Ad-hoc | 17 March 1997 07:35
Ad hoc-Service: Continental AG
M.M.P.
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Ad hoc-Service: Continental AG
M.M.P.
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Neues Produktionskonzept
CONTINENTAL : Innovationsschub
Hannover, 17. März 1997. Die Continental AG, Hannover, hat ein
grundlegend neues Konzept zur Herstellung von Reifen entwickelt.
5 Millionen Testkilometer haben die Reifen, die nach dem neuen
Fertigungsprozeß mit der Bezeichnung Modular Manufacturing
Process (M.M.P.) hergestellt wurden, bereits erfolgreich
absolviert. M.M.P. ist ein Fertigungsverfahren, das einen bisher
nicht beherrschten Prozeß modularen Reifenaufbaus ermöglicht.
Grünberg, Vorstandsvorsitzender der Continental AG, in Hannover
vor Journalisten. “Zusätzlich hilft uns dieses Verfahren auf dem
Weg zur weltweiten Präsenz, da es den Einstieg in für uns neue
Märkte erleichtert”. Das Verfahren ist zum Patent angemeldet. Die
für M.M.P. entwickelte Produktion von Modulen erfolgt an
spezialisierten, hochausgelasteten Standorten – und zwar mit in
weiten Teilen vorhandenen Maschinen. Fertiggestellt werden die
Reifen in sogenannten ‘M.M.P.-Kleinfabriken’, für die jedoch nur
ein geringer Investitionsbedarf besteht. Die heute schon
rechenbare Kosteneinsparung wird mittelfristig mit rund 50 – 70
Mio DM jährlich beziffert; der Cash flow müßte sich aufgrund des
Bestandsabbaus im Zusammenspiel mit der neuen Distributions-
struktur um über 100 Mio DM p. a. verbessern.
Continentals neuer Fertigungsprozeß zielt auf eine sehr flexible
und damit wirtschaftlichere Produktion von Reifengrößen, die in
kleineren Mengen anfallen und starken Nachfrageschwankungen
unterliegen. Dadurch kann das Unternehmen stärker auf Kunden-
wünsche eingehen und eine verbesserte Kundenbindung erreichen.
Beispielsweise können so bei einem plötzlichen Wintereinbruch
Lieferengpässe durch eine kurzfristige Umstellung der Fertigung
beseitigt werden. Eher innerhalb von Stunden anstelle von Wochen
können plötzlich auftretende Aufträge erledigt werden. In den
nächsten Jahren beabsichtigt Continental, mit steigender Tendenz
zwischen 5 und 10 Mio Pkw-Reifen nach diesem Verfahren herzu-
stellen. Im Konzern wurden 1996 – USA ausgenommen – 46 Mio Pkw-
Reifen gefertigt. Mit dem Zusatzvolumen sollen Marktanteile
besonders auch in neuen Märkten gewonnen werden.
Der Reifenmarkt teilt sich mehr und mehr in neue Größen und
Ausführungen auf. Dem steht der klassische, auf Großserien
ausgerichtete Fertigungsprozeß der Reifenindustrie entgegen.
Heute bietet Continental rund 2.000 verschiedene Pkw-Reifen an,
wovon nur 400 besonders stark nachgefragt werden. Der Jahres-
bedarf der restlichen 1.600 Typen ist vergleichsweise gering.
Diese über das Jahr verteilten relativ kleinen Mengen führen zu
einem unwirtschaftlichen Aufwand bei Maschinenwechsel und Lager-
haltung.
Continental wird deshalb zukünftig einen mehrgleisigen Ansatz in
der Produktion verfolgen: Reifen mit hohem,konstanten Bedarf
werden wie bisher in auf Großserien spezialisierten Fabriken
gefertigt. Reifen, die der Kunde in kleinen, schwer vorherseh-
baren Mengen wünscht, werden nach dem neuen Verfahren herge-
stellt. Die Reifenfertigung teilt sich dabei in mehrere modulare
Stufen,wobei die Fertigstellung der Reifen in sogenannten M.M.P.-
Fabriken erfolgt. Die erste Fabrik dieser Art wird in Deutschland
noch in diesem Jahr anlaufen. Ihre Belieferung mit Modulen
übernehmen konzerneigene Werke in Europa. Weitere M.M.P.-Fabriken
sind in Planung.
M.M.P. eignet sich darüber hinaus ideal zum Eintritt in neue oder
sich entwickelnde Märkte. Entscheidende Startbarrieren, die sich
sonst bei der Errichtung konventioneller Reifenfabriken ergeben,
werden durch die neuartige Fertigungsmethode überwunden.
Beginnend mit kleinen Einheiten und geringen Investitionen wächst
ein neuer M.M.P.-Fertigungsstandort entsprechend der regionalen
Marktentwicklung. Continental wird somit in die Lage versetzt, in
neuen Märkten lokal produzierte Reifen anbieten zu können und
damit ihre Globalisierung zu beschleunigen.
Die nach M.M.P. gefertigten Reifen unterscheiden sich nicht von
konventionellen Reifen, weder im Aussehen noch bezüglich Produkt-
eigenschaften oder Qualität.
Dr. Dieter von Herz
Ende der Mitteilung