![]() Continental AGHannoverKonzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2010 bis zum 31.12.2010Aufstellung des Anteilsbesitzes des Continental- Konzerns und der Continental AG, Hannover, per 31.12.2010Anteilsbesitzliste 2010I. Verbundene UnternehmenDas Verzeichnis der Continental AG entspricht in Bezug auf den Einzelabschluss § 285
Nr. 11 in Verbindung mit § 286 Abs. 3 HGB. Die Anteile am Kapital stellen den Anteil
der Continental AG bzw. eines oder mehrerer von ihr abhängiger Unternehmen dar. scroll
scroll
scroll
II. Assoziierte Unternehmenscroll
scroll
scroll
1)
Werte für das Geschäftsjahr 2009. Mit diesen Gesellschaften bestehen Ergebnisabführungsverträge.
Bericht des AufsichtsratsSehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,die Continental AG und der Konzern haben die vielfältigen Herausforderungen, die sich
ihnen im Geschäftsjahr 2010 gestellt haben, insgesamt sehr gut gemeistert. Der Aufsichtsrat
der Gesellschaft hat im Berichtsjahr die ihm nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung
obliegenden Aufgaben wahrgenommen. Er hat die Arbeit des Vorstands eng begleitet,
ihn bei der Leitung des Unternehmens regelmäßig beraten und sorgfältig überwacht und
sich von der Recht- und Ordnungsmäßigkeit der Geschäftsführung überzeugt. In alle
Entscheidungen von grundlegender Bedeutung für das Unternehmen war der Aufsichtsrat,
wie unten näher erläutert, rechtzeitig und unmittelbar eingebunden. Der Vorstand hat den Aufsichtsrat auch im Berichtsjahr regelmäßig in schriftlicher
oder mündlicher Form zeitnah und umfassend über alle für das Unternehmen relevanten
Fragen der Planung, die Unternehmensstrategie sowie über wichtige Geschäftsvorfälle
der Gesellschaft und des Konzerns und die damit verbundenen Chancen und Risiken informiert.
Der Aufsichtsrat wurde fortlaufend und detailliert über die Umsatz-, Ergebnis- und
Beschäftigungsentwicklung des Konzerns und der einzelnen Divisionen sowie über die
Finanzlage des Unternehmens unterrichtet. Abweichungen des Geschäftsverlaufs von den
aufgestellten Plänen und Zielen hat der Vorstand ausführlich erläutert und deren Gründe
sowie die eingeleiteten Maßnahmen mit dem Aufsichtsrat und seinen Ausschüssen diskutiert.
Daneben haben sich der Aufsichtsrat, sein Präsidium und der Prüfungsausschuss in ihren
Sitzungen und gesonderten Besprechungen intensiv mit sonstigen wesentlichen Angelegenheiten
des Unternehmens befasst. Die Mitglieder des Aufsichtsrats standen dem Vorstand auch
außerhalb der Sitzungen beratend zur Verfügung. Insbesondere der Aufsichtsratsvorsitzende
war in regelmäßigem Kontakt zum Vorstand und zum Vorstandsvorsitzenden und hat sich
mit ihnen über aktuelle Fragen und Entwicklungen des Unternehmens beraten. Sitzungen des Aufsichtsrats und der AusschüsseDer Aufsichtsrat kam 2010 zu vier turnusmäßigen Sitzungen und zwei Telefonkonferenzen
zusammen, an denen - von einzelnen Ausnahmen abgesehen - alle Aufsichtsratsmitglieder
persönlich teilgenommen haben. Kein Mitglied hat mehr als die Hälfte der Sitzungen
versäumt. Das Präsidium tagte achtmal im Berichtsjahr. Aufsichtsrat und Präsidialausschuss
haben darüber hinaus Beschlüsse außerhalb von Sitzungen im schriftlichen Verfahren
gefasst, soweit dies zum Beispiel aufgrund besonderer Eilbedürftigkeit einzelner Angelegenheiten
geboten war. In jedem Fall bestand auf Basis ausführlicher Vorlagen angemessene Gelegenheit
zur Prüfung und Erörterung. Der Prüfungsausschuss (Audit Committee) hielt 2010 vier
turnusmäßige Sitzungen und eine Telefonkonferenz ab. Der "Vermittlungsausschuss" nach
§ 27 Abs. 3 Mitbestimmungsgesetz und der Nominierungsausschuss tagten nicht. Weitere
Ausschüsse bestehen nicht. Alle Ausschüsse berichten regelmäßig an das Plenum. Ihre
Aufgaben sind im Corporate-Governance-Bericht (Seiten 18 ff.) ausführlicher beschrieben. Wesentliche Themen in Aufsichtsrat, Präsidium und PrüfungsausschussWie schon 2009 haben der Aufsichtsrat und seine Ausschüsse auch im Berichtsjahr die
Maßnahmen zur Verbesserung der Finanzierungssituation des Unternehmens begleitet.
Mit der bereits im Dezember 2009 vereinbarten Anpassung der Bedingungen des syndizierten
Kreditvertrags für den Erwerb der Siemens VDO und den Abschluss einer sogenannten
"Forward Start Facility" sowie der Anfang Januar 2010 mit Zustimmung des Aufsichtsrats
vorgenommenen Erhöhung des Grundkapitals der Gesellschaft wurden erste große Fortschritte
erzielt. Die erfolgreiche Platzierung mehrerer Hochzinsanleihen, in die Präsidium
und Prüfungsausschuss eng eingebunden waren, hat dann zu einer erheblichen Verbesserung
der Fälligkeitenstruktur geführt. Daneben hat sich der Aufsichtsrat wie in den vergangenen Jahren mit der strategischen
Entwicklung und Ausrichtung des Unternehmens allgemein und der strategischen Planung
der Divisionen beschäftigt. Regelmäßige Themen der Beratungen des Plenums und der
Ausschüsse waren die Überwindung der Folgen der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise,
die Auswirkungen der unerwartet schnellen Erholung der Automobilindustrie, die allerdings
auch eine Verknappung von Vorprodukten, insbesondere von Elektronikbauteilen, mit
sich brachte, und der erhebliche Anstieg der Preise für Naturkautschuk und andere
Rohstoffe. Darüber hinaus hat sich der Aufsichtsrat mit der zukünftigen Entwicklung
bei Hybrid- und Elektrofahrzeugen, mit Investitionsprojekten in den BRIC-Märkten und
mit der geplanten Expansion der Handelsorganisation der Reifen-Divisionen befasst. Um die Einbeziehung des Aufsichtsrats in die Entscheidung wesentlicher Angelegenheiten
des Unternehmens sicherzustellen, sind in der Satzung der Gesellschaft und der Geschäftsordnung
des Aufsichtsrats Rechtsgeschäfte festgelegt, die der Zustimmung des Aufsichtsrats
bzw. seines Präsidialausschusses bedürfen. Nach Maßgabe dieser Vorschriften haben
Aufsichtsrat bzw. Präsidium unter anderem den Erwerb des Flexowell-Geschäfts der Metso
GmbH und des Anlagevermögens der Tianjin Xinbinhai Conveyor Belt Co., China, durch
den Geschäftsbereich Conveyor Belt Systems der Division ContiTech, den Erwerb der
Grundfos NoNOx A/S durch das Gemeinschaftsunternehmen Emitec, die Besicherung von
bilateralen Krediten von Konzerngesellschaften mit verschiedenen Banken und die Veräußerung
eines nicht mehr benötigten Werkgeländes in Costa Rica beraten und diesen Vorhaben
zugestimmt. In seiner Sitzung am 14. Dezember 2010 befasste sich der Aufsichtsrat
mit der Jahresplanung 2011 sowie der Langfristplanung und genehmigte die Planung und
die Investitionspläne für das Geschäftsjahr 2011. Dem Prüfungsausschuss hat der Vorstand fortlaufend und detailliert über die Umsatz-,
Ergebnis- und Beschäftigungsentwicklung des Konzerns und der einzelnen Divisionen
sowie über die Finanzlage des Unternehmens berichtet. Vor Veröffentlichung der Halbjahres-
und Quartalsfinanzberichte hat der Prüfungsausschuss diese und insbesondere die Ergebniszahlen
des jeweiligen Berichtszeitraums sowie den Ausblick auf das Gesamtjahr eingehend erörtert
und kritisch hinterfragt. Der Prüfungsausschuss hat auch den Abschluss des Verfahrens
zur Prüfung des Konzernabschlusses zum 31. Dezember 2008 durch die Deutsche Prüfstelle
für Rechnungslegung e.V. behandelt und war mit der Annahme der Fehlerfeststellung
durch den Vorstand einverstanden. Der Prüfungsausschuss ist außerdem eng in das Compliance-
und Risikomanagement eingebunden. Der Vorstand hat ihn regelmäßig über die Arbeit
der internen Revision und bedeutende Vorfälle informiert. Der Leiter der internen
Revision stand dem Prüfungsausschuss und seinem Vorsitzenden in Abstimmung mit dem
Vorstand auch unmittelbar zu Auskünften zur Verfügung. Im Prüfungsausschuss wurden
zudem die sonstigen wesentlichen Risiken, die im Risikomanagementsystem erfasst sind,
dargestellt und die dazu vom Vorstand beschlossenen Maßnahmen beraten. Der Prüfungsausschuss
hat sich von der Wirksamkeit des internen Kontrollsystems, des Risikomanagementsystems
und des internen Revisionssystems überzeugt. Interessenkonflikte und Corporate GovernanceIm Berichtsjahr sind keine Interessenkonflikte von Aufsichtsrats- oder Vorstandsmitgliedern
aufgetreten. Die Meinung einzelner Aktionäre, die gegen den Beschluss der Hauptversammlung
2009 zur Wahl von Herrn Rolf Koerfer zum Mitglied des Aufsichtsrats und die Bestätigung
dieses Beschlusses durch die Hauptversammlung 2010 Klage unter anderem mit der Begründung
erhoben haben, Herr Koerfer unterliege als Rechtsberater unseres Großaktionärs, der
Schaeffler Gruppe, einem unauflösbaren, dauerhaften Interessenkonflikt, teilt der
Aufsichtsrat nicht. Eine Mitgliedschaft von Gesellschaftern, Organvertretern oder
Mitarbeitern eines Großaktionärs steht nach unserer, von namhaften Fachleuten bestätigten
Auffassung grundsätzlich im Einklang mit deutschem Aktienrecht und den Empfehlungen
des Deutschen Corporate Governance Kodex. Für den Rechtsberater des Großaktionärs
kann nichts anderes gelten. Sollte im Einzelfall eine Interessenkollision eintreten,
sehen aktienrechtliche Vorschriften und die Regeln der Corporate Governance Verfahrensweisen
vor, die Nachteile für das Unternehmen ausschließen. Im vergangenen Jahr war deren
Anwendung jedoch nicht notwendig. Vor diesem Hintergrund hat der Aufsichtsrat auch
gemeinsam mit dem Vorstand entschieden, Berufung gegen das Urteil des Landgerichts
Hannover einzulegen, soweit es den Klagen gegen Beschlüsse der Hauptversammlung 2009
stattgegeben hat, und sich gegen die Klage gegen Beschlüsse der Hauptversammlung 2010
zu verteidigen. Nach dem Ausscheiden von Herrn Rolf Koerfer aus dem Aufsichtsrat werden
diese Verfahren jetzt durch übereinstimmende Erledigungserklärungen der Parteien beendet.
Dem Aufsichtsrat haben im Übrigen nach seiner Einschätzung im Berichtszeitraum jederzeit
eine ausreichende Zahl unabhängiger Mitglieder angehört. Der Aufsichtsrat hat 2010 erneut die regelmäßige Effizienzprüfung seiner Tätigkeit
durchgeführt. Dazu hat ein externer Berater alle Aufsichtsratsmitglieder und Mitglieder
des Vorstands eingehend befragt, die Ergebnisse analysiert, mit Informationen aus
anderen Unternehmen verglichen und Empfehlungen zur weiteren Verbesserung der Tätigkeit
des Aufsichtsrats entwickelt und dem Aufsichtsrat vorgestellt. Das Plenum hat die
Ergebnisse diskutiert und wird die Empfehlungen des Beraters aufnehmen. In seiner Herbst-Sitzung 2010 hat sich der Aufsichtsrat ebenfalls mit den von der
Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex im Mai 2010 beschlossenen
Änderungen des Kodex befasst. Der Aufsichtsrat hat entschieden, den neuen Empfehlungen
und Anregungen zu folgen. In diesem Zusammenhang hat der Aufsichtsrat das Präsidium
gebeten, eine Festlegung von konkreten Zielen für die zukünftige Zusammensetzung des
Aufsichtsrats vorzubereiten, die unter anderem Vielfalt ("Diversity") berücksichtigen
und insbesondere eine angemessene Beteiligung von Frauen vorsehen. Aufsichtsrat und
Vorstand haben zum 18. Oktober 2010 eine entsprechend aktualisierte Erklärung nach
§ 161 Aktiengesetz verabschiedet. Weitere Einzelheiten sind dem Corporate-Governance-Bericht
(Seiten 18 ff.) zu entnehmen. Jahres- und KonzernabschlussDer vom Vorstand nach den Vorschriften des HGB aufgestellte Jahresabschluss zum 31.
Dezember 2010, der Konzernabschluss 2010 sowie der Bericht zur Lage der Gesellschaft
und des Konzerns wurden unter Einbeziehung der Buchführung, des rechnungslegungsbezogenen
internen Kontrollsystems und des Risikofrüherkennungssystems von der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft,
Hannover ("KPMG"), geprüft. Zusätzlich wurde der Bericht des Vorstands über Beziehungen
zu verbundenen Unternehmen nach § 312 AktG ("Abhängigkeitsbericht") von der KPMG geprüft.
Der Konzernabschluss 2010 der Continental AG wurde nach den International Financial
Reporting Standards (IFRS) aufgestellt. Der Abschlussprüfer erteilte uneingeschränkte
Bestätigungsvermerke. Zum Risikofrüherkennungssystem hat der Abschlussprüfer festgestellt,
dass der Vorstand die nach § 91 Abs. 2 Aktiengesetz erforderlichen Maßnahmen getroffen
hat, und dass das Risikofrüherkennungssystem der Gesellschaft geeignet ist, Entwicklungen,
die den Fortbestand der Gesellschaft gefährden, frühzeitig zu erkennen. Zum Abhängigkeitsbericht
hat die KPMG folgenden uneingeschränkten Bestätigungsvermerk nach § 313 Abs. 3 AktG
erteilt: "Nach unserer pflichtmäßigen Prüfung und Beurteilung bestätigen wir, dass
Die Jahresabschlussunterlagen einschließlich des Abhängigkeitsberichts und die Prüfungsberichte
wurden am 21. Februar 2011 im Prüfungsausschuss mit Vorstand und Abschlussprüfer erörtert.
Außerdem wurden sie in der Bilanzsitzung des Aufsichtsrats am 11. März 2011 ausführlich
behandelt. Die erforderlichen Unterlagen waren rechtzeitig vor diesen Sitzungen an
alle Mitglieder des Prüfungsausschusses bzw. des Aufsichtsrats verteilt worden, sodass
ausreichend Gelegenheit zu ihrer Prüfung bestand. Bei den Beratungen war der Abschlussprüfer
anwesend. Er berichtete über die wesentlichen Ergebnisse der Prüfungen und stand Prüfungsausschuss
und Aufsichtsrat für ergänzende Auskünfte zur Verfügung. Auf der Basis seiner eigenen
Prüfung des Jahresabschlusses, des Konzernabschlusses, des Lageberichts, des Konzernlageberichts
und des Abhängigkeitsberichts einschließlich der Schlusserklärung des Vorstands sowie
auf der Basis des Berichts und der Empfehlung des Prüfungsausschusses hat sich der
Aufsichtsrat dem Ergebnis der Prüfung durch den Abschlussprüfer angeschlossen. Einwendungen
waren nicht zu erheben. Der Aufsichtsrat hat den Jahresabschluss und den Konzernabschluss
gebilligt. Der Jahresabschluss ist damit festgestellt. Personelle Veränderungen in Aufsichtsrat und VorstandAm 30. April 2010 trat Herr Dr. Thorsten Reese, Vertreter der leitenden Angestellten
im Aufsichtsrat, in den Ruhestand und schied damit auch aus dem Aufsichtsrat aus.
Das für ihn gewählte Ersatzmitglied, Herr Artur Otto, Leiter Vertrieb und Marketing
der Continental Engineering Services, rückte zum 1. Mai 2010 als Mitglied des Aufsichtsrats
nach. Herr Hartmut Meine wurde als Nachfolger von Herrn Dr. Reese zum Mitglied des
Prüfungsausschusses gewählt. Am 29. November 2010 legte Herr Rolf Koerfer sein Amt
als Aufsichtsratsmitglied mit sofortiger Wirkung nieder. Das Amtsgericht Hannover
bestellte am 6. Dezember 2010 Herrn Prof. Siegfried Wolf zu seinem Nachfolger. In
seiner Sitzung am 14. Dezember wählte der Aufsichtsrat Herrn Georg F. W. Schaeffler
anstelle von Herrn Koerfer als weiteren Anteilseignervertreter in den Präsidialausschuss.
Der Aufsichtsrat dankt noch einmal Herrn Dr. Reese und Herrn Koerfer für ihren großen
Beitrag zum Erfolg des Unternehmens. Weitere Angaben zu den Mitgliedern des Aufsichtsrats
und seiner Ausschüsse, die im Berichtsjahr amtiert haben, sind auf den Seiten 248
f. zu finden. Im Vorstand hat es 2010 keine Veränderungen gegeben. Die am 19. Oktober 2009 vom Aufsichtsrat
bestellten weiteren Vorstandsmitglieder, Herr Wolfgang Schäfer (Finanzen, Controlling,
IT und Recht) und Herr José A. Avila (Division Powertrain), traten ihre Ämter am 1.
Januar 2010 an. Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand, allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie
den Arbeitnehmervertretungen für ihre hervorragende Arbeit im vergangenen Jahr. Sie
haben die vielfältigen Herausforderungen angenommen und das Unternehmen wieder auf
einen erfolgreichen Weg gebracht.
Hannover, den 11. März 2011 Für den Aufsichtsrat mit freundlichen Grüßen
Prof. Dr. Ing. Wolfgang Reitzle Corporate Governance
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| ― |
Ziffer 2.3.2 des Kodex empfiehlt, allen in- und ausländischen Finanzdienstleistern, Aktionären und Aktionärsvereinigungen die Einberufung der Hauptversammlung mitsamt den Einberufungsunterlagen auf elektronischem Wege zu übermitteln. Diese Verhaltensempfehlung kann die Gesellschaft nicht erfüllen, da die Aktien der Gesellschaft auf den Inhaber lauten (§ 5 der Satzung) und deshalb eine vollständige Feststellung aller möglichen Empfänger nicht machbar ist. |
| ― |
Nach Ziffer 5.4.1 soll der Aufsichtsrat konkrete Ziele für seine Zusammensetzung benennen, die unter Beachtung der unternehmensspezifischen Situation die internationale Tätigkeit des Unternehmens, potenzielle Interessenskonflikte, eine festzulegende Altersgrenze für Aufsichtsratsmitglieder und Vielfalt (Diversity) berücksichtigen. Diese konkreten Ziele sollen insbesondere eine angemessene Beteiligung von Frauen vorsehen. Der Aufsichtsrat hat beschlossen, den Empfehlungen in Ziffer 5.4.1 zu folgen, und einen Ausschuss beauftragt, die Beschlussfassung über die Ziele durch den Aufsichtsrat vorzubereiten. Nach Verabschiedung der Zielsetzung wird der Aufsichtsrat sie nach Maßgabe des Kodex veröffentlichen. |
Hannover, 18. Oktober 2010
Prof. Dr. Ing. Wolfgang Reitzle
Vorsitzender des Aufsichtsrats
Dr. Elmar Degenhart
Vorsitzender des Vorstands"
Die Erklärung ist den Aktionären auf unserer Internetseite dauerhaft zugänglich gemacht
worden. Dort befinden sich auch frühere Erklärungen nach § 161 AktG. Vorstand und
Aufsichtsrat haben sich in den Corporate-Governance-Grundsätzen der Continental AG
verpflichtet, nicht nur Abweichungen von Kodex-Empfehlungen, sondern auch von Anregungen
wie folgt zu erläutern:
| ― |
Entgegen der Anregung in Ziffer 2.3.4 des Kodex haben die Aktionäre bisher nicht die Möglichkeit, die Hauptversammlung über Kommunikationsmedien, z. B. das Internet, zu verfolgen. Die Satzung lässt eine vollständige oder teilweise Übertragung der Hauptversammlung über elektronische Medien zwar grundsätzlich zu, wir meinen aber, dass Kosten und Nutzen hier in keinem sinnvollen Verhältnis stehen und verzichten deshalb darauf. |
Die vollständigen Corporate-Governance-Grundsätze der Continental AG sind im Internet
veröffentlicht unter www.continental-corporation.com.
Neben den Corporate-Governance-Grundsätzen sind die folgenden Prinzipien wesentliche
Grundlagen unserer nachhaltigen und verantwortungsvollen Unternehmensführung:
| ― |
BASICS - die Unternehmensleitsätze der Continental AG |
| ― |
Compliance |
| ― |
Verhaltenskodex |
| ― |
Gesellschaftliche Verantwortung |
Die genannten Dokumente sind auf der Internetseite der Gesellschaft unter www.continental-corporation.com
zugänglich.
Für die Rechnungslegung des Continental-Konzerns sind die International Financial
Reporting Standards (IFRS) maßgeblich, wie sie in der Europäischen Union anzuwenden
sind. Nähere Erläuterungen zu den IFRS enthält dieser Geschäftsbericht im Konzernanhang
unter der Nr. 2. Grundlage des Jahresabschlusses der Continental AG sind die Rechnungslegungsvorschriften
des deutschen Handelsgesetzbuchs (HGB).
Zu einer sorgfältigen Unternehmensleitung und guten Corporate Governance gehört auch
der verantwortungsbewusste Umgang des Unternehmens mit Risiken. Continental verfügt
über ein konzernweites internes Kontroll- und Risikomanagementsystem, insbesondere
im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess, mit dessen Hilfe die Risikosituation
des Unternehmens analysiert und gesteuert wird. Das Risikomanagementsystem dient der
Identifizierung und Bewertung von Entwicklungen, die erhebliche Nachteile auslösen
können, und der Vermeidung von Risiken, die den Fortbestand des Unternehmens gefährden
würden. Das interne Kontroll- und Risikomanagementsystem ist ausführlich im Risikobericht
auf den Seiten 114 ff. beschrieben.
Aktionäre, Analysten, Aktionärsvereinigungen, Medien und die interessierte Öffentlichkeit
werden gleichermaßen über die wesentlichen Entwicklungen und die Lage des Unternehmens
unterrichtet. So stehen allen Aktionären unverzüglich sämtliche Informationen in deutscher
und englischer Sprache zur Verfügung, die auch Finanzanalysten und vergleichbare Adressaten
erhalten. Als zeitnahe Informationsquelle steht insbesondere die Webseite der Continental
AG zur Verfügung, wo unter anderem Finanzberichte, Präsentationen auf Analystenkonferenzen
sowie Presse- und Ad-hoc-Mitteilungen der Gesellschaft abrufbar sind. Die Termine
der wesentlichen wiederkehrenden Veröffentlichungen und Veranstaltungen (Geschäftsbericht,
Zwischenberichte, Hauptversammlung, Presse- und Analystenkonferenzen) werden in einem
Finanzkalender mit ausreichendem Zeitvorlauf publiziert. Die bisher bekannten Termine
für 2011 und 2012 sind im hinteren Umschlag dieses Berichts und unter www.continental-ir.com
im Internet aufgelistet.
Nach dem Aktiengesetz (AktG) ist die Festsetzung der Vorstandsvergütung dem Plenum
des Aufsichtsrats vorbehalten. Im Herbst 2009 hat der Aufsichtsrat die Struktur der
Vergütung des Vorstands unter Beiziehung eines unabhängigen Beraters eingehend überprüft
und grundlegend neu geregelt.
Die Vergütung der Mitglieder des Vorstands besteht aus folgenden Elementen:
Jedes Vorstandsmitglied erhält Jahresfestbezüge, die in zwölf Monatsraten gezahlt
werden.
Darüber hinaus erhalten die Vorstandsmitglieder eine variable Vergütung, die an das
Erreichen bestimmter Ziele bei der Veränderung der Continental Value Contribution
(CVC) gegenüber dem Vorjahr und beim Return on Capital Employed (ROCE) gebunden ist.
Daneben kann der Aufsichtsrat zu Beginn eines jeden Geschäftsjahres ein strategisches
Ziel festlegen. Ein Ausfall der variablen Vergütung ist möglich, wenn bestimmte Mindestwerte
nicht erreicht werden. Um außergewöhnlichen Entwicklungen, die den Grad der Zielerreichung
beeinflusst haben, Rechnung tragen zu können, hat der Aufsichtsrat das Recht, die
festgestellte Zielerreichung, auf deren Grundlage die variable Vergütung errechnet
wird, nach billigem Ermessen rückwirkend um 20 % nach oben oder unten zu korrigieren.
In jedem Fall ist die variable Vergütungskomponente auf 150 % des festgelegten Zielbonus
begrenzt. 40 % der in einem Geschäftsjahr erzielten variablen Vergütung werden in
Form einer Einmalzahlung als Jahresbonus ausgezahlt. Die übrigen 60 % werden in virtuelle
Aktien der Continental AG umgewandelt. Nach Ablauf einer Haltefrist von drei Jahren
nach Ende des Geschäftsjahres, für das die jeweilige variable Vergütung festgestellt
ist, wird der Wert dieser virtuellen Aktien einschließlich des Werts der während der
Haltefrist gezahlten Dividenden ausgezahlt. Die Umwandlung der variablen Vergütung
in virtuelle Aktien und die Auszahlung des Werts nach Ablauf der Haltefrist erfolgen
auf Basis des Durchschnitts der Aktienkurse des Dreimonatszeitraums, welcher der ordentlichen
Hauptversammlung im Jahr der Umwandlung bzw. im Jahr der Auszahlung unmittelbar vorhergeht.
Der nach Ablauf der Haltefrist ausgezahlte Betrag darf jedoch 50 % des Werts bei Umwandlung
nicht unter- und dessen Dreifaches nicht überschreiten. Der Aufsichtsrat kann auch
den so ermittelten Betrag zum Ausgleich außergewöhnlicher Entwicklungen, zum Beispiel
einer auffälligen Kursentwicklung, die ausschließlich oder weitgehend auf externen
Einflüssen beruht, rückwirkend um 20 % nach oben oder unten anpassen. Darüber hinaus
können im Einzelfall ein spezieller Bonus für besondere Projekte vereinbart und ein
Anerkennungsbonus gewährt werden.
Die Anstellungsverträge der noch amtierenden, bereits vor 2009 bestellten Vorstandsmitglieder,
Dr. Hans-Joachim Nikolin und Heinz-Gerhard Wente, sind mit Wirkung ab 1. Januar 2010
ebenfalls der neuen Struktur angepasst worden. In den vor dem Inkrafttreten des Gesetzes
über die Angemessenheit der Vorstandsvergütung (VorstAG) abgeschlossenen Vorstandsverträgen
hing die variable Vergütung zum einen von der ausgeschütteten Dividende ab. Sollte
sich die Ausschüttungsrate signifikant erhöhen, konnte der Präsidialausschuss die
Berechnungsgrundlagen neu festsetzen. Zum anderen knüpfte die Tantieme an das Erreichen
bestimmter, individuell vereinbarter Ziele an, die sich auf Kennzahlen des jeweiligen
Aufgabenbereichs bezogen. Dieser Teil der variablen Vergütung war auf einen Höchstbetrag
begrenzt, der vom jeweiligen Fixum abhing.
Außerdem erhalten die Mitglieder des Vorstands bestimmte Nebenleistungen. Dazu gehören
die Erstattung von Auslagen einschließlich den in der Regel befristeten Zahlungen
bei einer betrieblich veranlassten doppelten Haushaltsführung oder bei Tätigkeiten
im Ausland, die Stellung eines Dienstwagens und Versicherungsprämien für eine Gruppenunfall-
und eine Vermögensschadenhaftpflichtversicherung ("D&O-Versicherung"). Die D&O-Versicherung
sieht einen angemessenen Selbstbehalt vor, der zum 1. Juli 2010 den Anforderungen
des § 93 Abs. 2 Satz 3 AktG in der Fassung des VorstAG angepasst wurde. Die Nebenleistungen
sind von den Vorstandsmitgliedern selbst zu versteuern.
Für den Fall einer unverschuldeten Dienstunfähigkeit ist zusätzlich vereinbart, die
Bezüge befristet fortzuzahlen.
Allen Vorstandsmitgliedern ist ein Ruhegehalt zugesagt, das nach Vollendung des 63.
Lebensjahres, jedoch nicht vor Ausscheiden aus den Diensten der Gesellschaft, oder
bei Berufsunfähigkeit gezahlt wird. Dr. Hans-Joachim Nikolin steht das Ruhegehalt
auch schon vor Vollendung des 63. Lebensjahres zu, sollte sein Dienstvertrag vor dem
31. Dezember 2011 vorzeitig einvernehmlich beendet werden. Das maximal erreichbare
Ruhegehalt beträgt 50 % der zuletzt bezahlten Festbezüge und 12 % des Durchschnitts
der in den letzten fünf Geschäftsjahren jeweils erzielten variablen Vergütung. Es
besteht ein individuell festgelegter Ruhegehaltssockelbetrag. Pro Dienstjahr erlangt
ein Mitglied des Vorstands eine Versorgungsanwartschaft in Höhe von 10 % der Differenz
zwischen dem Ruhegehaltssockelbetrag und seinem maximalen Ruhegehaltsanspruchs, bis
nach zehn Jahren der volle Anspruch erreicht wird. Eine Anpassung des Ruhegehalts
nach Eintritt des Versorgungsfalls erfolgt nach § 16 BetrAVG. Anderweitige Einkünfte
werden auf das Ruhegehalt angerechnet.
In den Anstellungsverträgen ist vereinbart, dass gegebenenfalls im Falle einer vorzeitigen
Beendigung der Vorstandstätigkeit ohne wichtigen Grund zu vereinbarende Zahlungen
an das Vorstandsmitglied einschließlich Nebenleistungen nicht den Wert von zwei Jahresvergütungen
und nicht den Wert der Vergütung für die Restlaufzeit des Vorstandsdienstvertrages
überschreiten sollen. Für den Fall eines Übernahmeangebots oder eines Kontrollwechsels
bei der Gesellschaft existieren keine Entschädigungsvereinbarungen mit den Mitgliedern
des Vorstands. Im Geschäftsjahr 2010 haben sie von Dritten im Hinblick auf ihre Tätigkeit
im Vorstand weder Leistungen erhalten, noch sind sie ihnen zugesagt worden.
Die Gesamtbezüge jedes einzelnen Mitglieds des Vorstands für das Geschäftsjahr und
Vorjahr, aufgeteilt in fixe und variable Bestandteile, und der jeweilige Pensionsaufwand
sowie der im Konzernabschluss gebuchte Wert der in vorangegangenen Geschäftsjahren
gewährten und im vergangenen Jahr abgelösten Bezugsrechte aus Aktienoptionsplänen
ergeben sich aus den nachstehenden Tabellen. José A. Avila wurde zugesichert, dass
die kurzfristige Komponente seiner variablen Vergütung 2010 mindestens 360 Tsd € beträgt.
Darüber hinaus hat ihm der Aufsichtsrat einen Anerkennungsbonus für das Geschäftsjahr
2010 in Höhe von 225 Tsd € gewährt, der wie die Langfristkomponente der variablen
Vergütung gezahlt wird. Das ehemalige Vorstandsmitglied, Gerhard Lerch, erhielt für
die Dauer des Wettbewerbsverbots bis 29. September 2010 eine Karenzentschädigung.
Im Kalenderjahr 2010 wurden hierfür 509 Tsd € (Vj. 687 Tsd €) gezahlt. Die weiteren
Einzelheiten der Aktienoptionspläne sind im Konzernanhang unter Kapitel 24 erläutert.
| in Tsd € | Vergütungskomponenten | ||||
|
|
fixe1 |
variable, kurzfristig |
variable, langfristig2 |
gesamt |
Aktienorientierte Vergütung4 |
| Dr. E. Degenhart | 1.233 | 594 | 891 | 2.718 | 9802 |
| J. A. Avila | 690 | 360 | 551 | 1.601 | 5512 |
| Dr. R. Cramer | 636 | 480 | 721 | 1.837 | 7822 |
| H. Matschi | 630 | 270 | 405 | 1.305 | 4662 |
| Dr. H.-J. Nikolin | 633 | 320 | 479 | 1.432 | 8342,3 |
| W. Schäfer | 1.036 | 457 | 686 | 2.179 | 6862 |
| N. Setzer | 636 | 540 | 810 | 1.986 | 8712 |
| H.-G. Wente | 788 | 508 | 762 | 2.058 | 1.0362,3 |
| Summe | 6.282 | 3.529 | 5.305 | 15.116 | 6.206 |
1
Die fixen Vergütungskomponenten beinhalten neben Bezügen in Geld auch unbare Elemente(u.
a. Kraftfahrzeugüberlassung, Versicherungen, Übernahme von Umzugskosten).
2
Langfristige Komponente der variablen Vergütung gem. neuer Vergütungsstruktur, die
zur Ausrichtung auf eine nachhaltige Unternehmensentwicklung in virtuelle Aktien der
Continental AG umgerechnet wird, inkl. Anerkennungsboni.
3
Im Konzernabschluss gebuchter Personalaufwand im Geschäftsjahr 2010 (Compensation
Cost) inkl. für die im Rahmen der Aktienoptionspläne 2004 und 2008 in vorangegangenen
Geschäftsjahren gewährten und inzwischen abgefundenen Bezugsrechte.
4
Inkl. der Wertveränderungen der in Vorjahren gewährten virtuellen Aktien.
| in Tsd € | Vergütungskomponenten | ||||
|
|
fixe1 |
variable, kurzfristig |
variable, langfristig2 |
gesamt |
Aktienorientierte Vergütung |
| Dr. E. Degenhart (ab 12.08.2009) | 472 | 202 | 304 | 978 | 3042 |
| Dr. K.-T. Neumann (bis 12.08.2009)2 | 453 | - | - | 453 | 3633 |
| Dr. R. Cramer (ab 12.08.2009) | 233 | 140 | 210 | 583 | 2102 |
| Dr. A. Hippe (bis 28.02.2009)2 | 112 | 36 | - | 148 | 963 |
| H. Matschi (ab 12.08.2009) | 239 | 140 | 210 | 589 | 2102 |
| Dr. H.-J. Nikolin | 460 | - | - | 460 | 5423 |
| N. Setzer (ab 12.08.2009) | 238 | 140 | 210 | 588 | 2102 |
| H.-G. Wente | 459 | 119 | - | 578 | 3133 |
| Summe | 2.666 | 777 | 934 | 4.377 | 2.248 |
1
Die fixen Vergütungskomponenten beinhalten neben Bezügen in Geld auch unbare Elemente(u.
a. Kraftfahrzeugüberlassung, Versicherungen, Übernahme von Umzugskosten).
2
Langfristige Komponente der variablen Vergütung gem. neuer Vergütungsstruktur, die
zur Ausrichtung auf eine nachhaltige Unternehmensentwicklung in virtuelle Aktien der
Continental AG umgerechnet wird.
3
Im Konzernabschluss gebuchter Personalaufwand im Geschäftsjahr 2009 (Compensation
Cost) inklusive für die im Rahmen der Aktienoptionspläne 2004 und 2008 in vorangegangenen
Geschäftsjahren gewährten und inzwischen abgefundenen Bezugsrechte.
Die in virtuelle Aktien der Continental AG umgewandelten Beträge der variablen Vergütung
haben sich im Berichtsjahr wie folgt entwickelt:
| in Tsd € |
Bestand am 01.01.2010 |
gewichteter Fair Value |
Zugänge |
gewichteter Fair Value |
Abgänge |
Auszahlungs- betrag |
| Dr. E. Degenhart | - | - | 304 | 392 | - | - |
| J. A. Avila | - | - | - | - | - | - |
| Dr. R. Cramer | - | - | 210 | 271 | - | - |
| H. Matschi | - | - | 210 | 271 | - | - |
| Dr. H.-J. Nikolin | - | - | - | - | - | - |
| W. Schäfer | - | - | - | - | - | - |
| N. Setzer | - | - | 210 | 271 | - | - |
| H.-G. Wente | - | - | - | - | - | - |
| Summe | - | - | 934 | 1.205 | - | - |
| in Tsd € |
Bestand am 31.12.2010 |
gewichteter Fair Value |
| Dr. E. Degenhart | 304 | 392 |
| J. A. Avila | - | - |
| Dr. R. Cramer | 210 | 271 |
| H. Matschi | 210 | 271 |
| Dr. H.-J. Nikolin | - | - |
| W. Schäfer | - | - |
| N. Setzer | 210 | 271 |
| H.-G. Wente | - | - |
| Summe | 934 | 1.205 |
Der Anwartschaftsbarwert ("Defined Benefit Obligation - DBO") sämtlicher Pensionszusagen
der aktiven Mitglieder des Vorstands sowie der im jeweiligen Geschäftsjahr nach internationaler
Rechnungslegung ermittelte Pensionsaufwand ("Service Cost") stellt sich wie folgt
dar:
|
|
Defined Benefit Obligation | Service Cost | ||
| in Tsd € | 31.12.2010 | 31.12.2009 | 2010 | 2009 |
| Dr. E. Degenhart (ab 12.08.2009) | 1.111 | 292 | 681 | 265 |
| J. A. Avila (ab 01.01.2010) | 545 | - | 541 | - |
| Dr. R. Cramer (ab 12.08.2009) | 285 | 88 | 207 | 81 |
| H. Matschi (ab 12.08.2009) | 374 | 103 | 240 | 94 |
| Dr. H.-J. Nikolin | 4.315 | 2.865 | 146 | 130 |
| W. Schäfer (ab 01.01.2010) | 696 | - | 703 | - |
| N. Setzer (ab 12.08.2009) | 248 | 65 | 153 | 59 |
| H.-G. Wente | 4.023 | 2.279 | 67 | 56 |
| Dr. K.-T. Neumann (bis 12.08.2009)1 | k. A. | k. A. | - | 178 |
| Dr. A. Hippe (bis 28.02.2009)1 | k. A. | k. A. | - | 25 |
| Summe | 11.597 | 5.692 | 2.738 | 888 |
|
|
Bestand Bezugsrechte | Auszahlungsbeträge1 (in Tsd €) | |||
|
|
31.12.2010 | 31.12.2009 | 2009 | 2010 | 2011 |
| Dr. K.-T. Neumann (bis 12.08.2009) | - | - | 59 | - | - |
| Dr. A. Hippe (bis 28.02.2009) | - | - | 100 | - | - |
| Dr. H.-J. Nikolin | - | - | 106 | 38 | 96 |
| H.-G. Wente | - | - | 76 | 12 | 96 |
| Summe | - | - | 341 | 50 | 192 |
1
Die Bezugsrechte der Aktienoptionspläne 2004 und 2008 wurden in eine Barzahlung umgewandelt.
Die Vergütung der Mitglieder des Aufsichtsrats ist in § 16 der Satzung geregelt. Sie
hat ebenfalls einen fixen und einen variablen Bestandteil. Der variable Teil hängt
vom Konzernergebnis pro Aktie für das abgelaufene Geschäftsjahr ab. Dem Vorsitzenden
sowie dem stellvertretenden Vorsitzenden des Aufsichtsrats und den Vorsitzenden und
Mitgliedern der Ausschüsse steht eine höhere Vergütung zu. Daneben werden Sitzungsgelder
gezahlt und die Auslagen erstattet. Die D&O-Versicherung deckt auch die Mitglieder
des Aufsichtsrats ab. Der Selbstbehalt entspricht seit 1. Juli 2010, wie vom Deutschen
Corporate Governance Kodex empfohlen, ebenfalls den Anforderungen des VorstAG.
Beratungs- oder sonstige Dienstleistungs- und Werkverträge zwischen der Gesellschaft
und Mitgliedern des Aufsichtsrats oder ihnen nahestehenden Personen bestanden im vergangenen
Jahr nicht.
Die nach diesen Vorschriften für 2010 gewährten Bezüge der Aufsichtsratsmitglieder
sind in der folgenden Tabelle wiedergegeben.
| in Tsd € | Vergütungskomponenten | |||
|
|
2010 | 2009 | ||
|
|
fixe1 | variable | fixe1 | variable |
| Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Reitzle (seit 28.09.09) | 84 | 22 | 19 | - |
| Dr. Hubertus von Grünberg (bis 06.03.09) | - | - | 17 | - |
| Rolf Koerfer (vom 05.02.09 bis 29.11.10) | 58 | 15 | 73 | - |
| Werner Bischoff | 68 | 17 | 72 | - |
| Dr. h. c. Manfred Bodin (bis 23.04.09) | - | - | 14 | - |
| Dr. Diethart Breipohl (bis 23.04.09) | - | - | 21 | - |
| Michael Deister | 68 | 17 | 73 | - |
| Dr. Gunter Dunkel (seit 23.04.09) | 42 | 11 | 31 | - |
| Hans Fischl (seit 23.04.09) | 68 | 17 | 48 | - |
| Dr. Michael Frenzel (bis 15.09.09) | - | - | 31 | - |
| Dr. Jürgen Geißinger (seit 05.02.09) | 42 | 11 | 40 | - |
| Prof. Dr.-Ing. E.h. Hans-Olaf Henkel | 42 | 11 | 57 | - |
| Michael Iglhaut | 46 | 11 | 55 | - |
| Jörg Köhlinger (seit 23.04.09) | 46 | 11 | 32 | - |
| Prof. Dr. Klaus Mangold (seit 23.04.09) | 42 | 11 | 31 | - |
| Hartmut Meine | 52 | 12 | 48 | - |
| Dirk Nordmann | 46 | 11 | 48 | - |
| Jan P. Oosterveld (bis 26.01.09) | - | - | 4 | - |
| Artur Otto (seit 01.05.10) | 29 | 7 | - | - |
| Dr. Thorsten Reese (bis 30.04.10) | 24 | 5 | 73 | - |
| Klaus Rosenfeld (seit 23.04.09) | 64 | 17 | 44 | - |
| Georg F. W. Schaeffler (seit 05.02.09) | 43 | 11 | 40 | - |
| Maria-Elisabeth Schaeffler (seit 05.02.09) | 42 | 11 | 55 | - |
| Jörg Schönfelder | 46 | 11 | 48 | - |
| Jörg Schustereit (bis 23.04.09) | - | - | 17 | - |
| Fred G. Steingraber (bis 26.01.09) | - | - | 5 | - |
| Prof. Dipl.-Ing. Jürgen Stockmar (bis 25.01.09) | - | - | 4 | - |
| Christian Streiff (bis 03.02.09) | - | - | 4 | - |
| Dr. Bernd W. Voss | 84 | 22 | 89 | - |
| Dieter Weniger (bis 23.04.09) | - | - | 16 | - |
| Prof. KR Ing. Siegfried Wolf (seit 06.12.10) | 3 | 1 | - | - |
| Erwin Wörle | 46 | 11 | 48 | - |
| Summe | 1.085 | 273 | 1.157 | - |
1
Einschließlich Sitzungsgelder.
Als "Continental-Caoutchouc- und Gutta-Percha Compagnie" wird Continental im Jahr
1871 in Hannover als Aktiengesellschaft gegründet. Im Stammwerk in Hannover werden
unter anderem Weichgummiwaren, gummierte Stoffe und Massivbereifungen für Kutschen
und Fahrräder hergestellt.
Erste Erfolge in Entwicklung und Produktion werden gefeiert: 1898 startet die Produktion
von profillosen "Automobil-Luftreifen". Zur Jahrhundertwende wird Continental-Ballonstoff
zur Abdichtung der Gaszellen des ersten deutschen Luftschiffs verwendet. 1904 entwickelt
Continental als erste Firma der Welt "Profilreifen für Automobile", 1905 beginnt die
Produktion von "Nietengleitschutzreifen", die den späteren Spikes ähneln und drei
Jahre später erfinden wir die abnehmbare Felge für Tourenwagen. Als erster Mensch
überquert der Franzose Louis Blériot 1909 den Ärmelkanal in einem mit Continental-Aeroplanstoff
bespannten Flugzeug.
Ende der 1920er-Jahre erfolgt die Fusion mit bedeutenden Betrieben der Kautschukindustrie
zur "Continental Gummi-Werke AG".
1951 beginnt die Produktion von Stahlcord-Transportbändern. Luftfederbälge zur Federung
von Omnibussen und Lastwagen entwickeln wir als erstes Unternehmen im Jahr 1955. 1960
beginnt die Serienproduktion von Gürtelreifen. Rund 30 Jahre später bringen wir den
ersten umweltschonenden Pkw-Reifen auf den Markt.
1995 wird der Bereich Automotive Systems zur Intensivierung des Systemgeschäfts mit
der Automobilindustrie aufgebaut. Die Schlüsseltechnologie als Voraussetzung für Hybrid-Antriebssysteme
präsentieren wir bereits 1997.
Heute sind wir weltweit unter den ersten Fünf und belegen in Europa Platz 2 der Automobilzulieferer.
Als Anbieter von Bremssystemen, Systemen und Komponenten für Antriebe und Fahrwerk,
Instrumentierung, Infotainment-Lösungen, Fahrzeugelektronik, Reifen und technischen
Elastomerprodukten trägt Continental zu mehr Fahrsicherheit und zum globalen Klimaschutz
bei. Continental ist darüber hinaus ein kompetenter Partner in der vernetzten, automobilen
Kommunikation.
Mit 148.228 Mitarbeitern in 46 Ländern gliedert sich der Continental-Konzern in die
Automotive und die Rubber Group bzw. in sechs Divisionen:
| ― |
Chassis & Safety umschließt die Kernkompetenz vernetzter Fahrsicherheit, Bremsen, Fahrerassistenz, passive Sicherheit und Fahrwerk. |
| ― |
Powertrain steht für innovative und effiziente Systemlösungen rund um den Antriebsstrang. |
| ― |
Interior bündelt sämtliche Aktivitäten, die das Darstellen und Verwalten von Informationen
im Fahrzeug betreffen. |
| ― |
Pkw-Reifen entwickelt und produziert Pkw-Reifen für die Kompakt-, Mittel-, Oberklasse
und Geländefahrzeuge, Van-Reifen sowie Motorrad- und Fahrradreifen. |
| ― |
Nfz-Reifen bietet eine große Bandbreite an Lkw-, Bus-, Industrie- und Off-The-Road-Reifen für unterschiedlichste Einsatzbereiche und Anwendungsbedingungen. |
| ― |
ContiTech entwickelt und produziert Funktionsteile, Komponenten und Systeme für den Automobilbau sowie für andere Schlüsselindustrien. |
| Continental-Konzern | |||||
| Automotive Group | Rubber Group | ||||
| Umsatz: 15,9 Mrd € Mitarbeiter: 86.723 |
Umsatz: 10,2 Mrd € Mitarbeiter: 61.265 |
||||
| Chassis & Safety | Powertrain | Interior | Pkw-Reifen | Nfz-Reifen | ContiTech |
| Umsatz: 5,8 Mrd € Mitarbeiter: 30.495 - Electronic Brake Systems - Hydraulic Brake Systems - Sensorics - Passive Safety & Advanced Driver Assistance Systems (PSAD) - Chassis Components |
Umsatz: 4,7 Mrd € Mitarbeiter: 26.614 - Engine Systems - Transmission - Hybrid Electric Vehicle - Sensors & Actuators - Fuel Supply |
Umsatz: 5,5 Mrd € Mitarbeiter: 29.614 - Instrumentation & Driver HM - Infotainment & Connectivity - Body & Security - Commercial Vehicles & Aftermarket |
Umsatz: 5,8 Mrd € Mitarbeiter: 28.276 - Erstausrüstung - Ersatzgeschäft "EMEA" - Ersatzgeschäft "The Americas" - Ersatzgeschäft "Asia Pacific" - Zweiradreifen |
Umsatz: 1,4 Mrd € Mitarbeiter: 7.156 - Lkw-Reifen "EMEA" - Lkw-Reifen "The Americas" - Lkw-Reifen "Asia Pacific" - Industriereifen |
Umsatz: 3,1 Mrd € Mitarbeiter: 25.833 - Air Spring Systems - Benecke-Kaliko Group - Conveyor Belt Group - Elastomer Coatings - Fluid Technology - Power Transmission Group - Vibration Control |
Stand 31. Dezember 2010
Mit umfassender Kompetenz der Fahrsicherheit integriert die Division Chassis & Safety
Komponenten und Systeme im Bereich hydraulische und elektrische Bremse, Fahrerassistenz,
passive Sicherheit, Sensoren und Fahrwerkdynamik. Ein vernetzt agierendes und reagierendes
Fahrzeug entlastet den Fahrer und hilft, komplexe oder kritische Verkehrssituationen
zu meistern. Chassis & Safety entwickelt und produziert intelligente Systeme für eine
automobile Zukunft, in der Leben geschützt und Verletzungen vermieden werden. Die
Division integriert das komplette Spektrum von aktiven und passiven Sicherheitssystemen.
Aktive Sicherheitssysteme wie elektronische Brems- und Fahrerassistenzsysteme warnen
vor Gefahren und greifen unterstützend in Lenkung, Bremsen und Feder/Dämpfersysteme
ein. Passive Sicherheitssysteme wie Airbags und Fußgängerschutz sorgen für bestmöglichen
Schutz, sollte es zu einem Unfall kommen. Unser Produktportfolio umfasst unter anderem
elektronische und hydraulische Brems- und Fahrdynamikregelsysteme, Fahrerassistenzsysteme,
Airbag-Elektroniken sowie elektronische Luftfedersysteme und Sensoren. Wir sind überzeugt,
dass es dank innovativer Technologien in der Zukunft möglich sein wird, unfallfrei
Auto zu fahren - in allen Fahrzeugklassen und Märkten dieser Welt.
Chassis & Safety produziert an 57 Standorten in 19 Ländern. Im Jahr 2010 erwirtschafteten
30.495 Mitarbeiter einen Umsatz in Höhe von 5,8 Mrd €. Die Division gliedert sich
in fünf Geschäftsbereiche:
| ― |
Electronic Brake Systems |
| ― |
Hydraulic Brake Systems |
| ― |
Sensorics |
| ― |
Passive Safety & Advanced Driver Assistance Systems (PSAD) |
| ― |
Chassis Components |
Der Geschäftsbereich Electronic Brake Systems bietet hoch entwickelte Bremsentechnik
für alle Fahrzeugtypen. Ihr Einsatzbereich reicht vom Kleinwagen bis hin zum Transportfahrzeug.
Unsere Produkte zeichnen sich durch hohe Integrationsfähigkeit von Funktionen und
Systemkomponenten aus. EBS umfassen ABS- (Anti-Blockier-System) und ESC-Systeme (Electronic
Stability Control) mit einer Vielzahl von Funktionserweiterungen und Integrationsmöglichkeiten.
Als einer der weltweit führenden Anbieter von Radbremsen und Bremsbetätigungssystemen
entwickelt der Geschäftsbereich Hydraulic Brake Systems stets neue Wege für die klassische
Bremsentechnik und optimal angepasste Betätigungssysteme für Fahrzeuge aller Klassen.
Die Angebotspalette reicht von Scheiben-, Feststell-, Trommel- sowie Parkbremsen über
Betätigungseinheiten bis zu Bremsschläuchen und Bremsflüssigkeiten.
Sensoren sind für die Funktionen der elektronischen Fahrzeugregelung von elementarer
Bedeutung. Das schnelle und exakte Erfassen von Drehzahlen, Auslenkungen, Bewegungen
und Kräften, die auf das Fahrzeug wirken, ist Kernkompetenz des Geschäftsbereichs
Sensorics. Dabei entwickelt und produziert der Bereich die Technologien zur Umsetzung
der Messwandler sowie die notwendige Hardware und Software für die eigenen Sensoren
selbst. Dies geschieht im Systemverbund mit den elektronischen Reglern für ABS, ASR
(Antriebsschlupf-Regelung) und ESC. Unsere Sensoren unterstützen auch Motor- und Getriebesteuerungen,
Fahrwerk-Regelsysteme sowie Lenkungssysteme.
Fahrerassistenzsysteme und passive Sicherheitselektronik helfen Leben retten. Sie
stehen im Fokus des Geschäftsbereichs Passive Safety & Advanced Driver Assistance
Systems (PSAD). Fahrerassistenzsysteme, wie beispielsweise der Notbremsassistent oder
der Überwacher des toten Winkels, helfen dem Fahrer, zu jeder Zeit sicher und kontrolliert
zu fahren. Assistenzsysteme agieren diskret im Hintergrund, als Einzelfunktion oder
vernetzt: Mit Umfeldsensoren wie Kamera, Infrarot oder Radar gewährleisten sie vorausschauend
ein Höchstmaß an Sicherheit. Airbag-Technologien und Fußgängerschutz wiederum tragen
dazu bei, im Falle eines Unfalls optimal zu schützen.

Spezialist für integrierte Systeme im Chassis Management, bei aktiver Sicherheit und Fahreffizienz ist der Geschäftsbereich Chassis Components. Er entwickelt und produziert Lösungen für elektronikbasierte, aktive Fahrwerktechnik, die den Fahrer dabei unterstützt, das Fahrzeug in allen Fahrsituationen unter Kontrolle zu halten. Die elektrische Lenkung spart bei allen Fahrzeugklassen deutlich Kraftstoff ein. Das intelligente Gaspedal AFFP® macht CO2 -Reduzierung für den Fahrer spürbar. Die innovativen Scheibenreinigungssysteme optimieren den Ressourcenverbrauch und sorgen für sichere Sicht.
Bei elektronischen und hydraulischen Bremssystemen, Fahrerassistenzsystemen, Luftfedersystemen,
Raddrehzahl- und Chassis-Sensoren, Airbag-Elektroniken und weiteren Produkten ist
die Division weltweit führend. Bei Trommelbremsen und Bremsschläuchen sind wir die
Nummer 2.
Dank überzeugender Neuprodukte (Fahrerassistenzsysteme, Lenkung, Elektrische Parkbremse), höherer Installationsraten (für ABS und ESC, Sensoren, passive Sicherheit) und einer stärkeren Marktdurchdringung ist Chassis & Safety für die Zukunft bestens aufgestellt. Der Wachstumsmarkt Asien und die internationale Gesetzgebung im Hinblick auf ABS, ESC, Airbags und Fahrerassistenzsysteme werden dafür besonders entscheidend sein. In allen Märkten und Regionen sehen wir gute Chancen für ein profitables und nachhaltiges Wachstum mit Funktionen unseres Sicherheitssystems ContiGuard® . Unter dem Motto "Sicherheit für alle" werden wir skalierbare Technologien für alle Fahrzeugklassen und alle Märkte zur Verfügung stellen und damit in Industrie- und Wachstumsmärkten ein sehr umfangreiches Portfolio anbieten. Die aktuellen Themen Umwelt und Elektromobilität unterstützen wir unter anderem mit Gewichtsreduzierung von Komponenten, Energierückgewinnung beim Bremsen und dem intelligenten Gaspedal.
Die Division Powertrain integriert innovative und effiziente Systemlösungen rund um
den Antriebsstrang in Fahrzeuge aller Klassen. Ziel dabei ist es, das Autofahren nicht
nur erschwinglicher und umweltfreundlicher zu machen, sondern auch, den Komfort und
den Fahrspaß zu steigern. Mit einem umfassenden Portfolio von Benzin- und Dieselsystemen
inklusive Sensoren, Aktuatoren und maßgeschneiderter Elektronik über Kraftstofffördersysteme,
Motor- und Getriebesteuerungen bis hin zu Lösungen für Hybrid- und Elektroantriebe
bieten wir unseren Kunden ein vollständiges Portfolio an Systemen und Komponenten.
Die Division Powertrain verfügt über 60 Produktionsstätten in 22 Ländern. 26.614 Mitarbeiter
erzielten im Berichtsjahr einen Umsatz in Höhe von 4,7 Mrd €. Die Division gliedert
sich in fünf Geschäftsbereiche:
| ― |
Engine Systems |
| ― |
Transmission |
| ― |
Hybrid Electric Vehicle |
| ― |
Sensors & Actuators |
| ― |
Fuel Supply |
Der Geschäftsbereich Engine Systems entwickelt und produziert Motormanagementsysteme
für eine saubere Umwelt. Zum Produktportfolio zählen System- und Komponentenlösungen
für Benzin- und Dieselmotoren, Steuerungen für das Motormanagement von Nutzfahrzeugen
sowie Turbolader- und Abgasnachbehandlungstechnologien. Umfassendes Know-how hinsichtlich
Software- und Systemintegration, Kalibrierung und Simulation runden das Angebot ab.
Als Spezialist für elektronische Steuerungen automatisch schaltender Getriebe bietet
der Geschäftsbereich Transmission Lösungen für alle Arten von Getriebetypen und Allradapplikationen.
Moderne Getriebeelektroniken optimieren den Fahrkomfort, sparen Kraftstoff und reduzieren
die Schadstoffemissionen von Fahrzeugen. Das Angebot umfasst auch High-End-Systeme
und kostenoptimierte Lösungen für die Wachstumsmärkte. Von externen Steuergeräten
bis hin zu ins Getriebe integrierten Mechatroniken inklusive Sensorik und elektrischer
oder hydraulischer Aktuatorik reicht das Produktportfolio.
Mit Potenzial zur Kraftstoffeinsparung und Emissionsreduzierung um 25 % und mehr,
sowie einem deutlichen Plus an Drehmoment, sind der Hybrid- bzw. der reine Elektroantrieb
eine wichtige Alternative zum reinen Verbrennungsmotor. Als erster europäischer Zulieferer
produziert der Bereich Hybrid Electric Vehicle seit 2003 Hybridsysteme in Serie und
bietet ein modulares System mit dem alle wesentlichen Komponenten für zukünftige Antriebsarten
abgedeckt werden können. Diese Module sind an spezifische Fahrzeuganforderungen weltweit
anpassbar - vom Kompaktfahrzeug über SUV bis hin zu Lkw.
Primäres Ziel des Geschäftsbereichs Sensors & Actuators ist die Reduzierung der CO2 -Emission von Fahrzeugen aller Klassen. Intelligente Sensorik und Aktuatorik im Zusammenspiel mit Motormanagementsystemen ermöglichen dynamische Diesel- und Benzinmotoren, die nicht nur aktuelle Abgasnormen erfüllen, sondern auch auf die kommenden Regelungen bis weit in die Zukunft bestens vorbereitet sind. Unser Produktportfolio deckt alle wesentlichen Anforderungen im Bereich Powertrain ab - vom Turbolader bis zur Abgas-Nachbehandlung - und umfasst sowohl Lösungen für Verbrennungsmotoren und Getriebe als auch für Hybrid- und Elektrofahrzeuge.
Alle für das Kraftstoffmanagement relevanten Technologien entwickelt und produziert der Bereich Fuel Supply. Die Produktpalette umfasst Fördereinheiten, Kraftstoff-Füllstandsgeber, Kraftstoffpumpen, Ventile sowie integrierte Elektronik. Durch ihren modularen Aufbau lassen sich die Komponenten flexibel den individuellen Kundenanforderungen anpassen und ermöglichen zudem die schnelle und kostengünstige Entwicklung maßgeschneiderter Komplettsysteme von höchster Funktionalität. Mit neuen zukunftsweisenden Technologien wie der bedarfsgeregelten Kraftstoffversorgung leisten wir einen aktiven Beitrag zur CO2 -Reduktion.
Die Division Powertrain ist unter anderem Weltmarktführer bei Kraftstoffversorgungssystemen,
Motor-Aktuatoren, Steuerungen für Automatikgetriebe, Vier- und Allradapplikationen
sowie Stickoxid-, Flexfuel- und Klopfsensoren. Bei Benzin- und Dieseleinspritzsystemen
belegen wir weltweit Platz 2.

Strengere Emissionsgesetzgebungen - beispielsweise das Ziel, die CO2 -Emissionen nachhaltig zu senken -die begrenzten Erdölvorräte sowie die Nachfrage nach sparsamen Fahrzeugen verlangen ein schnelles und effektives Handeln. Dabei ist unbestritten, dass dafür ein Mix aus Antriebslösungen notwendig sein wird. Die Division Powertrain zielt daher darauf ab, kurzfristig und wirkungsvoll die Effizienzsteigerung herkömmlicher Verbrennungsmotoren sowie mittel- und langfristig die fortschreitende Elektrifizierung des Antriebstrangs voranzutreiben.
Wachstumschancen sehen wir insbesondere durch unsere Systemkompetenz und unseren Ansatz,
der modulare Lösungselemente für heutige und künftige Antriebsstrangkonfigurationen
umfasst. Diese Lösungen lassen sich je nach Fahrzeugkategorie und Anforderungsprofil
wählen und kombinieren, zum Beispiel von der Benzindirekteinspritzung in Verbindung
mit der Abgasturboaufladung für hoch effiziente Ottomotoren zur weiteren Verbrauchsreduzierung,
der Dieselmotortechnologie mit präziser und schneller Piezotechnologie zur weiteren
Emissionsreduzierung, über innovative Technologien für Hybridfahrzeuge bis hin zum
reinen Elektrofahrzeug.
Weitere Fortschritte im Bereich der Abgasnachbehandlung sowie die offene Systemarchitektur
im Antriebsstrangmanagement zur Integration der zunehmenden Funktionen im Fahrzeug
werden immer mehr an Bedeutung gewinnen.
In der Division Interior sind sämtliche Aktivitäten zusammengefasst, die das Darstellen
und Verwalten von Informationen im Fahrzeug betreffen. Um die Informationen optimal
nutzen zu können, kommt es darauf an, sie zu filtern, zu priorisieren und so darzustellen,
dass sie intuitiv verständlich sind. Dabei legt die Division besonderen Fokus auf
die Optimierung der Schnittstellen zwischen Mensch und Maschine. Ausgehend vom Menschen
und seinen Bedürfnissen entwickeln wir Lösungen zur Vernetzung des Fahrzeugs mit Fahrer
und Beifahrer, mobilen Endgeräten, anderen Fahrzeugen und der Außenwelt. Unter der
Vision "Always On" verstehen wir das vernetzte Fahrzeug der Zukunft als Partner, der
Fahrer und Fahrzeuginsassen unterstützt.
Interior produziert an 60 Standorten in 23 Ländern. Die Division erzielte im Geschäftsjahr
2010 mit 29.614 Mitarbeitern einen Umsatz in Höhe von 5,5 Mrd € und setzt sich aus
vier Geschäftsbereichen zusammen:
| ― |
Instrumentation & Driver HMI |
| ― |
Infotainment & Connectivity |
| ― |
Body & Security |
| ― |
Commercial Vehicles & Aftermarket |
Ziel des Geschäftsbereichs Instrumentation & Driver HMI ist es, den Fahrer mit zuverlässigen,
leicht ablesbaren und multifunktionalen Anzeigeinstrumenten in allen Fahrsituationen
bestens zu informieren. Ein Schwerpunkt liegt in der Priorisierung der Informationen,
die je nach Fahrzeugausstattung und Fahrsituation auf unterschiedlichen Displays und
Anzeigen dargestellt werden. Auch für den Beifahrer oder die Passagiere im Fond werden
in diesem Bereich Anzeigesysteme entwickelt. Darüber hinaus produzieren wir Elemente
und Steuerungen zur intuitiven Bedienung unterschiedlicher Funktionen, beispielsweise
für Klimaanlagen sowie integrierte Systeme und vollständige Cockpitmodule.
Die Vernetzung des Fahrzeugs mit der Außenwelt und die Integration mobiler Geräte
in das Fahrzeug sind Aufgaben des Geschäftsbereichs Infotainment & Connectivity. Hier
werden Infotainmentsysteme für alle Fahrzeugklassen entwickelt und produziert. Das
Produktportfolio reicht von Freisprecheinrichtungen und Telematikeinheiten über einfache
Radios bis hin zu Multimediasystemen mit Internetzugang und Touchscreenbedienung.
Außerdem werden die komfortable Anbindung mobiler Geräte und die Vernetzung mit der
Außenwelt ermöglicht. So entstehen Lösungen, die eine sichere und ökonomische Fahrweise
fördern, damit sich der Fahrer voll auf das Fahren konzentrieren kann.
Der Geschäftsbereich Body & Security entwickelt und produziert Elektroniksysteme,
die den Zugang zum Fahrzeug ermöglichen, die Fahrberechtigung sicherstellen und die
Verfügbarkeit von Sicherheits- sowie Komfortfunktionen gewährleisten. Zur Produktpalette
des Bereichs gehören sowohl die notwendigen Komponenten für Wegfahrsperren, Alarmsysteme
und klassische Funkschließsysteme als auch moderne schlüssellose Zugangskontrollsysteme,
bei denen der Fahrer nur noch den Türgriff berühren muss, um den Wagen automatisch
zu entriegeln und die Zündung freizugeben. Die Sitzsysteme dienen dem Komfort während
die Batterie- und Energiemanagementsysteme die Fahrtüchtigkeit erhalten und gleichzeitig
helfen, den Kraftstoffverbrauch zu senken. Hochaktuell auf diesem Gebiet sind die
Systeme zur Reifendrucküberwachung.
Im Geschäftsbereich Commercial Vehicles & Aftermarket sind vielfältige Aktivitäten
im Bereich Nutz- und Spezialfahrzeuge sowie die Aktivitäten im Ersatzteilgeschäft
gebündelt. Das globale Netz an Vertriebs- und Servicegesellschaften sichert die weltweite
Kundennähe. In diesen Bereich fallen Produkte wie der digitale Tachograph, Steuerungs-
und Kontrollsysteme für Antriebs- und Bordelektronik sowie Onboard-Units für die Mauterfassung.
Mit Produkten der Marken VDO, ATE, Continental und Barum steht eine umfangreiche Produktpalette
für Fachwerkstätten, markenunabhängige Werkstätten und den freien Teilehandel bereit.
Darüber hinaus wird die Ersatzteilversorgung nach dem Serienauslauf der Fahrzeuge
gesichert.
Im Pkw-Bereich belegt die Division unter anderem mit Instrumentierungen, Telematiksystemen
und Zugangssystemen weltweit den Spitzenplatz, bei Sekundärdisplays und Reifendruckkontrollsystemen
Rang 2. Bei den Nutzfahrzeugen sind wir mit Tachographen, Instrumentierungen und satellitengestützten
Onboard-Units für die Mauterfassung weltweiter Marktführer.

Dank unserer Möglichkeiten, das bestehende Produktportfolio an Fahrzeuge aller Klassen
zu adaptieren, erwarten wir gerade in Asien zukünftiges Wachstum im Segment der kostengünstigen
Fahrzeuge.
Neue Gesetzgebungen in Europa, den USA und Brasilien eröffnen im Bereich Telematik
weiteres Wachstumspotenzial, beispielsweise bei elektronischen Notrufsystemen, Technologien
zur Verkehrssteuerung oder dem intelligenten Diebstahlschutz, mit dem Fahrzeuge mittels
Satellitentechnik wieder auffindbar sind. Darüber hinaus steigen die Kundenanforderungen
für Telematik-Systeme zum Einsatz in Nutzfahrzeugen und Elektroautos. Insgesamt werden
wir vom Trend zur Integration des Internets sowie weiteren Funktionen des Infotainments
profitieren.
Dem Bereich Reifendruckkontrollsysteme kommen neue Vorschriften zur Installation dieser
Systeme in Neufahrzeuge in der Europäischen Union, in Japan und in Korea zugute.
Starkes Wachstum versprechen wir uns auch im Bereich Displays für die Automobilindustrie.
Unsere Forscher und Entwickler arbeiten kontinuierlich an Lösungen, die den Fahrer
entlasten und zu mehr Komfort beim Autofahren beitragen, beispielsweise frei programmierbare
Kombi-Instrumente, ganzheitliche adaptive Bedienkonzepte, Head-up- und 3D-Displays.
Die Sicherheit des Autos fängt bei den Reifen an. Wenn es beim Bremsen um den entscheidenden Meter geht, sind die Anforderungen an sie enorm. Denn die ganze Bremskraft des Fahrzeugs wird über nur vier postkartengroße Kontaktflächen auf die Fahrbahn übertragen. Continental-Pkw-Reifen bieten bei jedem Wetter eine hervorragende Verbindung zwischen Fahrzeug und Fahrbahn. Die Anforderungen an unsere Reifen variieren, aber eines bleibt immer gleich: Nichts geht uns und unseren Kunden über ihre Sicherheit. Der stetigen Reduzierung des CO2 -Ausstosses wird durch die kontinuierliche Verbesserung des Rollwiderstands Rechnung getragen. Die Division Pkw-Reifen entwickelt und produziert Pkw-Reifen für die Kompakt-, Mittel- und Oberklasse sowie für Geländefahrzeuge und Reifen für Vans, Kleintransporter und Wohnmobile. Gefertigt werden Reifen der Marken Continental, Uniroyal (nicht in der NAFTA-Region, Kolumbien und Peru), Semperit, Barum, General Tire, Viking, Gislaved, Mabor, Matador, Euzkadi und Sime Tyres.
Der Division Pkw-Reifen sind auch die Zweiradaktivitäten sowie Handelsgesellschaften
mit mehr als 2.200 Reifenfach- und Franchisebetrieben in zwölf Ländern zugeordnet.
Die Division produziert an 27 Standorten in 16 Ländern und beschäftigt 28.276 Mitarbeiter.
Im Jahr 2010 erzielte die Division einen Umsatz in Höhe von 5,8 Mrd €. Pkw-Reifen
gliedert sich in fünf Geschäftsbereiche:
| ― |
Erstausrüstung |
| ― |
Ersatzgeschäft "EMEA" |
| ― |
Ersatzgeschäft "The Americas" |
| ― |
Ersatzgeschäft "Asia Pacific" |
| ― |
Zweiradreifen |
Der Bereich Erstausrüstung umfasst das weltweite Geschäft mit der Fahrzeugindustrie.
Gemeinsam mit den Automobilherstellern planen wir für jedes Auto, das neu auf den
Markt kommen soll, alle Reifendetails mit großer Sorgfalt. Den innovativen Ideen der
Forschungs- und Entwicklungsabteilung und ihrer Erfahrung aus vielen Jahrzehnten ist
es zu verdanken, dass jeder Continental-Reifen Sicherheit mit individuellen Anforderungen
zu verbinden weiß, wie zum Beispiel minimiertem Rollwiderstand oder maximiertem Fahrkomfort.
Weltweit werden Produkte der Marke Continental und in der NAFTA-Region zusätzlich
der Marke General Tire vertrieben. Zum Bereich Erstausrüstung gehören auch Systeme
für die erweiterte Mobilität. Dazu zählen neben anderen auch die Self-SupportingRunflat-Technologie
(SSR), die mit einer verstärkten Seitenwand den Reifen im Pannenfall stützt und die
Weiterfahrt mit reduzierter Geschwindigkeit ermöglicht, die ContiSeal-Technologie,
eine viskoelastische Masse, die den Reifen bei Beschädigungen am Laufstreifen von
innen selbst abdichtet, und das ContiComfortKit, ein Set mit Kompressor und Dichtmittel
zur komfortablen Abdichtung von Stichverletzungen.
Das Ersatzgeschäft ist in die Geschäftsbereiche "EMEA" (Europa, Mittlerer Osten und
Afrika) "The Americas" (Kanada, Nord-, Mittel- und Südamerika) und "Asia Pacific"
(Asien und Pazifik-Region) gegliedert. Neben den weltweit vertriebenen Reifen der
Premium-Marke Continental und der Budget-Marke Barum werden die regionalen Marken
Uniroyal, Semperit, General Tire, Viking, Gislaved, Mabor, Matador, Euzkadi und Sime
Tyres vermarktet.
Das Portfolio des Geschäftsbereichs Zweiradreifen reicht von Fahrradreifen (City-,
Trekking-, Mountain-bike- und High-Performance-Rennreifen) bis zu Motorradreifen (Scooter,
Enduro- und High-Performance-Straßenreifen, teilweise mit Freigaben bis 300 km/h).
Die Reifen kommen sowohl in der Erstausrüstung als auch im Ersatzmarkt zum Einsatz.
Angeboten werden sowohl Produkte für Profifahrer als auch für Freizeitsportler.
Bei Pkw-Reifen liegt Continental weltweit auf Position 4. In Europa sind wir Marktführer.
Dies gilt sowohl für das Segment Erstausrüstung - in dem heute in Europa fast jedes
dritte Fahrzeug auf unseren Reifen vom Band rollt - als auch für Winterreifen, von
denen im Berichtsjahr weltweit erstmals mehr als 20 Mio verkauft wurden, und den Tuning-Bereich.
Der Umsatz der Division Pkw-Reifen entfällt zu 25 % auf das Geschäft mit den Fahrzeugherstellern
und zu 75 % auf das Ersatzgeschäft.

Auf Basis führender Technologien wollen wir auch in den nächsten Jahren mit neuen
Produkten besonders im attraktiven UHP-Segment (Ultra-High-Performance) wachsen. Dafür
haben unsere Ingenieure im Berichtsjahr den Supersportreifen ContiSportContact™ 5P
und den ContiForceContact - einen Rennsportreifen mit Straßenzulassung - entwickelt,
die beide sehr positiv von Fahrzeugherstellern und Testmagazinen bewertet wurden.
Der neue ContiSportContact™ 5, folgt im Frühjahr 2011 mit seiner offiziellen Weltpremiere.
Weitere neue Produkte mit spezieller regionaler Auslegung befinden sich für Nord-
und Südamerika sowie Asien in der Entwicklung.
Eine Schlüsselrolle bei der Erschließung von zusätzlichen Wachstumschancen spielt
in den nächsten Jahren der Kapazitätsausbau in den BRIC-Staaten (Brasilien, Russland,
Indien, China). Die kontinuierliche Erhöhung des weltweiten Bekanntheitsgrads unserer
Premium-Reifen-Marke Continental wird durch das Sponsoring der FIFA WM 2014™ in Brasilien
unterstützt.
In der Region "EMEA" (Europa, Mittlerer Osten, Afrika) haben wir nach den negativen
Markteinschätzungen vom Jahresanfang 2010 eine überraschend positive Wende im Markt
erlebt und konnten bereits während desselben Jahres deutlich mehr Reifen absetzen
als geplant. Unsere Werke haben im Berichtsjahr eine herausragende Leistung gezeigt,
wodurch auch der Verkauf in dieser Region gegenüber dem Vorjahr deutlich gesteigert
werden konnte. Die Rekordmarke beim weltweiten Winterreifenabsatz ist mit 20 Mio Pkw-Reifen
überschritten worden, mit dem höchsten Wachstumsbeitrag aus der Region "EMEA", was
ein klarer Beleg der Stärke dieser mit Abstand wichtigsten Vertriebsregion ist. In
der Region Mittlerer Osten, Naher Osten, Nordafrika haben wir unsere Vertriebsaktivitäten
sukzessive ausgebaut. Von der Erschließung dieser bevölkerungsreichen Region erwarten
wir für die kommenden Jahre in der Region "EMEA" zusätzliche Impulse für das Sommerreifen-Geschäft.
In der Region "The Americas" sind wir im Berichtsjahr erneut schneller gewachsen als
der Markt. Damit haben wir unsere Marktpositionen sowohl im wieder anziehenden Erstausrüstungs-
als auch im Ersatzgeschäft weiter verbessert. Die hohen Leistungseigenschaften unserer
Produkte wurden in den USA von mehreren unabhängigen Testorganisationen mit den höchsten
Empfehlungen bestätigt. Das hohe Wachstumstempo in Südamerika hat sich 2010 fortgesetzt
und wird sich weiter fortsetzen. Unser Reifenwerk in Camaçari, Brasilien, hat 2010
mit rund 4,6 Mio Pkw-Reifen an der Kapazitätsgrenze produziert.
Der Reifenabsatz in Asien hat sich im Berichtsjahr positiver entwickelt als erwartet.
Unser neues Pkw-Reifenwerk mit einer geplanten jährlichen Produktionskapazität von
4 Mio Reifen in Hefei, China, wird unsere Expansionspläne maßgeblich unterstützen.
Gütertransport, Personenbeförderung, Baustellenverkehr und Materialhandling sind Einsatzgebiete
von Continental-Nutzfahrzeugreifen und Dienstleistungen. Sie stehen für hohe Laufleistung,
sichere Kraftübertragung sowie niedrigen Kraftstoffverbrauch und sorgen damit für
wirtschaftliche Mobilität. Angeboten werden Lkw-, Bus- und Industriereifen für unterschiedliche
Anwendungsbedingungen und Einsatzbereiche. Reifen der Premium-Marke Continental werden
weltweit vertrieben. In Europa kommen die Marken Barum, Semperit, Uniroyal und Matador
hinzu. In Amerika ergänzen die Marken General Tire und Ameri*Steel das Angebot und
in Mexiko die Marke Euzkadi. In Asien schließt das Produktportfolio Reifen der Marke
Sime Tyres mit ein. Der Geschäftsbereich Industriereifen entwickelt und produziert
Reifen der Marken Continental, Barum, Simex, General Tire, Ameri*Steel und Novum.
Nutzfahrzeugreifen werden an 15 Standorten in zehn Ländern gefertigt. 7.156 Mitarbeiter
erwirtschafteten im Berichtsjahr einen Umsatz in Höhe von insgesamt 1,4 Mrd €. Die
Division umfasst vier Geschäftsbereiche:
| ― |
Lkw-Reifen "EMEA" |
| ― |
Lkw-Reifen "The Americas" |
| ― |
Lkw-Reifen "Asia Pacific" |
| ― |
Industriereifen |
Je nach Einsatzbereich sind Lkw-Reifen von Continental in die Segmente "Goods" (Gütertransport),
"People" (Personenbeförderung) und "Construction" (Baustellenverkehr) unterteilt.
Regional ist das Geschäft mit Lkw-Reifen in die Geschäftsbereiche "EMEA" (Europa,
Mittlerer Osten und Afrika), "The Americas" (Kanada, Nord-, Mittel- und Südamerika)
und "Asia Pacific" (Asien und Pazifik-Region) aufgeteilt. Das Geschäftsfeld Erstausrüstung
ist weltweit ausgerichtet. Die operative Abwicklung erfolgt kundennah innerhalb der
regionalen Geschäftsbereiche. In allen Regionen setzen wir auf maßgeschneiderte Reifenkonzepte.
So steht für jeden Zweck der Reifen zur Verfügung, der optimal auf die spezifischen
Bedingungen abgestimmt ist und so die Sicherheit, die Wirtschaftlichkeit und den Komfort
der Fahrzeuge erhöht.
Unsere Kunden profitieren vom Einsatz der Continental-Reifen gleich mehrfach. Erstens
durch die hohe Kilometerleistung der Reifen und deren Beitrag zu deutlich reduziertem
Kraftstoffverbrauch aufgrund niedrigen Rollwiderstands, zweitens durch die Runderneuerung
im Rahmen des ContiLifeCycle-Konzepts und drittens dadurch, dass unser Angebot nicht
beim Produkt endet, sondern den gesamten Nutzungsprozess beim Kunden im Blick hat
und entsprechende Dienstleistungen zu professionellem Reifenmanagement umfasst.
Der ContiLifeCycle maximiert die Lebensdauer des Reifens und trägt wesentlich dazu
bei, die Betriebskosten so niedrig wie möglich zu halten. Selbst wenn das Profil abgefahren
ist, sind Continental-Lkw-Reifen noch einsatzfähig, denn sie lassen sich ohne Qualitätsverlust
runderneuern. In Ergänzung zu Continental-Neureifen haben wir unter den Markennamen
"ContiRe" und "ContiTread" daher je eine heiß- und eine kaltrunderneuerte Reifenlinie
im Programm.
In den acht europäischen Kernmärkten bieten wir mit den Conti360°Fleet Services Flottenkunden,
beispielsweise Transportunternehmen, umfangreiche Dienstleistungen durch ein Netz
an ausgewählten Servicepartnern an. Conti360°Fleet Services umfasst fünf Elemente
und reicht von der Wahl des richtigen Reifens durch den ContiFitmentService über den
ContiBreakDownService zur schnellen Hilfeleistung im Pannenfall bis zum ContiFleetReporting
zum Aufzeigen von Sparpotenzialen bei der Flottenbereifung. Im Zusammenspiel von Service
und Produkt ermöglicht Continental ihren Kunden optimierte Gesamtkosten für die Flotte.
Die Produkte des Geschäftsbereichs Industriereifen werden weltweit vermarktet. Man
findet sie im Einsatz auf der Straße, auf Baustellen, in Häfen und Flughäfen, in großen
industriellen Fertigungen, in der Getränkeindustrie - kurzum dort, wo viel bewegt
wird. Dazu gehören Reifen, zum Beispiel im Winterdienst, bei der Straßenpflege, beim
Stapeln und Heben an Gabelstaplern oder zum Transportieren von Gütern auf verschiedensten
Untergründen. Das Angebot reicht von Vollgummireifen, wenn Pannensicherheit und Wartungsfreiheit
entscheidende Kriterien sind, bis zu Produkten mit heller Laufflächenmischung, beispielsweise
zum Einsatz in der Lebensmittelindustrie.

Weltweit stehen wir auf Position 4 im Lkw-Reifen-Gesamtmarkt. In Europa sind wir die
Nummer 2 im Erstausrüstungsgeschäft und die Nummer 4 im Lkw-Reifen-Gesamtmarkt. Bei
Industriereifen sind wir europäischer Marktführer.
18 % des Umsatzes der Division Nfz-Reifen entfallen auf das Geschäft mit den Fahrzeugherstellern
und 82 % auf das Ersatzgeschäft.
In Russland haben wir im Berichtsjahr einen Off-Take- und Liefervertrag für Lkw-Reifen
geschlossen. Dies eröffnet unserem Vertrieb in der Region eine ausgezeichnete Ausgangslage
für weiteres deutliches Wachstum. Der Vertrag sichert Continental die Lieferung von
bis zu 200.000 Lkw-Reifen für den russischen Markt zu. Die Herstellung der Reifen
erfolgt im Reifenwerk in Nizhnekamsk, das über eine Produktionskapazität von jährlich
1,2 Mio Reifen verfügt. Der Bau dieser Fertigungsstätte erfolgte mit technologischer
Unterstützung von Continental.
In den Kernmärkten Europas hat sich die Division Nfz-Reifen 2010 durch die Integration
von Produkt und Service erfolgreich als Anbieter von Mobilitätslösungen positionieren
können. Der Fokus der Aktivitäten in der Region "EMEA" liegt daher auf dem wachsenden
Geschäft mit Flottenkunden. Das europaweite Conti-360°-Netzwerk wird 2011 von acht
auf 15 Länder ausgeweitet. Seit 2010 wird der ContiBreakdownService statt in 25 nunmehr
in 37 europäischen Ländern angeboten.
Auch in Asien befindet sich Conti360°Fleet Services im Aufbau. Die Flottenservices
werden dort ab 2012 in den Märkten Malaysia und Australien sowie in einem nächsten
Schritt in Thailand eingeführt. Außerdem stehen die Themen Reifentechnologie, unter
anderem im Rahmen einer Truck-Roadshow in Malaysia 2011, Wirtschaftlichkeit und ContiLifeCycle
im Fokus. Daneben weitet die Geschäftseinheit ihr Produktportfolio in den Wachstumssegmenten
weiter aus.
Der beschleunigte Aufbau von ContiLifeCycle-Lösungen in der gesamten Region steht
auch für den Geschäftsbereich "The Americas" im Mittelpunkt. Innerhalb der nächsten
eineinhalb Jahre werden außerdem Reifenproduktion und -absatz weiter gesteigert -
kombiniert mit einem klaren Flottenansatz.
Der Geschäftsbereich Industriereifen festigt seine weltweite Marktpräsenz mit lokalen
Verkaufsorganisationen, um in Amerika und Asien überproportional zu wachsen. In Partnerschaft
mit dem Reifenhandel werden gezielt Endkunden hinzugewonnen. Weiteres Wachstumspotenzial
liegt im erfolgreichen Launch der neuen Radialreifen-Produktlinie CRT2 - für extreme
Anforderungen im Bereich Materialhandling konzipiert - sowie in der Einführung der
Zweitmarke Ameri*Steel in den USA.
Die Division ContiTech ist Spezialist für Kautschuk- und Kunststofftechnologie. Mit
High-Tech-Produkten und Systemen ist ContiTech weltweit tätiger Entwicklungspartner
und Erstausrüster der Automobilindustrie, des Maschinen- und Apparatebaus, der Schienenverkehrs-,
Druck-, Bau-, Bergbau- sowie der chemischen und petrochemischen Industrie als auch
der Schiff- und Luftfahrt. Unsere Produkte sind vielfältig einsetzbar, sie sind elastisch,
thermisch belastbar, verformbar, abriebfest, reversibel, umweltverträglich sowie kombinierbar
mit anderen Werkstoffen wie Metall, Glas und Keramik.
ContiTech verfügt über 56 Produktionsstandorte in 18 Ländern. 25.833 Mitarbeiter erzielten
im Jahr 2010 einen Umsatz in Höhe von 3,1 Mrd €. ContiTech gliedert sich in sieben
Geschäftsbereiche:
| ― |
Air Spring Systems |
| ― |
Benecke-Kaliko Group |
| ― |
Conveyor Belt Group |
| ― |
Elastomer Coatings |
| ― |
Fluid Technology |
| ― |
Power Transmission Group |
| ― |
Vibration Control |
Der Geschäftsbereich Air Spring Systems ist der weltweit führende Entwicklungspartner
und Hersteller für regelbare Luftfederungen. Die Komponenten und Komplettsysteme kommen
in Nutzfahrzeugen, Bussen, Schienenfahrzeugen, stationären Maschinen und Fundamentlagerungen
zum Einsatz. Für den Anlagen- und Maschinenbau bietet der Bereich außerdem Balgzylinder
für die Industriepneumatik und Kompensatoren an.
Die Benecke-Kaliko Group ist der weltweit führende Hersteller von Oberflächenmaterialien
für die Automobile Innenausstattung. Die Produkte finden Einsatz zum Beispiel auf
Instrumententafeln, an Türseitenverkleidungen, Mittelkonsolen und Sitzen. Die innovativen
Innenraummaterialien schützen Mensch, Umwelt und Klima. Benecke-Kaliko setzt weltweit
die gleichen Standards. So können langfristig die Produkte unter denselben hohen Umweltschutzbedingungen
hergestellt werden.
Die Conveyor Belt Group bietet Lösungen, mit denen sich Energieverbrauch und CO2 -Emissionen reduzieren lassen. So sind die leicht laufenden ContiTech-Fördergurte besonders energieoptimiert konstruiert. Darüber hinaus transportieren sie Rohstoffe erheblich umweltfreundlicher und wirtschaftlicher.
Der Geschäftsbereich Elastomer Coatings ist Entwickler und Hersteller innovativer
Drucktücher, technischer Stoffe und Membranen sowie dreidimensionaler konfektionierter
Produkte wie Gasspeichermembranen und flexible Tanks. Mit Membranen für das Kraftstoffmanagement,
Stoffen für Rettungsinseln und klimaneutralen Drucktüchern ist Elastomer Coatings
weltweit führend.
Von Schlauchkomponenten bis zu komplexen Leitungssystemen für die Automobilindustrie
sowie viele weitere Industrien reicht die Produktpalette des Geschäftsbereichs Fluid
Technology. Die eingesetzten Werkstoffe sind Kautschuk, Kunststoff, Textil, Stahl
und Aluminium für Schläuche, Schlauchbogen, Schlauch- und Rohrleitungen sowie deren
Verbindungskomponenten.
Die Power Transmission Group ist Entwicklungspartner und Hersteller von Antriebsriemen
und abgestimmten Komponenten bis hin zu kompletten Riementriebsystemen. Die Produkte
und Systeme sind in der Automobilindustrie sowie im Maschinen- und Apparatebau im
Einsatz.
Der Geschäftsbereich Vibration Control ist weltweit anerkannter Spezialist für Schwingungstechnik
und Geräuschisolierung. In den automobilen Marktsegmenten werden Produkte und Systeme
zur Schwingungsdämpfung und Geräuschoptimierung sowie Dichtsysteme für Fahrwerk, Lenkung
und Bremse entwickelt. Im Marktsegment Industrie ist der Bereich Entwicklungspartner
und Erstausrüster für industrielle und landwirtschaftlich genutzte Fahrzeuge sowie
für den Motoren-, Maschinen- und Anlagenbau.
Bei hoch entwickelten technischen Produkten aus Elastomeren und Kunststoffteilen stehen
wir weltweit an der Spitze. Unter anderem ist die Division Weltmarktführer bei Kfz-Schläuchen
und -Schlauchleitungen, Folien sowie Kunstleder für die Kfz-Innenausstattung, Fördergurten
und Fördergurtzubehör für Bergbau und Industrie sowie bei Luftfedern für Schienenfahrzeuge,
Nutzfahrzeuge und Busse.

Der Umsatz der Division ContiTech entfällt mit 54 % auf das Geschäft mit den Fahrzeugherstellern
und 46 % auf das Geschäft mit anderen Industrien sowie das Ersatzgeschäft.
Wachstumschancen sehen wir weiterhin im chinesischen Markt. Das 2010 in Betrieb genommene
Werk in Changshu, China, wird bereits 2011 weiter ausgebaut. Zusätzlich wird ein Mischsaal
integriert. Dort produzieren die Geschäftsbereiche Vibration Control, Air Spring Systems
und Fluid Technology. Dank der Übernahme des Fördergurtgeschäfts eines chinesischen
Unternehmens hat die Conveyor Belt Group ihre Marktposition gestärkt. Bis 2015 wollen
wir unseren Umsatz in China mehr als verdoppeln.
In Südamerika und der NAFTA-Region rechnen wir mit weiterem Wachstum aufgrund der
geplanten Werkerweiterungen der Standorte Ponta Grossa, Brasilien, und San Luis Potosí,
Mexiko.
Verstärktes Wachstum in Osteuropa erwarten wir durch die Aufstockung der Produktionskapazitäten
des Geschäftsbereichs Conveyor Belt Group in Serbien.
Der Geschäftsbereich Vibration Control rechnet mit zusätzlichem Umsatz aufgrund des
starken Engagements für die weltweite Windkraftbranche.
Continental ist ein global agierender Automobilzulieferer. Der Continental-Konzern
umfasst die Continental AG, eine Aktiengesellschaft nach deutschem Recht, als Muttergesellschaft
sowie 429 Gesellschaften weltweit, einschließlich Minderheitsbeteiligungen.
Der Continental-Konzern ist in sechs Divisionen mit 30 Geschäftsbereichen organisiert.
Produkte und Produktgruppen bzw. bestimmte Regionen bilden die Grundlage für die Zuordnung
zu einer Division und zu einem Geschäftsbereich. Die Divisionen und Geschäftsbereiche
haben eine durchgängige Geschäftsverantwortung einschließlich der Ergebnisverantwortung.
Diese Organisationsstruktur gewährleistet über Länder- und Gesellschaftsgrenzen hinweg
eine hohe Flexibilität und schnelle Koordination des operativen Geschäfts. Auf technologische
Veränderungen und Marktentwicklungen kann damit schnell reagiert werden, Ressourcen
können optimal eingesetzt werden.
Der Vorstand der Continental AG trägt die Gesamtverantwortung für die Geschäftsführung.
Im Vorstand sind die sechs Divisionen mit einem eigenen Vorstandsmitglied und zusätzlich
die Zentralbereiche über den Vorstandsvorsitzenden, den Finanzvorstand und den Arbeitsdirektor
vertreten. So ist sichergestellt, dass das strategische Management und die operativen
Aufgaben aufeinander abgestimmt sind. Die Zentralbereiche übernehmen dabei Funktionen,
die divisionsübergreifend für die Steuerung des Konzerns notwendig sind. Dazu gehören
insbesondere die Zentralbereiche Finanzen und Controlling, Recht und Compliance sowie
Qualitätsmanagement.
Diese Organisationsstruktur stellt zum einen sicher, dass wir flexibel und schnell
auf Marktbedingungen sowie die Anforderungen unserer global agierenden Kunden reagieren
können, und zum anderen, dass der Gesamterfolg des Continental-Konzerns optimiert
wird.
Im Zentrum der finanziellen Ziele der Continental steht die nachhaltige Steigerung
des Unternehmenswerts jedes einzelnen Geschäftsbereichs und damit auch des Gesamtkonzerns.
Ziel ist die Schaffung eines Mehrwerts, das heißt, wir wollen dauerhaft eine Prämie
auf unsere Kapitalkosten verdienen. Zur Überprüfung dieser Zielsetzung nutzen wir
als Kennzahlen:
| ― |
den prozentualen Return on Capital Employed (ROCE) als Kapitalrendite |
| ― |
den CVC (Continental Value Contribution) als absoluten Wertbeitrag |

| ― |
sowie die Veränderung des absoluten Wertbeitrags zum Vorjahr |
Anhand der Veränderung des absoluten Wertbeitrags, gemessen durch Delta CVC, verfolgen
wir, inwieweit Managementeinheiten wertschaffend wachsen oder Ressourcen effizienter
einzusetzen sind.
Bei Continental agiert die Zentralfunktion Finance & Treasury als Koordinator für
die Bereitstellung des notwendigen Finanzierungsrahmens, um das Wachstum des Konzerns
einerseits zu finanzieren und andererseits den Bestand des Unternehmens langfristig
zu sichern. Der jährliche Investitionsbedarf des Unternehmens liegt derzeit zwischen
5 % und 6 % des Umsatzes. Dabei wird darauf geachtet, einen ausgewogenen Mix aus Fremd-
und Eigenmitteln zur kontinuierlichen Verbesserung der Konzernkapitalkosten im jeweils
vorherrschenden Umfeld zu erreichen. Es ist unser Ziel, das Verhältnis von Eigenkapital
zu Netto-Finanzschulden (Gearing Ratio) in einem Korridor von 70 % bis 100 % zu stabilisieren.
Abweichungen von diesem Korridor sind bei außergewöhnlichen Finanzierungsanlässen
oder unter besonderen Marktgegebenheiten möglich. In Bezug auf die Eigenkapitalquote
streben wir einen Wert von mehr als 30 % an. Die Finanzschulden sollen sich in einem
ausgewogenen Mix aus Bankverbindlichkeiten und anderen Finanzierungsquellen des Kapitalmarkts
bewegen, wobei wir gerade im kurzfristigen Bereich eine breite Palette an Finanzierungsinstrumenten
nutzen wollen. Der Konzern strebt an, je nach Marktgegebenheit eine Liquidität zwischen
0,9 Mrd € und 1,5 Mrd € vorzuhalten, diese ist insbesondere von der Saisonalität einzelner
Geschäftsfelder abhängig. Zudem wird der Liquiditätsbedarf durch das Konzernwachstum
mit beeinflusst.
Zum 31. Dezember 2010 beträgt die Gearing Ratio 118,0 % und ist im Wesentlichen mit
der Akquisition der Siemens VDO Aktivitäten im Juli 2007 in Höhe von 11,3 Mrd € sowie
durch die Folgen der Finanz- und Wirtschaftskrise der Jahre 2008 und 2009 zu erklären.
Es ist Ziel des Vorstands, spätestens im Jahr 2012 den Zielkorridor wieder zu erreichen
und Finanzkennziffern vorzuweisen, die eine Rückkehr in den Investment-Grade-Bereich
unterstützen. Neben der Steigerung des Eigenkapitals aus einbehaltenen Gewinnen, soll
dieses Ziel hauptsächlich über die Rückzahlungen von Finanzschulden aus dem Free Cashflow
erreicht werden. Die Eigenkapitalquote liegt zum 31. Dezember 2010 bei 25,4 % und
damit unterhalb unserer angestrebten Zielgröße.

Die Brutto-Finanzschulden belaufen sich zum 31. Dezember 2010 auf 9,0 Mrd €. Größtes
Finanzierungsinstrument bleibt auch nach der Umsetzung von großen Teilen des 2009
initiierten Refinanzierungsplans der VDO-Kredit mit einem zugesagten Volumen in Höhe
von 6,48 Mrd € (Stand Jahresende 2010). Er besteht aus der Tranche C über nominal
3,98 Mrd € und einer revolvierenden Kreditlinie über 2,5 Mrd € (Tranche D), letztere
war zum 31. Dezember 2010 in Höhe von 0,3 Mrd € ausgenutzt. Beide Tranchen haben eine
Laufzeit bis August 2012. Der letzte Schritt des Ende 2009 initiierten Refinanzierungsplans
besteht darin, den VDO-Kredit in Teilen oder vollständig neu zu verhandeln, um das
Laufzeitprofil der Fälligkeiten weiter zu verbessern. Die hierfür notwendigen Gespräche
mit dem Bankenkonsortium wurden bereits gestartet und sollen im ersten Halbjahr 2011
zum Abschluss gebracht werden.
Rund ein Drittel der Brutto-Finanzschulden sind mit einem Fälligkeitenzeitraum von
Juli 2015 bis September 2018 über den Kapitalmarkt in Form von Anleihen finanziert.
Die Zinskoupons variieren je nach Laufzeit zwischen 6,5 % und 8,5 %. Die Rückzahlungsbeträge
je Fälligkeit liegen bei 625 Mio € jeweils in den Jahren 2016 und 2018, 750 Mio €
im Jahr 2015 und 1,0 Mrd € im Jahr 2017. Alle vier Anleihen räumen der Emittentin
das Recht zur vorzeitigen Rückzahlung unter bestimmten Voraussetzungen ein. Darüber
hinaus bestanden zum 31. Dezember 2010 bilaterale Kreditlinien mit verschiedenen Kreditinstituten
in Höhe von 1,0 Mrd €. Des Weiteren besteht ein Schuldscheindarlehen über 110 Mio
€ und ein Investitionskredit der Europäischen Investitionsbank über 300 Mio €. Neben
Finanzierungsleasing gehören aktuell andere Instrumente wie etwa Forderungsverkäufe
und Commercial Paper Programme zu den Finanzierungsinstrumenten des Konzerns.
Continental strebt grundsätzlich ein ausgewogenes Laufzeitenprofil ihrer Fälligkeiten
an, um die im jeweiligen Jahr fällig werdenden Beträge aus dem Free Cashflow tilgen
zu können. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden hier erhebliche Fortschritte insbesondere
durch die Anleiheemissionen im Umfang von 3,0 Mrd € erreicht. 2011 wird unter anderem
das Schuldscheindarlehen über 110 Mio € fällig. Allerdings kommt etwa die Hälfte der
Brutto-Finanzschulden im August 2012 zur Fälligkeit. Die Fälligkeiten in den weiteren
Folgejahren sind im Wesentlichen durch die Fälligkeiten der Anleihen geprägt, die
maximal 1,0 Mrd € im Kalenderjahr betragen. Es ist das Ziel von Continental, in den
anstehenden Neuverhandlungen die Laufzeit des bestehen VDO-Kredits deutlich zu verlängern.

Continental wird derzeit von mehreren Ratingagenturen beurteilt. Die Einschätzung
von Moody's lautet B1 Outlook stable, Standard & Poor's stuft Continental mit B Outlook
stable ein. Continental hat das Ziel, mittelfristig wieder eine Rating-Einstufung
innerhalb der durch niedrige Ausfallraten gekennzeichneten höheren Bonitätskategorie
- der so bezeichneten Investment-Grade-Kategorie - zu erreichen. Das angestrebte Mindestrating
liegt bei BBB bzw. Baa2. Spätestens zum Ende des Geschäftsjahres 2012 sollen die entscheidenden
Finanzkennziffern Netto-Finanzschulden im Verhältnis zum EBITDA (Leverage Ratio),
Netto-Finanzschulden im Verhältnis zum Eigenkapital (Gearing Ratio) und das Verhältnis
operativer Cashflow zu Netto-Finanzschulden (FFO/Net debt) gemäß Definition der Rating-Agenturen
Größenordnungen erreicht haben, die für die Investment-Grade-Kategorie charakteristisch
sind.
Entlang der Megatrends der Automobilbranche haben wir im Berichtsjahr eine Reihe neuer
Produkte und Systeme entwickelt und auf den Markt gebracht, die das Autofahren sicherer,
komfortabler und nachhaltiger machen. Sie sind teilweise nicht nur einem Trend, sondern
mehreren zuzuordnen. Dazu einige Beispiele.
Auf den Straßen der Welt wird es enger. Mit zunehmendem Verkehr wächst das Bedürfnis
der Menschen nach Sicherheit. Zwar gibt es seit 1970 weltweit immer weniger tödliche
Unfälle, und dies trotz der exponentiell steigenden Anzahl an Fahrzeugen, doch jeder
Unfall ist einer zu viel. Sicheres Fahren, Unfallvermeidung und Schutz bei Unfällen
sind Schwerpunkte der Fahrzeugentwicklung.
Als Partner der Forschungsinitiative AKTIV (Adaptive und Kooperative Technologien
für den Intelligenten Verkehr) haben wir ein neues Fahrerassistenzsystem entwickelt,
das dem Fahrer in unübersichtlich markierten und engen Bereichen hilft, in der eigenen
Fahrspur zu bleiben bzw. bei Verkehrsstockungen rechtzeitig zu bremsen. Der Baustellenassistent
erkennt durch Zusammenspiel von Radar- und Kameratechnologie Fahrspurbegrenzungen,
vorausfahrende, auf gleicher Höhe befindliche sowie vor dem Fahrzeug ein- und ausscherende
Verkehrsteilnehmer. Daraufhin leitet das System den Fahrer mit Rückmeldungen am Lenkrad
intuitiv in Richtung Fahrbahnmitte, warnt ihn vor drohendem Auffahren und leitet notfalls
eine aktive Gefahrenbremsung ein.
Mit einer neuen Technologie sind wir weltweit der erste Anbieter, der einen hochwertigen
Lkw-Notbremsassistenten nur mit einem Sensor und damit deutlich kostensparender ermöglicht.
Der Notbremsassistent erkennt stehende Hindernisse auf der Fahrbahn und warnt den
Fahrer frühzeitig vor einem Auffahrunfall. Sollte der Fahrer nicht angemessen reagieren,
leitet das System selbsttätig eine Notbremsung ein. Eingesetzt wird der Sensor in
der Nutzfahrzeugpalette eines großen deutschen Herstellers. Damit liefert Continental
einen elementaren Baustein, stehende Gefahrstellen frühzeitig zu erkennen und damit
Auffahrunfälle zu vermeiden, die jedes Jahr einen Großteil der tödlichen Lkw-Kollisionen
auf Fernstraßen ausmachen.
Fossile Brennstoffe werden immer knapper, gleichzeitig nimmt die Verunreinigung der
Luft zu. Darauf wird mit umfangreicheren gesetzlichen Vorschriften und nachhaltigem
Umgang mit Ressourcen reagiert. Die Notwendigkeit umweltfreundlicher Technologien,
die auf niedrigen Kraftstoffverbrauch und geringeren Emissionsausstoß abzielen, wird
immer dringlicher und bildet im Automobilsektor einen wichtigen Wachstumsmarkt.
Ab 2011 wird Continental den ersten kompletten elektrischen Antriebsstrang für das
Serienfahrzeug eines europäischen Automobilherstellers produzieren. Mit diesem Schritt
bringen wir, neben der Batterie und Leistungselektronik, auch die dritte Schlüsselkomponente
Motor für die Elektromobilität in Serie. Mit 60 kW bzw. 75 kW Spitzenleistung ermöglichen
unsere Motoren je nach Ausführung ein beeindruckendes Drehmoment. Der Elektromotor
beschleunigt aus dem Stand wie kein gleichschwerer Verbrennungsmotor. Der Continental-Synchronmotor
wiegt aufgrund der deutlichen Fortschritte im Kompakt- und Leichtbau nur noch ca.
65 kg. Zum Vergleich: Ein herkömmlicher Verbrennungsmotor wiegt je nach Hersteller
und Bauart zwischen 80 (1,2 l) und 150 kg (2,0 l) - ohne Getriebe.
Kurze Bremswege auf nasser und trockener Straße mit niedrigem Rollwiderstand zu kombinieren,
galt bisher als höchst problematisch. Mit dem neuen ContiEcoContact 5 haben wir ein
Produkt in den Markt eingeführt, das beides zusammenbringt. Im Vergleich zum Vorgängermodell
konnte beim ContiEcoContact 5 -bei kürzeren Bremswegen auf nasser Fahrbahn - der Rollwiderstand
um 20 % verringert und die Laufleistung um 12 % angehoben werden. Daher kann ein mit
dem neuen Reifen bestückter Wagen mit rund 3 % weniger Kraftstoff betrieben werden
als derselbe Pkw mit einem Standardreifen. Der ContiEcoContact 5 ist für Geschwindigkeiten
bis 300 km/h freigegeben.
Der neue Continental HSL2 2 ECO-PLUS XL Fernverkehrsreifen kann erhöhte Lasten auf
der Vorderachse der künftigen Lkw-Generation aufnehmen. Die für Anfang 2013 terminierte
Euro-6-Abgasnorm fordert von den Fahrzeugkonstrukteuren den Bau neuer Motoren mit
aufwendiger Abgasreinigungs- und Nachbearbeitungstechnik. Mit Katalysatoren, Abgasrückführung,
Partikelfiltern und deutlich vergrößerten Kühlanlagen nimmt die Gewichtsbelastung
auf der Lkw-Vorderachse deutlich zu. Der neu entwickelte Langstreckenreifen mit einer
um 500 kg erhöhten Achslasttragfähigkeit sorgt dank optimierten Rollwiderstands gleichzeitig
für eine Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs.
Ein weiterer Faktor zur Verringerung des Kraftstoffverbrauchs und damit der Reduzierung des CO2 -Ausstoßes ist das Thema Leichtbau. Dabei ist die Substituierung von Metallen durch Kunststoffe ein wichtiger Ansatz. Als erster Automobilzulieferer haben wir hoch-belastbare Aggregatlager aus Kunststoff entwickelt und damit die Nutzung von deutlich leichteren lasttragenden Elementen in die Automobilindustrie eingeführt. Dazu zählen unter anderem Motor- und Getriebelager, Pendel- und Drehmomentstützen, die bis zu 50 % Gewicht einsparen und energieschonend produziert werden.
Nicht nur zwischen Fahrer und Fahrzeug werden immer mehr Informationen ausgetauscht.
Auch der Datenstrom und Dialog zwischen Fahrzeugen und der Umgebung nimmt kontinuierlich
zu. Das erfordert ein effizientes und transparentes Informationsmanagement, um den
Fahrer weitgehend zu entlasten und ihn zügig und sicher durch das wachsende Verkehrsaufkommen
zu leiten.
Zwei europäische Automobilhersteller haben sich für das neue Head-up-Display von Continental
entschieden. Damit das Head-up-Display auch in kleineren Baureihen installiert werden
kann, wurde der beanspruchte Bauraum um fast die Hälfte reduziert. Über das Head-up-Display
kann der Automobilhersteller unterschiedliche fahrrelevante Informationen wie Geschwindigkeit,
Navigationsangaben oder auch Warnhinweise im direkten Sichtfeld des Fahrers anzeigen.
So kann sich der Fahrer auf den Verkehr konzentrieren, ohne wichtige Informationen
zu verpassen. Das bedeutet mehr Sicherheit, denn beispielsweise dauert das Ablesen
einer Information vom Bildschirm in der Mittelkonsole durchschnittlich etwa 1 Sekunde,
in der das Fahrzeug bei 50 km/h bereits 14 m zurücklegt.
Mit dem Continental "Filling Assistant", einer neuen Anwendung, die den korrekten
Reifendruck direkt über das Smartphone meldet, wird das Autofahren zukünftig sicherer
und wirtschaftlicher. Über Funk ist die Fahrzeugelektronik mit dem Smartphone des
Fahrers verbunden, damit ist ein schneller Datenaustausch möglich. Der "Filling Assistant"
gibt den exakten Druck jedes Reifens am Auto an. So kann beim Nachfüllen von Luft,
selbst bei ungenau messenden Luftdruckstationen, der jeweils optimale Reifendruck
erreicht werden. Ist der Reifen wieder richtig gefüllt, ertönt optional ein kurzes
Hup- und Blinksignal zur Bestätigung für den Fahrer. Technische Voraussetzung des
Systems sind ein Reifendruckinformationssystem mit entsprechender Sensorik im Reifen
und eine ab Werk im Fahrzeug integrierte Elektronik mit Funk-Schnittstelle. Ein erster
Serienstart des "Filling Assistant" in Neufahrzeugen ist ab 2013 geplant.
Der Megatrend kostengünstige Fahrzeuge "affordable cars" schließt alle drei anderen
Trends - Sicherheit, Umwelt und Information - ein. Dieses Marktsegment, das Pkw zu
Preisen unter 10.000 US-Dollar bzw. 7.000 € umfasst, wächst kontinuierlich. Marktbeobachter
gehen davon aus, dass es im Jahr 2015 etwa 20 % der weltweiten Gesamtproduktion von
Fahrzeugen unter 6 t Gewicht (Pkw, Kombifahrzeuge, leichte Nutzfahrzeuge) ausmachen
wird. Hergestellt und verkauft werden sie hauptsächlich auf den wachstumsstarken Zukunftsmärkten
Asiens, aber auch in Brasilien und Osteuropa.
Wir entwickeln für jeden Markt und jedes Fahrzeug die passende Lösung, um unterschiedliche
Kundenanforderungen abzudecken. Dabei kommt uns auch die Skalierbarkeit unserer Systeme
zugute. Darüber hinaus investieren wir in Produktionsstätten sowie Forschungs- und
Entwicklungszentren in wachstumsstarken, aufstrebenden Märkten, um der steigenden
Nachfrage Rechnung zu tragen. Unsere hohen Qualitätsstandards gelten dabei für alle
Produkte und überall, unabhängig davon, wo sie gefertigt werden.
Neben lokalen Einarbeitungsprogrammen bieten wir neuen Mitarbeitern mit Hochschulabschluss
durch das "Corporate Entry Program" einen umfassenden Einblick in den Konzern. Verschiedene
Trainingsangebote im Rahmen des Programms geben ihnen die Möglichkeit zur Erweiterung
ihrer Qualifikationen. Kernstück des Programms ist die "Corporate Entry Conference",
welche 2010 weltweit elfmal stattfand.
Zur Identifizierung und Förderung von Führungsnachwuchstalenten wurden 2010 weltweit
16 "Talent Diagnosis Workshops" durchgeführt. Ziel dabei ist es, die Stärken und den
Entwicklungsbedarf der Teilnehmer aufzuzeigen und ihr Potenzial für eine Führungsposition
im mittleren Management zu beurteilen.
Neue Führungskräfte werden im "Leadership Entry Program" auf ihre neuen Aufgaben vorbereitet.
Neben der Stärkung der sozialen Kompetenz und Führungsfähigkeit werden ihnen in einem
Training die unternehmensspezifische Führungskultur vermittelt und verschiedene Führungsinstrumente
vorgestellt. Das Trainingskonzept wird - bei Bedarf mit regionalen und kulturellen
Anpassungen - in mehreren Ländern durchgeführt.
Bereits zum 16. Mal wurde das "International Management Program" durchgeführt, an
dem im BerichtsJahr 35 Nachwuchsführungskräfte teilnahmen. Im Rahmen dieses Programms
werden Managementkompetenzen durch eine international renommierte Business School
vermittelt und während der Bearbeitung anspruchsvoller Unternehmensprojekte angewendet
und reflektiert. Anfang Juli 2010 präsentierten die acht international besetzten Teams
ihre Projekte unter anderem dem Vorstand.
Für erfahrene Führungskräfte des mittleren Managements fand zum dritten Mal das "Corporate
Executive Development Program" in Zusammenarbeit mit externen Partnern statt. Schwerpunkte
des Programms sind die Bereiche Strategie, Wertschöpfung und Führung.
In den Fabriken der Reifenstandorte wurde im Berichtsjahr ein umfassendes Programm
gestartet, im Rahmen dessen standardisierte Anforderungsprofile und Trainingshandbücher
für alle relevanten Arbeitsprozesse erarbeitet und implementiert wurden. Neben der
Etablierung eines Qualitätsstandards für den Trainingsprozess, die Trainingsevaluation
und die Zertifizierung wird damit ein Trainingsnetzwerk zur gegenseitigen Unterstützung
und zum schnellen Austausch von Projekten geschaffen.
Eine wichtige Rolle im Rahmen der Globalisierung unseres Unternehmens übernimmt die
Entsendung von Mitarbeitern, das heißt der befristete Einsatz von mindestens sechs
Monaten bis maximal fünf Jahren in einem anderen Land. Beispielsweise zur Unterstützung
von neuen Standorten und zur Abdeckung von Management-Bedarfen wurden 2010 rund 800
Mitarbeiter an ausländischen Continental-Standorten eingesetzt. Der Trend ist seit
Jahren steigend. Mit Ausnahme eines geringen Rückgangs im Jahr 2009 nehmen die internationalen
Entsendungen stetig zu. Spitzenreiter auf regionaler Ebene ist bereits seit Jahren
Asien. Mehr als 30 % aller Entsandten werden in Asien eingesetzt; dabei hat China
mit über 160 Mitarbeitern die größte "Entsandten-Population". Rund 60 % aller Entsendungen
erfolgen aus Deutschland, 40 % aus anderen Ländern (sogenannte Drittlands-Entsendungen).
Die vor allem steuer-, sozialversicherungs- und aufenthaltsrechtlich hochkomplexe
und - für alle Beteiligten - herausfordernde Umsetzung von Entsendungen erfolgt auf
Basis einer globalen Richtlinie, die eine faire, attraktive und auch unter Kostenaspekten
optimale Gestaltung des Auslandseinsatzes sicherstellt. Die zentrale Steuerung aller
weltweiten internationalen Entsendungen stellt eine reibungslose Abwicklung und eine
hohe Zufriedenheit der Entsandten sicher. Das bestätigen auch die Ergebnisse der zweijährlichen
Zufriedenheitsstudie sowie die Aussagen von Entsendungsrückkehrern, wonach 90 % der
Befragten ihren Kollegen einen Auslandseinsatz empfehlen würden.
Ein wichtiger Teilbereich der Personalentwicklung bei Continental ist die Berufsausbildung.
Unsere Wettbewerbsfähigkeit hängt wesentlich von der Qualifikation unserer Mitarbeiter
ab. Qualifikationen werden in Unternehmen systematisch erstmals im Bereich der Berufsausbildung
vermittelt, denn hier wird auch die Grundlage für das Lernverhalten im weiteren Berufsleben
gelegt.
Die Berufsausbildung steht heute vor vielfältigen Herausforderungen. Neue Technologien
mit einer hohen Diffusionsgeschwindigkeit sind in Unternehmen aller Größenordnungen
verbreitet und werfen dort Fragen der Qualifizierung auf. Der demografische Wandel
führt dazu, dass es zunehmend schwieriger wird, Arbeitsplätze in den Unternehmen mit
den hierfür qualifizierten Mitarbeitern zu besetzen. Facharbeitermangel und Qualifikationsengpässe
in der betrieblichen Praxis sind schon heute sichtbare Zeichen dieser Entwicklung.
Continental wird sich daher in den nächsten Jahren verstärkt darauf konzentrieren,
die Berufsausbildung qualitativ und quantitativ so zu gestalten, dass hinsichtlich
relevanter Entwicklungen in Technologie und auf dem Arbeitsmarkt nicht nur reagiert,
sondern pro aktiv gehandelt werden kann.
Derzeit bilden wir in Deutschland 1.837 (Vj. 1.831) und weltweit 2.414 (Vj. 2.322)
junge Menschen in rund 20 technischen und kaufmännischen Berufen aus. Darüber hinaus
bieten wir Abiturienten in 17 dualen Studiengängen die Möglichkeit, Theorie und Praxis
miteinander zu verbinden.
Um talentierte und motivierte Nachwuchskräfte zu gewinnen, ist es wichtig dort präsent
zu sein, wo diese anzutreffen sind: an den Hochschulen. Continental ist daher mit
verschiedenen Aktivitäten an Hochschulen vertreten. Im "Key University Konzept" haben
wir unsere deutschlandweiten Aktivitäten gebündelt. An rund 30 - vorwiegend technischen
- Hochschulen kommen wir mit Studierenden ins Gespräch. Der Kontakt zu den Studierenden
wird beispielsweise über die Beteiligung an Karrieremessen oder durch den Einsatz
von Mitarbeitern, die sich als Ambassador (Botschafter) an den Hochschulen engagieren.
Weltweit sind über 500 Mitarbeiter als Ambassador aktiv.
Continental hat auch die FIFA Fussball Weltmeisterschaft 2010TM in Südafrika genutzt, um die studentische Zielgruppe auf die beruflichen Möglichkeiten im Unternehmen aufmerksam zu machen. Als offizieller Sponsor haben wir an rund 20 ausgesuchten Partnerhochschulen "Public-Viewing-Veranstaltungen" organisiert und so über 10.000 Studierende erreicht.
Der Kontakt zu Studierenden internationaler Hochschulen wurde im Berichtsjahr ebenfalls
weiter intensiviert. Mit der Aufnahme der renommierten chinesischen Tongji Universität
sind mittlerweile neun Universitäten im Netzwerk des Praktikantenprogramms "Global
Engineering Excellence" vertreten. Mit dieser 2005 ins Leben gerufenen Initiative
widmet sich Continental der Ausbildung der kommenden Ingenieurgeneration für den globalen
Arbeitsplatz.
Die Bedeutung des Hochschulmarketings wächst nicht zuletzt durch den Fachkräftemangel.
Von den für 2011 geplanten weltweiten 1.500 Einstellungen von Hochschulabsolventen
und jungen Berufserfahrenen sollen rund 80 % aus technischen Studiengängen rekrutiert
werden. Ein effektives Hochschulmarketing ist daher von zentraler Bedeutung.
|
|
31.12.2010 | 31.12.2009 | |
| Gesamtzahl Beschäftigte | 148.228 | 134.434 | |
|
|
davon Stammpersonal gesamt | 135.802 | 127.321 |
|
|
im Ausland | 92.666 | 84.249 |
|
|
in Deutschland | 43.136 | 43.072 |
| Auszubildende* | 1.837 | 1.831 | |
| Frauenanteil in %* | 21,9 | 21,9 | |
| durchschnittliche Betriebszugehörigkeit* (in Jahren) | 14,6 | 14,0 | |
| Durchschnittsalter der Beschäftigten* (in Jahren) | 42,1 | 41,8 | |
REACH steht für Registrierung, Evaluation und Autorisation von Chemikalien. Der Begriff
Chemikalien ist dabei sehr weit gefasst und beinhaltet mit wenigen Ausnahmen alle
Substanzen, wie Metalle, Vernetzungschemikalien oder Lösemittel, die in der EU hergestellt
oder in die EU importiert werden. Unter der REACH-Verordnung, die am 1. Juni 2007
in Kraft getreten ist und unmittelbar in allen Staaten der Europäischen Union gilt,
müssen diese innerhalb festgelegter Übergangsfristen bei der dafür geschaffenen europäischen
Chemikalienagentur (ECHA) in Helsinki registriert werden. Dazu ist es erforderlich
umfangreiche Daten, beispielsweise bezüglich der Humantoxizität, der Umweltgefährlichkeit
und der sicheren Verwendung zu erheben, in Dossiers zusammenzufassen und bei der ECHA
einzureichen. Ein bedeutender Teil der an Continental gelieferten Stoffe musste bis
zum 1. Dezember 2010 registriert werden. Für gefährliche Stoffe ist zusätzlich eine
aufwendige Risikobeurteilung für den gesamten Lebenszyklus eines Stoffes erforderlich.
In der REACH-Liste werden ausgewählte besonders besorgniserregende Stoffe (Substances
of very high concern, SVHC) definiert, die in Chemikalien oder fertigen Produkten
enthalten sein können. Die REACH-Verordnung sieht eine Berichtspflicht über die Lieferkette
im Falle der Präsenz solcher Stoffe vor. Zu einem späteren Zeitpunkt können SVHC-Stoffe
entweder verboten oder nur noch für bestimmte Verwendungszwecke befristet zugelassen
(autorisiert) werden. Die Liste dieser Stoffe wird von der EU kontinuierlich überarbeitet
und erweitert.
Ziele der REACH-Verordnung sind, die menschliche Gesundheit und die Umwelt zu schützen,
wobei gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit erhalten und die Innovationsfähigkeit
der Chemischen Industrie in der EU verbessert werden soll.
Die REACH-Verordnung ist gleichermaßen für die Rubber Group und für die Automotive
Group von Continental relevant, da beide Bereiche in der Fertigung Chemikalien einsetzen
und sich die REACH-Bestimmungen über SVHC auch auf Endprodukte beziehen.
Die REACH-Bestimmungen hinsichtlich der Registrierung richten sich in erster Linie
an Hersteller und Importeure, die Chemikalien in der EU auf den Markt bringen. Diese
müssen ihre Stoffe, sofern sie die Mengenschwelle von einer Jahrestonne überschreiten,
registrieren. Um die zukünftige Verfügbarkeit der für Continental wichtigen Roh-,
Hilfs- und Betriebsstoffe sicherzustellen, prüfen wir, ob die Lieferanten ihren Verpflichtungen
zur Registrierung nachkommen. Nicht registrierte Stoffe dürfen nicht mehr bezogen
werden. Dabei musste insbesondere bei Lieferanten außerhalb der EU teilweise umfangreiche
Aufklärungsarbeit geleistet werden.
Wichtige Bestandteile der Registrierung sind Angaben zur Verwendung der Stoffe. In
diesen sogenannten Expositionsszenarien ist die sichere Verwendung der Stoffe von
ihrer Herstellung, über ihren Einsatz in der Produktion, während der Nutzung des Produkts
bis hin zur Verwertung nicht mehr nutzbarer Produkte nachzuweisen. Hierzu müssen auch
Angaben von den industriellen oder gewerblichen Verwendern der Stoffe beigesteuert
und an den registrierenden Stoffhersteller weitergegeben werden. Innerhalb der Branchenverbände
wurden daher standardisierte Beschreibungen der Expositionsverhältnisse und entsprechender
Risiko-Minimierungs-Maßnahmen erarbeitet.
Nicht zuletzt importiert Continental selbst Stoffe in die EU. In diesen Fällen erfolgt
die Registrierung durch die Hersteller mittels sogenannter "Alleinvertreter" (Only
Representatives, OR). Hierbei handelt es sich überwiegend um Beratungsbüros, die in
der EU ansässig sind und alle mit der Registrierung zusammenhängenden Aufgaben wahrnehmen.
Obwohl Erzeugnisse, im allgemeinen Sprachgebrauch als Artikel oder Produkte bezeichnet,
bezüglich der Registrierung nicht Regelungsgegenstand von REACH sind, fordert Continental
zur Absicherung der eigenen Produktion von den Lieferanten die Bestätigung, dass alle
Stoffe in der Lieferkette registriert sind. So müssen beispielsweise ein Kunststoffteil
oder eine Platine nicht registriert werden, wohl aber die Ausgangsstoffe zu ihrer
Herstellung. Als Unternehmen ist es unser Ziel, auch zukünftig alle Zukaufprodukte
sicher und in gleicher Qualität zu beziehen.
Im Bezug auf besonders besorgniserregende Stoffe (SVHC) ist Continental direkt betroffen.
Der kontinuierlichen Erweiterung der Liste der SVHC-Stoffe folgend, werden die hergestellten
Produkte aller Geschäftsbereiche auf Präsenz geprüft und gegebenenfalls frühzeitig
Materialumstellungen eingeleitet.
Ein Projektteam, bestehend aus Vertretern des Gefahrstoffmanagements, Einkauf, Forschung
und Entwicklung sowie Umweltschutz wurde eingesetzt. Wesentliche Lieferanten wurden
bezüglich der Vorregistrierung ihrer Produkte befragt. REACH-Koordinatoren für den
Konzern sowie die Rubber und die Automotive Group wurden benannt. Für dezentrale Beschaffungsprozesse
wurden lokal verantwortliche REACH-Koordinatoren festgelegt.
Wir prüfen laufend die Entwicklung der europäischen Chemikaliengesetzgebung und identifizieren
die daraus entstehenden Pflichten für den Continental-Konzern. Außerdem überwachen
wir die Kandidatenliste der besonders besorgniserregenden Stoffe (SVHC), Zulassungs-
sowie Stoffverbotslisten und informieren umgehend betroffene Geschäftsbereiche, die
wiederum entsprechend der Vorgaben nach REACH Informationen an ihre Kunden herausgeben.
Hier hat sich insbesondere die schon seit Jahren systematisch laufende Erfassung von
Inhaltsstoffen in IT-Datenbanken bewährt. Die Information von Kunden in der Automobilindustrie
erfolgt automatisiert über das Internationale Materialdatensystem IMDS. Darüber hinaus
überwachen wir die Registrierungsaktivitäten unserer Lieferanten, um die fortlaufende
Belieferung mit Rohstoffen sicherzustellen oder gegebenenfalls Alternativen zu entwickeln.
Auch hier stellen unsere installierten IT-Lösungen ein wichtiges Werkzeug zur Sicherstellung
unserer Produktion dar. Dies ermöglicht es uns außerdem umfangreiches Informationsmaterial
für alle Beteiligten im Continental-Konzern online bereitzustellen.
Sobald Sicherheitsdatenblätter zur Verfügung stehen, die sogenannte Expositionsszenarien
enthalten, müssen die betroffenen Standorte innerhalb von zwölf Monaten die sichere
Verwendung nachweisen können. Um Exposition von Mensch und Umwelt möglichst mithilfe
von Modellrechnungen abschätzen und den Aufwand für spezifische Messungen auf ein
Minimum reduzieren zu können, werden zurzeit Berechnungsinstrumente geprüft und den
Umwelt- und Arbeitsschutzbeauftragten der Standorte vorgestellt.
Aufgrund der eingeführten Maßnahmen, innerbetrieblichen Abläufen und festgelegten
Verantwortlichkeiten haben wir die Rohstoffversorgung bei Continental auch nach Ablauf
der letzten Registrierungsfrist im Jahr 2018 nachhaltig gesichert.

Für unser Demografie-Management sind wir 2010 von einer Initiative der Apriori - business
solutions AG mit dem FOKUS-50plus-Award geehrt worden. Die Initiative zeichnet diejenigen
Unternehmen aus, die sich mit den Folgen einer immer älter werdenden Gesellschaft
in der Arbeitswelt aktiv auseinandersetzen. Continental erhielt den Preis insbesondere
für das deutschlandweite Ergonomieprojekt. Im Rahmen dessen ist es uns von 2005 bis
2010 gelungen, den Anteil sogenannter altersstabiler Arbeitsplätze in der Produktion
maßgeblich zu erhöhen. Insgesamt wurden dabei mehr als 25.000 Arbeitsplätze bewertet.
Kernstück des Ergonomieprojekts ist unser Belastungsdokumentationssystem - kurz BSD
genannt. Damit können Arbeitsplätze analysiert und die Rahmenbedingungen so gestaltet
werden, dass die Arbeit prinzipiell von Mitarbeitern jeden Alters geleistet werden
kann. Auf diese Weise können wir ältere Kollegen im Erwerbsprozess halten und investieren
damit sowohl in ältere als auch in nachkommende Mitarbeiter. In einem nächsten Schritt
planen wir BDS europaweit und dann weltweit einzusetzen.
Parallel zu den Maßnahmen der Arbeitsplatzgestaltung führen wir die umfangreichen
Aktivitäten unseres Demografie-Programms in den Bereichen Personalmarketing und -beschaffung
sowie interne Personalentwicklung und Qualifizierung zur Bewältigung des demografischen
Wandels durch.
Continental-Mitarbeiter erbringen für ihr Unternehmen jeden Tag Spitzenleistungen
und bewältigen hohe Anforderungen. Uns ist es wichtig, dass sie dabei körperlich sowie
seelisch gesund und in Balance bleiben. Ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Beruf
und Privatleben (Work-Life-Balance) ist dafür eine wesentliche Voraussetzung. Davon
profitieren die Mitarbeiter ebenso wie das Unternehmen.
Aus diesem Grund fördert Continental Initiativen, die zur Work-Life-Balance beitragen.
Dazu gehören klassische Maßnahmen wie flexible Arbeitszeiten, Hilfe bei der Organisation
von Kinderbetreuung oder die sozialen Dienste. Darüber hinaus engagieren wir uns aktiv
im betrieblichen Gesundheitsmanagement. Eine Vielzahl von standortbezogenen Aktivitäten
dient dazu, die Verantwortung für die eigene körperliche und geistige Gesundheit in
das Blickfeld der Mitarbeiter zu rücken und sie bei ihrem persönlichen Ressourcenmanagement
zu unterstützen.
"Sich selbst und andere gesund führen in der Hochleistungskultur" lautet eine unserer
Initiativen für Führungskräfte. In einem anderthalbtägigen Workshop zeigen wir, wie
das berufliche Leben so gestaltet werden kann, dass aus hohen Anforderungen keine
Überlastung resultiert. Wir vermitteln unseren Führungskräften außerdem persönliche
Gesundheitskompetenz sowie Achtsamkeit im Umgang mit sich selbst und ihren Mitarbeitern
und motivieren sie, gemeinsam darauf zu achten, dass alle ausreichend Zeit für die
Familie, Hobbies und die Gesundheit zur Verfügung haben.
Gemeinsam ehrgeizige Ziele erreichen und dabei gesund und leistungsfähig bleiben,
ist dabei unsere Devise.
Die Förderung von Diversity - der Vielfalt von Menschen hinsichtlich ihrer ethnischen
oder gesellschaftlichen Herkunft, Religion, Geschlecht oder Alter - ist bei Continental
in den Unternehmensleitlinien BASICS fest verankert. Die Vielfalt unserer Belegschaft
eröffnet Chancen für Continental und ihre Beschäftigten. Unser Ziel ist es daher,
weltweit Mitarbeiter zu gewinnen und zu fördern, die gerade durch ihre Verschiedenheit
dazu beitragen, innovative Produkte und Prozesse zu entwickeln, neue Märkte zu erschließen
und Kunden zu gewinnen. Dabei setzen wir auf unterschiedliche Kompetenzen und Hintergründe,
ohne dies durch festgelegte Quoten zu reglementieren.
Schwerpunkte unseres Diversity-Managements setzen wir hinsichtlich "Gender" und "Internationality".
Im Jahr 2010 haben wir Diversity als KPI (Key Performance Indicator, Leistungsindikator),
in die Balanced Score-card des Personalmanagements aufgenommen. Damit wurde die Grundlage
für eine umfassende Analyse zum weltweiten Einsatz internationaler und weiblicher
Fach- und Führungskräfte im Konzern gelegt. Bei den Initiativen konzentrieren wir
uns auf Instrumente zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Personalentwicklung und
Personalrekrutierung.
Zu den Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf gehören Angebote zur Kinderbetreuung
wie standortbezogene Mitgliedschaften im Tagesmütterverband, Kinderkrippenplätze,
Notfall- und Ferienbetreuung. Darüber hinaus bieten wir unseren Mitarbeitern individuelle
vertragliche Lösungen wie flexible Arbeitszeiten, Teilzeitverträge und Home-Office-Vereinbarungen.
Die gezielte Unterstützung weiblicher und internationaler Fach- und Führungskräfte
stellen wir durch die im Konzern angebotenen Management-Qualifizierungsprogramme sicher.
Regelmäßige Evaluationen des Anteils weiblicher und internationaler Teilnehmer zeigen,
dass diese Maßnahmen von beiden Gruppen erfolgreich genutzt werden und ihr Anteil
stetig ansteigt.
Im Berichtsjahr fand zum zweiten Mal der ContiTeamCup, unser internes weltweites Fußballturnier
statt. Mehr als 100 Standorte standen unter dem Motto "fit for the future" im Wettbewerb.
Die Mannschaften traten erst auf Standort-, dann auf Länder- und zuletzt auf Gruppenebene
gegeneinander an. Beim ContiTeamCup ging es nicht nur um Fußball, sondern auch darum,
dass sich viele Kolleginnen und Kollegen verschiedener Nationalitäten und Kulturen
kennenlernten.
Die beiden Weltmeister-Teams (das Damen-Team aus Cuautla, Mexiko, und das Herrenteam
aus Korbach, Deutschland) erhielten neben den Pokalen auch 15.000 € Siegprämie, die
jeweils lokal für einen guten Zweck ihrer Wahl eingesetzt wurden.
Eine verantwortungsbewusste und nachhaltige Geschäftsführung ist seit Langem fester
Bestandteil der Unternehmenskultur von Continental. Dazu gehört die Einhaltung aller
für unsere geschäftlichen Aktivitäten geltenden gesetzlichen Vorschriften und internen
Richtlinien ("Compliance"). Continental verfügt bereits über vielfältige Compliance-Instrumente
und -Maßnahmen. Um die Compliance-Aktivitäten weiter zu verbessern und sie noch effektiver
zu strukturieren, wurde eine weltweite Compliance-Organisation mit einer zentralen
Compliance-Abteilung eingerichtet, die an den Corporate-Compliance-Officer berichtet.
Integrität, Offenheit, Vertrauen sowie gegenseitiger Respekt sind Grundlagen unseres
unternehmerischen Handelns und finden ihren Ausdruck in unseren Unternehmensleitlinien.
Unser Verhaltenskodex verpflichtet alle Mitarbeiter, im Einklang mit den gesetzlichen
Vorschriften der Länder zu handeln, in denen wir aktiv sind, und unsere ethischen
Grundsätze, internen Richtlinien und Anweisungen einzuhalten. Aufgabe der Compliance-Organisation
ist es, das verantwortliche Management und alle Continental-Beschäftigten dabei zu
unterstützen.
Ein Schwerpunkt der Arbeit der Compliance-Abteilung ist die Verhinderung von Korruption
und Verstößen gegen Kartellrecht sowie Wettbewerbsregeln.
Unsere Compliance- & Anti-Korruptions-Hotline steht weiterhin Mitarbeitern, aber auch
Kunden, Zulieferern und sonstigen Betroffenen zur Verfügung. Über die Hotline können
Personen - auf Wunsch anonym -mögliche Verstöße gegen gesetzliche Vorschriften, ethische
Grundsätze und interne Richtlinien mitteilen, ohne deshalb Nachteile befürchten zu
müssen. Wir gehen diesen Hinweisen ohne Vorbehalt nach.
Erstmals haben sich die Studierenden beim internationalen Konstruktionswettbewerb
Formula Student nicht nur mit Fahrzeugen mit klassischen Verbrennungsmotoren gemessen,
sondern traten zusätzlich mit Elektrofahrzeugen gegeneinander an: Bei der weltweit
ersten Formula Student Electric mussten die Teams einen Rennwagen konstruieren, der
mit einem reinen Elektromotor als Antrieb plus Energiespeicher ausgestattet ist. Bei
diesem Wettbewerb, der weltweit ausgetragen wird, haben Nachwuchsingenieure internationaler
Universitäten ein Jahr Zeit, eigenständig einen einsitzigen Prototypen zu entwerfen
und zu konstruieren, der von Experten aus der Automobilindustrie in drei statischen
Kategorien und fünf dynamischen Disziplinen bewertet wird. Das Besondere bei der Formula
Student: Es gewinnt nicht das Team mit dem schnellsten Fahrzeug, sondern das mit der
besten Gesamtleistung aus Konstruktion, Rennerfolg, Finanzplanung und Marketing. Continental
unterstützt weltweit 31 Teams aus 12 Ländern. Das Sponsoring dient dem Zweck, Nachwuchsingenieure
zu gewinnen und langfristig an uns zu binden.
Die Weltwirtschaft hat sich nach Angaben des IWF (Internationaler Währungsfonds) 2010
deutlich erholt. Das weltweite Wirtschaftswachstum liegt nach jüngsten Schätzungen
bei 5,0 %, nachdem es 2009 noch um 0,6 % geschrumpft war. Der IWF spricht in seinem
Januar-Update des World Economic Outlook von einer zweitourigen Erholung ("two-speed
recovery"). Gemeint ist, dass das Wirtschaftswachstum, das nach IWF-Logik in die Regionen
entwickelte Volkswirtschaften ("Advanced Economies") und Schwellenländer ("Emerging
and Developing Economies") eingeteilt wird, mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten
gestiegen ist. So liegt das Wachstum der entwickelten Volkswirtschaften (hierzu zählen
laut IWF etwa die USA, Euroland und Japan) bei 3,0 %, während das der Schwellenländer
(hierzu zählen bspw. Zentral- und Osteuropa, Asien und Lateinamerika) bei 7,1 % liegt.
Einer der Haupttreiber des Wachstums war der private Konsum, der während der Finanz-
und Wirtschaftskrise am stärksten zurückgegangen war. Auch das Welthandelsvolumen
wuchs 2010 um 12,0 %, nach einem Rückgang um 10,7 % im Jahr 2009.
Innerhalb der entwickelten Volkswirtschaften legte laut IWF-Statistik Japan am kräftigsten
zu. Die japanische Wirtschaft wuchs demnach, unterstützt von staatlichen Hilfsmaßnahmen,
um 4,3 %. Nachdem der IWF noch im Oktober 2010 seine Prognose für das Wachstum der
US-Wirtschaft auf 2,6 % revidiert hatte, liegt der Zuwachs zum Jahresende, begünstigt
durch das 600 Mrd US-Dollar schwere monetäre Hilfspaket der US-Notenbank FED, bei
einem Wert von 2,8 %. Der Euroraum legte, trotz der gegen Ende 2009 wiederauflebenden
Befürchtungen aufgrund der finanziellen Stabilität einiger Mitgliedsländer der europäischen
Union und der Bemühungen die Verschuldung der Staatshaushalte zurückzuführen, um 1,8
% zu. Haupttreiber dieses Wachstums war die starke Erholung der deutschen Wirtschaft,
die 2010 um 3,6 % zulegte.
Innerhalb der sogenannten Schwellenländer erholte sich die russische Wirtschaft deutlich.
Sie wuchs im Berichtsjahr nach Zahlen des IWF um 3,7 %. 2009 war noch eine Kontraktion
von 7,9 % zu verzeichnen. Das höchste Wachstum wurde einmal mehr in China verzeichnet.
Dort legte die Wirtschaft um 10,3 % nach 9,2 % im Jahr 2009 zu. In Indien stieg die
Wirtschaftsleistung um 9,7 % und trug maßgeblich zum starken Anstieg der Wirtschaft
in Asien bei.
Die Konsumentenpreise stiegen 2010 in den entwickelten Volkswirtschaften nur moderat
um 1,5 %. Allerdings war in einigen Regionen gerade im vierten Quartal bereits eine
deutliche Erhöhung der Inflation zu beobachten. In den Schwellenländern stiegen die
Preise nach Einschätzung des IWF um 6,3 %.
Die deutsche Wirtschaft ist 2010 um 3,6 % gestiegen. Das ist das stärkste Wachstum
seit der Wiedervereinigung. Deutschland ist damit gemessen am Wachstum nicht nur im
Euroraum Spitzenreiter, sondern auch innerhalb der G7-Staaten. Getrieben wurde dieses
Wachstum im Wesentlichen von vier Faktoren, der Erholung des Exports, begünstigt durch
die Belebung der Weltkonjunktur, dem Nachholeffekt von im Jahr 2009 aufgeschobenen
Investitionen, dem Lagerzyklus sowie der expansiven Geld- und Fiskalpolitik. Von dem
sogenannten "Wirtschaftsfonds Deutschland", der im Frühjahr 2009 von der Bundesregierung
im Volumen von 115 Mrd € aufgelegt wurde, wurden bis Ende Dezember 2010 nur 14 Mrd
€ von überwiegend kleinen und mittleren Unternehmen aufgenommen. Er wurde Ende Januar
2011 geschlossen. Als geeignetes Mittel zur Bekämpfung der Auswirkung der Krise hat
sich in den vergangenen beiden Jahren der Einsatz von Kurzarbeit und Arbeitszeitkonten
erwiesen. So sank die Zahl der Erwerbslosen 2010 auf 7,7 %. Von Januar 2007 bis Oktober
2010 konnte damit die Arbeitslosenquote trotz der Finanz- und Wirtschaftskrise um
21 % gesenkt werden. Zum Vergleich: in den USA stieg sie im selben Zeitraum um 109
%.
Auch das Haushaltsdefizit überschritt die Maastricht Kriterien des Stabilitäts- und
Wachstumspakts nur um 50 Basispunkte und liegt bei 3,5 % vom Bruttoinlandsprodukt.
Die Inflationsrate stieg 2010 um 1,1 %. Der private Konsum hinkte der Entwicklung
mit einem Zuwachs von 0,5 % noch hinterher.
Laut Angaben des IWF stieg das Wirtschaftswachstum im Euroraum 2010 um 1,8 %. Ohne
das Wachstum in Deutschland (+3,6 %) hätte der Anstieg nach Einschätzung der Deutschen
Bank nur bei 0,75 % gelegen. Einige europäische Länder hatten weiterhin mit einer
rückläufigen Wirtschaftsentwicklung zu kämpfen. Darunter Spanien (-0,3 %), Irland
(-0,5 %) und insbesondere Griechenland (-4,2 %). Um die ausufernden Staatsdefizite
in zum Teil zweistelliger Höhe des BIP mittelfristig in den Griff zu bekommen, haben
sich diese Länder zu einem harten Sparkurs verpflichtet, der in seiner genauen Ausgestaltung
von Land zu Land stark variiert. In den Grundzügen geht es jedoch darum, die Staatsausgaben
zu senken und Abgabenerhöhungen in angemessenem Maß umzusetzen, ohne dabei das Wirtschaftswachstum
zu stark zu belasten. Insgesamt liegt das Haushaltsdefizit der Länder in der Eurozone
nach vorläufigen Daten bei 6,2 %. Neben den bekannten "Sorgenkindern" haben auch die
Regierungen in Frankreich und Spanien mit hohen Haushaltsdefiziten und hoher Arbeitslosigkeit
zu kämpfen. In Spanien etwa sorgte u. a. das Platzen der Immobilienblase mit den Folgen
einer drastischen Abschwächung des Bausektors für eine Rekordarbeitslosenquote innerhalb
der Eurozone. In Spanien ist aktuell jeder fünfte Erwerbsfähige ohne Arbeit. Die Arbeitslosenquote
in der Eurozone liegt nach den Berechnungen des Wirtschaftsmagazins "The Economist"
2010 bei 10,1 %. Um die Refinanzierungsmöglichkeiten einiger Länder an den Kapitalmärkten
zu verbessern und die gemeinsame Währung zu stabilisieren haben sich die Finanzminister
der EU Mitte Mai 2010 auf die Installation eines EU-IWF-Rettungsschirms im Gesamtvolumen
von 750 Mrd € geeinigt. Der Rettungsschirm besteht aus mehreren Teilen. Die EU stellt
Gemeinschaftsmittel in Höhe von 60 Mrd € bereit, der IWF steuert 250 Mrd € bei und
440 Mrd € werden über eine Zweckgesellschaft (EFSF - European Financial Stability
Facility) finanziert. Im November 2010 musste Irland die Hilfe des Rettungsschirms
in Höhe von 85 Mrd € in Anspruch nehmen. Das hat zu Spekulationen geführt, dass auch
andere Mitgliedsländer in Kürze die Hilfe des Rettungsschirms in Anspruch nehmen müssen.
Neben Portugal werden auch Belgien und Spanien als mögliche Kandidaten genannt. Um
in Zukunft einen zuverlässigen Mechanismus zur Bewältigung von in Not geratenen Mitgliedsländern
zu finden, wird aktuell über die Einführung eines Europäischen Stabilitätsmechanismus
(ESM) diskutiert. Dabei geht es insbesondere um die Frage, in welcher Höhe Gläubiger
an der Sanierung der Finanzen eines Not leidenden Landes beteiligt werden sollen.
Die Inflation in der Eurozone stieg, im Wesentlichen getrieben durch die Energie-
und Lebensmittelpreise, im Jahresverlauf deutlich an und lag am Jahresende bei 2,2
%. Das führt zu Überlegungen, dass die Europäische Zentralbank als eine der ersten
großen Notenbanken ihre Zinspolitik spätestens zur Mitte 2011 ändern wird.
Nach dem tiefen Fall der osteuropäischen Länder, die große Ausnahme bildete lediglich
Polen, konnte sich auch diese Region begünstigt durch die weltweite konjunkturelle
Erholung stabilisieren und im Jahr 2010 wachsen. Nach den Angaben des IWF stieg die
Wirtschaftsleistung der Region Zentral- und Osteuropa im Jahr 2010 um 4,2 %. Das Hauptproblem
dieser Region bleibt, neben der vergleichsweise hohen Inflationsrate, die hohe Arbeitslosigkeit,
die in Ländern wie Ungarn oder Polen bei über 10 % liegt. In Bezug auf das Budgetdefizit
liegt aktuell nur Polen unterhalb der 3 %-Grenze, weshalb Länder wie die Tschechische
Republik oder Ungarn deutliche Schritte zur Haushaltskonsolidierung unternommen haben.
Die Einsparungen auf der Ausgabenseite sollen im Wesentlichen über Kürzungen von Subventionen
und Lohnsenkungen im öffentlichen Sektor erreicht werden.
Trotz der erheblichen monetären und fiskalischen Anstrengungen im Jahr 2009 bleibt
der für die US-Wirtschaft kritische Faktor - die Arbeitslosenquote -weiter auf einem
hohen Niveau von knapp über 9 %. Sowohl das 2009 initiierte Investitionsprogramm in
Höhe von insgesamt 800 Mrd US-Dollar als auch die Absenkung der Zinsen auf 0 % bis
0,25 % hatten bis zu Beginn des dritten Quartals 2010 nicht in vollem Umfang die gewünschte
Wirkung gezeigt. Deswegen hat die US-Notenbank FED im November 2010 unter dem Namen
"Quantitative Easing" der US-Wirtschaft weitere 600 Mrd US-Dollar zur Verfügung gestellt.
Hinzu kamen weitere Steuervergünstigungen für Unternehmen und private Haushalte, die
die US-Regierung zum Ende des Jahres 2010 beschloss. Insgesamt liegt das Wachstum
der US-Wirtschaft nach Angaben des IWF im Berichtsjahr bei 2,8 %, nachdem es 2009
noch um 2,6 % rückläufig war. Ein Grund für den Aufschwung der US-Wirtschaft im Jahr
2010 war der rasante Lageraufbau, der für ca. 60 % der Wirtschaftsleistung stand.
Das Budgetdefizit weitete sich nach jüngsten Angaben auf 8,9 % des BIP aus. Die Arbeitslosenquote
lag nach jüngsten Schätzungen bei 9,4 %. Obwohl sich die US-Wirtschaft seit rund 18
Monaten in einer Wachstumsphase befindet, wurden in dieser Zeit nur 951.000 neue Arbeitsplätze
geschaffen. Selbst wenn die wirtschaftliche Entwicklung monatlich 200.000 neue Arbeitsplätze
schaffen würde, würde es bis zum Jahr 2020 dauern, um die Arbeitslosenquote auf unter
6 % zu senken. Da rund 70 % der US-amerikanischen Wirtschaftsleistung vom Konsum abhängen,
wird der Arbeitsmarktsituation in den USA besondere Bedeutung beigemessen. Der Häusermarkt
konnte sich 2010 stabilisieren. Hierzu waren allerdings Steueranreize in erheblichem
Umfang notwendig. Trotzdem sind nach dem "Case-Shiller-Häuserpreis-Index" in 16 von
20 der bedeutendsten US-Metropolen die Häuserpreise im vergangenen Jahr gefallen.
Im abgelaufenen Jahr ist die japanische Wirtschaft nach Angaben des IWF um 4,3 % gewachsen
und hat damit das höchste Wachstum unter den Triade-Märkten für 2010 vorzuweisen.
Treiber des Wachstums war neben dem Export insbesondere der private Konsum. Aber auch
in Japan resultierte ein Großteil des Wachstums aus staatlichen Anreizen, die im Wesentlichen
zum Ende des dritten Quartals ausgelaufen sind und zu einem Staatsdefizit geführt
haben, das, gemessen am BIP, bei rund 200 % der Wirtschaftsleistung liegt. Im vierten
Quartal 2010 zeigte sich bereits eine deutliche Abschwächung der wirtschaftlichen
Aktivität. Gut abzulesen ist dies an der japanischen Fahrzeugneuzulassungsstatistik.
Nach Angaben der JAMA (Verband der japanischen Automobilhersteller) lag die Zahl der
Neuzulassungen im vierten Quartal um 37 % unter dem Wert des dritten Quartals 2010.
Ein anderes Problem der japanischen Wirtschaft sind die seit nunmehr einem Jahrzehnt
sinkenden Nominallöhne, die bei gleichbleibenden Konsumausgaben zu einem Absinken
der Sparquote führen. Zudem bleibt die Arbeitslosenquote in Japan trotz der sinkenden
Löhne mit rund 5 % vergleichsweise hoch. Mehr als die Hälfte der japanischen Exporte
sind mittlerweile Anlagegüter. Dabei profitiert Japan direkt von dem Nachfrageboom
in China, was die japanische Wirtschaft allerdings auch abhängiger von dem Erfolg
des großen Nachbarlandes gemacht hat. Die Exporttätigkeit in andere Regionen leidet
hingegen unter der Stärke des japanischen Yen, die über die letzten zwei Jahre zu
beobachten ist. Gegenüber dem Euro hat der Yen seit Ende 2008 um 25 % an Wert zugelegt.
Unter anderem veranlasste diese Entwicklung die Bank of Japan (BoJ) im September 2010
zu massiven Währungsinterventionen, die allerdings keine besondere Wirkung zeigten.
Zudem senkte die BoJ den Leitzins auf nahe 0 %.
China ist 2010 einmal mehr Wachstumstreiber der Weltwirtschaft gewesen. Mit einem
Wirtschaftswachstum von 10,3 % wuchs China so schnell wie keine andere Volkswirtschaft
der Welt. Begleitet wird dieses Wachstum von einer deutlich steigenden Inflation,
die auch in China im Wesentlichen durch die deutlich gestiegenen Lebensmittelpreise
bedingt ist. Sie erhöhten sich allein im Berichtsjahr um fast 12 %, während sich die
Teuerungsrate ohne Lebensmittelpreise nur um 1,9 % erhöhte. Das Positive an dem Anstieg
der Lebensmittelpreise ist eine Umverteilung von Vermögen aus den Städten in die ländlichen
Gebiete. Der Anstieg der Löhne an den Küstengebieten drängt die Produktion aufgrund
der anhaltend guten Entwicklung des Exports (begünstigt durch die vorherrschenden
Währungsrelationen) immer weiter in das Landesinnere, was zusätzlich eine Umverteilung
von Vermögen in den ländlichen Bereich bedeutet. Allerdings bleibt noch ein langer
Weg, um die immensen Ungleichgewichte zu eliminieren. Neben steigenden Lebensmittelpreisen
steigen auch die Grundstückspreise weiter rasant an, was einige Marktbeobachter gerade
im Falle von Hongkong zu dem Vergleich mit der Situation in den USA vor drei Jahren
bewegt hat. Die steigende Inflation hat die Notenbank in China im vierten Quartal
gleich zu zwei Zinsschritten in Folge bewegt. Zusätzlich wurde der Einlagensatz (required
reserve ratio -RRR) von Geschäftsbanken bei der Notenbank 2010 sechs Mal in Folge
auf fast 19 % angehoben. Die restriktivere Geldpolitik wird allerdings durch das Bestreben
den Außenhandelsüberschuss weiterzusteigern konterkariert, da die chinesische Regierung
zur Beibehaltung der guten Exportwerte die eigene Währung weiterhin durch ständige
Devisenaufkäufe im Vergleich zu anderen Währungen günstig halten muss. Trotz der Steigerung
der Zinsen im Oktober und Dezember des Jahres 2010 bleiben angesichts der vergleichsweise
hohen Inflation die realen Zinsen negativ. Das Ziel, durch die Stärkung des inländischen
Konsums unabhängiger von den Exporten zu werden, ist in China auch 2010 nicht gelungen.
Im Gegenteil - der private Konsum machte nur ein Drittel des Wirtschaftswachstums
aus, während gerade die Investitionen mittlerweile einen Anteil von 50 % am BIP haben.
Die indische Wirtschaft blieb auch 2010 weiter auf Wachstumskurs. Mit einem Wirtschaftswachstum
von 9,7 % verfehlte sie nur knapp einen zweistelligen Wert. Die Herausforderung für
die indische Notenbank bleibt es, eine ausgewogene Zinspolitik zur Eindämmung der
Inflation zu schaffen, ohne das Wirtschaftswachstum zu gefährden. Inflation ist und
bleibt das große Thema in Indien. Insbesondere die Lebensmittelpreise trieben in Folge
der ungünstigen Monsunzeit die Teuerungsrate für Lebensmittel auf ein Plus von 14
%. Insgesamt stieg die Inflation im Jahr 2010 auf 9,7 % und die indische Notenbank
reagierte zuletzt mit einer weiteren Anhebung der Zinsen auf nunmehr 6,25 %. Insgesamt
erhöhte sie das Zinsniveau im Jahr 2010 sechs Mal in Folge. Zudem gewinnt der Export
zunehmend an Fahrt. Solche Sektoren, die im internationalen Wettbewerb Schwierigkeiten
haben mitzuhalten (etwa die Textilindustrie, das Handwerk oder die Teeindustrie),
sollen mit staatlicher Unterstützung rechnen können.
Nach dem tiefen Einbruch im Jahr 2009 (-7,9 %) konnte sich die russische Wirtschaft
im Jahr 2010 deutlich erholen. Angestoßen durch wieder anziehende Rohstoffpreise,
aber mittlerweile auch durch steigende Industrieproduktion und wachsende Beschäftigung
stieg das BIP 2010 nach Angaben des IWF um 3,7 %. Russland ist einer der größten Energieproduzenten
der Welt und verfügt mit einem Viertel der Weltgasreserven (25,2 %), ca. 6,3 % der
Weltölreserven und den zweitgrößten Kohlereserven (19 %) über bedeutende Ressourcen
und kommt für 19,6 % der Weltgasförderung und 12,4 % der Weltölförderung auf. Die
Inflationsrate ist im Zeitraum Januar bis November 2010 auf 6,8 % gesunken (gegenüber
8,8 % im Gesamtjahr 2009). Der geringe Rückgang ergibt sich aus den nach den Sommerbränden
wieder deutlich gestiegenen Lebensmittelpreisen, die in der zweiten Jahreshälfte inflationstreibend
waren. Aufgrund der Wirtschaftsdaten entwickelte sich der russische Staatshaushalt
besser als geplant. Das Haushaltsdefizit liegt zum Jahresende 2010 bei ca. 5 % des
BIP, bis 2013 soll der Fehlbetrag auf 2,9 % sinken.
Als internationaler Automobilzulieferer ist das weltweite Geschäft mit den Herstellern
von Pkw für uns das wichtigste Marktsegment. Zusätzlich ist das Segment der weltweiten
Erstausrüstung von Nutzfahrzeugen sowie die Ersatzmärkte für Pkw- und Nutzfahrzeugreifen
in West- und Zentraleuropa sowie in der NAFTA-Region von besonderer Bedeutung. Als
Teil der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung im Berichtsjahr zeigten alle Marktsegmente
eine deutliche Erholung, wobei der Anstieg regional unterschiedlich ausfiel.
Maßgeblich für unseren Geschäftsumfang in der Erstausrüstung von Fahrzeugen des Light-Vehicle-Segments
(Pkw und leichte Nutzfahrzeuge < 6 t) ist das weltweit produzierte Fahrzeugvolumen.
Besonders entscheidend für Continental ist dabei die Entwicklung der Regionen Europa
und Nordamerika, wo 79 % des Umsatzes erwirtschaftet werden.
| 2010 | 1. Quartal | 2. Quartal | 3. Quartal | 4. Quartal | gesamt |
| Europa (E27+EFTA) | 3,8 | 3,7 | 3,1 | 3,2 | 13,8 |
| Russland | 0,3 | 0,5 | 0,5 | 0,6 | 1,9 |
| USA | 2,5 | 3,1 | 3,0 | 3,0 | 11,6 |
| Japan | 1,3 | 1,0 | 1,2 | 0,8 | 4,2 |
| Brasilien | 0,8 | 0,7 | 0,9 | 1,0 | 3,3 |
| Indien | 0,6 | 0,6 | 0,6 | 0,6 | 2,4 |
| China | 2,8 | 2,6 | 2,7 | 3,2 | 11,3 |
| Weltweit | 17,0 | 18,2 | 17,3 | 18,0 | 70,5 |
Quelle: VDA, Renault
Die Befürchtung, dass das Auslaufen der staatlichen Förderprogramme in einigen bedeutenden
Fahrzeugmärkten Europas (und hier insbesondere Deutschland, Frankreich und Italien)
oder in der NAFTA-Region, zu einem deutlichen Rückgang der weltweiten Absatzzahlen
im Jahr 2010 führen könnte, hat sich nicht bestätigt. Insbesondere aufgrund der boomenden
Nachfrage in den BRIC-Ländern (Brasilien, Russland, Indien und China) hat sich die
Zahl der weltweiten Neuzulassungen 2010 nicht nur erholt, sondern sich im Jahresverlauf
saisonbereinigt sogar noch einmal beschleunigt. In Summe wurden weltweit mehr als
70 Mio Pkw zugelassen. Das bedeutet einen Anstieg gegenüber dem Vorjahr von mehr als
7 Mio Fahrzeugen.
Fast 40 % des weltweiten Zuwachses resultiert aus dem Nachfrageboom in China, wo die
Zahl der Neuzulassungen nach Angaben des VDA (Verband der Automobilindustrie) um fast
2,9 Mio Fahrzeuge auf mehr als 11,3 Mio Einheiten zulegen konnte, was einen Anstieg
von mehr als 34 % im Jahresvergleich bedeutet. Damit haben sich die Neuzulassungen
in China allein in den letzten beiden Jahren fast verdoppelt. Aber auch in Indien
war eine rasante Dynamik zu verzeichnen. Hier legten die Neuzulassungen um 31 % auf
2,4 Mio Einheiten zu. In Brasilien verhalfen die noch in das Jahr 2010 hineinreichenden
Absatzfördermaßnahmen dem Markt ebenso zu einem zweistelligen Plus und die Zahl stieg
auf 3,3 Mio verkaufte Pkw und damit erstmals über das Niveau in Deutschland. Der russische
Pkw-Markt schloss das Jahr mit einem Absatzplus von 30 %. Die Einführung einer Verschrottungsprämie
hat seit März 2010 erfolgreich zur Belebung der Nachfrage beigetragen. Im abgelaufenen
Jahr wurden in Russland 1,9 Mio Neufahrzeuge verkauft, damit befindet sich dieser
Markt zwar wieder auf Erholungskurs, die Zahlen bleiben aber dennoch um rund ein Drittel
hinter den Jahreshöchstständen zurück. Fasst man die vorgenannten Absatzregionen zusammen,
dann ergibt sich für die BRIC-Länder ein Anstieg um mehr als 29 % auf 18,9 Mio verkaufte
Pkw. Das bedeutet: bereits heute werden mehr als ein Viertel aller weltweit verkauften
Pkw in diesen Ländern abgesetzt.
Auch in den Triade-Märkten, (Europa, NAFTA-Region und Japan) stieg die Zahl der Neuzulassungen
nach Angaben des VDA um 2,5 % auf mehr als 29,6 Mio Fahrzeuge. Allerdings trugen die
einzelnen Regionen in sehr unterschiedlichem Maß zu diesem Wachstum bei. Während gerade
die Zahl der Neuzulassungen, bedingt durch die Kontraktion des deutschen Markts nach
dem Auslaufen der Abwrackprämie im Jahr 2010, in Europa um 5 % rückläufig war, erholte
sich die NAFTA-Region von ihren Tiefständen des Jahres 2009 und die Neuzulassungen
stiegen um 11 % auf 11,6 Mio. Die Light-Truck-Verkäufe konnten dabei sogar um 17 %
zulegen, während der Pkw-Absatz nur um 4 % stieg. Damit verschob sich das Verhältnis
dieser beiden Kategorien zueinander 2010 wieder zugunsten der Light Trucks, die einen
Anteil von mehr als 50 % an den gesamten Fahrzeugverkäufen ausmachen. In Japan legten
die Fahrzeugverkäufe, begünstigt durch staatliche Fördermaßnahmen, die noch bis September
2010 gewährt wurden, um 7 % auf 4,2 Mio Fahrzeuge zu. Somit wurden im Jahr 2010 mehr
als 40 % aller weltweit verkauften Fahrzeuge in diesen Märkten zugelassen.
|
|
|
2010* | 2009 | 2008 | 2007 | 2006 |
| Europa gesamt | 18,6 | 16,3 | 21,2 | 22,2 | 20,8 | |
|
|
Westeuropa | 13,0 | 11,8 | 14,6 | 16,2 | 15,9 |
|
|
Osteuropa | 5,6 | 4,5 | 6,6 | 6,0 | 4,9 |
| NAFTA-Region | 11,9 | 8,6 | 12,6 | 15,0 | 15,3 | |
| Südamerika | 4,1 | 3,7 | 3,8 | 3,6 | 3,0 | |
| Asien | 35,1 | 27,8 | 28,7 | 27,7 | 25,6 | |
| Afrika und Mittlerer Osten | 2,1 | 1,8 | 1,9 | 1,7 | 1,6 | |
| Weltweit | 71,8 | 58,2 | 68,2 | 70,2 | 66,3 | |
Quelle: CSM (2009 und 2010) und Global Insight Vorjahre
*
vorläufige Zahlen
**
Light Vehicles
Die Zahl der produzierten Pkw stieg 2010, begünstigt durch die knappe Lagersituation
zum Ende des Jahres 2009 und getrieben durch die besser als erwartete Entwicklung
der Pkw-Neuzulassungen auf eine neues Rekordhoch von fast 72 Mio Einheiten. Saldiert
man die Größen aus Anzahl der Neuzulassungen und der weltweit produzierten Pkw ergibt
sich für 2010 ein globaler Lageraufbau in Höhe von rund 1,3 Mio Neufahrzeugen. Nach
dem deutlichen Lagerabbau von mehr als 4 Mio Fahrzeugen, der 2009 zu beobachten war,
ist diese Entwicklung allerdings als moderat zu bezeichnen. Die höchsten Zuwächse
in Bezug auf das Produktionsvolumen waren in der NAFTA-Region zu beobachten, wo die
Zahl der gefertigten Pkw um fast 39 % auf 11,9 Mio Einheiten gestiegen ist. Trotz
dieser positiven Entwicklung darf nicht außer Acht gelassen werden, dass diese Region
noch fast 4 Mio Einheiten von den einstigen Höchstständen entfernt ist. In Europa
erhöhte sich die Pkw-Produktion um 14 % auf 18,6 Mio Einheiten - auch hier liegt man
noch deutlich unter den 2007 erzielten Spitzenwerten. Aktuelle Marktprognosen gehen
davon aus, dass beide Märkte erst in den Jahren 2014/2015 zu den alten Höchstständen
aufschließen werden. Dem starken Nachfrageboom in den asiatischen Ländern folgte ein
ebenso starker Anstieg der Produktion, die um 26 % auf 35,1 Mio Einheiten anwuchs.
In absoluten Zahlen betrachtet, bedeutet dies einen Anstieg von mehr als 7 Mio Fahrzeugen
bzw. einen Beitrag zum weltweiten Wachstum von mehr als 53 %. Auch in Südamerika (+12
%) und den übrigen Regionen (+18 %) wurden zweistellige Wachstumsraten erzielt.
Begünstigt durch die sehr niedrige Vorjahresbasis stieg die Nutzfahrzeugproduktion
2010 gegenüber dem Vorjahr deutlich an. Insbesondere in Europa konnte ein Zuwachs
von 46 % erzielt werden. Der Vergleich mit 2008 (745.000 Fahrzeuge) macht aber deutlich,
wie stark der Rückgang im Jahr 2009 war. In der NAFTA-Region verlief die Erholung
schleppender als in Europa, aber immerhin lag das Plus zum Jahresende bei 17 %. Auch
bei den Nutzfahrzeugen war der Wachstumsmotor Asien. Mit einem Plus von 46 % trug
diese Region mit mehr als 75 % zum erzielten Wachstum von fast 1 Mio neu produzierter
Nutzfahrzeuge bei. Mehr als 70 % aller weltweit produzierten Nutzfahrzeuge stammten
2010 aus Asien. 2006 waren es noch 41 %.
|
|
|
2010* | 2009 | 2008 | 2007 | 2006 |
| Europa gesamt | 395 | 270 | 745 | 720 | 620 | |
|
|
Westeuropa | 283 | 205 | 548 | 532 | 480 |
|
|
Osteuropa | 112 | 65 | 197 | 188 | 140 |
| NAFTA-Region | 254 | 217 | 353 | 421 | 650 | |
| Südamerika | 247 | 177 | 193 | 163 | 100 | |
| Asien | 2.342 | 1.554 | 1.415 | 1.346 | 970 | |
| Weltweit | 3.238 | 2.267 | 2.706 | 2.649 | 2.340 | |
Quelle: Global Insight
*
vorläufige Zahlen
**
Heavy Vehicles
Von großer Bedeutung für das Ersatzgeschäft mit Pkw-Reifen sind für uns vor allem
die Märkte in West- und Zentraleuropa sowie der NAFTA-Region. Beide Märkte verzeichneten
gegenüber dem Vorjahr für das Ersatzgeschäft untypisch hohe Wachstumsraten. Als einer
der wenigen automobilnahen Märkte liegt der europäische Ersatzreifenmarkt lediglich
3 % unter dem 2007 erzielten Höchstwert von 289 Mio Einheiten. Zusammengefasst ergab
sich ein Plus von 7,7 %.
Vor allem begünstigt durch die starke Winterreifensaison stieg die Zahl der abgesetzten
Ersatzreifen 2010 in Europa um mehr als 7 % auf 280 Mio Reifen. Nicht zuletzt der
strenge Winter in vielen Teilen Europas, aber auch die Einführung der Winterreifenpflicht
in Deutschland verhalfen dem Markt zu diesem ungewöhnlich starken Wachstum. Auch in
Nordamerika erhöhte sich die Zahl der verkauften Pkw-Reifen nach dem schwachen Verlauf
der Jahre 2008 und 2009 um fast 5 % auf 255 Mio Einheiten. Hierbei wirkte sich die
im Jahresverlauf zum Teil deutlich angestiegene Fahrleistung (miles driven) der US-Autofahrer
positiv auf die Nachfrage aus. In Summe stieg die gefahrene Kilometerzahl, laut der
Statistik des Department of Transportation (DOT), bis November um 1 % auf 19 Mrd Meilen
(30,6 Mrd Kilometer). Addiert man das wiedererstarkte Erstausrüstungsgeschäft dazu,
dann ergibt sich auch in dieser Region ein Wachstum von mehr als 8 % für die Nachfrage
nach Pkw-Reifen. In Südamerika und in Asien, wo Continental ebenfalls mehrere Reifenfabriken
betreibt, stieg die Zahl der verkauften Reifen auf dem Ersatzmarkt um 11 % bzw. 9
% ebenfalls deutlich an. In beiden Regionen wurde gemessen an der Zahl der verkauften
Reifen auf dem Ersatzmarkt ein neuer Höchststand markiert.
Im Einklang mit der positiven Entwicklung der übrigen Märkte stieg auch der Ersatzmarkt
für Lkw-Reifen 2010 deutlich an. In Summe lag das Wachstum bei 12 %. Insbesondere
in den Regionen Europa und NAFTA konnten sehr deutliche Steigerungen verzeichnet werden.
Allein der europäische Markt stieg um 19 % auf 17,9 Mio Einheiten - der Markt in der
NAFTA-Region um 14 % auf 18,0 Mio Einheiten. Einmal mehr wird auch diese Statistik
von den großen Zuwächsen in der Region Asien positiv beeinflusst. Mit 66 Mio verkauften
Lkw-Reifen steht Asien für rund 50 % aller auf dem weltweiten Lkw Ersatzmarkt verkauften
Reifen.
| Mio Stück | 2010* | 2009 | 2008 | 2007 | 2006 |
| West- und Zentraleuropa | 280,4 | 261,6 | 276,8 | 288,7 | 287,1 |
| NAFTA-Region |
255,2 |
243,5 |
261,3 |
275,9 |
264,9 |
| Südamerika |
52,3 | 48,1 | 50,2 | 48,6 | 46,5 |
| Asien | 239,2 | 214,7 | 210,8 | 205,6 | 196,9 |
| Übrige Märkte | 106,1 | 98,2 | 148,7 | 143,7 | 132,3 |
| Weltweit | 933,1 | 866,1 | 897,5 | 913,9 | 881,2 |
Quelle: LMC World Tyre Forecast Service, 2010
| in Mio Stück | 2010* | 2009 | 2008 | 2007 | 2006 |
| West- und Zentraleuropa | 17,9 | 15,1 | 20,3 | 20,6 | 19,9 |
| NAFTA-Region | 18,0 | 15,9 | 18,6 | 20,6 | 20,9 |
| Südamerika | 11,6 | 10,7 | 12,1 | 11,8 | 10,9 |
| Asien | 66,0 | 59,6 | 59,4 | 57,9 | 52,8 |
| Übrige Märkte | 17,9 | 16,2 | 28,6 | 27,9 | 27,6 |
| Weltweit | 131,5 | 117,4 | 126,9 | 127,0 | 121,2 |
Quelle: LMC World Tyre Forecast Service, 2010
Wichtige Rohstoffe für unsere Fertigung sind unter anderem Metalle wie Kupfer, Stahl,
Nickel und Aluminium. Außerdem werden ölbasierte Rohstoffe und Naturkautschuk in der
Reifenherstellung verwendet. Die Preise für Naturkautschuk, ölbasierte Rohstoffe und
einige Metalle verteuerten sich, nach den enormen Anstiegen im Jahr 2009 im Berichtsjahr
aufgrund der florierenden weltweiten wirtschaftlichen Aktivität nochmals. Die Preise
für Aluminium (US-Dollar 2,5/kg; +11%), Kupfer (US-Dollar 9,6/kg; +30 %) und Nickel
(US-Dollar 24,3/kg; +32 %) zogen bis Ende 2010 verglichen mit dem Jahresschlusskurs
2009 drastisch an. Lediglich der Preis für wärmebehandelten Stahl (US-Dollar 0,5/kg;
+2,0 %) veränderte sich im Jahresvergleich nur geringfügig. In der Durchschnittsbetrachtung
lagen die Preise der genannten Metalle zwischen 25 % und 48 % über den Vorjahresdurchschnittskursen.
Dennoch befinden sich die Durchschnittspreise für Nickel, Aluminium und wärmebehandelten
Stahl zwischen 9 % und 6 % unterhalb des Durchschnitts der vergangenen Jahre (2007-2009).
Der Durchschnittspreis für Kupfer lag im Berichtsjahr allerdings 18 % oberhalb des
Dreijahresdurchschnitts.
Ein weiterer Grundstoff für unsere Produktionsmaterialien sind Metalle, die wir nur
in einer höher veredelten Form zukaufen, beispielsweise Dreh-, Stanz- und Ziehteile.
Die 2010 stark gestiegene Nachfrage nach Stahl und signifikante Preiserhöhungen bei
Rohstoffen wie Eisenerz und Kokskohle führten zu nachhaltigen Preiserhöhungen bei
Vormaterialien aus Stahl. Diese Preisanstiege wurden von den Lieferanten für Dreh-,
Stanz- und Ziehteile in der zweiten Jahreshälfte an Continental teilweise weitergereicht.
Der 2010 sprunghaft gestiegene Bedarf an Produkten/Komponenten in der Automobilindustrie
führte zu einer Reihe von Versorgungsengpässen bei der Belieferung von elektronischen-
und/oder elektromechanischen Komponenten. Fertigungsstillstände bei den Fahrzeugherstellern
konnten in vielen Fällen nur durch eine beschleunigte Logistik vermieden werden. Dies
führte zu einem entsprechenden Mehraufwand bei den Frachtkosten. Naturkautschuk ist
für die Rubber Group - vor allem für die Reifen-Divisionen - ein sehr wichtiger Einzelrohstoff
und wird an den Warenbörsen in Singapur und Tokio gehandelt. Continental kauft verschiedene
Naturkautschuktypen überwiegend in Thailand, Malaysia und Indonesien. Die Preisentwicklung
verläuft tendenziell gleich. Nachdem der Naturkautschuk (TSR 20) Ende 2009 mit einem
Preis pro Tonne von rund 2.940 US-Dollar mehr als 90 % über dem Jahresschlusskurs
von 2008 notierte, kam es 2010 zu weiteren deutlichen Preissteigerungen, in deren
Folge immer neue Höchststände erreicht wurden. Insbesondere im vierten Quartal 2010
verteuerte sich TSR 20 sprunghaft um mehr als 1.160 US-Dollar pro Tonne im Vergleich
zum Durchschnittspreis der ersten neun Monate 2010. Am 31. Dezember 2010 notierte
der Preis für Naturkautschuk (TSR 20) bei 5.045,77 US-Dollar pro Tonne und markierte
damit gleichzeitig ein neues Allzeithoch. Dies entspricht einem Anstieg um 72 % im
Jahresvergleich. In der Durchschnittsbetrachtung (3.442,97 US-Dollar pro Tonne im
Jahr 2010) beläuft sich die Erhöhung sogar auf 83 %. Damit lag der Durchschnittspreis
für TSR 20 im Berichtsjahr ungefähr 54 % oberhalb des Dreijahresdurchschnittspreises
2007 bis 2009 von 2.240,49 US-Dollar pro Tonne.

Neben Naturkautschuk, als direkt eingesetztem Rohmaterial, ist Rohöl der wichtigste
Ausgangsgrundstoff vieler Produktionsmaterialien wie Synthesekautschuk, Ruß und Chemikalien.
Zwischen dem Rohöl und den von Continental beschafften Materialien liegen teilweise
mehrstufige Produktionsprozesse bei Vorlieferanten. Die Hausse am Rohölmarkt seit
2004 erreichte am 3. Juli 2008 mit einem Preis für die Nordseesorte Brent von 145,86
US-Dollar pro Barrel ihren Höhepunkt. Im Zuge der Finanzkrise kam es auch zu einem
starken Preisverfall. Zum 31. Dezember 2008 notierte der Preis für Brent nur bei 41,71
US-Dollar je Barrel. 2009 stiegen die Preise für Rohöl (Brent) bereits um mehr als
90 % auf ca. 79,51 US-Dollar pro Barrel. Im Berichtsjahr kam es nochmals zu einer
20 %igen Preiserhöhung auf 95,50 US-Dollar pro Barrel. Im Vergleich zum Vorjahresdurchschnittskurs
von US-Dollar 62,22 pro Barrel ergab sich eine Preissteigerung von 29 % auf 80,17
US-Dollar pro Barrel.
Die Preissteigerungen der in US-Dollar gehandelten Rohmaterialien wurden im Berichtsjahr
durch den Rückgang des Euro im Vergleich zum US-Dollar um durchschnittlich rund 4,9
% leicht verstärkt. Insgesamt wirkte sich vor allem der hohe Preis für Naturkautschuk
negativ auf unser Ergebnis aus.
| ― |
Umsatzsteigerung um 29,6% |
| ― |
EBIT-Anstieg um 286,0% |
| ― |
Free Cashflow in Höhe von 566,9 Mio € |
| ― |
Verringerung der Netto-Finanzschulden um 1.578,5 Mio € |
| ― |
Gearing Ratio bei 118,0% |




| ― |
Umsatzanstieg um 29,6 % |
| ― |
Anstieg des um Konsolidierungskreis- und Währungskursveränderungen bereinigten Umsatzes
um 25,0% |
| ― |
Anstieg des bereinigten operativen Ergebnisses (EBIT bereinigt) um 113,2% |
|
|
2010 | 2009 | Δ in % |
| Umsatz | 26.046,9 | 20.095,7 | 29,6 |
| EBITDA | 3.587,6 | 1.591,2 | 125,5 |
| in % vom Umsatz | 13,8 | 7,9 |
|
| EBIT | 1.935,2 | -1.040,4 | 286,0 |
| in % vom Umsatz | 7,4 | -5,2 |
|
| Konzernergebnis den Anteilseignern zuzurechnen | 576,0 | -1.649,2 | 134,9 |
| Ergebnis pro Aktie (in €) | 2,88 | -9,76 | 129,5 |
| Forschungs- und Entwicklungskosten | 1.450,4 | 1.356,3 | 6,9 |
| in % vom Umsatz | 5,6 | 6,7 |
|
| Abschreibungen1 | 1.652,4 | 2.631,6 | -37,2 |
| davon Wertminderungen2 | 57,7 | 993,0 | -94,2 |
| Operative Aktiva (zum 31.12.) | 15.282,8 | 14.582,7 | 4,8 |
| EBIT in % von operativen Aktiva (zum 31.12.) | 12,7 | -7,1 |
|
| Operative Aktiva (Durchschnitt) | 15.580,0 | 16.024,1 | -2,8 |
| EBIT in % von operativen Aktiva (Durchschnitt) | 12,4 | -6,5 |
|
| Investitionen3 | 1.296,4 | 860,1 | 50,7 |
| in % vom Umsatz | 5,0 | 4,3 |
|
| Mitarbeiter am Jahresende (Anzahl)4 | 148.228 | 134.434 | 10,3 |
| Umsatz bereinigt5 | 25.945,3 | 19.941,0 | 30,1 |
| Bereinigtes operatives Ergebnis (EBIT bereinigt)6 | 2.516,8 | 1.180,5 | 113,2 |
| in % des bereinigten Umsatzes | 9,7 | 5,9 |
|
1
Ohne Abschreibungen auf Finanzanlagen.
2
Der Begriff Wertminderung (Impairment) beinhaltet außerplanmäßige Abschreibungen sowie
erforderliche Wertaufholungen.
3
Investitionen in Sachanlagen und Software.
4
Ohne Auszubildende.
5
Bereinigt um Konsolidierungskreisveränderungen.
6
Bereinigt um Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte aus Kaufpreisallokation
(PPA),Konsolidierungskreisveränderungen und Sondereffekte.
Der Konzernumsatz erhöhte sich im Jahr 2010 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um
5.951,2 Mio € bzw. 29,6 % auf 26.046,9 Mio € (Vj. 20.095,7 Mio €). Dieser Anstieg
resultiert im Wesentlichen aus der Erholung der für uns relevanten Märkte. Der Anstieg
der Fahrzeugproduktion bei Pkw, Kombifahrzeugen und leichten Nutzfahrzeugen im Jahr
2010 hat den Geschäftsverlauf maßgeblich beeinflusst. Zudem konnten wir auch im Non-Automotive-Geschäft
deutliche Zuwächse verzeichnen. Ausgehend von einem Umsatz 2009, der stark von der
weltweiten Wirtschaftskrise beeinflusst war, erzielten wir in jedem Monat des Jahres
2010 einen deutlich über dem Vergleichszeitraum liegenden Umsatz. Konsolidierungskreisveränderungen
wirkten sich leicht negativ aus, während sich Währungskursveränderungen umsatzerhöhend
auswirkten.
Die Umsatzanteile nach Regionen im Jahr 2010 haben sich gegenüber dem Vorjahr folgendermaßen
verändert:
|
|
2010 | 2009 |
| Deutschland | 27 | 29 |
| Europa ohne Deutschland | 33 | 34 |
| NAFTA-Region | 19 | 18 |
| Asien | 16 | 14 |
| Übrige Länder | 5 | 5 |
Das bereinigte operative Ergebnis (EBIT bereinigt) des Konzerns erhöhte sich im Jahr
2010 im Vergleich zum Vorjahr um 1.336,3 Mio € bzw. 113,2 % auf 2.516,8 Mio € (Vj.
1.180,5 Mio €) und entspricht 9,7 % (Vj. 5,9 %) des bereinigten Umsatzes.
Das bereinigte operative Ergebnis (EBIT bereinigt) des Konzerns stieg während des
vierten Quartals 2010 im Vergleich zum Vorjahresquartal um 213,1 Mio € bzw. 41,5 %
auf 726,0 Mio € (Vj. 512,9 Mio €) und entspricht 10,5 % (Vj. 9,0 %) des bereinigten
Umsatzes. Im dritten Quartal 2010 ergab sich auf vergleichbarer Basis ein bereinigtes
operatives EBIT (EBIT bereinigt) in Höhe von 484,7 Mio €.
Das operative Konzernergebnis (EBIT) erhöhte sich 2010 im Vergleich zum Vorjahr um
2.975,6 Mio € bzw. 286,0 % auf 1.935,2 Mio € (Vj. -1.040,4 Mio €). Die Umsatzrendite
stieg auf 7,4 % (Vj. -5,2 %).
Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte aus Kaufpreisallokation (PPA) verringerten
das operative Ergebnis (EBIT) im Berichtsjahr um 454,3 Mio € (Vj. 455,2 Mio €). Darin
enthalten sind 2010 Wertminderungen auf immaterielle Vermögenswerte aus Kaufpreisallokation
(PPA) in Höhe von 0,8 Mio € (Vj. 7,5 Mio €).
Die Kapitalrendite (EBIT in % von durchschnittlichen operativen Aktiva) beträgt 12,4
% (Vj. -6,5 %).
Insgesamt ergaben sich 2010 Wertminderungen auf Sachanlagevermögen und immaterielle
Vermögenswerte in Höhe von 29,3 Mio € (Chassis & Safety 3,4 Mio € / Powertrain 16,3
Mio € / Interior 0,0 Mio € / Pkw-Reifen 7,5 Mio € / Nfz-Reifen - / ContiTech 2,1 Mio
€), die nicht im Zusammenhang mit Restrukturierungsmaßnahmen stehen. Darin enthalten
ist eine Wertminderung auf aktivierte immaterielle Vermögenswerte aus Kaufpreisallokation
in Höhe von 0,3 Mio €.
In der Division Interior entstanden Aufwendungen für weitere Restabwicklungsaktivitäten
im Zusammenhang mit der Veräußerung eines Geschäftsbereichs in Höhe von 5,6 Mio €.
Aus den Abwicklungsaktivitäten im Rahmen der Veräußerung eines assoziierten Unternehmens
entstand in der Division Interior ein Ertrag in Höhe von 2,1 Mio € und für den Konzern
ein Steueraufwand in gleicher Höhe.
Aufgrund der Rücknahme eines Kundenauftrags zur Entwicklung und Fertigung von Diesel-Einspritzsystemen
am Standort Blythewood, USA, mussten 2009 Restrukturierungsmaßnahmen eingeleitet werden.
Dadurch entstanden 2010 in der Division Powertrain weitere Restrukturierungsaufwendungen
in Höhe von 11,9 Mio €. Hierbei handelt es sich in erster Linie um Wertminderungen
auf Produktionsanlagen, die teilweise durch nicht mehr benötigte Rückstellungen für
Lieferantenansprüche kompensiert werden konnten.
Im Zusammenhang mit der Schließung der Reifenproduktion in Clairoix, Frankreich, fielen
in der Division Pkw-Reifen weitere restrukturierungsbezogene Aufwendungen in Höhe
von 14,7 Mio € an.
Am Standort Traiskirchen, Österreich, entstanden in der Division Pkw-Reifen zusätzliche
Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von 6,0 Mio €.
Wegen massiver Nachfrageeinbrüche auf dem europäischen Nutzfahrzeugmarkt in Folge
der Wirtschaftskrise hatte Continental im Jahr 2009 die Produktionskapazitäten an
allen europäischen Nfz-Reifen-Standorten verringern müssen. Eine in Hannover-Stöcken,
Deutschland, noch vorgehaltene Produktionszelle wurde letztendlich nicht mehr in Betrieb
genommen. Dadurch entstanden in der Division Nfz-Reifen 2010 insgesamt weitere Restrukturierungsaufwendungen
in Höhe von 34,6 Mio €.
Zusätzlich entstanden, vor allem aus Restrukturierungsabwicklungen und Abfindungen,
Aufwendungen in Höhe von 34,8 Mio € (Chassis & Safety 4,0 Mio € / Powertrain 18,9
Mio € / Interior Ertrag in Höhe von 3,2Mio € / Pkw-Reifen 9,4 Mio € / Nfz-Reifen 2,3Mio
€ / ContiTech 3,0 Mio € / Holding 0,4 Mio €). Bei der Division Pkw-Reifen sind Wertminderungen
auf immaterielle Vermögenswerte aus Kaufpreisallokation (PPA) in Höhe von 0,5 Mio
€ enthalten.
Im Nachgang zum Verkauf unserer nordamerikanischen OTR-Aktivitäten an die Titan Tire
Corporation im Jahr 2006 entstand in der Division Nfz-Reifen ein Ertrag in Höhe von
3,3 Mio €.
Im 2007 eingeleiteten Kartellverfahren gegen die Dunlop Oil & Marine Ltd., Großbritannien,
einer Gesellschaft der ContiTech AG, im Bereich Off-shore-Schläuche, kam es in der
Division ContiTech zu weiteren Aufwendungen in Höhe von 20,8 Mio €.
Aufgrund der durch steigende Margen bedingten höheren erwarteten Mittelabflüsse für
den VDO-Kredit erfolgten 2009 sowie im Juni 2010 aufwandswirksame Buchwertanpassungen
für diesen Kredit. Aus diesem Sachverhalt ergab sich 2010 ein Aufwand für die Buchwertanpassung
in Höhe von 27,4 Mio €. Diese Abgrenzungen werden über die Laufzeit des Kredits aufwandsreduzierend
amortisiert. Aus dieser Amortisation ergab sich 2010 ein positiver Effekt in Höhe
von 37,6 Mio €. Aufgrund von Teilrückführungen des VDO-Kredits wurden anteilig die
auf die Rückzahlungsbeträge entfallenden Buchwertanpassungen aufgelöst. Über den weitgehenden
Einsatz der Netto-Erlöse der Ende September 2010 platzierten Anleihen über nominal
insgesamt 1.250,0 Mio € hinaus erfolgte im Dezember 2010 eine weitere Teilrückzahlung
in Höhe von nominal 100,0 Mio €. Auf die vorzeitig zurückgezahlten Beträge entfielen
anteilig 9,6 Mio € aus der Buchwertanpassung, die somit zu einem Ertrag in gleicher
Höhe führten. Aus allen vorgenannten Effekten ergab sich im Jahr 2010 insgesamt ein
Ertrag in Höhe von 19,8 Mio €.
Für den Konzern beträgt die Belastung durch Sondereffekte 2010 insgesamt 132,5 Mio
€. Bereinigt um die Wertminderungen auf aktivierte immaterielle Vermögenswerte aus
Kaufpreisallokation in Höhe von 0,8 Mio € beträgt die Belastung durch Sondereffekte
131,7 Mio €.
Im dritten Quartal 2009 führte die Prüfung des Goodwill auf Werthaltigkeit im Rahmen
des Impairment-Tests zu einem Wertminderungsbedarf in Höhe von 875,8Mio €. Davon entfielen
367,0 Mio € auf die Division Chassis & Safety, 447,4 Mio € auf die Division Powertrain
sowie 61,4 Mio € auf die Division Interior.
Am Standort Huntsville, USA, wurde Ende 2010 die Produktion eingestellt. Durch die
Schließung des Standorts Huntsville und die Konsolidierung von Produktionskapazitäten
sowie die Fokussierung von Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten erwarten wir eine
Optimierung der regionalen Produktion und eine signifikante Kostenreduzierung. 2009
entstanden für die Divisionen Powertrain und Interior Aufwendungen für Restrukturierungsmaßnahmen
in Höhe von 82,6 Mio €.
Im gleichen Zusammenhang wurde beschlossen, die bisher am Standort Deer Park, USA,
angesiedelten Aktivitäten mehrerer Geschäftseinheiten der Divisionen Powertrain und
Interior in anderen Standorten zu konzentrieren. Dadurch fielen Aufwendungen für Restrukturierungsmaßnahmen
in Höhe von 5,4 Mio € an.
Aufgrund rückläufiger Volumina und auslaufender Kundenaufträge mussten die Produktionskapazitäten
am Standort Karben, Deutschland, angepasst werden. Dadurch entstanden Restrukturierungsaufwendungen
in den Divisionen Chassis & Safety, Powertrain und Interior in Höhe von 31,9 Mio €.
Durch den Auslauf weiterer Kundenaufträge sowie Einsparungen in den Bereichen Forschung
& Entwicklung (F&E) und Verwaltung entstanden am Standort Babenhausen, Deutschland,
für die Division Interior 2009 Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von 31,4 Mio
€.
Am Standort Wetzlar, Deutschland, entstanden für die Division Interior Restrukturierungsaufwendungen
in Höhe von 12,2 Mio €. Grund dafür sind auslaufende Forschungs- und Entwicklungsprojekte,
für die es keine Nachfolgeaufträge gibt.
Der Forschungs- und Entwicklungsstandort Neubiberg, Deutschland, wurde geschlossen.
Daraus entstanden innerhalb der Divisionen Powertrain und Interior Restrukturierungsaufwendungen
in Höhe von 8,8 Mio €.
Das assoziierte Unternehmen Hyundai Autonet Co. Ltd., Kyoungki-do, Südkorea, der Division
Interior wurde zu einem Verkaufspreis von 126,6 Mio € veräußert. Aus der Transaktion
resultierte ein Wertminderungsbedarf in Höhe von 73,6 Mio €.
Im Rahmen der Veräußerung von zwei assoziierten Unternehmen entstand ein Wertminderungsbedarf
in der Division Interior in Höhe von 43,6 Mio € und 2,0 Mio €.
Zum 31. Oktober 2009 wurde der aus dem Non-OE-Bereich stammende Geschäftsbereich Public
Transport Solution an die Trapeze ITS Gruppe - überwiegend im Rahmen eines Asset-Deals
- für einen vorläufigen, negativen Kaufpreis in Höhe von 11,7 Mio € veräußert, insbesondere
hervorgerufen durch einen Abbau des Working Capital zwischen Signing und Closing Datum.
Die finale Kaufpreisfeststellung wurde im vierten Quartal 2010 abgeschlossen. Aus
der Veräußerung ergab sich 2009 für die Division Interior insgesamt ein Aufwand in
Höhe von 4,5 Mio €.
Im Rahmen der Abwicklung der Restrukturierungsmaßnahmen am Standort Dortmund, Deutschland,
wurden in den Divisionen Chassis & Safety und Powertrain insbesondere nicht verwendete
Rückstellungen für Abfindungszahlungen in Höhe von 5,3 Mio € aufgelöst, da Teile der
Produktionskapazitäten an die Division Interior übergeben werden konnten.
Die Produktion des Standorts Hiroshima, Japan, wird nach Changshu, China, verlagert.
Dadurch entstanden in der Division Chassis & Safety Restrukturierungsaufwendungen
in Höhe von 2,9 Mio €.
Aufgrund der Rücknahme eines Kundenauftrags zur Entwicklung und Fertigung von Diesel-Einspritzsystemen
am Standort Blythewood, USA, mussten 2009 Restrukturierungsmaßnahmen eingeleitet werden.
Dafür entstanden Aufwendungen in Höhe von 44,7 Mio € in der Division Powertrain. Hierbei
handelte es sich in erster Linie um Sonderabschreibungen auf Produktionsanlagen sowie
um die Abwicklung von Lieferantenansprüche.
Der Standort Blythewood, USA, resultiert aus einem Joint Venture mit einem amerikanischen
Motorenhersteller, welcher auch der Hauptkunde des Standortes ist. Wegen rückläufiger
Kapazitätsauslastung wurde Ende 2008 beschlossen, den Standort zu schließen und die
Produktion nach Newport News, USA, zu verlagern. Continental hatte Schadenersatzansprüche
gegenüber dem Joint-Venture-Partner aufgrund von Unterauslastung gestellt. Im Rahmen
einer Einigung wurde anstatt einer Verlagerung der komplette Standort, einschließlich
der vorgehaltenen Fertigung, an den Joint-Venture-Partner übertragen. Aus der Veräußerung
ergab sich für die Division Powertrain unter Berücksichtigung aller gegenseitigen
Ansprüche und Interessen ein Ertrag in Höhe von 10,5 Mio €.
Aus der Verlagerung der bei Continental verbleibenden Fertigung sowie der Forschungs-
und Entwicklungsaktivitäten nach Newport News, USA, ergaben sich für die Division
Powertrain weitere Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von 4,2 Mio €.
Die notwendige Anpassung der Produktionsüberkapazitäten in Europa an die aktuellen
Marktbedingungen führte zur Einstellung der Pkw-Reifenproduktion in Clairoix, Frankreich.
Dadurch ergaben sich 2009 Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von 207,3 Mio €. Diesen
steht ein positiver Ergebniseffekt in Höhe von 11,4 Mio € aus geringeren Pensionsverpflichtungen
aufgrund des vorzeitigen Ausscheidens der Mitarbeiter gegenüber.
Die Schließung der Mischungs- und Gummierungsaktivitäten in Traiskirchen, Österreich,
Ende 2009 führte innerhalb der Division Pkw-Reifen zu Aufwendungen für Restrukturierungsmaßnahmen
in Höhe von 12,9 Mio €.
Im Rahmen der eingeleiteten Strukturmaßnahmen für den Standort Hannover-Stöcken, Deutschland,
entstanden innerhalb der Division Nfz-Reifen Restrukturie-rungsaufwendungen in Höhe
von 46,4 Mio €.
Die Schließung des Conti Machinery-Standorts Puchov, Slowakei, führte in der Division
Nfz-Reifen zu Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von 8,0 Mio €, darin enthalten
sind 1,1 Mio € Wertminderung auf immaterielle Vermögenswerte aus der Kaufpreisallokation
für Matador. In diesem Zusammenhang entstand zudem eine Wertminderung einer At-Equity-Beteiligung
in Höhe von 0,8 Mio €.
Die durch die weltweite Wirtschaftskrise verursachten Absatzrückgänge machten eine
effiziente Auslastung des extern betriebenen Lagers in Straubing, Deutschland, nicht
länger möglich. Das Lager wurde daher geschlossen. Der zugehörige Mietvertrag läuft
bis 2016. Zum Jahresende 2009 wurde davon ausgegangen, dass die Flächen nicht entsprechend
untervermietet werden können. Deshalb wurde in der Division Nfz-Reifen eine Rückstellung
in Höhe von 9,7 Mio € gebildet.
Die teilweise Abschreibung des Markennamens Matador, sowie eine Wertminderung auf
das Sachanlagevermögen in Puchov, Slowakei, bedingt durch signifikante Absatzrückgänge,
führten für die Divisionen Pkw-Reifen und Nfz-Reifen zu Aufwendungen in Höhe von 10,7
Mio €, davon entfielen 4,0 Mio € auf aktivierte immaterielle Vermögenswerte aus der
Matador Kaufpreisallokation.
Die Prüfung der Kundenbeziehungen innerhalb der sonstigen immateriellen Vermögenswerte
auf Werthaltigkeit im Rahmen eines Impairment-Tests führte bei verschiedenen Kundengruppen
zu einem Wertminderungsbedarf für die Division Pkw-Reifen in Höhe von 2,4 Mio €.
Die Schließung und Verlagerung von westeuropäischen Standorten des Geschäftsbereichs
Fluid Technology innerhalb der Division ContiTech führten 2009 zu Restrukturierungsaufwendungen
in Höhe von 33,4 Mio €.
In dem 2007 eingeleiteten Kartellverfahren gegen die Dunlop Oil & Marine Ltd., Großbritannien,
einer Gesellschaft der ContiTech AG, im Bereich Off-shore-Schläuche, kam es zu weiteren
Aufwendungen in Höhe von 6,2 Mio €.
Für die Division ContiTech entstand aus der Erstkonsolidierung der Transportband-Gesellschaft
Kolubara Univerzal D.O.O., Serbien, ein Ertrag aus dem negativen Unterschiedsbetrag
in Höhe von 0,7 Mio €.
Im Konzern ergaben sich weitere, kleinere Wertminderungen auf Sachanlagevermögen und
immaterielle Vermögenswerte in Höhe von insgesamt 13,1 Mio €, wovon 9,7 Mio € auf
die Automotive Group und 3,4 Mio € auf die Rubber Group entfielen.
Zusätzlich entstanden im Berichtsjahr in der Automotive Group, im Wesentlichen aus
Restrukturierungen, Aufwendungen in Höhe von insgesamt 25,4 Mio €. Ebenfalls vor allem
aus Restrukturierungsmaßnahmen fielen in der Rubber Group weitere Aufwendungen in
Höhe von insgesamt 2,2 Mio € an.
Das aufgrund der Wirtschaftskrise initiierte weltweite Kostensenkungsprogramm führte
2009 zu Aufwendungen für Abfindungen in Höhe von 116,7 Mio € (Chassis & Safety 21,4
Mio € / Powertrain 14,1 Mio € / Interior 26,4 Mio € / Pkw-Reifen 11,1 Mio € / Nfz-Reifen
5,3 Mio € / ContiTech 30,1 Mio € / Holding 8,3 Mio €).
Wegen der durch steigende Margen bedingten höheren erwarteten Mittelabflüsse für den
VDO-Kredit erfolgten im September und Dezember 2009 aufwandswirksame Buchwertanpassungen,
deren Wert sich Ende 2009 in Summe auf 64,5 Mio € belief. Diese Abgrenzung wird über
die Laufzeit des Kredits aufwandsreduzierend amortisiert.
Für den Konzern ergab sich eine Belastung durch Sondereffekte im Jahr 2009 in Höhe
von insgesamt 1.755,4 Mio €. Bereinigt um das Goodwill Impairment in Höhe von 875,8
Mio € und Wertminderungen auf immaterielle Vermögenswerte aus Kaufpreisallokationen
in Höhe von 7,5 Mio € ergab sich eine Belastung durch Sondereffekte in Höhe von 872,1
Mio €.
Im Jahr 2010 kaufte der Continental-Konzern Rohmaterial, Investitionsgüter, sonstiges
Material und Dienstleistungen in Höhe von 17,5 Mrd €, was einem Umsatzanteil von 67
% entspricht.
Zum einen führten die schnelle Erholung der Wirtschaft sowie die Nachfrage der Wachstumsmärkte
zu einem hohen Preisniveau an den Rohstoff- und Rohmaterialmärkten. Zum anderen war
genau diese wirtschaftliche Erholung der Treiber für den Anstieg des Produktionsvolumens
des gesamten Konzerns. Das Produktionsvolumen hatte nicht nur auf das direkte Fertigungsmaterial,
sondern auch auf das indirekte Material, und dabei insbesondere bei Investitionen,
einen signifikanten Einfluss.
Der Aufwand für Forschung und Entwicklung (F&E) erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr
um 94,1 Mio € bzw. 6,9 % auf 1.450,4 Mio € (Vj. 1.356,3 Mio €) und beträgt 5,6 % vom
Umsatz (Vj. 6,7 %).
In den Divisionen Chassis & Safety, Powertrain und Interior werden Kosten im Zusammenhang
mit der erstmaligen Beauftragung für Entwicklungen im Erstausrüstungsgeschäft aktiviert.
Dabei erfolgt die Aktivierung ab dem Zeitpunkt der Nominierung als Lieferant durch
den Erstausrüster und des Erreichens einer bestimmten Freigabestufe. Die Aktivierung
endet mit der Freigabe für die unbegrenzte Serienproduktion. Aufwendungen für kundenspezifische
Applikationen, Vorserienprototypen und Testkosten für bereits vermarktete Produkte
gelten weiterhin als nicht aktivierungsfähige Aufwendungen. Die Abschreibung erfolgt
linear über eine Nutzungsdauer von drei Jahren. Die angenommene Nutzungsdauer reflektiert
nach Einschätzung von Continental den Zeitraum, in dem ein wirtschaftlicher Nutzen
aus den entsprechenden Entwicklungsprojekten wahrscheinlich erzielbar ist. Von den
im Jahr 2010 bei den drei Divisionen angefallenen Entwicklungskosten erfüllten 74,5
Mio € (Vj. 49,0 Mio €) die Aktivierungsvoraussetzungen.
Die Voraussetzungen für eine Aktivierung von Entwicklungsaktivitäten (IAS 38) wurden
in den Divisionen Pkw-Reifen, Nfz-Reifen und ContiTech im Berichtsjahr und auch im
Vorjahr nicht erfüllt.
Die Abschreibungen reduzierten sich um 979,2 Mio € auf 1.652,4 Mio € (Vj. 2.631,6
Mio €) und entsprechen 6,3 % vom Umsatz (Vj. 13,1 %). Darin enthalten sind im Berichtsjahr
Wertminderungen in Höhe von insgesamt 57,7 Mio € (Vj. 993,0 Mio €). Im Vorjahreswert
sind die außerplanmäßigen Wertminderungen des Goodwill in Höhe von 875,8 Mio € enthalten.
Die Belastung aus dem Zinsergebnis reduzierte sich im Vergleich zum Vorjahr um 23,6
Mio € auf -697,2 Mio € (Vj. -720,8 Mio €). Dieser Rückgang ist im Wesentlichen auf
zum großen Teil nicht zahlungswirksame Währungskurseffekte sowie Effekte aus Änderungen
des beizulegenden Zeitwerts von Derivaten zurückzuführen. Beide Effekte liegen mit
insgesamt 40,6 Mio € um 23,1 Mio € über dem Vorjahreswert (Vj. 17,5 Mio €). Die Zinserträge
des Jahres 2010 beliefen sich auf 22,6 Mio € (Vj. 30,3 Mio €).
Die Zinsaufwendungen, ohne die bereits vorab beschriebenen Effekte aus Fremdwährungsumrechnung
sowie aus Änderungen des beizulegenden Zeitwerts von Derivaten und den Gewinnen aus
zur Veräußerung verfügbarer finanzieller Vermögenswerte, reduzierten sich gegenüber
dem Vorjahr um 8,2 Mio € auf 760,4 Mio € (Vj. 768,6 Mio €).
Wie in den Vorjahren ist auch 2010 die Höhe der Zinsaufwendungen und damit des Zinsergebnisses
im Wesentlichen auf die Ausnutzung des VDO-Kreditvertrags mit einem zugesagten Betrag
in Höhe von insgesamt 6.484,9 Mio € (Vj. 11,0 Mrd €) zum 31. Dezember 2010 zurückzuführen.
Die signifikante Reduzierung der Inanspruchnahme des VDO-Kredits resultiert aus mehreren
Effekten: Ein wesentlicher Effekt war die im Januar 2010 erfolgreich durchgeführte
Kapitalerhöhung und der hieraus resultierende Abbau der Netto-Finanzschulden. Aus
der Kapitalerhöhung erzielte Continental einen Netto-Emissionserlös vor Steuereffekten
in Höhe von 1.056,0 Mio €. Des Weiteren konnte Continental Mitte 2010 angesichts des
positiven Marktumfelds und der hohen Nachfrage nach ihren Anleihen einen weiteren
Baustein des Ende 2009 initiierten Refinanzierungspakets zur Verbesserung der Finanz-
und Kapitalstruktur umsetzen und im dritten Quartal 2010 über die Conti-Gummi Finance
B.V., Amsterdam, Niederlande, vier Anleihen mit einem Gesamtvolumen von 3,0 Mrd €
platzieren. Deren Netto-Emissionserlöse wurden zur teilweisen Rückführung der Inanspruchnahme
des VDO-Kredits sowie zur Rückzahlung des zur Refinanzierung der im August 2010 fälligen
Tranche B des VDO-Kredits aufgenommenen Kredits (Forward Start Facility) eingesetzt.
Darüber hinaus erfolgte im Dezember 2010 aufgrund des guten Geschäftsverlaufs eine
weitere Rückführung des VDO-Kredits. Die auf die zurückgeführten Beträge entfallenden
abgegrenzten Finanzierungsnebenkosten waren ergebniswirksam aufzulösen und führten
insgesamt zu einem Sondereffekt in Höhe von -36,8 Mio €. Ein weiterer, belastender
Effekt für den Zinsaufwand aus dem VDO-Kredit und der Forward Start Facility ist das
im Vergleich zum Vorjahr höhere Margenniveau dieser Kredite, welches auf die Ratingverschlechterungen
im Jahresverlauf 2009 sowie im Mai 2010 und die im Dezember 2009 abgeschlossenen Nachverhandlung
der Bedingungen des VDO-Kredits zurückzuführen ist. Entlastend wirkte das im Vergleich
zum Vorjahr niedrigere Marktzinsniveau. Unter Berücksichtigung aller vorgenannter
Effekte liegen die Zinsaufwendungen für den VDO-Kredit und die Forward Start Facility
mit 595,9 Mio € um 49,1 Mio € unter dem Vorjahreswert (Vj. 645,0 Mio €).
Aus den im dritten Quartal 2010 platzierten Anleihen resultierten 2010 Zinsaufwendungen
in Höhe von insgesamt 73,6 Mio €.
Die Steuern vom Einkommen und Ertrag belaufen sich für das Geschäftsjahr 2010 auf
592,1 Mio € (Vj. Ertragsposition von 154,3 Mio €). Die steuerliche Belastungsquote
beträgt 47,8 %. Im Vorjahr betrug die steuerliche Entlastungsquote vor dem steuerlich
nicht wirkenden Goodwill Impairment 17,4 %.
Der Steueraufwand des Berichtsjahres ist maßgeblich durch nicht zahlungswirksame Wertberichtigungen
in Höhe von insgesamt 354,4 Mio € auf aktive latente Steuern beeinflusst. Diese Wertberichtigungen
betreffen mit 120,1 Mio € aktive latente Steuern bezüglich des mit dem relevanten
Steuersatz bewerteten fortgeführten steuerlichen Zinsvortrags in Deutschland. Die
entsprechenden aktiven latenten Steuern aus dem Jahr 2009 in Höhe von 68,9 Mio € und
die Erhöhungen innerhalb des Berichtsjahres in Höhe von 51,2 Mio € wurden vollständig
wertberichtigt. Insbesondere die im Mai 2010 erfolgte Ratingverschlechterung der Continental
AG, einhergehend mit höheren Zinsmargen auf bestehende Kredite, sowie die zukünftig
steigende Zinsbelastung aus der Emission von Euro-Anleihen mit einem Volumen von insgesamt
3,0 Mrd € im dritten Quartal 2010 lassen zum heutigen Zeitpunkt eine Nutzung des Zinsvortrags
in Deutschland als unzureichend wahrscheinlich erscheinen. Seit 2008 gilt in Deutschland
eine Zinsabzugsbeschränkung mit Vortragsfähigkeit; der steuerlich zulässige Zinsabzug
ist auf 30 % des steuerlichen Gewinns vor Abschreibungen und Zinsen begrenzt.
Die Wertberichtigungen auf aktive latente Steuern in ausländischen Einheiten sind
gegenüber dem Vorjahr um 163,9 Mio € auf 234,3 Mio € gestiegen, davon 11,8 Mio € für
Vorjahre, und wirken entsprechend belastend auf die Steuerquote.
Weiterhin belasten steuerlich nicht abzugsfähige Betriebsausgaben und in Deutschland
wegen fehlendem Anrechnungsvolumen nicht anrechenbare ausländische Quellensteuern
die Steuerquote. Positive Auswirkungen resultieren aus Besteuerungsunterschieden im
Ausland sowie Förderungen und Befreiungen.
Der Steueraufwand der Vorjahresperiode wurde maßgeblich durch eine Wertberichtigung
von aktiven latenten Steuern auf Verlust- und Zinsvorträge in Höhe von 108,5 Mio €
in Deutschland beeinflusst. Diese war erforderlich, da nach Auffassung der deutschen
Finanzverwaltung bereits aufgrund von Anteilserwerben der Schaeffler KG im Jahr 2008
und 2009 ein schädlicher Anteilseignerwechsel nach § 8c KStG eingetreten ist. Continental
teilt diese Rechtsauffassung zu Zeitpunkt und Umfang schädlicher Anteilserwerbe nicht
und geht bereits mit Rechtsmitteln in einem Musterverfahren dagegen vor.
Das Konzernergebnis den Anteilseignern zuzurechnen erhöhte sich 2010 um 2.225,2 Mio
€ auf 576,0 Mio € (Vj. -1.649,2 Mio €). Dies entspricht einem Ergebnis pro Aktie von
2,88 € (Vj. -9,76 €).
|
|
2010 | 2009 | Δ in % |
| Chassis & Safety | 569,0 | -102,5 | 655,1 |
| Powertrain | -198,1 | -943,2 | 79,0 |
| Interior | 197,0 | -516,0 | 138,2 |
| Pkw-Reifen | 993,3 | 536,4 | 85,2 |
| Nfz-Reifen | 50,1 | -50,1 | 200,0 |
| ContiTech | 369,6 | 169,4 | 118,2 |
| Sonstiges/Konsolidierung | -45,7 | -134,4 |
|
| EBIT | 1.935,2 | -1.040,4 | 286,0 |
| Zinsergebnis | -697,2 | -720,8 | 3,3 |
| Ergebnis vor Ertragsteuern | 1.238,0 | -1.761,2 | 170,3 |
| Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | -592,1 | 154,3 | -483,7 |
| Konzernergebnis | 645,9 | -1.606,9 | 140,2 |
| Auf Anteile in Fremdbesitz entfallender Gewinn | -69,9 | -42,3 | -65,2 |
| Konzernergebnis den Anteilseignern zuzurechnen | 576,0 | -1.649,2 | 134,9 |
| Ergebnis pro Aktie in €, unverwässert | 2,88 | -9,76 | 129,5 |
Der Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit reduzierte sich 2010 im Vorjahresvergleich
um 577,9 Mio € auf 1.849,2 Mio € (Vj. 2.427,1 Mio €) und erreicht 7,1 % vom Umsatz
(Vj. 12,1 %).
Für das Geschäftsjahr 2010 ergibt sich ein Free Cashflow in Höhe von 566,9 Mio € (Vj.
1.640,3 Mio €). Dies entspricht einem Rückgang um 1.073,4 Mio € gegenüber dem Vorjahresvergleichszeitraum.
Die insbesondere aus der Kaufpreisfinanzierung für den Erwerb der Siemens VDO resultierenden
Zinszahlungen verringerten sich um 31,6 Mio € auf 725,6 Mio € (Vj. 757,2 Mio €).
Die Auszahlungen für Ertragsteuern erhöhten sich um 288,2 Mio € auf 493,0 Mio € (Vj.
204,8 Mio €).
Negativ wirkt ein Aufbau des Working Capital, der gegenüber dem Geschäftsjahr 2009
zu einem Mittelabfluss von 1.078,4 Mio € führt. Dieser zahlungsmittelwirksame Anstieg
des operativen Working Capital resultiert aus dem Aufbau der Vorräte in Höhe von 993,0
Mio € und einem Aufbau der operativen Forderungen in Höhe von 330,7 Mio €. Dagegen
kam es zu einer Zunahme der operativen Verbindlichkeiten in Höhe von 245,3 Mio €.
Die Zuflüsse aus Pensionsrückstellungen reduzierten sich gegenüber dem Vorjahr um
676,6 Mio € auf 38,2 Mio €. Dies resultiert im Wesentlichen aus der Erstattung aus
den für mehrere Konzerngesellschaften bestehenden Contractual Trust Arrangements (CTAs)
für seit Mitte 2006 durch die Gesellschaften geleistete Pensionszahlungen, dem Anteilserwerb
an der ContiTech AG durch den Continental Pension Trust e.V. in Höhe von 24,9 % sowie
der Aufgabe der Planvermögenseigenschaft des Deckungsvermögens der entsprechenden
CTAs, die im Geschäftsjahr 2009 insgesamt zu Mittelzuflüssen von 682,8 Mio € führten
und denen im Geschäftsjahr 2010 keine vergleichbaren positiven Effekte gegenüberstehen.
Aus der Investitionstätigkeit resultiert ein Mittelabfluss in Höhe von 1.282,3 Mio
€ (Vj. 786,8 Mio €), der wesentlich durch die um 383,2 Mio € auf 1.242,6 Mio € (Vj.
859,4 Mio €) gestiegenen Investitionen in Sachanlagen und Software beeinflusst ist.
Aus der Veräußerung von Gesellschaften und Geschäftsbereichen resultiert ein im Vergleich
zum Vorjahr um 123,2 Mio € reduzierter Mittelzufluss. Wesentlich für diesen Rückgang
ist, dass dem Verkauf des assoziierten Unternehmens Hyundai Autonet Co., Ltd. an die
Hyundai Mobis Co., Ltd. im Juni 2009, der zu einem Mittelzufluss in Höhe von 126,6
Mio € führte, im Geschäftsjahr 2010 kein vergleichbarer Einzeleffekt gegenüber steht.
Der Bilanzzugang für Sachanlagen und Software belief sich 2010 auf 1.296,4 Mio €.
Darin sind 52,3 Mio € (Vj. 0,0 Mio €) für Finanzierungs-Leasing und 1,5 Mio € (Vj.
0,7 Mio €) für die Aktivierung von Fremdkapitalkosten enthalten. Insgesamt ergibt
sich gegenüber dem Vorjahreswert (860,1 Mio €) eine deutliche Steigerung um 436,3
Mio €, wozu alle Divisionen beigetragen haben. Die Investitionsquote beträgt 5,0 %
(Vj. 4,3 %).
Die Brutto-Finanzschulden lagen zum Jahresende 2010 mit 8.990,5 Mio € (Vj. 10.712,5
Mio €) um 1.722,0 Mio € unter dem Vorjahresniveau.
Die Wertveränderung der Anleihen von 5,2 Mio € Ende 2009 auf 2.988,5 Mio € zum Ende
des Geschäftsjahres 2010 ist auf die durch die Conti-Gummi Finance B.V., Amsterdam,
Niederlande, im dritten Quartal 2010 platzierten vier Anleihen mit einem Gesamtvolumen
von 3,0 Mrd € zurückzuführen. Alle Anleihen sind in Euro denominiert und mit Garantien
der Continental AG sowie von ausgewählten Tochtergesellschaften ausgestattet. Im Juli
2010 wurde eine 5-jährige Anleihe über 750,0 Mio € mit einem Zinssatz von 8,5 % p.a.
platziert, Anfang September 2010 eine 7-jährige Anleihe über 1.000,0 Mio € mit einem
Zinssatz von 7,5 % p.a. und Ende September 2010 zwei Anleihen über je 625,0 Mio €
mit unterschiedlichen Fälligkeiten. Die erste, im Januar 2016 fällige Anleihe, trägt
einen Zinssatz von 6,5 % p.a., die zweite, im Oktober 2018 fällige Anleihe, trägt
einen Zinssatz von 7,125 % p.a. Die Zinszahlungen der Anleihen erfolgen halbjährlich
nachträglich.
| Mio € | 31.12.2010 | 31.12.2009 |
| Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit | 1.849,2 | 2.427,1 |
| Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit | -1.282,3 | -786,8 |
| Cashflow vor Finanzierungstätigkeit (Free Cashflow) | 566,9 | 1.640,3 |
| Dividenden und Kapitalrückzahlungen an Minderheitsgesellschafter | -35,2 | -33,0 |
| Ausgabe von Aktien | 1.056,0 | - |
| Nicht zahlungswirksame Veränderungen | 6,8 | -42,4 |
| Sonstiges | -28,1 | 14,1 |
| Währungskurseffekte | 12,1 | 9,0 |
| Veränderung der Netto-Finanzschulden | 1.578,5 | 1.588,0 |
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten lagen am 31. Dezember 2010 bei 5.144,9
Mio € (Vj. 10.096,3 Mio €) und damit 4.951,4 Mio € unter dem Vorjahresniveau. Der
VDO-Kredit wurde zum 31. Dezember 2010 durch die Continental AG sowie durch die Continental
Rubber of America, Corp. (CRoA), Willmington, USA, in Anspruch genommen und valutierte
zum Berichtsstichtag in einer Höhe von insgesamt 4.297,0 Mio € (Vj. 9.180,1 Mio €).
Der unter diesem Kredit zugesagte Betrag belief sich Ende 2010 auf 6.484,9 Mio € (Vj.
11,0 Mrd €). Die signifikante Reduzierung des VDO-Kredits ist auf mehrere Effekte
zurückzuführen: Ein wesentlicher Effekt war die im Januar 2010 erfolgreich durchgeführte
Kapitalerhöhung und der hieraus resultierende Abbau der Netto-Finanzschulden. Aus
der Kapitalerhöhung erzielte Continental einen Netto-Emissionserlös vor Steuereffekten
in Höhe von 1.056,0 Mio €, der vertragsgemäß zur Teilrückführung der im August 2010
fälligen Tranche B unter dem VDO-Kredit eingesetzt wurde. Mit der Kapitalerhöhung
hatte Continental außerdem die Voraussetzung für die Bereitstellung einer Forward
Start Facility (FSF) mit einem Volumen von maximal 2.500,0 Mio € zur Refinanzierung
der Tranche B im August 2010 geschaffen. Diese Verknüpfung war Bestandteil des im
Dezember 2009 erfolgreich abgeschlossenen Refinanzierungspakets zur Verbesserung der
Finanz- und Kapitalstruktur. Im Sommer 2010 konnte Continental angesichts des positiven
Marktumfelds und der hohen Nachfrage nach ihren Anleihen einen weiteren Baustein des
Refinanzierungspakets zur Verbesserung der Finanz- und Kapitalstruktur umsetzen und
im dritten Quartal 2010 über die Conti-Gummi Finance B.V., Amsterdam, Niederlande,
vier Anleihen mit einem Gesamtvolumen von 3,0 Mrd € platzieren. Deren Netto-Emissionserlöse
wurden zur teilweisen Rückführung der Inanspruchnahme des VDO-Kredits sowie zur Rückzahlung
des zur Refinanzierung der im August 2010 fälligen Tranche B des VDO-Kredits aufgenommenen
Kredits (Forward Start Facility) eingesetzt. Darüber hinaus erfolgte im Dezember 2010
aufgrund des guten Geschäftsverlaufs eine weitere Rückführung der Tranche C unter
dem VDO-Kredit in Höhe von nominal 100,0 Mio €. Für die im August 2012 fällige Tranche
C bestanden zum Jahresende 2010 unverändert Zinssicherungen in Höhe von 3.125,0 Mio
€. Der hieraus resultierende durchschnittlich zu zahlende Festzinssatz beträgt 4,19
% zzgl. Marge. Insbesondere wegen der durch steigende Margen bedingten höheren erwarteten
Cashflows für den VDO-Kredit erfolgten im Jahr 2009 und im Juni 2010 aufwandswirksame
Buchwertanpassungen, deren Wert sich Ende 2010 in Summe auf 44,7 Mio € (Vj. 64,5 Mio
€) belief. Diese Abgrenzung wird über die Laufzeit des Kredits aufwandsreduzierend
amortisiert.
Für den von der Europäischen Investitionsbank (EIB) gewährten Kredit über ursprünglich
600,0 Mio € wurden vorzeitige Teilrückzahlungen in Höhe von insgesamt 300,0 Mio €
vorgenommen, davon 200,0 Mio € im Jahr 2009 sowie 100,0 Mio € im Januar 2010. Damit
beträgt die Inanspruchnahme des EIB-Kredits zum Jahresende 2010 nominal 300,0 Mio
€.
Die verschiedenen Finanzverbindlichkeiten erhöhten sich um 246,1 Mio € auf 857,1 Mio
€ (Vj. 611,0 Mio €). Dies ist im Wesentlichen auf die im Vergleich zum Vorjahr verstärkte
Inanspruchnahme von Forderungsverkaufsprogrammen, einen Anstieg der Verbindlichkeiten
aus Finanzierungsleasing und höhere negative beizulegende Zeitwerte von Derivaten
zurückzuführen. Die Ausnutzung von Forderungsverkaufsprogrammen konnte um 162,5 Mio
€ auf 381,5 Mio € erhöht werden (Vj. 219,0 Mio €). Das im November 2010 mit der Norddeutschen
Landesbank Luxembourg S.A. und der Coface Finanz GmbH abgeschlossene Forderungsverkaufsprogramm
ersetzt das Programm mit der Skandifinanz Bank AG und sieht - im Vergleich zum Programm
mit der Skandifinanz Bank AG - ein um 80,0 Mio € auf 230,0 Mio € erhöhtes Finanzierungsvolumen
vor. Dieses Programm wurde Ende 2010 mit 224,0 Mio € (Vj. Skandifinanz Bank AG: 149,5
Mio €) nahezu vollständig ausgenutzt. Darüber hinaus wurde im Dezember 2010 ein Forderungsverkaufsprogramm
mit der Landesbank Hessen-Thüringen Girozentrale mit einem Finanzierungsvolumen in
Höhe von 150,0 Mio € vereinbart, das Ende 2010 mit 82,7 Mio € (Vj. - Mio €) in Anspruch
genommen war. Das im Oktober 2009 mit der Wells Fargo Bank N.A. (ehemals Wachovia
Bank National Association) abgeschlossene Forderungsverkaufsprogramm wurde um den
Partner Bank of Nova Scotia erweitert und in diesem Zusammenhang das Finanzierungsvolumen
auf 150,0 Mio US-Dollar erhöht. Es war Ende 2010 mit 74,7 Mio € (Vj. 69,4 Mio €) ausgenutzt.
Der Anstieg der Leasingverbindlichkeiten um 41,6 Mio € auf 149,0 Mio € (Vj. 107,4
Mio €) ist im Wesentlichen auf Gebäude- und Anlagenleasing im Zusammenhang mit dem
Bau eines Pkw-Reifenwerkes in Hefei, China, zurückzuführen. Der beizulegende Zeitwert
der Derivate lag mit 234,0 Mio € um 28,9 Mio € über dem Wert zum 31. Dezember 2009
(Vj. 205,1 Mio €) und das Volumen der ausgegebenen Commercial Paper mit 86,5 Mio €
um 13,1 Mio € über dem Vorjahresendstand (Vj. 73,4 Mio €).
Die flüssigen Mittel, Derivate und verzinsliche Anlagen reduzierten sich um 143,5
Mio € auf 1.673,5 Mio € (Vj. 1.817,0 Mio €).
Die Netto-Finanzschulden verringerten sich gegenüber dem Jahresende 2009 um 1.578,5
Mio € auf 7.317,0 Mio € (Vj. 8.895,5 Mio €).
Die effektiven Finanzschulden, d. h. die um die Eventualverbindlichkeiten aus dem
Wechselobligo erhöhten Netto-Finanzschulden, lagen mit 7.323,7 Mio € um 1.585,5 Mio
€ unter dem Vorjahreswert (Vj. 8.909,2 Mio €).
Angesichts der weltweiten Wirtschaftskrise zeichnete sich erstmals Ende 2008 die Notwendigkeit
ab, ausgewählte Kreditvertragsbedingungen für den VDO-Kredit an das veränderte wirtschaftliche
Umfeld anzupassen. Ein von Continental ausgearbeitetes Konzept wurde dem Bankenkonsortium
im Dezember 2008 unterbreitet und fand im Januar 2009 die Zustimmung nahezu aller
kreditgebenden Banken. Obwohl Continental gut auf die Auswirkungen der weltweiten
Krise reagiert hat und es insbesondere gelungen ist, ausreichende Liquidität zu schaffen
bzw. zu erhalten, ergab sich zum Ende des Jahres 2009 ein weiterer Anpassungsbedarf
ausgewählter mit dem VDO-Kredit verbundener Finanzierungsbedingungen (Financial Covenants).
Das Ergebnis der Ende 2009 erfolgreich abgeschlossenen Nachverhandlungen für den VDO-Kredit
ist eine Einigung auf einen erhöhten Spielraum im Hinblick auf das Verhältnis von
Netto-Finanzschulden zu operativem Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen
(EBITDA) sowie auf das Verhältnis von EBITDA zum Zinsergebnis. Ferner wurden u. a.
eine weitere Margenerhöhung im Vergleich zu den bisherigen Konditionen sowie Einschränkungen
des Rahmens für Dividendenzahlungen vereinbart. Die angepassten Finanzierungsbedingungen
sehen erstmalig auch eine Beschränkung des jährlichen Investitionsvolumens und die
Gewährung eines umfangreichen Sicherheiten-Pakets durch diverse Gesellschaften des
Continental-Konzerns vor. Darüber hinaus umfassten die Nachverhandlungen aus Dezember
2009 auch ein Refinanzierungspaket, welches eine verbesserte Finanz- und Kapitalstruktur
schaffen sollte. Für die im August 2010 fällige Tranche B über 3,5 Mrd € unter dem
VDO-Kreditvertrag hatten die Banken eine Forward Start Facility (FSF) mit einem Volumen
von 2,5 Mrd € verbindlich zugesagt, deren Inanspruchnahme jedoch an eine bis August
2010 durchzuführende Kapitalerhöhung mit einem Brutto-Emissionserlös von mindestens
1,0 Mrd € geknüpft wurde.
Im Jahr 2010 stand die Umsetzung der im vorgenannten Refinanzierungspaket vereinbarten
Maßnahmen zur Verbesserung der Finanz- und Kapitalstruktur im Vordergrund. Bereits
im Januar 2010 wurde mit der Durchführung einer am Markt mit großem Interesse aufgenommenen
Kapitalerhöhung der erste Meilenstein des Refinanzierungspakets erreicht. Der Netto-Emissionserlös
vor Steuereffekten in Höhe von 1.056,0 Mio € wurde vertragsgemäß zur Rückführung der
Tranche B des VDO-Kreditvertrages eingesetzt. Damit hatte Continental die Voraussetzung
für die Bereitstellung der Forward Start Facility zur Ablösung der im August 2010
fälligen Tranche B erfüllt. Im Sommer 2010 konnte Continental das positive Marktumfeld
sowie die hohe Nachfrage nach Anleihen nutzen und im dritten Quartal 2010 vier in
Euro denominierte Anleihen mit einem Gesamtvolumen von 3,0 Mrd € erfolgreich bei Investoren
im In- und Ausland platzieren. Alle Anleihen waren stark überzeichnet, so wurde u.
a. für die zweite, Anfang September 2010 platzierte Anleihe das ursprünglich geplante
Emissionsvolumen von 750,0 Mio € auf 1,0 Mrd € aufgestockt. Alle Anleihen partizipieren
an dem umfangreichen Sicherheiten-Paket, das gemäß den zuvor beschriebenen Nachverhandlungen
für den VDO-Kredit den kreditgebenden Banken gewährt wurde. Die Netto-Emissionserlöse
aller Anleihen wurden vertragsgemäß zur teilweisen Rückführung des VDO-Kredits sowie
zur Rückzahlung des zur Refinanzierung der im August 2010 fälligen Tranche B des VDO-Kredits
aufgenommenen Kredits (Forward Start Facility) eingesetzt.
Im Jahr 2010 wurden die vereinbarten Financial Covenants zum jeweiligen Quartalsstichtag
eingehalten.
Im Verlauf des Jahres 2010 konnte Continental die Zusammensetzung der Finanzschulden
maßgeblich verändern. So wurde durch die Anleiheemissionen und den Ausbau der Forderungsverkaufsprogramme
eine stärkere Diversifikation der Finanzierungsquellen und auch eine signifikante
Verbesserung der Fälligkeitenstruktur erreicht.
Zum 31. Dezember 2010 verfügte Continental über eine sehr komfortable Liquiditätsposition
von 4,2 Mrd € (Vj. 3,9 Mrd €) aus Barmitteln und ungenutzten zugesagten Kreditlinien.
Basierend auf den Quartalsendwerten waren 56,6 % (Vj. 36,4 %) der Brutto-Finanzschulden
nach Sicherungsmaßnahmen im Jahresdurchschnitt mit festen Zinssätzen ausgestattet.
Die Bilanzsumme erhöhte sich zum 31. Dezember 2010 von 23.049,2 Mio € um 1.341,3 Mio
€ auf 24.390,5 Mio € gegenüber dem entsprechenden Vorjahresstichtag. Dies ist im Wesentlichen
auf den Aufbau der Vorräte und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe
von insgesamt 1.367,7 Mio €, einhergehend mit der ansteigenden Geschäftstätigkeit,
zurückzuführen. Vornehmlich die ansteigende Investitionstätigkeit führte zu einem
Anstieg der Sachanlagen um 314,4 Mio €. Gegenläufig wirkte der Rückgang der sonstigen
immateriellen Vermögenswerte mit 345,4 Mio €, vor allem aufgrund von Abschreibungen
aus Kaufpreisallokation (PPA). Der Abbau der flüssigen Mittel in Höhe von 241,5 Mio
€ resultiert unter anderem aus den Rückführungen von kurzfristigen Finanzschulden.
Die langfristigen Vermögenswerte erhöhten sich um 163,3 Mio € auf 14.887,9 Mio € (Vj.
14.724,6 Mio €). Der Anstieg ergibt sich vor allem aus dem Sachanlagevermögen, das
sich um 314,4 Mio € auf 6.098,7 Mio € (Vj. 5.784,3 Mio €) erhöhte, sowie den langfristigen
Derivaten und verzinslichen Ausleihungen mit einem Anstieg um 79,5 Mio € auf 157,9
Mio € (Vj. 78,4 Mio €), insbesondere aus den Rückkaufoptionen der Hochzinsanleihen
resultierend. Der Anstieg des Goodwill um 107,0 Mio € auf 5.643,6 Mio € (Vj. 5.536,6
Mio €) ist insbesondere auf Währungskursänderungen zurückzuführen. Die sonstigen immateriellen
Vermögenswerte reduzierten sich um 345,4 Mio € auf 1.723,3 Mio € (Vj. 2.068,7 Mio
€). Die in den sonstigen langfristigen Vermögenswerten enthaltenen aktiven latenten
Steuern reduzierten sich um 48,2 Mio € auf 680,7 Mio € (Vj. 728,9 Mio €). Die sonstigen
langfristigen Vermögenswerte verzeichneten keine wesentlichen Veränderungen gegenüber
dem Vorjahr.
Die kurzfristigen Vermögenswerte erhöhten sich um 1.178,0 Mio € auf 9.502,6 Mio €
(Vj. 8.324,6 Mio €). Dem Anstieg der Vorräte und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
steht ein Rückgang der flüssigen Mittel gegenüber. Der Anstieg der Forderungen aus
Lieferungen und Leistungen um 805,9 Mio € auf 4.454,0 Mio € (Vj. 3.648,1 Mio €) resultiert
im Wesentlichen aus ansteigenden Umsätzen zum Jahresende 2010 gegenüber dem Vorjahresmonat.
Die ansteigende Geschäftstätigkeit führte gleichfalls zum Aufbau der Vorräte um 561,8
Mio € auf 2.637,8 Mio € (Vj. 2.076,0 Mio €). Die flüssigen Mittel reduzierten sich
im Berichtsjahr um 241,5 Mio € auf 1.471,3 Mio € (Vj. 1.712,8Mio €) insbesondere aufgrund
der Rückführung kurzfristiger Finanzschulden. Die sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte
verzeichneten keine wesentlichen Veränderungen gegenüber dem Vorjahr.
Das Eigenkapital erhöhte sich um 2.141,2 Mio € auf 6.202,9Mio € (Vj. 4.061,7 Mio €).
Dies resultiert insbesondere aus dem Erlös aus der Kapitalerhöhung im Januar 2010
in Höhe von 1.073,3 Mio € unter Berücksichtigung der Emissionskosten und darauf entfallender
Steuereffekte, positiver Währungskurseffekte in Höhe von 410,6 Mio € und dem positiven
Konzernergebnis den Anteilseignern zuzurechnen in Höhe von 576,0 Mio €. Die Eigenkapitalquote
verbesserte sich von 17,6 % auf 25,4 %.
Die langfristigen Rückstellungen und Verbindlichkeiten erhöhten sich um 1.833,1 Mio
€ auf 9.730,2 Mio € (Vj. 7.897,1 Mio €). Die hierin enthaltenen langfristigen Finanzschulden
stiegen um 1.784,7 Mio € auf 7.752,4 Mio € (Vj. 5.967,7 Mio €), vornehmlich auf den
Anleiheemissionen im Jahr 2010 von insgesamt nominal 3.000,0 Mio € beruhend. Gegenläufig
wirkt die teilweise Rückzahlung der Tranche C des VDO-Kredits in Höhe von 1.015,1
Mio €. Die Pensionsrückstellungen erhöhten sich um 59,5 Mio € auf 1.404,5 Mio € (Vj.
1.345,0 Mio €). Die sonstigen langfristigen Rückstellungen und Verbindlichkeiten verzeichneten
keine wesentlichen Veränderungen gegenüber dem Vorjahr.
Die kurzfristigen Rückstellungen und Verbindlichkeiten reduzierten sich um 2.633,0
Mio € auf 8.457,4 Mio € (Vj. 11.090,4 Mio €), hauptsächlich durch den Abbau kurzfristiger
Finanzschulden. Diese verminderten sich um 3.506,7 Mio € auf 1.238,1 Mio € (Vj. 4.744,8
Mio €) insbesondere aufgrund der Rückzahlung der Tranche B des VDO-Kredits durch Erlöse
aus der Kapitalerhöhung sowie den Anleiheemissionen 2010. Die Veränderungen der sonstigen
kurzfristigen Rückstellungen resultieren insbesondere aus den Auszahlungen für in
Vorjahren eingeleitete Restrukturierungsmaßnahmen sowie aus den Veränderungen bei
den Gewährleistungsrückstellungen. Gegenläufig wirkt der Anstieg der Verbindlichkeiten
aus Lieferungen und Leistungen um 691,0 Mio € auf 3.510,5 Mio € (Vj. 2.819,5 Mio €)
resultierend aus angestiegenen Produktionsvolumina. Der Anstieg der kurzfristigen
übrigen finanziellen Verbindlichkeiten um 323,1 Mio € auf 1.203,4 Mio € (Vj. 880,3
Mio €) resultiert insbesondere aus gestiegenen Abgrenzungen für Zinsen, Vertriebsprovisionen,
Bonus- und Sonderzahlungen. Die sonstigen kurzfristigen Rückstellungen und Verbindlichkeiten
verzeichneten keine wesentlichen Veränderungen gegenüber dem Vorjahr.
|
|
31.12.2010 | 31.12.2009 |
| Goodwill | 5.643,6 | 5.536,6 |
| Sonstige immaterielle Vermögenswerte | 1.723,3 | 2.068,7 |
| Sachanlagen | 6.098,7 | 5.784,3 |
| Assoziierte Unternehmen | 440,4 | 398,0 |
| Sonstige langfristige Vermögenswerte | 981,9 | 937,0 |
| Langfristige Vermögenswerte | 14.887,9 | 14.724,6 |
| Vorräte | 2.637,8 | 2.076,0 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 4.454,0 | 3.648,1 |
| Sonstige kurzfristige Vermögenswerte | 939,5 | 887,7 |
| Flüssige Mittel | 1.471,3 | 1.712,8 |
| Kurzfristige Vermögenswerte | 9.502,6 | 8.324,6 |
| Bilanzsumme | 24.390,5 | 23.049,2 |
|
|
31.12.2010 | 31.12.2009 |
| Eigenkapital | 6.202,9 | 4.061,7 |
| Langfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten | 9.730,2 | 7.897,1 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 3.510,5 | 2.819,5 |
| Sonstige kurzfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten | 4.946,9 | 8.270,9 |
| Kurzfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten | 8.457,4 | 11.090,4 |
| Bilanzsumme | 24.390,5 | 23.049,2 |
|
|
|
|
| Netto-Finanzschulden | 7.317,0 | 8.895,5 |
| Gearing Ratio in % | 118,0 | 219,0 |
Die operativen Aktiva des Konzerns erhöhten sich zum 31. Dezember 2010 im Vergleich
zum Ende des Vorjahres um 700,1 Mio € auf 15.282,8 Mio € (Vj. 14.582,7 Mio €).
Maßgeblich für diese Entwicklung ist der Anstieg des Working Capital um 669,7 Mio
€ auf 3.588,0 Mio € (Vj. 2.918,3 Mio €). Im Vorratsbereich kam es zu einem Bestandsaufbau
von 561,8 Mio € auf 2.637,8 Mio € (Vj. 2.076,0 Mio €). Trotz des Rückgangs der operativen
Forderungen in Prozent vom Umsatz um 1,1 Prozentpunkte auf 17,1 % (Vj. 18,2 %), erhöhte
sich deren Gesamtbestand zum Stichtag aufgrund des gegenüber dem Vorjahreszeitraum
stark verbesserten Geschäfts um 798,9 Mio € auf 4.460,7 Mio € (Vj. 3.661,8 Mio €).
Die operativen Verbindlichkeiten stiegen um 691,0 Mio € auf 3.510,5 Mio € (Vj. 2.819,5
Mio €).
Die langfristigen Vermögenswerte weisen einen Betrag von 13.975,6 Mio € (Vj. 13.846,5
Mio €) auf und liegen damit um 129,1 Mio € über dem Vorjahreswert. Der Goodwill ist
um 107,0 Mio € auf 5.643,6 Mio € (Vj. 5.536,6 Mio €) gestiegen; 100,2 Mio € der Zunahme
resultieren aus Währungskurseffekten.
Das Sachanlagevermögen stieg im Rahmen der im laufenden Geschäftsjahr wieder verstärkten
Investitionstätigkeit um 314,4 Mio € auf 6.098,7 Mio € (Vj. 5.784,3 Mio €). Die sonstigen
immateriellen Vermögenswerte reduzierten sich um 345,4 Mio € auf 1.723,3 Mio € (Vj.
2.068,7 Mio €). Maßgeblich für diesen Rückgang waren die planmäßigen Abschreibungen
auf immaterielle Vermögenswerte aus Kaufpreisallokation (PPA) in Höhe von 454,3 Mio
€ (Vj. 455,2 Mio €).
Aus dem Verkauf der Beteiligung an der VDO Automotive Huizhou Co. Ltd, Huizhou, China,
im Februar 2010 resultierte ein Abgang operativer Aktiva in der Division Interior
in Höhe von 25,3 Mio €. Der Erwerb eines Werks der Metso Minerals (Deutschland) GmbH
in Moers durch die ContiTech Transportbandsysteme GmbH, Hannover, Deutschland, im
Rahmen eines Asset Deals führte zu einem Anstieg der operativen Aktiva von 10,4 Mio
€. Im März 2010 hat die ContiTech AG, Hannover, Deutschland, aufgrund einer Änderung
des Gesellschaftervertrags der Gesellschaft ContiTech Fluid Shanghai, Co. Ltd., Shanghai,
China, die Beherrschung über die bislang At-Equity bilanzierte Beteiligung erlangt.
Die Erstkonsolidierung führte zu einer Übernahme operativer Aktiva in Höhe von 5,2
Mio €. Weitere Konsolidierungskreisveränderungen oder Asset Deals hatten auf Konzernebene
keine nennenswerten Zu- oder Abgänge operativer Aktiva zur Folge.
Währungskurseffekte wirkten sich im Geschäftsjahr mit 522,8 Mio € (Vj. 167,3 Mio €)
erhöhend auf den Gesamtbestand der operativen Aktiva des Konzerns aus. Trotz des Anstiegs
der operativen Aktiva zum Stichtag reduzierten sich die durchschnittlichen operativen
Aktiva des Konzerns gegenüber dem Geschäftsjahr 2009 um 444,1 Mio € auf 15.580,0 Mio
€ (Vj. 16.024,1 Mio €).
Gegenüber 2009 stieg die Anzahl der Mitarbeiter des Continental-Konzerns um 13.794
auf 148.228 Beschäftigte (Vj. 134.434). Bedingt durch den Volumenanstieg als auch
den Ausbau in Niedriglohnländern erhöhte sich das Personal in der Automotive Group
um 8.693 Mitarbeiter. In der Rubber Group führte die gestiegene Marktnachfrage ebenfalls
zu einer Erhöhung der Mitarbeiter um 5.082.
|
|
2010 | 2009 |
| Deutschland | 31 | 33 |
| Europa ohne Deutschland | 32 | 33 |
| NAFTA-Region | 14 | 14 |
| Asien | 16 | 14 |
| Übrige Länder | 7 | 6 |
|
|
2010 | 2009 | Δ in % |
| Umsatz | 15.917,0 | 12.042,4 | 32,2 |
| EBITDA | 1.779,1 | 608,9 | 192,2 |
| in % vom Umsatz | 11,2 | 5,1 |
|
| EBIT | 567,9 | -1.561,6 | 136,4 |
| in % vom Umsatz | 3,6 | -13,0 |
|
| Forschungs- und Entwicklungskosten | 1.227,1 | 1.144,3 | 7,2 |
| in % vom Umsatz | 7,7 | 9,5 |
|
| Abschreibungen1 | 1.211,2 | 2.170,5 | -44,2 |
| davon Wertminderungen2 | 35,6 | 949,0 | -96,2 |
| Operative Aktiva (zum 31.12.) | 11.308,8 | 11.119,5 | 1,7 |
| EBIT in % von operativen Aktiva (zum 31.12.) | 5,0 | -14,0 |
|
| Operative Aktiva (Durchschnitt) | 11.512,0 | 12.015,9 | -4,2 |
| EBIT in % von operativen Aktiva (Durchschnitt) | 4,9 | -13,0 |
|
| Investitionen3 | 739,8 | 538,1 | 37,5 |
| in % vom Umsatz | 4,6 | 4,5 |
|
| Mitarbeiter am Jahresende (Anzahl)4 | 86.723 | 78.030 | 11,1 |
| Umsatz bereinigt5 | 15.900,0 | 11.912,6 | 33,5 |
| Bereinigtes operatives Ergebnis (EBIT bereinigt)6 | 1.068,6 | 203,7 | 424,6 |
| in % des bereinigten Umsatzes | 6,7 | 1,7 |
|
1
Ohne Abschreibungen auf Finanzanlagen.
2
Der Begriff Wertminderung (Impairment) beinhaltet außerplanmäßige Abschreibungen sowie
erforderliche Wertaufholungen.
3
Investitionen in Sachanlagen und Software.
4
Ohne Auszubildende.
5
Bereinigt um Konsolidierungskreisveränderungen.
6
Bereinigt um Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte aus Kaufpreisallokation
(PPA), Konsolidierungskreisveränderungen und Sondereffekte.
| ― |
Umsatzanstieg um 32,1 % |
| ― |
Anstieg des um Konsolidierungskreis- und Währungskursveränderungen bereinigten Umsatzes um 26,7% |
| ― |
Anstieg des bereinigten operativen Ergebnisses (EBIT bereinigt) um 78,6 % |
Im Geschäftsbereich Elektronische Bremssysteme erhöhte sich das Absatzvolumen von
elektronischen Bremssystemen im Jahr 2010 im Vergleich zum Vorjahr um 31,2 % auf 16,6
Mio Einheiten.
Der Absatz von Bremskraftverstärkern im Geschäftsbereich Hydraulische Bremssysteme
stieg im Berichtszeitraum im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 26,6 % auf 15,1 Mio
Stück. Bei Bremssätteln erhöhten sich die Verkaufszahlen gegenüber dem Vorjahreszeitraum
um 31,9 % auf 32,8 Mio Einheiten.
Im Geschäftsbereich Passive Sicherheit und Fahrerassistenzsysteme stieg das Absatzvolumen
bei Airbagsteuergeräten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 8,1 % auf 12,4 Mio Stück.
Bei Fahrerassistenzsystemen erhöhte sich der Absatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum
um 79,5 % auf 1,1 Mio Einheiten.
2010 erhöhte sich der Umsatz der Division Chassis & Safety im Vergleich zum Vorjahreszeitraum
um 32,1 % auf 5.775,4 Mio € (Vj. 4.373,6 Mio €). Bereinigt um Konsolidierungskreis-
und Währungskursveränderungen beträgt der Anstieg 26,7 %. Die Erhöhung resultiert
aus der Erholung sämtlicher Geschäftsbereiche in allen Regionen.
Das bereinigte operative Ergebnis (EBIT bereinigt) der Division Chassis & Safety erhöhte
sich 2010 im Vergleich zum Vorjahr um 277,4 Mio € bzw. 78,6 % auf 630,2 Mio € (Vj.
352,8 Mio €) und entspricht 10,9 % (Vj. 8,1 %) des bereinigten Umsatzes.
Die Division Chassis & Safety verzeichnete 2010 einen Anstieg des operativen Ergebnisses
(EBIT) im Vergleich zum Vorjahr um 671,5 Mio € bzw. 655,1 % auf 569,0 Mio € (Vj. -102,5
Mio €). Die Umsatzrendite erhöhte sich auf 9,9 % (Vj. -2,3 %).
Die Kapitalrendite (EBIT in % von durchschnittlichen operativen Aktiva) beträgt 14,2
% (Vj. -2,5 %).
Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte aus Kaufpreisallokation (PPA) verringerten
das operative Ergebnis (EBIT) um 53,8 Mio € (Vj. 53,0 Mio €).
In der Division Chassis & Safety ergaben sich kleinere Wertminderungen auf Sachanlagen
in Höhe von insgesamt 3,4 Mio €.
Aus der Erstkonsolidierung einer Gesellschaft in Südkorea und der Veräußerung von
Anteilen einer assoziierten Gesellschaft in China ergab sich insgesamt ein Ertrag
in Höhe von 1,3 Mio €.
Zudem ergab sich im Rahmen der Abwicklung verschiedener Restrukturierungsmaßnahmen
insgesamt ein Ertrag im Wesentlichen aus der Auflösung nicht mehr benötigter Rückstellungen
in Höhe von 3,6 Mio €.
In der Division Chassis & Safety entstanden Aufwendungen für Abfindungszahlungen in
Höhe von 8,9 Mio €.
Für die Division Chassis & Safety beträgt die Belastung durch Sondereffekte im Jahr
2010 insgesamt 7,4 Mio €.
Im dritten Quartal 2009 führte die Prüfung des Goodwill auf Werthaltigkeit im Rahmen
des Impairment-Tests zu einem Wertminderungsbedarf in der Division Chassis & Safety
in Höhe von 367,0 Mio €.
|
|
2010 | 2009 | Δ in % |
| Umsatz | 5.775,4 | 4.373,6 | 32,1 |
| EBITDA | 891,7 | 601,6 | 48,2 |
| in % vom Umsatz | 15,4 | 13,8 |
|
| EBIT | 569,0 | -102,5 | 655,1 |
| in % vom Umsatz | 9,9 | -2,3 |
|
| Forschungs- und Entwicklungskosten | 422,3 | 380,8 | 10,9 |
| in % vom Umsatz | 7,3 | 8,7 |
|
| Abschreibungen1 | 322,7 | 704,1 | -54,2 |
| davon Wertminderungen2 | 3,8 | 370,4 | -99,0 |
| Operative Aktiva (zum 31.12.) | 3.940,5 | 3.824,9 | 3,0 |
| EBIT in % von operativen Aktiva (zum 31.12.) | 14,4 | -2,7 |
|
| Operative Aktiva (Durchschnitt) | 3.997,0 | 4.034,0 | -0,9 |
| EBIT in % von operativen Aktiva (Durchschnitt) | 14,2 | -2,5 |
|
| Investitionen3 | 247,1 | 159,5 | 54,9 |
| in % vom Umsatz | 4,3 | 3,6 |
|
| Mitarbeiter am Jahresende (Anzahl)4 | 30.495 | 27.148 | 12,3 |
| Umsatz bereinigt5 | 5.775,4 | 4.367,6 | 32,2 |
| Bereinigtes operatives Ergebnis (EBIT bereinigt)6 | 630,2 | 352,8 | 78,6 |
| in % des bereinigten Umsatzes | 10,9 | 8,1 |
|
1
Ohne Abschreibungen auf Finanzanlagen.
2
Der Begriff Wertminderung (Impairment) beinhaltet außerplanmäßige Abschreibungen sowie
erforderliche Wertaufholungen.
3
Investitionen in Sachanlagen und Software.
4
Ohne Auszubildende.
5
Bereinigt um Konsolidierungskreisveränderungen.
6
Bereinigt um Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte aus Kaufpreisallokation
(PPA), Konsolidierungskreisveränderungen und Sondereffekte.
Im Rahmen der Abwicklung der Restrukturierungsmaßnahmen am Standort Dortmund, Deutschland,
wurden 2009 in der Division Chassis & Safety insbesondere nicht verwendete Rückstellungen
für Abfindungszahlungen in Höhe von 1,5 Mio € aufgelöst, da Teile der Produktion an
die Division Interior übergeben werden konnten.
Aufgrund rückläufiger Volumina und auslaufender Kundenaufträge mussten die Produktionskapazitäten
am Standort Karben, Deutschland, angepasst werden. Dadurch entstanden Restrukturierungsaufwendungen
in der Division Chassis & Safety in Höhe von 10,6 Mio €.
Die Produktion des Standortes Hiroshima, Japan, wird nach Changshu, China, verlagert.
Dadurch entstanden in der Division Chassis & Safety Restrukturierungsaufwendungen
in Höhe von 2,9 Mio €.
2009 ergaben sich hauptsächlich aufgrund von Restrukturierungen weitere Aufwendungen
in Höhe von insgesamt 1,1 Mio €.
In der Division Chassis & Safety ergaben sich kleinere Wertminderungen auf Sachanlagen
in Höhe von 1,4 Mio €.
Das aufgrund der Wirtschaftskrise initiierte weltweite Kostensenkungsprogramm führte
zu Aufwendungen für Abfindungen in Höhe von 21,4 Mio €.
Für die Division Chassis & Safety ergab sich eine Belastung durch Sondereffekte im
Jahr 2009 in Höhe von insgesamt 402,9 Mio €. Bereinigt um das Goodwill Impairment
in Höhe von 367,0 Mio € ergab sich eine Belastung durch Sondereffekte in Höhe von
35,9 Mio €.
Das Geschäftsjahr war beschaffungsseitig zunächst noch geprägt von den Auswirkungen
der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise. Die Lieferantenbasis der Division erwies
sich als erfreulich robust und konnte die sich hieraus ergebenden Herausforderungen
erfolgreich bewältigen. Insolvenzrisiken hielten sich in überschaubarer Größenordnung
und konnten in Zusammenarbeit mit den betroffenen Partnern auf der Zulieferseite ausgeglichen
werden.
Im weiteren Verlauf des Jahres ergaben sich lieferantenseitig aus der unerwartet schnell
wiedererstarkten Konjunktur teilweise Kapazitätsengpässe. Durch flankierende Maßnahmen
entlang der Lieferkette konnte dies erfolgreich gemeistert werden. Gestiegene Rohmaterialpreise
wurden aufgrund bestehender Verträge und indirekter Bezüge teilweise im laufenden
Geschäftsjahr nicht wirksam.
Der Aufwand für Forschung und Entwicklung stieg gegenüber dem Vorjahr um 41,5 Mio
€ bzw. 10,9 % auf 422,3 Mio € (Vj. 380,8 Mio €) und beträgt damit 7,3 % vom Umsatz
(Vj. 8,7 %).
Die Abschreibungen reduzierten sich im Vergleich zum Geschäftsjahr 2009 um 381,4 Mio
€ auf 322,7 Mio € (Vj. 704,1 Mio €) und betragen 5,6 % vom Umsatz (Vj. 16,1 %). Darin
enthalten sind im Jahr 2010 Wertminderungen in Höhe von insgesamt 3,8 Mio € (Vj. 370,4Mio
€).
Die operativen Aktiva der Division Chassis & Safety erhöhten sich zum 31. Dezember
2010 im Vergleich zum Ende des Vorjahres um 115,6 Mio € auf 3.940,5 Mio € (Vj. 3.824,9
Mio €).
Maßgeblich für diese Entwicklung ist der Anstieg des Working Capital um 149,2 Mio
€ auf 524,7 Mio € (Vj. 375,5Mio €). Im Vorratsbereich kam es zu einem Bestandsaufbau
von 86,1 Mio € auf 339,7 Mio € (Vj. 253,6Mio €). Trotz des Rückgangs der operativen
Forderungen in Prozent vom Umsatz um 1,5 Prozentpunkte auf 15,9 % (Vj. 17,4 %), erhöhte
sich deren Gesamtbestand zum Stichtag aufgrund des gegenüber dem Vorjahreszeitraum
stark verbesserten Geschäfts um 156,3 Mio € auf 919,1 Mio € (Vj. 762,8 Mio €). Die
operativen Verbindlichkeiten stiegen um 93,2 Mio € auf 734,1Mio € (Vj. 640,9 Mio €).
Die langfristigen Vermögenswerte weisen einen Betrag von 3.874,6 Mio € (Vj. 3.846,3
Mio €) auf und liegen damit um 28,3 Mio € über dem Vorjahreswert. Der Goodwill ist
um 31,4 Mio € auf 2.330,9 Mio € (Vj. 2.299,5 Mio €) gestiegen; 31,1 Mio € der Erhöhung
resultiert aus Währungskurseffekten.
Das Sachanlagevermögen stieg im Rahmen der im Berichtsjahr wieder verstärkten Investitionstätigkeit
um 25,4 Mio € auf 1.221,5 Mio € (Vj. 1.196,1 Mio €). Die sonstigen immateriellen Vermögenswerte
reduzierten sich um 34,6 Mio € auf 230,8 Mio € (Vj. 265,4 Mio €). Maßgeblich für diesen
Rückgang waren die planmäßigen und außerplanmäßigen Abschreibungen auf immaterielle
Vermögenswerte aus Kaufpreisallokation (PPA) in Höhe von 53,8 Mio € (Vj. 53,0 Mio
€).
Konsolidierungskreisveränderungen oder Asset Deals hatten in der Division Chassis
& Safety keine nennenswerten Zu- oder Abgänge operativer Aktiva zur Folge.
Währungskurseffekte wirkten sich im Geschäftsjahr mit 122,2Mio € (Vj. 18,0 Mio €)
erhöhend auf den Gesamtbestand der operativen Aktiva der Division Chassis & Safety
aus.
Trotz des Anstiegs der operativen Aktiva zum Stichtag reduzierten sich die durchschnittlichen
operativen Aktiva der Division Chassis & Safety gegenüber dem Geschäftsjahr 2009 um
37,0 Mio € auf 3.997,0 Mio € (Vj. 4.034,0 Mio €).
Der Bilanzzugang der Division Chassis & Safety erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr
um 87,6 Mio € auf 247,1 Mio € (Vj. 159,5 Mio €). Die Investitionsquote beträgt 4,3
% (Vj. 3,6 %).
In allen Geschäftsbereichen wurden gezielt Produktionskapazitäten für neue Produkte
und Produktionstechnologien aus- und aufgebaut. Wesentliche Bilanzzugänge entfielen
auf die Errichtung neuer Produktionskapazitäten für die nächste Generation elektronischer
Bremssysteme. Am Standort Changshu, China, wurde in die Errichtung eines neuen Werks
für die Produktion von hydraulischen Bremssystemen investiert.
Die Anzahl der Mitarbeiter der Division Chassis & Safety erhöhte sich um 3.347 Mitarbeiter
auf 30.495 (Vj. 27.148). Der Aufbau in allen Geschäftsbereichen ist im Wesentlichen
auf eine Anpassung an die gestiegenen Volumina zurückzuführen, wobei vor allem in
Niedriglohnländern Kapazitäten erhöht wurden. Darüber hinaus wurde im Bereich der
CES (Ingenieurdienstleistungen) Personal aufgebaut, um die sehr positive Auftragssituation
zu bedienen.
| ― |
Umsatzanstieg um 39,2 % |
| ― |
Anstieg des um Konsolidierungskreis- und Währungskursveränderungen bereinigten Umsatzes
um 36,2 % |
| ― |
Anstieg des bereinigten operativen Ergebnisses (EBIT bereinigt) um 112,6% |
Der Umsatz der Division Powertrain konnte 2010 gegenüber dem Vorjahr insgesamt um
39,2 % gesteigert werden, hauptsächlich durch eine schnelle Erholung nach der Wirtschaftskrise
2009 und aufgrund signifikanter Neuanläufe innerhalb der Geschäftsbereiche Engine
Systems und Transmission. Der Geschäftsbereich Sensors & Actuators verzeichnete überdurchschnittliche
Wachstumsraten mit seinen abgasregulierenden Produkten. Der Absatz stieg in allen
Regionen gegenüber dem Vorjahr, insbesondere in der Region Asien, wo die Steigerung
über 60 % beträgt.
2010 erhöhte sich der Umsatz der Division Powertrain im Vergleich zum Vorjahreszeitraum
um 39,2 % auf 4.730,8 Mio € (Vj. 3.399,2 Mio €). Bereinigt um Konsolidierungskreis-
und Währungskursveränderungen beträgt der Anstieg 36,2 %.
Das bereinigte operative Ergebnis (EBIT bereinigt) der Division Powertrain erhöhte
sich im Vergleich zum Vorjahr um 232,3 Mio € bzw. 112,6 % auf 26,0 Mio € (Vj. -206,3
Mio €) und entspricht 0,6 % (Vj. -6,2 %) des bereinigten Umsatzes.
Die Division Powertrain verzeichnete 2010 einen Anstieg des operativen Ergebnisses
(EBIT) im Vergleich zum Vorjahr um 745,1 Mio € bzw. 79,0 % auf -198,1 Mio € (Vj. -943,2
Mio €). Die Umsatzrendite erhöhte sich auf -4,2 % (Vj. -27,7 %).
Die Kapitalrendite (EBIT in % von durchschnittlichen operativen Aktiva) beträgt -6,4
% (Vj. -27,7 %).
Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte aus Kaufpreisallokation (PPA) reduzierten
das operative Ergebnis (EBIT) um 178,7 Mio € (Vj. 175,3 Mio €).
Aufgrund der Rücknahme eines Kundenauftrags zur Entwicklung und Fertigung von Diesel-Einspritzsystemen
am Standort Blythewood, USA, mussten in 2009 Restrukturierungsmaßnahmen eingeleitet
werden. Dadurch entstanden 2010 in der Division Powertrain weitere Restrukturierungsaufwendungen
in Höhe von 11,9 Mio €. Hierbei handelt es sich in erster Linie um Wertminderungen
auf Produktionsanlagen, die teilweise durch nicht mehr benötigte Rückstellungen für
Lieferantenforderungen kompensiert werden konnten.
In der Division Powertrain ergaben sich weitere restrukturierungsbezogene Aufwendungen
und Abfindungszahlungen in Höhe von 18,9 Mio €, wobei 5,1 Mio € auf die Schließung
des Standortes Asniére, Frankreich, entfielen.
In der Division Powertrain entstanden Wertminderungsbedarfe in Höhe von 16,3 Mio €,
darin enthalten ist eine Wertminderung auf Sachanlagen des Standorts in Costa Rica
mit 7,7 Mio €.
Für die Division Powertrain beträgt die Belastung durch Sondereffekte im Jahr 2010
insgesamt 47,1 Mio €.
Im dritten Quartal 2009 führte die Prüfung des Goodwill auf Werthaltigkeit im Rahmen
des Impairment-Tests zu einem Wertminderungsbedarf in der Division Powertrain in Höhe
von 447,4 Mio €.
Am Standort Huntsville, USA, wurde Ende 2010 die Produktion eingestellt. Durch die
Schließung des Standorts Huntsville und die Konsolidierung von Produktionskapazitäten
sowie die Fokussierung von Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten erwarten wir eine
Optimierung der regionalen Produktion und eine signifikante Kostenreduzierung. 2009
entstanden für die Division Powertrain Aufwendungen für Restrukturierungsmaßnahmen
in Höhe von 25,1 Mio €.
|
|
2010 | 2009 | Δ in % |
| Umsatz | 4.730,8 | 3.399,2 | 39,2 |
| EBITDA | 268,2 | -13,3 | 2.116,5 |
| in % vom Umsatz | 5,7 | -0,4 |
|
| EBIT | -198,1 | -943,2 | 79,0 |
| in % vom Umsatz | -4,2 | -27,7 |
|
| Forschungs- und Entwicklungskosten | 396,9 | 328,8 | 20,7 |
| in % vom Umsatz | 8,4 | 9,7 |
|
| Abschreibungen1 | 466,3 | 929,9 | -49,9 |
| davon Wertminderungen2 | 36,6 | 488,0 | -92,5 |
| Operative Aktiva (zum 31.12.) | 2.997,8 | 3.034,2 | -1,2 |
| EBIT in % von operativen Aktiva (zum 31.12.) | -6,6 | -31,1 |
|
| Operative Aktiva (Durchschnitt) | 3.112,2 | 3.401,8 | -8,5 |
| EBIT in % von operativen Aktiva (Durchschnitt) | -6,4 | -27,7 |
|
| Investitionen3 | 301,5 | 247,2 | 22,0 |
| in % vom Umsatz | 6,4 | 7,3 |
|
| Mitarbeiter am Jahresende (Anzahl)4 | 26.614 | 24.172 | 10,1 |
| Umsatz bereinigt5 | 4.713,8 | 3.341,7 | 41,1 |
| Bereinigtes operatives Ergebnis (EBIT bereinigt)6 | 26,0 | -206,3 | 112,6 |
| in % des bereinigten Umsatzes | 0,6 | -6,2 |
|
1
Ohne Abschreibungen auf Finanzanlagen.
2
Der Begriff Wertminderung (Impairment) beinhaltet außerplanmäßige Abschreibungen sowie
erforderliche Wertaufholungen.
3
Investitionen in Sachanlagen und Software.
4
Ohne Auszubildende.
5
Bereinigt um Konsolidierungskreisveränderungen.
6
Bereinigt um Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte aus Kaufpreisallokation
(PPA), Konsolidierungskreisveränderungen und Sondereffekte.
Im gleichen Zusammenhang wurde beschlossen, die bisher am Standort Deer Park, USA,
angesiedelten Aktivitäten mehrerer Geschäftseinheiten der Division Powertrain in anderen
Standorten zu konzentrieren. Dadurch fielen Aufwendungen für Restrukturierungsmaßnahmen
in Höhe von 3,5 Mio € an.
Aufgrund der Rücknahme eines Kundenauftrags zur Entwicklung und Fertigung von Diesel-Einspritzsystemen
am US-Standort Blythewood, USA, mussten 2009 Restrukturierungsmaßnahmen eingeleitet
werden. Dafür entstanden Aufwendungen in Höhe von 44,7 Mio €. Hierbei handelte es
sich in erster Linie um Sonderabschreibungen auf Produktionsanlagen sowie um die Abwicklung
von Lieferantenforderungen.
Der Standort Blythewood, USA, resultiert aus einem Joint Venture mit einem amerikanischen
Motorenhersteller, welcher auch der Hauptkunde des Standortes war. Wegen rückläufiger
Kapazitätsauslastung wurde Ende 2008 beschlossen, den Standort zu schließen und die
Produktion nach Newport News, USA, zu verlagern. Continental hatte Schadenersatzansprüche
gegenüber dem Joint-Venture-Partner aufgrund von Unterauslastung gestellt. Im Rahmen
einer Einigung wurde anstatt einer Verlagerung der komplette Standort, einschließlich
der vorgehaltenen Fertigung, an den Joint-Venture-Partner übertragen. Aus der Veräußerung
ergab sich für die Division Powertrain unter Berücksichtigung aller gegenseitigen
Ansprüche und Interessen ein Ertrag in Höhe von 10,5 Mio €.
Aus der Verlagerung der bei Continental verbleibenden Fertigung sowie der Forschungs-
und Entwicklungsaktivitäten nach Newport News, USA, entstanden weitere Restrukturierungsaufwendungen
in Höhe von 4,2 Mio €.
Im Rahmen der Abwicklung der Restrukturierungsmaßnahmen am Standort Dortmund, Deutschland,
wurden 2009 in der Division Powertrain insbesondere nicht verwendete Rückstellungen
für Abfindungszahlungen in Höhe von 3,8 Mio € aufgelöst, da Teile der Produktion an
die Division Interior übergeben werden konnten.
Aufgrund rückläufiger Volumina und auslaufender Kundenaufträge mussten die Produktionskapazitäten
am Standort Karben, Deutschland, angepasst werden. Dadurch entstanden Restrukturierungsaufwendungen
in der Division Powertrain in Höhe von 2,9 Mio €.
Der Forschungs- und Entwicklungsstandort Neubiberg, Deutschland, wurde geschlossen.
Daraus entstanden innerhalb der Division Powertrain Restrukturierungsaufwendungen
in Höhe von 0,8 Mio €.
2009 ergaben sich hauptsächlich aufgrund von Restrukturierungen weitere Aufwendungen
in Höhe von insgesamt 17,3 Mio €.
In der Division Powertrain fielen 2,4 Mio € für verschiedene, kleinere Wertminderungen
an.
Das aufgrund der Wirtschaftskrise initiierte weltweite Kostensenkungsprogramm führte
zu Aufwendungen für Abfindungen in Höhe von 14,1 Mio €.
Für die Division Powertrain ergab sich eine Belastung durch Sondereffekte im Jahr
2009 in Höhe von insgesamt 548,1 Mio €. Bereinigt um das Goodwill Impairment in Höhe
von 447,4 Mio € ergab sich eine Belastung durch Sondereffekte in Höhe von 100,7 Mio
€.
Die schnelle Markterholung und das damit massiv gestiegene Absatzvolumen 2010 führten
zu Preissteigerungen bei Stahl und Aluminium und damit zu negativen Materialkosteneinflüssen
und Problemen in der Materialversorgung.
Die ausgeweitete Einkaufskooperation mit der Schaeffler Gruppe und auch der Zusammenschluss
mit neuen Partnern half, die Preisanstiege bei Rohmaterial zu begrenzen und die Liefersicherheit
für Continental und Zulieferer von Continental abzusichern.
Der Aufwand für Forschung und Entwicklung stieg gegenüber dem Vorjahr um 68,1 Mio
€ bzw. 20,7 % auf 396,9 Mio € (Vj. 328,8 Mio €) und beträgt damit 8,4 % vom Umsatz
(Vj. 9,7 %).
Die Abschreibungen reduzierten sich im Vergleich zum Geschäftsjahr 2009 um 463,6 Mio
€ auf 466,3 Mio € (Vj. 929,9 Mio €) und betragen 9,9 % vom Umsatz (Vj. 27,4 %). Darin
enthalten sind im Jahr 2010 Wertminderungen in Höhe von insgesamt 36,6 Mio € (Vj.
488,0 Mio €).
Die operativen Aktiva der Division Powertrain reduzierten sich zum 31. Dezember 2010
im Vergleich zum Ende des Vorjahres um 36,4 Mio € auf 2.997,8 Mio € (Vj. 3.034,2 Mio
€).
Das Working Capital erhöhte sich um 68,9 Mio € auf 293,4Mio € (Vj. 224,5 Mio €). Im
Vorratsbereich kam es zu einem Bestandsaufbau von 56,1 Mio € auf 265,5Mio € (Vj. 209,4
Mio €). Trotz des Rückgangs der operativen Forderungen in Prozent vom Umsatz um 0,9
Prozentpunkte auf 17,1 % (Vj. 18,0 %), erhöhte sich deren Gesamtbestand zum Stichtag
aufgrund des gegenüber dem Vorjahreszeitraum stark verbesserten Geschäfts um 197,9
Mio € auf 809,1 Mio € (Vj. 611,2 Mio €). Die operativen Verbindlichkeiten stiegen
um 185,1 Mio € auf 781,2 Mio € (Vj. 596,1 Mio €).
Die langfristigen Vermögenswerte weisen einen Betrag von 3.168,2 Mio € (Vj. 3.230,7
Mio €) auf und liegen damit um 62,5 Mio € unter dem Vorjahreswert. Der Goodwill ist
um 31,3 Mio € auf 1.007,3 Mio € (Vj. 976,0 Mio €) gestiegen; 31,0 Mio € der Zunahme
resultieren aus Währungskurseffekten.
Das Sachanlagevermögen stieg im Rahmen der im Berichtsjahr wieder verstärkten Investitionstätigkeit
um 40,1 Mio € auf 1.441,0 Mio € (Vj. 1.400,9 Mio €). Die sonstigen immateriellen Vermögenswerte
reduzierten sich um 136,3 Mio € auf 590,3 Mio € (Vj. 726,6 Mio €). Maßgeblich für
diesen Rückgang waren die planmäßigen und außerplanmäßigen Abschreibungen auf immaterielle
Vermögenswerte aus Kaufpreisallokation (PPA) in Höhe von 178,7 Mio € (Vj. 175,3 Mio
€).
Konsolidierungskreisveränderungen oder Asset Deals hatten in der Division Powertrain
keine nennenswerten Zu- oder Abgänge operativer Aktiva zur Folge.
Währungskurseffekte wirkten sich im Geschäftsjahr mit 109,3 Mio € (Vj. 6,8 Mio €)
erhöhend auf den Gesamtbestand der operativen Aktiva der Division Powertrain aus.
Die durchschnittlichen operativen Aktiva der Division Powertrain reduzierten sich
gegenüber dem Geschäftsjahr 2009 um 289,6 Mio € auf 3.112,2 Mio € (Vj. 3.401,8 Mio
€).
Der Bilanzzugang der Division Powertrain erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr um
54,3 Mio € auf 301,5 Mio € (Vj. 247,2 Mio €). Die Investitionsquote beträgt 6,4 %
(Vj. 7,3 %).
Im Geschäftsbereich Engine Systems wurden aufgrund anhaltender Nachfrage die Fertigungskapazitäten
für Motor-Einspritzsysteme erweitert. In Amata City, Thailand, wurde in den Aufbau
eines neuen Werks investiert. Im Geschäftsbereich Transmission wurde die Fertigung
von Getriebesteuergeräten erweitert. Hierbei wurden insbesondere Fertigungskapazitäten
am Standort Tianjin, China, aufgebaut.
Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Mitarbeiterzahl in der Division Powertrain um 2.442
auf 26.614 Personen (Vj. 24.172). Entsprechend der Umsatzanstiege erhöhte sich die
Anzahl der Beschäftigten im Geschäftsbereich Engine Systems um 724, im Bereich Transmission
um 767 sowie im Bereich Sensors & Actuators um 328 und Fuel Supply um 298 Personen.
Im Bereich Hybrid Electric Vehicle kam es aufgrund neuer Projekte und Produktionsanläufe
zu einer Personalerhöhung von 325 Personen.
| ― |
Umsatzanstieg um 26,5 % |
| ― |
Anstieg des um Konsolidierungskreis- und Währungskursveränderungen bereinigten Umsatzes um 22,4% |
| ― |
Anstieg des bereinigten operativen Ergebnisses (EBIT bereinigt) um 623,5% |
Der Geschäftsbereich Body & Security lag im Absatzvolumen im Geschäftsjahr 2010 um
40 % über dem Vorjahresniveau. Die Zuwächse schließen alle Produktgruppen und Hauptkunden
ein. Hervorzuheben ist das überproportionale Wachstum in der Region Asien (+69 % gegenüber
Vorjahr), auch in den Regionen Europa und NAFTA konnten Zuwächse erzielt werden.
Im Geschäftsbereich Infotainment & Connectivity stieg der Absatz bei Audiokomponenten,
Connectivity-Produkten und Multimediasystemen um durchschnittlich 10 % im Vergleich
zum Geschäftsjahr 2009. Die größten Umsatzsteigerungen verzeichneten die Segmente
"Asian OEMs" mit +95 % (Produktanläufe) und "American OEMs" mit +19 % (Marktentwicklung,
primär Audioprodukte).
Im Bereich Aftermarket hat sich der Absatz gegenüber dem Vorjahr um rund 1 % erhöht.
Die abgesetzten Stückzahlen von digitalen Fahrtenschreibern im Geschäftsbereich Commercial
Vehicles & Aftermarket sind um gut 40 % gegenüber 2009 angestiegen. Dies ist auf die
deutliche Belebung der Nutzfahrzeugkonjunktur in Westeuropa im zweiten Halbjahr 2010
zurückzuführen.
Das Absatzvolumen für Instrument Clusters im Geschäftsbereich Instrumentation & Driver
HMI stieg 2010 um über 20 % gegenüber dem Vorjahr mit überdurchschnittlichen Wachstumsraten
der NAFTA-Region, Brasilien und Asien.
2010 erhöhte sich der Umsatz der Division Interior im Vergleich zum Vorjahreszeitraum
um 26,5 % auf 5.518,1 Mio € (Vj. 4.362,7 Mio €). Bereinigt um Konsolidierungskreis-
und Währungskursveränderungen beträgt der Anstieg 22,4 %, der im Wesentlichen auf
die Erholung der Märkte im Vergleich zu 2009 zurückzuführen ist.
Das bereinigte operative Ergebnis (EBIT bereinigt) der Division Interior erhöhte sich
2010 im Vergleich zum Vorjahr um 355,4 Mio € bzw. 623,5 % auf 412,4 Mio € (Vj. 57,0
Mio €) und entspricht 7,5 % (Vj. 1,3 %) des bereinigten Umsatzes.
Die Division Interior verzeichnete 2010 einen Anstieg des operativen Ergebnisses (EBIT)
im Vergleich zum Vorjahr um 713,0 Mio € bzw. 138,2 % auf 197,0 Mio € (Vj. -516,0 Mio
€). Die Umsatzrendite erhöhte sich auf 3,6 % (Vj. -11,8 %).
Die Kapitalrendite (EBIT in % von durchschnittlichen operativen Aktiva) beträgt 4,5
% (Vj. -11,3 %).
Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte aus Kaufpreisallokation (PPA) reduzierten
das operative Ergebnis (EBIT) um 215,1 Mio € (Vj. 212,3 Mio €).
In der Division Interior entstanden 2010 Aufwendungen für weitere Restabwicklungsaktivitäten
im Zusammenhang mit der Veräußerung eines Geschäftsbereiches in Höhe von 5,6 Mio €.
Aus den Abwicklungsaktivitäten im Rahmen der Veräußerung eines assoziierten Unternehmens
entstand ein Ertrag in Höhe von 2,1 Mio € und für den Konzern ein Steueraufwand in
selber Höhe.
Zudem ergab sich im Rahmen der Abwicklung verschiedener Restrukturierungsmaßnahmen
insgesamt ein Ertrag aus der Auflösung nicht mehr benötigter Rückstellungen und Wertaufholungen
auf Sachanlagen in Höhe von 12,4 Mio €.
|
|
2010 | 2009 | Δ in % |
| Umsatz | 5.518,1 | 4.362,7 | 26,5 |
| EBITDA | 619,1 | 20,4 | 2.934,8 |
| in % vom Umsatz | 11,2 | 0,5 |
|
| EBIT | 197,0 | -516,0 | 138,2 |
| in % vom Umsatz | 3,6 | -11,8 |
|
| Forschungs- und Entwicklungskosten | 407,9 | 434,7 | -6,2 |
| in % vom Umsatz | 7,4 | 10,0 |
|
| Abschreibungen1 | 422,1 | 536,4 | -21,3 |
| davon Wertminderungen2 | -4,8 | 90,6 | -105,3 |
| Operative Aktiva (zum 31.12.) | 4.370,5 | 4.260,3 | 2,6 |
| EBIT in % von operativen Aktiva (zum 31.12.) | 4,5 | -12,1 |
|
| Operative Aktiva (Durchschnitt) | 4.402,8 | 4.580,1 | -3,9 |
| EBIT in % von operativen Aktiva (Durchschnitt) | 4,5 | -11,3 |
|
| Investitionen3 | 191,3 | 131,3 | 45,7 |
| in % vom Umsatz | 3,5 | 3,0 |
|
| Mitarbeiter am Jahresende (Anzahl)4 | 29.614 | 26.710 | 10,9 |
| Umsatz bereinigt5 | 5.518,1 | 4.296,4 | 28,4 |
| Bereinigtes operatives Ergebnis (EBIT bereinigt)6 | 412,4 | 57,0 | 623,5 |
| in % des bereinigten Umsatzes | 7,5 | 1,3 |
|
1
Ohne Abschreibungen auf Finanzanlagen.
2
Der Begriff Wertminderung (Impairment) beinhaltet außerplanmäßige Abschreibungen sowie
erforderliche Wertaufholungen.
3
Investitionen in Sachanlagen und Software.
4
Ohne Auszubildende.
5
Bereinigt um Konsolidierungskreisveränderungen.
6
Bereinigt um Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte aus Kaufpreisallokation
(PPA), Konsolidierungskreisveränderungen und Sondereffekte.
In der Division Interior entstanden Aufwendungen für Abfindungszahlungen in Höhe von
9,2 Mio €.
Für die Division Interior beträgt die Belastung durch Sondereffekte im Jahr 2010 insgesamt
0,3 Mio €.
Im dritten Quartal 2009 führte die Prüfung des Goodwill auf Werthaltigkeit im Rahmen
des Impairment-Tests zu einem Wertminderungsbedarf in der Division Interior in Höhe
von 61,4 Mio €.
Das assoziierte Unternehmen Hyundai Autonet Co. Ltd., Kyoungki-do, Südkorea, der Division
Interior wurde zu einem Verkaufspreis von 126,6 Mio € veräußert. Aus der Transaktion
resultierte ein Wertminderungsbedarf in Höhe von 73,6 Mio €.
Im Rahmen der Veräußerung von zwei assoziierten Unternehmen entstand ein Wertminderungsbedarf
in Höhe von 43,6 Mio € und 2,0 Mio €.
Zum 31. Oktober 2009 wurde der aus dem Non-OE-Bereich stammende Geschäftsbereich Public
Transport Solution an die Trapeze ITS Gruppe - überwiegend im Rahmen eines Asset-Deals
- für einen vorläufigen, negativen Kaufpreis in Höhe von 11,7 Mio € veräußert, insbesondere
hervorgerufen durch einen Abbau des Working Capitals zwischen Signing und Closing
Datum. Die finale Kaufpreisfeststellung wurde im vierten Quartal 2010 abgeschlossen.
Aus der Veräußerung ergab sich 2009 insgesamt ein Aufwand in Höhe von 4,5 Mio €.
Der Forschungs- und Entwicklungsstandort Neubiberg, Deutschland, wurde geschlossen.
Daraus entstanden innerhalb der Division Interior Restrukturierungsaufwendungen in
Höhe von 8,0 Mio €.
Am Standort Huntsville, USA, wurde Ende 2010 die Produktion eingestellt. Durch die
Schließung des Standorts Huntsville und die Konsolidierung von Produktionskapazitäten
sowie die Fokussierung von Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten erwarten wir eine
Optimierung der regionalen Produktion und eine signifikante Kostenreduzierung. 2009
entstanden für die Division Interior Aufwendungen für Restrukturierungsmaßnahmen in
Höhe von 57,5 Mio €.
Im gleichen Zusammenhang wurde beschlossen, die bisher am Standort Deer Park, USA,
angesiedelten Aktivitäten mehrerer Geschäftseinheiten der Division Interior in anderen
Standorten zu konzentrieren. Dadurch fielen Aufwendungen für Restrukturierungsmaßnahmen
in Höhe von 1,9 Mio € an.
Am Standort Wetzlar, Deutschland, entstanden für die Division Interior Restrukturierungsaufwendungen
in Höhe von 12,2 Mio €. Grund dafür sind auslaufende Forschungs- und Entwicklungsprojekte,
für die es keine Nachfolgeaufträge gibt.
Durch den Auslauf weiterer Kundenaufträge sowie Einsparungen in den Bereichen Forschung
& Entwicklung und Verwaltung entstanden am Standort Babenhausen, Deutschland, für
die Division Interior 2009 Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von 31,4 Mio €.
Aufgrund rückläufiger Volumina und auslaufender Kundenaufträge mussten die Produktionskapazitäten
am Standort Karben, Deutschland, angepasst werden. Dadurch entstanden Restrukturierungsaufwendungen
in der Division Interior in Höhe von 18,4 Mio €.
2009 ergaben sich vor allem aus Restrukturierungen, weitere Aufwendungen in Höhe von
7,0 Mio €.
In der Division Interior fielen im Jahr 2009 insgesamt 5,9 Mio € für verschiedene,
kleinere Wertminderungen an.
Das aufgrund der Wirtschaftskrise initiierte weltweite Kostensenkungsprogramm führte
zu Aufwendungen für Abfindungen in Höhe von 26,4 Mio €.
Für die Division Interior ergab sich eine Belastung durch Sondereffekte im Jahr 2009
in Höhe von insgesamt 353,8 Mio €. Bereinigt um das Goodwill Impairment in Höhe von
61,4 Mio € ergab sich eine Belastung durch Sondereffekte in Höhe von 292,4 Mio €.
Der Beschaffungsmarkt für Interior war geprägt von massiv angestiegener Nachfrage
aus dem Bereich Automobiltechnik, aber insbesondere Unterhaltungselektronik für elektronische
und elektromechanische Komponenten. Nachdem die angestiegenen Kundenbedarfe die installierten
Fertigungskapazitäten insbesondere für Halbleiter, Displays, Relais und Leiterplatten
überschritten, kam es bei der Versorgung zu Engpässen.
Der Aufwand für Forschung und Entwicklung reduzierte sich gegenüber dem Vorjahr um
26,8 Mio € bzw. 6,2 % auf 407,9 Mio € (Vj. 434,7 Mio €) und beträgt damit 7,4 % vom
Umsatz (Vj. 10,0 %).
Die Abschreibungen reduzierten sich im Vergleich zum Geschäftsjahr 2009 um 114,3 Mio
€ auf 422,1 Mio € (Vj. 536,4 Mio €) und betragen 7,6 % vom Umsatz (Vj. 12,3 %). Darin
sind im Jahr 2010 Wertaufholungen in Höhe von insgesamt 4,8 Mio € (Vj. Wertminderungen
90,6 Mio €) enthalten.
Die operativen Aktiva der Division Interior erhöhten sich zum 31. Dezember 2010 im
Vergleich zum Ende des Vorjahres um 110,2 Mio € auf 4.370,5 Mio € (Vj. 4.260,3 Mio
€).
Maßgeblich für diese Entwicklung ist der Anstieg des Working Capital um 135,6 Mio
€ auf 704,6 Mio € (Vj. 569,0 Mio €). Im Vorratsbereich kam es zu einem Bestandsaufbau
von 129,4 Mio € auf 553,0 Mio € (Vj. 423,6 Mio €). Trotz des Rückgangs der operativen
Forderungen in Prozent vom Umsatz um 1,9 Prozentpunkte auf 16,3 % (Vj. 18,2 %), erhöhte
sich deren Gesamtbestand zum Stichtag aufgrund des gegenüber dem Vorjahreszeitraum
stark verbesserten Geschäfts um 105,9 Mio € auf 901,1 Mio € (Vj. 795,2 Mio €). Die
operativen Verbindlichkeiten stiegen um 99,7 Mio € auf 749,5 Mio € (Vj. 649,8 Mio
€).
Die langfristigen Vermögenswerte weisen einen Betrag von 4.209,2 Mio € (Vj. 4.271,0
Mio €) auf und liegen damit um 61,8 Mio € unter dem Vorjahreswert. Der Goodwill ist
um 37,6 Mio € auf 2.201,6 Mio € (Vj. 2.164,0Mio €) gestiegen; 37,2 Mio € der Zunahme
resultieren aus Währungskurseffekten.
Das Sachanlagevermögen stieg im Rahmen der im laufenden Geschäftsjahr wieder verstärkten
Investitionstätigkeit um 27,6 Mio € auf 984,1 Mio € (Vj. 956,5 Mio €). Die sonstigen
immateriellen Vermögenswerte reduzierten sich um 168,6 Mio € auf 834,7 Mio € (Vj.
1.003,3 Mio €). Maßgeblich für diesen Rückgang waren die planmäßigen und außerplanmäßigen
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte aus Kaufpreisallokation (PPA) in Höhe
von 215,1 Mio € (Vj. 212,3 Mio €).
Aus dem Verkauf der Beteiligung an der VDO Automotive Huizhou Co. Ltd, Huizhou, China,
im Februar 2010 resultierte ein Abgang operativer Aktiva in der Division Interior
in Höhe von 25,3 Mio €.
Währungskurseffekte wirkten sich im Geschäftsjahr mit 116,1 Mio € (Vj. 38,3 Mio €)
erhöhend auf den Gesamtbestand der operativen Aktiva der Division Interior aus.
Trotz des Anstiegs der operativen Aktiva zum Stichtag reduzierten sich die durchschnittlichen
operativen Aktiva der Division Interior gegenüber dem Geschäftsjahr 2009 um 177,3
Mio € auf 4.402,8 Mio € (Vj. 4.580,1Mio €).
Der Bilanzzugang der Division Interior erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr um 60,0
Mio € auf 191,3 Mio € (Vj. 131,3 Mio €). Die Investitionsquote beträgt 3,5 % (Vj.
3,0 %).
Der Schwerpunkt der Investitionen lag auf dem zielgerichteten Aus- und Aufbau von
Fertigungskapazitäten für die Geschäftsbereiche Body & Security sowie Instrumentation
& Driver HMI. Hierfür wurde insbesondere in Fertigungskapazitäten an den deutschen
Standorten sowie in den USA, Mexiko, Brasilien, Tschechien, Rumänien und China investiert.
Die Mitarbeiterzahl der Division Interior erhöhte sich um 2.904 auf 29.614 Personen
(Vj. 26.710). Im Geschäftsbereich Body & Security erhöhte sich die Anzahl der Beschäftigten
aufgrund der Volumenerhöhung, insbesondere in Asien um 679 Personen. Umsatzsteigerungen
sowie Standortaufbau in Nogales, Mexiko, Tianjin, China, sowie Bizerte, Tunesien,
führten im Bereich Infotainment & Connectivity zu einem Anstieg der Beschäftigten
um 180 Personen. Durch den Umsatzanstieg sowie Aufbau in Asien (Malaysia, China) sowie
Ausweitung des Entwicklungsstandortes Timisoara, Rumänien, wurde im Geschäftsbereich
Commercial Vehicles & Aftermarket das Personal um 805 Mitarbeiter aufgebaut. Deutliches
Umsatzwachstum mit überdurchschnittlichen Wachstumsraten in der NAFTA-Region, Brasilien
und Asien sowie Aufbau von Mitarbeitern im Forschungs- und Entwicklungsbereich in
Niedriglohnländern führten im Bereich Instrumentation & Driver HMI zu einem Aufbau
von 1.240 Beschäftigten.
|
|
2010 | 2009 | Δ in % |
| Umsatz | 10.152,5 | 8.068,3 | 25,8 |
| EBITDA | 1.851,5 | 1.114,5 | 66,1 |
| in % vom Umsatz | 18,2 | 13,8 |
|
| EBIT | 1.413,1 | 655,7 | 115,5 |
| in % vom Umsatz | 13,9 | 8,1 |
|
| Forschungs- und Entwicklungskosten | 223,3 | 212,0 | 5,3 |
| in % vom Umsatz | 2,2 | 2,6 |
|
| Abschreibungen1 | 438,4 | 458,8 | -4,4 |
| davon Wertminderungen2 | 22,1 | 44,0 | -49,8 |
| Operative Aktiva (zum 31.12.) | 4.019,3 | 3.553,2 | 13,1 |
| EBIT in % von operativen Aktiva (zum 31.12.) | 35,2 | 18,5 |
|
| Operative Aktiva (Durchschnitt) | 4.112,1 | 3.989,8 | 3,1 |
| EBIT in % von operativen Aktiva (Durchschnitt) | 34,4 | 16,4 |
|
| Investitionen3 | 555,8 | 321,7 | 72,8 |
| in % vom Umsatz | 5,5 | 4,0 |
|
| Mitarbeiter am Jahresende (Anzahl)4 | 61.265 | 56.183 | 9,0 |
| Umsatz bereinigt5 | 10.067,9 | 8.043,4 | 25,2 |
| Bereinigtes operatives Ergebnis (EBIT bereinigt)6 | 1.513,4 | 1.038,5 | 45,7 |
| in % des bereinigten Umsatzes | 15,0 | 12,9 |
|
1
Ohne Abschreibungen auf Finanzanlagen.
2
Der Begriff Wertminderung (Impairment) beinhaltet außerplanmäßige Abschreibungen sowie
erforderliche Wertaufholungen.
3
Investitionen in Sachanlagen und Software.
4
Ohne Auszubildende.
5
Bereinigt um Konsolidierungskreisveränderungen.
6
Bereinigt um Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte aus Kaufpreisallokation
(PPA), Konsolidierungskreisveränderungen und Sondereffekte.
| ― |
Umsatzanstieg um 23,9% |
| ― |
Anstieg des um Konsolidierungskreis- und Währungskursveränderungen bereinigten Umsatzes um 18,2% |
| ― |
Anstieg des bereinigten operativen Ergebnisses (EBIT bereinigt) um 33,1% |
Im Erstausrüstungsgeschäft, in Europa und im NAFTA-Raum, konnten wir die Absatzzahlen
im deutlich zweistelligen Prozentbereich steigern und damit unseren Marktanteil erhöhen
bzw. halten. Im Ersatzgeschäft Europa sowie "The Americas" erreichten wir zweistellige
Zuwachsraten. Der Absatzanstieg in Asia Pacific mit 7 % gegenüber 2009 beeinflusste
die Gesamtentwicklung nur unwesentlich.
2010 erhöhte sich der Umsatz der Division Pkw-Reifen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum
um 23,9 % auf 5.820,8 Mio € (Vj. 4.696,4 Mio €). Bereinigt um Konsolidierungskreis-
und Währungskursveränderungen beträgt der Anstieg 18,2 %.
Das bereinigte operative Ergebnis (EBIT bereinigt) der Division Pkw-Reifen erhöhte
sich 2010 im Vergleich zum Vorjahr um 256,1 Mio € bzw. 33,1 % auf 1.030,5 Mio € (Vj.
774,4 Mio €) und entspricht 17,9 % (Vj. 16,5 %) des bereinigten Umsatzes.
Die Division Pkw-Reifen verzeichnete 2010 einen Anstieg des operativen Ergebnisses
(EBIT) im Vergleich zum Vorjahr um 456,9 Mio € bzw. 85,2 % auf 993,3 Mio € (Vj. 536,4
Mio €). Die Umsatzrendite erhöhte sich auf 17,1 % (Vj. 11,4 %).
Die Kapitalrendite (EBIT in % von durchschnittlichen operativen Aktiva) beträgt 41,0
% (Vj. 22,8 %).
Die gegenüber den durchschnittlichen Preisen des Jahres 2009 höheren Rohstoffpreise
belasteten die Division Pkw-Reifen im Jahr 2010 mit rund 282 Mio €.
Im Zusammenhang mit der Schließung der Reifenproduktion in Clairoix, Frankreich, fielen
weitere restrukturierungsbezogene Aufwendungen in Höhe von 14,7 Mio € an.
Am Standort Traiskirchen, Österreich, entstanden zusätzliche Restrukturierungsaufwendungen
in Höhe von 6,0 Mio €.
Hauptsächlich aufgrund von Restrukturierungen ergaben sich insgesamt Aufwendungen
in Höhe von 3,0 Mio €, wovon 0,5 Mio € auf aktivierte immaterielle Vermögenswerte
aus Kaufpreisallokation entfielen.
In der Division Pkw-Reifen entstanden Aufwendungen für Abfindungszahlungen in Höhe
von 6,4 Mio €.
Im Jahr 2010 entstand eine Wertminderung auf das Sachanlagevermögen in Puchov, Slowakei,
in Höhe von 7,2 Mio €.
In einer ContiTrade-Gesellschaft entstand eine Wertminderung auf aktivierte immaterielle
Vermögenswerte aus der Kaufpreisallokation in Höhe von 0,3 Mio €.
Für die Division Pkw-Reifen beträgt die Belastung durch Sondereffekte im Jahr 2010
insgesamt 37,6 Mio €. Bereinigt um die Wertminderungen auf aktivierte immaterielle
Vermögenswerte aus der Kaufpreisallokation in Höhe von 0,8 Mio € beträgt die Belastung
durch Sondereffekte 36,8 Mio €.
|
|
2010 | 2009 | Δ in % |
| Umsatz | 5.820,8 | 4.696,4 | 23,9 |
| EBITDA | 1.241,0 | 793,1 | 56,5 |
| in % vom Umsatz | 21,3 | 16,9 |
|
| EBIT | 993,3 | 536,4 | 85,2 |
| in % vom Umsatz | 17,1 | 11,4 |
|
| Forschungs- und Entwicklungskosten | 120,8 | 113,5 | 6,4 |
| in % vom Umsatz | 2,1 | 2,4 |
|
| Abschreibungen1 | 247,7 | 256,7 | -3,5 |
| davon Wertminderungen2 | 7,2 | 24,6 | -70,7 |
| Operative Aktiva (zum 31.12.) | 2.351,3 | 2.012,1 | 16,9 |
| EBIT in % von operativen Aktiva (zum 31.12.) | 42,2 | 26,7 |
|
| Operative Aktiva (Durchschnitt) | 2.422,9 | 2.348,4 | 3,2 |
| EBIT in % von operativen Aktiva (Durchschnitt) | 41,0 | 22,8 |
|
| Investitionen3 | 404,3 | 198,3 | 103,9 |
| in % vom Umsatz | 6,9 | 4,2 |
|
| Mitarbeiter am Jahresende (Anzahl)4 | 28.276 | 26.510 | 6,7 |
| Umsatz bereinigt5 | 5.772,8 | 4.698,8 | 22,9 |
| Bereinigtes operatives Ergebnis (EBIT bereinigt)6 | 1.030,5 | 774,4 | 33,1 |
| in % des bereinigten Umsatzes | 17,9 | 16,5 |
|
1
Ohne Abschreibungen auf Finanzanlagen.
2
Der Begriff Wertminderung (Impairment) beinhaltet außerplanmäßige Abschreibungen sowie
erforderliche Wertaufholungen.
3
Investitionen in Sachanlagen und Software.
4
Ohne Auszubildende.
5
Bereinigt um Konsolidierungskreisveränderungen.
6
Bereinigt um Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte aus Kaufpreisallokation
(PPA), Konsolidierungskreisveränderungen und Sondereffekte.
Die notwendige Anpassung der Produktionsüberkapazitäten in Europa an die aktuellen
Marktbedingungen führte zur Einstellung der Pkw-Reifenproduktion in Clairoix, Frankreich.
Dadurch ergaben sich im Jahr 2009 Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von 207,3
Mio €. Diesen steht ein positiver Ergebniseffekt in Höhe von 11,4 Mio € aus geringeren
Pensionsverpflichtungen aufgrund des vorzeitigen Ausscheidens der Mitarbeiter gegenüber.
Die Schließung der Mischungs- und Gummierungsaktivitäten in Traiskirchen, Österreich,
Ende 2009 führte innerhalb der Division Pkw-Reifen zu Restrukturierungsaufwendungen
in Höhe von 12,9 Mio €.
Die teilweise Abschreibung des Markennamens Matador sowie eine Wertminderung auf das
Sachanlagevermögen in Puchov, Slowakei, bedingt durch signifikante Absatzrückgänge,
führte für die Division Pkw-Reifen zu einer Wertminderung in Höhe von 9,1 Mio €, davon
entfielen 2,6 Mio € auf aktivierte immaterielle Vermögenswerte aus der Kaufpreisallokation
für Matador.
Die Prüfung der Kundenbeziehungen innerhalb der sonstigen immateriellen Vermögenswerte
auf Werthaltigkeit im Rahmen eines Impairment-Tests führte bei verschiedenen Kundengruppen
zu einem Wertminderungsbedarf in Höhe von 2,4 Mio €.
In der Division Pkw-Reifen ergab sich eine Wertminderung auf Sachanlagevermögen in
Höhe von 2,2 Mio €.
2009 entstanden im Wesentlichen aus Restrukturierung weitere Aufwendungen in Höhe
von 1,4 Mio €.
Das aufgrund der Wirtschaftskrise initiierte weltweite Kostensenkungsprogramm führte
2009 in der Division Pkw-Reifen zu Aufwendungen für Abfindungen in Höhe von 11,1 Mio
€.
Für die Division Pkw-Reifen ergab sich eine Belastung durch Sondereffekte im Jahr
2009 in Höhe von insgesamt 235,0 Mio €. Bereinigt um die Wertminderung auf Kundenbeziehung
in Höhe von 2,4 Mio € und um die Wertminderung auf immaterielle Vermögenswerte aus
der Kaufpreisallokation in Höhe von 2,6 Mio € ergab sich eine Belastung durch Sondereffekte
in Höhe von 230,0 Mio €.
Der Durchschnittspreis 2010 für Naturkautschuk hat sich gegenüber dem Vorjahr fast
verdoppelt, wobei insbesondere die zweite Jahreshälfte durch einen rasanten Preisanstieg
gekennzeichnet war. Zum Ende des Jahres erreichte er ein vorläufiges Rekordhoch.
Die rasant angestiegene Nachfrage, vorausgegangene Kapazitätsanpassungen bei Lieferanten
sowie Spekulationen an den Rohstoffmärkten hatten einen allgemeinen Preisdruck bei
allen Produktionsmaterialien zur Folge. Auch synthetische Kautschuke und Ruße waren
von dieser Entwicklung nicht ausgenommen.
Aufgrund des deutlichen Absatzanstiegs im Pkw-Reifengeschäft stellte eine flexible
Rohmaterialbeschaffung zur Überwindung von Lieferengpässen eine wesentliche Herausforderung
im Jahr 2010 dar.
Der Aufwand für Forschung und Entwicklung stieg gegenüber dem Vorjahr um 7,3 Mio €
bzw. 6,4 % auf 120,8 Mio € (Vj. 113,5 Mio €) und beträgt 2,1 % vom Umsatz (Vj. 2,4
%).
Die Abschreibungen reduzierten sich im Vergleich zum Geschäftsjahr 2009 um 9,0 Mio
€ auf 247,7 Mio € (Vj. 256,7 Mio €) und entsprechen 4,3 % vom Umsatz (Vj. 5,5 %).
Darin enthalten sind im Jahr 2010 Wertminderungen in Höhe von insgesamt 7,2 Mio €
(Vj. 24,6 Mio €).
Die operativen Aktiva der Division Pkw-Reifen erhöhten sich zum 31. Dezember 2010
im Vergleich zum Ende des Vorjahres um 339,2 Mio € auf 2.351,3 Mio € (Vj. 2.012,1
Mio €).
Im Working Capital verzeichnete die Division Pkw-Reifen einen Anstieg um 82,7 Mio
€ auf 1.215,6 Mio € (Vj. 1.132,9 Mio €). Im Vorratsbereich kam es zu einem Bestandsaufbau
von 175,2 Mio € auf 915,2 Mio € (Vj. 740,0 Mio €). Trotz des Rückgangs der operativen
Forderungen in Prozent vom Umsatz um 1,6 Prozentpunkte auf 17,5 % (Vj. 19,1%) erhöhte
sich deren Gesamtbestand zum Stichtag aufgrund des gegenüber dem Vorjahreszeitraum
stark verbesserten Geschäfts um 120,1 Mio € auf 1.018,7 Mio € (Vj. 898,6 Mio €). Die
operativen Verbindlichkeiten stiegen um 212,6 Mio € auf 718,3 Mio € (Vj. 505,7 Mio
€).
Die langfristigen Vermögenswerte weisen einen Betrag von 1.628,1 Mio € (Vj. 1.383,4
Mio €) auf und liegen damit um 244,7 Mio € über dem Vorjahreswert. Dieser Anstieg
resultiert im Wesentlichen aus der Zunahme des Sachanlagevermögens um 243,5 Mio €
auf 1.503,3Mio € (Vj. 1.259,8 Mio €).
Konsolidierungskreisveränderungen oder Asset Deals hatten in der Division Pkw-Reifen
keine nennenswerten Zu- oder Abgänge operativer Aktiva zur Folge.
Währungskurseffekte wirkten sich im Berichtsjahr mit 109,3 Mio € (Vj. 60,4 Mio €)
erhöhend auf den Gesamtbestand der operativen Aktiva der Division Pkw-Reifen aus.
Die durchschnittlichen operativen Aktiva der Division Pkw-Reifen stiegen gegenüber
dem Geschäftsjahr 2009 um 74,5 Mio € auf 2.422,9 Mio € (Vj. 2.348,4Mio €).
Der Bilanzzugang der Division Pkw-Reifen erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr um
206,0 Mio € auf 404,3 Mio € (Vj. 198,3 Mio €). Darin sind 52,3 Mio € (Vj. 0,0 Mio
€) für Finanzierungs-Leasing und 1,1 Mio € (Vj. 0,3 Mio €) für die Aktivierung von
Fremdkapitalkosten enthalten. Die Investitionsquote beträgt 6,9 % (Vj. 4,2 %).
Am Standort Hefei, China, wurde in den Aufbau eines neuen Werks zur Produktion von
Pkw-Reifen investiert. Darüber hinaus wurden die Produktionskapazitäten in Europa
und Südamerika erweitert sowie in Maßnahmen zur Qualitätssicherung und Kostensenkung
investiert.
Die Mitarbeiterzahl der Division Pkw-Reifen erhöhte sich um 1.766 auf 28.276 Personen
(Vj. 26.510). Dies ist insbesondere auf die gestiegene Marktnachfrage und das damit
gewachsene Produktionsvolumen zurückzuführen, was einem Aufbau von 1.433 Mitarbeitern
in den Produktionsgesellschaften im Jahr 2010 entspricht. Darüber hinaus führten Expansionsprojekte
in den Handelsgesellschaften und die Anpassung an die verbesserte Marktsituation in
den Vertriebsgesellschaften zu einem Personalanstieg von 333 Mitarbeitern.
| ― |
Umsatzanstieg um 34,0% |
| ― |
Anstieg des um Konsolidierungskreis- und Währungskursveränderungen bereinigten Umsatzes um 25,8% |
| ― |
Anstieg des bereinigten operativen Ergebnisses (EBIT bereinigt) um 290,5 % |
Ausgehend von einem sehr schwachen Jahr 2009, welches von massiven Nachfrageeinbrüchen
geprägt war, zeigte 2010, über das gesamte Jahr, eine deutliche Belebung der Märkte.
Im Berichtszeitraum konnten wir in allen Quartalen Verkaufszahlen über dem vergleichbaren
Vorjahreszeitraum erreichen. Im Vergleich zu 2008 waren die Verkaufszahlen in den
ersten neun Monaten des Jahres 2010 noch geringer, im vierten Quartal 2010 lagen die
Verkaufszahlen um 13,5 % über dem vierten Quartal 2008. Die positive Entwicklung zeigt
sich in allen Regionen sowie in der Erstausrüstung als auch im Ersatzgeschäft gleichermaßen.
2010 erhöhte sich der Umsatz der Division Nfz-Reifen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum
um 34,0 % auf 1.427,8 Mio € (Vj. 1.065,6 Mio €). Bereinigt um Konsolidierungskreis-
und Währungskursveränderungen ergibt sich ein Anstieg um 25,8 %.
Das bereinigte operative Ergebnis (EBIT bereinigt) der Division Nfz-Reifen erhöhte
sich 2010 im Vergleich zum Vorjahr um 63,9 Mio € bzw. 290,5 % auf 85,9 Mio € (Vj.
22,0 Mio €) und entspricht 6,1 % (Vj. 2,1 %) des bereinigten Umsatzes.
Die Division Nfz-Reifen verzeichnete 2010 einen Anstieg des operativen Ergebnisses
(EBIT) im Vergleich zum Vorjahr um 100,2 Mio € bzw. 200,0 % auf 50,1 Mio € (Vj. -50,1
Mio €). Die Umsatzrendite erhöhte sich auf 3,5 % (Vj. -4,7 %).
Die Kapitalrendite (EBIT in % von durchschnittlichen operativen Aktiva) beträgt 8,0
% (Vj. -7,9 %).
Die steigenden Rohstoffpreise belasteten die Division Nfz-Reifen im Jahr 2010 mit
rund 123 Mio € im Vergleich zu den durchschnittlichen Preisen des Jahres 2009.
Wegen massiver Nachfrageeinbrüche auf dem europäischen Nutzfahrzeugmarkt infolge der
Wirtschaftskrise hat Continental im Jahr 2009 die Produktionskapazitäten an allen
europäischen Nfz-Reifen-Standorten verringern müssen. Eine in Hannover-Stöcken, Deutschland,
noch vorgehaltene Produktionszelle wurde letztendlich nicht mehr in Betrieb genommen.
Dadurch entstanden 2010 insgesamt weitere Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von
34,6 Mio €.
Im Nachgang zum Verkauf unserer nordamerikanischen OTR-Aktivitäten an die Titan Tire
Corporation im Jahr 2006 entstand ein Ertrag in Höhe von 3,3 Mio €.
Im Jahr 2010 entstand eine weitere Wertminderung einer At-Equity-Beteiligung in Höhe
von 0,5 Mio €.
In der Division Nfz-Reifen entstanden Aufwendungen für Abfindungszahlungen in Höhe
von 1,8 Mio €.
Für die Division Nfz-Reifen beträgt die Belastung durch Sondereffekte im Jahr 2010
insgesamt 33,6 Mio €.
|
|
2010 | 2009 | Δ in % |
| Umsatz | 1.427,8 | 1.065,6 | 34,0 |
| EBITDA | 142,2 | 47,5 | 199,4 |
| in % vom Umsatz | 10,0 | 4,5 |
|
| EBIT | 50,1 | -50,1 | 200,0 |
| in % vom Umsatz | 3,5 | -4,7 |
|
| Forschungs- und Entwicklungskosten | 41,8 | 40,5 | 3,2 |
| in % vom Umsatz | 2,9 | 3,8 |
|
| Abschreibungen1 | 92,1 | 97,6 | -5,6 |
| davon Wertminderungen2 | 12,8 | 15,7 | -18,5 |
| Operative Aktiva (zum 31.12.) | 631,3 | 570,4 | 10,7 |
| EBIT in % von operativen Aktiva (zum 31.12.) | 7,9 | -8,8 |
|
| Operative Aktiva (Durchschnitt) | 628,4 | 634,7 | -1,0 |
| EBIT in % von operativen Aktiva (Durchschnitt) | 8,0 | -7,9 |
|
| Investitionen3 | 51,2 | 40,5 | 26,4 |
| in % vom Umsatz | 3,6 | 3,8 |
|
| Mitarbeiter am Jahresende (Anzahl)4 | 7.156 | 7.594 | -5,8 |
| Umsatz bereinigt5 | 1.416,1 | 1.063,2 | 33,2 |
| Bereinigtes operatives Ergebnis (EBIT bereinigt)6 | 85,9 | 22,0 | 290,5 |
| in % des bereinigten Umsatzes | 6,1 | 2,1 |
|
1
Ohne Abschreibungen auf Finanzanlagen.
2
Der Begriff Wertminderung (Impairment) beinhaltet außerplanmäßige Abschreibungen sowie
erforderliche Wertaufholungen.
3
Investitionen in Sachanlagen und Software.
4
Ohne Auszubildende.
5
Bereinigt um Konsolidierungskreisveränderungen.
6
Bereinigt um Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte aus Kaufpreisallokation
(PPA), Konsolidierungskreisveränderungen und Sondereffekte.
Im Rahmen der eingeleiteten Strukturmaßnahmen für den Standort Hannover-Stöcken, Deutschland,
entstanden innerhalb der Division Nfz-Reifen Restrukturierungsaufwendungen in Höhe
von 46,4 Mio €.
Im Rahmen der Abwicklung der Restrukturierungsmaßnahme für Alor Gajah, Malaysia, wurden
2009 nicht verwendete Rückstellungen in Höhe von 0,2 Mio € aufgelöst.
Die Schließung des Conti Machinery-Standorts Puchov, Slowakei, führte zu Restrukturierungsaufwendungen
in Höhe von 8,0 Mio €, darin enthalten sind 1,1 Mio € Wertminderung auf immaterielle
Vermögenswerte aus der Kaufpreisallokation für Matador. In diesem Zusammenhang entstand
zudem eine Wertminderung einer At-Equity-Beteiligung in Höhe von 0,8 Mio €.
Die durch die weltweite Wirtschaftskrise verursachten Absatzrückgänge machen eine
effiziente Auslastung des extern betriebenen Lagers in Straubing, Deutschland, nicht
länger möglich. Das Lager wird daher geschlossen. Der zugehörige Mietvertrag läuft
bis 2016. Zum Jahresende 2009 wurde davon ausgegangen, dass die Flächen nicht entsprechend
untervermietet werden können. Deshalb wurde eine Rückstellung in Höhe von 9,7 Mio
€ gebildet.
Die teilweise Abschreibung des Markennamens Matador führte für die Division Nfz-Reifen
zu einer Wertminderung von 1,6 Mio €, davon entfielen 1,4 Mio € auf aktivierte immaterielle
Vermögenswerte aus der Kaufpreisallokation.
In der Division Nfz-Reifen ergab sich eine Wertminderung auf Sachanlagevermögen in
Höhe von 0,4 Mio €.
Das aufgrund der Wirtschaftskrise initiierte weltweite Kostensenkungsprogramm führte
2009 in der Division Nfz-Reifen zu Aufwendungen für Abfindungen in Höhe von 5,3 Mio
€.
Für die Division Nfz-Reifen ergab sich eine Belastung durch Sondereffekte im Jahr
2009 in Höhe von insgesamt 72,0 Mio €. Bereinigt um Wertminderungen auf immaterielle
Vermögenswerte aus der Kaufpreisallokation in Höhe von 2,5 Mio € ergab sich eine Belastung
durch Sondereffekte in Höhe von 69,5 Mio €.
Grundsätzlich ist der Materialeinsatz für die Produkte der Division Nfz-Reifen mit
dem der Division Pkw-Reifen vergleichbar, daher mussten auch hier steigende Preise
verzeichnet werden. Aufgrund des höheren Naturkautschukanteils in Nutzfahrzeugreifen
war der Preisdruck in diesem Geschäftsbereich in der zweiten Jahreshälfte besonders
hoch.
Infolge der signifikanten Zunahme des Produktionsvolumens stieg das Einkaufsvolumen
des gesamten Geschäftsbereiches.
Der Aufwand für Forschung und Entwicklung stieg gegenüber dem Vorjahr um 1,3 Mio €
bzw. 3,2 % auf 41,8 Mio € (Vj. 40,5 Mio €) und beträgt 2,9 % vom Umsatz (Vj. 3,8 %).
Die Abschreibungen reduzierten sich im Vergleich zum Geschäftsjahr 2009 um 5,5 Mio
€ auf 92,1 Mio € (Vj. 97,6 Mio €) und entsprechen 6,5 % vom Umsatz (Vj. 9,2 %). Darin
enthalten sind im Jahr 2010 Wertminderungen in Höhe von insgesamt 12,8 Mio € (Vj.
15,7 Mio €).
Die operativen Aktiva der Division Nfz-Reifen erhöhten sich zum 31. Dezember 2010
im Vergleich zum Ende des Vorjahres um 60,9 Mio € auf 631,3 Mio € (Vj. 570,4 Mio €).
Maßgeblich für diese Entwicklung ist der Anstieg des Working Capital um 100,5 Mio
€ auf 351,9 Mio € (Vj. 251,4 Mio €). Im Vorratsbereich kam es zu einem Bestandsaufbau
von 47,7 Mio € auf 203,7 Mio € (Vj. 156,0 Mio €). Die operativen Forderungen erhöhten
sich zum Stichtag aufgrund des gegenüber dem Vorjahreszeitraum stark verbesserten
Geschäfts um 91,8 Mio € auf 346,5 Mio € (Vj. 254,7 Mio €). Die operativen Verbindlichkeiten
stiegen um 39,0 Mio € auf 198,3Mio € (Vj. 159,3 Mio €).
Die langfristigen Vermögenswerte weisen einen Betrag von 397,8 Mio € (Vj. 436,2 Mio
€) auf und liegen damit um 38,4 Mio € unter dem Vorjahreswert. Dieser Rückgang resultiert
im Wesentlichen aus der Abnahme des Sachanlagevermögens um 40,5 Mio € auf 379,5 Mio
€ (Vj. 420,0 Mio €).
Konsolidierungskreisveränderungen oder Asset Deals hatten in der Division Nfz-Reifen
keine nennenswerten Zu- oder Abgänge operativer Aktiva zur Folge.
Währungskurseffekte wirkten sich im Geschäftsjahr mit 40,7 Mio € (Vj. 33,6 Mio €)
erhöhend auf den Gesamtbestand der operativen Aktiva der Division Nfz-Reifen aus.
Die durchschnittlichen operativen Aktiva der Division Nfz-Reifen blieben gegenüber
dem Geschäftsjahr 2009 mit einem Rückgang von nur 6,3 Mio € auf 628,4Mio € (Vj. 634,7
Mio €) nahezu unverändert.
Der Bilanzzugang der Division Nfz-Reifen erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr um
10,7 Mio € auf 51,2 Mio € (Vj. 40,5 Mio €). Die Investitionsquote beträgt 3,6 % (Vj.
3,8 %).
Wesentliche Bilanzzugänge in der Division Nfz-Reifen erfolgten zur Qualitätsverbesserung
und Fertigungsoptimierung der Lkw-Reifen-Produktion. Investitionsschwerpunkte waren
die Standorte in der Slowakei, Brasilien und den USA.
Der Anstieg der Mitarbeiterzahl aufgrund der positiven Marktentwicklung wurde durch
den Abbau wegen der bereits 2009 eingeleiteten Strukturmaßnahmen mehr als kompensiert.
Insgesamt reduzierte sich die Anzahl der Mitarbeiter um 438 auf 7.156 Beschäftigte
(Vj. 7.594).
| ― |
Umsatzanstieg um 28,6 % |
| ― |
Anstieg des um Konsolidierungskreis- und Währungskursveränderungen bereinigten Umsatzes um 26,4% |
| ― |
Anstieg des bereinigten operativen Ergebnisses (EBIT bereinigt) um 63,9 % |
2010 erhöhte sich der Umsatz der Division ContiTech im Vergleich zum Vorjahreszeitraum
um 28,6 % auf 3.095,3 Mio € (Vj. 2.406,1 Mio €). Bereinigt um Konsolidierungskreis-
und Währungskursveränderungen ergibt sich ein Anstieg um 26,4 %. Mit einer Ausnahme
erzielten alle Geschäftsbereiche hohe zweistellige Zuwachsraten. Der Automotive-OE-Bereich
trägt mit 37 % Umsatzzuwachs am stärksten zur Geschäftsentwicklung bei. Beim Umsatz
im Automotive-Ersatzgeschäft haben wir einen Anstieg um 21 % erreicht, im Industriegeschäft
erhöhte sich der Umsatz um 19 %.
Das bereinigte operative Ergebnis (EBIT bereinigt) der Division ContiTech erhöhte
sich 2010 im Vergleich zum Vorjahr um 154,8 Mio € bzw. 63,9 % auf 396,9 Mio € (Vj.
242,1 Mio €) und entspricht 12,9 % (Vj. 10,2 %) des bereinigten Umsatzes.
Die Division ContiTech verzeichnete 2010 einen Anstieg des operativen Ergebnisses
(EBIT) im Vergleich zum Vorjahr um 200,2 Mio € bzw. 118,2 % auf 369,6 Mio € (Vj. 169,4
Mio €). Die Umsatzrendite erhöhte sich auf 11,9 % (Vj. 7,0 %).
Die Kapitalrendite (EBIT in % von durchschnittlichen operativen Aktiva) beträgt 34,8
% (Vj. 16,8 %).
Steigende Rohstoffpreise führten in der Division ContiTech im Jahr 2010 zu einer Belastung
von rund 78 Mio € im Vergleich zu den Durchschnittspreisen des Jahres 2009.
In dem 2007 eingeleiteten Kartellverfahren gegen die Dunlop Oil & Marine Ltd., Großbritannien,
einer Gesellschaft der ContiTech AG, im Bereich Off-shore-Schläuche, kam es zu weiteren
Aufwendungen in Höhe von 20,8 Mio €.
In der Division ContiTech ergaben sich Wertminderungen in Höhe von 2,1 Mio €.
Das aufgrund der Wirtschaftskrise initiierte weltweite Kostensenkungsprogramm führte
2010 zu Aufwendungen für Abfindungen in Höhe von 2,7 Mio €.
Zudem ergaben sich insbesondere aus Restrukturierungsaufwendungen und Erträgen aus
Veräußerungen von Gesellschaften negative Sondereffekte in Höhe von insgesamt 0,3
Mio €.
Für die Division ContiTech beträgt die Belastung durch Sondereffekte im Jahr 2010
insgesamt 25,9 Mio €.
Die Schließung und Verlagerung von westeuropäischen Standorten des Geschäftsbereichs
Fluid Technology innerhalb der Division ContiTech führten 2009 zu Restrukturierungsaufwendungen
in Höhe von 33,4 Mio €.
In dem 2007 eingeleiteten Kartellverfahren gegen die Dunlop Oil & Marine Ltd., Großbritannien,
einer Gesellschaft der ContiTech AG, im Bereich Off-shore-Schläuche, kam es im Jahr
2009 zu weiteren Aufwendungen in Höhe von 6,2 Mio €.
Aus der Erstkonsolidierung der Transportband-Gesellschaft Kolubara Univerzal D.O.O.,
Serbien, entstand ein Ertrag aus dem negativen Unterschiedsbetrag in Höhe von 0,7
Mio €.
|
|
2010 | 2009 | Δ in % |
| Umsatz | 3.095,3 | 2.406,1 | 28,6 |
| EBITDA | 468,2 | 274,0 | 70,9 |
| in % vom Umsatz | 15,1 | 11,4 |
|
| EBIT | 369,6 | 169,4 | 118,2 |
| in % vom Umsatz | 11,9 | 7,0 |
|
| Forschungs- und Entwicklungskosten | 60,7 | 58,0 | 4,7 |
| in % vom Umsatz | 2,0 | 2,4 |
|
| Abschreibungen1 | 98,6 | 104,6 | -5,7 |
| davon Wertminderungen2 | 2,1 | 3,7 | -43,2 |
| Operative Aktiva (zum 31.12.) | 1.036,7 | 970,6 | 6,8 |
| EBIT in % von operativen Aktiva (zum 31.12.) | 35,7 | 17,5 |
|
| Operative Aktiva (Durchschnitt) | 1.060,7 | 1.006,7 | 5,4 |
| EBIT in % von operativen Aktiva (Durchschnitt) | 34,8 | 16,8 |
|
| Investitionen3 | 100,3 | 82,8 | 21,1 |
| in % vom Umsatz | 3,2 | 3,4 |
|
| Mitarbeiter am Jahresende (Anzahl)4 | 25.833 | 22.079 | 17,0 |
| Umsatz bereinigt5 | 3.070,4 | 2.381,2 | 28,9 |
| Bereinigtes operatives Ergebnis (EBIT bereinigt)6 | 396,9 | 242,1 | 63,9 |
| in % des bereinigten Umsatzes | 12,9 | 10,2 |
|
1
Ohne Abschreibungen auf Finanzanlagen.
2
Der Begriff Wertminderung (Impairment) beinhaltet außerplanmäßige Abschreibungen sowie
erforderliche Wertaufholungen.
3
Investitionen in Sachanlagen und Software.
4
Ohne Auszubildende.
5
Bereinigt um Konsolidierungskreisveränderungen.
6
Bereinigt um Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte aus Kaufpreisallokation
(PPA), Konsolidierungskreisveränderungen und Sondereffekte.
In der Division ContiTech ergaben sich kleinere Wertminderungen bei Sachanlagen in
Höhe von 0,8 Mio €.
Das aufgrund der Wirtschaftskrise initiierte weltweite Kostensenkungsprogramm führte
2009 zu Aufwendungen für Abfindungen in Höhe von 30,1 Mio €.
In der Division ContiTech ergab sich 2009 aus verschiedenen kleineren Restrukturierungsmaßnahmen
eine Belastung in Höhe von 1,2 Mio €. Aus einer nicht mehr benötigten Rückstellung
aus dem Verkauf des Möbelfolien-Geschäfts des Geschäftsbereichs Benecke-Kaliko konnten
0,2 Mio € aufgelöst werden.
Für die Division ContiTech beträgt die Belastung durch Sondereffekte 2009 insgesamt
70,8 Mio €.
Die bei den Reifen-Divisionen beschriebene Materialpreisentwicklung gilt auch für
ContiTech, wenngleich der Einfluss des Naturkautschuks deutlich geringer ist.
Aufgrund des breiten Produktportfolios und der signifikanten Wachstumsraten in den
verschiedenen Geschäftsbereichen bestand die Herausforderung für ContiTech darin,
die Verfügbarkeit von einigen spezifischen Rohmaterialien zu sichern, um die Kundenanforderung
erfüllen zu können.
Eine Balance aus zentraler Beschaffung von Materialien, für die Synergieeffekte erzielt
werden können, und einem flexiblen weltweiten Einkauf sichert für die Division ContiTech
ein optimales Beschaffungsergebnis.
Der Aufwand für Forschung und Entwicklung stieg gegenüber dem Vorjahr um 2,7 Mio €
bzw. 4,7 % auf 60,7 Mio € (Vj. 58,0 Mio €) und beträgt 2,0 % vom Umsatz (Vj. 2,4 %).
Die Abschreibungen reduzierten sich im Vergleich zum Geschäftsjahr 2009 um 6,0 Mio
€ auf 98,6 Mio € (Vj. 104,6 Mio €) und betragen 3,2 % vom Umsatz (Vj. 4,3 %). Darin
enthalten sind im Jahr 2010 Wertminderungen in Höhe von insgesamt 2,1 Mio € (Vj. 3,7
Mio €).
Die operativen Aktiva der Division ContiTech erhöhten sich zum 31. Dezember 2010 im
Vergleich zum Ende des Vorjahres um 66,1 Mio € auf 1.036,7 Mio € (Vj. 970,6 Mio €).
Maßgeblich für diese Entwicklung ist der Anstieg des Working Capital um 101,7 Mio
€ auf 523,1 Mio € (Vj. 421,4 Mio €). Im Vorratsbereich kam es zu einem Bestandsaufbau
von 67,3 Mio € auf 360,5 Mio € (Vj. 293,2 Mio €). Die operativen Forderungen erhöhten
sich zum Stichtag aufgrund des gegenüber dem Vorjahreszeitraum stark verbesserten
Geschäfts um 135,8 Mio € auf 509,0 Mio € (Vj. 373,2 Mio €). Die operativen Verbindlichkeiten
stiegen um 101,4 Mio € auf 346,4 Mio € (Vj. 245,0 Mio €).
Die langfristigen Vermögenswerte weisen einen Betrag von 675,7 Mio € (Vj. 657,1 Mio
€) auf und liegen damit um 18,6 Mio € über dem Vorjahreswert. Dieser Anstieg resultiert
im Wesentlichen aus der Zunahme des Sachanlagevermögens um 18,4 Mio € auf 559,0 Mio
€ (Vj. 540,6 Mio €).
Der Erwerb eines Werks der Metso Minerals (Deutschland) GmbH in Moers durch die ContiTech
Transportbandsysteme GmbH, Hannover, Deutschland, im Rahmen eines Asset Deals führte
zu einem Anstieg der operativen Aktiva von 10,4 Mio €. Im März 2010 hat die ContiTech
AG, Hannover, Deutschland, aufgrund einer Änderung des Gesellschaftervertrags der
Gesellschaft ContiTech Fluid Shanghai, Co. Ltd., Shanghai, China, die Beherrschung
über die bislang At-Equity bilanzierte Beteiligung erlangt. Die Erstkonsolidierung
führte zu einer Übernahme operativer Aktiva in Höhe von 5,2 Mio €. Weitere Konsolidierungskreisveränderungen
oder Asset Deals mit nennenswerten Zu- oder Abgängen operativer Aktiva wurden in der
Division ContiTech im Geschäftsjahr 2010 nicht vorgenommen. In der Benecke-Kaliko-Group
wurden lediglich zwei kleinere Gesellschaften veräußert.
Währungskurseffekte wirkten sich im Geschäftsjahr mit 25,1 Mio € (Vj. 11,1 Mio €)
erhöhend auf den Gesamtbestand der operativen Aktiva der Division ContiTech aus.
Die durchschnittlichen operativen Aktiva der Division ContiTech stiegen gegenüber
dem Geschäftsjahr 2009 um 54,0 Mio € auf 1.060,7 Mio € (Vj. 1.006,7 Mio €).
Der Bilanzzugang der Division ContiTech erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr um 17,5
Mio € auf 100,3 Mio € (Vj. 82,8 Mio €). Die Investitionsquote beträgt 3,2 % (Vj. 3,4
%).
Neben Rationalisierungs- und Erweiterungsinvestitionen in Deutschland wurden die Fertigungskapazitäten
insbesondere für den Geschäftsbereich Fluid Technology an den Standorten Rumänien
und Ungarn erweitert. In den Geschäftsbereichen Air Spring Systems, Fluid Technology
und Vibration Control wurden in China Produktionskapazitäten für den asiatischen Markt
aus- bzw. aufgebaut.
Die Mitarbeiterzahl der Division ContiTech erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 3.754
Personen auf 25.833 (Vj. 22.079). Sowohl Volumenanstiege in allen Bereichen als auch
der Produktionsausbau mehrerer Geschäftsbereiche in Mexiko, Brasilien und China sind
verantwortlich für den Personalaufbau. Der Erwerb des Flexowell-Geschäfts im Geschäftsbereich
Transportbandsysteme und die Erst-Konsolidierung der Gesellschaft ContiTech Fluid
Shanghai, China, führten zu einem Personalanstieg, gegenläufig wirkten sich im Bereich
Benecke-Kaliko die Verkäufe der Gesellschaften ContiTech Formpolster GmbH und Benoac
GmbH aus.
Der Jahresabschluss der Continental AG wird - anders als der Konzernabschluss - nach
deutschem Handelsrecht (HGB, AktG) aufgestellt. Der Lagebericht der Continental AG
wird gemäß § 315 Abs. 3 HGB mit dem des Continental-Konzerns zusammengefasst, weil
die künftigen Risiken und Chancen der Muttergesellschaft, ihre voraussichtliche Entwicklung
sowie die wesentlichen Tätigkeiten im Rahmen von Forschung und Entwicklung untrennbar
mit dem Konzern verbunden sind. Ergänzend dient die nachfolgende Darstellung des Geschäftsverlaufs
einschließlich des Geschäftsergebnisses sowie der Vermögens- und Finanzlage der Muttergesellschaft
dem Verständnis des Vorschlags des Vorstands zur Ergebnisverwendung.
|
|
31.12.2010 | 31.12.2009 |
| Aktiva in Mio € |
|
|
| Immaterielle Vermögensgegenstände | 6,6 | 16,3 |
| Sachanlagen | 3,3 | 3,5 |
| Finanzanlagen | 11.075,4 | 11.108,9 |
| Anlagevermögen | 11.085,3 | 11.128,7 |
| Vorräte | 0,4 | 0,8 |
| Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände | 7.019,9 | 6.103,9 |
| Wertpapiere des Umlaufvermögens | 0,0 | 332,3 |
| Flüssige Mittel | 325,1 | 201,4 |
| Umlaufvermögen | 7.345,4 | 6.638,4 |
| Rechnungsabgrenzungsposten | 57,5 | 89,2 |
| Bilanzsumme | 18.488,2 | 17.856,3 |
|
|
|
|
| Passiva in Mio € |
|
|
| Gezeichnetes Kapital | 512,0 | 432,6 |
| Kapitalrücklage | 4.179,1 | 3.144,6 |
| Gewinnrücklagen | 54,7 | 54,7 |
| Bilanzgewinn (Vj. Bilanzverlust ) | 61,1 | -993,7 |
| Eigenkapital | 4.806,9 | 2.638,2 |
| Rückstellungen | 645,5 | 696,2 |
| Verbindlichkeiten | 13.035,7 | 14.521,9 |
| Rechnungsabgrenzungsposten | 0,1 | - |
| Bilanzsumme | 18.488,2 | 17.856,3 |
|
|
|
|
| Gearing Ratio in % | 119,4 | 292,2 |
| Eigenkapitalquote in % | 26,0 | 14,8 |
Infolge der im Vorjahr erfolgten Ausgliederung der Reifenaktivitäten der Continental
AG auf eine Tochtergesellschaft ist die Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr
2010 nur sehr eingeschränkt mit der des Vorjahres vergleichbar, da die Umsatzerlöse,
die Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen sowie
wesentliche sonstige betriebliche Aufwendungen im Zusammenhang mit dem operativen
Reifengeschäft im Geschäftsjahr 2010 nicht mehr in der Gewinn- und Verlustrechnung
der Continental AG enthalten sind. 2009 sind diese noch für den Zeitraum vom 1. Januar
bis zum 31. Juli 2009 in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Demgegenüber ist
in der im Finanzergebnis der Continental AG ausgewiesenen Ergebnisabführung der Continental
Caoutchouc-Export-GmbH die Ergebnisabführung der Continental Reifen Deutschland GmbH
in Höhe von 232,2 Mio € (Vj. 37,8 Mio €) enthalten. Nach der im Vorjahr erfolgten
Ausgliederung der Reifenaktivitäten hat die Continental AG damit im Wesentlichen Holdingfunktionen
für den Continental-Konzern übernommen.
Die Bilanzsumme erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 631,9 Mio € auf 18.488,2 Mio
€ (Vj. 17.856,3 Mio €). Die Veränderung ist im Wesentlichen auf die Erhöhung der Forderungen
gegenüber verbundenen Unternehmen um 910,1 Mio € sowie den Anstieg der flüssigen Mittel
um 123,7 Mio € zurückzuführen. Gegenläufig hierzu verminderten sich die Wertpapiere
des Umlaufvermögens um 332,3 Mio €.
Das Finanzanlagevermögen hat sich gegenüber dem Vorjahr um 33,5 Mio € auf 11.075,4
Mio € (Vj. 11.108,9 Mio €) verringert und bildet nunmehr einen Anteil von 59,9 % an
der Bilanzsumme nach 62,2 % im Vorjahr.
Die aktiven Rechnungsabgrenzungsposten verminderten sich um 31,7 Mio € auf 57,5 Mio
€.
Auf der Passivseite verringerten sich die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
im Vergleich zum Vorjahr um 4.882,2 Mio € auf 4.171,5 Mio € (Vj. 9.053,7 Mio €) entsprechend
53,9 %. Die Reduzierung ist teilweise auf die am 6. Januar 2010 vom Vorstand der Continental
AG beschlossene und vom Aufsichtsrat genehmigte Kapitalerhöhung gegen Bareinlage zurückzuführen.
Die Netto-Emissionserlöse in Höhe von 1.056,0 Mio € wurden zur Teilrückzahlung der
im August 2010 fälligen Tranche B des VDO-Kredits eingesetzt. Eine weitere Reduzierung
der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten resultierte aus den über die Conti-Gummi
Finance B.V., Amsterdam, Niederlande, begebenen vier Anleihen, die mit einem Gesamtvolumen
von 3,0 Mrd € am Markt platziert wurden. Diese wurden der Continental AG über Konzernkredite
zur Verfügung gestellt. Infolgedessen stiegen die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen
Unternehmen um 3.384,5 Mio € an. Damit ist zum Bilanzstichtag im Saldo eine Reduzierung
der Verbindlichkeiten von 1.486,2 Mio € zu verzeichnen.
|
|
2010 | 2009 |
| Umsatzerlöse | 27,6 | 1.191,1 |
| Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen | 26,4 | 924,3 |
| Bruttoergebnis vom Umsatz | 1,2 | 266,8 |
| Vertriebskosten | 0,1 | 91,3 |
| Allgemeine Verwaltungskosten | 60,3 | 79,0 |
| Sonstige betriebliche Erträge | 95,1 | 171,2 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | 337,9 | 318,5 |
| Finanzergebnis | 1.443,5 | -512,7 |
| Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit | 1.141,5 | -563,5 |
| Außerordentliches Ergebnis | -2,7 | - |
| Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | -84,0 | -90,5 |
| Jahresüberschuss (Vj. Jahresfehlbetrag) | 1.054,8 | -654,0 |
| Verlustvortrag aus dem Vorjahr | -993,7 | -339,7 |
| Bilanzgewinn (Vj. Bilanzverlust ) | 61,1 | -993,7 |
Das gezeichnete Kapital erhöhte sich infolge der Kapitalerhöhung gegen Bareinlage
um 79,4 Mio € sowie die Kapitalrücklagen um 1.034,5 Mio €.
Die Umsatzerlöse reduzierten sich um 1.163,5 Mio € auf 27,6 Mio € (Vj. 1.191,1 Mio
€). Dies entspricht einem Rückgang um -97,7 % (Vj. -54,1 %), der auf die Ausgliederung
der Reifenaktivitäten zurückzuführen ist. Die ausgewiesenen Umsatzerlöse für das Geschäftsjahr
2010 resultieren aus Aktivitäten der Division Chassis & Safety am Standort Hannover-Stöcken,
Deutschland.
Die Herstellungskosten fielen bedingt durch die Ausgliederung der Reifenaktivitäten
um 897,9 Mio € auf 26,4 Mio € (Vj. 924,3 Mio €). Das Bruttoergebnis vom Umsatz reduzierte
sich um 99,5 % bzw. 265,6 Mio € auf 1,2 Mio € (Vj. 266,8 Mio €).
Die sonstigen betrieblichen Erträge und die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten
wie im Vorjahr insbesondere Aufwendungen und Erträge aus Konzernumlagen sowie Kostengutschriften
und -belastungen von bzw. für andere Konzernunternehmen.
Das Beteiligungsergebnis setzt sich im Wesentlichen aus Ergebnisabführungsverträgen
zusammen. Der Gewinnabführung der Formpolster GmbH, Hannover, (259,3 Mio €) und der
Continental Automotive GmbH, Hannover, (524,9 Mio €) sowie der Continental Caoutchouc-Export-GmbH,
Hannover, (1.323,7 Mio €) stehen Verlustübernahmen von der UMG Beteiligungsgesellschaft
mbH, Hannover, in Höhe von 104,4 Mio € gegenüber. Im Geschäftsjahr 2010 erhielt die
Continental Caoutchouc-Export-GmbH, Hannover, über die Ergebnisabführung der CAS-One
Holdinggesellschaft mbH, Hannover, eine einmalige Dividendenausschüttung von der Continental
Global Holding Holding Netherlands B.V., Amsterdam, Niederlande, in Höhe von 1,0 Mrd
€.
Die Verschlechterung des Zinsergebnisses um 72,0Mio € auf -581,5 Mio € ist auf das,
verglichen mit dem Vorjahr, höhere Margenniveau des VDO-Kreditvertrags und der Forward
Start Facility zurückzuführen, welches aus den Ratingverschlechterungen im Jahresverlauf
2009 sowie im Mai 2010 und der im Dezember 2009 abgeschlossenen Nachverhandlung der
Bedingungen des VDO-Kredits resultiert. Darüber hinaus beeinflusste die Emission der
vier über die Conti-Gummi Finance B.V., Amsterdam, Niederlande, begebenen Anleihen
und der damit verbundene Konzernkredit das Zinsergebnis. Entlastend wirkte das im
Vergleich zum Vorjahr niedrigere Marktzinsniveau.
Der Steueraufwand in Höhe von 84,0 Mio € resultiert aus laufendem Aufwand in Deutschland
und mangels Anrechnungsvolumen nicht anrechenbaren ausländischen Quellensteuern. Nach
Berücksichtigung dieser Steueraufwendungen weist die Continental AG einen Jahresüberschuss
in Höhe von 1.054,8 Mio € aus (Vj. Jahresfehlbetrag von 654,0 Mio €). Die Eigenkapitalrendite
nach Steuern beträgt 21,9 % (Vj. -24,8 %).
Unter Berücksichtigung des Verlustvortrags aus dem Vorjahr (993,7 Mio €) ergibt sich
ein Bilanzgewinn von 61,1 Mio €.
Der Hauptversammlung am 28. April 2011 wird vorgeschlagen, für das Geschäftsjahr 2010
von der Zahlung einer Dividende abzusehen.
Für das Geschäftsjahr 2011 erwarten wir eine weiterhin positive Entwicklung der operativen
Ergebnisse der Tochtergesellschaften. Das Zinsergebnis wird sich vor dem Hintergrund
der Ablösung von Teilen des VDO-Kredits über Anleihen und der dadurch leicht erhöhten
Zinsbelastung trotz des erzielten Schuldenabbaus auf Höhe des Vorjahresniveaus bewegen.
1. Das gezeichnete Kapital der Gesellschaft beträgt zum Bilanzstichtag 512.015.316,48
€. Es ist eingeteilt in 200.005.983 Stückaktien. Bei den Aktien handelt es sich ausnahmslos
um Stammaktien, verschiedene Aktiengattungen sind nicht vorgesehen. Jede der Aktien
ist ab dem Zeitpunkt der Entstehung stimm- und dividendenberechtigt. Jede Stückaktie
gewährt in der Hauptversammlung eine Stimme (§ 20 Abs. 1 der Satzung).
2. In der am 20. August 2008 zwischen der Continental AG und der Schaeffler KG sowie
Frau Maria- Elisabeth Schaeffler und Herrn Georg F. W. Schaeffler abgeschlossenen
Investorenvereinbarung, verpflichtet sich die Schaeffler-Gruppe, ihre Beteiligung
an der Continental AG bis zum 31. August 2012 auf maximal 49,99 % des stimmberechtigten
Grundkapitals ("maximale Beteiligung") zu beschränken, soweit nicht der Vorstand der
Continental AG einer höheren Beteiligung zustimmt. Die Schaeffler KG hat in der Vereinbarung
außerdem die Verpflichtung übernommen, bei einer etwaigen Weiterveräußerung von Aktienpaketen
aus ihrer maximalen Beteiligung bis zum 31. August 2012 einem gegebenenfalls von dem
an der Vereinbarung beteiligten Garanten benannten Käufer den Vorzug zu geben, wenn
dies im wohlverstandenen Interesse der Continental AG und der Schaeffler KG steht.
Nach Mitteilung der Schaeffler KG hat sie Continental-Aktien, deren Erwerb bei Vollzug
ihres Übernahmeangebots an die Aktionäre der Continental AG zu einer Überschreitung
der maximalen Beteiligung geführt hätten, an Finanzinstitute weiterveräußert.
Im Rahmen der Kapitalerhöhung der Gesellschaft im Januar 2010 hat sich die Schaeffler
KG gegenüber den die Kapitalerhöhung begleitenden Banken für einen Zeitraum von zwölf
Monaten seit Zulassung der mit Durchführung der Kapitalerhöhung ausgegebenen neuen
Aktien zum Börsenhandel verpflichtet, weder Aktien der Gesellschaft noch Rechte, die
zur Wandlung in oder Bezug von Aktien der Gesellschaft berechtigen, anzubieten oder
zu veräußern. Ausgenommen sind außerbörsliche Geschäfte, Veräußerungen an mit der
Schaeffler KG verbundene Unternehmen und die Veräußerung im Zuge eines öffentlichen
Übernahmeangebots, jeweils unter der Voraussetzung, dass sich der jeweilige Erwerber
vergleichbaren Verpflichtungen unterwirft. Ausgenommen ist auch die Übertragung des
Eigentums an den Aktien für den Fall der Verwertung des Pfandrechts an den Aktien
durch die Pfandgläubiger. Die M.M.Warburg & CO KGaA, Hamburg, und die B. Metzler seel.
Sohn & Co. KGaA, Frankfurt am Main, sind für einen Zeitraum von sechs Monaten seit
Zulassung der neuen Aktien zum Börsenhandel vergleichbare Veräußerungsbeschränkungen
eingegangen.
Andere Beschränkungen, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen,
auch solche aus Vereinbarungen zwischen Gesellschaftern, bestehen nach Kenntnis des
Vorstands nicht.
3. Zu den direkten Beteiligungen am Kapital, die 10 vom Hundert der Stimmrechte überschreiten
(gemeldete Beteiligungshöhe) wird auf die Angaben im Anhang, Kapitel 39, Mitteilungen
nach dem WpHG verwiesen.
4. Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen, bestehen nicht.
5. Arbeitnehmer, die am Kapital beteiligt sind und die Stimmrechtskontrolle nicht
unmittelbar ausüben, sind der Gesellschaft nicht bekannt.
6. Die Bestellung und die Abberufung der Mitglieder des Vorstandes erfolgt gemäß §
84 AktG in Verbindung mit § 31 MitbestG. Danach ist für Bestellung und Abberufung
eines Vorstandsmitglieds der Aufsichtsrat zuständig. Er entscheidet mit einer Mehrheit
von zwei Dritteln seiner Mitglieder. Kommt diese Mehrheit nicht zustande, so hat der
sog. Vermittlungsausschuss innerhalb eines Monats nach der Abstimmung dem Aufsichtsrat
einen Vorschlag für die Bestellung zu unterbreiten. Neben dem Vorschlag des Vermittlungsausschusses
können dem Aufsichtsrat auch andere Vorschläge unterbreitet werden. Bei Abstimmung
über die dem Aufsichtsrat unterbreiteten Vorschläge ist die einfache Stimmenmehrheit
ausreichend. Für den Fall, dass die Abstimmung Stimmengleichheit ergibt, hat der Aufsichtsratsvorsitzende
gemäß § 31 Abs. 4 Mit-bestG bei einer erneuten Abstimmung zwei Stimmen.
Satzungsänderungen werden durch die Hauptversammlung vorgenommen. Die Hauptversammlung
hat in § 20 Absatz 3 der Satzung von der in § 179 Abs. 1 S. 2 AktG eingeräumten Möglichkeit
Gebrauch gemacht, dem Aufsichtsrat die Befugnis zu Änderungen, die nur die Fassung
der Satzung betreffen, zu übertragen.
Beschlüsse der Hauptversammlung zu einer Satzungsänderung werden gemäß § 20 Abs. 2
der Satzung in der Regel mit einfacher Stimmenmehrheit und, soweit eine Kapitalmehrheit
erforderlich ist, mit einfacher Kapitalmehrheit gefasst, sofern nicht zwingende Vorschriften
des Gesetzes oder die Satzung etwas anderes vorschreiben. Das Gesetz schreibt zwingende
Kapitalmehrheiten von drei Vierteln des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals
zum Beispiel für Satzungsänderungen vor, die mit wesentlichen Kapitalmaßnahmen einhergehen,
wie etwa Beschlüsse über die Schaffung von genehmigtem oder bedingtem Kapital.
7.1 Der Vorstand kann neue Aktien nur auf der Grundlage von Beschlüssen der Hauptversammlung
ausgeben.
a) Der Vorstand ist gemäß § 4 Abs. 2 der Satzung ermächtigt, das Grundkapital bis
zum 22. April 2014 mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zu einem Betrag von 66 Mio
€ gegen Ausgabe neuer Aktien zu erhöhen.
b) Der Vorstand ist gemäß § 4 Abs. 3 der Satzung ermächtigt, das Grundkapital bis
zum 23. April 2012 mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zu einem Betrag von 70,6 Mio
€ gegen Ausgabe neuer Aktien zu erhöhen.
c) Der Vorstand ist durch Hauptversammlungsbeschluss vom 5. Mai 2006 und den diesen
ändernden Hauptversammlungsbeschluss vom 25. April 2008 ermächtigt, mit Zustimmung
des Aufsichtsrats bis zum 4. Mai 2011 Optionsund/oder Wandelschuldverschreibungen
bis zu einem Gesamtbetrag von 4,5 Mrd € und nach näherer Maßgabe der genannten Ermächtigungsbeschlüsse
auszugeben. Im Zusammenhang damit hat die Hauptversammlung ein bedingtes Kapital von
bis zu 111,5 Mio € beschlossen. Sollte der Vorstand aufgrund der Ermächtigung Options-
oder Wandelschuldverschreibungen begeben, wären neue Aktien nach Maßgabe der Bedingungen
dieser Schuldverschreibungen auszugeben.
d) Der Vorstand ist durch Hauptversammlungsbeschluss vom 25. April 2008 ermächtigt,
mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 4. Mai 2011 Wandel-, Options- und/oder Gewinnschuldverschreibungen
im Gesamtnennbetrag von bis zu 1,5 Mrd € zu begeben. In diesem Zusammenhang hat die
Hauptversammlung ein bedingtes Kapital in Höhe von 37,5 Mio € beschlossen. Sollte
der Vorstand aufgrund dieser Ermächtigung Wandel-, Options- oder Gewinnschuldverschreibungen
begeben, wären neue Aktien nach Maßgabe der Bedingungen dieser Schuldverschreibungen
auszugeben.
e) Der Vorstand ist durch Hauptversammlungsbeschluss vom 23. April 2009 ermächtigt,
mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 22. April 2014 Wandel-, Options- und/oder
Gewinnschuldverschreibungen sowie andere Finanzinstrumente im Gesamtnennbetrag von
bis zu 0,85 Mrd € zu begeben. In diesem Zusammenhang hat die Hauptversammlung ein
bedingtes Kapital in Höhe von 43,5 Mio € beschlossen. Sollte der Vorstand aufgrund
dieser Ermächtigung Wandel-, Options- oder Gewinnschuldverschreibungen oder ähnliche
Finanzinstrumente begeben, wären neue Aktien nach Maßgabe der Bedingungen dieser Schuldverschreibungen
auszugeben.
f) Schließlich ist der Vorstand befugt, neue Aktien an die Bezugsberechtigten aus
den von der Hauptversammlung beschlossenen Aktienoptionsplänen 2004 und 2008 nach
Maßgabe der Bedingungen dieser Aktienoptionspläne auszugeben.
7.2 Der Vorstand darf Aktien nur unter den in § 71 AktG normierten Voraussetzungen
zurückkaufen. Eine Ermächtigung durch die Hauptversammlung gemäß § 71 Absatz 1 Nummer
8 AktG ist dem Vorstand nicht erteilt.
8. Es bestehen folgende wesentliche Vereinbarungen, die unter der Bedingung eines
Kontrollwechsels bei der Continental AG stehen:
Der im August 2007 im Zusammenhang mit dem Erwerb der Siemens VDO Automotive AG geschlossene
und mit Vereinbarungen vom 23. Januar 2009 und 18. Dezember 2009 geänderte Vertrag
über einen syndizierten Kredit in Höhe von ursprünglich 13,5 Mrd € gibt jedem Kreditgeber
das Recht, seine Beteiligung an der Kreditlinie und in diesem Rahmen gewährten Darlehen
vorzeitig zu kündigen und ihre Rückzahlung zu verlangen, falls eine Person oder gemeinsam
handelnde Personen die Kontrolle über die Continental AG erwerben und anschließende
Verhandlungen über eine Fortsetzung des Kredites zu keiner Einigung geführt haben.
Auch der 600,0 Mio € Kreditvertrag mit der Europäischen Investitionsbank sieht das
Recht der Bank vor, im Falle eines "Change-of-Control-Ereignisses" eine Erörterung
der Situation und bei fruchtlosem Ablauf einer Verhandlungsfrist die vorzeitige Rückzahlung
zu verlangen. Die Begriffe "Kontrolle" und "Change-of-Control-Ereignis" sind als das
Halten von mehr als 50 % der Stimmrechte sowie als Abschluss eines Beherrschungsvertrages
im Sinne von § 291 AktG durch Continental AG als beherrschter Gesellschaft definiert.
Die von einem Tochterunternehmen der Continental AG, der Conti-Gummi Finance B.V.
Amsterdam ("Emittentin"), unter Garantie der Continental AG am 16. Juli 2010, am 13.
September 2010 und am 5. Oktober 2010 zu einem Nominalbetrag von 750 Mio €, 1.000
Mio € bzw. je 625 Mio € begebenen Anleihen berechtigen jeden Anleihegläubiger, im
Fall eines Kontrollwechsels bei der Continental Aktiengesellschaft ("Change of Control")
von der Emittentin zu verlangen, die vom Anleihegläubiger gehaltenen Anleihen zu einem
in den Anleihebedingungen festgelegten Kurs einzulösen bzw. zu erwerben. Die Anleihebedingungen
definieren Kontrollwechsel als das Halten von mehr als 50 % der Stimmrechte an der
Continental AG durch eine Person oder durch mehrere im Sinne des § 2 Abs. 5 Wertpapiererwerbs-
und -Übernahmegesetz (WpÜG) gemeinsam handelnde Personen infolge Erwerbs oder als
Ergebnis einer Verschmelzung oder einer anderen Form des Zusammenschlusses unter Beteiligung
der Continental AG. Das Halten von Stimmrechten durch die Schaeffler GmbH, ihre Rechtsnachfolger
oder mit ihr verbundene Unternehmen ist kein Kontrollwechsel im Sinne der Anleihebedingungen.
Sollte ein Kontrollwechsel im Sinne der vorstehend beschriebenen Vereinbarungen eintreten
und ein Vertragspartner seine entsprechenden Rechte ausüben, könnten dann erforderliche
Anschlussfinanzierungen möglicherweise nicht zu den bestehenden Konditionen abgeschlossen
werden und zu höheren Finanzierungskosten führen.
1996 haben die Compagnie Financière Michelin und die Continental AG das 50/50 Gemeinschaftsunternehmen
MC Projects B.V., Niederlande, gegründet, in das Michelin die Rechte an der Uniroyal-Marke
für Europa eingebracht hat. Die MC Projects B.V. lizenziert diese Rechte an Continental.
Nach den Vereinbarungen im Zusammenhang mit diesem Joint Venture kann unter anderem
diese Lizenz außerordentlich gekündigt werden, wenn ein wesentlicher Reifenwettbewerber
mehr als 50 % der Stimmrechte an Continental erwirbt. Darüber hinaus hat Michelin
in diesem Fall das Recht, die Mehrheit an der MC Projects B.V. zu erwerben und die
MC Projects B.V. zu veranlassen, ihre Minderheitsbeteiligung am Produktionsbetrieb
der Barum Continental s. r. o. in Otrokovice, Tschechische Republik, auf 51 % zu erhöhen.
Im Fall eines solchen Kontrollwechsels und der Ausübung dieser Rechte könnten sich
Einbußen in den Umsatzerlösen der Reifen-Divisionen und Einschränkungen bei den ihnen
zur Verfügung stehenden Produktionskapazitäten ergeben.
9. Entschädigungsvereinbarungen der Gesellschaft, die für den Fall eines Übernahmeangebots
mit den Mitgliedern des Vorstands oder Arbeitnehmern getroffen sind, bestehen nicht.
Die Gesamtvergütung der Vorstandsmitglieder besteht aus einer Reihe von Vergütungsbestandteilen.
Im Einzelnen handelt es sich um das Fixum, die Tantieme einschließlich Komponenten
mit langfristiger Anreizwirkung sowie Nebenleistungen und Pensionszusagen. Nähere
Einzelheiten einschließlich der individualisierten Bezüge enthält der Vergütungsbericht,
der im Corporate-Governance-Bericht auf den Seiten 23 ff. zu finden ist. Der Vergütungsbericht
ist Teil des Lageberichts.
Bis zum 8. Februar 2011 ergaben sich keine Ereignisse oder Entwicklungen, die zu einer
wesentlichen Änderung des Ausweises oder Wertansatzes der einzelnen Vermögenswerte
und Schuldenposten zum 31. Dezember 2010 geführt hätten.
Die Continental AG war im Geschäftsjahr 2010 ein von der Schaeffler GmbH, Herzogenaurach,
abhängiges Unternehmen i. S. d. § 312 AktG. Der Vorstand der Continental AG hat deshalb
gemäß § 312 Abs. 1 AktG einen Bericht des Vorstands über Beziehungen zu verbundenen
Unternehmen aufgestellt, der die folgende Schlusserklärung enthält:
"Wir erklären, dass die Gesellschaft bei den im Bericht über die Beziehungen zu verbundenen
Unternehmen aufgeführten Rechtsgeschäften vom 1. Januar bis 31. Dezember 2010 nach
den Umständen, die in dem Zeitpunkt bekannt waren, in dem die Rechtsgeschäfte vorgenommen
oder Maßnahmen getroffen wurden, bei jedem Rechtsgeschäft eine angemessene Gegenleistung
erhalten hat. In dem Umfang, in dem die Gesellschaft hierdurch benachteiligt worden
ist, wurde ihr vor Ablauf des Geschäftsjahres 2010 ein Rechtsanspruch auf einen adäquaten
Vorteil eingeräumt. Dadurch, dass Maßnahmen getroffen oder unterlassen wurden, ist
die Gesellschaft nicht benachteiligt worden."
Die Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289a HGB ist den Aktionären auf unserer
Internetseite www.continental-corporation.com/corporate-governance zugänglich.
Continental ist vielfältigen Risiken ausgesetzt, die das Geschäft negativ beeinflussen
und im Extremfall den Bestand des Unternehmens gefährden könnten. Überschaubare Risiken
akzeptieren wir, wenn die ihnen gegenüberstehenden Chancen eine nachhaltige Wertsteigerung
erwarten lassen. Zurzeit sind keine bestandsgefährdenden Risiken erkennbar, deren
Eintritt wahrscheinlich ist.
Gemäß §§ 289 Abs. 5, 315 Abs. 2 HGB müssen die wesentlichen Merkmale des internen
Kontroll- und Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess
beschrieben werden. In die Berichterstattung sind alle Teile des Risikomanagementsystems
und des internen Kontrollsystems einzubeziehen, die einen wesentlichen Einfluss auf
den Jahres- und Konzernabschluss haben können.
Um Risiken rechtzeitig zu erkennen, ihre Ursachen zu analysieren, sie zu bewerten
und zu vermeiden oder zumindest zu minimieren, existiert ein konzernweites, einheitliches
Risikomanagementsystem. Es regelt die Identifikation, Erfassung, Bewertung, Dokumentation
und Berichterstattung von Risiken und ist in die Strategie-, Planungs- und Budgetierungsprozesse
des Unternehmens integriert. Durch die Einbindung des Risikomanagements in die Management-
und Reportingsysteme stellt Continental sicher, dass das Risikomanagement integraler
Bestandteil der Geschäftsprozesse im Konzern ist.
Um in einem komplexen Geschäftsumfeld als Unternehmen erfolgreich agieren zu können,
hat die Continental AG ein effektives und integriertes internes Kontrollsystem geschaffen,
das in seiner Gesamtheit alle relevanten Geschäftsprozesse umfasst. Das interne Kontrollsystem
bildet einen integralen Bestandteil des Risikomanagementsystems. Daher erfolgt eine
zusammengefasste Darstellung. Das interne Kontrollsystem umfasst Berichterstattungen
für den Aufsichtsrat, den Prüfungsausschuss (Audit Committee), den Vorstand sowie
das Compliance & Risk Management Committee und ist in Umfang und Ausgestaltung an
den unternehmensspezifischen Anforderungen ausgerichtet.
Continental hat ihre Grundwerte und ethischen Normen wie Integrität, Ehrlichkeit und
Gesetzestreue im Verhaltenskodex, den BASICS und den Corporate-Governance-Grundsätzen
festgehalten. An diesen Grundwerten orientiert sich die Unternehmenskultur. Zusätzlich
wurden in den letzten Jahren diverse interne Verfahrensrichtlinien sowie dazugehörige
Handlungsanweisungen (Instruction Letters) in Kraft gesetzt sowie ein Handbuch zur
Rechnungslegung und Finanzberichterstattung verfasst. Mithilfe der Compliance Organisation
und dieser Regelungen, Richtlinien und Handlungsanweisungen sollen Verletzungen anwendbarer
rechtlicher Vorschriften vermieden und deren Einhaltung im Rahmen unserer operativen
Tätigkeiten sichergestellt werden.
Wesentliche Elemente der Steuerungssysteme sind die klare Zuordnung von Verantwortlichkeiten
und systemimmanente Kontrollen bei der Abschlusserstellung. Das Vier-Augen-Prinzip
und die Funktionstrennung sind dabei grundlegende Merkmale der Kontrolle. Darüber
hinaus stellt die Geschäftsleitung der Continental durch Richtlinien zur Abschlusserstellung
und Bilanzierung, Zugriffsberechtigungen in den IT-Systemen sowie Regelungen zur Einbeziehung
von internen und externen Spezialisten eine gesetzeskonforme Rechnungslegung sicher.
Verantwortlich für das Risikomanagementsystem und das interne Kontrollsystem ist der
Vorstand. Aufsichtsrat und Prüfungsausschuss überwachen und prüfen ihre Wirksamkeit.
Die Systeme des Risikomanagements sowie die des internen Kontrollsystems umfassen
alle für den Konzernabschluss wesentlichen Tochtergesellschaften mit ihren rechnungslegungsrelevanten
Prozessen.
Die Verantwortung zur Erkennung und Bewertung wesentlicher Risiken ist innerhalb der
Continental AG auf verschiedene Ebenen und Organisationseinheiten verteilt.

Zur Risikoerkennung, -bewertung und -berichterstattung analysiert das Management jeder
Konzerneinheit die wesentlichen Risiken, die in seinen Bereich fallen. Hierfür kann
das lokale Management auf verschiedene Instrumente zurückgreifen wie z. B. lokale
Betriebsorganisationshandbücher, zentral entwickelte funktionsspezifische Fragebögen
oder auch die Prozess- und Kontrollbeschreibungen des Compli-ance@Continental Systems,
die im Rahmen der Umsetzung der Anforderungen der Neufassung der 8. EU-Richtlinie
für alle wesentlichen Gesellschaften entwickelt wurden. Hier werden die wesentlichen
Kontrollen in den Geschäftsprozessen (z. B. Purchase to Pay, Order to Cash, HR und
IT-Berechtigungen) quartalsweise kontrolliert und auf ihre Effektivität hin untersucht.
Die Konzernfunktionen wie z. B. Compliance, Personal, Qualität, Recht, Einkauf oder
Systeme & Standards führen zusätzlich Prüfungen zur Umsetzung der jeweiligen Konzernrichtlinien
durch und analysieren die betroffenen Prozesse hinsichtlich Effizienz und potenzieller
Schwachstellen. Ziel ist hier, die Einhaltung der Richtlinien zu überwachen, potenzielle
Risiken in den Prozessen zu erkennen und die Standardisierung der operativen Prozesse
zu unterstützen.
Ergänzend zu den durch das lokale Management sowie die Konzernfunktionen durchgeführten
Risikobewertungen erfolgen weitere Überprüfungen durch die interne Revision.
Um den Mitarbeitern innerhalb des Konzerns die Möglichkeit zu geben, Verstöße gegen
die Grundwerte und ethischen Normen wie Integrität, Ehrlichkeit und Gesetzestreue
zu melden, hat die Continental AG eine Compliance & Anti-Korruptions-Hotline eingerichtet.
Über die Hotline können, soweit jeweils gesetzlich zulässig, auch anonym Informationen
zu potenziellen Rechtsverletzungen, wie Bestechung oder kartellrechtswidriges Verhalten,
aber auch Manipulation im Rahmen der Rechnungslegung mitgeteilt werden. Hinweise an
diese Hotline gehen bei der Konzernrevision ein und werden dort geprüft und weiterverfolgt.
Die in dem beschriebenen Rahmen erkannten Risiken werden nach vorgegebenen Kriterien
zugeordnet und bewertet. Die Bewertung eines Risikos bemisst sich in der Regel danach,
inwieweit es das operative Ergebnis der Einheit negativ beeinflussen könnte.
Die Beurteilung der Risiken und deren Auswirkung auf die Rechnungslegung erfolgt unter
Berücksichtigung ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit sowie deren Auswirkung auf Umsatz,
EBIT oder Bilanzsumme.
Entsprechend der Risikobewertung ist auch die Berichterstattung der identifizierten
und bewerteten Risiken verschiedenen organisatorischen Ebenen zugeordnet.
Die Geschäftseinheiten berichten regelmäßig auf Basis einer umfassenden Risikoinventur
im Rahmen des Reporting über die Veränderungen gemeldeter Risiken und über neue Entwicklungen,
die zur Entstehung wesentlicher Risiken führen könnten. Kommt es zu neuen, wesentlichen
Risiken außerhalb der Regelberichterstattung, sind sie umgehend zu melden. Hierunter
fallen auch die Risiken, die im Rahmen der Audits der Konzernfunktionen identifiziert
worden sind. Um Ursachen möglicher Risiken frühzeitig zu erkennen, analysiert das
zentrale Controlling die im Rahmen des Reporting genannten Kennzahlen zusätzlich auf
Konzern- und Divisionsebene.
Die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems wird in wesentlichen
Bereichen durch Effektivitätstests der berichtenden Einheiten beurteilt. Die Ergebnisse
der Effektivitätstest sind quartalsweise in den Berichterstattungssystemen des Continental-Konzerns
zu erfassen und werden anschließend durch das Konzernmanagement beurteilt. Bei Schwächen
leitet das Konzernmanagement die erforderlichen Maßnahmen ein.
Der Vorstand von Continental wird durch das Compliance & Risk Management Committee
regelmäßig über bestehende Risiken, deren Bewertung sowie die ergriffenen Maßnahmen
informiert. Des Weiteren erfolgt eine Berichterstattung an die Managementebenen unterhalb
des Vorstands in Abhängigkeit ihres Verantwortungsbereichs. Auch der Aufsichtsrat
und der Prüfungsausschuss werden regelmäßig über die wesentlichen Risiken, Kontrollschwächen
und ergriffenen Maßnahmen informiert. Darüber hinaus soll der Abschlussprüfer dem
Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats über Schwächen im rechnungslegungsbezogenen internen
Kontrollsystem berichten, die der Abschlussprüfer im Rahmen seiner Prüfungstätigkeit
festgestellt hat.
Für jedes identifizierte und als erheblich bewertete Risiko leitet das verantwortliche
Management geeignete Gegenmaßnahmen ein, die auch in den Reportingsystemen dokumentiert
werden. Die identifizierten Risiken werden durch das Compliance & Risk Management
Committee auf Konzernebene überwacht und konsolidiert. Es berichtet dem Vorstand regelmäßig
und empfiehlt ggf. weitere Maßnahmen. Der Vorstand erörtert und beschließt diese Maßnahmen
und berichtet dem Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats. Die zuständigen Gremien überwachen
laufend die Entwicklung aller identifizierten Risiken und den Stand der eingeleiteten
Maßnahmen. Die interne Revision überprüft regelmäßig den Risikomanagementprozess,
wodurch dessen Effizienz und Weiterentwicklung sichergestellt ist.
Zur Finanzierung der Übernahme der Siemens VDO Automotive AG ("Siemens VDO") 2007
schloss Continental mit einem aus 39 Kreditgebern bestehenden Bankenkonsortium eine
Vereinbarung über syndizierte Kredite in Höhe von 13,5 Mrd €, die zuletzt am 18. Dezember
2009 geändert und erneuert wurde ("VDO-Kreditvertrag"). Die im Rahmen dieses Vertrags
bereitgestellten Kredite und Kreditzusagen belaufen sich per 31. Dezember 2010 auf
insgesamt 6,48 Mrd €. Nach dem VDO-Kreditvertrag muss Continental neben anderen Pflichten
bestimmte finanzielle Kennzahlen einhalten (Financial Covenants), insbesondere eine
Verschuldungsobergrenze (errechnet als Verhältnis zwischen den konsolidierten Netto-Finanzschulden
und dem konsolidierten bereinigten EBITDA) und einer Untergrenze für das Verhältnis
zwischen dem bereinigten konsolidierten EBITDA von Continental und dem konsolidierten
Netto-Zins-aufwand (Zinsdeckungsverhältnis). Die Kennzahl für die maximale Verschuldung
reduziert sich stufenweise von 4,75 für den am 31. Dezember 2009 beendeten Bezugszeitraum
auf 3,00 für den am 30. Juni 2012 endenden Bezugszeitraum. Das Zinsdeckungsverhältnis
darf für die bis zum 31. März 2011 endenden Bezugsperioden 2,25 und für die danach
endenden Bezugsperioden 2,50 nicht unterschreiten.
Nach der Erfahrung der Wirtschaftskrise 2009 und ihrer Auswirkungen auf die Geschäftsaktivitäten
und die Ertragslage der Continental, falls der heutige Aufschwung sich nicht als nachhaltig
herausstellt, sowie infolge weiterer, nachstehend dargelegter Markt- und operativer
Risiken ist es Continental unter Umständen nicht möglich, die oben beschriebenen Kennzahlen
einzuhalten. Sollte Continental gegen eine dieser Verpflichtungen verstoßen, sind
die Kreditgeber berechtigt, die Kredite vorzeitig fällig zu stellen. In diesem Fall
werden die im Rahmen des VDO-Kreditvertrags in Anspruch genommenen Kredite unverzüglich
zur Rückzahlung fällig und/oder sämtliche Kreditzusagen werden aufgehoben. Zum 31.
Dezember 2010 lagen die Kennzahl für die Verschuldung bei 1,89 und das Zinsdeckungsverhältnis
bei 4,98.
Im August 2012 werden Tranche C über insgesamt nominal 3,98 Mrd € sowie ausstehende
Beträge unter dem revolvierenden Kredit aus dem VDO-Kreditvertrag zur Rückzahlung
fällig. Continental plant, im Laufe des Jahres 2011 in Verhandlungen mit den Kredit
gebenden Banken über eine Refinanzierung einzutreten. In Anbetracht der deutlichen
Herabstufung des Kreditratings von Continental seit 2008 sowie der Tatsache, dass
Non-Investment-Grade-Emittenten an den Anleihemärkten derzeit mit hohen Risikoaufschlägen
gehandelt werden, oder im Falle einer erneuten wesentlichen Störung der weltweiten
oder europäischen Finanzmärkte, könnte eine Refinanzierung des dann fälligen Gesamtbetrags
fehlschlagen, sodass es Continental nicht möglich wäre, ihn zurückzuzahlen. Zudem
könnte eine Refinanzierung dieser Verbindlichkeiten mittels einer weiteren Bankfinanzierung
oder an den Kapitalmärkten (soweit überhaupt möglich) den Nettozinsaufwand von Continental
wesentlich erhöhen.
Darüber hinaus tritt nach den Kreditverträgen auch im Falle eines "Kontrollwechsels"
bei der Continental AG eine Rückzahlungsverpflichtung ein. Ein Kontrollwechsel tritt
nach den Kreditverträgen dann ein, wenn eine Person oder gemeinsam handelnde Personen
(gemäß § 2 Abs. 5 des deutschen Wertpapiererwerbs- und Übernahmegesetzes; WpÜG) mehr
als 50 % der Stimmrechte der Gesellschaft erwerben oder mittels eines Beherrschungsvertrags
gemäß § 291 AktG die Kontrolle über die Gesellschaft übernehmen. In diesem Fall kann
jeder Kreditgeber die Rückzahlung seines Anteils an allen ausstehenden Krediten zuzüglich
Zinsen und aller anderen im Rahmen der Kreditverträge aufgelaufenen Beträge verlangen.
Ein Kontrollwechsel könnte insbesondere dann eintreten, wenn die Anteile der Schaeffler
KG, Herzogenaurach, am stimmberechtigten Grundkapital der Gesellschaft durch die Übernahme
weiterer Anteile durch Schaeffler oder dadurch auf über 50 % ansteigen, dass Schaeffler
als gemeinsam mit anderen Aktionären der Gesellschaft handelnd erachtet wird, oder
wenn zwischen Schaeffler und der Gesellschaft ein Beherrschungsvertrag gemäß § 291
AktG geschlossen wird. Die hier beschriebenen Kredite könnten außerdem unverzüglich
fällig gestellt werden, wenn nach anderen Finanzierungsvereinbarungen für eine Verschuldung
von insgesamt mehr als 75,0 Mio € ein Kündigungsgrund eintritt.
Continental steht aufgrund der angespannten Kreditmärkte und ihrer bestehenden finanziellen
Verbindlichkeiten Liquiditätsrisiken gegenüber. Da Continental weiterhin eine relativ
hohe Verschuldung aufweist (Netto-Finanzschulden zum 31. Dezember 2010 von 7.317,0
Mio €), könnte es für die Gesellschaft aufgrund der angespannten Lage an den Kreditmärkten
(u. a. auch an den Märkten für Hochzinsanleihen) schwierig werden, Finanzierungen
zu wirtschaftlich angemessenen Bedingungen zu erhalten. Zudem ist es Continental aufgrund
ihrer Rating-Herabstufung im Juni und August 2009 und im Mai 2010 u. U. nicht möglich,
ihre Factoring-Programme fortzuführen, in deren Rahmen bisher Forderungen an Banken
verkauft wurden, oder weitere Hochzinsanleihen auszugeben. Der Mittelzufluss aus laufender
Geschäftstätigkeit, die laufenden Barmittel, vorhandene externe Finanzierungsquellen
und der Emissionserlös aus der Kapitalerhöhung reichen u. U. nicht zur Deckung des
künftigen Kapitalbedarfs von Continental aus.
Zudem könnten sich Störungen an den Finanzmärkten wie beispielsweise Insolvenz oder
Restrukturierung einer Reihe von Finanzinstituten sowie die generell eingeschränkte
Verfügbarkeit von Liquidität negativ auf die Verfügbarkeit und Kosten zusätzlicher
Finanzierungen für Continental auswirken und darüber hinaus die Verfügbarkeit bereits
arrangierter oder zugesagter Finanzmittel einschränken. Des Weiteren könnte die Liquidität
von Continental dann beeinträchtigt werden, wenn ihre Zulieferer ihre Zahlungsbedingungen
verschärfen oder die Kunden ihre regulären Zahlungsziele überziehen.
Durch die Übernahme von Siemens VDO im Jahr 2007 haben sich die Netto-Finanzschulden
der Continental beträchtlich erhöht. Infolgedessen hat sich auch das Verhältnis des
Eigen- zum Fremdkapital deutlich verschlechtert. Die Auswirkungen der Finanzkrise
und der daraus folgenden wirtschaftlichen Abwärtsentwicklung auf Geschäft und Ertragslage
der Continental und die außerordentlichen Goodwill-Abschreibungen in den Divisionen
Powertrain, Interior und Chassis & Safety, haben die Eigenkapitalquote der Continental
2008 und 2009 verringert. Diese Entwicklungen sowie die Ungewissheit bzgl. der Auswirkungen
der Kapitalbeteiligung von Schaeffler auf die Strategie und Kreditqualität von Continental
haben dazu geführt, dass Continental von den Ratingagenturen von BBB+ (Standard &
Poor's) und Baa1 (Moody's) im Juni 2007 - jeweils mit stabiler Prognose - im August
2009 auf "B+ Creditwatch Negative" (Standard & Poor's) bzw. "B1 (Moody's) Negative
Outlook" herabgestuft wurde. Im Mai 2010 senkte Standard & Poor's das Rating der Continental,
insbesondere unter Berücksichtigung des Einflusses des Großaktionärs Schaeffler auf
Continentals Bonität und ihres 2012 anstehenden Refinanzierungsbedarfs, weiter von
B+ auf "B Stable Outlook" ab. Nach der erfolgreichen Platzierung der ersten Hochzinsanleihe
änderte Moody's ihre Prognose im Juli 2010 von "negative" auf "stable". Aufgrund der
Herabstufungen ihres Kreditratings fällt es Continental schwerer, sich zu wirtschaftlich
vertretbaren Konditionen zu refinanzieren. So könnte die Herabstufung beispielsweise
dazu führen, dass Continental ihre Factoring-Programme nicht mehr fortführen kann,
in deren Rahmen sie in der Vergangenheit Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
an Banken verkauft hat. Ebenso könnte dadurch die Ausgabe von Hochzinsanleihen nicht
mehr möglich sein.
Es ist ungewiss, ob die Erholung der Weltwirtschaft und der Produktion im Automobilsektor
nachhaltig ist. Sollte sich der Aufschwung als nicht nachhaltig herausstellen, könnte
dies Auswirkungen auf die Liquidität von Continental haben und zu einer weiteren Verschlechterung
ihres Kreditratings führen. Eine derartige Herabstufung könnte sich für Continental
nachteilig auf die Möglichkeiten der Mittelbeschaffung sowie auf die Finanzierungskosten
und den Zinsaufwand auswirken. Eine weitere Senkung des Kreditratings könnte zudem
die Liquiditätslage der Gesellschaft beeinträchtigen, wenn Zulieferer aus diesem Grund
ihre Zahlungskonditionen gegenüber Continental verändern, indem sie beispielsweise
auf Vorauszahlung bestehen. Diese negativen Folgen könnten dadurch verschärft werden,
dass Kreditversicherer die Deckung der Lieferantenverbindlichkeiten von Continental
weiter einschränken. Eine weitere Herabstufung des Kreditratings könnte darüber hinaus
bewirken, dass die Kunden von Continental ihre regulären Zahlungsziele überziehen
oder ihre Geschäftsbeziehungen sogar aufkündigen und sich anderen Zulieferern zuwenden.
Neben den mit dem VDO-Kreditvertrag verbundenen Risiken bestehen für Continental auch
Risiken in Verbindung mit anderen Finanzierungsvereinbarungen des Unternehmens, insbesondere
ein Kredit der Europäischen Investitionsbank ("EIB"), der sich zum Jahresende 2010
auf 300,0 Mio € beläuft, ein Schuldscheindarlehen von 110,0 Mio € und die Anleihen,
die Continental im Juli 2010 in Höhe von 750,0 Mio € (zur Rückzahlung fällig 2015)
und in Höhe von 1.000,0 Mio € im September 2010 (Fälligkeit 2017) begeben hat, sowie
die beiden im Oktober 2010 begebenen Anleihen in Höhe von je 625,0 Mio € (Fälligkeit
2016 bzw. 2018). Diese weiteren Finanzierungsvereinbarungen enthalten ebenfalls zahlreiche
Bedingungen, die Continental in ihrer operativen Handlungsfähigkeit einschränken und
die Einhaltung bestimmter Finanzkennzahlen verlangen, sowie Bestimmungen für den Fall
eines Kontrollwechsels. Nach den Bedingungen des Kreditvertrags mit der EIB z.B. tritt
ein Kontrollwechsel ein, wenn eine Person oder gemeinsam handelnde Personen (gemäß
§ 2 Abs. 5 WpÜG) mehr als 50 % der Stimmrechte der Gesellschaft erwerben oder mittels
eines Beherrschungsvertrags gemäß § 291 AktG die Kontrolle über die Gesellschaft übernehmen.
In diesem Fall kann die EIB von der Gesellschaft Informationen über den Kontrollwechsel
verlangen. Sieht sie dadurch ihre Interessen beeinträchtigt, kann sie die Rückzahlung
des ausstehenden Kreditbetrags plus Zinsen innerhalb von 30 Tagen fordern.
Es ist davon auszugehen, dass alle von Continental künftig getätigten Kreditfinanzierungen
ähnliche restriktive Auflagen und Bestimmungen für den Fall eines Kontrollwechsels
enthalten werden. Sollte Continental einer dieser Verpflichtungen nicht nachkommen
oder tritt ein Kontrollwechsel ein und gelingt es der Gesellschaft nicht, von den
betreffenden Kreditgebern einen Verzicht auf Einhaltung der Verpflichtungen zu erwirken,
könnte nach dem jeweiligen Kreditinstrument ein Kündigungsgrund gegeben sein, der
dazu führt, dass der Kreditbetrag unverzüglich fällig gestellt wird. Darüber hinaus
kann die EIB ihr Darlehen ebenfalls unverzüglich fällig stellen, wenn nach anderen
Finanzierungsvereinbarungen über mehr als 40,0 Mio € ein Kündigungsgrund eintritt.
Continental ist Risiken in Verbindung mit Veränderungen der variablen Zinssätze ausgesetzt,
da eine Reihe ihrer Kredite (insbesondere die im Rahmen des VDO-Kreditvertrags in
Anspruch genommenen) variabel verzinst werden. Aus diesem Grund hätte eine Erhöhung
oder Senkung der Zinsen Auswirkungen auf den laufenden Zinsaufwand und die künftigen
Refinanzierungskosten von Continental. Diese Risiken werden im Rahmen des Zinsmanagements
bewertet, eingeschätzt und durch den Einsatz von derivativen Zinssicherungsinstrumenten
gesteuert. Um das Risiko aus Zinsschwankungen zu verringern, sicherte Continental
2008 einen großen Teil der im August 2012 fälligen Tranche C aus dem VDO-Kreditvertrag
ab (insgesamt ein Kreditvolumen von 3.125 Mio € zum Durchschnittssatz von 4,19 % plus
Marge). Allerdings hängt die künftige Nutzung derivativer Zinssicherungsinstrumente
generell von der Verfügbarkeit adäquater Kreditlinien ab. Aktuell wird diese Verfügbarkeit
zusätzlicher Kreditlinien durch die Störungen an den Finanzmärkten, durch die Finanzschulden
von Continental sowie durch die Herabstufung ihres Kreditratings beeinträchtigt. Infolgedessen
könnte es Continental künftig unmöglich sein, weitere derivative Finanzinstrumente
zu nutzen, was die Zinssicherungsstrategie der Gesellschaft letztendlich negativ beeinflussen
könnte. Darüber hinaus könnten alle in Form von derivativen Finanzinstrumenten durchgeführten
Zinssicherungstransaktionen zu Verlusten führen.
Continental generiert einen großen Teil (ca. 72 %) ihres Umsatzes mit Automobilherstellern
("Original Equipment Manufacturers"; "OEM"). Der übrige Continental-Umsatz wird auf
den Ersatz- oder Industriemärkten erzielt, vor allem über das Ersatzgeschäft für Pkw-,
Van- sowie Lkw-Reifen und, in geringerem Umfang, in den nicht zum Kfz-Bereich gehörenden
Endmärkten der anderen Divisionen.
Während der jüngsten weltweiten Wirtschaftskrise gingen der Verkauf und die Produktion
von Kraftfahrzeugen stark zurück, was zu einem deutlichen Nachfragerückgang bei den
Produkten von Continental aufseiten ihrer OEM-Kunden führte. Aus heutiger Sicht ist
ungewiss, ob der aktuelle Aufschwung nachhaltig ist. Sollte dies nicht der Fall sein,
könnte die Automobilproduktion wieder zurückgehen und über längere Zeit auf einem
niedrigen Niveau verharren, insbesondere in Europa und der NAFTA-Region, wo Continental
2010 ungefähr 79 % ihres Umsatzes erzielte. Bei einer dauerhaften Schwäche oder einer
Verschlechterung der weltweiten Automobilmärkte oder auch der Märkte für Verbraucherkredite
muss Continental mit Umsatz- und Ertragseinbußen rechnen. Steuererhöhungen, die das
den Verbrauchern verfügbare Einkommen verringern, könnten ein weiterer Faktor sein,
der die weltweite Nachfrage auf den Fahrzeugmärkten schwächt. Steuerhöhungen sind
eine wahrscheinliche Reaktion, insbesondere der Mitgliedstaaten der Europäischen Union,
auf den Anstieg der öffentlichen Verschuldung aufgrund der verschiedenen Hilfsprogramme
für Banken oder den "Rettungsschirm" der EU für ihre Mitgliedstaaten. Darüber hinaus
wurden 2010 ca. 39 % des Konzernumsatzes von Continental durch die fünf größten OEM-Kunden
(BMW, Ford, Daimler, VW und General Motors) generiert. Stark gesunkene Produktionszahlen,
eine Liquiditätsverknappung und gestiegene Kapitalkosten haben dazu geführt, dass
einige OEM in eine deutliche finanzielle Schieflage geraten sind und zu Restrukturierungsmaßnahmen
bis hin zur Reorganisation nach Insolvenzrecht gezwungen waren. Der Erfolg dieser
Restrukturierungen ist nicht sicher. Sollte Continental einen oder mehrere ihrer OEM-Kunden
verlieren oder sollten Zulieferverträge vorzeitig gekündigt werden, könnten die von
Continental zur Lieferung dieser Produkte getätigten Anfangsinvestitionen oder gegen
den betreffenden Kunden noch ausstehende Forderungen ganz oder teilweise verloren
gehen. In vielen für Continental wichtigen Märkten wurden 2009 staatlich geförderte
"Abwrackprogramme" eingeführt beispielsweise das Car Allowance Rebate System (CARS)
in den USA oder die Umweltprämie in Deutschland, die Autobesitzern wirtschaftlichen
Anreiz zur Verschrottung älterer Fahrzeuge beim Kauf von Neuwagen bieten sollten.
Die meisten Programme, deren Zweck es ist, die Wirtschaft durch die Ankurbelung des
Fahrzeugverkaufs wieder in Schwung zu bringen, sind inzwischen ausgelaufen. Da diese
Abwrackprogramme den Umsatz möglicherweise dadurch erhöht haben, dass in den relevanten
Märkten die potenzielle Nachfrage künftiger Jahre vorgezogen und nicht nur schrittweise
gesteigert wurde, könnte daraus kurzfristig ein Rückgang der Fahrzeugnachfrage entstehen,
der wiederum negative Folgen auf die Produktionsvolumina hätte, von denen Continental
abhängig ist.
Die weltweite Fahrzeugproduktion und damit auch der Verkauf an OEM-Kunden (über den
Continental derzeit ca. 72 % ihres Umsatzes generiert) sind zyklisch. Sie sind u.
a. abhängig von den allgemeinen Konjunkturbedingungen sowie von den Konsumausgaben
und -präferenzen, die von verschiedenen Faktoren wie beispielsweise den Kraftstoffkosten
und der Verfügbarkeit von Verbraucherkrediten beeinflusst werden können. Infolge der
schwankenden Produktionsvolumina in der Automobilindustrie ist auch die Nachfrage
nach Produkten von Continental unregelmäßig, da sich OEM in der Regel gegenüber ihren
Zulieferern nicht zu Mindestabnahmen oder Fixpreisen verpflichten. Die weitere Entwicklung
in den von Continental bedienten Märkten ist schwer vorherzusagen, was auch Probleme
bei der Planung der benötigten Produktionskapazitäten schafft. Da das Geschäft von
Continental von hohen Fixkosten geprägt ist, riskiert die Gesellschaft eine ungenügende
Auslastung ihrer Werke (insbesondere in der Automotive Group) oder aber Kapazitätsengpässe,
sollten die Märkte, in denen Continental tätig ist, schneller als erwartet wachsen
oder zurückgehen. Eine mangelnde Auslastung der Werke könnte zu Kosten für nicht ausgeschöpfte
Kapazitäten, Abschreibungen auf Bestände und Verluste bei einzelnen Produkten infolge
sinkender durchschnittlicher Verkaufspreise führen. Fallende Produktionsvolumina können
darüber hinaus einen Umsatz- und Margenrückgang sowie Ertragseinbußen verursachen.
Die Kfz-Zulieferindustrie zeichnet sich durch harten Wettbewerb und durch rapide technische
Veränderungen, hohe Investitionen, einen intensiven Preisdruck seitens der Großkunden,
Phasen des Überangebots und eine kontinuierliche Modernisierung von Prozesstechnologien
und Fertigungseinrichtungen aus. Da OEM zunehmend unter Innovations- und Kostendruck
ihrer Wettbewerber stehen, versuchen sie, ihren Zulieferern sowohl in der Angebotsphase
als auch während der Vertragslaufzeit Preiszugeständnisse abzuringen. Insbesondere
erwarten die Fahrzeughersteller von ihren Zulieferern niedrigere Preise bei gleicher,
teilweise auch umfangreicherer Funktionalität und konstant hoher Produktqualität.
Würde es Continental nicht gelingen, die anhaltenden Preissenkungen durch mehr operative
Effizienz und Kosteneinsparungen auszugleichen, könnte dies die Gewinnspannen beeinträchtigen.
Zudem ist es möglich, dass Wettbewerber von Continental, vor allem aus dem asiatischen
Raum, unter Umständen eine aggressive Preispolitik verfolgen und den Kunden günstigere
Konditionen anbieten als Continental. Abgesehen davon sind die Märkte, in denen Continental
operiert, durch einen Trend zur Konsolidierung gekennzeichnet. Eine zunehmende Konsolidierung
unter den Wettbewerbern von Continental oder zwischen diesen und OEM-Kunden könnte
den Wettbewerbern Größenvorteile bringen, Zugang zu einem umfassenderen Produktangebot
verschaffen und den Umfang der ihnen zugänglichen Märkte vergrößern. Dadurch wiederum
könnte Continental dazu gezwungen sein, erhebliche Einschnitte bei seinen Gewinnspannen
und den Verlust von Marktanteilen infolge von Preisdruck hinzunehmen. Zudem könnten
sich Wettbewerber durch Anteilsübernahmen Kontrolle oder Einfluss über Zulieferer
oder Kunden von Continental sichern, was wiederum die Zulieferbeziehungen von Continental
beeinträchtigen könnte.
Für die Divisionen der Automotive Group können sich insbesondere aus höheren Preisen
für Stahl und Elektronikbauteile Kostensteigerungen ergeben, während die Divisionen
der Rubber Group im Wesentlichen von der Entwicklung der Öl- und Naturkautschukpreise
abhängig sind. In der jüngeren Vergangenheit waren die Stahl- und Elektronikpreise
ebenso wie die Preise für Öl und Naturkautschuk weltweit Schwankungen ausgesetzt.
Continental sichert derzeit das Risiko steigender Preise bei Elektronikbauteilen oder
Rohstoffen nicht mithilfe von derivativen Finanzinstrumenten ab. Sollte es dem Unternehmen
nicht möglich sein, seine gestiegenen Kosten auszugleichen oder an die Kunden weiterzugeben,
dann könnten diese Preiserhöhungen die Erträge von Continental wesentlich beeinträchtigen.
Während sich die niedrigeren Preise für Natur- und Synthesekautschuk 2009 positiv
auf die Ertragslage von Continental auswirkten, haben die Preissteigerungen seit dem
dritten Quartal 2009 zu Mehrkosten in Höhe von 405 Mio € bei einem Preisniveau über
3 US-Dollar pro Kilogramm Naturkautschuk und über 80 US-Dollar pro Fass Rohöl geführt.
Auch soweit Continental in der Lage sein sollte, diese Mehrkosten durch Erhöhung ihrer
Abgabepreise weiterzugeben, ist es möglich, dass sich die positiven Wirkungen der
Preiserhöhungen erst in einem späteren Zeitraum einstellen als die Mehrkosten. In
diesem Fall könnten die Mehrkosten nicht schon zum Zeitpunkt ihres Entstehens kompensiert
werden. Zudem ist Continental infolge ihrer energieintensiven Produktionsabläufe auch
von Veränderungen bei den Energiepreisen abhängig. Sollte es dem Unternehmen nicht
gelingen, seine gestiegenen Energiekosten auszugleichen oder an Kunden weiterzugeben,
könnten diese Preiserhöhungen wesentliche negative Auswirkungen auf die Ertragslage
von Continental haben.
2010 erwirtschaftete Continental 60 % des Gesamtumsatzes in Europa, 27 % davon in
Deutschland. Im Vergleich dazu wurden 19 % des Gesamtumsatzes 2010 in der NAFTA-Region,
16 % in Asien und 5 % in anderen Ländern generiert. Eine Rezession in Europa und insbesondere
in Deutschland könnte daher Geschäft und Ertragslage von Continental stärker beeinträchtigen
als ihre Wettbewerber. Zudem sind der Automobil- und der Reifenmarkt in Europa und
in der NAFTA-Region zu einem großen Teil gesättigt. Continental strebt den Ausbau
des Umsatzes in Schwellenländern an - vorrangig in Asien, um die Gefahren der starken
Konzentration auf Europa und Deutschland zu mildern. In der heutigen weltweiten Wirtschaftslage
könnte Continental außerdem unter einer nachteiligen Änderung der geografischen Verteilung
der Automobilnachfrage leiden. Die aktuelle Erholung der Automobilproduktion wird
wesentlich von einer starken Nachfrage auf den Märkten in Asien und Nordamerika getrieben,
während die Nachfrage in Europa relativ gering ist. Ob die starke Nachfrage in Asien
und Nordamerika nachhaltig ist bleibt ungewiss. Ein Rückgang der Nachfrage dort, der
nicht durch eine Steigerung auf einem anderen regionalen Markt ausgeglichen wird,
könnte die Nachfrage nach den Produkten von Continental beeinträchtigen.
Continental generiert ca. 72 % des Umsatzes bei OEM, vor allem innerhalb der Automotive
Group. In der weltweiten Fahrzeugproduktion und infolgedessen im Verkauf an OEM-Kunden
gibt es derzeit eine Reihe von Markttrends und technischen Entwicklungen, die sich
auf den Mix der von OEM verkauften Fahrzeuge auswirken könnten:
| ― |
Aufgrund zunehmend verschärfter Verbrauchs- und Abgasnormen in der gesamten industrialisierten Welt, darunter in der Europäischen Union (EU), den USA und Japan, sowie aufgrund von Ölpreis-schwankungen und der infolgedessen deutlich gestiegenen Kraftstoffkosten sind Autohersteller heute vermehrt zur Entwicklung umweltfreundlicher Technologien gezwungen, die den Kraftstoffverbrauch und die CO2 -Emissionen senken. Diese Entwicklungen haben in diesen Märkten den Trend zu verbrauchsärmeren Fahrzeugen, im Wesentlichen hin zum Kleinwagensegment, ausgelöst. |
| ― |
In den vergangenen Jahren ist das Marktsegment der "kostengünstigen" Fahrzeuge (also im Bereich von unter 10.000 US-Dollar/7.000 €) stetig gewachsen, und zwar vor allem in Schwellenländern wie China, Indien, Brasilien und in den Ländern Osteuropas. |
| ― |
In den vergangenen zehn Jahren sind Hybridfahrzeuge, bei denen ein konventionelles Antriebssystem mit Verbrennungsmotor mit einem Elektroantrieb kombiniert wird, zunehmend beliebter geworden. Ihr Marktanteil könnte sich in den nächsten Jahren noch vergrößern. Jüngsten Branchenmitteilungen zufolge entwickeln darüber hinaus einige Marktteilnehmer derzeit sogenannte "Pure-Play"-Elektro-fahrzeuge, bei denen (nur) ein oder mehrere Elektromotoren als Antrieb zum Einsatz kommen. Sollte es der Branche gelingen, zweckmäßige Elektrofahrzeuge zu entwickeln, die dem Verbrauchergeschmack gerecht werden, könnten sich diese mittel bis langfristig einen erheblichen Marktanteil erobern. |
Infolge der vorstehend aufgeführten Markttrends und technischen Entwicklungen hat
sich der von den Kunden von Continental verkaufte Fahrzeugmix in den vergangenen zwei
Jahren stark verändert und kann sich auch künftig weiter verändern.
Continental ist weltweit tätig und damit finanziellen Risiken aufgrund von Wechselkursveränderungen
ausgesetzt. Daraus können Verluste entstehen, wenn Vermögenswerte, die in einer Währung
mit sinkendem Wechselkurs notiert sind, an Wert verlieren, während gleichzeitig Verbindlichkeiten
in einer Währung mit steigendem Wechselkurs teurer werden. Wechselkursschwankungen
könnten zudem Schwankungen bei Rohstoffpreisen verstärken oder minimieren, da Continental
einen großen Teil ihres Rohstoffbedarfs in fremden Währungen einkauft. Aufgrund dieser
Faktoren könnten Kursschwankungen die Ertragslage der Continental beeinflussen. Externe
und interne Transaktionen, bei denen Produkte und Leistungen an Dritte und an Unternehmen
des Continental-Konzerns geliefert werden, sind mit Barmittelzu- und -abflüssen verbunden,
die in anderen Währungen als der funktionalen Währung der betreffenden Continental-Konzerngesellschaft
geführt werden ("Transaktionsrisiko"). Insbesondere ist Continental Schwankungen bei
den Währungen US-Dollar, Tschechische Krone, Chinesischer Yuan, Rumänische Leu und
Ungarischer Forint ausgesetzt. Soweit Barmittelabflüsse der betreffenden Continental-Konzerngesellschaft
in einer Fremdwährung nicht durch Barmittelzuflüsse aus dem operativen Geschäft in
derselben Währung ausgeglichen werden, wird das verbleibende Netto-Wechselkursrisiko
im Einzelfall durch entsprechende derivative Finanzinstrumente, insbesondere Devisentermingeschäfte,
Devisen-Swaps und Währungsoptionen mit einer Laufzeit von bis zu zwölf Monaten, abgesichert.
Darüber hinaus ist Continental Wechselkursrisiken in Verbindung mit externen und internen
Kreditvereinbarungen ausgesetzt, aus denen Barmittelzu- und -abflüsse entstehen, die
in anderen Währungen als der funktionalen Währung der betreffenden Continental-Konzerngesellschaft
geführt werden. Diese Wechselkursrisiken werden in der Regel durch geeignete derivative
Finanzinstrumente, insbesondere Devisentermingeschäfte/-Swaps und kombinierte Zins-
und Währungs-Swaps, abgesichert.
Die Sicherungsstrategie von Continental könnte sich letztlich als nicht erfolgreich
erweisen. Darüber hinaus können alle in Form von derivativen Finanzinstrumenten durchgeführten
Sicherungstransaktionen zu Verlusten führen. Das im Ausland gebundene Nettovermögen
von Continental wird grundsätzlich nicht gegen Wechselkursveränderungen abgesichert.
Zudem berichten einige Konzerngesellschaften ihre Ergebnisse in anderen Währungen
als dem Euro, sodass Continental die betreffenden Posten bei der Erstellung der Konzernbilanz
in Euro umrechnen muss ("Umrechnungsrisiko"). Umrechnungsrisiken werden grundsätzlich
nicht abgesichert.
Continental sieht sich aktuell erheblichen Herausforderungen in der Division Powertrain
gegenüber. 2007 übernahm Continental die Siemens VDO von der Siemens AG und gründete
dabei drei neue Divisionen, u. a. Powertrain, die in erster Linie aus ehemaligen Geschäftsbereichen
der Siemens VDO besteht. Die Division Powertrain war ursprünglich in sieben Geschäftsbereiche
(Gasoline Systems, Diesel Systems, Electronics, Transmission, Hybrid Electric Vehicle,
Sensors, Actuators/Motor Drives und Fuel Supply) sowie in eine Reihe weiterer Projekte
und Geschäftseinheiten gegliedert.
Continental hat innerhalb der Division Powertrain, die in erster Linie aus 2007 erworbenen
Geschäftsbereichen der Siemens VDO besteht, eine Reihe von Problemen festgestellt,
zu denen einige unrentable langfristige Lieferverträge, technische und qualitätsbezogene
Probleme in Verbindung mit Produktdesign, Materialien und mechanischen Teilen, organisatorische
Probleme sowie eine hohe Fixkostenbasis gehören. Die Gesellschaft hat ein Programm
zur Rückkehr in die Gewinnzone sowie verschiedene Restrukturierungsmaßnahmen initiiert,
die neben anderen Maßnahmen eine Reihe von Veränderungen auf der Führungsebene sowie
eine Verschlankung der Organisationstruktur umfassen. Bislang ist es Continental noch
nicht gelungen, durch diese Maßnahmen sämtliche bei Powertrain festgestellten Probleme
zu beheben. Insbesondere haben die technischen und qualitätsbezogenen Probleme in
der Vergangenheit kostenintensive Anwendungsentwicklungen erforderlich gemacht und
tun dies auch weiterhin. Die Probleme von Powertrain wurden auch durch die weltweite
Rezession 2009 und ihre Folgen verstärkt, da die hohe Fixkostenbasis der Division
eine schnelle Anpassung der Kostenstruktur an die durch den deutlichen Nachfragerückgang
bedingten niedrigeren Produktionsvolumina verhinderte.
Nachdem die Division Powertrain 2010 auf Basis des bereinigten EBIT den Break Even
überschritten hat, bleibt mittelfristiges Ziel weiter, bis 2015 eine berichtete EBIT
Marge in Höhe von 8 % in dieser Division zu erzielen. Die beschriebenen Probleme könnten
die Erreichung dieses Ziel hingegen erschweren. Die technischen Qualitätsprobleme
in Zusammenhang mit Produktdesign, Materialien und mechanischen Teilen könnten zu
Garantie- und Produkthaftpflichtansprüchen führen, die das übliche Maß weit übersteigen
und u. U. nicht durch Versicherungen abgedeckt sind. Zudem könnten fehlerhafte Produkte
Einbußen bei Umsätzen, Verträgen, Kunden und Marktakzeptanz bewirken. Darüber hinaus
könnte sich Continental weiterhin dazu gezwungen sehen, in erheblichem Umfang zusätzliche
Managementkapazitäten für die Lösung dieser Probleme abzustellen. Jeder Misserfolg
und jede Verzögerung bei der Beseitigung der operativen Probleme in der Division Powertrain
könnte die Wettbewerbsposition von Continental in einer Reihe wichtiger und schnell
wachsender Marktsegmente beeinträchtigen, so beispielsweise bei effizienten Motormanagementsystemen
für Benzin- und Dieselmotoren sowie bei Hybrid- und Elektrofahrzeugen. Infolgedessen
könnte der für die Division Powertrain bilanzierte Goodwill künftig weiteren Wertminderungen
ausgesetzt sein.
Am 19. August 2009 haben die Continental AG, die ContiTech Universe Verwaltungs-GmbH
(eine 100 %ige Tochtergesellschaft der Gesellschaft; "ContiTech Universe"), die ContiTech
AG und der Continental Pension Trust e.V. [Treuhänder im Rahmen der "Contractual Trust
Arrangements" ("CTAs") für die Continental AG, die Continental Reifen Deutschland
GmbH und die Continental Teves AG & Co. OHG] einen Vertrag über den Verkauf und die
Übertragung von 22.148.273 Aktien (entspricht 24,9 % des Grundkapitals der ContiTech
AG) durch die ContiTech Universe an den Continental Pension Trust gegen Zahlung eines
Kaufpreises von 475,6 Mio € geschlossen. Der Kaufvertrag enthält u. a. eine Reihe
von Regelungen zu Verkauf und Übertragung der Aktien an der ContiTech AG. Sie berechtigen
den Continental Pension Trust unter gewissen Voraussetzungen (i) ContiTech Universe
zum Rückerwerb der ContiTech-Aktien zu einem Kaufpreis von mindestens 475,6 Mio €
zu verpflichten, (ii) ihre ContiTech-Aktien an einen Dritten zu veräußern, (iii) ihre
ContiTech-Aktien an einen Dritten zu veräußern, der die von der ContiTech Universe
gehaltenen ContiTech-Aktien erwirbt oder (iv) ContiTech Universe zu verpflichten,
ihre ContiTech-Aktien an einen Dritten zu veräußern, der die vom Continental Pension
Trust gehaltenen ContiTech-Aktien erwirbt.
Der künftige Erfolg von Continental hängt von der Fähigkeit der Gesellschaft ab, rechtzeitig
neue und verbesserte Produkte zu entwickeln und auf den Markt zu bringen. Der Automobilmarkt
ist ganz besonders von einer Entwicklung hin zu leistungsfähigeren und gleichzeitig
verbrauchs- als auch schadstoffärmeren sowie leiseren Motoren, wachsenden Vorgaben
seitens der Kunden und strengeren Vorschriften bzgl. der Motoreffizienz sowie von
der Tendenz zu erschwinglichen Autos wie auch zu Hybrid- und Elektrofahrzeugen geprägt.
Diese neuen Entwicklungen könnten technische Herausforderungen mit sich bringen, deren
Bewältigung größeren Zeitaufwand bei Continental erfordert. Infolgedessen gelingt
es unter Umständen nicht, auch künftig schnell genug innovative Produkte zu entwickeln
und den Marktgegebenheiten anzupassen. Des Weiteren ist die Entwicklung neuer und
optimierter Produkte sehr kostspielig, weshalb Mittel in erheblichem Umfang verfügbar
sein müssen. Die aufgrund der Störungen an den Finanzmärkten generell eingeschränkte
Verfügbarkeit von Liquidität hat in Verbindung mit der hohen Verschuldung der Gesellschaft
und der Herabstufung ihrer Kreditratings negative Auswirkungen auf die Verfügbarkeit
und Kosten zusätzlicher Finanzierungen für Continental und könnte zudem die Verfügbarkeit
bereits arrangierter oder zugesagter Finanzmittel einschränken. Sollte es Continental
nicht gelingen, ausreichende Mittel zur Finanzierung ihrer Entwicklungsaktivitäten
zu sichern, könnte dies den Verlust der Wettbewerbsposition in einer Reihe wichtiger
und schnell wachsender Nebenmärkte zur Folge haben. Zudem wendet Continental umfangreiche
Ressourcen für Forschung und Entwicklung (F&E) auf. Dies gilt in der Automotive Group,
aber auch in der Rubber Group. In den vergangenen Jahren hatten die F&E-Aufwendungen
von Continental einen Anteil von mehr als 5 % am Gesamtumsatz. Falls Continental Ressourcen
für die Entwicklung neuer Technologien und Produkte einsetzt, die vom Markt nicht
angenommen werden oder unwirtschaftlich sind, könnten diese erheblichen F&E-Aufwendungen
ganz oder teilweise verloren sein und das Geschäft von Continental könnte darunter
leiden.
Für Continental besteht das Risiko, dass gewisse Roh- und Produktionsmaterialien nicht
verfügbar sind. Wenngleich Continental allgemein die Strategie verfolgt, Produktkomponenten
von mehreren Anbietern zu beziehen, lässt es sich nicht immer vermeiden, dass ein
Produkt nur aus einer Bezugsquelle eingekauft wird. Folglich ist Continental in der
Rubber Group und auch im Hinblick auf bestimmte von der Automotive Group hergestellte
Produkte abhängig von einigen Lieferanten. Da Continental seine Beschaffungslogistik
größtenteils auf Just-in-time- oder Just-in-sequence-Basis organisiert hat, können
Lieferverzögerungen, -stornierungen, Streiks, Fehlmengen und Qualitätsmängel zu Produktionsunterbrechungen
führen und sich damit negativ auf den Geschäftsbetrieb von Continental in diesen Bereichen
auswirken. Continental ist darum bemüht, diese Risiken durch sorgfältige Auswahl und
regelmäßige Überwachung der Lieferanten zu verringern. Sollte jedoch ein Lieferant
seinen Lieferverpflichtungen aus irgendeinem Grund nicht nachkommen können (beispielsweise
wegen Insolvenz, Beschädigung von Produktionsanlagen oder infolge einer Leistungsverweigerung
nach einem Kontrollwechsel), kann Continental unter Umständen die für die Herstellung
ihrer eigenen Erzeugnisse benötigten Produkte kurzfristig nicht in den benötigten
Mengen von anderen Lieferanten beziehen. Die jüngste Wirtschaftskrise hat die Finanzkraft
einiger Automobilzulieferer stark beeinträchtigt und zu einem Anstieg von Insolvenzen
geführt. Das betrifft vor allem Tier-2- und Tier-3-Lieferanten (Zulieferer, die ihre
Produkte an Tier-1- bzw. Tier-2-Lieferanten verkaufen), während Tier-1-Lieferanten
(Zulieferer, die ihre Produkte direkt an OEM verkaufen) nicht in gleichem Maße betroffen
sind. Dies könnte Verzögerungen bei der Auslieferung oder Fertigstellung von Continental-Produkten
oder -Projekten mit sich bringen und dazu führen, dass Continental Produkte oder Dienstleistungen
zu höheren Kosten von Dritten beziehen oder sogar ihre eigenen Zulieferer finanziell
unterstützen muss. Darüber hinaus haben OEM-Kunden in vielen Fällen ein Einspruchsrecht
bzgl. der von Continental eingesetzten Zulieferer, wodurch es unmöglich wird, die
zu verbauenden Produkte kurzfristig von anderen Lieferanten zu beziehen, wenn der
betreffende OEM-Kunde nicht bereits früher eine Freigabe für andere Lieferanten erteilt
hat. All dies könnte zu Auftragsstornierungen oder sogar zu Schadenersatzforderungen
führen. Zudem könnte Continentals Reputation gegenüber OEM-Kunden leiden, mit der
möglichen Folge, dass diese entscheiden, andere Zulieferer auszuwählen.
Continental sieht sich ständig Produkthaftungsprozessen und anderen Verfahren, in
denen dem Unternehmen die angebliche Verletzung seiner Sorgfaltspflichten, Verstöße
gegen Gewährleistungspflichten oder Sachmängel vorgehalten werden, sowie Ansprüchen
aus Vertragsverstößen, Rückrufkampagnen oder von staatlicher Seite auferlegten Geldbußen
ausgesetzt. Alle diese Prozesse, Verfahren und sonstigen Ansprüche könnten für Continental
zusätzliche Kosten bedeuten. Zudem könnten fehlerhafte Produkte Einbußen bei Umsätzen,
Kunden- und Marktakzeptanz bewirken. Continental hat für solche Risiken Versicherungen
in aus kaufmännischer Sicht als angemessen erachteter Höhe abgeschlossen, doch könnte
sich dieser Versicherungsschutz im Einzelfall als unzureichend erweisen. Zudem könnte
jeder Mangel an einem Produkt von Continental (insbesondere an Reifen und sicherheitsrelevanten
Produkten) ebenfalls erhebliche negative Folgen für den Ruf der Gesellschaft und die
Art und Weise haben, wie diese am Markt wahrgenommen wird. Das könnte wiederum sehr
nachteilig für Umsatz und Ertrag von Continental sein. Darüber hinaus verlangen Fahrzeughersteller
inzwischen von ihren Lieferanten immer häufiger einen Beitrag zu potenziellen Produkthaftungs-,
Gewährleistungs- und Rückrufansprüchen. Ferner ist Continental seit Langem Bemühungen
ihrer Kunden ausgesetzt, die Vertragsbedingungen für die Beteiligung an Gewährleistungsfällen
und Rückrufmaßnahmen zu ändern. Darüber hinaus stellt Continental viele Produkte nach
den Spezifikationen und Qualitätsvorgaben von OEM-Kunden her. Wenn die von Continental
produzierten und gelieferten Produkte die von den OEM-Kunden gestellten Vorgaben zum
vereinbarten Liefertermin nicht erfüllen, wird die Fertigung der betroffenen Produkte
in der Regel so lange gestoppt, bis der Fehler ermittelt und beseitigt ist. Außerdem
könnten OEM-Kunden Schadenersatzforderungen stellen, auch wenn die Fehlerursache später
behoben wird. Abgesehen davon könnte die Nichterfüllung von Qualitätsvorgaben die
Marktakzeptanz der anderen Produkte von Continental und den Ruf der Gesellschaft in
verschiedenen Marktsegmenten beeinträchtigen.
Der Erfolg von Continental ist abhängig von ihren Vorstandsmitgliedern und anderen
qualifizierten Führungskräften und Mitarbeitern in Schlüsselfunktionen. Der Verlust
von Führungskräften oder anderen wichtigen Mitarbeitern könnte erhebliche negative
Auswirkungen auf die Marktposition und -aussichten der Continental haben. Dabei könnte
wichtige Kompetenz verloren gehen oder Wettbewerbern zugänglich werden. Aufgrund des
scharfen Wettbewerbs in der Automobilbranche besteht die Gefahr, qualifizierte Mitarbeiter
an Wettbewerber zu verlieren oder nicht in ausreichender Zahl geeignete neue Mitarbeiter
zu finden. Es gibt keine Gewähr dafür, dass Continental diese Führungskräfte und Mitarbeiter
in Schlüsselpositionen halten oder neue Mitarbeiter mit entsprechenden Qualifikationen
anwerben kann. Continental ist darum bemüht, sich das Engagement ihrer qualifizierten
Führungskräfte und wichtigen Mitarbeiter durch leistungsbasierte Vergütungssysteme
zu erhalten. Es besteht das Risiko, dass solche Mitarbeiter Continental verlassen,
insbesondere im Hinblick auf die Unsicherheit, die Schaefflers Beteiligung an Continental
auf die Unternehmensstrategie hat.
Continental bietet in Deutschland, in den Vereinigten Staaten, in Großbritannien und
in bestimmten anderen Ländern eine betriebliche Altersvorsorge mit Leistungszusage.
Zum 31. Dezember 2010 beliefen sich die Pensionsverpflichtungen auf 3.342,8 Mio €.
Diese Verpflichtungen werden vor allem über extern investierte Pensionsplanvermögen
finanziert. 2006 richtete Continental zur Finanzierung der Pensionsverpflichtungen
bestimmter deutscher Tochtergesellschaften im Rahmen von Treuhandvereinbarungen rechtlich
unabhängige Treuhandfonds ein ("Contractual Trust Arrangements"; "CTAs"). 2007 übernahm
Continental in Verbindung mit der Übernahme der Siemens VDO zusätzliche CTAs. Zum
31. Dezember 2010 beliefen sich die Netto-Pensionsverpflichtungen von Continental
(Pensionsverpflichtungen abzüglich des Vermögens aus dem Pensionsplan) auf 1.563,0
Mio €.
Das extern investierte Vermögen aus dem Pensionsplan wird über extern gemanagte Fonds
und Versicherungsgesellschaften verwaltet. Continental legt zwar die grundsätzlichen
Vorgaben für die Anlagestrategien dieser Fonds fest, jedoch nicht deren Investmententscheidungen
im Einzelnen. Die Mittel werden in verschiedene Anlageklassen wie Aktien, festverzinsliche
Wertpapiere, Immobilien und andere Anlageinstrumente investiert. Die Werte der extern
investierten Pensionsplanvermögen unterliegen Schwankungen an den Kapitalmärkten,
auf die Continental keinen Einfluss hat. Ungünstige Kapitalmarktentwicklungen könnten
bei diesen Pensionsverpflichtungen zu erheblichen Deckungsausfällen führen und die
Netto-Pensionsverpflichtungen von Continental deutlich steigern.
Eine solche Steigerung der Netto-Pensionsverpflichtungen könnte die Finanzlage der
Gesellschaft wegen des vermehrten zusätzlichen Mittelabflusses zur Finanzierung der
Pensionsverpflichtungen beeinträchtigen. Zudem ist Continental Risiken in Zusammenhang
mit der Lebenserwartung und den Zinsänderungen bei seinen Pensionsverpflichtungen
ausgesetzt, da sich eine Zinssenkung negativ auf die im Rahmen dieser Pensionspläne
bestehenden Verbindlichkeiten von Continental auswirken könnte. Ferner haben sich
einige Tochtergesellschaften von Continental in den USA dazu verpflichtet, Beiträge
zu den Gesundheitsvorsorgekosten ihrer ehemaligen Mitarbeiter/Pensionäre zu leisten.
Insofern besteht für Continental das Risiko, dass sich diese Kosten künftig erhöhen.
Continental und Compagnie Financière Michelin, Granges-Paccot, Schweiz, ("Michelin")
sind zu je 50 % an MC Projects B.V. Amsterdam, Niederlande, beteiligt, einem Joint-Venture-Unternehmen,
in das Michelin die Rechte an der Marke Uniroyal für Europa sowie für gewisse außereuropäische
Länder eingebracht hat. MC Projects B.V. ihrerseits hat Continental bestimmte Lizenzrechte
für die Verwendung der Marke Uniroyal auf oder in Verbindung mit Reifen in Europa
und anderswo erteilt. Nach dem Joint-Venture-Vertrag kann sowohl der Vertrag als auch
die Uniroyal-Lizenz gekündigt werden, wenn ein bedeutender Konkurrent im Reifengeschäft
mehr als 50 % der stimmberechtigten Anteile an der Continental AG bzw. an deren Reifenaktivitäten
erwirbt. Darüber hinaus hat Michelin in diesem Fall das Recht, die Mehrheit an MC
Projects B.V. zu erwerben und MC Projects B.V. zu veranlassen, ihre Minderheitsbeteiligung
am Produktionsbetrieb von Barum Continental spol. s. r. o. in Otrokovice, Tschechische
Republik, (dem größten Continental-Reifen-werk in Europa) auf 51 % zu erhöhen. Diese
Ereignisse könnten negative Auswirkungen auf Geschäft, Finanz- und Ertragslage der
Reifen-Divisionen von Continental haben. Darüber hinaus führt Continental ihre Geschäfte
zum Teil über andere Joint Ventures und verbundene Unternehmen, an denen es beteiligt
ist.
Die Fähigkeit von Continental zur umfassenden Ausschöpfung des strategischen Potenzials
in Märkten, in denen Continental über Joint Ventures oder assoziierte Unternehmen
agiert, wäre beeinträchtigt, wenn mit den Joint-Venture-Partnern oder anderen Interessengruppen
keine Einigung hinsichtlich der Strategie und deren Umsetzung erlangt werden kann.
Zudem könnte Continental gegenüber den Joint-Venture-Partnern oder anderen Anteilsinhabern
Treuepflichten haben, die ihre Fähigkeit zur einseitigen Expansion in einem Geschäftsbereich
blockieren oder beeinträchtigen könnten, in dem das betreffende Joint Venture oder
verbundene Unternehmen tätig ist. Auch besteht das Risiko, dass durch den Transfer
von Know-how und/oder Geschäftsgeheimnissen an Partner in Joint Ventures und anderen
Kooperationsformen Kompetenz von Continental abgezogen wird. So gibt es insbesondere
nach einer möglichen Trennung von einem Joint-Venture- oder Kooperationspartner keine
Gewähr dafür, dass das an diesen Partner übertragene Know-how und Geschäftsgeheimnisse
nicht weiterverwendet oder gegenüber Dritten offengelegt werden, was der Wettbewerbsposition
von Continental schaden würde.
Continental ist im Hinblick auf ihre Geschäftsprozesse sowie ihre interne und externe
Kommunikation in hohem Maße von zentralisierten, standardisierten Informationstechnologiesystemen
und -netzwerken abhängig. Diese Systeme und Netzwerke sind potenziell anfällig für
Schäden oder Störungen, die eine Vielzahl von Ursachen haben können. Wenngleich Continental
entsprechende Vorkehrungen für das Management der mit System- und Netzwerkstörungen
verbundenen Risiken getroffen hat, könnten ein längerer Ausfall in einem Rechenzentrum
oder Telekommunikationsnetzwerk oder ein vergleichbares Ereignis dazu führen, dass
Systeme oder Netzwerke unvorhergesehen und über längere Zeit hinweg nicht einsatzbereit
sind. Zudem lässt Continental ihre gesamten SAP-Operationen sowie bestimmte andere,
geschäftskritische Systeme von einem externen Dienstleister betreiben. Brände, Naturkatastrophen,
terroristische Handlungen, Stromausfälle oder andere Störungen in den Einrichtungen
und Netzwerken dieses Dritten würden somit auch für Continental ein Schadens- und
Verlustrisiko darstellen.
Brand, Naturkatastrophen, terroristische Handlungen, Stromausfall oder andere Störungen
in den Produktionseinrichtungen oder innerhalb der Lieferkette von Continental - also
bei Kunden oder Zulieferern - können erhebliche Schäden und Verluste verursachen.
Solche weitreichenden nachteiligen Folgen können auch aufgrund politischer Unruhen
oder Instabilität -gerade in Schwellenländern - entstehen. Continental hat für Risiken,
die aus solchen Geschäftsunterbrechungen und Produktionsverlusten hervorgehen, Versicherungen
in aus kaufmännischer Sicht angemessener Höhe abgeschlossen, doch könnte sich dieser
Versicherungsschutz im Einzelfall als unzureichend erweisen. Zudem könnten durch solche
Ereignisse Menschen, das Eigentum Dritter oder die Umwelt zu Schaden kommen, wodurch
Continental u. a. Kosten in erheblicher Höhe entstehen könnten.
In der Vergangenheit hat Continental in Verbindung mit Kundenaufträgen im Geschäftsbereich
Public Transport Solution regelmäßig Erfüllungsgarantien abgegeben. Am 31. August
2009 schlossen vier Tochtergesellschaften der Continental AG als Verkäufer einen Rahmenvertrag
über den Verkauf des Geschäftsbereichs Public Transport Solution an Tochtergesellschaften
von Trapeze Software Inc., Ontario, Kanada ("Trapeze"), der am 2. November 2009 vollzogen
wurde. Gemäß diesem Rahmenvertrag übernahm Trapeze keine Haftung aus Garantien, die
Continental zur Absicherung von Verpflichtungen aus Verträgen mit Kunden im Public-Transport-Solution-Geschäft
vor oder nach Veräußerung des Geschäfts eingeräumt hatte.
Trapeze ist dazu verpflichtet, Continental schadlos zu halten, sollte Continental
aus einer Erfüllungsgarantie in Anspruch genommen werden. Allerdings sind Continentals
Rückgriffmöglichkeiten begrenzt, sofern der Kunde nicht eine arglistige Täuschung
oder eine andere vorsätzliche Vertragsverletzung aufseiten von Trapeze geltend macht.
Infolgedessen kann Continental nach wie vor aus den Erfüllungsgarantien haftbar gemacht
werden, hat aber gegen Trapeze nur eine begrenzte Regressmöglichkeit, obwohl Continental
inzwischen keinen Einfluss mehr auf die Art und Weise nehmen kann, in der die Verpflichtungen
gegenüber den Kunden erfüllt werden.
Viele der Standorte, an denen Continental operiert, werden seit Jahren industriell
genutzt, was die Gefahr von Verunreinigungen und daraus hervorgehenden Sanierungspflichten
mit sich bringt. Zudem könnte Continental für die Instandsetzung von an ihr Gelände
angrenzenden Flächen verantwortlich gemacht werden, wenn diese Flächen infolge der
Aktivitäten von Continental verunreinigt werden, und Continental als Verursacherin
einer solchen Verunreinigung festgestellt wird. Des Weiteren wurden in der Vergangenheit
an verschiedenen Standorten von Continental Boden-, Gewässer- und/oder Grundwasserverunreinigungen
festgestellt, so auch in Mayfield (Kentucky, USA), Adelheidsdorf (Deutschland), Culpeper
(Virginia, USA), Gifhorn (Deutschland), Mechelen (Belgien) und Varzea Paulista (Brasilien).
So strebt z. B. die zuständige Umweltbehörde für das Werk Mayfield seit dessen Schließung
im Jahr 2005 die Festlegung neuer Auflagen an, insbesondere die Vorlage eines angemessenen
Sanierungsplans, in dem u. a. Vorschläge für die Entnahme von Grundwasserproben enthalten
sein sollten. Die zuständigen Behörden könnten gegenüber Continental als Eigentümerin
und/oder Mieterin der betreffenden Liegenschaften Ansprüche in Verbindung mit der
Untersuchung oder Sanierung der betroffenen Bodenflächen und/oder des Grundwassers
erheben oder anordnen, dass Continental das im Zuge von Bauarbeiten abgetragene verunreinigte
Erdreich entsorgt oder aufbereitet. Darüber hinaus könnte Continental auch von den
Eigentümern der vom Unternehmen gemieteten Objekte oder anderer Liegenschaften auf
Schadenersatz verklagt werden, sollten die Behörden diesen Eigentümern gegenüber Ansprüche
erheben und Continental deren Verunreinigung verursacht haben.
An diversen Standorten, an denen Verunreinigungen festgestellt wurden, wurden auf
Anordnung der bzw. in Vereinbarung mit den zuständigen Behörden bereits Sanierungsmaßnahmen
durchgeführt. Die Höhe der in Verbindung mit solchen Ansprüchen anfallenden Kosten
lässt sich in der Regel nur schwer vorhersagen. Wird eine Verunreinigung darüber hinaus
Gegenstand der öffentlichen Diskussion, besteht auch das Risiko, dass der Ruf von
Continental insgesamt oder die Beziehungen zu den Kunden Schaden nehmen.
Zudem wurden an einigen Standorten von Continental in der Vergangenheit gefährliche
Stoffe wie asbesthaltiges Baumaterial als Wärmedämmung verwendet. Es ist möglich,
dass durch die Verwendung solcher gefährlicher Stoffe die Gesundheit und Sicherheit
Dritter (beispielsweise ehemaliger Mitarbeiter) beeinträchtigt wurde, und daher gegen
Continental künftig diesbezüglich Schadenersatzansprüche erhoben werden könnten.
Ähnlichen Risiken ist Continental auch in Bezug auf ehemalige, inzwischen verkaufte
Standorte ausgesetzt. Selbst wenn Continental seine Haftung gegenüber einem Käufer
vertraglich ausgeschlossen oder eingeschränkt hat, könnten Ansprüche wegen derzeit
noch nicht bekannter Verunreinigungen auf Flächen erhoben werden, die der Gesellschaft
einmal gehört haben oder von dieser früher genutzt wurden. Gleichermaßen kann keine
Gewähr dafür übernommen werden, dass umweltschädliche Substanzen nicht in die Umwelt
gelangen, oder dass Continental nicht wegen der Beseitigung solcher Verunreinigungen
in die Pflicht genommen wird.
Als weltweit operierender Konzern ist Continental in zahlreichen Ländern der Erde
einer großen Zahl unterschiedlicher gesetzlicher und untergesetzlicher Vorschriften
unterworfen, die in kurzen Abständen geändert sowie konstant weiterentwickelt und
immer noch strenger werden. Dies gilt insbesondere für die Bereiche Umwelt, Chemikalien
und Gefahrstoffe, aber auch für Gesundheitsschutzbestimmungen. Des Weiteren fallen
hierunter Vorschriften bzgl. der Verunreinigung von Luft, Gewässern und Boden sowie
der Abfallentsorgung, die allesamt in jüngster Zeit durch neue Gesetzgebung verschärft
wurden, insbesondere in der EU und den USA. Darüber hinaus sind für die Standorte
und Betriebe von Continental Genehmigungen unterschiedlichster Art erforderlich, deren
Auflagen die Gesellschaft erfüllen muss. Zur Anpassung an neue Vorschriften waren
in der Vergangenheit Investitionen in erheblichem Umfang notwendig, und Continental
geht davon aus, dass dies auch künftig so bleiben wird.
Ferner könnten neue Vorgaben zur Begrenzung oder Eindämmung des Autoverkehrs als Maßnahme
gegen die Erderwärmung (Klimawandel) dazu führen, dass erheblich weniger Fahrzeuge
verkauft werden, worunter auch die Nachfrage nach Produkten und Leistungen von Continental
leiden würde.
Die Produkte und Leistungen von Continental sind in hohem Maße abhängig vom technologischen
Know-how des Unternehmens sowie von Umfang und Grenzen der Schutzrechte daran. Continental
ist Eigentümerin einer Vielzahl von Patenten und anderen gewerblichen Schutzrechten
(bzw. hat solche beantragt), die für das Geschäft der Gesellschaft von erheblicher
Bedeutung sind. Das Verfahren zu Erlangung eines Patentes kann langwierig und teuer
sein. Zudem wird laufenden oder künftigen Patentanmeldungen u. U. letztlich nicht
stattgegeben, oder es kann sein, dass der Patentschutz nicht ausreichend weit gefasst
oder stark genug ist, um Continental einen wirksamen Schutz oder einen wirtschaftlichen
Vorteil zu verschaffen. Darüber hinaus besteht zwar die Vermutung der Gültigkeit von
Patenten; das bedeutet aber nicht unbedingt, dass das betreffende Patent wirksam ist
oder dass eventuelle Patentansprüche im erforderlichen oder angestrebten Umfang durchgesetzt
werden können.
Ein Großteil des Know-how und der Geschäftsgeheimnisse von Continental ist entweder
nicht patentiert oder kann nicht durch gewerbliche Schutzrechte abgesichert werden.
Folglich besteht die Gefahr, dass bestimmte Teile des Know-how und der Geschäftsgeheimnisse
von Continental an Joint-Venture- oder Kooperationspartner, Kunden und Zulieferer
(u. a. auch an die Maschinen- und Anlagenlieferanten von Continental) weitergegeben
werden. Wettbewerber könnten dieses Know-how infolgedessen kopieren, ohne dass ihnen
dadurch eigene Ausgaben entstehen.
Vor der Übernahme der Siemens VDO durch Continental hat die Siemens AG (i) gewerbliche
Schutzrechte, Know-how und Software, die ausschließlich der Geschäftseinheit "Siemens
VDO Automotive" zuzuordnen waren, in die Siemens VDO eingebracht, (ii) der Siemens
VDO nicht exklusive Rechte zur Nutzung gewerblicher Schutzrechte, von Know-how und
Software eingeräumt, die zum Zeitpunkt der Einbringung nicht ausschließlich der Geschäftseinheit
"Siemens VDO Automotive" zuzuordnen waren (u. a. bestimmte gewerbliche Schutzrechte
der Siemens AG in Verbindung mit Elektromotoren und Spracherkennungssystemen), und
(iii) der Siemens VDO Exklusivrechte zur Nutzung bestimmter gewerblicher Schutzrechte
der Siemens AG an der Piezo-Einspritzanlage eingeräumt. Gleichzeitig behielt sich
die Siemens AG nicht exklusive, unwiderrufliche, uneingeschränkte, übertragbare und
lizenzfreie Rechte zur Nutzung solcher gewerblichen Schutzrechte, von Erfindungen,
auf denen diese Rechte basieren, von Know-how sowie von Software vor. Infolgedessen
könnte die Siemens AG u. U. nach wie vor gewerbliche Schutzrechte, Erfindungen, auf
denen diese Rechte basieren, Know-how und Software, die in Siemens VDO eingebracht
wurden, oder für die Siemens VDO nicht exklusive Nutzungsrechte eingeräumt wurden,
dazu nutzen, um am Markt mit Continental in Wettbewerb zu treten, oder diese gewerblichen
Schutzrechte an Dritte lizenzieren und damit die Wettbewerbsposition von Continental
erheblich beeinträchtigen.
Zudem hat Continental eine Reihe von Lizenz-, Lizenzaustausch-, Kooperations- und
Entwicklungsvereinbarungen mit Kunden, Wettbewerbern und anderen Dritten abgeschlossen,
in deren Rahmen Continental Rechte an gewerblichen Schutzrechten und/oder Know-how
solcher Drittparteien eingeräumt werden. Solche Lizenzvereinbarungen könnten u. U.
bei Zahlungsunfähigkeit oder Konkurs des Lizenzpartners und/oder Kontrollwechsel bei
einer Partei gekündigt werden, wodurch der Zugang von Continental zu geistigen Eigentumsrechten
für die Kommerzialisierung ihrer eigenen Technologien eingeschränkt wäre.
Es besteht das Risiko, dass Continental gewerbliche Schutzrechte Dritter verletzt,
da auch ihre Wettbewerber, Zulieferer und Kunden eine große Zahl von Erfindungen als
gewerbliches Schutzrecht anmelden. Es lässt sich nicht immer mit Bestimmtheit sagen,
ob gewisse Prozesse, Methoden oder Anwendungen unter dem Schutz wirksamer und durchsetzbarer
gewerblicher Schutzrechte Dritter stehen. Deshalb könnten Dritte gegen Continental
(auch nicht gerechtfertigte) Ansprüche wegen der angeblichen Verletzung gewerblicher
Schutzrechte geltend machen. Infolgedessen könnte Continental in bestimmten Ländern
zur Einstellung der Produktion, Nutzung oder Vermarktung der relevanten Technologien
oder Produkte oder zur Abänderung der Herstellungsprozesse und/oder Produkte gezwungen
werden. Darüber hinaus könnte Continental wegen einer Rechtsverletzung zu Schadenersatzleistungen
verpflichtet werden oder sich zum Erwerb der Lizenzen gezwungen sehen, um Technologien
Dritter weiterhin nutzen zu können.
2007 leiteten die Europäische Kommission und das US-Justizministerium (Department
of Justice; "DoJ") Ermittlungen zu kartellrechtswidrigem Verhalten am Markt für Offshore-Schläuche
ein. Die Europäische Kommission hat die Verantwortung der Continental AG, der ContiTech
AG und der Dunlop Oil & Marine Limited ("DOM") neben anderen Unternehmen für die Verletzung
von Kartellrecht festgestellt. Die Verfahren der Europäischen Kommission und des DoJ
gegen die Gesellschaft wurden 2009 zum Abschluss gebracht. Nach Beginn der Ermittlungen
durch die Europäische Kommission und das DoJ leiteten Behörden weiterer Länder (Brasilien,
Japan, Australien, Südkorea und Kanada) Untersuchungen gegen DOM wegen Verletzung
ihres nationalen Kartellrechts ein. Abgesehen von dem noch anhängigen Verfahren in
Brasilien sind alle anderen Verfahren abgeschlossen oder wurden, so im Fall von Kanada,
nicht weiterverfolgt. In Brasilien könnten DOM in Verbindung mit dem Offshore-Schlauch-Kartell
von den nationalen Kartellbehörden Geldbußen auferlegt werden. Es besteht die Möglichkeit
der Eröffnung weiterer Verfahren zum Offshore-Schlauch-Kartell in anderen Ländern
mit dem Risiko von Geldbußen wegen der Verletzung des Kartellrechts. Zudem drohen
DOM wegen der Verletzung von Kartellrecht infolge der Beteiligung am Offshore-Schlauch-Kartell
u. U. Schadenersatzforderungen Dritter. In den USA einigte sich DOM im Rahmen einer
US-Sammelklage mit den Klägern auf die vergleichsweise Zahlung von 6,5 Mio US-Dollar.
Darüber hinaus wurde ein Verfahren vor dem englischen High Court eingeleitet, und
es droht die Geltendmachung weiterer Ansprüche in Großbritannien. Auch in anderen
Ländern (z. B. Japan, Südkorea, Australien und Brasilien) besteht die Gefahr der Geltendmachung
von Schadenersatzansprüchen.
Im Mai 2005 leiteten die brasilianischen Kartellbehörden nach einer Anschuldigung
wegen kartellrechtswidrigen Verhaltens im Bereich der Kommerzialisierung von Tachographen
Ermittlungen gegen die brasilianische Tochtergesellschaft von Continental, Continental
Brasil Industria Automotiva ("CBIA"), ein. Am 18. August 2010 hat die brasilianische
Kartellbehörde eine "Einladung zum Kartell" festgestellt und der CBIA eine Geldbuße
in Höhe von 12 Mio BRL (etwa 5,3 Mio €) auferlegt. CBIA weist die Vorwürfe zurück
und hat Rechtsmittel bei den zuständigen Gerichten eingelegt. Jedoch drohen CBIA im
Falle der Verletzung brasilianischen Kartellrechts u. U. auch Schadenersatzforderungen
Dritter. Am 2. Oktober 2006 ging bei der südafrikanischen Kartellbehörde die Anzeige
eines Dritten wegen angeblich kartellrechtswidrigen Verhaltens gegen mehrere südafrikanische
Reifenhersteller ein, darunter die Continental Tyre South Africa (Pty.) Limited ("CTSA"),
ein Gemeinschaftsunternehmen, an dem Continental mit 74 % beteiligt ist. Am 31. August
2010 ist die südafrikanische Kartellbehörde zu dem Ergebnis gekommen, CTSA habe gegen
südafrikanisches Kartellrecht verstoßen, und hat die Sache dem zuständigen Kartellgericht
zur Entscheidung vorgelegt. CTSA weist den Vorwurf von Verstößen gegen südafrikanisches
Kartellrecht zurück. Das Kartellgericht könnte jedoch ein Bußgeld von bis zu 10 %
des Umsatzes der CTSA verhängen. Darüber hinaus drohen CTSA im Falle der Verletzung
südafrikanischen Kartellrechts u. U. auch Schadenersatzforderungen Dritter.
Am 24. Februar 2010 führte die Europäische Kommission Durchsuchungen bei mehreren
Unternehmen durch, die im Bereich von Kabelbäumen für automobile Anwendungen tätig
sind, darunter auch der S-Y Systems Technologies Europe GmbH ("S-Y"), Regensburg,
Deutschland. S-Y ist ein Gemeinschaftsunternehmen, an dem Continental und die japanische
Yazaki, ein Hersteller von Kabelbäumen, mit je 50 % beteiligt sind. Die Europäische
Kommission hat mitgeteilt, dass sie Anhaltspunkte für Verstöße der betroffenen Unternehmen
gegen EU Kartellrecht hat. Es ist jedoch nicht klar, ob die Europäische Kommission
Bußgelder gegen S-Y oder Continental verhängen wird. Durchsuchungen sind ein vorläufiger
Schritt im Rahmen von Ermittlungen wegen mutmaßlich kartellrechtswidrigen Verhaltens
und geben keinen Aufschluss über deren Ergebnis. Sollte die Europäische Kommission
feststellen, dass S-Y oder Continental kartellrechtswidriges Verhalten vorzuwerfen
ist, könnte sie ein Bußgeld verhängen, das den Umsatz von S-Y sowie die Schwere und
die Dauer der Verstöße berücksichtigt, 10 % des Konzernumsatzes des beteiligten Unternehmens
im Vorjahr aber nicht überschreiten darf. Auch wenn die Europäische Kommission nur
ein kartellrechtswidriges Verhalten der S-Y feststellen sollte, ist nicht auszuschließen,
dass sie trotzdem die Muttergesellschaften in gesamtschuldnerische Haftung für ein
Bußgeld nimmt. Zur Überprüfung der Einhaltung des Kartellrechts hat Continental interne
Untersuchungen bestimmter Geschäftsbereiche durchgeführt. Diese Untersuchungen haben
wettbewerbswidriges Verhalten im Hinblick auf eine Produktgruppe offengelegt. Continental
hat Maßnahmen ergriffen, um dieses Verhalten abzustellen. Es besteht das Risiko, dass
Kartellbehörden wegen dieses Verhaltens Untersuchungen vornehmen und Bußgelder verhängen,
und dass Dritte, insbesondere Kunden Schadenersatzforderungen geltend machen. Die
Höhe solcher Bußgelder und etwaiger Folgeansprüche ist aus heutiger Sicht ungewiss,
könnte jedoch erheblich sein. Darüber hinaus lässt es sich nicht ausschließen, dass
zukünftige interne Prüfungen weitere tatsächliche oder potenzielle Verstöße gegen
das Kartellrecht aufdecken, die wiederum zu Bußgeldern und Schadenersatzforderungen
führen könnten. Außerdem könnte angeblich oder tatsächlich kartellrechtswidriges Verhalten
die Beziehungen zu unseren Geschäftspartnern ernsthaft stören.
§ 8c Körperschaftsteuergesetz (KStG) sieht vor, dass in der Regel nicht genutzte steuerliche
Verlust- und Zinsvorträge bzw. laufende Verluste anteilig nicht mehr nutzbar sind,
wenn mehr als 25 % bis zu 50 % der Anteile einer Gesellschaft innerhalb von fünf Jahren
auf einen Erwerber übertragen werden. Erwirbt eine Person mehr als 50 % der Anteile
entfällt die Nutzbarkeit in der Regel vollständig.
Auf Ebene der Gesellschaft oder ihrer Tochtergesellschaften könnte zusätzlicher Steueraufwand
bezüglich bislang noch nicht geprüfter Veranlagungszeiträume entstehen. Die letzte
abgeschlossene Steuerprüfung für die Gesellschaft und ihre deutschen Tochtergesellschaften
betraf die Veranlagungszeiträume bis einschließlich 2003. Derzeit findet für die Gesellschaft
und ihre deutschen Tochtergesellschaften eine routinemäßige Steuerprüfung durch die
deutschen Steuerbehörden für die Veranlagungszeiträume 2004 bis 2007 statt. Darüber
hinaus finden Steuerprüfungen bei ausländischen Gesellschaften für im Wesentlichen
dieselben Veranlagungszeiträume durch ausländische Steuerbehörden statt. Nach derzeitiger
Kenntnis wird nicht von einer wesentlichen Erhöhung der Steuerbelastung der Gesellschaft
oder ihrer Tochtergesellschaften aufgrund der laufenden Steuerprüfungen ausgegangen;
eine zukünftige Erhöhung der Steuerbelastung infolge von Steuerprüfungen ist aber
erfahrungsgemäß nicht auszuschließen.
Zudem ist Continental Risiken in Verbindung mit der Übernahme der Siemens VDO im Jahr
2007 ausgesetzt, da die vom Verkäufer der Siemens VDO gewährte Steuerfreistellung
nicht vollumfänglich Steuerrisiken abdeckt, die sich möglicherweise noch aus vor der
Übernahme liegenden Veranlagungszeiträumen ergeben könnten.
Continental-Konzerngesellschaften sind in eine Reihe von Gerichts- und Schiedsgerichtsverfahren
eingebunden und könnten künftig in weitere solche Verfahren involviert werden. Diese
Verfahren könnten insbesondere in den USA mit Schadenersatzforderungen und anderen
Zahlungen in erheblicher Höhe verbunden sein. Weitere Informationen über Rechtsstreitigkeiten
sind im Anhang unter Kapitel 34 zu finden.
Nach jüngsten Prognosen des Internationalen Währungsfonds (IWF) befindet sich die
Weltwirtschaft auch 2011 auf Wachstumskurs. Im Januar 2011 prognostizierte der IWF
ein Wachstum in Höhe von 4,4 % für die Weltwirtschaft. Die Verlangsamung gegenüber
2010 (Weltwirtschaftswachstum 5,0 %) resultiert dabei im Wesentlichen aus den Folgen
der Sparprogramme in Ländern der Eurozone, dem Auslaufen von Konjunkturprogrammen
und den erwarteten Zinserhöhungen zur Eindämmung der Inflation in den Schwellenländern
("Emerging and Developing Economies").
Für die entwickelten Volkswirtschaften ("Advanced Economies") ist gemäß Einschätzung
des IWF mit einem Wachstum von insgesamt 2,5 % im Jahr 2011 zu rechnen (2010: 3,0
%). Zu den Advanced Economies zählen laut IWF neben der Eurozone unter anderem auch
Japan und die Vereinigten Staaten. Während die USA im laufenden Jahr von dem von der
US-Notenbank FED im November 2010 aufgelegten monetären Hilfsprogramm im Umfang von
600 Mrd US-Dollar profitieren sollten, wird gerade für Japan, nach dem Auslaufen der
staatlichen Hilfsprogramme, mit einem Rückgang des Wachstums der Wirtschaftsleistung
auf 1,6 % gerechnet (2010: 4,3 %). Für die USA wird hingegen ein Zuwachs von 3,0 %
erwartet (2010: 2,8 %). Innerhalb der Eurozone, für die der IWF ein Wachstum von 1,5
% für 2011 prognostiziert (2010: 1,8 %), wird Deutschland auch 2011 mit 2,2 % den
stärksten Anstieg verzeichnen.
Für die Schwellenländer, hierzu zählen unter anderem die Länder Zentral- und Osteuropas,
China, Indien, Russland und Brasilien, wird für 2011 ein Rückgang des BIP-Wachstums
auf 6,5 % vorhergesagt (2010: 7,1 %). Einzig für Russland wird mit einem Anstieg des
BIP auf 4,5 % gerechnet (2010: 3,7 %), der hauptsächlich auf den steigenden Öl- und
Gaspreisen sowie den Auswirkungen der in das laufende Jahr hineinreichenden Hilfsprogramme
für z. B. die Autoindustrie basiert. In den übrigen BRIC-Ländern - China, Indien und
Brasilien - wird hingegen ein Rückgang des immensen Wachstums des Jahres 2010 erwartet.
Grund hierfür sind die geplanten Maßnahmen zur Inflationseindämmung. Dennoch liegt
das Wachstum in China und Indien deutlich über dem der Weltwirtschaft. China, mittlerweile
hinter den USA und vor Japan die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt, soll mehr als
zweimal so schnell, nämlich um 9,6 % im Jahr 2011 wachsen. Für Indien sieht der IWF
ein Wachstum von 8,4 % (2010: 9,7 %). Für Brasilien, dem BRIC-Land mit der dritthöchsten
Preisteuerungsrate im Jahr 2010 (5,9 %), prognostiziert der IWF einen Anstieg des
BIP in Höhe von 4,5 % (2010: 7,5 %). Grund für die Abschwächung sind neben dem Anstieg
des Zinsniveaus, das Auslaufen der staatlichen Förderprogramme und die deutliche Aufwertung
des brasilianischen Real (16 % gegenüber dem Euro im Jahr 2010), die die Exporttätigkeit
schwächen dürfte.
Für das Jahr 2012 prognostiziert der IWF ein ähnliches Bild wie für 2011 und sagt
mit +4,5 % ein ebenso robustes Weltwirtschaftswachstum vorher.
Für die deutsche Wirtschaft wird allgemein für 2011 mit einem Wachstum von über 2
% gerechnet. Der IWF sieht das Wachstum in Deutschland bei 2,2 % (2010: 3,6 %). Damit
wird Deutschland auch 2011 unter den Kernländern Europas das höchste Wirtschaftswachstum
aufweisen. Einige Ökonomen warnen jedoch diese Zahl nicht über zu bewerten, da ein
Gutteil des für 2011 erwarteten Wachstums ihrer Meinung nach aus einem sogenannten
"statistischen Überhang" der 2010 erbrachten Wirtschaftsleistung resultiert und die
wahre Wachstumsrate (ohne statistischen Überhang) der Wirtschaft bei nur 0,7 % liegt.
Begünstigt wird das Wachstum 2011 durch die anhaltend hohe Exporttätigkeit und zunehmend
durch die wiedererstarkte Binnennachfrage. 2011 wird die Arbeitslosenquote laut vielfachen
Prognosen auf nahe 7,0 % und die Anzahl der registrierten Arbeitslosen auf unter 3
Mio sinken, wodurch der private Konsum deutlich gestärkt würde. Allerdings bereitet
Deutschland die zuletzt auf 2,6 % gestiegene Inflationsrate Sorge, da eine Erhöhung
des Zinsniveaus insgesamt dämpfend auf die wirtschaftliche Aktivität in der Eurozone
wirken könnte, verbunden mit negativen Auswirkungen auf den Export.
Der Balance-Akt im Euroraum, zwischen Haushaltssanierung und Ausgabendisziplin einerseits
und angemessenem Wirtschaftswachstum andererseits, wird auch 2011 das wirtschaftliche
Geschehen dominieren. Die Diskussion geht dabei so weit, dass einige Fachleute sich
für ein Ausscheiden einzelner Länder aus dem Währungsverbund oder für die Aufteilung
des gemeinsamen Euroraumes in Nord und Süd aussprechen. Hintergrund sind Bedenken
darüber, wie lange die "starken" Euroländer noch für die Schulden der "schwächeren"
aufkommen wollen und wie lange sich die zu strikter Haushaltskonsolidierung angehaltenen
Regierungen der "schwächeren" Länder (PIIGS-Staaten: Portugal, Italien, Irland, Griechenland
und Spanien) gegen die Unruhen und Widerstände im eigenen Land behaupten können. Dabei
darf nicht vergessen werden, dass die "starken" Euroländer durch die Schaffung des
Euroraums Vorteile erzielen konnten, die sonst ausgeblieben wären (z. B. konnten andere
Länder nicht über Abwertungen eigene Wettbewerbsposition stärken). Bis zu einer Lösung
hat sich die EU über den im November installierten Rettungsschirm im Volumen von 750
Mrd € Zeit verschafft. Über eine Ausweitung der bis 2013 gültigen Zusagen und die
Ausgestaltung eines europäischen Stabilisierungsmechanismus (ESM), der anschließend
an seine Stelle treten soll, wird aktuell intensiv diskutiert.
Fakt bleibt allerdings, dass die notwendigen, zum Teil drastischen Sparmaßnahmen in
den PIIGS-Ländern, das Wachstum der Eurozone in den kommenden Jahren begrenzen. So
prognostiziert der IWF für die Eurozone ein Wachstum der Wirtschaftsleistung von 1,5
% im Jahr 2011 (2010: 1,8 %).
Aufgrund der teils bedenklich hohen Staatsdefizite wird auch in Zentral- und Osteuropa
die Haushaltskonsolidierung das dominierende Thema bleiben. Innerhalb der sogenannten
CE3-Staaten (Ungarn, Polen und die Tschechische Republik) zählt Polen weiter zu den
Ländern mit den besten Wachstumsaussichten. Gemäß einer Studie der Deutschen Bank
wird Polen 2011 innerhalb Europas mit 3,9 % den höchsten Zuwachs bei der Wirtschaftsleistung
erzielen. Unabhängigen Beobachtern bereiten die jüngst unternommenen Maßnahmen der
Regierung in Ungarn immer mehr Bedenken. Nach einer Übertragung von Pensionsvermögen
an den Staat, wurde nach der Pressefreiheit auch die Unabhängigkeit der Gerichte und
der Notenbank eingeschränkt, worauf etwa die Ratingagentur Moody's mit einer Herabstufung
des Kreditratings um volle zwei Stufen reagierte. Der Ausblick für die Tschechische
Republik bleibt hingegen nach Meinung der Deutschen Bank robust und soll 2011 bei
2,3 % liegen. Die Kerninflation bleibt in den genannten Ländern die niedrigste innerhalb
Europas.
Entscheidend für die Entwicklung der russischen Wirtschaft wird der weitere Verlauf
der Öl- und Gaspreise im Jahr 2011 sein. Der jüngst im Zuge der Demokratiebewegungen
in Ägypten wieder über die 100 US-Dollar Marke gekletterte Ölpreis für Brent-Öl sollte
somit positiv auf die wirtschaftliche Entwicklung in Russland wirken. Die wetterbedingten
Ernteausfälle -im Sommer 2010 wurden große Getreideanbauflächen im Zuge der Sommerdürre
vernichtet - haben sich 2010 deutlich negativ auf die Inflationsentwicklung ausgewirkt.
Eine Eindämmung dieser Entwicklung über Zinserhöhungen könnte sich allerdings negativ
auf den Außenwert des Rubels und damit auf die Exporttätigkeit Russlands auswirken.
Das Wirtschaftswachstum müsste dann verstärkt durch die Binnennachfrage getragen werden,
was angesichts einer Arbeitslosigkeit von mehr als 7 % zumindest fraglich erscheint.
Da auch die russische Regierung gegen ein Staatsdefizit von fast 5 % ankämpfen muss,
sind die Mittel für weitere staatliche Konjunkturprogramme begrenzt. Der IWF sieht
für Russland ein Wirtschaftswachstum für das Jahr 2011 in Höhe von 4,5 % (2010: 3,7
%).
Trotz des Einsatzes enormer finanzieller Mittel ist es der größten Volkswirtschaft
der Welt bisher nicht gelungen, den eigenen Arbeitsmarkt entscheidend wiederzubeleben.
Die Arbeitslosenquote sank im Jahr 2010 um nur 0,6 Prozentpunkte auf 9,4 %. Die Ökonomen
von Deloitte rechnen in ihrem Global Economic Outlook vor, dass es - selbst bei einer
Schaffung von 200.000 Arbeitsplätzen pro Monat - von heute bis zum Jahr 2020 dauern
würde, um die Arbeitslosenquote in den USA auf unter 6 % zu verringern. Bei einem
Anteil des privaten Konsums in Höhe von 70 % an der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung
kommt der Arbeitslosenquote in den USA eine besonders hohe Bedeutung zu. Zudem ist
das Haushaltsdefizit, nicht zuletzt durch das 600 Mrd US-Dollar schwere monetäre Hilfsprogramm
der US-Notenbank vom November 2010, weiter auf einem sehr hohen Niveau von zuletzt
8,9 % des BIP. Der Häusermarkt hat sich 2010 zwar stabilisieren können, allerdings
waren auch hierzu umfangreiche steuerliche Anreize nötig. Laut "Case Shiller-Hauspreisindex"
sind die Häuserpreise im Jahr 2010 in 16 von 20 Metropolen gesunken. Trotz der Bedenken,
dass sich 2011 aus dem Lagerzyklus keine weiteren wesentlichen Impulse für die US-Wirtschaft
ergeben, sieht der IWF für die USA für das Jahr 2011 eine Ausweitung des Wirtschaftswachstums
um 0,2 Prozentpunkte gegenüber 2010 auf 3,0 %.
Trotz der intensiv geführten Diskussion über den tatsächlichen Außenwert des Renminbi
lässt China nur im begrenzten Umfang eine Aufwertung der eigenen Währung gegenüber
Fremdwährungen zu. Dadurch bleibt auch im Jahr 2011 die Exporttätigkeit der mittlerweile
zweitgrößten Wirtschaftskraft der Welt der treibende Faktor für das Wirtschaftswachstum,
das der IWF für 2011 auf 9,6 % schätzt. Nach wie vor steht der Export in die Triade
(Europa, NAFTA-Region und Japan) für mehr als 90 % der Exportleistung, aber auch der
Beitrag der Schwellenländer Indien, Brasilien und Russland steigt beständig an und
wuchs 2010 mit hohen zweistelligen Raten. Die Umverteilung von Wohlstand aus den Küstenregionen
in die ländlichen Gebiete kann künftig einen weiteren stabilisierenden Faktor für
die Binnennachfrage darstellen. Sorgen bereitet die in allen Schwellenländern zu beobachtende,
stetig steigende Inflation, die zuletzt bei 4,6 % lag. Die restriktivere Zinspolitik
der chinesischen Notenbank (als Reaktion auf die steigende Inflation) sollte sich
auch 2011 fortsetzen, da trotz der Anhebung der Zinsen auf aktuell 1,9 %, das Niveau
noch immer weit unter der Preisteuerungsrate liegt, womit das reale Zinsniveau in
China negativ bleibt.
Innerhalb der BRIC-Länder ist die Inflation in Indien mit am höchsten. Getrieben durch
die rasant steigenden Lebensmittelpreise lag sie 2010 lange Zeit im zweistelligen
Bereich und deutlich über dem Zentralbankziel von 6 %, worauf die Notenbank insgesamt
mit sechs Zinsanhebungen im Jahr 2010 auf ein Niveau von 6,25% reagierte und Höchstpreise
für bestimmte Lebensmittel (etwa für Zwiebeln) einführte. Andererseits wurde der Wirtschaft
durch die Rekordzahl an Börsengängen (IPOs) und die Versteigerung der staatlichen
Telefongesellschaft und Funkfrequenzen so viel Liquidität entzogen, dass die indische
Notenbank die Liquiditätsreserve für Geschäftsbanken auf 1 % senkte, um mehr Geld
in den Wirtschaftskreislauf zu pumpen. Deswegen und aufgrund der hohen Inflation ist
auch 2011 mit einer weiteren Anhebung des Zinsniveaus zu rechnen. Bedenklich bleibt
auch die rapide Zunahme der Staatsverschuldung, die 2010 um mehr als 70 % zunahm und
bei rund 6 % des BIP liegt. Um den Export, eine wichtige Stütze der Wirtschaftsleistung,
auch künftig weiter abzusichern, will Indien im Verlauf des Jahres 2011 einige weitreichende
Handelsabkommen mit Neuseeland und Kanada abschließen. Mit der EU wird über ein Handels-
und Investitionsabkommen verhandelt. Der IWF sieht für Indien im Jahr 2011 ein Wachstum
der Wirtschaft in Höhe von 8,4 %.
Sinkende Nominallöhne, auslaufende staatliche Subventionsprogramme und die Stärke
der heimischen Währung werden 2011 zu einer deutlichen Verlangsamung des Wirtschaftswachstums
in Japan führen. Außerdem bekommt der Exportriese zunehmend Konkurrenz von koreanischen,
thailändischen und chinesischen Produzenten, wodurch die wichtigste Säule der japanischen
Wirtschaft - der Export - zunehmend an Bedeutung verliert. Die konventionellen monetären
Stimuli sind durch das Absenken der Zinsen auf nahe 0 % weitestgehend aufgebraucht.
Außerdem hat Japan unter den entwickelten Volkswirtschaften gemessen am BIP das höchste
Staatsdefizit. Es liegt bei rund 200 % der Wirtschaftsleistung. Folglich prognostiziert
der IWF für Japan 2011 nur ein Wirtschaftswachstum in Höhe von 1,6 % (2010: 4,3 %).
Unsere wichtigsten Absatzmärkte sind das weltweite Geschäft mit Automobilherstellern
einerseits und die Ersatzmärkte für Pkw- und Nutzfahrzeugreifen andererseits, insbesondere
in West- und Zentraleuropa sowie in der NAFTA-Region, wobei die sogenannten BRIC-Länder
mittlerweile ebenfalls einen Umsatzanteil von 11 % im Jahr 2010 ausmachen. Das Erstausrüstungsgeschäft
mit den Automobilherstellern hat einen bedeutenden Einfluss auf die Geschäftsentwicklung
unserer Divisionen Chassis & Safety, Powertrain, Interior und ContiTech. Dagegen sind
die Ersatzmärkte für Pkw- und Nutzfahrzeugreifen von wesentlicher Bedeutung für die
Reifen-Divisionen.
Aktuell gehen die meisten unabhängigen Marktbeobachter von einem Anstieg der weltweiten
Pkw-Produktion zwischen 4 % und 5 % auf 75 Mio Pkw im Jahr 2011 aus. Treiber des Wachstums
soll neben den asiatischen Märkten Indien und China die NAFTA-Region sein. Für Europa
rechnet man lediglich mit einem leichten Anstieg der Produktion. Allerdings hat sich
das Bild gerade in den vergangenen Monaten für Europa zunehmend aufgehellt, da der
Rückgang der Neuzulassungszahlen nach dem Absetzen/Auslaufen der Verkaufsfördermaßnahmen
nicht in dem befürchteten Ausmaß eingetreten ist. So prognostiziert etwa der VDA einen
Anstieg der Produktion in Deutschland im laufenden Jahr von fast 5 % auf 5,8 Mio Einheiten.
Innerhalb Europas steht die deutsche Fahrzeugproduktion für rund ein Drittel aller
produzierten Pkw. Für Europa rechnet CSM, eines der führenden Prognoseinstitute, mit
einem Anstieg der Produktion um ca. 100.000 Einheiten auf 18,7 Mio Pkw. Für die NAFTA-Region
streut die Bandbreite der Schätzungen für die Neuzulassungszahlen aktuell zwischen
13,0 Mio und 14,5 Mio Fahrzeuge (Pkw und Light trucks). Für die Produktion kristallisierte
sich auf der Detroit Motor Show im Januar 2011 ein Konsens von 13 Mio Fahrzeugen heraus.
Trotz der Einschränkung von Steuervergünstigungen für Neufahrzeuge und der Einschränkung
der Anzahl der neu zu vergebenden Lizenzen bleibt China nach Europa der bedeutendste
Markt für die Fahrzeugproduktion weltweit. Nach den Spekulationen, dass auch weitere
"Mega Cities" in China dem Beispiel von Peking folgen könnten, wurde dies jüngst von
anderen Provinzen zurückgewiesen. Zu Jahresbeginn hatte Peking zur Eindämmung des
Verkehrsaufkommens die Zahl der Lizenzen für neue Pkw auf 240.000 Fahrzeuge für neu
zuzulassende Pkw limitiert. Besitzer eines Fahrzeugs dürfen aber weiterhin Neufahrzeuge
kaufen. Zuletzt war die Zahl der Neuzulassungen auf mehr als 800.000 Fahrzeuge in
Peking angestiegen. Diese Diskussion macht aus unserer Sicht deutlich, dass China
über viele Mechanismen verfügt, um die Zahl der neu produzierten Fahrzeuge zu steuern,
was angesichts des rasant wachsenden Verkehrsaufkommens und der damit einhergehenden
Umweltbelastung notwendig erscheint. Fakt ist aber auch, dass ein hohes Wirtschaftswachstum
in der Vergangenheit nur mit einem Anstieg der Neuzulassungen und folglich auch der
Produktion einhergegangen ist. Deswegen rechnet man auch für 2011 mit einem hohen
einstelligen Wachstum der Produktion in China auf etwa 16,5 Mio Fahrzeuge. In Summe
wird das Wachstum der Produktion in den BRIC-Ländern 2011 bei mehr als 10 % auf 25
Mio Fahrzeuge gesehen.
|
|
|
2010* | 2011 | 2012 |
| Europa gesamt | 18,6 | 18,7 | 19,6 | |
|
|
Westeuropa | 13,0 | 13,0 | 13,4 |
|
|
Osteuropa | 5,6 | 5,7 | 6,3 |
| NAFTA-Region | 11,9 | 12,9 | 13,9 | |
| Südamerika | 4,1 | 4,3 | 4,6 | |
| Asien | 35,1 | 37,3 | 40,6 | |
| Afrika und Mittlerer Osten | 2,1 | 2,2 | 2,4 | |
| Weltweit | 71,8 | 75,5 | 81,2 | |
Quelle: CSM
*
vorläufige Zahlen
**
Light Vehicles
Auch für die Nutzfahrzeugmärkte ist für 2011 gemäß Global Insight, einem der führenden
Prognoseinstitute, mit einem deutlichen Wachstum der Produktion zu rechnen. Für Europa
rechnet Global Insight nach einem Zuwachs von 125.000 Neufahrzeugen im Jahr 2010 mit
einer weiteren Beschleunigung des Anstiegs der neu produzierten Nutzfahrzeuge um 155.000
Einheiten auf 550.000 Einheiten. Für Nordamerika fällt der Anstieg gemäß Prognose
noch höher aus und soll auf 328.000 Einheiten steigen. Über alle Märkte rechnet Global
Insight laut jüngster Prognose mit einem Anstieg der weltweiten Nutzfahrzeugproduktion
um fast 7 % auf 3,46 Mio Fahrzeuge.
|
|
|
2010* | 2011 | 2012 |
| Europa gesamt | 395 | 550 | 707 | |
|
|
Westeuropa | 283 | 402 | 514 |
|
|
Osteuropa | 112 | 148 | 193 |
| NAFTA-Region | 254 | 328 | 446 | |
| Südamerika | 247 | 248 | 267 | |
| Asien | 2.342 | 2.332 | 2.485 | |
| Weltweit | 3.238 | 3.459 | 3.905 | |
Quelle: Global Insight
*
vorläufige Zahlen
**
Heavy Vehicles
Die Pkw-Ersatzreifenmärkte haben sich 2010 in einem bisher nicht gesehen Ausmaß erholt.
Auch für 2011 sehen externe Prognoseinstitute wie LMC eine Fortsetzung der guten Entwicklung
von 2010. Nach einem Wachstum von rund 8 % im Jahr 2010 soll der Pkw-Ersatzreifenmarkt
2011 noch einmal um 7 % zulegen.
Die aktuell größten Märkte - Europa und die NAFTA-Region - sollen 2011 um jeweils
4 % wachsen. Für Asien wird mit einem Wachstum von fast 12 % gerechnet. Damit würde
Asien bereits 2011, die NAFTA-Region als zweitgrößten Pkw-Ersatzreifenmarkt ablösen.
| in Mio Stück | 2010* | 2011 | 2012 |
| West- und Zentraleuropa | 280,4 | 292,6 | 305,7 |
| NAFTA-Region | 255,2 | 263,8 | 276,4 |
| Asien | 239,2 | 267,6 | 299,3 |
| Südamerika | 52,3 | 55,3 | 58,8 |
| Übrige Märkte | 106,1 | 115,0 | 119,6 |
| Weltweit | 933,1 | 994,3 | 1.059,8 |
Quelle: LMC World Tyre Forecast Service, 2010
Die Lkw-Ersatzreifenmärkte werden nach externer Einschätzung 2011 ein ebenso starkes
Wachstum aufweisen wie die Pkw-Ersatzreifenmärkte. Der weltweit größte Markt in Asien
wird mit einem Wachstum von 7 % allerdings nicht die höchste Dynamik aufweisen. Gemäß
LMC wird dies 2011 Europa mit einem Zuwachs von mehr als 8 % sein. Für die NAFTA-Region
prognostiziert LMC hingegen, bedingt durch die starken Zuwächse im Erstausrüstungsgeschäft,
nur ein Wachstum von 4 %. Die Region Südamerika wird 2011 gemessen an den Zuwachsraten
auf Platz 2 liegen und ebenfalls um 8 % zulegen können. Weltweit soll das Wachstum
des Nutzfahrzeugersatzreifenmarkts bei 7 % liegen.
| in Mio Stück | 2010* | 2011 | 2012 |
| West- und Zentraleuropa | 17,9 | 19,4 | 20,9 |
| NAFTA-Region | 18,0 | 18,8 | 19,8 |
| Asien | 66,0 | 70,8 | 74,8 |
| Südamerika | 11,6 | 12,5 | 13,5 |
| Übrige Märkte | 17,9 | 19,0 | 20,0 |
| Weltweit | 131,5 | 140,5 | 149,0 |
Quelle: LMC World Tyre Forecast, 2010
Der drastische Anstieg der Kautschukpreise, insbesondere des Naturkautschuks, der
sich zum Ende des vierten Quartals 2010 beschleunigte, hat sich auch im Jahr 2011
weiter fortgesetzt. Der Grund für den Anstieg des Naturkautschukpreises, der allein
im vierten Quartal 2010 um 45 % zulegte, war neben dem schlechten Wetter in Thailand
und Indonesien die einsetzende Winterzeit, die den Ernteertrag der Kautschukbäume
zusätzlich einschränkte. In Indonesien, Thailand und Malaysia werden rund 70 % des
weltweiten Naturkautschuks angebaut. Ein langfristiges Ungleichgewicht zwischen Nachfrage
und Angebot ist nach einer Beruhigung der Wettersituation in diesen Ländern nicht
abzusehen, weswegen man auf eine Stabilisierung der Preise auf mittlere Sicht hoffen
darf. Allerdings hat die Preisentwicklung des Naturkautschuks der vergangenen drei
Jahre gezeigt, wie schlecht vorhersagbar seine Entwicklung ist. Den Ölpreis sieht
der IWF gemäß seiner jüngsten Prognose als Durchschnitt verschiedener Quotierungen
(UK Brent, Dubai, West Texas Intermediate) bei 89,50 US-Dollar pro Barrel für 2011
und bei 89,75 US-Dollar pro Barrel im Jahr 2012. Rohstoffe wie etwa Stahl oder andere
Basismetalle sind auf Grundlage mehrmonatiger Kontrakte fixiert oder spielen für die
Gewinnentwicklung des Continental-Konzerns eine untergeordnete Rolle.
Für das Jahr 2011 erwarten wir einen Anstieg der weltweiten Pkw-Produktion auf 75
Mio Einheiten. In unseren derzeit wichtigsten Märkten - der NAFTA-Region und Europa
- rechnen wir mit einem Anstieg der Produktion um 4 % auf fast 32 Mio Fahrzeuge. Für
Asien, wo die Automotive Group bereits einen Umsatzanteil von 21 % erwirtschaftet,
gehen wir von einem Anstieg der Produktion im hohen einstelligen Bereich auf mehr
als 37 Mio Einheiten aus. Risiken sind insbesondere mögliche Auswirkungen der sogenannten
Schuldenkrise in Europa oder ein Abschwung der US-Wirtschaft als Folge des Auslaufens
monetärer Anreize bzw. die weiterhin hohe Arbeitslosigkeit in den USA.
Vor dem beschriebenen Hintergrund rechnen wir 2011 für die Automotive Group mit einem
Wachstum der Umsatzerlöse um 10 % auf rund 17,5 Mrd €. Auch das bereinigte operative
Ergebnis (EBIT bereinigt) sollte sich 2011, als Folge der 2009 initiierten Restrukturierungsmaßnahmen
insbesondere in den Divisionen Powertrain und Interior, weiter verbessern. Das Ziel
der Division Chassis & Safety wird es sein, das hohe bereinigte EBIT-Margenniveau
des Vorjahres im Jahr 2011 zu bestätigen. Dieses Ziel wird erschwert durch die erstmalige
Vollkonsolidierung bestimmter chinesischer Automotive Aktivitäten, da der Ergebnisbeitrag
in den Vorjahren bereits als assoziiertes Unternehmen anteilig berücksichtigt war.
Für die Division Interior rechnen wir mit einer Fortsetzung der erfreulichen operativen
Entwicklung. In der Division Powertrain rechnen wir nach dem Überschreiten der operativen
Gewinnschwelle im Jahr 2010 für 2011 mit einer bereinigten operativen EBIT-Marge von
mindestens 2 %. Das Erreichen dieses Ziels hängt ganz maßgeblich von der erfolgreichen
Umsetzung der Turnaround-Ziele und dem erfolgreichen Management der Neuanläufe in
den kommenden Quartalen ab. Die Division Powertrain konnte allein im abgelaufenen
Jahr einen Auftragsbestand mit einem Lifetime Geschäftsvolumen von 7,9 Mrd € akquirieren.
Das entspricht dem 1,7-fachen des im Jahr 2010 erzielten Umsatzvolumens.
Aufgrund der hohen Nachfrage bleibt die Liefersituation für elektronische Komponenten
angespannt, was bereits 2010 zu erhöhten Frachtkosten geführt hat. Aus heutiger Sicht
halten wir dieses Problem für beherrschbar, da spätestens ab dem zweiten Halbjahr
2011 weitere Kapazitäten bei unseren Lieferanten zur Verfügung stehen sollten. Bei
einer günstigen Entwicklung anderer Industrien, die baugleiche Teile einsetzen, sind
weitere Sonderfrachten im Jahr 2011 allerdings nicht auszuschließen.
Für 2011 gehen wir von einem Wachstum der Pkw-Ersatzreifenmärkte in Europa und Nordamerika
von 4 % bzw. 3 % aus. Die positive Entwicklung der Lkw-Erstausrüstungsmärkte wird
sich auch 2011 fortsetzen. Für die Lkw-Ersatzreifenmärkte ist ebenfalls von einer
positiven Entwicklung in Europa und Nordamerika auszugehen. Eine erhebliche Belastung
stellen die weiter deutlich steigenden Rohstoffkosten dar. Die bereits zu Jahresbeginn
2011 initiierten Preiserhöhungen, die der Kompensation der Belastung aus dem Jahr
2010 dienen sollten, werden nicht ausreichen, um den neuerlichen Anstieg des Kautschukpreises
auf fast 6,00 US-Dollar/kg zu kompensieren. Sollten sich die Preise auf einem Niveau
über 5,50 US-Dollar/kg stabilisieren, wäre auch 2011 mit einer Zusatzbelastung von
brutto mehr als 700 Mio € zu rechnen. Dies wird die Division Nfz-Reifen überproportional
belasten, da in einem Lkw-Reifen 15-mal soviel Naturkautschuk eingesetzt wird wie
in einem Pkw-Reifen. Somit würde sich die kumulierte Bruttozusatzbelastung in der
Rubber Group auf mehr als 1 Mrd € in den Jahren 2010 und 2011 belaufen.
Angesichts der positiven Volumenaussichten und der zur Abschwächung der Belastung
aus den gestiegenen Rohstoffpreisen notwendigen Preiserhöhungen rechnen wir für die
Rubber Group mit einem Umsatzanstieg von ebenfalls 10 % im Jahr 2011 auf mehr als
11 Mrd €. Angesichts der zum Teil drastischen Mehrbelastung aus den gestiegenen Rohstoffkosten
streben wir eine Verstetigung des soliden Vorjahresniveaus des bereinigten EBIT in
Höhe von rund 1,5 Mrd € an. Chancen und Risiken für die operative Ergebnisentwicklung
der Reifenbereiche ergeben sich insbesondere aus dem weiteren Verlauf des Naturkautschukpreises.
Ein weiterer deutlicher Anstieg würde das Erreichen unserer Ziele gefährden. Dagegen
würde uns ein deutlicher Rückgang der Preise erst mit einem Zeitversatz von drei bis
sechs Monaten begünstigen. Insbesondere der Division Nfz-Reifen wird es im laufenden
Jahr nur mit ganz erheblichen Anstrengungen möglich sein, ein vor dem Hintergrund
der drastischen Erhöhung der Rohstoffpreise akzeptables operatives Ergebnis zu erzielen.
Die Division ContiTech, die eine im Vergleich zu den Reifen-Divisionen deutlich geringere
Abhängigkeit vom Naturkautschuk aufweist, strebt trotz der zu erwartenden Mehrbelastung
aus den ebenfalls stark gestiegenen Preisen für Synthesekautschuk und Chemikalien
auch für das Jahr 2011 eine weitere Verbesserung des operativen Ergebnisses an. In
der Division Pkw-Reifen werden ebenfalls erhebliche Anstrengungen notwendig sein,
um das gute Ergebnisniveau des Vorjahres zu wiederholen. Die zu Jahresbeginn initiierten
Preissteigerungen werden nicht ausreichen, um die 2011 auftretenden Belastungen zu
kompensieren. Sollte sich ein Preis je Kilo Naturkautschuk von 5,50 US-Dollar als
Jahresdurchschnittswert bestätigen, werden wir nochmals mit deutlichen Preissteigerungen
reagieren müssen. Dennoch bieten sich der Division Pkw-Reifen auch Chancen, die zu
einem großen Teil aus einer weiteren Mengen- sowie Mixverbesserung resultieren. Der
strenge Winter und der gute Abverkauf von Winterreifen durch den Handel in der Saison
2010/2011 haben noch einmal gute Voraussetzungen für die Winterreifensaison 2011/2012
geschaffen. Zudem arbeiten wir wie gewohnt in allen Divisionen stetig an Effizienzsteigerungen,
um einen Teil der Belastungen aus dem Preisdruck unserer Erstausrüstungskunden und
Lohnsteigerungen abfedern zu können.
Für den Gesamtkonzern planen wir für das Jahr 2011 einen Umsatzanstieg um 10 % auf
mehr als 28,5 Mrd €. Trotz der erwarteten Mehrbelastung aus den gestiegenen Rohstoffkosten
- insbesondere in der Rubber Group - von mehr als 700 Mio € rechnen wir für 2011 mit
einer bereinigten operativen Konzernmarge auf Vorjahresniveau in Höhe von 9,7 %. Der
Einfluss durch Sondereffekte wird deutlich unter 100 Mio € liegen. Die Abschreibungen
werden insgesamt 2011 leicht ansteigen, obwohl die Abschreibung aus der Kaufpreisallokation
bei etwa 450 Mio € konstant bleibt. Die übrigen Abschreibungen werden aufgrund des
im Jahr 2010 deutlich angestiegenen Investitionsvolumens leicht zulegen und bei etwa
1,3 Mrd € liegen. Das Zinsergebnis wird sich vor dem Hintergrund der Ablösung von
Teilen des VDO-Kredits über Anleihen und der dadurch leicht erhöhten Zinsbelastung
trotz des erzielten Schuldenabbaus auf dem Vorjahresniveau bewegen. Die Steuerquote
wird 2011 hingegen auf unter 40 % sinken.
Die Investitionen werden aufgrund des deutlich gestiegenen Geschäftsumfangs auch 2011
weiter ausgebaut. Das geplante Volumen von rund 1,5 Mrd € wird sich dabei etwa je
zur Hälfte auf die Automotive und die Rubber Group verteilen.
Investitionsschwerpunkte in der Automotive Group sind 2011 unter anderem die letzte
Ausbaustufe der Industrialisierung unserer neuesten Bremsentechnologie sowie der Aufbau
der Produktion hydraulischer Bremssysteme in den USA. Aufgrund der stetig steigenden
Nachfrage nach sicherheitsrelevanten Fahrerassistenzsystemen wird für einen deutschen
Kunden die Produktion in Lindau, Deutschland, deutlich ausgebaut. Die Division Powertrain
wird in den Ausbau der Produktion für Diesel-Injektoren in Deutschland und Benzin-Hochdruck-Injektoren
in Italien investieren. Außerdem investiert der Geschäftsbereich HEV (Hybrid Electric
Vehicle) in Ungarn in den Ausbau von Batteriemanagementsystemen. Die Division Interior
wird an verschiedenen Standorten in die Erweiterung der Kapazitäten für Body Controller
investieren. Der Geschäftsbereich Instrumentation & Driver HMI wird seine Kapazitäten
in Brasilien, Rumänien und China deutlich verstärken. Außerdem ist geplant, die Infrastruktur
unserer Elektronikkomponentenwerke zu verbessern.
In den Reifen-Divisionen liegen die Investitionsschwerpunkte 2011 insbesondere im
Ausbau der Kapazitäten in Brasilien und Nordamerika. Aber auch in Europa wird auf
die anhaltend hohe Nachfrage mit der Erweiterung bestehender Kapazitäten reagiert.
Außerdem rechnen wir noch im Verlauf des ersten Halbjahrs mit einer Entscheidung über
einen Standort in Russland. Die Division ContiTech wird im Geschäftsbereich Fluid
Technology ihre Kapazitäten in Rumänien und Deutschland ausbauen. An Standorten in
China, Mexiko und Brasilien wird die Division in die Erweiterung der bestehenden Kapazitäten
investieren.
Auch 2011 bleibt es das erklärte Ziel, die Konzernschulden weiter zu reduzieren. Trotz
des steigenden Investitionsvolumens und der Belastungen aus dem Aufbau des Working
Capital als Folge der unverändert erfreulichen Geschäftsentwicklung, rechnen wir für
2011 mit einer weiteren substanziellen Verringerung der Netto-Finanzschulden um etwa
500 Mio € auf unter 7,0 Mrd €. Auch 2011 wird, wie im vergangenen Jahr angekündigt,
der Free Cashflow mit rund 300 Mio € aus der im Jahr 2009 eingeleiteten Restrukturierung
belastet. Als Vorgabe der aktuell gültigen Kreditverträge darf das Verhältnis von
Netto-Finanzschulden zu EBITDA am Ende des Jahres 2011 nicht über dem Faktor 3,50
liegen. Bereits Ende 2010 lag dieser Wert bei rund 2,0. Wir rechnen zum Jahresende
2011 mit einer weiteren Verbesserung dieser sogenannten Leverage Ratio auf unter 2,0.
Außerhalb der kurzfristigen Fälligkeiten, die nahezu komplett durch liquide Mittel
gedeckt sind, wird im laufenden Jahr unter anderem ein Schuldscheindarlehen über 110
Mio € als größter Einzelposten fällig.
Der Hauptversammlung am 28. April 2011 wird vorgeschlagen, für das Geschäftsjahr 2010
von der Zahlung einer Dividende abzusehen. Das Verhältnis Netto-Finanzschulden zu
Eigenkapital (die "Gearing Ratio") könnte so bereits in der zweiten Jahreshälfte 2011
unter 100 % fallen. Continental könnte damit bereits ein Jahr früher als geplant anhand
ausgewählter Kennzahlen ein Risikoprofil aufweisen, das typischerweise bei Unternehmen
vorgefunden wird, die der Ratingkategorie Investment Grade zugerechnet werden.
Der Start ins Jahr 2011 beginnt in Sachen Produktionszahlen dort, wo das Jahr 2010
endete: Nach ersten Schätzungen liegt das Produktionsvolumen in der NAFTA-Region und
in Europa im ersten Quartal 2011 noch einmal leicht über dem Niveau des vierten Quartals
2010 und somit deutlich über dem gleichen Quartal des Vorjahres. Begünstigt wird diese
Entwicklung durch einen Kalendereffekt wegen der diesjährigen Lage der Osterfeiertage,
die in das zweite Quartal fallen. Aufgrund der niedrigen Vergleichswerte des Vorjahreszeitraums
kann es deshalb in den beiden Gruppen bei den operativen Kennzahlen im ersten Quartal
zu deutlichen Steigerungen gegenüber den Vorjahreswerten kommen. Die Netto-Finanzschulden
werden sich - saisonal bedingt - im ersten Quartal wieder deutlich erhöhen. Ab dem
zweiten Quartal ist dann aufgrund abnehmender Basiseffekte mit einer Normalisierung
der Wachstumsraten beim Umsatz und operativen Ergebnis zu rechnen. Gemäß der normalen
Saisonkurve werden sich die Netto-Finanzschulden erst im zweiten Halbjahr deutlich
verringern. Continental wird am 5. Mai 2011 über den Verlauf des ersten Quartals 2011
berichten.
Zur Ablösung der Fälligkeiten des VDO-Kredits streben wir noch im ersten Halbjahr
2011 eine Nachverhandlung der bis August 2012 gültigen Zusagen an. Nach der Neuverhandlung
des VDO-Kredits im Dezember 2009 und der im Januar 2010 durchgeführten Kapitalerhöhung
sowie der anschließenden Refinanzierung in Höhe von 3,0 Mrd € Bankverbindlichkeiten
über den Anleihemarkt sind wir zuversichtlich, auch diese Verhandlung erfolgreich
zu Ende führen zu können. Ziel wird es sein, die Laufzeiten der zugesagten Linien
zu verlängern und angesichts des erheblich verbesserten Risikoprofils des Unternehmens
bessere als die aktuell gültigen Konditionen zu erlangen.
Auch der Ausblick für das Jahr 2012 ist aus heutiger Sicht positiv. Nach Meinung unabhängiger
Marktbeobachter soll das Volumen der produzierten Neufahrzeuge auf über 81 Mio Einheiten
steigen. Dies entspräche einem Zuwachs von knapp 8 %. Auch für die Reifenmärkte wird
für 2012 ein solides einstelliges Wachstum prognostiziert. Der IWF sieht in seinem
Januar Update 2011 für den World Economic Outlook das Wachstum der Weltwirtschaft
im Jahr 2012 bei 4,5 %. Sollte sich dieses Szenario bestätigen, dann sollte unsere
Automotive Group weiterhin in der Lage sein, einen 5 Prozentpunkte über dem Wachstum
in unseren Kernmärkten liegenden Umsatzzuwachs zu erzielen. Auch die Rubber Group
sollte vor dem zuvor beschriebenen Hintergrund ein hohes einstelliges Umsatzwachstum
erreichen können. Bezogen auf das operative Ergebnis (EBIT) streben wir eine zweistellige
bereinigte operative Marge (EBIT bereinigt) für die Divisionen Chassis & Safety und
Interior an. Die Division Powertrain wird sich bis 2014/2015 schrittweise auf eine
EBIT-Marge von 8 % verbessern. In der Rubber Group wird es unser Ziel sein, in der
Division Pkw-Reifen in Abhängigkeit der Belastung aus den Rohstoffkosten unsere sehr
soliden Margen zu verstetigen. Die Division Nfz-Reifen hat das Ziel, über den Zyklus
hinweg eine EBIT-Marge von 8 % zu erreichen. Das EBIT-Margenniveau der Division ContiTech
soll langfristig auf einem Niveau von 11 % bis 12 % verstetigt werden. Das Investitionsvolumen
wird sich auch im Jahr 2012 in einem Korridor von 5 % bis 6 % des Umsatzes bewegen.
Da im Jahr 2012 aus heutiger Sicht mit keinen nennenswerten Sonderbelastungen für
den Free Cashflow zu rechnen ist, sollte Continental auch 2012 eine deutliche Reduzierung
der Netto-Finanzschulden erzielen können. Ende 2012 sollten alle relevanten Kreditkennziffern
in einem mehr als soliden Verhältnis zum Risikoprofil des Unternehmens stehen.
Der Vorstand der Continental AG ist verantwortlich für die Aufstellung, die Vollständigkeit
und die Richtigkeit des Konzernabschlusses und des Berichts über die Lage der Gesellschaft
und des Konzerns sowie die sonstigen im Geschäftsbericht gegebenen Informationen.
Bei der Erstellung des Konzernabschlusses wurden die International Financial Reporting
Standards (IFRS) angewendet, wie sie in der EU angewendet werden und, soweit erforderlich,
sachgerechte Schätzungen vorgenommen. Der Bericht über die Lage der Gesellschaft und
des Konzerns enthält eine Analyse der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns
sowie weitere Erläuterungen, die nach den Vorschriften des deutschen Handelsgesetzbuches
zu geben sind.
Um die Zuverlässigkeit der Daten sowohl für die Erstellung des Konzernabschlusses
einschließlich des Berichts über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns als auch
für die interne Berichterstattung sicherzustellen, existiert ein wirksames internes
Steuerungs- und Kontrollsystem. Dies beinhaltet konzernweit einheitliche Richtlinien
für Rechnungslegung und Risikomanagement entsprechend § 91 Abs. 2 AktG sowie ein integriertes
Controllingkonzept als Teil des wertorientierten Managements und Prüfungen durch die
interne Revision. Der Vorstand wird damit in die Lage versetzt, wesentliche Risiken
frühzeitig zu erkennen und Gegenmaßnahmen einzuleiten.
Die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Hannover, ist von der Hauptversammlung
der Continental AG zum Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2010 bestellt worden.
Der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats hat den Prüfungsauftrag erteilt. KPMG hat
den nach den IFRS erstellten Konzernabschluss und den Bericht über die Lage der Gesellschaft
und des Konzerns geprüft. Der Abschlussprüfer hat den nachfolgend abgedruckten Bestätigungsvermerk
erteilt.
Gemeinsam mit dem Abschlussprüfer wird der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats den
Konzernabschluss, den Bericht über die Lage der Gesellschaft und des Konzerns, den
Prüfungsbericht und das Risikomanagement entsprechend § 91 Abs. 2 AktG eingehend erörtern.
Anschließend werden diese Jahresabschlussunterlagen und diese Berichte ebenfalls in
Anwesenheit des Abschlussprüfers mit dem gesamten Aufsichtsrat in dessen Bilanzsitzung
erörtert.
Hannover, den 8. Februar 2011
Der Vorstand
Wir haben den von der Continental Aktiengesellschaft, Hannover, aufgestellten Konzernabschluss,
bestehend aus Konzern-Gesamtergebnisrechnung, Konzernbilanz, Konzern-Kapitalflussrechnung,
Entwicklung des Konzerneigenkapitals und Konzernanhang, sowie ihren Bericht über die
Lage der Gesellschaft und des Konzerns für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31.
Dezember 2010 geprüft. Die Aufstellung von Konzernabschluss und Konzern-Lagebericht
nach den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315 a Abs.
1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften liegt in der Verantwortung des
Vorstands der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten
Prüfung eine Beurteilung über den Konzernabschluss und den Konzern-Lagebericht abzugeben.
Wir haben unsere Konzernabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut
der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung
vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten
und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Konzernabschluss unter Beachtung
der anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften und durch den Konzern-Lagebericht vermittelten
Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender
Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse
über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld des
Konzerns sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der
Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems
sowie Nachweise für die Angaben im Konzernabschluss und Konzern-Lagebericht überwiegend
auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der Jahresabschlüsse
der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, der Abgrenzung des Konsolidierungskreises,
der angewandten Bilanzierungs- und Konsolidierungsgrundsätze und der wesentlichen
Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung
des Konzernabschlusses und des Konzern-Lageberichts. Wir sind der Auffassung, dass
unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.
Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht
der Konzernabschluss den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend
nach § 315 a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt
unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes
Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Der Konzern-Lagebericht
steht in Einklang mit dem Konzernabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes
Bild von der Lage des Konzerns und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen
Entwicklung zutreffend dar.
Hannover, den 15. Februar 2011
KPMG AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
| Dr. Bartels-Hetzler Wirtschaftsprüfer |
Dr. Thümler Wirtschaftsprüfer |
| Mio € | Kapitel | 2010 | 2009 |
| Umsatzerlöse |
|
26.046,9 | 20.095,7 |
| Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen |
|
-20.267,6 | -16.082,0 |
| Bruttoergebnis vom Umsatz |
|
5.779,3 | 4.013,7 |
| Forschungs- und Entwicklungskosten |
|
-1.450,4 | -1.356,3 |
| Vertriebs- und Logistikkosten |
|
-1.311,0 | -1.123,2 |
| Allgemeine Verwaltungskosten |
|
-645,7 | -607,1 |
| Sonstige Aufwendungen und Erträge | 6 | -517,7 | -1.903,0 |
| Ergebnis assoziierter Unternehmen | 8 | 76,5 | -73,2 |
| Übriges Beteiligungsergebnis | 8 | 4,2 | 8,7 |
| Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern |
|
1.935,2 | -1.040,4 |
| Zinserträge | 9 | 22,6 | 30,3 |
| Zinsaufwendungen1 | 9 | -719,8 | -751,1 |
| Zinsergebnis |
|
-697,2 | -720,8 |
| Ergebnis vor Ertragsteuern |
|
1.238,0 | -1.761,2 |
| Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | 10 | -592,1 | 154,3 |
| Konzernergebnis |
|
645,9 | -1.606,9 |
| Auf Anteile in Fremdbesitz entfallender Gewinn |
|
-69,9 | -42,3 |
| Konzernergebnis den Anteilseignern zuzurechnen |
|
576,0 | -1.649,2 |
| Ergebnis pro Aktie in €, unverwässert | 36 | 2,88 | -9,76 |
| Ergebnis pro Aktie in €, verwässert | 36 | 2,88 | -9,76 |
| Mio € |
|
Kapitel | 2010 | 20091 |
| Konzernergebnis |
|
645,9 | -1.606,9 | |
| Unterschiedsbetrag aus Währungsumrechnung2 |
|
443,9 | 132,1 | |
|
|
Unterschiedsbetrag aus Währungsumrechnung2 |
|
443,6 | 131,6 |
|
|
Umgliederungsbeträge für erfolgswirksame Realisierung |
|
0,2 | 0,2 |
|
|
Anteil von assoziierten Unternehmen |
|
0,1 | 0,3 |
| Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte |
|
-0,6 | 1,2 | |
|
|
Zeitwertveränderungen |
|
-0,6 | 1,2 |
|
|
Umgliederungsbeträge für erfolgswirksame Realisierung |
|
0,0 | 0,0 |
| Cashflow Hedges | 29 | 31,8 | -33,1 | |
|
|
Zeitwertveränderungen |
|
31,8 | -33,1 |
| Im Eigenkapital erfasste Steuerpositionen |
|
-12,1 | 9,3 | |
| Kumuliertes übriges Eigenkapital |
|
463,0 | 109,5 | |
| Gesamtergebnis der Periode |
|
1.108,9 | -1.497,4 | |
| Auf Anteile in Fremdbesitz entfallendes Gesamtergebnis |
|
100,7 | 36,0 | |
| Gesamtergebnis den Anteilseignern zuzurechnen |
|
1.008,2 | -1.533,4 | |
1
Die Vergleichswerte zum 31. Dezember 2009 wurden entsprechend angepasst dargestellt.
2
Inklusive Fremdanteile.
| Mio € | Kapitel | 31.12.2010 | 31.12.2009 |
| Goodwill | 11 | 5.643,6 | 5.536,6 |
| Sonstige immaterielle Vermögenswerte | 11 | 1.723,3 | 2.068,7 |
| Sachanlagen | 12 | 6.098,7 | 5.784,3 |
| Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien | 13 | 19,9 | 19,3 |
| Anteile an assoziierten Unternehmen | 14 | 440,4 | 398,0 |
| Sonstige Finanzanlagen | 15 | 7,0 | 8,0 |
| Aktive latente Steuern | 16 | 680,7 | 728,9 |
| Aktiver Saldo aus Pensionsbewertung | 25 | 73,8 | 70,8 |
| Langfristige Derivate und verzinsliche Anlagen | 29 | 157,9 | 78,4 |
| Sonstige langfristige finanzielle Vermögenswerte | 17 | 29,5 | 18,9 |
| Sonstige Vermögenswerte | 18 | 13,1 | 12,7 |
| Langfristige Vermögenswerte |
|
14.887,9 | 14.724,6 |
| Vorräte | 19 | 2.637,8 | 2.076,0 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 20 | 4.454,0 | 3.648,1 |
| Sonstige kurzfristige finanzielle Vermögenswerte | 17 | 213,3 | 184,9 |
| Sonstige Vermögenswerte | 18 | 536,5 | 540,5 |
| Ertragsteuerforderungen | 27 | 123,4 | 94,2 |
| Kurzfristige Derivate und verzinsliche Anlagen | 29 | 44,3 | 25,8 |
| Flüssige Mittel | 21 | 1.471,3 | 1.712,8 |
| Zur Veräußerung bestimmte Vermögenswerte | 22 | 22,0 | 42,3 |
| Kurzfristige Vermögenswerte |
|
9.502,6 | 8.324,6 |
| Bilanzsumme |
|
24.390,5 | 23.049,2 |
| Mio € | Kapitel | 31.12.2010 | 31.12.2009 |
| Gezeichnetes Kapital |
|
512,0 | 432,6 |
| Kapitalrücklage |
|
4.149,0 | 3.139,5 |
| Kumulierte einbehaltene Gewinne |
|
1.212,4 | 636,4 |
| Erfolgsneutrale Rücklagen |
|
-13,8 | -435,9 |
| Den Anteilseignern zuzurechnendes Eigenkapital |
|
5.859,6 | 3.772,6 |
| Anteile in Fremdbesitz |
|
343,3 | 289,1 |
| Eigenkapital | 23 | 6.202,9 | 4.061,7 |
| Pensionen und ähnliche Verpflichtungen | 25 | 1.404,5 | 1.345,0 |
| Passive latente Steuern | 16 | 207,7 | 196,5 |
| Langfristige Rückstellungen für sonstige Risiken | 26 | 325,4 | 351,7 |
| Langfristiger Anteil der Finanzschulden | 28 | 7.752,4 | 5.967,7 |
| Langfristige sonstige finanzielle Verbindlichkeiten | 30 | 0,8 | - |
| Langfristige sonstige Verbindlichkeiten | 32 | 39,4 | 36,2 |
| Langfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten |
|
9.730,2 | 7.897,1 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 31 | 3.510,5 | 2.819,5 |
| Ertragsteuerverbindlichkeiten | 27 | 697,9 | 644,7 |
| Kurzfristige Rückstellungen für sonstige Risiken | 26 | 1.164,0 | 1.342,9 |
| Finanzschulden | 28 | 1.238,1 | 4.744,8 |
| Kurzfristige übrige finanzielle Verbindlichkeiten | 30 | 1.203,4 | 880,3 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 32 | 643,5 | 648,1 |
| Zur Veräußerung bestimmte Verbindlichkeiten | 33 | 0,0 | 10,1 |
| Kurzfristige Rückstellungen und Verbindlichkeiten |
|
8.457,4 | 11.090,4 |
| Bilanzsumme |
|
24.390,5 | 23.049,2 |
| Mio € | Kapitel | 2010 | 2009 | |
| EBIT |
|
1.935,2 | -1.040,4 | |
| Gezahlte Zinsen |
|
-725,6 | -757,2 | |
| Erhaltene Zinsen |
|
22,6 | 30,5 | |
| Gezahlte Ertragsteuern | 10, 27 | -493,0 | -204,8 | |
| Erhaltene Dividenden |
|
47,4 | 73,3 | |
| Abschreibungen und Wertminderungen | 6, 11, 12, 13 | 1.652,4 | 2.631,6 | |
| Ergebnis aus assoziierten Unternehmen und sonstigen Finanzanlagen inkl. Wertminderungen | 8 | -80,7 | 64,5 | |
| Gewinne aus Abgängen von Vermögenswerten, Gesellschaften und Geschäftsbereichen |
|
-6,6 | -12,1 | |
| Sonstige nicht zahlungswirksame Änderungen | 1 | -19,8 | 64,5 | |
| Veränderungen der/des |
|
|
|
|
|
|
Vorräte | 19 | -443,2 | 549,8 |
|
|
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 20 | -611,1 | -280,4 |
|
|
Wechselobligos |
|
-7,0 | 6,5 |
|
|
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 31 | 564,4 | 319,1 |
|
|
Pensionsrückstellungen | 25 | 38,2 | 714,8 |
|
|
übrigen Aktiva und Passiva |
|
-24,0 | 267,4 |
| Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit |
|
1.849,2 | 2.427,1 | |
| Erlöse aus Abgängen von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten | 11, 12 | 46,3 | 77,1 | |
| Investitionen in Sachanlagen und Software | 11, 12 | -1.242,6 | -859,4 | |
| Investitionen in immaterielle Vermögenswerte aus Entwicklungsprojekten und sonstige | 11 | -81,5 | -51,6 | |
| Erlöse aus dem Verkauf von Gesellschaften und Geschäftsbereichen | 5 | 20,6 | 143,8 | |
| Anteilserwerb von Gesellschaften und Geschäftsbereichen | 5 | -25,1 | -97,8 | |
| Verzinsliche Ausleihungen |
|
- | 1,1 | |
| Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit |
|
-1.282,3 | -786,8 | |
| Summe des Cashflow vor Finanzierungstätigkeit |
|
566,9 | 1.640,3 | |
| Veränderungen kurzfristiger Finanzschulden |
|
-276,6 | -1.169,1 | |
| Aufnahme langfristiger Finanzschulden |
|
3.084,3 | 40,6 | |
| Tilgung langfristiger Finanzschulden |
|
-4.706,6 | -378,3 | |
| Sukzessive Erwerbe |
|
-25,8 | - | |
| Ausgabe von Aktien | 24 | 1.056,0 | - | |
| Einzahlungen durch Gesellschafter |
|
- | 23,7 | |
| Dividenden und Kapitalrückzahlungen an Minderheitsgesellschafter |
|
-35,2 | -33,0 | |
| Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit |
|
-903,9 | -1.516,1 | |
| Veränderung der flüssigen Mittel |
|
-337,0 | 124,2 | |
| Flüssige Mittel am 01.01. |
|
1.712,8 | 1.569,4 | |
| Wechselkursbedingte Veränderungen der flüssigen Mittel |
|
95,5 | 19,2 | |
| Flüssige Mittel am 31.12. |
|
1.471,3 | 1.712,8 | |
|
|
Anzahl Aktien1 |
Gezeichnetes Kapital |
Kapitalrücklage |
Kumulierte einbehaltene Gewinne | Sukzessive Erwerbe2 |
Kumuliertes übriges Eigenkapital |
|
|
|
|
|
|
|
Unterschiedsbetrag aus |
| Mio € | in 1.000 Stück |
|
|
|
|
Währungsumrechnung |
| Stand 01.01.2009 | 169.006 | 432,6 | 3.097,9 | 2.217,2 | -33,4 | -346,0 |
| Konzernergebnis | - | - | - | -1.649,2 | - | - |
| Veränderungen übriges Eigenkapital | - | - | - | - | - | 138,4 |
| Konzerngesamtergebnis | - | - | - | -1.649,2 | - | 138,4 |
| Gezahlte Dividenden | - | - | - | - | - | - |
| Ausgabe von Aktien4 | - | - | 17,9 | - | - | - |
| Sukzessive Erwerbe2 | - | - | - | - | -1,0 | - |
| Veränderung Fremdanteile5 | - | - | - | - | - | - |
| Euroumstellung in der Slowakei | - | - | - | 68,4 | - | -68,4 |
| Einzahlungen durch Gesellschafter | - | - | 23,7 | - |
- | - |
| Stand 31.12.2009 | 169.006 | 432,6 | 3.139,5 | 636,4 | -34,4 | -276,0 |
| Konzernergebnis | - | - | - | 576,0 | - | - |
| Veränderungen übriges Eigenkapital | - | - | - | - | - | 410,6 |
| Konzerngesamtergebnis | - | - | - | 576,0 | - | 410,6 |
| Gezahlte/beschlossene Dividenden | - | - | - | - | - | - |
| Ausgabe von Aktien4 | 31.000 | 79,4 | 1.009,5 | - | - | - |
| Sukzessive Erwerbe2 | - | - | - | - | -10,1 | - |
| Veränderung Fremdanteile5 | - | - | - | - | - | - |
| Stand 31.12.2010 | 200.006 | 512,0 | 4.149,0 | 1.212,4 | -44,5 | 134,6 |
|
|
Kumuliertes übriges Eigenkapital |
Summe |
Anteile in Fremdbesitz |
Gesamt |
|
|
Unterschiedsbetrag aus |
|
|
|
| Mio € | Finanzinstrumenten3 |
|
|
|
| Stand 01.01.2009 | -102,9 | 5.265,4 | 264,5 | 5.529,9 |
| Konzernergebnis | - | -1.649,2 | 42,3 | -1.606,9 |
| Veränderungen übriges Eigenkapital | -22,6 | 115,8 | -6,3 | 109,5 |
| Konzerngesamtergebnis | -22,6 | -1.533,4 | 36,0 | -1.497,4 |
| Gezahlte Dividenden | - | - | -33,0 | -33,0 |
| Ausgabe von Aktien4 | - | 17,9 | - | 17,9 |
| Sukzessive Erwerbe2 | - | -1,0 | -9,1 | -10,1 |
| Veränderung Fremdanteile5 | - | - | 30,7 | 30,7 |
| Euroumstellung in der Slowakei | - | - | - |
- |
| Einzahlungen durch Gesellschafter | - | 23,7 | - | 23,7 |
| Stand 31.12.2009 | -125,5 | 3.772,6 | 289,1 | 4.061,7 |
| Konzernergebnis | - | 576,0 | 69,9 | 645,9 |
| Veränderungen übriges Eigenkapital | 21,6 | 432,2 | 30,8 | 463,0 |
| Konzerngesamtergebnis | 21,6 | 1.008,2 | 100,7 | 1.108,9 |
| Gezahlte/beschlossene Dividenden | - | - | -34,4 | -34,4 |
| Ausgabe von Aktien4 | - | 1.088,9 | - | 1.088,9 |
| Sukzessive Erwerbe2 | - | -10,1 | -16,8 | -26,9 |
| Veränderung Fremdanteile5 | - | - | 4,7 | 4,7 |
| Stand 31.12.2010 | -103,9 | 5.859,6 | 343,3 | 6.202,9 |
Siehe begleitende Erläuterungen im Konzernanhang in Kapiteln 2, 5, 23 und 24.
1
Im Umlauf befindliche Aktien.
2
Sukzessive Erwerbe von Anteilen vollkonsolidierter Unternehmen.
3
Der Unterschiedsbetrag aus Finanzinstrumenten, nach Berücksichtigung von latenten
Steuern, resultiert im Wesentlichen ausÄnderungen des beizulegenden Zeitwerts der
Cashflow Hedges zur Zins- und Währungssicherung.
4
Beinhaltet den Aufwand aus Aktienoptionsplänen und das Abfindungsangebot für erteilte
und noch nicht ausgeübte Bezugsrechte.Im Jahr 2010 ist zudem der Netto-Emissionserlös
der Kapitalerhöhung unter Berücksichtigung von Steuereffekten enthalten.
5
Veränderung der Fremdanteile durch Konsolidierungskreisänderungen oder Kapitalerhöhungen.
Entsprechend den Regeln des IFRS 8, Geschäftssegmente, stellt die Segmentberichterstattung
der Continental AG auf den management approach in Bezug auf die Segmentidentifikation
ab. Demnach sind die Informationen, die dem Chief Operating Decision Maker regelmäßig
für Entscheidungszwecke zur Verfügung gestellt werden, als maßgeblich zu betrachten.
Die Bewertung der Segmente folgt ebenfalls dem management approach.
Die Aktivitäten des Continental-Konzerns sind in die folgenden Divisionen aufgeteilt:
| ― |
Chassis & Safety mit Kernkompetenz in den Bereichen Fahrerassistenz, Bremsen, Fahrdynamik,
passive Sicherheit und Sensorik. |
| ― |
Powertrain steht für innovative und effiziente Systemlösungen rund um den Antriebsstrang. |
| ― |
Interior bündelt sämtliche Aktivitäten, die das Darstellen und Verwalten von Informationen
im Fahrzeug betreffen. |
| ― |
Pkw-Reifen entwickelt und produziert Pkw-Reifen für die Kompakt-, Mittel-, Oberklasse und Geländefahrzeuge, Van-Reifen sowie Motorrad- und Fahrradreifen. |
| ― |
Nfz-Reifen bietet eine große Bandbreite an Lkw-, Bus-, Industrie- und Off-The-Road-Reifen für unterschiedlichste Einsatzbereiche und Anwendungsbedingungen. |
| ― |
ContiTech entwickelt und produziert Funktionsteile, Komponenten und Systeme für den Automobilbau sowie für andere Schlüsselindustrien. |
Hier sind die direkt geführten Beteiligungen wie Holding-, Finanz- und Versicherungsgesellschaften
sowie die Holdingfunktion der Continental AG und die Auswirkungen aus Konsolidierungen
enthalten. Dieser Bereich beinhaltet auch die Ergebnisauswirkungen aus ungewissen
Risiken, insbesondere aus vertraglichen und ähnlichen Ansprüchen oder Verpflichtungen,
die unter anderem Beteiligungsrisiken darstellen, die zurzeit operativen Bereichen
nicht zugeordnet werden können.
Die interne Steuerung und Berichterstattung im Continental-Konzern basiert auf den
in Kapitel 2 beschriebenen Grundsätzen der Rechnungslegung (IFRS). Der Konzern misst
den Erfolg seiner Segmente anhand des operativen Ergebnisses (EBIT) - einerseits als
Umsatzrendite (RoS) bezogen auf den Umsatz, andererseits als Kapitalrendite (ROCE),
ermittelt als EBIT in Prozent der durchschnittlichen operativen Aktiva. Verkäufe und
Erlöse zwischen den Segmenten werden zu Preisen berechnet, wie sie auch mit Konzernfremden
vereinbart würden. Bei Verwaltungsleistungen von Gesellschaften mit übernommener Zentralfunktion
oder von der Konzernführung werden die Kosten entsprechend der Inanspruchnahme wie
Dienstleistungen für fremde Dritte berechnet. Sofern eine direkte Zuordnung möglich
ist, werden leistungsgerechte Verteilungen vorgenommen.
Das Segmentvermögen der Divisionen umfasst die operativen Aktiva der Aktivseite der
Bilanz zum Stichtag. Die Segmentschulden weisen die operativen "Aktiva" der Passivseite
der Bilanz aus.
Bei den Investitionen handelt es sich um Zugänge von Sachanlagen und Software sowie
Zugänge aktivierter Sachverhalte aus Finanzierungsleasings und aktivierter Fremdkapitalkosten
nach IAS 23. Die Abschreibungen zeigen plan- und außerplanmäßige Wertminderungen auf
Goodwill, sonstige immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen sowie als Finanzinvestition
gehaltene Immobilien. Abschreibungen auf Finanzanlagen sind in dieser Kennzahl nicht
enthalten.
Unter den nicht zahlungswirksamen Aufwendungen/ Erträgen werden im Wesentlichen Veränderungen
der Pensionsrückstellungen - außer Einzahlungen bzw. Entnahmen in die zugehörigen
Fonds - sowie die Ergebnisse aus und Wertminderungen auf assoziierte Unternehmen zusammengefasst.
Zusätzlich werden in dieser Position aufwands- und ertragswirksame Buchwertanpassungen
auf den VDO-Kredit ausgewiesen. Die Vorjahreszahlen wurden vergleichbar dargestellt.
Für die Segmentinformationen nach Regionen werden die Umsatzerlöse nach dem Sitz der
Kunden, die Investitionen und das Segmentvermögen dagegen nach dem Sitz der Gesellschaften
bestimmt.
| Mio € | Chassis & Safety |
Powertrain | Interior | Pkw-Reifen |
| Umsatz mit Dritten | 5.746,9 | 4.663,1 | 5.506,7 | 5.803,8 |
| Konzerninterner Umsatz | 28,5 | 67,7 | 11,4 | 17,0 |
| Umsatz (Gesamt) | 5.775,4 | 4.730,8 | 5.518,1 | 5.820,8 |
| EBIT (Segmentergebnis) | 569,0 | -198,1 | 197,0 | 993,3 |
| In % vom Umsatz | 9,9 | -4,2 | 3,6 | 17,1 |
| - davon Ergebnis assoziierter Unternehmen | 19,3 | -0,4 | 45,5 | 11,8 |
| Investitionen1 | 247,1 | 301,5 | 191,3 | 404,3 |
| In % vom Umsatz | 4,3 | 6,4 | 3,5 | 6,9 |
| Abschreibungen2 | 322,7 | 466,3 | 422,1 | 247,7 |
| - davon Wertminderungen3 | 3,8 | 36,6 | -4,8 | 7,2 |
| Selbsterstellte immaterielle Vermögenswerte | 11,9 | 22,9 | 39,7 | - |
| Wesentliche zahlungsunwirksame Aufwendungen/Erträge | 25,3 | 15,8 | 35,4 | 10,5 |
| Segmentvermögen | 5.214,0 | 4.336,2 | 5.764,1 | 3.650,5 |
| - davon assoziierte Unternehmen | 80,8 | 118,7 | 164,0 | 67,3 |
| Operative Aktiva (zum 31.12.) | 3.940,5 | 2.997,8 | 4.370,5 | 2.351,3 |
| ROCE in % (zum 31.12.) | 14,4 | -6,6 | 4,5 | 42,2 |
| Operative Aktiva (Durchschnitt) | 3.997,0 | 3.112,2 | 4.402,8 | 2.422,9 |
| ROCE in % (Durchschnitt) | 14,2 | -6,4 | 4,5 | 41,0 |
| Segmentschulden | 1.273,5 | 1.338,4 | 1.393,6 | 1.299,2 |
| Anzahl Mitarbeiter (zum 31.12.)4 | 30.495 | 26.614 | 29.614 | 28.276 |
| Mio € | Nfz-Reifen | ContiTech | Sonstiges/ Konso. |
Continental Konzern |
| Umsatz mit Dritten | 1.351,3 | 2.975,1 | - | 26.046,9 |
| Konzerninterner Umsatz | 76,5 | 120,2 | -321,3 | - |
| Umsatz (Gesamt) | 1.427,8 | 3.095,3 | -321,3 | 26.046,9 |
| EBIT (Segmentergebnis) | 50,1 | 369,6 | -45,7 | 1.935,2 |
| In % vom Umsatz | 3,5 | 11,9 | - | 7,4 |
| - davon Ergebnis assoziierter Unternehmen | -0,4 | 0,2 | 0,5 | 76,5 |
| Investitionen1 | 51,2 | 100,3 | 0,7 | 1.296,4 |
| In % vom Umsatz | 3,6 | 3,2 | - | 5,0 |
| Abschreibungen2 | 92,1 | 98,6 | 2,9 | 1.652,4 |
| - davon Wertminderungen3 | 12,8 | 2,1 | - | 57,7 |
| Selbsterstellte immaterielle Vermögenswerte | - | - | - | 74,5 |
| Wesentliche zahlungsunwirksame Aufwendungen/Erträge | -4,6 | 13,1 | 28,1 | 123,6 |
| Segmentvermögen | 968,3 | 1.588,6 | -15,9 | 21.505,8 |
| - davon assoziierte Unternehmen | 2,5 | 1,0 | 6,1 | 440,4 |
| Operative Aktiva (zum 31.12.) | 631,3 | 1.036,7 | -45,3 | 15.282,8 |
| ROCE in % (zum 31.12.) | 7,9 | 35,7 | - | 12,7 |
| Operative Aktiva (Durchschnitt) | 628,4 | 1.060,7 | -44,0 | 15.580,0 |
| ROCE in % (Durchschnitt) | 8,0 | 34,8 | - | 12,4 |
| Segmentschulden | 337,0 | 551,9 | 29,4 | 6.223,0 |
| Anzahl Mitarbeiter (zum 31.12.)4 | 7.156 | 25.833 | 240 | 148.228 |
1
Investitionen in Sachanlagen und Software.
2
Ohne Abschreibungen auf Finanzanlagen.
3
Der Begriff Wertminderung (Impairment) beinhaltet außerplanmäßige Abschreibungen sowie
erforderliche Wertaufholungen.
4
Ohne Auszubildende.
| Mio € | Chassis & Safety |
Powertrain | Interior | Pkw-Reifen |
| Umsatz mit Dritten | 4.349,3 | 3.339,4 | 4.353,3 | 4.686,8 |
| Konzerninterner Umsatz | 24,3 | 59,8 | 9,4 | 9,6 |
| Umsatz (Gesamt) | 4.373,6 | 3.399,2 | 4.362,7 | 4.696,4 |
| EBIT (Segmentergebnis) | -102,5 | -943,2 | -516,0 | 536,4 |
| In % vom Umsatz | -2,3 | -27,7 | -11,8 | 11,4 |
| - davon Ergebnis assoziierter Unternehmen | 16,3 | -1,5 | -95,7 | 7,7 |
| Investitionen1 | 159,5 | 247,2 | 131,3 | 198,3 |
| In % vom Umsatz | 3,6 | 7,3 | 3,0 | 4,2 |
| Abschreibungen2 | 704,1 | 929,9 | 536,4 | 256,7 |
| - davon Wertminderungen3 | 370,4 | 488,0 | 90,6 | 24,6 |
| Selbsterstellte immaterielle Vermögenswerte | 12,0 | 13,3 | 23,7 | - |
| Wesentliche zahlungsunwirksame Aufwendungen/Erträge | 57,6 | -28,2 | -94,3 | 16,9 |
| Segmentvermögen | 4.923,2 | 4.151,8 | 5.597,8 | 3.084,0 |
| - davon assoziierte Unternehmen | 81,4 | 109,3 | 133,2 | 65,0 |
| Operative Aktiva (zum 31.12.) | 3.824,9 | 3.034,2 | 4.260,3 | 2.012,1 |
| ROCE in % (zum 31.12.) | -2,7 | -31,1 | -12,1 | 26,7 |
| Operative Aktiva (Durchschnitt) | 4.034,0 | 3.401,8 | 4.580,1 | 2.348,4 |
| ROCE in % (Durchschnitt) | -2,5 | -27,7 | -11,3 | 22,8 |
| Segmentschulden | 1.098,3 | 1.117,6 | 1.337,5 | 1.071,9 |
| Anzahl Mitarbeiter (zum 31.12.)4 | 27.148 | 24.172 | 26.710 | 26.510 |
| Mio € | Nfz-Reifen | ContiTech | Sonstiges/ Konso. |
Continental Konzern |
| Umsatz mit Dritten | 1.000,0 | 2.366,9 | - | 20.095,7 |
| Konzerninterner Umsatz | 65,6 | 39,2 | -207,9 | - |
| Umsatz (Gesamt) | 1.065,6 | 2.406,1 | -207,9 | 20.095,7 |
| EBIT (Segmentergebnis) | -50,1 | 169,4 | -134,4 | -1.040,4 |
| In % vom Umsatz | -4,7 | 7,0 | - | -5,2 |
| - davon Ergebnis assoziierter Unternehmen | -0,7 | 0,2 | 0,5 | -73,2 |
| Investitionen1 | 40,5 | 82,8 | 0,5 | 860,1 |
| In % vom Umsatz | 3,8 | 3,4 | - | 4,3 |
| Abschreibungen2 | 97,6 | 104,6 | 2,3 | 2.631,6 |
| - davon Wertminderungen3 | 15,7 | 3,7 | - | 993,0 |
| Selbsterstellte immaterielle Vermögenswerte | - | - | - | 49,0 |
| Wesentliche zahlungsunwirksame Aufwendungen/Erträge | -7,8 | 2,7 | -74,5 | -127,6 |
| Segmentvermögen | 865,7 | 1.375,8 | 6,3 | 20.004,6 |
| - davon assoziierte Unternehmen | 2,8 | 2,5 | 3,8 | 398,0 |
| Operative Aktiva (zum 31.12.) | 570,4 | 970,6 | -89,8 | 14.582,7 |
| ROCE in % (zum 31.12.) | -8,8 | 17,5 | - | -7,1 |
| Operative Aktiva (Durchschnitt) | 634,7 | 1.006,7 | 18,4 | 16.024,1 |
| ROCE in % (Durchschnitt) | -7,9 | 16,8 | - | -6,5 |
| Segmentschulden | 295,3 | 405,2 | 96,1 | 5.421,9 |
| Anzahl Mitarbeiter (zum 31.12.)4 | 7.594 | 22.079 | 221 | 134.434 |
1
Investitionen in Sachanlagen und Software.
2
Ohne Abschreibungen auf Finanzanlagen.
3
Der Begriff Wertminderung (Impairment) beinhaltet außerplanmäßige Abschreibungen sowie
erforderliche Wertaufholungen.
4
Ohne Auszubildende.
| Mio € | 2010 | 2009 |
| Chassis & Safety | 569,0 | -102,5 |
| Powertrain | -198,1 | -943,2 |
| Interior | 197,0 | -516,0 |
| Pkw-Reifen | 993,3 | 536,4 |
| Nfz-Reifen | 50,1 | -50,1 |
| ContiTech | 369,6 | 169,4 |
| Sonstiges/Konsolidierung | -45,7 | -134,4 |
| EBIT | 1.935,2 | -1.040,4 |
| Zinsergebnis | -697,2 | -720,8 |
| Ergebnis vor Ertragsteuern | 1.238,0 | -1.761,2 |
| Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | -592,1 | 154,3 |
| Konzernergebnis | 645,9 | -1.606,9 |
| Auf Anteile in Fremdbesitz entfallender Gewinn | -69,9 | -42,3 |
| Konzernergebnis den Anteilseignern zuzurechnen | 576,0 | -1.649,2 |
| Mio € | Deutschland |
Europa ohne Deutschland |
NAFTA- Region |
Asien |
Übrige Länder |
Continental- Konzern |
| Umsatz mit Dritten 2010 | 7.092,6 | 8.507,7 | 4.836,7 | 4.167,1 | 1.442,8 | 26.046,9 |
| Umsatz mit Dritten 2009 | 5.823,5 | 6.911,9 | 3.546,2 | 2.795,8 | 1.018,3 | 20.095,7 |
| Investitionen 20101 | 330,2 | 408,5 | 172,0 | 317,6 | 68,1 | 1.296,4 |
| Investitionen 20091 | 241,9 | 312,9 | 109,7 | 145,1 | 50,5 | 860,1 |
| Segmentvermögen zum 31.12.2010 | 9.569,2 | 5.166,0 | 3.205,4 | 2.549,4 | 1.015,8 | 21.505,8 |
| Segmentvermögen zum 31.12.2009 | 10.390,7 | 4.303,0 | 2.916,9 | 1.558,9 | 835,1 | 20.004,6 |
| Anzahl Mitarbeiter zum 31.12.20102 | 46.136 | 47.230 | 21.155 | 24.175 | 9.532 | 148.228 |
| Anzahl Mitarbeiter zum 31.12.20092 | 44.290 | 43.817 | 18.747 | 19.586 | 7.994 | 134.434 |
1
Investitionen in Sachanlagen und Software.
2
Ohne Auszubildende.
| Mio € | 31.12.2010 | 31.12.2009 |
| Bilanzsumme | 24.390,5 | 23.049,2 |
| - Flüssige Mittel | 1.471,3 | 1.712,8 |
| - Kurz- und langfristige Derivate, verzinsliche Anlagen | 202,2 | 104,2 |
| - Andere finanzielle Vermögenswerte | 30,0 | 48,1 |
| Abzüglich finanzielle Vermögenswerte | 1.703,5 | 1.865,1 |
| Abzüglich sonstige nicht operative Vermögenswerte | 383,8 | 370,1 |
| - Aktive latente Steuern | 680,7 | 728,9 |
| - Ertragsteuerforderungen | 123,4 | 94,2 |
| Abzüglich Ertragsteuervermögen | 804,1 | 823,1 |
| Zuzüglich diskontierte Wechsel für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 6,7 | 13,7 |
| Segmentvermögen | 21.505,8 | 20.004,6 |
| Summe Verbindlichkeiten und Rückstellungen | 18.187,6 | 18.987,5 |
| - Kurz- und langfristige Finanzschulden | 8.990,5 | 10.712,5 |
| - Zins- und ähnliche Verbindlichkeiten | 199,4 | 146,0 |
| Abzüglich finanzielle Verbindlichkeiten | 9.189,9 | 10.858,5 |
| - Rückstellungen für latente Steuern | 207,7 | 196,5 |
| - Ertragsteuerverbindlichkeiten | 697,9 | 644,7 |
| Abzüglich Ertragsteuerverbindlichkeiten | 905,6 | 841,2 |
| Abzüglich sonstige nicht operative Verbindlichkeiten | 1.869,1 | 1.866,0 |
| Segmentschulden | 6.223,0 | 5.421,9 |
| Operative Aktiva | 15.282,8 | 14.582,7 |
Die Continental Aktiengesellschaft (Continental AG) mit Sitz in Hannover, Vahrenwalder
Straße 9, Deutschland, ist die Muttergesellschaft des Continental-Konzerns und eine
börsennotierte Aktiengesellschaft. Sie ist im Handelsregister des Amtsgerichts Hannover
eingetragen (HRB 3527). Die Continental AG ist ein weltweit operierender Zulieferer
der Automobilindustrie. Die Art der Geschäftstätigkeit und die Hauptaktivitäten der
Continental AG sind im Abschnitt Segmentberichterstattung, Kapitel 1, näher erläutert.
Der Konzernabschluss der Continental AG für das Geschäftsjahr 2010 wurde mit Beschluss
des Vorstands vom 8. Februar 2011 genehmigt und wird beim elektronischen Bundesanzeiger
eingereicht und dort bekannt gemacht.
Der Konzernabschluss der Continental AG zum 31. Dezember 2010 ist gemäß der EU-Verordnung
(EG) Nr. 1606/2002 in Verbindung mit § 315 a Abs. 1 Handelsgesetzbuch (HGB) nach den
International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union
anzuwenden sind, erstellt. Die Bezeichnung IFRS umfasst auch die International Accounting
Standards (IAS), die Interpretationen des International Financial Reporting Interpretations
Committee (IFRIC) sowie die des ehemaligen Standing Interpretations Committee (SIC).
Alle für das Geschäftsjahr 2010 verbindlichen IFRS-Standards wurden vorbehaltlich
der Anerkennung durch die Europäische Union angewendet.
Der Konzernabschluss ist grundsätzlich auf der Basis der fortgeführten historischen
Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten erstellt. Ausnahmen können zur Veräußerung bestimmte
Vermögenswerte sowie derivative Finanzinstrumente bilden, die zum beizulegenden Zeitwert
bilanziert sind.
Die Jahresabschlüsse der in den Konzern einbezogenen Gesellschaften werden entsprechend
IAS 27 nach einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen aufgestellt. Der
Stichtag der Einzelabschlüsse der einbezogenen Konzerngesellschaften entspricht grundsätzlich
dem Stichtag des Konzernabschlusses.
Der Konzernabschluss wurde in Euro aufgestellt. Soweit nicht anders vermerkt, sind
alle Beträge in Millionen Euro (Mio €) angegeben. Wir weisen darauf hin, dass bei
der Verwendung von gerundeten Beträgen und Prozentangaben aufgrund kaufmännischer
Rundung Differenzen auftreten können.
Alle wesentlichen Tochterunternehmen, an denen die Continental AG mittelbar oder unmittelbar
die Mehrheit der Stimmrechte hält und die Beherrschungsmöglichkeit besitzt, sind in
den Konzernabschluss einbezogen und werden voll konsolidiert. Unabhängig vom Stimmrechtsverhältnis
kann der Konsolidierungskreis auch Gesellschaften umfassen, die nach der Bestimmung
von SIC 12 (Consolidation - Special Purpose Entities) unter anderem durch Vereinbarungen
und Garantien von der Continental AG beherrscht werden können. Weder 2010 noch 2009
wurden Gesellschaften aufgrund dieser Bestimmung in den Konzernabschluss einbezogen.
Die Kapitalkonsolidierung erfolgt nach der Erwerbsmethode durch Verrechnung der Anschaffungskosten
mit dem auf das Mutterunternehmen entfallenden anteiligen zum beizulegenden Zeitwert
bewerteten Nettoreinvermögen zum Zeitpunkt des Erwerbs. Dabei werden auch immaterielle
Vermögenswerte mit ihren beizulegenden Zeitwerten angesetzt, die bisher im Einzelabschluss
des erworbenen Unternehmens nicht erfasst wurden. Bei einem Unternehmenserwerb identifizierte
immaterielle Vermögenswerte, darunter zum Beispiel Markennamen, Patente, Technologie,
Kundenbeziehungen und Auftragsbestände, werden zum Erwerbszeitpunkt nur dann separat
angesetzt, wenn die Voraussetzungen nach IAS 38 für die Aktivierung eines immateriellen
Vermögenswertes vorliegen. Die Bewertung zum Erwerbszeitpunkt kann in der Regel nur
vorläufig erfolgen. Sind Anpassungen innerhalb von zwölf Monaten nach dem Erwerb zugunsten
bzw. zulasten der Vermögenswerte und Schulden notwendig, so werden diese entsprechend
vorgenommen. Diese Anpassungen werden im Anhang dargestellt. Kennzahlen aus dem Vorjahr
werden nicht nachträglich geändert.
Ein verbleibender aktivischer Unterschiedsbetrag wird als Goodwill aktiviert. Um die
Werthaltigkeit des Goodwill aus einer noch nicht vollständig abgeschlossenen Bewertung
und demnach vorläufigen Kaufpreisaufteilung sicherzustellen, wird zum Bilanzstichtag
eine vorläufige Aufteilung des vorläufigen Goodwill auf die betroffenen Managementeinheiten
vorgenommen. Diese vorläufige Aufteilung kann deutlich von der endgültigen Verteilung
abweichen.
Auf Konzernfremde entfallende Anteile am Eigenkapital werden unter "Anteile in Fremdbesitz"
im Eigenkapital ausgewiesen.
Für den Zeitraum, in dem Konzerngesellschaften gegenüber Minderheitsaktionären verbindliche
Kaufoptionen für die von Minderheitsaktionären gehaltenen Anteile an Konzerngesellschaften
anbieten, erfolgt der Ausweis der hiervon betroffenen Minderheiten nicht als Anteile
in Fremdbesitz, sondern als finanzielle Verbindlichkeiten. Diese Verbindlichkeiten
werden zum beizulegenden Zeitwert, der dem Kaufpreisangebot entspricht, ausgewiesen.
Soweit die Kaufoption unmittelbar im Zusammenhang mit dem Erwerb einer Mehrheitsbeteiligung
durch die Continental AG ausgesprochen wird, stellt der Wert der Kaufoption einen
Bestandteil der Anschaffungskosten der Beteiligung dar. Erfolgt dagegen das Kaufangebot
unabhängig von und nach der Erlangung einer Mehrheitsbeteiligung, so wird der Unterschiedsbetrag
zwischen dem Kaufpreisangebot und dem Buchwert der Minderheitenanteile zum Zeitpunkt
der Optionserteilung erfolgsneutral mit dem Eigenkapital verrechnet.
Kaufoptionen für Minderheitenanteile sind in Deutschland insbesondere bei Abschluss
eines Beherrschungs- und Ergebnisabführungsvertrags aufgrund des Abfindungsangebots
nach § 305 AktG gesetzlich vorgesehen.
Im Falle sukzessiver Erwerbe bei bereits bestehender Beherrschung werden sich ergebende
Unterschiedsbeträge zwischen Kaufpreis und Buchwert der erworbenen Minderheitenanteile
erfolgsneutral mit dem Eigenkapital verrechnet.
Im Fall eines sukzessiven Erwerbs und einer damit verbundenen Erlangung der Beherrschungsmöglichkeit
wird der Unterschiedsbetrag zwischen dem Buchwert und dem beizulegenden Zeitwert zum
Zeitpunkt der erstmaligen Vollkonsolidierung erfolgswirksam innerhalb der sonstigen
Erträge und Aufwendungen realisiert.
Wesentliche Beteiligungen werden, wenn die Continental AG zwischen 20,0 % und 50,0
% der Stimmrechte hält und dementsprechend einen maßgeblichen Einfluss auf das Beteiligungsunternehmen
ausüben kann (assoziierte Unternehmen), grundsätzlich nach der Equity-Methode bilanziert.
Es wird kein Unternehmen nach der Methode der Quotenkonsolidierung in den Konzernabschluss
einbezogen.
Nicht in den Konzernabschluss einbezogen werden Gesellschaften, die wegen ihrer ruhenden
oder nur geringen Geschäftstätigkeit von untergeordneter Bedeutung für die Vermögens-,
Finanz- und Ertragslage des Continental-Konzerns sind. Die Bilanzierung erfolgt im
Konzernabschluss zu Anschaffungskosten, wenn eine Bewertung zum beizulegenden Zeitwert
entsprechend IAS 39 für diese Gesellschaften nicht möglich ist.
Die Beteiligungsbuchwerte der nach der Equity-Methode konsolidierten assoziierten
Unternehmen werden entsprechend dem anteiligen Eigenkapital des Beteiligungsunternehmens
fortgeführt. Sofern die Abschlüsse der assoziierten Unternehmen nicht rechtzeitig
vorliegen, erfolgt die Berücksichtigung der anteiligen Gewinne oder Verluste auf der
Basis einer zuverlässigen Schätzung. Ein im Rahmen der Erstkonsolidierung entstandener
Goodwill wird im Equity-Ansatz ausgewiesen und nicht planmäßig abgeschrieben. Bei
Vorliegen entsprechender Indikatoren wird der Beteiligungsbuchwert der nach der Equity-Methode
konsolidierten assoziierten Unternehmen einer Werthaltigkeitsprüfung unterzogen.
Forderungen und Verbindlichkeiten sowie Erträge und Aufwendungen zwischen einbezogenen
Gesellschaften werden gegeneinander aufgerechnet. Zwischenergebnisse aus konzerninternen
Lieferungen und Leistungen und innerhalb des Konzerns ausgeschüttete Dividenden werden
eliminiert. Auf ergebniswirksame Konsolidierungsvorgänge werden latente Steuern angesetzt,
die aus der Höhe der durchschnittlichen Ertragsteuerbelastung des Konzerns abgeleitet
sind.
Die Bilanzen ausländischer Tochterunternehmen, deren funktionale Währung nicht der
Euro ist, werden zu Mittelkursen zum Bilanzstichtag, die Gewinn- und Verlustrechnung
mit Periodendurchschnittskursen in Euro umgerechnet. Umrechnungsdifferenzen aus der
Währungsumrechnung werden bis zum Abgang des Tochterunternehmens ergebnisneutral im
kumulierten übrigen Eigenkapital ohne Berücksichtigung latenter Steuern erfasst.
In den Einzelabschlüssen der Continental AG und der Tochterunternehmen werden Fremdwährungsforderungen
und -verbindlichkeiten bei Zugang mit dem zu diesem Zeitpunkt geltenden Transaktionskurs
bewertet und zum Bilanzstichtag an den dann gültigen Wechselkurs angepasst. Eingetretene
Währungsgewinne und -verluste werden - mit Ausnahme bestimmter Finanzierungsvorgänge
- erfolgswirksam erfasst. Währungskursdifferenzen aufgrund der Stichtagumrechnung
konzerninterner Finanzierungen, die in der jeweiligen funktionalen Währung einer der
Vertragsparteien auftreten und deren Rückzahlung in absehbarer Zeit nicht erwartet
wird, werden ergebnisneutral im kumulierten übrigen Eigenkapital erfasst.
Entsprechend den Vorschriften von IAS 21 wird bei allen Unternehmenserwerben ein Goodwill
als Vermögenswert ausgewiesen und gegebenenfalls mit dem Mittelkurs in Euro zum Bilanzstichtag
umgerechnet. Die aus der Währungsumrechnung resultierenden Differenzen werden erfolgsneutral
im kumulierten übrigen Eigenkapital dargestellt.
Die der Währungsumrechnung zugrunde liegenden Wechselkurse mit wesentlichem Einfluss
auf den Konzernabschluss haben sich wie folgt entwickelt:
| Währungen |
|
Stichtagskurs | Jahresdurchschnittskurs | ||
| 1 € in |
|
31.12.2010 | 31.12.2009 | 2010 | 2009 |
|
|
|
|
|
|
|
| Brasilien | BRL | 2,22 | 2,51 | 2,33 | 2,85 |
| Schweiz | CHF | 1,25 | 1,48 | 1,38 | 1,51 |
| China | CNY | 8,82 | 9,84 | 8,99 | 9,52 |
| Tschechische Republik | CZK | 25,12 | 26,41 | 25,29 | 26,46 |
| Großbritannien | GBP | 0,86 | 0,89 | 0,86 | 0,89 |
| Ungarn | HUF | 277,90 | 270,44 | 275,30 | 280,55 |
| Japan | JPY | 108,82 | 133,07 | 116,54 | 130,22 |
| Südkorea | KRW | 1.501,40 | 1.680,02 | 1.533,80 | 1.773,59 |
| Mexiko | MXN | 16,59 | 18,85 | 16,77 | 18,80 |
| Malaysia | MYR | 4,13 | 4,93 | 4,28 | 4,91 |
| Philippinen | PHP | 58,00 | 66,56 | 59,84 | 66,32 |
| Rumänien | RON | 4,28 | 4,24 | 4,21 | 4,24 |
| USA | USD | 1,34 | 1,44 | 1,33 | 1,39 |
| Südafrika | ZAR | 8,89 | 10,66 | 9,72 | 11,70 |
Als Umsätze werden nur die aus der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit des Unternehmens
resultierenden Produktverkäufe ausgewiesen. Continental realisiert die Umsätze für
Produktverkäufe bei Nachweis bzw. Vorliegen einer Vereinbarung, dass die Lieferung
erfolgt ist und die Gefahren auf den Kunden übergegangen sind. Außerdem muss die Höhe
des Umsatzes verlässlich ermittelbar sein und von der Einbringbarkeit der Forderung
ausgegangen werden können.
Nebenerlöse und ähnliche Erträge sowie Erlöse aus dem Verkauf von Anlagen, Verkaufserlöse
für Abfälle, Miet- sowie Lizenzeinnahmen werden mit den zugehörigen Aufwendungen verrechnet.
Bei Auftragsfertigungen werden Umsätze grundsätzlich nach dem effektiven Projektfortschritt
(Percentage-of-Completion-Methode) realisiert. Als Berechnungsgrundlage dient dabei
das Verhältnis der bereits angefallenen Kosten zum geschätzten gesamten Kostenvolumen
des Vertrags. Erwartete Verluste aus diesen Aufträgen werden in dem Berichtszeitraum
berücksichtigt, in dem die aktuell geschätzten Gesamtkosten die aus dem jeweiligen
Vertrag zu erwartenden Umsatzerlöse übersteigen.
Aufwendungen für Werbung und Absatzförderung sowie sonstige absatzbezogene Aufwendungen
werden zum Zeitpunkt ihres Anfalls ergebniswirksam. Rückstellungen für mögliche Inanspruchnahmen
aus Gewährleistungsverpflichtungen für bereits verkaufte Produkte werden auf der Grundlage
von Erfahrungswerten sowie unter Berücksichtigung gesetzlicher und vertraglicher Fristen
gebildet. Darüber hinaus werden für identifizierte Einzelfälle zusätzliche Rückstellungen
angesetzt.
Die Forschungs- und Entwicklungskosten beinhalten neben diesen die Aufwendungen für
kundenspezifische Applikationen, Prototypen und Versuche. Zuschüsse oder Kostenerstattungen
von Kunden werden mit den Aufwendungen zum Zeitpunkt der Rechnungsstellung saldiert.
Ferner werden die Aufwendungen um den Anteil, der auf die Anwendung von Forschungsergebnissen
für die Entwicklung neuer oder wesentlich verbesserter Produkte entfällt, reduziert,
soweit dieser Anteil nach den Voraussetzungen für selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte
nach IAS 38 zu aktivieren ist. Dieser Anteil wird als Vermögenswert aktiviert und
ab dem Zeitpunkt der Veräußerbarkeit der entwickelten Produkte über einen Zeitraum
von drei Jahren abgeschrieben. Jedoch gelten grundsätzlich Aufwendungen für kundenspezifische
Applikationen, Vorserienprototypen oder Testkosten für bereits vermarktete Produkte
- das sogenannte Application Engineering - als nicht aktivierungsfähige Entwicklungsleistungen.
Ebenfalls werden Aufwendungen, die im direkten Zusammenhang mit der Ingangsetzung
neuer Produktionsanläufe oder Werke entstehen, nicht aktiviert, sondern sofort ergebniswirksam
erfasst.
Nur bei wenigen Entwicklungsprojekten sind die Kriterien für eine Aktivierung erfüllt,
weil die wesentlichen mittel- und längerfristigen Projekte im Zusammenhang mit der
Belieferung von Fahrzeugherstellern - dem sogenannten Erstausrüstungsgeschäft - erfolgen.
Neue Entwicklungen für das Erstausrüstungsgeschäft werden erst vermarktbar, nachdem
die Continental AG für Fahrzeugplattformen bzw. Modelle als Lieferant nominiert und
anhand von Freigabestufen zugelassen ist. Diese Freigaben setzen ferner aufgrund der
besonderen Anforderungen an Sicherheits- und Komforttechnologien die technische Realisierbarkeit
voraus. Demnach erfolgt eine Aktivierung von Entwicklungskosten ausschließlich erst
ab dem Zeitpunkt der Nominierung und dem Erreichen einer bestimmten Freigabestufe.
Mit dem Erreichen der endgültigen Freigabe für die unbegrenzte Serienfertigung gilt
die Entwicklung als abgeschlossen.
Nominierungen von Erstausrüstern führen in aller Regel zu einer Belieferungspflicht
über die gesamte Lebensdauer der jeweiligen Modelle oder Plattformen. Dabei entsprechen
diese Liefervereinbarungen weder langfristigen Fertigungsaufträgen noch festen Verpflichtungen,
insbesondere wegen der fehlenden Zusage der Erstausrüster für Abnahmemengen. Deshalb
werden sämtliche Aufwendungen für Vorserienleistungen - mit Ausnahme der oben beschriebenen
aktivierten Entwicklungsaufwendungen - sofort ergebniswirksam erfasst.
Zinsaufwendungen und Zinserträge werden zeitanteilig, Dividendenerträge zum Zeitpunkt
des Entstehens des rechtlichten Anspruchs erfasst.
Das Ergebnis pro Aktie wird auf der Basis des gewogenen Durchschnitts der ausgegebenen
Aktien ermittelt. Aktien werden für den Zeitraum, in dem sie sich im eigenen Bestand
befinden, hiervon abgesetzt. Das "Ergebnis pro Aktie verwässert" berücksichtigt zusätzlich
die aufgrund von Options- oder Umtauschrechten potenziell auszugebenden Aktien. Darüber
hinaus werden Aufwendungen, die aufgrund einer Wandlung oder eines Umtauschs entfallen
würden, eliminiert.
Vermögenswerte und Schulden werden als langfristige Vermögenswerte und Schulden in
der Bilanz ausgewiesen, wenn sie eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr haben;
entsprechend kürzere Restlaufzeiten führen zum Ausweis als kurzfristige Vermögenswerte
bzw. Schulden. Schulden gelten generell als kurzfristig, wenn kein uneingeschränktes
Recht besteht, die Erfüllung der Verpflichtung innerhalb des nächsten Jahres zu vermeiden.
Die Pensionsrückstellungen und ähnliche Verpflichtungen sowie Ansprüche oder Verpflichtungen
aus latenten Steuern werden grundsätzlich als langfristige Vermögenswerte oder Schulden
gezeigt. Soweit Vermögenswerte und Schulden sowohl einen kurzfristigen als auch einen
langfristigen Anteil aufweisen, werden diese in ihre Fristigkeitskomponenten aufgeteilt
und entsprechend dem Bilanzgliederungsschema als kurzfristige und langfristige Vermögenswerte
bzw. Schulden ausgewiesen.
Ein Goodwill entspricht dem aktivischen Unterschiedsbetrag zwischen den Anschaffungskosten
und den beizulegenden Zeitwerten der erworbenen Vermögenswerte und Schulden im Rahmen
eines Unternehmenserwerbes. Der Goodwill unterliegt keiner planmäßigen Abschreibung,
vielmehr erfolgt mindestens einmal jährlich ein Werthaltigkeitstest (Impairment-Test)
zur Bestimmung eines möglichen Wertminderungsbedarfs.
Erworbene immaterielle Vermögenswerte werden zu Anschaffungskosten und selbst erstellte
immaterielle Vermögenswerte zu ihren Herstellungskosten aktiviert, wenn die Voraussetzungen
für eine Aktivierung selbst erstellter immaterieller Vermögenswerte gemäß IAS 38 vorliegen.
Sofern sie einer begrenzten Nutzungsdauer unterliegen, werden immaterielle Vermögenswerte
linear über ihre Nutzungsdauer von drei bis acht Jahren abgeschrieben. Immaterielle
Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer werden jährlich auf ihre Werthaltigkeit
(Impairment-Test) überprüft.
Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich planmäßiger
linearer Abschreibungen bewertet. Außerplanmäßige Abschreibungen erfolgen bei Vorliegen
von Wertminderungen. Investitionszuschüsse werden grundsätzlich von den Anschaffungs-
oder Herstellungskosten abgesetzt.
Die Herstellungskosten selbst erstellter Anlagen umfassen Einzelkosten sowie die zurechenbaren
Material- und Fertigungsgemeinkosten einschließlich der Abschreibungen.
Teile der Fremdkapitalkosten werden unter bestimmten Voraussetzungen als Teil der
Anschaffungskosten und Herstellungskosten aktiviert. Dies betrifft auch Finanzierungsleasingsachverhalte
und als Finanzinvestition gehaltene Immobilien und immaterielle Vermögenswerte.
Sobald ein Anlagegut betriebsbereit ist, können weitere Anschaffungs- oder Herstellungskosten
nur aktiviert werden, wenn diese zu einer Veränderung des Nutzungszwecks des Anlageguts
führen oder durch die Änderung ein zusätzlicher Mehrwert des Anlageguts entsteht und
die Kosten eindeutig identifizierbar sind. Alle sonstigen nachträglichen Aufwendungen
werden als laufender Instandhaltungsaufwand gebucht.
Sachanlagen werden auf der niedrigsten Ebene in Komponenten aufgeteilt, sofern diese
Komponenten wesentlich voneinander abweichende Nutzungsdauern haben und ein Ersatz
bzw. eine Überholung dieser Komponenten während der Gesamtlebensdauer der Anlage wahrscheinlich
ist. Wartungs- und Reparaturkosten werden grundsätzlich als Aufwand erfasst. Im Konzern
sind keine Anlagen vorhanden, die aufgrund ihrer Nutzungsart nur in mehrjährigen Abständen
gewartet werden können. Folgende Nutzungsdauern kommen zur Anwendung: bis zu 33 Jahre
bei Grundstückseinrichtungen und Gebäuden; bis zu zwölf Jahre bei technischen Anlagen
und Maschinen und zwei bis zehn Jahre bei Betriebs- und Geschäftsausstattung.
Grundstücke und Gebäude, die zur Erzielung von Mieteinnahmen gehalten und nicht zur
Leistungserbringung oder zu Verwaltungszwecken genutzt werden, werden zu fortgeführten
Anschaffungskosten bilanziert. Die Abschreibungen erfolgen linear über die zugrunde
gelegten Nutzungsdauern, wobei diese denen der eigengenutzten Immobilien entsprechen.
Die Continental ist Leasingnehmer von Sachanlagen, insbesondere von Gebäuden. Sofern
die Risiken und Chancen aus der Nutzung des Leasingobjekts der Continental zuzurechnen
sind, liegt ein Finanzierungsleasing (finance lease) vor und der Leasinggegenstand
sowie die dazugehörige Verbindlichkeit werden bilanziert. Beim Mietleasing (operating
lease) liegt das wirtschaftliche Eigentum beim Leasinggeber, die Leasingraten sind
laufender Aufwand. Als Leasinggeschäfte gelten auch Ansprüche bzw. Verpflichtungen,
insbesondere aus Dienstleistungsverträgen, zu deren Erfüllung die Nutzung eines bestimmten
Vermögenswerts erforderlich ist und die ein Recht auf Nutzung dieses Vermögenswerts
auf den Anspruchsberechtigten übertragen.
Der Konzern überprüft die Werthaltigkeit von immateriellen Vermögenswerten, Sachanlagen
und als Finanzinvestitionen gehaltenen Immobilien sowie auch des Goodwill sobald Hinweise
auf eine mögliche Wertminderung bekannt werden (triggering event). Die Werthaltigkeit
wird durch den Vergleich des Buchwerts mit dem erzielbaren Betrag beurteilt. Der erzielbare
Betrag entspricht dem höheren der beiden Werte aus dem beizulegenden Zeitwert abzüglich
der Verkaufskosten und dem Barwert des zurechenbaren künftigen Cashflows durch die
fortgeführte Nutzung des Vermögenswertes (Nutzungswert). Liegt der Buchwert über dem
erzielbaren Betrag, ist eine außerplanmäßige Abschreibung in Höhe der sich ergebenden
Differenz vorzunehmen. Sofern die Gründe für eine in Vorjahren vorgenommene außerplanmäßige
Abschreibung entfallen, werden bei den immateriellen Vermögenswerten, Sachanlagen
und als Finanzinvestitionen gehaltenen Immobilien entsprechende Zuschreibungen vorgenommen.
Aktivierter Goodwill wird grundsätzlich jährlich im vierten Quartal auf der Ebene
von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (Cash Generating Units) hinsichtlich seiner
Werthaltigkeit geprüft. Zahlungsmittelgenerierende Einheiten sind die strategischen
Geschäftsbereiche, welche unterhalb der Segmente liegen (SubSegmente) und die kleinste
identifizierbare Gruppe von Vermögenswerten darstellen, die Mittelzuflüsse erzeugen,
die weitestgehend unabhängig von den Mittelzuflüssen anderer Vermögenswerte oder anderer
Gruppen von Vermögenswerten sind. Die Werthaltigkeit wird durch Gegenüberstellung
des Buchwerts des Geschäftsbereichs einschließlich des zuzurechnenden Goodwill und
des erzielbaren Betrags der Geschäftseinheit bestimmt. Der erzielbare Betrag für diese
Betrachtung ist der auf der Basis der diskontierten Cashflows vor Steuern ermittelte
Nutzungswert. Übersteigt der Buchwert den erzielbaren Betrag des Geschäftsbereichs,
liegt in Höhe der Differenz eine erfolgswirksam zu erfassende Wertminderung vor. Entfallen
die hierfür verantwortlichen Gründe in der Zukunft, wird ein außerplanmäßig abgeschriebener
Goodwill nicht wieder durch Zuschreibungen berichtigt.
Der erwartete Cashflow der Geschäftsbereiche wird aus deren Langfristplanung abgeleitet,
die einen Zeithorizont von fünf Jahren umfasst und vom Management verabschiedet wird.
Der Planung liegen dabei insbesondere Annahmen hinsichtlich makroökonomischer Entwicklungen
sowie der Entwicklung von Verkaufspreisen, von Rohstoffpreisen und Währungskursen
zugrunde. Neben diesen aktuellen Marktprognosen werden auch Entwicklungen und Erfahrungen
aus der Vergangenheit einbezogen. Für die über den Zeithorizont von fünf Jahren hinausgehende
ewige Rente wird der Cashflow unter Berücksichtigung der jeweils erwarteten Wachstumsrate
des einzelnen Geschäftsbereichs extrapoliert.
Der jährliche Impairment-Test wurde basierend auf dem in der Berichtsperiode vom Management
verabschiedeten Bottom-Up-Business-Plan für die kommenden fünf Jahre durchgeführt.
Für die Diskontierung der Cashflows wurde - ausgehend von der Finanzierung des Konzerns
- ein einheitlicher Zinssatz in Höhe von 10,7 % vor Steuern verwendet. Dieser Vorsteuer-WACC
legt eine Zielkapitalstruktur zugrunde, welche unter Berücksichtigung einer relevanten
Peer Group bestimmt wurde. Der risikofreie Zinssatz beträgt 3,5 % und die Marktrisikoprämie
4,5 %. Für die Bestimmung der Fremdkapitalkosten wurde auf die in diesem Jahr emittierten
Anleihen zurückgegriffen.
Die durchschnittlich angewendete nachhaltige Wachstumsrate lag im Berichtsjahr bei
0,90 % (Vj. 0,92 %). Für die Rubber Group betrug die durchschnittlich angewendete
Wachstumsrate 0,50 % (Vj. 0,50 %) und für die Automotive Group 1,17 % (Vj. 1,16 %).
Die nachhaltige Wachstumsrate für zahlungsmittelgenerierende Einheiten der Divisionen
Interior und Chassis & Safety lag im Berichtsjahr bei 1,0 % (Vj. 1,0 %) und für Einheiten
der Division Powertrain bei 1,5 % (Vj. 1,5 %). Für die zahlungsmittelgenerierenden
Einheiten der Divisionen Pkw-Reifen, Nfz-Reifen und ContiTech lag die nachhaltige
Wachstumsrate bei 0,5 % (Vj. 0,5 %). Diese Wachstumsraten übersteigen nicht die langfristigen
durchschnittlichen Wachstumsraten der Geschäftsfelder, in denen die zahlungsmittelgenerierenden
Einheiten tätig sind.
Die Überprüfung der Werthaltigkeit des Goodwill für das Jahr 2010 ergab keinen Impairment-Bedarf
(Vj. 875,8 Mio €). Die Unterstellung eines um 0,5 Prozentpunkte angestiegenen Diskontierungszinssatzes
von 11,2 % vor Steuern hätte zu einem Impairment von 15,2 Mio € geführt. Die Reduzierung
der Wachstumsraten um jeweils 0,5 Prozentpunkte hätte zu einem Impairment-Bedarf von
3,6 Mio € geführt.
Einzelne langfristige Vermögenswerte oder eine Gruppe langfristiger Vermögenswerte
und dazugehöriger Schulden werden als "zur Veräußerung bestimmt" klassifiziert und
gesondert in der Bilanz ausgewiesen, wenn die Veräußerung beschlossen und deren Durchführung
wahrscheinlich ist. Die so klassifizierten Vermögenswerte werden zum niedrigeren Wert
aus Buchwert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten angesetzt. Die
planmäßige Abschreibung von Vermögenswerten endet mit der Einstufung als "zur Veräußerung
bestimmte Vermögenswerte".
Ein Finanzinstrument gemäß IAS 32 ist ein vertraglich vereinbarter Anspruch oder eine
vertraglich vereinbarte Verpflichtung, aus dem bzw. aus der ein Zu- bzw. Abfluss von
finanziellen Vermögenswerten oder die Ausgabe von Eigenkapitalrechten resultiert.
Sie umfassen einerseits originäre Finanzinstrumente wie Forderungen und Verbindlichkeiten
aus Lieferungen und Leistungen, Wertpapiere oder auch Finanzforderungen, Finanzschulden
und sonstige Finanzverbindlichkeiten; andererseits gehören hierzu auch die derivativen
Finanzinstrumente, die zur Absicherung gegen Risiken aus Änderungen von Währungskursen
und Zinssätzen eingesetzt werden.
Die Bilanzierung von originären Finanzinstrumenten erfolgt zum Erfüllungszeitpunkt,
d. h. zu dem Zeitpunkt, an dem der Vermögenswert an oder durch die Continental AG
geliefert wird. Originäre Finanzinstrumente werden ihrer jeweiligen Zwecksetzung entsprechend
einer der folgenden vier Kategorien zugeordnet. Die Einordnung wird zum Bilanzstichtag
überprüft und beeinflusst den Ausweis als lang- oder kurzfristige Vermögenswerte und
entscheidet über eine Bewertung zu Anschaffungskosten oder zum beizulegenden Zeitwert.
| ― |
Veränderungen des beizulegenden Zeitwertes von "erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerten" (at fair value through profit and loss) - die entweder beim ersten Ansatz entsprechend kategorisiert ("Fair Value Option") oder als "zu Handelszwecken gehalten" (held for trading) eingestuft sind - werden sofort in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Ferner werden sie als kurzfristige Vermögenswerte ausgewiesen, wenn sie entweder zu Handelszwecken gehalten oder voraussichtlich innerhalb von zwölf Monaten nach dem Bilanzstichtag realisiert werden sollen. Die Fair-Value-Option wird im Continental-Konzern nicht angewendet. |
| ― |
"Bis zur Endfälligkeit gehaltene finanzielle Vermögenswerte" (held to maturity) - die zum Zeitpunkt des ersten Ansatzes fixe oder bestimmbare Zahlungen beinhalten sowie eine feste Endfälligkeit besitzen und bis dahin gehalten werden sollen - werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert und entsprechend ihrer Fristigkeit als lang- oder kurzfristige Vermögenswerte ausgewiesen. Wertminderungen (impairment losses) werden in der Gewinn- und Verlustrechnung ergebniswirksam ausgewiesen. Zurzeit werden keine finanziellen Vermögenswerte als "bis zur Endfälligkeit gehalten" klassifiziert. |
| ― |
"Kredite und Forderungen" (loans and receivables) -die fixe oder bestimmbare Zahlungen haben und nicht an einem aktiven Markt notiert sind - werden zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Berücksichtigung erforderlicher Wertberichtigungen bewertet. Sie werden in der Bilanz entsprechend ihrer Fristigkeit als lang- oder kurzfristige Vermögenswerte ausgewiesen. |
| ― |
"Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte" (available for sale) - die zum Zeitpunkt ihres ersten Ansatzes als zur Veräußerung verfügbar designiert worden sind und nicht den anderen Kategorien zugeordnet worden sind - werden zum beizulegenden Zeitwert angesetzt und entsprechend der erwarteten Veräußerbarkeit als lang- oder kurzfristige Vermögenswerte bilanziert. Unrealisierte Gewinne oder Verluste werden bis zur Ausbuchung des Vermögenswertes unter Berücksichtigung von Steuereffekten im kumulierten übrigen Eigenkapital berücksichtigt. Im Falle eines signifikanten oder länger anhaltenden Rückgangs des beizulegenden Zeitwertes unter die Anschaffungskosten wird der Aufwand sofort erfolgswirksam erfasst. Wertaufholungen von Eigenkapitalinstrumenten werden erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst. Die Wertaufholung bei Fremdkapitalinstrumenten wird erfolgswirksam berücksichtigt. Wenn kein auf einem aktiven Markt notierter Preis vorliegt und der beizulegende Zeitwert nicht verlässlich ermittelt werden kann, zum Beispiel für Finanzanlagen von nicht konsolidierten verbundenen Unternehmen sowie für Beteiligungen, werden die Vermögenswerte zu Anschaffungskosten angesetzt. |
Die Verbindlichkeiten aus originären Finanzinstrumenten können entweder zu ihren fortgeführten
Anschaffungskosten oder als "erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle
Verbindlichkeiten" (at fair value through profit and loss) angesetzt werden. Die Continental
AG bewertet grundsätzlich sämtliche finanzielle Verbindlichkeiten mit den fortgeführten
Anschaffungskosten. Diese entsprechen den Anschaffungskosten unter Berücksichtigung
von Rückzahlungen, Emissionskosten und der Amortisation eines Agios oder Disagios.
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing werden mit dem Barwert der Leasingraten
auf der Grundlage des bei Abschluss des Leasingvertrages angewendeten Zinssatzes ausgewiesen.
Die finanziellen Verpflichtungen mit fixen bzw. bestimmbaren Zahlungen, die keinen
Finanzschulden oder derivativen finanziellen Verbindlichkeiten entsprechen und nicht
an einem Markt notiert sind, werden in der Bilanz unter den übrigen finanziellen Verbindlichkeiten
entsprechend ihrer Fristigkeit ausgewiesen.
Bezüglich der Angaben nach IFRS 7 erfolgt eine Klassenbildung entsprechend der in
der Bilanz ausgewiesenen Posten bzw. der nach IAS 39 genutzten Bewertungskategorie.
Finanzinstrumente, die sowohl eine Fremd- als auch eine Eigenkapitalkomponente enthalten,
werden ihrem Charakter entsprechend in unterschiedlichen Bilanzposten angesetzt. Zu
den hier relevanten Eigenkapitalinstrumenten gehören im Wesentlichen Options- und
Wandelanleihen. Der beizulegende Zeitwert von Wandlungsrechten wird bereits bei der
Emission einer Wandelanleihe in die Kapitalrücklage eingestellt und gleichzeitig von
der Anleiheverbindlichkeit abgesetzt. Beizulegende Zeitwerte von Wandlungsrechten
aus unterverzinslichen Anleihen werden anhand des kapitalisierten Unterschiedsbetrags
aus dem Zinsvorteil ermittelt. Während der Laufzeit der Anleihe wird der Zinsaufwand
der Fremdkapitalkomponente aus dem Marktzins zum Zeitpunkt der Emission für eine vergleichbare
Anleihe ohne Wandlungsrecht errechnet. Der Differenzbetrag zwischen dem berechneten
und dem gezahlten Zins erhöht den Buchwert der Anleiheverbindlichkeit. Die Emissionskosten
der Wandelanleihe reduzieren direkt die Anschaffungskosten der Fremdkapitalkomponente.
Bei Fälligkeit oder Wandlung der Wandelanleihe wird gemäß dem Wahlrecht in IAS 32
die in der Kapitalrücklage bei der Emission eingestellte Eigenkapitalkomponente mit
den kumulierten einbehaltenen Gewinnen aufgerechnet.
Derivative Finanzinstrumente werden ausschließlich zur Sicherung von Bilanzposten
und zukünftigen Zahlungsströmen eingesetzt; der Ansatz erfolgt zum beizulegenden Zeitwert
(Fair Value). Der beizulegende Zeitwert entspricht im Allgemeinen dem Markt- oder
Börsenwert. Existiert kein aktiver Markt, wird der beizulegende Zeitwert mittels finanzmathematischer
Methoden, zum Beispiel durch Diskontierung der erwarteten zukünftigen Zahlungsflüsse
mit dem Marktzinssatz oder durch die Anwendung anerkannter Optionspreismodelle ermittelt.
Derivative Finanzinstrumente werden zum Zeitpunkt, an dem die Verpflichtung zum Kauf
oder Verkauf des Vermögenswertes eingegangen wurde, dem Handelstag, angesetzt.
Änderungen der beizulegenden Zeitwerte derivativer Finanzinstrumente, die zur Steuerung
von Schwankungen des beizulegenden Zeitwerts bilanzierter Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten
zum Einsatz kommen (Fair Value Hedges), werden zusammen mit den Wertänderungen des
korrespondierenden Grundgeschäfts im Ergebnis der Periode erfasst. Zeitwertänderungen
derivativer Finanzinstrumente, die zur Absicherung künftiger Zahlungsströme dienen
(Cashflow Hedges) und deren Absicherung sich als effektiv erwiesen hat, werden unmittelbar
im Eigenkapital angesetzt, bis das zugehörige Grundgeschäft eintritt. Werden die für
das Hedge Accounting notwendigen Kriterien bei derivativen Finanzinstrumenten nicht
erfüllt oder erweist sich die Absicherung als nicht effektiv, erfolgt die Buchung
der jeweiligen Schwankungen des beizulegenden Zeitwertes im Periodenergebnis unabhängig
vom Grundgeschäft. Ergibt sich aus der Absicherung eines Zahlungsstroms zu einem späteren
Zeitpunkt der Ansatz eines finanziellen Vermögenswerts oder einer finanziellen Verbindlichkeit,
werden die bislang im Eigenkapital ausgewiesenen Gewinne oder Verluste in das Periodenergebnis
umgebucht. Ergibt sich ein nicht finanzieller Vermögenswert, wird dies durch eine
Erhöhung bzw. Minderung der Anschaffungskosten berücksichtigt.
Nicht-derivative Basisverträge werden im Konzern regelmäßig auf eingebettete Derivate,
zum Beispiel vertragliche Zahlungsvereinbarungen in nicht handelsüblichen Währungen,
untersucht. Eingebettete Derivate sind vom Basisvertrag zu trennen, wenn die Beurteilung
ergibt, dass die wirtschaftlichen Merkmale und Risiken des eingebetteten Derivats
nicht eng mit den wirtschaftlichen Merkmalen und Risiken des Basisvertrags verbunden
sind. Trennungspflichtige eingebettete Derivate werden zum beizulegenden Zeitwert
bewertet.
Forderungen werden zum Nennwert bilanziert. Die auf gesonderten Posten erfassten Wertberichtigungen
werden entsprechend der in Einzelfällen bekannten Ausfallrisiken bzw. aufgrund von
Erfahrungswerten vorgenommen. Ausfallrisiken, welche zu einem geringeren Zahlungsmittelzufluss
führen, äußern sich im Regelfall durch Zahlungsschwierigkeiten, Nichterfüllung, wahrscheinliche
Insolvenz oder Vertragsbruch.
Continental verkauft teilweise Forderungen aus Lieferungen und Leistungen im Rahmen
von Factoring-Programmen mit Banken. Die Forderungen werden in der Bilanz als Vermögenswert
angesetzt, wenn die mit den Forderungen verbundenen Risiken und Chancen, insbesondere
das Bonitäts- und Ausfallrisiko, nicht übertragen werden. Die Rückzahlungsverpflichtungen
aus diesen Verkäufen sind kurzfristige Finanzschulden.
Vorräte werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten oder zu niedrigeren Nettoveräußerungswerten
angesetzt. Die Anschaffungskosten werden grundsätzlich nach der Durchschnittsmethode
ermittelt. Die Herstellungskosten umfassen direkt zurechenbare Kosten und produktionsbezogene
Material- und Fertigungsgemeinkosten sowie Abschreibungen. Bestandsrisiken, die sich
durch eingeschränkte Verwertbarkeit oder eine erhebliche Lagerdauer ergeben, werden
durch entsprechende Wertberichtigungen berücksichtigt.
Die Bilanzierung der sonstigen Vermögenswerte erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten.
Erforderliche Wertberichtigungen, die sich nach dem wahrscheinlichen Ausfallrisiko
bemessen, werden berücksichtigt.
Ertragsteuern werden gemäß IAS 12 nach dem Konzept der bilanzorientierten Verbindlichkeitsmethode
bilanziert. Als Ertragsteuern werden die steuerlichen Aufwendungen und Erstattungen
erfasst, die vom Einkommen und Ertrag abhängig sind. Dementsprechend werden auch Säumniszuschläge
und Zinsen aus nachträglich veranlagten Steuern ab dem Zeitpunkt als Steueraufwand
ausgewiesen, ab dem die Versagung der Anerkennung einer vorgenommenen steuerlichen
Minderung wahrscheinlich ist.
Laufende Steuern werden für die geschuldeten Steuern vom Einkommen und vom Ertrag
zum Zeitpunkt ihrer Verursachung erfasst.
Die latenten Steuern umfassen zu erwartende Steuerzahlungen oder -erstattungen aus
temporären Bewertungsunterschieden zwischen der Konzern- und den Steuerbilanzen sowie
aus der Nutzung von Verlustvorträgen. Aktivierter Goodwill, der nicht gleichzeitig
steuerlich abzugsfähig ist, führt nicht zu latenten Steuern. Die aktiven und passiven
latenten Steuern werden mit den zukünftig gültigen Steuersätzen bewertet, wobei Steuersatzänderungen
grundsätzlich erst zum Zeitpunkt des effektiven Inkrafttretens der Gesetzesänderung
berücksichtigt werden. Soweit die Realisierbarkeit von aktiven latenten Steuern in
Zukunft nicht hinreichend wahrscheinlich erscheint, erfolgt kein Ansatz.
Die betriebliche Altersversorgung im Konzern ist auf der Basis sowohl von leistungs-
als auch von beitragsorientierten Zusagen geregelt.
Die Pensionsrückstellungen für die leistungsorientierten Zusagen werden gemäß IAS
19 auf der Grundlage versicherungsmathematischer Berechnungen nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren
(Projected-Unit-Credit-Methode) unter Berücksichtigung von Gehalts- und Rententrends
sowie der Fluktuation berechnet. Der hierbei verwendete Diskontierungssatz richtet
sich nach den Verhältnissen für langfristige Anleihen am jeweiligen Kapitalmarkt.
Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste werden, soweit sie zu Beginn des Geschäftsjahres
10 % des höheren Werts aus Anwartschaftsbarwert oder beizulegendem Zeitwert des Planvermögens
übersteigen, erfolgswirksam über die erwartete durchschnittliche Restdienstzeit der
Berechtigten verteilt. Aufwendungen aus der Aufzinsung von Pensionsverpflichtungen
sowie Erträge der Pensionsfonds werden nicht gesondert im Finanzergebnis ausgewiesen,
sondern den entsprechenden Funktionsbereichen zugeordnet.
Analog werden die Zinseffekte anderer langfristig fälliger Leistungen an Arbeitnehmer
in den entsprechenden Funktionskosten und nicht im Finanzergebnis ausgewiesen. Mehrere
Konzern-Gesellschaften führen Pensionsfonds zur Deckung der Verpflichtungen. Als Planvermögen
gelten zudem sämtliche Vermögenswerte und Ansprüche aus Rückdeckungsversicherungen,
die ausschließlich für Zahlungen an Pensionsberechtigte und nicht zur Deckung von
Ansprüchen anderer Gläubiger verwendet werden können. Pensionsverpflichtungen und
Planvermögen werden in der Bilanz saldiert dargestellt.
Die insbesondere in den USA und Kanada bestehenden Verpflichtungen zur Zahlung von
Krankheitskosten an Mitarbeiter nach deren Pensionierung werden wegen ihres Versorgungscharakters
den Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen zugeordnet.
Für beitragsorientierte Zusagen zahlt das Unternehmen vertraglich festgelegte Beträge,
die bis zum Renteneintritt des betroffenen Mitarbeiters bei unabhängigen, externen
Vermögensverwaltern hinterlegt werden. Die Beiträge sind zum Teil davon abhängig,
inwieweit der Mitarbeiter eigene Beiträge leistet. Das Unternehmen übernimmt keine
Garantie für die Entwicklung des Vermögenswerts bis zum Renteneintritt oder darüber
hinaus. Folglich sind alle Ansprüche durch die im Jahr geleisteten Beiträge abgegolten.
Rückstellungen werden bilanziert, wenn eine rechtliche oder faktische Verpflichtung
gegenüber Dritten entstanden ist, die wahrscheinlich zu einem künftigen Mittelabfluss
führt und deren Höhe sich zuverlässig ermitteln oder einschätzen lässt. Der Ansatz
der Rückstellungen zum Bilanzstichtag erfolgt mit dem Wert, zu dem die Verpflichtungen
wahrscheinlich erfüllt bzw. auf Dritte übertragen werden könnten. Langfristige Rückstellungen,
wie zum Beispiel Prozess- oder Umweltrisiken, werden auf ihren Barwert diskontiert.
Der entsprechend entstehende Zinsaufwand bei Aufzinsung der Rückstellungen wird inklusive
eines Zinsänderungseffektes im Zinsergebnis ausgewiesen.
Kurzfristige Verbindlichkeiten werden mit ihrem Rückzahlungsbetrag angesetzt. Langfristige
nicht finanzielle Verbindlichkeiten werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert.
Die Höhe der in der Gewinn- und Verlustrechnung erfassten Personalaufwendungen für
Mitarbeiter aus Aktienoptionen richtet sich nach dem beizulegenden Zeitwert der Optionen
zum Zeitpunkt der Zusage. Die Ableitung des beizulegenden Zeitwertes der Optionen
erfolgt mithilfe des Monte-Carlo-Simulationsmodells. Der Optionswert wird sowohl in
der Kapitalrücklage als auch in der Gewinn- und Verlustrechnung über die Sperrfrist
verteilt erfasst.
Bei der Aussprache von Abfindungsangeboten für Aktienoptionen an Mitarbeiter werden
die angenommenen Angebote mit dem beizulegenden Zeitwert die Kapitalrücklage reduzierend
gegen die sonstigen Verbindlichkeiten verbucht.
Ausgegebene virtuelle Aktienoptionen werden mithilfe des Monte-Carlo-Simulationsmodells
zu ihrem beizulegenden Zeitwert bilanziert. Die Aufwendungen werden im Personalaufwand
erfasst, die dazugehörigen Verbindlichkeiten bis zum Ablauf der Haltefrist in den
übrigen finanziellen Verbindlichkeiten passiviert.
Zur ordnungsgemäßen und vollständigen Erstellung des Konzernabschlusses müssen vom
Management Schätzungen vorgenommen und Annahmen getroffen werden, die die bilanzierten
Vermögenswerte und Schulden, die Angaben im Anhang sowie den Ausweis von Erträgen
und Aufwendungen während der Berichtsperiode beeinflussen.
Die wichtigsten Schätzungen betreffen die Bestimmung von Nutzungsdauern für immaterielle
Vermögenswerte und Sachanlagen, die Werthaltigkeit des Goodwill und des Anlagevermögens,
besonders die dafür verwendeten Cashflow-Prognosen und Abzinsungsfaktoren, die Einschätzung
der Einbringlichkeit von Forderungen und sonstigen Vermögenswerten, die Realisierbarkeit
von Steuerforderungen, die finanzmathematischen Einflussgrößen auf Aktienoptionspläne
sowie die Bilanzierung und Bewertung von Verbindlichkeiten bzw. Rückstellungen, insbesondere
die versicherungsmathematischen Parameter für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen
sowie die Eintrittswahrscheinlichkeiten und die Höhe von Gewährleistungs-, Prozess-
und Umweltrisiken.
Den Annahmen und Schätzungen liegen Prämissen zugrunde, die auf dem jeweils aktuell
verfügbaren Kenntnisstand zum Zeitpunkt der Erstellung des Konzernabschlusses beruhen.
Die Prämissen werden regelmäßig überwacht und, falls erforderlich, den tatsächlichen
Entwicklungen angepasst.
Die Kapitalflussrechnung zeigt die Herkunft und Verwendung von Geldströmen. Dabei
umfassen die Zahlungsmittelbestände sämtliche Barmittel und Sichteinlagen. Als Zahlungsmitteläquivalente
gelten kurzfristige äußerst liquide Finanzinvestitionen, die jederzeit in bestimmte
Zahlungsmittelbeträge umgewandelt werden können und nur unwesentlichen Wertschwankungen
unterliegen. Finanzinvestitionen gehören nur dann zu den Zahlungsmitteläquivalenten,
wenn sie eine Laufzeit von nicht mehr als drei Monaten besitzen.
Die Rechnungslegung der Continental AG nach IFRS erfolgt entsprechend der EU-Verordnung
Nr. 1606/2002 i. V. m. § 315 a Abs. I HGB auf der Grundlage der von der Kommission
der Europäischen Gemeinschaft im Rahmen des Anerkennungsverfahrens für die Europäische
Union übernommenen IFRS. Eine verpflichtende Anwendung der IFRS ergibt sich dementsprechend
nur nach einer Anerkennung des neuen Standards durch die EU-Kommission.
IFRIC 12, Dienstleistungskonzessionsvereinbarungen, gibt Hilfestellung für die bilanzielle
Behandlung der sich ergebenden Rechte und Pflichten aus öffentlichprivaten Dienstleistungskonzessionsvereinbarungen
beim Betreiber (Konzessionsnehmer). Die Interpretation ist auf Vereinbarungen anzuwenden,
bei denen öffentliche Infrastrukturleistungen auf Privatunternehmen verlagert werden
und bei denen
a) der Konzessionsgeber vorschreibt und steuert, welche Dienstleistungen der Betreiber
(Konzessionsnehmer) an wen zu welchem Preis anzubieten hat, und
b) dem Konzessionsgeber durch Eigentümerschaft, wirtschaftliche Ansprüche oder anderweitig,
am Ende der Vereinbarung ein wesentlicher Restwert der Infrastruktur zusteht [dabei
fällt jedoch auch Infrastruktur, die über ihre gesamte wirtschaftliche Nutzungsdauer
für eine öffentlich-private Dienstleistungskonzession genutzt wird, in den Anwendungsbereich
des IFRIC 12, soweit die Bedingung unter a) erfüllt ist].
IFRIC 12 ist spätestens mit Beginn des ersten Geschäftsjahres anzuwenden, dass nach
dem 29. März 2009 beginnt. IFRIC 12 hatte keine wesentlichen Auswirkungen auf den
Konzernabschluss der Continental AG.
IFRIC 15, Verträge über die Errichtung von Immobilien, beschäftigt sich mit der Rechnungslegung
bei Unternehmen, die sich mit der Immobilienfertigung befassen. Dabei klärt die Interpretation
unter welchen Bedingungen eine Anwendung von IAS 11, Fertigungsaufträge, bzw. IAS
18, Umsatzerlöse, zu erfolgen hat. Darüber hinaus wird die Fragestellung behandelt,
zu welchem Zeitpunkt Erträge aus der Immobilienfertigung zu realisieren sind. Die
Interpretation ist verpflichtend für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar
2010 beginnen, anzuwenden. IFRIC 15 hatte keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss
der Continental AG.
IFRIC 16, Absicherung einer Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb,
stellt klar, dass Gegenstand einer Sicherungsbeziehung nur das Risiko aus Kursänderungen
zwischen der funktionalen Währung des ausländischen Geschäftsbetriebs und der funktionalen
Währung eines übergeordneten Unternehmens sein kann, unbeachtlich der Konzernebene
des übergeordneten Konzernunternehmens. Weiterhin bestimmt IFRIC 16, dass jedes Unternehmen
innerhalb des Konzernverbunds (mit Ausnahme des ausländischen Geschäftsbetriebs, dessen
Kursrisiko abgesichert werden soll) das Sicherungsinstrument zur Absicherung einer
Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb halten kann. Bei Abgang des
ausländischen Geschäftsbetriebs aus dem Konsolidierungskreis bestimmt sich der erfolgswirksam
auszubuchenden Betrag aus der Fremdwährungsrücklage für das Sicherungsinstrument nach
IAS 39, Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung, und für das Grundgeschäft gemäß IAS
21, Auswirkungen von Wechselkursänderungen. Die Interpretation ist spätestens mit
Beginn des ersten nach dem 30. Juni 2009 beginnenden Geschäftsjahres anzuwenden. IFRIC
16 hatte keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss der Continental
AG.
IFRIC 17, Sachdividenden an Eigentümer, beschäftigt sich sowohl mit dem Zeitpunkt
des Ansatzes und der Bewertung der Dividendenverbindlichkeit als auch mit der bilanziellen
Behandlung am Tag der Ausschüttung/Begleichung (settlement). Eine Dividendenverbindlichkeit
ist anzusetzen, wenn die Dividende genehmigt ist und die Ausschüttung nicht mehr länger
im Ermessen des Unternehmens steht. Die Dividendenverbindlichkeit ist auf Basis des
beizulegenden Zeitwerts des auszuschüttenden Vermögenswertes zu bewerten. Nachfolgende
Anpassungen zu einem späteren Abschlussstichtag oder zum Zeitpunkt der Begleichung
(settlement) sind direkt im Eigenkapital zu erfassen. Am Tag der Ausschüttung (settlement)
ist die Differenz zwischen Buchwert des ausgeschütteten Vermögenswertes und Buchwert
der Dividendenverbindlichkeit erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung zu
erfassen. Die Veröffentlichung von IFRIC 17 ändert auch den IFRS 5, Zur Veräußerung
gehaltene langfristige Vermögenswerte und aufgegebene Geschäftsbereiche, dahingehend,
dass zukünftig auch Vermögenswerte, die "als zur Ausschüttung an Anteilseigner gehalten"
klassifiziert werden, den Regeln des Standards unterliegen. Die Interpretation (einschließlich
der Folgeänderungen an IFRS 5 und IAS 10, Ereignisse nach der Berichtsperiode) ist
spätestens mit Beginn des ersten nach dem 31. Oktober 2009 beginnenden Geschäftsjahres
anzuwenden. IFRIC 17 hatte keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss
der Continental AG.
IFRIC 18, Übertragung von Vermögenswerten durch einen Kunden, regelt die bilanzielle
Behandlung von Vermögenswertübertragungen eines Kunden beim empfangenden Unternehmen.
Im Mittelpunkt der Interpretation stehen Sachverhalte, bei denen ein Kunde einem Unternehmen
ein Sachanlagegut (oder Finanzmittel für die Herstellung/Anschaffung eines Sachanlagegutes)
überträgt und das empfangende Unternehmen dem Kunden im Gegenzug die Anbindung an
ein Netzwerk oder den permanenten Zugang zu Dienstleistungen oder Lieferung von Gütern
(z. B. Elektrizitäts-, Gas- oder Wasserversorgung), oder beides ermöglicht. IFRIC
18 (einschließlich der Folgeänderung an IFRS 1, Erstmalige Anwendung der International
Financial Reporting Standards) ist spätestens mit Beginn des ersten nach dem 31. Oktober
2009 beginnenden Geschäftsjahres anzuwenden. IFRIC 18 hatte keine wesentlichen Auswirkungen
auf den Konzernabschluss der Continental AG.
IFRS 1, Erstmalige Anwendung der International Financial Reporting Standards (überarbeitet
2008), überarbeitet den IFRS 1 ausschließlich hinsichtlich seines formalen Aufbaus
durch eine Trennung von allgemeinen und spezifischen Regelungen im Standard. Der überarbeitete
IFRS 1 ist spätestens mit Beginn des ersten Geschäftsjahres nach dem 31. Dezember
2009 anzuwenden. Der überarbeitete IFRS 1 hatte keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss
der Continental AG.
Die Änderungen des IFRS 1, Erstmalige Anwendung der International Financial Reporting
Standards - Zusätzliche Ausnahmen für erstmalige Anwender, sehen zusätzliche Ausnahmen
von der grundsätzlich verpflichtenden retrospektiven Anwendung aller zum Abschlussstichtag
des ersten IFRS-Abschlusses geltenden Standards und Interpretationen vor. Unternehmen
der Öl- und Gasindustrie sind von der rückwirkenden Anwendung der IFRS für Öl- und
Gasvermögenswerte befreit, wenn sie die Vollkostenbewertung zum Zeitpunkt der Umstellung
auf IFRS angewendet haben. Weiterhin ist in den Fällen, in denen ein IFRS-Erstanwender
bereits auf Basis der bisherigen Rechnungslegungsstandards eine Beurteilung zur Frage,
ob eine Vereinbarung ein Leasingverhältnis enthält, vorgenommen hat, eine Neueinschätzung
der Klassifizierung der Verträge nach IFRS nicht erforderlich. Voraussetzung hierfür
ist, dass die Beurteilung in Übereinstimmung mit den Vorgaben des IFRIC 4, Feststellung,
ob eine Vereinbarung ein Leasingverhältnis enthält, erfolgte. Die Änderungen des IFRS
1 sind spätestens mit Beginn des ersten nach dem 31. Dezember 2009 beginnenden Geschäftsjahres
anzuwenden. Die Änderungen hatten keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss der
Continental AG.
Die Änderungen des IFRS 2, Anteilsbasierte Vergütung, stellen die Bilanzierung von
anteilsbasierten Vergütungen im Konzern klar. Das Unternehmen, das die Güter und Dienstleistungen
empfängt (receiving entity), hat eine Zusage grundsätzlich nach den Regelungen für
anteilsbasierte Vergütungstransaktionen mit Barausgleich zu bilanzieren, es sei denn,
der Ausgleich der Zusage erfolgt in Eigenkapitalinstrumenten des empfangenden Unternehmens
oder die empfangende Gesellschaft ist nicht selbst zur Begleichung der Zusage verpflichtet.
Das Unternehmen, dem der Ausgleich der anteilsbasierten Vergütungstransaktion obliegt
(settling entity) bilanziert die anteilsbasierte Transaktion in Abhängigkeit von der
Art der Begleichung. In dem Falle, in dem die Begleichung durch Eigenkapitalinstrumente
erfolgt, richtet sich die Bilanzierung nach den Vorschriften des IFRS 2 für anteilsbasierte
Vergütungstransaktionen mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente. Wird die Zusage
mittels einer Barauszahlung abgegolten, sind die Bilanzierungsvorschriften des IFRS
2 für Transaktionen mit Barausgleich maßgeblich. Die Änderungen sind spätestens mit
Beginn des ersten nach dem 31. Dezember 2009 beginnenden Geschäftsjahres anzuwenden.
Im Rahmen der Änderungen des IFRS 2 wurden der IFRIC 8, Anwendungsbereich von IFRS
2, sowie der IFRIC 11, IFRS 2-Geschäfte mit eigenen Aktien und Aktien von Konzernunternehmen,
in den Standard eingegliedert mit der gleichzeitigen Eliminierung dieser Interpretationen.
Die Änderungen hatten keine wesentliche Auswirkung auf den Konzernabschluss der Continental
AG.
IFRS 3, Unternehmenszusammenschlüsse (überarbeitet 2008), wurde im Hinblick auf verschiedene
Sachverhalte im Zusammenhang mit der Bilanzierung von Unternehmenszusammenschlüssen
angepasst. Im Wesentlichen wurde geändert,
| ― |
dass sämtliche Transaktionskosten einschließlich der Aufwendungen, die im direkten Zusammenhang mit dem Vollzug des Erwerbs anfallen, sofort im Aufwand zu erfassen sind, anstatt diese Kosten als Bestandteil des Kaufpreises für das erworbene Unternehmen zu behandeln; |
| ― |
dass künftig für jeden Unternehmenszusammenschluss, in dem nicht 100 % der Anteile erworben werden, das Wahlrecht besteht, die Minderheitenanteile inklusive des auf sie entfallenden Goodwill oder wie bisher lediglich mit dem beizulegenden Zeitwert der auf die Minderheiten entfallenden identifizierbaren Vermögenswerte und Schulden anzusetzen; |
| ― |
dass bedingte Kaufpreisbestandteile nunmehr unabhängig von ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit mit ihrem beizulegenden Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt in die Bestimmung des Kaufpreises einzubeziehen sind. Spätere Änderungen des Zeitwertes von als Schulden klassifizierten bedingten Kaufpreisbestandteilen sind grundsätzlich in der Periode, in der die Änderung eintritt, erfolgswirksam zu erfassen; |
| ― |
dass im Falle eines sukzessiven Unternehmenserwerbs (step acquisition) künftig die Unterschiede zwischen Buchwert und beizulegendem Zeitwert der bisher gehaltenen Anteile zum Erwerbszeitpunkt erfolgswirksam erfasst werden; |
| ― |
dass alle zum Erwerbszeitpunkt beim erworbenen Unternehmen bestehenden Vertragsverhältnisse außer Leasingverträge erneut zu klassifizieren oder designieren sind; und |
| ― |
dass ein vonseiten des Veräußerers an den Erwerber gewährter Anspruch auf Ersatzleistungen im Zusammenhang mit einer Schuld des erworbenen Unternehmens, z. B. im Zusammenhang mit Steuerrisiken oder Rechtsstreitigkeiten, künftig zum Ansatz eines Vermögenswertes in Höhe der damit zusammenhängenden Schuld führt. In den Folgeperioden ist dieser Vermögenswert dann korrespondierend mit der zusammenhängenden Schuld zu bewerten. |
Diese Änderungen des IFRS 3 sind für Unternehmenserwerbe zu beachten, die in Geschäftsjahren,
die am oder nach dem 1. Juli 2009 beginnen, erfolgen. Die Anwendung hatte Auswirkungen
auf die Behandlung der in 2010 getätigten Erwerbe.
IAS 27, Konzern- und Einzelabschlüsse (überarbeitet 2008), wurde um folgende Klarstellungen
angepasst:
| ― |
Der "Economic Entity Approach" ist verpflichtend für sämtliche Transaktionen mit Minderheiten. Demnach müssen Käufe oder Verkäufe von Anteilen an einem Tochterunternehmen, die zu keiner Änderung hinsichtlich der Beherrschungsmöglichkeit führen, erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst werden. Es ergeben sich insofern keine Buchwertänderungen der bilanzierten Vermögenswerte (einschließlich des Geschäfts- oder Firmenwerts) und Schulden aus solchen Transaktionen. |
| ― |
Bei Anteilsverkäufen, die hingegen den Verlust der Beherrschungsmöglichkeit zur Folge haben, wird ein Veräußerungsgewinn oder -verlust ergebniswirksam erfasst. In das Veräußerungsergebnis gehen künftig ebenfalls die Unterschiede zwischen bisherigem Buchwert und beizulegendem Zeitwert für solche Anteile ein, die nach Verlust der Beherrschungsmöglichkeit zurückbehalten werden. |
| ― |
Die bisherige Begrenzung des auf Minderheiten entfallenden Verlustes auf die Höhe des Buchwertes der Minderheitenanteile wird aufgehoben, sodass der Buchwert von Minderheitsanteilen künftig auch negativ werden kann. |
Diese Änderungen des IAS 27 sind verpflichtend für Geschäftsjahre, die am oder nach
dem 1. Juli 2009 beginnen, anzuwenden und hatten auf Transaktionen in 2010 einen entsprechenden
Einfluss.
Die Änderung des IAS 39, Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung - Geeignete Grundgeschäfte,
betrifft Ergänzungen des IAS 39 im Kontext der Abbildung von Sicherungsgeschäften
(Hedge Accounting) hinsichtlich der Voraussetzungen für die Absicherung von Inflationsrisiken
als Grundgeschäft und der Verwendung von Optionen zur Absicherung einseitiger Risiken.
Die Änderung ist für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Juli 2009 beginnen, anzuwenden.
Die Änderung hatte keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss der Continental
AG.
Im Rahmen des ersten Projekts zu Verbesserungen der International Financial Reporting
Standards des IASB (Improvements to IFRSs, Mai 2008) wurde folgende Änderung wirksam:
| ― |
Die Änderungen des IFRS 5, Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und aufgegebene Geschäftsbereiche, sowie Folgeänderungen des IFRS 1, Erstmalige Anwendung der International Financial Reporting Standards, stellen klar, dass in Fällen, in denen ein Unternehmen den teilweisen Verkauf von Anteilen an einem Tochterunternehmen plant und durch den Verkauf, die Beherrschung an diesem Unternehmen verliert, sämtliche Vermögenswerte und Schulden des Tochterunternehmens unter der Bedingung, dass die Voraussetzungen des IFRS 5 erfüllt sind, als held for sale gemäß IFRS 5, zu klassifizieren sind. Insoweit ist es unbeachtlich, ob das Unternehmen nach Verkauf weiterhin einen Anteil an dem bisherigen Tochterunternehmen hält oder nicht. Korrespondierend wurde auch IFRS 1 an diese neue Regelung angepasst. Darüber hinaus erfolgt eine Ergänzung der Offenlegungsvorschriften zu aufgegebenen Geschäftsbereichen. Die Änderungen sind auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Juli 2009 beginnen, anzuwenden. Die Änderungen hatten keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss der Continental AG. |
Im Rahmen des zweiten Projekts zu Verbesserungen der International Financial Reporting
Standards des IASB (Improvements to IFRSs, April 2009) wurden folgende Änderungen
wirksam:
| ― |
Die Änderung des IFRS 2, Anteilsbasierte Vergütung, stellt klar, dass nicht nur Unternehmenszusammenschlüsse nach der Definition des IFRS 3, sondern ebenfalls die Begründung eines Joint Ventures und die Zusammenschlüsse von Unternehmen unter gemeinsamer Beherrschung (common control) vom Anwendungsbereich des IFRS 2 ausgeschlossen sind. Die Änderung ist spätestens mit Beginn des ersten nach dem 31. Dezember 2009 beginnenden Geschäftsjahres verpflichtend anzuwenden. Die Änderung hatte keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss der Continental AG. |
| ― |
Die Änderung des IFRS 5, Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte sowie aufgegebene Geschäftsbereiche, stellt die Angabeerfordernisse für derartige Vermögenswerte klar. Die Angabeerfordernisse anderer IFRS sind grundsätzlich für langfristige Vermögenswerte (oder Veräußerungsgruppen), die als zur Veräußerung gehalten werden oder aufgegebene Geschäftsbereiche nicht anzuwenden, es sei denn diese IFRS sehen explizit Angabepflichten für derartige Vermögenswerte vor oder die Angabeerfordernisse beziehen sich auf die Bewertung von Vermögenswerten und Schulden in einer Veräußerungsgruppe außerhalb des Anwendungsbereiches der IFRS 5 Bewertungsregeln und die Angabe erfolgt nicht an einer anderen Stelle des Abschlusses. Die Änderung ist spätestens mit Beginn des ersten nach dem 31. Dezember 2009 beginnenden Geschäftsjahres verpflichtend anzuwenden. Die Änderung hatte keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss der Continental AG. |
| ― |
Die Änderung des IFRS 8, Geschäftssegmente, bezieht sich auf die Klarstellung des Standards dahingehend, dass die Angabe des Betrags des Segmentvermögens nur dann zu erfolgen hat, wenn diese Größe auch regelmäßig an den Hauptentscheidungsträger (Chief Operating Decision Maker) berichtet wird. Die Änderung ist spätestens mit Beginn des ersten nach dem 31. Dezember 2009 beginnenden Geschäftsjahres verpflichtend anzuwenden. Die Änderung hatte keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss der Continental AG. |
| ― |
Die Änderung des IAS 1 (überarbeitet 2007); Darstellung des Abschlusses, stellt klar, dass eine eventuelle Abgeltung einer Verbindlichkeit durch die Ausgabe von Eigenkapital unerheblich für die Klassifizierung von kurz- und langfristig ist. Die Änderung ist spätestens mit Beginn des ersten nach dem 31. Dezember 2009 beginnenden Geschäftsjahres verpflichtend anzuwenden. Die Änderung hatte keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss der Continental AG. |
| ― |
Die Änderung des IAS 7, Kapitalflussrechnungen, regelt, dass nur Aufwendungen, die im bilanziellen Ansatz eines Vermögenswertes münden, als Zahlungsströme aus der Investitionstätigkeit zu klassifizieren sind. Die Änderung ist spätestens mit Beginn des ersten nach dem 31. Dezember 2009 beginnenden Geschäftsjahres verpflichtend anzuwenden. Die Änderung hatte keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss der Continental AG. |
| ― |
Die Änderung des IAS 17, Leasingverhältnisse, beseitigt die Spezialregeln für das Leasing von Grundstücken. Demnach sollen auch für Grundstücke die allgemeinen Vorschriften des IAS 17 zur Klassifizierung als Operating- oder Finanzierungsleasingverhältnis gelten. Die Änderung ist spätestens mit Beginn des ersten nach dem 31. Dezember 2009 beginnenden Geschäftsjahres verpflichtend anzuwenden. Die Änderung hatte keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss der Continental AG. |
| ― |
Die Änderung des Anhangs des IAS 18, Umsatzerlöse, ergänzt zusätzliche Leitlinien zur Bestimmung von Auftraggeber (Prinzipal) und Stellvertreter (Agent) im Anhang zu IAS 18. Explizite Regelungen zum Anwendungszeitpunkt erfolgten nicht, da der Anhang nicht Bestandteil des Standards ist. Die Änderung hatte keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss der Continental AG. |
| ― |
Die Änderung des IAS 36, Wertminderung von Vermögenswerten, stellt klar, dass eine zahlungsmittelgenerierende Einheit (Cash Generating Unit) oder eine Gruppe zahlungsmittelgenerierender Einheiten, der ein Geschäfts- und Firmenwert zuzuordnen ist, die niedrigste Ebene innerhalb eines Unternehmens darstellt, auf der Geschäfts- und Firmenwerte für interne Managementzwecke überwacht werden und nicht größer sein darf als ein Geschäftssegment nach der Definition des IFRS 8, Geschäftssegmente. Die Änderung ist spätestens mit Beginn des ersten nach dem 31. Dezember 2009 beginnenden Geschäftsjahres verpflichtend anzuwenden. Die Änderung hatte keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss der Continental AG. |
| ― |
Die Änderung des IAS 38, Immaterielle Vermögenswerte, stellt die neuen Anforderungen des überarbeiten IFRS 3, Unternehmenszusammenschlüsse, betreffend die bilanzielle Behandlung von immateriellen Vermögenswerten, die im Zuge eines Unternehmenszusammenschlusses erworben wurden, klar. Darüber hinaus wurde IAS 38 in Bezug auf die Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts (Bewertungsmethodiken) für im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworbene immaterielle Vermögenswerte, für die kein aktiver Markt besteht, präzisiert. Die Änderungen sind spätestens mit Beginn des ersten nach dem 31. Dezember 2009 beginnenden Geschäftsjahres verpflichtend anzuwenden. Die Änderungen hatten keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss der Continental AG. |
| ― |
IAS 39, Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung, wurde hinsichtlich der bilanziellen Behandlung von Vorfälligkeitsentschädigungen klargestellt. Vorfälligkeitsentschädigungen sind demnach als eng mit dem Hauptvertrag verbunden anzusehen. Weiterhin wurde der IAS 39 dahingehend geändert, dass die Ausnahme vom Anwendungsbereich des IAS 39 überarbeitet wurde. Terminverträge (forward contracts) zwischen einem Erwerber und einem Verkäufer (Verträge, die vorsehen ein erworbenes Unternehmen zu einem zukünftigen Zeitpunkt zu erwerben oder verkaufen) sind vom Anwendungsbereich des IAS 39 ausgenommen. Die Laufzeit des Kontrakts darf dabei den Zeitraum nicht überschreiten, der begründet notwendig ist, um die für einen Unternehmenszusammenschluss notwendigen Zustimmungen einzuholen und die Transaktion abzuschließen. Eine weitere Änderung des IAS 39 betrifft eine Klarstellung in Zusammenhang mit der Sicherung von Zahlungsströmen (Cashflow Hedge Accounting). Wenn eine Absicherung einer erwarteten Transaktion im künftigen Ansatz eines finanziellen Vermögenswertes oder einer finanziellen Verbindlichkeit resultiert, sind die damit verbundenen direkt im Eigenkapital erfassten Gewinne und Verluste in derselben Berichtsperiode [oder -perioden) in die Gewinn- und Verlustrechnung umzubuchen, in der bzw. in denen die abgesicherten Zahlungsströme die Gewinn- und Verlustrechnung berühren. Die Änderungen sind spätestens mit Beginn des ersten nach dem 31. Dezember 2009 beginnenden Geschäftsjahres verpflichtend anzuwenden. Die Änderungen hatten keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss der Continental AG. |
| ― |
Eine weitere Änderung des IAS 39, Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung, stellt klar, dass das Hedge Accounting für Transaktionen zwischen Segmenten in den Einzelabschlüssen nicht länger anzuwenden ist. Die Änderung (ursprünglich Teil des 2007/2008 Projekts) ist spätestens mit Beginn des ersten nach dem 31. Dezember 2009 beginnenden Geschäftsjahres verpflichtend anzuwenden. Die Änderung hatte keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss der Continental AG. |
| ― |
Die Änderung des IFRIC 9, Neubeurteilung eingebetteter Derivate, stellt klar, dass IFRIC 9 nicht auf eingebettete Derivate in Verträgen anzuwenden ist, die im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen nach IFRS 3 (überarbeitet 2008), Unternehmenszusammenschlüsse, bei der Begründung eines Joint Ventures nach IAS 31, Anteile an Gemeinschaftsunternehmen, oder im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen unter Beteiligung von Unternehmen oder Geschäftsbetrieben unter gemeinsamer Beherrschung nach IFRS 3 (überarbeitet 2008) übergehen. Die Änderung ist spätestens mit Beginn des ersten nach dem 31. Dezember 2009 beginnenden Geschäftsjahres verpflichtend anzuwenden. Die Änderung hatte keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss der Continental AG. |
| ― |
Die Änderung des IFRIC 16, Absicherung einer Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb, bestimmt, dass jedes Unternehmen im Konzern das Sicherungsinstrument halten kann (einschließlich des ausländischen Geschäftsbetriebs, dessen Kursrisiko abgesichert werden soll). Die Änderung ist spätestens mit Beginn des ersten nach dem 31. Dezember 2009 beginnenden Geschäftsjahres verpflichtend anzuwenden. Die Änderung hatte keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss der Continental AG. |
Die Änderungen des IFRIC 14, Vorauszahlungen im Rahmen von Mindestdotierungsverpflichtungen,
stellen die Bilanzierung in den Fällen klar, in denen eine Beitragsvorauszahlung bei
bestehenden Mindestdotierungsverpflichtungen eines Versorgungsplans geleistet wird.
Die Änderungen sehen vor, dass der wirtschaftliche Vorteil der Beitragsvorauszahlungen
eines Unternehmens, die zu einer Reduzierung der künftigen Beitragszahlungen führt,
als Vermögenswert zu aktivieren ist. Die Änderungen des IFRIC 14 sind spätestens mit
Beginn des ersten nach dem 31. Dezember 2010 beginnenden Geschäftsjahres anzuwenden.
Es ist nicht zu erwarten, dass die Änderungen des IFRIC 14 eine wesentliche Auswirkung
auf die künftigen Konzernabschlüsse der Continental AG haben werden.
IFRIC 19, Tilgung finanzieller Verbindlichkeiten durch Eigenkapitalinstrumente, adressiert
Fälle, in denen neu verhandelte Vertragsbedingungen einer finanziellen Verbindlichkeit
die vollständige oder teilweise Tilgung einer Verbindlichkeit durch die Ausgabe eigener
Eigenkapitalinstrumente ermöglichen (debt for equity swaps). IFRIC 19 stellt die bilanzielle
Behandlung derartiger Sachverhalte für den Schuldner (Emittenten der Eigenkapitalinstrumente)
klar. Demnach sind die für Zwecke der Tilgung ausgegebenen Eigenkapitalinstrumente
Bestandteil der gezahlten Gegenleistung. Die Bewertung der Eigenkapitalinstrumente
soll mit dem beizulegenden Zeitwert erfolgen. Insofern eine verlässliche Bestimmung
desselben nicht möglich ist, gilt der beizulegende Zeitwert der vollständig oder teilweise
getilgten finanziellen Verbindlichkeit als maßgeblich. IFRIC 19 bestimmt ferner, dass
der Differenzbetrag zwischen dem Buchwert der vollständig oder teilweise getilgten
finanziellen Verbindlichkeit und dem Wertansatz der Eigenkapitalinstrumente erfolgswirksam
in der Gewinn- und Verlustrechnung zu erfassen ist. IFRIC 19 und die korrespondierende
Folgeänderung an IFRS 1, Erstmalige Anwendung der International Financial Reporting
Standards, sind spätestens mit Beginn des ersten nach dem 30. Juni 2010 beginnenden
Geschäftsjahres anzuwenden. Es ist nicht zu erwarten, dass IFRIC 19 eine Auswirkung
auf die künftigen Konzernabschlüsse der Continental AG haben wird.
Die Änderung an IFRS 1, Begrenzte Befreiung erstmaliger Anwender von Vergleichsangaben
nach IFRS 7, ermöglicht eine Anwendung der Übergangsbestimmungen des IFRS 7, Finanzinstrumente:
Angaben, für IFRS-Erstanwender. Die Änderung an IFRS 1 sowie die korrespondierende
Änderung an IFRS 7 sind spätestens mit Beginn des ersten nach dem 30. Juni 2010 beginnenden
Geschäftsjahres anzuwenden. Es ist nicht zu erwarten, dass die Änderung eine Auswirkung
auf die künftigen Konzernabschlüsse der Continental AG haben wird.
IAS 24 (überarbeitet 2009), Angaben über Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen
und Personen, beinhaltet eine Klarstellung der bislang bestehenden Regelungen des
IAS 24. Die Überarbeitung der Definition von nahestehenden Unternehmen und Personen
(related party) bildet dabei einen der zentralen Schwerpunkte. Weiterhin enthält der
überarbeitete IAS 24 Erleichterungsvorschriften für sogenannte government-related
entites, d. h. für Unternehmen, die unter beherrschenden Einfluss, gemeinschaftlicher
Führung oder dem maßgeblichen Einfluss der öffentlichen Hand stehen. IAS 24 (überarbeitet
2009) sowie die daraus folgende Änderung an IFRS 8, Geschäftssegmente, sind spätestens
mit Beginn des ersten nach dem 31. Dezember 2010 beginnenden Geschäftsjahres anzuwenden.
Es ist nicht zu erwarten, dass der überarbeitete IAS 24 wesentliche Auswirkungen auf
künftige Konzernabschlüsse der Continental AG haben wird.
Die Änderung des IAS 32, Finanzinstrumente: Darstellung, adressiert die Klassifizierung
von gewährten Bezugsrechten, Optionen und Optionsscheinen auf den Erwerb einer festen
Anzahl eigener Anteile zu einem festen Betrag in einer beliebigen Währung. Derartige
Rechte sind als Eigenkapital zu klassifizieren, wenn diese anteilig allen bestehenden
Anteilseignern derselben Klasse gewährt werden. Die Änderung ist spätestens mit Beginn
des ersten nach dem 31. Januar 2010 beginnenden Geschäftsjahres anzuwenden. Es ist
nicht zu erwarten, dass die Änderung wesentliche Auswirkungen auf die künftigen Konzernabschlüsse
der Continental AG haben wird.
Im Rahmen des dritten Projekts zu Verbesserungen der International Financial Reporting
Standards des IASB (Improvements to IFRSs, May 2010) wäre ebenfalls folgende Änderung
unter der Voraussetzung eines Endorsements der EU im Berichtszeitraum wirksam gewesen:
| ― |
Die Änderungen an IAS 21, Auswirkungen von Wechselkursänderungen, IAS 28, Anteile an assoziierten Unternehmen, und IAS 31, Anteile an Gemeinschaftsunternehmen, ergeben sich in Folge der im Rahmen der Business Combination Phase II vorgenommenen Anpassungen des IAS 27, Konzern- und Einzelabschlüsse. Es erfolgten in den einzelnen Standards Anpassungen im Hinblick auf die zeitlichen Anwendungsbestimmungen. Die Änderungen sind verpflichtend für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Juli 2009 beginnen. Es ist nicht zu erwarten, dass die Änderungen Auswirkungen auf die künftigen Konzernabschlüsse der Continental AG haben werden. |
Durch die Änderungen an IFRS 1, Erstmalige Anwendung der International Financial Reporting
Standards, werden bisher bestehende Verweise auf das Datum 1. Januar 2004 durch einen
Verweis auf den Zeitpunkt des Übergangs auf IFRS ersetzt. Daneben werden Regeln für
jene Fälle aufgenommen, in denen ein Unternehmen aufgrund von Hyperinflation nicht
in der Lage ist, allen Vorschriften der IFRS gerecht zu werden. Die Änderung ist für
Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Juli 2011 beginnen, anzuwenden. Es ist nicht
zu erwarten, dass die Änderungen Auswirkungen auf die künftigen Konzernabschlüsse
der Continental AG haben werden.
Die Änderungen an IAS 12, Ertragsteuern, führen ebenfalls zu Anpassungen im Anwendungsbereich
des SIC-21, Ertragsteuern - Realisierung von neubewerteten, nicht planmäßig abzuschreibenden
Vermögenswerten. Sie enthalten eine teilweise Klarstellung zur Behandlung temporärer
steuerlicher Differenzen in Zusammenhang mit der Anwendung des Zeitwertmodells von
IAS 40. Die Änderungen sind für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2012
beginnen, retrospektiv anzuwenden. Es ist nicht zu erwarten, dass die Änderungen Auswirkungen
auf die künftigen Konzernabschlüsse der Continental AG haben werden.
Die Änderungen an IFRS 7, Finanzinstrumente: Angaben - Übertragungen von finanziellen
Vermögenswerten, führen zu einem Ausbau der Angabepflichten des IFRS 7 mit dem Ziel,
die Transfertransaktionen selbst, das damit verbundene Risiko sowie die Auswirkungen
des Risikos auf das Unternehmen, welches die Vermögenswerte transferiert, besser einschätzen
zu können. Die Änderungen stellen u. a. klar, dass auch bei vollständiger Ausbuchung
eines finanziellen Vermögenswertes Angabepflichten (qualitative und quantitative Informationen)
zu im Rahmen der Transfertransaktion übernommenen bzw. zurückbehaltenen Rechten und
Pflichten resultieren. Die Änderungen sind verpflichtend für Geschäftsjahre anzuwenden,
die am oder nach dem 1. Juli 2011 beginnen. Es ist nicht zu erwarten, dass die Änderungen
wesentliche Auswirkungen auf die künftigen Konzernabschlüsse der Continental AG haben
werden.
Der Standard IFRS 9, Finanzinstrumente, überarbeitet die Vorschriften des IAS 39,
Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung, zur Klassifizierung und Bewertung von finanziellen
Vermögenswerten. Der Standard repräsentiert dabei die erste Projektphase des vollständigen
Ersatzes des IAS 39. Der IFRS 9 teilt alle gegenwärtig in den Anwendungsbereich des
IAS 39 fallende finanzielle Vermögenswerte in zwei Klassifizierungskategorien auf:
"Bewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten" und "Bewertung zum beizulegenden Zeitwert".
Die Bewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten setzt voraus, dass das Halten des
finanziellen Vermögenswertes zur Erzielung der vertraglichen Zahlungsströme Zielsetzung
des Geschäftsmodells des Unternehmens ist und die Vertragsvereinbarungen betreffend
den finanziellen Vermögenswert feste Zeitpunkte für die Zahlungsströme (ausschließlich
Zahlungen für Zins und Tilgung auf ausstehende Rückzahlungsbeträge) vorsehen. Finanzielle
Vermögenswerte, die diese Bedingungen nicht kumulativ erfüllen, werden zum beizulegenden
Zeitwert bewertet. IFRS 9 sieht vor, dass Umklassifizierungen nur bei Änderungen des
Geschäftsmodells vorzunehmen sind. Das Wahlrecht, dass finanzielle Vermögenswerte
anstatt zu fortgeführten Anschaffungskosten zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden
können, wird durch IFRS 9 begrenzt. Demnach ist eine Designation auf die Fälle beschränkt,
in denen ein sogenannter accounting mismatch vorliegt und eine Klassifizierung in
"zum beizulegenden Zeitwert bewertet" zur Beseitigung oder erheblichen Verringerung
von Ansatz- oder Bewertungsinkongruenzen führt. Weiterhin führt IFRS 9 ein unwiderrufliches
Wahlrecht ein, Zeitwertänderungen von Eigenkapitalinstrumenten, die nicht zu Handelszwecken
gehalten werden, mit erstmaligem Ansatz im other comprehensive income (OCI) zu erfassen.
Dies gilt nicht für Dividenden aus diesen Investments. Diese sind ergebniswirksam
zu erfassen. In Bezug auf eingebettete Derivate übernimmt IFRS 9 die Konzeption des
IAS 39 nur für solche Basisverträge, die nicht Vermögenswerte im Sinne des IFRS 9
sind. IFRS 9 wurde im Oktober 2010 um Regeln zur Klassifizierung und Bewertung von
finanziellen Verbindlichkeiten sowie zur Ausbuchung von finanziellen Vermögenswerten
und Verbindlichkeiten ergänzt. Dabei wurden die Regeln zur Ausbuchung aus dem derzeit
gültigen IAS 39, Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung, übernommen. In Bezug auf
finanzielle Verbindlichkeiten ist eine Änderung bei Anwendung der Fair Value Option
vorgesehen. Bei Wahl der Fair Value Option für finanzielle Verbindlichkeiten sind
Fair Value Änderungen aus Änderungen des eigenen Kreditrisikos im other comprehensive
income (OCI) zu erfassen. IFRS 9 (einschließlich der in 2010 vorgenommenen Ergänzungen)
ist verpflichtend für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2013
beginnen. Es ist nicht zu erwarten, dass der Standard wesentliche Auswirkungen auf
die künftigen Konzernabschlüsse der Continental AG haben wird.
Im Rahmen des dritten Projekts zu Verbesserungen der International Financial Reporting
Standards des IASB (Improvements to IFRSs, May 2010) werden ebenfalls erst zu einem
späteren Zeitpunkt folgende Änderungen wirksam:
| ― |
Die Änderungen an IFRS 1, Erstmalige Anwendung der International Financial Reporting Standards, stellen für IFRS-Erstanwender im Jahr der erstmaligen Anwendung der IFRS klar, dass sich aus einer Änderung von Rechnungslegungsmethoden oder einer Änderung des Gebrauchs von IFRS 1 Ausnahmevorschriften nach der Veröffentlichung eines Zwischenberichts nach IAS 34, Zwischenberichterstattung, die Erfordernisse ergeben, Erläuterungen zu den Änderungen sowie Anpassungen der Überleitungsrechnungen (Eigenkapital und Gesamtergebnis) vorzunehmen. Weiterhin sehen die Änderungen an IFRS 1 vor, den Anwendungsbereich der Ausnahmevorschrift zur Verwendung des als Ersatz für Anschaffungs- oder Herstellungskosten angesetzten Werts (sogenannte deemed cost) zu erweitern. Demnach gilt die Ausnahme deemed cost zu verwenden auch, wenn die ereignisgesteuerte Bewertung (Börsengang oder Privatisierung) nach dem Zeitpunkt der erstmaligen IFRS Anwendung, aber noch innerhalb der Periode, die durch den ersten IFRS-Abschluss abgedeckt wird, liegt. IFRS-Erstanwender können für Sachanlagen oder immaterielle Vermögenswerte, die in Zusammenhang mit regulierten Geschäftsaktivitäten verwendet werden, den nach den bisher angewandten Rechnungslegungsgrundsätzen ermittelten Buchwert zum Umstellungszeitpunkt als Anschaffungs- und Herstellungskosten (deemed cost) verwenden. Die Ausnahmeregelung ist für jeden Posten einzeln anzuwenden. Erstanwender, die von dieser Ausnahme Gebrauch machen, sind verpflichtet für die betreffenden Vermögenswerte einen Werthaltigkeitstest nach IAS 36, Wertminderung von Vermögenswerten, zum Umstellungszeitpunkt durchzuführen. Die Änderungen sind verpflichtend für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2011 beginnen. Es ist nicht zu erwarten, dass die Änderungen Auswirkungen auf die künftigen Konzernabschlüsse der Continental AG haben werden. |
| ― |
Die Änderungen an IFRS 3, Unternehmenszusammenschlüsse, stellen die Übergangsvorschriften für bedingte Kaufpreisbestandteile (contingent considerations) aus Unternehmenszusammenschlüssen, deren Erwerbsstichtag vor dem Tag der erstmaligen Anwendung des überarbeiteten IFRS 3 (überarbeitet 2008) liegt, klar. Für die Bewertung der nicht beherrschenden Anteile (non-controlling interest) wurde festgelegt, dass das Wahlrecht zum beizulegenden Zeitwert oder zum entsprechenden Teil des identifizierbaren Nettovermögens zu bewerten, nur für die Komponenten gilt, die im Falle der Liquidation einen gegenwärtigen Anspruch auf einen Anteil am Nettovermögen begründen. Alle anderen Komponenten sind zum beizulegenden Zeitwert im Kaufzeitpunkt bzw. in Übereinstimmung mit den entsprechenden IFRS zu bewerten. Die Änderungen stellen weiterhin klar, dass alle anteilsbasierten Vergütungen, die Teil eines Unternehmenszusammenschlusses sind, unter die Anleitungen zur Anwendung (application guidance) fallen. Damit ist diese auch auf Vergütungen, die freiwillig durch den Erwerber ersetzt werden sowie auf Vergütungen, die durch den Zusammenschluss nicht verfallen, anzuwenden. Die Änderungen sind verpflichtend für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Juli 2010 beginnen. Es ist nicht zu erwarten, dass die Änderungen wesentliche Auswirkungen auf die künftigen Konzernabschlüsse der Continental AG haben werden. |
| ― |
Die Änderungen an IFRS 7, Finanzinstrumente: Angaben, beinhalten diverse Klarstellungen und Änderungen zu den geforderten Angaben über Art und Ausmaß der Risiken von Finanzinstrumenten. Die Änderungen sind verpflichtend für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2011 beginnen. Es ist nicht zu erwarten, dass die Änderungen wesentliche Auswirkungen auf die künftigen Konzernabschlüsse der Continental AG haben werden. |
| ― |
Die Änderungen an IAS 1, Darstellung des Abschlusses, stellen klar, dass die Aufgliederung des other comprehensive income (OCI) in seine Einzelpositionen (Überleitung vom Buchwert zu Beginn zum Buchwert am Ende der Periode) in der Eigenkapitalveränderungsrechnung oder im Anhang erfolgen kann. Die Änderungen sind verpflichtend für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2011 beginnen. Es ist nicht zu erwarten, dass die Änderungen wesentliche Auswirkungen auf die künftigen Konzernabschlüsse der Continental AG haben werden. |
| ― |
Die Änderungen an IAS 34, Zwischenberichterstattung, betreffen Änderungen am Wortlaut des IAS 34, die auf eine stärke Betonung der im Standard verankerten Prinzipien zur Entscheidung, welche Informationen im Zwischenbericht darzustellen sind, zielen. Weiterhin wird die in IAS 34 enthaltene (nicht abschließende) Aufzählung von Ereignissen und Transaktionen, die bei Wesentlichkeit anzugeben sind, erweitert (z. B. Fair-Value-Bewertungen). Die Änderungen sind verpflichtend für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2011 beginnen. Es ist nicht zu erwarten, dass die Änderungen Auswirkungen auf die künftigen Konzernabschlüsse der Continental AG haben werden. |
| ― |
Die Änderung an IFRIC 13, Kundenbindungsprogramme, stellt den Begriff des Fair Value für die Bewertung von Prämiengutschriften klar. Die Änderung ist verpflichtend für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 1. Januar 2011 beginnen. Es ist nicht zu erwarten, dass die Änderung Auswirkungen auf die künftigen Konzernabschlüsse der Continental AG haben wird. |
Mit Veröffentlichung der ersten Kapitel (Kapitel 1 und 3) zur Zielsetzung und qualitativen
Anforderungen der Finanzberichterstattung im Jahr 2010 wurde die erste Phase des vom
IASB und FASB betriebenen Projekts zur Entwicklung eines gemeinsamen konzeptionellen
Rahmenkonzepts (conceptual framework project) abgeschlossen.
Der Konsolidierungskreis umfasst neben der Muttergesellschaft 429 (Vj. 433) inländische
und ausländische Unternehmen, an denen die Continental AG direkt oder indirekt mit
mehr als 20,0 % der Stimmrechte beteiligt ist. Davon werden 308 (Vj. 310) voll konsolidiert
und 121 (Vj. 123) nach der Equity-Methode bilanziert. Die Vorjahreszahlen wurden vergleichbar
dargestellt.
Gegenüber dem Vorjahr hat sich der Konsolidierungskreis in Summe um vier Gesellschaften
reduziert. Es wurden sieben Gesellschaften erworben, sieben Gesellschaften wurden
neu gegründet und zwei bislang nicht konsolidierte Einheiten wurden erstmalig konsolidiert.
Sieben Gesellschaften wurden verkauft und vier Gesellschaften wurden liquidiert. Zusätzlich
reduzierte sich der Konsolidierungskreis um sechs Gesellschaften durch Verschmelzung
und drei Gesellschaften wurden entkonsolidiert.
Die Zugänge 2010 zum Konsolidierungskreis betreffen insbesondere die Erstkonsolidierung
der Continental Automotive Corporation Korea Ltd., Seoul, Korea, Neugründungen im
Bereich Automotive sowie den Erwerb einer europäischen Reifen-Vertriebsgruppe. Die
Abgänge aus dem Konsolidierungskreis betreffen im Wesentlichen den Verkauf von zwei
zur Veräußerung bestimmten kleineren Geschäftsaktivitäten der Division ContiTech,
den Verkauf einer Gesellschaft der Division Pkw-Reifen in Ungarn sowie Veräußerungen
in der Automotive Group. Die Auswirkungen sind in Kapitel 5 erläutert.
40 (Vj. 38) Unternehmen, deren Vermögenswerte und Schulden, Aufwendungen und Erträge
jeweils und insgesamt für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von
untergeordneter Bedeutung sind, werden nicht konsolidiert. Hiervon sind 36 (Vj. 34)
Gesellschaften verbundene Unternehmen, von denen zurzeit 16 (Vj. 18) inaktiv sind.
Weitere vier (Vj. vier) nicht konsolidierte Gesellschaften sind assoziierte Unternehmen,
von denen wie im Vorjahr eine Einheit inaktiv ist. Die Vorjahreszahlen wurden vergleichbar
dargestellt.
Weitere Informationen über die Beteiligungen sowie eine Übersicht der inländischen
Kapital- bzw. Personenhandelsgesellschaften, die die Befreiungsvorschriften nach §
264 Abs. 3 HGB bzw. § 264b HGB in Anspruch genommen haben, sind in Kapitel 40 enthalten.
Zur Stärkung des Geschäftsfeldes Spezialgurte hat die ContiTech Transportbandsysteme
GmbH, Hannover, Deutschland, im Rahmen eines Asset Deals das Werk der Metso Minerals
(Deutschland) GmbH in Moers, Deutschland, übernommen, in dem Transportbandsysteme
für den überwiegenden Einsatz im Bergbau und in Kraftwerken gefertigt werden.
Der Kaufvertrag wurde am 3. Mai 2010 vollzogen. Die Erstkonsolidierung erfolgte zum
1. Mai 2010. Der Kaufpreis betrug 10,2 Mio €, welcher dem mit Barmitteln beglichenen
Kaufpreisanteil entspricht. Die angefallenen Anschaffungsnebenkosten in Höhe von 0,2
Mio € wurden als sonstige betriebliche Aufwendungen erfasst.
Die erstmalig in der Konzernbilanz berücksichtigten Vermögenswerte und Schulden wurden
mit folgenden Werten (in Mio €) angesetzt:
| Metso Minerals |
Buchwert unmittelbar vor Zusammenschluss |
Zeitwert zum Erstkonsolidierungszeitpunkt |
| Immaterielle Vermögenswerte | 0,2 | 2,6 |
| Sachanlagen | 2,3 | 3,9 |
| Finanzanlagen | 0,1 | 0,7 |
| Vorräte | 1,7 | 1,8 |
| Forderungen | 1,8 | 1,8 |
| Sonstige kurzfristige Vermögenswerte | 0,1 | 0,1 |
| Pensionsrückstellungen | 0,0 | 0,0 |
| Latente Steuern netto | 0,0 | -0,2 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | -0,2 | -0,2 |
| Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten | -0,3 | -0,3 |
| Nettovermögen | 5,7 | 10,2 |
| Erworbenes Nettovermögen | 5,7 | 10,2 |
| Kaufpreis |
|
10,2 |
| Negativer Unterschiedsbetrag |
|
0,0 |
Auf Basis dieser vorläufigen Kaufpreisallokation ergab sich im Wesentlichen durch
die Aufwertung der immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen ein unwesentlicher
negativer Unterschiedsbetrag, der bei der ContiTech Transportbandsysteme GmbH als
sonstiger betrieblicher Ertrag realisiert wurde.
Die erworbenen immateriellen Vermögenswerte umfassen im Wesentlichen den Kundenstamm
sowie Patente und Markennamen. Die erworbenen Finanzanlagen beinhalten 50 % der Anteile
an der Bando-Scholtz Corp., Kakogawa, Japan, einem Joint Venture mit Bando Chemical
Industries, Ltd., Kobe, Japan, das exklusiv Produkte des erworbenen Geschäftsbereiches
in einigen asiatischen Märkten verkauft.
Das Metso-Geschäft trug seit Mai 2010 8,1 Mio € zum Umsatz und 0,7 Mio € zum EBIT
bei. Bei der Transaktion handelte es sich um einen Asset Deal; der Beitrag zum Konzernergebnis
den Anteilseignern zuzurechnen sowie die Darstellung der Auswirkungen, die sich bei
einem Kauf bereits zum 1. Januar 2010 ergeben hätten, sind nicht ermittelbar.
Im März 2010 hat die ContiTech AG, Hannover, Deutschland, aufgrund einer Änderung
des Gesellschaftervertrages der ContiTech Fluid Shanghai, Co. Ltd., Shanghai, China,
die Beherrschung über die bislang nach der Equity-Methode bilanzierte Beteiligung
erlangt.
Das Unternehmen ist der Division ContiTech zugeordnet. Die Gesellschaft stärkt die
Position für das Schlauchgeschäft in der Wachstumsregion Asien.
Die Erstkonsolidierung erfolgte zum 31. März 2010. Die Transaktion erfolgte ohne Zahlung
eines Kaufpreises.
Die erstmalig in der Konzernbilanz berücksichtigten Vermögenswerte und Schulden wurden
mit folgenden Werten (in Mio €) angesetzt:
| ContiTech Fluid Shanghai |
Buchwert unmittelbar vor Zusammenschluss |
Zeitwert zum Erstkonsolidierungszeitpunkt |
| Immaterielle Vermögenswerte | 0,0 | 0,8 |
| Sachanlagen | 1,0 | 1,1 |
| Vorräte | 2,5 | 2,5 |
| Forderungen | 5,8 | 5,8 |
| Sonstige kurzfristige Vermögenswerte | 0,0 | 0,0 |
| Flüssige Mittel | 1,3 | 1,3 |
| Latente Steuern netto | 0,2 | 0,0 |
| Finanzschulden | -1,1 | -1,1 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | -4,7 | -4,7 |
| Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten | -1,2 | -1,2 |
| Nettovermögen | 3,8 | 4,5 |
| Minderheitsanteile | 1,9 | 2,2 |
| Erworbenes Nettovermögen | 1,9 | 2,3 |
| Fair Value der bisher bilanzierten Anteile |
|
2,3 |
| Unterschiedsbetrag |
|
0,0 |
Aus der Neubewertung des bisher bilanzierten Anteile zum Fair Value ergab sich ein
unwesentlicher Gewinn, der als Ertrag innerhalb der sonstigen betrieblichen Erträge
realisiert wurde.
Die immateriellen Vermögenswerte umfassen im Wesentlichen Kundenbeziehungen.
Das Geschäft der ContiTech Fluid Shanghai trug seit April 2010 mit 15,4 Mio € zum
Umsatz und 0,3 Mio € zum Konzernergebnis den Anteileignern zuzurechnen bei. Die für
2010 ausgewiesenen Umsatzerlöse des Continental-Konzerns hätten sich um 4,6 Mio €
erhöht, das Konzernergebnis den Anteilseigner zuzurechnen hätte sich um 0,1 Mio €
erhöht und das Ergebnis pro Aktie hätte sich nur unwesentlich verändert, wenn diese
Transaktion bereits am 1. Januar 2010 vollzogen worden wäre.
Im Berichtszeitraum erfolgte die Auszahlung des Gesamt-Kaufpreises in Höhe von 6,2
Mio € zum Erwerb der restlichen 49 % der Anteile an der Avtoelektronika-Elkar (Avtel),
Kaluga, Russland.
Die Aufstockung der Anteile von bisher jeweils 51 % auf nunmehr jeweils 60 % an der
Continental Automotive Corporation, Yokohama, Japan, sowie an der Continental Automotive
Corp. Lian Yun Gang Co. Ltd., Lian Yun Gang, China, stärkt die Position auf dem Komponenten-
und Systemmarkt, insbesondere für Bremsanlagen, und ermöglicht die Vermarktung eines
erweiterten Produktportfolios. Die Continental AG hat ihre Anteilsquote zum einen
durch einseitige Kapitalerhöhungen aufgestockt, zum anderen wurden durch die Continental
Automotive Corporation, Yokohama, Japan, Anteile vom bisherigen Joint-Venture-Partner,
Nisshinbo Holdings Inc., Tokio, Japan, zu einem Kaufpreis von 16,7 Mio € erworben.
Entsprechende Verträge wurden zum 1. April 2010 vollzogen. Die Gesellschaften sind
der Division Chassis & Safety zugeordnet. Der jeweilige Unterschiedsbetrag zwischen
Kaufpreisen, Kapitalerhöhungen und Minderheitsanteilen in Höhe von 0,8 Mio € für die
chinesische Gesellschaft und -6,3 Mio € für die japanische Einheit wurde erfolgsneutral
mit dem Eigenkapital verrechnet.
Die ContiTech AG, Hannover, Deutschland, hat zur Festigung der Position auf dem chinesischen
Markt für Antriebsriemen die bislang in Fremdbesitz befindlichen 40 % Restanteile
an der ContiTech-Jiebao Power Transmission Systems Co., Ltd., Ninghai, China, zu einem
Kaufpreis von 4,4 Mio € erworben. Der Kaufvertrag wurde am 17. Mai 2010 wirksam. Die
Gesellschaft ist der Division ContiTech zugeordnet. Der Unterschiedsbetrag zwischen
Kaufpreis und Minderheitsanteilen in Höhe von -3,3 Mio € wurde erfolgsneutral mit
dem Eigenkapital verrechnet.
Zur Stärkung der Position auf dem osteuropäischen Markt für den Bereich Conveyor Belt
der Division ContiTech wurden die bislang im Fremdbesitz befindlichen 30 % Anteile
der Kolubara Univerzal D.O.O., Veliki Crljeni, Serbien, zu einem Kaufpreis von 4,8
Mio € in zwei Schritten erworben. Die Transaktion wurde am 11. August 2010 abgeschlossen.
Die Gesellschaft ist der Division ContiTech zugeordnet. Der Unterschiedsbetrag zwischen
Kaufpreis und Minderheitsanteilen in Höhe von 0,1 Mio € wurde erfolgsneutral mit dem
Eigenkapital verrechnet.
Aufgrund von internen Umstrukturierungen wurde das Sensorics Geschäft von der Continental
Automotive Electronics LLC, Chongwon-gun, Korea, auf die Continental Automotive Corporation
Korea Ltd., Seoul, Korea, übertragen, wodurch diese als wesentlich eingestuft und
zum 1. September 2010 erstmals vollkonsolidiert wurde. Die Gesellschaft ist der Division
Chassis & Safety zugeordnet. Der aus dem zu historischen Anschaffungskosten fortgeführten
Buchwert der Anteile und dem zu Zeitwerten angesetzten Vermögenswerte und Schulden
resultierende Unterschiedsbetrag in Höhe von 1,5 Mio € wurde mit 0,9 Mio € als sonstiger
betrieblicher Ertrag bei der Continental Automotive Corporation Korea Ltd. realisiert
und mit 0,6 Mio € dem Minderheitsgesellschafter zugerechnet.
Für Akquisitionen betreffend den Erwerb von Anteilen an einer europäischen Reifen-Vertriebsgruppe
sowie Asset Deals im gleichen Bereich wurden Kaufpreise von insgesamt 7,6 Mio € gezahlt.
Hiervon wurden 5,7 Mio € als Goodwill und 1,0 Mio € als immaterielle Vermögenswerte
aktiviert. Weitere Anpassungen der Buchwerte unmittelbar vor Zusammenschluss erfolgten
nicht, wobei aufgrund der Unwesentlichkeit der einzelnen Transaktionen von einer detaillierten
Kaufpreisallokation abgesehen wurde.
Die Effekte dieser Transaktionen inklusive der entsprechenden, vorläufigen Kaufpreisallokationen
auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Continental-Konzerns zum 31. Dezember
2010 sind unwesentlich.
Das Geschäftssegment Public Transport Solution wurde nach einer Portfolio-Überprüfung
im Geschäftsjahr 2008 als nicht zum Kerngeschäft gehörender Geschäftsbereich identifiziert.
Zum 31. Oktober 2009 wurde der aus dem Non-OE-Bereich stammende Geschäftsbereich an
die Trapeze ITS Gruppe - überwiegend im Rahmen eines Asset Deals - für einen negativen
vorläufigen Kaufpreis von 11,7 Mio € veräußert, insbesondere hervorgerufen durch einen
Abbau des Working Capital zwischen Signing und Closing Datum. Der veräußerte Geschäftsbereich
beinhaltet im Wesentlichen Konzeptionen zur Optimierung des innerstädtischen Nahverkehrs.
Diese unterstützen den Verkehrssektor mit IT-Lösungen, welche helfen, das Verkehrsangebot
besser und effektiver aufzubauen und zu administrieren. Aus der Prüfung der finalen
Closing Accounts durch einen neutralen Gutachter im Juli 2010 ergab sich für die Division
Interior insgesamt ein weiterer Aufwand in Höhe von 5,6 Mio € (Vj. 4,5 Mio €). Der
daraus resultierende angepasste Kaufpreis wurde im Oktober 2010 beglichen, womit der
Verkauf dieses Geschäftssegments abgeschlossen ist.
Die Effekte der finalen Kaufpreisabrechnung aus dem Verkauf der VDO Automotive Huizhou
Co. Ltd, Huizhou, China, im Februar 2010, die zu einem Erlös von 25,3 Mio € nach Quellensteuern
führten, sind unwesentlich. Der Verkauf von zwei zur Veräußerung bestimmten kleineren
Geschäftsaktivitäten der Division ContiTech sowie die Veräußerung einer Gesellschaft
der Pkw-Reifen Division in Ungarn wirkten sich gleichfalls unwesentlich auf die Vermögens-,
Finanz- und Ertragslage des Continental-Konzerns zum 31. Dezember 2010 aus.
| Mio € | 2010 | 2009 |
| Sonstige Aufwendungen | -645,2 | -1.974,3 |
| Sonstige Erträge | 127,5 | 71,3 |
| Sonstige Aufwendungen und Erträge | -517,7 | -1.903,0 |
Die sonstigen Aufwendungen entfallen im Wesentlichen auf:
| Mio € | 2010 | 2009 |
| Aufwendungen für spezifizierte Gewährleistungsrisiken | 186,4 | 170,8 |
| Sondervergütungen | 79,1 | 22,2 |
| Prozess- und Umweltrisiken | 70,7 | 15,4 |
| Wertminderungen von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen | 65,6 | 117,2 |
| Restrukturierungsmaßnahmen ohne Wertminderungen | 55,7 | 460,0 |
| Aufwendungen für Abfindungen | 39,4 | 116,7 |
| Buchwertanpassung VDO-Kredit | 27,4 | 64,5 |
| Verluste aus Anlageverkäufen und Verschrottungen | 18,9 | 14,8 |
| Aufwendungen aus Fremdwährungsumrechnung | 6,9 | 27,4 |
| Verluste aus der Veräußerung von Gesellschaften und Geschäftsbereichen | 5,7 | 5,6 |
| Aufwand aus Wertberichtigungen auf Forderungen | 5,3 | 33,9 |
| Goodwill Impairment | - | 875,8 |
| Übrige | 84,1 | 50,0 |
| Sonstige Aufwendungen | 645,2 | 1.974,3 |
Der Rückgang der sonstigen betrieblichen Aufwendungen um 1.329,1 Mio € auf 645,2 Mio
€ (Vj. 1.974,3 Mio €) resultiert insbesondere auf den Entfall eines Goodwill Impairment
im Berichtszeitraum (Vj. 875,8 Mio €) sowie stark rückläufigen Restrukturierungsaufwendungen
und Wertminderungen um insgesamt 455,9 Mio € auf 121,3 Mio € (Vj. 577,2 Mio €).
Die Vorjahreszahlen sind für einzelne Posten vergleichbar dargestellt, die Position
"Übrige" wird entsprechend angepasst berichtet.
Im Vorjahr führte die unterjährige Prüfung des Goodwill zum 30. September 2009 auf
Werthaltigkeit, die aufgrund eines "triggering events" durchgeführt wurde, zu einem
Impairment in Höhe von 875,8 Mio €. Dabei entfielen 367,0 Mio € auf die Division Chassis
& Safety, 447,4 Mio € auf die Division Powertrain sowie 61,4 Mio € auf die Division
Interior. Der jährliche Impairment-Test im vierten Quartal 2010 führte - wie auch
im vierten Quartal 2009 - zu keinem Wertminderungsbedarf. Wir verweisen hierzu auf
Kapitel 2.
Im Vorjahr führte die notwendige Anpassung der Produktionsüberkapazitäten in Europa
an die aktuellen Marktbedingungen zur Einstellung der Pkw-Reifenproduktion in Clairoix,
Frankreich. Dadurch ergaben sich im Vorjahreszeitraum Restrukturierungsaufwendungen
und Wertminderungen in Höhe von 207,3 Mio €. Im Berichtsjahr fielen in diesem Zusammenhang
weitere restrukturierungsbezogene Aufwendungen in Höhe von 16,9 Mio € an.
Im Vorjahr wurde beschlossen, den Standort Huntsville, USA, bis Ende 2010 zu schließen.
Durch die Schließung des Standorts und die Konsolidierung von Produktionskapazitäten
sowie die Fokussierung von Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten erwarten wir eine
Optimierung der regionalen Produktion und eine signifikante Kostenreduzierung. 2009
entstanden für die Divisionen Interior und Powertrain Aufwendungen für Restrukturierungsmaßnahmen
und Wertminderungen in Höhe von 82,6 Mio €.
Im Rahmen der eingeleiteten Strukturmaßnahmen für den Standort Hannover-Stöcken, Deutschland,
entstanden innerhalb der Division Nfz-Reifen 2009 Restrukturierungsaufwendungen und
Wertminderungen in Höhe von 46,4 Mio €.
Wegen massiver Nachfrageeinbrüche auf dem europäischen Nutzfahrzeugmarkt in Folge
der Wirtschaftskrise hat die Continental AG im Jahr 2009 die Produktionskapazitäten
an allen europäischen Nfz-Reifen-Standorten verringern müssen. Eine in Hannover-Stöcken,
Deutschland, noch vorgehaltene Produktionszelle wurde letztendlich nicht mehr in Betrieb
genommen. Dadurch entstanden in der Division Nfz-Reifen 2010 insgesamt weitere Restrukturierungsaufwendungen
und Wertminderungen in Höhe von 34,6 Mio €.
Im Vorjahr führte die Schließung der Mischungs- und Gummierungsaktivitäten in Traiskirchen,
Österreich, innerhalb der Division Pkw-Reifen zu Aufwendungen für Restrukturierungsmaßnahmen
und Wertminderungen in Höhe von 12,9 Mio €. Im Berichtszeitraum entstanden zusätzliche
Restrukturierungsaufwendungen und Wertminderungen in Höhe von 6,0 Mio €.
Die Schließung und Verlagerung von westeuropäischen Standorten des Geschäftsbereichs
Fluid Technology innerhalb der Division ContiTech führte 2009 zu Restrukturierungsaufwendungen
und Wertminderungen in Höhe von 33,4 Mio €.
Aufgrund rückläufiger Volumina und auslaufender Kundenaufträge mussten die Produktionskapazitäten
2009 am Standort Karben, Deutschland, angepasst werden. Dadurch entstanden Restrukturierungsaufwendungen
in den Divisionen Chassis & Safety, Powertrain und Interior in Höhe von 31,9 Mio €.
Durch den Auslauf weiterer Kundenaufträge sowie Einsparungen in den Bereichen Forschung
& Entwicklung (F&E) und Verwaltung entstanden am Standort Babenhausen, Deutschland,
für die Division Interior im Berichtszeitraum im Vorjahr zusätzliche Restrukturierungsaufwendungen
in Höhe von 31,4 Mio €.
Aufgrund der Rücknahme eines Kundenauftrags zur Entwicklung und Fertigung von Diesel-Einspritzsystemen
am Standort Blythewood, USA, mussten 2009 Restrukturierungsmaßnahmen mit Aufwendungen
in Höhe von insgesamt 44,7 Mio € eingeleitet werden. Dabei handelte es sich in erster
Linie um Sonderabschreibungen auf Produktionsanlagen sowie um die Abwicklung von Lieferantenforderungen.
Im Jahr 2010 fielen weitere Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von 11,9 Mio € an.
Hierbei handelt es sich in erster Linie um Wertminderungen auf Produktionsanlagen,
die teilweise durch nicht mehr benötigte Rückstellungen für Lieferantenansprüche kompensiert
werden konnten.
Insgesamt ergaben sich 2010 Wertminderungen auf Sachanlagevermögen und immaterielle
Vermögenswerte in Höhe von 65,6 Mio €, davon fielen 35,5 Mio € im Zusammenhang mit
Restrukturierungsmaßnahmen an.
Die Aufwendungen für spezifizierte Gewährleistungsrisiken betragen im Berichtszeitraum
186,4 Mio € (Vj. 170,8 Mio €). Wir verweisen zudem auf Kapitel 26 und 34.
Die Aufwendungen aus Prozess- und Umweltrisiken sind auf 70,7 Mio € gestiegen (Vj.
15,4 Mio €). Hierbei kam es im Zusammenhang mit dem 2007 eingeleiteten Kartellverfahren
gegen die Dunlop Oil & Marine Ltd., Grimsby, Großbritannien, einer Gesellschaft der
ContiTech AG, im Bereich Off-shore-Schläuche, in der Division ContiTech zu weiteren
Aufwendungen in Höhe von 20,8 Mio € (Vj. 6,2 Mio €). Wir verweisen zudem auf Kapitel
26 und 34.
Die Sondervergütungen betreffen Aufwendungen aus Aktienoptionsplänen in Höhe von 17,3
Mio € (Vj. 21,1 Mio €), dem Long-Term Incentive Plan in Höhe von 22,6 Mio € (Vj. 1,1
Mio €) sowie dem Conti Special Bonus in Höhe von 39,2 Mio € (Vj. keine).
Das 2008 aufgrund der Wirtschaftskrise initiierte weltweite Kostensenkungsprogramm
führte im Berichtszeitraum zu Aufwendungen für Abfindungen in Höhe von 39,4 Mio €
(Vj. 116,7 Mio €). Die Aufwendungen betreffen diverse individuelle Personalanpassungsmaßnahmen,
die nicht den Umfang einer Restrukturierungsmaßnahme hatten.
Aus operativen Forderungen und Verbindlichkeiten in Fremdwährungen, die nicht Finanzschulden
sind, ergaben sich im Berichtszeitraum Aufwendungen aus Fremdwährungsumrechnungen
in Höhe von 6,9 Mio € (Vj. 27,4 Mio €).
In der Division Interior entstanden 2010 Aufwendungen für weitere Restabwicklungsaktivitäten
im Zusammenhang mit der Veräußerung eines Geschäftsbereichs in Höhe von insgesamt
5,6 Mio € (Vj. 4,5 Mio €).
Im Berichtszeitraum entstanden Verluste aus Anlagenverkäufen und Verschrottungen in
Höhe von 18,9 Mio € (Vj. 14,8 Mio €).
Der Aufwand aus Wertberichtigungen auf Forderungen beträgt 5,3 Mio € (Vj. 33,9 Mio
€).
Aufgrund der durch steigende Margen bedingten höheren erwarteten Mittelabflüsse für
den VDO-Kredit erfolgten 2009 sowie im Juni 2010 aufwandswirksame Buchwertanpassungen
für diesen Kredit. Aus diesem Sachverhalt ergab sich 2010 ein Aufwand für die Buchwertanpassung
in Höhe von 27,4 Mio € (Vj. 64,5 Mio €).
Die Position "Übrige" beinhaltet unter anderem Aufwendungen für sonstige Steuern sowie
Vertragsstrafen und sonstige Kompensation von Kunden- und Lieferantenansprüchen.
Die sonstigen Erträge entfallen im Wesentlichen auf:
| Mio € | 2010 | 2009 |
| Buchwertanpassung VDO-Kredit | 47,2 | - |
| Erstattungen für Kundenwerkzeuge | 20,2 | 9,5 |
| Erträge aus der Auflösung von Restrukturierungsrückstellungen | 19,8 | 6,9 |
| Erträge aus Anlageverkäufen | 11,1 | 13,5 |
| Wertaufholungen von Sachanlagen | 7,9 | - |
| Erträge aus der Veräußerung von Gesellschaften und Geschäftsbereichen | 3,8 | 10,6 |
| Erträge aus der Auflösung von Vorsorgeverpflichtungen | - | 11,4 |
| Übrige | 17,5 | 19,4 |
| Sonstige Erträge | 127,5 | 71,3 |
Der Anstieg der sonstigen betrieblichen Erträge um 56,2 Mio € auf 127,5 Mio € (Vj.
71,3 Mio €) resultiert insbesondere aus Buchwertanpassungen des VDO-Kredits. Aufgrund
der durch steigende Margen bedingten höheren erwarteten Mittelabflüsse für den VDO-Kredit
erfolgten 2009 sowie im Juni 2010 zunächst aufwandswirksame Buchwertanpassungen für
diesen Kredit. Diese Abgrenzungen werden über die Laufzeit des Kredits aufwandsreduzierend
amortisiert. Aus dieser Amortisation ergab sich 2010 ein positiver Effekt in Höhe
von 37,6 Mio €. Aufgrund von Teilrückführungen des VDO-Kredits wurden anteilig die
auf die Rückzahlungsbeträge entfallenden Buchwertanpassungen aufgelöst. Über den weitgehenden
Einsatz der Netto-Erlöse der Ende September 2010 platzierten Anleihen über nominal
insgesamt 1.250,0 Mio € hinaus erfolgte im Dezember 2010 eine weitere Teilrückzahlung
in Höhe von nominal 100,0 Mio €. Aus diesen Sonderauflösungen resultierte insgesamt
ein Ertrag in Höhe von 9,6 Mio €.
Die Vorjahreszahlen sind für einzelne Posten vergleichbar dargestellt, die Position
"Übrige" wird entsprechend angepasst berichtet.
Erstattungen für Kundenwerkzeuge konnten im Jahr 2010 in Höhe von 20,2 Mio € vereinnahmt
werden (Vj. 9,5 Mio €).
Aus der Auflösung von Restrukturierungsrückstellungen ergaben sich im Jahr 2010 Erträge
von 19,8 Mio € (Vj. 6,9 Mio €), insbesondere an den Standorten Huntsville, USA, sowie
Karben und Wetzlar, beide Deutschland.
Die Wertaufholungen von Sachanlagen in Höhe von 7,9 Mio € (Vj. keine) betreffen insbesondere
den Standort Huntsville, USA. Die dort 2009 außerplanmäßig abgeschriebenen Sachanlagen
konnten im Berichtsjahr teilweise anderen Nutzungsmöglichkeiten im Konzern zugeführt
werden.
Aus dem Verkauf von Anlagen ergaben sich im Berichtszeitraum Erträge in Höhe von 11,1
Mio € (Vj. 13,5 Mio €).
Im Nachgang zum Verkauf unserer nordamerikanischen OTR-Aktivitäten an die Titan Tire
Corporation im Jahr 2006 entstand in der Division Nfz-Reifen ein Ertrag in Höhe von
3,3 Mio €.
Im Vorjahr wurde das der Division Powertrain zugehörige Amplified Common Rail Geschäft
im Rahmen eines Asset und Share Deals mit Wirkung zum 31. Oktober 2009 an die Navistar
Inc. veräußert. Aus dem Verkauf ergab sich für die Division Powertrain ein Ertrag
in Höhe von 10,5 Mio €.
Die Erträge in Höhe von 11,4 Mio € aus der Auflösung von Vorsorgeverpflichtungen betreffen
im Vorjahr positive Ergebniseffekte aufgrund des vorzeitigen Ausscheidens der Mitarbeiter
im Rahmen der Schließung des Standortes Clairoix, Frankreich.
Die übrigen Erträge beinhalten Einnahmen aus Lizenzvereinbarungen. Zudem wurden staatliche
Zuschüsse, die nicht für Investitionen in das Anlagevermögen bestimmt waren, in Höhe
von insgesamt 23,0 Mio € (Vj. 8,3 Mio €) ergebniswirksam in der Position "Übrige"
und in den Funktionskosten vereinnahmt.
In den Aufwandspositionen der Gewinn- und Verlustrechnung sind insgesamt folgende
Personalaufwendungen verrechnet:
| Mio € | 2010 | 2009 |
| Löhne und Gehälter | 4.707,3 | 4.142,5 |
| Soziale Abgaben | 958,6 | 862,6 |
| Aufwendungen für Altersversorgung | 225,8 | 194,7 |
| Personalaufwendungen | 5.891,7 | 5.199,8 |
Der Anstieg der Personalaufwendungen ist insbesondere auf den Personalaufbau aufgrund
der ansteigenden Geschäftstätigkeit im Berichtsjahr zurückzuführen. Wir verweisen
zudem auf die Ausführungen im Lagebericht. Die durchschnittliche Mitarbeiterzahl im
Jahr 2010 betrug 142.695 (Vj. 133.416). Zum Jahresende sind 148.228 (Vj. 134.434)
Mitarbeiter im Continental-Konzern beschäftigt.
| Mio € | 2010 | 2009 |
| Anteiliges Ergebnis assoziierter Unternehmen | 77,0 | 46,8 |
| Wertminderungen auf assoziierte Unternehmen | -0,5 | -120,0 |
| Ergebnis assoziierter Unternehmen | 76,5 | -73,2 |
| Ergebnis aus übrigen Beteiligungen | 4,2 | 9,1 |
| Sonstige Finanzanlagen und Ausleihungen | 0,0 | -0,4 |
| Übriges Beteiligungsergebnis | 4,2 | 8,7 |
Bezüglich der Wertminderungen auf assoziierte Unternehmen verweisen wir auf Kapitel
14. Das Beteiligungsergebnis beinhaltet insbesondere die anteiligen Ergebnisse der
nach der At-Equity-Methode bilanzierten Unternehmen in Höhe von 77,0 Mio € (Vj. 46,8
Mio €).
| Mio € | 2010 | 2009 |
| Zinserträge | 22,6 | 30,3 |
| Zinsen und ähnliche Aufwendungen | -747,2 | -750,1 |
| Aufwand aus Finanzierungsleasing | -5,6 | -7,7 |
| Gewinne aus Fremdwährungsumrechnung | 33,0 | 22,9 |
| Gewinne/Verluste aus Änderungen des beizulegenden Zeitwerts von Derivaten | 6,9 | -5,4 |
| Gewinne aus zur Veräußerung verfügbarer finanzieller Vermögenswerte | 0,7 | - |
| Aufzinsung von langfristigen Rückstellungen und Verbindlichkeiten | -9,1 | -11,5 |
| Kapitalisierte Zinsen | 1,5 | 0,7 |
| Zinsaufwendungen | -719,8 | -751,1 |
| Zinsergebnis | -697,2 | -720,8 |
Die im Vergleich zum Vorjahr reduzierte Belastung aus dem Zinsergebnis ist im Wesentlichen
auf zum großen Teil nicht zahlungswirksame Währungskurseffekte sowie Effekte aus Änderungen
des beizulegenden Zeitwerts von Derivaten zurückzuführen. Auf diese Effekte entfielen
im Jahr 2010 - unter Berücksichtigung der Gewinne aus zur Veräußerung verfügbarer
finanzieller Vermögenswerte - insgesamt 40,6 Mio € (Vj. 17,5 Mio €). Die Gewinne aus
der Fremdwährungsumrechnung resultierten unter anderem aus der Stärke des Brasilianischen
Real gegenüber dem Euro und dem US-Dollar sowie der Schwäche des Ungarischen Forint
gegenüber dem Euro.
Die Zinsaufwendungen, ohne die Effekte aus Fremdwährungsumrechnung, aus Änderungen
des beizulegenden Zeitwerts von Derivaten und der Gewinne aus zur Veräußerung verfügbarer
finanzieller Vermögenswerte, reduzierten sich gegenüber dem Vorjahr um 8,2 Mio € auf
760,4 Mio € (Vj. 768,6 Mio €).
Wie in den Vorjahren ist auch 2010 die Höhe der Zinsaufwendungen und damit die Höhe
des Zinsergebnisses im Wesentlichen auf die Ausnutzung des VDO-Kreditvertrags zurückzuführen.
Die Inanspruchnahme des VDO-Kredits ist im Laufe des Jahres 2010 deutlich reduziert
worden. Dies resultiert vor allem aus der im Januar 2010 erfolgreich durchgeführten
Kapitalerhöhung mit einem Netto-Emissionserlös vor Steuereffekten von 1.056,0 Mio
€ und den im dritten Quartal 2010 über die Conti-Gummi Finance B.V., Amsterdam, Niederlande,
platzierten vier Anleihen mit einem Gesamtvolumen von 3,0 Mrd €. Die Netto-Erlöse
aus diesen Transaktionen wurden zur teilweisen Rückführung der Inanspruchnahme des
VDO-Kredits sowie zur Rückzahlung des zur Refinanzierung der im August 2010 fälligen
Tranche B des VDO-Kredits aufgenommenen Kredits (Forward Start Facility) eingesetzt.
Die auf die zurückgeführten Beträge entfallenden abgegrenzten Finanzierungsnebenkosten
waren ergebniswirksam aufzulösen und führten insgesamt zu einem Aufwand in Höhe von
36,8 Mio €. Ein weiterer, belastender Effekt für den Zinsaufwand aus dem VDO-Kredit
und der Forward Start Facility war das im Vergleich zum Vorjahr höhere Margenniveau
dieser Kredite, welches auf die Ratingverschlechterungen im Jahresverlauf 2009 sowie
im Mai 2010 und die im Dezember 2009 abgeschlossenen Nachverhandlung der Bedingungen
des VDO-Kredits zurückzuführen ist. Entlastend wirkte das im Vergleich zum Vorjahr
niedrigere Marktzinsniveau.
Aus den im dritten Quartal 2010 platzierten Anleihen resultierten in 2010 Zinsaufwendungen
in Höhe von insgesamt 73,6 Mio €.
Die Ertragsteuern des Konzerns teilen sich auf das In- und Ausland wie folgt auf:
| Mio € | 2010 | 2009 |
| Laufende Steuern Deutschland | -101,5 | -103,4 |
| Laufende Steuern Ausland | -404,0 | -292,9 |
| Latente Steuern Deutschland | -93,6 | 246,4 |
| Latente Steuern Ausland | 7,0 | 304,2 |
| Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | -592,1 | 154,3 |
Der durchschnittliche Steuersatz im Jahr 2010 betrug - wie auch im Jahr 2009 - im
Inland 30,0 %. Dieser Steuersatz wurde unter Berücksichtigung eines Körperschaftsteuersatzes
von 15,0 % (Vj. 15,0 %) sowie eines Solidaritätszuschlags von 5,5 % (Vj. 5,5 %) und
eines Gewerbesteuersatzes von 14,2 % (Vj. 14,2 %) ermittelt.
Die Überleitung vom erwarteten zum ausgewiesenen Steueraufwand ergibt sich wie folgt:
| Mio € | 2010 | 2009 |
| Ergebnis vor Steuern | 1.238,0 | -1.761,2 |
| Steuerlich nicht abzugsfähige Goodwillabschreibung | - | -875,8 |
| Ergebnis vor Steuern und Goodwillabschreibung | 1.238,0 | -885,4 |
| Erwarteter Steueraufwand/-ertrag zum inländischen Steuersatz | -371,4 | 265,6 |
| Besteuerungsunterschiede Ausland | 101,1 | 84,0 |
| Nicht abzugsfähige Aufwendungen und nicht anrechenbare Quellensteuern | -94,3 | -37,7 |
| Unterlassener Ansatz von aktiven latenten Steuern aufgrund nicht hinreichend wahrscheinlicher Realisierung | -273,6 | -178,9 |
| Förderungen und befristete Befreiungen | 47,5 | 36,1 |
| Steuern für Vorjahre | -39,2 | 22,1 |
| Steuereffekt von nach der Equity Methode bilanzierten Beteiligungen | 19,2 | 11,4 |
| Erstmaliger Ansatz von aktiven latenten Steuern aufgrund wahrscheinlicher Realisierung | 14,0 | - |
| Effekte aus Veräußerungen bzw. Wertminderungen von Geschäftseinheiten und Beteiligungen | -0,1 | -36,0 |
| Sonstiges | 4,7 | -12,3 |
| Ausgewiesener Steueraufwand/-ertrag | -592,1 | 154,3 |
| Steuerquote in % (Vj. vor Goodwillabschreibung) | 47,8 | 17,4 |
Die durch den ausländischen Besteuerungsunterschied hervorgerufene Minderung des Steueraufwands
ist im Wesentlichen auf den Geschäftsumfang in Osteuropa und China zurückzuführen.
Der Effekt aus dem unterlassenen Ansatz von aktiven latenten Steuern aufgrund nicht
hinreichend wahrscheinlicher Realisierung ist gegenüber dem Vorjahr deutlich gestiegen.
Dies resultiert zum einen aus der erforderlich gewordenen Wertberichtigung des fortgeführten
steuerlichen Zinsvortrags in Deutschland in Höhe von 120,1 Mio €, davon 68,9 Mio €
für Vorjahre. Zum anderen wirken sich in ausländischen Einheiten gebildete Wertberichtigungen
auf aktive latente Steuern in Höhe von insgesamt 234,3 Mio €, davon 11,8 Mio € für
Vorjahre, aus. Weitere Erläuterungen diesbezüglich finden sich im Kapitel 16. In der
Vorjahresperiode war der Betrag hauptsächlich durch Wertberichtigungen von Verlust-
und Zinsvorträgen im deutschen Organkreis aufgrund der Anteilserwerbe durch die Schaeffler
KG in den Jahren 2008 und 2009 beeinflusst, die nach - von der Continental AG nicht
geteilter - Auffassung der deutschen Finanzverwaltung zu Zeitpunkt und Umfang schädliche
Anteilserwerbe im Sinne von § 8 c KStG ausgelöst haben.
Die im Konzernergebnis enthaltenen Ergebnisse aus der nach der Equity-Methode bilanzierten
Beteiligungen und Joint Ventures führen im Berichtsjahr zu einer Steuerentlastung
von 19,2 Mio € (Vj. 11,4 Mio €).
Der Anstieg bei der Position nicht abzugsfähige Aufwendungen und nicht anrechenbare
Quellensteuern resultiert unter anderem aus in Deutschland wegen fehlendem Anrechnungsvolumen
nicht anrechenbaren ausländischen Quellensteuern. Die Steuern für Vorjahre betreffen
im Jahr 2010 die Abwicklung von offenen Steuerpositionen aus den Vorjahren.
Die Steuerminderungen durch staatliche Förderprogramme und befristete Steuerbefreiungen
sind im Vergleich zum Vorjahr leicht angestiegen. Einem Rückgang aufgrund von auslaufenden
Förderprogrammen in Osteuropa stehen insbesondere erhöhte Vergünstigungen in Asien
durch die erstmalige Qualifikation für Fördermaßnahmen gegenüber.
Die Position "Sonstiges" beinhaltet unter anderem sonstige lokale Mindeststeuern sowie
gegenläufige Effekte aus Änderungen des Steuersatzes.
Die Vorjahreswerte sind vergleichbar dargestellt.
| Mio € |
Goodwill |
Selbsterstellte immaterielle Vermögenswerte |
Erworbene immaterielle Vermögenswerte |
Geleistete Anzahlungen |
Summe sonstige immaterielle Vermögenswerte |
| Stand zum 01.01.2009 |
|
|
|
|
|
| Anschaffungs-/Herstellungskosten | 7.921,6 | 51,2 | 3.454,8 | 18,8 | 3.524,8 |
| Kumulierte Abschreibungen | -1.537,5 | -20,6 | -981,5 | - | -1.002,1 |
| Buchwerte | 6.384,1 | 30,6 | 2.473,3 | 18,8 | 2.522,7 |
| Nettoentwicklung 2009 |
|
|
|
|
|
| Buchwerte | 6.384,1 | 30,6 | 2.473,3 | 18,8 | 2.522,7 |
| Währungskursänderungen | 15,3 | 0,1 | -6,5 | -0,1 | -6,5 |
| Zugänge | - | 49,0 | 22,6 | 5,4 | 77,0 |
| Zugänge aus Konsolidierungskreisänderungen |
23,0 | - | 13,6 | - | 13,6 |
| Rückbuchungen aus "zur Veräußerung bestimmte Vermögenswerte" |
- | - | -0,3 | - | -0,3 |
| Umbuchungen | - | 0,5 | 12,0 | -12,5 | - |
| Abgänge1 | -10,0 | 0,0 | -0,6 | -0,1 | -0,7 |
| Abschreibungen | - | -21,0 | -506,4 | - | -527,4 |
| Wertminderungen | -875,8 | -0,1 | -9,6 | - | -9,7 |
| Buchwerte | 5.536,6 | 59,1 | 1.998,1 | 11,5 | 2.068,7 |
| Stand zum 31.12.2009 |
|
|
|
|
|
| Anschaffungs-/Herstellungskosten | 7.949,4 | 99,7 | 3.468,7 | 11,5 | 3.579,9 |
| Kumulierte Abschreibungen | -2.412,8 | -40,6 | -1.470,6 | - | -1.511,2 |
| Buchwerte | 5.536,6 | 59,1 | 1.998,1 | 11,5 | 2.068,7 |
| Nettoentwicklung 2010 |
|
|
|
|
|
| Buchwerte | 5.536,6 | 59,1 | 1.998,1 | 11,5 | 2.068,7 |
| Währungskursänderungen | 100,2 | -0,3 | 47,1 | 0,1 | 46,9 |
| Zugänge1 | 1,1 | 74,5 | 41,1 | 8,0 | 123,6 |
| Zugänge aus Konsolidierungskreisänderungen |
5,7 | - | 4,6 | - | 4,6 |
| Umbuchungen in "zur Veräußerung bestimmte Vermögenswerte" |
- | - | 0,0 | - | 0,0 |
| Umbuchungen | - | - | 6,3 | -6,3 | 0,0 |
| Abgänge | - | 0,0 | -0,8 | -0,1 | -0,9 |
| Abschreibungen | - | -13,6 | -504,8 | - | -518,4 |
| Wertminderungen | - | - | -1,2 | - | -1,2 |
| Buchwerte | 5.643,6 | 119,7 | 1.590,4 | 13,2 | 1.723,3 |
| Stand zum 31.12.2010 |
|
|
|
|
|
| Anschaffungs-/Herstellungskosten | 8.059,4 | 167,3 | 3.587,4 | 13,2 | 3.767,9 |
| Kumulierte Abschreibungen | -2.415,8 | -47,6 | -1.997,0 | - | -2.044,6 |
| Buchwerte | 5.643,6 | 119,7 | 1.590,4 | 13,2 | 1.723,3 |
1
Die Abgänge/Zugänge beim Goodwill beinhalten nachträgliche Kaufpreisanpassungen.
Aus den Erwerben von Gesellschaften und Geschäftsbereichen im Reifen-Handelsbereich
im Jahr 2010 resultiert ein Zugang des Goodwill in Höhe von insgesamt 5,7 Mio €.
Der übrige ausgewiesene Buchwert des Goodwill entstand im Wesentlichen aus den Erwerben
der Siemens VDO (2007), der Continental Teves (1998), des Automobilelektronik-Geschäfts
von Motorola (2006), der Continental Temic (2001), dem Erwerb der Phoenix AG (2004),
der AP Italia (2007) und der Thermopol-Gruppe (2007).
Der Goodwill und die sonstigen immateriellen Vermögenswerte verteilen sich auf die
einzelnen Konzerndivisionen wie folgt:
|
|
Goodwill | Sonstige immaterielle Vermögenswerte |
||
| Mio € | 31.12.2010 | 31.12.2009 | 31.12.2010 | 31.12.2009 |
| Chassis & Safety | 2.330,9 | 2.299,5 | 230,8 | 265,4 |
| Powertrain | 1.007,3 | 976,0 | 590,3 | 726,6 |
| Interior | 2.201,6 | 2.164,0 | 834,7 | 1.003,3 |
| Pkw-Reifen | 19,9 | 16,3 | 32,1 | 36,9 |
| Nfz-Reifen | 8,6 | 6,1 | 5,0 | 6,1 |
| ContiTech | 75,3 | 74,7 | 25,3 | 23,3 |
| Sonstiges/Konsolidierung | - | - | 5,1 | 7,1 |
| Continental-Konzern | 5.643,6 | 5.536,6 | 1.723,3 | 2.068,7 |
Die Zugänge in den erworbenen immateriellen Vermögenswerten aus Konsolidierungskreisänderungen
betreffen im Wesentlichen erworbene Kundenbeziehungen und technologiebezogene Vermögenswerte
aus den Erwerben des Geschäftsjahres. Die restlichen Zugänge betreffen vor allem Software
in Höhe von 34,2 Mio € (Vj. 20,0 Mio €) und Markennamen.
In den selbst erstellten immateriellen Vermögenswerten sind aktivierte Entwicklungskosten
ausgewiesen. Von den im Jahr 2010 insgesamt angefallenen Entwicklungskosten erfüllten
74,5 Mio € (Vj. 49,0 Mio €) die Aktivierungsvoraussetzungen nach IAS 38.
Die für die immateriellen Vermögenswerte angefallenen planmäßigen Abschreibungen in
Höhe von 518,4 Mio € (Vj. 527,4 Mio €) sind in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
mit 414,7 Mio € (Vj. 421,9 Mio €) in den Herstellungskosten und mit 103,7 Mio € (Vj.
105,5 Mio €) in den Verwaltungskosten enthalten.
In den erworbenen immateriellen Vermögenswerten sind Buchwerte in Höhe von 81,0 Mio
€ (Vj. 80,6 Mio €) enthalten, die keinen planmäßigen Abschreibungen unterliegen. Diese
betreffen insbesondere den Markennamen von VDO in Höhe von 71,4 Mio €, den Markennamen
von Phoenix in Höhe von 4,2 Mio € und den Markennamen von Matador in Höhe von 3,1
Mio €. Des Weiteren enthalten die erworbenen immateriellen Vermögenswerte überwiegend
Buchwerte für Software in Höhe von 68,2 Mio € (Vj. 67,4 Mio €), die planmäßig abgeschrieben
werden.
Neben den planmäßigen Abschreibungen fielen zudem Wertminderungen auf Software und
Kundenbeziehungen in Höhe von 1,2 Mio € an. Der Abschreibungsaufwand wurde in den
sonstigen Erträgen und Aufwendungen erfasst.
Für weitere Erläuterungen zu den außerplanmäßigen Abschreibungen verweisen wir auf
Kapitel 6.
| Mio € |
Grundstücke und grund- stücksgleiche Rechte und Bauten1 |
Technische Anlagen und Maschinen |
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung |
Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau |
Gesamt |
| Stand zum 01.01.2009 |
|
|
|
|
|
| Anschaffungs-/Herstellungskosten | 2.529,7 | 8.517,8 | 1.233,4 | 822,7 | 13.103,6 |
| Kumulierte Abschreibungen | -869,5 | -5.213,1 | -893,0 | -5,8 | -6.981,4 |
| Buchwerte | 1.660,2 | 3.304,7 | 340,4 | 816,9 | 6.122,2 |
| davon Finanzierungsleasing | 63,0 | 41,4 | 0,4 | - | 104,8 |
| Nettoentwicklung 2009 |
|
|
|
|
|
| Buchwerte | 1.660,2 | 3.304,7 | 340,4 | 816,9 | 6.122,2 |
| Währungskursänderungen | 23,9 | 62,0 | 8,9 | 12,0 | 106,8 |
| Zugänge | 49,4 | 309,1 | 51,7 | 424,5 | 834,7 |
| Zugänge aus Konsolidierungskreisänderungen | 8,5 | 20,4 | 3,7 | 6,4 | 39,0 |
| Abgänge aus Konsolidierungskreisänderungen | -6,3 | -17,8 | -0,1 | -0,6 | -24,8 |
| Umbuchungen in/aus "zur Veräußerung bestimmte Vermögenswerte"2 | 2,6 | -0,2 | -2,3 | -2,0 | -1,9 |
| Umbuchungen | 128,7 | 446,1 | 49,8 | -629,6 | -5,0 |
| Abgänge | -4,7 | -46,7 | -4,7 | -12,8 | -68,9 |
| Abschreibungen | -102,6 | -879,1 | -128,7 | 0,0 | -1.110,4 |
| Wertminderungen | -5,3 | -76,1 | -5,8 | -20,2 | -107,4 |
| Buchwerte | 1.754,4 | 3.122,4 | 312,9 | 594,6 | 5.784,3 |
| Stand zum 31.12.2009 |
|
|
|
|
|
| Anschaffungs-/Herstellungskosten | 2.768,3 | 8.984,5 | 1.315,6 | 619,7 | 13.688,1 |
| Kumulierte Abschreibungen | -1.013,9 | -5.862,1 | -1.002,7 | -25,1 | -7.903,8 |
| Buchwerte | 1.754,4 | 3.122,4 | 312,9 | 594,6 | 5.784,3 |
| davon Finanzierungsleasing | 53,6 | 35,1 | 0,2 | - | 88,9 |
| Nettoentwicklung 2010 |
|
|
|
|
|
| Buchwerte | 1.754,4 | 3.122,4 | 312,9 | 594,6 | 5.784,3 |
| Währungskursänderungen | 67,2 | 142,8 | 16,9 | 28,8 | 255,7 |
| Zugänge3 | 79,4 | 449,8 | 95,3 | 629,7 | 1.254,2 |
| Zugänge aus Konsolidierungskreisänderungen | 2,0 | 2,8 | 1,3 | 0,0 | 6,1 |
| Abgänge aus Konsolidierungskreisänderungen | -0,2 | 0,0 | -0,2 | -0,1 | -0,5 |
| Umbuchungen in/aus "zur Veräußerung bestimmte Vermögenswerte"2 | -16,3 | -0,3 | 0,2 | -0,6 | -17,0 |
| Umbuchungen | 70,0 | 246,2 | 115,2 | -433,5 | -2,1 |
| Abgänge | -6,8 | -25,7 | -2,4 | -17,3 | -52,2 |
| Abschreibungen | -108,1 | -825,3 | -142,1 | 0,0 | -1.075,5 |
| Wertminderungen | -10,8 | -21,1 | -1,9 | -20,5 | -54,3 |
| Buchwerte | 1.830,8 | 3.091,6 | 395,2 | 781,1 | 6.098,7 |
| Stand zum 31.12.2010 |
|
|
|
|
|
| Anschaffungs-/Herstellungskosten | 2.962,7 | 9.654,2 | 1.557,7 | 826,7 | 15.001,3 |
| Kumulierte Abschreibungen | -1.131,9 | -6.562,6 | -1.162,5 | -45,6 | -8.902,6 |
| Buchwerte | 1.830,8 | 3.091,6 | 395,2 | 781,1 | 6.098,7 |
| davon Finanzierungsleasing | 50,9 | 16,6 | 0,1 | - | 67,6 |
1
Die als Finanzinvestitionen gehaltenen Immobilien werden in Kapitel 13 gesondert dargestellt.
2
Die Umbuchungen in "zur Veräußerung bestimmte Vermögenswerte" betragen -17,5 Mio €
(Vj. -4,9 Mio €);die Umbuchungen aus "zur Veräußerung bestimmte Vermögenswerte" betragen
0,5 Mio € (Vj. 3,0 Mio €).
3
In den Zugängen sind 1,5 Mio € (Vj. 0,7 Mio €) kapitalisierte Zinsen enthalten.
Die Zugänge zum Sachanlagevermögen aus Konsolidierungskreisänderungen resultierten
im Wesentlichen aus dem erstmaligen Einbezug der vormals nach der Equity-Methode bilanzierten
ContiTech Fluid Shanghai Co. Ltd., Shanghai, China, und der Übernahme des Werks in
Moers der Metso Minerals (Deutschland) GmbH, Bochum, Deutschland, im Rahmen eines
Asset Deals sowie weiteren Akquisitionen des Geschäftsjahres. Hierzu verweisen wir
auf Kapitel 5.
In allen Geschäftsbereichen der Division Chassis & Safety wurden gezielt Produktionskapazitäten
für neue Produkte und Produktionstechnologien aufgebaut. Wesentliche Bilanzzugänge
entfielen auf die Errichtung neuer Produktionskapazitäten für die nächste Generation
elektronischer Bremssysteme. Am Standort Changshu, China, wurde in die Errichtung
eines neuen Werkes für die Produktion von Hydraulischen Bremssystemen investiert.
In der Division Powertrain wurden im Geschäftsbereich Engine Systems die Fertigungskapazitäten
für die Produktion von Motor-Einspritzsystemen erweitert. In Amata City, Thailand,
wurde in den Aufbau eines neuen Werkes investiert. Im Geschäftsbereich Transmission
wurde die Fertigung von Getriebesteuergeräten erweitert. Hierbei wurden insbesondere
Fertigungskapazitäten am Standort Tianjin, China, erweitert. In der Division Interior
lag der Schwerpunkt der Investitionen auf der Erweiterung von Fertigungskapazitäten
für die Geschäftsbereiche Body & Security sowie Instrumentation & Driver HMI. Hierfür
wurde in neue Fertigungskapazitäten an deutschen Standorten sowie in den USA, Mexiko,
Brasilien, Tschechien, Rumänien und China investiert.
Die Division Pkw-Reifen hat am Standort Hefei, China, in den Aufbau eines neuen Werkes
zur Produktion von Pkw-Reifen investiert. Darüber hinaus wurden die Produktionskapazitäten
in Europa und Südamerika erweitert sowie Maßnahmen zur Qualitätssicherung und Kostensenkung
durchgeführt. Wesentliche Bilanzzugänge in der Division Nfz-Reifen erfolgten zur Qualitätsverbesserung
und Fertigungsoptimierung der Lkw-Reifen Produktion. Investitionsschwerpunkte waren
die Standorte in der Slowakei, Brasilien und den USA. Die Division ContiTech hat neben
Rationalisierungs- und Erweiterungsinvestitionen in Deutschland Fertigungskapazitäten
für den Geschäftsbereich Fluid Technology an den Standorten Rumänien und Ungarn erweitert.
In den Geschäftsbereichen Air Spring Systems, Fluid Technology und Vibration Control
wurden in China Produktionskapazitäten für den asiatischen Markt aufgebaut.
Hinsichtlich der außerplanmäßigen Abschreibungen und Wertaufholungen verweisen wir
auf Kapitel 6.
Direkt von Anschaffungskosten abgesetzt wurden 13,9 Mio € (Vj. 5,3 Mio €) an staatlichen
Investitionszuschüssen.
Im Rahmen der Anwendung des IAS 23 wurden 1,5 Mio € (Vj. 0,7 Mio €) als Fremdkapitalkosten
aktiviert. Der gewichtete Kapitalisierungszinssatz beträgt 4,4 % (Vj. 2,2 %).
Die Umbuchungen in zur Veräußerung bestimmte Vermögenswerte betreffen im Wesentlichen
die Liegenschaft in Costa Rica. Die Rückbuchung betrifft die Reklassifizierung von
wieder im Konzern genutzten Sachanlagen.
Die Sachanlagen enthalten Gebäude, technische Anlagen und andere Anlagen, die wegen
der Gestaltung der ihnen zugrunde liegenden Leasingverträge dem Konzern als wirtschaftlichem
Eigentümer zugerechnet werden. Im Wesentlichen handelt es sich um Verwaltungsgebäude
und Fertigungsanlagen. Die Leasingverträge haben eine durchschnittliche Laufzeit von
20 Jahren für Gebäude und von fünf bis zehn Jahren für technische Anlagen. Ihnen liegen
Zinssätze zwischen 5,1 % bzw. 8,8 % zugrunde. Für das neue Pkw-Reifenwerk in Hefei,
China, wurde ein Leasingvertrag mit einer Laufzeit von zehn Jahren abgeschlossen.
Dieser Vertrag wird als Finanzierungsleasing bilanziert und enthält eine Kaufoption,
die nach 36 Monaten ausgeübt werden kann. In den meisten sonstigen Verträgen sind
weder Verlängerungs- noch Kaufoptionen vereinbart.
Das den kreditgebenden Banken gewährte Sicherheitenpaket besteht aus Garantien bestimmter
Tochterunternehmen, der Verpfändung der Gesellschaftsanteile an den garantierten Tochterunternehmen
sowie bestimmten Kontoguthaben und aus der Abtretung konzerninterner Ansprüche. Sachanlagevermögen
ist hiervon nicht betroffen.
Für Grundschulden, Hypotheken und vergleichbare Sicherheiten bestehen durch Sachanlagen
gedeckte Beträge in Höhe von 7,9 Mio € (Vj. 8,0 Mio €).
Die Grundstücke und Gebäude des Konzerns, die als Finanzinvestitionen gehalten werden,
haben sich im Berichtsjahr wie folgt entwickelt:
| Mio € | 2010 | 2009 |
| Anschaffungs-/Herstellungskosten zum 01.01. | 33,0 | 30,4 |
| Kumulierte Abschreibungen zum 01.01. | -13,7 | -10,5 |
| Nettoentwicklung |
|
|
| Buchwerte zum 01.01. | 19,3 | 19,9 |
| Währungskursänderungen | 0,1 | 0,0 |
| Abgänge | 0,0 | -4,7 |
| Umbuchungen | 3,6 | 5,0 |
| Abschreibungen | -0,9 | -0,8 |
| Wertminderungen | -2,2 | -0,1 |
| Buchwerte zum 31.12. | 19,9 | 19,3 |
| Anschaffungs-/Herstellungskosten zum 31.12. | 33,2 | 33,0 |
| Kumulierte Abschreibungen zum 31.12. | -13,3 | -13,7 |
Die beizulegenden Zeitwerte - nach dem Ertragswertverfahren bzw. auf der Grundlage
von Bodenrichtwerten - der als Finanzinvestitionen gehaltenen Grundstücke und Gebäude
zum 31. Dezember 2010 betrugen 24,2 Mio € (Vj. 24,3 Mio €). Die Mieterträge im Jahr
2010 beliefen sich auf 4,2 Mio € (Vj. 3,7 Mio €), während die zuzurechnenden Instandhaltungskosten
1,8 Mio € (Vj. 1,3 Mio €) betrugen.
Die Umbuchungen betreffen einzelne nicht mehr selbstgenutzte Immobilien, die nunmehr
zur Erzielung von Mieteinnahmen gehalten werden. Des Weiteren enthalten die Umbuchungen
auch Umgliederungen aus den zur Veräußerung bestimmten Vermögenswerten aufgrund weiterer
Nutzungsmöglichkeiten dieser Anlagen im Konzern.
Auf zwei zurzeit nicht vermietbaren Grundstücks- und Gebäudekomplexen wurde im Berichtsjahr
eine Wertminderung in Höhe von 2,2 Mio € vorgenommen.
| Mio € | 2010 | 2009 |
| Stand 01.01. | 398,0 | 718,3 |
| Zugänge | 12,6 | 0,4 |
| Abgänge | -2,1 | -126,6 |
| Änderungen in der Konsolidierungsmethode und Umbuchungen | -2,3 | -59,4 |
| Anteiliges Ergebnis | 77,0 | 46,8 |
| Wertminderungen | -0,5 | -120,0 |
| Erhaltene Dividenden | -43,3 | -59,4 |
| Währungskurseffekte | 1,0 | -2,1 |
| Stand 31.12. | 440,4 | 398,0 |
Die Zugänge betreffen insbesondere mit 10,0 Mio € Kapitalerhöhungen an der Emitec
Gesellschaft für Emissionstechnologie mbH, Lohmar, Deutschland, und mit 1,8 Mio €
an der Continental Automotive Infotronics Private Limited, Chennaiach, Indien, sowie
mit 0,7 Mio € den Zugang der Bando-Scholtz Corp., Kakogawa, Japan, im Rahmen des Erwerbs
des Metso-Minerals-Geschäfts.
Die Abgänge betreffen mit 1,2 Mio € den Verkauf von 1,0 % der Anteile an der Shanghai
Automotive Brake Systems, Co. Ltd., Shanghai, China, sowie mit 0,9 Mio € den Verkauf
der Optrex Europe GmbH, Babenhausen, Deutschland.
Die Änderungen der Konsolidierungsmethode betreffen die ContiTech Fluid Shanghai,
Co. Ltd., Shanghai, China, die im Berichtsjahr vollkonsolidiert wurde.
Die Prüfung des Beteiligungsbuchwertes des assoziierten Unternehmens VIPO a.s., Partizánske,
Slowakei, führte zu einem weiteren Impairment-Bedarf von 0,5 Mio € (Vj. 0,8 Mio €).
Die wesentlichen Anteile an assoziierten Unternehmen betreffen für die Automotive
Divisionen die S-Y-Systems Technologies Europe GmbH, Regensburg, Deutschland, die
Emitec GmbH, Lohmar, Deutschland, die Shanghai Automotive Brake Systems Co. Ltd.,
Shanghai, China, die SAS Autosystemtechnik GmbH & Co. KG, Karlsruhe, Deutschland,
und die IAV GmbH Ingenieurgesellschaft Auto und Verkehr, Berlin, Deutschland; für
die Reifenaktivitäten die MC Projects B.V., Amsterdam, Niederlande, nebst den jeweiligen
Tochtergesellschaften dieser Unternehmen.
Für die zuvor genannten wesentlichen assoziierten Unternehmen lassen sich aus den
beiden letzten zur Verfügung stehenden Jahresabschlüssen die folgenden ungeprüften
zusammengefassten Kennzahlen ableiten. Die Angabe der Kennzahlen erfolgt zu 100 %:
| ― |
Umsatzerlöse 4.036,4 Mio € (Vj. 4.369,2 Mio €), |
| ― |
Jahresergebnis 83,9 Mio € (Vj. 102,0 Mio €), |
| ― |
Bilanzsumme 1.407,6 Mio € (Vj. 1.217,4 Mio €), |
| ― |
Schulden 887,3 Mio € (Vj. 807,9 Mio €). |
Für die nicht nach der Equity-Methode konsolidierten assoziierten Unternehmen ergeben
sich auf Basis der letzten zur Verfügung stehenden Jahresabschlüsse folgende Kennzahlen:
| ― |
Umsatzerlöse 0,7 Mio € (Vj. 0,8 Mio €), |
| ― |
Jahresergebnis -0,1 Mio € (Vj. 0,1 Mio €), |
| ― |
Bilanzsumme 1,7 Mio € (Vj. 1,5 Mio €), |
| ― |
Schulden 1,4 Mio € (Vj. 1,0 Mio €). |
| Mio € |
Anteile an verbundenen Unternehmen |
Beteiligungen |
Gesamt |
| Stand 01.01.2009 | 7,2 | 7,0 | 14,2 |
| Währungskursänderungen | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
| Abgänge | -5,8 | 0,0 | -5,8 |
| Wertminderungen | -0,4 | 0,0 | -0,4 |
| Stand 31.12.2009 | 1,0 | 7,0 | 8,0 |
| Währungskursänderungen | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
| Zugänge | 0,1 | 0,0 | 0,1 |
| Abgänge | 0,0 | -1,0 | -1,0 |
| Änderungen in der Konsolidierungsmethode | -0,1 | 0,0 | -0,1 |
| Stand 31.12.2010 | 1,0 | 6,0 | 7,0 |
Die sonstigen Finanzanlagen sind zu Anschaffungskosten bilanziert, da sich die beizulegenden
Zeitwerte nicht verlässlich ermitteln lassen, insbesondere weil für diese Anteile
keine Notierungen an den Kapitalmärkten gegeben sind. Eine Veräußerungsabsicht liegt
zurzeit nicht vor. Die Abgänge im Berichtsjahr betreffen den Verkauf der Anteile an
der GKH Gemeinschaftskraftwerk Hannover GmbH, Hannover, Deutschland, mit 1,0 Mio €.
Es ergab sich aus dieser Transaktion ein unwesentlicher Ertrag.
Die aktiven und passiven latenten Steuern setzen sich wie folgt zusammen:
| Mio € | 31.12.2010 | 31.12.2009 |
| Immaterielle Vermögenswerte | -27,4 | -53,8 |
| Sachanlagen | -36,8 | -75,1 |
| Vorräte | 42,1 | 52,9 |
| Sonstige Vermögenswerte | 19,0 | -5,0 |
| Pensionsverpflichtungen abzgl. aktiver Saldo | 69,9 | 73,2 |
| Sonstige Rückstellungen | 102,5 | 176,4 |
| Finanzschulden | 44,6 | 122,2 |
| Sonstige Unterschiede | 86,1 | 7,9 |
| Anrechenbare Steuerguthaben | 29,0 | 28,2 |
| Steuerliche Verlust- und Zinsvorträge | 144,0 | 205,5 |
| Nettobetrag der latenten Steuern | 473,0 | 532,4 |
| Aktive latente Steuern | 680,7 | 728,9 |
| Passive latente Steuern | 207,7 | 196,5 |
Die Bewertung der latenten Steuern erfolgt gemäß IAS 12 zu dem Steuersatz, der für
die Periode der erwarteten Realisierung der latenten Steuern anzuwenden sein wird.
Seit 2008 gilt in Deutschland eine Zinsabzugsbeschränkung mit Vortragsfähigkeit; der
steuerlich zulässige Zinsabzug ist auf 30 % des steuerlichen Gewinns vor Abschreibungen
und Zinsen begrenzt.
Der Rückgang der aktiven latenten Steuern auf Verlustvorträge im Berichtsjahr ist
auf eine Nutzung bzw. einen Verfall in Höhe von 119,3 Mio € (Vj. 424,4 Mio €) zurückzuführen.
Gegenläufig wirkten das Entstehen neuer Verlustvorträge sowie die Rücknahme von Wertberichtigungen.
2010 sind in einzelnen Konzerngesellschaften bzw. Organkreisen, die einen Verlust
ausgewiesen haben, aktive latente Steuern in Summe von 375,6 Mio € (Vj. 515,8 Mio
€) angesetzt, die sich aus laufenden Verlusten, Verlustvorträgen und aus einem aktiven
Überhang latenter Steuern ergeben. Die Realisierbarkeit dieser aktiven latenten Steuern
wird unter Berücksichtigung realisierbarer Steuerstrategien und in Erwartung künftiger
steuerpflichtiger Gewinne als ausreichend wahrscheinlich beurteilt.
Zum 31. Dezember 2010 bestehen im Konzern körperschaftsteuerliche Verlustvorträge
in Höhe von 2.463,4 Mio € (Vj. 2.380,5 Mio €). Ein großer Teil der im Konzern vorhandenen
Verlustvorträge entfällt auf Tochtergesellschaften im Ausland und ist überwiegend
in der Vortragsfähigkeit begrenzt.
Insgesamt sind aktive latente Steuern in Höhe von 1.009,5 Mio € (Vj. 672,3 Mio €)
wertberichtigt worden, da ihre Nutzung zum heutigen Zeitpunkt als unzureichend wahrscheinlich
angesehen wird. Hiervon entfallen 777,3 Mio € (Vj. 584,8 Mio €) auf Wertberichtigungen
bei Verlust- und Zinsvorträgen. Diese betreffen insbesondere die USA mit 395,1 Mio
€ (Vj. 353,0 Mio €), Mexiko mit 47,6 Mio € (Vj. 49,8 Mio €), Kanada mit 28,7 Mio €
(Vj. 16,7 Mio €) und Italien mit 19,9 Mio € (Vj. 18,6 Mio €). Weitere 256,3 Mio €
(Vj. 108,5 Mio €) entfallen auf den deutschen Organkreis. Von diesen betreffen 120,1
Mio € (Vj. keine) Zinsvorträge, deren zukünftige Nutzung aktuell als nicht wahrscheinlich
angesehen wird, und weitere 108,5 Mio € (Vj. 108,5 Mio €) Verlust- und Zinsvorträge
aus 2008, die nach von Continental nicht geteilter Auffassung der Finanzverwaltung
wegen des erfolgten Anteilseignerwechsels in den Jahren 2008 und 2009 nach § 8c KStG
nicht mehr genutzt werden können. Aufgrund einer positiven Entwicklung in Brasilien
konnte die Wertberichtigung auf Verlustvorträge zurückgenommen werden (Wertberichtigung
Vj. 13,2 Mio €), da die Nutzung zum heutigen Zeitpunkt begründet wahrscheinlich erscheint.
Für Verlustvorträge im Ausland in Höhe von 31,7 Mio € (Vj. 31,7 Mio €) wurden keine
aktiven latenten Steuern angesetzt.
Der steuerliche Zinsvortrag in Deutschland beträgt zum 31. Dezember 2010 453,4 Mio
€ (Vj. 260,1 Mio €).
Zudem sind auf aktive latente Steuern aus anrechenbaren Steuerguthaben in Malaysia
Wertberichtigungen in Höhe von 37,2 Mio € (Vj. 13,1 Mio €) vorgenommen worden, da
die Nutzung zum heutigen Zeitpunkt als unzureichend wahrscheinlich eingeschätzt wird.
Der Bestand latenter Steuern aus Posten, die direkt dem Eigenkapital belastet oder
gutgeschrieben wurden, hat sich im Vergleich zum Vorjahr von 56,3 Mio € auf 44,2 Mio
€ reduziert.
Die latenten Steuerverpflichtungen aus nicht ausgeschütteten ausländischen Ergebnissen
belaufen sich insgesamt auf 58,2 Mio € (Vj. 58,7 Mio €). Da nicht davon auszugehen
ist, dass der Muttergesellschaft kurz- oder mittelfristig Beträge zufließen werden,
wurden passive latente Steuern hierfür nicht berücksichtigt.
Die Bewertungsunterschiede aus zur Veräußerung bestimmten Vermögenswerten bzw. Verbindlichkeiten
sind in den Positionen "sonstige Vermögenswerte" bzw. "sonstige Unterschiede" berücksichtigt.
| Mio € | 31.12.2010 | 31.12.2009 | ||
|
|
Restlaufzeiten | Restlaufzeiten | ||
|
|
bis 1 Jahr | über 1 Jahr | bis 1 Jahr | über 1 Jahr |
| Forderungen gegen nahestehende Unternehmen | 35,8 | - | 45,0 | - |
| Ausleihungen an Dritte | - | 29,5 | - | 18,9 |
| Forderungen gegenüber Mitarbeitern | 27,4 | - | 20,8 | - |
| Forderungen gegenüber Lieferanten | 2,1 | - | 2,2 | - |
| Forderungen aus dem Verkauf von Kundenwerkzeugen | 111,5 | - | 67,5 | - |
| Übrige finanzielle Forderungen | 36,5 | - | 49,4 | - |
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte | 213,3 | 29,5 | 184,9 | 18,9 |
Die Forderungen gegen nahestehende Unternehmen betreffen insbesondere Forderungen
aus dem operativen Leistungsgeschäft mit assoziierten Unternehmen und Gesellschaftern.
Die Ausleihungen an Dritte betreffen im Wesentlichen Mieterdarlehen für einzelne Liegenschaften
und Ausleihungen an Kunden mit unterschiedlichen Laufzeiten. Die Darlehen sind zum
Teil unterverzinslich gewährt, zum Teil variabel verzinslich.
Die Forderungen gegenüber Mitarbeitern betreffen vor allem Abschlagszahlungen für
noch nicht endgültig erfolgte Lohnabrechnungen sowie für geleistete Vorschüsse.
Die Forderungen aus dem Verkauf von Kundenwerkzeugen betreffen noch nicht abgerechnete
Kosten. Der Anstieg gegenüber dem Vorjahr in Höhe von 44,0 Mio € resultiert aus Automotive-Einheiten.
Die übrigen finanziellen Forderungen beinhalten insbesondere Garantie-Hinterlegungen.
Die Buchwerte der sonstigen finanziellen Vermögenswerte entsprechen im Wesentlichen
ihren beizulegenden Zeitwerten. Ausfallrisiken der sonstigen Vermögenswerte wurden
durch Wertberichtigungen in Höhe von insgesamt 4,3 Mio € (Vj. 3,6 Mio €) berücksichtigt.
Im Berichtszeitraum sind Aufwendungen in Höhe von 0,9 Mio € (Vj. 0,8 Mio €) angefallen.
| Mio € | 31.12.2010 | 31.12.2009 | ||
|
|
Restlaufzeit | Restlaufzeit | ||
|
|
bis 1 Jahr | über 1 Jahr | bis 1 Jahr | über 1 Jahr |
| Steuererstattungsansprüche (Umsatz- und sonstige Steuern) | 310,1 | - | 299,2 | - |
| Rechnungsabgrenzungsposten | 55,6 | - | 51,7 | - |
| Übrige | 170,8 | 13,1 | 189,6 | 12,7 |
| Sonstige Vermögenswerte | 536,5 | 13,1 | 540,5 | 12,7 |
Die Steuererstattungsansprüche resultieren im Wesentlichen aus Umsatzsteuerforderungen
aus dem Einkauf von Produktionsmaterialien. Der Anstieg beruht insbesondere auf einer
anziehenden Geschäftstätigkeit, der gegenläufig eine im Berichtsjahr erstmals saldiert
erfasste Steuerschuld aufgrund Erfüllung der entsprechenden Voraussetzungen gegenübersteht.
Wir verweisen auf Kapitel 32.
Die Rechnungsabgrenzungsposten umfassen insbesondere vorausgezahlte Mieten und Wartungsleistungen
sowie Lizenzgebühren. Die Position "Übrige" beinhaltet u. a. sonstige abgegrenzte
bzw. verauslagte Kosten.
Ausfallrisiken der sonstigen Vermögenswerte wurden durch Wertberichtigungen in Höhe
von insgesamt 1,3 Mio € (Vj. 1,1 Mio €) berücksichtigt. Im Berichtszeitraum sind keine
Aufwendungen angefallen (Vj. 0,1 Mio €).
| Mio € | 31.12.2010 | 31.12.2009 |
| Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe | 1.036,4 | 757,2 |
| Unfertige Erzeugnisse und Leistungen | 324,4 | 248,5 |
| Fertige Erzeugnisse und Waren | 1.305,7 | 1.079,7 |
| Geleistete Anzahlungen | 4,6 | 10,8 |
| Erhaltene Anzahlungen | -33,3 | -20,2 |
| Vorräte | 2.637,8 | 2.076,0 |
Die Wertminderungen auf Vorräte betrugen im Berichtsjahr 15,2 Mio € (Vj. 56,8 Mio
€). Im Vorratsbestand sind wertberichtigte Vorräte (Bruttobestände) von 260,7 Mio
€ (Vj. 245,5 Mio €) enthalten.
| Mio € | 31.12.2010 | 31.12.2009 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 4.570,9 | 3.789,4 |
| Wertberichtigungen | -116,9 | -141,3 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 4.454,0 | 3.648,1 |
Die Buchwerte der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen nach Wertberichtigungen
entsprechen ihren beizulegenden Zeitwerten.
Die Ermittlung der Risikovorsorge erfolgt nach konzerneinheitlichen Maßstäben. Die
Kundenbeziehungen werden in regelmäßigen Zeitabständen analysiert. Dabei wird bei
zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Finanzinstrumenten zwischen Einzelwertberichtigung
und Portfoliowertberichtigung differenziert. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen,
für die Einzelwertberichtigungen zu bilden sind, werden bei der Ermittlung der Portfoliowertberichtigung
nicht berücksichtigt.
Die Wertberichtigung zweifelhafter Forderungen umfasst im wesentlichen Maße Einschätzungen
und Beurteilungen einzelner Forderungen, die auf der Bonität des jeweiligen Kunden,
aktuellen Konjunkturentwicklungen und der Analyse historischer Forderungsausfälle
beruhen. Die Kreditwürdigkeit eines Kunden wird anhand des Zahlungsverhaltens und
seiner Rückzahlungsfähigkeit beurteilt.
Eine Einzelwertberichtigung wird vorgenommen, wenn der Kunde erhebliche finanzielle
Schwierigkeiten aufweist oder eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für eine Insolvenz vorliegt.
Entsprechende Aufwendungen werden auf das Wertberichtigungskonto gebucht; gleiches
gilt für Ausbuchungen und Wertaufholungen.
Im Berichtsjahr haben sich dementsprechend die Einzelwertberichtigungen sowie die
Wertberichtigungen auf Portfoliobasis auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
folgendermaßen entwickelt:
| Mio € | 2010 | 2009 |
| Stand zum 01.01. | 141,3 | 141,2 |
| Zuführung | 36,4 | 55,7 |
| Inanspruchnahmen | -33,6 | -36,0 |
| Auflösungen | -31,1 | -21,8 |
| Abgänge aus Konsolidierungskreisänderungen | -0,1 | - |
| Währungskursänderungen | 4,0 | 2,2 |
| Stand zum 31.12. | 116,9 | 141,3 |
Im Continental-Konzern werden mehrere Forderungsverkaufsprogramme genutzt. Sämtliche
verkauften Forderungen werden weiterhin in der Bilanz als Vermögenswert angesetzt,
da die mit den Forderungen verbundenen Risiken und Chancen, insbesondere das Bonitäts-
und Ausfallrisiko, nicht vollständig übertragen wurden. Die Forderungen aus Lieferungen
und Leistungen haben eine Restlaufzeit von unter einem Jahr.
Das von der Continental AG mit der Norddeutschen Landesbank Luxembourg S.A., Luxemburg,
und der Coface Finanz GmbH, Mainz, Deutschland, im November 2010 abgeschlossene Forderungsverkaufsprogramm
hat eine Laufzeit bis zum 30. September 2011 und ersetzt das Programm mit der Skandifinanz
Bank AG, Zürich, Schweiz, welches eine ursprüngliche Laufzeit bis zum 24. März 2011
hatte. Im Vergleich zum bisherigen Programm mit der Skandifinanz Bank AG sieht das
neue Programm ein um 80,0 Mio € auf 230,0 Mio € erhöhtes Finanzierungsvolumen vor.
Zum 31. Dezember 2010 waren im Rahmen dieses Programms Forderungen in Höhe von 280,0
Mio € (Vj. Skandifinanz Bank AG: 149,6 Mio €) verkauft, denen Verbindlichkeiten von
224,0 Mio € (Vj. Skandifinanz Bank AG: 149,6 Mio €) gegenüberstanden. Von den verkauften
Forderungen wurden bis zum Jahresende bereits 115,1 Mio € (Vj. Skandifinanz Bank AG:
25,4 Mio €) durch Zahlung beglichen. Die hinterlegten Barmittel zur Absicherung von
etwaigen nicht bedienten Ansprüchen der kreditgebenden Banken betrugen 16,8 Mio €
(Vj. Skandifinanz Bank AG: 29,0 Mio €).
Die Continental AG hat im Dezember 2010 mit der Landesbank Hessen-Thüringen Girozentrale,
Frankfurt a. M., Deutschland, ein neues Forderungsverkaufsprogramm mit einem Finanzierungsvolumen
von 150,0 Mio € bis auf Weiteres abgeschlossen. Forderungen können von den Konzerngesellschaften
Continental Benelux SPRL, Belgien, Continental Automotive Benelux BVBA, Belgien, Continental
France SNC, Frankreich, Continental Automotive France SAS, Frankreich, und Continental
Automotive Rambouillet France SAS, Frankreich, verkauft werden. Zum 31. Dezember 2010
betrug das Volumen der verkauften Forderungen 144,9 Mio €. Die mit den verkauften
Forderungen im Zusammenhang stehenden Verbindlichkeiten beliefen sich auf 82,8 Mio
€. Von den verkauften Forderungen wurden bis zum Jahresende bereits 39,8 Mio € durch
Zahlung beglichen.
In den USA wurde das bestehende Forderungsverkaufsprogamm mit der Wells Fargo Bank
N.A. (ehemals Wachovia Bank National Association), Atlanta, USA, um den Partner Bank
of Nova Scotia, Houston, USA, erweitert und in diesem Zusammenhang das Finanzierungsvolumen
auf 150,0 Mio US-Dollar erhöht. Im Oktober 2010 wurde der Vertrag bis zum 28. Oktober
2011 mit einer Option auf ein weiteres Jahr verlängert. Das Programm kann von der
Continental Tire The Americas LLC, Charlotte, USA, sowie der Continental Automotive
Systems, Inc., Auburn Hills, USA, genutzt werden. Zum 31. Dezember 2010 betrug das
Volumen der verkauften Forderungen 74,7 Mio € (Vj. 69,4 Mio €). Die mit den verkauften
Forderungen im Zusammenhang stehenden Verbindlichkeiten beliefen sich auf 74,7 Mio
€ (Vj. 69,4 Mio €). Zusätzlich wurden weitere Forderungen in Höhe von 294,9 Mio €
(Vj. 187,5 Mio €) an Sicherheiten hinterlegt.
Die nicht einzelwertberichtigten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gliedern
sich zu den Abschlussstichtagen in folgende Laufzeitbänder:
| Mio € |
|
davon: | davon: in den folgenden Zeiträumen überfällig | |||
|
|
Buchwert | nicht überfällig | weniger als 15 Tage |
15 - 29 Tage |
30 - 59 Tage |
60 - 89 Tage |
| 31.12.2010 |
|
|
|
|
|
|
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen1 |
3.698,1 | 3.342,4 | 177,8 | 53,1 | 49,7 | 17,9 |
| 31.12.2009 |
|
|
|
|
|
|
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen1 |
2.864,6 | 2.487,2 | 199,3 | 62,9 | 56,7 | 20,0 |
Der Continental-Konzern geht, basierend auf historischem Zahlungsverhalten und Analyse
der Kreditwürdigkeit der Kunden, davon aus, dass die überfälligen, nicht wertberichtigten
Forderungen in voller Höhe beglichen werden und keine Wertberichtigung erforderlich
ist.
Zum 31. Dezember 2010 wurden von vier Konzerngesellschaften des Continental-Konzerns
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von insgesamt 397,7 Mio € (Vj.
391,6 Mio €) als Sicherheit für ein Darlehen der Continental AG mit der Europäischen
Investitionsbank abgetreten. Die Notwendigkeit zur Besicherung des Darlehens resultiert
aus der Verschlechterung des Ratings des Continental-Konzerns im Jahr 2009. Zum Zeitpunkt
der letzen Meldung der abgetretenen Forderungen betrugen diese 625,1 Mio €; die Differenz
resultiert aus Zahlungseingängen bis zum 31. Dezember 2010, welche nicht durch neue
Forderungen kompensiert wurden.
Im Vorjahr wurden bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen mit einem Buchwert
von 1,8 Mio € die Vertragskonditionen neu verhandelt, da sonst eine Überfälligkeit
entstanden wäre. Im Berichtszeitraum gibt es keine wesentlichen vergleichbaren Sachverhalte.
Innerhalb der Forderungen sind zum 31. Dezember 2010 0,1 Mio € (Vj. keine) aus "Percentage-of-Completion"
enthalten. Anzahlungen von Kunden sind wie im Vorjahr nicht in den Forderungen enthalten.
Die kumulierten Kosten und Gewinne der am Stichtag noch laufenden Fertigungsaufträge
betragen 2010 3,5 Mio € (Vj. -1,1 Mio €). Im Berichtszeitraum wurden Umsatzerlöse
aus Fertigungsverträgen in Höhe von 3,5 Mio € (Vj. 66,5 Mio €) erfasst. Der Rückgang
resultiert im Wesentlichen aus dem Verkauf des Geschäftsbereichs Public Transport
Solution zum 31. Oktober 2009.
Die als flüssige Mittel ausgewiesenen Zahlungsmittelbestände umfassen sämtliche Barmittel
und Sichteinlagen. Als Zahlungsmitteläquivalente gelten kurzfristige, äußerst liquide
Finanzinvestitionen, die jederzeit in bestimmte Zahlungsmittelbeträge umgewandelt
werden können und nur unwesentlichen Wertschwankungen unterliegen.
Bezüglich des Zinsrisikos und der Sensitivitätsanalyse für finanzielle Vermögenswerte
und Verbindlichkeiten verweisen wir auf Kapitel 29.
| Mio € | 31.12.2010 | 31.12.2009 |
| Vermögenswerte der zur Veräußerung bestimmten Geschäftsbereiche | - | 38,2 |
| Zur Veräußerung bestimmte Sachanlagen | 22,0 | 4,1 |
| Zur Veräußerung bestimmte Vermögenswerte | 22,0 | 42,3 |
Die zur Veräußerung bestimmten Vermögenswerte betreffen mit 15,5 Mio € die im Berichtsjahr
aus den Sachanlagen umgegliederte Immobilie an unserem Standort in Costa Rica der
Division Powertrain. Für dieses Objekt besteht keine Weiterverwendungsmöglichkeit
im Konzern. Im Zusammenhang mit der anstehenden Veräußerung ergab sich ein Wertminderungsbedarf
in Höhe von 7,7 Mio €.
Weitere Vermögenswerte betreffen insbesondere kleinere zur Veräußerung gehaltene Liegenschaften.
Die im Vorjahr zur Veräußerung bestimmten Geschäftsbereiche sind im Berichtsjahr abgegangen.
Im Februar 2010 wurde die Beteiligung an der Siemens VDO Automotive Co. Ltd Huizhou,
Huizhou, China, von der Division Interior an die Desay Industry Development Limited,
veräußert. Zudem wurden zwei kleinere Geschäftsaktivitäten der Division ContiTech
im Jahr 2010 verkauft. Wir verweisen auf Kapitel 5.
Die zur Veräußerung bestimmten Vermögenswerte sind mit dem niedrigeren Wert aus Buchwert
vor Klassifizierung der Sachgesamtheit als zur Veräußerung bestimmter Vermögenswert
und dem beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten bewertet.
Kapitel 33 enthält eine Übersicht der zur Veräußerung bestimmten Verbindlichkeiten.
Die Vermögenswerte der zur Veräußerung bestimmten Vermögenswerte und Geschäftsbereiche
nach Wertminderungen setzen sich wie folgt zusammen:
| Mio € | 31.12.2010 | 31.12.2009 |
| Anlagevermögen | - | 3,9 |
| Beteiligungen | - | 26,5 |
| Vorräte | - | 2,0 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | - | 2,1 |
| Sonstiges Umlaufvermögen | - | 3,7 |
| Flüssige Mittel | - | 0,0 |
| Vermögenswerte der zur Veräußerung bestimmten Geschäftsbereiche | - | 38,2 |
|
|
2010 | 2009 |
| Am 01.01. | 169.005.983 | 169.005.983 |
| Barkapitalerhöhung | 31.000.000 | - |
| Am 31.12. | 200.005.983 | 169.005.983 |
Am 6. Januar 2010 beschloss der Vorstand der Continental AG mit Zustimmung des Aufsichtsrats
eine Erhöhung des Grundkapitals von 432.655.316,48 € um nominell 79.360.000,00 € durch
Ausgabe von 31.000.000 neuen Aktien aus genehmigtem Kapital (Genehmigtes Kapital 2007).
Das Grundkapital der Gesellschaft zum Bilanzstichtag beträgt somit 512.015.316,48
€ (Vj. 432.655.316,48 €) und ist eingeteilt in 200.005.983 (Vj. 169.005.983) auf den
Inhaber lautende Stückaktien mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital in Höhe
von 2,56 € pro Aktie.
Die Kapitalerhöhung wurde in Form eines Bezugsangebots an die Aktionäre der Continental
AG durchgeführt. Hierbei wurden durch ein Bankenkonsortium unter Führung von der Deutschen
Bank AG, Goldman Sachs International und J.P. Morgan Securities Ltd. in einem ersten
Schritt am 6. Januar 2010 im Rahmen einer Privatplatzierung 24,55 Mio Aktien bei institutionellen
Anlegern zu einem Preis von 35,00 € plaziert. Am 12. Januar 2010 wurden im Rahmen
eines Accelerated Bookbuilt Offering weitere 6,45 Mio Aktien bei institutionellen
Anlegern zu einem Preis von 40,00 € angeboten. Aufgrund der Ausübung der Bezugsrechte
durch die Streubesitzaktionäre wurde die Zuteilung um 3,4 Mio Aktien verringert. Neben
den genannten Instituten wurde die Kapitalerhöhung auch durch BNP Paribas, CALYON
und HSBC Trinkaus begleitet.
Die Aktionäre konnten vom 12. Januar bis einschließlich 25. Januar 2010 ihre Bezugsrechte
ausüben und zwei neue Aktien für je elf alte Aktien beziehen. Der Börsenhandel der
Bezugsrechte an der Frankfurter Wertpapierbörse fand vom 12. Januar 2010 bis (einschließlich)
21. Januar 2010 statt. Die neuen Aktien sind ab dem Geschäftsjahr 2009 voll dividendenberechtigt.
Am 26. Januar 2010 teilte die Continental AG mit, dass mehr als 99 % der Streubesitzaktionäre
von ihrem Bezugsrecht Gebrauch machten. Insgesamt wurde ein Netto-Emissionserlös in
Höhe von 1.056,0 Mio € vor Steuereffekten erzielt. Dabei wurden 57,8 Mio € Transaktionskosten
mindernd im Eigenkapital berücksichtigt, gegenwirkend wurden 17,3 Mio € latente Steuern
erfasst. Die Kapitalerhöhung diente der Rückführung von Verbindlichkeiten der Continental
AG aus dem VDO-Kredit.
Dem Unternehmen steht von dem ursprünglich am 24. April 2007 beschlossenen Ermächtigungsbetrag
von 187,5 Mio € nach Durchführung einer Kapitalerhöhung aus genehmigtem Kapital im
Jahr 2007 sowie nach Ausgabe von 31.000.000 Aktien gegen Bareinlage im Jahr 2010 zum
Bilanzstichtag noch ein genehmigtes Kapital in Höhe von 70,6 Mio € zur Ausgabe neuer
Aktien gegen Bar- und/oder Sacheinlagen bis zum 23. April 2012 zur Verfügung.
Aufgrund des Beschlusses der Hauptversammlung vom 23. April 2009 steht der Gesellschaft
ein weiteres genehmigtes Kapital in Höhe von 66,0 Mio € zur Ausgabe neuer Aktien gegen
Bar- und/oder Sacheinlage bis zum 22. April 2014 zur Verfügung.
Die Hauptversammlung hat am 14. Mai 2004 den Aktienoptionsplan 2004 für Vorstände
und obere Führungskräfte beschlossen. Der Aktienoptionsplan 2004 ermächtigte den Vorstand
nach näherer Maßgabe des Plans bis zum 13. Mai 2009 zur Gewährung von insgesamt 3.936.000
Bezugsrechten, die jeweils zum Bezug einer Aktie berechtigen. 2010 wurden wie im Vorjahr
keine Bezugsrechte ausgeübt. Im Jahr 2010 sind 34.700 (Vj. 49.900) Bezugsrechte verfallen,
sodass zum Bilanzstichtag noch 67.800 Bezugsrechte ausgegeben waren.
Der in der Hauptversammlung vom 25. April 2008 beschlossene Aktienoptionsplan 2008
ermächtigt zur Ausgabe von bis zu 7.800.000 Bezugsrechten an Vorstände und obere Führungskräfte
bis zum 24. April 2013. 2010 wurden wie im Vorjahr keine Bezugsrechte ausgegeben,
verfallen sind 9.900 (Vj. 39.850). Damit sind zum Bilanzstichtag noch 56.200 Bezugsrechte
ausgegeben.
Im Dezember 2008 wurde den oberen Führungskräften des Konzerns, denen Bezugsrechte
aus den Aktienoptionsplänen 2004 oder 2008 eingeräumt worden sind, ein Angebot zur
Ablösung der erteilten und noch nicht ausgeübten Bezugsrechte unterbreitet. Das Angebot
war bis Januar 2009 befristet, sodass im Geschäftsjahr 2010 keine Bezugsrechte (Vj.
1.769.300) abgelöst wurden.
Das Grundkapital ist gemäß § 4 Abs. 4 der Satzung um bis zu 111,5 Mio € für bis zum
4. Mai 2011 auf der Grundlage der Ermächtigung vom 5. Mai 2007 ausgegebene Wandel-
und/oder Optionsrechte bedingt erhöht.
Gemäß § 4 Abs. 5 der Satzung ist das Grundkapital um bis zu 3,8 Mio € für die Gewährung
von Bezugsrechten im Rahmen des Aktienoptionsplanes 2004 bedingt erhöht.
Das bedingte Kapital II gemäß § 4 Abs. 6 der Satzung in Höhe von 37,5 Mio € dient
der Gewährung von neuen Stückaktien für die Inhaber von Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen,
Genussrechten oder Gewinnschuldverschreibungen, sofern sie bis zum 4. Mai 2011 auf
der Grundlage der von der Hauptversammlung am 25. April 2008 erteilten Ermächtigung
ausgegeben werden.
Nach § 4 Abs. 7 der Satzung ist das Grundkapital um 20,0 Mio € für die Gewährung von
Bezugsrechten aus dem Aktienoptionsplan 2008 bedingt erhöht.
Das von der Hauptversammlung vom 23. April 2009 beschlossene bedingte Kapital III
gemäß § 4 Abs. 8 der Satzung in Höhe von 43,5 Mio € dient der Gewährung von neuen
Stückaktien an die Inhaber von Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen, Genussrechten
und/oder Gewinnschuldverschreibungen, die bis zum 22. April 2014 auf der Grundlage
der von der Hauptversammlung am 23. April 2009 erteilten Ermächtigung ausgegeben werden.
Die Veränderung des bedingten Kapitals ergibt sich aus der nachstehenden Aufstellung:
| Tsd € | 2010 | 2009 |
| Bedingtes Kapital 01.01. | 209.394 | 170.654 |
| Zugänge | - | 43.500 |
| Verfall von ausgegebenen Bezugsrechten | -114 | -230 |
| Abfindung von ausgegebenen Bezugsrechten | - | -4.530 |
| Bedingtes Kapital 31.12. | 209.280 | 209.394 |
Nach dem Aktiengesetz bemessen sich die an die Aktionäre ausschüttbaren Dividenden
ausschließlich nach dem im Jahresabschluss der Continental AG gemäß deutschem Handelsrecht
ausgewiesenem Bilanzgewinn zum 31. Dezember 2010 in Höhe von 61,1 Mio € (Vj. Bilanzverlust
von 993,7 Mio €). Der Hauptversammlung wird vorgeschlagen, auf eine Dividendenausschüttung
zugunsten der Stärkung der Eigenkapitalbasis und Reduzierung der Finanzverschuldung
zu verzichten und den Bilanzgewinn auf neue Rechnung vorzutragen. Im Jahr 2010 wurde
für das Geschäftsjahr 2009 aufgrund des Bilanzverlustes im Vorjahr ebenfalls keine
Dividende ausgeschüttet.
Die für die aktienorientierte Vergütung zur Verfügung gestellten Eigenkapitalinstrumente
sind im Rahmen der Ausführungen zum Eigenkapital unter Kapitel 23 erläutert.
Die Aufwendungen aus den Aktienoptionsplänen werden im Personalaufwand erfasst und
innerhalb der sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen. Im Berichtsjahr betrugen
diese 17,3 Mio € (Vj. 21,1 Mio €).
Mit Zustimmung der Hauptversammlung vom 14. Mai 2004 hat die Continental AG einen
variablen Aktienoptionsplan (Aktienoptionsplan 2004) eingeführt, der den Aktienoptionsplan
1999 ersetzt und es ermöglicht, bis zu 3,9 Mio Bezugsrechte auszugeben. Die nach diesem
Plan gewährten Optionen berechtigen jeweils zum Bezug einer Aktie. Nach Ablauf einer
Sperrfrist von drei Jahren, beginnend mit dem Datum des Vorstandsbeschlusses (bzw.
Aufsichtsratsbeschlusses) über die Zuteilung, können die Aktienoptionen in den darauf
folgenden zwei Jahren innerhalb bestimmter Ausübungsfenster ausgeübt, d. h. die entsprechende
Anzahl Aktien der Continental AG bezogen werden.
Als Voraussetzung für die Ausübung der Bezugsrechte enthalten die variablen Aktienoptionspläne
der Continental AG ein Erfolgsziel. Danach ist für die Ausübung erforderlich, dass
der durchschnittliche Börsenkurs der Continental-Aktie in der Xetra-Schlussauktion
der Frankfurter Wertpapierbörse während der letzten zehn Handelstage vor einem Ausübungsfenster
mindestens 15 % (= Ausübungshürde) über dem durchschnittlichen Schlusskurs der letzten
zehn Handelstage vor dem Ausgabekurs gelegen hat.
Die Höhe des Ausübungspreises variiert in Höhe eines Outperformance- sowie eines Performance-Abschlages.
Der Outperformance-Abschlag wird auf Basis der Entwicklung der Continental-Aktie im
Vergleich zur Entwicklung des MDAX ermittelt. Der Performance-Abschlag errechnet sich
in Abhängigkeit von der relativen Veränderung der EBIT-Marge des Konzerns.
Die ausgegebenen Bezugsrechte werden mittels des Monte-Carlo-Simulationsmodells bewertet.
Dieses Modell gewährleistet eine realitätsnahe Berücksichtigung der Auswirkungen des
Erfolgszieles sowie des Performance- und des Outperformance-Abschlags. Das Modell
simuliert dabei den Kurs der Continental-Aktie sowie den Kurs des MDAX, um die Outperformance
der Continental-Aktie gegenüber dem Vergleichsindex und die Steigerung des durchschnittlichen
Schlusskurses der Continental-Aktie gegenüber dem Referenzkurs abzubilden. Das Bewertungsmodell
berücksichtigt zudem Annahmen über die Fluktuation. Die Anpassung des Ausübungspreises
durch die Outperformance der Continental-Aktie im Vergleich zum MDAX ist nach IFRS
eine sogenannte Market Condition und wird nur in der Bewertung zum Ausgabetag berücksichtigt.
Die Anpassung des Ausübungspreises an die Entwicklung der Umsatz-Rendite (EBIT in
% vom Umsatz) des Continental-Konzerns ist nach IFRS eine sogenannte Performance-Condition.
Das verwendete Modell berücksichtigt die Möglichkeit der vorzeitigen Ausübung der
Optionen in all den Fällen, in denen der angepasste Ausübungspreis die Schwelle von
50 % des Referenzkurses unterschreiten würde und soweit das Erfolgsziel während der
Ausübungsfenster erreicht ist. Darüber hinaus wird im Modell auf der Basis von Erfahrungswerten
die sofortige Ausübung nach Ablauf der Sperrfrist von aus dem Konzern ausgeschiedenen
Optionsberechtigten unterstellt.
Die erwarteten Dividenden, die für jedes Laufzeitjahr der Optionen im Modell angesetzt
werden, basieren auf veröffentlichten Schätzungen von Analysten.
Für die Volatilität und Korrelation wurden die historischen Volatilitäten und die
historische Korrelation herangezogen. Die Ermittlung erfolgt auf der Basis von Schlusskursen
für die Continental-Aktie und den MDAX-Index zum Bilanzstichtag. Der Betrachtungshorizont
umfasst die jeweilige Restlaufzeit der Optionsrechte.
Bei der Berechnung des Ausübungspreises sind Zuschläge aufgrund einer negativen Entwicklung
der Continental-Aktie im Vergleich zum Referenzkurs möglich und bei der Ermittlung
der Outperformance wird die Entwicklung gegenüber dem Börsenindex zugrunde gelegt,
dem die Continental-Aktie zu Beginn eines Ausübungsfensters angehört. Weiterhin beinhaltet
der Plan eine Höchstgrenze der erzielbaren Vermögensvorteile der Bezugsberechtigten.
|
|
2010 | 2009 | ||
| Mio € |
Anzahl der Bezugsrechte |
Durchschnittlicher Ausübungspreis1 |
Anzahl der Bezugsrechte |
Durchschnittlicher Ausübungspreis1 |
|
|
1.000 Stück | €/Stück | 1.000 Stück | €/Stück |
| Bestand am 01.01. | 1.767,6 | 95,72 | 1.844,5 | 95,13 |
| Verfallen | 3,3 | 118,65 | 49,9 | 102,51 |
| Abgelaufen2 | 481,1 | 68,87 | - | - |
| Noch bestehend am 31.12. | 1.283,2 | 105,73 | 1.767,6 | 95,72 |
| Ausübbar am 31.12.3 | 1.283,2 | 105,73 | 1.083,5 | 81,24 |
1
Es wird die durchschnittliche Ausübungshürde angegeben, da weder im Berichtszeitraum
noch in der Vorperiode Bezugsrechte ausgeübt wurden.
2
Dieser Kurs berücksichtigt im Berichtszeitraum nicht die bereits abgefundenen Optionen.
3
Von den am 31. Dezember ausübbaren Bezugsrechten können noch 67.800 Bezugsrechte ausgeübt
werden. Die übrigen Bezugsrechte sind dem Abfindungsangebot der Vorperioden zuzurechnen.
Mit Wirksamwerden des Aktienoptionsplans 2008 werden aus dem Aktienoptionsplan 2004
keine weiteren Bezugsrechte mehr ausgegeben.
Der gewichtete Durchschnitt der restlichen Vertragslaufzeit beträgt ein Jahr (Vj.
ein Jahr und sechs Monate). Die maximale Restlaufzeit des Aktienoptionsplans 2004
beträgt ein Jahr und sechs Monate.
Sowohl in der Berichtsperiode als auch in der Vorjahresberichtsperiode wurden keine
Aktienoptionen ausgeübt. Die Bandbreite der Ausübungspreise liegt bei der Tranche
2006 zwischen 39,62 € und 91,13 € und bei der Tranche 2007 zwischen 51,59 € und 118,65
€.
Mit Zustimmung der Hauptversammlung vom 25. April 2008 hat die Continental AG einen
weiteren variablen Aktienoptionsplan (Aktienoptionsplan 2008) für Personen aus dem
Kreis der oberen Führungskräfte sowie für den Vorstand eingeführt, um der neuen Führungsstruktur
nach dem Erwerb der Siemens VDO Rechnung tragen zu können. Der Plan entspricht in
den Grundzügen dem Aktienoptionsplan 2004. Die im Rahmen des Aktienoptionsplans gewährten
Bezugsrechte berechtigen jeweils zum Bezug einer Aktie der Gesellschaft. Insgesamt
können im Rahmen des Aktienoptionsplans 2008 bis zu 7,8 Mio Bezugsrechte ausgegeben
werden. Die Ausgabe der Bezugsrechte einer Tranche erfolgt am elften Werktag, der
auf die Veröffentlichung des Zwischenberichts über das erste Quartal des betreffenden
Jahres folgt ("Ausgabetag"). Die Ausübung der Bezugsrechte kann erst nach Ablauf einer
Frist von drei Jahren seit dem Ausgabetag ("Wartezeit") innerhalb einer sich unmittelbar
an die Wartezeit anschließenden weiteren Frist von zwei Jahren ("Ausübungszeitraum")
erfolgen. Während eines Ausübungszeitraums können die Bezugsrechte nur innerhalb bestimmter
Zeiträume ("Ausübungsfenster") ausgeübt werden.
Die Ausübung ist auch an die Erreichung eines "Erfolgsziels" gekoppelt. Danach ist
eine Ausübung nur möglich, wenn der Durchschnitt aus den Schlusskursen der Continental-Aktie
im Xetra-Handel ("durchschnittlicher Schlusskurs") während der letzten zehn Handelstage
vor dem jeweiligen Ausübungsfenster mindestens 15 % über dem durchschnittlichen Schlusskurs
während der letzten zehn Handelstage vor dem Ausgabetag liegt. Der Ausgabebetrag für
Aktien, die aufgrund einer Ausübung von Bezugsrechten aus dem Aktienoptionsplan 2008
bezogen werden ("Ausübungspreis"), entspricht dem durchschnittlichen Schlusskurs während
der zehn Börsenhandelstage, die dem Ausgabetag vorausgehen ("Ausgabekurs"), zuzüglich
eines Zuschlags, abzüglich eines performance-orientierten Abschlags und korrigiert
um einen outperformance-orientierten Ab- bzw. Zuschlag. Der Performance-Abschlag errechnet
sich in Abhängigkeit von der relativen Veränderung der EBIT-Marge des Konzerns. Die
Ermittlung der Outperformance-Ab-bzw. -Zuschläge wird auf Basis der Entwicklung der
Continental-Aktie im Vergleich zur Entwicklung des DAX bzw. des Börsenindex, dem die
Continental-Aktie zu Beginn des Ausübungsfensters angehört, ermittelt.
Die ausgegebenen Bezugsrechte werden mittels des Monte-Carlo-Simulationsmodells bewertet,
welches detailliert unter der Beschreibung des Aktienoptionsplans 2004 erläutert ist.
In Übereinstimmung mit dem Aktienoptionsplan 2004 gilt eine Höchstgrenze der erzielbaren
Vermögensvorteile der Bezugsberechtigten.
Der gewichtete Durchschnitt der restlichen Vertragslaufzeit beträgt zwei Jahre und
vier Monate (Vj. drei Jahre und vier Monate) und entspricht der maximalen Restlaufzeit
des gesamten Aktienoptionsplans 2008.
|
|
2010 | 2009 | ||
| Mio € |
Anzahl der Bezugsrechte |
Durchschnittlicher Ausübungspreis1 |
Anzahl der Bezugsrechte |
Durchschnittlicher Ausübungspreis1 |
|
|
1.000 Stück | €/Stück | 1.000 Stück | €/Stück |
| Bestand am 01.01. | 1.183,7 | 89,95 | 1.223,5 | 89,95 |
| Verfallen | 9,9 | 89,95 | 39,9 | 89,95 |
| Noch bestehend am 31.12.2 | 1.173,8 | 89,95 | 1.183,7 | 89,95 |
| Ausübbar am 31.12. | - | - | - | - |
1
Es wird die durchschnittliche Ausübungshürde angegeben, da weder im Berichtszeitraum
noch inder Vorperiode Bezugsrechte ausgeübt wurden.
2
Dem Abfindungsangebot sind insgesamt aus den Vorperioden 1.117.550 Bezugsrechte zuzurechnen.
Die Prämissen für die Berechnung des beizulegenden Zeitwerts der jeweiligen Tranchen
haben sich wie folgt entwickelt:
|
|
Tranche 2008 | Tranche 2007 |
| Referenzkurs in € | 78,22 | 103,17 |
| Schlusskurs Continental in € | 82,16 | 104,62 |
| Schlusskurs DAX-Index | 7.156,55 | 8.050,68 |
| Risikofreier Anlagezinssatz (in %)1 | 3,96 | 4,42 |
| Volatilität Continental (in %) | 27,20 | 29,19 |
| Volatilität DAX (in %) | 17,07 | 22,99 |
| Korrelation Continental/DAX | 0,62 | 0,55 |
| Dividendenrendite (in %) | 2,55 | 2,27 |
| Laufzeit | 5 Jahre | 5 Jahre |
| Zeitwert zum Gewährungszeitpunkt in € | 27,52 | 37,84 |
| Zeitwert zum Bilanzstichtag 31.12.2010 in € | 32,06 | 36,18 |
| Zeitwert zum Bilanzstichtag 31.12.2009 in € | 29,50 | 36,18 |
1
Basis: Zinsstrukturkurve für Bundesanleihen.
Im Dezember 2008 wurde den oberen Führungskräften des Konzerns, denen Bezugsrechte
aus den Aktienoptionsplänen 2004 oder 2008 eingeräumt wurden, ein Abfindungsangebot
für die erteilten und noch nicht ausgeübten Bezugsrechte unterbreitet. Hintergrund
des Abfindungsangebots war der geringe Free Float der Aktie der Continental AG, durch
den die Aktienkursentwicklung zufälligen Schwankungen unterworfen sein konnte, die
nicht die wirtschaftliche Entwicklung von Continental widerspiegeln. Damit konnte
der Aktienoptionsplan seine Wirkung als langfristiges, auf den Unternehmenserfolg
ausgerichtetes Vergütungsinstrument nicht mehr erfüllen.
Basis für das Abfindungsangebot war der beizulegende Zeitwert der Bezugsrechte zum
31. Oktober 2008. Der durchschnittliche gewichtete beizulegende Zeitwert der Tranchen
2005 bis 2008 betrug 3,13 €. Auf Basis dieser Bewertung wurde für die Auszahlungen
in den Jahren 2010 und 2011 im Geschäftsjahr 2008 erstmalig eine Rückstellung gebildet.
Die Annahmefrist lief bis Mitte Januar 2009. Ein Großteil der Bezugsberechtigten hat
das Angebot angenommen.
Als Bestandteil der Vorstandsvergütungen wurde Ende 2009 beschlossen, einen Teil des
variablen Elements in virtuelle Aktien umzurechnen. Der gesamte Bonusbetrag in Höhe
von 1,2 Mio € wurde zum Ende der Berichtsperiode als Rückstellung berücksichtigt.
Die Erläuterung der Vorstandsvergütung ist dem Vergütungsbericht zu entnehmen.
Pensionen und ähnliche Verpflichtungen sind insgesamt in folgenden Bilanzposten ausgewiesen:
| Mio € | 31.12.2010 | 31.12.2009 |
| Pensionsrückstellungen (Verpflichtungen ohne Fonds sowie passiver Saldo aus Verpflichtungen und zugehörigen Fonds) |
1.196,4 | 1.156,8 |
| Rückstellungen für andere Versorgungsleistungen | 180,3 | 168,5 |
| Rückstellungen für ähnliche Verpflichtungen | 27,8 | 19,7 |
| Pensionsverpflichtungen | 1.404,5 | 1.345,0 |
| Aktiver Saldo aus Pensionsbewertung (Unterschied aus Pensionsverpflichtungen und zugehörigen Fonds) |
73,8 | 70,8 |
Der Continental-Konzern gewährt seinen Mitarbeitern betriebliche Altersversorgung
in Form von leistungs- und beitragsorientierten Plänen innerhalb von allgemeinen Rahmenplänen
sowie Einzelzusagen. Die Rückstellungen decken die Verpflichtungen aus leistungsorientierten
Plänen, die insbesondere in Deutschland, den USA, Kanada, Großbritannien, Österreich,
Frankreich, Mexiko, Italien und Irland bestehen.
Für eine Vielzahl der Pensionspläne bestehen ausgelagerte Pensionsfonds, die zur kompletten
bzw. teilweisen Finanzierung der Pensionsverpflichtungen dienen. Das Fondsvermögen
darf ausschließlich für die Abwicklung der Pensionsverpflichtungen verwendet werden.
Die wesentlichen Fonds bestehen in den USA, in Großbritannien und in Deutschland [in
Form von als Contractual Trust Arrangement (CTA) ausgestaltete Treuhandfonds]. Das
Vermögen dieser Pensionsfonds wird mit den dazugehörigen Pensionsrückstellungen -
soweit sie als Planvermögen im Sinne von IAS 19 qualifiziert werden - saldiert dargestellt.
Im Vorjahr wurde aufgrund von Vermögensumschichtungen in einzelnen in Deutschland
abgeschlossenen CTAs - verbunden mit einem Anteilserwerb an der ContiTech AG durch
den Continental Pension Trust e.V. in Höhe von 24,9 % zu einem Kaufpreis von 475,6
Mio € - die Planvermögenseigenschaft des Deckungsvermögens aufgegeben. Neben dieser
Vermögensumschichtung wurden auch die weiteren Vermögenswerte der entsprechenden CTAs
in Höhe von ursprünglich 95,1 Mio € nicht mehr mit den dazugehörigen Verpflichtungen
saldiert ausgewiesen.
Die Aktivwerte der Pensionsfonds beinhalten zudem insbesondere in Deutschland abgeschlossene
Rückdeckungsversicherungen. Des Weiteren sind in Deutschland bestehende Pensionskassen
aufgrund bestimmter Haftungsrisiken in der Überleitung der Pensionspläne enthalten.
| Mio € | 31.12.2010 | 31.12.2009 |
| Pensionsrückstellungen (Verpflichtungen ohne Fonds sowie passiver Saldo aus Verpflichtungen und zugehörigen Fonds) |
1.196,4 | 1.156,8 |
| Aktiver Saldo aus Pensionsbewertung (Unterschied aus Pensionsverpflichtungen und zugehörigen Fonds) |
73,8 | 70,8 |
| Nettobilanzbetrag | 1.122,6 | 1.086,0 |
Die Pensionsrückstellungen haben sich gegenüber dem Vorjahr um 39,6 Mio € erhöht.
Im Wesentlichen resultiert die Erhöhung aus laufenden Pensionsaufwendungen, welche
durch die erfolgten Rentenzahlungen und Einzahlungen in die Pensionsfonds nicht kompensiert
werden konnten. Der aktive Saldo aus Pensionsverpflichtungen und zugehörigen Fonds
erhöhte sich um 3,0 Mio €, maßgeblich durch Einzahlungen in die Pensionsfonds in Großbritannien.
Die nachfolgenden Tabellen zeigen eine Aufteilung der Pensionsverpflichtungen nach
Deutschland, den USA und Kanada, Großbritannien sowie den übrigen Ländern und die
Gesamtwerte für den Continental-Konzern. Die USA und Kanada werden mit "USA/C" abgekürzt.
Die Überleitung der Veränderungen des Anwartschaftsbarwertes am Beginn und am Ende
des Berichtsjahres stellt sich wie folgt dar:
| Mio € | 2010 | 2009 | ||||
|
|
D | USA/C | UK | Übrige | Gesamt | D |
| Anwartschaftsbarwert am 01.01. | 1.760,2 | 935,4 | 194,9 | 165,9 | 3.056,4 | 1.621,5 |
| Währungsdifferenzen | - | 80,2 | 6,1 | 7,9 | 94,2 | - |
| Dienstzeitaufwand: Barwert der im Jahr erworbenen Ansprüche |
51,0 | 6,0 | 2,6 | 12,0 | 71,6 | 52,9 |
| Aufzinsung der erwarteten Pensionsverpflichtungen | 87,2 | 55,2 | 11,0 | 10,0 | 163,4 | 86,5 |
| Planänderungen | - | -2,1 | - | 3,4 | 1,3 | - |
| Versicherungsmathematische Verluste aufgrund von Annahmeänderungen |
44,6 | 24,3 | 20,9 | 13,9 | 103,7 | 61,3 |
| Versicherungsmathematische Verluste/Gewinne aufgrund abweichender Ereignisse |
18,6 | 1,0 | 1,6 | -0,2 | 21,0 | 22,4 |
| Plankürzungen und -abgeltungen | - | -4,4 | - | -0,9 | -5,3 | - |
| Veränderungen im Konsolidierungskreis | -3,2 | - | - | 0,3 | -2,9 | -2,3 |
| Einzahlungen durch die Arbeitnehmer | - | 0,1 | 0,9 | 0,3 | 1,3 | - |
| Übrige Veränderungen | - | - | -0,5 | 0,8 | 0,3 | - |
| Pensionszahlungen | -82,5 | -60,5 | -6,9 | -12,3 | -162,2 | -82,1 |
| Anwartschaftsbarwert am 31.12. | 1.875,9 | 1.035,2 | 230,6 | 201,1 | 3.342,8 | 1.760,2 |
| Mio € | 2009 | |||
|
|
USA/C | UK | Übrige | Gesamt |
| Anwartschaftsbarwert am 01.01. | 855,8 | 164,1 | 159,5 | 2.800,9 |
| Währungsdifferenzen | 8,8 | 16,3 | 5,7 | 30,8 |
| Dienstzeitaufwand: Barwert der im Jahr erworbenen Ansprüche |
7,1 | 3,0 | 10,4 | 73,4 |
| Aufzinsung der erwarteten Pensionsverpflichtungen | 53,6 | 10,7 | 10,2 | 161,0 |
| Planänderungen | - | - | 0,0 | 0,0 |
| Versicherungsmathematische Verluste aufgrund von Annahmeänderungen |
65,2 | 13,0 | 10,1 | 149,6 |
| Versicherungsmathematische Verluste/Gewinne aufgrund abweichender Ereignisse |
-1,4 | -4,9 | -2,4 | 13,7 |
| Plankürzungen und -abgeltungen | 4,3 | 0,0 | -15,5 | -11,2 |
| Veränderungen im Konsolidierungskreis | - | - | 3,5 | 1,2 |
| Einzahlungen durch die Arbeitnehmer | 0,1 | 1,1 | 0,3 | 1,5 |
| Übrige Veränderungen | - | 1,3 | 0,1 | 1,4 |
| Pensionszahlungen | -58,1 | -9,7 | -16,0 | -165,9 |
| Anwartschaftsbarwert am 31.12. | 935,4 | 194,9 | 165,9 | 3.056,4 |
Die Überleitung der Veränderungen des Fondsvermögens am Beginn und am Ende des Berichtsjahres
stellt sich wie folgt dar:
| Mio € | 2010 | 2009 | ||||
|
|
D | USA/C | UK | Übrige | Gesamt | D |
| Fondsvermögen zum Zeitwert am 01.01. | 689,3 | 675,6 | 175,9 | 79,1 | 1.619,9 | 1.337,0 |
| Währungskursdifferenzen | - | 59,1 | 5,6 | 5,0 | 69,7 | - |
| Erwartete Erträge des Fondsvermögens | 28,8 | 52,5 | 11,7 | 5,1 | 98,1 | 51,6 |
| Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste aus dem Fondsvermögen | -6,8 | 25,2 | 12,3 | -0,2 | 30,5 | 11,3 |
| Einzahlungen durch die Arbeitgeber | 0,3 | 21,7 | 23,8 | 11,8 | 57,6 | 0,6 |
| Einzahlungen durch die Arbeitnehmer | - | 0,1 | 0,9 | 0,3 | 1,3 | - |
| Plankürzungen und -abgeltungen | 0,0 | - | - | - | 0,0 | - |
| Übrige Veränderungen | - | - | -0,5 | 0,5 | 0,0 | -570,7 |
| Pensionszahlungen | -25,2 | -60,0 | -6,9 | -5,2 | -97,3 | -140,5 |
| Fondsvermögen zum Zeitwert am 31.12. | 686,4 | 774,2 | 222,8 | 96,4 | 1.779,8 | 689,3 |
| Tatsächliche Erträge des Fondsvermögens | 22,0 | 77,7 | 24,0 | 4,9 | 128,6 | 62,9 |
| Mio € | 2009 | |||
|
|
USA/C | UK | Übrige | Gesamt |
| Fondsvermögen zum Zeitwert am 01.01. | 617,7 | 148,2 | 69,1 | 2.172,0 |
| Währungskursdifferenzen | 8,4 | 14,7 | 4,4 | 27,5 |
| Erwartete Erträge des Fondsvermögens | 45,1 | 10,3 | 4,2 | 111,2 |
| Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste aus dem Fondsvermögen | 56,4 | 0,5 | 0,5 | 68,7 |
| Einzahlungen durch die Arbeitgeber | 6,0 | 9,5 | 8,7 | 24,8 |
| Einzahlungen durch die Arbeitnehmer | 0,1 | 1,1 | 0,3 | 1,5 |
| Plankürzungen und -abgeltungen | - | - | -2,7 | -2,7 |
| Übrige Veränderungen | - | 1,3 | -0,2 | -569,6 |
| Pensionszahlungen | -58,1 | -9,7 | -5,2 | -213,5 |
| Fondsvermögen zum Zeitwert am 31.12. | 675,6 | 175,9 | 79,1 | 1.619,9 |
| Tatsächliche Erträge des Fondsvermögens | 101,5 | 10,8 | 4,7 | 179,9 |
Der Anwartschaftsbarwert zum 31. Dezember 2010 bezieht sich mit 3.271,3 Mio € (Vj.
2.989,6 Mio €) auf Pläne, die ganz oder teilweise aus einem Fonds finanziert sind,
und mit 71,5 Mio € (Vj. 66,8 Mio €) auf Pläne, die nicht durch Fonds finanziert sind.
Im Vorjahreszeitraum erfolgte aus den in Deutschland abgeschlossenen CTAs eine Rückerstattung
in Höhe von insgesamt 112,1 Mio € für seit Auflegung der CTAs entstandene und bisher
durch den Continental-Konzern verauslagte Pensionszahlungen. Die sonstigen Veränderungen
resultieren aus der Aufgabe der Planvermögenseigenschaft des Deckungsvermögens der
CTAs aufgrund der Vermögensumschichtungen.
Die Veränderungen aus Konsolidierungskreisänderungen betreffen im Berichtsjahr die
Benoac Fertigteile GmbH, Peine, Deutschland, ContiTech Formpolster GmbH, Hannover,
Deutschland, und die Continental Automotive Corporation Korea Ltd., Seoul, Südkorea.
Im Vorjahr resultierten die Veränderungen im Konsolidierungskreis aus den Beteiligungserwerben
der ERCO, Synerject, Eu-Retec und Kolubara.
Das Fondsvermögen in Deutschland beinhaltet Aktiva der CTAs in Höhe von 273,3 Mio
€ (Vj. 267,8 Mio €), der Pensionskassen in Höhe von 325,2 Mio € (Vj. 334,8 Mio €)
sowie der Rückdeckungsversicherungen in Höhe von 87,8 Mio € (Vj. 86,7 Mio €). Die
versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste des Fondsvermögens in Deutschland
resultieren aus den Pensionskassen mit 1,1 Mio € (Vj. 2,5 Mio €) und den CTAs mit
-7,8 Mio € (Vj. 8,8 Mio €).
Die Continental AG führt in Deutschland Pensionskassen, die seit dem 1. Juli 1983
bzw. 1. März 1984 für Neueintritte geschlossen sind. Zum 31. Dezember 2010 verfügen
die Pensionskassen über die erforderliche Deckungsrücklage; eine Nachschusspflicht
der Continental AG besteht nicht. Das gebundene Fondsvermögen weist zum 31. Dezember
2010 einen beizulegenden Zeitwert von 325,2 Mio € (Vj. 334,8 Mio €) aus. Die Pensionskassen
haben Tarife mit einem Rechnungszins von 3,50 %. Gemäß Betriebsrentengesetz haftet
letztendlich die Continental AG für den Durchführungsweg der Pensionskasse, wonach
es sich um einen Defined-Benefit-Pensionsplan, der im Rahmen der Entwicklung der Pensionsrückstellungen
auszuweisen ist, handelt. Da das Vermögen einschließlich der erwirtschafteten Erträge
ausschließlich den Planmitgliedern zusteht, wird die Anwartschaftsverpflichtung in
gleicher Höhe wie das vorhandene Vermögen zum beizulegenden Zeitwert angesetzt.
In der folgenden Tabelle ist die Überleitung des Finanzierungsstatus zu den in der
Bilanz enthaltenen Beträgen dargestellt:
| Mio € | 31.12.2010 | 31.12.2009 | ||||
|
|
D | USA/C | UK | Übrige | Gesamt | D |
| Finanzierungsstatus1 | -1.189,5 | -261,0 | -7,8 | -104,7 | -1.563,0 | -1.070,9 |
| Noch nicht berücksichtigte versicherungsmathematische Verluste |
121,3 | 267,0 | 35,7 | 23,5 | 447,5 | 51,2 |
| Noch nicht berücksichtigte Dienstzeitaufwendungen aus rückwirkenden Planänderungen |
- |
0,0 | - |
4,3 | 4,3 | - |
| Begrenzung des Vermögenswertes | - | -2,5 | -8,9 | - | -11,4 | - |
| Umbuchungen in "zur Veräußerung bestimmte Verbindlichkeiten" |
- |
- |
- |
- |
- |
3,7 |
| Bilanzbetrag | -1.068,2 | 3,5 | 19,0 | -76,9 | -1.122,6 | -1.016,0 |
| Mio € | 31.12.2009 | |||
|
|
USA/C | UK | Übrige | Gesamt |
| Finanzierungsstatus1 | -259,8 | -19,0 | -86,8 | -1.436,5 |
| Noch nicht berücksichtigte versicherungsmathematische Verluste |
265,9 | 29,9 | 9,5 | 356,5 |
| Noch nicht berücksichtigte Dienstzeitaufwendungen aus rückwirkenden Planänderungen |
0,1 | - |
0,8 | 0,9 |
| Begrenzung des Vermögenswertes | -2,5 | -8,1 | - | -10,6 |
| Umbuchungen in "zur Veräußerung bestimmte Verbindlichkeiten" |
- |
- |
- |
3,7 |
| Bilanzbetrag | 3,7 | 2,8 | -76,5 | -1.086,0 |
1
Differenz zwischen Fondsvermögen und Anwartschaftsbarwert.
Der Bilanzbetrag ist in folgenden Bilanzposten enthalten:
| Mio € | 31.12.2010 | 31.12.2009 | ||||
|
|
D | USA/C | UK | Übrige | Gesamt | D |
| Aktiver Saldo aus Pensionsbewertung | - | 48,6 | 19,0 | 6,2 | 73,8 | - |
| Pensionsrückstellungen | -1.068,2 | -45,1 | - | -83,1 | -1.196,4 | -1.016,0 |
| Bilanzbetrag | -1.068,2 | 3,5 | 19,0 | -76,9 | -1.122,6 | -1.016,0 |
| Mio € | 31.12.2009 | |||
|
|
USA/C | UK | Übrige | Gesamt |
| Aktiver Saldo aus Pensionsbewertung | 58,9 | 5,8 | 6,1 | 70,8 |
| Pensionsrückstellungen | -55,2 | -3,0 | -82,6 | -1.156,8 |
| Bilanzbetrag | 3,7 | 2,8 | -76,5 | 1.086,0 |
Der Pensionsplan der Continental Automotive Trading UK Ltd., Birmingham, Großbritannien,
weist zum Ende des Geschäftsjahres ein Planvermögen aus, das höher als der Anwartschaftsbarwert
ist. Der Ansatz eines solchen Aktivpostens ist beschränkt auf den Barwert des Nutzens,
den der Konzern daraus ziehen kann (Asset Ceiling). Zum 31. Dezember 2010 entspricht
dieser Barwert 0,0 Mio € (Vj. 0,0 Mio €).
Der Pensionsplan der Continental Automotive Canada, Inc., Mississauga, Kanada, weist
ebenfalls Planvermögen aus, das der Continental-Konzern nicht voll nutzen kann. Der
Barwert zum 31. Dezember 2010 beträgt 0,0 Mio € (Vj. 0,1 Mio €).
Die zur Berechnung der Pensionsverpflichtungen notwendigen Prämissen - insbesondere
für die Abzinsungsfaktoren, die langfristigen Entgeltsteigerungsraten sowie die erwartete
langfristige Verzinsung des Fondsvermögens - werden länderspezifisch festgelegt.
In den wesentlichen Pensionsplänen werden die folgenden gewichteten durchschnittlichen
Bewertungsfaktoren zum 31. Dezember des Jahres verwendet:
| in % | 2009 | |
|
|
UK | Übrige |
| Abzinsungsfaktor | 5,50 | 6,19 |
| Erwartete langfristige Verzinsung des Fondsvermögens | 6,44 | 6,34 |
| Langfristige Entgeltsteigerungsraten | 3,90 | 3,96 |
1
Ohne Berücksichtigung der Pensionskassen.
Die Netto-Pensionsaufwendungen setzen sich wie folgt zusammen:
| Mio € | 2010 | 2009 | ||||
|
|
D | USA/C | UK | Übrige | Gesamt | D |
| Dienstzeitaufwand: Barwert der im Jahr erworbenen Ansprüche | 51,0 | 6,0 | 2,6 | 12,0 | 71,6 | 52,9 |
| Aufzinsung der erwarteten Pensionsverpflichtungen | 87,2 | 55,2 | 11,0 | 10,0 | 163,4 | 86,5 |
| Erwartete Erträge des Fondsvermögens | -28,8 | -52,5 | -11,7 | -5,1 | -98,1 | -51,6 |
| Tilgung versicherungsmathematischer Verluste/Gewinne | 0,0 | 19,9 | 5,2 | 1,2 | 26,3 | -3,5 |
| Tilgung von Dienstzeitaufwendungen aus rückwirkenden Plananpassungen sowie übrige Pensionserträge/ -aufwendungen |
- |
-2,0 | - |
0,1 | -1,9 | - |
| Plankürzungen und -abgeltungen | - | -4,4 | - | -0,9 | -5,3 | - |
| Auswirkungen der Obergrenze auf den Vermögenswert | - | -0,3 | 0,6 | - | 0,3 | - |
| Netto-Pensionsaufwendungen | 109,4 | 21,9 | 7,7 | 17,3 | 156,3 | 84,3 |
| Mio € | 2009 | |||
|
|
USA/C | UK | Übrige | Gesamt |
| Dienstzeitaufwand: Barwert der im Jahr erworbenen Ansprüche | 7,1 | 3,0 | 10,4 | 73,4 |
| Aufzinsung der erwarteten Pensionsverpflichtungen | 53,6 | 10,7 | 10,2 | 161,0 |
| Erwartete Erträge des Fondsvermögens | -45,1 | -10,3 | -4,2 | -111,2 |
| Tilgung versicherungsmathematischer Verluste/Gewinne | 26,6 | 3,4 | 0,8 | 27,3 |
| Tilgung von Dienstzeitaufwendungen aus rückwirkenden Plananpassungen sowie übrige Pensionserträge/ -aufwendungen |
0,1 | - |
0,2 | 0,3 |
| Plankürzungen und -abgeltungen | 4,3 | 0,0 | -12,8 | -8,5 |
| Auswirkungen der Obergrenze auf den Vermögenswert | 1,3 | 0,3 | - | 1,6 |
| Netto-Pensionsaufwendungen | 47,9 | 7,1 | 4,6 | 143,9 |
Die Plankürzungen und -abgeltungen in den Jahren 2009 und 2010 resultieren insbesondere
aus Schließungseffekten der Standorte Clairoix, Frankreich, und Huntsville, USA.
Eine Veränderung des Diskontierungszinssatzes für die Abzinsung der Pensionsverpflichtungen
um einen Prozentpunkt nach oben bzw. unten hätte zum Bilanzstichtag folgende Auswirkungen
auf die Pensionsverpflichtungen gehabt:
| Mio € | 31.12.2010 | 31.12.2009 | ||||
|
|
D1 | USA/C | UK | Übrige | D1 | USA/C |
| 1 % Erhöhung |
|
|
|
|
|
|
| Auswirkungen auf die Dienstzeit- und Zinsaufwendungen | -1,7 | 3,3 | -0,3 | 1,3 | -2,1 | 2,1 |
| Auswirkungen auf den Anwartschaftsbarwert | -155,1 | -101,3 | -37,1 | -22,3 | -147,6 | -91,8 |
| 1 % Verminderung |
|
|
|
|
|
|
| Auswirkungen auf die Dienstzeit- und Zinsaufwendungen | 1,3 | -4,4 | 0,8 | 5,3 | 3,9 | -3,0 |
| Auswirkungen auf den Anwartschaftsbarwert | 189,7 | 121,5 | 48,1 | 25,4 | 181,5 | 110,2 |
| Mio € | 31.12.2009 | |
|
|
UK | Übrige |
| 1 % Erhöhung |
|
|
| Auswirkungen auf die Dienstzeit- und Zinsaufwendungen | -0,4 | -1,0 |
| Auswirkungen auf den Anwartschaftsbarwert | -31,2 | -16,9 |
| 1 % Verminderung |
|
|
| Auswirkungen auf die Dienstzeit- und Zinsaufwendungen | 0,6 | 1,4 |
| Auswirkungen auf den Anwartschaftsbarwert | 40,3 | 22,2 |
1
Ohne Berücksichtigung der Pensionskassen.
Veränderungen des Abzinsungsfaktors sowie des Gehalts- und Rententrends wirken sich
aufgrund der finanzmathematischen Berechnungssystematik (insbesondere aufgrund des
Zinseszinseffektes) nicht linear auf die Höhe des Anwartschaftswerts aus. Deshalb
ist die Wirkung auf die aus der Pensionsverpflichtung abgeleiteten Netto-Pensionsverpflichtungen
infolge eines Anstiegs bzw. Rückgangs der finanzmathematischen Annahmen nicht betragsgleich.
Die Struktur des Konzern-Planvermögens basiert auf einer Asset-Liability-Managementstudie,
in welche die prognostizierten Pensionsverpflichtungen und entsprechenden Planvermögen
eingeflossen sind. Anlageausschüsse überprüfen regelmäßig die Investitionsentscheidungen,
die zugrundeliegenden Renditeerwartungen der einzelnen Anlageklassen unter Berücksichtigung
von Erfahrungswerten sowie die Auswahl der externen Fondsmanager.
Die Portfoliostrukturen der Fondsvermögen der Pensionspläne zum Bewertungsstichtag
für die Geschäftsjahre 2010 und 2009 sowie die Ziel-Portfoliostruktur für das Geschäftsjahr
2011 sind nachfolgender Darstellung zu entnehmen:
| in % | 2010 | 2009 | ||||
| Vermögenskategorie | UK | Übrige | D1 | USA/C | UK | Übrige |
| Aktien | 33 | 11 | 6 | 51 | 42 | 13 |
| Festverzinsliche Wertpapiere | 61 | 74 | 27 | 43 | 54 | 48 |
| Immobilien | 2 | 3 | 2 | 3 | 2 | 3 |
| Flüssige Mittel und Sonstige | 4 | 12 | 65 | 3 | 2 | 36 |
| Summe | 100 | 100 | 100 | 100 | 100 | 100 |
Die erwartete langfristige Verzinsung des Fondsvermögens der einzelnen Vermögenskategorien
für die Geschäftsjahre 2010 und 2009 stellt sich wie folgt dar:
| in % | 2009 | |
| Vermögenskategorie | UK | Übrige |
| Aktien | 8,00 | 7,18 |
| Festverzinsliche Wertpapiere | 5,50 | 7,02 |
| Immobilien | 8,00 | 5,34 |
| Flüssige Mittel und Sonstige | 5,00 | 4,97 |
| Langfristige Verzinsung | 6,44 | 6,34 |
Stichtag für die Bewertung des Fondsvermögens ist jeweils der 31. Dezember.
Die folgende Tabelle zeigt die in bar geleisteten Einzahlungen des Unternehmens in
die Pensionsfonds für 2010 und 2009 sowie die erwarteten Einzahlungen in die Pensionsfonds
für 2011:
| Mio € | 2011 (erwartet) |
2010 | 2009 |
| D | 0,3 | 0,3 | 0,6 |
| USA/C | 50,3 | 21,7 | 6,0 |
| UK | 14,1 | 23,8 | 9,5 |
| Übrige | 10,3 | 11,8 | 8,7 |
| Gesamt | 75,0 | 57,6 | 24,8 |
Die nachfolgende Übersicht enthält die im Berichtsjahr und die im Vorjahr geleisteten
Pensionszahlungen sowie die für die kommenden fünf Geschäftsjahre erwarteten Zahlungen
(nicht abgezinst):
| Mio € | D | USA/C | UK | Übrige | Gesamt |
| Geleistete Pensionszahlungen |
|
|
|
|
|
| 2009 | 82,1 | 58,1 | 9,7 | 16,0 | 165,9 |
| 2010 | 82,5 | 60,5 | 6,9 | 12,3 | 162,2 |
| Erwartete Pensionszahlungen |
|
|
|
|
|
| 2011 | 97,7 | 134,4 | 5,5 | 11,1 | 248,7 |
| 2012 | 119,3 | 117,5 | 6,0 | 9,7 | 252,5 |
| 2013 | 104,6 | 60,6 | 6,8 | 10,5 | 182,5 |
| 2014 | 112,9 | 57,4 | 7,2 | 13,5 | 191,0 |
| 2015 | 116,4 | 58,4 | 7,9 | 13,1 | 195,8 |
| Summe der Jahre 2016-2020 | 629,3 | 302,0 | 51,0 | 91,1 | 1.073,4 |
Die erwarteten Pensionszahlungen ab 2011 betreffen sowohl Einmalzahlungen im Rahmen
von Kapitalkontenplänen als auch kontinuierliche Rentenzahlungen. Bei einem Wahlrecht
des Mitarbeiters auf eine einmalige Auszahlung der Rente bzw. auf ratierliche Rentenzahlungen
wurde unterstellt, dass die Zahlungen in einem Einmalbetrag geleistet werden. Zudem
wurde bei der Ermittlung der zukünftigen Rentenzahlungen der frühestmögliche Renteneintritt
der entsprechenden Mitarbeiter unterstellt. Der tatsächliche Renteneintritt könnte
später liegen und damit könnten die Rentenzahlungen in den jeweiligen Jahren geringer
ausfallen.
In den Jahren 2011 und 2012 werden die Abschlusszahlungen für den Standort Chatham,
Kanada, erfolgen.
Die Beträge für die laufende und die vier vorangegangen Berichtsperioden des Anwartschaftsbarwerts,
Fondsvermögens, Fehlbetrags sowie der erfahrungsbedingten Anpassungen der Planschulden
und des Planvermögens lauten wie folgt:
| Mio € | 2010 | 2009 | 2008 | 2007 | 2006 |
| Anwartschaftsbarwert | 3.342,8 | 3.056,4 | 2.800,9 | 2.889,0 | 2.418,8 |
| Fondsvermögen | 1.779,8 | 1.619,9 | 2.171,9 | 2.551,6 | 1.907,1 |
| Fehlbetrag | -1.563,0 | -1.436,5 | -629,0 | -337,4 | -511,7 |
| Erfahrungsbedingte Anpassungen der Planschulden | 124,7 | 163,3 | -87,6 | -216,1 | -31,3 |
| Erfahrungsbedingte Anpassungen des Planvermögens | 30,5 | 68,7 | -347,6 | -28,9 | 18,4 |
Die Erhöhung des Fehlbetrages im Vorjahr resultiert insbesondere aus den Vermögensumschichtungen
in den CTAs in Deutschland.
Einige Tochtergesellschaften, vorwiegend in den USA und Kanada, gewähren ihren Mitarbeitern
unter bestimmten Alters- bzw. Betriebszugehörigkeitsvoraussetzungen Gesundheitsfürsorge-
und Lebensversicherungsleistungen für die Zeit nach der Pensionierung. Die Leistungen
und die Ansprüche darauf können modifiziert werden. Den gewerblichen Mitarbeitern
der gewerkschaftlich organisierten Reifenwerke in den USA wird diese Art von Altersvorsorgezusagen
im Rahmen von Tarifverträgen angeboten.
Für diese Zusatzleistungen besteht kein gesondertes Fondsvermögen.
| Mio € | 2010 | 2009 |
| Veränderung des Anwartschaftsbarwerts |
|
|
| Anwartschaftsbarwert am 01.01. | 191,1 | 180,0 |
| Währungskursdifferenzen | 15,9 | 0,3 |
| Dienstzeitaufwand: Barwert der im Jahr erworbenen Ansprüche | 1,3 | 2,5 |
| Aufzinsung der erwarteten Verpflichtungen für Versorgungsleistungen | 11,6 | 11,8 |
| Versicherungsmathematische Verluste aufgrund von Annahmeänderungen | 6,9 | 15,3 |
| Versicherungsmathematische Verluste aufgrund abweichender Ereignisse | 0,4 | 8,2 |
| Plankürzungen und -abgeltungen | -1,4 | -8,9 |
| Zahlungen für Versorgungsverpflichtungen | -14,9 | -18,1 |
| Anwartschaftsbarwert am 31.12. | 210,9 | 191,1 |
| Noch nicht berücksichtigte versicherungsmathematische Verluste | 39,8 | 34,4 |
| Noch nicht berücksichtigte Erträge aus rückwirkenden Planänderungen | -9,2 | -11,8 |
| Bilanzbetrag am 31.12. | 180,3 | 168,5 |
Der Anstieg des Anwartschaftsbarwertes resultiert insbesondere aus Währungseffekten.
Der Aufzinsung der Verpflichtungen stehen Zahlungen für Versorgungsleistungen gegenüber.
Ende 2006 wurde in den USA allen Lohnempfängern im Reifenbereich einschließlich der
bereits pensionierten ehemaligen Mitarbeiter angekündigt, dass ab Anfang 2007 die
Obergrenze der medizinischen Vorsorgeleistungen weiter reduziert wird. Damit wurden
diese Begünstigten auf eine einheitliche Vorsorgedeckung gebracht. Diese Plananpassungen
führten 2006 zu einer Auflösung der bisher gebildeten Rückstellung für Altersvorsorgeverpflichtungen
in Höhe von 108,8 Mio €. Gegen diese Maßnahme hatten Betroffene Ende 2006 eine Sammelklage
eingereicht. Aufgrund eines gerichtlich genehmigten Vergleichs, der den Rechtsstreit
beendet hat, musste das Unternehmen eine einmalige Zahlung in Höhe von insgesamt 43,5
Mio € als Ausgleich leisten. Die Zahlung erfolgte größtenteils 2008, der ausstehende
Restbetrag wurde über die folgenden sieben Jahre verteilt. Die zum 31. Dezember 2010
verbleibende Rückstellung in Höhe von 9,7 Mio € (Vj. 11,0 Mio €) ist unter den pensionsähnlichen
Verpflichtungen innerhalb der Pensionsverpflichtungen erfasst.
Die zur Berechnung der Verpflichtungen für die Gesundheitsfürsorge- und Lebensversicherungsleistungen
gesetzten Prämissen für die Abzinsung sowie für die Steigerungsrate variieren entsprechend
den Gegebenheiten in den USA und Kanada.
Hierzu wurden die folgenden gewichteten durchschnittlichen Bewertungsfaktoren zum
31. Dezember des Jahres verwendet:
| in % | 2010 | 2009 |
| Abzinsungsfaktor | 5,48 | 5,79 |
| Steigerungsrate der Gesundheitsfürsorge- und Lebensversicherungsleistungen im folgenden Jahr | 7,27 | 7,70 |
| Langfristige Steigerungsrate der Gesundheitsfürsorge- und Lebensversicherungsleistungen | 4,99 | 4,98 |
Die Nettoaufwendungen der Verpflichtungen für die Gesundheitsfürsorge- und Lebensversicherungsleistungen
setzen sich wie folgt zusammen:
| Mio € | 2010 | 2009 |
| Dienstzeitaufwand: Barwert der im Jahr erworbenen Ansprüche | 1,3 | 2,5 |
| Aufzinsung der erwarteten Verpflichtungen für Versorgungsleistungen | 11,6 | 11,8 |
| Tilgung von versicherungsmathematischen Verlusten/Gewinnen | 5,6 | -1,1 |
| Tilgung von unverfallbaren, rückwirkenden Planänderungen | -3,1 | -3,0 |
| Plankürzungen und -abgeltungen | -1,4 | -8,9 |
| Nettoaufwendungen | 14,0 | 1,3 |
Die Aufwendungen aus Plankürzungen und -abgeltungen resultieren im Berichtsjahr aus
einem Reifen-Standort in den USA.
Im Vorjahr resultierten die Erträge aus Plankürzungen und -abgeltungen im Wesentlichen
aus einem Automotive-Standort in den USA.
Die folgende Tabelle zeigt die Auswirkungen aus einer 1 %igen Veränderung des Kostentrends
auf die Gesundheitsfürsorge und die Lebensversicherungsverpflichtungen:
| Mio € | 2010 | 2009 |
| 1 % Erhöhung |
|
|
| Auswirkungen auf die Nettoaufwendungen | 0,3 | 0,4 |
| Auswirkungen auf den Anwartschaftsbarwert | 6,0 | 4,8 |
| 1 % Verminderung |
|
|
| Auswirkungen auf die Nettoaufwendungen | -0,3 | -0,3 |
| Auswirkungen auf den Anwartschaftsbarwert | -5,1 | -4,0 |
Eine Veränderung des oben angegebenen, bereits feststehenden Abzinsungsfaktors für
die Ermittlung der Nettoaufwendungen der Verpflichtungen zu Gesundheitsfürsorge- und
Lebensversicherungsleistungen von jeweils einem Prozentpunkt hätte sich folgendermaßen
auf die Nettoaufwendungen ausgewirkt:
| Mio € | 2010 | 2009 |
| 1 % Erhöhung |
|
|
| Auswirkungen auf die Dienstzeit- und Zinsaufwendungen | 0,7 | 0,6 |
| Auswirkungen auf den Anwartschaftsbarwert | -18,4 | -16,4 |
| 1 % Verminderung |
|
|
| Auswirkungen auf die Dienstzeit- und Zinsaufwendungen | -0,8 | -0,6 |
| Auswirkungen auf den Anwartschaftsbarwert | 22,3 | 19,4 |
Nachfolgende Übersicht enthält die im Berichtsjahr und die im Vorjahr für andere Versorgungsleistungen
geleisteten Zahlungen sowie für die in den kommenden fünf Geschäftsjahren erwarteten
Zahlungen (nicht abgezinst):
| Geleistete Zahlungen für Versorgungsleistungen in Mio € |
|
| 2009 | 18,1 |
| 2010 | 14,9 |
| Erwartete Zahlungen für Versorgungsleistungen |
|
| 2011 | 15,9 |
| 2012 | 15,8 |
| 2013 | 15,8 |
| 2014 | 15,6 |
| 2015 | 15,5 |
| Summe der Jahre 2016-2020 | 75,6 |
Die Beträge für die laufende und die vier vorangegangen Berichtsperioden des Anwartschaftsbarwerts,
Fehlbetrags sowie der erfahrungsbedingten Anpassungen der Planschulden lauten wie
folgt:
| Mio € | 2010 | 2009 | 2008 | 2007 | 2006 |
| Anwartschaftsbarwert | 210,9 | 191,1 | 180,0 | 208,8 | 188,3 |
| Fehlbetrag | -210,9 | -191,1 | -180,0 | -208,8 | -188,3 |
| Erfahrungsbedingte Anpassungen der Planschulden | 7,3 | 23,5 | 23,3 | -7,6 | 47,8 |
Einige Konzerngesellschaften haben Zusagen erteilt, bei denen die Aufwendungen der
Gesellschaft auf einem fixierten Prozentsatz der Vergütung basieren. Diese Ansprüche
werden bei der Beendigung des Arbeitsverhältnisses ausgezahlt. Im Geschäftsjahr haben
die Aufwendungen für diese Verpflichtungen 0,9 Mio € (Vj. 1,2 Mio €) betragen.
Die Rückstellung für pensionsähnliche Verpflichtungen ist im Geschäftsjahr 2010 um
8,1 Mio € gestiegen. Dies resultiert im Wesentlichen aus einem in den USA erfassten
pensionsähnlichen Plan für leitende Angestellte. Ein ausstehender Restbetrag aus der
2008 erfolgten Einigung mit der US-amerikanischenGewerkschaft auf eine Ausgleichszahlung
in Höhevon 9,7 Mio € (Vj. 11,0 Mio €) wird in den nächstenfünf Jahren ausgezahlt.
Der Aufwand für die beitragsorientierten Versorgungspläne (Defined Contribution),
in die der Continental-Konzern Einzahlungen leistet, ohne Berücksichtigung der Zahlungen
an die gesetzlichen Rentenversicherungssysteme, betrug im Geschäftsjahr 37,9 Mio €
(Vj. 20,4 Mio €). Der Anstieg im Berichtsjahr resultiert im Wesentlichen aus im Berichtsjahr
höheren Einzahlungen in die beitragsorientierten Pläne in den USA.
| Mio € | 31.12.2010 | 31.12.2009 | ||
|
|
Kurzfristig | Langfristig | Kurzfristig | Langfristig |
| Strukturrückstellungen | 311,7 | - | 501,1 | - |
| Prozess- und Umweltrisiken | - | 153,6 | - | 130,3 |
| Altersteilzeitrückstellungen | - | 68,2 | - | 89,1 |
| Jubiläumsrückstellungen | - | 61,9 | - | 63,9 |
| Gewährleistungen | 658,4 | - | 679,1 | - |
| Übrige Rückstellungen | 193,9 | 41,7 | 162,7 | 68,4 |
| Rückstellungen für sonstige Risiken | 1.164,0 | 325,4 | 1.342,9 | 351,7 |
Die Rückstellungen für sonstige Risiken haben sich wie folgt entwickelt:
| Mio € |
Struktur- rückstellungen |
Prozess- und Umweltrisiken |
Altersteilzeit- rückstellungen |
Jubiläums- rückstellungen |
Gewähr- leistungen |
Übrige Rückstellungen |
| Stand 01.01.2010 | 501,1 | 130,3 | 89,1 | 63,9 | 679,1 | 231,1 |
| Zuführungen | 55,7 | 62,3 | 55,8 | 2,1 | 387,4 | 144,7 |
| Inanspruchnahmen | -235,3 | -37,0 | -76,6 | -6,3 | -301,4 | -67,7 |
| Änderungen im Konsolidierungskreis | -0,2 | 0,0 | 0,0 | 0,0 | 0,1 | 0,0 |
| Auflösungen | -19,8 | -12,4 | -7,4 | -5,1 | -123,0 | -85,5 |
| Aufzinsungen | 2,0 | 2,5 | 7,3 | 7,0 | 0,5 | 3,1 |
| Währungskursänderungen | 8,2 | 7,9 | 0,0 | 0,3 | 15,7 | 9,9 |
| Stand 31.12.2010 | 311,7 | 153,6 | 68,2 | 61,9 | 658,4 | 235,6 |
Die Zuführungen zu den Strukturrückstellungen betreffen insbesondere weitere restrukturierungsbezogene
Aufwendungen in Bezug auf die Schließungen der Standorte Clairoix, Frankreich, und
der bisher vorgehalten Produktionszelle für Nfz-Reifen in Hannover-Stöcken. Wir verweisen
auf Kapitel 6.
Die Inanspruchnahmen betreffen im Wesentlichen die Abwicklung der in vorherigen Jahren
verabschiedeten Restrukturierungsmaßnahmen, insbesondere an den Standorten Clairoix,
Frankreich, Hannover-Stöcken, Deutschland, sowie Huntsville, USA.
Die Zuführungen der Prozess- und Umweltrisiken betreffen wie im Vorjahr insbesondere
Produkthaftungsrisiken aus dem Reifenbereich in den USA. Weitere Zuführungen betreffen
rechtliche Risiken im Zusammenhang mit dem Verfahren gegen die Continental Brasil
Industria Automotiva Lda, Guaralhos, Brasilien.
Die Inanspruchnahmen betreffen insbesondere die zuvor genannten Produkthaftungsrisiken
im Reifenbereich sowie Auszahlungen im Zusammenhang mit den Entscheidungen von Kartellbehörden
gegen die Dunlop Oil & Marine Ltd, Grimsby, Großbritannien. Die Auflösungen betreffen
insbesondere entfallene Patentrisiken u. a. wegen Verjährungen im Automotive-Bereich.
Die Altersteilzeitrückstellungen sind mit einem Diskontierungssatz von 2,5 % (Vj.
4,0 %) berechnet. Die Zinskomponente wird nach dem Wahlrecht unter IAS 19 nicht im
Zinsergebnis, sondern innerhalb der Funktionskosten ausgewiesen und beinhaltet den
Zinsänderungseffekt von 1,5 Prozentpunkten.
Die Jubiläumsrückstellungen sind mit einem Diskontierungssatz von 4,7 % (Vj. 5,5 %)
berechnet. Die Zinskomponente wird nach dem Wahlrecht unter IAS 19 nicht im Zinsergebnis,
sondern innerhalb der Funktionskosten ausgewiesen und beinhaltet den Zinsänderungseffekt
von 0,7 Prozentpunkten.
Die Entwicklung der Rückstellungen für Gewährleistungen beinhaltet Inanspruchnahmen
in Höhe von 352,3 Mio € (Vj. 186,9 Mio €), denen Zuführungen von 483,7 Mio € (Vj.
257,5 Mio €), insbesondere in der Automotive Group für spezifizierte Einzelfälle,
gegenüberstehen.
Bezüglich der Änderungen im Konsolidierungskreis verweisen wir auf Kapitel 5.
Im 2007 eingeleiteten Kartellverfahren gegen die Dunlop Oil & Marine Ltd., Grimsby,
Großbritannien, einer Gesellschaft der ContiTech AG, im Bereich Offshore-Schläuche,
kam es in der Division ContiTech zu weiteren Aufwendungen in Höhe von 20,8 Mio €.
Die übrigen Rückstellungen beinhalten zudem Rückstellungen für Risiken aus der operativen
Geschäftstätigkeit, u. a. im Zusammenhang mit fest kontrahierten Liefer- und Abnahmevereinbarungen.
Die Steuerverbindlichkeiten haben sich wie folgt entwickelt:
| Mio € | 2010 | 2009 |
| Stand 01.01. | 644,7 | 507,8 |
| Zuführungen | 583,9 | 444,7 |
| Inanspruchnahmen sowie Vorauszahlungen für das laufende Geschäftsjahr | -476,3 | -276,3 |
| Auflösungen | -71,1 | -35,7 |
| Änderungen im Konsolidierungskreis und Umgliederungen | 0,2 | -0,6 |
| Währungskursänderungen | 16,5 | 4,8 |
| Stand 31.12. | 697,9 | 644,7 |
Zusätzlich zu den Inanspruchnahmen sowie Vorauszahlungen für das laufende Geschäftsjahr
sind die Veränderungen der Ertragsteuerforderungen in die Betrachtung der gezahlten
Ertragsteuern für die Cashflow-Rechnung einzubeziehen.
Der Anstieg der Ertragsteuerverbindlichkeiten ist insbesondere auf ausländische Einheiten
zurückzuführen. In diesem Zusammenhang steht auch der durch erhöhte Vorauszahlungen
verursachte Anstieg der Ertragsteuerforderungen um 29,2 Mio € von 94,2 Mio € auf 123,4
Mio €.
| Mio € | 31.12.2010 | 31.12.2009 | ||||
|
|
Restlaufzeit | Restlaufzeit | ||||
|
|
Gesamt | bis 1 Jahr | über 1 Jahr | Gesamt | bis 1 Jahr | über 1 Jahr |
| Anleihen | 2.988,5 | - | 2.988,5 | 5,2 | 2,5 | 2,7 |
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten1 | 5.144,9 | 729,6 | 4.415,3 | 10.096,3 | 4.424,1 | 5.672,2 |
| Derivative Instrumente | 234,0 | 19,4 | 214,6 | 205,1 | 7,2 | 197,9 |
| Leasingverbindlichkeiten | 149,0 | 18,8 | 130,2 | 107,4 | 16,6 | 90,8 |
| Verbindlichkeiten aus Forderungsverkaufsprogrammen | 381,5 | 381,5 | - | 219,0 | 219,0 | - |
| Sonstige Finanzschulden2 | 92,6 | 88,8 | 3,8 | 79,5 | 75,4 | 4,1 |
| Finanzschulden | 8.990,5 | 1.238,1 | 7.752,4 | 10.712,5 | 4.744,8 | 5.967,7 |
1
Davon durch Grundschulden, Hypotheken und vergleichbare Sicherheiten gedeckte Beträge
in Höhe von 7,9 Mio € (Vj. 8,0 Mio €).
2
In den sonstigen Finanzschulden sind im Jahr 2010 86,5 Mio € (Vj. 73,4 Mio €) Inanspruchnahmen
aus dem Commercial PaperProgramm und 0,9 Mio € (Vj. 0,7 Mio €) Verbindlichkeiten aus
der Annahme gezogener Wechsel und der Ausstellung eigener Wechsel enthalten.
| Emittent/Typ | Emissionsbetrag Mio € |
Buchwert per 31.12.10 |
Börsenwert per 31.12.10 |
Kupon p.a. |
Ausgabe/Fälligkeit und Zinsbindung bis |
Ausgabekurs |
| CGF Euro-Anleihe | 750,0 | 732,3 | 814,4 | 8.500 % | 2010/ 07.2015 | 99,00 % |
| CGF Euro-Anleihe | 625,0 | 619,7 | 636,8 | 6.500 % | 2010/ 01.2016 | 98,86 % |
| CGF Euro-Anleihe | 1.000,0 | 1.003,9 | 1.040,2 | 7.500 % | 2010/ 09.2017 | 99,33 % |
| CGF Euro-Anleihe | 625,0 | 629,7 | 638,6 | 7.125 % | 2010/ 10.2018 | 99,25 % |
| Continental Tire Andina S.A. US-Dollar Anleihen |
2,9 | 2,9 | 2,8 | variabel | diverse | 97,61 %1 |
|
|
3.002,9 | 2.988,5 | 3.132,8 |
|
|
|
1
Durchschnittlicher Ausgabepreis
Die Wertänderung der Anleihen von 5,2 Mio € Ende 2009 auf 2.988,5 Mio € zum Ende des
Geschäftsjahres 2010 ist auf die durch die Conti-Gummi Finance B.V., Amsterdam, Niederlande,
im dritten Quartal 2010 platzierten vier Anleihen mit einem Gesamtvolumen von 3,0
Mrd € zurückzuführen. Alle Anleihen sind in Euro denominiert und partizipieren an
dem umfangreichen Sicherheiten-Paket, das gemäß der nachfolgend beschriebenen Nachverhandlungen
für den VDO-Kredit den kreditgebenden Banken gewährt wurde. Im Juli 2010 wurde die
5-jährige Anleihe über 750,0 Mio € mit einem Zinssatz von 8,5 % p.a. platziert, Anfang
September 2010 die 7-jährige Anleihe über 1.000,0 Mio € mit einem Zinssatz von 7,5
% p.a. und Ende September 2010 zwei weitere Anleihen über je 625,0 Mio € mit unterschiedlichen
Fälligkeiten. Die erste, im Januar 2016 fällige, Anleihe trägt einen Zinssatz von
6,5 % p.a., die zweite, im Oktober 2018 fällige, Anleihe trägt einen Zinssatz von
7,125 % p.a. Die Zinszahlungen der Anleihen erfolgen halbjährlich nachträglich. Die
Emissionsbedingungen aller vier Anleihen räumen der Emittentin die Option zur vorzeitigen
Rückzahlung der Anleihen ein. Diese Optionen wurden gemäß IAS 39 als eingebettetes
Derivat bewertet (siehe dazu auch die Ausführungen in Kapitel 29).
| in Mio € |
|
31.12.2010 | 31.12.2009 | |||
| Gesellschaft | Art1 | Höhe | Valutierung | beizulegender Zeitwert |
Höhe | Valutierung |
| CAG, Conti Automotive, CRoA, CGF, Conti Benelux |
|
|
296,8 | 303,3 |
|
683,9 |
|
|
|
|
- | - |
|
3.497,1 |
|
|
SEK | 6.484,9 | 4.000,2 | 4.158,3 | 11.000,0 | 4.999,1 |
| Conti Automotive |
|
|
40,0 | 40,2 | 40,0 | 40,0 |
|
|
LB | 55,0 | 15,0 | 15,2 | 15,0 | 15,0 |
| CGF |
|
|
60,0 | 61,4 |
|
59,9 |
|
|
SSD | 110,0 | 50,0 | 50,0 | 110,0 | 49,9 |
| Conti Temic Electronics |
|
|
11,2 | 11,4 |
|
26,4 |
|
|
LB | 33,6 | 22,4 | 22,7 | 55,6 | 29,2 |
| Conti Mabor | LB | 5,7 | 5,7 | 5,6 | 11,4 | 11,4 |
| CRoA | LB | 37,4 | 37,4 | 38,6 | 34,7 | 34,7 |
| Conti Automotive | LB | 20,0 | 20,0 | 20,4 | 20,0 | 20,0 |
| Conti Teves | LB | 20,9 | 20,9 | 21,9 | 29,2 | 29,2 |
| Conti Brasil | LB | 14,4 | 14,4 | 13,6 | 22,4 | 22,4 |
| CAG |
|
|
- | - |
|
99,9 |
|
|
LB | 300,0 | 299,7 | 319,0 | 400,0 | 299,6 |
| Conti Brasil |
|
|
11,4 | 11,3 | 15,3 | 15,3 |
|
|
LB | 22,6 | 11,2 | 11,6 | 13,9 | 13,9 |
| CT Fluid Ungarn | LB | 22,4 | 22,4 | 23,1 | 29,2 | 29,2 |
| Conti Tire China Production | LB | 12,1 | 12,1 | 12,2 | - |
- |
| CAS Changshu | LB | 11,3 | 11,3 | 10,1 | 10,2 | 10,2 |
| Diverse Banklinien |
|
775,3 | 182,8 | 182,8 | 532,1 | 110,0 |
| Finanzierungszusagen von Kreditinstituten |
|
7.925,6 |
|
|
12.339,0 |
|
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten |
|
|
5.144,9 | 5.332,7 |
|
10.096,3 |
| in Mio € |
|
31.12.2009 | ||
| Gesellschaft | Art1 | beizulegender Zeitwert |
Verzinsung | Fälligkeit |
| CAG, Conti Automotive, CRoA, CGF, Conti Benelux |
|
683,9 |
|
20112 |
|
|
|
3.497,1 | Euribor + | 2010 |
|
|
SEK | 4.999,1 | Marge | 2012 |
| Conti Automotive |
|
39,1 | 3,90 % | 2011 |
|
|
LB | 14,4 | 3,76 % | 2011 |
| CGF |
|
60,2 | 6,21 % | 2011 |
|
|
SSD | 47,0 | Euribor + Marge | 2011 |
| Conti Temic Electronics |
|
26,4 | USD-Libor + Marge | 2012 |
|
|
LB | 29,2 | 4,54 %9 | 2011 |
| Conti Mabor | LB | 10,3 | Euribor + Marge | 20113 |
| CRoA | LB | 34,4 | 5,53 % | 2011 |
| Conti Automotive | LB | 19,1 | 4,38 % | 2012 |
| Conti Teves | LB | 28,4 | 5,34 % | 20127 |
| Conti Brasil | LB | 19,1 | 8,24 %4 | 20128 |
| CAG |
|
100,1 | 6,42 % | 20105 |
|
|
LB | 298,1 | 6,64 %6 | 2012 |
| Conti Brasil |
|
13,5 | 3,44 % 10 | 20137 |
|
|
LB | 13,0 | 4,78 % | 20137 |
| CT Fluid Ungarn | LB | 27,4 | 4,35 % | 20137 |
| Conti Tire China Production | LB | - |
EUR-Libor + Marge | 2015 |
| CAS Changshu | LB | 10,2 | 5,18 % | 2014 |
| Diverse Banklinien |
|
110,0 | überw. variabel | überw. < 1 Jahr |
| Finanzierungszusagen von Kreditinstituten |
|
|
|
|
| Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten |
|
10.080,0 |
|
|
1
SEK: Syndizierter Euro-Kredit; LB: Langfristiges Bankdarlehen; SSD: Schuldscheindarlehen.
2
Die Kreditzusage erlaubt eine Verlängerung dieser Inanspruchnahme bis August 2012.
3
Jährliche Tilgungsleistungen.
4
Durchschnittszinssatz (Vj. 8,23 %).
5
Ursprüngliche Laufzeit bis 2012. Vorzeitige Rückzahlung von 100,0 Mio € im Januar
2010.
6
Zinssatz per 31.12.2009: 6,34 %.
7
Halbjährliche Tilgungsleistungen.
8
Monatliche Tilgungsleistungen.
9
Durchschnittszinssatz (Vj. 4,91 %).
10
Durchschnittszinssatz (Vj. 3,44 %).
Die Vorjahreszahlen sind vergleichbar dargestellt.
| ― |
CAG, Continental Aktiengesellschaft, Hannover, Deutschland |
| ― |
CAS Changshu, Continental Automotive Systems Changshu, Co. Ltd., Changshu, China |
| ― |
CGF, Conti-Gummi Finance B.V., Amsterdam, Niederlande |
| ― |
Conti Automotive, Continental Automotive GmbH, Hannover, Deutschland |
| ― |
Conti Benelux, Continental Benelux S.A., Zaventem Belgien |
| ― |
Conti Brasil, Continental do Brasil Produtos Automotivos Ltda., Varzea Paulista, Brasilien |
| ― |
Conti Mabor, Continental Mabor Indústria de Pneus S.A., Lousado, Portugal |
| ― |
Conti Temic Electronics, Continental Temic Electronics (Phils.), Inc., Manila, Philippinen |
| ― |
Conti Tire China Production, Continental Tires (Hefei) Co. Ltd., Hefei, China |
| ― |
CRoA, Continental Rubber of America, Corp., Wilmington, Delaware, USA |
| ― |
Conti Teves, Continental Teves Hungária Kft., Veszprém, Ungarn |
| ― |
CT Fluid Ungarn, ContiTech Fluid Automotive Hungária Kft., Mako, Ungarn |
Am 31. Dezember 2010 bestanden Finanzierungszusagen von Kreditinstituten in Höhe von
7.925,6 Mio € (Vj. 12.339,0 Mio €). Zum Stichtag waren davon nominal 2.774,2 Mio €
(Vj. 2.196,3 Mio €) ungenutzt. Der Anteil langfristiger Kreditzusagen an diesem Nominal
belief sich auf 2.196,7 Mio € (Vj. 1.803,9 Mio €). Zur Deckung des kurzfristigen Kreditbedarfs
hat der Continental-Konzern im Berichtsjahr das Commercial-Paper-Programm, die Forderungsverkaufsprogramme
und die diversen Banklinien genutzt.
Der VDO-Kredit wurde zum 31. Dezember 2010 durch die Continental AG sowie durch die
Continental Rubber of America, Corp. (CRoA), Willmington, USA, in Anspruch genommen
und valutierte zum Berichtsstichtag in einer Höhe von insgesamt 4.297,0 Mio € (Vj.
9.180,1 Mio €). Der unter diesem Kredit insgesamt zugesagte Betrag belief sich Ende
2010 auf 6.484,9 Mio € (Vj. 11,0 Mrd €). Die signifikante Reduzierung des VDO-Kredits
ist auf mehrere Effekte zurückzuführen: Ein wesentlicher Effekt war die im Januar
2010 erfolgreich durchgeführte Kapitalerhöhung und der hieraus resultierende Abbau
der Netto-Finanzschulden. Aus der Kapitalerhöhung erzielte Continental einen Netto-Emissionserlös
vor Steuereffekten in Höhe von 1.056,0 Mio €, der vertragsgemäß zur Teilrückführung
der im August 2010 fälligen Tranche B unter dem VDO-Kredit eingesetzt wurde. Mit der
Kapitalerhöhung hatte Continental außerdem die Voraussetzung für die Bereitstellung
einer Forward Start Facility (FSF) mit einem Volumen von maximal 2.500,0 Mio € zur
Refinanzierung der Tranche B im August 2010 geschaffen. Diese Verknüpfung war Bestandteil
des Refinanzierungspakets zur Verbesserung der Finanz- und Kapitalstruktur, das im
Dezember 2009 im Rahmen der erfolgreich abgeschlossenen Nachverhandlung für den VDO-Kredit
vereinbart wurde. Im Sommer 2010 konnte Continental angesichts des positiven Marktumfelds
und der hohen Nachfrage nach ihren Anleihen einen weiteren Baustein des Refinanzierungspakets
umsetzen und im dritten Quartal 2010 über die Conti-Gummi Finance B.V., Amsterdam,
Niederlande, vier Anleihen mit einem Gesamtvolumen von 3,0 Mrd € platzieren. Deren
Netto-Emissionserlöse wurden zur teilweisen Rückführung der Inanspruchnahme des VDO-Kredits
sowie zur Rückzahlung des zur Refinanzierung der im August 2010 fälligen Tranche B
des VDO-Kredits aufgenommenen Kredits (Forward Start Facility) eingesetzt. Darüber
hinaus erfolgte im Dezember 2010 aufgrund des guten Geschäftsverlaufs eine weitere
Rückführung der Tranche C unter dem VDO-Kredit in Höhe von nominal 100,0 Mio €.
Für die im August 2012 fällige Tranche C bestanden zum Jahresende 2010 unverändert
Zinssicherungen in Höhe von 3.125,0 Mio €. Der hieraus resultierende durchschnittlich
zu zahlende Festzinssatz beträgt 4,19 % zzgl. Marge.
Insbesondere wegen der durch steigende Margen bedingten höheren erwarteten Cashflows
für den VDO-Kredit erfolgten im Jahr 2009 und im Juni 2010 aufwandswirksame Buchwertanpassungen,
deren Wert sich Ende 2010 insgesamt auf 44,7 Mio € (Vj. 64,5 Mio €) belief. Diese
Abgrenzung wird über die Laufzeit des Kredits aufwandsreduzierend amortisiert.
Angesichts der weltweiten Wirtschaftskrise zeichnete sich erstmals Ende 2008 die Notwendigkeit
ab, ausgewählte Bedingungen des Kreditvertrags für den VDO-Kredit an das veränderte
wirtschaftliche Umfeld anzupassen. Ein von der Continental AG ausgearbeitetes Konzept
wurde dem Bankenkonsortium im Dezember 2008 unterbreitet und fand im Januar 2009 die
Zustimmung nahezu aller kreditgebenden Banken.
Obwohl die Continental AG gut auf die Auswirkungen der weltweiten Krise reagiert hat
und es insbesondere gelungen ist, ausreichende Liquidität zu schaffen bzw. zu erhalten,
ergab sich zum Ende des Jahres 2009 ein weiterer Anpassungsbedarf ausgewählter mit
dem VDO-Kredit verbundener Finanzierungsbedingungen (Financial Covenants). Das Ergebnis
der Ende 2009 erfolgreich abgeschlossenen Nachverhandlungen für den VDO-Kredit ist
eine Einigung auf einen erhöhten Spielraum im Hinblick auf das Verhältnis von Netto-Finanzschulden
zu operativem EBITDA sowie auf das Verhältnis von operativem EBITDA zum Zinsergebnis.
Ferner wurden u. a. eine weitere Margenerhöhung im Vergleich zu den bisherigen Konditionen
sowie Einschränkungen des Rahmens für Dividendenzahlungen vereinbart. Die angepassten
Finanzierungsbedingungen sehen erstmalig auch eine Beschränkung des jährlichen Investitionsvolumens
und die Gewährung eines umfangreichen Sicherheiten-Pakets durch diverse Gesellschaften
des Continental-Konzerns vor.
Im Jahr 2010 wurden die vereinbarten Financial Covenants zum jeweiligen Quartalsstichtag
eingehalten.
Zur Struktur der Fälligkeiten der Finanzschulden verweisen wir auf Kapitel 29.
Die aus den Leasingverträgen künftig resultierenden Zahlungsverpflichtungen zeigen
die folgenden Tabellen:
| 31.12.2010/Mio € | 2011 | 2012 | 2013 | 2014 | 2015 | ab 2016 |
| Mindestleasingzahlungen | 25,4 | 26,6 | 62,1 | 9,8 | 9,8 | 58,1 |
| Zinsanteil | 6,6 | 5,9 | 8,5 | 4,1 | 3,8 | 13,9 |
| Leasingverbindlichkeiten | 18,8 | 20,7 | 53,6 | 5,7 | 6,0 | 44,2 |
| 31.12.2010/Mio € | Gesamt |
| Mindestleasingzahlungen | 191,8 |
| Zinsanteil | 42,8 |
| Leasingverbindlichkeiten | 149,0 |
| 31.12.2009/Mio € | 2010 | 2011 | 2012 | 2013 | 2014 | ab 2015 |
| Mindestleasingzahlungen | 22,9 | 20,9 | 17,3 | 15,6 | 11,0 | 64,6 |
| Zinsanteil | 6,3 | 5,9 | 5,6 | 4,7 | 5,6 | 16,8 |
| Leasingverbindlichkeiten | 16,6 | 15,0 | 11,7 | 10,9 | 5,4 | 47,8 |
| 31.12.2009/Mio € | Gesamt |
| Mindestleasingzahlungen | 152,3 |
| Zinsanteil | 44,9 |
| Leasingverbindlichkeiten | 107,4 |
Der beizulegende Zeitwert der Leasingverbindlichkeiten beträgt 166,3 Mio € (Vj. 120,4
Mio €). Der effektive Zinssatz der wesentlichen Leasingverträge liegt zwischen 5,1
% und 8,8 % (Vj. zwischen 5,5 % und 8,7 %).
Die Mindestleasingzahlungen im Jahr 2013 resultieren insbesondere aus einer Kaufoption
für das neue Pkw-Reifenwerk in Hefei, China.
Die Buchwerte und die beizulegenden Zeitwerte nach Bewertungskategorien für die finanziellen
Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, aufgegliedert nach den Klassen der Bilanz sowie
lang- und kurzfristige Positionen zusammengefasst, stellen sich wie folgt dar:
| Mio € | Bewertungskategorie nach IAS 39 |
Buchwert |
Beizulegender Zeitwert |
Buchwert |
Beizulegender Zeitwert |
|
|
|
|
31.12.2010 | 31.12.2010 | 31.12.2009 | 31.12.2009 | |
| Sonstige Finanzanlagen | AfS | 7,0 | 7,0 | 8,0 | 8,0 | |
| Derivate und verzinsliche Anlagen |
|
|
|
|
|
|
|
|
Derivate mit Hedge-Beziehung | n. a. | - | - | - | - |
|
|
Derivate ohne Hedge-Beziehung | HfT | 78,0 | 78,0 | 4,2 | 4,2 |
|
|
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte | AfS | 85,2 | 85,2 | 75,7 | 75,7 |
|
|
Sonstige Forderungen mit Finanzierungscharakter | LaR | 39,0 | 39,0 | 24,3 | 24,3 |
| Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | LaR | 4.454,0 | 4.454,0 | 3.648,1 | 3.648,1 | |
| Sonstige finanzielle Vermögenswerte | LaR | 242,8 | 242,8 | 203,8 | 203,8 | |
| Flüssige Mittel |
|
|
|
|
|
|
|
|
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente | LaR | 1.431,6 | 1.431,6 | 1.334,8 | 1.334,8 |
|
|
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte | AfS | 39,7 | 39,7 | 378,0 | 378,0 |
| Finanzielle Vermögenswerte |
|
6.377,3 | 6.377,3 | 5.676,9 | 5.676,9 | |
| Finanzschulden |
|
|
|
|
|
|
|
|
Derivate mit Hedge-Beziehung | n. a. | 214,4 | 214,4 | 197,7 | 197,7 |
|
|
Derivate ohne Hedge-Beziehung | HfT | 19,6 | 19,6 | 7,4 | 7,4 |
|
|
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing | n. a. | 149,0 | 166,3 | 107,4 | 120,4 |
|
|
Sonstige Finanzschulden | FLAC | 8.607,5 | 8.939,6 | 10.400,0 | 10.383,7 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | FLAC | 3.510,5 | 3.510,5 | 2.819,5 | 2.819,5 | |
| Übrige finanzielle Verbindlichkeiten | FLAC | 1.204,2 | 1.204,2 | 880,3 | 880,3 | |
| Finanzielle Verbindlichkeiten |
|
13.705,2 | 14.054,6 | 14.412,3 | 14.409,0 | |
| Davon aggregiert nach Bewertungskategorien gemäß IAS 39: |
|
|
|
|
||
| Finanzielle Vermögenswerte HfT |
|
78,0 |
|
4,2 |
|
|
| Kredite und Forderungen (LaR) |
|
6.167,4 |
|
5.211,0 |
|
|
| Zur Veräußerung verfügbar (AfS) |
|
131,9 |
|
461,7 |
|
|
| Finanzielle Verbindlichkeiten HfT |
|
19,6 |
|
7,4 |
|
|
| Zu fortgeführten Anschaffungskosten erfasste finanzielle Verbindlichkeiten (FLAC) |
|
13.322,2 |
|
14.099,8 |
|
|
| ― |
AfS, available for sale, zur Veräußerung verfügbar |
| ― |
FLAC, financial liability at amortised cost, zu fortgeführten Anschaffungskosten erfasste
finanzielle Verbindlichkeiten |
| ― |
HfT, held for trading, zu Handelszwecken gehalten |
| ― |
LaR, loans and receivables, Kredite und Forderungen |
Die Finanzinstrumente der Kategorie "zu Handelszwecken gehalten" sind mit dem beizulegenden
Zeitwert erfasst. Die Finanzinstrumente der Kategorie "zur Veräußerung verfügbar"
sind ebenfalls mit dem beizulegenden Zeitwert erfasst, es sei denn, dieser ist nicht
verlässlich ermittelbar, dann werden die finanziellen Vermögenswerte zu Anschaffungskosten
erfasst.
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
sowie Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und übrige finanzielle Verbindlichkeiten
haben überwiegend kurze Restlaufzeiten. Daher entsprechen die bilanzierten Werte zum
Abschlussstichtag näherungsweise dem beizulegenden Zeitwert.
Die derivativen Finanzinstrumente, die den Anforderungen des Hedge Accounting entsprechen,
werden keiner IAS 39 Bewertungskategorie zugeordnet, da sie explizit aus den einzelnen
Bewertungskategorien ausgeschlossen sind.
Die derivativen Finanzinstrumente, für die kein Hedge Accounting angewendet wird,
werden als "zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten"
kategorisiert.
Die beizulegenden Zeitwerte der sonstigen Finanzschulden sowie der Verbindlichkeiten
aus Finanzierungsleasing wurden durch Diskontierung aller künftigen Zahlungsströme
mit den jeweils geltenden Zinssätzen für die entsprechenden Restlaufzeiten unter Berücksichtigung
eines unternehmensspezifischen Bonitätsspreads ermittelt.
Die Summe der positiven Buchwerte entspricht dem maximalen Ausfallrisiko des Continental-Konzerns
aus finanziellen Vermögenswerten. Zur Absicherung der Forderungen aus Lieferungen
und Leistungen sind u. a. Warenkreditversicherungen abgeschlossen.
Die zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Finanzinstrumente werden in der nachfolgenden
Tabelle entsprechend ihrer Bewertungsmethode dargestellt. Die Stufen der Fair-Value-Hierarchie
sind wie folgt definiert:
| ― |
Level 1: notierte Preise am aktiven Markt für identische Instrumente |
| ― |
Level 2: notierte Preise am aktiven Markt für ein ähnliches Instrument oder eine Bewertungsmethode, bei der alle wesentlichen Input-Faktoren auf beobachtbaren Marktdaten beruhen |
| ― |
Level 3: Bewertungsmethode, bei welcher die wesentlichen Inputfaktoren nicht auf beobachtbaren Marktdaten beruhen |
| Mio € |
|
31.12.2010 | Level 1 | Level 2 | Anschaffungskosten |
| Sonstige Finanzanlagen | AfS | 7,0 | - | - | 7,0 |
| Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte | AfS | 124,9 | 115,1 | 9,8 | 0,0 |
| Derivate ohne Hedge-Beziehung | HfT | 78,0 | - | 78,0 | - |
| Zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte |
|
209,9 | 115,1 | 87,8 | 7,0 |
| Derivate mit Hedge-Beziehung | n. a. | 214,4 | - | 214,4 | - |
| Derivate ohne Hedge-Beziehung | HfT | 19,6 | - | 19,6 | - |
| Zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten |
|
234,0 | - |
234,0 | - |
| Mio € |
|
31.12.2009 | Level 1 | Level 2 | Anschaffungskosten |
| Sonstige Finanzanlagen | AfS | 8,0 | - | - | 8,0 |
| Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte | AfS | 453,7 | 453,6 | 0,0 | 0,1 |
| Derivate ohne Hedge-Beziehung | HfT | 4,2 | - | 4,2 | - |
| Zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte |
|
465,9 | 453,6 | 4,2 | 8,1 |
| Derivate mit Hedge-Beziehung | n. a. | 197,7 | - | 197,7 | - |
| Derivate ohne Hedge-Beziehung | HfT | 7,4 | - | 7,4 | - |
| Zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten |
|
205,1 | - |
205,1 | - |
Finanzielle Vermögenswerte, die gemäß Level 3 der Fair-Value-Hierarchie bewertet werden,
sind im Continental-Konzern derzeit nicht vorhanden. Es wurden keine Transfers zwischen
verschiedenen Leveln der Fair-Value-Hierarchie vorgenommen.
Die Nettoergebnisse nach Bewertungskategorien haben sich wie folgt entwickelt:
| Mio € | aus Zinsen | aus der Folgebewertung | Nettoergebnis | |||
|
|
|
zum beizulegenden Zeitwert |
Währungsumrechnung | Wertberichtigung | 2010 | 2009 |
| Kredite und Forderungen | 20,8 | - | 19,2 | -5,3 | 34,7 | 19,3 |
| Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte |
1,8 | 0,7 | - | - | 2,5 | 2,4 |
| Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten |
- |
6,2 | - |
- |
6,2 | -5,8 |
| Finanzielle Verbindlichkeiten zu fortgeführten Anschaffungskosten |
-745,7 | - | -16,9 | - | -762,6 | -792,8 |
| Nettogewinne und -Verluste | -723,1 | 6,9 | 2,3 | -5,3 | -719,2 | -776,9 |
Die Zinsen aus Finanzinstrumenten werden im Zinsergebnis ausgewiesen (siehe Kapitel
9). Es wurden keine Zinserträge aus wertgeminderten finanziellen Vermögenswerten erwirtschaftet.
Die Wertberichtigung auf Kredite und Forderungen resultiert aus Forderungen aus Lieferungen
und Leistungen. In das Ergebnis der Folgebewertung der zu Handelszwecken gehaltenen
finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten gehen sowohl Zins- als auch Währungseffekte
ein.
Die Wertänderungen der als zur Veräußerung verfügbar kategorisierten finanziellen
Vermögenswerte, die erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst werden, betragen -0,6 Mio
€ in 2010 (Vj. 1,2 Mio €); der Betrag, der dem Eigenkapital entnommen und im Geschäftsjahr
ergebniswirksam erfasst wurde, beläuft sich auf 0,0 Mio € (Vj. 0,0 Mio €).
Insgesamt werden zum 31. Dezember 2010 finanzielle Vermögenswerte als Sicherheiten
in Höhe von 1.725,7 Mio € (Vj. 619,1 Mio €) gestellt. Im Berichtsjahr umfassen die
Sicherheiten wie im Vorjahr im Wesentlichen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen;
der Rest betrifft verpfändete Zahlungsmittel oder andere finanzielle Vermögenswerte.
Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die im Rahmen von Forderungsverkaufsprogrammen
verkauft wurden, sowie die oben beschriebenen Sicherheiten in Form von Forderungen
aus Lieferungen und Leistungen sind unter Kapitel 20 dargestellt.
Wie in den Nachverhandlungen des VDO-Kredits vereinbart, haben die Continental AG
und ausgewählte Tochterunternehmen den kreditgebenden Banken ein Sicherheitenpaket
gewährt. Dieses besteht aus Garantien bestimmter Tochterunternehmen, der Verpfändung
der Gesellschaftsanteile an den garantiegebenden Tochterunternehmen sowie bestimmten
Kontoguthaben und aus der Abtretung konzerninterner Ansprüche. Weitere Sicherheiten
wurden in diesem Zusammenhang nicht gestellt. An dem Sicherheiten-Paket partizipieren
zudem die im Berichtsjahr ausgegebenen Anleihen in einem Gesamtvolumen von 3,0 Mrd
€ sowie ein definierter Teil der im Konzern bestehenden bilateralen Linien mit Kreditinstituten.
Aufgrund der internationalen Ausrichtung der Geschäftsaktivitäten sowie der damit
verbundenen Finanzierung ist der Konzern Schwankungen infolge von Wechselkursänderungen
und variablen Zinsen ausgesetzt. Sofern die Fremdwährungsrisiken aus gegenseitigen
Liefer- und Zahlungsströmen nicht vollständig kompensiert werden, werden anhand fortlaufend
angepasster Devisenkurserwartungen die Wechselkursrisiken in Einzelfällen mit geeigneten
Finanzinstrumenten abgesichert. Weiterhin werden die langfristigen und kurzfristigen
Zinsentwicklungen kontinuierlich überwacht und durch den Einsatz von derivativen Finanzinstrumenten
gesteuert. Somit ermöglichen derivative Zins- und Währungsinstrumente die Aufnahme
von Fremdkapital in jeder gewünschten Zins- und Währungsausstattung unabhängig vom
Ort des Finanzierungsbedarfs.
Für den Einsatz von Sicherungsinstrumenten bestehen konzernweite Verfahrensrichtlinien,
deren Einhaltung regelmäßig von der internen Revision überprüft wird. Interne Abwicklungsrisiken
werden durch eine strikte funktionale Trennung der Aufgabenbereiche minimiert.
Die internationale Ausrichtung der Geschäftsaktivitäten führt zu Liefer- und Zahlungsströmen
in unterschiedlichen Währungen. Daraus leitet sich ein Verlustrisiko ab, denn Vermögenswerte,
die in einer Währung mit sinkendem Wechselkurs notiert sind, verlieren an Wert. Parallel
dazu verteuern sich Verbindlichkeiten in einer Währung mit steigendem Wechselkurs.
Das Netto-Exposure, das sich im Wesentlichen aus der Saldierung der Exporte mit den
Importen in den einzelnen Währungen ergibt, wird bei Continental regelmäßig erfasst
und bewertet. Seit mehreren Jahren wird ein "Natural-Hedge"-Gedanke zur Reduzierung
des Währungskursrisikos praktiziert, sodass der Saldo zwischen Einzahlungen und Auszahlungen
in den jeweiligen Fremdwährungen möglichst gering gehalten wird. Darüber hinaus wird
die erwartete Entwicklung der Devisenkurse beobachtet und analysiert. Wechselkursrisiken
werden gegebenenfalls mit geeigneten Finanzinstrumenten abgesichert. Im Rahmen dieses
Währungsmanagements sind enge Grenzen für offene Positionen gesetzt. Sie schränken
das Risiko aus dem Abschluss von Sicherungsgeschäften stark ein. Zur Absicherung dürfen
ausschließlich derivative Finanzinstrumente eingesetzt werden, die sich im Risikomanagementsystem
abbilden und bewerten lassen. Der Einsatz von Finanzinstrumenten, die diese Voraussetzungen
nicht erfüllen, ist ausgeschlossen. Das im Ausland gebundene Nettovermögen des Konzerns
wird grundsätzlich nicht gegen Wechselkursveränderungen abgesichert.
Im Rahmen des Währungsmanagements werden bekannte und zukünftig erwartete Fremdwährungszahlungsströme
der Konzerngesellschaften weltweit zusammengefasst. Diese Geldbewegungen stellen die
Transaktionsrisiken des Konzerns dar und definieren sich als Netto-Cashflow je Währung
auf rollierender Zwölfmonatsbasis. Der wöchentlich tagende Zins- und Währungsausschuss
beschließt die Sicherungsmaßnahmen. Diese dürfen ohne gesonderte Vorstandsgenehmigung
30 % des Zwölfmonatsexposure je Währung nicht überschreiten.
Daneben entstehen Währungsrisiken aus konzernexternen und konzerninternen Kreditvereinbarungen,
die in einer von der funktionalen Währung der jeweiligen Konzerngesellschaft abweichenden
Währung denominiert sind. Diese Währungsrisiken werden in der Regel durch den Einsatz
von derivativen Finanzinstrumenten, insbesondere durch Devisentermingeschäfte, Devisenswaps
und Zins-Währungsswaps, abgesichert.
IFRS 7 verlangt mittels Sensitivitätsanalyse eine Darstellung der Auswirkungen hypothetischer
Änderungen von Währungskursen auf Ergebnis und Eigenkapital. Die Änderungen der Währungskurse
werden im Continental-Konzern auf den Bestand aller Finanzinstrumente am Abschlussstichtag
bezogen. Erwartete Transaktionen werden nicht in die Sensitivitätsanalyse einbezogen.
Zur Ermittlung des transaktionsbezogenen Netto-Fremdwährungsrisikos werden für diesen
Bestand die Finanzinstrumente in Fremdwährung nach Währungspaaren geordnet, und es
wird eine 10 %ige Auf- bzw. Abwertung der jeweiligen funktionalen Währung der Konzerngesellschaften
gegenüber der Fremdwährung unterstellt. Die nachfolgende Übersicht zeigt den nach
dieser Systematik berechneten Gesamteffekt sowie die Einzeleffekte aus den wesentlichen
Transaktionswährungen Euro und US-Dollar auf den Unterschiedsbetrag aus Währungsumrechnung
und aus Finanzinstrumenten im Eigenkapital und auf das Konzernergebnis. Der Anstieg
des Effekts auf das Eigenkapital ist im Wesentlichen auf die Gewährung eines in Euro
denominierten Kredits der Continental AG an eine ausländische Tochtergesellschaft
zurückzuführen, der als Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb bilanziert
wird.
| Mio € | 2010 | 2009 | ||
|
|
Eigenkapital | Konzernergebnis | Eigenkapital | Konzernergebnis |
| lokale Währung +10 % |
|
|
|
|
| Gesamt | 52,3 | 25,8 | 0,0 | -7,0 |
| davon EUR | 52,3 | 0,5 | 0,0 | -23,1 |
| davon USD | - | 29,5 | - | 29,5 |
| lokale Währung -10 % |
|
|
|
|
| Gesamt | -52,3 | -25,8 | 0,0 | 7,0 |
| davon EUR | -52,3 | -0,5 | 0,0 | 23,1 |
| davon USD | - | -29,5 | - | -29,5 |
Viele Konzerngesellschaften befinden sich außerhalb des Euro-Währungsraumes. Da die
Berichtswährung der Continental AG der Euro ist, werden die Abschlüsse dieser Gesellschaften
in Euro überführt. Um translationsbezogene Fremdwährungseffekte im Risikomanagement
zu adressieren, wird unterstellt, dass Investitionen in ausländische Gesellschaften
grundsätzlich auf Dauer angelegt sind und die Ergebnisse reinvestiert werden. Translationsbezogene
Auswirkungen, die entstehen, wenn sich der Wert der Netto-Vermögenspositionen umgerechnet
in Euro aufgrund von Wechselkursschwankungen ändert, werden im Eigenkapital des Konzernabschlusses
erfasst.
Variable Zinsvereinbarungen bergen die Risiken steigender Zinsen bei finanziellen
verzinslichen Verbindlichkeiten bzw. fallender Zinsen bei finanziellen verzinslichen
Anlagen in sich. Diese Risiken werden im Rahmen des Zinsmanagements bewertet, eingeschätzt
und durch den Einsatz von derivativen Zinssicherungsinstrumenten gesteuert. Gegenstand
dieser Steuerung sind die zinstragenden Netto-Finanzschlulden des Konzerns. Alle Zinssicherungsgeschäfte
dienen ausschließlich der Steuerung der identifizierten Zinsänderungsrisiken. Ein
Ziel ist es, etwa 50 % bis 75 % der zinstragenden Brutto-Finanzschulden fest verzinst
zu halten.
Ein Risiko aus Schwankungen des beizulegenden Zeitwerts längerfristiger finanzieller
Verbindlichkeiten durch Veränderungen von Festzinsen am Kapitalmarkt besteht für den
Konzern nicht, da die Kapitalgeber daraus kein Recht auf vorzeitige Rückzahlung geltend
machen können. Falls der Konzern als Emittent das Recht zum Rückkauf vor Fälligkeit
hat, wird eine Ablösung nur dann erwogen, wenn diese aus Sicht des Continental-Konzerns
vorteilhaft ist.
Das Profil der den Netto-Finanzschulden zugeordneten verzinslichen Finanzinstrumente
unter Berücksichtigung der Wirkung von derivativen Finanzinstrumenten des Continental-Konzerns
stellt sich wie folgt dar:
| Mio € | 2010 | 2009 |
| Festverzinsliche Instrumente |
|
|
| Finanzielle Vermögenswerte | 44,9 | 3,2 |
| Finanzielle Verbindlichkeiten | -6.917,3 | -3.995,6 |
| Variabel verzinsliche Instrumente |
|
|
| Finanzielle Vermögenswerte | 1.550,6 | 1.809,6 |
| Finanzielle Verbindlichkeiten | -1.839,2 | -6.511,8 |
| Beizulegender Zeitwert Derivate |
|
|
| Finanzielle Vermögenswerte | 78,0 | 4,2 |
| Finanzielle Verbindlichkeiten | -234,0 | -205,1 |
| Netto-Finanzschulden | -7.317,0 | -8.895,5 |
Der Continental-Konzern hat Zinsderivate abgeschlossen, die als effektive Cashflow-Hedges
klassifiziert sind. Eine Veränderung der Zinssätze zum Bilanzstichtag würde sich daher
auf die Gewinn- und Verlustrechnung (Zinsergebnis) bzw. auf das Eigenkapital direkt
auswirken.
Gemäß IFRS 7 sind mittels Sensitivitätsanalyse Effekte aus Finanzinstrumenten durch
die Änderung von Zinssätzen auf Ergebnis und Eigenkapital darzustellen.
Ein Anstieg der Zinssätze um 100 Basispunkte im Jahr 2010 hätte zu einer Verschlechterung
des Zinsergebnisses in Höhe von 20,3 Mio € (Vj. 0,7 Mio €) und zu einer Erhöhung des
Unterschiedsbetrags aus Finanzinstrumenten im Eigenkapital in Höhe von 50,1 Mio €
(Vj. 80,4 Mio €) geführt.
Ein Rückgang der Zinssätze um 100 Basispunkte hätte zu einer Verbesserung des Zinsergebnis
in Höhe von 32,0 Mio € (Vj. 0,6 Mio €) und zu einer Verminderung des Unterschiedsbetrags
aus Finanzinstrumenten im Eigenkapital in Höhe von 49,2 Mio € (Vj. 85,1 Mio €) geführt.
Bei dieser Analyse wird unterstellt, dass Zinssätze nicht kleiner oder gleich 0 %
sein können.
Die genannten Effekte sind nahezu vollständig auf Änderungen der Euro-Zinssätze zurückzuführen.
Die Auswirkungen auf das Zinsergebnis resultieren im Wesentlichen aus der Bewertung
der Optionen zur vorzeitigen Rückzahlung der von der Conti-Gummi Finance B.V., Amsterdam,
Niederlande, emittierten Anleihen (siehe dazu auch die Ausführungen zur Bilanzierung
eingebetteter Derivate).
Ein Anstieg der Zinssätze um 100 Basispunkte im Jahr 2010 hätte eine Verschlechterung
des Zinsergebnisses in Höhe von 2,9 Mio € (Vj. 47,0 Mio €) hervorgerufen, während
ein Rückgang der Zinssätze um 100 Basispunkte entsprechend eine Verbesserung des Zinsergebnisses
in Höhe von 2,9 Mio € (Vj. 47,0 Mio €) hervorgerufen hätte. Die Effekte resultieren
im Wesentlichen aus variabel verzinslichen Finanzinstrumenten in den Währungen Euro,
US-Dollar, Chinesischer Renminbi und Koreanischer Won.
Die Analyse unterstellt, dass alle weiteren Variablen, insbesondere die Wechselkurse,
unverändert bleiben. Diese Annahme gilt analog für 2009.
| Mio € | 2010 | 2009 | |
| Anstieg Zinsen +100 BP |
|
|
|
| Gesamt | -2,9 | -47,0 | |
|
|
davon EUR | -8,8 | -54,6 |
|
|
davon CNY | 2,4 | 2,5 |
|
|
davon KRW | 1,1 | 0,7 |
|
|
davon USD | 0,3 | 1,1 |
| Rückgang Zinsen -100 BP |
|
|
|
| Gesamt | 2,9 | 47,0 | |
|
|
davon EUR | 8,8 | 54,6 |
|
|
davon CNY | -2,4 | -2,5 |
|
|
davon KRW | -1,1 | -0,7 |
|
|
davon USD | -0,3 | -1,1 |
Ein Ausfallrisiko derivativer Finanzinstrumente entsteht, soweit Kontrahenten ihren
Zahlungsverpflichtungen nicht oder nur eingeschränkt nachkommen. Zur Begrenzung dieses
Risikos werden entsprechende Kontrakte nur mit ausgewählten Banken abgeschlossen.
Die Entwicklung der Bonität der Vertragspartner wird laufend - insbesondere durch
Beobachtung der Ratingeinstufungen und der Markteinschätzung der Ausfallrisiken anhand
der jeweiligen sogenannten Credit Default Swap Sätze - überwacht.
Das zentrale Cash-Management nimmt eine regelmäßige Liquiditätsvorschau vor.
Für das operative Geschäft der Konzerngesellschaften ist eine kostengünstige und ausreichende
Deckung des Finanzbedarfs erforderlich. Dafür sorgen verschiedene am Markt verfügbare
Finanzierungsinstrumente. Sie setzen sich im Einzelnen zusammen aus Tages- und Termingeldern,
Commercial Papers, Forderungsverkaufsprogrammen sowie bilateralen und syndizierten
Krediten, wie insbesondere der in Höhe von nominal 6.484,9 Mio € (Vj. 11,0 Mrd €)
zugesagte VDO-Kredit. Darüber hinaus ist rund ein Drittel der Bruttofinanz-schulden
über den Kapitalmarkt in Form von Anleihen finanziert. Investitionen der Konzerngesellschaften
werden überwiegend durch Eigenkapital und Darlehen von Banken oder Konzernunternehmen
finanziert. Gleichzeitig bestehen Cash-Pooling-Vereinbarungen mit Konzerngesellschaften,
soweit dies im Rahmen der jeweiligen rechtlichen und steuerlichen Gegebenheiten möglich
und sinnvoll ist. Sollten bestimmte Ereignisse zu einem unerwarteten Finanzbedarf
führen, kann die Continental AG auf vorhandene Liquidität und auf feste Kreditzusagen
von Banken zurückgreifen. Zur detaillierten Erläuterung der bestehenden genutzten
und ungenutzten Kreditzusagen wird auf Kapitel 28 verwiesen.
Aus den finanziellen Verbindlichkeiten in Höhe von 13.705,2 Mio € (Vj. 14.412,3 Mio
€) entstehen in den nächsten fünf Jahren und danach die folgenden undiskontierten
Zahlungsmittelabflüsse:
| 31.12.2010/Mio € | 2011 | 2012 | 2013 | 2014 | 2015 | danach |
| Sonstige Finanzschulden inkl. Zinszahlungen1 | -1.692,0 | -4.760,1 | -247,2 | -239,3 | -989,3 | -2.556,7 |
| Derivate2 | -28,2 | -203,9 | -0,0 | - | - | - |
| Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing | -25,4 | -26,6 | -62,1 | -9,8 | -9,8 | -58,1 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | -3.510,5 | - |
- |
- |
- |
- |
| Übrige finanzielle Verbindlichkeiten | -1.203,4 | -0,8 | - | - | - | - |
1
Enthält eine 2011 fällige Inanspruchnahme in Höhe von 303,3 Mio € einer bis 2012 gültigen
Kreditzusage.
2
Ohne Berücksichtigung von eingebetteten Derivaten, da hieraus keine Zahlungsmittelabflüsse
entstehen.
| 31.12.2009/Mio € | 2010 | 2011 | 2012 | 2013 | 2014 | danach |
| Sonstige Finanzschulden inkl. Zinszahlungen1 | -5.059,9 | -573,0 | -5.555,8 | -18,7 | -13,5 | -0,0 |
| Derivate | -18,9 | -70,8 | -121,1 | -0,0 | - | - |
| Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing | -22,9 | -20,9 | -17,3 | -15,6 | -11,0 | -64,6 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | -2.819,5 | - |
- | - | - | - |
| Übrige finanzielle Verbindlichkeiten | -880,3 | - | - | - | - | - |
| 31.12.2009/Mio € | Gesamt |
| Sonstige Finanzschulden inkl. Zinszahlungen1 | -11.220,9 |
| Derivate | -210,8 |
| Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing | -152,3 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | -2.819,5 |
| Übrige finanzielle Verbindlichkeiten | -880,3 |
Bei der Analyse wurden Fremdwährungsbeträge mit den zum Stichtag aktuellen Kassakursen
in Euro umgerechnet. Für variabel verzinsliche originäre Finanzinstrumente wurden
die zukünftigen Zinszahlungsströme unter Anwendung der zuletzt vertraglich fixierten
Zinssätze prognostiziert. Bei derivativen Finanzinstrumenten wurden zur Ermittlung
der variablen Zinszahlungen Terminzinssätze zugrunde gelegt. Die Analyse enthält ausschließlich
Zahlungsmittelabflüsse aus finanziellen Verbindlichkeiten. Für derivative Finanzinstrumente,
die zum Stichtag einen negativen beizulegenden Zeitwert aufweisen, werden die Nettozahlungen
ausgewiesen. Zahlungsmittelzuflüsse aus finanziellen Vermögenswerten wurden nicht
berücksichtigt.
Es wird nicht erwartet, dass die Zahlungsmittelabflüsse in der Fälligkeitsanalyse
zu wesentlich abweichenden Stichtagen oder mit wesentlich abweichenden Beträgen auftreten
werden.
Das Kreditrisiko aus Lieferungen und Leistungen oder aus finanziellen Forderungen
umfasst die Gefahr, dass offene Forderungen verspätet beglichen werden bzw. vollständig
ausfallen. Diese Gefahren werden von zentralen und lokalen Kreditmanagern analysiert
und überwacht. Zu den Aufgaben des zentralen Kreditmanagements gehört die gebündelte
Risikosteuerung des Forderungsvermögens. Regelmäßig werden Bonität und Zahlungsverhalten
der Vertragspartner analysiert. Trotzdem lassen sich Ausfallrisiken nicht völlig ausschließen.
Bestehenden Restrisiken wird durch die Bildung von Portfolio Wertberichtigungen anhand
von Erfahrungswerten oder durch Wertberichtigungen für identifizierte Einzelrisiken
Rechnung getragen. Das Ausfallrisiko bei originären finanziellen Forderungen wird
zusätzlich dadurch begrenzt, dass nur Vertragspartner mit erwiesener Bonität angenommen
werden, Sicherheiten hinterlegt oder Warenkreditversicherungen abgeschlossen werden.
Zur Ermittlung der Bonität verweisen wir auf Kapitel 20. Finanzielle Vermögenswerte,
die weder überfällig noch wertgemindert sind, weisen dementsprechend eine erstklassige
Kreditqualität auf.
Weitere Erläuterungen zu den dargestellten Risiken und dem Risikomanagement finden
sich im Abschnitt "Risikobericht" im Lagebericht.
Der Ansatz von derivativen Finanzinstrumenten erfolgt grundsätzlich zum beizulegenden
Zeitwert, welcher in der Regel durch Diskontierung der erwarteten Zahlungsströme unter
Zugrundelegung von Zinsstrukturkurven ermittelt wird. So werden die beizulegenden
Zeitwerte von Devisentermingeschäften als Differenz aus den mit den risikolosen Zinssätzen
der entsprechenden Währungen diskontierten und zu aktuellen Kassakursen umgerechneten
Nominalbeträgen ermittelt. Zur Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte von Zinsswaps
und Zins-Währungsswaps werden die zukünftigen Zahlungsströme mit den Zinssätzen für
die entsprechenden Fälligkeiten diskontiert. Dabei werden als kurzfristige Zinssätze
Depositsätze verwendet, während für die langfristigen Zinssätze auf die Swapsätze
in der jeweiligen Währung zurückgegriffen wird.
Zum 31. Dezember 2010 wurden positive beizulegende Zeitwerte in Höhe von 67,6 Mio
€ (Vj. keine) sowie negative beizulegende Zeitwerte in Höhe von -0,8 Mio € (Vj. keine)
für eingebettete Derivate bilanziert. Diese entfielen im Wesentlichen auf den Ansatz
der Rückkaufoptionen, die bei den in 2010 von der Conti-Gummi Finance B.V., Amsterdam,
Niederlande, emittierten Anleihen vorgesehen sind. Die Bewertung der Optionen erfolgte
unter Anwendung des Black-Modells. Dabei gingen sowohl eine Veränderung der risikolosen
Zinsen als auch eine Veränderung des Bonitätsrisikos der Continental AG über am Markt
beobachtbare Credit Default Swap Sätze in die Berechnung ein. Die bilanzierten fortgeführten
Anschaffungskosten der Anleihen wurden um den Erstansatz der eingebetteten Optionen
erhöht. Die folgende Übersicht zeigt die beizulegenden Zeitwerte und Nominalwerte
der freistehenden Derivate zum Bilanzstichtag.
| Mio € | 31.12.2010 | 31.12.2009 | ||||
| Beizulegende Zeitwerte | Aktiv |
|
Passiv | Aktiv |
|
Passiv |
| Cashflow-Hedges (effektiv) |
|
|
|
|
|
|
| Zins-Währungsswaps | - |
|
-99,5 | - |
|
-52,0 |
| Zinsswaps | - |
|
-114,9 | - |
|
-145,7 |
| Sonstige Geschäfte |
|
|
|
|
|
|
| Zins-Währungsswaps | 4,7 |
|
- | 2,4 |
|
- |
| Zinsswaps | - |
|
-0,1 | - |
|
-0,3 |
| Zinssatzoptionen | - |
|
- | - |
|
-0,3 |
| Devisentermingeschäfte | 5,7 |
|
-18,7 | 1,8 |
|
-6,8 |
| Summe der beizulegenden Zeitwerte | 10,4 |
|
-233,2 | 4,2 |
|
-205,1 |
| davon langfristig | 4,7 |
|
-213,8 | 2,5 |
|
-197,9 |
| davon kurzfristig | 5,7 |
|
-19,4 | 1,7 |
|
-7,2 |
| Nominalwerte |
|
|
|
|
|
|
| Cashflow-Hedges |
|
3.175,0 |
|
|
3.175,0 |
|
| Zins-Währungsswaps |
|
45,0 |
|
|
64,8 |
|
| Zinsswaps |
|
2,5 |
|
|
13,7 |
|
| Zinssatzoptionen |
|
- |
|
|
10,0 |
|
| Devisentermingeschäfte |
|
809,8 |
|
|
834,7 |
|
| Summe der Nominalwerte |
|
4.032,3 |
|
|
4.098,2 |
|
Bei eindeutigen und längerfristigen Sicherungszusammenhängen wird in der Regel von
der Möglichkeit des Hedge-Accounting nach IAS 39 Gebrauch gemacht. Beim Vorliegen
eines Cashflow-Hedge werden Zeitwertänderungen der Derivate bis zur Erfolgswirksamkeit
des gesicherten Grundgeschäfts erfolgsneutral als übrige Eigenkapitalveränderungen
gebucht.
Der Continental-Konzern hat sowohl Zinsswaps als auch Zins-Währungsswaps ausschließlich
als Cashflow-Hedges klassifiziert. Die Cashflow-Hedges beziehen sich zum einen auf
eine Teilsicherung des variabel verzinslichen VDO-Kreditbetrages in Höhe von 3.125,0
Mio €. Dabei werden die Zinsrisiken aus der variablen Verzinsung der Kredite sowie
die Währungsrisiken der Continental Rubber of America, Corp. (CRoA), Wilmington, USA,
aus der Denominierung in Euro gesichert. Zum anderen werden die Zinsrisiken aus einem
variabel verzinslichen Schuldscheindarlehen in Euro gesichert. In diesem Zusammenhang
ist zum 31. Dezember 2010 aus der Marktbewertung dieser Finanzinstrumente ein kumulierter
Aufwand in Höhe von 150,8 Mio € (Vj. 182,6 Mio €) vor Steuern ergebnisneutral im Eigenkapital
erfasst worden. Die im Rahmen der Cashflow-Hedges gesicherten Zins- und Tilgungszahlungen
aus den Grundgeschäften werden in den Jahren bis 2012 in der Gewinn- und Verlustrechnung
wirksam.
Die kumulierten übrigen Eigenkapitalveränderungen der derivativen Sicherungsinstrumente
stellen sich im Berichtsjahr wie folgt dar:
| Mio € | 01.01.2009 | Zeitwertänderungen | Auflösung | 31.12.2009/ 01.01.2010 |
Zeitwertänderungen | Auflösung |
| Effektive Zeitwertänderung | -149,5 | -33,8 | 0,7 | -182,6 | 31,8 | - |
| Latente Steuern | 47,0 | 9,8 | -0,3 | 56,5 | -9,7 | - |
| Kumulierte übrige Eigenkapitalveränderungen | -102,5 | -24,0 | 0,4 | -126,1 | 22,1 | - |
| Mio € | 31.12.2010 |
| Effektive Zeitwertänderung | -150,8 |
| Latente Steuern | 46,8 |
| Kumulierte übrige Eigenkapitalveränderungen | -104,0 |
Der Nachweis der prospektiven und retrospektiven Effektivität wird mithilfe von regelmäßig
durchgeführten Effektivitätstests erbracht. Zur Ermittlung der retrospektiven Effektivität
kommt die sogenannte "Dollar-Offset-Methode" zur Anwendung. Hierbei wird die Fair-Value-
bzw. Cashflow-Änderung des gesicherten Grundgeschäfts zu der Fair-Value- bzw. Cashflow-Änderung
des Sicherungsgeschäfts ins Verhältnis gesetzt. Die Ergebnisse der retrospektiven
Effektivitätsmessung liegen dabei in einer Bandbreite von 80 bis 125 %, sodass von
einer hocheffektiven Sicherungsbeziehung ausgegangen werden kann. Im Berichtsjahr
entstanden wie im Vorjahr keine Ineffektivitäten aus den bestehenden Cashflow-Hedges.
| Mio € | 31.12.2010 | 31.12.2009 | ||||
|
|
Gesamt | Kurzfristig | Langfristig | Gesamt | Kurzfristig | Langfristig |
| Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen | 10,7 | 9,9 | 0,8 | 24,9 | 24,9 | - |
| Zinsverbindlichkeiten | 196,9 | 196,9 | - | 131,6 | 131,6 | - |
| Verbindlichkeiten für Personalaufwendungen | 519,7 | 519,7 | - | 318,2 | 318,2 | - |
| Verbindlichkeiten für Vertriebsaufwendungen | 436,4 | 436,4 | - | 351,7 | 351,7 | - |
| Personalabfindungen | 37,9 | 37,9 | - | 39,6 | 39,6 | - |
| Kaufpreisverpflichtungen aus Unternehmenserwerben | 0,0 | 0,0 | - | 4,6 | 4,6 | - |
| Übrige Verbindlichkeiten | 2,6 | 2,6 | - | 9,7 | 9,7 | - |
| Übrige finanzielle Verbindlichkeiten | 1.204,2 | 1.203,4 | 0,8 | 880,3 | 880,3 | - |
Die Verbindlichkeiten gegenüber nahestehenden Unternehmen betreffen insbesondere Verpflichtungen
aus dem operativen Leistungsgeschäft gegenüber assoziierten Unternehmen und Gesellschaftern.
Die Zinsverbindlichkeiten resultieren hauptsächlich aus Zinsabgrenzungen im Zusammenhang
mit Zinssicherungsgeschäften der Continental AG und den Zinsabgrenzungen für die ausgegebenen
Anleihen.
Die Verbindlichkeiten für Vertriebsaufwendungen betreffen insbesondere Verpflichtungen
aus Bonusvereinbarungen mit Kunden sowie gewährte, abgegrenzte Preisnachlässe.
Die übrigen finanziellen Verbindlichkeiten sind innerhalb eines Jahres fällig.
Im Jahr 2009 wurde den oberen Führungskräften des Continental-Konzerns ein grundsätzlich
in der Höhe von der Positionsbewertung und dem Zielerreichungsgrad abhängiger Bonus
zugesagt (LTI-Bonus), der eine Partizipation an der langfristigen und nachhaltigen
Steigerung des Unternehmenswertes und der Profitabilität ermöglichen soll.
Der LTI wird in jährlichen Tranchen ausgegeben (LTI-Tranchen). Im Jahr 2009 erfolgte
neben der Ausgabe der Tranche 2009/13, mit einer Laufzeit von vier Jahren, die Ausgabe
einer zusätzlichen Tranche (2009/12) mit einer Laufzeit von drei Jahren, bedingt durch
die Umstellung von einer dreijährigen Laufzeit des früheren Aktienoptionsplanes auf
eine vierjährige Laufzeit des LTI. Die Laufzeit beginnt am Tag des Vorstandsbeschlusses
über die Ausgabe der jeweiligen Tranche. Die Tranche 2009/12 wurde am 17. August 2009
beschlossen; die Tranche 2009/13 am 20. Juli 2009.
Für jeden Begünstigten einer LTI-Tranche wird durch den Vorstand der Continental AG
der Betrag eines Zielbonus in Euro festgelegt, der bei 100 % Zielerreichung ausgezahlt
wird. Der nach Ablauf der LTI-Tranche tatsächlich auszuzahlende LTI-Bonus ist abhängig
vom Zielerreichungsgrad, der zwischen 0 % (keine Auszahlung) und 300 % (maximale Auszahlung)
liegen kann. Für die Auszahlung und die Höhe des LTI-Bonus ist der Grad der Erreichung
zweier Zielkriterien maßgeblich. Das erste Zielkriterium ist der gewichtete Durchschnitt
des Conti Value Contribution (CVC) des Continental-Konzerns über den Zeitraum von
vier bzw. für die zusätzliche Tranche drei Geschäftsjahren, beginnend mit dem Geschäftsjahr
der Ausgabe der LTI-Tranche. Der gewichtete Durchschnitt im Sinne des LTI errechnet
sich durch die Addition von 10 % des CVC des ersten Geschäftsjahres der LTI-Tranche,
20 % des CVC des zweiten Geschäftsjahres der LTI-Tranche, 30 % des CVC des dritten
Geschäftsjahres der LTI-Tranche und 40 % des CVC des vierten Geschäftsjahres der LTI-Tranche.
Der gewichtete Durchschnitt in Bezug auf die zusätzliche Tranche 2009/12 in der Berichtsperiode
errechnet sich durch die Addition von 22,22 % des CVC des ersten Geschäftsjahres der
LTI-Tranche, 33,33 % des CVC des zweiten Geschäftsjahres der LTI-Tranche und 44,45
% des CVC des dritten Geschäftsjahres der LTI-Tranche. Das zweite Zielkriterium ist
die Relation des Free-Cash-Flow im Continental-Konzern (FCF) zum Umsatz des Continental-Konzerns.
Maßgeblich für die Messung dieses Zielkriteriums ist das letzte volle Geschäftsjahr
vor Ablauf der jeweiligen LTI-Tranche. Der Zielerreichungsgrad kann bei beiden Zielkriterien
zwischen 0 % und 300 % variieren. Die Eckdaten zur Bestimmung des Zielerreichungsgrades
werden für jedes Zielkriterium mit Ausgabe einer LTI-Tranche festgelegt. Der für die
Ermittlung des zu zahlenden LTI-Bonus maßgebliche Grad der Zielerreichung ergibt sich
aus der Addition der beiden gleich gewichteten Zielkriterien. Basis für die Berechnung
des LTI-Bonus ist der bei Ausgabe einer LTI-Tranche für einen Zielerreichungsgrad
von 100 % individuell zugesagte Bonusbetrag. Der LTI-Bonus wird als Brutto-Einmalzahlung
i. d. R. spätestens am Ende des zweiten vollen Kalendermonats nach Ablauf der LTI-Tranche,
nicht jedoch vor Ende des Monats Juli gezahlt.
Der in 2009 zugesagte LTI-Plan wird nach IAS 19 als "andere langfristig fällige Leistungen
an Arbeitnehmer" klassifiziert und bewertet.
Im Jahr 2010 erfolgte die Ausgabe der Tranche 2010/14, mit einer Laufzeit von vier
Jahren. Die Laufzeit beginnt am Tag des Vorstandsbeschlusses über die Ausgabe der
jeweiligen Tranche. Die Tranche 2010/14 wurde am 6. September 2010 beschlossen.
Die Tranche 2010/14 entspricht in wesentlichen Grundzügen dem LTI-Plan 2009. Das erste
Zielkriterium ist der gewichtete Durchschnitt des Conti Value Contribution (CVC) des
Continental-Konzerns über den Zeitraum von vier Geschäftsjahren. Der gewichtete Durchschnitt
im Sinne des LTI 2010 errechnet sich durch die Addition von 10 % des CVC des ersten
Geschäftsjahres der LTI-Tranche, 20 % des CVC des zweiten Geschäftsjahres der LTI-Tranche,
30 % des CVC des dritten Geschäftsjahres der LTI-Tranche und 40 % des CVC des vierten
Geschäftsjahres der LTI-Tranche. Das zweite Zielkriterium ist die Relation des Free-Cash-Flow
im Continental-Konzern (FCF) zum Umsatz des Continental-Konzerns. Maßgeblich für die
Messung dieses Zielkriteriums ist das letzte volle Geschäftsjahr vor Ablauf der jeweiligen
LTI-Tranche. Der Zielerreichungsgrad kann bei beiden Zielkriterien zwischen 0 % und
300 % variieren.
Der in 2010 zugesagte LTI-Plan wird nach IAS 19 als "andere langfristig fällige Leistungen
an Arbeitnehmer" klassifiziert und bewertet.
Die Aufwendungen aus den langfristigen Bonuszusagen werden im Personalaufwand erfasst
und innerhalb der sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen. Im Berichtsjahr
betrugen diese für die zuvor genannten Bonuszusagen insgesamt 22,6 Mio € (Vj. 1,1
Mio €).
Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen betrugen zum Ende des Geschäftsjahres
3.510,5 Mio € (Vj. 2.819,5 Mio €). Die Verbindlichkeiten werden zu fortgeführten Anschaffungskosten
bilanziert. Der Gesamtbetrag ist innerhalb eines Jahres fällig.
Die Verbindlichkeiten enthalten keine Beträge aus "Percentage-of-Completion". Bezüglich
des Liquiditätsrisikos, Währungsrisikos und der Sensitivitätsanalyse für Verbindlichkeiten
aus Lieferungen und Leistungen verweisen wir auf Kapitel 29.
| Mio € | 31.12.2010 | 31.12.2009 | ||||
|
|
Gesamt | Kurzfristig | Langfristig | Gesamt | Kurzfristig | Langfristig |
| Verbindlichkeiten für Berufsgenossenschaft | 64,7 | 38,1 | 26,6 | 58,9 | 35,3 | 23,6 |
| Verbindlichkeiten für Sozialkosten | 107,8 | 107,8 | - | 90,8 | 90,8 | - |
| Verbindlichkeiten für Urlaub | 113,1 | 113,1 | - | 92,9 | 92,9 | - |
| Verbindlichkeiten für Umsatz- und sonstige Steuern | 168,8 | 168,8 | - | 220,7 | 220,7 | - |
| Passive Rechnungsabgrenzungsposten | 54,1 | 44,0 | 10,1 | 28,6 | 19,4 | 9,2 |
| Übrige Verbindlichkeiten | 174,4 | 171,7 | 2,7 | 192,4 | 189,0 | 3,4 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 682,9 | 643,5 | 39,4 | 684,3 | 648,1 | 36,2 |
Der Anstieg des passiven Rechnungsabgrenzungspostens ist insbesondere auf eine im
Berichtsjahr vereinnahmte Kundenanzahlung für ein Entwicklungsprojekt zurückzuführen.
Die Reduzierung der Umsatz- und sonstigen Steuern resultiert hauptsächlich aus einer
im Berichtsjahr erstmals saldiert erfassten Steuerschuld aufgrund Erfüllung der entsprechenden
Voraussetzungen. Im gleichen Umfang wirkt dies auf die Steuererstattungsanasprüche.
Wir verweisen auf Kapitel 18.
Im Jahr 2010 gab es keine Umgliederung in die zur Veräußerung bestimmten Verbindlichkeiten.
Im Berichtsjahr wurden die aus 2009 zum Verkauf stehenden, kleineren Geschäftsteile
der Division ContiTech, die nicht Teil des Kerngeschäft Continental-Konzerns sind,
veräußert.
Die zur Veräußerung bestimmten Verbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:
| Mio € | 31.12.2010 | 31.12.2009 |
| Rückstellungen | - | 4,7 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | - | 3,1 |
| Sonstige Verbindlichkeiten | 0,0 | 2,3 |
| Zur Veräußerung bestimmte Verbindlichkeiten | 0,0 | 10,1 |
Eine Übersicht der zur Veräußerung bestimmten Vermögenswerte sowie weitere Erläuterungen
enthält Kapitel 22.
Die Continental AG und ihre Konzerngesellschaften sind weltweit an mehreren Prozessen,
behördlichen Untersuchungen und Verfahren beteiligt. Solche Prozesse, Untersuchungen
und Verfahren könnten auch in der Zukunft eingeleitet oder Ansprüche in anderer Weise
geltend gemacht werden.
Insbesondere sieht sich Continental ständig Produkthaftungsprozessen und anderen Verfahren
ausgesetzt, in denen dem Unternehmen die angebliche Verletzung seiner Sorgfaltspflichten,
Verstöße gegen Gewährleistungspflichten oder Sachmängel vorgeworfen werden, sowie
Ansprüchen aus angeblichen Vertragsverstößen oder Rückrufaktionen und staatlichen
Geldbußen. Zu den anhängigen Verfahren gehören Klagen in den USA aufgrund von Sach-
und Körperschäden und Todesfällen, die durch angebliche Mängel unserer Produkte verursacht
worden sind. Geltend gemacht werden materielle und immaterielle Schäden, teilweise
auch Strafschadenersatz. Der Ausgang einzelner dieser Verfahren, die in der Regel
in erster Instanz von einer Laienjury entschieden werden, kann nicht mit Sicherheit
vorausgesagt werden. Es ist nicht auszuschließen, dass aufgrund abschließender Urteile
oder Vergleiche in einigen dieser Fälle erhebliche Aufwendungen entstehen können,
welche die dafür gebildeten Vorsorgen überschreiten. In geringem Umfang sind einzelne
Konzerngesellschaften in den USA eingereichten Schadenersatzklagen wegen angeblicher
Gesundheitsschäden ausgesetzt, die durch asbesthaltige Produkte verursacht sein sollen.
Seit 2006 beliefen sich die Gesamtkosten für die Erledigung aller solcher Verfahren
und Ansprüche auf weniger als 50 Mio € jährlich.
Die Verfahren wegen Anfechtungs- und Nichtigkeitsklagen von Aktionären der Phoenix
AG gegen die Beschlüsse der Hauptversammlung der Gesellschaft am 28. Dezember 2004
über die Zustimmung zum Abschluss eines Beherrschungs- und Gewinnabführungs- sowie
eines Verschmelzungsvertrags mit der ContiTech AG und Bestätigungsbeschlüsse der ordentlichen
Hauptversammlung der Phoenix AG am 19. Mai 2005 sind seit 2009 in der Sache abgeschlossen.
Spruchverfahren über die Angemessenheit von Abfindung und Ausgleichszahlung nach dem
Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag und des im Verschmelzungsvertrag festgelegtenUmtauschverhältnisses
sind beim Landgericht Hamburg anhängig. Im Spruchverfahren hat ein gerichtlich bestellter
Sachverständiger ein vom 7. Dezember 2009 datiertes Gutachten erstellt, das zum Ergebnis
kommt, dass die
Bewertung der ContiTech AG, die dem Verschmelzungsvertrag zugrunde liegt, zu hoch
ist. Daher ist nach Auffassung des Gutachters das Umtauschverhältnis unangemessen
und den ehemaligen Minderheitsaktionären der Phoenix AG wäre ein Barausgleich in Höhe
von 5,24 € pro Phoenix-Aktie zu leisten. Die Ergebnisse des Gutachtens werden Ende
März 2011 vor dem Landgericht Hamburg verhandelt werden. Sie sind für das Gericht
nicht bindend. Continental hält das Gutachten nicht für überzeugend und ist der Auffassung,
dass Abfindung und Ausgleichszahlung nach
dem Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag und das Umtauschverhältnis nach dem
Verschmelzungsvertrag richtig festgelegt wurden. Eine Erhöhung der den Minderheitsaktionären
gezahlten Beträge nach Abschluss der Spruchverfahren ist jedoch nicht auszuschließen.
Die Verfahren wegen Anfechtungs- und Nichtigkeitsklagen von Aktionären der ContiTech
AG gegen die Beschlüsse der Hauptversammlung der Gesellschaft am 22. August 2007 über
die Zustimmung zum Abschluss eines Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrages zwischen
dieser Gesellschaft als beherrschtem Unternehmen mit der ContiTech-Universe Verwaltungs-GmbH
als herrschendem Unternehmen und über den sogenannten Squeeze Out der außenstehenden
Aktionäre wurden 2009 durch rechtskräftige Abweisung der Klagen abgeschlossen. Über
die Angemessenheit von Abfindung und Ausgleichszahlung nach dem Beherrschungs- und
Gewinnabführungsvertrag und der Abfindung aufgrund des Squeeze Out sind Spruchverfahren
beim Landgericht Hannover anhängig.
Mehrere Aktionäre hatten Anfechtungs- und Nichtigkeitsklagen gegen die Beschlüsse
der Hauptversammlung der Continental AG am 23. April 2009 zu Tagesordnungspunkt 6
(Aufhebung bedingter Kapitalia), Tagesordnungspunkt 7 (Schaffung neuen genehmigten
Kapitals und Ausschluss des Bezugsrechts) und Tagesordnungspunkt 8 [(Beschlussfassung
über eine Ermächtigung III zur Ausgabe von Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen,
Genussrechten und/ oder Gewinnschuldverschreibungen (bzw. Kombinationen dieser Instrumente),
zum Ausschluss des Bezugsrechts sowie zur Schaffung eines bedingten Kapitals III)]
erhoben. Das Landgericht Hannover hat diese Klagen am 3. Dezember 2009 als unbegründet
abgewiesen. Die dagegen eingelegten Berufungen einzelner Kläger hat das Oberlandesgericht
Celle am 19. Mai 2010 zurückgewiesen. Die Revision wurde nicht zugelassen.
Ferner hatten Aktionäre Anfechtungs- und Nichtigkeitsklagen gegen von der Hauptversammlung
der Continental AG am 23. April 2009 unter Tagesordnungspunkt 5 (Neuwahl des Aufsichtsrats)
gefasste Beschlüsse über die Wahl einzelner Aufsichtsratsmitglieder erhoben. Mit Urteil
vom 17. März 2010 hat das Landgericht Hannover den Beschluss, durch den Rolf Koerfer
zum Mitglied des Aufsichtsrats gewählt wurde, für nichtig erklärt und die Klagen im
Übrigen abgewiesen. Gegen dieses Urteil hat die Gesellschaft Berufung eingelegt. Das
Oberlandesgericht Celle hat den Rechtsstreit mit Beschluss vom 20. Oktober 2010 gemäß
§148 ZPO bis zum rechtskräftigen Abschluss des nachstehend erläuterten Verfahrens
vor dem Landgericht Hannover ausgesetzt.
Gegen den zu Punkt 8 der Tagesordnung der Hauptversammlung der Gesellschaft am 28.
April 2010 gefassten Beschluss über die Bestätigung des Beschlusses der Hauptversammlung
am 23. April 2009 zur Wahl von Rolf Koerfer als Mitglied des Aufsichtsrats hat ebenfalls
ein Aktionär Anfechtungs- und Nichtigkeitsklage erhoben. Eine mündliche Verhandlung
in diesem Verfahren wird Anfang März 2011 vor dem Landgericht Hannover stattfinden.
2007 leiteten die Europäische Kommission und das US-Justizministerium (Department
of Justice; "DoJ") Ermittlungen zu kartellrechtswidrigem Verhalten am Markt für Offshore-Schläuche
ein. Die Europäische Kommission hat die Verantwortung der Continental AG, der ContiTech
AG und der Dunlop Oil & Marine Limited ("DOM") neben anderen Unternehmen für die Verletzung
von Kartellrecht festgestellt. Die Verfahren der Europäischen Kommission und des DoJ
gegen die Gesellschaft wurden 2009 zum Abschluss gebracht. Nach Beginn der Ermittlungen
durch die Europäische Union und das DoJ leiteten Behörden weiterer Länder (Brasilien,
Japan, Australien, Korea und Kanada) Untersuchungen gegen DOM wegen Verletzung des
jeweiligen nationalen Kartellrechts ein. Abgesehen von dem noch anhängigen Verfahren
in Brasilien sind alle anderen Verfahren abgeschlossen oder wurden, so im Fall von
Kanada, nicht weiterverfolgt. In Brasilien könnten DOM in Verbindung mit dem Offshore-Schlauch-Kartell
von den nationalen Kartellbehörden noch Geldbußen auferlegt werden. Zudem drohen DOM
wegen der Verletzung von Kartellrecht infolge der Beteiligung am Offshore-Schlauch-Kartell
Schadenersatzforderungen Dritter. In den USA einigte sich DOM im Rahmen einer US-Sammelklage
mit den Klägern auf die vergleichsweise Zahlung von 6,5 Mio US-Dollar. Darüber hinaus
wurde ein Verfahren vor dem englischen High Court eingeleitet und es droht die Geltendmachung
weiterer Ansprüche in Großbritannien. Auch in anderen Ländern (z. B. Japan, Südkorea,
Australien und Brasilien) besteht die Gefahr von Schadenersatzansprüchen.
Im Mai 2005 leiteten die brasilianischen Kartellbehörden nach einer Anzeige eines
Dritten wegen angeblich kartellrechtswidrigen Verhaltens im Bereich der Kommerzialisierung
von Tachographen Ermittlungen gegen eine brasilianische Tochtergesellschaft von Continental,
Continental Brasil Industria Automotiva, Brasilien ("CBIA"), ein. Am 18. August 2010
hat die brasilianische Kartellbehörde eine "Einladung zum Kartell" festgestellt und
der CBIA eine Geldbuße in Höhe von 12 Mio BRL (etwa 5,3 Mio €) auferlegt. CBIA weist
die Vorwürfe zurück und hat Rechtsmittel bei den zuständigen Gerichten eingelegt.
Jedoch drohen CBIA im Falle der Verletzung brasilianischen Kartellrechts u. U. auch
Schadenersatzforderungen Dritter.
Am 2. Oktober 2006 ging bei der südafrikanischen Kartellbehörde die Anzeige eines
Dritten gegen mehrere südafrikanische Reifenhersteller ein, darunter die Continental
Tyre South Africa (Pty.) Limited ("CTSA"), ein Gemeinschaftsunternehmen, an dem Continental
mit 74 % beteiligt ist, wegen angeblich kartellrechtswidrigen Verhaltens. Am 31. August
2010 ist die südafrikanische Kartellbehörde zu dem Ergebnis gekommen, CTSA habe gegen
südafrikanisches Kartellrecht verstoßen, und die Sache dem zuständigen Kartellgericht
zur Entscheidung vorgelegt. CTSA weist jeden Vorwurf von Verstößen gegen südafrikanisches
Kartellrecht zurück. Das Kartellgericht könnte jedoch ein Bußgeld von bis zu 10 %
des Umsatzes der CTSA verhängen. Darüber hinaus drohen CTSA im Falle der Verletzung
südafrikanischen Kartellrechts u. U. auch Schadensersatzforderungen Dritter.
Am 5. Oktober 2007 ging bei der Kartellbehörde für die Region Baskenland, Spanien,
die Anzeige eines Dritten gegen Continental Automotive Spain, S. A. ("CAS") wegen
angeblich kartellrechtswidrigen Verhaltens im Geschäft mit Tachographen ein. Nach
Ermittlungen der Kartellbehörde hat das baskische Kartellgericht die CAS am 20. Januar
2010 zu einem Bußgeld in Höhe von 700.000 € verurteilt. CAS weist den Vorwurf kartellrechtswidrigen
Verhaltens zurück und hat Rechtsmittel gegen die Entscheidung eingelegt.
Am 24. Februar 2010 führte die Europäische Kommission Durchsuchungen bei mehreren
Unternehmen durch, die im Bereich von Kabelbäumen für automobile Anwendungen tätig
sind, darunter auch der S-Y Systems Technologies Europe GmbH ("S-Y"), Regensburg,
Deutschland. S-Y ist ein Gemeinschaftsunternehmen, an dem Continental und die japanische
Yazaki, ein Hersteller von Kabelbäumen, mit je 50 % beteiligt sind. Die Europäische
Kommission hat mitgeteilt, dass sie Anhaltspunkte für Verstöße der betroffenen Unternehmen
gegen EU Kartellrecht hat. Es ist jedoch nicht klar, ob die Europäische Kommission
Bußgelder gegen S-Y oder Continental verhängen wird. Durchsuchungen sind ein vorläufiger
Schritt im Rahmen von Ermittlungen wegen mutmaßlich kartellrechtswidrigen Verhaltens
und geben keinen Aufschluss über deren Ergebnis.
Im Mai 2009 hatte die Deutsche Prüfstelle für Rechnungslegung e.V. ("DPR") eine Prüfung
des Konzern- und Jahresabschlusses sowie des Konzernlageberichts und des Lageberichts
für das Geschäftsjahr 2008 gemäß § 342b Abs. 2 Satz 3 Nr. 3 HGB eingeleitet. Es handelte
sich um eine stichprobenartige Prüfung. Wir verweisen zu den Details auf unsere Ausführungen
im Geschäftsbericht 2009. Am 26. Juli 2010 hat uns die DPR nach Abschluss ihrer Prüfung
die nachfolgende Fehlerfeststellung mitgeteilt:
"Die Werthaltigkeit des im Konzernabschluss der Continental AG zum 31. Dezember 2008
ausgewiesenen Geschäfts- oder Firmenwertes, der nach der Erfassung einer Wertminderung
von € 1,2 Mrd mit € 6,4 Mrd bilanziert wurde, ist methodisch und aufgrund der gesetzten
Annahmen anhand des durchgeführten Wertminderungstests nicht in voller Höhe nachgewiesen.
Der folgende Wertminderungstest führte zu weiteren Abschreibungen von € 876 Mio im
Konzernabschluss 2009. Der Wertminderungstest des Geschäfts- und Firmenwertes zum
31. Dezember 2008 verstößt gegen IAS 36.33."
Der Vorstand der Continental AG hat sich dazu entschlossen, diese Fehlerfeststellung
zu akzeptieren. Die Fehlerfeststellung zum Werthaltigkeitstest beschränkt sich auf
die Methodik. Der Betrag einer weiteren Wertberichtigung konnte seitens der DPR nicht
ermittelt werden. Im Rahmen des Verfahrens lag der DPR auch der im Geschäftsjahr 2009
durchgeführte Werthaltigkeitstest, der zu weiteren Abschreibungen des Goodwill in
Höhe von 875,8 Mio € in 2009 führte, vor. Die DPR hat bezüglich dieses Wertminderungstests
keine Veranlassung gesehen, eine anlassbezogene Prüfung einzuleiten, d. h., dass der
Goodwill zum 31. Dezember 2009 in angemessener Höhe ausgewiesen war.
Gemäß IAS 8.43 i. V. m. IAS 8.5 hält der Vorstand der Continental AG eine rückwirkende
Änderung des Konzernabschlusses zum 31. Dezember 2008 für undurchführbar, da insbesondere
eine rückwirkende Anpassung umfangreiche Schätzungen erforderlich machen würde und
es unmöglich ist, eine objektive Unterscheidung der Informationen, die damals zur
Verfügung standen, von seither eingetretenen tatsächlichen Entwicklungen vorzunehmen.
Auswirkungen auf den Konzernabschluss 2010 ergeben sich nicht, da eventuelle Fehler
bereits Ende 2009 ausgeglichen waren. Ende September 2010 hat die Bundesanstalt für
Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) die Bekanntmachung des durch die DPR festgestellten
Fehlers gemäß § 37q Abs. 2 Satz 1 WpHG angeordnet, der umgehend nachgekommen wurde.
Eine größere Anzahl von Mitarbeitern der Continental France SNC, Sarreguemines, Frankreich,
hat bei den Arbeitsgerichten in Compiègne und Soissons, Frankreich, Klagen gegen diese
Konzerngesellschaft und teilweise auch gegen die Continental AG eingereicht. Die Kläger
begehren Schadensersatz im Zusammenhang mit der Einstellung der PKW-Reifenproduktion
im Werk Clairoix, Frankreich. Zum jetzigen Zeitpunkt lassen sich die Erfolgsaussichten
dieser Klagen weder dem Grund noch der Höhe nach abschätzen.
| Mio € | 31.12.2010 | 31.12.2009 |
| Wechselobligo | 6,7 | 13,7 |
| Verbindlichkeiten aus Bürgschaften und Garantien | 107,9 | 109,7 |
| Verbindlichkeiten aus Gewährleistungsverträgen | 11,4 | 10,1 |
| Sonstige Haftungsverhältnisse | 66,8 | 76,8 |
| Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen | 192,8 | 210,3 |
Die Haftungsverhältnisse resultieren vor allem aus Bürgschaften und Garantien für
die Verbindlichkeiten nicht konsolidierter verbundener Unternehmen und Dritter sowie
aus vertraglich vereinbarten Gewährleistungen für assoziierte Unternehmen. Enthalten
ist insbesondere eine Bürgschaft für ein größeres Projektgeschäft eines im Vorjahr
veräußerten Geschäftssegments in Höhe von 62,8 Mio € (Vj. 68,1 Mio €). Nach unseren
Erkenntnissen können die zugrunde liegenden Verpflichtungen in allen Fällen erfüllt
werden. Mit einer Inanspruchnahme ist nicht zu rechnen.
In Umweltfragen unterliegt der Continental-Konzern möglichen Verpflichtungen aus staatlichen
Auflagen und Gesetzen und verschiedenen Ansprüchen und Verfahren, die gegen den Continental-Konzern
anhängig sind oder geltend gemacht bzw. eingeleitet werden könnten. Schätzungen bezüglich
zukünftiger Aufwendungen in diesem Bereich sind zwangsläufig zahlreichen Unsicherheiten
unterworfen, so z. B. durch das Inkrafttreten neuer Gesetze und Auflagen, die Entwicklung
und Anwendung neuer Technologien, die Erkennung von Sanierungsfällen für Grundstücke
oder Gebäude, für die der Continental-Konzern rechtlich verantwortlich ist.
Soweit es gesetzlich vorgeschrieben ist oder als erforderlich und angemessen erachtet
wird, um die Zufriedenheit der Kunden und die Einhaltung eigener Sicherheitsstandards
zu gewährleisten, führt der Continental-Konzern Rückruf- und freiwillige Austauschaktionen
für verkaufte Produkte durch. Der Konzern bildet Gewährleistungsrückstellungen, die
auch gegebenenfalls erwartete Aufwendungen für derartige Maß nahmen enthalten. Die
Schätzungen der erwarteten Aufwendungen beruhen vor allem auf früheren Erfahrungen.
Die Schätzung zukünftiger Aufwendungen ist zwangsläufig zahlreichen Unsicherheiten
unterworfen, z. B. hinsichtlich des Inkrafttretens neuer Gesetze und Regulierungen,
der Anzahl der verkauften Produkte oder der Art der zu veranlassenden Maßnahmen, was
zu einer Anpassung der gebildeten Rückstellungen führen könnte. Es ist nicht auszuschließen,
dass die tatsächlichen Aufwendungen für diese Maßnahmen die hierfür gebildeten Rückstellungen
in nicht vorhersehbarer Weise übersteigen. Obwohl die potenziellen Aufwendungen einen
wesentlichen Einfluss auf das Ergebnis des Continental-Konzerns haben können, werden
die darin berücksichtigten möglichen Verpflichtungen nach unserer Einschätzung keinen
wesentlichen Einfluss auf die Vermögenslage des Konzerns haben.
Die Aufwendungen für Miet-, Pacht- und Leasingverträge beliefen sich im Jahr 2010
auf 152,1 Mio € (Vj. 142,4 Mio €).
Das Bestellobligo für Sachanlageinvestitionen beträgt 254,1 Mio € (Vj. 297,3 Mio €).
Die zukünftigen Verpflichtungen aus Aufwendungen für Miet-, Pacht- und Leasingverträge,
die zum 31. Dezember 2010 eine anfängliche oder verbleibende Laufzeit von mehr als
einem Jahr haben und die nicht dem wirtschaftlichen Eigentum des Konzerns zuzurechnen
und somit nicht im Sachanlagevermögen ausgewiesen sind, betragen für 2011 sowie kumulativ
für die Jahre 2012 bis 2015 und ebenfalls kumulativ ab 2016:
| 31.12.2010 in Mio € | 2011 | 2012 - 2015 | ab 2016 |
| Miet-, Pacht- und Leasingverträge | 145,6 | 308,1 | 95,2 |
| 31.12.2009 in Mio € | 2010 | 2011 - 2014 | ab 2015 |
| Miet-, Pacht- und Leasingverträge | 152,1 | 261,8 | 115,8 |
Die Kennzahlen für das Ergebnis pro Aktie bestimmen sich wie folgt:
| Mio €/Mio Aktien | 2010 | 2009 |
| Konzernergebnis den Anteilseignern zuzurechnen | 576,0 | -1.649,2 |
| Gewogener Durchschnitt der ausgegebenen Aktien | 200,0 | 169,0 |
| Ergebnis pro Aktie in €, unverwässert | 2,88 | -9,76 |
1
Aus der Zinsersparnis aus konvertierbaren Wandel- und Optionsschuldverschreibungen
(nach Steuern)
ergab sich für das Vorjahr und das Berichtsjahr kein Verwässerungseffekt.
2
Aus Aktienoptionsplänen und aus der unterstellten Ausübung von Wandelanleihen ergab
sich für das Vorjahrund das Berichtsjahr kein Verwässerungseffekt.
Bis zum 8. Februar 2011 ergaben sich keine Ereignisse oder Entwicklungen, die zu einer
wesentlichen Änderung des Ausweises oder Wertansatzes der einzelnen Vermögenswerte
und Schuldenposten zum 31. Dezember 2010 geführt hätten.
Seit dem Zusammenschluss zur KPMG Europe LLP mit dem Stichtag 1. Oktober 2007 ist
die KPMG LLP (UK) verbundenes Unternehmen der KPMG Deutschland i. S. d. § 271 Abs.
2 HGB. Seit dem Beitritt zur KPMG Europe LLP mit dem Stichtag 1. Oktober 2008 sind
die KPMG Schweiz und die KPMG Spanien verbundene Unternehmen der KPMG Deutschland
i. S. d. § 271 Abs. 2 HGB. Die Angabepflicht für Prüfungs- und Beratungsleistungshonorare
der KPMG Schweiz und der KPMG Spanien bezieht sich auf Leistungen, die nach dem 30.
September 2008 erbracht worden sind. Die Vergleichszahlen des Vorjahres sind entsprechend
angepasst dargestellt.
Seit dem Beitritt zur KPMG LLP mit dem Stichtag 1. April 2009 ist die KPMG Belgien
verbundenes Unternehmen der KPMG Deutschland i. S. d. § 271 Abs. 2 HGB. Die Angabepflicht
für Prüfungs- und Beratungsleistungshonorare der KPMG Belgien bezieht sich auf Leistungen,
die nach dem 31. März 2009 erbracht worden sind.
Seit dem Beitritt zur KPMG Europe LLP mit dem Stichtag 1. Oktober 2009 sind die KPMG
Niederlande, die KPMG Luxemburg, die KPMG Türkei und die KPMG Russland verbundene
Unternehmen der KPMG Deutschland i. S. d. § 271 Abs. 2 HGB. Die Angabepflicht für
Prüfungs- und Beratungsleistungshonorare der KPMG Niederlande, der KPMG Türkei und
der KPMG Russland bezieht sich auf Leistungen, die nach dem 30. September 2009 erbracht
worden sind.
In 2010 sind die KPMG Norwegen und die KPMG Saudi Arabien der KPMG Europe LLP beigetreten
und sind somit verbundene Unternehmen der KPMG Deutschland i.S.d. §271 Abs. 2 HGB.
Für das Geschäftsjahr 2010 wurde ein weltweites Honorar für die Konzernabschlussprüfung
sowie für die Einzelabschlüsse der Konzerngesellschaften in Höhe von 8,3 Mio € (Vj.
8,0 Mio €) vereinbart.
Für den von der Hauptversammlung gewählten Abschlussprüfer der Continental AG wurden
die folgenden Honorare im Konzernaufwand erfasst:
| Mio € | 2010 | 2009 | |
| Abschlussprüfung | 3,5 | 3,5 | |
| Sonstige Bestätigungsleistungen | 6,8 | 0,6 | |
|
|
davon Bestätigungsleistungen im Rahmen der Kapitalerhöhung und Anleihenemissionen1 | 2,6 | - |
|
|
davon Versicherungsprämien im Rahmen der Kapitalerhöhung und Anleihenemissionen1 | 3,8 | - |
| Steuerberatungsleistungen | 0,2 | 0,1 | |
| Sonstige Leistungen, die für das Mutterunternehmen oder für Tochterunternehmen erbracht wurden | 0,0 | 0,1 | |
| Summe | 10,5 | 4,3 | |
Die gemäß IAS 24 angabepflichtige Vergütung des Managements in den Schlüsselpositionen
des Konzerns umfasst die Vergütung des aktiven Vorstands und Aufsichtsrats.
Die aktiven Mitglieder des Vorstands wurden wie folgt vergütet:
| Tsd € | 2010 | 2009 |
| Kurzfristig fällige Leistungen | 9.811 | 3.443 |
| Dienstzeitaufwand (service cost) aus Altersvorsorge | 2.738 | 888 |
| Leistungen aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses | - | 7.430 |
| Aktienbasierte Vergütung | 6.206 | 2.248 |
| Summe | 18.755 | 14.009 |
Die Grundzüge des Vergütungssystems für den Vorstand sowie die im Geschäftsjahr gewährten
Vergütungen des Vorstands und des Aufsichtsrats sind im Vergütungsbericht als Teil
des Berichts zur Corporate Governance erläutert, auf den der Lagebericht insofern
verweist.
Die im Jahr 2010 gewährten Gesamtbezüge betrugen für den Vorstand der Continental
AG 15,1 Mio € (Vj. 4,4 Mio €). Die genannten Gesamtbezüge enthalten auch die Langfristkomponente
der variablen Vergütung in Höhe von insgesamt 5,3 Mio € (Vj. 0,9 Mio €), die in virtuelle
Aktien der Gesellschaft umgerechnet wird.
2010 wurde hieraus resultierend die Langfristkomponente 2009 in 25.167 Stück virtuelle
Aktien umgewandelt.
2010 wie 2009 bestanden keine Vorschüsse oder Kredite an Vorstände oder Aufsichtsratsmitglieder
der Continental AG.
Im Berichtsjahr wurden früheren Mitgliedern des Vorstands und deren Hinterbliebenen
Bezüge in Höhe von 5,4 Mio € (Vj. 12,9 Mio €) gewährt. Für Pensionsverpflichtungen
gegenüber früheren Mitgliedern des Vorstands und deren Hinterbliebenen sind 86,1 Mio
€ (Vj. 77,6 Mio €) zurückgestellt.
Des Weiteren erhält ein in 2008 ausgeschiedenes Vorstandsmitglied für die Dauer des
Wettbewerbsverbots eine Karenzentschädigung. Im Kalenderjahr 2010 wurden hierfür 0,5
Mio € (Vj. 0,7 Mio €) gezahlt.
Die Vergütungen für die Tätigkeit der Mitglieder des Aufsichtsrats der Continental
AG einschließlich Sitzungsgelder betrugen im abgelaufenen Geschäftsjahr 1,4 Mio €
(Vj. 1,2 Mio €) und betreffen kurzfristig fällige Leistungen.
Vergütungen für persönlich erbrachte Leistungen wurden an Mitglieder des Aufsichtsrats
nicht bezahlt. Ausgenommen ist die Vergütung der Arbeitnehmervertreter aus deren Arbeitsvertrag.
Darüber hinaus haben Mitglieder des Vorstands oder des Aufsichtsrats keine berichtspflichtigen
Geschäfte mit anderen Mitgliedern des Managements, soweit in Schlüsselpositionen tätig
bzw. mit Gesellschaften, in deren Geschäftsführungs- oder Aufsichtsgremien diese Personen
vertreten sind, vorgenommen. Dies gilt auch für nahe Familienangehörige dieses Personenkreises.
Transaktionen mit nahestehenden Unternehmen, die nicht Konzerngesellschaften sind:
| Mio € | 2010 | 2009 |
| Erträge | 81,7 | 156,6 |
| Aufwendungen | 117,3 | 323,5 |
Die Erträge, insbesondere für erzielte Umsatzerlöse, und Aufwendungen, insbesondere
für Produkt- und Materialeinkäufe, aus Transaktionen der Konzerngesellschaften mit
nahestehenden Unternehmen, die nicht Konzerngesellschaften sind, sind ausnahmslos
den gewöhnlichen Geschäftstätigkeiten der jeweils beteiligten Gesellschaft zuzurechnen
und wurden zu marktüblichen Bedingungen abgeschlossen. Im Wesentlichen resultieren
diese aus Beziehungen zu assoziierten Unternehmen. Die entsprechenden Forderungen
und Verbindlichkeiten gegenüber diesen Unternehmen werden in der Bilanz ausgewiesen.
Bezüglich der Transaktionen mit dem Continental Pension Trust e.V. im Berichtsjahr
verweisen wir auf Kapitel 25.
Die Transaktionen mit der Schaeffler-Gruppe im Berichtsjahr sind der gewöhnlichen
Geschäftstätigkeit zuzurechnen und wurden zu marktüblichen Bedingungen abgeschlossen.
Die Erträge im Berichtsjahr beliefen sich auf 19,1 Mio €, die Aufwendungen auf 71,8
Mio € und sind in den Transaktionen mit den nahestehenden Unternehmen enthalten.
Am 20. August 2008 hat die Continental AG eine weitreichende Investorenvereinbarung
mit der Schaeffler KG sowie Frau Maria-Elisabeth Schaeffler und Herrn Georg F. W.
Schaeffler abgeschlossen. Es handelt sich um eine unbefristete Vereinbarung, die frühestens
im Frühjahr 2014 gekündigt werden kann und umfangreiche Regelungen zum Schutz der
Interessen der Continental AG, ihrer Aktionäre, Mitarbeiter und Kunden enthält. Garant
für die Einhaltung der Verpflichtungen der Schaeffler-Gruppe im Interesse der Stakeholder
der Continental AG ist Herr Bundeskanzler a. D. Dr. Gerhard Schröder. Die Rechtsnachfolgerin
der Schaeffler KG (jetzt firmierend unter "Schaeffler Holding GmbH & Co. KG") ist
die Schaeffler GmbH. Mit wirtschaftlicher Wirkung zum 1. Januar 2010 hat die Schaeffler
Holding u. a. ihre Beteiligung an der Continental AG im Wege der Ausgliederung nach
§123 Abs. 3 Nr. 1 UmwG über die Schaeffler Verwaltungs GmbH auf die Schaeffler GmbH
übertragen.
Im Zusammenhang mit der Beeinträchtigung der US-amerikanischen Verlustvorträge ist
im Januar 2009 ein Anspruch der Continental AG in Höhe von 20,0 Mio € gegenüber der
Schaeffler KG erfasst worden, der als freiwillige Einzahlung in die Kapitalrücklage
gezeigt wurde. Zudem leistete die Schaeffler KG im Vorjahreszeitraum eine weitere
freiwillige Einzahlung in Höhe von 3,7 Mio € in die Kapitalrücklage der Continental
AG nach § 272 Abs. 2 Nr. 4 HGB.
Am 21. Januar 2010 erhielten wir die Mitteilung, dass der Stimmrechtsanteil der Deutsche
Bank, Frankfurt am Main, Deutschland, am 12. Januar 2010 die Schwellen von 3 % und
5 % der Stimmrechte an der Continental AG überschritten hat und an diesem Tag 5,3
% (10.600.852 Stückaktien) beträgt. Die Mitteilungspflicht ist auf die Mit-Konsortialführung
im Rahmen der am 12. Januar 2010 in das Handelsregister eingetragenen Kapitalerhöhung
der Continental AG zurückzuführen. Mit gleicher Mitteilung wurden wir in Kenntnis
gesetzt, dass der Stimmrechtsanteil der Deutsche Bank, Frankfurt am Main, Deutschland
am 14. Januar 2010 die Schwellen von 5 % und 3 % der Stimmrechte an der Continental
AG unterschritten hat und zu diesem Zeitpunkt 0,81 % (1.625.989 Stückaktien) beträgt.
Am 27. Januar 2010 wurde uns mitgeteilt, dass
| ― |
der Stimmrechtsanteil der Goldman Sachs International, London, Großbritannien, am 12. Januar 2010 die Schwellen von 3 % und 5 % der Stimmrechte an der Continental AG überschritten hat und zu diesem Zeitpunkt 6,15 % (12.306.298 Stimmrechte) beträgt. |
| ― |
der Stimmrechtsanteil der Goldman Sachs Holdings (UK), London, Großbritannien, der Goldman Sachs Group Holdings (UK), London, Großbritannien, und der Goldman Sachs (UK) L.L.C. Wilmington, USA, am 12. Januar 2010 die Schwellen von 3 % und 5 % der Stimmrechte an der Continental AG überschritten hat und zu diesem Zeitpunkt 6,15 % (12.306.298 Stimmrechte) beträgt. Die Zurechnung erfolgt bei den Unternehmen gemäß § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG. |
| ― |
der Stimmrechtsanteil von The Goldman Sachs Group, Inc., New York, USA, am 12. Januar 2010 die Schwellen von 3 % und 5 % der Stimmrechte an der Continental AG überschritten hat und zu diesem Zeitpunkt 6,16 % (12.311.347 Stimmrechte) beträgt. Die Zurechnung erfolgt gemäß § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG. |
Mit gleicher Mitteilung wurden wir unterrichtet, dass
| ― |
der Stimmrechtsanteil der Goldman Sachs International, London, Großbritannien, am 14. Januar 2010 die Schwellen von 5 % und 3 % der Stimmrechte an der Continental AG unterschritten hat und zu diesem Zeitpunkt 1,02 % (2.045.705 Stimmrechte) beträgt. |
| ― |
der Stimmrechtsanteil der Goldman Sachs Holdings (UK), London, Großbritannien, der Goldman Sachs Group Holdings (UK), London, Großbritannien, und der Goldman Sachs (UK) L.L.C. Wilmington, USA am 14. Januar 2010 die Schwellen von 5 % und 3 % der Stimmrechte an der Continental AG unterschritten hat und zu diesem Zeitpunkt 1,02 % (2.045.705 Stimmrechte) beträgt. Die Zurechnung erfolgt gemäß § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG. |
| ― |
der Stimmrechtsanteil der The Goldman Sachs Group, Inc., New York, USA, am 14. Januar 2010 die Schwellen von 5 % und 3 % der Stimmrechte an der Continental AG unterschritten hat und zu diesem Zeitpunkt 1,24 % (2.475.754 Stimmrechte) beträgt. Die Zurechnung erfolgt gemäß § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG. |
Am 29. Juni 2010 wurde uns mitgeteilt, dass
| ― |
der Stimmrechtsanteil der Schaeffler GmbH (vormals firmierend unter "Schaeffler Verwaltung Zwei GmbH"), Herzogenaurach, Deutschland, am 28. Juni 2010 die Schwellen von 3 %, 5 %, 10 %, 15 %, 20 %, 25 % und 30 % der Stimmrechte an der Continental AG überschritten hat und zu diesem Zeitpunkt 42,17 % (84.333.986 Stimmrechte) beträgt. |
| ― |
der Stimmrechtsanteil der Schaeffler Verwaltungs GmbH (vormals firmierend unter "Schaeffler Verwaltung Eins GmbH"), Herzogenaurach, Deutschland, am 28. Juni 2010 die Schwellen von 3 %, 5 %, 10 %, 15 %, 20 %, 25 % und 30 % der Stimmrechte an der Continental AG überschritten hat und zu diesem Zeitpunkt 42,17 % (84.333.986 Stimmrechte) beträgt. Die Zurechnung erfolgt gemäß § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG. |
| ― |
der Stimmrechtsanteil der Schaeffler Management GmbH, Herzogenaurach, Deutschland, am 28. Juni 2010 die Schwellen von 3 %, 5 %, 10 %, 15 %, 20 %, 25 % und 30 % der Stimmrechte an der Continental AG überschritten hat und zu diesem Zeitpunkt 42,17 % (84.333.986 Stimmrechte) beträgt. Die Zurechnung erfolgt gemäß § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG. |
| ― |
der Stimmrechtsanteil der Schaeffler Holding GmbH & Co. KG (vormals firmierend unter "Schaeffler KG"), Herzogenaurach, Deutschland, am 28. Juni 2010 weiterhin die Schwelle von 30 % der Stimmrechte an der Continental AG überschritten hat und zu diesem Zeitpunkt 42,17 % (84.333.986 Stimmrechte) beträgt. Die Zurechnung erfolgt gemäß § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG. |
| ― |
der Stimmrechtsanteil der INA-Holding Schaeffler GmbH & Co. KG (vormals firmierend unter "INA-Holding Schaeffler KG"), Herzogenaurach, Deutschland, am 28. Juni 2010 weiterhin die Schwelle von 30 % der Stimmrechte an der Continental AG überschritten hat und zu diesem Zeitpunkt 42,17 % (84.333.986 Stimmrechte) beträgt. Die Zurechnung erfolgt gemäß § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG. |
| ― |
der Stimmrechtsanteil der Schaeffler Holding LP, Dallas, USA, am 28. Juni 2010 weiterhin die Schwelle von 30 % der Stimmrechte an der Continental AG überschritten hat und zu diesem Zeitpunkt 42,17 % (84.333.986 Stimmrechte) beträgt. Die Zurechnung erfolgt gemäß § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG. |
| ― |
der Stimmrechtsanteil von Frau Maria-Elisabeth Schaeffler, Deutschland, am 28. Juni 2010 weiterhin die Schwelle von 30 % der Stimmrechte an der Continental AG überschritten hat und zu diesem Zeitpunkt 42,17 % (84.333.986 Stimmrechte) beträgt. Die Zurechnung erfolgt gemäß § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG. |
| ― |
der Stimmrechtsanteil von Herrn Georg F. W. Schaeffler, USA, am 28. Juni 2010 weiterhin die Schwelle von 30 % der Stimmrechte an der Continental AG überschritten hat und zu diesem Zeitpunkt 42,17 % (84.333.986 Stimmrechte) beträgt. Die Zurechnung erfolgt gemäß § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 WpHG. |
Am 8. Dezember 2010 erhielten wir die Mitteilung, dass der Stimmrechtsanteil der The
Capital Group Companies, Inc., Los Angeles, USA, an der Continental AG am 27. September
2007 die Schwellen von 5 % und 3 % unterschritten hat und zu diesem Zeitpunkt 2,52
% (3.701.098 Stammaktien) beträgt. Die Reduzierung der Stimmrechte von The Capital
Group Companies, Inc. an der Continental AG basiert auf der Abgabe einer Unabhängigkeitserklärung
von The Capital Group Companies, Inc., gemäß § 29a Abs. 3 WpHG und ist keine Folge
eines Verkaufs von Aktien an der Continental AG. Stimmrechtsmitteilungen der Capital
Research and Management Company sind von dieser Mitteilung nicht betroffen. Die Zurechnung
erfolgt gemäß § 22 Abs. 1 Satz 1 Nr. 6 WpHG in Verbindung mit § 22 Abs. 1 Satz 2 und
3 WpHG.
Die Mitglieder des Vorstands besaßen im Jahr 2010 und bis einschließlich 8. Februar
2011 Aktien mit einem Anteil von insgesamt weniger als 1 % am Grundkapital der Gesellschaft.
Den Mitgliedern des Aufsichtsrats Frau Maria-Elisabeth Schaeffler und Herrn Georg
F. W. Schaeffler waren laut Stimmrechtsmitteilung vom 29. Juni 2010 Aktien mit einem
Anteil von 42,17 % am stimmberechtigten Grundkapital der Gesellschaft zuzurechnen.
Die übrigen Mitglieder des Aufsichtsrats besaßen im Jahr 2010 und bis einschließlich
8. Februar 2011 Aktien mit einem Anteil von insgesamt weniger als 1 % am Grundkapital
der Gesellschaft. Nach § 15a WpHG müssen die Mitglieder von Vorstand und Aufsichtsrat
der Continental AG und mit ihnen in enger Beziehung stehende Personen den Erwerb und
die Veräußerung von Aktien der Gesellschaft und sich darauf beziehenden Finanzinstrumenten
offenlegen. Im Geschäftsjahr 2010 hat die Continental AG gemäß § 15a WpHG mitgeteilt,
dass zwei Mitglieder des Vorstands insgesamt 310 Aktien durch Bezugsrechtsausübung
erworben haben.
Weitere Informationen über die Beteiligungen sind in der Aufstellung über den Anteilsbesitz
des Konzerns gem. § 313 Abs. 3 HGB enthalten, die als Teil des Konzernabschlusses
im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht wird. Gleichfalls wird der Konzernabschluss
mit der Aufstellung über den Anteilsbesitz des Konzerns von der Einberufung der Hauptversammlung
an in den Geschäftsräumen der Hauptverwaltung der Gesellschaft zur Einsicht der Aktionäre
ausliegen und ab diesem Zeitpunkt gemeinsam mit den sonstigen Unterlagen und Informationen
nach § 124a AktG im Internet unter http://www.continental-ir.com zugänglich sein.
Bei folgenden inländischen Kapital- bzw. Personenhandelsgesellschaften wurden Befreiungsvorschriften
nach § 264 Abs. 3 HGB bzw. § 264b HGB in Anspruch genommen:
| Gesellschaft | Sitz der Gesellschaft |
| A.D.C. Automotive Distance Control Systems GmbH | Lindau |
| Alfred Teves Beteiligungsgesellschaft mbH | Frankfurt a. M. |
| Babel Grundstücksverwaltungs GmbH | Schwalbach am Taunus |
| Benecke-Kaliko AG | Hannover |
| Beneform GmbH | Peine |
| CAS München GmbH | Hannover |
| CAS-One Holdinggesellschaft mbH | Hannover |
| Conseo GmbH | Hamburg |
| Conti Temic microelectronic GmbH | Nürnberg |
| Conti Versicherungsdienst mbH | Hannover |
| Continental Aftermarket GmbH | Hannover |
| Continental Automotive GmbH | Hannover |
| Continental Automotive Grundstücksges. mbH | Frankfurt a. M. |
| Continental Automotive Grundstücksvermietungsges. mbH & Co. KG | Frankfurt a. M. |
| Continental Caoutchouc-Export-GmbH | Hannover |
| Continental Engineering Services & Products GmbH | Ingolstadt |
| Continental Engineering Services GmbH | Frankfurt a. M. |
| Continental Mechanical Components Germany GmbH | Roding |
| Continental Reifen Deutschland GmbH | Hannover |
| Continental Safety Engineering International GmbH | Alzenau |
| Continental Teves AG & Co. oHG | Frankfurt a. M. |
| Continental Trading GmbH | Eschborn |
| ContiTech AG | Hannover |
| ContiTech Antriebssysteme GmbH | Hannover |
| ContiTech Elastomer-Beschichtungen GmbH | Hannover |
| ContiTech Fluid Automotive GmbH | Hamburg |
| ContiTech Kühner Beteiligungs-GmbH | Hannover |
| ContiTech Kühner GmbH & Cie. KG | Oppenweiler |
| ContiTech Luftfedersysteme GmbH | Hannover |
| ContiTech MGW GmbH | Hannoversch Münden |
| ContiTech Schlauch GmbH | Hannover |
| ContiTech Techno-Chemie GmbH | Karben |
| ContiTech Transportbandsysteme GmbH | Hannover |
| ContiTech Verwaltungs-GmbH | Hannover |
| ContiTech Vibration Control GmbH |
Hannover |
| ContiTech-Universe Verwaltungs-GmbH |
Hannover |
| Correx Handelsgesellschaft für Kautschukprodukte mbH | Hannover |
| Eddelbüttel & Schneider GmbH | Hamburg |
| eStop GmbH |
Schwalbach am Taunus |
| Formpolster GmbH | Hannover |
| Gerap Grundbesitz- und Verwaltungsges. mbH | Frankfurt a. M. |
| Göppinger Kaliko GmbH | Eislingen |
| IDM GmbH Industriesensoren |
Lindau |
| IPM GmbH |
Hamburg |
| Max Kammerer GmbH |
Frankfurt a. M. |
| OTA Grundstücks- und Beteiligungsverw. GmbH |
Frankfurt a. M. |
| Phoenix Beteiligungsgesellschaft mbH |
Hamburg |
| Phoenix Compounding Technology GmbH |
Hamburg |
| Phoenix Conveyor Belt Systems GmbH |
Hamburg |
| Phoenix Fluid Handling Industry GmbH |
Hamburg |
| Phoenix Industrieanlagen Verwaltungs GmbH |
Hamburg |
| Phoenix Sechste Verwaltungsgesellschaft mbH |
Hamburg |
| Phoenix Service GmbH & Co. KG |
Hamburg |
| Phoenix Siebte Verwaltungsgesellschaft mbH |
Hamburg |
| Phoenix Vermögensverwaltungsgesellschaft mbH | Hamburg |
| REG Reifen-Entsorgungsgesellschaft mbH |
Hannover |
| Steinebronn Beteiligungs-GmbH |
Oppenweiler |
| Temic Automotive Electric Motors GmbH |
Berlin |
| UMG Beteiligungsgesellschaft mbH |
Hannover |
| Union-Mittelland-Gummi- GmbH & Co. Grundbesitz KG |
Hannover |
| Vergölst GmbH |
Bad Nauheim |
Die nach § 161 des Aktiengesetzes vorgeschriebene Erklärung wurde von Vorstand und
Aufsichtsrat am 18. Oktober 2010 abgegeben und ist den Aktionären auf unserer Internetseite
zugänglich gemacht: www.continental-corporation.com.