrscheinlichkeit ist somit geringer. Bei
Emittenten von Unternehmensanleihen besteht eine Beziehung
zwischen Ausfall- und Verwertungsquoten im Zeitverlauf.
Insbesondere besteht eine umgekehrte Korrelation zwischen
diesen beiden Faktoren: Ein Anstieg der Ausfallquote
(definiert als prozentualer Anteil der ausfallenden
Schuldner) geht im Allgemeinen mit einem Rückgang der
durchschnittlichen Verwertungsquote einher. In der Praxis
werden Marktspreads von Marktteilnehmern genutzt, um
implizite Ausfallwahrscheinlichkeiten zu ermitteln.
Schätzungen der Ausfallwahrscheinlichkeiten sind zudem
von den gemeinsamen Verlustverteilungen der Parteien, die
an einem Kreditderivatgeschäft beteiligt sind,
abhängig. Die Copula-Funktion wird herangezogen, um
die Korrelationsstruktur zwischen zwei oder mehr Variablen
zu messen. Sie ergibt eine gemeinsame Verteilung unter
Wahrung der Parameter zweier voneinander unabhängiger
Randverteilungen.
scrollen
Repo-Sätze dienen der Bewertung von
Wertpapier-Pensionsgeschäften (Repos), in der Regel
mit Laufzeiten von nicht mehr als einem Jahr. Bei Repos mit
längeren Laufzeiten beziehungsweise illiquideren
zugrundeliegenden Wertpapieren (zum Beispiel aus Emerging
Markets) können die entsprechenden Repo-Sätze
näherungsweise bestimmt werden. Bei der Einstufung in
die Fair Value Hierarchie wird die Beobachtbarkeit der zur
näherungsweisen Bestimmung verwendeten Parameter
beurteilt. Eine analoge
Vorgehensweise gilt für Repos auf Investmentfonds
(Mutual Funds).
scrollen
Für bestimmte Zins- und Kreditinstrumente wird
hingegen ein preisbasierter Ansatz zur Bewertung
herangezogen. Folglich ist der Preis selbst der
unbeobachtbare Parameter, dessen Sensitivität als eine
Abweichung des Barwertes der Positionen geschätzt
wird.
scrollen
Die Inflations-Volatilität stellt das Ausmaß
der Schwankung von Finanzinstrumenten dar, die das
Inflationsrisiko zwischen Parteien übertragen. Diese
basiert auf einer historischen Zeitreihe von
Zahlungsströmen, gekoppelt an die
Inflationsentwicklung.
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Die Korrelation ist ein Parameter, der die Bewegungen
zwischen zwei Instrumenten misst. Sie wird anhand eines
Korrelationskoeffizienten gemessen. Im konkreten Fall
bezieht sich der Parameter auf die Korrelation zwischen
Aktien und Währung.
scrollen
Mean Reversion stellt die langfristige Tendenz der Kurse
und Renditen zu einem Mittelkurs oder Durchschnitt dar.
Dieser langfristige Mittelwert kann entweder ein
historisches Mittel eines Kurses oder einer Rendite sein
oder ein anderer maßgeblicher Mittelwert.
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Die Abgabequote bezieht sich auf den Prozentsatz der
Versicherungsnehmer, die ihre Lebensversicherungspolicen
vor ihrem regulären Ablauf kündigen und einen
Teil der bezahlten Prämie erhalten.
scrollen
Die Rücklaufquote bezieht sich auf den Prozentsatz
der Versicherungsnehmer, die ihre Deckung durch
Nichtbezahlung von Prämien auslaufen lassen. Im
Allgemeinen ist die Rücklaufquote bei Policen mit
höheren Prämien, längeren Laufzeiten und
einer geringeren Akkumulation des Barwerts höher.
Für die Bewertung unserer Level-3-Finanzinstrumente
wurden die folgenden Bandbreiten der wesentlichen nicht
beobachtbaren Parameter herangezogen:
scrollen
scrollen
In der folgenden Tabelle werden für Bestände
der Bewertungshierarchie Level 3 die Auswirkungen auf die
Gewinn- und-Verlust-Rechnung dargestellt, die sich aus der
Anwendung ebenfalls vertretbarer Parameterschätzungen
jeweils an den Rändern dieser Bandbreiten ergeben. Die
Aufgliederung der Sensitivitätsanalyse für
Finanzinstrumente der Fair-Value-Hierarchie Level 3 erfolgt
nach Arten von Finanzinstrumenten:
scrollen
scrollen
Die für diese Angaben gewählten Parameter
liegen an den äußeren Enden der Bandbreiten von
angemessenen möglichen Alternativen. In der Praxis ist
es unwahrscheinlich, dass alle nicht beobachtbaren
Parameter gleichzeitig am jeweils äußeren Ende
ihrer Bandbreite von angemessenen möglichen
Alternativen liegen. Aus diesem Grund dürften die
angegebenen Schätzwerte die tatsächliche
Unsicherheit in den Fair Values dieser Instrumente
übertreffen. Die vorliegenden Angaben dienen nicht der
Schätzung oder Vorhersage der künftigen
Veränderungen des Fair Values. Die am Markt nicht
beobachtbaren Parameter wurden hierfür entweder von
unabhängigen Bewertungsexperten je nach betroffenem
Produkt zwischen 1 und 10 % angepasst oder es wurde ein
Standardabweichungsmaß zugrunde gelegt.
Day-One Profit or LossDer Commerzbank-Konzern hat Transaktionen getätigt,
bei denen der Fair Value zum Transaktionszeitpunkt anhand
eines Bewertungsmodells ermittelt wurde, wobei nicht alle
wesentlichen Inputparameter auf beobachtbaren
Marktparametern basierten. Der Bilanzansatz solcher
Transaktionen erfolgt zum Fair Value. Die Differenz
zwischen dem Transaktionspreis und dem Fair Value des
Bewertungsmodells wird als Day-One Profit or Loss
bezeichnet. Der Day-One Profit or Loss wird
grundsätzlich nicht sofort, sondern über die
Laufzeit der Transaktion, in der Gewinn-
und-Verlust-Rechnung erfasst. Sobald sich für die
Transaktion ein Referenzkurs auf einem aktiven Markt
ermitteln lässt oder die wesentlichen Inputparameter
auf beobachtbaren Marktdaten basieren, wird der abgegrenzte
Day-One Profit or Loss unmittelbar erfolgswirksam im
Ergebnis aus erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten
finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten
erfasst. Eine aggregierte Differenz zwischen
Transaktionspreis und mittels Bewertungsmodell berechnetem
Fair Value wird für die Level 3-Posten aller
Kategorien ermittelt. Wesentliche Effekte ergeben sich aber
nur aus Finanzinstrumenten der Kategorie HFT.
Die Beträge entwickelten sich wie folgt:
scrollen
b) Zu Amortised Cost bilanzierte FinanzinstrumenteFür Finanzinstrumente, die in der Bilanz nicht zum
Fair Value anzusetzen sind, sind gemäß IFRS 7
zusätzlich Fair Values anzugeben, deren
Bewertungsmethodik nachfolgend dargestellt wird.
Der Nominalwert täglich fälliger
Finanzinstrumente wird als deren Fair Value angesehen.
Für Kredite stehen keine unmittelbaren Marktpreise
zur Verfügung. Bei Krediten kommt daher ein
sogenanntes Discounted-Cashflow (DCF)-Modell zur Anwendung.
Die Diskontierung der Cashflows erfolgt mit dem
risikolosen Zins unter Berücksichtigung von
Aufschlägen für Risikokosten,
Refinanzierungskosten, Verwaltungs- und Eigenkapitalkosten.
Der risikolose Zins bestimmt sich aus fristen- und
währungskongruenten Swap-Sätzen (Swapkurve).
Diese sind in der Regel aus externen Daten ableitbar.
Zusätzlich wird ein Aufschlag in Form einer
Kalibrierungskonstante inklusive Gewinnmarge
berücksichtigt. Die Gewinnmarge ist bei der
Modellbewertung von Krediten so zu berücksichtigen,
dass der Fair Value im Zugangszeitpunkt dem
Auszahlungsbetrag entspricht.
Für wesentliche Banken und Firmenkunden sind Daten
zu deren Kreditrisikokosten in Form von Credit Spreads
verfügbar.
Für die in der IFRS 9-Kategorie Amortised Cost
bilanzierten Wertpapiere wird der Fair Value, sofern ein
aktiver Markt vorliegt, auf Basis verfügbarer
Marktpreise ermittelt (Level 1). Andernfalls sind für
die Ermittlung der Fair Values anerkannte
Bewertungsmethoden heranzuziehen. Im Wesentlichen wird ein
Asset-Swap-Pricing-Modell für die Bewertung genutzt.
Die hierfür verwendeten Parameter umfassen
Zinsstrukturkurven sowie Asset-Swap-Spreads vergleichbarer
Benchmarkinstrumente.
Bei Einlagen wird für die Fair-Value-Ermittlung
grundsätzlich ein DCF-Modell genutzt, da
üblicherweise keine Marktdaten verfügbar sind.
Neben der Zinskurve werden zusätzlich das eigene
Kreditrisiko (Own Credit Spread) sowie ein Zuschlag
für Verwaltungsaufwendungen berücksichtigt.
Für die Bewertung von Verbindlichkeiten sind keine
Credit Spreads zu den jeweiligen Kontrahenten
heranzuziehen.
Den Fair Value für begebene Schuldverschreibungen
ermitteln wir auf Basis verfügbarer Marktpreise. Sind
keine Preise erhältlich, werden die Fair Values durch
das Discounted-Cashflow-Modell ermittelt. Bei der Bewertung
werden verschiedene Faktoren, unter anderem die aktuellen
Marktzinsen und das eigene Kreditrating,
berücksichtigt.
Für die vorangegangenen Erläuterungen gilt
jeweils, dass bei Verwendung von verfügbaren
Marktpreisen eine Einordnung in Level 1 vorzunehmen ist.
Ansonsten wird in Abhängigkeit von den verwendeten
Eingangsparametern (beobachtbar oder nicht beobachtbar)
eine Einstufung in Level 2 oder Level 3 vorgenommen.
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(29) Angaben zur Saldierung von FinanzinstrumentenNachfolgend stellen wir die Überleitung der
Bruttobeträge vor Saldierung zu den Nettobeträgen
nach Saldierung sowie die Beträge für bestehende
Saldierungsrechte, die nicht den bilanziellen
Saldierungskriterien genügen, getrennt für alle
bilanzierten finanziellen Vermögenswerte und
Verbindlichkeiten dar, die:
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1 Für Positive Marktwerte fallen
zusätzlich 6 926 Mio. Euro (Vorjahr: 7 136 Mio. Euro)
Ausgleichszahlungen an.
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(30) DerivateDer Gesamteffekt der Saldierung zum 30. Juni 2024 betrug
insgesamt 117 342 Mio. Euro (Vorjahr: 117 505 Mio. Euro).
Auf der Aktivseite entfielen davon 110 416 Mio. Euro auf
positive Marktwerte (Vorjahr: 110 369 Mio. Euro) und 6 926
Mio. Euro auf Forderungen aus Ausgleichszahlungen (Vorjahr:
7 136 Mio. Euro). Das passivische Netting betraf negative
Marktwerte mit 108 062 Mio. Euro (Vorjahr: 109 079 Mio.
Euro) und Verbindlichkeiten aus Ausgleichszahlungen mit 9
280 Mio. Euro (Vorjahr: 8 426 Mio. Euro).
Erläuterungen der Bilanzposten - Nicht-Finanzinstrumente(31) Immaterielle Vermögenswertescrollen
Die Zugänge bei Geschäfts- oder Firmenwerten
und den Kundenbeziehungen sind auf die Erstkonsolidierung
der Aquila Capital Investmentgesellschaft
zurückzuführen (siehe dazu Note 6).
(32) Sachanlagenscrollen
(33) Sonstige Aktivascrollen
(34) Sonstige Passivascrollen
(35) Rückstellungenscrollen
Die Rückstellungen für Pensionen und
ähnliche Verpflichtungen resultieren im Wesentlichen
aus unmittelbaren Versorgungszusagen in Deutschland (siehe
Geschäftsbericht 2023, Seite 355 ff.). Für die
versicherungsmathematische Ermittlung dieser
Verpflichtungen wurden am 30. Juni 2024 ein
Diskontierungszinssatz von 4,0 % (Vorjahr: 3,7 %) und eine
erwartete Rentenanpassung von 2,5 % (Vorjahr: 2,5 %)
zugrunde gelegt.
Die Sonstigen Rückstellungen setzen sich im
Wesentlichen aus Restrukturierungsrückstellungen,
Rückstellungen für Eventualverbindlichkeiten
sowie Rückstellungen aus dem Personalbereich zusammen.
RechtsstreitigkeitenBei rechtlichen Verfahren oder möglichen
Regressansprüchen Dritter, für die
Rückstellungen zu bilden sind und die in den Sonstigen
Rückstellungen unter Prozesse und Regresse ausgewiesen
sind, kann zum Zeitpunkt der Rückstellungsbildung
weder die Dauer des Verfahrens noch die Höhe der
Inanspruchnahme abschließend vorhergesagt werden. Die
jeweils gebildete Rückstellung deckt den nach unserer
Einschätzung zum Bilanzstichtag zu erwartenden Aufwand
ab.
scrollen
Unabhängig davon klagen zahlreiche Darlehensnehmer
von auf Fremdwährungen indexierten Darlehen aus den
gleichen Gründen im Wege von Einzelklagen. Zum 30.
Juni 2024 sind neben der Sammelklage 23 099 weitere
Einzelverfahren (Vorjahr: 22 602) anhängig. Die mBank
tritt den Klagen entgegen.
Zum 30. Juni 2024 lagen zu 5 876 auf Fremdwährungen
indexierten Darlehensverträgen rechtskräftige
Urteile in Einzelverfahren gegen die mBank vor, von denen
114 zugunsten der mBank und 5 762 zuungunsten der mBank
entschieden wurden. Der polnische Oberste Gerichtshof hat
am 25. April 2024 unter anderem entschieden, dass die
Verjährungsfrist für den Anspruch der Bank auf
Rückzahlung in der Regel beginnt, wenn der
Kreditnehmer die Unwirksamkeit geltend macht. Dies kann in
einigen Fällen dazu führen, dass die Forderung
der Bank auf Rückzahlung des Kapitals verjährt
sein könnte.
Die mBank wird die Entwicklung der Rechtsprechung in
Folge der Entscheidung des polnischen Obersten
Gerichtshofs, den weiteren Verlauf der Diskussion über
die Auslegung der Entscheidung sowie eine mögliche
Gesetzgebungsinitiative beobachten, und mögliche
Auswirkungen auf die Vorsorge fortlaufend prüfen. Es
kann nicht ausgeschlossen werden, dass zukünftige
Ereignisse wie Entscheidungen des polnischen Obersten
Gerichtshofs und des EuGH in Zukunft erhebliche negative
Auswirkungen auf die Schätzung des rechtlichen Risikos
im Zusammenhang mit Hypothekendarlehen in Schweizer Franken
und anderen Fremdwährungen haben können.
Die mBank hat ab dem vierten Quartal 2022 ein
Vergleichsprogramm aufgelegt, welches sich an alle Kunden
mit aktiven, auf Schweizer Franken indexierten Darlehen
richtet, einschließlich derer, die bereits gegen die
Bank klagen. Den Kunden wird angeboten, ihre Darlehen in
Zloty-Darlehen mit einem festen oder variablen Zinssatz
umzuwandeln, sowie der Erlass eines individuell zu
verhandelnden Teils der noch ausstehenden Darlehensvaluta.
Zum Stichtag hat die mBank die Risiken im Zusammenhang mit
künftigen Vergleichszahlungen mit 223 Mio. Euro
berücksichtigt.
Die mBank prüft die Auswirkungen der Rechtsprechung
fortlaufend und passt die Parameter des Modells, wie die
erwartete Anzahl von Kreditnehmern, die noch klagen werden,
die Art der erwarteten Gerichtsurteile, die Höhe des
Verlustes der Bank im Falle eines Urteils sowie die
Annahmequote für Vergleiche soweit erforderlich an.
Die Methodik zur Ermittlung der Vorsorge basiert auf
Parametern, welche vielfältig, ermessensbehaftet und
zum Teil mit erheblichen Unsicherheiten verbunden sind.
Schwankungen der Parameter sowie deren Interdependenzen und
Entscheidungen der polnischen Gerichte und des EuGH
können dazu führen, dass die Vorsorge
zukünftig der Höhe nach wesentlich angepasst
werden muss.
Das zum 30. Juni 2024 bestehende Portfolio von nicht
vollständig zurückgeführten, auf
Fremdwährungen indexierten Darlehen hatte einen
Buchwert von 2,4 Mrd. polnischen Zloty. Das Portfolio von
vollständig zurückgezahlten Darlehen und
Darlehen, für die ein Vergleich oder
rechtskräftiges Urteil vorliegt, betrug bei
Ausreichung 12,6 Mrd. polnische Zloty. Insgesamt wurde im
Konzern für die aus dem Komplex entstehenden Risiken,
einschließlich potenzieller Vergleichszahlungen und
der Sammelklage, eine bilanzielle Vorsorge in Höhe von
2,0 Mrd. Euro (Vorjahr: 1,9 Mrd. Euro) gebildet. Bei noch
nicht vollständig zurückgeführten Darlehen
werden die rechtlichen Risiken unmittelbar bei der
Schätzung der Zahlungsströme im Bruttobuchwert
der Forderungen berücksichtigt.
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Im Juni 2024 hat das russische Gericht die Bank sowie
zwei Tochtergesellschaften der Bank in Russland zur Zahlung
der Garantiesumme nebst Zinsen gesamtschuldnerisch
verurteilt. Die Bank wird gegen das Urteil Berufung
einlegen. Das russische Gericht hatte bereits im Mai 2024
einen Arrest von Vermögenswerten der Bank und einer
der beiden Tochtergesellschaften, der Commerzbank
(Eurasija), angeordnet. Die Bank hat ein Verfahren beim
Internationalen Schiedsgerichtshof eingeleitet, mit dem sie
die Feststellung beantragt hat, dass die Commerzbank
aufgrund der Garantie nicht zur Zahlung verpflichtet ist;
das Ergebnis steht noch aus. Außerdem hat die Bank
vor einem Gericht in London eine einstweilige
Verfügung erwirkt, die dem russischen Unternehmen
untersagt, das Verfahren in Russland fortzusetzen, da die
Klage gegen die Schiedsvereinbarung im Rahmen der Garantie
verstößt.
(36) Eventualverbindlichkeiten und Kreditzusagenscrollen
Zum 30. Juni 2024 betrugen die Eventualverbindlichkeiten
aus Rechtsrisiken 583 Mio. Euro (Vorjahr: 429 Mio. Euro)
und betrafen die folgenden wesentlichen Sachverhalte:
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Die Risiken aus Steuersachverhalten betreffen folgende
Fälle:
scrollen
Im Zusammenhang mit Untersuchungen zu "Cum-Ex"
kooperiert die Bank vollumfänglich mit den
Ermittlungsbehörden.
Sonstige EventualverbindlichkeitenUnwiderrufliche Zahlungsverpflichtungen für die
EU-Bankenabgabe und die Entschädigungseinrichtung
deutscher Banken betragen gegenüber dem 31. Dezember
2023 unverändert 287 Mio. Euro (siehe auch im
Geschäftsbericht 2023, Seite 368).
Segmentberichterstattung(37) SegmentberichterstattungIn der Segmentberichterstattung spiegeln sich die
Ergebnisse der operativen Segmente des Commerzbank-Konzerns
wider.
Änderungen an der Struktur der internen
Organisation, die die Zusammensetzung der
berichtspflichtigen Segmente verändern, sind im Jahr
2024 nicht erfolgt.
Weitere Angaben zu den Segmenten sind im
Zwischenlagebericht dieses Zwischenberichts enthalten.
scrollen
1 D
scrollen
1 Anpassung Vorjahr aufgrund von IFRS 8.29.
Sonstige Erläuterungen(38) Ausgewählte regulatorische AngabenDie folgende Tabelle zeigt die Zusammensetzung der
Eigenmittel und risikogewichteten Aktiva sowie die
Eigenmittelquoten im Commerzbank-Konzern gemäß
CRR einschließlich angewendeter
Übergangsregelungen.
scrollen
Die Leverage Ratio (Verschuldungsquote) setzt das
Kernkapital Exposure, das aus den nicht risikogewichteten
Aktiva und den (Tier-1-Kapital) gemäß CRR ins
Verhältnis zum Leverage Ratio außerbilanziellen
Positionen besteht.
scrollen
Die Non-Performing-Exposure-Ratio (NPE Ratio) wird aus
den notleidenden Forderungen im Verhältnis zu den
Gesamtforderungen gemäß EBA Risk Dashboard
ermittelt.
scrollen
(39) Beziehungen zu nahestehenden Personen und UnternehmenIm Rahmen der gewöhnlichen
Geschäftstätigkeit kommt es zwischen der
Commerzbank Aktiengesellschaft und/oder deren
konsolidierten Gesellschaften zu Geschäftsbeziehungen
mit nahestehenden Unternehmen und Personen (für
weitere Informationen siehe Geschäftsbericht 2023,
Seite 378 f.).
Wesentliche VeränderungenDie Aktivposten gegenüber Bundesunternehmen
betragen zum 30. Juni 2024 78 731 Mio. Euro (Vorjahr: 61
470 Mio. Euro). Der Anstieg resultiert im Wesentlichen aus
gestiegenen Guthaben bei der Deutschen Bundesbank von 76
786 Mio. Euro (Vorjahr: 60 175 Mio. Euro). Die Erträge
gegenüber Bundesunternehmen betragen zum 30. Juni 2024
1 705 Mio. Euro (Vorjahreszeitraum: 1 068 Mio. Euro). Der
Anstieg resultiert im Wesentlichen aus den im Vergleich zum
Vorjahreszeitraum gestiegenen Forderungen und dem
gestiegenen Zinsniveau.
Weitere wesentliche Transaktionen oder
Veränderungen bei Geschäften mit nahestehenden
Personen oder Unternehmen lagen im Berichtszeitraum nicht
vor.
Organe der Commerzbank AktiengesellschaftAufsichtsratDr. Jens WeidmannVorsitzender
Uwe Tschäge 1Stellv. Vorsitzender
Heike Anscheit 1Bankkauffrau
Gunnar de Buhr 1Bankkaufmann
Harald ChristGeschäftsführender Gesellschafter
Dr. Frank CzichowskiEhemaliger Senior Vice President /
Sabine U. DietrichEhemaliges Mitglied des Vorstands
Dr. Jutta A. DöngesChief Financial Officer
Kerstin Jerchel 1Arbeitsdirektorin und Geschäftsführerin der
Burkhard KeeseChief Financial Officer
Lloyd's of London
Maxi Leuchters 1Referatsleiterin für Unternehmensrecht
Daniela MattheusRechtsanwältin und Managementberaterin
Nina Olderdissen 1Bankkauffrau
Commerzbank Aktiengesellschaft
Sandra Persiehl 1Bankangestellte Commerzbank
Michel Schramm 1Bankkaufmann
Caroline SeifertUnternehmensberaterin für Transformation
Dr. Gertrude Tumpel-GugerellEhemaliges Mitglied des
Sascha Uebel 1Bankkaufmann Commerzbank
Frederik Werning 1Gewerkschaftssekretär
Frank WesthoffEhemaliges Mitglied des Vorstands DZ BANK AG
Stefan Wittmann 1Gewerkschaftssekretär ver.di Bundesverwaltung
Klaus-Peter MüllerEhrenvorsitzender
1 Von den Arbeitnehmern gewählt.
Vorstandscrollen
Versicherung der gesetzlichen VertreterNach bestem Wissen versichern wir, dass gemäß
den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen für
die Zwischenberichterstattung der Konzernzwischenabschluss
ein den tatsächlichen Verhältnissen
entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und
Ertragslage des Konzerns vermittelt und im
Konzernzwischenlagebericht der Geschäftsverlauf
einschließlich des Geschäftsergebnisses und die
Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den
tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild
vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken
der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns im
verbleibenden Geschäftsjahr beschrieben sind.
Frankfurt am Main, den 5. August 2024
scrollen
Bescheinigung nach prüferischer DurchsichtAn die COMMERZBANK Aktiengesellschaft, Frankfurt am MainWir haben den verkürzten Konzernzwischenabschluss -
bestehend aus Gewinn- und-Verlust-Rechnung,
Zusammengefasster Gesamtergebnisrechnung, Bilanz,
Eigenkapitalveränderungsrechnung und
Kapitalflussrechnung (verkürzte Darstellung) und dem
Anhang (ausgewählte Notes) - und den
Konzernzwischenlagebericht der COMMERZBANK
Aktiengesellschaft, Frankfurt am Main, für den
Zeitraum vom 1. Januar bis 30. Juni 2024, die Bestandteile
des Halbjahresfinanzberichts nach § 115 WpHG sind,
einer prüferischen Durchsicht unterzogen. Die
Aufstellung des verkürzten Konzernzwischenabschlusses
nach dem International Accounting Standard IAS 34
"Zwischenberichterstattung", wie er in der EU anzuwenden
ist, und des Konzernzwischenlageberichts nach den für
Konzernzwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des
WpHG liegt in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter
der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, eine Bescheinigung
zu dem verkürzten Konzernzwischenabschluss und dem
Konzernzwischenlagebericht auf der Grundlage unserer
prüferischen Durchsicht abzugeben.
Wir haben die prüferische Durchsicht des
verkürzten Konzernzwischenabschlusses und des
Konzernzwischenlageberichts unter Beachtung der vom
Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten
deutschen Grundsätze für die prüferische
Durchsicht von Abschlüssen vorgenommen. Danach ist die
prüferische Durchsicht so zu planen und
durchzuführen, dass wir bei kritischer Würdigung
mit einer gewissen Sicherheit ausschließen
können, dass der verkürzte
Konzernzwischenabschluss in wesentlichen Belangen nicht in
Übereinstimmung mit IAS 34
"Zwischenberichterstattung", wie er in der EU anzuwenden
ist, und der Konzernzwischenlagebericht in wesentlichen
Belangen nicht in Übereinstimmung mit den für
Konzernzwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des
WpHG aufgestellt worden sind. Eine prüferische
Durchsicht beschränkt sich in erster Linie auf
Befragungen von Mitarbeitern der Gesellschaft und auf
analytische Beurteilungen und bietet deshalb nicht die
durch eine Abschlussprüfung erreichbare Sicherheit. Da
wir auftragsgemäß keine Abschlussprüfung
vorgenommen haben, können wir einen
Bestätigungsvermerk nicht erteilen.
Auf der Grundlage unserer prüferischen Durchsicht
sind uns keine Sachverhalte bekannt geworden, die uns zu
der Annahme veranlassen, dass der verkürzte
Konzernzwischenabschluss in wesentlichen Belangen nicht in
Übereinstimmung mit IAS 34
"Zwischenberichterstattung", wie er in der EU anzuwenden
ist, oder dass der Konzernzwischenlagebericht in
wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den
für Konzernzwischenlageberichte anwendbaren
Vorschriften des WpHG aufgestellt worden ist.
Frankfurt am Main, 5. August 2024
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DisclaimerVorbehalt bei ZukunftsaussagenDieser Zwischenbericht enthält zukunftsgerichtete
Aussagen zur Geschäfts- und Ertragsentwicklung der
Commerzbank, die auf unseren derzeitigen Plänen,
Einschätzungen, Prognosen und Erwartungen beruhen. Die
Aussagen beinhalten Risiken und Unsicherheiten. Denn es
gibt eine Vielzahl von Faktoren, die auf unser
Geschäft einwirken und zu großen Teilen
außerhalb unseres Einflussbereichs liegen. Dazu
gehören vor allem die konjunkturelle Entwicklung, die
Verfassung der Finanzmärkte weltweit und mögliche
Kreditausfälle. Die tatsächlichen Ergebnisse und
Entwicklungen können also erheblich von unseren heute
getroffenen Annahmen abweichen. Sie haben daher nur zum
Zeitpunkt der Veröffentlichung Gültigkeit. Wir
übernehmen keine Verpflichtung, die
zukunftsgerichteten Aussagen angesichts neuer Informationen
oder unerwarteter Ereignisse zu aktualisieren.
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Postanschrift 60261
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