![]() creditshelf AktiengesellschaftFrankfurt am MainKonzernzwischenabschluss zum 30.06.20202. Konzernzwischenlagebericht zum 30. Juni 20202.1. Grundlagen des Konzerns2.1.1. Geschäftsmodell und Strategie Die creditshelf Aktiengesellschaft ("creditshelf" oder das "Unternehmen" und zusammen
mit ihren Tochtergesellschaften creditshelf service GmbH und Valendo GmbH die "creditshelf
Gruppe") ist ein Pionier im Bereich der digitalen Mittelstandsfinanzierung in Deutschland,
der über seine Online-Plattform www.creditshelf.com Kredite für kleine und mittlere
Unternehmen ("KMU") arrangiert. Seit Gründung im Jahr 2014 hat das Unternehmen erfolgreich
seine Plattform zur Kreditvergabe über Online-Kreditmarktplätze entwickelt, deren
Prozesse mit Hilfe von selbstentwickelten, datengesteuerten Risikoanalyse-Algorithmen
zur Kreditanalyse unterstützt werden. Die creditshelf-Plattform bildet den gesamten
Kreditprozess von der Antragstellung über die Kreditanalyse und das Risikomanagement
bis hin zur Auszahlung, die über eine regulierte Fronting Bank stattfindet, und Betreuung
eines Kredits ab. Eine sichere und für die Nutzer komfortabel zu bedienende Online-Plattform
ist entscheidend für den Unternehmenserfolg von creditshelf. Als Gestalter innovativer Finanzierungslösungen verbindet creditshelf mittelständische
Kreditnehmer, die Ihren Finanzierungsmix erweitern wollen, mit vornehmlich institutionellen
Investoren, für die effizient investierbare und anderweitig nicht zugängliche KMU-Risiken
eine attraktive Anlageklasse darstellen. Als einen deutlichen Kundennutzen und Wettbewerbsvorteil
gegenüber der klassischen Vergabepraxis von Bankkrediten wertet creditshelf, dass
über die creditshelf-Plattform auf Basis digitalisierter und automatisierter Prozesse
eine sehr effiziente und schnelle indikative Prüfung von Kreditprojektanträgen mit
geringen Transaktionskosten möglich ist. Das Unternehmen hält selbst keine arrangierten
Darlehen - weder als Darlehensnehmer noch als Investor ‒ in der eigenen Bilanz. Die
Kredite werden von einer sogenannten Fronting Bank vergeben. Diese Fronting Bank hat
eine Vollbanklizenz und wird benötigt, da nach geltendem deutschen Recht für die Gewährung
von Krediten in der Regel eine solche Banklizenz erforderlich ist. Nach Gewährung
eines Darlehens an den Kreditnehmer durch die Fronting Bank verkauft diese die Darlehensforderungen
an die creditshelf service GmbH ("creditshelf service"), eine 100%ige Tochtergesellschaft
der creditshelf, und überträgt das Darlehensengagement auf die creditshelf service.
Diese wiederum verkauft und überträgt die Kreditforderungen in Tranchen an Investoren
weiter, die über die creditshelf-Plattform Finanzierungszusagen abgegeben haben, und
übernimmt in der Folge für und im Namen der einzelnen Investoren die laufende Betreuung
des jeweiligen Darlehensengagements. Zum Kreis der Investoren zählt seit diesem Halbjahr
auch der sogenannte "creditshelf Loan Fund", ein in Luxemburg ansässiges Investmentvehikel,
dessen Namensgeber creditshelf ist, ohne hier eigene Gelder zu investieren. Ankerinvestor
dieses Fonds ist vielmehr der Europäische Investitionsfonds, der im Rahmen seines
EU-weiten Fördermandats breit gestreut in die über die creditshelf Plattform arrangierten
Darlehen investiert. Im Falle einer Finanzierung des Darlehens über den creditshelf
Loan Fund, trifft der Fonds Manager (1741 Gruppe) eine eigenständige Finanzierungszusage
für das jeweilige Darlehen. creditshelf agiert in beratender Rolle für die 1741 Gruppe. Das Produktangebot, das sich an deutsche mittelständische sowie Wachstumsunternehmen
richtet, umfasst Unternehmenskredite von 100.000 EUR bis zu 5 Mio. EUR mit einer Laufzeit
von 1 bis 96 Monaten. Unsere fokussierte Wachstumsstrategie basiert auf drei Säulen, deren Bedeutung für
die Gesellschaft und aktueller Entwicklungsstand untenstehend beschrieben werden: 1) Kooperationen: Ziel unserer Plattform ist der Ausbau strategischer Kooperationen
und Partnerschaften, die durch die Vermittlung von potentiellen Kreditnehmern aus
dem Netzwerk der Partner an creditshelf und umgekehrt sowie mit der Finanzierung der
Kredite über die Plattform für Wachstumsimpulse sorgen. Hier setzen wir auf ein akzelerierendes
Netzwerk Momentum. 2) Erweiterung des Produktportfolios: Um unseren Kunden jederzeit passende Lösungen
anbieten zu können, planen wir das Produktportfolio der Plattform durch flexible und
komplementäre Produkte zu erweitern. Diese neuen Produkte können entweder von creditshelf
selbst angeboten oder im Rahmen von Partnerschaften mit flexibler und individueller
Ausgestaltung in die Plattform integriert werden. Sie schaffen Potential für die Neukundengewinnung
und den Ausbau bestehender Kundenbeziehungen im Sinne einer höheren Konversionsquote.
Die Erweiterung des Produktportfolios bezieht die Anpassung der Erfordernis jährlicher
Mindestumsätze finanzierbarer Kreditnehmer von 2,5 Mio. EUR auf nunmehr 1,0 Mio. EUR
mit ein. 3) Softwareentwicklung: Wir arbeiten stetig an unseren datengesteuerten und automatisierten
Prozessen zur Unterstützung der Kreditauswahl sowie an den Kreditscoring-Algorithmen
und Modellen, um eine tiefere und effizientere Analyse zu ermöglichen. Wesentlich
für diese Weiterentwicklung ist ein im Geschäftsverlauf stetig wachsender Datensatz
auf Basis von abgelehnten und arrangierten Kreditprojekten, auf dessen Basis die Algorithmen
lernen und kontinuierlich verbessert werden können. So können wir effizient die Anzahl
der Kreditprojekte erhöhen, Laufzeiten verlängern, größere Volumina arrangieren und
schließlich organisches Wachstum sicherstellen. Gleichzeitig bietet sich die Chance,
Analysedienstleistungen auch Dritten anzubieten. 2.1.2. Konzernstruktur und Beteiligungen Die creditshelf Aktiengesellschaft, Frankfurt am Main, Deutschland, ist die Holdinggesellschaft
der creditshelf Gruppe. Sie nimmt bestimmte zentrale Funktionen für die gesamte Gruppe
wahr, unter anderem in den Bereichen Management, Controlling, Rechnungswesen, Unternehmenskommunikation,
Produktmanagement, Marketing, Investor Relations, Risikomanagement, Recht, Compliance
sowie Personalwesen. Die creditshelf service GmbH, Frankfurt am Main, Deutschland, ist eine 100%-ige Tochtergesellschaft
der creditshelf Aktiengesellschaft. Geschäftszweck der creditshelf service GmbH ist
der Ankauf und Verkauf von Kreditforderungen im eigenen Namen und auf eigene Rechnung,
ausgenommen das Betreiben des Factoring sowie aller sonstigen gemäß dem deutschen
Kreditwesengesetz (KWG), dem deutschen Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB) oder dem deutschen
Zahlungsdiensteaufsichtsgesetz (ZAG) erlaubnispflichtigen Tätigkeiten. Die Valendo GmbH, Berlin, Deutschland, ist eine 100%-ige Tochtergesellschaft der
creditshelf Aktiengesellschaft. Geschäftszweck der Valendo GmbH ist die Entwicklung
und der Betrieb von inländischen und ausländischen Internet- und Technologie-Projekten,
insbesondere zur interaktiven Vermittlung von Darlehen (inklusive Pfandkrediten) sowie
die Erbringung damit im Zusammenhang stehender Serviceleistungen. Tätigkeiten, die
nach dem Kreditwesengesetz (KWG) oder dem Zahlungsdiensteaufsichtsgesetz (ZAG) erlaubnispflichtig
sind, werden nicht erbracht. Zum Stichtag 30. Juni 2020 hielt die creditshelf Aktiengesellschaft darüber hinaus
keine weiteren direkten oder indirekten Beteiligungen. 2.1.3. Standorte und Mitarbeiter Die creditshelf Gruppe hat ihren Hauptsitz in Frankfurt am Main. Darüber hinaus hat
die creditshelf einen Standort in Berlin über die Valendo GmbH. Zum Stichtag 30. Juni 2020 waren bei der creditshelf Gruppe insgesamt 57 Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter festangestellt (30. Juni 2019: 41). 2.1.4. Steuerungssystem und Leistungsindikatoren Die creditshelf Aktiengesellschaft mit ihren drei Vorstandsmitgliedern steuert das
Geschäft anhand zentraler finanzieller Leistungsindikatoren. Diese werden regelmäßig
überprüft und genutzt, um die Leistung zu messen, Trends zu erkennen und strategische
Entscheidungen zu treffen. Bei den in der folgenden Tabelle aufgeführten Zahlen handelt
es sich um geprüfte Daten des internen Berichtssystems des Unternehmens. Neben einer
regelmäßigen Berichterstattung an den Vorstand fließen die wesentlichen Leistungsindikatoren
auch in die Diskussion mit dem Aufsichtsrat ein.
creditshelf verwendet darüber hinaus folgende ausgewählte weitere Leistungsindikatoren
zur Steuerung des Geschäftsbetriebs, zur Erfolgsmessung, zur Identifikation von Trends
und zur Unterstützung strategischer Entscheidungen:
Diese aus dem internen Customer-Relationship-Management-System ("CRM") stammenden
Indikatoren verändern sich z. T. unterjährig durch Saisonalität im Geschäftsmodell.
Zum Beispiel erreichte das arrangierte Kreditvolumen in den letzten Geschäftsjahren
inklusive 2019 jeweils in der zweiten Jahreshälfte sein Maximum. 2.1.5. Forschung und Entwicklung Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten werden bei der Gesellschaft klar unterschieden
und beschränken sich im Wesentlichen auf Entwicklungstätigkeiten. Diese konzentrieren
sich auf die creditshelf Plattform, die fortlaufende Optimierung des Datenmanagements,
der Algorithmen im Bereich der Kreditwürdigkeitsprüfung, die Systeme und Prozesse
zur Unterstützung der Kreditentscheidung sowie des fortlaufenden Monitorings von bereits
arrangierten Krediten. Die Weiterentwicklung eines fortschrittlichen Kreditprojektprozesses
mit einem datengesteuerten Algorithmus zur Risikoanalyse ist ein wichtiger Bestandteil
der Unternehmensstrategie. Hierzu hat creditshelf in der Vergangenheit mit einem Software-Beratungs-
und Entwicklungsunternehmen zusammengearbeitet, diese Zusammenarbeit im 1. Quartal
aber nach erfolgreicher Übergabe wie geplant beendet. Die in der Gesellschaft angefallenen Kosten in der Berichtsperiode in Höhe von 229,6
TEUR (Vorjahreszeitraum: 711,0 TEUR) für eigene Entwicklungen und für die Unterstützung
des bis März 2020 beauftragten externen Softwareentwicklers wurden als Herstellungs-
bzw. Anschaffungsnebenkosten auf die beiden immateriellen Vermögenswerte "Internetplattform"
und "Risikotool" aktiviert. Während im 1. Halbjahr 2019 in deutlich größerem Umfang
auf den externen Softwareentwickler zurückgegriffen wurde hat dieser seine Entwicklungstätigkeiten
zum Ende des Geschäftsjahres 2019 im Wesentlichen abgeschlossen und zu Beginn des
1. Quartals 2020 zur Weiterentwicklung an Mitarbeiter der creditshelf erfolgreich
übergeben. Zum 30. Juni 2020 beträgt der Buchwert der beiden, sich in Nutzung durch
die Gesellschaft befindlichen, immateriellen Vermögenswerte "Internetplattform" und
"Risikotool" 2.876,0 TEUR (Vorjahreszeitraum: 2.984,9 TEUR). Die vorgenommenen Regelabschreibungen
beliefen sich im Berichtszeitraum auf 458,4 TEUR (Vorjahreszeitraum: 299,4 TEUR),
außerordentliche Abschreibungen waren weder in diesem Berichtszeitraum noch im Vorjahreszeitraum
notwendig. 2.2. Wirtschaftsbericht2.2.1. Gesamtwirtschaftliches Umfeld Über die creditshelf-Plattform richtet sich creditshelf mit ihrem Produktangebot
an kleine und mittlere Unternehmen in Deutschland, die von der gesamtwirtschaftlichen
Entwicklung abhängig sind. Entsprechend kann die gesamtwirtschaftliche Entwicklung
und damit einhergehende Auswirkungen auf die Kreditanfrage bzw. das Kreditangebot
einen Einfluss auf den Verlauf des operativen Geschäfts von creditshelf haben. Auf Basis der am 30. Juli 2020 publizierten Informationen des Statistischen Bundesamtes
ist das deutsche Bruttoinlandsprodukt durch den "Shutdown" im Zuge der Corona-Pandemie
im 2. Quartal 2020 um 10,1% gegenüber dem Vorjahresquartal eingebrochen.1 Gleichzeitig deuten andere Konjunkturindikatoren wie der industrielle Produktionszuwachs
oder der ifo Konjunkturtest zur Gesamtwirtschaft zum Ende des 2. Quartals 2020 wieder
in Richtung wirtschaftlicher Erholung.2 Dieser Einschätzung stimmt der Sachverständigenrat Wirtschaft zu: Nach einem kräftigen
Einbruch im 1. Halbjahr dürfte ab Sommer eine langsame, V-förmige Erholung einsetzen,
sodass die Wirtschaft in Deutschland im Jahr 2021 wieder um 4,9% wächst.3 Der wöchentliche Aktivitätsindex (WAI) der Deutschen Bundesbank, der die realwirtschaftliche
Aktivität in Deutschland unter Einbezug verschiedener Wirtschaftsindikatoren abbildet,
deutet ebenfalls auf eine V-förmige Erholungskurve hin.4 Besonders die deutsche Industrie erfuhr dem BMWi zufolge im Rahmen der Corona-Pandemie
im 1. Quartal 2020 einen Produktionsrückgang von 2,2%. Maßgeblich hierfür seien besonders
Herstellungseinbrüche in Maschinenbau- und Automobilindustrie gewesen, auch im Baugewerbe
und im Konsumgüterbereich habe die Produktion abgenommen. Die Werte für Mai 2020 deuten
jedoch in allen Bereichen, besonders im produzierenden Gewerbe, in Richtung einer
deutlichen Erholung.5 Laut Konjunkturprognose des Sachverständigenrats ist die Entwicklung in den verschiedenen
Zweigen dieser Industrie zweigeteilt: Während beim Internet- und Versandhandel oder
beim Handel mit Lebensmitteln, Getränken und Tabakwaren im April Zuwächse zu verzeichnen
waren, kam es in Teilen des stationären Einzelhandels und im Gastgewerbe Corona-bedingt
zu Rückgängen.6 Die Erholungsthese für den Dienstleistungsbereich insgesamt wird gestützt von den
Ergebnissen des Markit/BME-Einkaufsmanager-Index (EMI) für Deutschland, der im Juni
deutlich über dem Vormonat und den Erwartungen lag. Zusätzlich ergibt sich aus den
EMI-Daten auch eine Erholungstendenz für die Industrie: Hier lag der Indexwert im
Juni ebenfalls deutlich über den Ergebnissen für Mai und der erwarteten Entwicklung.7 Dies korrespondiert mit den letzten Beobachtungen des BMWi und verdeutlicht darüber
hinaus, dass die Entwicklung von Industrien und Geschäftsmodellen differenziert zu
betrachten ist. Zusätzliche Auswirkungen auf die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Deutschland
haben die im Rahmen der Corona-Pandemie seit März 2020 in Kraft getretenen Hilfsmaßnahmen
der Bundesregierung. Dazu zählen Erleichterungen beim Kurzarbeitergeld, steuerliche
Liquiditätshilfen für Unternehmen sowie umfangreiche Hilfskreditprogramme, die die
Auswirkungen der Corona-Pandemie abfedern sollen.8Zusätzlich gilt seit März 2020 bis mindestens 30. September 2020 ein Insolvenzmoratorium,
d.h. die Insolvenzantragspflicht, rechtliche Folgen im Falle einer Insolvenzreife
sowie Insolvenzanfechtungen sind ausgesetzt bzw. erheblich eingeschränkt.9Diese Maßnahmen führten insgesamt zu deutlich weniger Insolvenzen. Laut Statistischem
Bundesamt lagen die angemeldeten Insolvenzen im 1. Quartal mit 3,7% unter dem Wert
des Vorjahresquartals. Dieser Trend werde voraussichtlich auch in den Sommermonaten
weiter anhalten.10 Die Weltwirtschaft ist ebenfalls von der durch die Corona-Pandemie ausgelösten, starken
Rezession geprägt. So ist die weltwirtschaftliche Aktivität laut den Ökonomen am Kieler
Institut für Weltwirtschaft (IfW) infolge der Pandemie im 1. Halbjahr 2020 um fast
10% gesunken. Auch hier sei die Talsohle aber bereits durchschritten und China, das
als erstes von den Auswirkungen der Corona-Pandemie betroffen war, habe laut IfW bereits
einen erheblichen Teil des Produktionseinbruchs wieder wettgemacht.11Der Internationale Währungsfonds (IWF) geht in seiner Prognose vom Juni 2020 zwar
davon aus, dass die globale Wirtschaftsleistung im Jahr 2020 um 4,9% schrumpfen wird,
betont aber die positive Wirkung wirtschaftspolitischer Maßnahmen, besonders in entwickelten
Volkswirtschaften wie z.B. Deutschland.12 Dieses gesamtwirtschaftliche Umfeld setzt für die mittelständischen Kunden von creditshelf
und damit auch für das Unternehmen selbst einerseits herausfordernde Rahmenbedingungen,
die aber andererseits von entstehenden Chancen im Zuge einer wirtschaftlichen Erholung,
einer zum aktuellen Zeitpunkt abgemilderten Insolvenzgefahr für Unternehmen im Bestandsportfolio
und Etablierung neuer Geschäftsmodelle, die Chancen für creditshelf's Wachstumsinitiative
darstellen, kompensiert werden. Wesentlich damit verbunden ist die Entwicklung des
Kreditmarkts in Deutschland, die im folgenden Kapitel beschrieben wird.
1
Statistisches Bundesamt. (2020). Pressemitteilung Nr. 287 vom 30. Juli 2020. 2.2.2. Branchenspezifische Rahmenbedingungen creditshelf ist im Bereich der Kreditvergabe über Online-Kreditmarktplätze an kleine
und mittlere Unternehmen (KMU) in Deutschland aktiv. Damit ist creditshelf aus Sicht
des Unternehmens Teil des deutschen Kreditmarkts und gehört zur Branche der digitalen
Finanzierungsanbieter für KMU. Der deutsche Kreditmarkt ist wesentlich von den Auswirkungen der Corona-Pandemie
betroffen. Banken reichten dem KfW-Kreditmarktausblick zufolge im 1. Quartal 2020
7,3% mehr Kredite aus als im Vorjahr. Im Schlussquartal 2019 waren es nur 3,7%. Triebfeder
für diesen Anstieg sind die kurzen Laufzeiten, während langfristige Kredite, die vornehmlich
zur Finanzierung von Investitionsprojekten dienen, kaum zugelegt haben. Hier spiegle
sich der sprunghaft gestiegene Liquiditätsbedarf aufgrund der pandemiebedingten Umsatzausfälle
wider.13 Gleichzeitig prognostiziert die Europäische Zentralbank einen weiteren Anstieg der
Kreditvergabe: Die Mehrheit der deutschen Finanzinstitute erwarte eine weiter steigende
Kreditnachfrage durch Unternehmen.14 Um diesen im Wesentlichen aus der Corona-Krise resultierenden, erhöhten Bedarf an
kurzfristiger Liquidität bedienen zu können, wurden in Deutschland und der Eurozone
zahlreiche staatlich unterstützte Hilfsprogramme aufgelegt. Hierzu zählen neben dem
bereits erwähnten Insolvenzmoratorium auch die zusätzliche Liquidität der EZB mit
für Banken attraktiven Finanzierungskonditionen sowie die weitreichende Entlastung
der Geldhäuser von zusätzlichen Risiken im Rahmen der KfW-Förderprogramme15, an denen alternative Finanzierungsplattformen bisher nicht direkt teilhaben können.
Diese Förderprogramme dürften während der Krise einen nicht unerheblichen Teil des
KMU-Kreditbedarfs abdecken.16 Obwohl KMUs somit die wesentlichen Nutznießer dieser Maßnahmen sind, ist fraglich,
ob die staatlichen Hilfsprogramme aufgrund Ihres temporären Charakters auch die langfristigen
finanziellen Folgen der Corona-Pandemie abfedern bzw. nach der Krise weiterhin als
Finanzierungsoption zur Verfügung stehen und ob insbesondere die KfW-Kredite aufgrund
ihrer spezifischen Vergabe- und Verwendungskriterien alle finanzierungsfähigen KMUs
bedienen werden.17 Dies schafft aus Sicht von creditshelf, neben den von Banken prinzipiell schwer finanzierbaren
Bereichen wie Wachstumsfinanzierungen, Raum für Finanzierungsoptionen außerhalb des
klassischen Bankenumfelds. Dazu zählt auch eine Rückkehr des unbesicherten Betriebsmittelkredits
z.B. zur Vorfinanzierung im Rahmen eines steigenden Auftragsvolumens durch die anhaltende
wirtschaftliche Erholung. Die EZB beobachtete in ihrem Bank Lending Survey im 2. Quartal 2020 vor dem Hintergrund
der Corona-Pandemie in Europa einen sprunghaften Anstieg der Nachfrage nach Unternehmenskrediten
insgesamt, im KMU-Bereich um 61%. Gleichzeitig verringerte sich die Ablehnungsquote
lediglich um 12%. Wesentlicher Treiber des Anstiegs ist die Nachfrage nach Betriebsmittel-
und Lagerfinanzierungen.18Für Deutschland zeichnet die Befragung der EZB ein teilweise konträres Bild. Auch
hier stieg die Kreditnachfrage, im Wesentlichen für Betriebsmittelfinanzierungen,
stark an, während sich die Ablehnungsrate, anders als im gesamteuropäischen Kontext,
ebenfalls weiter erhöhte.19Daraus lässt sich ableiten, dass es trotz der geschaffenen Erleichterungen in Deutschland
weiterhin ein nicht unerhebliches Volumen an Kreditanfragen gibt, das nicht von traditionellen
Banken bedient wird. In einer Befragung des Instituts der deutschen Wirtschaft im
2. Quartal 2020 berichteten rund 17% der befragten Unternehmen von akuten und starken
Finanzierungsschwierigkeiten. 27% benannten schwache Finanzierungsprobleme für die
Zeit bis zum Sommer dieses Jahres - ein Trend, der laut den Befragten auch in der
2. Jahreshälfte noch eine wesentliche Rolle spielen wird.20Da einer Studie von Barkow Consulting und der solarisBank zufolge 99,5% der Unternehmen
in Deutschland zum KMU-Sektor gehören21, dürften sich diese Trends auch auf diesen Bereich übertragen lassen. Eine von creditshelf initiierte und von der Technischen Universität Darmstadt begleiteten
Befragung deutscher Mittelständler, der sog. Finanzierungsmonitor, kommt zu dem Ergebnis,
dass Alternativen zum klassischen Hausbankkredit auch in der Corona-Krise eine wichtige
Rolle für die Unternehmen spielen. So gaben 64% der Befragten an, sich zusätzlich
zu bestehenden Hausbankkreditlinien und Hilfsprogrammen mit Alternativen zum klassischen
Bankkredit beschäftigt zu haben. 11% der Befragten gaben an, im Zuge der Krise auch
bereits Alternativen zum klassischen Bankkredit genutzt zu haben. Damit stellen Kreditplattformen
weiterhin eine wichtige Alternative und Ergänzung im Finanzierungsmix der Mittelständler
dar.22Gleichzeitig besteht die Möglichkeit, dass sich bei einer zukünftigen Einbindung der
Kreditplattformen in die Hilfsprogramme, wie sie beispielsweise der Verband deutscher
Kreditplattformen fordert, neue Marktpotenziale für digitale KMU-Finanzierer auftun.23 Ausgehend von der bereits beschriebenen, V-förmigen BIP-Entwicklung, bei der nach
einem starken Absturz im 1. Quartal spätestens zum Ende des 2. Quartals eine zunächst
deutliche und über die nächsten beiden Jahre abflachende Erholung einsetzt auch mit
der Folge abnehmender temporär staatlich intervenierter Kreditversorgung, könnte aus
Sicht des creditshelf Managements der Marktanteil digitaler Kredite bis 2023 vor diesem
Hintergrund sogar über den in einer Studie von Barkow Consulting und der solarisBank
genannten 7% des gesamten jährlichen Neugeschäfts liegen. Auf Basis von Daten der
Deutschen Bundesbank beziffert die Studie den Bestand der KMU-Kredite in Deutschland
zum Dezember 2018 auf rund 200 Mrd. EUR. Der Teil, bei denen zumindest ein Teil des
Vertriebs- und Kreditvergabeprozesses automatisiert bzw. digital abläuft, betrug im
Jahr 2018 noch 1,9 % oder rund 1 Mrd. EUR nach rund 500 Mio. EUR bzw. 1 % in 2017.24 Insgesamt präsentieren die ausgewählten Untersuchungen den Markt für KMU-Kredite
im Allgemeinen und die Branche der digitalen Finanzierungsalternativen für KMU im
Besonderen als Wachstumsmärkte, auch in der Corona-Krise.
13
KfW. (2020). KfW-Kreditmarktausblick: Juni 2020. Bezugsgröße ist ein gleitendes 2-Quartals-Mittel. 2.2.3. Wettbewerb und Marktstruktur Wettbewerber sind aus Sicht des Unternehmens andere digitale Finanzierungsanbieter
und -plattformen mit Fokus auf kleine bis mittlere Unternehmen in Deutschland. Neben
reinen Online-Vergleichsplattformen wie Fincompare oder Compeon im weiteren Sinne
zählen dazu vor allem Kreditmarktplätze wie z.B. October (Sitz in Frankreich, Markteintritt
in Deutschland erfolgt) oder Auxmoney (Sitz in Deutschland, Ausweitung des Geschäftsmodells
auch auf KMU-Finanzierungen), Kapilendo (Sitz in Deutschland) sowie Challenger Banks
wie die RiverBank (Luxemburg) oder in bestimmten Bereichen wie Wachstumsfinanzierungen
auch Marktteilnehmer wie die Deutsche Handelsbank oder klassische Venture Debt Anbieter,
wobei letztere eher größere Mindestkreditvolumina anstreben. Im Vergleich zu vorherigen
Berichterstattungen ist festzuhalten, dass die Kreditplattform Funding Circle den
Marktauftritt am Standort Deutschland dahingehend verändert hat, nur noch eine Kreditvermittlung
- unter anderem auch an creditshelf - anzubieten und kein originäres Kreditprodukt
mehr zu vertreiben. creditshelf fokussiert sich auf Bereiche, die in der Regel von
Wettbewerbern nicht oder nur teilweise abgedeckt werden. Abgrenzungsmerkmale sind dabei das durchschnittliche arrangierte Kreditvolumen, die
Laufzeit (1 Monat bis 8 Jahre), die Unternehmenszielgruppe (1 bis 100 Mio. EUR Umsatz),
strukturelle Merkmale des Kredites wie der Rang in der Kapitalstruktur (im Falle von
creditshelf ausschließlich vorrangig) oder Art der Besicherung (im Falle von creditshelf
im Wesentlichen dinglich unbesichert) sowie die Kredithöhe (100.000 EUR bis 5 Mio.
EUR) und Art der Investoren (Fokus institutionelle Investoren). Im Verlauf der Corona-Pandemie hat sich indirekt der Wettbewerb durch klassische
Banken erhöht. Diese operieren im Rahmen Ihrer Hausbankfunktion als zentrale Intermediäre
für staatliche Hilfsprogramme, die mittels Risikoübernahmen den steigenden Liquiditätsbedarf
bedienen sollen. Folglich hat sich das Wachstum des Kreditneugeschäfts der Banken
mit Unternehmen im 1. Halbjahr und bezogen auf klassische Betriebsmittelkredite deutlich
beschleunigt und den Bedarf nach alternativen Finanzierungsformen aufgrund des staatlichen
Eingriffs temporär gebremst.25 Weiterhin ist jedoch festzustellen, dass Banken sich im für creditshelf primär relevanten
Kundensegment in der Regel auf besicherte Kredite fokussieren. creditshelf betrachtet
sich in diesem Zusammenhang als Kooperationspartner für Banken wie im Falle der Partnerschaft
mit der Commerzbank, die im Berichtszeitraum maßgeblichen Anteil am arrangierten Kreditvolumen
hatte. Studien zeigen, dass Digitalisierung und Automatisierung in Kreditprozessen im Niedrigzinsumfeld
ein entscheidender Wettbewerbsfaktor ist, der Grad der Automatisierung im Firmenkundengeschäft
aber hinter dem des Privatkundengeschäfts zurückbleibt.26Banken könnten von der creditshelf Technologie im Hinblick auf die Kreditanalyse profitieren
und somit ggf. einen besseren und effizienteren eigenen Kreditprozess umsetzen. Dieser
Trend dürfte sich aufgrund der Corona-Pandemie weiter verstärkt haben. Abschließend ist festzuhalten, dass das Management unverändert von einem stark wachsenden
Markt für digitale Mittelstandsfinanzierungen in Deutschland ausgeht27. Gleichzeitig wirken sich aber temporäre Effekte staatlich geförderter Hilfsprogramme
zur Bekämpfung der wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Nachfrage
alternativer Finanzierungsformen aus. Es wird weiterhin angenommen, dass die Erholung
der Wirtschaft in einem "V-förmigen" Verlauf ohne erneuten Lock-down erfolgen wird28und dadurch gekennzeichnet ist, dass sich einzelne Industrien und Geschäftsmodelle
selektiv schneller auf Vorkrisenniveaus und darüber hinaus entwickeln werden und die
Nachfrage nach nicht über staatliche Hilfsprogramme abgedeckte Betriebsmittelkredite
wieder zunehmen wird.
22
creditshelf. (2020). Finanzierungsmonitor 2020. Corona Update. 2.2.4. Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage2.2.4.1. Ertragslage Im 1. Halbjahr 2020 wuchsen die Umsatzerlöse von creditshelf im Vergleich zum Vorjahreszeitraum
um 41,6 % auf 2.501,3 TEUR (Vorjahreszeitraum: 1.766,2 TEUR). Wesentliche Ursache
war ein deutlicher Anstieg des über die creditshelf-Plattform vermittelten Kreditvolumens
von 35.800 TEUR im 1. Halbjahr 2019 auf 45.635 TEUR in den ersten sechs Monaten des
laufenden Geschäftsjahres. Nach einem schwächeren 1. Quartal 2020, das von geringerer
Investorennachfrage und noch höherer Risikowachsamkeit auf Seiten creditshelfs geprägt
war, erhielt das Unternehmen im 2. Quartal aufgrund des erfolgreich gestarteten creditshelf
Loan Fund und damit einhergehender Diversifikation der Investorenbasis einen signifikanten
Wachstumsschub, der auch die Umsatzerlöse zurück auf Wachstumskurs gebracht hat. Neben
einer entsprechenden Steigerung der Investorengebühren profitierten die Umsatzerlöse
im 1. Halbjahr 2020 von höheren Kreditnehmergebühren für die ausgezahlten Kredite.
Entsprechend lag die Gesamtmarge aus dem Verhältnis von Umsatzerlösen zu arrangiertem
Kreditvolumen mit 5,4% über dem Vorjahreszeitraum (4,9%). Darüber hinaus erhielt creditshelf
im Berichtszeitraum neben den für die Investitionen des creditshelf Loan Fund anfallenden
Investorengebühren eine einmalige Vergütung für Leistungen im Rahmen des Setups des
seit Mai dieses Jahrs tätigen Fonds in Höhe von 25,8 TEUR, die den Investorengebühren
zugerechnet wurden. Neben der Zusammenarbeit mit dem Fonds in Luxemburg, erzielte
die Gesellschaft ihre Umsatzerlöse im Berichtszeitraum ausschließlich in Deutschland. Die sonstigen Erträge in Höhe von insgesamt 414,6 TEUR (Vorjahreszeitraum: 198,2
TEUR) setzen sich im Wesentlichen aus drei Komponenten zusammen: Neben Erträgen aus
der Auflösung von Rückstellungen in Höhe von 114,5 TEUR (Vorjahreszeitraum: 85,5 TEUR)
und Disagien aus dem Kauf von Krediten in Höhe von 53,3 TEUR (Vorjahreszeitraum: 111,9
TEUR) sind dies im Wesentlichen Kostenerstattungen aus Gerichtskosten und Vorleistungen
zur Gründung des creditshelf Loan Fund in Höhe von 148,8 TEUR (Vorjahreszeitraum:
0,0 TEUR). Im 1. Halbjahr 2020 aktivierte Eigenleistungen umfassen im Wesentlichen immaterielle
Vermögenswerte in Form der selbstentwickelten Internetplattform und des Risikotools,
die sich auf 185,4 TEUR nach 155,6 TEUR im Vergleichszeitraum beliefen. Der Personalaufwand lag für das 1. Halbjahr 2020 bei 3.017,8 TEUR nach 2.129,0 TEUR
im 1. Halbjahr des Vorjahres. Hauptsächliche Ursache für den Anstieg des Personalaufwands
ist die im Rahmen des geplanten Personalaufbaus gestiegene Anzahl der festangestellten
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf 57 zum Stichtag 30. Juni 2020 nach 41 Festangestellten
zum entsprechenden Vorjahresstichtag. Dies trägt dem Wachstum des Vertriebsteams ebenso
Rechnung wie der klaren Absicht, die Abhängigkeit von externen Dienstleistern, beispielsweise
im IT-Bereich, weiter zu reduzieren. Im Rahmen der Corona-Krise hat die Gesellschaft
einen Einstellungsstopp veranlasst, der im Wesentlichen für Neueinstellungen ab der
2. Jahreshälfte gilt. Der im 1. Halbjahr angestoßene Mitarbeiteraufbau wurde planmäßig
durchgeführt. Für die aktuelle Berichtsperiode enthält der Personalaufwandsposten
Aufwendungen für aktienbasierte Mitarbeiter-Anreizprogramme in Höhe von 513,0 TEUR
(Vorjahreszeitraum: 437,4 TEUR), die der Motivation der Mitarbeiter und damit dem
langfristigen Wachstum und wirtschaftlichen Erfolg der Gesellschaft dienen sollen. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beliefen sich bis zum 30. Juni 2020 auf
2.537,2 TEUR und lagen somit in etwa auf dem Niveau des Vorjahreszeitraums in Höhe
von 2.426,7 TEUR. Hier spiegelt sich ein konsequentes Sachkostenmanagement wider,
da trotz des erhöhten Kreditvolumens und damit verbundener Aufwendungen wie Fremdleistungen
und Vertriebsprovisionen keine höheren Kosten angefallen sind. Ein wesentlicher Teil der sonstigen betrieblichen Aufwendungen ist der Aufwand für
Werbung und Marketingmaßnahmen. Dieser lag im 1. Halbjahr 2020 trotz Neuaufstellung
des Marketingauftritts und der Optimierung des Kundenbeziehungsmanagements mit 899,7
TEUR unter dem des Vorjahreszeitraums (1.066,5 TEUR). Außerdem haben sich die Portokosten
durch die Digitalausgabe des Magazins und die Kosten für Messe- und Repräsentationsveranstaltungen
im Rahmen der geltenden Veranstaltungsverbote reduziert. Hier blieb creditshelf durch
digitale Alternativen im Markt präsent. Im Vorjahr wurden in dieser Position zudem
noch die Reise und Bewirtungskosten in Höhe von 31,6 TEUR erfasst. Diese sind jetzt
den übrigen sonstigen Aufwendungen zugeordnet. Rechts- und Beratungsaufwendungen verringerten sich im Vergleich zur Vorjahresperiode
auf 451,5 TEUR (Vorjahreszeitraum: 562,1 TEUR). Der Rückgang erklärt sich zum einen
durch höhere Aufwendungen zur Steigerung der Robustheit der creditshelf Plattform
im Vorjahreszeitraum, wie auch durch geringere Beratungskosten im Rahmen der Abschlusserstellung
und -prüfung sowie externe Buchführungskosten im Berichtszeitraum. Fremdleistungen führten im 1. Halbjahr 2020 zu Aufwendungen in Höhe von 278,1 TEUR
nach 157,8 TEUR im Vorjahreszeitraum. Der Anstieg ist vor allem darauf zurückzuführen,
dass das über die Plattform angefragte und arrangierte Kreditvolumen gestiegen ist,
wodurch höhere Kosten für externe Bonitätsinformationen im Rahmen des Prüfungsprozesses
sowie Bearbeitungsgebühren an Partnerbanken für die Ausfertigung von Kreditverträgen
zu zahlen waren. Aufwendungen für Verkaufsprovisionen für die Vermittlung von Kreditnehmern aus dem
wachsenden Partnernetzwerk auf der creditshelf-Plattform wie beispielsweise die Commerzbank
Kooperation stiegen auf 180,0 TEUR (Vorjahreszeitraum: 30,1 TEUR). Die Mietaufwendungen erhöhten sich im 1. Halbjahr 2020 aufgrund der Anmietung zusätzlicher
Büroflächen im Rahmen des Mitarbeiterwachstums sowie des zusätzlichen Standorts in
Berlin auf 138,0 TEUR (Vorjahreszeitraum: 50,2 TEUR). Prämien für Darlehensforderungen bzw. Agien aus dem Kauf von Krediten fielen in Höhe
von 53,3 TEUR (Vorjahreszeitraum: 111,9 TEUR) an. Dies ist im Wesentlichen auf ein
verringertes Wiederverkaufsvolumen zurückzuführen. Aufgrund von Bewertungseffekten entstand für virtuelle Beteiligungen im Berichtszeitraum
ein Aufwand in Höhe von 9,0 TEUR. Im Vorjahreszeitraum wurde hier ein Ertrag von 59,1
TEUR verbucht. Die übrigen sonstigen Aufwendungen betreffen unter anderem Aufwendungen für Lizenzen
und Konzessionen, zeitanteilig abgegrenzte Aufsichtsratsvergütung, Mitgliedsbeiträge
für Verbände, Kosten für Investor Relations, Reisekosten und Versicherungen. Diese
stiegen von 417,5 TEUR im 1. Halbjahr 2019 auf 527,6 TEUR in den ersten sechs Monaten
des laufenden Geschäftsjahres an. Wesentliche Ursachen für die Erhöhung sind ein Anstieg
für Aufwendungen für Lizenzen und Konzessionen auf 160,1 TEUR (Vorjahreszeitraum:
96,2 TEUR), sowie ein Anstieg der Beiträge auf 53,5 TEUR (Vorjahreszeitraum: 17,8
TEUR). Während ersteres unter anderem den Ausbau der Analysekapazitäten von creditshelf
reflektiert, spiegeln sich in letzterem creditshelfs Bemühungen zum Ausbau des eigenen
Kontaktnetzwerks wider. Dies umfasst unter anderem die Mitgliedschaft im seit Juni
2020 bestehenden Verband deutscher Kreditplattformen, bei dem creditshelf zu den Gründungsmitgliedern
gehört. Die im Vorjahr dem Marketingaufwand zugeordneten Reise- und Bewirtungskosten
verringerten sich im Berichtszeitraum aufgrund der Corona-Krise auf 26,2 TEUR (Vorjahreszeitraum:
31,6 TEUR). Im Rahmen der Corona-Krise hat die Gesellschaft mit einem allgemein strengeren
Sachkostenmanagement begonnen, das im Wesentlichen im 2. Halbjahr 2020 seine Wirkung
entfalten wird. Reisekosten hingegen haben sich bereits im Berichtszeitraum aufgrund
der eingeschränkten persönlichen Kontaktmöglichkeiten für Vertrieb und Marketing reduziert.
Da im zweiten Quartal keine Kreditausfälle zu verzeichnen waren, ist in den sonstigen
Aufwendungen ein im Vergleich zum Ende des 1. Quartals 2020 nicht weiter gestiegener
Forderungsverzicht in Höhe von lediglich 5,8 TEUR und damit deutlich unter dem Vorjahr
in Höhe von 40,5 TEUR enthalten. Noch nicht vereinnahmte Investorengebühren im Falle
eines Ausfalls eines Kreditnehmers werden nach Einzelfallentscheidung des Vorstands
als Forderungsverzicht in der Gesamtergebnisrechnung berücksichtigt. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) lag somit für das 1.
Halbjahr 2020 bei -2.453,7 TEUR nach -2.435,6 TEUR im Vorjahreszeitraum. Die Abschreibungen stiegen im 1. Halbjahr 2020 auf 561,7 TEUR (Vorjahreszeitraum:
347,1 TEUR). Ordentliche Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und insbesondere
auf das aus bilanzieller Sicht erworbene Risikotool haben zum Anstieg dieser Position
geführt. Entsprechend weist creditshelf im 1. Halbjahr 2020 ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern
(EBIT) von -3.015,4 TEUR (Vorjahreszeitraum: -2.782,7 TEUR) aus. Das Finanzergebnis belief sich im Berichtszeitraum nach sonstigen Finanzerträgen
in Höhe von 7,2 TEUR (Vorjahreszeitraum: 70,4 TEUR) und Finanzaufwendungen von 20,6
TEUR (Vorjahreszeitraum: 47,7 TEUR) auf -13,4 TEUR (Vorjahreszeitraum:22,7 TEUR). Das Ergebnis vor Steuern lag für das 1. Halbjahr 2020 somit bei -3.028,8 TEUR (Vorjahreszeitraum:
-2.760,1 TEUR). Das Ergebnis nach Steuern belief sich nach Einkommens- und Ertragssteueraufwendungen
in Höhe von 89,5 TEUR (Vorjahreszeitraum: 0,0 TEUR) auf -3.118,3 TEUR (Vorjahreszeitraum:
-2.760,1 TEUR). 2.2.4.2. Vermögenslage Die Bilanzsumme von creditshelf belief sich zum 30. Juni 2020 auf 8.972,8 TEUR (31.
Dezember 2019: 13.050,5 TEUR). Die langfristigen Vermögenswerte lagen zum Bilanzstichtag mit 5.019,7 TEUR unter
dem entsprechenden Wert zum Geschäftsjahresende 2019 (31. Dezember 2019: 5.192,2 TEUR).
Aufgrund regulärer Abschreibungen verringerte immaterielle Vermögenswerte von 3.676,1
TEUR (31. Dezember 2019: 3.937,8 TEUR) sowie langfristige Forderungen von 1.017,6
TEUR (31. Dezember 2019: 947,0 TEUR) machten zum Stichtag 30. Juni 2020 den größten
Teil der langfristigen Vermögenswerte aus. Die immateriellen Vermögenswerte beinhalten
eine selbstgeschaffene Internetplattform und ein aus bilanzieller Sicht erworbenes
Risikotool (Software) zur Überprüfung des Kreditrisikos potenzieller Kreditnehmer. Die kurzfristigen Vermögenswerte beliefen sich zum Stichtag auf 3.953,1 TEUR (31.
Dezember 2019: 7.858,3 TEUR). Wesentliche Ursache ist ein verringerter Bestand an
Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten von 2.729,7 TEUR zum 30. Juni 2020
nach 6.635,2 TEUR am Vorjahresstichtag. Bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
war ein Anstieg zum 30. Juni 2020 auf 1.134,4 TEUR (31. Dezember 2019: 1.039,7 TEUR)
zu verzeichnen. Dieser resultiert im Wesentlichen daraus, dass die creditshelf weiterhin
operativ wächst und durch den Anstieg der Investorengebühren höhere Forderungen aus
Lieferungen und Leistungen ausweist. Das Eigenkapital der Gesellschaft verringerte sich im Vergleich zum Jahresende auf
5.816,6 TEUR (31. Dezember 2019: 8.469,7 TEUR). Die Eigenkapitalquote lag somit bei
64,8 % (31. Dezember 2019: 64,9 %). Die Verringerung des Eigenkapitals erklärt sich
durch den Saldo des Nachsteuerergebnisses der Periode von -3.118,3 TEUR und der Erhöhung
der Kapitalrücklage (458,1 TEUR) zur Bedienung von Ansprüchen aus den aktienbasierten
Mitarbeiter-Anreizprogrammen. Im Vergleich zum Jahresende 2019 stiegen die langfristigen Schulden auf 1.367,0 TEUR
(31. Dezember 2019: 1.378,2 TEUR). Die langfristigen Rückstellungen beliefen sich
auf 1.247,4 TEUR (31. Dezember 2019: 1.230,5 TEUR). Die Ursache hierfür waren höhere
nichtergebniswirksam gebildete, langfristige Lohnsteuerrückstellungen für die aktienbasierten
Mitarbeiter-Anreizprogramme. Die sonstigen langfristigen finanziellen Verbindlichkeiten
verringerten sich auf 98,3 TEUR (31. Dezember 2019: 126,4 TEUR), was im Wesentlichen
auf die Tilgung der nach IFRS 16 bilanzierten Leasingverbindlichkeit zurückzuführen
ist. Die kurzfristigen Schulden lagen zum Stichtag 30. Juni 2020 mit 1.789,2 TEUR unter
dem Wert zum 31. Dezember 2019 von 3.202,5 TEUR. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen
und Leistungen verringerten sich auf 618,3 TEUR (31. Dezember 2019: 1.885,9 TEUR).
Die sonstigen Schulden verringerten sich auf 539,4 TEUR zum Stichtag 30. Juni 2020
(31. Dezember 2019: 748,8 TEUR). Dies reflektiert die verringerten Aufwendungen für
die Abschlusserstellung, die durch die Erweiterung des internen Mitarbeiterstamms
reduziert werden konnten. Die kurzfristigen Rückstellungen beliefen sich nach der
Auflösung von Rückstellungen für Personalbelange sowie der Bildung nichtergebniswirksamer,
kurzfristiger Lohnsteuerrückstellungen für die aktienbasierten Mitarbeiter-Anreizprogramme
auf 421,5 TEUR (31. Dezember 2019: 451,0 TEUR). 2.2.4.3. Finanzlage Ausgehend von einem Nachsteuerergebnis von -3.118,3 TEUR (30. Juni 2019: -2.760,1
TEUR) ergibt sich unter Berücksichtigung von unter anderem zahlungsunwirksamen Abschreibungen
von 561,7 TEUR (30. Juni 2019: 347,1 TEUR) und der zahlungsunwirksamen aktienbasierten
Vergütung mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente von 462,9 TEUR (31. Dezember
2019: 278,3 TEUR) sowie Mittelabflüssen aus unter anderem sonstigen zahlungswirksamen
Aufwendungen von 215,7 TEUR (30. Juni 2019: 155,8 TEUR) ein Brutto-Cashflow in Höhe
von -2.127,6 TEUR (30. Juni 2019: -2.314,8 TEUR). Ausgehend von diesem Brutto-Cashflow und unter Berücksichtigung einer Abnahme der
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, der Verbindlichkeiten aus Lieferungen
und Leistungen sowie der sonstigen Passiva betrug der Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit
-3.773,8 TEUR (30. Juni 2019: 2.787,4 TEUR). Mit dem Ziel einer sachgerechteren Darstellung
werden im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sowohl der RSU-bezogene Personalaufwand
als auch die Zinsen aus der Ab- und Aufzinsung der langfristigen Forderungen gegenüber
Investoren als Teil des operativen Cashflows anstelle des Cashflows aus Finanzierungstätigkeiten
gezeigt. Der Cashflow aus Investitionstätigkeit betrug im Berichtszeitraum -102,8 TEUR (30.
Juni 2019: -728,2 TEUR). Der Mittelabfluss resultiert im Wesentlichen aus Auszahlungen
für Investitionen in Sachanlagen sowie immaterielle Vermögenswerte. Zum Stichtag 30.
Juni 2019 war der Cashflow aus Investitionstätigkeit im Wesentlichen beeinflusst von
Mittelabflüssen für Investitionen in immaterielle Vermögenswerte, die vorrangig Anzahlungen
für Anlagen im Bau betreffen (700,2 TEUR). Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit betrug im 1.Halbjahr 2020 -28,7 TEUR (30.
Juni 2019: -38,9 TEUR). Wesentliche Gründe für den Mittelabfluss im 1. Halbjahr 2020
sind Auszahlungen für die Tilgung von Leasingverbindlichkeiten von 34,0 TEUR (30.
Juni 2019: 30,2 TEUR) und Transaktionskosten für die Ausgabe von Anteilen von 4,8
TEUR (30. Juni 2019: 12,5 TEUR). Zum Stichtag 30. Juni 2020 verfügte die creditshelf über Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente
in Höhe von 2.729,7 TEUR (30. Juni 2019: 14.445,1 TEUR). Der Finanzmittelfond betrug
zum 30. Juni 2020 2.729,6 TEUR (30. Juni 2019: 7.455,0 TEUR). Die Differenz zwischen
Cash-Bestand und Finanzmittelfonds resultierte jeweils durch Mittel für noch nicht
ausgereichte Darlehen, welche sich auf verpfändeten Konten befinden in Höhe von 0,1
TEUR (30. Juni 2019: 6.990,1 TEUR). Die Nettoverschuldung stellte sich zum 30. Juni 2020 wie folgt dar:
2.3. Risiko- und Chancenbericht2.3.1. Internes Kontroll- und RisikomanagementsystemZiele und Strategie des Risikomanagements Als Basis für die Identifikation und Einwertung von Risiken inklusive der Klassifizierung
von Eintrittswahrscheinlichkeiten und des Schadensausmaßes nutzt creditshelf ein umfangreiches
und funktionsübergreifendes Risikomanagementsystem. Dieses wird regelmäßig und konzernweit
überprüft und weiterentwickelt. creditshelf muss im Rahmen der Geschäftstätigkeit Risiken eingehen, um die mit den
Aktivitäten verbundenen Chancen nutzen zu können. Die Zielsetzung des Risikomanagements
umfasst dabei, die Wahrscheinlichkeit der Erreichung von Unternehmenszielen zu steigern,
eine zuverlässige Grundlage für die Entscheidungsfindung und Planung aufzubauen sowie
die Widerstandsfähigkeit der Organisation gegenüber Bedrohungen und negativen Ereignissen
zu erhöhen. Strategie ist die möglichst adäquate Identifikation, realistische Bewertung und vor
allem wirksame Bewältigung der Risiken im Rahmen des Risikomanagements, um die tatsächlichen
negativen Auswirkungen dieser Risiken auf das Unternehmen so gering wie möglich zu
halten. Die umfassende Identifikation der bestehenden Risiken dient dazu, den Anteil
der nicht identifizierbaren Risiken, die das Unternehmen unfreiwillig tragen muss,
möglichst gering zu halten. Hinsichtlich der Ausgestaltung orientiert es sich zur Sicherstellung der Erreichung
dieser Ziele an den verfügbaren Good Practices in diesem Bereich. Hierzu zählt insbesondere
das COSO Rahmenwerk. Das Risikomanagementsystem beinhaltet derzeit nicht die formalisierte
Erfassung von Chancen. Letzteres erfolgt im Rahmen der Geschäftsplanung und Strategieentwicklung. Strukturen und Prozesse des Risikomanagements Für die Aufrechterhaltung des Risikomanagementsystems ist ein an den Risikovorstand
berichtender Risiko-Manager verantwortlich. Zu dessen Aufgabengebiet zählen beispielsweise
die quartalsweisen Aktualisierungen des Risikokatalogs, das Überprüfen der Meldungen
der Risk Owner, die Dokumentation sowie die Kommunikation an den Vorstand. Aufgabe der Risk Owner ist insbesondere die Identifikation, Bewertung und schnelle
Kommunikation von Risikosachverhalten sowie die Überwachung der Risiken. Durch ihre
operative Nähe kommt den Risk Ownern für das frühzeitige Erkennen, Beurteilen und
Managen der Risiken am Ort ihres Entstehens eine entscheidende Bedeutung zu. Der Risikomanagementprozess untergliedert sich bei creditshelf in die Phasen: Risikoidentifikation,
Risikobewertung, Risikosteuerung, Risikokommunikation sowie Risikoüberwachung und
-verbesserung. Es erfolgt sowohl eine Analyse aus Sicht der Unternehmensleitung (Top-down) als auch
eine aus Sicht der operativ mit der Erkennung und Steuerung von Risiken befassten
Bereiche (Bottom-up). Die Risikobewertung findet in einem ersten Schritt auf Bruttobasis durch den Risk
Owner statt, also ohne Berücksichtigung von risikomindernden Aspekten, und bringt
dadurch das maximale Bedrohungspotenzial zum Ausdruck. Eine Nettobewertung ergibt
sich aus der Bruttobewertung abzüglich der Effekte der bereits umgesetzten Maßnahmen
zur Risikosteuerung. Das (Brutto-/Netto-) Risk Level, dem creditshelf ausgesetzt ist, ergibt sich als
Produkt aus (Brutto-/Netto-) Eintrittswahrscheinlichkeit multipliziert mit dem (Brutto-/Netto-)
Schadensausmaß. Die Eintrittswahrscheinlichkeiten werden in vier Kategorien eingeteilt. Das potenzielle Schadensausmaß stellt die Schwere der Bedrohung bei Eintritt eines
Ereignisses für creditshelf dar. Betrachtet wird dabei die Auswirkung auf die Ertragslage
von creditshelf. Je nach Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadensausmaß beurteilt der Vorstand das
Risk Level in der Risikobetrachtung als gering, mittel, wesentlich oder kritisch.
Während grundsätzlich alle erkennbaren Risiken erfasst werden, werden nur die entscheidungsrelevanten
Risiken angegeben. Die Bedeutung der im Risikobericht beschriebenen Risiken für creditshelf ergibt sich
aus der folgenden Übersicht:
Aus der Kenntnis über die relative Bedeutung der einzelnen Risiken und dem Gesamtumfang
der Bedrohung werden im Rahmen der Risikosteuerung geeignete Risikobewältigungsmaßnahmen
für die wesentlichen Einzelrisiken bestimmt. Optionen zur Risikobewältigung sind beispielsweise
die Vermeidung, Verminderung, ein Transfer oder die Akzeptanz. In einer Nettobetrachtung hat creditshelf entschieden, einen Risk Level bis "mittel"
zu akzeptieren. Das heißt, es können, aber es müssen keine risikomindernden Maßnahmen
bei einem Brutto-Risk Level von "mittel" ergriffen werden. Gleichwohl ist der Vorstand
regelmäßig bestrebt, auch hier risikomindernde Maßnahmen zu implementieren. Bei wesentlichen
und kritischen Risiken werden in jedem Fall risikoreduzierende Maßnahmen definiert,
implementiert und überwacht. Kritische Risiken werden dabei besonders priorisiert. Bei creditshelf erfolgt die standardisierte Kommunikation zum Risikomanagement intern
durch einen vierteljährlich stattfindenden Austausch des Risk Managers mit den Risk
Ownern sowie einer anschließenden Berichterstattung an den Vorstand. Neue signifikant
erscheinende Risiken oder Umstände, die das Potenzial eines Risikos bedeutend erhöhen
könnten, werden ad hoc und außerhalb der standardisierten Kommunikation an den Vorstand
berichtet. Sollten Risk Owner aus dem Unternehmen ausscheiden, werden diese unmittelbar
ersetzt. Internes Kontroll- und Risikomanagementsystem im Hinblick auf den (Konzern-)Rechnungslegungsprozess creditshelf verfügt über ein internes Kontroll- und Risikomanagementsystem im Hinblick
auf den (Konzern-) Rechnungslegungsprozess, das sich ebenfalls am COSO-Framework orientiert.
Das rechnungslegungsbezogene interne Kontrollsystem verfolgt das Ziel, die Rechnungslegung
einheitlich und im Einklang mit den gesetzlichen Vorgaben, den Grundsätzen ordnungsgemäßer
Buchführung, den Deutschen Rechnungslegungs Standards (DRS) und den International
Financial Reporting Standards (IFRS) sicherzustellen sowie den Abschlussadressaten
des Konzern- und Jahresabschlusses zutreffende und verlässliche Informationen zur
Verfügung zu stellen. Im rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystem wurden geeignete Strukturen
sowie Prozesse definiert und in der Organisation umgesetzt. Die Organisation ist dabei
nach Funktionen und Verantwortungsbereichen strukturiert. Diese beinhalten Verfahrensweisen
zur Rechnungslegungserstellung in einem einheitlichen Kontenplan und einem definierten
Zeitplan der jeweiligen Arbeitspakete. Die angemessene Zuordnung der personellen Ressourcen
zu den Funktionen und Verantwortungsbereichen erfolgen klar getrennt nach fachlichen
Gesichtspunkten. Des Weiteren sind bei creditshelf angemessene Auswahlprozesse etabliert,
die die geeignete Qualifikation der in der Rechnungslegung eingesetzten Mitarbeiter
gewährleistet. Das rechnungslegungsbezogene interne Kontrollsystem und die hierzu
implementierten Prozesse in der Organisationstruktur werden regelmäßig auf Vollständigkeit
und Wirkungsweise überprüft und gegebenenfalls angepasst oder erweitert. Der Rechnungslegungsprozess
ist so implementiert, dass eine zeitnahe, einheitliche und korrekte buchhalterische
Erfassung sämtlicher geschäftlicher Prozesse und Transaktionen gewährleistet ist. Das Kontrollsystem beinhaltet sowohl präventive als auch detektive (nachträglich
aufdeckende) Kontrollen. Diese umfassen neben systemtechnischen Kontrollen auch manuelle
Kontrollen sowie zur Sicherstellung des Vier-Augen-Prinzips eine angemessene Funktionstrennung
auf allen Ebenen. Ergänzt werden diese Kontrollen durch Stichproben- und Plausibilitätskontrollen
in regelmäßigen Abständen. Die Gesellschaft unterhält aufgrund der Größe des Konzerns
keine konzerneigene interne Revision. Die Finanzbuchhaltung der Tochtergesellschaften creditshelf service GmbH und Valendo
GmbH wird konzerneinheitlich und zentral von der Finanzbuchhaltung der creditshelf
Aktiengesellschaft vorgenommen, selektiv unterstützt durch Mitwirkung externer Dienstleister. Der Vorstand der Gesellschaft ist verantwortlich für die Umsetzung und Überwachung
des internen Kontrollsystems, welches das (konzern-)rechnungslegungsbezogene interne
Kontrollsystem einschließt. Im 1. Halbjahr 2020 wurde eine interne Stelle Compliance
und Qualitätssicherung besetzt. Das rechnungslegungsbezogene Risikomanagementsystem ist Bestandteil des Risikomanagements
des Konzerns und umfasst alle organisatorischen Regelungen und Maßnahmen zur Erkennung
und zum Umgang mit den Risiken der Finanzberichterstattung. Die für die kontinuierliche Verfolgung der Risikoentwicklung und laufende Überprüfung
der rechnungslegungsbezogenen Daten relevanten Risiken werden von dem zuständigen
Risk Owner überwacht. Die Ergebnisse der regelmäßigen Überwachung werden quartalsweise
mit dem Risk Manager identifiziert, dokumentiert und beurteilt. Geeignete Maßnahmen zur Überwachung sowie zur Risikoverbesserung von rechnungslegungsbezogenen
Risiken sind durch das Risikomanagement des Konzerns eingerichtet. 2.3.2. Risikobericht Die Darstellung der folgenden Risiken lehnt sich an die intern vorgegebene Kategorisierung
nach Risikoarten an und folgt einer Nettobetrachtung. Marktrisiken Die Gesellschaft ist von verschiedenen makroökonomischen Trends abhängig, wie etwa
der Entwicklung der Gesamtwirtschaft sowie der Inflations- und Zinsentwicklung. Steigende
Zinsen können zu vermehrten Kreditausfällen und einer geringeren Nachfrage auf Seiten
der Kreditnehmer führen. Zudem eröffnen sich daraus für Investoren weitere Anlageklassen
mit geringem Risikoprofil wie beispielsweise Staatsanleihen. Verweisend auf die Ausführungen
zum Gesamtwirtschaftlichen Umfeld im Wirtschaftsbericht (Kapitel 2.2.1.) und insbesondere
die Prognosen des BMWi29, des Sachverständigenrates30 sowie der Deutschen Bundesbank31 für den Wirtschaftsraum Deutschland, geht der Vorstand im Zeichen des durch die Corona-Pandemie
bedingten Wirtschaftsabschwungs und der erwarteten, V-förmigen Erholungskurve in den
kommenden Monaten von einem herausfordernden wirtschaftlichen Umfeld aus. Die Wahrscheinlichkeit
und möglichen Auswirkungen einer zweiten Krankheitswelle im Jahresverlauf sind aktuell
für den Vorstand nicht abschätzbar. Ferner geht der Vorstand von einer weiterhin überwiegend das wirtschaftlich schwierige
Umfeld akkommodierenden Geldpolitik mit niedrigem Zinsniveau aus. Dies belegt die
Entscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) vom 16. Juli 2020, die Leitzinssätze
bis auf weiteres auf dem niedrigen Niveau um 0 % zu belassen.32 Risikobewertung: mittel FinanzrisikenLiquiditätsrisiko Die creditshelf Gruppe hat in der Vergangenheit Fehlbeträge erwirtschaftet und könnte
auch in Zukunft solche Fehlbeträge generieren. Hierbei können insbesondere steigende
Betriebsausgaben oder Entscheidungen für weitere Investitionen in Wachstum eine Rolle
spielen. Eine nachhaltige Verlustsituation kann längerfristig zu einem Liquiditätsrisiko
führen. Dies gilt insbesondere dann, wenn die Umsatzvolumina und die damit verbundenen
Erlöse in geringerem Umfang steigen sollten als prognostiziert. Als Maßnahmen werden rollierende monatliche Cashflow-Prognosen durchgeführt sowie
frühzeitige Vorbereitungen auf potentielle Finanzierungsrunden getroffen. Als weitere
Vorsichtsmaßnahme im Rahmen der Corona-Pandemie wurde gegen Ende des 1. Quartals beschlossen,
die ursprünglich für das Geschäftsjahr 2020 vorgesehenen Kostenbudgets nicht voll
auszuschöpfen und das interne Controlling durch einen Cost-Center-Ansatz zu ergänzen. Risikobewertung: mittel
29
Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. (2020). Schlaglichter der Wirtschaftspolitik,
Monatsbericht August 2020. Operative RisikenEingeschränkte Betriebsbereitschaft im Rahmen der Corona-Pandemie creditshelf ist - wie viele andere Unternehmen auch - von den Auswirkungen der Corona-Pandemie
betroffen. Sowohl Erkrankungen einer kritischen Zahl von (Schlüssel-) Mitarbeitern
als auch regionale Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen können den operativen Betrieb
der Gesellschaft stark negativ beeinflussen. creditshelf hat sich bereits sehr frühzeitig mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie
auf die wirtschaftliche Aktivität und die operative Betriebsbereitschaft beschäftigt.
Die Gesellschaft hat deshalb Maßnahmen ergriffen, um die operative Betriebsbereitschaft
nicht zu gefährden bzw. sicherzustellen. Dazu zählt insbesondere ein Konzept zur Anwesenheit
in den Büros der Gesellschaft in Verbindung mit Hygieneschutz-Standards u.a. in Abgleich
mit den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts und vergleichbarer Quellen ("Corona-Konzept").
Durch dieses Corona-Konzept soll die Ausbreitung des Virus in den Büros der Gesellschaft
und somit gleichzeitige Erkrankungen einer kritischen Zahl an Mitarbeitern verhindert
werden. Darüber hinaus hat creditshelf seine Prozesse, Systeme und Infrastruktur frühzeitig
hinsichtlich eines deutlich gestiegenen Anteils an Arbeit außerhalb der Büros evaluiert
und konnte aufgrund der bereits etablierten new-work-Methoden und Strukturen einen
weitestgehend friktionslosen Übergang in die veränderte Arbeitsrealität sicherstellen.
creditshelf evaluiert darauf aufbauend die Implikationen der veränderten Arbeitswelt
auf die langfristigen Folgen für die Gesellschaft und ihre Mitarbeiter, nicht zuletzt
zur weiteren Sicherstellung der operativen Betriebsbereitschaft. Risikobewertung: gering Datenverluste und Systemschädigungen Aufgrund des digitalen Geschäftsmodells von creditshelf ist die Gesellschaft potentiell
besonders anfällig für Datenverluste und Systemschädigungen durch externe Angriffe
auf die IT-Systeme sowie externe und interne, absichtliche sowie unabsichtliche Manipulation
von Daten infolge unzureichender Schutzmaßnahmen. Folgen daraus können datenschutzrechtlicher
Natur sein, aber auch Reputationsverluste und nachgelagert finanzielle Verluste bedeuten. Es wurden zahlreiche Maßnahmen zum Schutz der IT-Infrastruktur, der verwendeten IT-Systeme
und der gespeicherten Daten getroffen. Darüber hinaus bestehen Dienste zur Erkennung
von externen Angriffen. Zur Überprüfung der Wirksamkeit werden Penetrationstests durchgeführt. Risikobewertung: gering Schwachstellen bei der Softwareentwicklung Die Produkte und Dienstleistungen der Gesellschaft sowie ihre internen Systeme sind
auf technisch komplexe, auch selbsterstellte Software angewiesen. Wenn creditshelf
nicht in der Lage sein sollte, die Plattform fehlerfrei zu betreiben, die Internetnetzwerke
und IT-Systeme der creditshelf Gruppe aufrecht zu halten, zu warten, einzubinden und
zu skalieren sowie entsprechend den Anforderungen weiterzuentwickeln, könnte dies
einen wesentlichen negativen Einfluss auf die Geschäfts- und konsekutiv auf die Finanz-,
Vermögens- und Ertragslage der Gesellschaft haben. Insbesondere ein gestiegener Automatisierungsgrad
sowohl in der Entwicklung als auch hinsichtlich des Funktionsumfangs der internen
Systeme kann Schwachstellen bei der Softwareentwicklung negativ beeinflussen. creditshelf hat entsprechende Maßnahmen getroffen, um Fehler bei der Softwareentwicklung
zu vermeiden. Hierzu zählen beispielsweise etablierte standardisierte Prozesse mit
Kontrollschleifen und Testverfahren, die regelmäßig insbesondere mit Blick auf höhere
Automatisierungsgrade angepasst werden. Die Entwicklung neuer Produkte und Systeme
sowie damit verbundener Prozesse erfolgt durch die entsprechenden Produktverantwortlichen
unter Einbezug der jeweiligen Adressaten, sodass potentielle Fehlentwicklungen rechtzeitig
erkannt und geeignete Maßnahmen ergriffen werden können. Die Software-Entwicklung
ist darüber hinaus wesentlich durch einen mit den Geschäftszielen von creditshelf
eng abgestimmten Gesamtplan zur Entwicklung der IT-Systeme und der Plattform ("Roadmap")
definiert, wodurch einzelne Entwicklungsbausteine regelmäßig auf ihre Relevanz und
ihren Beitrag zur gesamten Entwicklung hin evaluiert werden. Risikobewertung: mittel Eingeschränkte Betriebsbereitschaft aufgrund von infrastrukturellen Störungen Ausfälle oder Störungen der Strom-, Netzwerk- und Internetanbindung sowie des Betriebs
der IT-Systeme können zu sehr starken Einschränkungen der Geschäftstätigkeit führen. Zur Begrenzung dieses Risikos werden creditshelfs IT-Systeme, Hardware-Komponenten,
Netzwerke und Internetverbindungen risikoorientiert aufgebaut und mit einem sehr hohen
Maß an Ausfallsicherheit über alle Standorte hinweg betrieben. Die Ausgestaltung der
Systeme und Infrastruktur erlaubt es creditshelf, die Betriebsbereitschaft trotz der
durch die Corona-Pandemie eingetretenen Einschränkungen unverändert und über eine
gestiegene Anzahl an Standorten ("Home-Office") hinweg aufrechtzuerhalten. Wo immer möglich und wirtschaftlich vertretbar hält creditshelf Ressourcen zur Bewältigung
von Ausfällen oder für den Fall unvorhergesehener Belastungsspitzen (insbesondere
beim Betrieb der Plattform) vor. Risikobewertung: gering Compliance und RechtsrisikenSchadensersatzansprüche seitens der Investoren Der Konzern ist einer Vielzahl von Rechtsrisiken ausgesetzt. Sollten Investoren beispielsweise
Verluste ihrer Investition erleiden, so könnten diese bestrebt sein, Ansprüche gegen
creditshelf herzuleiten. creditshelf hat umfassende Prozesse implementiert, um Kreditausfallrisiken zu vermindern.
Erkennbare Ausfallrisiken werden den Investoren frühzeitig transparent offengelegt.
Es erfolgt eine kontinuierliche Begutachtung der Risikopositionen aus rechtlicher
und operationeller Perspektive. In der Berichtsperiode wurde die creditshelf Plattform
auch auf der Investorenseite konsequent weiterentwickelt mit der Folge, dass der creditshelf
Loan Fund mit dem Europäischen Investitionsfonds als Ankerinvestor seinen Betrieb
aufgenommen hat und sich die Plattform zukünftig auf rein institutionelle Investoren
fokussiert. Risikobewertung: gering Verstöße gegen regulatorische Anforderungen creditshelf unterliegt zahlreichen regulatorischen Anforderungen wie beispielsweise
der Finanzanlagenvermittlerverordnung. Darüber hinaus ist der Konzern von einer Vielzahl
von Gesetzen und Vorschriften zum Datenschutz und zur Datensicherheit betroffen, von
denen sich viele noch in der Entwicklung befinden. Die Nichteinhaltung von regulatorischen
Anforderungen und Vorschriften kann zu Reputationsverlusten, Einschränkungen der Geschäftstätigkeit
oder Strafzahlungen führen. Mittels Implementierung von Compliance-Richtlinien und Verfahren, auch in Hinblick
auf regulatorisch geforderte ad-hoc Publizitätspflichten, das Führen von Insiderlisten
sowie Mitarbeiterschulungen ist die Gesellschaft bestrebt, diesen Risiken entsprechend
entgegenzuwirken. Ein Compliance-Manager mit Reporting-Linie direkt an den Risikovorstand
bündelt und koordiniert diese Maßnahmen. Risikobewertung: gering Strategische RisikenForderungsausfallrisiko Die creditshelf Gruppe selbst gewährt keine Kredite. Neben einer Vermittlungsgebühr
seitens der Kreditnehmer werden weitere Erträge in Form einer Investorengebühr erzielt,
die regelmäßig aus Gründen eines vereinfachten Zahlungslaufs zur Zahlung fällig werden,
wenn der Kreditnehmer Rückzahlungen auf das Darlehen leistet und diese an die Investoren
ausgezahlt werden. Ausfälle der Kreditnehmer können daher zu geringeren Erlösen im
Konzern führen, wenn die Gesellschaft auf die Einforderung der Investorengebühren
in diesen Fällen verzichtet. Wenn Kreditnehmer mit ihren durch creditshelf arrangierten Krediten in Verzug geraten
oder ausfallen, würde sich die Rendite für Investoren, die in diese Darlehen investiert
haben, nachteilig verändern und die Reputation der creditshelf könnte geschädigt sowie
das erwartete Umsatz- und Ertragswachstum beeinträchtigt werden. Um die Forderungsausfallrisiken zu reduzieren, wendet die creditshelf Gruppe Analyse-
und Scoringverfahren an. Aufgrund der kurzen operationalen Historie sind die zur Verfügung
stehenden Eingangsdaten jedoch noch limitiert. creditshelf berücksichtigt die durch die Corona-Krise veränderten wirtschaftlichen
Rahmenbedingungen in ihren Analyse- und Scoring-Verfahren sowohl durch interne Risikosteuerung
(z.B. branchenspezifisch) als auch durch Corona-Pandemie-spezifische Planungen der
potentiellen Kreditnehmer. Darüber hinaus ermöglicht creditshelf Bestandskunden die
Vermittlung zusätzlicher Liquidität im Rahmen eines "Corona-Top-up"-Programms. Risikobewertung: mittel Beschaffungsrisiken Obwohl die creditshelf Gruppe über eine Vielzahl an Investoren verfügt, ist eine
relativ geringe Anzahl an Investoren und darunter in nicht unerheblichem Anteil nahestehende
Personen für ein relativ hohes Euro-Volumen der Investitionen in über die creditshelf
Plattform arrangierte Kredite verantwortlich. Sollten es diese Investoren künftig
unterlassen, über die creditshelf Plattform Fremdkapital anzubieten, könnte möglicherweise
die Nachfrage von Kreditnehmern im geplanten Umfang nicht bedient werden. Um dem Beschaffungsrisiko entgegenzuwirken, ist creditshelf bestrebt, die Finanzierungsbasis
durch kontinuierliche Integration neuer Investoren und Erweiterung der Investitionsformen
zu verbessern. Dank der geschlossenen Partnerschaften mit BNP Paribas Asset Management
sowie dem Europäischen Investitionsfonds EIF (im Rahmen des creditshelf Loan Funds)
hat creditshelf einen wesentlichen Schritt zur weiteren Diversifikation der Investorenbasis
gemacht und die Abhängigkeit von nahestehenden Personen reduziert. Darüber hinaus konnte creditshelf im 1. Halbjahr 2020 einen namhaften deutschen Versicherungskonzern
mittelbar als Plattform-Investor gewinnen. Erste Investitionen aus dieser Partnerschaft
sind für das 2. Halbjahr 2020 geplant. Risikobewertung: wesentlich Plattformrisiken Die creditshelf Gruppe ist auf das Wachstum der Nutzerbasis wie beispielsweise Kreditnehmer
und Investoren angewiesen. Insbesondere wenn der Konzern nicht im Stande sein sollte,
das Volumen der über die creditshelf Plattform arrangierten Kredite aufrechtzuerhalten
oder zu erhöhen, werden die Geschäftstätigkeit und die Lage der Gesellschaft beeinträchtigt. Der Erfolg des Unternehmens hängt daher erheblich von der Konkurrenzfähigkeit seiner
Produkte als auch vom Erfolg der Marketinganstrengungen ab. Sollte die Gesellschaft
nicht in der Lage sein, (weitere) Kunden und andere Nutzer für die Produkte und Dienstleistungen
zu gewinnen, könnte dies ihr Geschäft und ihr künftiges Wachstum beeinträchtigen. creditshelf zielt darauf ab, die Dienstleistungen und Produkte stetig zu verbessern
und zu erweitern, die Finanzierungsbasis auszubauen sowie die Finanzierungskonditionen
zu verbessern. Die im Rahmen der Corona-Krise aufgelegten Hilfsprogramme auf Bundes- und Länderebene,
insbesondere die KfW-Liquiditätshilfen, konkurrieren aus Sicht der Gesellschaft mit
dem eigenen Produktportfolio. creditshelf begegnet dieser Situation durch eine Erweiterung
der eigenen Produkte und Zielkunden, sowie einer Schärfung und regelmäßigen Evaluierung
der Vertriebskanäle und damit verbundener Marketing-Maßnahmen. Risikobewertung: wesentlich Übernahme des Geschäftsmodells durch Wettbewerber Die Gefahr, dass der allgemeine Wettbewerb das eigene Geschäftsmodell übernimmt,
stellt ein (weitestgehend) branchenunabhängiges Unternehmens- und Unternehmerrisiko
dar, so auch für creditshelf. creditshelf nimmt die gestiegene Wettbewerbsintensität insbesondere durch staatliche
Liquiditäts-Angebote im Rahmen der Corona-Pandemie wahr (siehe auch "Plattformrisiken").
Zur Aufrechterhaltung der Wettbewerbsvorteile werden die Produkte, die interne Organisation,
Partnerschaften und das Netzwerk der creditshelf kontinuierlich optimiert und ausgebaut. Risikobewertung: mittel Ausbleibende Synergien aus strategischen Partnerschaften Strategische Partnerschaften könnten sich nicht so entwickeln wie ursprünglich geplant
oder nicht in der beabsichtigten Art und Weise zustande kommen. creditshelf unterhält
mittlerweile mehrere strategische Partnerschaften unterschiedlicher Art. Zur Reduzierung der Risiken aus einzelnen Partnerschaften hat creditshelf mittlerweile
entsprechende organisatorische Maßnahmen etabliert. Darüber hinaus steht der Vorstand
der creditshelf in kontinuierlichem Kontakt mit aussichtsreichen potentiellen und
bestehenden Partnern. Risikobewertung: mittel OrganisationsrisikenRekrutierungs- und Retentionsrisiko creditshelf ist zur Einhaltung des angestrebten Wachstumspfads fortlaufend sowohl
auf die Rekrutierung neuer Mitarbeiter als auch auf Schlüsselmitarbeiter angewiesen.
Sofern es creditshelf nicht gelingt, die passenden Mitarbeiter für die zu besetzenden
Stellen zu entwickeln oder zu finden und gleichzeitig Schlüsselmitarbeiter an die
Gesellschaft zu binden, ist die Gesellschaft dem Risiko ausgesetzt, die operative
Geschäftstätigkeit nicht vollumfänglich aufrechterhalten und darüber hinaus die (strategische)
Weiterentwicklung der Gesellschaft nicht planmäßig umsetzen zu können. creditshelf begegnet diesen Risiken durch Zahlung marktüblicher Gehälter bei regelmäßigen
Kompensationsanpassungen sowie aktienbasierten Mitarbeiter-Anreizprogrammen und ist
bestrebt sich auch weiterhin als attraktiver Arbeitgeber für Talente sowie erfahrene
Mitarbeiter zu positionieren. Dabei ist es das Ziel der Gesellschaft, ihre Mitarbeiter
stetig individuell und im Rahmen der strukturellen Anforderungen der Gesellschaft
zu entwickeln. Risikobewertung: gering Organisations-Struktur-Risiko creditshelf ist zur Erreichung seiner Ziele auf eine Fortsetzung des bisherigen Wachstumspfads
angewiesen. Der weitere Erfolg des Konzerns hängt dabei maßgeblich davon ab, dass
die Organisation das mit dem Umsatzwachstum einhergehende Unternehmenswachstum strukturell
bewältigen kann. Die Gesellschaft muss dabei insbesondere die mit Partnerschaften
verbundenen Anforderungen an ihre Organisation, Struktur sowie Compliance-Organisation
bewältigen. creditshelf begegnet diesen Risiken grundsätzlich durch regelmäßige Anpassungen der
internen Strukturen und Prozesse sowie durch entsprechende Auswahl und Entwicklung
der Mitarbeiter. Die Strukturen und Prozesse der Gesellschaft wurden und werden insbesondere
vor dem Hintergrund veränderter Rahmenbedingungen durch die Corona-Pandemie evaluiert
und bedarfsgerecht angepasst. Risikobewertung: mittel Gesamtrisikosituation creditshelf sieht sich im Vergleich zu den Ausführungen im Geschäftsbericht 2019
einer gestiegenen Gesamtrisikosituation ausgesetzt, zu der die Entwicklungen im Zuge
der Corona-Pandemie durch eine Erhöhung bestehender Risiken mit beigetragen haben. Der größte Teil der Risiken wird nach risikoreduzierenden Maßnahmen auch weiterhin
als gering oder mittel eingeschätzt. Keines der Risiken wird als kritisch eingestuft.
Eine gesamtheitliche Betrachtung der Risikosituation ergibt zwei Risiken, die als
wesentlich einzustufen sind. Die Einschätzung des Gesamtrisikos basiert auf dem Risikomanagement der creditshelf.
Falls notwendig, wurden bei steuerbaren Risiken entsprechende Maßnahmen eingeleitet.
Hinzu kommen exogene Konjunkturrisiken, die nicht durch die Gesellschaft beeinflussbar
sind, jedoch fortlaufend überwacht werden. Weder einzeln noch in ihrer Gesamtheit weisen die Risiken aus Sicht des Vorstands
einen bestandsgefährdenden Charakter auf. 2.3.3. Chancenbericht Neben den im vorherigen Kapitel beschriebenen Risiken, ergeben sich im Zusammenhang
mit der Geschäftstätigkeit des Konzerns und insbesondere der aktuellen Corona-Pandemie
eine Vielzahl von Chancen, die es teilweise schnell und situativ zu ergreifen gilt.
Daher versteht creditshelf Chancenmanagement als kontinuierliche Aufgabe des gesamten
Unternehmens ‒ insbesondere aber des Managements. Basis des Chancenmanagements sind
eine kontinuierliche Markt- und Wettbewerbsanalyse, eigene Marktbefragungen, wie z.B.
der Finanzierungsmonitor, die Analyse vergleichbarer ausländischer Märkte und auch
die kontinuierliche Analyse von Technologieentwicklungen für Plattformgeschäft und
digitale Risikoanalyse. Oberste Leitlinie bei der Analyse potentieller Chancen ist
dabei immer die Perspektive unserer Plattformkunden, sprich die der Kreditnehmer und
Kapitalgeber. Die Reihenfolge der folgenden Chancen spiegelt die aktuelle Einschätzung des Vorstands
im Hinblick auf das relative Ausmaß für creditshelf wider und bietet daher einen Anhaltspunkt
für die gegenwärtige Bedeutung dieser Chancen. In jenem Umfang wie es wahrscheinlich
ist, dass die Chancen eintreten, sind diese in der Prognose berücksichtigt. Finanzierungsalternative zu traditionellen Bankkrediten Für das 2. Halbjahr 2020 rechnet das Unternehmen mit einer Fortsetzung des Wachstums
digitaler Kreditfinanzierung im deutschen Mittelstand. Kredite an kleine und mittlere
Unternehmen machen gut ein Viertel des deutschen Marktes für Unternehmenskredite aus.
Der Kreditbestand wächst kontinuierlich und im Neugeschäft nimmt der Anteil digitaler
Kreditvergabe zu. Auch für die kommenden Jahre wird mit einer Fortsetzung dieses Trends
gerechnet. An diesem steigenden Marktanteil plant creditshelf weiterhin zu partizipieren,
sowohl mithilfe des aktuellen Produktangebots als auch mit Variationen davon, wie
bspw. einer Ausweitung des Zielkundensegmentes auf Unternehmen mit einem Jahresumsatz
kleiner 2,5 Mio. EUR.33 Auch bei gleichbleibenden Risikoleitplanken bewegt sich creditshelf in einem Subsegment
des deutschen KMU-Marktes, in dem Banken nur vereinzelt aktiv sind. Die Liquiditätssituation
des deutschen Mittelstands ist, insbesondere durch die Folgen der Corona-Pandemie,
sehr angespannt und die Nachfrage nach Krediten hat deutlich zugenommen.34 Die deutschen Banken zeigen sich darüber hinaus zunehmend restriktiv in den Kreditvergabekriterien,
was bei einer zu erwartenden Ratingmigration und Ausfällen zunehmen wird, woraus sich
entsprechende Chancen für alternative Finanzierungspartner und Kreditplattformen ergeben,
denen sich ein zunehmendes Anfragevolumensspektrum eröffnen sollte.35 Dazu zählen aus Sicht des Unternehmens besonders unbesicherte Betriebsmittelkredite
im Zuge des steigenden Finanzierungsbedarfs während der wirtschaftlichen Erholungsphase
und nach Auslaufen der temporären staatlichen Hilfskreditmaßnahmen. Zunehmende Bereitschaft, in Kredite an kleine und mittlere Unternehmen zu investieren creditshelf ist der festen Überzeugung, dass Investitionen in Kredite an kleine und
mittlere Unternehmen eine attraktive Anlageklasse für institutionelle Investoren sein
können, die eine höhere Rendite anstreben. Nach geltendem deutschen Recht sind Investoren
in vielen Fällen von der direkten Kreditvergabe an Kreditnehmer ausgeschlossen, da
sie nicht über eine entsprechende Banklizenz verfügen. Die digitalen Kreditplattformen
wie creditshelf helfen bei der Auswahl potentieller Kreditnehmer sowie dem Arrangement
der Kredite und bieten somit potentiellen Investoren die Möglichkeit, in ein Kreditportfolio
deutscher KMU zu investieren. Die Verbreiterung der Investorenbasis, zuletzt durch
die Aufnahme der BNP Paribas Asset Management als Investor für das Laufzeitband 5-8
Jahre sowie weiterer Direkt-Investoren auf der creditshelf Plattform sorgen nach Einschätzung
des Unternehmens für positive Netzwerkeffekte, insbesondere durch die hohe Professionalität
und gute Reputation der zusätzlichen institutionellen Investoren. Mit dem erfolgreichen
First Closing des Fonds, ermöglicht insbesondere durch die Teilnahme des Europäischen
Investitionsfonds als Ankerinvestor und weiterer Investoren aus dem Aktionärsumfeld
der creditshelf, wurde ein zusätzliches Vehikel geschaffen, über das institutionelle
Investoren in dieses Marktsegment investieren können. Die aktuelle Marktsituation,
verursacht durch die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie, ist auf der einen
Seite natürlich eine Herausforderung für alle Marktteilnehmer. Auf der anderen Seite
eröffnet sie aber auch Chancen, da die deutsche Wirtschaft zum jetzigen Zeitpunkt
‒ insbesondere im europäischen Vergleich ‒ die Chance auf eine zügigere Erholung zu
haben scheint, mit entsprechenden Opportunitäten für die Investoren.
33
Barkow Consulting & solarisBank. (2019). Der digitale SME-Kredit in Deutschland. Chancen für Drittanbieter durch die zunehmende Erkenntnis im Finanzsektor, die Digitalisierung auch im Geschäft mit Mittelstandskunden umzusetzen creditshelf versteht sich als Technologieunternehmen, das kontinuierlich in die Plattform
und die datengesteuerten Risikoanalyse-Algorithmen zur Kreditanalyse investiert, um
diese weiter zu verfeinern und zu automatisieren. Mit zunehmender Lebensdauer der
Plattform steigt der Umfang des für Analysezwecke zur Verfügung stehenden Datenhaushalts.
Dies eröffnet Chancen, das Produktportfolio auszuweiten, Analysedienstleistungen miteingeschlossen.
Gerade in der aktuellen Corona-Pandemie wurden strukturelle Schwächen des Hausbankensystems
wie langwierige Kreditabwicklungsprozesse oder veraltete digitale Infrastrukturen
offensichtlich. creditshelfs Plattform- und Analysetechnologie kann hier Teile von
Bankprozessen wesentlich effizienter und leistungsfähiger übernehmen und somit Teil
eines modernen Bank-Ökosystems werden. creditshelf ist der Auffassung, dass dieses
Lösungsangebot in Zukunft an Bedeutung für den Geschäftserfolg gewinnen und die Skalierbarkeit
des Geschäftsmodells zunehmen wird. Gesamtchancensituation creditshelf sieht sich im Vergleich zu den Ausführungen im Geschäftsbericht 2019
einer veränderten Gesamtchancensituation gegenüber, zu der die Entwicklungen im Zuge
der Corona-Pandemie durch temporäre Herausforderungen bei gleichzeitig entstehenden,
langfristigen Opportunitäten beigetragen haben. Neben einem prinzipiellen Marktwachstum
digitaler Kreditfinanzierungen für den deutschen Mittelstand bieten sowohl die steigende
Nachfrage nach Liquidität im Rahmen der Corona-Krise und einer anschließenden Erholung
sowie eine beschleunigte Digitalisierung als Reaktion auf strukturelle und bilanzielle
Schwächen des Hausbanksystems Chancen für das Unternehmen. 2.4. Prognosebericht Wie im Wirtschaftsbericht dargelegt, ist das Management davon überzeugt, dass der
Markt für digitale Mittelstandsfinanzierung in Deutschland stark an Bedeutung gewinnt
und ein hohes Wachstumspotential bietet, dies insbesondere in einem Umfeld, in dem
im Lichte der Corona-Pandemie die Akzeptanz für digitale Angebote steigt. Unsere Prognose
unterliegt neben dieser generellen Markteinschätzung der Annahme, dass sich der gegen
Ende des 2. Quartals eingesetzte Erholungstrend der deutschen Wirtschaft fortsetzen
und ein zweiter Lock-Down ausbleiben wird. Des Weiteren gehen wir davon aus, dass
die staatlichen Stützungsmaßnahmen inklusive der Hilfskreditprogramme Ihre Wirkung
entfachen, aber temporären Charakter aufweisen und entsprechend nach deren Auslaufen
der Bedarf nach schnell verfügbaren Finanzierungslösungen wie unbesicherte Betriebsmittelkredite
steigt, dieser aber nicht in vollem Ausmaß von Banken auf Grund bilanzieller Restriktionen
und verschärfter Risikostandards bedient werden kann. In Folge erwarten wir, dass
wir unseren Wachstumstrend auf dem Weg mittelfristig pro Jahr Kredite in Höhe von
500 Mio. EUR finanzieren zu können, fortsetzen werden. Der Vorstand hält vor dem Hintergrund des im Laufe des 2. Quartals angestoßenen,
verringerten Investitionsumfangs und der gegenüber dem Vorjahreszeitraum und 1. Quartal
diesen Jahres wieder deutlich gestiegenen arrangierten Kreditvolumina sowie der Annahme,
dass das arrangierte Kreditvolumen in der 2. Jahreshälfte wie in den Vorjahren über
dem der ersten sechs Monate liegen wird, an seiner am 23. März 2020 veröffentlichten
Prognose für das Geschäftsjahr 2020 fest. Er rechnet weiterhin mit einem Konzernumsatz
von 7,0 bis 8,5 Mio. EUR. Ebenfalls auf Konzernebene erwartet der Vorstand ein negatives
EBIT von minus 4,0 bis 5,5 Mio. EUR. Das fortgesetzte Wachstum der Umsatzerlöse berücksichtigend, ist diese Prognose im
Wesentlichen geprägt von einem im Vergleich zum Vorjahr erhöhten Personalbestand,
der Fortführung der aktienbasierten Mitarbeiter-Anreizprogramme (Restricted Stock
Units Programs), Werbekosten zur Positionierung des Unternehmens im Markt sowie gezielter
Performance Marketing Initiativen. Da der zu buchende Aufwand für die aktienbasierten
Mitarbeiter-Anreizprogramme (Restricted Stock Units Programs) maßgeblich an die Kursentwicklung
der creditshelf Aktie geknüpft ist, können Kursausschläge erheblichen Einfluss auf
das EBIT haben. Dasselbe gilt für die Bewertungseffekte des virtuellen Beteiligungsprogramms
II. Des Weiteren fließen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum deutlich höhere ordentliche
Abschreibungen für aktivierte Software in die Einschätzung für das Geschäftsjahr 2020
ein. Insgesamt sieht der Vorstand das Unternehmen gut für zukünftiges Wachstum positioniert.
Die Gesellschaft weist eine hohe Anpassungsfähigkeit ihres Geschäftsmodells auf und
kann sich in seinem dynamischen Marktumfeld, das in den Folgejahren insbesondere durch
eine steigende Durchdringungsquote digitaler Mittelstandsfinanzierungen am gesamten
Markt für Mittelstandsfinanzierungsneugeschäft gekennzeichnet sein dürfte, behaupten
und flexibel auf individuelle Gegebenheiten reagieren. Die tatsächliche Entwicklung der creditshelf kann aufgrund der beschriebenen Chancen
und Risiken dennoch sowohl positiv als auch negativ von den ausgegebenen Prognosen
abweichen (siehe hierzu Risiko- sowie Chancenbericht in den Kapiteln 2.3.2. und 2.3.3.).
Dies schließt ausdrücklich weiterhin nicht vollständig absehbare Auswirkungen der
Corona-Pandemie, wie z.B. eine potentielle 2. Welle mit ein. Diese Auswirkungen sind
zum aktuellen Zeitpunkt nicht verlässlich bewertbar. 3. Konzern-Zwischenabschluss zum 30. Juni 20203.1. Konzernbilanz zum 30.06.2020AKTIVA
PASSIVA
3.2. Konzern-Gesamtergebnisrechnung vom 01. Januar bis 30. Juni 2020
Ergebnis je Aktie
3.3. Konzern-Kapitalflussrechnung vom 01. Januar bis 30. Juni 2020
3.4. Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung vom 01. Januar bis 30. Juni 2020
3.5. Ausgewählte erläuternde Anhangsangaben zum verkürzten Konzernzwischenabschluss zum 30. Juni 2020A) Allgemeine Informationen Die creditshelf Aktiengesellschaft ("creditshelf" oder das "Unternehmen" und zusammen
mit ihren Tochtergesellschaften creditshelf service GmbH und Valendo GmbH die "creditshelf
Gruppe") ist eine nach deutschem Recht eingetragene Aktiengesellschaft, deren Aktien
seit dem 25. Juli 2018 im Regulierten Markt (Prime Standard) an der Frankfurter Wertpapierbörse
öffentlich gehandelt werden. Die Adresse des eingetragenen Sitzes des Unternehmens
lautet Mainzer Landstr. 33a in 60329 Frankfurt am Main. Der vorliegende Konzernzwischenabschluss wurde am 09. September 2020 vom Vorstand
der creditshelf Aktiengesellschaft zur Veröffentlichung freigegeben. Informationen über den Konsolidierungskreis Im Berichtszeitraum liegen keine Veränderungen bezüglich des Konsolidierungskreises
im Vergleich zum Konzernabschluss zum 31. Dezember 2019 vor. Tochterunternehmen Zum Stichtag 30. Juni 2020 hält die creditshelf Aktiengesellschaft zwei 100%-ige
Tochtergesellschaften, die creditshelf service GmbH und die Valendo GmbH. Die creditshelf
Aktiengesellschaft, die creditshelf service GmbH und die Valendo GmbH werden nachfolgend
auch "creditshelf Gruppe" genannt. Die creditshelf service GmbH wurde im Jahr 2015 gegründet. Das Tochterunternehmen
wird unter der Registernummer HRB 103351 beim Amtsgericht Frankfurt am Main geführt.
Die creditshelf service GmbH hat als Geschäftszweck den Ankauf und Verkauf von Kreditforderungen
im eigenen Namen und für eigene Rechnung, ausgenommen das Betreiben von Factoring
und ausgenommen aller sonstigen gemäß dem Kreditwesengesetz, dem Kapitalanlagegesetzbuch
oder dem Zahlungsdiensteaufsichtsgesetz erlaubnispflichtigen Tätigkeiten. Die creditshelf
service GmbH beschäftigt gem. § 314 Abs. 1 Nr. 4 HGB keine eigenen Mitarbeiter. Das
100%-ige Tochterunternehmen wurde mit einem Stammkapital in Höhe von 25.000,00 EUR
gegründet. Die Erbringung des Stammkapitals erfolgte in voller Höhe durch Banküberweisung
auf ein Konto der creditshelf service GmbH. Die Valendo GmbH wurde im Jahr 2015 gegründet. Das 100%-ige Tochterunternehmen wird
unter der Registernummer HRB 165018 beim Amtsgericht Charlottenburg, Berlin, geführt. Geschäftszweck der Valendo GmbH ist die Entwicklung und der Betrieb von inländischen
und ausländischen Internet- und Technologie-Projekten, insbesondere zur interaktiven
Vermittlung von Darlehen (inklusive Pfandkrediten) sowie die Erbringung damit im Zusammenhang
stehender Serviceleistungen. Tätigkeiten, die nach dem Kreditwesengesetz oder dem
Zahlungsdiensteaufsichtsgesetz (ZAG) erlaubnispflichtig sind, werden nicht erbracht.
Durch Beschluss der Gesellschafterversammlung vom 26. Juli 2019 ist das Stammkapital
um 3.538,00 EUR auf 39.676,00 EUR erhöht worden. Funktionale und Darstellungswährung Dieser Konzernabschluss wurde in Euro, der funktionalen Währung des Unternehmens,
dargestellt. 1. Grundlagen der Aufstellung des Abschlusses Der vorliegende verkürzte Konzernzwischenabschluss für den Zeitraum 01. Januar bis
30. Juni 2020 umfasst nach den Vorschriften des § 115 Wertpapierhandelsgesetz (WpHG)
einen verkürzten Konzernzwischenabschluss und einen Konzernzwischenlagebericht. Der
Konzernzwischenabschluss entspricht den Anforderungen des IAS 34 (Zwischenberichterstattung)
und wurde in Anwendung der Regelungen des § 315e Abs. 3 HGB sowie in Übereinstimmung
mit den vom International Accounting Standards Board (IASB) verabschiedeten und veröffentlichten
International Financial Reporting Standards (IFRS) einschließlich der Interpretationen
zu den IFRS (IFRIC), wie sie von der Europäischen Union übernommen und verpflichtend
anzuwenden sind, unter Berücksichtigung der ergänzenden handelsrechtlichen Regelungen
aufgestellt. Der verkürzte Konzernzwischenabschluss sowie der verkürzte Konzernzwischenlagebericht
wurden nicht im Sinne des § 115 Abs. 5 WpHG durch einen Abschlussprüfer geprüft oder
einer prüferischen Durchsicht unterzogen. Der verkürzte Konzernzwischenabschluss enthält nicht alle Informationen und Anhangsangaben,
die im Konzernabschluss erforderlich sind und sollte daher in Verbindung mit dem Konzernabschluss
zum 31. Dezember 2019 gelesen werden. Für eine komprimierte Übersicht wurden in der Bilanz sowie in der Gesamtergebnisrechnung
einzelne Positionen zusammengefasst. Des Weiteren wurde die Bilanz nach IAS 1 in lang-
und kurzfristige Positionen gegliedert und die Gewinn- und Verlustrechnung nach dem
Gesamtkostenverfahren aufgestellt. Der Konzernzwischenabschluss basiert auf dem Grundsatz der Unternehmensfortführung
(going concern). 2. Anwendung der International Financial Reporting Standards (IFRS)Erstmalig in der Berichtsperiode verpflichtend anzuwendende Standards und Interpretationen:
3. Verwendung von Ermessensentscheidungen und Schätzungen Die Erstellung des Konzernabschlusses verlangt vom Vorstand Ermessensentscheidungen
und Schätzungen, welche die Anwendung von Rechnungslegungsmethoden und die ausgewiesenen
Beträge der Vermögenswerte, Schulden, Erträge und Aufwendungen betreffen. Tatsächliche
Ergebnisse können von diesen Schätzungen abweichen. Wesentliche Ermessensentscheidungen creditshelf hat die im Unternehmen angefallenen Herstellungskosten der creditshelf
Plattform (www.creditshelf.com) unter Berücksichtigung von IAS 38.65 bis 38.67 aktiviert.
Über diese Plattform reichen potentielle Darlehenskunden ihre Unterlagen ein und Investoren
können sich darüber für Kreditprojekte registrieren. Es wird ein direkter wirtschaftlicher
Nutzen über diese Plattform generiert, wodurch sie als wesentlicher Vermögenswert
in der Wertschöpfung des Konzerns verstanden wird. Zu jedem Bilanzstichtag überprüft der Konzern die Buchwerte der immateriellen Vermögenswerte
dahingehend, ob Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass eine Wertminderung eingetreten
sein könnte ("Triggering Event"). Sofern ein solches Triggering Event identifiziert
wird, führt creditshelf einen Werthaltigkeitstest nach den Vorschriften des IAS 36
durch. In diesem Fall wird der erzielbare Betrag des betreffenden Vermögenswertes
ermittelt, um den Umfang einer gegebenenfalls vorzunehmenden Wertberichtigung zu bestimmen.
Der erzielbare Betrag entspricht dem beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten
oder dem Nutzungswert; der höhere Wert ist maßgeblich. Der Nutzungswert entspricht
dem Barwert des erwarteten Cashflows. Als Diskontierungszinssatz wird ein den Marktbedingungen
entsprechender Zinssatz vor Steuern verwendet. Sofern kein erzielbarer Betrag für
einen einzelnen Vermögenswert ermittelt werden kann, würde der erzielbare Betrag für
die kleinste identifizierbare Gruppe von Vermögenswerten (zahlungsmittelgenerierende
Einheit oder "ZGE") bestimmt, der der betreffende Vermögenswert zugeordnet werden
kann. Als Vorsichtsmaßnahme, mögliche Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Werthaltigkeit
der immateriellen Vermögensgegenstände zu überprüfen, hat das Unternehmen zum Stichtag
30. Juni 2020 erneut einen Werthaltigkeitstest durchgeführt. Dieser führte zu dem
Ergebnis, dass kein Wertminderungsbedarf vorliegt. Annahmen und Schätzungsunsicherheiten Informationen über Annahmen und Schätzungsunsicherheiten zum 30. Juni 2020, durch
die ein beträchtliches Risiko entstehen kann, dass innerhalb des nächsten Geschäftsjahres
eine wesentliche Anpassung der Buchwerte der Vermögenswerte und Schulden erforderlich
wird, sind in den nachstehenden Anhangsangaben enthalten:
Änderungen wesentlicher Schätzgrundlagen im 1. Halbjahr 2020 Es liegen keine wesentlichen Änderungen der Einschätzungen des Vorstands seit Veröffentlichung
des Geschäftsberichts 2019 vor. Dies trifft neben den getroffenen Annahmen bezüglich
der Wahrscheinlichkeit des Eintretens der im Kaufvertrag der Valendo Akquisition geregelter
Earn-Out Vereinbarungen auch auf die Nicht-Aktivierung von Steuerlatenzen zu. Auch
im 1. Halbjahr 2020 konnten nach Ansicht des Vorstands die bei Verlustgesellschaften
gem. IAS 12.34 geforderten überzeugenden Hinweise nicht mit über 90% Eintrittswahrscheinlichkeit
erbracht werden. Es wird hierzu auf die Anhangsangabe 8 verwiesen. Darüber hinaus wurden bei der Bestimmung der Fair Values die durch die Auswirkungen
der Corona-Pandemie geänderten Marktverhältnisse berücksichtigt. Zu einer wesentlichen
Änderung der Schätzungsgrundlage kam es dabei nicht. Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte Der Konzern hat ein Kontrollrahmenkonzept hinsichtlich der Bestimmung der beizulegenden
Zeitwerte festgelegt. Bei der Bestimmung des beizulegenden Zeitwertes eines Vermögenswertes oder einer
Schuld verwendet der Konzern, soweit möglich, am Markt beobachtbare Daten. Basierend
auf den in den Bewertungstechniken verwendeten Inputfaktoren werden die beizulegenden
Zeitwerte in unterschiedliche Stufen in der Fair Value-Hierarchie eingeordnet:
4. Bilanzierungs- und BewertungsgrundsätzeBewertungsgrundsätze zum 30.06.2020 Mit dem Ziel einer sachgerechteren Darstellung werden in der Kapitalflussrechnung
im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sowohl der RSU-bezogene Personalaufwand als auch
Zinsen aus der Ab- und Aufzinsung der langfristigen Forderungen gegenüber Investoren
nun als Teil des operativen Cashflows anstelle des Cashflows aus Finanzierungstätigkeiten
gezeigt. Alle anderen wesentlichen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze sind gegenüber
dem Konzernabschluss 2019 unverändert. Wir verweisen daher auf die im dortigen Konzernanhang
ausführlich erläuterten Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze. Erläuterungen zu Ereignissen und Transaktionen mit Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens seit dem 31. Dezember 2019 (IAS 34.15 & 34.16A) Der in creditshelfs KMU Zielmarkt Deutschland zu verzeichnende wirtschaftliche Einbruch
Ende des 1. Quartals (vgl. "2.2.1. Gesamtwirtschaftliches Umfeld" und "2.2.2. Branchenspezifische
Rahmenbedingungen" des Konzernzwischenlageberichts) aufgrund des Corona-Pandemie bezogenen
Lock-Downs hatte Auswirkungen auf beide Seiten des creditshelf Geschäftsmodells: Während
sich das seitens der kreditsuchenden mittelständischen Unternehmen über die creditshelf
Plattform angefragte Kreditvolumen im Berichtszeitraum und besonders im 1. Quartal
signifikant erhöhte, war creditshelf unter Beibehaltung strikter Risikostandards zunächst
daran gelegen, die Auswirkungen staatlicher Hilfskreditprogramme auf die Finanzierungslandschaft
in Deutschland einzuordnen. Gleichzeitig war die Geldgeberseite der Plattform von
einem zurückhaltenden Investitionsverhalten bestimmt. Diese temporäre Verzögerung
bei der Auszahlung von Krediten an Kreditnehmer, die sich durch niedrigere Umsätze
aus Kreditnehmer- und Investorengebühren niederschlug, konnte creditshelf durch den
erfolgreichen Start des creditshelf Loan Fund im Mai 2020, der mit dem Europäischen
Investitionsfonds als Ankerinvestor 62 Mio. EUR an Investitionsmitteln auf der creditshelf
Plattform bereitstellt, auflösen, und die Umsatzerlöse im Laufe des 2. Quartals zurück
auf Wachstumskurs führen. Die im 2. Quartal einsetzende Gewährung von Hilfskrediten durch die KfW auch an Kunden
aus creditshelfs Kundensegment führte zu einer aus Sicht der Gesellschaft temporär
überlagerten Markt- und Wettbewerbssituation (vgl. "2.2.3. Wettbewerb und Marktstruktur"
des Konzernzwischenlageberichts), aus der für die Gesellschaft sowohl Risiken als
auch Chancen erwachsen (vgl. "2.3. Risiko- und Chancenbericht" des Konzernlageberichts).
Unter der Annahme, dass sich die Digitalisierung des KMU-Kredits fortsetzen wird,
dass sich ein zweiter Lock-Down vermeiden lässt, sich die wirtschaftliche Erholungskurve
fortsetzt (vgl. "2.2.1. Gesamtwirtschaftliches Umfeld" und "2.2.2. Branchenspezifische
Rahmenbedingungen" des Konzernzwischenlageberichts), und sich dem zu Folge ein steigender
Investitionsbedarf auf Seiten des deutschen Mittelstands - z.B. zur Vorfinanzierung
von Betriebsmitteln, Investitionen in Digitalisierung und Geschäftsmodelldiversifizierung
sowie zur Deckung laufender Kosten mit Auslaufen der KfW-Maßnahmen - einstellen wird,
der aufgrund von bilanziellen Engpässen nicht im vollen Ausmaß von Banken gedeckt
werden kann, ergeben sich aus Sicht der Gesellschaft Chancen für einen Wachstumsschub
des arrangierten Kreditvolumens und der damit korrespondierenden Umsätze. Zu einer Zunahme von Ausfällen kam es im Bestandsportfolio nicht, was sich in der
Entwicklung des Forderungsverzichts und des entsprechend zu bildenden Aufwands widerspiegelt,
der im Vergleich zum Vorjahreszeitraum rückläufig ist. Als Vorsichtsmaßnahme gegenüber
der unsicheren weiteren Entwicklung der Corona-Pandemie hat der Vorstand am Ende des
1. Quartals beschlossen, den ursprünglich geplanten Investitionsumfang zu reduzieren
und den Personalbestand zunächst nicht weiter aufzubauen sowie ob der stark angestiegenen
Anfragevolumina den Marketingaufwand zu reduzieren. Auswirkungen der Corona-Pandemie auf einzelne Positionen der Vermögens-, Finanz-
und Ertragslage in der Berichtsperiode werden, sofern vorhanden, in den einzelnen
Anhangsangaben direkt erläutert. B) Erläuterungen zum Konzernzwischenabschluss5. Immaterielle Vermögenswerte Die immateriellen Vermögenswerte beinhalten eine selbstgeschaffene Internetplattform
und ein selbstgeschaffenes Risikotool (Software) zur Überprüfung des Kreditrisikos
potentieller Kreditnehmer. Das Risikotool wurde bis März 2020 durch einen externen
Dienstleister unter der Aufsicht der Gesellschaft und durch Zuarbeiten von eigenen
Mitarbeitern hergestellt. Ferner hat creditshelf mit der Übernahme von Valendo 2019
eine weitere Software insbesondere zum Servicing und Monitoring von Krediten erworben,
die sowohl direkt nutzbar ist als auch als Grundlage für Weiterentwicklungen verwendet
werden kann. Zukünftig werden diese zugekauften Module innerhalb des creditshelf Teams
weiterentwickelt. Dabei plant creditshelf, die bereits bestehenden Softwarekomponenten
zur Risikoanalyse (in Summe das "Risikotool"), die aktuell unabhängig voneinander
modular funktionieren, zukünftig in einer ganzheitlichen Architektur, der sogenannten
"Risk Engine" zusammenzufassen, die nach IAS 38 als übergeordneter Vermögensgegenstand
eingestuft wird. Der Ansatz dieser immateriellen Vermögenswerte erfolgt dabei nur unter der Maßgabe
nach IAS 38 bei einer hinreichend sicheren Wahrscheinlichkeit, dass creditshelf der
künftige wirtschaftliche Nutzen zufließen wird und die Anschaffungskosten des Vermögenswerts
zuverlässig ermittelt werden können. Des Weiteren umfassen die immateriellen Vermögenswerte den über den Erwerb der Valendo
GmbH begründeten Goodwill sowie entgeltlich von Dritten erworbene Rechte. Die immateriellen Vermögenswerte setzen sich zum 30. Juni 2020 wie folgt zusammen:
Ausgehend von der Struktur der obigen Tabelle entwickelten sich die einzelnen Komponenten
der immateriellen Vermögenswerte wie folgt: Im Berichtszeitraum waren im Vergleich zum Jahresende 2019 keine Zu- oder Abgänge
an erworbenen gewerblichen Schutzrechten und ähnlichen Rechten und Werten zu verzeichnen.
Die bestehenden Vermögenswerte dieser Kategorie werden um die planmäßigen Abschreibungen
verringert. Die Abschreibungsdauer beträgt 5 Jahre. Bei der aktivierten Software handelt es sich um abnutzbare Vermögenswerte ausschließlich
der geleisteten Anzahlungen. Die Abschreibung der aktivierten immateriellen Vermögenswerte
wird in der Zeile planmäßige Abschreibungen in der Gesamtergebnisrechnung entsprechend
dargestellt. Bei der Internetplattform und dem Risikotool wird darüber hinaus die
Werthaltigkeit nach IAS 36 einmal jährlich bzw. bei Vorliegen neuer Tatsachen auch
unterjährig überprüft. Zur Entwicklung des Risikotools zur Überprüfung des Kreditrisikos potentieller Kreditnehmer,
mit der die Muttergesellschaft im 4. Quartal 2017 begann, wurde ein externes Unternehmen
beauftragt. Die Entwicklungsarbeiten des externen Unternehmens wurden im März 2020
erfolgreich beendet. Die auf diese Tätigkeiten vom 1. Januar bis 30. Juni angefallenen
Kosten in Höhe von 24,2 TEUR wurden als nachträgliche Anschaffungskosten aktiviert
und als Zugänge zur erworbenen Software verbucht. Geleistete Anzahlungen für die Entwicklungsarbeiten
des externen Unternehmens in Höhe von 44,2 TEUR wurden entsprechend umgebucht. Die
Herstellungskosten werden um die planmäßigen Abschreibungen verringert. Die Abschreibungsdauer
beträgt 5 Jahre. Im Rahmen des Erwerbs der Valendo GmbH wurde zum 1. Oktober 2019 eine Kaufpreisallokation
durchgeführt. Diese führte zur Aktivierung einer selbstgeschaffenen Software als erworbener
immaterieller Vermögenswert, die im Wesentlichen für Monitoring und Service-Leistungen
in Bezug auf bestehende Kredite dient. Für diese Software wurde eine Abschreibungsdauer
von 5 Jahren angesetzt. Zum Stichtag 30. Juni 2020 betrug der Buchwert 273,1 TEUR
(31. Dezember 2019: 305,2 TEUR). Der Buchwert des zum 30. Juni 2020 ausgewiesenen und über den Erwerb der Valendo
GmbH begründeten Goodwills beträgt gegenüber dem 31. Dezember 2019 unverändert 517,7
TEUR (31. Dezember 2019: 517,7 TEUR). Es wird keine planmäßige Abschreibung beim Goodwill
vorgenommen, weil dieser eine unbestimmte Nutzungsdauer hat. Mindestens einmal jährlich
oder bei Vorliegen eines Anhaltspunktes für eine Wertminderung wird eine Werthaltigkeitsprüfung
für eine dem Goodwill zugeordnete zahlungsmittelgenerierende Einheit ("ZGE") durchgeführt. Die selbstgeschaffenen immateriellen Vermögenswerte mit einem Buchwert von 276,6
TEUR (31. Dezember 2019: 325,7 TEUR) betreffen die 2. Version der Internetplattform
der Muttergesellschaft. Diese dient als virtueller Marktplatz für Kreditnehmer und
Investoren. Die Internetplattform wurde mit ihren Herstellungskosten aktiviert. Die
Herstellungskosten beinhalten die Entwicklungskosten von extern beauftragten Unternehmen
zur Erstellung der Plattform. Nach Ingebrauchnahme der Internetplattform wurde diese
von internen Mitarbeitern weiterentwickelt. Die auf diese Weiterentwicklung entfallenden
Lohnkosten wurden als nachträgliche Herstellungskosten in Höhe von 61,5 TEUR (30.
Juni 2019: 98,3 TEUR) aktiviert. Die Herstellungskosten wurden um die planmäßigen
Abschreibungen verringert. Die Weiterentwicklung der Risikoanalysetools zur sog. Risk Engine als übergeordneter
Vermögensgegenstand gilt als Anlage im Bau. Die im Rahmen der Entwicklung angefallenen
Kosten in Höhe von 99,8 TEUR wurden als Eigenleistungen aktiviert und als Anzahlung
gebucht. Der Fertigstellungsgrad betrug zum Stichtag rund 60%, während die Gesellschaft
von einem mittelfristigen Fertigstellungszeitpunkt ausgeht. Nach ihrer Fertigstellung
werden diese aktivierten Eigenleistungen als selbstgeschaffene immaterielle Vermögenswerte
umgebucht und in der Folge planmäßig über eine Dauer von 5 Jahren abgeschrieben. Als Vorsichtsmaßnahme, um mögliche Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Werthaltigkeit
der immateriellen Vermögensgegenstände zu überprüfen, hat das Unternehmen zum Stichtag
30. Juni 2020 erneut einen Werthaltigkeitstest durchgeführt. Die Gegenüberstellung der Buchwerte der immateriellen Vermögensgegenstände und des
Fair Values sowie die Überprüfung der Werthaltigkeit des bilanzierten Goodwills erfolgte
in Übereinstimmung mit IAS 36, und unter Beachtung der "IDW Stellungnahme zur Rechnungslegung:
Einzelfragen zu Wertminderungen von Vermögenswerten nach IAS 36 (IDW RS HFA 40)" sowie
in Übereinstimmung mit dem IFRS 13 "Bewertung zum beizulegenden Zeitwert". Für den Werthaltigkeitstest wurde als Zahlungsgenerierende Einheit ("ZGE") der Konzern
als Ganzes herangezogen, da es sich um eine einheitliche und damit nicht unabhängig
voneinander zu betrachtende Gruppe von Vermögenswerten, die Mittelzuflüsse erzeugen,
handelt. Der erzielbare Betrag von creditshelf wurde auf Basis des Nutzungswerts ermittelt.
Da sich creditshelf als relativ junges Unternehmen durch hohe Wachstums- und Investitionsraten
auszeichnet, spiegelt der Nutzungswert die zukünftigen Erwartungen des Managements
wider. Dies erfordert die Verwendung von Annahmen, welche der nachfolgenden Tabelle
entnommen werden können. Die Berechnungen basieren auf Cashflow Prognosen aus den
vom Management genehmigten Finanzplanungen bis einschließlich dem Jahr 2023. Darüber
hinaus wurden zwei Übergangsperioden berücksichtigt zur Überleitung der Wachstumsraten
und Margen in einen nachhaltigen Zustand im Terminal Value ("TV"). Die angenommenen
Wachstumsraten stimmen mit Branchenprognosen als auch mit Daten der verwendeten Peer
Group überein. Das Umsatzwachstum wurde über den Detailplanungszeitraum hinaus auf
eine nachhaltige Wachstumsrate von 1,0% linear abgeschmolzen. Als relevante EBITDA-Marge
im Terminal Value wurde auf historische Daten der Peer Group abgestellt, welche auch
zur Ableitung der Kapitalkosten herangezogen wurde.
Überleitung Buchwert des Nettovermögens
Der Buchwert der Vermögenswerte setzt sich aus langfristigen Vermögenswerten, kurzfristigen
Vermögenswerten sowie kurzfristigen Schulden zusammen. Ausgenommen werden damit Zahlungsmittel
und Zahlungsmitteläquivalente, Eigenkapital sowie langfristige Schulden. Auf Basis des Werthaltigkeitstests von creditshelf wurde keine Wertminderung auf
die immateriellen Vermögensgegenstände festgestellt, da der erzielbare Betrag über
dem Buchwert des Nettovermögens liegt. Wesentliche Schätzungen: Auswirkungen möglicher Änderungen bei wichtigen Annahmen Obwohl die getroffenen Annahmen zum makroökonomischen Umfeld, zur Branchenentwicklung
von creditshelf, sowie zu dem diskontierten Cashflow als angemessen erachtet werden,
sind Änderungen der Annahmen oder Umstände hinsichtlich der Volatilität des Wertminderungsbedarfs
zu prüfen. Daher wurde zum Abschlussstichtag 30. Juni 2020 eine Sensitivitätsanalyse von creditshelf
durchgeführt. Bei der Analyse wurde eine Veränderung von je +/- 1,5% für den angewandten
WACC nach Steuern angenommen, sowie ein Trend von je +/- 0,75% der Umsatzwachstumsrate
und je +/- 3,0% bei der EBITDA-Marge. Die Sensitivierung ergab, dass auch unter Berücksichtigung
der angepassten Annahmen kein Wertminderungsaufwand vorliegt. 6. Sachanlagen Die Sachanlagen bestehen aus der gewöhnlichen Betriebs- und Geschäftsausstattung
sowie aus den Nutzungsrechten aus Leasingverträgen der Gesellschaft. Die Entwicklung der Sachanlagen zum 30. Juni 2020 ergibt sich aus folgender Tabelle:
Nutzungsrechte aus Leasingverträgen Der Konzern schloss zum 01. August 2017 einen Mietvertrag mit einer unkündbaren Grundmietzeit
von 5 Jahren ab. Des Weiteren hat der creditshelf Konzern im Februar 2020 einen PKW-Leasingvertrag
abgeschlossen. Weitere aktivierungspflichtige Leasingverträge lagen zum Stichtag nicht
vor. Der Ansatz des Leasingnutzungsrechts für den Gebäudemietvertrag erfolgte zum 01.
August 2017 nach Abzinsung der Mindestleasingzahlungen mit Anschaffungskosten in Höhe
von 294,9 TEUR. Die Leasingverbindlichkeit wurde in gleicher Höhe passiviert. Im Geschäftsjahr
2020 wurden die Anschaffungskosten für das Gebäudeleasing überarbeitet. Die korrigierten
Anschaffungskosten hätten demnach im Jahr 2017 322,2 TEUR betragen müssen. Dies führte
zu einer Nachaktivierung der Anschaffungskosten von 14,1 TEUR. Die Leasingverbindlichkeit
wurde um 8,3 TEUR angepasst. Auch der Ansatz des Leasingnutzungsrechts für den PKW
erfolgte nach Abzinsung der Mindestleasingzahlungen mit Anschaffungskosten in Höhe
von 16,2 TEUR. Die Verbindlichkeit aus dem PKW-Leasing wurde ebenso in der gleichen
Höhe passiviert. Die Buchwerte beider Leasinggegenstände betragen zum 30. Juni 2020
148,8 TEUR (31. Dezember 2019: 152,4 TEUR) und die Leasingverbindlichkeiten 159,9
TEUR (31. Dezember 2019: 169,3 TEUR). Die Mietzahlungen für das Gebäude und den PKW wurden aus dem Aufwand herausgenommen
und aufgeteilt in Zins und Tilgung. Die Leasingverbindlichkeiten wurden entsprechend
abgezinst und zum 30. Juni 2020 ausgewiesen. Die Nutzungsrechte wurden in den Sachanlagen
mit dem Barwert angesetzt. Der Nutzungswert wird linear über 5 Jahre abgeschrieben.
Die Diskontierung erfolgte mit einem Diskontierungszinssatz von 3,6% (im Vorjahr:
3,6%) für das Gebäudeleasing und 2,6% für das PKW-Leasing, die vom Management der
Gesellschaft als Vertragszinssatz der Leasingverhältnisses identifiziert wurden. Somit
ergibt sich in der Gewinn- und Verlustrechnung ein Aufwand aus der Abschreibung der
Nutzungsrechte sowie ein Zinsaufwand aus Aufzinsung. Der Gebäudemietvertrag enthält
des Weiteren eine Preisindexklausel, die vorsieht, dass der Mietzins nach 2 Jahren
erstmals rückwirkend abgeleitet durch den Verbraucherpreisindex des Statistischen
Bundesamts für Deutschland angepasst wird. Diese Mietvertrag-Indexerhöhung wurde zum
01. August 2019 vorgenommen und betrug für die vergangenen 2 Jahre 3,5%. Für die folgenden
Jahre wird weiterhin 2% per annum angenommen. Die zugehörigen Mietverbindlichkeiten entwickelten sich wie folgt:
Sachverhalte, die eine außerplanmäßige Abschreibung erfordern, lagen im Zeitraum
01. Januar bis 30. Juni 2020 nicht vor. Bezüglich weiterer Erläuterungen zu IFRS 16
wird auch auf Ziffer 18 des Anhangs dieses Berichts verwiesen. Um der wachsenden Mitarbeiteranzahl gerecht zu werden, wurden beginnend mit dem 15.
April 2019 temporär weitere Räumlichkeiten im Sinne eines Untermietvertrags in der
Mainzer Landstraße 33a angemietet. Aufgrund der Kurzfristigkeit wurde von den Erleichterungsvorschriften
des IFRS 16.5 Gebrauch gemacht und der Leasinggegenstand nicht bilanziert. Letzteres
gilt auch für die Räumlichkeiten der Valendo GmbH in Berlin. 7. Forderungen und Vermögenswerte Die langfristigen Forderungen bestehen aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
mit einer Laufzeit größer einem Jahr. Diese betrugen zum 30. Juni 2020 1.017,6 TEUR
(31. Dezember 2019: 947,0 TEUR). Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind beim
erstmaligen Ansatz zum Betrag der unbedingten Gegenleistung zu erfassen. Enthalten
sie signifikante Finanzierungskomponenten, sind sie stattdessen zum beizulegenden
Zeitwert anzusetzen. Der Konzern hält Forderungen aus Lieferungen und Leistungen,
um die vertraglichen Cashflows zu vereinnahmen und bewertet sie in der Folge unter
Anwendung der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten. Der ausgewiesene
Nettobetrag wird als plausible Schätzung des beizulegenden Zeitwerts angesehen. Die Kreditnehmergebühr wird vom Ausgabebetrag des gewährten Kredits automatisch einbehalten.
Auch die Investorengebühr wird im Rahmen von den an die Investoren zurücklaufenden
Tilgungsbeträgen automatisch einbehalten. Eine Überfälligkeit kann daher grundsätzlich
nur eintreten, wenn der Kreditnehmer ausfällt und somit insgesamt nicht mit einem
Kapitalrückfluss zu rechnen ist. Seit dem Geschäftsjahr 2019 wird die noch nicht vereinnahmte
Investorengebühr im Falle eines Ausfalls nach Einzelfallentscheidung des Vorstandes
als Forderungsverzicht in der Gesamtergebnisrechnung unter den sonstigen betrieblichen
Aufwendungen berücksichtigt. Die hieraus resultierenden Aufwendungen betrugen für
das 1. Halbjahr 2020 5,8 TEUR (Vorjahrszeitraum: 40,5 TEUR). Eine Überfälligkeit ohne
gleichzeitige Berücksichtigung eines Forderungsverzichts nach Stufe 3 ist im Geschäftsmodell
der creditshelf daher dem Grunde nach nicht möglich. Der Konzern hat daher auf die
Bildung von pauschalierten Einzelwertberichtigungen der Stufe 2 verzichtet. Bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die als kurzfristig angesehen werden,
entspricht der Buchwert dem beizulegenden Zeitwert. Forderungen, deren Laufzeit länger
als 12 Monate ist, werden entsprechend abgezinst. Die beizulegenden Zeitwerte wurden
aufgrund der abgezinsten Cashflows unter Verwendung eines aktuellen Kreditzinses ermittelt.
Sie werden infolge unbeobachtbarer Inputparameter, einschließlich des Kontrahenten-Ausfallrisikos,
in Stufe 3 der Zeitwerthierachie eingeordnet. Sonstige Forderungen Die sonstigen Forderungen beinhalten Kautionen für Mietverhältnisse in der Mainzer
Landstraße 33a, Frankfurt am Main. Aufgrund der Art der sonstigen Forderung entspricht
deren Buchwert dem beizulegenden Zeitwert. 8. Steuern vom Einkommen und vom Ertraga) Ertragsteuern Der ertragsteuerlich nutzbare Verlustvortrag (Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer)
der Muttergesellschaft beläuft sich zum 30. Juni 2020 auf 17.224 TEUR (30. Juni 2019:
12.422,1 TEUR). Aufgrund der bestehenden Verlustvorträge auf Ebene der creditshelf
AG und auf Ebene der Valendo GmbH wurde für diese Gesellschaften im Berichtszeitraum
kein Aufwand aus Ertragsteuern berücksichtigt. Auf Ebene der creditshelf service GmbH
wurden für das laufende Jahr Rückstellungen für Ertragsteuern i.H.v. 89,5 TEUR gebildet.
Unter Berücksichtigung der Rückstellungen zum 31. Dezember 2019 (48,9 TEUR) ergibt
sich zum 30. Juni 2020 somit eine Rückstellung für Ertragsteuern von 138,4 TEUR auf
Ebene der creditshelf service GmbH. b) Latente Steuern Die Gesellschaft hat anhand der nach IAS 12 vorgegebenen Kriterien die Nutzbarkeit
der Verlustvorträge evaluiert. Die latenten Steuern werden zum Halbjahr 2020 nach
Saldierung zwischen aktiven und passiven latenten Steuern mit einem Betrag von 0,0
TEUR (Vorjahr: 0,0 TEUR) ausgewiesen. Der Ansatz aktiver latenter Steuern kann nur
in der Höhe erfolgen, in der passive latente Steuern gebildet wurden. Die verrechneten
passiven latenten Steuern belaufen sich zum 30. Juni 2020 auf 237,1 TEUR (30. Juni
2019: 177,7 TEUR). Wie im Vorjahr werden latente Steueransprüche nicht angesetzt,
da es aus Sicht des Managements weiterhin nicht möglich ist, überzeugende Nachweise
("convincing other evidence") für die Verlustgesellschaften vorzulegen, die eine Nutzbarkeit
der latenten Steueransprüche hinreichend wahrscheinlich machen und so eine Aktivierung
ermöglichen würden. 9. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente Zum 30. Juni 2020 weisen der Kassenbestand ein Guthaben von 0,5 TEUR (31. Dezember
2019: 0,7 TEUR) und die Guthaben bei Kreditinstituten ein Gesamtbetrag von 2.729,2
TEUR aus (31. Dezember 2019: 6.634,5 TEUR). Die creditshelf service GmbH unterhält ein Bankkonto bei der Raisin-Bank (vormals
MHB), welches ausschließlich der Barunterlegung künftiger Kredite dient, für welche
die Gesellschaft im normalen Geschäftsablauf eine Kaufzusage an die Raisin-Bank gewährt
hat. Im Rahmen der Barmittelunterlegung hat die Gesellschaft das Bankkonto dauerhaft
an die Raisin-Bank verpfändet. Eine eigenständige Verfügung über die hierauf befindlichen
Barmittel ist vertraglich ausgeschlossen. Zum 30.Juni 2020 wies das Konto einen Bestand
von 0,1 TEUR (31. Dezember 2019: 600,1 TEUR) auf. Der Finanzmittelfonds ist um diesen
Betrag zu reduzieren und betrug zum Stichtag 2.729,6 TEUR (31. Dezember 2019: 6.035,1
TEUR). 10. Eigenkapital und Rücklagen Durch die Bildung von Restricted Stock Units für die aktienbasierten Mitarbeiter-Anreizprogramme
(RSU I bis RSU IV - siehe auch Ziffer 11 des Anhangs) wurden Eigenkapitalinstrumente
in Höhe von 462,8 TEUR bilanziert und in der Kapitalrücklage verbucht. Die gemäß IAS
32 unmittelbar der Schaffung dieser Eigenkapitalinstrumente zuzurechnenden Transaktionsaufwendungen
wurden in Höhe von 10 TEUR als Rückstellung verbucht. Neben dem für das Ende des Jahres
anberaumten Börsenzulassungsverfahren für Eigenkapitalinstrumente, fallen diese auch
für die bereits laufende Umsetzung der aktienbasierten Mitarbeiter-Anreizprogramme
an und wurden entsprechend anteilig abgegrenzt. Im Berichtszeitraum 1. Januar bis 30. Juni 2020 wurde das Grundkapital einmalig erhöht.
Am 17. Dezember 2019 hat der Vorstand der creditshelf Aktiengesellschaft beschlossen,
für das erste Vesting der zu Beginn des Geschäftsjahres 2019 eingeführten aktienbasierten
Mitarbeiter-Anreizprogramme (Restricted Stock Units Programs) das Grundkapital der
Gesellschaft um 7.115,00 EUR durch 7.115 neue auf den Inhaber lautenden Stückaktien
ohne Nennbetrag und unter Ausschluss des Bezugsrechts zu erhöhen. Diesem Beschluss
hat der Aufsichtsrat am 19. Dezember 2019 per Umlaufbeschluss zugestimmt. Am 17. Januar
2020 wurden die neuen Aktien im Handelsregister eingetragen und am 30. Januar 2020
in den Handel im regulierten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse mit identischer
Wertpapierkennnummer (WKN) wie die alten Aktien aufgenommen. In der Berichtsperiode bestanden vier aktienbasierte Mitarbeiter-Anreizprogramme
(Restricted Stock Units I-IV Programs). Wie in Anhangsangabe 11 beschrieben, haben
diese aufgrund des gewählten Equity Settlements die Kapitalrücklage erhöht. Die Entwicklung
des Eigenkapitals ergibt sich aus der Eigenkapitalveränderungsrechnung. Die Hauptanteilseigner der creditshelf Aktiengesellschaft sind die Hevella Capital
GmbH & Co. KGaA, die LDT Investment UG, die DBR Investment GmbH und die Obotritia
Capital KGaA. Zum 30. Juni 2020 hielten diese auf Basis der Stimmrechtsmitteilungen
nach dem Wertpapierhandelsgesetz insgesamt rund 80,6% der Stimmrechte. Daraus ergibt
sich bei den Stimmrechtsanteilen folgendes Bild:
11. Aktienbasierte Mitarbeiter-Anreizprogramme (Restricted Stock Unit Programs I-IV) Zu Beginn des Geschäftsjahres 2019 hat der Vorstand beschlossen, dass drei aktienbasierte
Anreizprogramme zur Incentivierung von Mitarbeitern und Vorstand, sog. Restricted
Stock Unit-Programme (RSUs I-III), eingeführt werden. Am 19. Juni 2020 wurde ein weiteres
aktienbasiertes Mitarbeiter-Anreizprogramm (RSU IV) beschlossen. Bei allen Programmen
handelt es sich um Vergütungsmaßnahmen im Sinne des IFRS 2, die das Ziel verfolgen,
die Interessen der Mitarbeiter mit denen der Aktionäre der Gesellschaft in Einklang
zu bringen, um so eine nachhaltige Steigerung des Unternehmenswertes zu erzielen.
Des Weiteren sollen die Programme motivieren, zum langfristigen Wachstum und wirtschaftlichen
Erfolg der Gesellschaft und ihrer verbundenen Unternehmen beizutragen. Die Erfüllung
der Ansprüche soll durch Ausgabe von Eigenkapitalinstrumenten gewährleistet werden.
Wie bereits zu Beginn dieses Jahrs geschehen, so sollen auch in den Folgeperioden
alle über die Programme zum Jahresende gevesteten Anteile im Rahmen einer Bar-Kapitalerhöhung
aus bestehendem genehmigtem Kapital unter Ausschluss des Bezugsrechts für bestehende
Aktionäre zu Beginn des jeweiligen neuen Geschäftsjahres bedient werden. Dies hat
ein sog. Equity Settlement zur Folge, d.h. der anfallende Personalaufwand exklusive
der Lohnsteueranteile wird gegen die freie Kapitalrücklage gebucht. Lohnsteuerkomponenten
wurden als Rückstellungen verbucht. Der Personalaufwand wurde pauschal um eine Fluktuationsrate
gekürzt, welche die Fluktuation der unter die Programme fallende Mitarbeiterschaft
berücksichtigen soll und aus der historischen Evidenz abgeleitet wird. Die Bewertung der RSU-Programme erfolgt zum inneren Wert, weil mit einer Eintrittswahrscheinlichkeit
von 100% davon ausgegangen wird, dass der Mitarbeiter die ihm zustehenden Aktien nach
erfolgtem Vesting annimmt. Nicht gevestete Anteile verfallen. Die Dividendenannahme
entspricht 0. Aus diesen Gründen findet die Bewertung mittels Stichtagskurs der creditshelf
Aktie (XETRA) am jeweiligen Bewertungsstichtag statt. Dieser betrug am 30. Juni 2020
51,50 EUR. Hierbei handelt es sich um einen direkt am Markt beobachtbaren Parameter
der Stufe 1. Zum Stichtag 30. Juni 2020 lassen sich die vier RSU-Programme wie folgt zusammenfassen: Restricted Stock Unit Program I Das sog. RSU I stellt eine einmalige und zu Beginn des Geschäftsjahres 2019 gestartete
Anreizvergütung dar, um ausgewählte Mitarbeiter an die Gesellschaft zu binden. Der
Ansparzeitraum (sog. Vesting) der Ansprüche dieses Programms beträgt drei Jahre, die
Vesting Frequenz ist quartalsweise. Die Zuteilung von Aktien an der Gesellschaft erfolgt
an den jeweiligen Begünstigten anteilig zum jeweiligen Jahrestag des Gewährungstags
(Geschäftsjahresende). Die Anzahl der gevesteten Anteile entspricht nicht einem Drittel
der Anzahl der gewährten Anteile durch Zuteilungsschreiben, weil eine aufschiebende
Elternzeitregelung im Jahr 2019 gegriffen hat.
Der für das Restricted Stock Units Program I erfasste Personalaufwand beträgt für
die Berichtsperiode 21,1 TEUR (Vorjahr: 157,7 TEUR). Restricted Stock Unit Program II Im Gegensatz zu RSU I handelt es sich bei RSU II um ein jährlich wiederkehrendes
Programm, das neben der Unternehmensbindung der Mitarbeiter deren angemessene und
wettbewerbsfähige Vergütung bezweckt und in zweierlei Ausgestaltungen operationalisiert
wird. Zum einen kann der Vorstand in eigenem diskretionärem Ermessen entscheiden,
ob und wenn ja welchen Mitarbeitern er RSU II zuteilt (Fall 1), zum anderen sind bestimmten
Mitarbeitern Teile der Gesamtvergütung aus dem Arbeitsvertrag in RSU geschuldet oder
Teil der variablen Vergütung im Falle von Ziel-Erreichung im Vertrieb (Fall 2). Während
der Ansparzeitraum der Ansprüche analog RSU I drei Jahre beträgt, ist bei RSU II eine
jährliche Vesting Frequenz vorgesehen. Die Zuteilung von Aktien an der Gesellschaft
an den jeweiligen Begünstigten soll anteilig zum jeweiligen Jahrestag des Gewährungstags
(Geschäftsjahresende) erfolgen. Die folgende Tabelle beinhaltet RSU II Anteile sowohl für Fall 1 als auch für Fall
2. Da die Absolutbeträge aus Fall 2 erst mit dem Stichtagskurs zum Jahresende in RSUs
final umgerechnet wurden, wurde hier eine Approximation über den Stichtagskurs zum
30. Juni 2020 gewählt. Dieser betrug 51,50 EUR.
Der für das Restricted Stock Units Program II erfasste Personalaufwand beträgt für
die Berichtsperiode 87,4 TEUR (Vorjahr: 88,8 TEUR). Restricted Stock Unit Program III RSU III schafft eine Anreizvergütung für Vorstände. Der Aufsichtsrat hat in der Sitzung
vom 11. März 2019 dem RSU III Programm zugestimmt und grundsätzlich einen Rahmen in
Höhe von 20.000 RSU über die Laufzeit des Dienstvertrags für Dr. Mark Währisch bewilligt.
In dem Zuteilungsschreiben v. 08. Mai 2019 wurden Dr. Mark Währisch 10.000 RSU zugeteilt.
In einem zweiten Zuteilungsschreiben v. 20. Januar 2020 wurden Dr. Mark Währisch weitere
10.000 RSU zugeteilt, womit der vom Aufsichtsrat bewilligte Rahmen in Höhe von 20.000
RSU über die Laufzeit des Dienstvertrags vollständig ausgeschöpft wurde. Der Ansparzeitraum
für die Anteile aus beiden Zuteilungsschreiben läuft bis zum Ende des Dienstvertrags
(30. April 2021). Die Zuteilung von Aktien an der Gesellschaft soll anteilig zum jeweiligen
Jahrestag des Gewährungstags (Geschäftsjahresende) erfolgen. bzw. in 2021 am Ende
des Dienstvertrags. RSU III sieht eine 4jährige Sperrfrist (sog. Lock-up) Regelung
vor. Die Vesting Frequenz ist quartalsweise.
Der für das Restricted Stock Units Program III erfasste Personalaufwand beträgt für
die Berichtsperiode 393,3 TEUR (Vorjahr: 191,0 TEUR). Hier ist zu beachten, dass in
Q1 2019 mangels Zuteilungsschreiben noch kein Personalaufwand erfasst wurde. Restricted Stock Unit Program IV: Am 19. Juni 2020 hat der Vorstand ein weiteres aktienbasierte Mitarbeiter-Anreizprogramm
(RSU IV) beschlossen. Ausschließliche Zielsetzung dieses Programms ist es, die teilnehmenden
Mitarbeiter an die Gesellschaft zu binden und die zukünftige Betriebstreue zu honorieren,
um damit zum langfristigen Wachstum und wirtschaftlichen Erfolg der Gesellschaft und
ihrer verbundenen Unternehmen beizutragen und die Interessen der Mitarbeiter mit denen
der Aktionäre der Gesellschaft in Einklang zu bringen. Das Vesting und die Zuteilung
von Aktien an der Gesellschaft erfolgen einmalig am Ende der Laufzeit des Programms,
d.h. frühestens nach 3 Jahren.
Der für das Restricted Stock Units Program IV erfasste Personalaufwand beträgt für
die Berichtsperiode 11,2 TEUR (Vorjahr: 0,0 TEUR). Zur weiteren Erklärung: Der in den Tabellen aufgeführte beizulegende Zeitwert unterscheidet sich von dem
erfassten Personalaufwand der Periode, welche der Methodik des IFRS 2 folgt. Diese
sieht vor, den Aufwand nicht ratierlich in gleichen Anteilen über die Vestingperiode
zu verteilen, sondern frühere Perioden höher zu gewichten. Dies gilt nicht für RSU
IV, weil hier lediglich ein Vesting am Ende der Laufzeit des Programms vorgesehen
ist. Der angegebene Personalaufwand beinhaltet programmübergreifend nicht die in der
Berichtsperiode bereits in Höhe von 10,0 TEUR anteilig abgegrenzten und in diesem
Geschäftsjahr anfallenden Transaktionskosten zur Schaffung von Aktien im Rahmen des
nächsten Vestings. 12. Rückstellungen und sonstige finanzielle Verpflichtungen Im Geschäftsjahr 2020 unterhielt der Konzern ein Programm zur Erteilung von virtuellen
Beteiligungen, mit dem er einen Kooperationspartner der Gesellschaft am Wertzuwachs
der Gesellschaft beteiligt, um diesen langfristig an die Gesellschaft zu binden. Virtuelles Beteiligungsprogramm II Am 29. Juli 2015 schloss die Gesellschaft mit diesem institutionellen Kooperationspartner
- zusätzlich zu einem Kooperationsvertrag - einen Vertrag über die Gewährung von virtuellen
Geschäftsanteilen ab. Dem Kooperationspartner wurden 1.500 virtuelle Geschäftsanteile
zu jeweils einem Nennwert von 1,00 EUR an der Gesellschaft gewährt. Im Rahmen einer
Nachtragsvereinbarung wurden dem Geschäftspartner zum 30. Juni 2018 weitere 19.640
virtuelle Geschäftsanteile zu jeweils einem Nennwert in Höhe von 1,00 EUR gewährt. Jegliche Rechte aus dem "Virtuellen Beteiligungsprogramm II" sind ausschließlich
schuldrechtlich veranlasst und werden nur durch Barzahlung beglichen. Der Vertragspartner
hat somit keine Stimmrechte erworben und auch nicht das Recht an der Hauptversammlung
der Gesellschaft teilzunehmen oder sonstige gesellschaftsrechtliche Verwaltungsrechte
wahrzunehmen. Im Rahmen des "Virtuellen Beteiligungsprogramm II" kommt es zu Auszahlungen,
soweit die Gesellschaft Gewinne ausschüttet oder ein vertraglich definiertes Exit-Ereignis,
in Form des Kontrollverlustes der Bestandsgesellschafter über die Muttergesellschaft,
eintritt. In der Bewertung wird auf dieses Exit-Ereignis abgestellt. Die Bewertung der Rückstellungen aus dem "Virtuellen Beteiligungsprogramm II" erfolgt
zum inneren Wert, weil mit einer Eintrittswahrscheinlichkeit von 100 % davon ausgegangen
wird, dass der Kooperationspartner die ihm zustehenden Aktien nach erfolgtem Vesting
annimmt. Nicht gevestete Anteile verfallen. Die Dividendenannahme entspricht 0. Aus diesen Gründen und der vertraglichen Ausgestaltung des "Virtuellen Beteiligungsprogramms
II" entspricht der beizulegende Zeitwert eines einzelnen virtuellen Anteils nach wirtschaftlichen
und finanzmathematischen Grundsätzen dem beizulegenden Zeitwert des ihr gegenüberstehenden
realen Geschäftsanteils. Seit dem Börsengang wurde der Börsenkurs zur Bewertung zugrunde
gelegt. Aufgrund vertraglicher Vereinbarung wird jedoch nicht auf den Stichtagskurs,
sondern auf einen 20-Tages-Durchschnitt abgezielt. Die sich aus dem Beteiligungsprogramm ergebende Schuld wird an jedem Abschlussstichtag
sowie am Erfüllungstag mit dem beizulegenden Zeitwert der ausgegebenen Anteile neu
bewertet. Alle Änderungen der Verpflichtungen werden im Gewinn oder Verlust erfasst. Die virtuelle Beteiligung stellte sich zum 31. Dezember 2019 wie folgt dar:
Die virtuelle Beteiligung stellte sich zum 30. Juni 2020 wie folgt dar:
Aufgrund der Aktienkursentwicklung der creditshelf Aktie in der ersten Jahreshälfte
wurde die Rückstellung für das "Virtuelle Beteiligungsprogramm II" neubewertet. Der
daraus resultierende sonstige betriebliche Aufwand beträgt im Zeitraum 01. Januar
bis 30. Juni 2020 9,0 TEUR (Vorjahreszeitraum Ertrag: 59,1 TEUR). Die Rückstellung aus dem "Virtuellen Beteiligungsprogramm II" wird weiterhin als
langfristig eingestuft. Desweitern sind in den Rückstellungen Lohnsteuerrückstellungen für die Restricted
Stock Unit Programs in Höhe von insgesamt 321,1 TEUR (31. Dezember 2019: 158,3 TEUR)
enthalten. Davon entfielen im Berichtszeitraum 179,9 TEUR auf kurzfristige Lohnsteuerrückstellungen
und 141,2 TEUR auf langfristige Lohnsteuerrückstellungen. Des Weiteren beinhalten die sonstigen finanziellen Verpflichtungen langfristige Leasingverbindlichkeiten
in Höhe von 89,6 TEUR (31. Dezember 2019: 101,4 TEUR). 13. Umsatzerlöse Die Umsatzerlöse des Konzerns zum 30. Juni 2020 gliedern sich wie folgt auf:
Im 1. Halbjahr 2020 wuchsen die Umsatzerlöse von creditshelf im Vergleich zum Vorjahreszeitraum
um 41,6% auf 2.501,3 TEUR (Vorjahreszeitraum: 1.766,2 TEUR). Wesentliche Ursache war
ein deutlicher Anstieg des über die creditshelf-Plattform vermittelten Kreditvolumens
von 35.800 TEUR im 1. Halbjahr 2019 auf 45.635 TEUR in den ersten sechs Monaten des
laufenden Geschäftsjahres. Neben einer entsprechenden Steigerung der Investorengebühren
profitierten die Umsatzerlöse im 1. Halbjahr 2020 von im Vergleich höheren Kreditnehmergebühren
für die ausgezahlten Kredite. Entsprechend lag die Gesamtmarge aus dem Verhältnis
von Umsatzerlösen zu arrangiertem Kreditvolumen mit 5,4% über dem Vorjahreszeitraum
(4,9%). Darüber hinaus erhielt creditshelf im Berichtszeitraum neben den für die Investitionen
des creditshelf Loan Fund anfallenden Investorengebühren eine einmalige Vergütung
für Leistungen im Rahmen des Setups des seit Mai diesen Jahres tätigen Fonds in Höhe
von 25,8 TEUR, die den Investorengebühren zugerechnet wurden. Neben der Zusammenarbeit
mit dem Fonds in Luxemburg, erzielte die Gesellschaft ihre Umsatzerlöse im Berichtszeitraum
ausschließlich in Deutschland. In beiden Umsatzerlösströmen werden unter Anwendung der Kriterien aus IFRS 15 nur
zeitpunktbezogene Umsatzerlöse erwirtschaftet. Die Leistungserbringung durch die Gesellschaft
entsteht in beiden Fällen unmittelbar im Zeitpunkt der Kreditgewährung durch die Fronting
Bank. Während die Vermittlungsgebühr direkt bei Auszahlung des Kreditbetrages durch
die Fronting Bank einbehalten wird, wird die Investorengebühr im Rahmen der Kredittilgung
ratierlich von den Tilgungsbeträgen vereinnahmt. In beiden Erlösströmen ergeben sich
die Umsatzerlöse aus der Anwendung eines vertraglich definierten Prozentsatzes auf
das ausgegebene Kreditvolumen. Seit dem Geschäftsjahr 2019 wird die noch nicht vereinnahmte
Investorengebühr im Falle eines Ausfalls nach Einzelfallentscheidung des Vorstandes
als Forderungsverzicht in der Gesamtergebnisrechnung unter den sonstigen betrieblichen
Aufwendungen berücksichtigt. Im Berichtszeitraum erzielte der creditshelf Konzern darüber hinaus Umsatzerlöse
über die Valendo GmbH in Höhe von 35,9 TEUR. Aufgrund des Erwerbs der Valendo GmbH
erst im Oktober 2019 ergaben sich im Vorjahreszeitraum für den creditshelf Konzern
keine Umsatzerlöse. Dabei handelt es sich um Umsatzerlöse für Monitoring und Service-Leistungen
in Bezug auf bestehende Kredite. In Zukunft plant die Gesellschaft, die Geschäftstätigkeit
der Valendo GmbH vollständig mit denen des übrigen Konzerns zusammenzuführen. 14. Sonstige Erträge Die sonstigen Erträge in Höhe von insgesamt 414,6 TEUR (Vorjahreszeitraum 198,2 TEUR)
setzen sich im Wesentlichen aus drei Komponenten zusammen. Neben Erträgen aus der
Auflösung von Rückstellungen in Höhe von 114,5 TEUR (Vorjahreszeitraum: 85,5 TEUR)
und Disagien aus dem Kauf von Krediten in Höhe von 53,3 TEUR (Vorjahreszeitraum: 111,9
TEUR) sind dies im wesentlichen Kostenerstattungen aus Gerichtskosten und Vorleistungen
zur Gründung des creditshelf Loan Fund in Höhe von 148,8 TEUR (Vorjahreszeitraum:
0,0 TEUR). 15. Personalaufwand Der Personalaufwand betrug für das 1. Halbjahr 2020 3.017,8 TEUR nach 2.129,0 TEUR
im 1. Halbjahr des Vorjahres. Hauptsächliche Ursache für den Anstieg des Personalaufwands
ist die im Rahmen des geplanten Personalaufbaus gestiegene Anzahl der festangestellten
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf 57 zum Stichtag 30. Juni 2020 nach 41 zum entsprechenden
Vorjahresstichtag. Dies trägt dem Wachstum des Vertriebsteams ebenso Rechnung wie
der klaren Absicht, die Abhängigkeit von externen Dienstleistern, beispielsweise im
IT-Bereich, weiter zu reduzieren. Im Rahmen der Corona-Krise hat die Gesellschaft
einen Einstellungsstopp veranlasst, der im Wesentlichen für Neueinstellungen ab der
2. Jahreshälfte gilt. Der im 1. Halbjahr angestoßene Mitarbeiteraufbau wurde planmäßig
durchgeführt. Für die aktuelle Berichtsperiode enthält der Personalaufwandsposten
Aufwendungen für Mitarbeiter-Anreizprogramme in Höhe von 513,0 TEUR (Vorjahreszeitraum:
437,4 TEUR), die der Motivation der Mitarbeiter und damit dem langfristigen Wachstum
und wirtschaftlichen Erfolg der Gesellschaft dienen sollen. Die Dienstverträge aller drei Vorstandsmitglieder sehen ein jährliches Bruttofixgehalt
in Höhe von insgesamt 300 TEUR vor, d.h. 100 TEUR pro Person. Dieses wird in zwölf
gleichen Teilbeträgen monatlich bezahlt. Eine darüberhinausgehende Barvergütung wird
nicht geschuldet. Neben der Barvergütung erhalten die Vorstandsmitglieder Nebenleistungen
im üblichen Rahmen. Hierzu zählen insbesondere übliche Zuschüsse zur Renten- und Krankenversicherung
und eine Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung (sog. D&O Versicherung). Im 1.Halbjahr
2020 betrug die Gesamtvergütung des Vorstands 570,8 TEUR (Vorjahreszeitraum: 366,1
TEUR). Dies beinhaltet auch den für Dr. Mark Währisch im Rahmen des Restricted Stock
Units Programms anfallenden Personalaufwand in Höhe von 393,2 TEUR (Vorjahreszeitraum:
191,0 TEUR). Weitere Details sind in Ziffer 11 des Anhangs beschrieben. Die durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahrs beschäftigten Arbeitnehmer
getrennt nach Gruppen entsprechend §285 Nr.7 HGB stellte sich zum 30. Juni 2020 wie
folgt dar:
16. Sonstige betriebliche Aufwendungen Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beliefen sich bis zum 30. Juni 2020 auf
2.537,2 TEUR und lagen somit in etwa auf dem Niveau des Vorjahreszeitraums in Höhe
von 2.426,7 TEUR. Hier spiegelt sich ein konsequentes Sachkostenmanagement wider,
da trotz des erhöhten Kreditvolumens und damit verbundener Aufwendungen wie Fremdleistungen
und Vertriebsprovisionen keine zusätzlichen Kosten angefallen sind. Die sonstigen
betrieblichen Aufwendungen stellen sich im Detail wie folgt zusammen:
Ein wesentlicher Teil der sonstigen betrieblichen Aufwendungen ist der Aufwand für
Werbung und Marketingmaßnahmen. Dieser lag im 1. Halbjahr 2020 trotz Neuaufstellung
des Marketingauftritts und der Optimierung des Kundenbeziehungsmanagements mit 899,7
TEUR unter dem des Vorjahreszeitraums (1.066,5 TEUR). Außerdem haben sich die Portokosten
durch die Digitalausgabe des Magazins und die Kosten für Messe- und Repräsentationsveranstaltungen
im Rahmen der Corona-Pandemie reduziert. Hier blieb creditshelf durch digitale Alternativen
im Markt präsent. Im Vorjahr wurden in dieser Position noch die Reise und Bewirtungskosten
in Höhe von 31,6 TEUR erfasst. Diese werden nun in einer separaten Zeile dargestellt
und lagen Corona-bedingt auch unter dem Vorjahreszeitraum. Rechts- und Beratungsaufwendungen verringerten sich im Vergleich zur Vorjahresperiode
auf 451,5 TEUR (Vorjahreszeitraum: 562,1 TEUR). Der Rückgang erklärt sich zum einen
durch höhere Aufwendungen zur Steigerung der Robustheit der creditshelf Plattform
im Vorjahreszeitraum, wie auch durch geringere Beratungskosten im Rahmen der Abschlusserstellung
und -prüfung sowie externe Buchführungskosten im Berichtszeitraum. Fremdleistungen führten im 1. Halbjahr 2020 zu Aufwendungen in Höhe von 278,1 TEUR
(Vorjahreszeitraum: 157,8 TEUR). Der Anstieg ist vor allem darauf zurückzuführen,
dass das über die Plattform angefragte und arrangierte Kreditvolumen gestiegen ist,
wodurch höhere Kosten für externe Bonitätsinformationen im Rahmen des Prüfungsprozesses
sowie Bearbeitungsgebühren an Partnerbanken für die Ausfertigung von Kreditverträgen
zu zahlen waren. Aufwendungen für Verkaufsprovisionen für Vermittlung von Kreditnehmern aus dem wachsenden
Partnernetzwerk auf der creditshelf-Plattform wie beispielsweise die Commerzbank Kooperation
stiegen auf 180,0 TEUR (Vorjahreszeitraum: 30,1 TEUR). Die Mietaufwendungen erhöhten sich im 1. Halbjahr 2020 aufgrund der Anmietung zusätzlicher
Büroflächen im Rahmen des Mitarbeiterwachstums sowie des zusätzlichen Standorts in
Berlin auf 138,0 TEUR (Vorjahreszeitraum: 50,2 TEUR). Prämien für Darlehensforderungen bzw. Agien aus dem Kauf von Krediten fielen in Höhe
von 53,3 TEUR (Vorjahreszeitraum: 111,9 TEUR) an. Dies ist im Wesentlichen auf ein
verringertes Wiederverkaufsvolumen zurückzuführen. Aufgrund von Bewertungseffekten entstand für virtuelle Beteiligungen im Berichtszeitraum
ein Aufwand in Höhe von 9,0 TEUR. Im Vorjahreszeitraum wurde hier ein Ertrag von 59,1
TEUR verbucht. Die übrigen sonstigen Aufwendungen betreffen unter anderem Aufwendungen für Lizenzen
und Konzessionen, zeitanteilig abgegrenzte Aufsichtsratsvergütung, Mitgliedsbeiträge
für Verbände, Kosten für Investor Relations, Reisekosten und Versicherungen. Diese
stiegen von 417,5 TEUR im 1. Halbjahr 2019 auf 527,6 TEUR für die ersten sechs Monate
des laufenden Geschäftsjahres an. Wesentliche Ursachen für die Erhöhung sind ein Anstieg
für Aufwendungen für Lizenzen und Konzessionen auf 160,1 TEUR (Vorjahreszeitraum:
96,2 TEUR), sowie ein Anstieg der Beiträge auf 53,5 TEUR (Vorjahreszeitraum: 17,8
TEUR). Während ersteres unter anderem den Ausbau der Analysekapazitäten von creditshelf
reflektiert, spiegeln sich in letzterem creditshelfs Bemühungen zum Ausbau des eigenen
Kontaktnetzwerks wider. Dies umfasst unter anderem die Mitgliedschaft im seit Juni
2020 bestehenden Verband deutscher Kreditplattformen, bei dem creditshelf zu den Gründungsmitgliedern
gehört. 17. Ergebnis je Aktie Die Berechnung des unverwässerten Ergebnisses je Aktie basiert auf dem den Stammaktionären
zurechenbaren Verlust und einem gewichteten Durchschnitt der im Umlauf befindlichen
Stammaktien. Gemäß Ziffer 11 des Anhangs hat die Gesellschaft in 2019 begonnen, aktienbasierte
Mitarbeiter-Anreizprogramme (Restricted Stock Units Programs) einzuführen. Hierbei
handelt es sich um Vergütungsmaßnahmen im Sinne des IFRS 2, die gemäß IAS 33 in die
Darstellung des Ergebnisses je Aktie einzubeziehen sind. IAS 33.48 sieht vor, dass
alle bereits bewilligten Aktien als im Umlauf befindlich mit einzubeziehen sind. Entsprechend
wurde auf die Anzahl von Restricted Stock Units (RSU) abgestellt, die durch verbindliche
Zuteilungsschreiben zwischen Mitarbeiter und Gesellschaft vereinbart wurden. Desweitern
wurden vertraglich geschuldete Gehaltskomponenten, die in RSU beglichen werden, mittels
XETRA Stichtagsschlusskurs zum 30. Juni 2020 (51,50 EUR) der creditshelf Aktie in
RSU umgerechnet und ebenfalls berücksichtigt. In Summe betrug die Anzahl zum Stichtag
30. Juni 2020 29.314 Stück. Im Gegensatz zum unverwässerten Ergebnis pro Aktie erhöht
sich die zugrunde liegende Aktienanzahl entsprechend von 1.359.710 auf 1.389.024. In der folgenden Überleitung entspricht gemäß IAS 33.41 das unverwässerte dem verwässerten
Ergebnis, weil sich der Verlust je Aktie durch Berücksichtigung des Aktienprogramms
reduzieren würde:
C) Sonstige Angaben18. Angaben zu Leasingverhältnissen (IFRS 16) In der nachfolgenden Tabelle werden die Angaben zu den Leasingverhältnissen des creditshelf
Konzerns nach IFRS 16.53 zusammengefasst. Im Februar 2020 hat die creditshelf AG einen
PKW-Leasingvertrag abgeschlossen. Die Gesellschaft bilanziert daher nun zwei Nutzungsrechte
bzw. Leasingverbindlichkeiten (siehe auch Anhang Ziffer 6). Die hier gemachten Angaben
beziehen sich daher ab 2020 auf die angemieteten Räumlichkeiten in der Mainzer Landstraße
33a in Frankfurt am Main, sowie einem im 1. Halbjahr 2020 neu abgeschlossenen PKW-
Leasingvertrag:
Die zum 30. Juni 2020 bzw. 31. Dezember 2019 bestehenden Leasingverbindlichkeiten
weisen die folgenden Fälligkeiten auf:
19. Segmentberichterstattung Bei der Segmentierung folgt die Gesellschaft dem Management Ansatz. Dieser basiert
auf der Annahme, dass sämtliche Vermögenswerte und Schulden, Aufwendungen und Erträge
des Konzerns auf definierte Segmente entweder verursachungsgerecht oder mittels sachlicher
Schlüssel verteilt werden können. Der wesentliche Geschäftsgegenstand des creditshelf
Konzerns ist es, Kredite für kleine und mittelständische Unternehmen zu arrangieren,
die vornehmlich von institutionellen Investoren gezeichnet und zuvor über eine Fronting
Bank begeben werden. Hierfür erhält die creditshelf sowohl von Kreditnehmern als auch
von Investoren Gebühren. Der arrangierte Kredit ist hierbei im gesamten Geschäftsverlauf
als einheitliches Anlageprodukt zu sehen. Das interne Erfolgs- und Kostencontrolling erfolgt konzernübergreifend aufbauend
auf einer einheitlichen Steuerungslogik und des in Kapitel 2.1.4. aufgeführten Steuerungssystems. Abgesehen von der Zusammenarbeit mit dem Fonds in Luxemburg ist creditshelf gegenwärtig
nur auf dem deutschen Markt über die eigene Internetplattform aktiv. Das Management der creditshelf hat daher sowohl nach produkt- als auch marktspezifischen
Gesichtspunkten nur ein einziges Segment identifiziert. Die Berichterstattung nach
IFRS 8 beschränkt sich daher auf die Angaben gem. IFRS 8.31 ff (ein einziges Berichtssegment).
Die Bewertung erfolgt nach den gleichen Grundsätzen wie der Konzernabschluss.
Sämtliche Segmentumsätze wurden auf dem deutschen Markt erzielt. Daher sind auch
alle langfristigen Vermögenswerte den auf diesem Markt erzielten Umsätzen zuzuordnen.
Gemäß IFRS 8.34 hat ein Unternehmen Informationen über den Grad seiner Abhängigkeit
von wichtigen Kunden vorzulegen. Dies ist dann der Fall, wenn sich Umsatzerlöse aus
Geschäftsvorfällen mit einem externen Kunden auf mindestens 10% der Umsatzerlöse des
Unternehmens belaufen. Bei creditshelf stehen mehrere Kunden unter gemeinsamer Beherrschung.
Diese wurden in oben gezeigter Tabelle entsprechend zusammengefasst. Der dargestellte
Wert > 10% betrifft insoweit einen einzigen Kunden der creditshelf Aktiengesellschaft. Die im Anhang des Konzernzwischenabschlusses zum 30. Juni 2019 gemachte Angabe zu
Segmentkunden mit einem Umsatzanteil größer 10% gem. IAS 8.34 in Höhe von 0,0 TEUR
war aufgrund eines Ermittlungsfehlers anzupassen. Der entsprechend korrigierte Wert
findet sich mit 561,1 TEUR in der obigen Tabelle (siehe dazu auch Geschäftsbericht
2019, S. 80). 20. Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen (IAS 24) Nahestehende Unternehmen und Personen sind neben verbundenen Unternehmen auch die
Gesellschafter und andere natürliche Personen, die wesentlichen Einfluss auf den Konzern
und auf seine Finanz- und Geschäftspolitik haben. Personen mit maßgeblichem Einfluss
auf die Finanz- und Geschäftspolitik des Konzerns umfassen sämtliche Personen in Schlüsselpositionen
und deren nahestehende Familienangehörige. Als nahestehende Personen wurden grundsätzlich
identifiziert:
Salden und Geschäftsvorfälle zwischen der Gesellschaft und ihren Tochterunternehmen
wurden im Zuge der Konsolidierung eliminiert und werden in dieser Anhangsangabe nicht
erläutert. Einzelheiten zu Geschäftsvorfällen zwischen Konzern und anderen nahestehenden
Personen und Unternehmen werden nachfolgend angegeben. Bezüglich der Managementvergütung
wird auf die Erläuterungen zum Personalaufwand verwiesen (Ziffer 15). a) An- und Verkäufe von Krediten durch nahestehende Personen im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit und damit zusammenhängende Investorengebühren Im Rahmen der normalen Geschäftstätigkeit des Konzerns haben nahestehende Personen
und Unternehmen Kredite von der creditshelf service GmbH an- und verkauft. Das Ergebnis
einer Analyse auf Einzelkreditebene für die jeweiligen Zeiträume stellt sich wie folgt
dar: Periode vom 01.01.2019 bis 30.06.2019
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| Name | Angekauftes Volumen |
Verkauftes Volumen |
Investoren- gebühr |
| Bankhaus Obotritia GmbH | 11.584,9 | -30,0 | 270,9 |
| Deutsche Konsum REIT-AG | 2.690,0 | -20,0 | 50,5 |
| Midgard Beteiligungsgesellschaft mbH | 1.450,0 | -310,0 | 15,2 |
| Obotritia Capital KGaA | 16.080,0 | -3.010,0 | 224,4 |
| Deutsche Industrie REIT-AG | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
| Summe | 31.804,9 | -3.370,0 | 561,1 |
| Name | Angekauftes Volumen |
Verkauftes Volumen |
Investoren- gebühr |
| Bankhaus Obotritia GmbH | 0,0 | 0,0 | 0,0 |
| Deutsche Konsum REIT-AG | 9.480,0 | 0,0 | 173,2 |
| Midgard Beteiligungsgesellschaft mbH | 755,0 | 0,0 | 6,3 |
| Obotritia Capital KGaA | 8.220,0 | -170,0 | 292,5 |
| Deutsche Industrie REIT-AG | 5.940,5 | 0,0 | 62,2 |
| Summe | 24.395,5 | -170,0 | 531,8 |
Die Werte für die Midgard Beteiligungsgesellschaft mbH für die Periode vom 01. Januar
2019 bis 30. Juni 2019 wurden im Halbjahresberichts 2019 aufgrund eines Datenfehlers
falsch ausgewiesen. Die in der obigen Tabelle abgetragenen Werte für diesen Zeitraum
wurden nachträglich um diesen Fehler bereinigt und weichen entsprechend von den im
Halbjahresbericht 2019 ausgewiesenen Werten ab.
Im Rahmen der normalen Geschäftstätigkeit des Konzerns wurden von den nachfolgend
aufgeführten nahestehenden Personen Kreditnehmergebühren vereinnahmt.
| 30.06.2020 | 30.06.2019 | |||
| Arrangiertes Volumen |
Kreditnehmer- gebühr |
Arrangiertes Volumen |
Kreditnehmer- gebühr |
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| Name | in TEUR | in TEUR | in TEUR | in TEUR |
| Edeloptics GmbH | 7.000,0 | 290,0 | 0,0 | 0,0 |
| Summe | 7.000,0 | 290,0 | 0,0 | 0,0 |
Die Edeloptics GmbH wurde gem. IAS 24 erst im Geschäftsjahr 2020 zu einem nahestehenden
Unternehmen. Entsprechend werden rückwirkend keine Werte für 2019 angegeben.
Während zum 30. Juni 2019 Darlehen von nahestehenden Personen der creditshelf Aktiengesellschaft,
DBR Investment GmbH und LDT Investment UG (haftungsbeschränkt) in Höhe von jeweils
52,2 TEUR ausstanden, wurden diese am 30. Dezember 2019 vollständig und inklusive
aufgelaufener Stückzinsen zurückgezahlt. Weitere Darlehen nahestehender Personen an
die creditshelf Aktiengesellschaft bestanden nicht.
Leistungen wurden erbracht, wie sie auch mit Dritten vereinbart worden wären.
Ereignisse, die nach IAS 10.21 nicht zu einer Anpassung der im Abschluss erfassten
Beträge führen würden, aber dennoch berichtspflichtig wären, sind nicht eingetreten.
Während des 1. Halbjahres 2020 gehörten die folgenden Personen dem Vorstand an:
| ― |
Dr. Tim Thabe, Vorstandsvorsitzender (CEO); Verantwortungsbereiche: Definition und Umsetzung der Unternehmensstrategie, Personal, Finanzen- und Konzernrechnungswesen inkl. Steuern, Investor Relations, Marketing und Unternehmenskommunikation, Produkte und Produktentwicklung |
| ― |
Dr. Daniel Bartsch, Chief Operating Officer (COO); Verantwortungsbereiche: Markt, Vertrieb, Business Development und Operations |
| ― |
Dr. Mark Währisch, Chief Risk Officer (CRO); Verantwortungsbereiche: Risikomanagement, Kreditanalyse, Kreditgeschäft, Recht und Compliance |
Der Aufsichtsrat berät und kontrolliert den Vorstand. Während des 1. Halbjahres 2020
gehörten die folgenden Personen dem Aufsichtsrat an:
| ― |
Rolf Elgeti, Aufsichtsratsvorsitzender (Komplementär der Obotritia Capital KGaA, Komplementär der EFa Vermögensverwaltungs KG, Vorstandsvorsitzender der Deutsche Konsum REIT-AG und der Deutsche Industrie REIT-AG) |
| ― |
Rolf Hentschel, stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats (Selbstständiger Wirtschaftsprüfer, Steuerberater und Rechtsanwalt) |
| ― |
Prof. Dr. Dirk Schiereck (Leiter des Lehrstuhls Unternehmensfinanzierung an der Technischen Universität Darmstadt) |
| ― |
Julia Heraeus-Rinnert (Geschäftsführerin der J² Verwaltung GmbH) |
| ― |
Dr. Joachim Rauhut (Selbstständiger Unternehmensberater) |
| ― |
Pedro Pinto Coelho (Chairman der Banco BNI Europa) |
Der Abschluss wurde am 09. September 2020 vom Vorstand aufgestellt.
Frankfurt, den 09. September 2020
der Vorstand
| Dr. Tim Thabe | Dr. Daniel Bartsch | Dr. Mark Währisch |
"Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen
der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-,
Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Lagebericht der Geschäftsverlauf
einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des creditshelf-Konzerns so dargestellt
sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird,
sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des creditshelf
Konzerns beschrieben sind."
Frankfurt, den 09. September 2020
creditshelf Aktiengesellschaft
der Vorstand
| Dr. Tim Thabe | Dr. Daniel Bartsch | Dr. Mark Währisch |