H&K AGOberndorf am NeckarKonzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2014 bis zum 31.12.2014Konzernbilanzscroll
Gewinn- und Verlustrechnung des Konzerns für die Zeit vom 1. Januar bis zum 31. Dezemberscroll
Gesamtergebnisrechnung des Konzerns für die Zeit vom 1. Januar bis zum 31. Dezemberscroll
Eigenkapitalveränderungsrechnung des Konzerns für die Zeit vom 31. Dezember 2012 bis zum 31. Dezember 2014scroll
Kapitalflussrechnung des Konzerns für die Zeit vom 1. Januar bis zum 31. Dezemberscroll
Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2014Inhalt Allgemeine Angaben
Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung
Angaben zur Bilanz
Sonstige Angaben
Allgemeine Angaben(1) Darstellung des Konzernabschlusses Die H&K AG (bis zum 7. April 2014: Heckler & Koch Beteiligungs GmbH und zwischen dem 7. April 2014 und dem 26 April 2014 Heckler & Koch Beteiligungs AG) als Mutterunternehmen des Konzerns ist im Handelsregister beim Amtsgericht Stuttgart unter der Nr. HRB 748522 (bis zum 7. April 2014: HRB 481226) eingetragen. Sitz der Gesellschaft ist Oberndorf/Neckar in Deutschland. Die Anschrift lautet H&K AG, Heckler & Koch-Str. 1, 78727 Oberndorf/Neckar. Die Satzung besteht in der Fassung vom 18. März 2014 mit Nachtrag vom 21. März 2014, zuletzt geändert durch Beschluss am 14. April 2014 (bis zum 7. April 2014: in der Fassung vom 2. Juli 2009), der registrierte Name der Gesellschaft lautet H&K AG. Geschäftsjahr ist das Kalenderjahr. Der Unternehmensgegenstand der H&K AG ist die Beteiligung jeder Art an anderen Unternehmen im In- und Ausland, der Erwerb anderer Unternehmen im In- und Ausland, im besonderen Beteiligung und Erwerb an der Heckler & Koch GmbH mit dem Sitz in Oberndorf/Neckar, das Halten, die Verwaltung und die Verwertung von Unternehmen und Unternehmensbeteiligungen, die Ausrichtung der Strategie des Unternehmens und des Konzerns, die Verwaltung und der Erwerb von unbebauten und bebauten Grundstücken, grundstücksgleichen Rechten und von sonstigen Vermögensgegenständen zu den vorgenannten Zwecken. Der Unternehmensgegenstand der konzernprägenden Heckler & Koch GmbH und ihrer Tochtergesellschaften (wehrtechnischer Teilkonzern) ist die Entwicklung, die industrielle Fertigung, das Marketing und der Vertrieb von wehr- und sicherheitstechnischen Produkten. Die Gesellschaften bieten darüber hinaus mit der Technologie ihrer Erzeugnisse in Beziehung stehende Dienstleistungen an. Der Konzernabschluss wurde in Euro aufgestellt. Alle Beträge werden, soweit nichts anderes vermerkt ist, in Tausend Euro (TEUR, EUR'000) angegeben und dabei arithmetisch gerundet. Damit ist es möglich, dass manche Summen in diesem Abschluss leicht von der genauen arithmetischen Summierung der vorhergehenden Werte abweichen. Für die Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Umsatzkostenverfahren angewendet. Um die Klarheit der Darstellung zu verbessern, werden verschiedene Posten der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung zusammengefasst. (2) Genehmigung des Vorstands Der Vorstand der H&K AG (HKB) hat den Konzernabschluss aufgestellt und am 15. Mai 2015 freigegeben. (3) Übereinstimmung mit den IFRS Rechnungslegungsgrundsätzen Der Konzernabschluss der HKB (Heckler & Koch Konzern) zum 31. Dezember 2014 wird in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IFRS) des International Accounting Standards Board (IASB), wie sie in der EU anzuwenden sind, und den Interpretationen des International Financial Reporting Interpretation Committee (IFRIC) und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften erstellt. Es wurden alle für das Geschäftsjahr 2014 zwingend anzuwendenden Vorgaben gemäß IFRS und IFRIC berücksichtigt. Mit Ausnahme der nachstehenden Änderungen hat der Konzern die in Punkt 5 dargelegten Rechnungslegungsmethoden auf alle in diesem Konzernabschluss dargestellten Perioden stetig angewendet. Folgende Ergänzungen bestehender Rechnungslegungsvorschriften waren erstmals für das Geschäftsjahr 2014 verpflichtend anzuwenden; Art und Auswirkungen der Änderungen werden nachstehend erläutert: Amendment to IAS 36 - Recoverable Amount Disclosures for Non-Financial Assets Im Zuge einer Folgeänderung aus IFRS 13 ergeben sich zum Goodwill-Impairment-Test nach IAS 36 zusätzliche Pflichtangaben, wenn eine Wertminderung tatsächlich vorgenommen wurde und der erzielbare Betrag auf Basis eines beizulegenden Zeitwerts ermittelt wurde. Der Konzern ist den Angabepflichten entsprechend dem Amendment nachgekommen. Änderungen infolge anderer IFRS, die ab 2014 in der EU anzuwenden sind (einschließlich IFRS 10, 11 und 12), sind für den Konzern unwesentlich und werden deswegen nicht hier erläutert. Eine Reihe von neuen oder geänderten Standards und Interpretationen sind erstmals in späteren Geschäftsjahren verpflichtend anzuwenden und wurden bei der Erstellung diese Konzernabschlusses nicht angewendet. Diejenigen, die für den Konzern relevant sein könnten, werden nachstehend dargelegt; soweit nicht anders angegeben, werden die Auswirkungen derzeit geprüft. Der Konzern beabsichtigt keine frühzeitige Anwendung dieser Standards. a) EU Endorsement ist bereits erfolgt Improvements to IFRS 2011 - 2013 Im Rahmen des „annual improvement project" wurden Änderungen an vier Standards vorgenommen. Mit der Anpassung von Formulierungen in einzelnen IFRS soll eine Klarstellung der bestehenden Regelungen erreicht werden. Betroffen sind die Standards IFRS 1, IFRS 3, IFRS 13 und IAS 40. Diese Änderungen zu bestehenden Standards sind erstmals in Geschäftsjahren, die am oder nach dem 1. Januar 2015 beginnen, anzuwenden. b) EU Endorsement ist noch ausstehend Improvements to IFRS 2010 - 2012 Im Rahmen des „annual improvement project" wurden Änderungen an sieben Standards vorgenommen. Mit der Anpassung von Formulierungen in einzelnen IFRS soll eine Klarstellung der bestehenden Regelungen erreicht werden. Daneben gibt es Änderungen mit Auswirkungen auf Anhangangaben. Betroffen sind die Standards IFRS 2, IFRS 3, IFRS 8, IFRS 13, IAS 16, IAS 24 und IAS 38. Die Änderungen sind vorbehaltlich einer noch ausstehenden Übernahme in EU-Recht - erstmals anzuwenden in Geschäftsjahren, die am oder nach dem 1. Juli 2014 beginnen bzw. die Änderungen zu IFRS 2 und IFRS 3 auf Transaktionen, die am oder nach dem 1. Juli 2014 stattfinden. Amendments to IAS 1 - Disclosure Initiative Die Änderungen betreffen verschiedene Ausweisfragen. Es wird klargestellt, dass Anhangangaben nur dann notwendig sind, wenn ihr Inhalt nicht unwesentlich ist. Dies gilt explizit auch dann, wenn ein IFRS eine Liste von Minimum-Angaben fordert. Zudem werden Erläuterungen zur Aggregation und Disaggre-gation von Posten in der Bilanz und der Gesamtergebnisrechnung aufgenommen. Des Weiteren wird klargestellt, wie Anteile am Sonstigen Ergebnis at equity bewerteter Unternehmen in der Gesamtergebnisrechnung darzustellen sind. Schließlich erfolgt die Streichung einer Musterstruktur des Anhangs hin zur Berücksichtigung unternehmensindividueller Relevanz. Die Änderungen sind – vorbehaltlich einer Übernahme in EU-Recht – erstmals für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2016 beginnen. Amendments to IAS 16 and IAS 38 - Clarification of Acceptable Methods of Depreciation and Amortisation Mit diesen Änderungen stellt das IASB weitere Leitlinien zur Festlegung einer akzeptablen Abschreibungsmethode zur Verfügung. Umsatzbasierte Abschreibungsmethoden sind demnach für Sachanlagen nicht und für immaterielle Vermögenswerte lediglich in bestimmten Ausnahmefällen (widerlegbare Vermutung der Unangemessenheit) zulässig. Die Änderungen sind – vorbehaltlich einer Übernahme in EU-Recht – erstmals anzuwenden in Geschäftsjahren, die am oder nach dem 1. Januar 2016 beginnen. Improvements to IFRS 2012 - 2014 Im Rahmen des „annual improvement project" wurden Änderungen an vier Standards vorgenommen. Mit der Anpassung von Formulierungen in einzelnen IFRS/IAS soll eine Klarstellung der bestehenden Regelungen erreicht werden. Betroffen sind die Standards IFRS 5, IFRS 7, IAS 19 und IAS 34. Die Änderungen sind – vorbehaltlich einer Übernahme in EU-Recht – erstmals anzuwenden in Geschäftsjahren, die am oder nach dem 1. Januar 2016 beginnen. IFRS 15 - Revenue from Contracts with Customers IFRS 15 legt einen umfassenden Rahmen zur Bestimmung fest, ob, in welcher Höhe und zu welchem Zeitpunkt Umsatzerlöse erfasst werden. Er ersetzt bestehende Leitlinien zur Erfassung von Umsatzerlösen, darunter IAS 18 Umsatzerlöse, IAS 11 Fertigungsaufträge und IFRIC 13 Kundenbindungsprogramme. IFRS 15 ist – vorbehaltlich einer Übernahme in EU-Recht – erstmals anzuwenden in Geschäftsjahren, die am oder nach dem 1. Januar 2018 beginnen. Eine frühzeitige Anwendung wäre zulässig. IFRS 9 Finanzinstrumente Der im Juli 2014 herausgegebene IFRS 9 ersetzt die bestehenden Leitlinien in IAS 39 Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung. IFRS 9 enthält überarbeitete Leitlinien zur Einstufung und Bewertung von Finanzinstrumenten, darunter ein neues Modell der erwarteten Kreditausfälle zur Berechnung der Wertminderung von finanziellen Vermögenswerten, sowie die neuen allgemeinen Bilanzierungsvorschriften für Sicherungsgeschäfte. Er übernimmt auch die Leitlinien zur Erfassung und Ausbuchung von Finanzinstrumenten aus IAS 39. IFRS 9 ist – vorbehaltlich einer Übernahme in EU-Recht – erstmals anzuwenden in Geschäftsjahren, die am oder nach dem 1. Januar 2018 beginnen. Eine frühzeitige Anwendung wäre zulässig. (4) Konsolidierungskreis In den Konzernabschluss der HKB zum 31. Dezember 2014 sind neben der HKB die Jahresabschlüsse von acht (2013: acht) in- und ausländischen Tochterunternehmen einbezogen. Tochterunternehmen sind solche Gesellschaften, bei denen das Mutterunternehmen über mehr als die Hälfte der Stimmrechte verfügt oder aus anderen Gründen die Möglichkeit hat, deren Finanz- und Geschäftspolitik zu beherrschen (Control-Verhältnis). Die Einbeziehung beginnt zu dem Zeitpunkt, ab dem das Control-Verhältnis besteht; sie endet, wenn diese Möglichkeit nicht mehr gegeben ist. Die folgende Tabelle zeigt eine Übersicht der Tochterunternehmen, welche in die Konsolidierung einbezogen werden (bzw. wurden), zusammen mit ihrem Eigenkapital und ihren Jahresergebnissen, berechnet nach IFRS für die Konsolidierung des Konzerns, in ihrer jeweiligen funktionalen Währung: scroll
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Erworben 13.11.2013 Zum 13. November 2013 wurde die „Kronen tausend 881 GmbH" durch die HKB übernommen und in die „Heckler & Koch Management GmbH" (HKM) umbenannt. Eine Kapitalerhöhung der HKM durch die Sacheinlage von 94,9% der Anteile an der HKO wurde durch die HKB beschlossen und mit Wirkung zum 30. Dezember 2013 vollzogen. Auf den vorliegenden Konzernabschluss hatten diese Transaktionen quantitativ keine wesentliche Auswirkung. Eine 26%-Beteiligung in Höhe von TEUR 2 (2013: TEUR 2) an einem ausländischen Unternehmen wird auf Grund deren Unwesentlichkeit nicht in den Konsolidierungskreis mit einbezogen, sondern in den sonstigen langfristigen Investitionen erfasst (Ziffer 18). Eine vertraglich vereinbarte 50% Beteiligung in Höhe von TEUR 6 (2013: TEUR 6) an einem neugegründeten ausländischen Gemeinschaftsunternehmen ist noch nicht einbezahlt. Die Beteiligung wird auf Grund deren Unwesentlichkeit noch nicht in den Konsolidierungskreis mit einbezogen, sondern in den sonstigen langfristigen Investitionen erfasst (Ziffer 18). Für die Heckler & Koch GmbH, HK Sidearms GmbH und Heckler & Koch Management GmbH, alle mit Geschäftssitz in Oberndorf a.N., wurde die Befreiungsvorschrift des § 264 Abs. 3 HGB bezüglich der Offenlegung in Anspruch genommen. (5) Zusammenfassung der wesentlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Der Konzernabschluss wurde nach dem Prinzip historischer Anschaffungs- und Herstellungskosten erstellt. Zwingend anzuwendende Vorgaben der IFRS zur Fair Value-Bilanzierung wurden berücksichtigt. Im Folgenden werden die grundlegenden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, die bei der Aufstellung des Konzernabschlusses angewendet wurden, dargestellt: Konsolidierungsmethoden Die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten der in den Konzernabschluss einbezogenen inländischen und ausländischen Unternehmen werden nach den für den Heckler & Koch Konzern geltenden einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden angesetzt und bewertet. Beim Unternehmenserwerb werden die Vermögenswerte und Schulden der erworbenen Tochterunternehmen mit ihrem beizulegenden Wert zum Erwerbszeitpunkt bewertet. Soweit der Kaufpreis der Anteile die identifizierten, zum Zeitwert bewerteten Vermögenswerte und Schulden übersteigt, wird der Unterschiedsbetrag als Geschäfts- oder Firmenwert aktiviert. Im Falle eines negativen Unterschiedsbetrags erfolgen eine erneute Bewertung der identifizierbaren Vermögenswerte und Schulden sowie eine erneute Bemessung der Anschaffungskosten. Ein danach verbleibender negativer Unterschiedsbetrag wird erfolgswirksam erfasst. Die aufgedeckten stillen Reserven und Lasten werden im Rahmen der Folgekonsolidierung entsprechend den korrespondierenden Vermögenswerten und Schulden fortgeführt, abgeschrieben bzw. aufgelöst. Aktivierte Geschäfts- oder Firmenwerte werden nach IFRS 3 nicht planmäßig abgeschrieben, sondern jährlich einer Wertminderungsprüfung unterzogen. Das Geschäftsjahr sämtlicher einbezogener Unternehmen entspricht dem Geschäftsjahr des Mutterunternehmens. Sämtliche Forderungen, Verbindlichkeiten, Umsatzerlöse, sonstige Erträge und Aufwendungen, einschließlich Zinsen und Dividenden, innerhalb des Konsolidierungskreises werden eliminiert. Aufgelaufene Zwischenergebnisse aus konzerninternen Lieferungen sind bei den Vorräten bzw. im Anlagevermögen eliminiert. Währungsumrechnung Die Berichtswährung des Heckler & Koch Konzerns ist der Euro (€). Fremdwährungsgeschäfte werden in den Einzelabschlüssen der HKB und der einbezogenen Unternehmen mit den Kursen zum Zeitpunkt der Geschäftsvorfälle umgerechnet. Am Bilanzstichtag werden Vermögenswerte und Schulden in Fremdwährung mit dem Stichtagskurs bewertet. Umrechnungsdifferenzen werden erfolgswirksam erfasst. Die Abschlüsse der ausländischen Unternehmen werden von deren funktionalen Währungen in Euro umgerechnet. Da die Tochterunternehmen ihre Geschäfte selbstständig betreiben, ist die jeweilige funktionale Währung identisch mit der Landeswährung der Gesellschaft. Im Konzernabschluss werden die Erträge und Aufwendungen aus Abschlüssen von einbezogenen Gesellschaften, die in Fremdwährung aufgestellt sind, zum Jahresdurchschnittskurs, der aus Tageskursen ermittelt wird, umgerechnet. Diese Methode wird vereinfachend angewendet, weil die Erträge und Aufwendungen in Fremdwährungen in der Regel ziemlich gleichmäßig anfallen und mögliche Unterschiede deswegen unwesentlich sind. Vermögenswerte und Schulden werden zum Stichtagskurs umgerechnet. Die aus der Umrechnung entstehenden Währungsdifferenzen werden erfolgsneutral behandelt und als gesonderte Position im Eigenkapital ausgewiesen. Beim Abgang eines einbezogenen Unternehmens werden kumulierte Währungsdifferenzen als Teil des Veräußerungsgewinns bzw. -verlusts erfasst. Die folgende Tabelle stellt die bei der Umrechnung verwendeten Kurse dar: scroll
Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Geschäfts- oder Firmenwert Ein Geschäfts- oder Firmenwert ist ein Vermögenswert, der künftigen wirtschaftlichen Nutzen aus anderen bei einem Unternehmenszusammenschluss erworbenen Nettovermögenswerten darstellt, der nicht einzeln identifiziert und separat angesetzt werden kann. Die Geschäfts- oder Firmenwerte sind den zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (Segmenten) wie folgt zugeordnet: scroll
Geschäfts- oder Firmenwerte werden aktiviert und einem jährlich durchzuführenden Werthaltigkeitstest unterzogen. Ist die Werthaltigkeit nicht mehr gegeben, wird eine Wertminderung vorgenommen. Anderenfalls wird der Wertansatz gegenüber dem Vorjahr unverändert beibehalten. Wertminderungen von Geschäfts- oder Firmenwerten werden nicht rückgängig gemacht, auch wenn eine Wertminderung nicht mehr vorliegt. Der Konzern führt mindestens jährlich eine Überprüfung der Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte durch. Dabei wird der erzielbare Betrag, der Nutzungswert, der zahlungsmittelgenerierenden Einheit deren Buchwert gegenübergestellt. Die Nutzungswerte der zahlungsmittelgenerierenden Einheit werden durch Diskontierung zukünftiger Zahlungsströme bestimmt. Der Ermittlung liegen die folgenden wesentlichen Annahmen zugrunde:
Geschäfts- oder Firmenwert aus Unternehmenskäufen wird aktiviert; der negative Geschäfts- oder Firmenwert aus Unternehmenskäufen vor dem IFRS-Umstellungstermin, 1. Januar 2006, wurde mit den Rücklagen verrechnet. Beim Abgang eines einbezogenen Unternehmens wird ein diesbezüglich aktivierter Geschäfts- oder Firmenwert in die Ermittlung des Entkonsolidierungsergebnisses einbezogen. Dagegen bleibt der mit Rücklagen verrechnete negative Geschäfts- oder Firmenwert bei der Bestimmung des Veräußerungsgewinns oder -verlusts außer Betracht. Immaterielle Vermögenswerte Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögenswerte, im Wesentlichen Markennamen, Patente, Lizenzen und Software, werden zu Anschaffungskosten aktiviert. Selbst geschaffene immaterielle Vermögenswerte, mit Ausnahme von Geschäfts- oder Firmenwerten, werden aktiviert, wenn es hinreichend wahrscheinlich ist, dass mit der Nutzung des Vermögenswertes ein zukünftiger wirtschaftlicher Vorteil verbunden sein wird und die Kosten des Vermögenswertes zuverlässig bestimmt werden können. Die Herstellungskosten selbst erstellter immaterieller Vermögenswerte werden auf Basis direkt zurechenbarer Einzelkosten sowie anteiliger direkt zurechenbarer Gemeinkosten ermittelt. Fremdkapitalkosten werden nur aktiviert, wenn sie direkt dem Erwerb oder der Herstellung eines qualifizierten Vermögenswerts zugeordnet werden können. Sämtliche immaterielle Vermögenswerte im Konzern haben – mit Ausnahme der Geschäfts- oder Firmenwerte und dem Markennamen – bestimmbare Nutzungsdauern und werden entsprechend diesen Nutzungsdauern planmäßig linear abgeschrieben. Der mit TEUR 8.393 bilanzierte Markenname ist der zahlungsmittelgenerierenden Einheit (Segment) Standort Deutschland Wehrtechnik zugeordnet und wird jährlich einem Werthaltigkeitstest, wie für Goodwill beschrieben, unterzogen. Lizenzen und Software haben in der Regel Nutzungsdauern von 4 bis 10 Jahren. Die aktivierten Entwicklungskosten haben in der Regel Nutzungsdauern von 8 Jahren mit Beginn des Verkaufs des entwickelten Produkts. Sofern im Einzelfall die erwartete Nutzungsdauer wesentlich länger oder kürzer ist als diese Standard-Nutzungsdauer, wird die erwartete Nutzungsdauer angesetzt. Sachanlagen Materielle Vermögenswerte, die im Geschäftsbetrieb länger als ein Jahr genutzt werden, werden als Sachanlagen zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, vermindert um planmäßige, nutzungsbedingte, lineare Abschreibungen sowie gegebenenfalls außerplanmäßige Wertminderungen, bewertet. Die Herstellungskosten selbst erstellter Sachanlagen werden auf Basis direkt zurechenbarer Einzelkosten sowie anteiliger Gemeinkosten ermittelt. Finanzierungskosten für den Zeitraum der Herstellung werden grundsätzlich nicht berücksichtigt. (Fremdkapitalkosten werden nur aktiviert, wenn sie direkt dem Erwerb, dem Bau oder der Herstellung eines qualifizierten Vermögenswerts zugeordnet werden können). Die alternativ zulässige Neubewertungsmethode wird nicht angewendet. Den planmäßigen Abschreibungen liegen konzerneinheitlich folgende Nutzungsdauern zugrunde: scroll
Die Nutzungsdauern sowie die Abschreibungsmethoden werden periodisch überprüft, um zu gewährleisten, dass die Abschreibungsmethode und der Abschreibungszeitraum mit den erwarteten wirtschaftlichen Nutzungsdauern im Einklang stehen. Wertminderung von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten An jedem Bilanzstichtag werden, beim Vorliegen von Anhaltspunkten die auf eine Wertminderung hinweisen, Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte einem Wertminderungstest nach IAS 36 unterzogen. Wenn der Buchwert eines Vermögenswertes über seinem erzielbaren Betrag liegt, wird eine Wertminderung gebucht, wobei der erzielbare Betrag als der höhere der beiden nachfolgend dargestellten Werte definiert ist: (i) der beizulegende Zeitwert abzüglich der voraussichtlichen Veräußerungskosten oder (ii) der Nutzungswert. Wenn der erzielbare Betrag für den einzelnen Vermögenswert nicht ermittelt werden kann, erfolgt die Schätzung des erzielbaren Betrags auf Ebene der nächst höheren zahlungsmittelgenerierenden Einheit. Falls in Folgeperioden der erzielbare Ertrag den wertgeminderten Buchwert übersteigt, werden Wertminderungen rückgängig gemacht, jedoch höchstens bis zu (i) dem erzielbaren Ertrag oder (ii) den niedrigeren fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten. Wertminderungen und Wertaufholungen werden erfolgswirksam erfasst. Finanzinstrumente Ein Finanzinstrument gemäß IAS 32 und IAS 39 ist ein Vertrag, der gleichzeitig bei dem einen Unternehmen zu einem finanziellen Vermögenswert und bei dem anderen Unternehmen zu einer finanziellen Verbindlichkeit oder einem Eigenkapitalinstrument führt. Originäre Finanzinstrumente Die im Konzern gehaltenen Finanzinstrumente werden in die folgenden Kategorien eingeteilt:
Die Kategorisierung der Finanzinstrumente erfolgt zum Zeitpunkt des Erwerbs auf Basis des beabsichtigten Verwendungszwecks. Finanzielle Vermögenswerte umfassen Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige gewährte Kredite und Forderungen sowie zu Handelszwecken gehaltene derivative finanzielle Vermögenswerte. Unter die finanziellen Verbindlichkeiten fallen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, zu Handelszwecken gehaltene derivative Finanzverbindlichkeiten sowie sonstige finanzielle Verbindlichkeiten. Forderungen oder Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen resultieren aus der Erbringung bzw. Erhalt von Waren und/oder Dienstleistungen an bzw. von Dritten im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit. Wertpapiere umfassen Finanzinstrumente in der Form von Aktien und Fondsanteilen. Ein Finanzinstrument wird als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert klassifiziert, wenn es zu Handelszwecken gehalten wird oder als solches eingestuft ist. In den durch diesen Konzernabschluss eingeschlossenen Jahren, sind die einzigen durch den Heckler & Koch Konzern verwendeten erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert gehaltene Finanzinstrumente Derivate, die nicht die Voraussetzungen für Sicherungsgeschäfte erfüllen. Beim erstmaligen Ansatz werden jegliche der Transaktion zurechenbare Kosten erfolgswirksam erfasst. Finanzinstrumente, welche erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert erfasst sind, werden zum beizulegenden Zeitwert bewertet und deren Bewertungsänderungen erfolgswirksam im Finanzergebnis erfasst. Finanzielle Vermögenswerte Alle marktüblichen Käufe und Verkäufe von finanziellen Vermögenswerten werden zum Erfüllungstag bilanziell angesetzt (IAS 39.38). Die finanziellen Vermögenswerte werden bei der erstmaligen Erfassung zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Dabei werden bei allen Finanzinvestitionen, die nicht als „Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet" klassifiziert sind, die dem Erwerb direkt zurechenbaren Transaktionskosten berücksichtigt. Finanzielle Vermögenswerte, die nicht der Kategorie „Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert" zugeordnet wurden, werden regelmäßig auf Werthaltigkeit überprüft. Objektive Kriterien für einen eingetretenen Wertminderungsbedarf sind insbesondere die Insolvenz von Vertragspartnern, sowie die fehlende Einhaltung von Zahlungsplänen. Ist der beizulegende Zeitwert eines finanziellen Vermögenswertes niedriger als sein Buchwert, wird der Buchwert auf seinen beizulegenden Zeitwert verringert. Diese Verringerung stellt einen Wertminderungsaufwand dar, welcher aufwandswirksam erfasst wird. Eine zuvor aufwandswirksam erfasste Wertminderung wird teilweise oder im Ganzen erfolgswirksam rückgängig gemacht, soweit Ereignisse, die nach der ursprünglichen Erfassung der Wertminderung aufgetreten sind, dies erfordern. Die in der Bilanz angesetzten beizulegenden Zeitwerte entsprechen in der Regel den Marktpreisen der finanziellen Vermögenswerte. Sofern diese nicht verfügbar sind, werden sie unter Anwendung anerkannter Bewertungsmodelle und Rückgriff auf aktuelle Marktparameter berechnet. Zu den Bewertungsmethoden gehören die Verwendung der jüngsten Geschäftsvorfälle zwischen sachverständigen, vertragswilligen und unabhängigen Geschäftspartnern, der Vergleich mit dem aktuellen beizulegenden Zeitwert eines anderen, im Wesentlichen identischen Finanzinstruments, die Analyse von diskontierten Mittelflüssen sowie die Verwendung anderer Bewertungsmodelle. Ein finanzieller Vermögenswert wird ausgebucht, wenn die vertraglichen Rechte in Bezug auf die Mittelflüsse aus diesem finanziellen Vermögenswert erloschen sind oder übertragen wurden. Im Rahmen der Übertragung müssen im Wesentlichen alle Chancen und Risiken, die mit dem Eigentum am finanziellen Vermögenswert verbunden sind, oder die Verfügungsmacht über den Vermögenswert übertragen werden. Als Kredite und Forderungen werden finanzielle Vermögenswerte klassifiziert, die aus dem Geldverkehr oder der Erbringung von Waren und Dienstleistungen an Dritte resultieren, einschließlich Darlehen an nahe stehende Unternehmen. Die in diese Kategorie eingestuften kurzfristigen Vermögenswerte werden mit den Anschaffungskosten, die langfristigen finanziellen Vermögenswerte und Schulden werden gemäß der Effektivzinsmethode mit den fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Die Wertminderungen zweifelhafter Forderungen umfassen in erheblichem Maß Einschätzungen und Beurteilungen der einzelnen Forderungen, die auf der Kreditwürdigkeit des jeweiligen Kunden beruhen. Die Wertminderungen von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden zunächst auf einem Wertberichtigungskonto erfasst. Sofern einzelne Forderungen als uneinbringlich eingestuft werden, werden die wertgeminderten Forderungen ausgebucht. Unter der Kategorie „bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen" werden Finanzinstrumente erfasst, mit festen oder bestimmbaren Zahlungen sowie einer festen Laufzeit, die der Konzern bis zur Endfälligkeit halten will und die Fähigkeit seitens des Konzerns gegeben ist, diese bis zum Fälligkeitstermin zu halten und die nicht derivative finanzielle Vermögenswerte sind. Zur Veräußerung verfügbar klassifizierte finanzielle Vermögenswerte sind jene nicht derivativen finanziellen Vermögenswerte, die als zur Veräußerung verfügbar klassifiziert sind oder nicht als (a) Kredite und Forderungen, (b) bis zur Endfälligkeit gehaltene Investitionen oder (c) finanzielle Vermögenswerte, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, eingestuft sind. In der Bilanz angesetzte Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente umfassen den Kassenbestand, Schecks, sofort verfügbare Guthaben bei Kreditinstituten sowie kurzfristige Einlagen mit einer ursprünglichen Laufzeit von weniger als drei Monaten. Sie werden mit den fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Finanzielle Verbindlichkeiten Finanzielle Verbindlichkeiten sind insbesondere Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und sonstige Verbindlichkeiten. Die finanziellen Verbindlichkeiten werden bei der erstmaligen Erfassung zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Dabei werden bei allen finanziellen Verbindlichkeiten, die nicht als „Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet" klassifiziert sind, die mit der Kreditaufnahme direkt verbundenen Transaktionskosten abgezogen. Eine finanzielle Verbindlichkeit wird ausgebucht, wenn die dieser Verbindlichkeit zugrunde liegende Verpflichtung erfüllt, gekündigt oder erloschen ist. Finanzielle Verbindlichkeiten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, umfassen u. a. die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und verzinsliche Darlehen. Sie werden unter Anwendung der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Gewinne und Verluste werden erfolgswirksam erfasst, wenn die Schulden ausgebucht oder getilgt werden. Derivative Finanzinstrumente und Bilanzierung von Sicherungsgeschäften Ein Derivat ist ein Finanzinstrument oder ein anderer Vertrag, der alle drei nachstehende Merkmale ausweist: (1) seine Wertentwicklung ist an einen bestimmten Wechselkurs oder eine ähnliche Variable gekoppelt; (2) es erfordert keine Anfangsauszahlung oder eine, die im Vergleich zu anderen Vertragsformen, von denen zu erwarten ist, dass sie in ähnlicher Weise auf Änderungen der Marktbedingungen reagieren, geringer ist; und (3) es wird zu einem späteren Zeitpunkt beglichen. Der Konzern verwendet derivative Finanzinstrumente lediglich, um Risiken aus Wechselkursschwankungen, die im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeiten entstehen, entgegenzuwirken. Eingebettete Derivate werden nur vom Basisvertrag getrennt und als Derivat bilanziert falls (i) die wirtschaftlichen Merkmale und Risiken des eingebetteten Derivats nicht eng mit denen des Basisvertrags verbunden sind, (ii) ein eigenständiges Instrument mit gleichen Vertragsbedingungen der Definition eines Derivats entsprechen würde und (iii) das hybride Finanzinstrument nicht ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet wird. Entsprechend IAS 39 werden alle Derivate zum beizulegenden Zeitwert gemäß IFRS 13 bilanziert. Der bilanzierte beizulegende Zeitwert der Derivate ist üblicherweise ihr Marktwert. Wenn Marktwerte nicht ermittelt werden können, wird der beizulegende Zeitwert durch die Anwendung von anerkannten Kalkulationsmodellen ermittelt oder durch Bankbestätigungen nachgewiesen. Änderungen des beizulegenden Zeitwerts werden wie folgt erfasst: Absicherung von Zahlungsströmen (Cash Flow Hedges) Veränderungen des beizulegenden Zeitwertes eines derivativen Sicherungsinstruments, das zur Absicherung von Zahlungsströmen eingestuft ist, werden erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst, sofern das Instrument als effektiv ermittelt wird. Sofern das Instrument als ineffektiv ermittelt wird, werden Veränderungen des beizulegenden Zeitwertes im Gewinn oder Verlust erfasst. Falls das Sicherungsinstrument die Kriterien für die Bilanzierung solcher Geschäfte nicht mehr erfüllt, ausläuft oder veräußert, beendet oder ausgeübt wird, dann wird es prospektiv nicht mehr als Sicherungsinstrument (Hedge) erfasst. Der kumulierte Gewinn oder Verlust, der bis zu dem Zeitpunkt im Eigenkapital erfasst wurde, bleibt bis zur Realisierung der respektiven Transaktion unverändert. Falls das Grundgeschäft ein nicht-finanzieller Vermögenswert ist, wird der Wert, der im Eigenkapital erfasst wurde, zum Buchwert des Vermögenswertes bei dessen Erfassung umgebucht. Andernfalls wird der Wert, der im Eigenkapital erfasst wurde, in der Periode, in dem sich das Grundgeschäft auf das Ergebnis auswirkt, in den Gewinn oder Verlust umgebucht. Sonstige nicht zu Handlungszwecken gehaltene Derivate Falls ein derivatives Finanzinstrument nicht als qualifiziertes Sicherungsgeschäft eingestuft ist, werden alle Veränderungen im beizulegenden Zeitwert im Gewinn oder Verlust erfasst. Leistungsfortschrittsbezogene unfertige Erzeugnisse Leistungsfortschrittsbezogene unfertige Erzeugnisse sind die Summe der bis zum Bilanzstichtag noch nicht fakturierten Werte von erbrachten definierten Leistungsfortschritten, deren Realisierung gegenüber den Kunden durch zukünftige Rechnungsstellung erwartet werden. Sie umfassen angefallene Kosten und den bis zu diesem Zeitpunkt ausgewiesenen Gewinn (siehe „Ertrags- und Aufwandsrealisierung Leistungsfortschrittsbezogene Umsätze", unten) abzüglich Teilabrechnungen und ausgewiesene Verluste. Angefallene Kosten sind alle direkt den spezifischen Projekten zurechenbaren Kosten. Leistungsfortschrittsbezogene unfertige Erzeugnisse sind unter „Forderungen aus Lieferungen und Leistungen" in der Bilanz ausgewiesen. Falls Kundenzahlungen die erfassten Erträge übersteigen, wird der Unterschied als „erhaltene Anzahlungen" in der Bilanz erfasst. Vorräte Die Vorräte werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten oder, falls niedriger, zum Nettoveräußerungswert angesetzt. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe sowie Handelswaren sind mit ihren fortgeschriebenen durchschnittlichen Anschaffungskosten bewertet. Die Herstellungskosten der unfertigen und der fertigen Erzeugnisse werden auf Basis direkt zurechenbarer Einzelkosten sowie anteiliger produktionsbezogener Gemeinkosten ermittelt. In die Herstellungskosten sind Vertriebskosten, Kosten der allgemeinen Verwaltung sowie Finanzierungskosten nicht einbezogen. Der Nettoveräußerungswert stellt den geschätzten Verkaufserlös abzüglich der geschätzten Kosten bis zur Fertigstellung und der geschätzten Vertriebskosten dar. Für erkennbare Wertminderungen wegen mangelnder Gängigkeit sowie zur Berücksichtigung gesunkener Veräußerungspreise, werden Wertabschläge vorgenommen. Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte Ein langfristiger Vermögenswert (oder Veräußerungsgruppen bestehend aus Vermögenswerten und Schulden) wird als zur Veräußerung gehalten eingestuft, wenn der dazugehörige Buchwert überwiegend durch ein Veräußerungsgeschäft und nicht durch fortgesetzte Nutzung realisiert wird. Diese Vermögenswerte werden entweder mit dem Buchwert oder aber mit dem aus dem jeweiligen Zeitwert abzüglich der Veräußerungskosten resultierenden Wert angesetzt, je nachdem welcher Wert niedriger ist. Diese Vermögenswerte werden nicht planmäßig abgeschrieben. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche leistungsorientierte Verpflichtungen Die Rückstellungen für leistungsorientierte Verpflichtungen werden nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren („Projected Unit Credit Method") gemäß IAS 19 ermittelt. Bei diesem Verfahren werden neben den am Bilanzstichtag bekannten Renten und erworbenen Anwartschaften auch künftig zu erwartende Steigerungen von Renten und Gehältern und mögliche demographische Entwicklungen berücksichtigt. Der Wert wird versicherungsmathematisch von einem Gutachter ermittelt. Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste werden gemäß IAS 19 in der Periode, in der sie anfallen, erfolgsneutral behandelt. Ausgewiesen werden sie in der Gesamtergebnisrechnung. Bei der Bestimmung der Diskontierungszinssätze gemäß IAS 19 orientiert sich der versicherungsmathematische Gutachter an der Rendite von erstrangigen festverzinslichen Industrieanleihen zum Bewertungsstichtag. Sonstige lang- und kurzfristige Rückstellungen Rückstellungen werden insoweit angesetzt, als sich aus einem vergangenen Ereignis eine gegenwärtige Verpflichtung ergibt, die Inanspruchnahme wahrscheinlich ist und die voraussichtliche Höhe des notwendigen Rückstellungsbetrages zuverlässig geschätzt werden kann. Die Bewertung dieser Rückstellungen erfolgt zur gegenwärtig besten Schätzung der Aufwendungen, die zur Erfüllung der Verpflichtung erforderlich sind. Bei einer wesentlichen Wirkung des Zinseffektes, entspricht der Rückstellungsbetrag dem Barwert, der zur Erfüllung der Verpflichtungen voraussichtlich notwendigen Ausgaben. Erstattungsansprüche werden ggf. gesondert aktiviert, wenn es so gut wie sicher ist, dass der Konzern die Erstattung bei Erfüllung der Verpflichtung erhält. Leasingverhältnisse Bei Leasingverhältnissen, in denen der Konzern Leasingnehmer ist, wird das wirtschaftliche Eigentum an den Leasinggegenständen gemäß IAS 17 dem Leasingnehmer zugerechnet, wenn dieser im Wesentlichen alle mit dem Eigentum verbundenen Chancen und Risiken aus dem Leasinggegenstand trägt (Finanzierungsleasing). Zu Beginn der Laufzeit des Leasingverhältnisses werden Finanzierungsleasingverhältnisse als Vermögenswert und Schulden in gleicher Höhe, mit dem beizulegenden Zeitwert oder dem niedrigeren Barwert der künftigen Mindestleasingzahlungen, angesetzt. Anfängliche direkte Kosten werden als Teil des Vermögenswertes aufgenommen. Die Abschreibungsmethoden und Nutzungsdauern entsprechen denen vergleichbarer erworbener Vermögensgegenstände; ist zu Ende eines Leasingverhältnisses nicht hinreichend sicher, dass das Eigentum auf dem Leasingnehmer übergeht, so wird der Vermögenswert über den kürzeren der beiden Zeiträume, Laufzeit des Leasingverhältnisses oder Nutzungsdauer, vollständig abgeschrieben. Soweit bei Leasingverträgen das wirtschaftliche Eigentum beim Leasinggeber liegt, erfolgt die Bilanzierung der Leasinggegenstände beim Leasinggeber (Operating-Leasing). Die dafür anfallenden Leasing-aufwendungen werden erfolgswirksam erfasst. Der Aufwand wird linear über die Laufzeit erfasst, es sei denn, eine andere systematische Grundlage entspricht eher dem zeitlichen Verlauf des Nutzens für dem Leasingnehmer oder der Unterschied zwischen diesen Methoden und den tatsächlichen Leasing-Zahlungen unwesentlich ist. Ertrags- und Aufwandsrealisierung Verkauf von Gütern und Erbringung von Dienstleistungen Erlöse werden zum beizulegenden Zeitwert der erhaltenen oder zu erhaltenden Gegenleistung bewertet und stellen die Beträge dar, die für Güter und Dienstleistungen im normalen Geschäftsablauf zu erhalten sind. Die Umsatzerlöse werden vermindert um Erlösschmälerungen, Skonti sowie Umsatzsteuern ausgewiesen. Erlöse werden erfasst, wenn die dazugehörigen Lieferungen und Leistungen erbracht worden sind und die mit dem Eigentum verbundenen maßgeblichen Chancen und Risiken auf den Käufer übergegangen sind sowie die Zahlungseingänge verlässlich erwartet werden können. Leistungsfortschrittsbezogene Umsätze Leistungsfortschrittsbezogene Umsätze umfassen den ursprünglich im Vertrag vereinbarten Erlös, Änderungen des Gesamtwerks, Ansprüche und Erfolgsprämien, sofern es wahrscheinlich ist, dass sie zu Erlösen führen und soweit sie verlässlich ermittelt werden können. Ist das Ergebnis eines leistungsfortschrittsbezogenen Vertrages verlässlich zu schätzen, so werden die Auftragserlöse und Auftragskosten in Verbindung mit diesem leistungsfortschrittsbezogenen Vertrag entsprechend dem Leistungsfortschritt am Abschlussstichtag jeweils als Erträge und Aufwendungen erfasst. Der Leistungsfortschritt wird durch Begutachtungen der erbrachten Leistungen bestimmt. Sofern das Ergebnis eines leistungsfortschrittsbezogenen Vertrages nicht verlässlich geschätzt werden kann, wird der Erlös nur in Höhe der angefallenen Auftragskosten, die wahrscheinlich erstattungsfähig sind, erfasst. Ein erwarteter Verlust durch den leistungsfortschrittsbezogenen Vertrag wird sofort im Aufwand erfasst. Zinsen und sonstige Erträge Zinserträge werden periodengerecht unter Berücksichtigung der ausstehenden Darlehenssumme und des anzuwendenden Zinssatzes abgegrenzt. Der anzuwendende Zinssatz ist im Darlehensvertrag festgelegt und zinst die geschätzten künftigen Zahlungsmittelzuflüsse über die Laufzeit des finanziellen Vermögenswertes auf den Nettobuchwert ab. Sonstige Erträge werden periodengerecht in Übereinstimmung mit den Bestimmungen des zu Grunde liegenden Vertrags erfasst. Betriebliche Aufwendungen Betriebliche Aufwendungen werden auf der Grundlage eines direkten Zusammenhangs zwischen den angefallenen Kosten und den entsprechenden Erträgen in der Gewinn- und Verlustrechnung dann erfasst, wenn die Leistung in Anspruch genommen wird bzw. zum Zeitpunkt der Verursachung. Forschungs- und Entwicklungskosten Forschungskosten werden zum Zeitpunkt der Entstehung als Aufwand erfasst. Entwicklungskosten werden ebenfalls zum Zeitpunkt der Entstehung als Aufwand erfasst, sofern sie die Kriterien zur Aktivierung als selbsterstellter immaterieller Vermögenswert gemäß IAS 38 nicht erfüllen. Fremdkapitalkosten Fremdkapitalkosten nach IAS 23 werden nur aktiviert, wenn sie direkt dem Erwerb, dem Bau oder der Herstellung eines qualifizierten Vermögenswerts zugeordnet werden können; sonstige Fremdkapitalkosten werden zum Zeitpunkt ihres Anfalls aufwandswirksam berücksichtigt. Ertragsteuern und latente Steuern Der Ertragsteueraufwand stellt die Summe aus laufendem und latentem Steueraufwand dar. Der laufende Steueraufwand wird auf Basis des zu versteuernden Einkommens für das jeweilige Jahr ermittelt. Das zu versteuernde Einkommen unterscheidet sich vom Jahresüberschuss laut Gewinn- und Verlustrechnung, da es Aufwendungen und Erträge ausschließt, die in anderen Jahren oder niemals zu versteuern bzw. steuerlich abzugsfähig sind. Die Verbindlichkeit des Konzerns für den laufenden Steueraufwand wird basierend auf Steuersätzen und Steuervorschriften, die am Bilanzstichtag gelten oder in Kürze gelten werden, berechnet. Latente Steuern sind die erwarteten Steuerbelastungen und -entlastungen aus den Differenzen der Buchwerte von Vermögenswerten und Schulden in den Steuerbilanzen der Einzelgesellschaften verglichen mit den Wertansätzen im Konzernabschluss nach IFRS. Dabei kommt die Verbindlichkeitsmethode zur Anwendung. Normalerweise werden latente Steuerschulden für alle zu versteuernden temporären Differenzen erfasst, wogegen latente Steueransprüche für zu versteuernde temporäre Differenzen nur insoweit erfasst werden, wie es wahrscheinlich ist, dass zu versteuernde Gewinne zur Verfügung stehen, die beim Ausgleich der abzugsfähigen temporären Differenzen genutzt werden können. Solche Vermögenswerte und Schulden werden nicht angesetzt, wenn sich die temporäre Differenz (i) aus einem Geschäfts- oder Firmenwert oder (ii) aus der erstmaligen Erfassung von anderen Vermögenswerten und Schulden ergibt, welche aus Vorfällen resultieren, die weder das zu versteuernde Einkommen noch den Jahresüberschuss berühren. Zusätzlich werden latente Steuern auf steuerliche Verlustvorträge gebildet, sofern damit zu rechnen ist, dass diese künftig genutzt werden können. Der Buchwert der latenten Steueransprüche wird jedes Jahr am Bilanzstichtag geprüft und herabgesetzt, wenn es unwahrscheinlich ist, dass zukünftiges zu versteuerndes Einkommen in ausreichendem Umfang zur Verfügung stehen wird, um den Nutzen des latenten Steueranspruches, insgesamt oder teilweise, zu verwenden. Latente Steueransprüche und latente Steuerschulden sind anhand der Steuersätze bewertet, deren Gültigkeit für die Periode, in der ein Vermögenswert realisiert wird oder eine Schuld erfüllt wird, erwartet wird. Dabei werden die Steuersätze und Steuervorschriften verwendet, die zum Bilanzstichtag gültig oder angekündigt sind. Die Veränderungen der latenten Steuern werden als Steuerertrag oder -aufwand in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, es sei denn, sie betreffen Transaktionen, die im sonstigen Ergebnis oder erfolgsneutral unmittelbar im Eigenkapital erfasst wurden; in diesen Fällen werden die latenten Steuern ebenfalls im sonstigen Ergebnis bzw. erfolgsneutral im entsprechenden Eigenkapitalposten erfasst. Eventualschulden und Eventualforderungen Eventualschulden werden nicht angesetzt. Wenn Eventualschulden identifiziert werden, werden diese im Anhang angegeben, es sei denn, die Möglichkeit eines Abflusses von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen ist sehr unwahrscheinlich. Eventualforderungen werden im Abschluss nicht angesetzt. Sie werden im Anhang angegeben, wenn der Zufluss wirtschaftlichen Nutzens wahrscheinlich ist. Gebrauch von Schätzungen und Annahmen Für die Erstellung von Abschlüssen unter Beachtung der Veröffentlichungen des IASB sind Schätzungen erforderlich, die sowohl die Wertansätze in der Bilanz, die Art und den Umfang von Eventualschulden und Eventualforderungen am Bilanzstichtag als auch die Höhe der Erträge und Aufwendungen im Berichtszeitraum beeinflussen. Die Annahmen und Schätzungen beziehen sich beim Heckler & Koch Konzern im Wesentlichen auf die Festlegung wirtschaftlicher Nutzungsdauern, die Einbringlichkeit von Forderungen, die Bewertung von Vorräten, die Bilanzierung und Bewertung von Rückstellungen sowie die Realisierbarkeit zukünftiger Steuerentlastungen. Änderungen werden zum Zeitpunkt einer besseren Erkenntnis ergebniswirksam berücksichtigt. Garantie- und Gewährleistungsverpflichtungen können durch Gesetzes- oder Vertragsanforderungen begründet werden. Rückstellungen werden für die erwartete Inanspruchnahme aus Garantie- oder Gewährleistungsverpflichtungen gebildet. Eine Inanspruchnahme ist insbesondere dann zu erwarten, wenn die Gewährleistungsfrist noch nicht abgelaufen ist, wenn in der Vergangenheit Gewährleistungsaufwendungen angefallen sind oder wenn sich Gewährleistungsfälle konkret abzeichnen. Das Gewährleistungsrisiko ist aus Erfahrungswerten der Vergangenheit abgeleitet und entsprechend zurückgestellt. (Ziffer 24). Wenn ein Unternehmen des Konzerns Beklagte in einem Rechtsstreit ist und mehr für als gegen einen negativen Verfahrensausgang spricht, wird der Betrag als Prozessrisiko zurückgestellt, mit dem das Unternehmen bei negativem Verfahrensausgang wahrscheinlich belastet wird. Dieser Betrag umfasst die durch das Unternehmen wahrscheinlich zu leistenden Zahlungen wie insbesondere Schadensersatz und Abfindungen, sowie die erwarteten Verfahrenskosten. Wenn ein Unternehmen des Konzerns Beklagte in einem Rechtsstreit ist und mehr für, als gegen, einen positiven Verfahrensausgang spricht oder bei Prozessen, bei denen das Unternehmen Klägerin ist, sind lediglich die Verfahrenskosten zurückgestellt. (Ziffer 24). Der Gebrauch von Schätzungen bei anderen Positionen der Konzernbilanz und der Konzerngewinn- und Verlustrechnung wird in den Angaben für die jeweiligen Positionen dargestellt. Davon sind insbesondere die folgenden Sachverhalte betroffen: Wertminderungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte, Wertminderungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte, Wertminderungen auf Forderungen sowie den Wertansatz der latenten Steueransprüche und der Rückstellungen für Pensionen. Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung(6) Umsatzerlöse Die Umsatzerlöse sanken um TEUR 65.800 auf TEUR 155.156 im Vergleich zu TEUR 220.956 im Jahr 2013. Die Umsatzerlöse des Konzerns setzen sich wie folgt zusammen: scroll
Aufteilung nach geographischen Märkten: scroll
(7) Umsatzkosten Die Umsatzkosten sanken um TEUR 19.862 auf TEUR 98.650 im Vergleich zu TEUR 118.513 im Jahr 2013. In den Umsatzkosten sind die zur Erzielung der Umsatzerlöse angefallenen Materialkosten, Fertigungslöhne und Gemeinkosten enthalten. (8) Forschungs- und Entwicklungskosten Die Forschungs- und Entwicklungskosten sanken um TEUR 115 auf TEUR 2.800 im Vergleich zu TEUR 2.915 im Jahr 2013. Sie umfassen die diesen Aktivitäten zurechenbaren Personalkosten, Abschreibungen sowie die Kosten der Versuchsmaterialien und -werkzeuge, soweit es sich nicht um Entwicklungskosten handelt, die entsprechend IAS 38 zu aktivieren waren, sowie die Abschreibungen oder Ausbuchung von aktivierten Entwicklungskosten. (9) Vertriebskosten Die Vertriebskosten sanken um TEUR 3.937 auf TEUR 23.120 im Vergleich zu TEUR 27.057 im Jahr 2013. Die Vertriebskosten umfassen im Wesentlichen Personal-, Sach- und Marketingkosten sowie die auf den Vertriebsbereich entfallenden Abschreibungen und auftragsbezogene Projektkosten. (10) Allgemeine Verwaltungskosten In den allgemeinen Verwaltungskosten sind Personal- und Gemeinkosten sowie die auf den Verwaltungsbereich entfallenden Abschreibungen enthalten. Sie stiegen um TEUR 1.711 auf TEUR 21.659 im Vergleich zu TEUR 19.948 in 2013. (11) Sonstige betriebliche Erträge scroll
In den sonstigen betrieblichen Erträgen sind periodenfremde Erträge in Höhe von TEUR 4.801 (2013: TEUR 2.731) enthalten. Diese setzen sich im Wesentlichen zusammen aus Erträgen aus der Auflösung von Rückstellungen und Rechnungsabgrenzungen in Höhe von TEUR 4.737 (2013: TEUR 2.546), Erträgen aus dem Abgang von langfristigen Vermögenswerten in Höhe von TEUR 18 (2013: TEUR 20) und Erträgen aus Rückerstattungen, Ausbuchungen und Versicherungsleistungen in Höhe von TEUR 47 (2013: TEUR 164). (12) Sonstige betriebliche Aufwendungen scroll
In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind periodenfremde Aufwendungen in Höhe von TEUR 537 (2013: TEUR 2.278) enthalten. Diese enthalten im Wesentlichen Wertberichtigungen auf Forderungen, Verluste aus dem Abgang von langfristigen Vermögenswerten und Gutschriften für Vorjahre. (13) Analyse nach Art der Aufwendungen und EBITDA Die Gewinn- und Verlustrechnung zeigt die betrieblichen Aufwendungen aufgeteilt nach Funktionsbereichen. Die folgende Tabelle stellt das Betriebsergebnis mit den Aufwendungen analysiert nach deren Art und das EBITDA dar: scroll
EBITDA ist ein nicht nach IFRS definierter Begriff und wird deswegen unterschiedlich ermittelt. (14) Finanzergebnis scroll
Die Zinserträge enthalten Zinsen aus lang- und kurzfristigen Darlehen, aus Guthaben bei Kreditinstituten sowie aus Steuerrückerstattungen. Der Ertrag aus Abzinsung langfristiger Verbindlichkeiten bezieht sich auf die sonstigen langfristigen Rückstellungen. Die Zinsaufwendungen enthalten im Wesentlichen Zinsen auf Anleiheverbindlichkeiten. Die Aufzinsung der langfristigen Verbindlichkeiten bezieht sich auf die leistungsorientierten Versorgungsverpflichtungen, sonstige langfristige Rückstellungen und die Anleihe der HKO. Das Ergebnis aus der Bewertung von Anleihetilgungsklauseln ergibt sich aus Wertänderungen der eingebetteten Derivate im Anleihevertrag. Die Ergebnisse aus der Bewertung sonstiger derivativer Finanzinstrumente resultieren aus Termingeschäften, die das Risiko aus der Umrechnung der in US-Dollar erwarteten Zahlungsflüsse reduzieren sollten. Die Erträge und Aufwendungen aus Kursdifferenzen enthalten Erträge und Aufwendungen aus der Ausübung von Devisentermingeschäften sowie Kursdifferenzen aus Transaktionen, die nicht gesichert waren. Die Aufwendungen aus der Bewertung von Investitionen resultieren aus Zuführungen zu Wertberichtigungen auf Finanzanlagen. Die sonstigen finanziellen Aufwendungen beinhalten Avalkosten, überwiegend im Zusammenhang mit der Gestellung von Garantien an Kunden. (15) Ertragsteuern Der Ertragsteueraufwand setzt sich wie folgt zusammen: scroll
Als Ertragsteuern werden die Körperschaft- und Gewerbesteuer inklusive Solidaritätszuschlag der inländischen Konzerngesellschaften sowie die vergleichbaren Ertragsteuern der ausländischen Konzerngesellschaften ausgewiesen. Durch die bestehenden ertragsteuerlichen Organschaften der inländischen Konzerngesellschaften fällt ab dem Geschäftsjahr 2013 Ertragsteuer beim obersten Beherrschungsorgan, der HKB, an. Der ausgewiesene laufende Steueraufwand hat sich trotz des im Geschäftsjahr deutlich niedrigeren Ergebnises vor Ertragsteuern in Höhe von TEUR 13.585 Verlust (2013: TEUR 20.734 Gewinn) nur auf TEUR 3.165 (2013: TEUR 5.703) verringert. Ursache dafür ist im Wesentlichen die im Vorjahr höhere Nutzung steuerlicher Verlustvorträge. Für die Gesellschaften in Deutschland ermittelt sich ein Ertragsteuersatz von 27,725% (2013: 27,725%). Die Besteuerung im Ausland wird zu den in diesen Ländern geltenden Steuersätzen berechnet und liegt zwischen 20,0% und 35,0% (2013: zwischen 20,0% und 36,9%). Die latenten Steuern werden durch Anwendung der Steuersätze ermittelt, die nach der derzeitigen Rechtslage in den einzelnen Ländern zum Realisationszeitpunkt gelten bzw. in Kürze gelten werden. Die folgende Tabelle zeigt eine Überleitungsrechnung vom erwarteten Ertragsteueraufwand, der sich theoretisch bei Anwendung des aktuellen inländischen Ertragsteuersatzes von 27,725% (2013: 27,725%) im Konzern ergeben würde, zum tatsächlich ausgewiesenen Ertragsteueraufwand. scroll
Die Steuerabgrenzungen sind den folgenden Sachverhalten zuzuordnen: scroll
Im Jahr 2014 wurde eine Erhöhung der latenten Steueransprüche von TEUR 2.822 (2013: TEUR 386 Erhöhung) erfolgsneutral durch das sonstige Ergebnis im Eigenkapital erfasst, da dieser Unterschied aus versicherungsmathematischen Gewinnen und Verlusten von leistungsorientierten Pensionsplänen resultiert. Die Unterschiede aus Kursdifferenzen für die Umrechnung der in den Bilanzen der ausländischen Tochterunternehmen befindlichen latenten Steuern sind ebenfalls erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis erfasst. Alle anderen Veränderungen der latenten Steueransprüche und -verpflichtungen wurden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfolgswirksam erfasst: scroll
Mögliche latente Steueransprüche in Höhe von TEUR 2.258 (2013: TEUR 1.018), resultierend aus steuerlichen Verlustvorträge der Tochtergesellschaften in den USA, sind hier nicht enthalten. Mögliche latente Steueransprüche des Mutterunternehmens in Höhe von TEUR 20.579 (2013: TEUR 17.237) resultierend aus steuerlich vortragsfähigen Zinsaufwendungen sind ebenfalls nicht aktiviert worden. Nach Begründung einer ertragsteuerlichen Organschaft zwischen HKB und HKO in 2013 konnten die in den Vorjahren gebildeten Wertberichtigungen in Höhe von TEUR 7.294 auf mögliche latente Steueransprüche des Mutterunternehmens, HKB, resultierend aus steuerlichen Verlustvorträgen, aufgelöst werden. Diese Verlustvorträge konnten in 2013 und 2014 größtenteils verbraucht werden. Im Jahr 2014 wurden Ertragsteuern in Höhe von 3,1 Mio. EUR (2013: 9,8 Mio. EUR) bezahlt. Davon betreffen 1,7 Mio. EUR (2013: 3,3 Mio. EUR) Vorauszahlungen für deutsche Ertragsteuern für das laufende Jahr, 0,3 Mio. EUR (2013: 3,9 Mio. EUR) netto Nachzahlungen für deutsche Ertragsteuern für Vorjahre und 1,1 Mio. EUR (2013: 2,7 Mio. EUR) netto ausländische Ertragsteuerzahlungen. Angaben zur Bilanz(16) Immaterielle Vermögenswerte scroll
Wie in Ziffer 5 beschrieben, unterliegen der Geschäfts- oder Firmenwert und die sonstigen immateriellen Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer einer jährlichen Prüfung auf Wertminderung. Der Geschäfts- oder Firmenwert wird auf die einzelnen Unternehmen verteilt, bei denen es sich um die Segmente des Heckler & Koch Konzerns und gleichzeitig die niedrigste Ebene innerhalb des Konzerns, auf der der Geschäfts- oder Firmenwert für interne Managementzwecke überwacht wird, handelt. Wie in oben stehender Tabelle ausgewiesen, wird ein Geschäfts- oder Firmenwert unverändert zum Vorjahr in Höhe von TEUR 5.149 bilanziert. Dies entspricht dem von unabhängigen Dritten erworbenen Teil des Nettobuchwerts des Firmenwerts in dem nach dem deutschen Handelsrecht zum Umstellungszeitpunkt auf IFRS (1. Januar 2006) erstellten wehrtechnischen Teilkonzernabschluss (ohne Markenrechte). Ursprünglich hieß die Muttergesellschaft dieses Teilkonzerns Heckler & Koch Wehrtechnik Holding GmbH. Diese Gesellschaft erwarb Ende 2003 die Entwicklungs-, Herstellungs- und Vertriebsgesellschaft Heckler & Koch Gesellschaft mit beschränkter Haftung. In 2004 wurden die zwei Gesellschaften verschmolzen und in die Heckler & Koch GmbH umbenannt. Deswegen wird ein Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von TEUR 4.016 der verschmolzenen Heckler & Koch GmbH zugeordnet. Ein Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von TEUR 1.133 resultierte aus dem Erwerb der Heckler & Koch France SAS in 2004 und wird deshalb diesem Unternehmen zugeordnet. Der Markenname aus dem Erwerb der Heckler & Koch Gesellschaft mit beschränkter Haftung Ende 2003 wurde als ein immaterieller Vermögenswert angesetzt (2014: TEUR 8.393; 2013: TEUR 8.393) und ist auch der verschmolzenen Heckler & Koch GmbH zugeordnet. Da mit diesem Markennamen das Ansehen des Konzerns verbunden ist, wird diesem, wie auch dem Geschäfts- oder Firmenwert, eine unbestimmte Nutzungsdauer zugrunde gelegt. Diese einzelnen immateriellen Vermögenswerte sind für den Konzern gemäß IAS 38.122 (b) von wesentlicher Bedeutung. Da der Heckler & Koch Konzern in Privatbesitz ist und vergleichbare Gesellschaften nicht regelmäßig während des letzten Jahres auf einem aktiven Markt gehandelt wurden, war es nicht möglich, die Prüfungen auf Wertminderung auf der Basis eines Marktwertes durchzuführen. Die Prüfungen auf Wertminderung wurden deshalb auf den Nutzungswert gestützt, der durch die Abzinsung der geplanten zukünftigen Cashflows basierend auf den operativen Ergebnissen in den ersten fünf Jahren aus dem jährlichen Zehnjahresgeschäftsplan bestimmt wurde. Eine Wertminderung wurde nicht festgestellt. Durch eine in November 2014 abgeschlossene Sicherungsabtretung sind bestimmte Patente, Markennamen und Domaine als Sicherheit für eine revolvierende Kreditlinie verpfändet worden (Nettobuchwert 2014: TEUR 8.393). Die planmäßigen Abschreibungen und Wertminderungen auf immaterielle Vermögenswerte sind in den folgenden GuV-Positionen enthalten: scroll
Zum 31. Dezember 2014 betrugen die vertraglichen Verpflichtungen des Konzerns für den Erwerb von immateriellen Vermögenswerten TEUR 3 (2013: TEUR 19). (17) Sachanlagen scroll
Im Vorjahr wurden bestimmte Vermögensgegenstände (2014: TEUR 0; 2013: TEUR 527) samt Wertberichtigungen (2014: TEUR 0; 2013: TEUR 334) von den Vorräten in das Anlagevermögen umklassifiziert; diese Transaktionen sind in den Zeilen „Umbuchungen" enthalten. Durch einen in 2011 abgeschlossenen Sicherungsübereignungsvertrag waren bestimmte Maschinen als Sicherheit für eine Kreditlinie an eine deutsche Bank verpfändet worden (Nettobuchwert 2013: 12,5 Mio. EUR); in November 2014 wurde dieser Sicherungsübereignungsvertrag aufgelöst. Durch eine in November 2014 abgeschlossene Grundschuldbestellungsurkunde und die dazugehörige Sicherungszweckvereinbarung sind bestimmte Grundstücke und Bauten als Sicherheit für eine revolvierende Kreditlinie verpfändet worden (Nettobuchwert 2014: 20,9 Mio. EUR). Durch einen in November 2014 abgeschlossenen Sicherungsübereignungsvertrag sind bestimmte Maschinen (Nettobuchwert 2014: 14,9 Mio. EUR) und bestimmte andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsaustattungen (Nettobuchwert 2014: 4,7 Mio. EUR) auch als Sicherheit für diese Kreditlinie verpfändet worden. Das Anlagevermögen enthält keine Vermögenswerte, die mittels Finanzierungsleasing erworben worden sind. Zum 31. Dezember 2014 betrugen die vertraglichen Verpflichtungen des Heckler & Koch Konzerns für den Erwerb von Sachanlagen TEUR 793 (2013: TEUR 3.246) (ohne Anlagen in Bau). (18) Langfristige Finanzanlagen und Derivate sowie kurzfristige Darlehen, Investitionen und Derivate Die in der Bilanz ausgewiesenen „Sonstigen langfristigen Finanzanlagen und Derivate" beinhalten langfristig angelegte verzinsliche Bankguthaben in Höhe von TEUR 1.208 (2013: TEUR 40), die als Sicherheit für bestimmte Bankgarantien und ähnliches dienen, sowie eingebettete Derivate für Tilgungsoptionen im Anleihevertrag, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert in Höhe von TEUR 1.600 (2013: TEUR 1.400) angesetzt werden. Für die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte der eingebetteten Derivate wurde ein Bewertungsmodell für Bondoptionen verwendet, welches auf dem Modell von Black (1976) basiert. Basis der Bewertung sind Zinskurven, die Volatilitäten der Rendite unserer Anleihe und der Marktpreis unserer Anleihe, welche zu den jeweiligen Stichtagen von Konzerndritten bezogen werden. Eine Investition in Höhe von TEUR 2 (2013: TEUR 2) bezieht sich auf eine 26% Beteiligung an einem ausländischen Unternehmen, welche unwesentlich ist und deshalb nicht mit der Equity-Methode in den Konsolidierungskreis miteinbezogen wird (Ziffer 4). Eine weitere Investition in Höhe von TEUR 6 (2013: TEUR 6) bezieht sich auf eine vertraglich vereinbarte 50% Beteiligung an einem ausländischen Unternehmen, welche unwesentlich und noch nicht einbezahlt ist und deshalb noch nicht mit der Equity-Methode in den Konsolidierungskreis miteinbezogen wird (Ziffer 4). In den Vorjahren enthielt die Bilanzposition „Sonstige Darlehen, Investitionen und Derivate" Wertpapiere die gesetzlich zur Sicherung von Altersteilzeitansprüchen erforderlich und deshalb vollständig verpfändet waren (2014: TEUR 0; 2013: TEUR 1.203); diese werden jetzt mit der entsprechenden Rückstellung verrechnet. Des Weiteren enthält diese Bilanzposition TEUR 0 (2013: TEUR 3.614) bezüglich zwei besicherter Darlehen an Gesellschafter des Konzerns, die in 2014 getilgt wurden (weitere Angaben darüber sind in Ziffer 36, 38), und zwei unbesicherte Darlehensforderungen gegenüber Gesellschaftern einschließlich Zinsen in Höhe von TEUR 62.688 (2013: TEUR 56.486). Das größere der beiden Darlehen in Höhe von TEUR 62.677 (2013: TEUR 56.466) ist voll wertberichtigt, so dass sich zum 31. Dezember 2014 ein Buchwert in Höhe von TEUR 11 (2013: TEUR 20) ergibt. Diese Bilanzposition enthält auch verzinsliche Bankguthaben in Höhe von TEUR 5.085 (2013: TEUR 6.407), die als Sicherheit für bestimmte Bankgarantien dienen, und für mehr als drei jedoch weniger als zwölf Monate angelegt sind. Der Heckler & Koch Konzern hat Darlehensforderungen an nahestehende Unternehmen, die als nicht werthaltig betrachtet und deshalb wie bereits in Vorjahren in voller Höhe abgeschrieben sind (Ziffer 36). (19) Vorräte scroll
Bei den Vorräten sind Wertminderungen aufgrund von Markt- und Gängigkeitsrisiken in Höhe von TEUR 18.443 (2013: TEUR 16.816) vorgenommen worden. Diese Wertminderungen reduzieren bestimmte Vorräte auf deren Nettoveräußerungswerte. Die wertgeminderten Vorräte weisen am 31. Dezember 2014 einen Buchwert von insgesamt TEUR 8.322 (2013: TEUR 7.528) aus. Wertminderungen aus Vorjahren in Höhe von TEUR 395 sind in 2014 (2013: TEUR 1.110), aufgrund von Wertaufholungen durch Neubewertung infolge Gängigkeit bzw. durch den Verkauf zu buchwertübersteigenden Werten, als Verminderung des Materialaufwands erfasst. Eine Wertminderung der Vorräte in Höhe von TEUR 1.582 (2013: TEUR 1.121) wurde als Aufwand erfasst. Durch einen im November 2014 abgeschlossenen Sicherungsübereignungsvertrag sind bestimmte Vorräte als Sicherheit für eine revolvierende Kreditlinie verpfändet worden (Nettobuchwert 2014: 68.0 Mio. EUR). (20) Forderungen, geleistete Anzahlungen und sonstige Vermögenswerte scroll
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind nicht verzinslich und haben in der Regel eine Fälligkeit von 15 bis 60 Tagen. Die sonstigen Vermögenswerte beinhalten im Wesentlichen Umsatzsteuer und sonstige Steueransprüche aus der normalen Geschäftstätigkeit, sowie Forderungen an Mitarbeiter und Geschäftsführer (Reise- und Gehaltsvorschüsse, Darlehen). Falls es einen Anhaltspunkt dafür gibt, dass bei einer Forderung eine Wertminderung eingetreten sein könnte, spätestens wenn sie über 180 Tage überfällig ist, wird eine mögliche Wertminderung von der Finanz-, Vertriebs- und Rechtsabteilung geprüft. Für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind für erkennbare Einzelrisiken Wertberichtigungen in Höhe von TEUR 849 (2013: TEUR 746) gebildet. Das Wertberichtigungskonto für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen hat sich wie folgt entwickelt: scroll
Aufwendungen aus Wertberichtigungen von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen bzw. Erträge aus Auflösung von Wertberichtigungen werden unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen bzw. Erträgen ausgewiesen. Die Fälligkeitsanalyse der Finanzinstrumente, die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind, stellt sich wie folgt dar: scroll
Für den Bestand der weder überfälligen noch wertgeminderten Forderungen wurden zum Abschlussstichtag keine Anzeichen dafür identifiziert, dass die Schuldner ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen werden. (21) Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente Diese Position umfasst den Kassenbestand, Schecks, sofort verfügbare Guthaben bei Kreditinstituten sowie kurzfristige Einlagen mit einer ursprünglichen Laufzeit von weniger als drei Monaten. Diese werden mit den fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Als Voraussetzung für die Bereitstellung bestimmter Devisensicherungs- und Garantielinien müssen wir als Sicherheit unter anderem unterschiedliche Beträge als Festgelder hinterlegen (Ziffer 25). Zum 31. Dezember 2014 hatten wir 5,5 Mio. EUR solcher Festgelder hinterlegt (2013: 4,7 Mio. EUR), die in Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente enthalten sind. (22) Eigenkapital Die folgende Aufstellung der Veränderung des Eigenkapitals stellt die Veränderungen der einzelnen Posten des Eigenkapitals im Konzern dar: scroll
Die HKB war bis zum 7. April 2014 eine deutsche GmbH, deshalb wurde das gezeichnete Kapital (Stammkapital) nicht in Aktien aufgeteilt. Das Stammkapital der HKB GmbH betrug TEUR 80 und wurde im Gründungsjahr 2002 in voller Höhe eingezahlt. Mit notariell beurkundetem Anteilskauf- und -übertragungsvertrag vom 23. November 2007 hat das Mutterunternehmen 55,38% (in Höhe von TEUR 44,3) der eigenen GmbH-Anteile erworben. Durch die Umwandlung in eine AG, registriert am 7. April 2014, und die Umwandlung vom Gewinnvortrag in Grundkapital, registriert am 17 April 2014, hat die HKB jetzt ein Grundkapital in Höhe von 21 Mio. EUR, eingeteilt in 21 Mio. nennwertlose Stückaktien. Die Kapitalrücklage ist durch zusätzliche Kapitaleinlagen der Gesellschafter entstanden. Die Rücklage für Umrechnungsdifferenzen beinhaltet alle Fremdwährungsunterschiede, die sich aus der Umrechnung der in Fremdwährung aufgestellten Einzelabschlüsse der Tochtergesellschaften ergeben. Die Rücklage für leistungsorientierte Verpflichtungen beinhaltet die kumulierten versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste abzüglich Steuer, die aus den leistungsorientierten Versorgungsverpflichtungen angefallen sind. Die Nettoverminderung ist durch versicherungsmathematische Verluste in Höhe von TEUR 10.180 (2013: TEUR 1.391) abzüglich TEUR 2.822 (2013: TEUR 386) latente Steuer entstanden. Die konsolidierten Bilanzgewinne / Bilanzverluste beinhalten eine Reduzierung in Höhe von TEUR 62.333, die aus der Umstellung auf IFRS am 1. Januar 2008 entstanden ist, hauptsächlich wegen des Unterschiedsbetrags aus dem oben beschriebenen Kauf eigener Anteile im November 2007. Eine zusätzliche Reduzierung in Höhe von TEUR 2.857 stammt aus dem jeweiligen Unterschied zwischen Kaufpreis und Nettovermögen für den Erwerb der unter gemeinsamer Beherrschung („common control") stehenden Suhler USA, Inc. im April 2009 und der Suhler Jagd- und Sportwaffen Holding GmbH im Mai 2009. Der Erwerb wurde jeweils so dargestellt, als ob er bereits vor dem Jahr 2008 stattgefunden hätte. Der Heckler & Koch Konzern weist zum Bilanzstichtag ein negatives Eigenkapital von 174,3 Mio. EUR (2013: 151,5 Mio. EUR) aus. Die Fortführung der Geschäftstätigkeit der Einzelgesellschaften und damit des Konzerns wird dadurch jedoch nicht in Frage gestellt. Der von einer unabhängigen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft auf Plausibilität geprüfte und bestätigte Geschäftsplan des Heckler & Koch Konzerns beinhaltet eine Verbesserung der Eigenkapitalposition und Reduzierung der Verschuldung inklusive Refinanzierung der Anleihe vor deren Fälligkeit. Nach dem deutschen Aktiengesetz bemisst sich die ausschüttungsfähige Dividende nach dem Bilanzgewinn, der im Jahresabschluss der Muttergesellschaft, H&K AG, ausgewiesen wird. Dieser wird gemäß den Vorschriften des deutschen Handelsgesetzbuches (HGB) aufgestellt. Der Hauptversammlung wird vorgeschlagen, den zum 31. Dezember 2014 im Jahresabschluss ausgewiesenen Jahresfehlbetrages von 23,1 Mio. EUR auf neue Rechnung vorzutragen und damit mit dem bestehenden Bilanzgewinnvortrag von 145,5 Mio. EUR (nach der oben beschriebenen Grundkapitalerhöhung) zu verrechnen. (23) Rückstellungen für Pensionen und ähnliche leistungsorientierte Versorgungsverpflichtungen Die betriebliche Altersversorgung erfolgt im Konzern bei den Auslandsgesellschaften auf Basis beitragsorientierter Zusagen, während die HKO und die HKS leistungsorientierte und beitragsorientierte Versorgungspläne haben. Die leistungsorientierten Versorgungspläne für die Mitarbeiter wurden zuletzt in 2002 für Neuzugänge geschlossen. Hinzu kommen Beiträge zu den jeweiligen gesetzlichen Altersversorgungen. Bei den beitragsorientierten Zusagen (Defined Contribution Plans) zahlt das Unternehmen aufgrund gesetzlicher oder vertraglicher Bestimmungen bzw. auf freiwilliger Basis Beträge an staatliche oder private Rentenversicherungsträger. Mit Zahlung der Beträge bestehen für das Unternehmen keine weiteren Leistungsverpflichtungen. Die laufenden Beitragszahlungen sind als Personalaufwand des jeweiligen Jahres ausgewiesen; sie beliefen sich im Konzern auf insgesamt TEUR 3.653 (2013: TEUR 3.499). Die leistungsorientierten Pläne (Defined Benefit Plans) werden im Konzern durch die Bildung von Rückstellungen für Pensionen, Austrittsgeschenke und Sterbegelder berücksichtigt, die nach dem An-wartschaftsbarwertverfahren („Projected Unit Credit Method") gemäß IAS 19 ermittelt sind. Bei diesem Verfahren werden neben den am Bilanzstichtag bekannten Renten und erworbenen Anwartschaften auch künftig zu erwartende Steigerungen von Renten und Gehältern bei vorsichtiger Einschätzung der relevanten Einflussgrößen berücksichtigt. Die Berechnung beruht auf versicherungsmathematischen Gutachten unter Berücksichtigung biometrischer Rechnungsgrundlagen (Richttafeln 2005 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck). Der Firmenrentenanspruch darf zusammen mit der gesetzlichen Rente 75% des anrechnungsfähigen Einkommens (durchschnittlicher mtl. Bruttoverdienst des letzten Jahres) nicht überschreiten. Bei den leistungsorientierten Plänen haben Arbeitnehmer Anspruch auf Leistungen in Abhängigkeit von der Dauer der Betriebszugehörigkeit bei Erreichen des Ruhestandsalters von 65 Jahren. Unter den leistungsorientierten Plänen, die vor 1995 galten, erhalten die anspruchsberechtigten Mitarbeiter für die Dienstzeit von 10 Jahren einen Rentenanspruch in Höhe von 8% des durchschnittlichen monatlichen Bruttoverdienstes des letzten Jahres plus 0,25% für jedes weitere Dienstjahr. Steigerungen sind nicht mehr möglich, da diese Versorgungsordnungen geschlossen und unverfallbare Anwartschaften ausgestellt wurden. Beim leistungsorientierten Plan vom 1. Januar 1995 erhalten die anspruchsberechtigten Mitarbeiter pro Dienstjahr einen festgelegten Betrag gemäß Pensionsstufe. Maßgebend ist bei aktiven Mitarbeitern die Pensionsstufe bei Eintritt des Versorgungsfalles. Die Versorgungsordnung wurde für neu eintretende Mitarbeiter zum 30. November 2002 geschlossen. Für die leitenden Angestellten gelten auch die o.g. Versorgungsordnungen. Ausnahme sind leitende Angestellte mit einer Einzelzusage. Die Höhe der Ansprüche ergibt sich hier aus der vertraglichen Vereinbarung. Die Veränderungen des Barwerts der fondsgedeckten und nicht fondsgedeckten leistungsorientierten Versorgungsverpflichtungen stellen sich wie folgt dar: scroll
Der Dienstzeitaufwand wird in den Funktionsbereichen und der jährliche Nettozinsaufwand im Zinsergebnis ausgewiesen. Die versicherungsmathematischen Gewinne/Verluste werden erfolgsneutral durch die Gesamtergebnisrechnung in den Rücklagen erfasst. Der beizulegende Zeitwert des Planvermögens bezieht sich zu 100% auf Aktivwerte aus Rückdeckungsversicherungen. Die erwartete langfristige Rendite aus diesem Planvermögen wird mit 1,90% (2013: 3,70%) berechnet. Diese orientiert sich am Diskontierungszinssatz für die dazugehörigen Pensionsverpflichtungen. Die tatsächlichen Erträge aus dem Planvermögen betrugen TEUR 19 (2013: TEUR 15). Es wird erwartet, dass in 2015 Beiträge in Höhe von ca. TEUR 80 geleistet werden. Im Folgenden sind die wichtigsten zum Abschlussstichtag verwendeten versicherungsmathematischen Annahmen aufgeführt: scroll
Bei Konstanthaltung der anderen Annahmen hätten die bei vernünftiger Betrachtungsweise am Abschlussstichtag möglich gewesenen Veränderungen bei einer der maßgeblichen versicherungsmathematischen Annahmen die leistungsorientierte Verpflichtung mit den nachstehenden Beträgen beeinflusst: scroll
Obwohl diese Analyse die vollständige Verteilung der nach dem Plan erwarteten Cashflows nicht berücksichtigt, liefert sie einen Näherungswert für die Sensitivität der dargestellten Annahmen. (24) Sonstige lang- und kurzfristige Rückstellungen Die lang- und kurzfristigen Rückstellungen setzen sich wie folgt zusammen: scroll
Die Rückstellungen entfallen auf: scroll
Rückstellungen für Verpflichtungen aus Altersteilzeitvereinbarungen sind in den Personalverpflichtungen enthalten. Sie umfassen die Freistellungsguthaben der Mitarbeiter aus Lohn- und Gehaltszahlungen sowie die gesamten Aufstockungsleistungen und Abfindungen für die Restlaufzeit des Altersteilzeitverhältnisses. Die Rückstellungen sind mit dem Barwert der vertraglichen Verpflichtungen angesetzt und in versicherungsmathematischen Berichten, bei deren Ermittlung die Richttafeln 2005 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck und ein Kapitalisierungszinsfuß von 4,53% (2013: 4,88%) zu Grunde gelegt worden sind, berechnet. Materielle Unsicherheiten bei der Bestimmung der Höhe bestehen nicht. Diese Verpflichtungen werden durch die Verpfändung bestimmter Wertpapiere gesichert; seit 2014 werden diese Vermögenswerte mit der Rückstellung verrechnet. Die Altersteilzeitvereinbarungen haben in der Regel eine Laufzeit von vier bis sechs Jahren; in der Arbeitsphase (erste Hälfte der Altersteilzeit) wird die Rückstellung zugeführt und in der Freistellungsphase (zweite Hälfte) erfolgen die Abflüsse des wirtschaftlichen Nutzens. Dementsprechend ist die erwartete Fälligkeit der Abflüsse von wirtschaftlichem Nutzen für Altersteilzeitvereinbarungen über bis zu sechs Jahren. Weitere Rückstellungen im Personalbereich werden unter anderem für Jubiläumszuwendungen, ähnliche Verpflichtungen und Tantiemen gebildet. Diese Personalrückstellungen werden auf Basis entsprechender vertraglicher Verpflichtungen geschätzt. In der Regel wird die Fälligkeit der Abflüsse von wirtschaftlichem Nutzen innerhalb zwölf Monaten erwartet. Ausnahmen hiervon sind Jubiläumszuwendungen (TEUR 131; 2013: TEUR 484), deren Auszahlung über bis zu vierzig Jahren erfolgen werden und nachlaufende Personalkosten (TEUR 1.238; 2013: TEUR 1.511), deren Auszahlung über bis zu sieben (2013: acht) Jahren erfolgen werden. Materielle Unsicherheiten bei der Bestimmung der Höhe bestehen nicht. Die Rückstellungen für Gewährleistungen wurden auf der Grundlage von Vergangenheitserfahrungen hinsichtlich der Haftung des Konzerns für eine Gewährleistungszeit von zwei Jahren geschätzt. Dementsprechend ist die erwartete Fälligkeit der Abflüsse von wirtschaftlichem Nutzen innerhalb zwei Jahren. Materielle Unsicherheiten bei der Bestimmung der Höhe bestehen nicht. Rückstellungen für sonstige Verpflichtungen betreffend den Absatzbereich beinhalten Rückstellungen für Kompensationsverpflichtungen, Drohverluste, Konventionalstrafen, nachlaufende Kosten und Preisprüfungen bei bestimmten Aufträgen. Diese Rückstellungen werden auf Basis der Wahrscheinlichkeit, der entsprechenden vertraglichen Verpflichtungen und des aktuellen Status angesetzt; die erwartete Fälligkeit der Abflüsse von wirtschaftlichem Nutzen ist in der Regel innerhalb zwölf Monaten, wobei die Kompensationsverpflichtungen, soweit nicht erfüllt, nach bis zu zehn (2013: neun) Jahren fällig werden. Materielle Unsicherheiten bei der Bestimmung der Höhe bestehen nicht. Die „Übrigen Rückstellungen" betreffen hauptsächlich Prozessrisiken, die in Höhe ihres wahrscheinlichen Eintritts angesetzt werden. Das Ergebnis eines Rechtsstreits hängt vom Prozess ab, dementsprechend ist die gebildete Rückstellung mit besonderen Unsicherheiten verbunden. Die erwartete Fälligkeit der Abflüsse von wirtschaftlichem Nutzen ist in der Regel innerhalb von zwölf Monaten. Die Rückstellung für Prozessrisiken deckt auch den Fall des durch die Staatsanwaltschaft Stuttgart seit 2010 gegen Mitarbeiter der HKO durchgeführten Ermittlungsverfahrens, in dem Vorwürfe der unbefugten Ausfuhr von Gewehren nach Mexiko seit 2005 untersucht werden. Darüber hinaus erhebt die Staatsanwaltschaft den Vorwurf der Bestechung von inländischen Amtsträgern und von ausländischen Entscheidungsträgern in Mexiko. Die HKO hat eine global agierende Wirtschaftsprüfungsgesellschaft damit beauftragt, die verfahrensrelevanten Sachverhalte im Rahmen einer unabhängigen Untersuchung aufzuklären. Das Ergebnis der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft wurde als Bericht über die Sonderuntersuchung bei der HKO im ersten Halbjahr 2013 der Staatsanwaltschaft Stuttgart zur Verfügung gestellt. Die HKO hat der Staatsanwaltschaft volle Kooperation und Unterstützung bei der Aufklärung der verfahrensrelevanten Sachverhalte zugesagt. Die strafrechtliche Würdigung der Sachverhalte bleibt der Staatsanwaltschaft Stuttgart vorbehalten. Im Auftrag der Staatsanwaltschaft Stuttgart hat das Zollkriminalamt Köln im Sommer 2014 einen Schlussbericht verfasst, soweit es um die Lieferungen von Gewehren nach Mexiko geht. Im Jahr 2015 ist eine Entscheidung der Staatsanwaltschaft Stuttgart zu erwarten, ob der Vorgang nach einer Dauer des Ermittlungsverfahrens von 5 Jahren in ein gerichtliches Anklageverfahren übergeleitet werden wird. Die Auswirkungen aus der Aufzinsung und Änderung des Abzinsungssatzes waren für die Bewertung einiger langfristiger Rückstellungen wesentlich. Das Finanzergebnis enthält TEUR 1.466 Nettoaufwand (2013: TEUR 1.064 Nettoaufwand) aus Ab- bzw. Aufzinsung von sonstigen langfristigen Rückstellungen, was zu einer entsprechenden Erhöhung der gebildeten Rückstellungen führt. (25) Finanzverbindlichkeiten und Kreditlinien Die einzige wesentliche langfristige Finanzverbindlichkeit des Heckler & Koch Konzerns ist die hochverzinsliche Anleihe in Höhe von 295 Mio. EUR, welche von der HKO im Mai 2011 mit einem Festzinssatz von 9,5% emittiert wurde und im Mai 2018 fällig ist. Diese Anleihe wird in der Bilanz mit den fortgeführten Anschaffungskosten in Höhe von TEUR 289.573 (2013: TEUR 288.290) angesetzt. Die Zinsabgrenzungen in Höhe von TEUR 3.503 (2013: TEUR 3.503) werden innerhalb der sonstigen Verbindlichkeiten ausgewiesen. Die 295 Mio. EUR wurden verwendet, um die im Juli 2011 fällige Anleihe der HKO zuzüglich aufgelaufener Zinsen zu tilgen (125 Mio. EUR) und um die PIK-Darlehensforderung an die Konzernmuttergesellschaft HKB im Markt von Dritten zu erwerben (170 Mio. EUR). Wegen der in 2013 gebildeten ertragsteuerlichen Organschaft zwischen HKO und HKB gilt jetzt, gemäß Section 4.22(b) des Anleihevertrags, HKB als Emittent („Issuer") und HKO als beschränktes Tochterunternehmen („Restricted Subsidiary") für Zwecke des Article 4 des Anleihevertrags (bindende Zusagen und themenverwandte Definitionen). Die Bestimmungen sämtlicher solcher Zusagen müssen jetzt so ausgelegt werden, als ob die HKB seit dem Emissionstag der Emittent gewesen wäre. Dementsprechend unterliegen die HKB und ihre Tochtergesellschaften durch den Anleihevertrag im Hinblick auf folgende Transaktionen strengen Einschränkungen: Die HKB und ihre Tochterunternehmen sind grundsätzlich berechtigt zusätzliches Fremdkapital bzw. sonstige finanzielle Verpflichtungen, die in der Anleihevereinbarung im Einzelnen festgelegt sind, bis zur Höhe von weiteren 10 Mio. EUR aufzunehmen sowie Kreditrahmen bis zur Höhe von weiteren 30 Mio. EUR in Anspruch zu nehmen. Abgesehen von den im Einzelnen festgelegten Ausnahmen, sind HKB und ihre Tochterunternehmen nicht berechtigt zusätzliches Fremdkapital aufzunehmen (einschließlich erworbenes Fremdkapital bzw. sonstige finanzielle Verpflichtungen), es sei denn, ein „Default" oder „Event of Default" würde nach Durchführung auf pro forma Basis einer solchen Übernahme von Fremdkapital nicht eintreten oder sich fortsetzen und die pro forma konsolidierte Fixkostendeckungsquote (wie definiert) für die vier vollen Quartale, für die Quartalsabschlüsse jeweils bestehen, die der Übernahme des Fremdkapitals unmittelbar vorausgehen, betrachtet als ein Zeitraum, wäre größer als 2.0 zu 1.0. (Section 4.06). Überdies unterliegen die HKB und ihre Tochterunternehmen den in der Anleihevereinbarung detailliert aufgeführten Beschränkungen im Hinblick auf so genannte „Restricted Payments", die u. a. im Zusammenhang mit Zahlungen an Gesellschafter, einschließlich z. B. Gewinnausschüttungen, stehen. Mit Ausnahme von in der Anleihevereinbarung im Einzelnen festgelegten Fällen, dürfen HKB und ihre Tochterunternehmen „Restricted Payments" grundsätzlich maximal bis zu einem kumulierten Betrag von 5 Mio. EUR sowie, zusätzlich, entsprechend einer üblichen Formel, basierend auf 50% von HKBs konsolidiertem bereinigtem Jahresüberschuss (wie definiert), auf kumulierter Basis seit dem Tag des Anleihevertrags, ausführen. (Section 4.07) HKB und ihre Tochterunternehmen sind, vorbehaltlich verschiedener im Anleihevertrag festgelegter Ausnahmen, grundsätzlich weder berechtigt die Anteile an ihren Tochtergesellschaften an Dritte zu verkaufen noch diese Anteile zu verpfänden oder anderweitig zu veräußern. (Section 4.08) HKB und ihre Tochterunternehmen müssen Transaktionen mit anderen verbundenen Unternehmen und nahestehenden Personen (wie definiert) wie unter fremden Dritten abschließen. Ist der Gegenwert einer derartigen Transaktion größer als 7,5 Mio. EUR, muss der Fremdvergleich vom Beirat geprüft und bestätigt werden. Bei einem Wert von über 15 Mio. EUR muss eine Bestätigung von einer Investmentbank o. ä. vorgelegt werden. Ausnahmen sind in der Anleihevereinbarung geregelt. (Section 4.09) Der HKB und ihre Tochterunternehmen ist es grundsätzlich nicht gestattet, direkt oder indirekt, Sicherungsrechte (wie definiert) jedweder Art, ausgenommen der festgelegten erlaubten dinglichen Sicherungsrechte, zu bestellen, zu übernehmen, einzugehen oder zu dulden, sowie sonstige Rechte, die dazu berechtigen Einkünfte, Gewinne oder Erträge aus denen der HKB oder einer ihrer Tochtergesellschaften zugeordneten Grundstücke oder Vermögenswerte, entgegenzunehmen, abzutreten oder anderweitig zu übertragen. Dies umfasst sämtliche Kapitalanteile und das Fremdkapital sämtlicher Tochtergesellschaften sowie sämtliche Einkünfte, Gewinne oder Erträge hieraus. Dies gilt nicht, (i) bei dinglichen Sicherungsrechten jedweder Art, die nachrangige Verbindlichkeiten (wie definiert) besichern, wenn HKOs Verpflichtung bezüglich der Anleihe sowie sämtlicher sonst aufgrund des Anleihevertrags fälliger Beträge unmittelbar durch ein dingliches Sicherungsrecht an diesem Eigentum, durch Anlagevermögen, Vermögenswerte oder Erträge gesichert ist, das vorrangig zu diesen dinglichen Sicherheiten ist; (ii) bei anderweitigen dinglichen Sicherungsrechten, wenn HKOs Verpflichtung bezüglich der Anleihe sowie sämtlicher sonst aufgrund des Anleihevertrages fälliger Beträge gleichrangig und anteilsmäßig identisch zur Verpflichtung oder Verbindlichkeit des dinglichen Sicherungsrechts besichert ist. Ausnahmen hiervon sind im Einzelnen in der Anleihevereinbarung geregelt. (Section 4.10) Der Verkauf von Vermögensgegenständen an Dritte ist unter bestimmten Bedingungen, insbesondere für Veräußerungen außerhalb des normalen Geschäftsablaufs, in den Anleihebedingungen reglementiert. (Section 4.11) Es ist den HKB und ihren Tochterunternehmen grundsätzlich nicht gestattet, sich für das Fremdkapital der HKB zu verbürgen, es sei denn, diese Tochtergesellschaften leisten und erbringen zeitgleich einen ergänzenden Anleihevertrag zur Sicherstellung der Zahlung der Anleihe seitens der Tochtergesellschaften mit inhaltsgleichen Vereinbarungen zur Bürgschaft für das Fremdkapital. Ausnahmen von dieser Regelung sind in der Anleihevereinbarung einzeln aufgeführt. (Section 4.12) Es sind keine Beschränkungen oder Belastungen gestattet, die die Fähigkeit der Tochtergesellschaften beeinträchtigen, Gewinnausschüttungen zu leisten, das Fremdkapital zu bedienen, Kredite zu gewähren oder Vermögensgegenstände an die HKB und ihre Tochtergesellschaften zu übertragen. Ausnahmen von dieser Regelung sind in der Anleihevereinbarung geregelt. (Section 4.13) HKB und ihre Tochterunternehmen dürfen grundsätzlich keine Handlungen vornehmen oder wissentlich oder fahrlässig unterlassen, die dazu führen, dass die Sicherungsinteressen mit Blick auf die Sicherheiten zugunsten der „Trustees" und der Anleihegläubiger wesentlich vermindern würden. Ferner ist es der HKB und ihren Tochtergesellschaften nicht gestattet irgendwelchen Personen mit Ausnahme des „Trustees", zugunsten des „Trustees" und der Anleihegläubiger, in irgendeiner Form eine [weitere] Besicherung an einem gewährten Sicherungsgut zu bestellen. Ausnahmen von dieser Regelung sind in der Anleihevereinbarung im Einzelnen aufgeführt. (Section 4.14) Im Falle eines in den Anleihebedingungen näher definierten Wechsels der Beherrschungsmehrheit (sog. Change-of-control) muss HKB den Anleiheinhabern einen Anleiherückkauf zu einem Wert von 101% des Nominalwertes zuzüglich aufgelaufener Zinsen anbieten. (Section 4.15) Alle Zahlungen, die im Zusammenhang mit der Anleihe erfolgen, sind grundsätzlich ohne Abzug von Steuern oder anderen Abgaben zu leisten. Diese hat HKB zu tragen. (Section 4.16) HKB muss innerhalb von 120 Tagen nach dem Ende des Geschäftsjahres Informationen über die letzten zwei Geschäftsjahre, bestehend aus Gewinn- und Verlustrechnung, Bilanz, Kapitalflussrechnung sowie Anhang, einen Bestätigungsvermerk und zusätzliche Erläuterungen an die Bank of New York Mellon übermitteln. Außerdem muss innerhalb von 60 Tagen nach Ende der ersten drei Quartale eines Geschäftsjahres jeweils einen Quartalsbericht, bestehend aus Gewinn- und Verlustrechnung, Bilanz, Kapitalflussrechung, sowie zusätzlichen Erläuterungen an die Bank of New York Mellon übersandt werden. Des Weiteren müssen diese Berichte auf einer Webseite der Heckler & Koch zur Verfügung gestellt werden. (Section 4.19) Es ist der HKO nicht erlaubt mit einer Nicht-Gruppengesellschaft zusammenzugehen bzw. sich mit einer solchen Gesellschaft zu verschmelzen. Ausnahmen von dieser Regelung sind in der Anleihevereinbarung im Einzelnen aufgeführt. (Section 5.01) Die aufgeführten Beschränkungen (Sections 4.06 - 4.09, 4.11 - 4.13, 5.01) werden ausgesetzt, soweit HKB so genannten „Investment Grade Status" erreicht und kein „Default" oder „Event of Default" eingetreten ist und fortbesteht. (Section 4.21) „Events of Default" sind im Wesentlichen:
Soweit sich ein „Event of Default" ereignet, muss dies der Bank of New York Mellon angezeigt werden und es besteht die Möglichkeit, die Anleiheverbindlichkeit fällig zu stellen. Die Zinsen sind halbjährlich, jeweils zum 15. Mai und 15. November, erstmalig am 15. November 2011, fällig. Die HKO ist berechtigt Teilzahlungen oder auch eine komplette Rückzahlung der Anleiheverbindlichkeit zu leisten. Allerdings müssten folgende Vorfälligkeitsentschädigungen geleistet werden: Ab dem 15. Mai 2014 kann die Anleihe in Abhängigkeit vom Tilgungsdatum zu folgenden Werten – zuzüglich entsprechender aufgelaufener Zinsen – getilgt werden: scroll
Im Falle von Gesetzes-, Rechtsprechungs- oder ähnlichen Änderungen, die dazu führen, dass Quellensteuer auf Zahlungen im Zusammenhang mit der Anleihe zu tragen wäre, und dies nicht durch geeignete Maßnahmen vermieden werden kann, kann eine vollständige (keine anteilige) Rückführung der Anleiheverbindlichkeit zu einem Wert von 100% (im Verhältnis zum Nominalwert) zuzüglich aufgelaufener Zinsen vorgenommen werden. Zur Besicherung der Verpflichtungen aus der Anleihevereinbarung sind die direkten und indirekten Tochtergesellschaften dieser Vereinbarung als Garantoren beigetreten. Außerdem wurden sämtliche Anteile an der HKO und an deren direkten und indirekten Töchtern an die Bank of New York Mellon als Treuhänder der Anleihehalter verpfändet. Im Falle eines Event of Default (wie definiert) könnte die Bank of New York Mellon u. a. diese Beteiligungen veräußern, um ausstehende Tilgungen oder Zinszahlungen abzudecken. Kreditlinien des Konzerns Am 13. November 2014 hat der Heckler & Koch Konzern eine Vereinbarung mit einem Kreditgeber für eine revolvierende Kreditlinie in Höhe von 30 Mio. EUR unterzeichnet. Diese war vorerst bis zum 31. Dezember 2014 befristet und ist nach der Erfüllung bestimmter zusätzlicher Voraussetzungen am 05. März 2015 in eine langfristige Kreditlinie mit Fälligkeit 30. Juni 2017 übergegangen. Diese Linie ist über bestimmte Anlagevermögen (Ziffer 16, 17) und Vorräte (Ziffer 19), sowie die Anteile bestimmte Tochterunternehmen des Konzerns besichert; ähnlich zum Anleihenvertrag enthält die Vereinbarung auch bestimmte strenge Handlungseinschränkungen. Zum Jahresende waren von dieser Linie 15 Mio. EUR in Anspruch genommen; diese Ziehung wurde im Januar 2015 vollständig getilgt. Die weiteren Kreditlinien sind für die Stellung von Anzahlungs- oder Vertragserfüllungsgarantien einschließlich Bietungsgarantien und ähnliches verwendbar. Der Wert der gegenwärtig offenen Garantien ist nicht in der Bilanz angesetzt. Zum 31. Dezember 2014 summierten sich offene Garantien an Kunden auf 10,3 Mio. EUR (2013: 13,9 Mio. EUR). Als Voraussetzung für die Bereitstellung dieser und anderer Devisensicherungs- und Garantielinien, müssen teilweise Festgelder als Sicherheit hinterlegt werden. Zum 31. Dezember 2014 beträgt die Summe solcher verpfändeten Festgelder, die in Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente enthalten sind, 5,5 Mio. EUR (2013: 4,7 Mio. EUR). Weitere Sicherheiten für diese Linien werden durch für über drei Monate angelegte Festgelder in den sonstigen kurzfristigen Finanzanlagen (2014: 5,1 Mio. EUR; 2013: 6,4 Mio. EUR) (Ziffer 18), in den sonstigen langfristigen Finanzanlagen (2014: 1,2 Mio. EUR; 2013: 0 Mio. EUR) (Ziffer 18) und bis zum 6. November 2014 durch einen Sicherungsübereignungsvertrag über bestimmte Maschinen (Nettobuchwert 2013: 12,5 Mio. EUR) in den Sachanlagen (Ziffer 17) geleistet. (26) Verbindlichkeiten Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten umfassen offene Verpflichtungen aus dem Liefer- und Leistungsverkehr sowie laufende Kosten und die Zinsabgrenzungen für die Anleihe und die revolvierende Kreditlinie. scroll
Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten sind, mit Ausnahme handelsüblicher Eigentumsvorbehalte bei den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, nicht gesichert. (27) Erhaltene Anzahlungen Die erhaltene Anzahlungen in Höhe von TEUR 1.503 (2013: TEUR 3.260) umfassen Vorauszahlungen von Kunden für die spätere Lieferung von Produkten oder Dienstleistungen. Sonstige Angaben(28) Finanzielles Risikomanagement Währungsrisiko Der Heckler & Koch Konzern ist Währungsrisiken auf Umsätze und Einkäufe ausgesetzt, die in anderen Währungen als den jeweiligen Funktionswährungen der Konzernunternehmen abgewickelt werden, hauptsächlich Euro (EUR), aber auch US Dollar (USD) und britische Pfund (GBP). Der Großteil der Kosten und Umsätze sind in Euro, weshalb Wechselkursrisiken lediglich in den Fällen entstehen, in denen die Umsätze auf eine andere Währung lauten als die dazugehörigen Kosten. Der Heckler & Koch Konzern verfolgt die Politik, abhängig von den angebotenen Devisenkursen mit Berücksichtigung der erwarteten Entwicklungen, einen Teil der erwarteten USD-Einnahmen und die damit verbundenen Fremdwährungsrisiken über Sicherungsgeschäfte abzusichern. Per 31. Dezember 2014 bestehen keine Devisentermingeschäfte. Die Konzernpolitik sieht vor, keine Darlehen oder Finanzmittel in Fremdwährung zu Spekulationszwecken aufzunehmen oder zu gewähren. Konzerninterne Finanzierungen oder Investitionen werden vorwiegend in der jeweiligen funktionalen Währung getätigt und jegliche Finanzinstrumente sind ausschließlich für operative Zwecke einzusetzen. Vier Tochterunternehmen der HKB haben ihren Sitz außerhalb des Euroraumes. Da die Berichtswährung des Heckler & Koch Konzerns der Euro ist, werden Erträge und Aufwendungen dieser Beteiligungsgesellschaften im Rahmen der Konsolidierung in Euro umgerechnet. Durch diese Tochtergesellschaften außerhalb der Eurozone besitzt der Konzern zudem Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die auf deren lokale Währungen lauten und für Konzernabschlusszwecke in Euro umgerechnet werden. Bei der Umrechnung dieser Vermögenswerte und Verbindlichkeiten in Euro können Wechselkursschwankungen zu Wertänderungen führen. Die Änderungen dieser Netto-Vermögenswerte spiegeln sich in den Gewinnrücklagen im Eigenkapital des Konzerns wider. Die folgende Tabelle stellt die bei der Umrechnung verwendeten Kurse dar: scroll
Um die möglichen Auswirkungen von Wechselkursänderungen auf das Konzern-EBITDA, die Konzernumsatzerlöse und das Konzerneigenkapital quantifizieren zu können, wurde eine Sensitivitätsanalyse durchgeführt: Wäre der Euro gegenüber dem US Dollar um 10% zu den in der Konsolidierung 2014 verwendeten Kursen (auf einen Durchschnittskurs von EUR 1 = USD 1,1964 und einen Stichtagskurs von EUR 1 = USD 1,0927) abgeschwächt, wären die Umsatzerlöse in 2014 um ungefähr 6,3 Mio. EUR höher, das EBITDA um etwa 4.9 Mio. EUR höher und das Eigenkapital und die Rücklagen um ungefähr 8,8 Mio. EUR höher gewesen. Wäre der Euro gegenüber dem britische Pfund um 10% zu dem in der Konsolidierung 2014 verwendeten Kurs (auf einen Durchschnittskurs von EUR 1 = GBP 0,7260 und einem Stichtagskurs von EUR 1 = GBP 0,7010) abgeschwächt, wären die Umsatzerlöse in 2014 um ungefähr 0,6 Mio. EUR höher, das EBITDA kaum verändert und das Eigenkapital und die Gewinnrücklagen um ungefähr 0,3 Mio. EUR höher gewesen. Zinsänderungsrisiko Das Zinsänderungsrisiko ist das Risiko, dass sich der beizulegende Zeitwert oder die künftigen Zahlungsströme eines Finanzinstruments aufgrund von Schwankungen der Markzinssätze verändern. Der Konzern hat mit der Anleihe über 295 Mio. EUR eine verzinsliche Verbindlichkeit, welche im Mai 2018 fällig wird und einem festen Zinssatz von 9,5% unterliegt. Der beizulegende Zeitwert der Anleihe ändert sich aufgrund von Schwankungen der Markzinssätze, allerdings sind die Zahlungsströme dafür festgelegt. Der Konzern hat mit der revolvierenden Kreditlinie über 30 Mio. EUR eine verzinsliche Linie, welche bis zum 30. Juni 2017 zur Verfügung steht und feste Bereitstellungsgebühren bzw. einem festen Zinssatz unterliegt. Die Anzahlungs- und Vertragserfüllungsgarantien, welche wir von unseren Banken zu Gunsten unserer Kunden ausstellen lassen, sind nicht verzinslich. Rohstoffpreisrisiko Die absoluten Mengen an eingekauften Rohstoffen sind relativ gering und deshalb ist der Heckler & Koch Konzern nur geringen Risiken aus Schwankungen in den Einkaufspreisen der Rohstoffe ausgesetzt. Kreditrisiko Das Kreditrisiko ist das Risiko finanzieller Verluste für den Heckler & Koch Konzern, wenn ein Kunde oder Geschäftspartner eines Finanzinstruments seinen vertraglichen Verpflichtungen nicht nachkommt. Das Kreditrisiko des Konzerns entsteht hauptsächlich aus den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Risikokonzentrationen entstehen bei Finanzinstrumenten mit ähnlichen Merkmalen, die ähnlich auf wirtschaftliche und sonstige Änderungen reagieren. Risikokonzentrationen werden nach Vertragspartner ermittelt. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Der Großteil der Konzernumsätze erfolgt mit Kunden, die bundesstaatliche, staatliche oder lokale Verwaltungsbehörden von NATO-Ländern sind, so dass der Konzern Kreditrisiken nur begrenzt ausgesetzt ist. Die erhöhten staatlichen Defizite infolge der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise werden wahrscheinlich langfristig die Verteidigungsetats vieler Kundenländer unter Druck setzen und zu erhöhten Kreditrisiken für bestimmte Kunden führen. Einzelne Staaten sind bereits von Rating-Agenturen in ihrer Kreditwürdigkeit herabgestuft worden, wobei zum Jahresende 2014 der Heckler & Koch Konzern gegen weniger kreditwürdigen Staaten (S&P speculative grade ratings: BB+ oder schlechter) lediglich Forderungen in Höhe von ca. 1,1 Mio. EUR hatte, die inzwischen größtenteils beglichen wurden. Die Waren werden mit Eigentumsvorbehaltsklauseln verkauft, so dass im Falle der Zahlungsunfähigkeit von Kunden der Heckler & Koch Konzern grundsätzlich besichert ist. In Fällen, in denen die Geschäftsleitung der Ansicht ist, dass das Ausfallrisiko durch den Eigentumsvorbehalt nicht ausreichend abgesichert wäre, werden Akkreditive oder Anzahlungen gefordert. Der Heckler & Koch Konzern hat interne Kreditregelungsprozesse, um überfällige Positionen zu prüfen und zu steuern und wenn notwendig, weitere Lieferungen zu stoppen oder rechtliche Maßnahmen einzuleiten. Bilanziell wird dem Ausfallrisiko durch Wertberichtigungen für erkennbare Einzelrisiken Rechnung getragen. Die maximale Risikoexposition der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen entspricht deren Buchwert zum Bilanzstichtag. Die Buchwerte der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, mit gesonderter Darstellung der überfälligen und wertberichtigten Forderungen, können der Ziffer 20 entnommen werden. Zur Beurteilung der Risikokonzentrationen werden alle Behörden eines Staates zusammen als ein Vertragspartner betrachtet. Die größte Risikokonzentration für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zum 31. Dezember 2014 war 4,2 Mio. EUR gegenüber einem Vertragspartner, wobei diese nicht fällig war und im Januar 2015 beglichen wurde. Forderungen aus Darlehen und Zinsen Einige Darlehen sind wertgemindert; siehe Ziffer 18. Die maximale Risikoexposition entspricht deren Buchwert zum Bilanzstichtag. Die größte Risikokonzentration für Forderungen aus Darlehen und Zinsen zum 31. Dezember 2014 ist 0,5 Mio. EUR gegenüber einem Vertragspartner; da es sich um ein Mitarbeiterdarlehen handelt, ist dieser Betrag in den sonstigen Vermögenswerte enthalten. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente umfassen den Kassenbestand, Schecks, sofort verfügbare Guthaben bei Kreditinstituten sowie kurzfristige Einlagen. Im Zusammenhang mit der Anlage von liquiden Mitteln ist der Heckler & Koch Konzern Verlusten aus Kreditrisiken ausgesetzt, sofern Finanzinstitute ihren Verpflichtungen nicht nachkommen können. Um diesem Risiko entgegenzuwirken, werden Finanzinstitute sorgfältig ausgewählt und Einlagen bei mehreren Banken im In- und Ausland gehalten. Die größte Risikokonzentration für Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zum 31. Dezember 2014 ist ein Scheck in Höhe von 8,9 Mio. EUR, welcher im Januar 2015 eingelöst und gutgeschrieben wurde. Liquiditätsrisiko Das Liquiditätsrisiko beschreibt die Gefahr, dass der Heckler & Koch Konzern nicht mehr in der Lage sein würde, seinen fälligen finanziellen Verpflichtungen nachzukommen. Das Ziel der Liquiditätssteuerung des Konzerns ist es, sicherzustellen, zu jeder Zeit über ausreichend liquide Mittel zu verfügen, um die anfallenden Verbindlichkeiten zu ihrem Fälligkeitstermin begleichen zu können, sowohl unter gewöhnlichen als auch unter angespannten Bedingungen, ohne inakzeptable Verluste herbeizuführen oder das Ansehen des Konzerns zu schädigen. Der wehrtechnische Teilkonzern generiert liquide Mittel vorwiegend durch das operative Geschäft. Der operative Liquiditätsüberschuss findet hauptsächlich Verwendung für die Finanzierung der Schwankungen im Working Capital und der Investitionen im Anlagevermögen sowie für die Bedienung der Zinszahlungsverpflichtungen aus der Anleihe. Bis 30. Juni 2017 steht dem Heckler & Koch Konzern eine besicherte Kreditlinie in Höhe von bis zu 30 Mio. EUR zur Verfügung. Zum Jahresende waren von dieser Linie 15 Mio. EUR nicht ausgenutzt und die 15 Mio. EUR Ziehung wurde im Januar 2015 vollständig getilgt. Basierend auf der aktuellen Planung glauben wir allerdings, dass auch ohne Inanspruchnahme dieser Linie die gegenwärtige Liquiditätslage ausreichend ist, um kurzfristigen Liquiditätserfordernissen nachkommen zu können. Die nachfolgende Tabelle zeigt die Fälligkeit der vertraglichen Zahlungen für Finanzinstrumente, die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Zinsverbindlichkeiten oder Tilgungen umfassen. scroll
Abweichungen zwischen dem Buchwert und den damit verbundenen Zahlungen entstehen für bestimmte langfristige Verbindlichkeiten, insbesondere für die Anleihe, da diese zu ihren fortgeführten Anschaffungskosten angesetzt werden. Weitere Erläuterungen zu Finanzverbindlichkeiten finden sich im Anhang unter der Ziffer 25. Kapitalmanagement Die Politik des Vorstands des Heckler & Koch Konzerns ist, die anstehenden Zinszahlungen aus der Unternehmensanleihe fristgerecht zu begleichen und mittelfristig den Verschuldungsgrad zu senken. Die interne Konzernpolitik schreibt die Überprüfung der Kapitalrentabilität aller Investitionen und der Rentabilität aller größeren Angebotsabgaben vor. Der Konzern strebt eine einfache Unternehmens- und Kapitalstruktur, ohne außerbilanzielle Finanzierungen, an. Im normalen Geschäftsablauf werden Vertragserfüllungs- und Anzahlungsgarantien auf unsere Rechnung durch Banken und Versicherungsunternehmen an unsere Kunden ausgegeben (siehe Ziffer 25). Im Jahr 2011 wurde eine Refinanzierung vorgenommen durch die Begebung einer festverzinslichen Anleihe im Betrag von 295 Mio. EUR, welche hauptsächlich für (1) die Rückzahlung von der im Juli 2011 fälligen Anleihe mit aufgelaufenen Zinsen (125 Mio. EUR) und (2) den Erwerb des von Dritten gehaltenen Anteils an einer Darlehensforderung gegenüber der Konzernobergesellschaft HKB) (170 Mio. EUR) verwendet wurde. Die Anleihe der HKO in Höhe von 295 Mio. EUR ist im Mai 2018 fällig. Sämtliche externen Mindestkapitalanforderungen sind in der Berichtsperiode erfüllt worden. Die Kapitalstruktur des Konzerns setzt sich wie folgt zusammen: scroll
(29) Zusätzliche Informationen über Finanzinstrumente Dieser Abschnitt gibt einen umfassenden Überblick über die Bedeutung von Finanzinstrumenten und liefert zusätzliche Informationen über Bilanzpositionen, die Finanzinstrumente enthalten. In den Aktiva enthalten folgende Bilanzpositionen Finanzinstrumente: scroll
Die folgende Tabelle zeigt die Buchwerte (BW) und Zeitwerte (ZW) der finanziellen Vermögenswerte: scroll
Die Zeitwerte der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen entsprechen dem Buchwert. Der Grund hierfür ist vor allem die kurze Laufzeit solcher Instrumente. Die Rubrik Darlehen enthält im Wesentlichen Darlehensforderungen an Gesellschafter, deren Buchwerte den Zeitwerten entsprechen. Die Rubrik „Derivate Finanzinstrumente" umfasst im Wesentlichen die eingebetteten Derivate für Tilgungsoptionen im Anleihevertrag, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert in Höhe von TEUR 1.600 (2013: TEUR 1.400) angesetzt werden. Für die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte der eingebetteten Derivate wurde ein Bewertungsmodell für Bondoptionen verwendet, welches auf dem Modell von Black (1976) basiert. Basis der Bewertung sind Zinskurven, die Volatilitäten der Rendite unserer Anleihe und der Marktpreis unserer Anleihe, die zu den jeweiligen Stichtagen von Konzerndritten bezogen werden. Die Rubrik „Andere Finanzinstrumente" enthält im Wesentlichen kurz- und langfristig angelegte Festgelder, die als Sicherheit für Kreditlinien verpfändet sind (2014: TEUR 6.293; 2013: TEUR 6.447); die bis zur Endfälligkeit gehaltenen Finanzinstrumente sind im Wesentlichen Anteile in Fonds, bei denen es keine wesentlichen Abweichungen zwischen Buchwert und Zeitwert gibt. Es erfolgte im Berichtszeitraum keine Umklassifizierung von finanziellen Vermögenswerten zwischen den IAS 39 Kategorien. Die folgende Tabelle zeigt die Fälligkeiten der finanziellen Vermögenswerte außer Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (Ziffer 20): scroll
Für den Bestand der weder überfälligen noch wertgeminderten Finanzinstrumente wurden zum Abschlussstichtag keine Anzeichen dafür identifiziert, dass die Werthaltigkeit fraglich wird. In den Passiva enthalten folgende Bilanzpositionen Finanzinstrumente: scroll
Die folgende Tabelle zeigt die Buchwerte (BW) und Zeitwerte (ZW) der finanziellen Verbindlichkeiten: scroll
Die Zeitwerte der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen entsprechen dem Buchwert. Der Grund hierfür ist vor allem die kurze Laufzeit solcher Instrumente. Die Anleihe wird in der Bilanz mit den fortgeführten Anschaffungskosten angesetzt; ihr Zeitwert zum Stichtag wird zum Marktpreis zuzüglich des Zeitwerts der eingebetteten Derivate berechnet. Die sonstigen Finanzverbindlichkeiten umfassen im Wesentlichen die gezogene Kreditlinie (2014: TEUR 15.000; 2013: TEUR 0) sowie die Zinsverbindlichkeit für die Anleihe (2014: TEUR 3.503; 2013: TEUR 3.503). Die folgende Tabelle analysiert nach Bewertungsmethoden die Finanzinstrumente, die zum beizulegenden Zeitwert gehalten werden. Die verschiedenen Stufen sind wie folgt definiert:
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Die Finanzinstrumente, die mit dem nach Bewertungsmethode der Stufe 3 ermittelten beizulegenden Zeitwert gehalten werden, sind in Darlehensverträgen eingebettete Derivate. Auf Grund der fehlenden Werthaltigkeit der zugrundeliegenden Verträge, werden diese eingebetteten Derivate seit 2008 mit Null angesetzt. Nettogewinne / (-verluste) von Finanzinstrumenten: scroll
Die Nettogewinne (-verluste) aus Krediten und Forderungen und finanziellen Verbindlichkeiten, die zu Anschaffungskosten gehalten werden, enthalten Währungskursgewinne und -verluste, Wertminderungen sowie Zuschreibungen früherer Wertminderungen. Die Nettogewinne / (Nettoverluste) von Finanzinstrumenten, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden (derivative Finanzinstrumente), resultieren aus der Erfassung von (1) Bewertungsunterschieden von Termingeschäften, die als Sicherungsgeschäfte für die in US-Dollar erwarteten Zahlungsflüsse dienen (2014: TEUR 0; 2013: TEUR 432 Aufwand) und (2) Bewertungsunterschieden aus der Bewertung von eingebetteten Derivaten im Anleihevertrag (2014: TEUR 200 Ertrag; 2013: TEUR 820 Ertrag). Die gesamten Zinserträge und -aufwendungen für finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, einschließlich Avalgebühren, stellen sich wie folgt dar: scroll
Die Zinserträge enthalten TEUR 8 (2013: TEUR 11) aus bis zur Endfälligkeit gehaltenen Finanzinvestitionen. (30) Erläuterungen zur Kapitalflussrechnung Die Konzern-Kapitalflussrechnung zeigt, wie sich die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente des Heckler & Koch Konzerns durch Mittelzu- und -abflüsse im Laufe des Geschäftsjahres verändert haben. Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente umfassen Kassenbestand, Schecks sowie Guthaben bei Kreditinstituten. Letztere enthalten auch Beträge, die als Sicherheit für bestimmte Devisensicherungs-und Garantielinien dienen (Ziffer 21, 25). Zum 31. Dezember 2014 waren dafür 5,5 Mio. EUR als Festgelder hinterlegt (2013: 4,7 Mio. EUR). Entsprechend IAS 7 wird zwischen Zahlungsströmen aus der betrieblichen Tätigkeit sowie aus der Investitions- und Finanzierungstätigkeit unterschieden. Die Cashflows aus der Investitions- und Finanzierungstätigkeit werden zahlungsbezogen ermittelt, während der Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit ausgehend vom Jahresergebnis indirekt abgeleitet wird. Im Rahmen der indirekten Ermittlung werden die berücksichtigten Veränderungen von Bilanzpositionen im Zusammenhang mit der betrieblichen Tätigkeit um Effekte aus der Währungsumrechnung sowie aus Änderungen des Konsolidierungskreises bereinigt. Die Veränderungen der betreffenden Bilanzpositionen können daher nicht mit den entsprechenden Werten auf Grundlage der veröffentlichten Konzernbilanz abgestimmt werden. Erhaltene Zinsen werden als Cashflow aus Investitionstätigkeit klassifiziert. Gezahlte Zinsen werden als Cashflow aus Finanzierungstätigkeit gezeigt. (31) Segmentberichterstattung Die Organisations- und Berichtsstruktur des Heckler & Koch Konzerns ist geprägt durch die operativ ausschließlich auf das Geschäftsfeld „Wehrtechnik" ausgerichtete Geschäftstätigkeit. Die Investitionen in das Geschäftsfeld „Übrige Investitionen" (Segment „Sonstige Holdingaktivitäten") wurden infolge der Finanz-und Wirtschaftskrise notleidend und in den Jahren 2008 und 2009 nahezu vollständig wertberichtigt. Die Organisations- und Berichtsstruktur des wehrtechnischen Teilkonzerns ist durch die Ausrichtung auf sechs operative Unternehmen gekennzeichnet, vier davon bedienen Kunden im Verteidigungs- und Sicherheitsbereich, das fünfte (HKI) beliefert den US Zivilmarkt und US kommunale Behörden im Sicherheitsbereich und das sechste (HKS) bedient neben Konzernunternehmen auch den restlichen Zivilmarkten. Dementsprechend erfolgt die Segmentierung in die Standorte Deutschland, unterteilt in Wehrtechnik und Zivil, Großbritannien, Frankreich und die USA, unterteilt in Zivil und Defense. Da diese Segmente im Wesentlichen jeweils juristische Personen repräsentieren, entsprechen die für jedes Segment gezeigten Zahlen den Werten, die für die Gesellschaften in die konsolidierten Zahlen des Heckler & Koch Konzerns einbezogen wurden. Die Aktivitäten im Berichtssegment Standort Deutschland – Wehrtechnik betreffen die Entwicklung, Herstellung und den Vertrieb von Produkten der Wehr- und Sicherheitstechnik zusammen mit der damit verbundenen Bereitstellung von Dienstleistungen. Der Standort Deutschland – Wehrtechnik beliefert hauptsächlich NATO-Mitgliedsstaaten und befreundete Nationen, in denen sich keine Tochtergesellschaften des Konzerns befinden, sowie Konzernunternehmen. Das Berichtssegment „Deutschland – Zivil" montiert Pistolen für die Berichtssegmente „Deutschland – Wehrtechnik" und „USA – Zivil" und vertreibt Zivil- und Sicherheitsprodukte ausserhalb die Vereinigten Staaten. Das Berichtssegment „USA – Zivil" fertigt und vertreibt Zivil- und Sicherheitsprodukte und bietet damit zusammenhängende Dienstleistungen in den USA an. Die anderen Berichtssegmente vertreiben Produkte für die Verteidigung und Sicherheit und bieten damit zusammenhängende Dienstleistungen an. Die Standorte in den USA und Frankreich liefern in ihr jeweiliges Land. Von Großbritannien aus werden das Vereinigte Königreich, die Länder des Britischen Commonwealth und vereinzelt auch NATO-befreundete Drittländer beliefert. Das Berichtssegment „Sonstige Holdingaktivitäten" betrifft die HKB und die HKM. Da dieses Berichtssegment zwei Gesellschaften enthält, entsprechen die gezeigten Zahlen den Werten für die einzelnen Gesellschaften, wie sie in die konsolidierten Zahlen des Konzerns einbezogen wurden, zuzüglich bestimmter Konsolidierungsmaßnahmen innerhalb des Segments. Geschäftssegmente scroll
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In der oben dargestellten Übersicht sind Umsatzerlöse, Ergebnisse sowie Vermögen und Schulden der einzelnen Segmente des Konzerns dargestellt. Mit Ausnahme von Umsätzen der beiden Deutschland Segmente an die anderen Segmente ist der interne Leistungsaustausch zwischen den anderen Segmenten nur gering. Die Handelsbeziehungen zwischen den einzelnen Segmenten sind konsolidiert worden. Der Leistungsaustausch zwischen den Segmenten wird zu Preisen angesetzt, wie sie auch mit vertragswilligen und informierten Konzernfremden vereinbart würden. Aufteilung nach Produkten und Dienstleistungen sowie nach geographischen Regionen In den folgenden Tabellen werden der Umsatzanteil (nach Erlösschmälerungen) von Kunden in verschiedenen Regionen der Welt und der Umsatzanteil der einzelnen Produktgruppen gezeigt: scroll
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Hauptkunden IFRS verlangt, dass Kunden, bei denen bekannt ist, dass sie unter gemeinsamer Kontrolle stehen, als ein einzelner Kunde anzusehen sind. Da der Heckler & Koch Konzern Verkäufe an Regierungsbehörden, die Polizei und Streitkräfte umfassen, in verschiedenen Ländern tätigt, führt dieses Erfordernis dazu, dass alle Regierungsbehörden in einem Land als ein einziger Kunde betrachtet werden. Auf dieser Grundlage sind die Hauptkunden des Heckler & Koch Konzerns, mit denen mehr als 10% der Umsätze im Jahr 2014 erwirtschaftet wurden, die Regierungsbehörden in den Vereinigten Staaten (2014: 20 Mio. EUR; 2013: 13 Mio. EUR), die innerhalb des Segments Standort USA-Defense gezeigt werden. (32) Eventualverbindlichkeiten und verpfändete Vermögenswerte Weder zum 31. Dezember 2014 noch zum 31. Dezember 2013 bestanden wesentliche Eventualverbindlichkeiten. Für Einzelheiten bezüglich Bankgarantien für Kunden siehe Ziffer 25. Für Einzelheiten bezüglich verpfändeter Vermögenswerte siehe Ziffern 17, 18 und 25. (33) Operating-Leasing Der Konzern hat Mietaufwendungen in Höhe von TEUR 891 (2013: TEUR 617) und TEUR 271 (2013: TEUR 249) Aufwendungen für sonstige Operating-Leasingverhältnisse. Zum Bilanzstichtag hatte der Konzern offene Verpflichtungen aus unkündbaren Operating-Leasingverhältnissen, die wie folgt fällig sind: scroll
(34) Anzahl der Mitarbeiter Im Jahresdurchschnitt war im Heckler & Koch Konzern die folgende Anzahl von Arbeitnehmern, die in Vollzeitäquivalentarbeitskräfte umgerechnet sind, beschäftigt: scroll
(35) Personalaufwand Die Personalaufwendungen belaufen sich im Jahr 2014 auf TEUR 49.311 (2013: TEUR 55.036). Darin enthalten sind TEUR 3.653 (2013: TEUR 3.499) Beiträge des Arbeitgebers zur gesetzlichen Rentenversicherung und ähnlichen beitragsorientierten Versorgungsverpflichtungen. (36) Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen Muttergesellschaft und oberstes Beherrschungsorgan Die H&K AG ist die Muttergesellschaft des Heckler & Koch Konzerns und befindet sich im Eigentum privater Investoren. Bis zum 30. Dezember 2013 war sie die unmittelbare Eigentümerin des wehrtechnischen Teilkonzerns; am 30. Dezember 2013 hat sie 94,9% der Beteiligung an der HKO als Sacheinlage in ihre hundertprozentige Tochtergesellschaft, die Heckler & Koch Management GmbH, eingelegt; dadurch hält HKB jetzt 94,9% der Anteile an der HKO mittelbar und die restlichen 5,1% unmittelbar. Sonstige Transaktionen mit Nahestehenden Geschäftsvorfälle zwischen der Muttergesellschaft und nahestehende Unternehmen, die ihre Tochtergesellschaften sind, wurden im Zuge der Konsolidierung eliminiert und werden in diesen Anhangangaben nicht erläutert. Transaktionen mit derzeitigen und ehemaligen Mitgliedern der Führungsorgane werden in Ziffer 38 aufgeführt. Darüber hinaus bestehen Geschäftsbeziehungen zwischen Unternehmen des Heckler & Koch Konzerns und nahestehenden Personen, wie in IAS 24 definiert, wie folgt:
(37) Organe der Gesellschaft Geschäftsführung der Heckler & Koch Beteiligungs GmbH scroll
Vorstand der H&K AG (Heckler & Koch Beteiligungs AG vom 7. bis zum 25. April 2014) scroll
Aufsichtsrat der H&K AG (Heckler & Koch Beteiligungs AG vom 7. bis zum 25. April 2014) scroll
Die Funktion des Vorsitzenden wird zurzeit vom stellvertretenden Vorsitzenden wahrgenommen. (38) Transaktionen mit und Bezüge der Mitgliedern der Führungsorgane Die Bezüge der Geschäftsführer bzw. des Vorstands im Geschäftsjahr 2014 betrugen insgesamt TEUR 465 (2013: TEUR 741) für kurzfristig fällige Leistungen. Auf die gegenüber zwei Geschäftsführern im Jahr 2010 zugesagte Tantieme, im Gesamtbetrag von TEUR 2.000, wurden im Jahr 2014 den restlichen Auszahlungen über insgesamt TEUR 1.750 geleistet. Für leistungsorientierte Pensionsverpflichtungen gegenüber einem Geschäftsführer aus dessen früherer Tätigkeit im Konzern hat der Konzern bis zu seiner Ausscheidung laufende Zahlungen in Höhe von TEUR 21 (2013: TEUR 85) geleistet und Zinsaufwendungen in Höhe von TEUR 9 (2013: TEUR 65) im Periodenergebnis sowie einen versicherungsmathematischen Verlust in Höhe von TEUR 0 (2013: TEUR 219) im sonstigen Ergebnis erfasst. Der geschäftsführende Gesellschafter leistete seine Tätigkeit als Geschäftsführer der HKB bis zum 7. April 2014 auf Basis eines Beratungsvertrages. Im Jahr 2014 ergab sich daraus für den Konzern ein Aufwand für Beratungsleistungen von TEUR 120 (2013: TEUR 360). Gemäß Darlehensvereinbarung vom 07. Januar 2008 und Ergänzung vom 10. Dezember 2009 wurde von der HKB ein unbefristetes und unbesichertes Darlehen an ein Mitglied der Führungsorgane gewährt. Der Zinssatz ist dynamisch und orientiert sich an den Refinanzierungskonditionen der HKB; er betrug im Geschäftsjahr 2014 durchgängig 11% p.a. und resultierte in einem Zinsertrag von TEUR 6.211 (2013: TEUR 5.596). Zum 31. Dezember 2014 sind Darlehens- und Zinsforderungen in Höhe von TEUR 62.677 (2013: TEUR 56.466) in der Bilanzposition „Sonstige Darlehen, Investitionen und Derivate enthalten (Ziffer 18). Da im Zeitraum 2010 bis 2014 Zins- und Tilgungszahlungen nur in geringem Umfang geleistet wurden, wird diese Forderung zum Bilanzstichtag wie in Vorjahren in voller Höhe wertberichtigt. Zusätzlich wurde ihm von der HKO im März 2011 ein kurzfristiges besichertes Darlehen im Betrag von TEUR 1.500 mit einem Zinssatz von 9,75% gewährt, das im Jahr 2014 vollständig getilgt wurde. Die Zinserträge aus diesem Darlehen betrugen im Geschäftsjahr 2014 TEUR 158 (2013: TEUR 163) und die Darlehensforderung zum 31. Dezember 2014 beträgt TEUR 0 (2013: TEUR 1.807). Gemäß Darlehensvereinbarung von 2008 wurde von der HKB ein unbefristetes und unbesichertes Darlehen an einen Gesellschafter, der seit April 2014 auch Mitglied des Aufsichtsrats ist, gewährt. Der Zinsertrag aus diesem Darlehenskonto betrug im Geschäftsjahr TEUR 2 (2013: TEUR 2) und der Darlehensstand zum 31. Dezember 2014 TEUR 11 (2013: TEUR 20). Zusätzlich gewährte ihm die HKO im März 2011 ein kurzfristiges besichertes Darlehen im Betrag von TEUR 1.500 mit einem Zinssatz von 9,75%, das im Jahr 2014 vollständig getilgt wurde. Die Zinserträge aus diesem Darlehen betrugen im Geschäftsjahr 2014 TEUR 68 (2013: TEUR 163) und die Darlehensforderung zum 31. Dezember 2014 beträgt TEUR 0 (2013: TEUR 1.807). Am 17. Juli 2014 wurde rückwirkend zum 1. Juli 2014 mit einer Gesellschaft im Eigentum des derzeitigen Alleinvorstands der H&K AG ein Dienstleistungsvertrag mit einer Laufzeit bis zum 30. Juni 2016 geschlossen. Dieser Vertrag beinhaltet im Wesentlichen die Übernahme bestehender Leasing- und Dienstleistungsverpflichtungen der H&K AG, die Untermietung der Geschäftsräume der H&K AG in Köln sowie die Übernahme der Mitarbeiter der H&K AG mit Wirkung zum 1. Januar 2015. Im Jahr 2014 ergab sich für den Konzern ein Beratungsleistungsaufwand für die Tätigkeiten der Mitgliedern des Aufsichtsrats in Höhe von TEUR 53 (2013: TEUR 0) inklusiv Spesen. Der Saldo aus diesem Leistungsverhältnis valutiert zum Jahresende mit TEUR 41 (2013: TEUR 0). (39) Honorare des Abschlussprüfers scroll
„Sonstige Leistungen" betreffen hauptsächlich Gebühren für eine forensische Sonderuntersuchung anlässlich laufender Ermittlungsverfahren gegen die HKO (Ziffer 24) (2014: TEUR 0; 2013: TEUR 382) und Screeningdienstleistungen (2014: TEUR 12; 2013 TEUR 84). „Sonstige Bestätigungsleistungen" betreffen im Wesentlichen Gebühren im Zusammenhang mit dem Compliance Management System im wehrtechnischen Teilkonzern (2014: TEUR 32; 2013: TEUR 99). (40) Ereignisse nach dem Bilanzstichtag Seit dem 5. März 2015 ist die im November 2014 vereinbarte kurzfristige revolvierende Kreditlinie in Höhe von 30 Mio. EUR in eine langfristige revolvierende Kreditlinie bis 30. Juni 2017 übergegangen. Zum Aufstellungszeitpunkt ist diese Linie nicht in Anspruch genommen. In Pressestatements der Verteidigungsministerin sollen Ergebnisse in einer Untersuchung der Funktionsfähigkeit des Sturmgewehrs G36 auf ein Präzisionsproblem insbesondere bei hohen Temperaturen hinweisen. Parallel zu diesen Untersuchungen wurde bereits vorsorglich im Sommer 2014 die Beschaffung des Sturmgewehrs gestoppt. Diese Ergebnisse widersprechen diametral den umfangreichen und aufwendigen Prüfungen, die Heckler & Koch angesichts aufkommender Gerüchte über eine angeblich gravierende Zielabweichung der heißgeschossenen oder durch Witterungseinflüsse erhitzten Waffe selbst durchgeführt hat. Diese haben bei sachgerechtem Gebrauch keine maßgeblichen Einschränkungen der Einsatztauglichkeit, insbesondere auch im Vergleich zu anderen Sturmgewehren, ergeben. Alle G36-Gewehre der Deutschen Bundeswehr erfüllen die mit der Bundeswehr vereinbarten sog. „Technischen Lieferbedingungen", welche die zu erfüllenden technischen Leistungsmerkmale des Gewehrs G36 als Bestandteil des Liefervertrages abschließend normieren und dokumentieren. Das Unternehmen erwartet aus dem BMVG eine Klarstellung und Bestätigung der oben getroffenen Aussage und arbeitet forthin eng mit den Behörden zusammen, um für die neuen Einsatzbedingungen eine Kampfwertsteigerung zu entwickeln. Mit Wirkung zum 18. Februar 2015 schied Herr Andreas Heeschen als Vorsitzender des Aufsichtsrates aus und trat in das Unternehmen HKO als Geschäftsführer ein. Die Funktion des Vorsitzenden wird zurzeit vom stellvertretenden Vorsitzenden wahrgenommen. Nach dem 31. Dezember 2014 bis zur Freigabe dieses Abschlusses gab es im Übrigen bei dem Heckler & Koch Konzern keine weitere nennenswerten operativen oder strukturellen Veränderungen oder Geschäftsvorfälle.
Oberndorf/Neckar, den 15. Mai 2015
Der Vorstand Hanns-Friedrich Begemann Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2014der H&K AG, Oberndorf/Neckar1. Geschäft und Rahmenbedingungen1.1 Geschäftstätigkeit und Unternehmensstruktur Der Heckler & Koch Konzern mit dem Mutterunternehmen H&K AG (bis zum 7. April 2014: Heckler & Koch Beteiligungs GmbH („HKB") und zwischen dem 7. April 2014 und dem 26. April 2014 Heckler & Koch Beteiligungs AG) ist nahezu ausschließlich geprägt durch die Tätigkeit des wehrtechnischen Teilkonzerns mit der Kerngesellschaft Heckler & Koch GmbH (HKO) in Oberndorf/Neckar Deutschland, im nachfolgenden „Heckler & Koch" oder „HK". Dieser wehrtechnische Bereich entwickelt, produziert und vertreibt Infanterie- und Handfeuerwaffen für staatliche Sicherheitskräfte, insbesondere der NATO-Staaten und Europa und gilt als eines der führenden Unternehmen in diesem Marktsegment. Durch die inzwischen stärkere Bedeutung des US-Zivilmarktes setzen wir in Zukunft verstärkten Fokus auf die Entwicklung und Einführung neuer Produkte für diesen Bereich. Mit notariellen Urkunden vom 18. März 2014 und vom 21. März 2014 wurde der Formwechsel des Mutterunternehmens HKB von einer GmbH in die Rechtsform der Aktiengesellschaft beschlossen. Die Eintragung im Handelsregister erfolgte am 7. April 2014. Mit Beschluss vom 7. April 2014 erfolgte eine Kapitalerhöhung des Grundkapitals der Gesellschaft aus Gesellschaftsmitteln von EUR 80.000,00 um EUR 20.920.000,00 auf EUR 21.000.000,00. Die Kapitalerhöhung erfolgte mittels Abgabe von 20.920.000 neuen nennwertlosen Stückaktien, die den Aktionären im Verhältnis ihrer bisherigen Beteiligung am Grundkapital zustehen. Die Eintragung der Kapitalerhöhung im Handelsregister erfolgte am 17. April 2014. Am 25. April 2014 wurde die Firma durch Handelsregistereintrag geändert in H&K AG. Der entsprechende Beschluss erfolgte am 14. April 2014. Das Produktportfolio umfasst tragbare Infanteriewaffen wie Pistolen, Maschinenpistolen, Sturmgewehre und Maschinengewehre sowie Granatmaschinenwaffen und Sondergeräte. Damit wird den militärischen und polizeilichen Anwendern eine in sich schlüssige und variable Modellpalette angeboten, die auf die verschiedensten Einsatzbedürfnisse zugeschnitten ist. Heckler & Koch steht für technisch führende Produkte und höchste Qualität. Um dies sicherzustellen arbeiten 9% (Vorjahr: 9%) unserer Mitarbeiter in der Qualitätssicherung und 10% (Vorjahr: 10%) im Bereich Forschung und Entwicklung. Das Unternehmen und sein Qualitätsmanagementsystem sind nach DIN EN ISO 9001:2008 zertifiziert und entsprechen den Anforderungen des NATO-Qualitätsstandards AQAP 2110. Die HKO hat Tochtergesellschaften in Großbritannien sowie Frankreich und Deutschland. Für den behördlichen und militärischen Markt in den USA ist die Tochterfirma Heckler & Koch Defense Inc. mit Sitz in AshburnNirginia, USA zuständig, während die Tochterfirma Heckler & Koch, Inc. mit Sitz in Georgia, USA den amerikanischen Zivil- und Polizeimarkt betreut. Am 27. Januar 2014 wurde zwischen der HKB und der Heckler & Koch Management GmbH („HKM") ein Ergebnisabführungsvertrag abgeschlossen und am 28. Januar 2014 notariell beurkundet, wonach sich die HKM verpflichtet, rückwirkend ab dem 01. Januar 2014 Gewinne an das Mutterunternehmen HKB abzuführen, und die HKB sich verpflichtet, Verluste des Tochterunternehmens HKM zu übernehmen. Die Eintragung in das Handelsregister des Amtsgerichts Stuttgart erfolgte am 20. März 2014. Damit besteht zwischen den beiden Gesellschaften seit dem 01. Januar 2014 eine ertragsteuerliche Organschaft. Mit notariellem Vertrag vom 13. November 2013 wurden 100% der Kronen tausend881 GmbH durch die HKB übernommen und die Gesellschaft in HKM umfirmiert. Am 30. Dezember 2013 zeichnete die HKB eine Kapitalerhöhung ihrer Tochtergesellschaft HKM, an der sie 100% der Anteile hält, durch Sacheinlage von 94,9% ihrer Anteile an der HKO. Die HKB hält direkt und indirekt weiterhin 100% der Anteile an der HKO. Als Unternehmen der Rüstungsindustrie unterliegt der Heckler & Koch Konzern, aufgrund der Herstellung von und dem Handel mit Schusswaffen und Teilen von Schusswaffen, den bestehenden waffen- und ausfuhrrechtlichen Rechtsvorschriften der Bundesrepublik Deutschland. Bei grenzüberschreitenden Lieferungen gelten für alle Lieferungen von genehmigungspflichtigen Gütern einschließlich Fertigungs- und Technologieunterlagen die Bestimmungen des Außenwirtschaftsgesetzes (AWG) und der Außenwirtschaftsverordnung (AWV). Handelt es sich bei der Lieferung um Kriegswaffen, ist zusätzlich zur Genehmigung nach AWG / AWV die Genehmigung nach Kriegswaffenkontrollgesetz (MA/KG) einzuholen. Die Einhaltung dieser Rechtsvorschriften ist für das Unternehmen von überragender Bedeutung, um seiner staatspolitischen Verantwortung gerecht zu werden, aber auch um Schaden vom Unternehmen und seinen Mitarbeitern abzuwenden. Nähere Erläuterungen zur organisatorischen Absicherung finden sich in Abschnitt 3.3.5 „Rechtliche Risiken". 1.2 Konsolidierungskreis Der Konzernabschluss der HKB enthält folgende Gesellschaften:
1.3 Internes Steuerungssystem Die Steuerung des Heckler & Koch Konzerns erfolgt auf Basis einer detaillierten 5-Jahresplanung, die jährlich aktualisiert wird. Außerdem besteht eine Monatsplanung für das jeweils laufende Geschäftsjahr. Den aktuellen Entwicklungen werden die Planzahlen gegenübergestellt. Abweichungen und deren Ursachen werden analysiert, sodass gegebenenfalls Maßnahmen ergriffen werden können. Für die Steuerung des Heckler & Koch Konzerns werden im Wesentlichen Finanzkennzahlen als Entscheidungsgrundlage verwendet. Zusätzlich werden nicht-finanzielle Leistungsindikatoren herangezogen. 1.3.1 Finanzielle Steuerungsgrößen Priorität liegt auf dem Erreichen der geplanten Umsatz- und Ergebnisziele, sowie der Überwachung des betriebsnotwendigen Kapitals und des verfügbaren Geldmittelbestands. Hierzu werden monatliche Statusberichte und -meldungen für die Geschäftsleitung erstellt. Diese Informationen dienen u.a. als Grundlage für die monatlichen Management-Besprechungen, in denen die aktuelle Geschäftsentwicklung und mögliche Abweichungen vom Budget und deren Ursachen analysiert und gegebenenfalls über notwendige Maßnahmen entschieden wird. Zur internen Steuerung des Heckler & Koch Konzerns wird als Kennzahl neben dem Umsatz vor allem das operative Betriebsergebnis vor Finanzergebnis und Steuern (EBIT) herangezogen. Zusätzlich nutzt der Heckler & Koch Konzern die Kennzahlen Auftragseingang und Auftragsbestand. Diese werden regelmäßig aktualisiert und stellen Indikatoren für die Produktionsauslastung und erwartete Umsatzentwicklung dar. Im Rahmen der Liquiditätssteuerung werden neben den Vorratsbeständen auch die Entwicklung der Forderungen, Verbindlichkeiten, Finanzverbindlichkeiten sowie der Stand der flüssigen Mittel überwacht. 1.3.2 Nicht-finanzielle Steuerungsgrößen Neben den finanziellen Steuerungsgrößen dienen nicht-finanzielle Kennzahlen in den Bereichen Personal und Umwelt als Entscheidungshilfe. Hierzu zählen beispielsweise die Anzahl von Mitarbeitern, Auszubildenden und Energieverbrauch. Weitere Informationen zu den nicht-finanziellen Steuerungsgrößen finden sich in den Kapiteln „Nicht finanzielle Leistungsindikatoren", „Forschung und Entwicklung" sowie „Chancen- und Risikobericht". 1.4 Forschung und Entwicklung Durch die ständige Weiterentwicklung seiner Produkte im Handfeuerwaffenbereich zählt der Heckler & Koch Konzern zu den innovativsten Unternehmen der Branche. Dies trägt maßgeblich zur starken Marktstellung des Konzerns bei. Der Bereich Forschung & Entwicklung stellt deshalb einen wesentlichen Bestandteil der Zukunftssicherung des Konzerns dar und ist deshalb von zentraler Bedeutung für die Unternehmensstrategie. Heckler & Koch ist technologisch führend in der Entwicklung von Infanterie-Waffensystemen mit dem Entwicklungsschwerpunkt im Bereich Langwaffen, Granatmaschinenwaffen und Granatwerfermodulen, Maschinengewehre sowie Faustfeuerwaffen. Die Wettbewerbssituation generell, aber auch konkrete Bedarfsanforderungen bei Militär und Behörden sowohl in Europa als auch in den USA, zeigen die Notwendigkeit weiterer Entwicklungsanstrengungen. Es ist unser Ziel, unseren Kunden Produkte mit einem Höchstmaß an Zuverlässigkeit, Sicherheit und Nutzen anzubieten. Aus diesem Grund investiert der Heckler & Koch Konzern nach wie vor auf hohem Niveau in den Bereich Forschung & Entwicklung. Wesentliche Faktoren für den Markterfolg sind die Fachkenntnisse sowie die Motivation und das Engagement unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Zum Jahresende arbeiteten rund 10% (Vorjahr: 10%) der Mitarbeiter im Bereich Forschung und Entwicklung. Als innovativer Konzern schützt Heckler & Koch wesentliche Entwicklungen gegen Nachahmung mit Hilfe von Patentanmeldungen und Anmeldung gewerblicher Schutzrechte, um dadurch zur Sicherung des Technologievorsprungs beizutragen. 2. Wirtschaftsbericht2.1 Gesamtwirtschaftliche Situation und Konjunkturverlauf Das gemäßigte Wachstum der Weltwirtschaft setzte sich in 2014 weiter fort, während sich der Welthandel, insbesondere positiv beeinflusst von den Exporten nach Asien und die USA, leicht belebt hat. Die konjunkturelle Grundtendenz in Deutschland bleibt aufwärtsgerichtet. Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung wird jedoch durch das enttäuschende Wachstum des Euroraums und die geopolitischen Ereignisse gedämpft. Die deutsche Wirtschaft ist aber unverändert in guter Verfassung. Wenn es die geopolitischen Entwicklungen erlauben und die Verunsicherung in der Wirtschaft nachlässt, wird sich der Aufschwung in gemäßigtem Tempo fortsetzen. Der deutsche Verteidigungshaushalt für 2015 beläuft sich auf 32,3 Mrd. EUR. Veränderungen im gesamtwirtschaftlichen Umfeld wirken sich generell zeitlich verzögert auf unsere Geschäftsaktivitäten aus. Darüber hinaus werden Teile unseres Geschäfts durch öffentliche Ausgaben bestimmt. Kunden im öffentlichen Sektor haben in der Regel Planungs- und Implementierungshorizonte, die über viele Jahre reichen, und ihre Auftragsausschreibungen sind daher weitgehend unbeeinflusst von kurzfristigen wirtschaftlichen Trends. Für die Rüstungsindustrie wird das Marktumfeld definiert aus der Sicherheitspolitik der westlichen Staatengemeinschaft und dem daraus resultierenden Bedarf an zeitgemäßen Waffensystemen einerseits und den gegebenen Budgetrestriktionen andererseits. Darüber hinaus ist der Marktzugang durch Rüstungs-exportregulierung begrenzt. Um einen wirksamen militärischen Beitrag zu humanitären Hilfeleistungen, Stabilisierungsoperationen, Beobachtermissionen, Beratungs- und Unterstützungsleistungen bis hin zu Kampfeinsätzen erbringen zu können, müssen Streitkräfte hoch mobil und bestmöglich bewaffnet sein. Ein möglichst effektiver Schutz der eigenen Soldaten bei Auslandseinsätzen und Friedensmissionen ist nur durch fortlaufende Investitionen in deren Ausrüstung zu gewährleisten. Durch die veränderte sicherheitspolitische Lage in der westlichen NATO sehen wir gute Chancen, dass sich die Rüstungsbudgets wieder verbessern werden. 2.2 Geschäftsverlauf Die Reduzierung der Neuverschuldung bzw. gar ein Abbau der Staatsschulden erzwingt Maßnahmen zur Haushaltskonsolidierung in nahezu allen Industriestaaten und führte deshalb zu Budgetkürzungen in allen Bereichen. Die Reduzierung der Verteidigungsbudgets hatte negative Auswirkungen auf die Beschaffung neuer Waffensysteme und führte zu einer reduzierten Auftragsvergabe an die Rüstungsindustrie. Zwar sind Großwaffensysteme wie Fluggeräte, Panzer und Schiffe stärker betroffen, aber auch Programme für Handfeuerwaffen wurden in der Anzahl reduziert oder zeitlich gestreckt. Positiv wirkt sich demgegenüber aus, dass die einsatztaktisch erforderliche erhöhte Flexibilität gerade im Bereich der Bewaffnung des einzelnen Soldaten Zusatzbedarfe auslöst, die von unserem Unternehmen abgedeckt werden können. Der nicht zufriedenstellende Geschäftsverlauf des Jahres 2014 war für den Heckler & Koch Konzern geprägt durch die restriktive Exportpolitik der Bundesregierung. Durch den gegenüber dem Vorjahr deutlich geringeren Gesamtumsatz haben sich auch die Ertragskennzahlen deutlich reduziert. Dieser negativen Ergebnisentwicklung konnte im Geschäftsjahr nur teilweise und dann mit geringem Umfang entgegengesteuert werden. Die Reduzierung von Ausgaben, der Abbau von Gleitzeitkonten und die Umstellung von fremdbezogenen Teilen auf Eigenfertigung waren ein Teil dieser Maßnahmen. Aufgrund der Notwendigkeit der Aufrechterhaltung der Kapazität wegen erwarteter Aufträge sowie erwarteter Genehmigungen und der verstärkten Konzentration auf Eigenfertigung wurde mit dem Abbau der Gleitzeitkonten erst ab Mitte des Jahres begonnen. Die verstärkte Fokussierung auf den US-Zivilmarkt und die damit einhergehende Einführung von neuen Produkten konnten den starken Umsatzrückgang nicht vollständig kompensieren. Der amerikanische Zivilmarkt wird allerdings zukünftig eine bedeutendere Rolle spielen. Dies zeigt sich in der positiven Geschäftsentwicklung der Tochtergesellschaften HKS und HKI und findet eindrucksvoll Niederschlag in der Marktakzeptanz unserer VP9 sowohl hinsichtlich der abgesetzten Stückzahl als auch der ausgesprochenen Prämierungen. Die Position im US-Militärmarkt soll ausgebaut werden, dabei setzt das Unternehmen auf technologisch hochwertige Produkte. Mit dem M27 wurde im Jahr 2010 erstmalig ein Sturmgewehr von Heckler & Koch in größerer Stückzahl an reguläre Einheiten der US-Streitkräfte geliefert. Seit 2008 ersetzt die US-Armee das 40mm Anbaugerät M203 ihres Sturmgewehrs durch das Anbaugerät M320 von HKO. Bis zum Mai 2015 soll der im Januar 2014 erteilte Anschlussauftrag vollständig ausgeliefert sein. Ein weiterer Anschlussauftrag steht zurzeit in Verhandlung mit dem Endkunden. Der Anschlussauftrag wird noch in diesem Jahr erwartet und ist für Auslieferungen in 2016 bis 2019 vorgesehen. Die in 2014 erzielten Umsatzerlöse liegen entgegen des Plans deutlich unterhalb der Umsätze des Geschäftsjahres 2013. Hierzu haben im Wesentlichen zum Planungszeitraum noch nicht vorhersehbare Veränderungen der politischen Rahmenbedingungen in der Exportpolitik der Bundesregierung geführt. Die Auftragseingänge in 2014 und daraus resultierend der Auftragsbestand entwickelten sich, entgegen der prognostizierten Entwicklung, dadurch ebenfalls rückläufig. Das EBIT sowie das Ergebnis vor Ertragsteuern blieben im Wesentlichen aufgrund der geringen Umsatzerlöse hinter den Erwartungen zurück. Das betriebsnotwendige Kapital (Working Capital) reduzierte sich entgegen der Prognose von einer nahezu unveränderten Höhe im Vergleich zum Geschäftsjahr 2013. Grund hierfür waren im Vergleich zum Vorjahr im Wesentlichen geringere Kundenforderungen. Die liquiden Mittel erhöhten sich, auf Grund der Inanspruchnahme einer kurzfristigen Betriebsmittellinie (15 Mio. EUR), stärker als geplant. Die Beschäftigtenzahl zum Stichtag 2014 entwickelte sich leicht rückläufig. In 2014 hat sich die HKO im Energiemanagement nach der Norm DIN EN ISO 50001 zertifizieren lassen. 2.3 Ertragslage 2.3.1 Überblick Insgesamt blieb die Geschäftsentwicklung des Heckler & Koch Konzerns in 2014 deutlich hinter den Erwartungen zurück. Die im Vergleich zum Vorjahr stark gesunkenen Umsatzerlöse wirkten sich negativ im operativen Betriebsergebnis aus. Auf Konzernebene ergibt sich ein Verlust in Höhe von 16,1 Mio. EUR (Vorjahr: Gewinn in Höhe von 17,0 Mio. EUR). 2.3.2 Absatz-, Auftrags- und Umsatzentwicklung Der Heckler & Koch Konzern erzielte im Geschäftsjahr 2014 einen Umsatz, nach Erlösschmälerungen, in Höhe von 155,2 Mio. EUR (Vorjahr: 221,0 Mio. EUR). Der deutliche Rückgang der Umsatzerlöse in dem Marktbereich Rest der Welt ist im Wesentlichen auf die restriktivere deutsche Exportpolitik und der hieraus resultierenden verzögerten Erteilung von Exportgenehmigungen zurückzuführen. Der Konzernumsatz (nach Erlösschmälerungen) teilt sich wie folgt auf: scroll
Der Inlandsumsatz reduzierte sich gegenüber dem Vorjahr um ca. 4% und beläuft sich im Geschäftsjahr auf 16% (Vorjahr: 12%) des Gesamtumsatzes. Auf den US-amerikanischen Markt, der im Wesentlichen über die Tochtergesellschaften HKD und HKI bedient wird, entfallen 35% (Vorjahr: 29%) der Umsatzerlöse. Ein Großteil des Umsatzrückgangs im Bereich Rest der Welt ist, wie oben bereits erwähnt, durch die veränderten politischen Rahmenbedingungen begründet. Der Auftragseingang im Geschäftsjahr 2014 beläuft sich für den Heckler & Koch Konzern auf 149 Mio. EUR (Vorjahr: 199 Mio. EUR). Der Auftragsbestand zum Jahresende beträgt 161 Mio. EUR (Vorjahr: 169 Mio. EUR), wovon 135 Mio. EUR zur Auslieferung in 2015 terminiert sind (Vorjahr: 138 Mio. EUR zur Auslieferung in 2014 terminiert). 2.3.3 Ergebnisentwicklung, Abweichungen und wesentliche Veränderungen Bei gegenüber dem Vorjahr von 221,0 Mio. EUR um 29,8% auf 155,2 Mio. EUR gesunkenen Netto-Umsatzerlösen konnte ein Betriebsergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) von 22,4 Mio. EUR (Vorjahr: 61,6 Mio. EUR) erzielt werden. Im Einzelnen ergibt sich zu den Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung folgendes Bild: Die Umsatzerlöse (nach Abzug von Erlösschmälerungen) sanken im Geschäftsjahr um 65,8 Mio. EUR auf 155,2 Mio. EUR im Vergleich zu 221,0 Mio. EUR in 2013 (29,8%). Die Umsätze an amerikanische Militär- und Behördenkunden liegen über dem Vorjahr während die Umsätze im US-Zivilmarkt und an Kunden in Europa und Rest der Welt niedriger sind als im Vorjahr. Beeinflusst wurden die Umsätze im US-Zivilmarkt durch die Verzögerung in der Einführung von unserem neuen Produkt, der VP9, zusammen mit einer allgemeinen Abschwächung des Marktes. Die VP9 wurde Ende Juni 2014 eingeführt; der Markt reagierte positiv und sie gewann verschiedene Auszeichnungen. Daraus ergab sich eine Reduzierung der Umsatzkosten um 19,9 Mio. EUR auf 98,7 Mio. EUR im Vergleich zu 118,5 Mio. EUR im Jahr 2013 (16,8%). Die Relation Umsatzkosten zu Umsatzerlöse verschlechterte sich aufgrund eines geänderten Produkt- und Kundenmix auf 63,6% (Vorjahr: 53,6%). In den Umsatzkosten sind die zur Erzielung der Umsatzerlöse angefallenen Materialkosten, Fertigungslöhne und Gemeinkosten enthalten. Die Forschungs- und Entwicklungskosten umfassen die diesem Bereich zurechenbaren Personalkosten, Abschreibungen sowie die Kosten der Versuchsmaterialien und -werkzeuge, soweit es sich nicht um Entwicklungskosten handelt, die entsprechend IAS 38 zu aktivieren waren sowie die Abschreibungen oder Ausbuchungen auf aktivierte Entwicklungskosten. Gegenüber dem Vorjahr (2,9 Mio. EUR) verminderten sich die Forschungs- und Entwicklungskosten um 0,1 Mio. EUR auf 2,8 Mio. EUR. Die Vertriebskosten sanken im Geschäftsjahr um 3,9 Mio. EUR auf 23,1 Mio. EUR (Vorjahr: 27,1 Mio. EUR). Grund hierfür waren die im Vergleich zum Vorjahr geringeren projektbezogenen Kosten resultierend aus den niedrigeren Umsätzen sowie einem veränderten Kunden- und Produktmix. Dem entgegen wirkten die höheren Personalkosten in den USA. Die allgemeinen Verwaltungskosten stiegen im Geschäftsjahr um 1,7 Mio. EUR auf 21,7 Mio. EUR (Vorjahr: 19,9 Mio. EUR). Sie enthalten Personal- und Sachkosten sowie die auf den Verwaltungsbereich entfallenden Abschreibungen. Grund für die Kostensteigerung sind die Gebühren für die neue Betriebsmittellinie sowie höhere Beratungskosten. Dem entgegen wirkten geringere Personalkosten. Die sonstigen betrieblichen Erträge stiegen um 1,3 Mio. EUR auf 7,4 Mio. EUR (Vorjahr: 6,0 Mio. EUR). Grund für den Anstieg waren im Wesentlichen höhere Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen haben sich um 2,0 Mio. EUR auf 2,7 Mio. EUR reduziert (Vorjahr: 4,7 Mio. EUR). Der Rückgang ist im Wesentlichen auf die gesunkenen periodenfremden Aufwendungen zurückzuführen. Das Betriebsergebnis (EBIT) reduzierte sich im Berichtsjahr 2014 um 40,2 Mio. EUR auf 13,6 Mio. EUR im Vergleich zu 53,8 Mio. EUR im Vorjahr. Das negative Finanzergebnis beläuft sich im Geschäftsjahr auf 27,2 Mio. EUR (Vorjahr: 33,1 Mio. EUR) und enthält im Wesentlichen Zinsaufwendungen in Höhe von 28,0 Mio. EUR (Vorjahr: 28,0 Mio. EUR) aus der Anleiheverbindlichkeit von 295,0 Mio. EUR sowie Aufzinsungen von der Anleihe sowie den Pensions- und sonstigen Verpflichtungen in Höhe von 4,8 Mio. EUR (Vorjahr: 4,4 Mio. EUR) und Netto-Währungskursgewinne in Höhe von 5,7 Mio. EUR (Vorjahr: Netto-Währungskursverluste in Höhe von 1,3 Mio. EUR). Das Ergebnis vor Ertragsteuern verschlechterte sich im Geschäftsjahr insbesondere durch das niedrige Betriebsergebnis auf -13,6 Mio. EUR (Vorjahr: 20,7 Mio. EUR). Die Aufwendungen aus Ertragsteuern (einschließlich latenter Steuern) betragen im Geschäftsjahr 2014 2,5 Mio. EUR (Vorjahr: 3,7 Mio. EUR). Die latenten Steuern werden durch Anwendung der Steuersätze ermittelt, die nach der derzeitigen Rechtslage in den einzelnen Ländern zum Realisationszeitpunkt gelten bzw. in Kürze gelten werden. Als Periodenergebnis ergab sich aufgrund der zuvor beschriebenen Entwicklungen ein Konzern-Jahresfehlbetrag in Höhe von 16,1 Mio. EUR (Vorjahr: Konzern-Jahresüberschuss in Höhe von 17,0 Mio. EUR). 2.4 Finanzlage 2.4.1 Grundsätze und Ziele des Finanzmanagements Die Fremdfinanzierung des Heckler & Koch Konzerns erfolgt zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2014 vor allem durch eine Unternehmensanleihe der HKO in Höhe von 295,0 Mio. EUR, die anteilig mit 170,1 Mio. EUR für den Erwerb von Darlehensforderungen von Dritten gegenüber der Muttergesellschaft HKB verwendet wurde. Die Anleihe ist durch Pfändungsvereinbarungen mit der Bank of New York Mellon London als Treuhänder der Anleihegläubiger über 100% der Geschäftsanteile an der HKO und deren Tochterunternehmen besichert. Ziel des Finanzmanagements ist es, die aus den Anleihebedingungen bestehenden Verpflichtungen einzuhalten und die anstehenden Zinszahlungen aus der Unternehmensanleihe fristgerecht zu begleichen sowie mittelfristig den Verschuldungsgrad zu senken. 2.4.2 Finanzierungsquellen und Finanzierungsaufwendungen Die HKO hat am 12. Mai 2011 eine Anleihe in Höhe von 295,0 Mio. EUR mit einer Laufzeit bis 15. Mai 2018 begeben. Die Anleihe hat ein Disagio von 1,25% und ist mit 9,5% p.a. zu verzinsen. Durch den Abschluss des Ergebnisabführungsvertrages vom 25. April 2013 besteht eine ertragsteuerliche Organschaft zwischen den Gesellschaften HKO und HKB. Der Anleihevertrag für die 295,0 Mio. EUR Anleihe sieht vor, dass mit Eintritt des ertragsteuerlichen Organschaftsverhältnisses (Fiscal Unity) die HKB vollumfänglich dem Anleihevertrag beitritt und damit den aus dem Anleihevertrag für die HKO und deren Tochterunternehmen bestehenden Verpflichtungen und Regelungen unterliegt. Die Berichtspflicht gegenüber den Anleihegläubigern liegt nun auf der Ebene des Heckler & Koch Konzerns. Anleiheschuldner bleibt die HKO. Somit unterliegen neben der HKO und ihren Tochterunternehmen auch das Mutterunternehmen HKB und die HKM Handlungsbeschränkungen aus den Anleihevereinbarungen. Vereinbarungen zur Einhaltung jahresabschlussbezogener Kennzahlen sind nicht getroffen. Am 13. November 2014 wurde eine kurzfristige Betriebsmittellinie (Revolving Bridge Facility) mit einem Verfügungsrahmen über 30 Mio. EUR und einer Laufzeit bis 31. Januar 2015 (gemäß ergänzender Vereinbarung vom 31. Dezember 2014) abgeschlossen, welche der HKO die kurzfristige Beschaffung liquider Mittel ermöglicht. Zum 31. Dezember 2014 hat die HKO 15 Mio. EUR gezogen welche im Januar 2015 komplett zurückgeführt und auch zum Aufstellungszeitpunkt nicht weiter in Anspruch genommen wurde. Die bereitgestellte Linie ist mit 4%, der gezogene Betrag mit 10% zu verzinsen. Wie im Nach-tragsbericht erläutert, steht diese Betriebsmittellinie jetzt langfristig, bis zum 30. Juni 2017, zur Verfügung. Die Mittel aus Pensions- und ähnlichen Verpflichtungen des Heckler & Koch Konzerns im Betrag von 66,1 Mio. EUR (Vorjahr: 57,9 Mio. EUR) stehen dem Unternehmen langfristig zur Verfügung. Die Finanzaufwendungen des Heckler & Koch Konzerns enthalten im Wesentlichen die Zinsen auf die Unternehmensanleihe in Höhe von 28,0 Mio. EUR (Vorjahr 28,0 Mio. EUR) sowie die Aufzinsung von der Anleihe sowie den Pensions- und sonstigen Verpflichtungen in Höhe von 4,8 Mio. EUR (Vorjahr: 4,4 Mio. EUR) und Netto-Währungskursgewinne in Höhe von 5,7 Mio. EUR (Vorjahr: Netto-Währungskursverluste in Höhe von 1,3 Mio. EUR). 2.4.3 Außerbilanzielle Finanzierungsinstrumente Der Heckler & Koch Konzern hat im Berichtsjahr wie auch im Vorjahr keine signifikanten außerbilanziellen Finanzierungsinstrumente eingesetzt. Einzelheiten bezüglich Bankgarantien für Kunden sowie Operating-Leasingverhältnisse, sind im Anhang erläutert. 2.4.4 Investitionen Die Investitionen des Heckler & Koch Konzerns in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte (ohne aktivierte Entwicklungskosten) betreffen im Wesentlichen den wehrtechnischen Teilkonzern und beliefen sich im Geschäftsjahr 2014 auf 5,9 Mio. EUR (Vorjahr: 8,6 Mio. EUR). Die planmäßigen Abschreibungen (ohne Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungskosten) betragen im Geschäftsjahr 8,1 Mio. EUR (Vorjahr: 7,5 Mio. EUR). Die aktivierten Entwicklungskosten betragen in 2014 3,8 Mio. EUR (Vorjahr: 3,0 Mio. EUR); die Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungskosten 0,7 Mio. EUR (Vorjahr: 0,3 Mio. EUR). 2.4.5 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 2.4.5.1 Darstellung der Zu-/Abflüsse liquider Mittel sowie Darstellung besonderer Einflussfaktoren Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente im Konzern belaufen sich am 31. Dezember 2014 auf 31,7 Mio. EUR (Vorjahr: 23,0 Mio. EUR). Die Erhöhung der liquiden Mittel um 8,7 Mio. EUR resultiert im Wesentlichen aus der Inanspruchnahme der kurzfristigen Betriebsmittellinie in Höhe von 15 Mio. EUR, welche im Januar 2015 komplett zurückgeführt und auch zum Aufstellungszeitpunkt nicht weiter in Anspruch genommen wurde. Da im Geschäftsjahr 2014 ein positiver Netto Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit erzielt worden ist, konnten Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte wie in den Vorjahren aus dem operativen Cashflow finanziert werden. 2.4.5.2 Darstellung der Fähigkeit, den Zahlungsverpflichtungen nachzukommen Auf Grund der vorhandenen liquiden Mittel waren die Unternehmen des Heckler & Koch Konzerns im Geschäftsjahr 2014 jederzeit in der Lage ihren finanziellen Verpflichtungen nachzukommen. Die frei verfügbare Liquidität (Liquide Mittel abzüglich Festgeldhinterlegungen) bietet ausreichend Spielraum zur Deckung anstehender Fälligkeiten. Per 31. Dezember 2014 belief sich diese auf 26,2 Mio. EUR (Vorjahr: 18,3 Mio. EUR). In 2015 wurde die kurzfristige Betriebsmittellinie in eine langfristige Betriebsmittellinie umgewandelt und steht der HKO seit Anfang März 2015 bis 30. Juni 2017 in Höhe von 30 Mio. EUR zur Verfügung. Gemäß Geschäftsplan wird für 2015 von einer positiven Liquiditätsentwicklung aus der operativen Geschäftstätigkeit ausgegangen. 2.5 Vermögenslage 2.5.1 Wesentliche Veränderungen der Vermögenslage Im Vergleich zum 31. Dezember 2013 hat sich die Bilanzsumme zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2014 um 17,5 Mio. EUR auf 262,7 Mio. EUR reduziert. Die langfristigen Vermögenswerte stiegen zum Bilanzstichtag auf 101,9 Mio. EUR (Vorjahr: 95,0 Mio. EUR). Die kurzfristigen Vermögenswerte in Höhe von 160,9 Mio. EUR sanken im Vergleich zum Vorjahr um 24,3 Mio. EUR. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen reduzierten sich zum Bilanzstichtag im Vergleich zum Vorjahr um 33,7 Mio. EUR auf 26,9 Mio. EUR (Vorjahr: 60,6 Mio. EUR). Diese Bilanzposition hängt ab vom Lieferzeitpunkt und den auftragsbezogen unterschiedlichen Zahlungsbedingungen und ist deshalb starken Schwankungen unterworfen. Die Bilanzposition sonstige Darlehen, Investitionen und Derivate reduzierte sich um 6,1 Mio. EUR auf 5,1 Mio. EUR (Vorjahr: 11,2 Mio. EUR), im Wesentlichen aufgrund der Tilgung von Darlehen an nahestehenden Personen sowie aufgrund der im Vorjahr enthaltenen Wertpapiere zur Besicherung von Altersteilzeitverpflichtungen die ab 2014 mit der entsprechenden Rückstellung verrechnet werden. Die Vorräte inklusive geleistete Anzahlungen auf Vorräte erhöhten sich um 8,5 Mio. EUR auf 92,9 Mio. EUR (Vorjahr: 84,4 Mio. EUR). Das Konzern-Eigenkapital zum 31. Dezember 2014 beträgt -174,3 Mio. EUR (Vorjahr: -151,5 Mio. EUR). Die Verschlechterung der Eigenkapitalposition resultiert im Wesentlichen aus dem Verlust von 16,1 Mio. EUR (Vorjahr: Gewinn von 17,0 Mio. EUR). Die Fortführung der Geschäftstätigkeit der Einzelgesellschaften und damit des Konzerns wird dadurch jedoch nicht in Frage gestellt. Der von einer unabhängigen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft auf Plausibilität geprüfte und bestätigte Geschäftsplan des Heckler & Koch Konzerns beinhaltet eine Verbesserung der Eigenkapitalposition und Reduzierung der Verschuldung inklusive Refinanzierung vor Fälligkeit der Anleihe. Die langfristigen Verbindlichkeiten erhöhten sich um 6,3 Mio. EUR auf 383,6 Mio. EUR (Vorjahr: 377,3 Mio. EUR). Die Anleihe von nominal 295,0 Mio. EUR (Vorjahr: 295,0 Mio. EUR) wird in der IFRS-Bilanz mit den fortgeführten Anschaffungskosten in Höhe von 289,6 Mio. EUR (Vorjahr: 288,3 Mio. EUR) angesetzt. Die kurzfristigen Verbindlichkeiten reduzierten sich um 0,9 Mio. EUR auf 53,4 Mio. EUR (Vorjahr: 54,4 Mio. EUR). 2.5.2 Nicht finanzielle Leistungsindikatoren Für den Heckler & Koch Konzern ist die Sicherstellung der Nachhaltigkeit seines Geschäftsmodells eine zentrale strategische Aufgabe. Dies umfasst neben dem angestrebten wirtschaftlichen Erfolg auch verantwortungsbewusstes Handeln als Arbeitgeber, als gesetzestreues Mitglied unserer Gesellschaft und als verlässlicher Partner unserer Kunden. Nachhaltiges Wirtschaften stellt für unseren Konzern eine existenziell wichtige Funktion dar, um Geschäftschancen zu nutzen und Risiken zu minimieren. In den weiteren Unterpunkten werden wir über wesentliche Aktivitäten zur Nachhaltigkeit berichten. 2.5.2.1 Mitarbeiter Für den Heckler & Koch Konzern bedeutet Nachhaltigkeit auch Verantwortung für die Mitarbeiter. Qualifizierte, motivierte und engagierte Mitarbeiter sind Grundvoraussetzung für Höchstleistungen und somit die Basis des Erfolgs. Selbstverständliche Werte wie Ehrlichkeit, Fairness, Akzeptanz und Vertrauen, Hilfsbereitschaft und Achtung des Anderen, Pflichtbewusstsein und Zuverlässigkeit haben in der Belegschaft des Konzerns eine zentrale Bedeutung. Im Bewusstsein der gesellschaftlichen Verpflichtungen unseres Unternehmens unter Wahrung der Standort- und Arbeitsplatzsicherung ist unser unternehmerisches Handeln an allen Unternehmensstandorten geprägt von der Verantwortung, welche das Unternehmen gegenüber der Gesellschaft im sozialen, ökologischen und ökonomischen Bereich wahrnimmt. Die Basis für unser Handeln bilden die Grundsätze unserer Corporate Governance. HKO ist beispielhaft hinsichtlich der Integration schwerbehinderter Mitarbeiter. Die Vorgaben des Schwerbehindertengesetzes werden von uns seit Jahren übertroffen, im Geschäftsjahr um ca. 50%. Die Beschäftigtenzahl im Konzern umgerechnet in Vollzeitarbeitskräfte (Mitarbeiterkapazität), liegt zum Stichtag bei 743 Mitarbeitern (Vorjahr: 754) inklusive 35 Auszubildenden (Vorjahr: 34). HKO bietet allen ihren in Deutschland beschäftigten Arbeitnehmern Sozialleistungen im Rahmen der gesetzlichen und der tarifvertraglichen Bestimmungen an. Dazu gehört auch die Möglichkeit der Inanspruchnahme der Altersteilzeitregelung. Die Laufzeit der Betriebsvereinbarung zur Altersteilzeit war bis zum 31. Dezember 2010 befristet, verlängerte sich zwischenzeitlich aber automatisch jeweils um ein Kalenderjahr, da von keiner der Vertragsparteien eine schriftliche Kündigung erfolgt ist. Das Versorgungswerk der HKO ist seit dem 01. Dezember 2002 für neu eingetretene Mitarbeiter geschlossen. 2.5.2.2 Umwelt Im Bereich Umwelt strebt Heckler & Koch neben dem schonenden Umgang mit Rohstoffen die Senkung des Energieverbrauchs und damit verbunden des CO2-Ausstoßes an und hat dies in den Unternehmenszielen verankert. Bei der Anschaffung von neuen Maschinen wird, gemäß der in 2014 definierten Energiepolitik, auf energieeffiziente Lösungen geachtet. In 2013 hat die HKO am Standort Oberndorf ein Blockheizkraftwerk zur Gewinnung elektrischer Energie und Wärme in Betrieb genommen und weitere Energieeffizienzmaßnahmen umgesetzt, welche zu einer Reduktion des Energieverbrauchs und damit der CO2-Emissionen geführt haben und in Zukunft führen werden. Ein Blockheizkraftwerk erreicht einen insgesamt deutlich höheren Nutzungsgrad gegenüber dem herkömmlichen Mischbetrieb aus lokaler Heizung und zentraler Stromversorgung. In 2013 wurde mit dem Aufbau eines Energiemanagementsystems begonnen. Die Zertifizierung des Energiemanagementsystems nach DIN EN 50001 wurde im September 2014 durchgeführt. Das dazu notwendige Energiemonitoring wurde ebenfalls in 2014 installiert und aufgebaut. Durch die installierten Messpunkte können seit Januar 2015 die Energieverbräuche identifiziert und nun detailliert gesammelt werden. Anhand dieser dann gesammelten Werte können die Energieeinsparungspotentiale ermittelt und entsprechende Ziele zukünftig definiert werden. Dieses System beschreibt die Aktivitäten, durch die sichergestellt wird, dass alle Handlungen des Unternehmens, die Einfluss auf die Energieeffizienz haben, ordnungsgemäß durchgeführt, überwacht und dokumentiert werden und damit die energiebezogene Leistung des Unternehmens kontinuierlich verbessert wird. 2.5.3 Zusammenfassende Aussage über die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage zum Zeitpunkt der Aufstellung des Lageberichtes Durch die Änderung der Genehmigungspolitik der Bundesregierung und der daraus resultierenden Umsatzrückgänge hat sich eine Verschlechterung der Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage des Heckler & Koch Konzerns ergeben. Der Umsatz und die operative Ertragskraft des Konzerns liegen auf einem Niveau welches den erforderlichen Kapitaldienst aus der im Mai 2011 begebenen Hochzinsanleihe über 295,0 Mio. EUR ermöglicht. Dennoch bleibt es erklärtes Ziel der Gesellschafter und des Vorstands, den Verschuldungsgrad und damit die Zinslast durch Kapitalzuführung zu reduzieren. 3. Prognose-, Chancen- und Risikobericht3.1 Prognosebericht 3.1.1 Vorbemerkung Dieser Bericht enthält Aussagen zur zukünftigen Geschäftsentwicklung, die auf Annahmen und Schätzungen der Unternehmensleitung beruhen. Eine Vielzahl von Faktoren, von denen zahlreiche außerhalb des Einflussbereichs von Heckler & Koch liegen, beeinflussen die Geschäftsaktivitäten, den Erfolg, die Geschäftsstrategie und die Ergebnisse. Die in die Zukunft gerichteten Aussagen beruhen auf gegenwärtigen Geschäftsplänen, Zielen, Schätzungen und Prognosen und berücksichtigen Erkenntnisse nur bis einschließlich des Datums der Erstellung dieses Berichts. Sollten die den Prognosen zugrunde gelegten Annahmen nicht eintreffen, so können die tatsächlichen Ergebnisse von den prognostizierten Aussagen abweichen. Zu den Unsicherheitsfaktoren gehören unter anderem: Veränderungen des politischen und wirtschaftlichen Umfelds, Änderungen nationaler und internationaler Gesetze und Vorschriften, Marktschwankungen, Wechselkurs- und Zinsschwankungen, Einflüsse von Wettbewerbsprodukten und Preisen, Auswirkungen von Veränderungen in Kundenstrukturen sowie Änderungen in der Geschäftsstrategie. 3.1.2 Konjunkturausblick Das Wachstum der weltweiten Wirtschaft dürfte sich aufgrund der strukturellen Probleme mittelfristig nur langsam beschleunigen. Für den Heckler & Koch Konzern wird vor allem entscheidend sein, wie sich die in vielen Ländern bestehende Staatsverschuldung auf die Verteidigungsetats, insbesondere die Budgets für individuelle Bewaffnung von Soldaten, auswirkt. Die weltweit anhaltenden Konflikte sowie Terrorgefahren erfordern eine hohe Zahl an internationalen Militäreinsätzen. Daraus leitet sich die Notwendigkeit ab, die Ausrüstung der Streitkräfte zu modernisieren und für Kontinuität einer verantwortungsvollen Sicherheitspolitik zu sorgen. Der Verteidigungshaushalt in Deutschland beträgt im Entwurf für 2015 32,3 Milliarden EUR (2014: 32,9 Mrd. EUR; 2013: 33,3 Mrd. EUR). Der US-Verteidigungshaushalt für 2015 wird mit einem Grundetat von über 560 Milliarden US-Dollar beziffert. Der Verteidigungshaushalt des Vereinigten Königreichs für 2015 und die späteren Jahren wurde nicht veröffentlicht. Es wird erwartet, dass die ab Mai 2015 neu zu wählende Regierung eine umfassende strategische Verteidigungsüberprüfung durchführen wird. Weiterhin erwarten wir der Hauptlieferant für Handfeuerwaffenersatzteile und dazugehörige Dienstleistungen zu sein. Allerdings könnte der Bedarf durch reduzierte Auslandseinsätze niedriger sein. 3.1.3 Erwartete Ertragslage 2015 und Prognose nicht finanzieller Leistungsindikatoren Umsatz und Ertrag Für 2015 wird bei moderat steigenden Umsatzerlösen, unter anderem resultierend aus der steigenden Bedeutung des US-Zivilmarktes, ein deutlich verbessertes EBIT erwartet. Für 2015 geht die Planung von einem positiven Ergebnis vor Ertragsteuern im mittleren zweistelligen Millionenbereich aus. Betriebsnotwendige Kapital Die Höhe des betriebsnotwendigen Kapitals wird gemäß Planung 2015 in Summe nahezu unverändert zum Geschäftsjahr erwartet. Liquide Mittel Für 2015 wird verglichen mit 2014 ein gleichbleibender Bestand an liquiden Mitteln erwartet. Auftragseingang und Auftragsbestand Für 2015 wird ein moderat höherer Auftragseingang und aufgrund der höheren Umsatzerwartung ein moderat geringerer Auftragsbestand zum Jahresende erwartet. Die derzeit zögerliche Beschaffungspolitik der Bundesregierung, im Hinblick auf das Produkt G36, ist für die Höhe des geplanten Auftragseingangs nicht relevant. Beschäftigtenzahl Die Beschäftigtenzahl wird in 2015 im Vergleich zu 2014 weiter leicht zurückgehen. 3.1.4 Gesamtaussage Im Geschäftsjahr 2014 blieb der Umsatz hinter dem Vorjahr zurück. Für 2015 erwartet die Unternehmensleitung sowohl ein im Vergleich zu 2014 verbessertes Umsatzniveau als auch eine verbesserte Ertragssituation. 3.2 Chancen Das Marktpotenzial des Heckler & Koch Konzerns ergibt sich zu wesentlichen Teilen aus den militärischen Beschaffungsvorhaben der Kundenländer. Chancen ergeben sich durch die Veränderung des militärischen Bedarfs der Bundeswehr und der Streitkräfte anderer Länder in Europa und der NATO. Die sich ändernden Bedrohungslagen und Einsatzszenarien erfordern höhere Mobilität und höhere Leistungsfähigkeit. Eine höchstwirksame waffentechnische Ausrüstung ist von zentraler Bedeutung um den Soldatinnen und Soldaten ein Höchstmaß an persönlicher Sicherheit und die technische Voraussetzung zur Erfüllung der gestellten Aufgaben zu geben. Als Technologieführer im Marktsegment Handfeuerwaffen bietet diese Entwicklung dem Heckler & Koch Konzern die Chance, die Position als industrieller Technologiepartner für hochentwickelte Armeen und Sondereinsatzkräfte weiter auszubauen und dadurch das Umsatzpotenzial entgegen dem Trend sogar auszubauen. Für das Produktsegment Sportwaffen sehen wir insbesondere im Zivilmarkt USA Wachstumspotenzial sowohl für Kurz- als auch Langwaffen. Mit optimierten Vertriebs- und Servicestrukturen und speziell für den US-Zivilmarkt entwickelte Neuprodukte soll das Absatzvolumen kontinuierlich gesteigert werden. Dies findet eindrucksvoll Niederschlag in der Marktakzeptanz unserer VP9 hinsichtlich der abgesetzten Stückzahl als auch der ausgesprochenen Prämierungen. Infolge des hohen Verschuldungsgrads und der niedrigen Liquiditätsreserve wird HKO derzeit von den beiden führenden Rating-Agenturen mit Rating-Noten CCC (Standard & Poor's) bzw. Caa3 (Moody's) bewertet. Daraus resultieren ungünstige Zinskonditionen und ein begrenzter Zugang zu den Finanzmärkten. Wenn, wie angestrebt und erwartet, zukünftig der Verschuldungsgrad reduziert wird, kann das Unternehmen mit verbesserten Finanzierungskonditionen rechnen. 3.3 Risiken 3.3.1 Externe Risiken Mit Deutschland, Europa sowie den NATO-Staaten und der NATO nahestehenden Ländern ist der Marktzugang für Heckler & Koch sowohl geographisch als auch mit Blick auf den ausschließlich behördlichen Kundenkreis begrenzt. Ein kontinuierlicher Ausbau der internationalen Ausrichtung soll gewährleisten, dass konjunkturelle sowie markt- und branchenspezifische Risiken reduziert werden. Es ist für den Heckler & Koch Konzern entscheidend, mit den technisch und wirtschaftlich richtigen Produktentwicklungen an den zukünftigen Beschaffungsprojekten der NATO-Staaten und insbesondere auch bei den amerikanischen Behörden zu partizipieren. Änderungen in der Genehmigungspolitik können, wie in 2014 gezeigt, Exporte von wehrtechnischen Produkten und damit verbunden die Realisierung von Umsatzpotenzialen erschweren oder verhindern und somit die Ertragssituation verschlechtern. Für den Absatzmarkt in den NATO-Staaten ist dieses Risiko jedoch eher gering einzuschätzen. Bei Rüstungsexporten in Staaten außerhalb von EU, NATO und gleichgestellten Staaten legt die Bundesregierung sehr strenge Grundsätze an. Demnach werden Kriegswaffenexporte nur genehmigt, wenn besondere außen- und sicherheitspolitische Interessen für eine Genehmigung sprechen. Budgetrestriktionen, Finanzierungsprobleme oder politische Einflüsse in Kundenländern können zu Risiken in Form von Verzögerungen und/oder dem Ausfall von Aufträgen führen. Das Finanzierungsrisiko bei einzelnen Kunden hat sich in Folge der Kredit- und Finanzkrise verstärkt, da der in vielen Ländern zur Krisenbewältigung erhöhte staatliche Finanzierungsbedarf zu einer hohen Staatsverschuldung geführt hat, die jetzt durch Einsparungen in allen Ressorts, also auch im Verteidigungsbudget zurückgeführt werden soll. Einzelne Staaten sind bereits von Ratingagenturen in ihrer Kreditwürdigkeit herabgestuft worden, wobei der Heckler & Koch Konzern zum Jahresende 2014 gegen weniger kreditwürdige Staaten (S&P speculative grade ratings: BB+ oder schlechter) lediglich Forderungen in Höhe von ca. 1,1 Mio. EUR hatte, die inzwischen größtenteils beglichen wurden. Der Zugang zum US-Zivilmarkt generell und der Vertrieb von Waffen in den USA unterliegen einer sich verändernden Gesetzgebung in den USA und einzelner Bundesstaaten der USA. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass sich die Regularien hin zu einer restriktiveren Regulierung dieses Marktes verändern und dadurch der Absatz unserer Produkte in diesem mit Abstand wichtigsten Zivilmarkt der Welt erschwert wird, dies gilt insbesondere für halbautomatische und automatische Langwaffen. Als international operierender Konzern ist das Unternehmen Risiken aus Wechselkursschwankungen ausgesetzt. Das Wechselkursrisiko im operativen Geschäft entsteht vor allem aus den in US-Dollar fakturierten Umsätzen für Lieferungen in die USA. Ein wieder stärker werdender Euro in Relation zum US-Dollar könnte sich belastend auf die Ertragssituation der in US-Dollar fakturierten Umsätze auswirken. Um die erwarteten Einzahlungen aus diesen geplanten, aber im Wesentlichen noch nicht kontrahierten Transaktionen aus auf US-Dollar lautenden Verträgen partiell gegen Wechselkursrisiken abzusichern, nutzt Heckler & Koch derivative Finanzinstrumente. Beim Management von Währungsrisiken beschränken sich die Sicherungsgeschäfte der Gruppe auf marktgängige Instrumente, die zur Sicherung von bestehenden Grundgeschäften und für geplante Umsätze, niemals jedoch zu Spekulationszwecken, genutzt werden. Zur Reduzierung des Ausfallrisikos werden diese Geschäfte mit renommierten deutschen Kreditinstituten abgeschlossen. Zum Jahresende bestanden keine Devisentermingeschäfte. Beschaffungsrisiken bestehen darin, dass die zur Herstellung der Produkte benötigten Rohstoffe, Bauteile und Komponenten nicht oder nicht in ausreichendem Maß in der erforderlichen Qualität und Quantität zur Verfügung stehen oder nicht zeitgerecht beschafft werden können. Um Versorgungssicherheit zu gewährleisten und auf Veränderungen kurzfristig reagieren zu können, stehen die Beschaffungsmärkte unter intensiver Beobachtung. Weiterhin werden Beschaffungsrisiken durch Ermittlung alternativer Lieferquellen, Qualitäts- und Zuverlässigkeitskontrollen bei Zulieferern sowie den Aufbau von angemessenen Sicherheitsbeständen für Rohmaterial ausgeglichen. 3.3.2 Interne Risiken Die Erfüllung der konzerninternen Verpflichtungen der HKB ist abhängig von ausreichend hohen Gewinnabführungen der HKO an die HKB und damit von einer anhaltend hohen operativen Ertragskraft des wehrtechnischen Teilkonzerns. 3.3.3 Finanzwirtschaftliche Risiken Am 12. Mai 2011 hat sich die HKO mit einer Unternehmensanleihe in Höhe von 295,0 Mio. EUR mit einer Laufzeit bis zum 15. Mai 2018 refinanziert. Der Anleihevertrag vom 12. Mai 2011 erlaubt strukturelle Veränderungen in Form einer Verschmelzung zwischen der HKO und der HKB oder der Bildung einer ertragsteuerlichen Organschaft zwischen den beiden Gesellschaften. Mit dem Abschluss eines Ergebnisabführungsvertrages am 25. April 2013 wurde die ertragsteuerliche Organschaft hergestellt. Mit der Ergänzungsvereinbarung vom 26. September 2013 zum Anleihevertrag wurde die HKB Partei des Anleihevertrags mit allen Rechten und Pflichten. Seit Anfang März 2015 steht der HKO zusätzlich eine langfristige Betriebsmittellinie bis 30. Juni 2017 in Höhe von 30 Mio. EUR zur Verfügung. Der Fortbestand der H&K AG und damit auch des Heckler & Koch Konzerns ist aufgrund der nachteiligen Finanzierungsstruktur gefährdet und abhängig von einer zügigen Rückkehr zu einer ausreichend hohen operativen Ertragskraft des wehrtechnischen Teilkonzerns. Die Wiedererlangung der Ertragskraft der letzten Jahre ist darüber hinaus notwendig, um die für die Rückführung der Unternehmensanleihe 2018 benötigte Liquidität bereitstellen und damit zu einer Entschuldung des Unternehmens beitragen zu können. Die Entschuldung als Kernbestandteil der im Sanierungsgutachten vom 17. Februar 2015 dargelegten Strategie muss mittelfristig auch die Durchführung von eigenkapitalerhöhenden Maßnahmen beinhalten bzw. durch diese flankiert werden. Zum Bilanzstichtag verfügt die HKB mit ihren direkten und indirekten Anteilen an der HKO über einen Vermögenswert, der auf Basis von Ertragswertberechnungen basierend auf der aktuellen Planung die derzeitige konzerninterne Darlehensverbindlichkeit deutlich übersteigt. Dadurch hätte die HKB auch die Möglichkeit, durch Veräußerung von Geschäftsanteilen ihrer Beteiligungen Liquidität zu beschaffen. Wie in den Erläuterungen zur Vermögenslage unter 2.5.1 berichtet, weist der Heckler & Koch Konzern ein negatives Eigenkapital von 174,3 Mio. EUR (Vorjahr: 151,5 Mio. EUR) aus. Die Fortführung der Geschäftstätigkeit der Einzelgesellschaften und damit des Konzerns wird dadurch jedoch nicht in Frage gestellt. Der von einer unabhängigen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft auf Plausibilität geprüfte und bestätigte Geschäftsplan des Heckler & Koch Konzerns beinhaltet eine Verbesserung der Eigenkapitalposition und Reduzierung der Verschuldung inklusive Refinanzierung vor Fälligkeit der Anleihe. 3.3.4 Risiken aus Organisation und Struktur Das aktive Risikomanagement besitzt für den Heckler & Koch Konzern einen hohen Stellenwert bei der Steuerung und Überwachung der Unternehmensprozesse. Wesentliche Elemente des Risikomanagements sind die eingerichteten internen Controlling- und Überwachungsfunktionen, ein aussagefähiges regelmäßiges Konzernberichtswesen sowie Planungs- und Budgetierungsverfahren. Zielsetzung der von uns eingerichteten Risikosteuerungs- und Risikoüberwachungsprozesse ist es, potenzielle operative und finanzielle Risiken, die zu einer Beeinträchtigung der Geschäftsentwicklung führen könnten, frühzeitig zu erkennen und geeignete Strategien und Maßnahmen zu ergreifen. Im Jahr 2006 wurden Regeln der guten Unternehmensführung (Corporate Governance) im Heckler & Koch Konzern durch Regularien verankert. Ein wichtiger Bestandteil hiervon ist ein interner Genehmigungsprozess für das operative Geschäft. Basierend auf dem vom Beirat der HKO festgelegten Befugniskalender werden geplante Transaktionen des Unternehmens entsprechend ihrer Größe und unter Berücksichtigung möglicher Risiken beurteilt und genehmigt bzw. abgelehnt. Damit soll sichergestellt werden, dass sich unternehmerische Entscheidungen und laufende Geschäftsaktivitäten innerhalb definierter Risikogrenzen bewegen und den gesetzlichen Anforderungen entsprechen. Der im Jahr 2007 in Kraft gesetzte Verhaltenskodex (Business Ethics Principles) definiert Grundsätze und konkrete Handlungsvorschriften um Fehlverhalten von Personen möglichst zu vermeiden und ethisches Verhalten zu fördern. Die Einhaltung von Gesetzen, Verordnungen und sonstiger Regularien ist für Heckler & Koch von existenziell wichtiger Bedeutung. Deshalb wurde im Jahr 2012 entschieden, das bestehende Compliance Management System (CMS) weiter auszubauen und nach dem IDW Prüfungsstandard PS 980 prüfen und zertifizieren zu lassen. Die im April 2013 von der Geschäftsführung beschlossene CMS-Konzeption wurde prüfungsseitig frei gegeben und im weiteren Verlauf des Jahres bei der HKO und ihren Tochtergesellschaften implementiert. Ein Schwerpunkt ist die Stärkung von Compliance-Elementen im Verhältnis zu den Geschäftspartnern. Dazu gehören Compliance-Klauseln in Standardverträgen und Screening von bestehenden Geschäftsbeziehungen und von potenziell neuen Geschäftspartnern. Bei Compliance-Elementen, deren Umsetzung unter die Mitbestimmung fällt, wird der Betriebsrat in die Umsetzung einbezogen. 3.3.5 Rechtliche Risiken Zu diesen Risiken zählen im Wesentlichen Risiken aus Produkthaftung, Wettbewerbs- und Kartellrecht, Ausfuhrrecht, Waffenrecht, Antikorruptionsvorschriften, Patentrecht und Steuerrecht. Schadensfälle und Haftungsrisiken aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit sind bilanziell berücksichtigt. Im Januar 2010 wurde von einem neu in den Handfeuerwaffenmarkt eintretenden Unternehmen, deren Mitgeschäftsführer und Mitgesellschafter ein ehemaliger Geschäftsführer der HKO ist, eine Beschwerde beim Bundeskartellamt eingereicht. Die Beschwerde erhebt den Vorwurf, dass HKO versucht habe, das Unternehmen in seiner Geschäftstätigkeit einzuschränken. Nach einem Widerspruch gegen den vom Bundeskartellamt erlassenen Bußgeldbescheid hat das Oberlandesgericht Düsseldorf ein Hauptsacheverfahren eröffnet. Das Unternehmen HKO hat daraufhin entschieden, den Bußgeldbescheid zu akzeptieren. Ausschlaggebend waren hierfür zeitliche und wirtschaftliche Gründe. Heckler & Koch befasst sich mit der Herstellung und dem Vertrieb von Handfeuerwaffen, insbesondere für behördliche Abnehmer, wie die Polizeibehörden des Bundes und der Länder, die Zollverwaltung sowie inländische und ausländische Streitkräfte. Der Vertrieb von Handfeuerwaffen ins Ausland erfolgt vorwiegend in die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union, in die NATO-Staaten sowie in Länder, die den NATO-Ländern gleichgestellt sind. Waffenlieferungen an Behörden und Streitkräfte ausländischer Staaten, die vorstehend nicht benannt worden sind (sogenannte Drittländer), erfolgen – wie grundsätzlich bei allen Waffenverkäufen – ausschließlich mit Genehmigung der Bundesrepublik Deutschland, womit eine Belieferung in kritische Staaten definitiv ausgeschlossen ist. Insbesondere bei den Verkäufen von Handfeuerwaffen ins Ausland für militärische Verwendung werden die Empfangsstaaten vor der Erteilung einer Ausfuhrgenehmigung aufgefordert, der Bundesrepublik Deutschland behördlich unterzeichnete Endverbleibserklärungen vorzulegen, womit sich die Empfangsstaaten verpflichten, die zur Lieferung vorgesehenen Waffen nicht in andere Länder zu exportieren. Unser Unternehmen unterliegt in Bezug auf die Herstellung und den Vertrieb von Handfeuerwaffen der ständigen Kontrolle und regelmäßigen Überprüfung nachstehender Behörden: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE), Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA), Bundeskriminalamt Wiesbaden, Oberfinanzdirektion Karlsruhe und Landratsamt Rottweil, Ordnungsamt. Die grundlegende Voraussetzung für die Erteilung von waffen-und ausfuhrrechtlichen Genehmigungen beruht auf der Zuverlässigkeit unseres Unternehmens, weshalb die Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften höchste Priorität genießt. Die uneingeschränkte Einhaltung der waffen- und ausfuhrrechtlichen Vorschriften ist die wirtschaftliche Basis für unser Unternehmen, weshalb in unserem Hause zur Überwachung der Arbeits-, Produktions-, Liefer- und Genehmigungsprozesse strenge Überwachungsregelungen und Kontrollsysteme eingerichtet worden sind. Hierzu zählen insbesondere sorgfältige Auswahl der Mitarbeiter, wiederkehrende Schulungen, ständige Kontrollen, präzise Arbeitsanweisungen sowie der Einsatz eines in die Arbeitsprozesse integrierten und EDV-gestützten Controlling-Systems. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart führt seit 2010 ein Ermittlungsverfahren gegen Mitarbeiter der HKO, in dem Vorwürfe der unbefugten Ausfuhr von Gewehren nach Mexiko seit 2005 untersucht werden. Darüber hinaus erhebt die Staatsanwaltschaft den Vorwurf der Bestechung von inländischen Amtsträgern und von ausländischen Entscheidungsträgern in Mexiko. Die HKO hat eine global agierende Wirtschaftsprüfungsgesellschaft damit beauftragt, die verfahrensrelevanten Sachverhalte im Rahmen einer unabhängigen Untersuchung aufzuklären. Das Ergebnis der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft wurde als Bericht über die Sonderuntersuchung bei der HKO im ersten Halbjahr 2013 der Staatsanwaltschaft Stuttgart zur Verfügung gestellt. Die HKO hat der Staatsanwaltschaft volle Kooperation und Unterstützung bei der Aufklärung der verfahrensrelevanten Sachverhalte zugesagt. Die strafrechtliche Würdigung der Sachverhalte bleibt der Staatsanwaltschaft Stuttgart vorbehalten. Im Auftrag der Staatsanwaltschaft Stuttgart hat das Zollkriminalamt Köln im Sommer 2014 einen Schlussbericht verfasst, soweit es um die Lieferungen von Gewehren nach Mexiko geht. Im Jahr 2015 ist eine Entscheidung der Staatsanwaltschaft Stuttgart zu erwarten, ob der Vorgang nach einer Dauer des Ermittlungsverfahrens von 5 Jahren in ein gerichtliches Anklageverfahren übergeleitet werden wird. Bei der Staatsanwaltschaft Stuttgart ist ein weiteres Ermittlungsverfahren – gegen nicht namentlich benannte – Mitarbeiter und Verantwortliche von Heckler & Koch anhängig. In diesem Ermittlungsverfahren geht es um den Vorwurf eines unerlaubten Technologietransfers nach Mexiko. Das Unternehmen hat den Sachverhalt durch externe Rechtsanwälte umfassend aufklären lassen und die Untersuchungsergebnisse der Staatsanwaltschaft Stuttgart zur Verfügung gestellt. Die Untersuchung hat zu dem Ergebnis geführt, dass Rechtsverstöße nicht vorliegen. Das Unternehmen geht davon aus, dass das Verfahren auf der Grundlage der erhobenen Untersuchungsergebnisse eingestellt wird. Gegen die Risiken aus Rechtsstreitigkeiten wurde angemessen Vorsorge getroffen. Der Heckler & Koch Konzern bildet Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten, wenn die sich hieraus ergebenen Verpflichtungen wahrscheinlich sind und sich die Höhe der Verpflichtungen ausreichend genau bestimmen lässt. Aufgrund von Unsicherheiten und der schwierigen Vorhersage gerichtlicher Entscheidungen ist es allerdings möglich, dass Aufwendungen entstehen, die die getroffenen Vorsorgen überschreiten und sich auf das Geschäft und seine Ergebnisse auswirken könnten. Die Resultate steuerlicher Betriebsprüfungen könnten zu Steuernachzahlungen führen. Zudem besteht das Risiko, dass sich Veränderungen von Steuergesetzen oder in der Rechtsprechung ungünstig auf die Entwicklung der Steuerbelastung der Heckler & Koch auswirken können. 3.4 Rechnungslegungsrelevantes internes Kontrollsystem im Heckler & Koch Konzern Genehmigungsprozesse und interne Revision Seit vielen Jahren bestehen unternehmensintern verbindliche Regelungen und Richtlinien für die Bereiche Einkauf, Anlageinvestitionen, Produktentwicklung, Angebote, Auftragsannahme, EDV-Sicherheit, Datenschutz, Rechnungswesen und Reisekosten. Mitarbeiter betreffende Richtlinien werden im Intranet veröffentlicht. Als Teil der internen Revision wird die Einhaltung von Regularien jährlich durch einen externen Berater überprüft. Rechnungslegungsrelevante EDV-Systeme Management-Kontrollen in allen Geschäftsbereichen setzen die Bereitstellung von korrekten und zeitnahen Informationen voraus. Den Business-Informations- und Reporting-Systemen kommt daher eine hohe Bedeutung zu. Das SAP-Informationssystem (VIS) enthält sowohl für den Finanzbereich wie auch für alle operativen Bereiche eine Vielzahl von Berichten und Leistungsindikatoren, die täglich abgerufen werden können. Im Finanzbereich zählt das monatliche umfangreiche Reporting Package zu den wichtigsten Reportingin-strumenten. Im Rahmen des konzernweiten Berichtswesens liefern somit alle Heckler & Koch Gesellschaften detaillierte Informationen zu den wichtigsten Bilanz- und GuV-Positionen sowie Kennzahlen und Erklärungen. Diese werden durch den zentralen Finanzbereich abgefragt, analysiert, konsolidiert und in Form des Management Reportings an das Heckler & Koch-Management weitergeleitet. Organisation der Rechnungslegung und rechnungslegungsrelevante Richtlinien Alle Tochtergesellschaften innerhalb des Heckler & Koch Konzerns stellen rechtlich selbständige Einheiten dar. Neben dem Management, welches die operative Geschäftstätigkeit im jeweiligen Markt verantwortet, ist der Leiter Finanzen für alle rechnungslegungsrelevanten Sachverhalte der Gesellschaft verantwortlich. Auch die kontinuierliche Überwachung der wichtigsten Steuerungsgrößen, das monatliche Reporting der Finanzkennzahlen an den zentralen Finanzbereich sowie die Erstellung der Fünfjahresplanung für den jeweiligen Markt liegen im Verantwortungsbereich des Leiters Finanzen. Innerhalb des Konzerns ist der zentrale Finanzbereich der HKO neben der aktiven Unterstützung aller Konzerngesellschaften auch für die Erarbeitung und Aktualisierung von einheitlichen Richtlinien und Arbeitsanweisungen für rechnungslegungsrelevante Prozesse verantwortlich. Dazu gehören im Wesentlichen das Bilanzierungshandbuch sowie klare Vorgaben zur Intercompany-Abstimmung. Fragestellungen zu spezifischen Bilanzierungs- oder Bewertungssachverhalten mit Relevanz für den Heckler & Koch Konzern werden ebenfalls zentral bearbeitet, analysiert, dokumentiert und kommuniziert. Gesamtaussage Das interne Kontroll- und Risikomanagementsystem im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess und die Abschlusserstellung des Heckler & Koch Konzerns, dessen wesentliche Ausprägungen zuvor beschrieben wurden, hat zum Ziel, sämtliche Geschäftsvorfälle bilanziell richtig zu erfassen, aufzubereiten und bilanziell zu würdigen. Die klare Definition von Verantwortungsbereichen im Finanzbereich des Heckler & Koch Konzerns und die geeignete Aus- und Fortbildung der Mitarbeiter bilden neben der Verwendung von adäquater Software sowie der Vorgabe von einheitlich anzuwendenden Richtlinien die Grundlage für einen ordnungsgemäßen, effizienten und konsistenten Rechnungslegungsprozess. Insgesamt soll damit sichergestellt werden, dass die Vermögenswerte und Schulden im Abschluss zutreffend angesetzt, bewertet und ausgewiesen sind und somit eine verlässliche Aussage über die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage getroffen werden kann. 3.5 Gesamtaussage zur Risiko- und Chancenlage Unverändert zu den Vorjahren, liegen die Risiken des Konzerns, wie oben im Detail geschildert, wesentlich in der Volatilität der Umsatzpotenziale und regulierten Marktzugangsmöglichkeiten sowie in den Zinsverpflichtungen aus der hohen Verschuldung bei gleichzeitig geringer Liquiditätsreserve. Der Konzern sieht Chancen, als Technologieführer bei Handfeuerwaffen aus den sich ändernden Einsatzanforderungen an Militär und Sondereinsatzkräfte mit seinen hochleistungsfähigen Produkten sowie im US-Zivilmarkt mit neuen Produktentwicklungen seine Marktstellung auszubauen. 4. NachtragsberichtSeit Anfang März 2015 steht der HKO eine langfristige Betriebsmittellinie bis 30. Juni 2017 in Höhe von 30 Mio. EUR zur Verfügung. Die bereitgestellte Linie ist mit 4%, der gezogene Betrag mit 10% zu verzinsen. Zum Aufstellungszeitpunkt ist die Linie nicht in Anspruch genommen. In Pressestatements der Verteidigungsministerin sollen Ergebnisse in einer Untersuchung der Funktionsfähigkeit des Sturmgewehrs G36 auf ein Präzisionsproblem insbesondere bei hohen Temperaturen hinweisen. Parallel zu diesen Untersuchungen wurde bereits vorsorglich im Sommer 2014 die Beschaffung des Sturmgewehrs gestoppt. Diese Ergebnisse widersprechen diametral den umfangreichen und aufwendigen Prüfungen, die Heckler & Koch angesichts aufkommender Gerüchte über eine angeblich gravierende Zielabweichung der heißgeschossenen oder durch Witterungseinflüsse erhitzten Waffe selbst durchgeführt hat. Diese haben bei sachgerechtem Gebrauch keine maßgeblichen Einschränkungen der Einsatztauglichkeit, insbesondere auch im Vergleich zu anderen Sturmgewehren, ergeben. Alle G36-Gewehre der Deutschen Bundeswehr erfüllen die mit der Bundeswehr vereinbarten sog. „Technischen Lieferbedingungen", welche die zu erfüllenden technischen Leistungsmerkmale des Gewehrs G36 als Bestandteil des Liefervertrages abschließend normieren und dokumentieren. Das Unternehmen erwartet aus dem BMVG eine Klarstellung und Bestätigung der oben getroffenen Aussage und arbeitet forthin eng mit den Behörden zusammen, um für die neuen Einsatzbedingungen eine Kampfwertsteigerung zu entwickeln. Mit Wirkung zum 18. Februar 2015 schied Herr Andreas Heeschen als Vorsitzender des Aufsichtsrates aus und trat in das Unternehmen HKO als Geschäftsführer ein. Die Funktion des Vorsitzenden wird zurzeit vom stellvertretenden Vorsitzenden wahrgenommen. Bis zur Erstellung dieses Lageberichts gab es nach dem Bilanzstichtag 31. Dezember 2014 im Übrigen bei dem Heckler & Koch Konzern keine weiteren nennenswerten operativen oder strukturellen Veränderungen oder Geschäftsvorfälle.
Oberndorf/Neckar, den 15. Mai 2015 H&K AG - Vorstand - Hanns-Friedrich Begemann Bestätigungsvermerk des AbschlussprüfersWir haben den von der H&K AG (bis 7. April 2014: Heckler & Koch Beteiligungs GmbH und zwischen 7. und 25. April 2014 Heckler & Koch Beteiligungs AG), Oberndorf/Neckar, aufgestellten Konzernabschluss – bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung, Gesamtergebnisrechnung, Eigenkapitalveränderungsrechnung, Kapitalflussrechnung und Anhang – sowie den Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2014 geprüft. Die Aufstellung von Konzernabschluss und Konzernlagebericht nach den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften liegt in der Verantwortung des Vorstands der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht abzugeben. Wir haben unsere Konzernabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Konzernabschluss unter Beachtung der anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften und durch den Konzernlagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld des Konzerns sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben im Konzernabschluss und Konzernlagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, der Abgrenzung des Konsolidierungskreises, der angewandten Bilanzierungs- und Konsolidierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen des Vorstands sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet. Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des H&K AG-Konzerns. Der Konzernlagebericht steht in Einklang mit dem Konzernabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Ohne diese Beurteilung einzuschränken, weisen wir auf die Ausführungen im Konzernlagebericht hin. Dort ist im Abschnitt „3.3.3. Finanzwirtschaftliche Risiken" ausgeführt, dass der Fortbestand der H&K AG und damit auch des Heckler & Koch Konzerns aufgrund der bestehenden Finanzierungsstruktur gefährdet und abhängig von einer zügigen Rückkehr zu einer ausreichend hohen operativen Ertragskraft ist.
Stuttgart, den 15. Mai 2015 KPMG AG Feller, Wirtschaftsprüfer Schmeisky, Wirtschaftsprüfer |
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