creditshelf Aktiengesellschaft

Frankfurt am Main

Konzernzwischenabschluss zum 30.06.2020

2. Konzernzwischenlagebericht zum 30. Juni 2020

2.1. Grundlagen des Konzerns

2.1.1. Geschäftsmodell und Strategie

Die creditshelf Aktiengesellschaft ("creditshelf" oder das "Unternehmen" und zusammen mit ihren Tochtergesellschaften creditshelf service GmbH und Valendo GmbH die "creditshelf Gruppe") ist ein Pionier im Bereich der digitalen Mittelstandsfinanzierung in Deutschland, der über seine Online-Plattform www.creditshelf.com Kredite für kleine und mittlere Unternehmen ("KMU") arrangiert. Seit Gründung im Jahr 2014 hat das Unternehmen erfolgreich seine Plattform zur Kreditvergabe über Online-Kreditmarktplätze entwickelt, deren Prozesse mit Hilfe von selbstentwickelten, datengesteuerten Risikoanalyse-Algorithmen zur Kreditanalyse unterstützt werden. Die creditshelf-Plattform bildet den gesamten Kreditprozess von der Antragstellung über die Kreditanalyse und das Risikomanagement bis hin zur Auszahlung, die über eine regulierte Fronting Bank stattfindet, und Betreuung eines Kredits ab. Eine sichere und für die Nutzer komfortabel zu bedienende Online-Plattform ist entscheidend für den Unternehmenserfolg von creditshelf.

Als Gestalter innovativer Finanzierungslösungen verbindet creditshelf mittelständische Kreditnehmer, die Ihren Finanzierungsmix erweitern wollen, mit vornehmlich institutionellen Investoren, für die effizient investierbare und anderweitig nicht zugängliche KMU-Risiken eine attraktive Anlageklasse darstellen. Als einen deutlichen Kundennutzen und Wettbewerbsvorteil gegenüber der klassischen Vergabepraxis von Bankkrediten wertet creditshelf, dass über die creditshelf-Plattform auf Basis digitalisierter und automatisierter Prozesse eine sehr effiziente und schnelle indikative Prüfung von Kreditprojektanträgen mit geringen Transaktionskosten möglich ist. Das Unternehmen hält selbst keine arrangierten Darlehen - weder als Darlehensnehmer noch als Investor ‒ in der eigenen Bilanz. Die Kredite werden von einer sogenannten Fronting Bank vergeben. Diese Fronting Bank hat eine Vollbanklizenz und wird benötigt, da nach geltendem deutschen Recht für die Gewährung von Krediten in der Regel eine solche Banklizenz erforderlich ist. Nach Gewährung eines Darlehens an den Kreditnehmer durch die Fronting Bank verkauft diese die Darlehensforderungen an die creditshelf service GmbH ("creditshelf service"), eine 100%ige Tochtergesellschaft der creditshelf, und überträgt das Darlehensengagement auf die creditshelf service. Diese wiederum verkauft und überträgt die Kreditforderungen in Tranchen an Investoren weiter, die über die creditshelf-Plattform Finanzierungszusagen abgegeben haben, und übernimmt in der Folge für und im Namen der einzelnen Investoren die laufende Betreuung des jeweiligen Darlehensengagements. Zum Kreis der Investoren zählt seit diesem Halbjahr auch der sogenannte "creditshelf Loan Fund", ein in Luxemburg ansässiges Investmentvehikel, dessen Namensgeber creditshelf ist, ohne hier eigene Gelder zu investieren. Ankerinvestor dieses Fonds ist vielmehr der Europäische Investitionsfonds, der im Rahmen seines EU-weiten Fördermandats breit gestreut in die über die creditshelf Plattform arrangierten Darlehen investiert. Im Falle einer Finanzierung des Darlehens über den creditshelf Loan Fund, trifft der Fonds Manager (1741 Gruppe) eine eigenständige Finanzierungszusage für das jeweilige Darlehen. creditshelf agiert in beratender Rolle für die 1741 Gruppe.

Das Produktangebot, das sich an deutsche mittelständische sowie Wachstumsunternehmen richtet, umfasst Unternehmenskredite von 100.000 EUR bis zu 5 Mio. EUR mit einer Laufzeit von 1 bis 96 Monaten.

Unsere fokussierte Wachstumsstrategie basiert auf drei Säulen, deren Bedeutung für die Gesellschaft und aktueller Entwicklungsstand untenstehend beschrieben werden:

1) Kooperationen: Ziel unserer Plattform ist der Ausbau strategischer Kooperationen und Partnerschaften, die durch die Vermittlung von potentiellen Kreditnehmern aus dem Netzwerk der Partner an creditshelf und umgekehrt sowie mit der Finanzierung der Kredite über die Plattform für Wachstumsimpulse sorgen. Hier setzen wir auf ein akzelerierendes Netzwerk Momentum.
Erfolgreiche Meilensteine in diesem Bereich stellen beispielsweise die seit April 2019 geschlossene Kooperationsvereinbarung mit der Commerzbank sowie zahlreiche weitere Kooperationsvereinbarungen mit unseren zahlreichen Partnern in den verschiedenen Partnersegmenten dar.

2) Erweiterung des Produktportfolios: Um unseren Kunden jederzeit passende Lösungen anbieten zu können, planen wir das Produktportfolio der Plattform durch flexible und komplementäre Produkte zu erweitern. Diese neuen Produkte können entweder von creditshelf selbst angeboten oder im Rahmen von Partnerschaften mit flexibler und individueller Ausgestaltung in die Plattform integriert werden. Sie schaffen Potential für die Neukundengewinnung und den Ausbau bestehender Kundenbeziehungen im Sinne einer höheren Konversionsquote. Die Erweiterung des Produktportfolios bezieht die Anpassung der Erfordernis jährlicher Mindestumsätze finanzierbarer Kreditnehmer von 2,5 Mio. EUR auf nunmehr 1,0 Mio. EUR mit ein.
Mit der im Januar 2020 abgeschlossenen, exklusiven strategischen Partnerschaft mit BNP Paribas Asset Management für gänzlich unbesicherte Mittelstandskredite zwischen 500.000 EUR und 5 Mio. EUR mit einer erweiterten Laufzeit von bis zu 96 Monaten hat das Unternehmen sein Produktportfolio erfolgreich weiter ausgebaut.

3) Softwareentwicklung: Wir arbeiten stetig an unseren datengesteuerten und automatisierten Prozessen zur Unterstützung der Kreditauswahl sowie an den Kreditscoring-Algorithmen und Modellen, um eine tiefere und effizientere Analyse zu ermöglichen. Wesentlich für diese Weiterentwicklung ist ein im Geschäftsverlauf stetig wachsender Datensatz auf Basis von abgelehnten und arrangierten Kreditprojekten, auf dessen Basis die Algorithmen lernen und kontinuierlich verbessert werden können. So können wir effizient die Anzahl der Kreditprojekte erhöhen, Laufzeiten verlängern, größere Volumina arrangieren und schließlich organisches Wachstum sicherstellen. Gleichzeitig bietet sich die Chance, Analysedienstleistungen auch Dritten anzubieten.
Diese Wachstumschancen entstehen sowohl durch die Weiterentwicklung der ursprünglichen creditshelf Software als auch durch die Weiterentwicklung von Komponenten wie z.B. Monitoring Tools, die im Rahmen der Akquisition der Valendo GmbH übernommen und in die bestehende Software von creditshelf integriert wurden.

2.1.2. Konzernstruktur und Beteiligungen

Die creditshelf Aktiengesellschaft, Frankfurt am Main, Deutschland, ist die Holdinggesellschaft der creditshelf Gruppe. Sie nimmt bestimmte zentrale Funktionen für die gesamte Gruppe wahr, unter anderem in den Bereichen Management, Controlling, Rechnungswesen, Unternehmenskommunikation, Produktmanagement, Marketing, Investor Relations, Risikomanagement, Recht, Compliance sowie Personalwesen.

Die creditshelf service GmbH, Frankfurt am Main, Deutschland, ist eine 100%-ige Tochtergesellschaft der creditshelf Aktiengesellschaft. Geschäftszweck der creditshelf service GmbH ist der Ankauf und Verkauf von Kreditforderungen im eigenen Namen und auf eigene Rechnung, ausgenommen das Betreiben des Factoring sowie aller sonstigen gemäß dem deutschen Kreditwesengesetz (KWG), dem deutschen Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB) oder dem deutschen Zahlungsdiensteaufsichtsgesetz (ZAG) erlaubnispflichtigen Tätigkeiten.

Die Valendo GmbH, Berlin, Deutschland, ist eine 100%-ige Tochtergesellschaft der creditshelf Aktiengesellschaft. Geschäftszweck der Valendo GmbH ist die Entwicklung und der Betrieb von inländischen und ausländischen Internet- und Technologie-Projekten, insbesondere zur interaktiven Vermittlung von Darlehen (inklusive Pfandkrediten) sowie die Erbringung damit im Zusammenhang stehender Serviceleistungen. Tätigkeiten, die nach dem Kreditwesengesetz (KWG) oder dem Zahlungsdiensteaufsichtsgesetz (ZAG) erlaubnispflichtig sind, werden nicht erbracht.

Zum Stichtag 30. Juni 2020 hielt die creditshelf Aktiengesellschaft darüber hinaus keine weiteren direkten oder indirekten Beteiligungen.

2.1.3. Standorte und Mitarbeiter

Die creditshelf Gruppe hat ihren Hauptsitz in Frankfurt am Main. Darüber hinaus hat die creditshelf einen Standort in Berlin über die Valendo GmbH.

Zum Stichtag 30. Juni 2020 waren bei der creditshelf Gruppe insgesamt 57 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter festangestellt (30. Juni 2019: 41).

2.1.4. Steuerungssystem und Leistungsindikatoren

Die creditshelf Aktiengesellschaft mit ihren drei Vorstandsmitgliedern steuert das Geschäft anhand zentraler finanzieller Leistungsindikatoren. Diese werden regelmäßig überprüft und genutzt, um die Leistung zu messen, Trends zu erkennen und strategische Entscheidungen zu treffen. Bei den in der folgenden Tabelle aufgeführten Zahlen handelt es sich um geprüfte Daten des internen Berichtssystems des Unternehmens. Neben einer regelmäßigen Berichterstattung an den Vorstand fließen die wesentlichen Leistungsindikatoren auch in die Diskussion mit dem Aufsichtsrat ein.

Leistungsindikatoren in TEUR 01.01.-30.06.2020 01.01.-30.06.2019
Umsatzerlöse 2.501,3 1.766,2
EBIT -3.015,4 -2.782,7

creditshelf verwendet darüber hinaus folgende ausgewählte weitere Leistungsindikatoren zur Steuerung des Geschäftsbetriebs, zur Erfolgsmessung, zur Identifikation von Trends und zur Unterstützung strategischer Entscheidungen:

Anzahl, Volumen und Laufzeit von Transaktionen über die creditshelf Plattform angefragter Kredite

Anzahl, Volumen und Laufzeit von Transaktionen über die creditshelf Plattform arrangierter Kredite

Conversion Rate (Anzahl von Krediten, die nach positiver Vorauswahl tatsächlich kontrahiert wurden im Verhältnis zu Gesamtanträgen)

Acceptance Rate (Anzahl von Krediten nach positiver Vorauswahl im Verhältnis zu Gesamtanträgen)

Recurring Borrowers (Anzahl wiederkehrende Kreditnehmer im Verhältnis zu Gesamtanzahl Kreditnehmer)

Default Rate (Ausfallrate)

Diese aus dem internen Customer-Relationship-Management-System ("CRM") stammenden Indikatoren verändern sich z. T. unterjährig durch Saisonalität im Geschäftsmodell. Zum Beispiel erreichte das arrangierte Kreditvolumen in den letzten Geschäftsjahren inklusive 2019 jeweils in der zweiten Jahreshälfte sein Maximum.

2.1.5. Forschung und Entwicklung

Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten werden bei der Gesellschaft klar unterschieden und beschränken sich im Wesentlichen auf Entwicklungstätigkeiten. Diese konzentrieren sich auf die creditshelf Plattform, die fortlaufende Optimierung des Datenmanagements, der Algorithmen im Bereich der Kreditwürdigkeitsprüfung, die Systeme und Prozesse zur Unterstützung der Kreditentscheidung sowie des fortlaufenden Monitorings von bereits arrangierten Krediten. Die Weiterentwicklung eines fortschrittlichen Kreditprojektprozesses mit einem datengesteuerten Algorithmus zur Risikoanalyse ist ein wichtiger Bestandteil der Unternehmensstrategie. Hierzu hat creditshelf in der Vergangenheit mit einem Software-Beratungs- und Entwicklungsunternehmen zusammengearbeitet, diese Zusammenarbeit im 1. Quartal aber nach erfolgreicher Übergabe wie geplant beendet.

Die in der Gesellschaft angefallenen Kosten in der Berichtsperiode in Höhe von 229,6 TEUR (Vorjahreszeitraum: 711,0 TEUR) für eigene Entwicklungen und für die Unterstützung des bis März 2020 beauftragten externen Softwareentwicklers wurden als Herstellungs- bzw. Anschaffungsnebenkosten auf die beiden immateriellen Vermögenswerte "Internetplattform" und "Risikotool" aktiviert. Während im 1. Halbjahr 2019 in deutlich größerem Umfang auf den externen Softwareentwickler zurückgegriffen wurde hat dieser seine Entwicklungstätigkeiten zum Ende des Geschäftsjahres 2019 im Wesentlichen abgeschlossen und zu Beginn des 1. Quartals 2020 zur Weiterentwicklung an Mitarbeiter der creditshelf erfolgreich übergeben. Zum 30. Juni 2020 beträgt der Buchwert der beiden, sich in Nutzung durch die Gesellschaft befindlichen, immateriellen Vermögenswerte "Internetplattform" und "Risikotool" 2.876,0 TEUR (Vorjahreszeitraum: 2.984,9 TEUR). Die vorgenommenen Regelabschreibungen beliefen sich im Berichtszeitraum auf 458,4 TEUR (Vorjahreszeitraum: 299,4 TEUR), außerordentliche Abschreibungen waren weder in diesem Berichtszeitraum noch im Vorjahreszeitraum notwendig.

2.2. Wirtschaftsbericht

2.2.1. Gesamtwirtschaftliches Umfeld

Über die creditshelf-Plattform richtet sich creditshelf mit ihrem Produktangebot an kleine und mittlere Unternehmen in Deutschland, die von der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung abhängig sind. Entsprechend kann die gesamtwirtschaftliche Entwicklung und damit einhergehende Auswirkungen auf die Kreditanfrage bzw. das Kreditangebot einen Einfluss auf den Verlauf des operativen Geschäfts von creditshelf haben.

Auf Basis der am 30. Juli 2020 publizierten Informationen des Statistischen Bundesamtes ist das deutsche Bruttoinlandsprodukt durch den "Shutdown" im Zuge der Corona-Pandemie im 2. Quartal 2020 um 10,1% gegenüber dem Vorjahresquartal eingebrochen.1 Gleichzeitig deuten andere Konjunkturindikatoren wie der industrielle Produktionszuwachs oder der ifo Konjunkturtest zur Gesamtwirtschaft zum Ende des 2. Quartals 2020 wieder in Richtung wirtschaftlicher Erholung.2 Dieser Einschätzung stimmt der Sachverständigenrat Wirtschaft zu: Nach einem kräftigen Einbruch im 1. Halbjahr dürfte ab Sommer eine langsame, V-förmige Erholung einsetzen, sodass die Wirtschaft in Deutschland im Jahr 2021 wieder um 4,9% wächst.3 Der wöchentliche Aktivitätsindex (WAI) der Deutschen Bundesbank, der die realwirtschaftliche Aktivität in Deutschland unter Einbezug verschiedener Wirtschaftsindikatoren abbildet, deutet ebenfalls auf eine V-förmige Erholungskurve hin.4

Besonders die deutsche Industrie erfuhr dem BMWi zufolge im Rahmen der Corona-Pandemie im 1. Quartal 2020 einen Produktionsrückgang von 2,2%. Maßgeblich hierfür seien besonders Herstellungseinbrüche in Maschinenbau- und Automobilindustrie gewesen, auch im Baugewerbe und im Konsumgüterbereich habe die Produktion abgenommen. Die Werte für Mai 2020 deuten jedoch in allen Bereichen, besonders im produzierenden Gewerbe, in Richtung einer deutlichen Erholung.5 Laut Konjunkturprognose des Sachverständigenrats ist die Entwicklung in den verschiedenen Zweigen dieser Industrie zweigeteilt: Während beim Internet- und Versandhandel oder beim Handel mit Lebensmitteln, Getränken und Tabakwaren im April Zuwächse zu verzeichnen waren, kam es in Teilen des stationären Einzelhandels und im Gastgewerbe Corona-bedingt zu Rückgängen.6 Die Erholungsthese für den Dienstleistungsbereich insgesamt wird gestützt von den Ergebnissen des Markit/BME-Einkaufsmanager-Index (EMI) für Deutschland, der im Juni deutlich über dem Vormonat und den Erwartungen lag. Zusätzlich ergibt sich aus den EMI-Daten auch eine Erholungstendenz für die Industrie: Hier lag der Indexwert im Juni ebenfalls deutlich über den Ergebnissen für Mai und der erwarteten Entwicklung.7 Dies korrespondiert mit den letzten Beobachtungen des BMWi und verdeutlicht darüber hinaus, dass die Entwicklung von Industrien und Geschäftsmodellen differenziert zu betrachten ist.

Zusätzliche Auswirkungen auf die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Deutschland haben die im Rahmen der Corona-Pandemie seit März 2020 in Kraft getretenen Hilfsmaßnahmen der Bundesregierung. Dazu zählen Erleichterungen beim Kurzarbeitergeld, steuerliche Liquiditätshilfen für Unternehmen sowie umfangreiche Hilfskreditprogramme, die die Auswirkungen der Corona-Pandemie abfedern sollen.8Zusätzlich gilt seit März 2020 bis mindestens 30. September 2020 ein Insolvenzmoratorium, d.h. die Insolvenzantragspflicht, rechtliche Folgen im Falle einer Insolvenzreife sowie Insolvenzanfechtungen sind ausgesetzt bzw. erheblich eingeschränkt.9Diese Maßnahmen führten insgesamt zu deutlich weniger Insolvenzen. Laut Statistischem Bundesamt lagen die angemeldeten Insolvenzen im 1. Quartal mit 3,7% unter dem Wert des Vorjahresquartals. Dieser Trend werde voraussichtlich auch in den Sommermonaten weiter anhalten.10

Die Weltwirtschaft ist ebenfalls von der durch die Corona-Pandemie ausgelösten, starken Rezession geprägt. So ist die weltwirtschaftliche Aktivität laut den Ökonomen am Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) infolge der Pandemie im 1. Halbjahr 2020 um fast 10% gesunken. Auch hier sei die Talsohle aber bereits durchschritten und China, das als erstes von den Auswirkungen der Corona-Pandemie betroffen war, habe laut IfW bereits einen erheblichen Teil des Produktionseinbruchs wieder wettgemacht.11Der Internationale Währungsfonds (IWF) geht in seiner Prognose vom Juni 2020 zwar davon aus, dass die globale Wirtschaftsleistung im Jahr 2020 um 4,9% schrumpfen wird, betont aber die positive Wirkung wirtschaftspolitischer Maßnahmen, besonders in entwickelten Volkswirtschaften wie z.B. Deutschland.12

Dieses gesamtwirtschaftliche Umfeld setzt für die mittelständischen Kunden von creditshelf und damit auch für das Unternehmen selbst einerseits herausfordernde Rahmenbedingungen, die aber andererseits von entstehenden Chancen im Zuge einer wirtschaftlichen Erholung, einer zum aktuellen Zeitpunkt abgemilderten Insolvenzgefahr für Unternehmen im Bestandsportfolio und Etablierung neuer Geschäftsmodelle, die Chancen für creditshelf's Wachstumsinitiative darstellen, kompensiert werden. Wesentlich damit verbunden ist die Entwicklung des Kreditmarkts in Deutschland, die im folgenden Kapitel beschrieben wird.

1 Statistisches Bundesamt. (2020). Pressemitteilung Nr. 287 vom 30. Juli 2020.
2 Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. (2020). Schlaglichter der Wirtschaftspolitik, Monatsbericht August 2020.
3 Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. (2020). Konjunkturprognose 2020 und 2021.
4 Deutsche Bundesbank. (2020). Wöchentlicher Aktivitätsindex für die deutsche Wirtschaft - Aktualisierung vom 10. August 2020.
5 Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. (2020). Schlaglichter der Wirtschaftspolitik, Monatsbericht August 2020.
6 Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. (2020). Konjunkturprognose 2020 und 2021.
7 Natixis. (2020) Data Snap 23 June 2020: European PMIs Show Further Strong Improvement.
8 Bundesministerium für Finanzen & Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. (2020). Ein Schutzschild für Beschäftigte und Unternehmen. Maßnahmenpaket zur Abfederung der Auswirkungen des Corona-Virus.
9 Deutscher Bundestag. (2020). Gesetz zur Abmilderung der Folgen der COVID-19-Pandemie im Zivil-, Insolvenz- und Strafverfahrensrecht.
10 Statistisches Bundesamt. (2020). Pressemitteilung Nr. 205 vom 8. Juni 2020.
11 Institut für Weltwirtschaft Kiel. (2020). Kieler Konjunkturberichte Weltkonjunktur im Sommer 2020.
12 International Monetary Fund. (2020). World Economic Outlook, June 2020.

2.2.2. Branchenspezifische Rahmenbedingungen

creditshelf ist im Bereich der Kreditvergabe über Online-Kreditmarktplätze an kleine und mittlere Unternehmen (KMU) in Deutschland aktiv. Damit ist creditshelf aus Sicht des Unternehmens Teil des deutschen Kreditmarkts und gehört zur Branche der digitalen Finanzierungsanbieter für KMU.

Der deutsche Kreditmarkt ist wesentlich von den Auswirkungen der Corona-Pandemie betroffen. Banken reichten dem KfW-Kreditmarktausblick zufolge im 1. Quartal 2020 7,3% mehr Kredite aus als im Vorjahr. Im Schlussquartal 2019 waren es nur 3,7%. Triebfeder für diesen Anstieg sind die kurzen Laufzeiten, während langfristige Kredite, die vornehmlich zur Finanzierung von Investitionsprojekten dienen, kaum zugelegt haben. Hier spiegle sich der sprunghaft gestiegene Liquiditätsbedarf aufgrund der pandemiebedingten Umsatzausfälle wider.13 Gleichzeitig prognostiziert die Europäische Zentralbank einen weiteren Anstieg der Kreditvergabe: Die Mehrheit der deutschen Finanzinstitute erwarte eine weiter steigende Kreditnachfrage durch Unternehmen.14

Um diesen im Wesentlichen aus der Corona-Krise resultierenden, erhöhten Bedarf an kurzfristiger Liquidität bedienen zu können, wurden in Deutschland und der Eurozone zahlreiche staatlich unterstützte Hilfsprogramme aufgelegt. Hierzu zählen neben dem bereits erwähnten Insolvenzmoratorium auch die zusätzliche Liquidität der EZB mit für Banken attraktiven Finanzierungskonditionen sowie die weitreichende Entlastung der Geldhäuser von zusätzlichen Risiken im Rahmen der KfW-Förderprogramme15, an denen alternative Finanzierungsplattformen bisher nicht direkt teilhaben können. Diese Förderprogramme dürften während der Krise einen nicht unerheblichen Teil des KMU-Kreditbedarfs abdecken.16 Obwohl KMUs somit die wesentlichen Nutznießer dieser Maßnahmen sind, ist fraglich, ob die staatlichen Hilfsprogramme aufgrund Ihres temporären Charakters auch die langfristigen finanziellen Folgen der Corona-Pandemie abfedern bzw. nach der Krise weiterhin als Finanzierungsoption zur Verfügung stehen und ob insbesondere die KfW-Kredite aufgrund ihrer spezifischen Vergabe- und Verwendungskriterien alle finanzierungsfähigen KMUs bedienen werden.17 Dies schafft aus Sicht von creditshelf, neben den von Banken prinzipiell schwer finanzierbaren Bereichen wie Wachstumsfinanzierungen, Raum für Finanzierungsoptionen außerhalb des klassischen Bankenumfelds. Dazu zählt auch eine Rückkehr des unbesicherten Betriebsmittelkredits z.B. zur Vorfinanzierung im Rahmen eines steigenden Auftragsvolumens durch die anhaltende wirtschaftliche Erholung.

Die EZB beobachtete in ihrem Bank Lending Survey im 2. Quartal 2020 vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie in Europa einen sprunghaften Anstieg der Nachfrage nach Unternehmenskrediten insgesamt, im KMU-Bereich um 61%. Gleichzeitig verringerte sich die Ablehnungsquote lediglich um 12%. Wesentlicher Treiber des Anstiegs ist die Nachfrage nach Betriebsmittel- und Lagerfinanzierungen.18Für Deutschland zeichnet die Befragung der EZB ein teilweise konträres Bild. Auch hier stieg die Kreditnachfrage, im Wesentlichen für Betriebsmittelfinanzierungen, stark an, während sich die Ablehnungsrate, anders als im gesamteuropäischen Kontext, ebenfalls weiter erhöhte.19Daraus lässt sich ableiten, dass es trotz der geschaffenen Erleichterungen in Deutschland weiterhin ein nicht unerhebliches Volumen an Kreditanfragen gibt, das nicht von traditionellen Banken bedient wird. In einer Befragung des Instituts der deutschen Wirtschaft im 2. Quartal 2020 berichteten rund 17% der befragten Unternehmen von akuten und starken Finanzierungsschwierigkeiten. 27% benannten schwache Finanzierungsprobleme für die Zeit bis zum Sommer dieses Jahres - ein Trend, der laut den Befragten auch in der 2. Jahreshälfte noch eine wesentliche Rolle spielen wird.20Da einer Studie von Barkow Consulting und der solarisBank zufolge 99,5% der Unternehmen in Deutschland zum KMU-Sektor gehören21, dürften sich diese Trends auch auf diesen Bereich übertragen lassen.

Eine von creditshelf initiierte und von der Technischen Universität Darmstadt begleiteten Befragung deutscher Mittelständler, der sog. Finanzierungsmonitor, kommt zu dem Ergebnis, dass Alternativen zum klassischen Hausbankkredit auch in der Corona-Krise eine wichtige Rolle für die Unternehmen spielen. So gaben 64% der Befragten an, sich zusätzlich zu bestehenden Hausbankkreditlinien und Hilfsprogrammen mit Alternativen zum klassischen Bankkredit beschäftigt zu haben. 11% der Befragten gaben an, im Zuge der Krise auch bereits Alternativen zum klassischen Bankkredit genutzt zu haben. Damit stellen Kreditplattformen weiterhin eine wichtige Alternative und Ergänzung im Finanzierungsmix der Mittelständler dar.22Gleichzeitig besteht die Möglichkeit, dass sich bei einer zukünftigen Einbindung der Kreditplattformen in die Hilfsprogramme, wie sie beispielsweise der Verband deutscher Kreditplattformen fordert, neue Marktpotenziale für digitale KMU-Finanzierer auftun.23

Ausgehend von der bereits beschriebenen, V-förmigen BIP-Entwicklung, bei der nach einem starken Absturz im 1. Quartal spätestens zum Ende des 2. Quartals eine zunächst deutliche und über die nächsten beiden Jahre abflachende Erholung einsetzt auch mit der Folge abnehmender temporär staatlich intervenierter Kreditversorgung, könnte aus Sicht des creditshelf Managements der Marktanteil digitaler Kredite bis 2023 vor diesem Hintergrund sogar über den in einer Studie von Barkow Consulting und der solarisBank genannten 7% des gesamten jährlichen Neugeschäfts liegen. Auf Basis von Daten der Deutschen Bundesbank beziffert die Studie den Bestand der KMU-Kredite in Deutschland zum Dezember 2018 auf rund 200 Mrd. EUR. Der Teil, bei denen zumindest ein Teil des Vertriebs- und Kreditvergabeprozesses automatisiert bzw. digital abläuft, betrug im Jahr 2018 noch 1,9 % oder rund 1 Mrd. EUR nach rund 500 Mio. EUR bzw. 1 % in 2017.24 Insgesamt präsentieren die ausgewählten Untersuchungen den Markt für KMU-Kredite im Allgemeinen und die Branche der digitalen Finanzierungsalternativen für KMU im Besonderen als Wachstumsmärkte, auch in der Corona-Krise.

13 KfW. (2020). KfW-Kreditmarktausblick: Juni 2020. Bezugsgröße ist ein gleitendes 2-Quartals-Mittel.
14 European Central Bank. (2020). The Euro Area Bank Lending Survey. Second Quarter of 2020.
15 KfW. (2020). KfW-Kreditmarktausblick: Juni 2020.
16 KfW. (2020). KfW-Investor-Presentation: Juli 2020.
17 Integer Advisors. (2020). The Covid Impact on Private & Alternative Credit in Europe.
18 European Central Bank. (2020). The Euro Area Bank Lending Survey. Second Quarter of 2020.
19 European Central Bank. (2020). The Euro Area Bank Lending Survey. Second Quarter of 2020.
20 Institut der deutschen Wirtschaft. (2020). IW-Trends 2/2020.
21 Barkow Consulting & solarisBank. (2019). Der digitale SME-Kredit in Deutschland.

2.2.3. Wettbewerb und Marktstruktur

Wettbewerber sind aus Sicht des Unternehmens andere digitale Finanzierungsanbieter und -plattformen mit Fokus auf kleine bis mittlere Unternehmen in Deutschland. Neben reinen Online-Vergleichsplattformen wie Fincompare oder Compeon im weiteren Sinne zählen dazu vor allem Kreditmarktplätze wie z.B. October (Sitz in Frankreich, Markteintritt in Deutschland erfolgt) oder Auxmoney (Sitz in Deutschland, Ausweitung des Geschäftsmodells auch auf KMU-Finanzierungen), Kapilendo (Sitz in Deutschland) sowie Challenger Banks wie die RiverBank (Luxemburg) oder in bestimmten Bereichen wie Wachstumsfinanzierungen auch Marktteilnehmer wie die Deutsche Handelsbank oder klassische Venture Debt Anbieter, wobei letztere eher größere Mindestkreditvolumina anstreben. Im Vergleich zu vorherigen Berichterstattungen ist festzuhalten, dass die Kreditplattform Funding Circle den Marktauftritt am Standort Deutschland dahingehend verändert hat, nur noch eine Kreditvermittlung - unter anderem auch an creditshelf - anzubieten und kein originäres Kreditprodukt mehr zu vertreiben. creditshelf fokussiert sich auf Bereiche, die in der Regel von Wettbewerbern nicht oder nur teilweise abgedeckt werden.

Abgrenzungsmerkmale sind dabei das durchschnittliche arrangierte Kreditvolumen, die Laufzeit (1 Monat bis 8 Jahre), die Unternehmenszielgruppe (1 bis 100 Mio. EUR Umsatz), strukturelle Merkmale des Kredites wie der Rang in der Kapitalstruktur (im Falle von creditshelf ausschließlich vorrangig) oder Art der Besicherung (im Falle von creditshelf im Wesentlichen dinglich unbesichert) sowie die Kredithöhe (100.000 EUR bis 5 Mio. EUR) und Art der Investoren (Fokus institutionelle Investoren).

Im Verlauf der Corona-Pandemie hat sich indirekt der Wettbewerb durch klassische Banken erhöht. Diese operieren im Rahmen Ihrer Hausbankfunktion als zentrale Intermediäre für staatliche Hilfsprogramme, die mittels Risikoübernahmen den steigenden Liquiditätsbedarf bedienen sollen. Folglich hat sich das Wachstum des Kreditneugeschäfts der Banken mit Unternehmen im 1. Halbjahr und bezogen auf klassische Betriebsmittelkredite deutlich beschleunigt und den Bedarf nach alternativen Finanzierungsformen aufgrund des staatlichen Eingriffs temporär gebremst.25

Weiterhin ist jedoch festzustellen, dass Banken sich im für creditshelf primär relevanten Kundensegment in der Regel auf besicherte Kredite fokussieren. creditshelf betrachtet sich in diesem Zusammenhang als Kooperationspartner für Banken wie im Falle der Partnerschaft mit der Commerzbank, die im Berichtszeitraum maßgeblichen Anteil am arrangierten Kreditvolumen hatte.

Studien zeigen, dass Digitalisierung und Automatisierung in Kreditprozessen im Niedrigzinsumfeld ein entscheidender Wettbewerbsfaktor ist, der Grad der Automatisierung im Firmenkundengeschäft aber hinter dem des Privatkundengeschäfts zurückbleibt.26Banken könnten von der creditshelf Technologie im Hinblick auf die Kreditanalyse profitieren und somit ggf. einen besseren und effizienteren eigenen Kreditprozess umsetzen. Dieser Trend dürfte sich aufgrund der Corona-Pandemie weiter verstärkt haben.

Abschließend ist festzuhalten, dass das Management unverändert von einem stark wachsenden Markt für digitale Mittelstandsfinanzierungen in Deutschland ausgeht27. Gleichzeitig wirken sich aber temporäre Effekte staatlich geförderter Hilfsprogramme zur Bekämpfung der wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Nachfrage alternativer Finanzierungsformen aus. Es wird weiterhin angenommen, dass die Erholung der Wirtschaft in einem "V-förmigen" Verlauf ohne erneuten Lock-down erfolgen wird28und dadurch gekennzeichnet ist, dass sich einzelne Industrien und Geschäftsmodelle selektiv schneller auf Vorkrisenniveaus und darüber hinaus entwickeln werden und die Nachfrage nach nicht über staatliche Hilfsprogramme abgedeckte Betriebsmittelkredite wieder zunehmen wird.

22 creditshelf. (2020). Finanzierungsmonitor 2020. Corona Update.
23 Handelsblatt. Katharina Schneider und Frank Matthias Drost. (2020). Fintechs wittern ihre Chance in der Coronakrise.
24 Barkow Consulting & solarisBank. (2019). Der digitale SME-Kredit in Deutschland.
25 KfW. (2020). KfW-Kreditmarktausblick: Juni 2020.
26 PwC. (2019). Industrialisierung des Kreditgeschäfts, Status Quo und Perspektive des Kreditgeschäfts in Deutschland.
27 Barkow Consulting & solarisBank. (2019). Der digitale SME-Kredit in Deutschland.
28 European Central Bank. (2020). Eurosystem Staff Macroeconomic Projections for the Euro Area, June 2020.

2.2.4. Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage

2.2.4.1. Ertragslage

Im 1. Halbjahr 2020 wuchsen die Umsatzerlöse von creditshelf im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 41,6 % auf 2.501,3 TEUR (Vorjahreszeitraum: 1.766,2 TEUR). Wesentliche Ursache war ein deutlicher Anstieg des über die creditshelf-Plattform vermittelten Kreditvolumens von 35.800 TEUR im 1. Halbjahr 2019 auf 45.635 TEUR in den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres. Nach einem schwächeren 1. Quartal 2020, das von geringerer Investorennachfrage und noch höherer Risikowachsamkeit auf Seiten creditshelfs geprägt war, erhielt das Unternehmen im 2. Quartal aufgrund des erfolgreich gestarteten creditshelf Loan Fund und damit einhergehender Diversifikation der Investorenbasis einen signifikanten Wachstumsschub, der auch die Umsatzerlöse zurück auf Wachstumskurs gebracht hat. Neben einer entsprechenden Steigerung der Investorengebühren profitierten die Umsatzerlöse im 1. Halbjahr 2020 von höheren Kreditnehmergebühren für die ausgezahlten Kredite. Entsprechend lag die Gesamtmarge aus dem Verhältnis von Umsatzerlösen zu arrangiertem Kreditvolumen mit 5,4% über dem Vorjahreszeitraum (4,9%). Darüber hinaus erhielt creditshelf im Berichtszeitraum neben den für die Investitionen des creditshelf Loan Fund anfallenden Investorengebühren eine einmalige Vergütung für Leistungen im Rahmen des Setups des seit Mai dieses Jahrs tätigen Fonds in Höhe von 25,8 TEUR, die den Investorengebühren zugerechnet wurden. Neben der Zusammenarbeit mit dem Fonds in Luxemburg, erzielte die Gesellschaft ihre Umsatzerlöse im Berichtszeitraum ausschließlich in Deutschland.

Die sonstigen Erträge in Höhe von insgesamt 414,6 TEUR (Vorjahreszeitraum: 198,2 TEUR) setzen sich im Wesentlichen aus drei Komponenten zusammen: Neben Erträgen aus der Auflösung von Rückstellungen in Höhe von 114,5 TEUR (Vorjahreszeitraum: 85,5 TEUR) und Disagien aus dem Kauf von Krediten in Höhe von 53,3 TEUR (Vorjahreszeitraum: 111,9 TEUR) sind dies im Wesentlichen Kostenerstattungen aus Gerichtskosten und Vorleistungen zur Gründung des creditshelf Loan Fund in Höhe von 148,8 TEUR (Vorjahreszeitraum: 0,0 TEUR).

Im 1. Halbjahr 2020 aktivierte Eigenleistungen umfassen im Wesentlichen immaterielle Vermögenswerte in Form der selbstentwickelten Internetplattform und des Risikotools, die sich auf 185,4 TEUR nach 155,6 TEUR im Vergleichszeitraum beliefen.

Der Personalaufwand lag für das 1. Halbjahr 2020 bei 3.017,8 TEUR nach 2.129,0 TEUR im 1. Halbjahr des Vorjahres. Hauptsächliche Ursache für den Anstieg des Personalaufwands ist die im Rahmen des geplanten Personalaufbaus gestiegene Anzahl der festangestellten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf 57 zum Stichtag 30. Juni 2020 nach 41 Festangestellten zum entsprechenden Vorjahresstichtag. Dies trägt dem Wachstum des Vertriebsteams ebenso Rechnung wie der klaren Absicht, die Abhängigkeit von externen Dienstleistern, beispielsweise im IT-Bereich, weiter zu reduzieren. Im Rahmen der Corona-Krise hat die Gesellschaft einen Einstellungsstopp veranlasst, der im Wesentlichen für Neueinstellungen ab der 2. Jahreshälfte gilt. Der im 1. Halbjahr angestoßene Mitarbeiteraufbau wurde planmäßig durchgeführt. Für die aktuelle Berichtsperiode enthält der Personalaufwandsposten Aufwendungen für aktienbasierte Mitarbeiter-Anreizprogramme in Höhe von 513,0 TEUR (Vorjahreszeitraum: 437,4 TEUR), die der Motivation der Mitarbeiter und damit dem langfristigen Wachstum und wirtschaftlichen Erfolg der Gesellschaft dienen sollen.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beliefen sich bis zum 30. Juni 2020 auf 2.537,2 TEUR und lagen somit in etwa auf dem Niveau des Vorjahreszeitraums in Höhe von 2.426,7 TEUR. Hier spiegelt sich ein konsequentes Sachkostenmanagement wider, da trotz des erhöhten Kreditvolumens und damit verbundener Aufwendungen wie Fremdleistungen und Vertriebsprovisionen keine höheren Kosten angefallen sind.

Ein wesentlicher Teil der sonstigen betrieblichen Aufwendungen ist der Aufwand für Werbung und Marketingmaßnahmen. Dieser lag im 1. Halbjahr 2020 trotz Neuaufstellung des Marketingauftritts und der Optimierung des Kundenbeziehungsmanagements mit 899,7 TEUR unter dem des Vorjahreszeitraums (1.066,5 TEUR). Außerdem haben sich die Portokosten durch die Digitalausgabe des Magazins und die Kosten für Messe- und Repräsentationsveranstaltungen im Rahmen der geltenden Veranstaltungsverbote reduziert. Hier blieb creditshelf durch digitale Alternativen im Markt präsent. Im Vorjahr wurden in dieser Position zudem noch die Reise und Bewirtungskosten in Höhe von 31,6 TEUR erfasst. Diese sind jetzt den übrigen sonstigen Aufwendungen zugeordnet.

Rechts- und Beratungsaufwendungen verringerten sich im Vergleich zur Vorjahresperiode auf 451,5 TEUR (Vorjahreszeitraum: 562,1 TEUR). Der Rückgang erklärt sich zum einen durch höhere Aufwendungen zur Steigerung der Robustheit der creditshelf Plattform im Vorjahreszeitraum, wie auch durch geringere Beratungskosten im Rahmen der Abschlusserstellung und -prüfung sowie externe Buchführungskosten im Berichtszeitraum.

Fremdleistungen führten im 1. Halbjahr 2020 zu Aufwendungen in Höhe von 278,1 TEUR nach 157,8 TEUR im Vorjahreszeitraum. Der Anstieg ist vor allem darauf zurückzuführen, dass das über die Plattform angefragte und arrangierte Kreditvolumen gestiegen ist, wodurch höhere Kosten für externe Bonitätsinformationen im Rahmen des Prüfungsprozesses sowie Bearbeitungsgebühren an Partnerbanken für die Ausfertigung von Kreditverträgen zu zahlen waren.

Aufwendungen für Verkaufsprovisionen für die Vermittlung von Kreditnehmern aus dem wachsenden Partnernetzwerk auf der creditshelf-Plattform wie beispielsweise die Commerzbank Kooperation stiegen auf 180,0 TEUR (Vorjahreszeitraum: 30,1 TEUR).

Die Mietaufwendungen erhöhten sich im 1. Halbjahr 2020 aufgrund der Anmietung zusätzlicher Büroflächen im Rahmen des Mitarbeiterwachstums sowie des zusätzlichen Standorts in Berlin auf 138,0 TEUR (Vorjahreszeitraum: 50,2 TEUR).

Prämien für Darlehensforderungen bzw. Agien aus dem Kauf von Krediten fielen in Höhe von 53,3 TEUR (Vorjahreszeitraum: 111,9 TEUR) an. Dies ist im Wesentlichen auf ein verringertes Wiederverkaufsvolumen zurückzuführen.

Aufgrund von Bewertungseffekten entstand für virtuelle Beteiligungen im Berichtszeitraum ein Aufwand in Höhe von 9,0 TEUR. Im Vorjahreszeitraum wurde hier ein Ertrag von 59,1 TEUR verbucht.

Die übrigen sonstigen Aufwendungen betreffen unter anderem Aufwendungen für Lizenzen und Konzessionen, zeitanteilig abgegrenzte Aufsichtsratsvergütung, Mitgliedsbeiträge für Verbände, Kosten für Investor Relations, Reisekosten und Versicherungen. Diese stiegen von 417,5 TEUR im 1. Halbjahr 2019 auf 527,6 TEUR in den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres an. Wesentliche Ursachen für die Erhöhung sind ein Anstieg für Aufwendungen für Lizenzen und Konzessionen auf 160,1 TEUR (Vorjahreszeitraum: 96,2 TEUR), sowie ein Anstieg der Beiträge auf 53,5 TEUR (Vorjahreszeitraum: 17,8 TEUR). Während ersteres unter anderem den Ausbau der Analysekapazitäten von creditshelf reflektiert, spiegeln sich in letzterem creditshelfs Bemühungen zum Ausbau des eigenen Kontaktnetzwerks wider. Dies umfasst unter anderem die Mitgliedschaft im seit Juni 2020 bestehenden Verband deutscher Kreditplattformen, bei dem creditshelf zu den Gründungsmitgliedern gehört. Die im Vorjahr dem Marketingaufwand zugeordneten Reise- und Bewirtungskosten verringerten sich im Berichtszeitraum aufgrund der Corona-Krise auf 26,2 TEUR (Vorjahreszeitraum: 31,6 TEUR). Im Rahmen der Corona-Krise hat die Gesellschaft mit einem allgemein strengeren Sachkostenmanagement begonnen, das im Wesentlichen im 2. Halbjahr 2020 seine Wirkung entfalten wird. Reisekosten hingegen haben sich bereits im Berichtszeitraum aufgrund der eingeschränkten persönlichen Kontaktmöglichkeiten für Vertrieb und Marketing reduziert. Da im zweiten Quartal keine Kreditausfälle zu verzeichnen waren, ist in den sonstigen Aufwendungen ein im Vergleich zum Ende des 1. Quartals 2020 nicht weiter gestiegener Forderungsverzicht in Höhe von lediglich 5,8 TEUR und damit deutlich unter dem Vorjahr in Höhe von 40,5 TEUR enthalten. Noch nicht vereinnahmte Investorengebühren im Falle eines Ausfalls eines Kreditnehmers werden nach Einzelfallentscheidung des Vorstands als Forderungsverzicht in der Gesamtergebnisrechnung berücksichtigt.

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) lag somit für das 1. Halbjahr 2020 bei -2.453,7 TEUR nach -2.435,6 TEUR im Vorjahreszeitraum.

Die Abschreibungen stiegen im 1. Halbjahr 2020 auf 561,7 TEUR (Vorjahreszeitraum: 347,1 TEUR). Ordentliche Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und insbesondere auf das aus bilanzieller Sicht erworbene Risikotool haben zum Anstieg dieser Position geführt.

Entsprechend weist creditshelf im 1. Halbjahr 2020 ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von -3.015,4 TEUR (Vorjahreszeitraum: -2.782,7 TEUR) aus.

Das Finanzergebnis belief sich im Berichtszeitraum nach sonstigen Finanzerträgen in Höhe von 7,2 TEUR (Vorjahreszeitraum: 70,4 TEUR) und Finanzaufwendungen von 20,6 TEUR (Vorjahreszeitraum: 47,7 TEUR) auf -13,4 TEUR (Vorjahreszeitraum:22,7 TEUR).

Das Ergebnis vor Steuern lag für das 1. Halbjahr 2020 somit bei -3.028,8 TEUR (Vorjahreszeitraum: -2.760,1 TEUR). Das Ergebnis nach Steuern belief sich nach Einkommens- und Ertragssteueraufwendungen in Höhe von 89,5 TEUR (Vorjahreszeitraum: 0,0 TEUR) auf -3.118,3 TEUR (Vorjahreszeitraum: -2.760,1 TEUR).

2.2.4.2. Vermögenslage

Die Bilanzsumme von creditshelf belief sich zum 30. Juni 2020 auf 8.972,8 TEUR (31. Dezember 2019: 13.050,5 TEUR).

Die langfristigen Vermögenswerte lagen zum Bilanzstichtag mit 5.019,7 TEUR unter dem entsprechenden Wert zum Geschäftsjahresende 2019 (31. Dezember 2019: 5.192,2 TEUR). Aufgrund regulärer Abschreibungen verringerte immaterielle Vermögenswerte von 3.676,1 TEUR (31. Dezember 2019: 3.937,8 TEUR) sowie langfristige Forderungen von 1.017,6 TEUR (31. Dezember 2019: 947,0 TEUR) machten zum Stichtag 30. Juni 2020 den größten Teil der langfristigen Vermögenswerte aus. Die immateriellen Vermögenswerte beinhalten eine selbstgeschaffene Internetplattform und ein aus bilanzieller Sicht erworbenes Risikotool (Software) zur Überprüfung des Kreditrisikos potenzieller Kreditnehmer.

Die kurzfristigen Vermögenswerte beliefen sich zum Stichtag auf 3.953,1 TEUR (31. Dezember 2019: 7.858,3 TEUR). Wesentliche Ursache ist ein verringerter Bestand an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten von 2.729,7 TEUR zum 30. Juni 2020 nach 6.635,2 TEUR am Vorjahresstichtag. Bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen war ein Anstieg zum 30. Juni 2020 auf 1.134,4 TEUR (31. Dezember 2019: 1.039,7 TEUR) zu verzeichnen. Dieser resultiert im Wesentlichen daraus, dass die creditshelf weiterhin operativ wächst und durch den Anstieg der Investorengebühren höhere Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ausweist.

Das Eigenkapital der Gesellschaft verringerte sich im Vergleich zum Jahresende auf 5.816,6 TEUR (31. Dezember 2019: 8.469,7 TEUR). Die Eigenkapitalquote lag somit bei 64,8 % (31. Dezember 2019: 64,9 %). Die Verringerung des Eigenkapitals erklärt sich durch den Saldo des Nachsteuerergebnisses der Periode von -3.118,3 TEUR und der Erhöhung der Kapitalrücklage (458,1 TEUR) zur Bedienung von Ansprüchen aus den aktienbasierten Mitarbeiter-Anreizprogrammen.

Im Vergleich zum Jahresende 2019 stiegen die langfristigen Schulden auf 1.367,0 TEUR (31. Dezember 2019: 1.378,2 TEUR). Die langfristigen Rückstellungen beliefen sich auf 1.247,4 TEUR (31. Dezember 2019: 1.230,5 TEUR). Die Ursache hierfür waren höhere nichtergebniswirksam gebildete, langfristige Lohnsteuerrückstellungen für die aktienbasierten Mitarbeiter-Anreizprogramme. Die sonstigen langfristigen finanziellen Verbindlichkeiten verringerten sich auf 98,3 TEUR (31. Dezember 2019: 126,4 TEUR), was im Wesentlichen auf die Tilgung der nach IFRS 16 bilanzierten Leasingverbindlichkeit zurückzuführen ist.

Die kurzfristigen Schulden lagen zum Stichtag 30. Juni 2020 mit 1.789,2 TEUR unter dem Wert zum 31. Dezember 2019 von 3.202,5 TEUR. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen verringerten sich auf 618,3 TEUR (31. Dezember 2019: 1.885,9 TEUR). Die sonstigen Schulden verringerten sich auf 539,4 TEUR zum Stichtag 30. Juni 2020 (31. Dezember 2019: 748,8 TEUR). Dies reflektiert die verringerten Aufwendungen für die Abschlusserstellung, die durch die Erweiterung des internen Mitarbeiterstamms reduziert werden konnten. Die kurzfristigen Rückstellungen beliefen sich nach der Auflösung von Rückstellungen für Personalbelange sowie der Bildung nichtergebniswirksamer, kurzfristiger Lohnsteuerrückstellungen für die aktienbasierten Mitarbeiter-Anreizprogramme auf 421,5 TEUR (31. Dezember 2019: 451,0 TEUR).

2.2.4.3. Finanzlage

Ausgehend von einem Nachsteuerergebnis von -3.118,3 TEUR (30. Juni 2019: -2.760,1 TEUR) ergibt sich unter Berücksichtigung von unter anderem zahlungsunwirksamen Abschreibungen von 561,7 TEUR (30. Juni 2019: 347,1 TEUR) und der zahlungsunwirksamen aktienbasierten Vergütung mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente von 462,9 TEUR (31. Dezember 2019: 278,3 TEUR) sowie Mittelabflüssen aus unter anderem sonstigen zahlungswirksamen Aufwendungen von 215,7 TEUR (30. Juni 2019: 155,8 TEUR) ein Brutto-Cashflow in Höhe von -2.127,6 TEUR (30. Juni 2019: -2.314,8 TEUR).

Ausgehend von diesem Brutto-Cashflow und unter Berücksichtigung einer Abnahme der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie der sonstigen Passiva betrug der Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit -3.773,8 TEUR (30. Juni 2019: 2.787,4 TEUR). Mit dem Ziel einer sachgerechteren Darstellung werden im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sowohl der RSU-bezogene Personalaufwand als auch die Zinsen aus der Ab- und Aufzinsung der langfristigen Forderungen gegenüber Investoren als Teil des operativen Cashflows anstelle des Cashflows aus Finanzierungstätigkeiten gezeigt.

Der Cashflow aus Investitionstätigkeit betrug im Berichtszeitraum -102,8 TEUR (30. Juni 2019: -728,2 TEUR). Der Mittelabfluss resultiert im Wesentlichen aus Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen sowie immaterielle Vermögenswerte. Zum Stichtag 30. Juni 2019 war der Cashflow aus Investitionstätigkeit im Wesentlichen beeinflusst von Mittelabflüssen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte, die vorrangig Anzahlungen für Anlagen im Bau betreffen (700,2 TEUR).

Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit betrug im 1.Halbjahr 2020 -28,7 TEUR (30. Juni 2019: -38,9 TEUR). Wesentliche Gründe für den Mittelabfluss im 1. Halbjahr 2020 sind Auszahlungen für die Tilgung von Leasingverbindlichkeiten von 34,0 TEUR (30. Juni 2019: 30,2 TEUR) und Transaktionskosten für die Ausgabe von Anteilen von 4,8 TEUR (30. Juni 2019: 12,5 TEUR).

Zum Stichtag 30. Juni 2020 verfügte die creditshelf über Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in Höhe von 2.729,7 TEUR (30. Juni 2019: 14.445,1 TEUR). Der Finanzmittelfond betrug zum 30. Juni 2020 2.729,6 TEUR (30. Juni 2019: 7.455,0 TEUR). Die Differenz zwischen Cash-Bestand und Finanzmittelfonds resultierte jeweils durch Mittel für noch nicht ausgereichte Darlehen, welche sich auf verpfändeten Konten befinden in Höhe von 0,1 TEUR (30. Juni 2019: 6.990,1 TEUR).

Die Nettoverschuldung stellte sich zum 30. Juni 2020 wie folgt dar:

30.06.2020 30.06.2019 Veränderung Veränderung
in TEUR in TEUR in TEUR in %
Finanzschulden 169,9 302,0 -132,1 -43,7
Finanzmittelfonds 2.729,6 7.455,0 -4,725,4 -63,4
Nettoverschuldung -2.559,7 -7.153,0 4.593,3 -64,2

2.3. Risiko- und Chancenbericht

2.3.1. Internes Kontroll- und Risikomanagementsystem

Ziele und Strategie des Risikomanagements

Als Basis für die Identifikation und Einwertung von Risiken inklusive der Klassifizierung von Eintrittswahrscheinlichkeiten und des Schadensausmaßes nutzt creditshelf ein umfangreiches und funktionsübergreifendes Risikomanagementsystem. Dieses wird regelmäßig und konzernweit überprüft und weiterentwickelt.

creditshelf muss im Rahmen der Geschäftstätigkeit Risiken eingehen, um die mit den Aktivitäten verbundenen Chancen nutzen zu können. Die Zielsetzung des Risikomanagements umfasst dabei, die Wahrscheinlichkeit der Erreichung von Unternehmenszielen zu steigern, eine zuverlässige Grundlage für die Entscheidungsfindung und Planung aufzubauen sowie die Widerstandsfähigkeit der Organisation gegenüber Bedrohungen und negativen Ereignissen zu erhöhen.

Strategie ist die möglichst adäquate Identifikation, realistische Bewertung und vor allem wirksame Bewältigung der Risiken im Rahmen des Risikomanagements, um die tatsächlichen negativen Auswirkungen dieser Risiken auf das Unternehmen so gering wie möglich zu halten. Die umfassende Identifikation der bestehenden Risiken dient dazu, den Anteil der nicht identifizierbaren Risiken, die das Unternehmen unfreiwillig tragen muss, möglichst gering zu halten.

Hinsichtlich der Ausgestaltung orientiert es sich zur Sicherstellung der Erreichung dieser Ziele an den verfügbaren Good Practices in diesem Bereich. Hierzu zählt insbesondere das COSO Rahmenwerk. Das Risikomanagementsystem beinhaltet derzeit nicht die formalisierte Erfassung von Chancen. Letzteres erfolgt im Rahmen der Geschäftsplanung und Strategieentwicklung.

Strukturen und Prozesse des Risikomanagements

Für die Aufrechterhaltung des Risikomanagementsystems ist ein an den Risikovorstand berichtender Risiko-Manager verantwortlich. Zu dessen Aufgabengebiet zählen beispielsweise die quartalsweisen Aktualisierungen des Risikokatalogs, das Überprüfen der Meldungen der Risk Owner, die Dokumentation sowie die Kommunikation an den Vorstand.

Aufgabe der Risk Owner ist insbesondere die Identifikation, Bewertung und schnelle Kommunikation von Risikosachverhalten sowie die Überwachung der Risiken. Durch ihre operative Nähe kommt den Risk Ownern für das frühzeitige Erkennen, Beurteilen und Managen der Risiken am Ort ihres Entstehens eine entscheidende Bedeutung zu.

Der Risikomanagementprozess untergliedert sich bei creditshelf in die Phasen: Risikoidentifikation, Risikobewertung, Risikosteuerung, Risikokommunikation sowie Risikoüberwachung und -verbesserung.

Es erfolgt sowohl eine Analyse aus Sicht der Unternehmensleitung (Top-down) als auch eine aus Sicht der operativ mit der Erkennung und Steuerung von Risiken befassten Bereiche (Bottom-up).

Die Risikobewertung findet in einem ersten Schritt auf Bruttobasis durch den Risk Owner statt, also ohne Berücksichtigung von risikomindernden Aspekten, und bringt dadurch das maximale Bedrohungspotenzial zum Ausdruck. Eine Nettobewertung ergibt sich aus der Bruttobewertung abzüglich der Effekte der bereits umgesetzten Maßnahmen zur Risikosteuerung.

Das (Brutto-/Netto-) Risk Level, dem creditshelf ausgesetzt ist, ergibt sich als Produkt aus (Brutto-/Netto-) Eintrittswahrscheinlichkeit multipliziert mit dem (Brutto-/Netto-) Schadensausmaß. Die Eintrittswahrscheinlichkeiten werden in vier Kategorien eingeteilt.

Das potenzielle Schadensausmaß stellt die Schwere der Bedrohung bei Eintritt eines Ereignisses für creditshelf dar. Betrachtet wird dabei die Auswirkung auf die Ertragslage von creditshelf.

Je nach Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadensausmaß beurteilt der Vorstand das Risk Level in der Risikobetrachtung als gering, mittel, wesentlich oder kritisch. Während grundsätzlich alle erkennbaren Risiken erfasst werden, werden nur die entscheidungsrelevanten Risiken angegeben.

Die Bedeutung der im Risikobericht beschriebenen Risiken für creditshelf ergibt sich aus der folgenden Übersicht:

Wahrscheinlichkeit
Auswirkung auf die Ertragslage in TEUR Sehr unwahr-
scheinlich
unwahr-
scheinlich
wahr-
scheinlich
sehr wahr-
scheinlich
gering (< 100) gering gering gering gering
mittel (> 100) gering gering gering mittel
hoch (> 1.500) gering mittel wesentlich wesentlich
bedeutend (> 4.000) mittel wesentlich kritisch kritisch

Aus der Kenntnis über die relative Bedeutung der einzelnen Risiken und dem Gesamtumfang der Bedrohung werden im Rahmen der Risikosteuerung geeignete Risikobewältigungsmaßnahmen für die wesentlichen Einzelrisiken bestimmt. Optionen zur Risikobewältigung sind beispielsweise die Vermeidung, Verminderung, ein Transfer oder die Akzeptanz.

In einer Nettobetrachtung hat creditshelf entschieden, einen Risk Level bis "mittel" zu akzeptieren. Das heißt, es können, aber es müssen keine risikomindernden Maßnahmen bei einem Brutto-Risk Level von "mittel" ergriffen werden. Gleichwohl ist der Vorstand regelmäßig bestrebt, auch hier risikomindernde Maßnahmen zu implementieren. Bei wesentlichen und kritischen Risiken werden in jedem Fall risikoreduzierende Maßnahmen definiert, implementiert und überwacht. Kritische Risiken werden dabei besonders priorisiert.

Bei creditshelf erfolgt die standardisierte Kommunikation zum Risikomanagement intern durch einen vierteljährlich stattfindenden Austausch des Risk Managers mit den Risk Ownern sowie einer anschließenden Berichterstattung an den Vorstand. Neue signifikant erscheinende Risiken oder Umstände, die das Potenzial eines Risikos bedeutend erhöhen könnten, werden ad hoc und außerhalb der standardisierten Kommunikation an den Vorstand berichtet. Sollten Risk Owner aus dem Unternehmen ausscheiden, werden diese unmittelbar ersetzt.

Internes Kontroll- und Risikomanagementsystem im Hinblick auf den (Konzern-)Rechnungslegungsprozess

creditshelf verfügt über ein internes Kontroll- und Risikomanagementsystem im Hinblick auf den (Konzern-) Rechnungslegungsprozess, das sich ebenfalls am COSO-Framework orientiert. Das rechnungslegungsbezogene interne Kontrollsystem verfolgt das Ziel, die Rechnungslegung einheitlich und im Einklang mit den gesetzlichen Vorgaben, den Grundsätzen ordnungsgemäßer Buchführung, den Deutschen Rechnungslegungs Standards (DRS) und den International Financial Reporting Standards (IFRS) sicherzustellen sowie den Abschlussadressaten des Konzern- und Jahresabschlusses zutreffende und verlässliche Informationen zur Verfügung zu stellen.

Im rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystem wurden geeignete Strukturen sowie Prozesse definiert und in der Organisation umgesetzt. Die Organisation ist dabei nach Funktionen und Verantwortungsbereichen strukturiert. Diese beinhalten Verfahrensweisen zur Rechnungslegungserstellung in einem einheitlichen Kontenplan und einem definierten Zeitplan der jeweiligen Arbeitspakete. Die angemessene Zuordnung der personellen Ressourcen zu den Funktionen und Verantwortungsbereichen erfolgen klar getrennt nach fachlichen Gesichtspunkten. Des Weiteren sind bei creditshelf angemessene Auswahlprozesse etabliert, die die geeignete Qualifikation der in der Rechnungslegung eingesetzten Mitarbeiter gewährleistet. Das rechnungslegungsbezogene interne Kontrollsystem und die hierzu implementierten Prozesse in der Organisationstruktur werden regelmäßig auf Vollständigkeit und Wirkungsweise überprüft und gegebenenfalls angepasst oder erweitert. Der Rechnungslegungsprozess ist so implementiert, dass eine zeitnahe, einheitliche und korrekte buchhalterische Erfassung sämtlicher geschäftlicher Prozesse und Transaktionen gewährleistet ist.

Das Kontrollsystem beinhaltet sowohl präventive als auch detektive (nachträglich aufdeckende) Kontrollen. Diese umfassen neben systemtechnischen Kontrollen auch manuelle Kontrollen sowie zur Sicherstellung des Vier-Augen-Prinzips eine angemessene Funktionstrennung auf allen Ebenen. Ergänzt werden diese Kontrollen durch Stichproben- und Plausibilitätskontrollen in regelmäßigen Abständen. Die Gesellschaft unterhält aufgrund der Größe des Konzerns keine konzerneigene interne Revision.

Die Finanzbuchhaltung der Tochtergesellschaften creditshelf service GmbH und Valendo GmbH wird konzerneinheitlich und zentral von der Finanzbuchhaltung der creditshelf Aktiengesellschaft vorgenommen, selektiv unterstützt durch Mitwirkung externer Dienstleister.

Der Vorstand der Gesellschaft ist verantwortlich für die Umsetzung und Überwachung des internen Kontrollsystems, welches das (konzern-)rechnungslegungsbezogene interne Kontrollsystem einschließt. Im 1. Halbjahr 2020 wurde eine interne Stelle Compliance und Qualitätssicherung besetzt.

Das rechnungslegungsbezogene Risikomanagementsystem ist Bestandteil des Risikomanagements des Konzerns und umfasst alle organisatorischen Regelungen und Maßnahmen zur Erkennung und zum Umgang mit den Risiken der Finanzberichterstattung.

Die für die kontinuierliche Verfolgung der Risikoentwicklung und laufende Überprüfung der rechnungslegungsbezogenen Daten relevanten Risiken werden von dem zuständigen Risk Owner überwacht. Die Ergebnisse der regelmäßigen Überwachung werden quartalsweise mit dem Risk Manager identifiziert, dokumentiert und beurteilt.

Geeignete Maßnahmen zur Überwachung sowie zur Risikoverbesserung von rechnungslegungsbezogenen Risiken sind durch das Risikomanagement des Konzerns eingerichtet.

2.3.2. Risikobericht

Die Darstellung der folgenden Risiken lehnt sich an die intern vorgegebene Kategorisierung nach Risikoarten an und folgt einer Nettobetrachtung.

Marktrisiken

Die Gesellschaft ist von verschiedenen makroökonomischen Trends abhängig, wie etwa der Entwicklung der Gesamtwirtschaft sowie der Inflations- und Zinsentwicklung. Steigende Zinsen können zu vermehrten Kreditausfällen und einer geringeren Nachfrage auf Seiten der Kreditnehmer führen. Zudem eröffnen sich daraus für Investoren weitere Anlageklassen mit geringem Risikoprofil wie beispielsweise Staatsanleihen. Verweisend auf die Ausführungen zum Gesamtwirtschaftlichen Umfeld im Wirtschaftsbericht (Kapitel 2.2.1.) und insbesondere die Prognosen des BMWi29, des Sachverständigenrates30 sowie der Deutschen Bundesbank31 für den Wirtschaftsraum Deutschland, geht der Vorstand im Zeichen des durch die Corona-Pandemie bedingten Wirtschaftsabschwungs und der erwarteten, V-förmigen Erholungskurve in den kommenden Monaten von einem herausfordernden wirtschaftlichen Umfeld aus. Die Wahrscheinlichkeit und möglichen Auswirkungen einer zweiten Krankheitswelle im Jahresverlauf sind aktuell für den Vorstand nicht abschätzbar.

Ferner geht der Vorstand von einer weiterhin überwiegend das wirtschaftlich schwierige Umfeld akkommodierenden Geldpolitik mit niedrigem Zinsniveau aus. Dies belegt die Entscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) vom 16. Juli 2020, die Leitzinssätze bis auf weiteres auf dem niedrigen Niveau um 0 % zu belassen.32

Risikobewertung: mittel

Finanzrisiken

Liquiditätsrisiko

Die creditshelf Gruppe hat in der Vergangenheit Fehlbeträge erwirtschaftet und könnte auch in Zukunft solche Fehlbeträge generieren. Hierbei können insbesondere steigende Betriebsausgaben oder Entscheidungen für weitere Investitionen in Wachstum eine Rolle spielen. Eine nachhaltige Verlustsituation kann längerfristig zu einem Liquiditätsrisiko führen. Dies gilt insbesondere dann, wenn die Umsatzvolumina und die damit verbundenen Erlöse in geringerem Umfang steigen sollten als prognostiziert.

Als Maßnahmen werden rollierende monatliche Cashflow-Prognosen durchgeführt sowie frühzeitige Vorbereitungen auf potentielle Finanzierungsrunden getroffen. Als weitere Vorsichtsmaßnahme im Rahmen der Corona-Pandemie wurde gegen Ende des 1. Quartals beschlossen, die ursprünglich für das Geschäftsjahr 2020 vorgesehenen Kostenbudgets nicht voll auszuschöpfen und das interne Controlling durch einen Cost-Center-Ansatz zu ergänzen.

Risikobewertung: mittel

29 Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. (2020). Schlaglichter der Wirtschaftspolitik, Monatsbericht August 2020.
30 Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. (2020). Konjunkturprognose 2020 und 2021.
31 Deutsche Bundesbank. (2020). Wöchentlicher Aktivitätsindex für die deutsche Wirtschaft - Aktualisierung vom 13. Juli 2020.
32 Europäische Zentralbank. (2020). Geldpolitische Beschlüsse 16. Juli 2020.

Operative Risiken

Eingeschränkte Betriebsbereitschaft im Rahmen der Corona-Pandemie

creditshelf ist - wie viele andere Unternehmen auch - von den Auswirkungen der Corona-Pandemie betroffen. Sowohl Erkrankungen einer kritischen Zahl von (Schlüssel-) Mitarbeitern als auch regionale Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen können den operativen Betrieb der Gesellschaft stark negativ beeinflussen.

creditshelf hat sich bereits sehr frühzeitig mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die wirtschaftliche Aktivität und die operative Betriebsbereitschaft beschäftigt. Die Gesellschaft hat deshalb Maßnahmen ergriffen, um die operative Betriebsbereitschaft nicht zu gefährden bzw. sicherzustellen. Dazu zählt insbesondere ein Konzept zur Anwesenheit in den Büros der Gesellschaft in Verbindung mit Hygieneschutz-Standards u.a. in Abgleich mit den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts und vergleichbarer Quellen ("Corona-Konzept"). Durch dieses Corona-Konzept soll die Ausbreitung des Virus in den Büros der Gesellschaft und somit gleichzeitige Erkrankungen einer kritischen Zahl an Mitarbeitern verhindert werden.

Darüber hinaus hat creditshelf seine Prozesse, Systeme und Infrastruktur frühzeitig hinsichtlich eines deutlich gestiegenen Anteils an Arbeit außerhalb der Büros evaluiert und konnte aufgrund der bereits etablierten new-work-Methoden und Strukturen einen weitestgehend friktionslosen Übergang in die veränderte Arbeitsrealität sicherstellen. creditshelf evaluiert darauf aufbauend die Implikationen der veränderten Arbeitswelt auf die langfristigen Folgen für die Gesellschaft und ihre Mitarbeiter, nicht zuletzt zur weiteren Sicherstellung der operativen Betriebsbereitschaft.

Risikobewertung: gering

Datenverluste und Systemschädigungen

Aufgrund des digitalen Geschäftsmodells von creditshelf ist die Gesellschaft potentiell besonders anfällig für Datenverluste und Systemschädigungen durch externe Angriffe auf die IT-Systeme sowie externe und interne, absichtliche sowie unabsichtliche Manipulation von Daten infolge unzureichender Schutzmaßnahmen. Folgen daraus können datenschutzrechtlicher Natur sein, aber auch Reputationsverluste und nachgelagert finanzielle Verluste bedeuten.

Es wurden zahlreiche Maßnahmen zum Schutz der IT-Infrastruktur, der verwendeten IT-Systeme und der gespeicherten Daten getroffen. Darüber hinaus bestehen Dienste zur Erkennung von externen Angriffen. Zur Überprüfung der Wirksamkeit werden Penetrationstests durchgeführt.

Risikobewertung: gering

Schwachstellen bei der Softwareentwicklung

Die Produkte und Dienstleistungen der Gesellschaft sowie ihre internen Systeme sind auf technisch komplexe, auch selbsterstellte Software angewiesen. Wenn creditshelf nicht in der Lage sein sollte, die Plattform fehlerfrei zu betreiben, die Internetnetzwerke und IT-Systeme der creditshelf Gruppe aufrecht zu halten, zu warten, einzubinden und zu skalieren sowie entsprechend den Anforderungen weiterzuentwickeln, könnte dies einen wesentlichen negativen Einfluss auf die Geschäfts- und konsekutiv auf die Finanz-, Vermögens- und Ertragslage der Gesellschaft haben. Insbesondere ein gestiegener Automatisierungsgrad sowohl in der Entwicklung als auch hinsichtlich des Funktionsumfangs der internen Systeme kann Schwachstellen bei der Softwareentwicklung negativ beeinflussen.

creditshelf hat entsprechende Maßnahmen getroffen, um Fehler bei der Softwareentwicklung zu vermeiden. Hierzu zählen beispielsweise etablierte standardisierte Prozesse mit Kontrollschleifen und Testverfahren, die regelmäßig insbesondere mit Blick auf höhere Automatisierungsgrade angepasst werden. Die Entwicklung neuer Produkte und Systeme sowie damit verbundener Prozesse erfolgt durch die entsprechenden Produktverantwortlichen unter Einbezug der jeweiligen Adressaten, sodass potentielle Fehlentwicklungen rechtzeitig erkannt und geeignete Maßnahmen ergriffen werden können. Die Software-Entwicklung ist darüber hinaus wesentlich durch einen mit den Geschäftszielen von creditshelf eng abgestimmten Gesamtplan zur Entwicklung der IT-Systeme und der Plattform ("Roadmap") definiert, wodurch einzelne Entwicklungsbausteine regelmäßig auf ihre Relevanz und ihren Beitrag zur gesamten Entwicklung hin evaluiert werden.

Risikobewertung: mittel

Eingeschränkte Betriebsbereitschaft aufgrund von infrastrukturellen Störungen

Ausfälle oder Störungen der Strom-, Netzwerk- und Internetanbindung sowie des Betriebs der IT-Systeme können zu sehr starken Einschränkungen der Geschäftstätigkeit führen.

Zur Begrenzung dieses Risikos werden creditshelfs IT-Systeme, Hardware-Komponenten, Netzwerke und Internetverbindungen risikoorientiert aufgebaut und mit einem sehr hohen Maß an Ausfallsicherheit über alle Standorte hinweg betrieben. Die Ausgestaltung der Systeme und Infrastruktur erlaubt es creditshelf, die Betriebsbereitschaft trotz der durch die Corona-Pandemie eingetretenen Einschränkungen unverändert und über eine gestiegene Anzahl an Standorten ("Home-Office") hinweg aufrechtzuerhalten.

Wo immer möglich und wirtschaftlich vertretbar hält creditshelf Ressourcen zur Bewältigung von Ausfällen oder für den Fall unvorhergesehener Belastungsspitzen (insbesondere beim Betrieb der Plattform) vor.

Risikobewertung: gering

Compliance und Rechtsrisiken

Schadensersatzansprüche seitens der Investoren

Der Konzern ist einer Vielzahl von Rechtsrisiken ausgesetzt. Sollten Investoren beispielsweise Verluste ihrer Investition erleiden, so könnten diese bestrebt sein, Ansprüche gegen creditshelf herzuleiten.

creditshelf hat umfassende Prozesse implementiert, um Kreditausfallrisiken zu vermindern. Erkennbare Ausfallrisiken werden den Investoren frühzeitig transparent offengelegt. Es erfolgt eine kontinuierliche Begutachtung der Risikopositionen aus rechtlicher und operationeller Perspektive. In der Berichtsperiode wurde die creditshelf Plattform auch auf der Investorenseite konsequent weiterentwickelt mit der Folge, dass der creditshelf Loan Fund mit dem Europäischen Investitionsfonds als Ankerinvestor seinen Betrieb aufgenommen hat und sich die Plattform zukünftig auf rein institutionelle Investoren fokussiert.

Risikobewertung: gering

Verstöße gegen regulatorische Anforderungen

creditshelf unterliegt zahlreichen regulatorischen Anforderungen wie beispielsweise der Finanzanlagenvermittlerverordnung. Darüber hinaus ist der Konzern von einer Vielzahl von Gesetzen und Vorschriften zum Datenschutz und zur Datensicherheit betroffen, von denen sich viele noch in der Entwicklung befinden. Die Nichteinhaltung von regulatorischen Anforderungen und Vorschriften kann zu Reputationsverlusten, Einschränkungen der Geschäftstätigkeit oder Strafzahlungen führen.

Mittels Implementierung von Compliance-Richtlinien und Verfahren, auch in Hinblick auf regulatorisch geforderte ad-hoc Publizitätspflichten, das Führen von Insiderlisten sowie Mitarbeiterschulungen ist die Gesellschaft bestrebt, diesen Risiken entsprechend entgegenzuwirken. Ein Compliance-Manager mit Reporting-Linie direkt an den Risikovorstand bündelt und koordiniert diese Maßnahmen.

Risikobewertung: gering

Strategische Risiken

Forderungsausfallrisiko

Die creditshelf Gruppe selbst gewährt keine Kredite. Neben einer Vermittlungsgebühr seitens der Kreditnehmer werden weitere Erträge in Form einer Investorengebühr erzielt, die regelmäßig aus Gründen eines vereinfachten Zahlungslaufs zur Zahlung fällig werden, wenn der Kreditnehmer Rückzahlungen auf das Darlehen leistet und diese an die Investoren ausgezahlt werden. Ausfälle der Kreditnehmer können daher zu geringeren Erlösen im Konzern führen, wenn die Gesellschaft auf die Einforderung der Investorengebühren in diesen Fällen verzichtet.

Wenn Kreditnehmer mit ihren durch creditshelf arrangierten Krediten in Verzug geraten oder ausfallen, würde sich die Rendite für Investoren, die in diese Darlehen investiert haben, nachteilig verändern und die Reputation der creditshelf könnte geschädigt sowie das erwartete Umsatz- und Ertragswachstum beeinträchtigt werden.

Um die Forderungsausfallrisiken zu reduzieren, wendet die creditshelf Gruppe Analyse- und Scoringverfahren an. Aufgrund der kurzen operationalen Historie sind die zur Verfügung stehenden Eingangsdaten jedoch noch limitiert.

creditshelf berücksichtigt die durch die Corona-Krise veränderten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in ihren Analyse- und Scoring-Verfahren sowohl durch interne Risikosteuerung (z.B. branchenspezifisch) als auch durch Corona-Pandemie-spezifische Planungen der potentiellen Kreditnehmer. Darüber hinaus ermöglicht creditshelf Bestandskunden die Vermittlung zusätzlicher Liquidität im Rahmen eines "Corona-Top-up"-Programms.

Risikobewertung: mittel

Beschaffungsrisiken

Obwohl die creditshelf Gruppe über eine Vielzahl an Investoren verfügt, ist eine relativ geringe Anzahl an Investoren und darunter in nicht unerheblichem Anteil nahestehende Personen für ein relativ hohes Euro-Volumen der Investitionen in über die creditshelf Plattform arrangierte Kredite verantwortlich. Sollten es diese Investoren künftig unterlassen, über die creditshelf Plattform Fremdkapital anzubieten, könnte möglicherweise die Nachfrage von Kreditnehmern im geplanten Umfang nicht bedient werden.

Um dem Beschaffungsrisiko entgegenzuwirken, ist creditshelf bestrebt, die Finanzierungsbasis durch kontinuierliche Integration neuer Investoren und Erweiterung der Investitionsformen zu verbessern. Dank der geschlossenen Partnerschaften mit BNP Paribas Asset Management sowie dem Europäischen Investitionsfonds EIF (im Rahmen des creditshelf Loan Funds) hat creditshelf einen wesentlichen Schritt zur weiteren Diversifikation der Investorenbasis gemacht und die Abhängigkeit von nahestehenden Personen reduziert.

Darüber hinaus konnte creditshelf im 1. Halbjahr 2020 einen namhaften deutschen Versicherungskonzern mittelbar als Plattform-Investor gewinnen. Erste Investitionen aus dieser Partnerschaft sind für das 2. Halbjahr 2020 geplant.

Risikobewertung: wesentlich

Plattformrisiken

Die creditshelf Gruppe ist auf das Wachstum der Nutzerbasis wie beispielsweise Kreditnehmer und Investoren angewiesen. Insbesondere wenn der Konzern nicht im Stande sein sollte, das Volumen der über die creditshelf Plattform arrangierten Kredite aufrechtzuerhalten oder zu erhöhen, werden die Geschäftstätigkeit und die Lage der Gesellschaft beeinträchtigt.

Der Erfolg des Unternehmens hängt daher erheblich von der Konkurrenzfähigkeit seiner Produkte als auch vom Erfolg der Marketinganstrengungen ab. Sollte die Gesellschaft nicht in der Lage sein, (weitere) Kunden und andere Nutzer für die Produkte und Dienstleistungen zu gewinnen, könnte dies ihr Geschäft und ihr künftiges Wachstum beeinträchtigen.

creditshelf zielt darauf ab, die Dienstleistungen und Produkte stetig zu verbessern und zu erweitern, die Finanzierungsbasis auszubauen sowie die Finanzierungskonditionen zu verbessern.

Die im Rahmen der Corona-Krise aufgelegten Hilfsprogramme auf Bundes- und Länderebene, insbesondere die KfW-Liquiditätshilfen, konkurrieren aus Sicht der Gesellschaft mit dem eigenen Produktportfolio. creditshelf begegnet dieser Situation durch eine Erweiterung der eigenen Produkte und Zielkunden, sowie einer Schärfung und regelmäßigen Evaluierung der Vertriebskanäle und damit verbundener Marketing-Maßnahmen.

Risikobewertung: wesentlich

Übernahme des Geschäftsmodells durch Wettbewerber

Die Gefahr, dass der allgemeine Wettbewerb das eigene Geschäftsmodell übernimmt, stellt ein (weitestgehend) branchenunabhängiges Unternehmens- und Unternehmerrisiko dar, so auch für creditshelf.

creditshelf nimmt die gestiegene Wettbewerbsintensität insbesondere durch staatliche Liquiditäts-Angebote im Rahmen der Corona-Pandemie wahr (siehe auch "Plattformrisiken"). Zur Aufrechterhaltung der Wettbewerbsvorteile werden die Produkte, die interne Organisation, Partnerschaften und das Netzwerk der creditshelf kontinuierlich optimiert und ausgebaut.

Risikobewertung: mittel

Ausbleibende Synergien aus strategischen Partnerschaften

Strategische Partnerschaften könnten sich nicht so entwickeln wie ursprünglich geplant oder nicht in der beabsichtigten Art und Weise zustande kommen. creditshelf unterhält mittlerweile mehrere strategische Partnerschaften unterschiedlicher Art.

Zur Reduzierung der Risiken aus einzelnen Partnerschaften hat creditshelf mittlerweile entsprechende organisatorische Maßnahmen etabliert. Darüber hinaus steht der Vorstand der creditshelf in kontinuierlichem Kontakt mit aussichtsreichen potentiellen und bestehenden Partnern.

Risikobewertung: mittel

Organisationsrisiken

Rekrutierungs- und Retentionsrisiko

creditshelf ist zur Einhaltung des angestrebten Wachstumspfads fortlaufend sowohl auf die Rekrutierung neuer Mitarbeiter als auch auf Schlüsselmitarbeiter angewiesen. Sofern es creditshelf nicht gelingt, die passenden Mitarbeiter für die zu besetzenden Stellen zu entwickeln oder zu finden und gleichzeitig Schlüsselmitarbeiter an die Gesellschaft zu binden, ist die Gesellschaft dem Risiko ausgesetzt, die operative Geschäftstätigkeit nicht vollumfänglich aufrechterhalten und darüber hinaus die (strategische) Weiterentwicklung der Gesellschaft nicht planmäßig umsetzen zu können.

creditshelf begegnet diesen Risiken durch Zahlung marktüblicher Gehälter bei regelmäßigen Kompensationsanpassungen sowie aktienbasierten Mitarbeiter-Anreizprogrammen und ist bestrebt sich auch weiterhin als attraktiver Arbeitgeber für Talente sowie erfahrene Mitarbeiter zu positionieren. Dabei ist es das Ziel der Gesellschaft, ihre Mitarbeiter stetig individuell und im Rahmen der strukturellen Anforderungen der Gesellschaft zu entwickeln.

Risikobewertung: gering

Organisations-Struktur-Risiko

creditshelf ist zur Erreichung seiner Ziele auf eine Fortsetzung des bisherigen Wachstumspfads angewiesen. Der weitere Erfolg des Konzerns hängt dabei maßgeblich davon ab, dass die Organisation das mit dem Umsatzwachstum einhergehende Unternehmenswachstum strukturell bewältigen kann. Die Gesellschaft muss dabei insbesondere die mit Partnerschaften verbundenen Anforderungen an ihre Organisation, Struktur sowie Compliance-Organisation bewältigen.

creditshelf begegnet diesen Risiken grundsätzlich durch regelmäßige Anpassungen der internen Strukturen und Prozesse sowie durch entsprechende Auswahl und Entwicklung der Mitarbeiter. Die Strukturen und Prozesse der Gesellschaft wurden und werden insbesondere vor dem Hintergrund veränderter Rahmenbedingungen durch die Corona-Pandemie evaluiert und bedarfsgerecht angepasst.

Risikobewertung: mittel

Gesamtrisikosituation

creditshelf sieht sich im Vergleich zu den Ausführungen im Geschäftsbericht 2019 einer gestiegenen Gesamtrisikosituation ausgesetzt, zu der die Entwicklungen im Zuge der Corona-Pandemie durch eine Erhöhung bestehender Risiken mit beigetragen haben.

Der größte Teil der Risiken wird nach risikoreduzierenden Maßnahmen auch weiterhin als gering oder mittel eingeschätzt. Keines der Risiken wird als kritisch eingestuft. Eine gesamtheitliche Betrachtung der Risikosituation ergibt zwei Risiken, die als wesentlich einzustufen sind.

Die Einschätzung des Gesamtrisikos basiert auf dem Risikomanagement der creditshelf. Falls notwendig, wurden bei steuerbaren Risiken entsprechende Maßnahmen eingeleitet. Hinzu kommen exogene Konjunkturrisiken, die nicht durch die Gesellschaft beeinflussbar sind, jedoch fortlaufend überwacht werden.

Weder einzeln noch in ihrer Gesamtheit weisen die Risiken aus Sicht des Vorstands einen bestandsgefährdenden Charakter auf.

2.3.3. Chancenbericht

Neben den im vorherigen Kapitel beschriebenen Risiken, ergeben sich im Zusammenhang mit der Geschäftstätigkeit des Konzerns und insbesondere der aktuellen Corona-Pandemie eine Vielzahl von Chancen, die es teilweise schnell und situativ zu ergreifen gilt. Daher versteht creditshelf Chancenmanagement als kontinuierliche Aufgabe des gesamten Unternehmens ‒ insbesondere aber des Managements. Basis des Chancenmanagements sind eine kontinuierliche Markt- und Wettbewerbsanalyse, eigene Marktbefragungen, wie z.B. der Finanzierungsmonitor, die Analyse vergleichbarer ausländischer Märkte und auch die kontinuierliche Analyse von Technologieentwicklungen für Plattformgeschäft und digitale Risikoanalyse. Oberste Leitlinie bei der Analyse potentieller Chancen ist dabei immer die Perspektive unserer Plattformkunden, sprich die der Kreditnehmer und Kapitalgeber.

Die Reihenfolge der folgenden Chancen spiegelt die aktuelle Einschätzung des Vorstands im Hinblick auf das relative Ausmaß für creditshelf wider und bietet daher einen Anhaltspunkt für die gegenwärtige Bedeutung dieser Chancen. In jenem Umfang wie es wahrscheinlich ist, dass die Chancen eintreten, sind diese in der Prognose berücksichtigt.

Finanzierungsalternative zu traditionellen Bankkrediten

Für das 2. Halbjahr 2020 rechnet das Unternehmen mit einer Fortsetzung des Wachstums digitaler Kreditfinanzierung im deutschen Mittelstand. Kredite an kleine und mittlere Unternehmen machen gut ein Viertel des deutschen Marktes für Unternehmenskredite aus. Der Kreditbestand wächst kontinuierlich und im Neugeschäft nimmt der Anteil digitaler Kreditvergabe zu. Auch für die kommenden Jahre wird mit einer Fortsetzung dieses Trends gerechnet. An diesem steigenden Marktanteil plant creditshelf weiterhin zu partizipieren, sowohl mithilfe des aktuellen Produktangebots als auch mit Variationen davon, wie bspw. einer Ausweitung des Zielkundensegmentes auf Unternehmen mit einem Jahresumsatz kleiner 2,5 Mio. EUR.33 Auch bei gleichbleibenden Risikoleitplanken bewegt sich creditshelf in einem Subsegment des deutschen KMU-Marktes, in dem Banken nur vereinzelt aktiv sind. Die Liquiditätssituation des deutschen Mittelstands ist, insbesondere durch die Folgen der Corona-Pandemie, sehr angespannt und die Nachfrage nach Krediten hat deutlich zugenommen.34 Die deutschen Banken zeigen sich darüber hinaus zunehmend restriktiv in den Kreditvergabekriterien, was bei einer zu erwartenden Ratingmigration und Ausfällen zunehmen wird, woraus sich entsprechende Chancen für alternative Finanzierungspartner und Kreditplattformen ergeben, denen sich ein zunehmendes Anfragevolumensspektrum eröffnen sollte.35 Dazu zählen aus Sicht des Unternehmens besonders unbesicherte Betriebsmittelkredite im Zuge des steigenden Finanzierungsbedarfs während der wirtschaftlichen Erholungsphase und nach Auslaufen der temporären staatlichen Hilfskreditmaßnahmen.

Zunehmende Bereitschaft, in Kredite an kleine und mittlere Unternehmen zu investieren

creditshelf ist der festen Überzeugung, dass Investitionen in Kredite an kleine und mittlere Unternehmen eine attraktive Anlageklasse für institutionelle Investoren sein können, die eine höhere Rendite anstreben. Nach geltendem deutschen Recht sind Investoren in vielen Fällen von der direkten Kreditvergabe an Kreditnehmer ausgeschlossen, da sie nicht über eine entsprechende Banklizenz verfügen. Die digitalen Kreditplattformen wie creditshelf helfen bei der Auswahl potentieller Kreditnehmer sowie dem Arrangement der Kredite und bieten somit potentiellen Investoren die Möglichkeit, in ein Kreditportfolio deutscher KMU zu investieren. Die Verbreiterung der Investorenbasis, zuletzt durch die Aufnahme der BNP Paribas Asset Management als Investor für das Laufzeitband 5-8 Jahre sowie weiterer Direkt-Investoren auf der creditshelf Plattform sorgen nach Einschätzung des Unternehmens für positive Netzwerkeffekte, insbesondere durch die hohe Professionalität und gute Reputation der zusätzlichen institutionellen Investoren. Mit dem erfolgreichen First Closing des Fonds, ermöglicht insbesondere durch die Teilnahme des Europäischen Investitionsfonds als Ankerinvestor und weiterer Investoren aus dem Aktionärsumfeld der creditshelf, wurde ein zusätzliches Vehikel geschaffen, über das institutionelle Investoren in dieses Marktsegment investieren können. Die aktuelle Marktsituation, verursacht durch die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie, ist auf der einen Seite natürlich eine Herausforderung für alle Marktteilnehmer. Auf der anderen Seite eröffnet sie aber auch Chancen, da die deutsche Wirtschaft zum jetzigen Zeitpunkt ‒ insbesondere im europäischen Vergleich ‒ die Chance auf eine zügigere Erholung zu haben scheint, mit entsprechenden Opportunitäten für die Investoren.

33 Barkow Consulting & solarisBank. (2019). Der digitale SME-Kredit in Deutschland.
34 KfW. (2020). KfW-ifo-Kredithürde: Juli 2020.
35 KfW. (2020). KfW-ifo-Kredithürde: Juli 2020.

Chancen für Drittanbieter durch die zunehmende Erkenntnis im Finanzsektor, die Digitalisierung auch im Geschäft mit Mittelstandskunden umzusetzen

creditshelf versteht sich als Technologieunternehmen, das kontinuierlich in die Plattform und die datengesteuerten Risikoanalyse-Algorithmen zur Kreditanalyse investiert, um diese weiter zu verfeinern und zu automatisieren. Mit zunehmender Lebensdauer der Plattform steigt der Umfang des für Analysezwecke zur Verfügung stehenden Datenhaushalts. Dies eröffnet Chancen, das Produktportfolio auszuweiten, Analysedienstleistungen miteingeschlossen. Gerade in der aktuellen Corona-Pandemie wurden strukturelle Schwächen des Hausbankensystems wie langwierige Kreditabwicklungsprozesse oder veraltete digitale Infrastrukturen offensichtlich. creditshelfs Plattform- und Analysetechnologie kann hier Teile von Bankprozessen wesentlich effizienter und leistungsfähiger übernehmen und somit Teil eines modernen Bank-Ökosystems werden. creditshelf ist der Auffassung, dass dieses Lösungsangebot in Zukunft an Bedeutung für den Geschäftserfolg gewinnen und die Skalierbarkeit des Geschäftsmodells zunehmen wird.

Gesamtchancensituation

creditshelf sieht sich im Vergleich zu den Ausführungen im Geschäftsbericht 2019 einer veränderten Gesamtchancensituation gegenüber, zu der die Entwicklungen im Zuge der Corona-Pandemie durch temporäre Herausforderungen bei gleichzeitig entstehenden, langfristigen Opportunitäten beigetragen haben. Neben einem prinzipiellen Marktwachstum digitaler Kreditfinanzierungen für den deutschen Mittelstand bieten sowohl die steigende Nachfrage nach Liquidität im Rahmen der Corona-Krise und einer anschließenden Erholung sowie eine beschleunigte Digitalisierung als Reaktion auf strukturelle und bilanzielle Schwächen des Hausbanksystems Chancen für das Unternehmen.

2.4. Prognosebericht

Wie im Wirtschaftsbericht dargelegt, ist das Management davon überzeugt, dass der Markt für digitale Mittelstandsfinanzierung in Deutschland stark an Bedeutung gewinnt und ein hohes Wachstumspotential bietet, dies insbesondere in einem Umfeld, in dem im Lichte der Corona-Pandemie die Akzeptanz für digitale Angebote steigt. Unsere Prognose unterliegt neben dieser generellen Markteinschätzung der Annahme, dass sich der gegen Ende des 2. Quartals eingesetzte Erholungstrend der deutschen Wirtschaft fortsetzen und ein zweiter Lock-Down ausbleiben wird. Des Weiteren gehen wir davon aus, dass die staatlichen Stützungsmaßnahmen inklusive der Hilfskreditprogramme Ihre Wirkung entfachen, aber temporären Charakter aufweisen und entsprechend nach deren Auslaufen der Bedarf nach schnell verfügbaren Finanzierungslösungen wie unbesicherte Betriebsmittelkredite steigt, dieser aber nicht in vollem Ausmaß von Banken auf Grund bilanzieller Restriktionen und verschärfter Risikostandards bedient werden kann. In Folge erwarten wir, dass wir unseren Wachstumstrend auf dem Weg mittelfristig pro Jahr Kredite in Höhe von 500 Mio. EUR finanzieren zu können, fortsetzen werden.

Der Vorstand hält vor dem Hintergrund des im Laufe des 2. Quartals angestoßenen, verringerten Investitionsumfangs und der gegenüber dem Vorjahreszeitraum und 1. Quartal diesen Jahres wieder deutlich gestiegenen arrangierten Kreditvolumina sowie der Annahme, dass das arrangierte Kreditvolumen in der 2. Jahreshälfte wie in den Vorjahren über dem der ersten sechs Monate liegen wird, an seiner am 23. März 2020 veröffentlichten Prognose für das Geschäftsjahr 2020 fest. Er rechnet weiterhin mit einem Konzernumsatz von 7,0 bis 8,5 Mio. EUR. Ebenfalls auf Konzernebene erwartet der Vorstand ein negatives EBIT von minus 4,0 bis 5,5 Mio. EUR.

Das fortgesetzte Wachstum der Umsatzerlöse berücksichtigend, ist diese Prognose im Wesentlichen geprägt von einem im Vergleich zum Vorjahr erhöhten Personalbestand, der Fortführung der aktienbasierten Mitarbeiter-Anreizprogramme (Restricted Stock Units Programs), Werbekosten zur Positionierung des Unternehmens im Markt sowie gezielter Performance Marketing Initiativen. Da der zu buchende Aufwand für die aktienbasierten Mitarbeiter-Anreizprogramme (Restricted Stock Units Programs) maßgeblich an die Kursentwicklung der creditshelf Aktie geknüpft ist, können Kursausschläge erheblichen Einfluss auf das EBIT haben. Dasselbe gilt für die Bewertungseffekte des virtuellen Beteiligungsprogramms II. Des Weiteren fließen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum deutlich höhere ordentliche Abschreibungen für aktivierte Software in die Einschätzung für das Geschäftsjahr 2020 ein.

Insgesamt sieht der Vorstand das Unternehmen gut für zukünftiges Wachstum positioniert. Die Gesellschaft weist eine hohe Anpassungsfähigkeit ihres Geschäftsmodells auf und kann sich in seinem dynamischen Marktumfeld, das in den Folgejahren insbesondere durch eine steigende Durchdringungsquote digitaler Mittelstandsfinanzierungen am gesamten Markt für Mittelstandsfinanzierungsneugeschäft gekennzeichnet sein dürfte, behaupten und flexibel auf individuelle Gegebenheiten reagieren.

Die tatsächliche Entwicklung der creditshelf kann aufgrund der beschriebenen Chancen und Risiken dennoch sowohl positiv als auch negativ von den ausgegebenen Prognosen abweichen (siehe hierzu Risiko- sowie Chancenbericht in den Kapiteln 2.3.2. und 2.3.3.). Dies schließt ausdrücklich weiterhin nicht vollständig absehbare Auswirkungen der Corona-Pandemie, wie z.B. eine potentielle 2. Welle mit ein. Diese Auswirkungen sind zum aktuellen Zeitpunkt nicht verlässlich bewertbar.

3. Konzern-Zwischenabschluss zum 30. Juni 2020

3.1. Konzernbilanz zum 30.06.2020

AKTIVA

Anhang 30.06.2020 31.12.2019
in TEUR in TEUR
Langfristige Vermögenswerte
Immaterielle Vermögenswerte 5 3.676,1 3.937,8
Sachanlagen 6 292,3 273,7
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 7 1.017,6 947,0
Sonstige Forderungen 7 33,7 33,7
Summe langfristige Vermögenswerte 5.019,7 5.192,2
Kurzfristige Vermögenswerte
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 7 1.134,4 1.039,7
Sonstige Vermögenswerte 7 87,5 173,7
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 7 1,5 9,8
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 9 2.729,7 6.635,2
Summe kurzfristige Vermögenswerte 3.953,1 7.858,3
Bilanzsumme 8.972,8 13.050,4

PASSIVA

Anhang 30.06.2020 31.12.2019
in TEUR in TEUR
Kapital und Rücklagen
Grundkapital 10 1.360,3 1.353,2
Kapitalrücklage 10 20.732,2 20.274,1
Gewinnrücklage 10 -16.276,0 -13.157,6
Summe Eigenkapital 5.816,5 8.469,7
Langfristige Schulden
Langfristige Rückstellungen 12 1.247,4 1.230,5
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 12 98,3 126,4
Passive latente Steuern 8 21,4 21,4
Summe langfristige Schulden 1.367,0 1.378,2
Kurzfristige Schulden
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 12 618,3 1.885,9
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 12 71,6 67,9
Kurzfristige Rückstellungen 12 421,5 451,0
Sonstige Schulden 12 539,4 748,8
Verbindlichkeiten aus Steuern 12 138,4 48,9
Summe kurzfristige Schulden 1.789,2 3.202,5
Bilanzsumme 8.972,8 13.050,4

3.2. Konzern-Gesamtergebnisrechnung vom 01. Januar bis 30. Juni 2020

Anhang 1. Halbjahr 2020 1. Halbjahr 2019
in TEUR in TEUR
Umsatzerlöse 13 2.501,3 1.766,2
Sonstige Erträge 14 414,6 198,2
Aktivierte Eigenleistungen 5 185,4 155,6
Personalaufwand 15 -3.017,8 -2.129,0
Planmäßige Abschreibungen 5/6 -561,7 -347,1
Sonstige betriebliche Aufwendungen 16 -2.537,2 -2.426,7
- davon Forderungsverzicht -5,8 -40,5
Finanzierungsaufwendungen -20,6 -47,7
Finanzerträge 7,2 70,4
Konzernergebnis vor Steuern (EBT) -3.028,8 -2.760,1
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 8 -89,5 0,0
Halbjahresfehlbetrag -3.118,3 -2.760,1
davon entfallen auf:
Gesellschafter des Mutterunternehmens -3.118,3 -2.760,1
Nicht beherrschende Gesellschafter 0,0 0,0
Gesamtergebnis -3.118,3 -2.760,1
davon entfallen auf:
Gesellschafter des Mutterunternehmens -3.118,3 -2.760,1
Nicht beherrschende Gesellschafter 0,0 0,0

Ergebnis je Aktie

1. Halbjahr 2020 1. Halbjahr 2019
in EUR in EUR
unverwässertes Ergebnis je Aktie -2,31 -2,07
verwässertes Ergebnis je Aktie -2,31 -2,07

3.3. Konzern-Kapitalflussrechnung vom 01. Januar bis 30. Juni 2020

Anhang 30.06.2020 30.06.2019
in TEUR in TEUR
Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit
Ergebnis nach Steuern -3.118,3 -2.760,1
Anpassungen:
Ertragsteuern 8 89,5 0,0
Abschreibungen auf Sachanlagen 6 70,3 58,4
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte 5 491,4 288,7
Gewinn/Verlust aus Abgang von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen 5/6 -0,1 0,0
Veränderung Andere Rückstellungen 12 -12,6 -59,1
sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen/ Erträge 14 -215,7 -155,8
Aktienbasierte Vergütung mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente 10 462,9 278,3
Finanzaufwendungen aus Finanzierungstätigkeit 17,7 47,7
Davon Leasingverbindlichkeiten (0 EUR)
Finanzerträge -7,2 -70,4
Kaution 7 -0,1 -6,6
Sonstige Vermögenswerte 7 94,6 64,1
Brutto-Cashflow -2.127,6 -2.314,8
Zu-/Abnahme Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 7 -175,9 -362,6
Zu-/Abnahme Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 12 -1.267,6 4.934,7
Zu-/Abnahme sonstiger Passiva 12 -202,7 530,1
Nettozahlungsmittelzufluss / -abfluss aus betrieblicher Tätigkeit -3.773,8 2.787,4
Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen 6 -58,6 -28,0
Auszahlungen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte 5 -44,2 -700,2
Nettozahlungsmittelabfluss / -zufluss aus Investitionstätigkeit -102,8 -728,2
Einzahlungen aus der Ausgabe von Anteilen 10 7,2 0,0
Abnahme der Leasingverbindlichkeit 18 -34,0 -30,2
Transaktionskosten für die Ausgabe von Anteilen 10 -4,8 -12,5
Getätigte Zinszahlungen 18 2,9 3,8
Nettozahlungsmittelzufluss / -abfluss aus der Finanzierungstätigkeit -28,7 -38,9
Nettozunahme von Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten 9 -3.905,3 2.020,3
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zu Beginn des Geschäftsjahres 9 6.635,2 12.424,8
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zum Ende des 1. Halbjahres
Kasse 0,5 0,6
Bankguthaben 2.729,2 14.444,5
abzgl. verpfändete Konten 0,1 6.990,1
Finanzmittelfond 2.729,6 7.455,0

3.4. Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung vom 01. Januar bis 30. Juni 2020

Gezeichnetes
Kapital
Kapital-
rücklage
Verlust-
vorträge
Summe
Eigenkapital
Anhang in TEUR in TEUR in TEUR in TEUR
Stand zum 01.01.2019 1.331,3 18.304,4 -8.190,1 11.445,6
Ergebnis nach Steuern 0,0 0,0 -2.760,0 -2.760,0
Summe 1.331,3 18.304,4 -10.950,1 8.685,6
Ausgabe von EK Instrumenten 10 0,0 278,3 0,0 278,3
Transaktionskosten aus der Ausgabe von EK Instrumenten 10 0,0 -12,5 0,0 -12,5
Stand zum 30.06.2019 1.331,3 18.570,2 -10.950,1 8.951,4
Stand zum 01.01.2020 1.353,2 20.274,1 -13.157,6 8.469,7
Ergebnis nach Steuern 0,0 0,0 -3.118,3 -3.118,3
Summe 1.353,3 20.274,1 -16.275,9 5.351,5
Ausgabe von EK Instrumenten 10 7,1 462,8 0,0 469,9
Transaktionskosten aus der Ausgabe von EK Instrumenten 10 0,0 -4,8 0,0 -4,8
Stand zum 30.06.2020 1.360,3 20.732,1 -16.275,9 5.816,5

3.5. Ausgewählte erläuternde Anhangsangaben zum verkürzten Konzernzwischenabschluss zum 30. Juni 2020

A) Allgemeine Informationen

Die creditshelf Aktiengesellschaft ("creditshelf" oder das "Unternehmen" und zusammen mit ihren Tochtergesellschaften creditshelf service GmbH und Valendo GmbH die "creditshelf Gruppe") ist eine nach deutschem Recht eingetragene Aktiengesellschaft, deren Aktien seit dem 25. Juli 2018 im Regulierten Markt (Prime Standard) an der Frankfurter Wertpapierbörse öffentlich gehandelt werden. Die Adresse des eingetragenen Sitzes des Unternehmens lautet Mainzer Landstr. 33a in 60329 Frankfurt am Main.

Der vorliegende Konzernzwischenabschluss wurde am 09. September 2020 vom Vorstand der creditshelf Aktiengesellschaft zur Veröffentlichung freigegeben.

Informationen über den Konsolidierungskreis

Im Berichtszeitraum liegen keine Veränderungen bezüglich des Konsolidierungskreises im Vergleich zum Konzernabschluss zum 31. Dezember 2019 vor.

Tochterunternehmen

Zum Stichtag 30. Juni 2020 hält die creditshelf Aktiengesellschaft zwei 100%-ige Tochtergesellschaften, die creditshelf service GmbH und die Valendo GmbH. Die creditshelf Aktiengesellschaft, die creditshelf service GmbH und die Valendo GmbH werden nachfolgend auch "creditshelf Gruppe" genannt.

Die creditshelf service GmbH wurde im Jahr 2015 gegründet. Das Tochterunternehmen wird unter der Registernummer HRB 103351 beim Amtsgericht Frankfurt am Main geführt. Die creditshelf service GmbH hat als Geschäftszweck den Ankauf und Verkauf von Kreditforderungen im eigenen Namen und für eigene Rechnung, ausgenommen das Betreiben von Factoring und ausgenommen aller sonstigen gemäß dem Kreditwesengesetz, dem Kapitalanlagegesetzbuch oder dem Zahlungsdiensteaufsichtsgesetz erlaubnispflichtigen Tätigkeiten. Die creditshelf service GmbH beschäftigt gem. § 314 Abs. 1 Nr. 4 HGB keine eigenen Mitarbeiter. Das 100%-ige Tochterunternehmen wurde mit einem Stammkapital in Höhe von 25.000,00 EUR gegründet. Die Erbringung des Stammkapitals erfolgte in voller Höhe durch Banküberweisung auf ein Konto der creditshelf service GmbH.

Die Valendo GmbH wurde im Jahr 2015 gegründet. Das 100%-ige Tochterunternehmen wird unter der Registernummer HRB 165018 beim Amtsgericht Charlottenburg, Berlin, geführt.

Geschäftszweck der Valendo GmbH ist die Entwicklung und der Betrieb von inländischen und ausländischen Internet- und Technologie-Projekten, insbesondere zur interaktiven Vermittlung von Darlehen (inklusive Pfandkrediten) sowie die Erbringung damit im Zusammenhang stehender Serviceleistungen. Tätigkeiten, die nach dem Kreditwesengesetz oder dem Zahlungsdiensteaufsichtsgesetz (ZAG) erlaubnispflichtig sind, werden nicht erbracht. Durch Beschluss der Gesellschafterversammlung vom 26. Juli 2019 ist das Stammkapital um 3.538,00 EUR auf 39.676,00 EUR erhöht worden.

Funktionale und Darstellungswährung

Dieser Konzernabschluss wurde in Euro, der funktionalen Währung des Unternehmens, dargestellt.

1. Grundlagen der Aufstellung des Abschlusses

Der vorliegende verkürzte Konzernzwischenabschluss für den Zeitraum 01. Januar bis 30. Juni 2020 umfasst nach den Vorschriften des § 115 Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) einen verkürzten Konzernzwischenabschluss und einen Konzernzwischenlagebericht. Der Konzernzwischenabschluss entspricht den Anforderungen des IAS 34 (Zwischenberichterstattung) und wurde in Anwendung der Regelungen des § 315e Abs. 3 HGB sowie in Übereinstimmung mit den vom International Accounting Standards Board (IASB) verabschiedeten und veröffentlichten International Financial Reporting Standards (IFRS) einschließlich der Interpretationen zu den IFRS (IFRIC), wie sie von der Europäischen Union übernommen und verpflichtend anzuwenden sind, unter Berücksichtigung der ergänzenden handelsrechtlichen Regelungen aufgestellt. Der verkürzte Konzernzwischenabschluss sowie der verkürzte Konzernzwischenlagebericht wurden nicht im Sinne des § 115 Abs. 5 WpHG durch einen Abschlussprüfer geprüft oder einer prüferischen Durchsicht unterzogen.

Der verkürzte Konzernzwischenabschluss enthält nicht alle Informationen und Anhangsangaben, die im Konzernabschluss erforderlich sind und sollte daher in Verbindung mit dem Konzernabschluss zum 31. Dezember 2019 gelesen werden.

Für eine komprimierte Übersicht wurden in der Bilanz sowie in der Gesamtergebnisrechnung einzelne Positionen zusammengefasst. Des Weiteren wurde die Bilanz nach IAS 1 in lang- und kurzfristige Positionen gegliedert und die Gewinn- und Verlustrechnung nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.

Der Konzernzwischenabschluss basiert auf dem Grundsatz der Unternehmensfortführung (going concern).

2. Anwendung der International Financial Reporting Standards (IFRS)

Erstmalig in der Berichtsperiode verpflichtend anzuwendende Standards und Interpretationen:

Standard Inhalt und Bedeutung für den Abschluss Pflichterstanwendungs-
zeitpunkt in der EU
Änderungen an IFRS 3
"Unternehmenszusammenschlüsse": Definition eines Geschäftsbetriebs
Die Änderungen zielen darauf ab, die Probleme zu lösen, die aufkommen, wenn ein Unternehmen bestimmt, ob es einen Geschäftsbetrieb oder eine Gruppe von Vermögenswerten erworben hat. Diese Änderungen haben nur dann Auswirkungen auf die Gesellschaft, sollte es zukünftig zu einer im IFRS 3 abgedeckten Situation kommen. 01. Januar 2020
Änderungen an IFRS 9
"Finanzinstrumente", IFRS 7 "Finanzinstrumente: Angaben" und IAS 39 "Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung": Interest Rate Benchmark Reform
Die Interest Rate Benchmark Reform sieht Änderungen bestimmter Hedge Accounting-Vorschriften vor, sodass Unternehmen diese Hedge Accounting Vorschriften unter der Annahme anwenden, dass der Referenzzinssatz, auf dem die abgesicherten Cashflows und die Cashflows aus dem Sicherungsinstrument basieren, durch die Reform des Referenzzinssatzes nicht verändert wird.
Da creditshelf kein Hedge Accounting anwendet, haben diese Änderungen keine Auswirkungen. Generell trifft die Interest Rate Benchmark Reform nicht das Geschäft von creditshelf.
01. Januar 2020
Änderungen zu Referenzierungen auf das Rahmenkonzept in IFRS Standards Hierin enthalten sind überarbeitete Definitionen von Vermögenswerten und Schulden sowie neue Leitlinien zu Bewertung und Ausbuchung, Ausweis und Angaben. Diese Änderungen haben keine Auswirkungen auf den Konzernzwischenabschluss. 01. Januar 2020
Änderungen an IAS 1 und IAS 8 - Definition von Wesentlichkeit Die Änderungen an IAS 1 und IAS 8 wurden herausgegeben, um die Definition "wesentlich" zu schärfen und um die verschiedenen Definitionen im Rahmenkonzept und in den Standards selbst zu vereinheitlichen. Diese Änderungen haben keine wesentlichen Auswirkungen auf die Gesellschaft. 01. Januar 2020

3. Verwendung von Ermessensentscheidungen und Schätzungen

Die Erstellung des Konzernabschlusses verlangt vom Vorstand Ermessensentscheidungen und Schätzungen, welche die Anwendung von Rechnungslegungsmethoden und die ausgewiesenen Beträge der Vermögenswerte, Schulden, Erträge und Aufwendungen betreffen. Tatsächliche Ergebnisse können von diesen Schätzungen abweichen.

Wesentliche Ermessensentscheidungen

creditshelf hat die im Unternehmen angefallenen Herstellungskosten der creditshelf Plattform (www.creditshelf.com) unter Berücksichtigung von IAS 38.65 bis 38.67 aktiviert. Über diese Plattform reichen potentielle Darlehenskunden ihre Unterlagen ein und Investoren können sich darüber für Kreditprojekte registrieren. Es wird ein direkter wirtschaftlicher Nutzen über diese Plattform generiert, wodurch sie als wesentlicher Vermögenswert in der Wertschöpfung des Konzerns verstanden wird.

Zu jedem Bilanzstichtag überprüft der Konzern die Buchwerte der immateriellen Vermögenswerte dahingehend, ob Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass eine Wertminderung eingetreten sein könnte ("Triggering Event"). Sofern ein solches Triggering Event identifiziert wird, führt creditshelf einen Werthaltigkeitstest nach den Vorschriften des IAS 36 durch. In diesem Fall wird der erzielbare Betrag des betreffenden Vermögenswertes ermittelt, um den Umfang einer gegebenenfalls vorzunehmenden Wertberichtigung zu bestimmen. Der erzielbare Betrag entspricht dem beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten oder dem Nutzungswert; der höhere Wert ist maßgeblich. Der Nutzungswert entspricht dem Barwert des erwarteten Cashflows. Als Diskontierungszinssatz wird ein den Marktbedingungen entsprechender Zinssatz vor Steuern verwendet. Sofern kein erzielbarer Betrag für einen einzelnen Vermögenswert ermittelt werden kann, würde der erzielbare Betrag für die kleinste identifizierbare Gruppe von Vermögenswerten (zahlungsmittelgenerierende Einheit oder "ZGE") bestimmt, der der betreffende Vermögenswert zugeordnet werden kann.

Als Vorsichtsmaßnahme, mögliche Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Werthaltigkeit der immateriellen Vermögensgegenstände zu überprüfen, hat das Unternehmen zum Stichtag 30. Juni 2020 erneut einen Werthaltigkeitstest durchgeführt. Dieser führte zu dem Ergebnis, dass kein Wertminderungsbedarf vorliegt.

Annahmen und Schätzungsunsicherheiten

Informationen über Annahmen und Schätzungsunsicherheiten zum 30. Juni 2020, durch die ein beträchtliches Risiko entstehen kann, dass innerhalb des nächsten Geschäftsjahres eine wesentliche Anpassung der Buchwerte der Vermögenswerte und Schulden erforderlich wird, sind in den nachstehenden Anhangsangaben enthalten:

Anhangsangabe 8 - Kein Ansatz aktiver latenter Steuern: Eine hinreichend hohe Wahrscheinlichkeit bzgl. Verfügbarkeit künftiger zu versteuernder Ergebnisse, gegen die steuerliche Verlustvorträge verwendet werden können, ist nicht gegeben.

Anhangsangabe 11 - Ansatz und Bewertung der im Jahr 2019 eingeführten aktienbasierten Mitarbeiter-Anreizprogramme (Restricted Stock Units Programs). Die Gesellschaft hat ein vertragliches Wahlrecht zur Erfüllung der Ansprüche aus den Programmen in Aktien oder Barmitteln. Nach Einschätzung des Managements erfolgt die Erfüllung weiterhin sowie auch im ersten Vesting zu Beginn dieses Jahres in Aktien. Des Weiteren fließt eine unternehmensspezifische Mitarbeiterfluktuationsrate ein. Seit Beginn dieses Jahres wird die Vergütung von Vertriebsmitarbeitern an qualitative und quantitative Ziele geknüpft, deren Erfüllung zusätzlich zu der Fixvergütung eine variable Vergütung (Bonus) zur Folge hat. Der Bonus kann nach Wahl der Gesellschaft ganz oder zum Teil in Form von Aktien der Gesellschaft gewährt werden. Hierfür erhält der Mitarbeiter Zugang zu einem aktienbasierten Mitarbeiter-Anreizprogramm (Restricted Stock Units oder "RSUs"), die dem Mitarbeiter einen Anspruch auf Zuteilung von Aktien durch die Gesellschaft gewähren. Aufbauend auf einem wahrscheinlichkeitsgewichteten Szenarioansatz wird dabei die Höhe des Personalaufwands und die sich daraus ergebenden Auswirkungen auf Lohnsteuerrückstellungen bzw. Kapitalrücklagen im Falle einer Begleichung durch RSUs oder Personalrückstellungen im Falle einer Begleichung in Barmitteln ermittelt.

Anhangsangabe 12 - Ansatz und Bewertung von langfristigen Rückstellungen: Wesentliche Annahmen über die Wahrscheinlichkeit und das Ausmaß des Nutzenzu- oder abflusses. Dies trifft vor allem auf die Bewertung und Bilanzierung der Verpflichtungen aus dem "Virtuellen Beteiligungsprogramm II" zu.

Änderungen wesentlicher Schätzgrundlagen im 1. Halbjahr 2020

Es liegen keine wesentlichen Änderungen der Einschätzungen des Vorstands seit Veröffentlichung des Geschäftsberichts 2019 vor. Dies trifft neben den getroffenen Annahmen bezüglich der Wahrscheinlichkeit des Eintretens der im Kaufvertrag der Valendo Akquisition geregelter Earn-Out Vereinbarungen auch auf die Nicht-Aktivierung von Steuerlatenzen zu. Auch im 1. Halbjahr 2020 konnten nach Ansicht des Vorstands die bei Verlustgesellschaften gem. IAS 12.34 geforderten überzeugenden Hinweise nicht mit über 90% Eintrittswahrscheinlichkeit erbracht werden. Es wird hierzu auf die Anhangsangabe 8 verwiesen.

Darüber hinaus wurden bei der Bestimmung der Fair Values die durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie geänderten Marktverhältnisse berücksichtigt. Zu einer wesentlichen Änderung der Schätzungsgrundlage kam es dabei nicht.

Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte

Der Konzern hat ein Kontrollrahmenkonzept hinsichtlich der Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte festgelegt.

Bei der Bestimmung des beizulegenden Zeitwertes eines Vermögenswertes oder einer Schuld verwendet der Konzern, soweit möglich, am Markt beobachtbare Daten. Basierend auf den in den Bewertungstechniken verwendeten Inputfaktoren werden die beizulegenden Zeitwerte in unterschiedliche Stufen in der Fair Value-Hierarchie eingeordnet:

Stufe 1: Notierte Preise (unbereinigt) auf aktiven Märkten für identische Vermögenswerte und Schulden

Stufe 2: Bewertungsparameter, bei denen es sich nicht um die in Stufe 1 berücksichtigten, notierten Preise handelt, die sich aber für den Vermögenswert oder die Schuld entweder direkt (das heißt als Preis) oder indirekt (das heißt als Ableitung von Preisen) beobachten lassen

Stufe 3: Bewertungsparameter für Vermögenswerte oder Schulden, die nicht auf beobachtbaren Marktdaten beruhen.

4. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Bewertungsgrundsätze zum 30.06.2020

Mit dem Ziel einer sachgerechteren Darstellung werden in der Kapitalflussrechnung im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sowohl der RSU-bezogene Personalaufwand als auch Zinsen aus der Ab- und Aufzinsung der langfristigen Forderungen gegenüber Investoren nun als Teil des operativen Cashflows anstelle des Cashflows aus Finanzierungstätigkeiten gezeigt.

Alle anderen wesentlichen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze sind gegenüber dem Konzernabschluss 2019 unverändert. Wir verweisen daher auf die im dortigen Konzernanhang ausführlich erläuterten Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze.

Erläuterungen zu Ereignissen und Transaktionen mit Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens seit dem 31. Dezember 2019 (IAS 34.15 & 34.16A)

Der in creditshelfs KMU Zielmarkt Deutschland zu verzeichnende wirtschaftliche Einbruch Ende des 1. Quartals (vgl. "2.2.1. Gesamtwirtschaftliches Umfeld" und "2.2.2. Branchenspezifische Rahmenbedingungen" des Konzernzwischenlageberichts) aufgrund des Corona-Pandemie bezogenen Lock-Downs hatte Auswirkungen auf beide Seiten des creditshelf Geschäftsmodells: Während sich das seitens der kreditsuchenden mittelständischen Unternehmen über die creditshelf Plattform angefragte Kreditvolumen im Berichtszeitraum und besonders im 1. Quartal signifikant erhöhte, war creditshelf unter Beibehaltung strikter Risikostandards zunächst daran gelegen, die Auswirkungen staatlicher Hilfskreditprogramme auf die Finanzierungslandschaft in Deutschland einzuordnen. Gleichzeitig war die Geldgeberseite der Plattform von einem zurückhaltenden Investitionsverhalten bestimmt. Diese temporäre Verzögerung bei der Auszahlung von Krediten an Kreditnehmer, die sich durch niedrigere Umsätze aus Kreditnehmer- und Investorengebühren niederschlug, konnte creditshelf durch den erfolgreichen Start des creditshelf Loan Fund im Mai 2020, der mit dem Europäischen Investitionsfonds als Ankerinvestor 62 Mio. EUR an Investitionsmitteln auf der creditshelf Plattform bereitstellt, auflösen, und die Umsatzerlöse im Laufe des 2. Quartals zurück auf Wachstumskurs führen.

Die im 2. Quartal einsetzende Gewährung von Hilfskrediten durch die KfW auch an Kunden aus creditshelfs Kundensegment führte zu einer aus Sicht der Gesellschaft temporär überlagerten Markt- und Wettbewerbssituation (vgl. "2.2.3. Wettbewerb und Marktstruktur" des Konzernzwischenlageberichts), aus der für die Gesellschaft sowohl Risiken als auch Chancen erwachsen (vgl. "2.3. Risiko- und Chancenbericht" des Konzernlageberichts). Unter der Annahme, dass sich die Digitalisierung des KMU-Kredits fortsetzen wird, dass sich ein zweiter Lock-Down vermeiden lässt, sich die wirtschaftliche Erholungskurve fortsetzt (vgl. "2.2.1. Gesamtwirtschaftliches Umfeld" und "2.2.2. Branchenspezifische Rahmenbedingungen" des Konzernzwischenlageberichts), und sich dem zu Folge ein steigender Investitionsbedarf auf Seiten des deutschen Mittelstands - z.B. zur Vorfinanzierung von Betriebsmitteln, Investitionen in Digitalisierung und Geschäftsmodelldiversifizierung sowie zur Deckung laufender Kosten mit Auslaufen der KfW-Maßnahmen - einstellen wird, der aufgrund von bilanziellen Engpässen nicht im vollen Ausmaß von Banken gedeckt werden kann, ergeben sich aus Sicht der Gesellschaft Chancen für einen Wachstumsschub des arrangierten Kreditvolumens und der damit korrespondierenden Umsätze.

Zu einer Zunahme von Ausfällen kam es im Bestandsportfolio nicht, was sich in der Entwicklung des Forderungsverzichts und des entsprechend zu bildenden Aufwands widerspiegelt, der im Vergleich zum Vorjahreszeitraum rückläufig ist. Als Vorsichtsmaßnahme gegenüber der unsicheren weiteren Entwicklung der Corona-Pandemie hat der Vorstand am Ende des 1. Quartals beschlossen, den ursprünglich geplanten Investitionsumfang zu reduzieren und den Personalbestand zunächst nicht weiter aufzubauen sowie ob der stark angestiegenen Anfragevolumina den Marketingaufwand zu reduzieren.

Auswirkungen der Corona-Pandemie auf einzelne Positionen der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage in der Berichtsperiode werden, sofern vorhanden, in den einzelnen Anhangsangaben direkt erläutert.

B) Erläuterungen zum Konzernzwischenabschluss

5. Immaterielle Vermögenswerte

Die immateriellen Vermögenswerte beinhalten eine selbstgeschaffene Internetplattform und ein selbstgeschaffenes Risikotool (Software) zur Überprüfung des Kreditrisikos potentieller Kreditnehmer. Das Risikotool wurde bis März 2020 durch einen externen Dienstleister unter der Aufsicht der Gesellschaft und durch Zuarbeiten von eigenen Mitarbeitern hergestellt. Ferner hat creditshelf mit der Übernahme von Valendo 2019 eine weitere Software insbesondere zum Servicing und Monitoring von Krediten erworben, die sowohl direkt nutzbar ist als auch als Grundlage für Weiterentwicklungen verwendet werden kann. Zukünftig werden diese zugekauften Module innerhalb des creditshelf Teams weiterentwickelt. Dabei plant creditshelf, die bereits bestehenden Softwarekomponenten zur Risikoanalyse (in Summe das "Risikotool"), die aktuell unabhängig voneinander modular funktionieren, zukünftig in einer ganzheitlichen Architektur, der sogenannten "Risk Engine" zusammenzufassen, die nach IAS 38 als übergeordneter Vermögensgegenstand eingestuft wird.

Der Ansatz dieser immateriellen Vermögenswerte erfolgt dabei nur unter der Maßgabe nach IAS 38 bei einer hinreichend sicheren Wahrscheinlichkeit, dass creditshelf der künftige wirtschaftliche Nutzen zufließen wird und die Anschaffungskosten des Vermögenswerts zuverlässig ermittelt werden können.

Des Weiteren umfassen die immateriellen Vermögenswerte den über den Erwerb der Valendo GmbH begründeten Goodwill sowie entgeltlich von Dritten erworbene Rechte.

Die immateriellen Vermögenswerte setzen sich zum 30. Juni 2020 wie folgt zusammen:

Erworbene immaterielle Vermögenswerte Selbstgeschaffene
immaterielle
Vermögenswerte
Anzahlungen
immaterielle
Vermögenswerte
Gesamt
gewerbliche
Schutzrechte
und ähnliche
Rechte und
Werte
Software Goodwill
in TEUR in TEUR in TEUR in TEUR in TEUR in TEUR
Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten
Stand 01.01.2019 10,0 1.642,3 0,0 577,1 434,5 2.663,9
Zugänge 0,0 45,8 0,0 152,3 1.162,5 1.360,5
Zugänge durch Zusammenschluss 3,1 321,3 517,7 0,0 0,0 842,1
Abgänge 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0
Umbuchungen 0,0 1.597,0 0,0 0,0 -1.597,0 0,0
Stand 31.12.2019 13,1 3.606,4 517,7 729,4 0,0 4.866,6
kumulierte Abschreibungen
Stand 01.01.2019 1,3 27,4 0,0 217,5 0,0 246,2
Zugänge 1,7 494,7 0,0 186,1 0,0 682,5
Abgänge 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0
Umbuchungen 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0
Stand 31.12.2019 3,0 522,1 0,0 403,6 0,0 928,7
Buchwert 31.12.2019 10,1 3.084,3 517,7 325,7 0,0 3.937,8
Buchwert 01.01.2019 8,7 1.614,9 0,0 359,6 434,5 2.417,7
Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten
Stand 01.01.2020 13,1 3.606,4 517,7 729,4 0,0 4.866,6
Zugänge 0,0 24,1 0,0 61,5 144,0 229,6
Zugänge durch Zusammenschluss 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0
Abgänge 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0
Umbuchungen 0,0 44,2 0,0 0,0 -44,2 0,0
Stand 30.06.2020 13,1 3.674,8 517,7 790,9 99,8 5.096,2
kumulierte Abschreibungen
Stand 01.01.2020 3,0 522,1 0,0 403,6 0,0 928,7
Zugänge 0,8 379,9 0,0 110,7 0,0 491,4
Abgänge 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0
Umbuchungen 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0
Stand 30.06.2020 3,8 902,0 0,0 514,3 0,0 1.420,1
Buchwert 30.06.2020 9,3 2.772,7 517,7 276,6 99,8 3.676,1
Buchwert 01.01.2020 10,1 3.084,3 517,7 325,7 0,0 3.937,8

Ausgehend von der Struktur der obigen Tabelle entwickelten sich die einzelnen Komponenten der immateriellen Vermögenswerte wie folgt:

Im Berichtszeitraum waren im Vergleich zum Jahresende 2019 keine Zu- oder Abgänge an erworbenen gewerblichen Schutzrechten und ähnlichen Rechten und Werten zu verzeichnen. Die bestehenden Vermögenswerte dieser Kategorie werden um die planmäßigen Abschreibungen verringert. Die Abschreibungsdauer beträgt 5 Jahre.

Bei der aktivierten Software handelt es sich um abnutzbare Vermögenswerte ausschließlich der geleisteten Anzahlungen. Die Abschreibung der aktivierten immateriellen Vermögenswerte wird in der Zeile planmäßige Abschreibungen in der Gesamtergebnisrechnung entsprechend dargestellt. Bei der Internetplattform und dem Risikotool wird darüber hinaus die Werthaltigkeit nach IAS 36 einmal jährlich bzw. bei Vorliegen neuer Tatsachen auch unterjährig überprüft.

Zur Entwicklung des Risikotools zur Überprüfung des Kreditrisikos potentieller Kreditnehmer, mit der die Muttergesellschaft im 4. Quartal 2017 begann, wurde ein externes Unternehmen beauftragt. Die Entwicklungsarbeiten des externen Unternehmens wurden im März 2020 erfolgreich beendet. Die auf diese Tätigkeiten vom 1. Januar bis 30. Juni angefallenen Kosten in Höhe von 24,2 TEUR wurden als nachträgliche Anschaffungskosten aktiviert und als Zugänge zur erworbenen Software verbucht. Geleistete Anzahlungen für die Entwicklungsarbeiten des externen Unternehmens in Höhe von 44,2 TEUR wurden entsprechend umgebucht. Die Herstellungskosten werden um die planmäßigen Abschreibungen verringert. Die Abschreibungsdauer beträgt 5 Jahre.

Im Rahmen des Erwerbs der Valendo GmbH wurde zum 1. Oktober 2019 eine Kaufpreisallokation durchgeführt. Diese führte zur Aktivierung einer selbstgeschaffenen Software als erworbener immaterieller Vermögenswert, die im Wesentlichen für Monitoring und Service-Leistungen in Bezug auf bestehende Kredite dient. Für diese Software wurde eine Abschreibungsdauer von 5 Jahren angesetzt. Zum Stichtag 30. Juni 2020 betrug der Buchwert 273,1 TEUR (31. Dezember 2019: 305,2 TEUR).

Der Buchwert des zum 30. Juni 2020 ausgewiesenen und über den Erwerb der Valendo GmbH begründeten Goodwills beträgt gegenüber dem 31. Dezember 2019 unverändert 517,7 TEUR (31. Dezember 2019: 517,7 TEUR). Es wird keine planmäßige Abschreibung beim Goodwill vorgenommen, weil dieser eine unbestimmte Nutzungsdauer hat. Mindestens einmal jährlich oder bei Vorliegen eines Anhaltspunktes für eine Wertminderung wird eine Werthaltigkeitsprüfung für eine dem Goodwill zugeordnete zahlungsmittelgenerierende Einheit ("ZGE") durchgeführt.

Die selbstgeschaffenen immateriellen Vermögenswerte mit einem Buchwert von 276,6 TEUR (31. Dezember 2019: 325,7 TEUR) betreffen die 2. Version der Internetplattform der Muttergesellschaft. Diese dient als virtueller Marktplatz für Kreditnehmer und Investoren. Die Internetplattform wurde mit ihren Herstellungskosten aktiviert. Die Herstellungskosten beinhalten die Entwicklungskosten von extern beauftragten Unternehmen zur Erstellung der Plattform. Nach Ingebrauchnahme der Internetplattform wurde diese von internen Mitarbeitern weiterentwickelt. Die auf diese Weiterentwicklung entfallenden Lohnkosten wurden als nachträgliche Herstellungskosten in Höhe von 61,5 TEUR (30. Juni 2019: 98,3 TEUR) aktiviert. Die Herstellungskosten wurden um die planmäßigen Abschreibungen verringert.

Die Weiterentwicklung der Risikoanalysetools zur sog. Risk Engine als übergeordneter Vermögensgegenstand gilt als Anlage im Bau. Die im Rahmen der Entwicklung angefallenen Kosten in Höhe von 99,8 TEUR wurden als Eigenleistungen aktiviert und als Anzahlung gebucht. Der Fertigstellungsgrad betrug zum Stichtag rund 60%, während die Gesellschaft von einem mittelfristigen Fertigstellungszeitpunkt ausgeht. Nach ihrer Fertigstellung werden diese aktivierten Eigenleistungen als selbstgeschaffene immaterielle Vermögenswerte umgebucht und in der Folge planmäßig über eine Dauer von 5 Jahren abgeschrieben.

Als Vorsichtsmaßnahme, um mögliche Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Werthaltigkeit der immateriellen Vermögensgegenstände zu überprüfen, hat das Unternehmen zum Stichtag 30. Juni 2020 erneut einen Werthaltigkeitstest durchgeführt.

Die Gegenüberstellung der Buchwerte der immateriellen Vermögensgegenstände und des Fair Values sowie die Überprüfung der Werthaltigkeit des bilanzierten Goodwills erfolgte in Übereinstimmung mit IAS 36, und unter Beachtung der "IDW Stellungnahme zur Rechnungslegung: Einzelfragen zu Wertminderungen von Vermögenswerten nach IAS 36 (IDW RS HFA 40)" sowie in Übereinstimmung mit dem IFRS 13 "Bewertung zum beizulegenden Zeitwert".

Für den Werthaltigkeitstest wurde als Zahlungsgenerierende Einheit ("ZGE") der Konzern als Ganzes herangezogen, da es sich um eine einheitliche und damit nicht unabhängig voneinander zu betrachtende Gruppe von Vermögenswerten, die Mittelzuflüsse erzeugen, handelt. Der erzielbare Betrag von creditshelf wurde auf Basis des Nutzungswerts ermittelt. Da sich creditshelf als relativ junges Unternehmen durch hohe Wachstums- und Investitionsraten auszeichnet, spiegelt der Nutzungswert die zukünftigen Erwartungen des Managements wider. Dies erfordert die Verwendung von Annahmen, welche der nachfolgenden Tabelle entnommen werden können. Die Berechnungen basieren auf Cashflow Prognosen aus den vom Management genehmigten Finanzplanungen bis einschließlich dem Jahr 2023. Darüber hinaus wurden zwei Übergangsperioden berücksichtigt zur Überleitung der Wachstumsraten und Margen in einen nachhaltigen Zustand im Terminal Value ("TV"). Die angenommenen Wachstumsraten stimmen mit Branchenprognosen als auch mit Daten der verwendeten Peer Group überein. Das Umsatzwachstum wurde über den Detailplanungszeitraum hinaus auf eine nachhaltige Wachstumsrate von 1,0% linear abgeschmolzen. Als relevante EBITDA-Marge im Terminal Value wurde auf historische Daten der Peer Group abgestellt, welche auch zur Ableitung der Kapitalkosten herangezogen wurde.

Parameter creditshelf zum 30. Juni 2020
WACC (nach Steuern) 6,9%
WACC (vor Steuern) 9,12%
Steuersatz 31,93%
Wachstumsrate (TV) 1,00%
EBITDA-Marge (TV) 26,15%
Buchwert des Nettovermögens in Mio. EUR 4,28
Wertminderungsbedarf Nein

Überleitung Buchwert des Nettovermögens

creditshelf zum 30. Juni 2020
in TEUR
Langfristige Vermögenswerte
Immaterielle Vermögenswerte 3.676,1
Sachanlagen 292,3
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1.017,6
Kurzfristige Vermögenswerte
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1.134,4
Sonstige Vermögenswerte 87,5
Sonstige finanzielle Vermögenswerte 1,5
Langfristige Schulden
Langfristige Rückstellungen -141,2
kurzfristige Schulden
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen -618,3
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten -71,6
Kurzfristige Rückstellungen -421,5
Sonstige Schulden -539,4
Verbindlichkeiten aus Steuern -138,4
Buchwert des Nettovermögens 4.279,0

Der Buchwert der Vermögenswerte setzt sich aus langfristigen Vermögenswerten, kurzfristigen Vermögenswerten sowie kurzfristigen Schulden zusammen. Ausgenommen werden damit Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Eigenkapital sowie langfristige Schulden.

Auf Basis des Werthaltigkeitstests von creditshelf wurde keine Wertminderung auf die immateriellen Vermögensgegenstände festgestellt, da der erzielbare Betrag über dem Buchwert des Nettovermögens liegt.

Wesentliche Schätzungen: Auswirkungen möglicher Änderungen bei wichtigen Annahmen

Obwohl die getroffenen Annahmen zum makroökonomischen Umfeld, zur Branchenentwicklung von creditshelf, sowie zu dem diskontierten Cashflow als angemessen erachtet werden, sind Änderungen der Annahmen oder Umstände hinsichtlich der Volatilität des Wertminderungsbedarfs zu prüfen.

Daher wurde zum Abschlussstichtag 30. Juni 2020 eine Sensitivitätsanalyse von creditshelf durchgeführt. Bei der Analyse wurde eine Veränderung von je +/- 1,5% für den angewandten WACC nach Steuern angenommen, sowie ein Trend von je +/- 0,75% der Umsatzwachstumsrate und je +/- 3,0% bei der EBITDA-Marge. Die Sensitivierung ergab, dass auch unter Berücksichtigung der angepassten Annahmen kein Wertminderungsaufwand vorliegt.

6. Sachanlagen

Die Sachanlagen bestehen aus der gewöhnlichen Betriebs- und Geschäftsausstattung sowie aus den Nutzungsrechten aus Leasingverträgen der Gesellschaft.

Die Entwicklung der Sachanlagen zum 30. Juni 2020 ergibt sich aus folgender Tabelle:

Nutzungsrechte
aus Leasing-
verträgen
Betriebs-
ausstattung
Geringwertige
Wirtschaftsgüter
sonst. Betriebs-
und Geschäfts-
ausstattung
Gesamt
in TEUR in TEUR in TEUR in TEUR in TEUR
Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten
Stand 01.01.2019 294,9 10,5 25,6 142,5 473,5
Stand 01.10.2019
Erwerb aus Unternehmens-
zusammenschluss
0,0 8,6 0,6 0,0 9,1
Zugänge 0,0 0,8 9,6 71,0 81,4
Abgänge 0,0 4,3 0,0 3,2 7,5
Umbuchungen 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0
Stand 31.12.2019 294,9 15,7 35,7 210,3 556,5
kumulierte Abschreibungen
Stand 01.01.2019 83,6 1,2 25,6 51,3 161,7
Stand 01.10.2019
Erwerb aus Unternehmens-
zusammenschluss
0,0 6,7 0,6 0,0 7,3
Zugänge 59,0 2,9 9,6 47,9 119,3
Abgänge 0,0 4,1 0,0 1,3 5,4
Umbuchungen 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0
Stand 31.12.2019 142,5 6,8 35,7 97,9 282,9
Buchwert 31.12.2019 152,4 8,9 0,0 112,4 273,7
Buchwert 01.01.2019 211,4 9,3 0,0 91,2 311,9
Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten
Stand 01.01.2020 294,9 15,7 35,7 210,3 556,5
Zugänge 43,5 0,0 5,0 53,6 102,1
Abgänge 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0
Umbuchungen 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0
Stand 30.06.2020 338,4 15,7 40,7 263,9 658,6
kumulierte Abschreibungen
Stand 01.01.2020 142,5 6,8 35,7 97,9 282,8
Zugänge 47,1 0,6 2,7 33,1 83,5
Abgänge 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0
Umbuchungen 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0
Stand 30.06.2020 189,6 7,4 38,4 131,0 366,3
Buchwert 30.06.2020 148,8 8,3 2,3 132,9 292,3
Buchwert 01.01.2020 152,4 8,9 0,0 112,4 273,7

Nutzungsrechte aus Leasingverträgen

Der Konzern schloss zum 01. August 2017 einen Mietvertrag mit einer unkündbaren Grundmietzeit von 5 Jahren ab. Des Weiteren hat der creditshelf Konzern im Februar 2020 einen PKW-Leasingvertrag abgeschlossen. Weitere aktivierungspflichtige Leasingverträge lagen zum Stichtag nicht vor.

Der Ansatz des Leasingnutzungsrechts für den Gebäudemietvertrag erfolgte zum 01. August 2017 nach Abzinsung der Mindestleasingzahlungen mit Anschaffungskosten in Höhe von 294,9 TEUR. Die Leasingverbindlichkeit wurde in gleicher Höhe passiviert. Im Geschäftsjahr 2020 wurden die Anschaffungskosten für das Gebäudeleasing überarbeitet. Die korrigierten Anschaffungskosten hätten demnach im Jahr 2017 322,2 TEUR betragen müssen. Dies führte zu einer Nachaktivierung der Anschaffungskosten von 14,1 TEUR. Die Leasingverbindlichkeit wurde um 8,3 TEUR angepasst. Auch der Ansatz des Leasingnutzungsrechts für den PKW erfolgte nach Abzinsung der Mindestleasingzahlungen mit Anschaffungskosten in Höhe von 16,2 TEUR. Die Verbindlichkeit aus dem PKW-Leasing wurde ebenso in der gleichen Höhe passiviert. Die Buchwerte beider Leasinggegenstände betragen zum 30. Juni 2020 148,8 TEUR (31. Dezember 2019: 152,4 TEUR) und die Leasingverbindlichkeiten 159,9 TEUR (31. Dezember 2019: 169,3 TEUR).

Die Mietzahlungen für das Gebäude und den PKW wurden aus dem Aufwand herausgenommen und aufgeteilt in Zins und Tilgung. Die Leasingverbindlichkeiten wurden entsprechend abgezinst und zum 30. Juni 2020 ausgewiesen. Die Nutzungsrechte wurden in den Sachanlagen mit dem Barwert angesetzt. Der Nutzungswert wird linear über 5 Jahre abgeschrieben. Die Diskontierung erfolgte mit einem Diskontierungszinssatz von 3,6% (im Vorjahr: 3,6%) für das Gebäudeleasing und 2,6% für das PKW-Leasing, die vom Management der Gesellschaft als Vertragszinssatz der Leasingverhältnisses identifiziert wurden. Somit ergibt sich in der Gewinn- und Verlustrechnung ein Aufwand aus der Abschreibung der Nutzungsrechte sowie ein Zinsaufwand aus Aufzinsung. Der Gebäudemietvertrag enthält des Weiteren eine Preisindexklausel, die vorsieht, dass der Mietzins nach 2 Jahren erstmals rückwirkend abgeleitet durch den Verbraucherpreisindex des Statistischen Bundesamts für Deutschland angepasst wird. Diese Mietvertrag-Indexerhöhung wurde zum 01. August 2019 vorgenommen und betrug für die vergangenen 2 Jahre 3,5%. Für die folgenden Jahre wird weiterhin 2% per annum angenommen.

Die zugehörigen Mietverbindlichkeiten entwickelten sich wie folgt:

Stand
Mietverbindlichkeiten
Mietaufwendungen
Gesamt
Tilgung
Gesamt
Zins
Gesamt
in TEUR in TEUR in TEUR in TEUR
zum 31.12.2019 169,3 68,9 61,8 7,1
zum 30.06.2020 159,9 36,9 34,0 2,9

Sachverhalte, die eine außerplanmäßige Abschreibung erfordern, lagen im Zeitraum 01. Januar bis 30. Juni 2020 nicht vor. Bezüglich weiterer Erläuterungen zu IFRS 16 wird auch auf Ziffer 18 des Anhangs dieses Berichts verwiesen.

Um der wachsenden Mitarbeiteranzahl gerecht zu werden, wurden beginnend mit dem 15. April 2019 temporär weitere Räumlichkeiten im Sinne eines Untermietvertrags in der Mainzer Landstraße 33a angemietet. Aufgrund der Kurzfristigkeit wurde von den Erleichterungsvorschriften des IFRS 16.5 Gebrauch gemacht und der Leasinggegenstand nicht bilanziert. Letzteres gilt auch für die Räumlichkeiten der Valendo GmbH in Berlin.

7. Forderungen und Vermögenswerte

Die langfristigen Forderungen bestehen aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen mit einer Laufzeit größer einem Jahr. Diese betrugen zum 30. Juni 2020 1.017,6 TEUR (31. Dezember 2019: 947,0 TEUR). Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind beim erstmaligen Ansatz zum Betrag der unbedingten Gegenleistung zu erfassen. Enthalten sie signifikante Finanzierungskomponenten, sind sie stattdessen zum beizulegenden Zeitwert anzusetzen. Der Konzern hält Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, um die vertraglichen Cashflows zu vereinnahmen und bewertet sie in der Folge unter Anwendung der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten. Der ausgewiesene Nettobetrag wird als plausible Schätzung des beizulegenden Zeitwerts angesehen.

Die Kreditnehmergebühr wird vom Ausgabebetrag des gewährten Kredits automatisch einbehalten. Auch die Investorengebühr wird im Rahmen von den an die Investoren zurücklaufenden Tilgungsbeträgen automatisch einbehalten. Eine Überfälligkeit kann daher grundsätzlich nur eintreten, wenn der Kreditnehmer ausfällt und somit insgesamt nicht mit einem Kapitalrückfluss zu rechnen ist. Seit dem Geschäftsjahr 2019 wird die noch nicht vereinnahmte Investorengebühr im Falle eines Ausfalls nach Einzelfallentscheidung des Vorstandes als Forderungsverzicht in der Gesamtergebnisrechnung unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen berücksichtigt. Die hieraus resultierenden Aufwendungen betrugen für das 1. Halbjahr 2020 5,8 TEUR (Vorjahrszeitraum: 40,5 TEUR). Eine Überfälligkeit ohne gleichzeitige Berücksichtigung eines Forderungsverzichts nach Stufe 3 ist im Geschäftsmodell der creditshelf daher dem Grunde nach nicht möglich. Der Konzern hat daher auf die Bildung von pauschalierten Einzelwertberichtigungen der Stufe 2 verzichtet.

Bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die als kurzfristig angesehen werden, entspricht der Buchwert dem beizulegenden Zeitwert. Forderungen, deren Laufzeit länger als 12 Monate ist, werden entsprechend abgezinst. Die beizulegenden Zeitwerte wurden aufgrund der abgezinsten Cashflows unter Verwendung eines aktuellen Kreditzinses ermittelt. Sie werden infolge unbeobachtbarer Inputparameter, einschließlich des Kontrahenten-Ausfallrisikos, in Stufe 3 der Zeitwerthierachie eingeordnet.

Sonstige Forderungen

Die sonstigen Forderungen beinhalten Kautionen für Mietverhältnisse in der Mainzer Landstraße 33a, Frankfurt am Main. Aufgrund der Art der sonstigen Forderung entspricht deren Buchwert dem beizulegenden Zeitwert.

8. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

a) Ertragsteuern

Der ertragsteuerlich nutzbare Verlustvortrag (Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer) der Muttergesellschaft beläuft sich zum 30. Juni 2020 auf 17.224 TEUR (30. Juni 2019: 12.422,1 TEUR). Aufgrund der bestehenden Verlustvorträge auf Ebene der creditshelf AG und auf Ebene der Valendo GmbH wurde für diese Gesellschaften im Berichtszeitraum kein Aufwand aus Ertragsteuern berücksichtigt. Auf Ebene der creditshelf service GmbH wurden für das laufende Jahr Rückstellungen für Ertragsteuern i.H.v. 89,5 TEUR gebildet. Unter Berücksichtigung der Rückstellungen zum 31. Dezember 2019 (48,9 TEUR) ergibt sich zum 30. Juni 2020 somit eine Rückstellung für Ertragsteuern von 138,4 TEUR auf Ebene der creditshelf service GmbH.

b) Latente Steuern

Die Gesellschaft hat anhand der nach IAS 12 vorgegebenen Kriterien die Nutzbarkeit der Verlustvorträge evaluiert. Die latenten Steuern werden zum Halbjahr 2020 nach Saldierung zwischen aktiven und passiven latenten Steuern mit einem Betrag von 0,0 TEUR (Vorjahr: 0,0 TEUR) ausgewiesen. Der Ansatz aktiver latenter Steuern kann nur in der Höhe erfolgen, in der passive latente Steuern gebildet wurden. Die verrechneten passiven latenten Steuern belaufen sich zum 30. Juni 2020 auf 237,1 TEUR (30. Juni 2019: 177,7 TEUR). Wie im Vorjahr werden latente Steueransprüche nicht angesetzt, da es aus Sicht des Managements weiterhin nicht möglich ist, überzeugende Nachweise ("convincing other evidence") für die Verlustgesellschaften vorzulegen, die eine Nutzbarkeit der latenten Steueransprüche hinreichend wahrscheinlich machen und so eine Aktivierung ermöglichen würden.

9. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Zum 30. Juni 2020 weisen der Kassenbestand ein Guthaben von 0,5 TEUR (31. Dezember 2019: 0,7 TEUR) und die Guthaben bei Kreditinstituten ein Gesamtbetrag von 2.729,2 TEUR aus (31. Dezember 2019: 6.634,5 TEUR).

Die creditshelf service GmbH unterhält ein Bankkonto bei der Raisin-Bank (vormals MHB), welches ausschließlich der Barunterlegung künftiger Kredite dient, für welche die Gesellschaft im normalen Geschäftsablauf eine Kaufzusage an die Raisin-Bank gewährt hat. Im Rahmen der Barmittelunterlegung hat die Gesellschaft das Bankkonto dauerhaft an die Raisin-Bank verpfändet. Eine eigenständige Verfügung über die hierauf befindlichen Barmittel ist vertraglich ausgeschlossen. Zum 30.Juni 2020 wies das Konto einen Bestand von 0,1 TEUR (31. Dezember 2019: 600,1 TEUR) auf. Der Finanzmittelfonds ist um diesen Betrag zu reduzieren und betrug zum Stichtag 2.729,6 TEUR (31. Dezember 2019: 6.035,1 TEUR).

10. Eigenkapital und Rücklagen

Durch die Bildung von Restricted Stock Units für die aktienbasierten Mitarbeiter-Anreizprogramme (RSU I bis RSU IV - siehe auch Ziffer 11 des Anhangs) wurden Eigenkapitalinstrumente in Höhe von 462,8 TEUR bilanziert und in der Kapitalrücklage verbucht. Die gemäß IAS 32 unmittelbar der Schaffung dieser Eigenkapitalinstrumente zuzurechnenden Transaktionsaufwendungen wurden in Höhe von 10 TEUR als Rückstellung verbucht. Neben dem für das Ende des Jahres anberaumten Börsenzulassungsverfahren für Eigenkapitalinstrumente, fallen diese auch für die bereits laufende Umsetzung der aktienbasierten Mitarbeiter-Anreizprogramme an und wurden entsprechend anteilig abgegrenzt.

Im Berichtszeitraum 1. Januar bis 30. Juni 2020 wurde das Grundkapital einmalig erhöht. Am 17. Dezember 2019 hat der Vorstand der creditshelf Aktiengesellschaft beschlossen, für das erste Vesting der zu Beginn des Geschäftsjahres 2019 eingeführten aktienbasierten Mitarbeiter-Anreizprogramme (Restricted Stock Units Programs) das Grundkapital der Gesellschaft um 7.115,00 EUR durch 7.115 neue auf den Inhaber lautenden Stückaktien ohne Nennbetrag und unter Ausschluss des Bezugsrechts zu erhöhen. Diesem Beschluss hat der Aufsichtsrat am 19. Dezember 2019 per Umlaufbeschluss zugestimmt. Am 17. Januar 2020 wurden die neuen Aktien im Handelsregister eingetragen und am 30. Januar 2020 in den Handel im regulierten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse mit identischer Wertpapierkennnummer (WKN) wie die alten Aktien aufgenommen.

In der Berichtsperiode bestanden vier aktienbasierte Mitarbeiter-Anreizprogramme (Restricted Stock Units I-IV Programs). Wie in Anhangsangabe 11 beschrieben, haben diese aufgrund des gewählten Equity Settlements die Kapitalrücklage erhöht. Die Entwicklung des Eigenkapitals ergibt sich aus der Eigenkapitalveränderungsrechnung.

Die Hauptanteilseigner der creditshelf Aktiengesellschaft sind die Hevella Capital GmbH & Co. KGaA, die LDT Investment UG, die DBR Investment GmbH und die Obotritia Capital KGaA. Zum 30. Juni 2020 hielten diese auf Basis der Stimmrechtsmitteilungen nach dem Wertpapierhandelsgesetz insgesamt rund 80,6% der Stimmrechte. Daraus ergibt sich bei den Stimmrechtsanteilen folgendes Bild:

Anteil Gesellschafter Gesamt
LDT
Investment
UG
DBR
Investment
GmbH
Hevella
Capital GmbH
& Co. KGaA
Obotritia
Capital KGaA
Free
Float
31.12.2019
Nominal in TEUR 261,0 244,2 519,1 61,1 267,8 1.353,2
prozentual 19,3% 18,0% 38,4% 4,5% 19,8% 100,0%
Anteil Gesellschafter Gesamt
LDT
Investment
UG
DBR
Investment
GmbH
Hevella
Capital GmbH
& Co. KGaA
Obotritia
Capital KGaA
Free
Float
30.06.2020
Nominal in TEUR 239,2 222,0 519,1 115,6 264,3 1.360,3
prozentual 17,6% 16,3% 38,2% 8,5% 19,4% 100,0%

11. Aktienbasierte Mitarbeiter-Anreizprogramme (Restricted Stock Unit Programs I-IV)

Zu Beginn des Geschäftsjahres 2019 hat der Vorstand beschlossen, dass drei aktienbasierte Anreizprogramme zur Incentivierung von Mitarbeitern und Vorstand, sog. Restricted Stock Unit-Programme (RSUs I-III), eingeführt werden. Am 19. Juni 2020 wurde ein weiteres aktienbasiertes Mitarbeiter-Anreizprogramm (RSU IV) beschlossen. Bei allen Programmen handelt es sich um Vergütungsmaßnahmen im Sinne des IFRS 2, die das Ziel verfolgen, die Interessen der Mitarbeiter mit denen der Aktionäre der Gesellschaft in Einklang zu bringen, um so eine nachhaltige Steigerung des Unternehmenswertes zu erzielen. Des Weiteren sollen die Programme motivieren, zum langfristigen Wachstum und wirtschaftlichen Erfolg der Gesellschaft und ihrer verbundenen Unternehmen beizutragen. Die Erfüllung der Ansprüche soll durch Ausgabe von Eigenkapitalinstrumenten gewährleistet werden. Wie bereits zu Beginn dieses Jahrs geschehen, so sollen auch in den Folgeperioden alle über die Programme zum Jahresende gevesteten Anteile im Rahmen einer Bar-Kapitalerhöhung aus bestehendem genehmigtem Kapital unter Ausschluss des Bezugsrechts für bestehende Aktionäre zu Beginn des jeweiligen neuen Geschäftsjahres bedient werden. Dies hat ein sog. Equity Settlement zur Folge, d.h. der anfallende Personalaufwand exklusive der Lohnsteueranteile wird gegen die freie Kapitalrücklage gebucht. Lohnsteuerkomponenten wurden als Rückstellungen verbucht. Der Personalaufwand wurde pauschal um eine Fluktuationsrate gekürzt, welche die Fluktuation der unter die Programme fallende Mitarbeiterschaft berücksichtigen soll und aus der historischen Evidenz abgeleitet wird.

Die Bewertung der RSU-Programme erfolgt zum inneren Wert, weil mit einer Eintrittswahrscheinlichkeit von 100% davon ausgegangen wird, dass der Mitarbeiter die ihm zustehenden Aktien nach erfolgtem Vesting annimmt. Nicht gevestete Anteile verfallen. Die Dividendenannahme entspricht 0. Aus diesen Gründen findet die Bewertung mittels Stichtagskurs der creditshelf Aktie (XETRA) am jeweiligen Bewertungsstichtag statt. Dieser betrug am 30. Juni 2020 51,50 EUR. Hierbei handelt es sich um einen direkt am Markt beobachtbaren Parameter der Stufe 1.

Zum Stichtag 30. Juni 2020 lassen sich die vier RSU-Programme wie folgt zusammenfassen:

Restricted Stock Unit Program I

Das sog. RSU I stellt eine einmalige und zu Beginn des Geschäftsjahres 2019 gestartete Anreizvergütung dar, um ausgewählte Mitarbeiter an die Gesellschaft zu binden. Der Ansparzeitraum (sog. Vesting) der Ansprüche dieses Programms beträgt drei Jahre, die Vesting Frequenz ist quartalsweise. Die Zuteilung von Aktien an der Gesellschaft erfolgt an den jeweiligen Begünstigten anteilig zum jeweiligen Jahrestag des Gewährungstags (Geschäftsjahresende). Die Anzahl der gevesteten Anteile entspricht nicht einem Drittel der Anzahl der gewährten Anteile durch Zuteilungsschreiben, weil eine aufschiebende Elternzeitregelung im Jahr 2019 gegriffen hat.

Periode Anzahl der
urspr. gewährten
Anteile durch
Zuteilungs-
schreiben (A)
Anzahl der
verfallenen
Anteile (B)
Anzahl der
verbleibenden
Anteile (A) - (B)
Anzahl der
gevesteten
Anteile (C)
Anzahl der
gevesteten und
bereits in Aktien
gewandelten Anteile (D)
Beizulegender
Zeitwert der
gevesteten Anteile
(C) - (D)
bewertet zum
Aktienkurs am
Stichtag
Stück Stück Stück Stück Stück in TEUR
31.12.2019 8.635 4.587 4.048 1.690 0 87,9
30.06.2020 8.635 4.587 4.048 2.229 1.690 27,8

Der für das Restricted Stock Units Program I erfasste Personalaufwand beträgt für die Berichtsperiode 21,1 TEUR (Vorjahr: 157,7 TEUR).

Restricted Stock Unit Program II

Im Gegensatz zu RSU I handelt es sich bei RSU II um ein jährlich wiederkehrendes Programm, das neben der Unternehmensbindung der Mitarbeiter deren angemessene und wettbewerbsfähige Vergütung bezweckt und in zweierlei Ausgestaltungen operationalisiert wird. Zum einen kann der Vorstand in eigenem diskretionärem Ermessen entscheiden, ob und wenn ja welchen Mitarbeitern er RSU II zuteilt (Fall 1), zum anderen sind bestimmten Mitarbeitern Teile der Gesamtvergütung aus dem Arbeitsvertrag in RSU geschuldet oder Teil der variablen Vergütung im Falle von Ziel-Erreichung im Vertrieb (Fall 2). Während der Ansparzeitraum der Ansprüche analog RSU I drei Jahre beträgt, ist bei RSU II eine jährliche Vesting Frequenz vorgesehen. Die Zuteilung von Aktien an der Gesellschaft an den jeweiligen Begünstigten soll anteilig zum jeweiligen Jahrestag des Gewährungstags (Geschäftsjahresende) erfolgen.

Die folgende Tabelle beinhaltet RSU II Anteile sowohl für Fall 1 als auch für Fall 2. Da die Absolutbeträge aus Fall 2 erst mit dem Stichtagskurs zum Jahresende in RSUs final umgerechnet wurden, wurde hier eine Approximation über den Stichtagskurs zum 30. Juni 2020 gewählt. Dieser betrug 51,50 EUR.

Periode Anzahl der
urspr. gewährten
Anteile durch
Zuteilungs-
schreiben (A)
Anzahl der
verfallenen
Anteile (B)
Anzahl der
verbleibenden
Anteile (A) - (B)
Anzahl der
gevesteten
Anteile (C)
Anzahl der
gevesteten und
bereits in Aktien
gewandelten Anteile (D)
Beizulegender
Zeitwert der
gevesteten Anteile
(C) - (D)
bewertet zum
Aktienkurs am
Stichtag
Stück Stück Stück Stück Stück in TEUR
31.12.2019 5.552 867 4.685 2.091 0 108,7
30.06.2020 10.699 987 9.712 2.091 2.091 0,0

Der für das Restricted Stock Units Program II erfasste Personalaufwand beträgt für die Berichtsperiode 87,4 TEUR (Vorjahr: 88,8 TEUR).

Restricted Stock Unit Program III

RSU III schafft eine Anreizvergütung für Vorstände. Der Aufsichtsrat hat in der Sitzung vom 11. März 2019 dem RSU III Programm zugestimmt und grundsätzlich einen Rahmen in Höhe von 20.000 RSU über die Laufzeit des Dienstvertrags für Dr. Mark Währisch bewilligt. In dem Zuteilungsschreiben v. 08. Mai 2019 wurden Dr. Mark Währisch 10.000 RSU zugeteilt. In einem zweiten Zuteilungsschreiben v. 20. Januar 2020 wurden Dr. Mark Währisch weitere 10.000 RSU zugeteilt, womit der vom Aufsichtsrat bewilligte Rahmen in Höhe von 20.000 RSU über die Laufzeit des Dienstvertrags vollständig ausgeschöpft wurde. Der Ansparzeitraum für die Anteile aus beiden Zuteilungsschreiben läuft bis zum Ende des Dienstvertrags (30. April 2021). Die Zuteilung von Aktien an der Gesellschaft soll anteilig zum jeweiligen Jahrestag des Gewährungstags (Geschäftsjahresende) erfolgen. bzw. in 2021 am Ende des Dienstvertrags. RSU III sieht eine 4jährige Sperrfrist (sog. Lock-up) Regelung vor. Die Vesting Frequenz ist quartalsweise.

Periode Anzahl der
urspr. gewährten
Anteile durch
Zuteilungs-
schreiben (A)
Anzahl der
verfallenen
Anteile (B)
Anzahl der
verbleibenden
Anteile (A) - (B)
Anzahl der
gevesteten
Anteile (C)
Anzahl der
gevesteten und
bereits in Aktien
gewandelten Anteile (D)
Beizulegender
Zeitwert der
gevesteten Anteile
(C) - (D)
bewertet zum
Aktienkurs am
Stichtag
Stück Stück Stück Stück Stück in TEUR
31.12.2019 10.000 0 10.000 3.334 0 173,4
30.06.2020 20.000 0 20.000 8.889 3.334 286,1

Der für das Restricted Stock Units Program III erfasste Personalaufwand beträgt für die Berichtsperiode 393,3 TEUR (Vorjahr: 191,0 TEUR). Hier ist zu beachten, dass in Q1 2019 mangels Zuteilungsschreiben noch kein Personalaufwand erfasst wurde.

Restricted Stock Unit Program IV:

Am 19. Juni 2020 hat der Vorstand ein weiteres aktienbasierte Mitarbeiter-Anreizprogramm (RSU IV) beschlossen. Ausschließliche Zielsetzung dieses Programms ist es, die teilnehmenden Mitarbeiter an die Gesellschaft zu binden und die zukünftige Betriebstreue zu honorieren, um damit zum langfristigen Wachstum und wirtschaftlichen Erfolg der Gesellschaft und ihrer verbundenen Unternehmen beizutragen und die Interessen der Mitarbeiter mit denen der Aktionäre der Gesellschaft in Einklang zu bringen. Das Vesting und die Zuteilung von Aktien an der Gesellschaft erfolgen einmalig am Ende der Laufzeit des Programms, d.h. frühestens nach 3 Jahren.

Periode Anzahl der
urspr. gewährten
Anteile durch
Zuteilungs-
schreiben (A)
Anzahl der
verfallenen
Anteile (B)
Anzahl der
verbleibenden
Anteile (A) - (B)
Anzahl der
gevesteten
Anteile (C)
Anzahl der
gevesteten und
bereits in Aktien
gewandelten Anteile (D)
Beizulegender
Zeitwert der
gevesteten Anteile
(C) - (D)
bewertet zum
Aktienkurs am
Stichtag
Stück Stück Stück Stück Stück in TEUR
31.12.2019 0 0 0 0 0 0,0
30.06.2020 2.669 0 2.669 0 0 0,0

Der für das Restricted Stock Units Program IV erfasste Personalaufwand beträgt für die Berichtsperiode 11,2 TEUR (Vorjahr: 0,0 TEUR).

Zur weiteren Erklärung:

Der in den Tabellen aufgeführte beizulegende Zeitwert unterscheidet sich von dem erfassten Personalaufwand der Periode, welche der Methodik des IFRS 2 folgt. Diese sieht vor, den Aufwand nicht ratierlich in gleichen Anteilen über die Vestingperiode zu verteilen, sondern frühere Perioden höher zu gewichten. Dies gilt nicht für RSU IV, weil hier lediglich ein Vesting am Ende der Laufzeit des Programms vorgesehen ist. Der angegebene Personalaufwand beinhaltet programmübergreifend nicht die in der Berichtsperiode bereits in Höhe von 10,0 TEUR anteilig abgegrenzten und in diesem Geschäftsjahr anfallenden Transaktionskosten zur Schaffung von Aktien im Rahmen des nächsten Vestings.

12. Rückstellungen und sonstige finanzielle Verpflichtungen

Im Geschäftsjahr 2020 unterhielt der Konzern ein Programm zur Erteilung von virtuellen Beteiligungen, mit dem er einen Kooperationspartner der Gesellschaft am Wertzuwachs der Gesellschaft beteiligt, um diesen langfristig an die Gesellschaft zu binden.

Virtuelles Beteiligungsprogramm II

Am 29. Juli 2015 schloss die Gesellschaft mit diesem institutionellen Kooperationspartner - zusätzlich zu einem Kooperationsvertrag - einen Vertrag über die Gewährung von virtuellen Geschäftsanteilen ab. Dem Kooperationspartner wurden 1.500 virtuelle Geschäftsanteile zu jeweils einem Nennwert von 1,00 EUR an der Gesellschaft gewährt. Im Rahmen einer Nachtragsvereinbarung wurden dem Geschäftspartner zum 30. Juni 2018 weitere 19.640 virtuelle Geschäftsanteile zu jeweils einem Nennwert in Höhe von 1,00 EUR gewährt.

Jegliche Rechte aus dem "Virtuellen Beteiligungsprogramm II" sind ausschließlich schuldrechtlich veranlasst und werden nur durch Barzahlung beglichen. Der Vertragspartner hat somit keine Stimmrechte erworben und auch nicht das Recht an der Hauptversammlung der Gesellschaft teilzunehmen oder sonstige gesellschaftsrechtliche Verwaltungsrechte wahrzunehmen. Im Rahmen des "Virtuellen Beteiligungsprogramm II" kommt es zu Auszahlungen, soweit die Gesellschaft Gewinne ausschüttet oder ein vertraglich definiertes Exit-Ereignis, in Form des Kontrollverlustes der Bestandsgesellschafter über die Muttergesellschaft, eintritt. In der Bewertung wird auf dieses Exit-Ereignis abgestellt.

Die Bewertung der Rückstellungen aus dem "Virtuellen Beteiligungsprogramm II" erfolgt zum inneren Wert, weil mit einer Eintrittswahrscheinlichkeit von 100 % davon ausgegangen wird, dass der Kooperationspartner die ihm zustehenden Aktien nach erfolgtem Vesting annimmt. Nicht gevestete Anteile verfallen. Die Dividendenannahme entspricht 0.

Aus diesen Gründen und der vertraglichen Ausgestaltung des "Virtuellen Beteiligungsprogramms II" entspricht der beizulegende Zeitwert eines einzelnen virtuellen Anteils nach wirtschaftlichen und finanzmathematischen Grundsätzen dem beizulegenden Zeitwert des ihr gegenüberstehenden realen Geschäftsanteils. Seit dem Börsengang wurde der Börsenkurs zur Bewertung zugrunde gelegt. Aufgrund vertraglicher Vereinbarung wird jedoch nicht auf den Stichtagskurs, sondern auf einen 20-Tages-Durchschnitt abgezielt.

Die sich aus dem Beteiligungsprogramm ergebende Schuld wird an jedem Abschlussstichtag sowie am Erfüllungstag mit dem beizulegenden Zeitwert der ausgegebenen Anteile neu bewertet. Alle Änderungen der Verpflichtungen werden im Gewinn oder Verlust erfasst.

Die virtuelle Beteiligung stellte sich zum 31. Dezember 2019 wie folgt dar:

Ausgabedatum Anzahl
gewährter
Anteile
Bezugspreis Basiswert
je Anteil
Zeitwert
je virtuellem
Anteil
Beizulegender
Zeitwert
Gesamt
Stück in EUR in EUR in EUR in TEUR
29.07.2015 1.500 0,0 51,90 51,90 77,9
30.06.2018 19.640 0,0 51,90 51,90 1.019,3
Gesamt 21.140 0,0 51,90 51,90 1.097,2

Die virtuelle Beteiligung stellte sich zum 30. Juni 2020 wie folgt dar:

Ausgabedatum Anzahl
gewährter
Anteile
Bezugspreis Basiswert
je Anteil
Zeitwert
je virtuellem
Anteil
Beizulegender
Zeitwert
gesamt
Stück in EUR in EUR in EUR in TEUR
29.07.2015 1.500 0,00 52,33 52,33 78,5
30.06.2018 19.640 0,00 52,33 52,33 1.027,7
gesamt 21.140 0,00 52,33 52,33 1.106,2

Aufgrund der Aktienkursentwicklung der creditshelf Aktie in der ersten Jahreshälfte wurde die Rückstellung für das "Virtuelle Beteiligungsprogramm II" neubewertet. Der daraus resultierende sonstige betriebliche Aufwand beträgt im Zeitraum 01. Januar bis 30. Juni 2020 9,0 TEUR (Vorjahreszeitraum Ertrag: 59,1 TEUR).

Die Rückstellung aus dem "Virtuellen Beteiligungsprogramm II" wird weiterhin als langfristig eingestuft.

Desweitern sind in den Rückstellungen Lohnsteuerrückstellungen für die Restricted Stock Unit Programs in Höhe von insgesamt 321,1 TEUR (31. Dezember 2019: 158,3 TEUR) enthalten. Davon entfielen im Berichtszeitraum 179,9 TEUR auf kurzfristige Lohnsteuerrückstellungen und 141,2 TEUR auf langfristige Lohnsteuerrückstellungen.

Des Weiteren beinhalten die sonstigen finanziellen Verpflichtungen langfristige Leasingverbindlichkeiten in Höhe von 89,6 TEUR (31. Dezember 2019: 101,4 TEUR).

13. Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse des Konzerns zum 30. Juni 2020 gliedern sich wie folgt auf:

30.06.2020 30.06.2019
in TEUR in TEUR
Kreditnehmergebühren 1.695,3 1.152,8
Investorengebühren 770,1 613,4
Umsätze Valendo 35,9 0,0
2.501,3 1.766,2

Im 1. Halbjahr 2020 wuchsen die Umsatzerlöse von creditshelf im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 41,6% auf 2.501,3 TEUR (Vorjahreszeitraum: 1.766,2 TEUR). Wesentliche Ursache war ein deutlicher Anstieg des über die creditshelf-Plattform vermittelten Kreditvolumens von 35.800 TEUR im 1. Halbjahr 2019 auf 45.635 TEUR in den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres. Neben einer entsprechenden Steigerung der Investorengebühren profitierten die Umsatzerlöse im 1. Halbjahr 2020 von im Vergleich höheren Kreditnehmergebühren für die ausgezahlten Kredite. Entsprechend lag die Gesamtmarge aus dem Verhältnis von Umsatzerlösen zu arrangiertem Kreditvolumen mit 5,4% über dem Vorjahreszeitraum (4,9%). Darüber hinaus erhielt creditshelf im Berichtszeitraum neben den für die Investitionen des creditshelf Loan Fund anfallenden Investorengebühren eine einmalige Vergütung für Leistungen im Rahmen des Setups des seit Mai diesen Jahres tätigen Fonds in Höhe von 25,8 TEUR, die den Investorengebühren zugerechnet wurden. Neben der Zusammenarbeit mit dem Fonds in Luxemburg, erzielte die Gesellschaft ihre Umsatzerlöse im Berichtszeitraum ausschließlich in Deutschland.

In beiden Umsatzerlösströmen werden unter Anwendung der Kriterien aus IFRS 15 nur zeitpunktbezogene Umsatzerlöse erwirtschaftet. Die Leistungserbringung durch die Gesellschaft entsteht in beiden Fällen unmittelbar im Zeitpunkt der Kreditgewährung durch die Fronting Bank. Während die Vermittlungsgebühr direkt bei Auszahlung des Kreditbetrages durch die Fronting Bank einbehalten wird, wird die Investorengebühr im Rahmen der Kredittilgung ratierlich von den Tilgungsbeträgen vereinnahmt. In beiden Erlösströmen ergeben sich die Umsatzerlöse aus der Anwendung eines vertraglich definierten Prozentsatzes auf das ausgegebene Kreditvolumen. Seit dem Geschäftsjahr 2019 wird die noch nicht vereinnahmte Investorengebühr im Falle eines Ausfalls nach Einzelfallentscheidung des Vorstandes als Forderungsverzicht in der Gesamtergebnisrechnung unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen berücksichtigt.

Im Berichtszeitraum erzielte der creditshelf Konzern darüber hinaus Umsatzerlöse über die Valendo GmbH in Höhe von 35,9 TEUR. Aufgrund des Erwerbs der Valendo GmbH erst im Oktober 2019 ergaben sich im Vorjahreszeitraum für den creditshelf Konzern keine Umsatzerlöse. Dabei handelt es sich um Umsatzerlöse für Monitoring und Service-Leistungen in Bezug auf bestehende Kredite. In Zukunft plant die Gesellschaft, die Geschäftstätigkeit der Valendo GmbH vollständig mit denen des übrigen Konzerns zusammenzuführen.

14. Sonstige Erträge

Die sonstigen Erträge in Höhe von insgesamt 414,6 TEUR (Vorjahreszeitraum 198,2 TEUR) setzen sich im Wesentlichen aus drei Komponenten zusammen. Neben Erträgen aus der Auflösung von Rückstellungen in Höhe von 114,5 TEUR (Vorjahreszeitraum: 85,5 TEUR) und Disagien aus dem Kauf von Krediten in Höhe von 53,3 TEUR (Vorjahreszeitraum: 111,9 TEUR) sind dies im wesentlichen Kostenerstattungen aus Gerichtskosten und Vorleistungen zur Gründung des creditshelf Loan Fund in Höhe von 148,8 TEUR (Vorjahreszeitraum: 0,0 TEUR).

15. Personalaufwand

Der Personalaufwand betrug für das 1. Halbjahr 2020 3.017,8 TEUR nach 2.129,0 TEUR im 1. Halbjahr des Vorjahres. Hauptsächliche Ursache für den Anstieg des Personalaufwands ist die im Rahmen des geplanten Personalaufbaus gestiegene Anzahl der festangestellten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf 57 zum Stichtag 30. Juni 2020 nach 41 zum entsprechenden Vorjahresstichtag. Dies trägt dem Wachstum des Vertriebsteams ebenso Rechnung wie der klaren Absicht, die Abhängigkeit von externen Dienstleistern, beispielsweise im IT-Bereich, weiter zu reduzieren. Im Rahmen der Corona-Krise hat die Gesellschaft einen Einstellungsstopp veranlasst, der im Wesentlichen für Neueinstellungen ab der 2. Jahreshälfte gilt. Der im 1. Halbjahr angestoßene Mitarbeiteraufbau wurde planmäßig durchgeführt. Für die aktuelle Berichtsperiode enthält der Personalaufwandsposten Aufwendungen für Mitarbeiter-Anreizprogramme in Höhe von 513,0 TEUR (Vorjahreszeitraum: 437,4 TEUR), die der Motivation der Mitarbeiter und damit dem langfristigen Wachstum und wirtschaftlichen Erfolg der Gesellschaft dienen sollen.

Die Dienstverträge aller drei Vorstandsmitglieder sehen ein jährliches Bruttofixgehalt in Höhe von insgesamt 300 TEUR vor, d.h. 100 TEUR pro Person. Dieses wird in zwölf gleichen Teilbeträgen monatlich bezahlt. Eine darüberhinausgehende Barvergütung wird nicht geschuldet. Neben der Barvergütung erhalten die Vorstandsmitglieder Nebenleistungen im üblichen Rahmen. Hierzu zählen insbesondere übliche Zuschüsse zur Renten- und Krankenversicherung und eine Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung (sog. D&O Versicherung). Im 1.Halbjahr 2020 betrug die Gesamtvergütung des Vorstands 570,8 TEUR (Vorjahreszeitraum: 366,1 TEUR). Dies beinhaltet auch den für Dr. Mark Währisch im Rahmen des Restricted Stock Units Programms anfallenden Personalaufwand in Höhe von 393,2 TEUR (Vorjahreszeitraum: 191,0 TEUR). Weitere Details sind in Ziffer 11 des Anhangs beschrieben.

Die durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahrs beschäftigten Arbeitnehmer getrennt nach Gruppen entsprechend §285 Nr.7 HGB stellte sich zum 30. Juni 2020 wie folgt dar:

30.06.2020 30.06.2019
Vertrieb 14,5 6,5
Marketing 8,0 4,5
Risikoanalyse 9,5 5,0
Technologie 21,0 16,5
Verwaltung inkl. Vorstand 22,0 14,0
75,0 46,5

16. Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beliefen sich bis zum 30. Juni 2020 auf 2.537,2 TEUR und lagen somit in etwa auf dem Niveau des Vorjahreszeitraums in Höhe von 2.426,7 TEUR. Hier spiegelt sich ein konsequentes Sachkostenmanagement wider, da trotz des erhöhten Kreditvolumens und damit verbundener Aufwendungen wie Fremdleistungen und Vertriebsprovisionen keine zusätzlichen Kosten angefallen sind. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen stellen sich im Detail wie folgt zusammen:

30.06.2020 30.06.2019
in TEUR in TEUR
Aufwendungen für Marketing- und Werbemaßnahmen 899,7 1.066,5
Rechts- und Beratungskosten 451,5 562,1
Fremdleistungen 278,1 157,8
Vertriebsprovisionen 180,0 30,1
Aufwendungen für Lizenzen und Konzessionen 160,1 96,2
Mietaufwendungen 138,0 50,2
Beiträge 53,5 16,2
Prämien Darlehensforderungen 53,3 111,9
Aufwendungen für den Aufsichtsrat 45,0 51,3
Aufwendungen für Versicherungen 27,5 15,0
Reise und Bewirtungskosten 26,2 31,6
Aufwendungen für Wartungskosten für Hard- und Software 15,0 31,9
Sonstige Aufwendungen 209,3 205,9
2.537,2 2.426,7

Ein wesentlicher Teil der sonstigen betrieblichen Aufwendungen ist der Aufwand für Werbung und Marketingmaßnahmen. Dieser lag im 1. Halbjahr 2020 trotz Neuaufstellung des Marketingauftritts und der Optimierung des Kundenbeziehungsmanagements mit 899,7 TEUR unter dem des Vorjahreszeitraums (1.066,5 TEUR). Außerdem haben sich die Portokosten durch die Digitalausgabe des Magazins und die Kosten für Messe- und Repräsentationsveranstaltungen im Rahmen der Corona-Pandemie reduziert. Hier blieb creditshelf durch digitale Alternativen im Markt präsent. Im Vorjahr wurden in dieser Position noch die Reise und Bewirtungskosten in Höhe von 31,6 TEUR erfasst. Diese werden nun in einer separaten Zeile dargestellt und lagen Corona-bedingt auch unter dem Vorjahreszeitraum.

Rechts- und Beratungsaufwendungen verringerten sich im Vergleich zur Vorjahresperiode auf 451,5 TEUR (Vorjahreszeitraum: 562,1 TEUR). Der Rückgang erklärt sich zum einen durch höhere Aufwendungen zur Steigerung der Robustheit der creditshelf Plattform im Vorjahreszeitraum, wie auch durch geringere Beratungskosten im Rahmen der Abschlusserstellung und -prüfung sowie externe Buchführungskosten im Berichtszeitraum.

Fremdleistungen führten im 1. Halbjahr 2020 zu Aufwendungen in Höhe von 278,1 TEUR (Vorjahreszeitraum: 157,8 TEUR). Der Anstieg ist vor allem darauf zurückzuführen, dass das über die Plattform angefragte und arrangierte Kreditvolumen gestiegen ist, wodurch höhere Kosten für externe Bonitätsinformationen im Rahmen des Prüfungsprozesses sowie Bearbeitungsgebühren an Partnerbanken für die Ausfertigung von Kreditverträgen zu zahlen waren.

Aufwendungen für Verkaufsprovisionen für Vermittlung von Kreditnehmern aus dem wachsenden Partnernetzwerk auf der creditshelf-Plattform wie beispielsweise die Commerzbank Kooperation stiegen auf 180,0 TEUR (Vorjahreszeitraum: 30,1 TEUR).

Die Mietaufwendungen erhöhten sich im 1. Halbjahr 2020 aufgrund der Anmietung zusätzlicher Büroflächen im Rahmen des Mitarbeiterwachstums sowie des zusätzlichen Standorts in Berlin auf 138,0 TEUR (Vorjahreszeitraum: 50,2 TEUR).

Prämien für Darlehensforderungen bzw. Agien aus dem Kauf von Krediten fielen in Höhe von 53,3 TEUR (Vorjahreszeitraum: 111,9 TEUR) an. Dies ist im Wesentlichen auf ein verringertes Wiederverkaufsvolumen zurückzuführen.

Aufgrund von Bewertungseffekten entstand für virtuelle Beteiligungen im Berichtszeitraum ein Aufwand in Höhe von 9,0 TEUR. Im Vorjahreszeitraum wurde hier ein Ertrag von 59,1 TEUR verbucht.

Die übrigen sonstigen Aufwendungen betreffen unter anderem Aufwendungen für Lizenzen und Konzessionen, zeitanteilig abgegrenzte Aufsichtsratsvergütung, Mitgliedsbeiträge für Verbände, Kosten für Investor Relations, Reisekosten und Versicherungen. Diese stiegen von 417,5 TEUR im 1. Halbjahr 2019 auf 527,6 TEUR für die ersten sechs Monate des laufenden Geschäftsjahres an. Wesentliche Ursachen für die Erhöhung sind ein Anstieg für Aufwendungen für Lizenzen und Konzessionen auf 160,1 TEUR (Vorjahreszeitraum: 96,2 TEUR), sowie ein Anstieg der Beiträge auf 53,5 TEUR (Vorjahreszeitraum: 17,8 TEUR). Während ersteres unter anderem den Ausbau der Analysekapazitäten von creditshelf reflektiert, spiegeln sich in letzterem creditshelfs Bemühungen zum Ausbau des eigenen Kontaktnetzwerks wider. Dies umfasst unter anderem die Mitgliedschaft im seit Juni 2020 bestehenden Verband deutscher Kreditplattformen, bei dem creditshelf zu den Gründungsmitgliedern gehört.

17. Ergebnis je Aktie

Die Berechnung des unverwässerten Ergebnisses je Aktie basiert auf dem den Stammaktionären zurechenbaren Verlust und einem gewichteten Durchschnitt der im Umlauf befindlichen Stammaktien. Gemäß Ziffer 11 des Anhangs hat die Gesellschaft in 2019 begonnen, aktienbasierte Mitarbeiter-Anreizprogramme (Restricted Stock Units Programs) einzuführen. Hierbei handelt es sich um Vergütungsmaßnahmen im Sinne des IFRS 2, die gemäß IAS 33 in die Darstellung des Ergebnisses je Aktie einzubeziehen sind. IAS 33.48 sieht vor, dass alle bereits bewilligten Aktien als im Umlauf befindlich mit einzubeziehen sind. Entsprechend wurde auf die Anzahl von Restricted Stock Units (RSU) abgestellt, die durch verbindliche Zuteilungsschreiben zwischen Mitarbeiter und Gesellschaft vereinbart wurden. Desweitern wurden vertraglich geschuldete Gehaltskomponenten, die in RSU beglichen werden, mittels XETRA Stichtagsschlusskurs zum 30. Juni 2020 (51,50 EUR) der creditshelf Aktie in RSU umgerechnet und ebenfalls berücksichtigt. In Summe betrug die Anzahl zum Stichtag 30. Juni 2020 29.314 Stück. Im Gegensatz zum unverwässerten Ergebnis pro Aktie erhöht sich die zugrunde liegende Aktienanzahl entsprechend von 1.359.710 auf 1.389.024.

In der folgenden Überleitung entspricht gemäß IAS 33.41 das unverwässerte dem verwässerten Ergebnis, weil sich der Verlust je Aktie durch Berücksichtigung des Aktienprogramms reduzieren würde:

Anzahl Aktien Fehlbetrag
1. Halbjahr
EPS
(unverwässert/
verwässert)
in Stück in TEUR in EUR
30. Juni 2020
Unverwässert 1.352.239 -3.118,3 -2,31
Verwässert 1.381.553 -3.118,3 -2,31
30. Juni 2019
Unverwässert 1.331.250 -2.760,1 -2,07
Verwässert 1.352.182 -2.760,1 -2,07

C) Sonstige Angaben

18. Angaben zu Leasingverhältnissen (IFRS 16)

In der nachfolgenden Tabelle werden die Angaben zu den Leasingverhältnissen des creditshelf Konzerns nach IFRS 16.53 zusammengefasst. Im Februar 2020 hat die creditshelf AG einen PKW-Leasingvertrag abgeschlossen. Die Gesellschaft bilanziert daher nun zwei Nutzungsrechte bzw. Leasingverbindlichkeiten (siehe auch Anhang Ziffer 6). Die hier gemachten Angaben beziehen sich daher ab 2020 auf die angemieteten Räumlichkeiten in der Mainzer Landstraße 33a in Frankfurt am Main, sowie einem im 1. Halbjahr 2020 neu abgeschlossenen PKW- Leasingvertrag:

30.06.2020 30.06.2019
in TEUR in TEUR
Abschreibungsbeträge auf Nutzungsrechte 33,9 29,5
Zinsaufwendungen für Leasingverbindlichkeiten 2,9 3,8
Aufwand für kurzfristige Leasingverhältnisse nach IFRS 16.6 83,9 16,3
Aufwand für Leasingverhältnisse mit geringem Wert nach IFRS 16.6 14,6 5,1
Gesamte Zahlungsmittelabflüsse für Leasingverhältnisse 138,0 50,2
Zugänge von Nutzungsrechten 16,2 0,0
Neubewertung von Nutzungsrechten 14,1 0,0
Buchwert der Nutzungsrechte am Ende der Berichtsperiode 148,8 181,9

Die zum 30. Juni 2020 bzw. 31. Dezember 2019 bestehenden Leasingverbindlichkeiten weisen die folgenden Fälligkeiten auf:

bis 3
Monate
3 - 12
Monate
1 - 5
Jahre
über 5
Jahre
Gesamt Buchwert
in TEUR in TEUR in TEUR in TEUR in TEUR in TEUR
Leasingverbindlichkeiten
zum 31.12.2019 16,2 51,7 101,4 0,0 169,3 169,3
zum 30.06.2020 17,5 54,1 88,3 0,0 159,9 159,9

19. Segmentberichterstattung

Bei der Segmentierung folgt die Gesellschaft dem Management Ansatz. Dieser basiert auf der Annahme, dass sämtliche Vermögenswerte und Schulden, Aufwendungen und Erträge des Konzerns auf definierte Segmente entweder verursachungsgerecht oder mittels sachlicher Schlüssel verteilt werden können. Der wesentliche Geschäftsgegenstand des creditshelf Konzerns ist es, Kredite für kleine und mittelständische Unternehmen zu arrangieren, die vornehmlich von institutionellen Investoren gezeichnet und zuvor über eine Fronting Bank begeben werden. Hierfür erhält die creditshelf sowohl von Kreditnehmern als auch von Investoren Gebühren. Der arrangierte Kredit ist hierbei im gesamten Geschäftsverlauf als einheitliches Anlageprodukt zu sehen.

Das interne Erfolgs- und Kostencontrolling erfolgt konzernübergreifend aufbauend auf einer einheitlichen Steuerungslogik und des in Kapitel 2.1.4. aufgeführten Steuerungssystems.

Abgesehen von der Zusammenarbeit mit dem Fonds in Luxemburg ist creditshelf gegenwärtig nur auf dem deutschen Markt über die eigene Internetplattform aktiv.

Das Management der creditshelf hat daher sowohl nach produkt- als auch marktspezifischen Gesichtspunkten nur ein einziges Segment identifiziert. Die Berichterstattung nach IFRS 8 beschränkt sich daher auf die Angaben gem. IFRS 8.31 ff (ein einziges Berichtssegment). Die Bewertung erfolgt nach den gleichen Grundsätzen wie der Konzernabschluss.

30.06.2020 30.06.2019
Nettoumsatz im Segment in TEUR in TEUR
Kreditnehmergebühren 1.695,3 1.152,8
Investorengebühren 770,2 613,4
Umsätze Valendo 35,9 0,0
Gesamtsegmentumsatz 2.501,3 1.766,2

Sämtliche Segmentumsätze wurden auf dem deutschen Markt erzielt. Daher sind auch alle langfristigen Vermögenswerte den auf diesem Markt erzielten Umsätzen zuzuordnen.

30.06.2020 30.06.2019
Analyse nach Kundenanteil in TEUR in TEUR
Kunden mit Umsatzanteil > 10% 824,2 561,1
Restliche Kunden mit Umsatz <10 % 1.677,1 1.205,1
Gesamtsegmentumsatz 2.501,3 1.766,2

Gemäß IFRS 8.34 hat ein Unternehmen Informationen über den Grad seiner Abhängigkeit von wichtigen Kunden vorzulegen. Dies ist dann der Fall, wenn sich Umsatzerlöse aus Geschäftsvorfällen mit einem externen Kunden auf mindestens 10% der Umsatzerlöse des Unternehmens belaufen. Bei creditshelf stehen mehrere Kunden unter gemeinsamer Beherrschung. Diese wurden in oben gezeigter Tabelle entsprechend zusammengefasst. Der dargestellte Wert > 10% betrifft insoweit einen einzigen Kunden der creditshelf Aktiengesellschaft.

Die im Anhang des Konzernzwischenabschlusses zum 30. Juni 2019 gemachte Angabe zu Segmentkunden mit einem Umsatzanteil größer 10% gem. IAS 8.34 in Höhe von 0,0 TEUR war aufgrund eines Ermittlungsfehlers anzupassen. Der entsprechend korrigierte Wert findet sich mit 561,1 TEUR in der obigen Tabelle (siehe dazu auch Geschäftsbericht 2019, S. 80).

20. Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen (IAS 24)

Nahestehende Unternehmen und Personen sind neben verbundenen Unternehmen auch die Gesellschafter und andere natürliche Personen, die wesentlichen Einfluss auf den Konzern und auf seine Finanz- und Geschäftspolitik haben. Personen mit maßgeblichem Einfluss auf die Finanz- und Geschäftspolitik des Konzerns umfassen sämtliche Personen in Schlüsselpositionen und deren nahestehende Familienangehörige. Als nahestehende Personen wurden grundsätzlich identifiziert:

Name Funktion
Dr. Tim Thabe Vorstandsvorsitzender
Dr. Daniel Bartsch Stellvertretender Vorstandsvorsitzender
Dr. Mark Währisch Vorstand
Rolf Elgeti Aufsichtsratsvorsitzender
Rolf Hentschel Stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender
Prof. Dr. Dirk Schiereck Aufsichtsrat
Julia Heraeus-Rinnert Aufsichtsrätin
Dr. Joachim Rauhut Aufsichtsrat
Pedro Pinto Coelho Aufsichtsrat
DBR Investment GmbH Gesellschafter, Dr. Daniel Bartsch
LDT Investment UG (haftungsbeschränkt) Gesellschafter, Dr. Tim Thabe
Wahtari GmbH Gesellschafter
Hevella Capital GmbH & Co. KGaA Gesellschafter
Deutsche Konsum REIT-AG Nahestehendes Unternehmen über den Aufsichtsratsvorsitzenden Herrn Rolf Elgeti
Deutsche Konsum Grundbesitz GmbH Nahestehendes Unternehmen über den Aufsichtsratsvorsitzenden Herrn Rolf Elgeti
Deutsche Industrie REIT-AG Nahestehendes Unternehmen über den Aufsichtsratsvorsitzenden Herrn Rolf Elgeti
Edeloptics GmbH Nahestehendes Unternehmen über den Aufsichtsratsvorsitzenden Herrn Rolf Elgeti
Obotritia Capital KGaA Nahestehendes Unternehmen über den Aufsichtsratsvorsitzenden Herrn Rolf Elgeti
Bankhaus Obotritia GmbH Nahestehendes Unternehmen über den Aufsichtsratsvorsitzenden Herrn Rolf Elgeti
Midgard Beteiligungsgesellschaft mbH Nahestehendes Unternehmen über den Aufsichtsratsvorsitzenden Herrn Rolf Elgeti
EFa Vermögensverwaltungs KG Nahestehendes Unternehmen über den Aufsichtsratsvorsitzenden Herrn Rolf Elgeti

Salden und Geschäftsvorfälle zwischen der Gesellschaft und ihren Tochterunternehmen wurden im Zuge der Konsolidierung eliminiert und werden in dieser Anhangsangabe nicht erläutert. Einzelheiten zu Geschäftsvorfällen zwischen Konzern und anderen nahestehenden Personen und Unternehmen werden nachfolgend angegeben. Bezüglich der Managementvergütung wird auf die Erläuterungen zum Personalaufwand verwiesen (Ziffer 15).

a) An- und Verkäufe von Krediten durch nahestehende Personen im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit und damit zusammenhängende Investorengebühren

Im Rahmen der normalen Geschäftstätigkeit des Konzerns haben nahestehende Personen und Unternehmen Kredite von der creditshelf service GmbH an- und verkauft. Das Ergebnis einer Analyse auf Einzelkreditebene für die jeweiligen Zeiträume stellt sich wie folgt dar:

Periode vom 01.01.2019 bis 30.06.2019
in TEUR

Name Angekauftes
Volumen
Verkauftes
Volumen
Investoren-
gebühr
Bankhaus Obotritia GmbH 11.584,9 -30,0 270,9
Deutsche Konsum REIT-AG 2.690,0 -20,0 50,5
Midgard Beteiligungsgesellschaft mbH 1.450,0 -310,0 15,2
Obotritia Capital KGaA 16.080,0 -3.010,0 224,4
Deutsche Industrie REIT-AG 0,0 0,0 0,0
Summe 31.804,9 -3.370,0 561,1

Periode vom 01.01.2020 bis 30.06.2020
in TEUR

Name Angekauftes
Volumen
Verkauftes
Volumen
Investoren-
gebühr
Bankhaus Obotritia GmbH 0,0 0,0 0,0
Deutsche Konsum REIT-AG 9.480,0 0,0 173,2
Midgard Beteiligungsgesellschaft mbH 755,0 0,0 6,3
Obotritia Capital KGaA 8.220,0 -170,0 292,5
Deutsche Industrie REIT-AG 5.940,5 0,0 62,2
Summe 24.395,5 -170,0 531,8

Die Werte für die Midgard Beteiligungsgesellschaft mbH für die Periode vom 01. Januar 2019 bis 30. Juni 2019 wurden im Halbjahresberichts 2019 aufgrund eines Datenfehlers falsch ausgewiesen. Die in der obigen Tabelle abgetragenen Werte für diesen Zeitraum wurden nachträglich um diesen Fehler bereinigt und weichen entsprechend von den im Halbjahresbericht 2019 ausgewiesenen Werten ab.

b) Kreditnehmergebühren an creditshelf von nahestehenden Personen

Im Rahmen der normalen Geschäftstätigkeit des Konzerns wurden von den nachfolgend aufgeführten nahestehenden Personen Kreditnehmergebühren vereinnahmt.

30.06.2020 30.06.2019
Arrangiertes
Volumen
Kreditnehmer-
gebühr
Arrangiertes
Volumen
Kreditnehmer-
gebühr
Name in TEUR in TEUR in TEUR in TEUR
Edeloptics GmbH 7.000,0 290,0 0,0 0,0
Summe 7.000,0 290,0 0,0 0,0

Die Edeloptics GmbH wurde gem. IAS 24 erst im Geschäftsjahr 2020 zu einem nahestehenden Unternehmen. Entsprechend werden rückwirkend keine Werte für 2019 angegeben.

c) Darlehen von nahestehenden Personen an die creditshelf Aktiengesellschaft

Während zum 30. Juni 2019 Darlehen von nahestehenden Personen der creditshelf Aktiengesellschaft, DBR Investment GmbH und LDT Investment UG (haftungsbeschränkt) in Höhe von jeweils 52,2 TEUR ausstanden, wurden diese am 30. Dezember 2019 vollständig und inklusive aufgelaufener Stückzinsen zurückgezahlt. Weitere Darlehen nahestehender Personen an die creditshelf Aktiengesellschaft bestanden nicht.

Leistungen wurden erbracht, wie sie auch mit Dritten vereinbart worden wären.

21. Ereignisse nach dem Abschlussstichtag

Ereignisse, die nach IAS 10.21 nicht zu einer Anpassung der im Abschluss erfassten Beträge führen würden, aber dennoch berichtspflichtig wären, sind nicht eingetreten.

22. Organe der Gesellschaft

Namen der Mitglieder des Vorstandes

Während des 1. Halbjahres 2020 gehörten die folgenden Personen dem Vorstand an:

Dr. Tim Thabe, Vorstandsvorsitzender (CEO); Verantwortungsbereiche: Definition und Umsetzung der Unternehmensstrategie, Personal, Finanzen- und Konzernrechnungswesen inkl. Steuern, Investor Relations, Marketing und Unternehmenskommunikation, Produkte und Produktentwicklung

Dr. Daniel Bartsch, Chief Operating Officer (COO); Verantwortungsbereiche: Markt, Vertrieb, Business Development und Operations

Dr. Mark Währisch, Chief Risk Officer (CRO); Verantwortungsbereiche: Risikomanagement, Kreditanalyse, Kreditgeschäft, Recht und Compliance

Namen der Mitglieder des Aufsichtsrates

Der Aufsichtsrat berät und kontrolliert den Vorstand. Während des 1. Halbjahres 2020 gehörten die folgenden Personen dem Aufsichtsrat an:

Rolf Elgeti, Aufsichtsratsvorsitzender (Komplementär der Obotritia Capital KGaA, Komplementär der EFa Vermögensverwaltungs KG, Vorstandsvorsitzender der Deutsche Konsum REIT-AG und der Deutsche Industrie REIT-AG)

Rolf Hentschel, stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats (Selbstständiger Wirtschaftsprüfer, Steuerberater und Rechtsanwalt)

Prof. Dr. Dirk Schiereck (Leiter des Lehrstuhls Unternehmensfinanzierung an der Technischen Universität Darmstadt)

Julia Heraeus-Rinnert (Geschäftsführerin der J² Verwaltung GmbH)

Dr. Joachim Rauhut (Selbstständiger Unternehmensberater)

Pedro Pinto Coelho (Chairman der Banco BNI Europa)

23. Genehmigung des Abschlusses

Der Abschluss wurde am 09. September 2020 vom Vorstand aufgestellt.


Frankfurt, den 09. September 2020

der Vorstand

Dr. Tim Thabe Dr. Daniel Bartsch Dr. Mark Währisch

4. Versicherung der gesetzlichen Vertreter

"Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Lagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des creditshelf-Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des creditshelf Konzerns beschrieben sind."


Frankfurt, den 09. September 2020

creditshelf Aktiengesellschaft

der Vorstand

Dr. Tim Thabe Dr. Daniel Bartsch Dr. Mark Währisch