creditshelf AktiengesellschaftFrankfurt am MainHalbjahresfinanzbericht nach WpHG für den Zeitraum vom 01.01.2023 bis zum 30.06.20232. KONZERNZWISCHENLAGEBERICHT ZUM 30. JUNI 20222.1. DER CREDITSHELF KONZERN IM ÜBERBLICK Geschäftsmodell Die creditshelf Aktiengesellschaft ("creditshelf" oder das "Unternehmen" und zusammen mit ihrer Tochtergesellschaft creditshelf solutions GmbH die "creditshelf Gruppe" oder "Konzern") ist ein führender alternativer Mittelstandsfinanzierer in Deutschland. Über die Online-Plattform www.creditshelf.com arrangiert creditshelf bankenunabhängige, flexible Finanzierungslösungen für kleine und mittlere Unternehmen ("KMU") sowie Wachstumsunternehmen. Herzstück bildet dabei seit der Unternehmensgründung im Jahr 2014 creditshelfs selbstentwickelte, datengesteuerte Risikoanalyse-Software zur Kreditprüfung. Sie ermöglicht in Kombination mit schlanken, digitalen Prozessen eine schnelle Abwicklung von Kreditanfragen, indem sie die erfahrenen Kreditanalysten bei ihrer Arbeit komplementiert und entlastet. Seit Gründung hat das Unternehmen seine digitale Infrastruktur, seine Prozesse und seine Risikoanalyse-Software kontinuierlich und erfolgreich weiterentwickelt. Die creditshelf-Plattform bildet den gesamten Kreditprozess papierlos von der Antragstellung über die Kreditanalyse und das Risikomanagement bis hin zur Auszahlung, die über eine regulierte Fronting Bank stattfindet, und Betreuung eines Kredits ab. Eine sichere und für die Nutzer komfortabel zu bedienende Online-Plattform ist entscheidend für den Unternehmenserfolg von creditshelf. Zur Finanzierung der Kredite verbindet creditshelf in einem digitalen Ökosystem KMU-Kreditnehmer mit institutionellen Finanzierungspartnern, die so Zugang zu einer anderweitig nicht zugänglichen, attraktiven Anlageklasse bekommen. Zu diesen Investoren gehören namhafte Häuser wie z.B. der Europäische Investitionsfonds. Komplettiert wird das creditshelf Ökosystem durch Kooperationspartner, die ihren Klienten über creditshelf innovative und neue Kreditlösungen anbieten können. Das Produktangebot, das sich an deutsche mittelständische Unternehmen sowie Wachstumsunternehmen richtet, umfasst Unternehmenskredite von 100.000 EUR bis zu 5 Mio. EUR mit einer Laufzeit von einem bis zu 60 Monaten. Wachstumsstrategie: creditshelfs Wachstumsstrategie stellt das Heben von Netzwerk- und Skaleneffekten in den Fokus. Da plattformbasierten Geschäftsmodellen Netzwerke zugrunde liegen, profitieren sie von eben diesen Effekten: Höhere Volumina und Aktivitätslevels verbessern auf Basis eines kontinuierlichen Lernprozesses die Produktqualität auf allen Seiten der Plattform und führen zu sich selbst verstärkenden Effekten. Software, Produktangebot, Assetqualität und Datenschatz verbessern sich und wirken sich wiederum untereinander positiv aus. Indem creditshelf seine Plattform in den oben genannten Dimensionen kontinuierlich weiterentwickelt, beschleunigen sich diese verstärkenden Effekte. Dabei stehen u. A. folgende Themen im Fokus: scrollen
Konzernstruktur, Beteiligungen, Standorte und Mitarbeiter Die creditshelf Aktiengesellschaft, Frankfurt am Main, Deutschland, ist die Muttergesellschaft der creditshelf Gruppe. Sie nimmt bestimmte zentrale Funktionen für die gesamte Gruppe wahr, unter anderem in den Bereichen Management, Strategie, Finanzwesen, Unternehmenskommunikation, Produktmanagement, Marketing, Investor Relations, Risikomanagement, Recht, Compliance sowie Personalwesen. Der Standort in Frankfurt am Main ist der Hauptsitz der creditshelf Gruppe. Die creditshelf solutions GmbH ist eine 100 %-ige Tochtergesellschaft der creditshelf Aktiengesellschaft. Sie ihren Sitz ebenso wie die Muttergesellschaft in Frankfurt am Main, Deutschland. Geschäftszweck der creditshelf solutions GmbH ist die Vermittlung sowie der Ankauf und Verkauf von Kreditforderungen im eigenen Namen und auf eigene Rechnung sowie die Entwicklung und der Betrieb von inländischen und ausländischen Internet- und Technologie-Projekten, insbesondere zur interaktiven Vermittlung von Finanzierungen und die Erbringung damit im Zusammenhang stehender Serviceleistungen. Ausgenommen ist das Betreiben von Factoring sowie Tätigkeiten, die nach dem Kreditwesengesetz (KWG) dem Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB) oder dem Zahlungsdiensteaufsichtsgesetz (ZAG) erlaubnispflichtig sind. Im Vergleich zum Geschäftsjahresende 2022 kam es zu keinen Veränderungen in der Konzernstruktur. Zum Stichtag 30. Juni 2023 hielt die creditshelf Aktiengesellschaft neben der creditshelf solutions GmbH keine weiteren direkten oder indirekten Beteiligungen. Zwischen 1. Januar 2023 und 30. Juni 2023 waren bei der creditshelf-Gruppe durchschnittlich 71 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter inklusive des Vorstands festangestellt (1. Halbjahr 2022: 67) Konzernsteuerung und Leistungsindikatoren Die creditshelf Aktiengesellschaft mit ihren zwei Vorstandsmitgliedern steuert das Geschäft anhand zentraler finanzieller Leistungsindikatoren. Diese werden regelmäßig überprüft und genutzt, um die Leistung zu messen, Trends zu erkennen und strategische Entscheidungen zu treffen. Neben einer regelmäßigen Berichterstattung an den Vorstand fließen die wesentlichen Leistungsindikatoren auch in die Diskussion mit dem Aufsichtsrat ein. scrollen
creditshelf verwendet darüber hinaus folgende ausgewählte weitere Leistungsindikatoren zur Steuerung des Geschäftsbetriebs, zur Erfolgsmessung, zur Identifikation von Trends und zur Unterstützung strategischer Entscheidungen: scrollen
Diese aus dem internen Customer-Relationship-Management-System ("CRM") stammenden Indikatoren verändern sich zum Teil unterjährig durch Saisonalität im Geschäftsmodell. Zum Beispiel arrangierte creditshelf in den Geschäftsjahren vor 2022 innerhalb der zweiten Jahreshälfte jeweils ein höheres Kreditvolumen als in den ersten sechs Monaten des jeweiligen Jahres. Im Jahr 2G22 setzte sich dieser Trend aufgrund der bestehenden Funding-Restriktionen jedoch nicht mehr fort. Auf Ausführungen zu Umweltbelangen wird verzichtet, weil solche aus Sicht des Managements für die Beurteilung der Lage oder der voraussichtlichen Entwicklung der Gesellschaft zum aktuellen Zeitpunkt nicht von Relevanz sind. Im Hinblick auf Arbeitnehmerbelange gilt, dass auf Konzernebene regelmäßig die Gesamtmitarbeiteranzahl sowie potenzieller Anpassungsbedarf geprüft und geplant werden. Von einer detaillierteren und kennzahlenbasierten Steuerung der Arbeitnehmerbelange wurde im 1. Halbjahr 2023 abgesehen. 2.2. FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten werden bei der Gesellschaft klar unterschieden und beschränken sich auf Entwicklungstätigkeiten. Diese konzentrieren sich auf die creditshelf-Plattform, die fortlaufende Optimierung des Datenmanagements, der Algorithmen im Bereich der Kreditwürdigkeitsprüfung, die Systeme und Prozesse zur Unterstützung der Kreditentscheidung, des fortlaufenden Monitorings von bereits arrangierten Krediten sowie die Weiterentwicklung der Systemarchitektur als Ganzes. Die Weiterentwicklung eines fortschrittlichen Kreditprojektprozesses mit einer datengesteuerten Risikoanalyse-Software ist ein wichtiger Bestandteil der Unternehmensstrategie. Vom 4. Quartal 2022 bis zum Anfang des 3. Quartals 2023 arbeitete creditshelf mit einem externen Softwareentwickler zusammen, der die Eigenentwicklungen nach Bedarf unterstützte ("Nearshoring"). Die in der Gesellschaft im 1. Halbjahr 2023 entstandenen Kosten in Höhe von 426,7 TEUR (Vorjahreszeitraum: 275,0 TEUR) für eigene Entwicklungen wurden als Herstellungs- bzw. Anschaffungsnebenkosten auf die immateriellen Vermögenswerte "Internetplattform", "Risikotool" und "Portfolio-Analyseplattform" (Software) aktiviert. Davon gingen 329,8 TEUR (Vorjahreszeitraum: 264,6 TEUR) auf aktivierte Eigenleistungen zurück. Forschungskosten sind keine angefallen. Zum 30. Juni 2023 betrug der Buchwert der sich von der Gesellschaft in Nutzung oder in Entwicklung befindender immateriellen Vermögenswerte, welche den Entwicklungsaktivitäten zuzuordnen sind, 2.579,0 TEUR (31. Dezember 2022: 2.490,2 TEUR). Die vorgenommenen Regelabschreibungen beliefen sich im Berichtszeitraum auf 337,9 TEUR (Vorjahreszeitraum: 234,0 TEUR). Davon entfielen auf aktivierte Entwicklungskosten 264,2 TEUR (Vorjahreszeitraum: 201,9 TEUR). Außerordentliche Abschreibungen waren weder in diesem Berichtszeitraum noch im Vorjahr notwendig. 2.3. WIRTSCHAFTSBERICHT Die creditshelf-Plattform richtet sich an kleine und mittlere Unternehmen in Deutschland, die für zahlreiche Finanzierungsanlässe Fremdkapital benötigen. Das Agieren dieser Zielgruppe hängt von verschiedenen Faktoren ab - unter anderem von der Entwicklung der Volkswirtschaft und den daraus resultierenden Effekten. Diese beeinflussen das unternehmerische Handeln und können in der Folge auch Auswirkungen auf die Kreditnachfrage sowie das Kreditangebot haben. Gleichzeitig spielen die Rahmenbedingungen der KMU-Finanzierung eine wesentliche Rolle für institutionelle Investoren, die in Kredite auf der creditshelf-Plattform investieren wollen und denen creditshelf eine attraktive Assetklasse anbietet. Für die geschäftliche Entwicklung von creditshelf sind deshalb die Rahmenbedingungen in der eigenen Branche, der Finanzindustrie im Allgemeinen sowie die Entwicklungen der Gesamtwirtschaft entscheidend. 2.3.1. WIRTSCHAFTLICHE RAHMENBEDINGUNGEN UND WETTBEWERB Die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen, von denen creditshelfs KMU-Kunden maßgeblich beeinflusst werden und die Auswirkungen auf das Investitionsverhalten von creditshelfs Investoren haben, gestalteten sich im 1. Halbjahr 2023 herausfordernd. Dabei setzen sich die wesentlichen, im Geschäftsbericht 2022 beschriebenen Trends fort. Das deutsche Bruttoinlandsprodukt sank im 1. Quartal 2023 (preis-, saison- und kalenderbereinigt) um 0,3% gegenüber dem Vorquartal 1. Mit einem Minus von 0,5% im Vergleich zum 1. Quartal 2022 befindet sich die deutsche Wirtschaft in einer angespannten Lage. Weiterhin belasten die Auswirkungen der Energiekrise, die allgemeine weltwirtschaftliche Schwäche sowie ungünstige Finanzierungsbedingungen bei traditionellen Bankhäusern die deutsche Wirtschaft. 2 Die anhaltend hohe Inflationsrate verringerte sich im Juni 2023 zwar etwas, lag aber noch immer bei 6,4%. Dies wirkt sich auf die Kaufkraft und damit auf die Absatzmärkte zahlreicher deutscher KMU aus. 3 Damit einher ging eine Anhebung der Leitzinsen durch die Europäische Zentralbank, zuletzt im Juni 2023 für die Hauptrefinanzierungsgeschäfte auf 4,0 %. 4 Dem ifo- Geschäftsklimaindex zufolge leidet darunter auch die Stimmung in der deutschen Wirtschaft. Nach einem kurzen Aufwärtstrend zu Jahresbeginn fiel der Index im 2. Quartal 2023 kontinuierlich und lag Ende Juni mit 88,5 Punkten unterhalb des Wertes zu Jahresbeginn. Lediglich zu Beginn der Corona-Krise war die Stimmung in der Wirtschaft noch pessimistischer. 5
1 Statistisches Bundesamt. (2023).
Bruttoinlandsprodukt: Ausführliche Ergebnisse zur
Wirtschaftsleistung im 1. Quartal 2023. 25. Mai 2023.
Herausfordernd gestaltete sich für deutsche KMU auch die Finanzierung über traditionelle Kapitalgeber. Obwohl sich die Banken der Umfrage zufolge im 1. Quartal 2023 weniger restriktiv zeigten als noch zum Jahresende 2022, lag die Kredithürde für den Mittelstand deutlich über allen gemessenen Werten seit 2017. Das führte auch dazu, dass der Anteil, der sich in Kreditverhandlungen befindlichen Mittelständler auf dem niedrigen Niveau von 2021 und 2022 eingependelt hat. 6 Dies ist besonders deshalb eine bedenkliche Entwicklung, weil der Markt für Unternehmenskredite in Deutschland eine wesentliche Grundlage für die Bewältigung der bestehenden wirtschaftlichen Herausforderungen und für Investitionen in eine erfolgreiche Zukunft bietet. Die Auswirkungen steigender Energiepreise, einer hohen Inflation und einer sich für Unternehmen herausfordernd gestaltenden Finanzierungslandschaft verdeutlichten sich auch an den Insolvenzzahlen. Die Kreditauskunft Creditreform berichtet von einem Anstieg der Unternehmensinsolvenzen um 16,2% im 1. Halbjahr 2023, verglichen zum Vorjahr. Gründe hierfür sind die enormen Kostenbelastungen durch anhaltend hohe Energie- und Materialpreise. 7 Während die skizzierten Rahmenbedingungen einerseits eine große Herausforderung für die deutsche Wirtschaft im Allgemeinen und den Mittelstand im Besonderen darstellen, ergeben sich andererseits auch Opportunitäten für alternative Finanzierer wie creditshelf, die bestehende Finanzierungslücke im deutschen Mittelstand zu füllen. Dies trifft besonders auf Arrangements außerhalb des besicherten Bereichs zu, der klassisch von den Hausbanken abgedeckt wird. Gerade für die Finanzierung innovativer Projekte, Digitalisierung und einer nachhaltigeren Wirtschaft benötigen deutsche KMU unkomplizierten Zugang zu Liquidität, die alternative Finanzierer wie creditshelf bereitstellen können. Auch die Geschwindigkeit bis zur Finanzierungszusage und ein geringer Antragsaufwand für die Unternehmen sind wesentliche Vorteile von Kreditplattformen 8 , insbesondere wenn es um Einkaufs- und Vorfinanzierung geht, creditshelf betrachtet sich in diesem Zusammenhang als unbesicherte Alternative, die neben klassischen Betriebsmitteln zur Liquiditätssicherung besonders im Bereich innovativer Wachstumsunternehmen und in Sondersituationen attraktive und maßgeschneiderte Finanzierungslösungen zur Verfügung stellt. Die Wettbewerbssituation hat sich für creditshelf im Bereich anderer digitaler Finanzierungsanbieter und -plattformen mit Fokus auf die Fremdkapital Finanzierung kleiner bis mittlerer Unternehmen in Deutschland im Vergleich zum Geschäftsbericht 2022 nicht verändert. Neben reinen Online-Vergleichsplattformen, deren Vermittlungspotenzial auch von der Finanzierungsbereitschaft der klassischen Banken abhängt, beschränkt sich der Wettbewerb auf Kreditmarktplätze wie z.B. Iwoca, Invesdor sowie Teylor. Diese bieten in der Regel kleinere Kreditlosgrößen an als creditshelf. Mehrere Marktteilnehmer mit einem ähnlichen Produktangebot wie creditshelf, z.B. Funding Circle (Sitz in Uk) oder October Sitz in Frankreich! haben ihr Deutschlandgeschäft inzwischen eingestellt. Zum Wettbewerb kommen in bestimmten Bereichen wie der Scale-Up-Finanzierung auch klassische Venture Debt-Anbieter, wobei diese in der Regel eher größere Mindestkreditvolumina ab 10 Mio. EUR anstreben. creditshelf fokussiert sich gezielt auf Bereiche, die von Wettbewerbern nicht oder nur teilweise abgedeckt werden. Abgrenzungsmerkmale sind dabei die Unternehmenszielgruppe t2,5 bis 100 Mio. EUR Umsatz), strukturelle Merkmale des Kredites wie der Rang in der Kapitalstruktur (im Falle von creditshelf ausschließlich gleichrangig mit anderen Finanzierern) oder die Art der Besicherung (im Falle von creditshelf im Wesentlichen dinglich unbesichert) sowie die Kredithöhe (100.000 EUR bis 5 Mio. EUR) und die Art der Investoren (Fokus institutionelle Investoren). Hier stärken insbesondere die restriktive Kreditvergabepraxis der Banken und die strenger werdende Regulatorik, intensiviert durch die Folgen aus dem Ukrainekrieg und der Implementierung des Basel III Reformpakets ab 2023, die Marktposition alternativer Finanzierer wie creditshelf. Große Finanzierungsrunden wie die von Barclays an Teylor im Juni 2023 9 oder von u.a. der Citigroup an das französische Finanzierungs-Fintech Silvr 10 zeigen, dass der Markt auch für institutionelle Investoren interessant bleibt. Vor diesem Hintergrund dürfte sich das Beschäftsumfeld für Corporate Private Debt-Finanzierer auch in den folgenden Jahren positiv entwickeln und mehr Kapital zur Verfügung stehen.
6 KfW Research. (2023) KFW-ifo-Kredithürde
Q1.2023.2. Mai 2023.
Insgesamt sieht das Management creditshelf positiv für Wachstum positioniert. Während die aktuellen Krisen und ihre Auswirkungen auf die Gesamtwirtschaft im Allgemeinen und den KMU-Kreditmarkt im Besonderen weiterhin Unsicherheiten für die Gesellschaft bergen, geht der Vorstand auf Basis der teilweise durch die Krisen beschleunigten strukturellen Trends mittel- und langfristig von einem stark wachsenden Markt für digitale Mittelstandsfinanzierungen in Deutschland aus. Die wachsende Akzeptanz der Anlageklasse "digitale KMU-Kredite" auf der Investorenseite dürfte diese Entwicklung nachhaltig unterstützen. 2.3.2. ERTRAGS-, VERMÖGENS- UND FINANZLAGE Ertragslage Im 1. Halbjahr 2023 verringerten sich die Umsatzerlöse von creditshelf im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um -26,5 % auf 2.857,7 TEUR (Vorjahreszeitraum: 3.885,7 TEUR) Die wesentliche Ursache war eine Abnahme des arrangierten Kreditvolumens auf 42,5 Mio. EUR im Berichtszeitraum (Vorjahreszeitraum: 65,9 Mio. EUR) aufgrund von anhaltenden Finanzierungsmittelrestriktionen. An einer Beseitigung dieser Restriktionen arbeitet creditshelf unentwegt und erwartet eine Lösung im näheren Verlauf des 2. Halbjahres 2023. Das verringerte arrangierte Volumen wurde teilweise durch verbesserte Margen ausgeglichen: Die Gesamtmarge aus dem Verhältnis von Umsatzerlösen zu arrangiertem Kreditvolumen lag mit 6,7 % deutlich über dem Vorjahreszeitraum (5,9 %) Diese deutliche Margenverbesserung resultierte im Wesentlichen aus einer Anpassung der Gebührenstruktur auf der Kreditnehmerseite. Die sonstigen Erträge reduzierten sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum deutlich auf 705.1T EUR (Vorjahreszeitraum: 1.954,2 TEUR) Dies ist im Wesentlichen einer im Vorjahreszeitraum verbuchten Ausgleichszahlung in Höhe von 1.750,0 TEUR, die creditshelf im Rahmen der Einigung mit dem Insolvenzverwalter der Amsterdam Trade Bank erhalten hat, geschuldet. Diese hatte creditshelf nach einem profitablen Q1 2022 u.a. für entstandene Kosten und entgangene Umsätze erhalten. Die sonstigen Erträge enthalten im 1. Halbjahr 2023 außerdem Erträge aus der Auflösung der Rückstellung für die virtuelle Beteiligung, Rechtskostenerstattungen für ausgefallene Kreditnehmer sowie eine Umsatzsteuererstattung für vorangegangene Geschäftsjahre.
9 Finance FWD. (2023) Kreditstartup Teylor
erhält 275 Mio. Euro. Artikel vom 01. Juni 2023.
Die aktivierten Eigenleistungen beliefen sich im 1. Halbjahr 2023 auf 329,8 TEUR (Vorjahreszeitraum: 264,6 TEUR) und beinhalten Personalkosten, die für die Softwareentwicklung angefallen sind. Der Personalaufwand erhöhte sich im 1. Halbjahr 2023 auf 2.975,5 TEUR (1. Halbjahr 2022: 2.827,2 TEUR). Dieser Anstieg ist auf einen erhöhten Personalbestand und damit verbundene Gehälter zurückzuführen. Der Personalbestand lag mit durchschnittlich 71 Mitarbeitern (Vorjahreszeitraum: 67) inklusive des Vorstands über dem Vorjahreszeitraum. Im Rahmen einer restriktiven Personalpolitik hat der Vorstand von Juni bis Juli vor dem Hintergrund der herausfordernden Finanziellen Situation des creditshelf-Konzerns beschlossen, die Anzahl der festangestellten Mitarbeiter durch ordentliche Kündigungen deutlich zu reduzieren und aus Arbeitnehmerkündigungen entstandene Vakanzen nicht nachzubesetzen. Die Personalanpassung ist einerseits einer notwendigen Reduktion der Kostenbasis geschuldet, andererseits reflektiert die Anpassung des Personalbestands das verringerte mögliche Geschäftsvolumen aufgrund der bis August anhaltenden Funding-Restriktionen. Sie wird den monatlichen Personalaufwand ab November 2023 ungefähr halbieren. Bis dahin wird sich der Personalbestand auf ca. 35 Mitarbeiter reduzieren. Die Aufwendungen für das aktienbasierte Mitarbeiter-Anreizprogramme (Restricted Stock Units Programs: im Folgenden kurz "RSU") lagen im Berichtszeitraum bei 170,5 TEUR (Vorjahreszeitraum: 41,6 TEUR) Der niedrigere RSU-Aufwand des Vorjahres ist der Auflösung von bereits gebildeten Aufwendungen durch Mitarbeiterabgänge geschuldet. Im Vorjahreszeitraum trugen vor allem Aufwendungen für Urlaubsrückstellungen in Höhe von 322,5 TEUR, welche im Vorjahreszeitraum aufgrund der neu eingeführten Sabbatical-Regel, die Mitarbeitern mit Betriebszugehörigkeit über 5 Jahren Sonderurlaub zugesteht, gebildet wurden, zum vergleichsweise hohen Personalaufwand bei. Im 1. Halbjahr 2023 verringerten Auflösungen im Rahmen der Sabbatical-Regel den Personalaufwand um 8,3 TEUR. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beliefen sich bis zum 30. Juni 2023 auf 1.526,5 TEUR und lagen somit auf dem Niveau des Vorjahreszeitraums (1.495,7 TEUR) Die Rechts- und Beratungsaufwendungen erhöhten sich aufgrund der intensivierten Vertriebstätigkeiten auf der Investorenseite im Vergleich zur Vorjahresperiode deutlich auf 556,2 TEUR (Vorjahreszeitraum: 241,3 TEUR) Die Aufwendungen für Marketing- und Werbemaßnahmen reduzierten sich deutlich auf 128,8 TEUR (Vorjahreszeitraum: 228,6 TEUR. Hierin spiegelt sich ein fokussierter Marketingansatz mit effizienten, zielkundenorientierten Kampagnen und deutlichem Schwerpunkt auf Unterstützung des Partnervertriebs sowie reduzierte Aufwendungen für Brand Awareness wider. Fremdleistungen führten im 1. Halbjahr 2023 zu Aufwendungen in Höhe von 110,3 TEUR (Vorjahreszeitraum: 187,7 TEUR) und beinhalten im Wesentlichen Aufwendungen für Leistungen der Fronting Bank im Rahmen der Kreditvergabe. Der Rückgang erklärt sich durch die reduzierte Vermittlung von Krediten. Die Mietaufwendungen erhöhten sich im 1. Halbjahr 2023 aufgrund steigender Mietnebenkosten leicht auf 46,2 TEUR (Vorjahreszeitraum: 44,3 TEUR). Aufwendungen für Verkaufsprovisionen für die Vermittlung von Kreditnehmern aus dem Partnernetzwerk auf der creditshelf Plattform lagen im 1. Halbjahr 2023 bei 28,0 TEUR (Vorjahreszeitraum: 44,0 TEUR) Aufgrund von Bewertungseffekten entstand für die virtuelle Beteiligung im 1. Halbjahr 2022 ein Aufwand Für Rückstellungen in Höhe von 74,4 TEUR. Im 1. Halbjahr 2023 entstanden hieraus lediglich Erträge, die in den sonstigen Erträgen erfasst sind. Die Summe der übrigen sonstigen Aufwendungen lag im 1. Halbjahr 2023 mit 656,9 TEUR auf dem Niveau des Vorjahreszeitraums (675,4 TEUR) Hierin enthalten sind wie bereits im Vorjahr im Wesentlichen IT-Aufwendungen für Lizenzen und Konzessionen zur Erweiterung der digitalen Infrastruktur. Hinzu kommen Kosten für Investor Relations, Kosten für Versicherungen, zeitanteilig abgegrenzte Aufsichtsratsvergütungen, Reisekosten und Mitgliedsbeiträge für Verbände wie z.B. die Digital Lending Association (vormals Verband deutscher Kreditplattformen). Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) verschlechterte sich trotz niedrigerer Kosten aufgrund reduzierter Umsatzerlöse im 1. Halbjahr 2023 auf -609,4 TEUR (Vorjahreszeitraum: 1.781,6 TEUR). Der Vorjahreszeitraum profitierte wesentlich von der oben erwähnten Ausgleichszahlung sowie einem profitablen 1. Quartal 2022 vor dem Beginn des Ukrainekriegs. Die ordentlichen Abschreibungen beliefen sich im 1. Halbjahr 2023 auf 428,7 TEUR und lagen aufgrund der Nachaktivierung von Eigenleistungen im Rahmen von Verbesserungen an bestehenden Softwarekomponenten sowie der Fertigstellung von Anlagen im Bau über denen des Vorjahreszeitraums (296,7 TEUR). Danach weist der Konzern im 1. Halbjahr 2023 ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) in Höhe von -1.038,1 TEUR (Vorjahreszeitraum: 1.484,9 TEUR) aus. Der Jahresfehlbetrag lag unter Berücksichtigung eines Finanzergebnisses von -120,7 TEUR (Vorjahreszeitraum: -87,8 TEUR), das im Wesentlichen das aufgenommene Gesellschafterdarlehen reflektiert, und keinen Ertragssteueraufwendungen (Vorjahreszeitraum: 45,7 TEUR) bei 1.158,8 TEUR (Vorjahreszeitraum: Überschuss von 1.351,4 TEUR). Das unverwässerte Ergebnis je Aktie, basierend auf dem den Stammaktionären zurechenbaren Gewinn und einem gewichteten Durchschnitt der im Umlauf befindlichen Stammaktien, beträgt -0,83 EUR (Vorjahreszeitraum: 0,98 EUR). Das verwässerte Ergebnis je Aktie entspricht gemäß IAS 33.41 dem unverwässerten Ergebnis (Vorjahreszeitraum: 0,97 EUR). Vermögenslage Die Bilanzsumme von creditshelf belief sich zum 30. Juni 2023 auf 9.726,6 TEUR (31. Dezember 2022: 9.619,3 TEUR). Die langfristigen Vermögenswerte lagen zum Bilanzstichtag mit 3.843,8 TEUR auf dem Niveau des Geschäftsjahresendes 2022 (31. Dezember 2022: 3.906,3 TEUR). Die immateriellen Vermögenswerte erhöhten sich trotz ordentlicher Abschreibungen durch die Aktivierung von Eigenleistungen und Nearshoring leicht auf 3.181,7 TEUR (31. Dezember 2022: 3.125,4 TEUR). Sie machten zusammen mit langfristigen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen von 543,1 TEUR (31. Dezember 2022: 679,4 TEUR), die im Wesentlichen Forderungen aus Investorengebühren beinhalten, zum Stichtag 30. Juni 2023 den größten Teil der langfristigen Vermögenswerte aus. Die kurzfristigen Vermögenswerte erhöhten sich zum Stichtag auf 5.882,8 TEUR (31. Dezember 2022: 5.713,0 TEUR) Die Hauptursache waren höhere Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente von 4.488,5 TEUR (31. Dezember 2022: 4.135,1 TEUR) unter anderem aufgrund einer Einzahlung von insgesamt 1.750,0 TEUR aus der Inanspruchnahme des Gesellschafterdarlehens im März und Juni 2023. Zum 30. Juni 2023 befanden sich davon 0,1 TEUR auf verpfändeten Konten (31. Dezember 2022: 0,1 TEUR) Wie bereits zum Geschäftsjahresende 2022 befanden sich zum Stichtag 30. Juni 2023 im Rahmen der Abwicklung von Transaktionen zwischenzeitlich Zahlungsmittel in Höhe von 2.700,0 TEUR (31. Dezember 2022: 3.000,0 TEUR) auf einem Konto der Gesellschaft, welche die Zahlungsmittel temporär erhöhten. Dieser Position stand wie bereits zum 31. Dezember 2022 eine entsprechende Verbindlichkeit gegenüber. Die kurzfristigen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die im Wesentlichen Forderungen aus Investorengebühren reflektieren, reduzierten sich zum 30. Juni 2023 auf 1.081,6 TEUR (31. Dezember 2022:1.327,5 TEUR) Das Eigenkapital des Konzerns verringerte sich im Vergleich zum Jahresende auf 402,5 TEUR (31. Dezember 2022: 1.475,3 TEUR) Die Eigenkapitalquote lag bei 4,1 % (31. Dezember 2022: 18,9 %) Die Reduktion des Eigenkapitals erklärt sich durch den Saldo des Nachsteuerergebnisses der Periode von -1.158,8 TEUR und einer leichten Erhöhung der Kapitalrücklage (30. Juni 2023: 21.726,5 TEUR, 31. Dezember 2022: 21.648,5 TEUR) zur Bedienung von Ansprüchen aus den aktienbasierten Mitarbeiter-Anreizprogrammen durch Ausgabe von Eigenkapitalinstrumenten. Im Rahmen der Bedienung von Ansprüchen aus den Mitarbeiter-Anreizprogrammen kam es darüber hinaus zu einer Kapitalerhöhung, die am 9. Februar 2023 in das Handelsregister eingetragen wurde und durch die sich das Gezeichnete Kapital um 8.087,00 EUR auf 1.396,0 TEUR erhöhte (31. Dezember 2022: 1.387,9 TEUR). Im Vergleich zum Jahresende 2022 erhöhten sich die langfristigen Schulden auf 5.261,7 TEUR (31. Dezember 2022: 3.692,6 TEUR) Hauptursache hierfür waren erhöhte sonstige finanzielle Verbindlichkeiten von 4.740,8 TEUR (31. Dezember 2022: 2.863,0 TEUR) Diese bestehen im Wesentlichen aus den Verbindlichkeiten im Rahmen des Gesellschafterdarlehens und den abgegrenzten Zinsen. Die langfristigen Rückstellungen lagen mit 520,9 TEUR unter dem Niveau zum Jahresende 2022 (31. Dezember 2022: 829,6 TEUR) Sie reflektieren neben einer verringerten Rückstellung für die virtuelle Beteiligung im Wesentlichen Urlaubsrückstellungen im Rahmen der Sabbatical-Regelung. Die kurzfristigen Schulden verringerten sich zum Stichtag 30. Juni 2023 mit 4.062,4 TEUR gegenüber dem 31. Dezember 2022 (4.451,4 TEUR deutlich. Hauptursache waren niedrigere Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 3.207,4 TEUR (31. Dezember 2022: 3.410,9 TEUR). Wie bereits erwähnt enthalten die Verbindlichkeiten aus Lieferung und Leistung eine den temporär verbuchten Zahlungsmitteln von 2.700,0 TEUR (31. Dezember 2022: 3.000,0 TEUR) entsprechende Verbindlichkeit. Die sonstigen Schulden lagen mit 693,5 TEUR zum Stichtag 30. Juni 2023 unter dem Stand zum Jahresende 2022 (31. Dezember 2022: 873,5 TEUR). Die kurzfristigen Rückstellungen lagen mit 100,1 TEUR auf dem Niveau des Vorjahreszeitraums (31. Dezember 2022:102,8 TEUR) und beinhalten Rückstellungen für Personalangelegenheiten. Finanzlage Ausgehend von einem Nachsteuerergebnis von -1.158,8 TEUR (30. Juni 2022: 1.351,4 TEUR) ergab sich zum Ende der Berichtsperiode nach Anpassungen hauptsächlich der Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte von 370,4 TEUR (30.Juni 2022: 234,3 TEUR), der sonstigen zahlungsunwirksamen Aufwendungen und Erträgen von -329,8 TEUR (30. Juni 2022: -264,6 TEUR) sowie einer Abnahme anderer Rückstellungen von -311,4 TEUR (30. Juni 2022: -189,0 TEUR) ein Brutto-Cashflow in Höhe von -1.219,6 TEUR (30. Juni 2022: 1.648,7 TEUR). Ausgehend vom Brutto-Cashflow und unter Berücksichtigung einer Abnahme der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen von 382,3 TEUR (30. Juni 2022: Zunahme von 238,9 TEUR), einer Abnahme sonstiger Passiva von 143,2 TEUR (30. Juni 2022: Abnahme von 344,4 TEUR) sowie einer Zunahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen von 11,6 TEUR (30. Juni 2022: Abnahme von 379,1 TEUR) betrug der Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit -968,9 TEUR (30. Juni 2022: 686,3 TEUR). Der Cashflow aus Investitionstätigkeit lag im Berichtszeitraum bei -163,9 TEUR (30. Juni 2022: -30,6 TEUR) Der Mittelabfluss resultiert im Wesentlichen aus Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen (75,8 TEUR, 30. Juni 2022:30,7 TEUR) sowie immaterielle Vermögenswerte (97,0 TEUR, 30. Juni 2022:10,4 TEUR). Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit betrug im 1. Halbjahr 2023 1.701,3 TEUR (30. Juni 2022: -777,0 TEUR). Im Mittelzufluss des 1. Halbjahres 2023 spiegeln sich im Wesentlichen die Einzahlungen aus dem Gesellschafterdarlehen in Höhe von 1.750,0 TEUR (30. Juni 2022: Auszahlung von 750,0 TEUR durch Darlehenstilgung) sowie Auszahlungen für die Tilgung von Leasingverbindlichkeiten von 40,0 TEUR (30. Juni 2022: 36,7 TEUR) wider. Zum Stichtag 30. Juni 2023 verfügte creditshelf über Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente auf 4.488,5 TEUR (30.Juni 2022: 1.290,9 TEUR) Auf verpfändeten Konten befanden sich zum Stichtag Mittel in Höhe von 0,1 TEUR (30. Juni 2022: 0,1 TEUR). Die Gesellschaft verfügte zum 30. Juni 2023 unter Berücksichtigung verpfändeter Konten und Kundengelder über einen Finanzmittelfonds in Höhe von 4.488,4 TEUR (30. Juni 2022:1.290,8 TEUR) Die Nettoverschuldung, die den Finanzmittelfonds nach Abzug der bestehenden Finanzschulden ausweist, stellte sich zum 30. Juni 2023 ohne Gesellschafterdarlehen nebst Zinsabgrenzung wie folgt dar: scrollen
2.4. RISIKO- UND CHANCENBERICHT Die creditshelf Aktiengesellschaft und der Konzern unterliegen einer Vielzahl von Chancen und Risiken, die sich aus dem Geschäftsmodell und dem Markt, in dem creditshelf tätig ist, ergeben. Das Risiko- und Chancenmanagement ist bei creditshelf integraler Bestandteil des konzernweiten Systems der Unternehmensführung. Für eine ausführliche Darstellung unseres Risiko- und Chancenmanagementsystems sowie der Risiko- und Chancenlage verweisen wir auf das Kapitel "Risiko- und Chancenbericht" im Lagebericht des Geschäftsberichts 2022. Die dort beschriebenen Ziele, Strategien, Strukturen und Prozesse des Risikomanagementsystems, das rechnungslegungsbezogene interne Kontrollsystem sowie die aufgeführten Risiken und Chancen sind, sofern untenstehend nicht anders beschrieben, weiterhin gültig. Veränderung der Risikosituation und wesentliche Risiken Die Darstellung der folgenden Risiken lehnt sich an die intern vorgegebene Kategorisierung nach Risikoarten an und folgt einer Nettobetrachtung. Liquiditätsrisiko Wie im Geschäftsbericht 2022 erläutert, besteht aufgrund einer aktuell anhaltenden Verlustsituation ein Liquiditätsrisiko für die Gesellschaft. Die im Geschäftsbericht beschriebenen, mitigierenden Maßnahmen haben weiterhin bestand und wurden um eine restriktive Personalpolitik erweitert. Da die Patronin der creditshelf Aktiengesellschaft im März und im Juni 2023 Zahlungen im Rahmen des Gesellschafterdarlehensrahmenvertrags in Höhe von insgesamt 1,75 Mio. EUR geleistet hat, somit erst 4,3 Mio. EUR der maximal 8 Mio. EUR gezogen sind und der Rahmenvertrag weiterhin ungekündigt ist, liegt die Bewertung des Liquiditätsrisikos weiterhin bei "mittel". Rekrutierungs- und Retentionsrisiko Im Rahmen einer restriktiven Personalpolitik hat der Vorstand von Juni bis Juli vor dem Hintergrund der herausfordernden finanziellen Situation des creditshelf-Konzerns beschlossen, die Anzahl der festangestellten Mitarbeiter durch ordentliche Kündigungen deutlich zu reduzieren und aus Arbeitnehmerkündigungen entstandene Vakanzen nicht nachzubesetzen. Die Personalanpassung ist einerseits einer notwendigen Reduktion der Kostenbasis geschuldet, andererseits reflektiert die Anpassung des Personalbestands das verringerte mögliche Geschäftsvolumen aufgrund der bis August anhaltenden Funding-Restriktionen. Sie wird den monatlichen Personalaufwand ab November 2023 ungefähr halbieren. Bis dahin wird sich der Personalbestand auf ca. 35 Mitarbeiter reduzieren. Dieser Schritt birgt aus Sicht der Gesellschaft das Risiko, dass sich weitere Mitarbeiter in Eigeninitiative von der Gesellschaft trennen und somit ein Wissens- und Kompetenzabfluss erfolgt. Um diesem Risiko zu begegnen, steht die Personalabteilung im engen Austausch mit den Mitarbeitern und versucht nach Möglichkeit, auf deren individuelle Bedürfnisse einzugehen. Entsprechend liegt die Bewertung des Rekrutierungs- und Retentionsrisikos weiterhin bei "gering". Datenverluste und Systemschädigungen Aufgrund des digitalen Geschäftsmodells ist creditshelf anfällig für Datenverluste und Systemschädigungen durch externe Angriffe auf die IT-Systeme sowie externe und interne, absichtliche sowie unabsichtliche Manipulation von Daten infolge unzureichender Schutzmaßnahmen. Im Rahmen der Mitarbeiterentlassungen zum Ende des 1. Halbjahres 2023 besteht aufgrund der erhöhten Anzahl anzupassender und zu sperrender Systeme und Computer ein erhöhtes Risiko eines absichtlichen oder unabsichtlichen Datendiebstahls. creditshelf hat in diesem Zusammenhang die Kontrollen rund um Zugänge zu relevanten Systemkomponenten sowie die Rückgabe des ausgehändigten Equipments rund um den bestehenden, standardisierten Prozess weiter verschärft. Entsprechend lautet die Risikobewertung für Datenverluste und Systemschädigungen weiterhin "gering". Beschaffungsrisiken Die im Geschäftsbericht beschriebenen Beschaffungsrisiken auf der Investorenseite bestehen zum Berichtszeitpunkt weiterhin. Die Nutzung der Goldman Sachs-Finanzierungsfazilität ist noch immer nicht möglich, da sie abhängig von Einzahlungen des Junior Lenders, namentlich der Obotritia Capital KGaA, wesentliche Aktionärin und Patronin der creditshelf Aktiengesellschaft, ist. Diese Einzahlung ist bisher nicht geleistet worden. Sollte der Start des Vehikels mit Goldman Sachs aufgrund fehlender Einzahlungen der Obotritia Capital KGaA scheitern, birgt dies das Risiko einer Bestandsgefährdung der creditshelf Aktiengesellschaft und des Konzerns. Um die Abhängigkeit von einzelnen Refinanzierungsvehikeln zu reduzieren und die Basis für weiteres Wachstum zu schaffen, befindet sich creditshelf in Gesprächen mit weiteren interessierten Investoren. An einer Beseitigung der Finanzierungsmittelrestriktionen arbeitet creditshelf unentwegt und erwartet eine Lösung im näheren Verlauf des 2. Halbjahres 2023. Die Beschaffungsrisiken werden weiterhin als "wesentlich" bewertet. Das Potenzial der Bestandsgefährdung besteht ebenfalls weiterhin. Dazu verweisen wir auf den folgenden Abschnitt. Fortführung der Unternehmenstätigkeit - Bestandsgefährdendes Risiko Der Ausfall eines wesentlichen Kreditinvestors auf der creditshelf-Plattform im 2. Quartal 2022 und sich daraus ergebende, verringerte Finanzierungsmittel haben auch im Geschäftsjahr 2023 noch erhebliche Auswirkungen auf die Geschäftsentwicklung der creditshelf Gruppe. Sowohl das arrangierte Kreditvolumen als auch die daraus entstandenen Konzernumsätze liegen deutlich unter dem Vorjahreszeitraum. Der Vorjahreszeitraum profitierte im 1. Quartal 2022 noch von voll verfügbaren Finanzierungsmitteln. Ein Vertrag für eine neue Quelle für die Finanzierung der über die creditshelf-Plattform arrangierten Kredite konnte zwar im November 2022 mit Goldman Sachs unterzeichnet, aufgrund von nachgelagerten Bedingungen und vertraglich zwar zugesicherten, aber bis zur Aufstellung dieses Halbjahresabschlusses nicht geleisteten Einzahlungen durch den Junior Lender Obotritia Capital KGaA noch nicht genutzt werden. Eine positive Umsatzentwicklung und eine sich daraus ableitende Profitabilität sowie eine ausreichende Liquiditätsausstattung sind die Grundlage für den Fortbestand der Gesellschaft und des Konzerns. Neben einer Weiterführung bereits in den Vorjahren implementierter Maßnahmen wie konsequentes Kostenmanagement und monatliche Liquiditäts-Reportings hat der Vorstand bereits im Geschäftsjahr 2022 weitere Schritte initiiert, um den Fortbestand zu sichern. Dazu zählen ein Hinwirken auf die Umsetzung der vertraglich festgehaltenen Verpflichtungen der Obotritia Capital KGaA zur Bereitstellung der zugesicherten Beträge zum Start des Vehikels mit Goldman Sachs und regelmäßige Absprachen mit allen Parteien zum schnellstmöglichen Start der Fazilität. Im Rahmen einer restriktiven Personalpolitik hat der Vorstand von Juni bis Juli vor dem Hintergrund der herausfordernden finanziellen Situation des creditshelf-Konzerns beschlossen, die Anzahl der festangestellten Mitarbeiter durch ordentliche Kündigungen deutlich zu reduzieren und aus Arbeitnehmerkündigungen entstandene Vakanzen nicht nachzubesetzen. Die Personalanpassung ist einerseits einer notwendigen Reduktion der Kostenbasis geschuldet, andererseits reflektiert die Anpassung des Personalbestands das verringerte mögliche Geschäftsvolumen aufgrund der bis August anhaltenden Funding-Restriktionen. Sie wird den monatlichen Personalaufwand ab November 2023 ungefähr halbieren. Bis dahin wird sich der Personalbestand auf ca. 35 Mitarbeiter reduzieren. Darüber hinaus veranlasste der Vorstand eine weitere Intensivierung des Vertriebsprozesses auf der Investorenseite. An einer Beseitigung der Finanzierungsmittelrestriktionen arbeitet creditshelf unentwegt und erwartet eine Lösung im näheren Verlauf des 2. Halbjahres 2023. Für die Sicherung des Fortbestands der Gesellschaft und des Konzerns wurden im 1. Halbjahr 2023 weitere, von creditshelf gezogene Tranchen aus dem Gesellschafterdarlehen in Höhe von 1,75 Mio. EUR von der Darlehensgeberin Obotritia Capital KGaA bedient. Damit sind aus dem seit Januar 2021 bestehenden Gesellschafterdarlehenrahmenvertrag mit unbeschränkter Laufzeit aktuell 4,3 Mio. EUR von insgesamt verfügbaren 8,0 Mio. EUR gezogen. Das Darlehen kann von beiden Parteien bis zum 31. Dezember 2023 mit einer Frist von zwölf Monaten gekündigt werden, danach beträgt die Kündigungsfrist 3 Monate. Zum Zeitpunkt der Aufstellung dieses Halbjahresabschlusses war das Darlehen ungekündigt. Sollten die Maßnahmen zur Auflösung der Funding-Restriktionen auf der creditshelf-Plattform - insbesondere der erfolgreiche Start des Goldman Sachs-Vehikels durch entsprechende und zugesagte Einzahlungen des Junior Lenders Obotritia Capital KGaA - sowie die darauf aufbauend geplante Umsatzentwicklung nicht umgesetzt werden können, die ergriffenen Maßnahmen für das Kostenmanagement nicht die geplante Wirkung erzielen und bis zum Erreichen positiver Cashflows die noch verfügbaren Mittel aus dem Gesellschafterdarlehenrahmenvertrag nicht ausreichen bzw. von der Darlehensgeberin nicht bedient werden können oder diese den Vertrag zum Jahresbeginn 2024 kündigen, wäre der Fortbestand der creditshelf Aktiengesellschaft und des Konzerns gefährdet. Insofern liegt eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten vor, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der creditshelf Aktiengesellschaft und des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können, und die creditshelf Aktiengesellschaft und der Konzern daher möglicherweise nicht in der Lage sind, im gewöhnlichen Geschäftsverlauf seine Vermögenswerte zu realisieren sowie seine Schulden zu begleichen. Gesamtrisiko- und Chancensituation Eine gesamtheitliche Betrachtung der Risikosituation ergibt das Beschaffungsrisiko als wesentliches Risiko. Sollte sich dieses Risiko z.B. aufgrund eines Scheiterns des Starts des Vehikels mit Goldman Sachs wegen fehlender Einzahlungen der Obotritia Capital KGaA als Junior Lender negativ entwickeln oder sich kein anderer Junior Investor für zusätzliche Finanzierungsvehikel finden, ist der Bestand der creditshelf Aktiengesellschaft und des Konzerns gefährdet. Darüber hinaus sieht sich creditshelf im Vergleich zu den Ausführungen im Geschäftsbericht 2022 einer im Wesentlichen unveränderten Gesamtrisikosituation ausgesetzt. Der größte Teil der Risiken wird nach risikoreduzierenden Maßnahmen auch weiterhin als gering oder mittel eingeschätzt. creditshelf sieht sich im Vergleich zu den Ausführungen im Geschäftsbericht 2022 zudem einer ähnlich positiven Gesamtchancensituation gegenüber. Die zunehmende Digitalisierung auf Seiten der mittelständischen Kreditnehmer in Kombination mit erfolgreichen Partnerschaften verbessert die Chancensituation. Gleichzeitig bieten sich der Gesellschaft Opportunitäten aus dem Finanzierungsbedarf, der sich im deutschen Mittelstand aufgrund makroökonomischer Herausforderungen und langfristiger Trends wie Innovation und Umweltschutz ergibt. Auf Seiten der Investoren tragen die attraktiven Eigenschaften der von creditshelf arrangierten digitalen KMU-Kredite sowie der durch creditshelf geschaffene, einzigartige Zugang zu dieser Assetklasse zu einer verbesserten Chancensituation bei. 2.5. PROGNOSEBERICHT Der Vorstand hatte am 28. April 2023 im Rahmen des Geschäftsberichts eine Prognose für das Geschäftsjahr 2023 veröffentlicht. Auf Basis der Geschäftsentwicklung im Geschäftsjahr 2022, der damaligen Marktlage, der bestehenden Risiken und Chancen sowie der erwarteten, zeitnahen Nutzung der Goldman Sachs Funding-Fazilität erwartete der Vorstand einen Konzernumsatz zwischen 8 und 10 Mio. EUR. Ebenfalls auf Konzernebene erwartete der Vorstand ein positives EBIT von 0 bis 1 Mio. EUR. Am 10. August 2023 hat der Vorstand die Prognose für das Geschäftsjahr 2023 unter Berücksichtigung der im 1. Halbjahr 2023 realisierten, vorläufigen Umsatzerlöse in Höhe von 2,9 Mio. EUR und einem vorläufigen EBIT von minus 1,0 Mio. EUR sowie der aktuell zur Verfügung stehenden Finanzierungsmittel auf der creditshelf-Plattform per Ad-hoc-Mitteilung angepasst. Er erwartet jetzt einen Konzernumsatz von 5 bis 7 Mio. EUR sowie ein Konzern-EBIT von minus 1 bis minus 2 Mio. EUR. Die neue Prognose basiert auf der Annahme des Vorstands, dass die Auflösung des bestehenden Finanzierungsmittelengpasses auf der creditshelf-Plattform anders als bisher angenommen erst im näheren Verlauf des 2. Halbjahres 2023 umsetzbar ist. 3. KONZERN-ZWISCHENABSCHLUSS ZUM 30. JUNI 2023 3.1. KONZERNBILANZ ZUM 30.06.2023AKTIVA scrollen
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3.2. KONZERN-GESAMTERGEBNISRECHNUNG VOM 1. JANUAR BIS 30. JUNI 2023scrollen
Ergebnis je Aktie scrollen
3.3. KONZERN-KAPITALFLUSSRECHNUNG VOM 1. JANUAR BIS 30. JUNI 2023scrollen
3.4. KONZERN-EIGENKAPITALVERÄNDERUNGSRECHNUNG VOM 1. JANUAR BIS 30. JUNI 2023scrollen
3.5. AUSGEWÄHLTE ERLÄUTERNDE ANHANGANGABEN ZUM VERKÜRZTEN KONZERNZWISCHENABSCHLUSS ZUM 30. JUNI 2023 A) ALLGEMEINE INFORMATIONEN Die creditshelf Aktiengesellschaft, Frankfurt am Main, Deutschland (creditshelf" oder das "Unternehmen" und zusammen mit ihrer Tochtergesellschaft creditshelf solutions GmbH, Sitz ebenfalls in Frankfurt am Main, Deutschland, die "creditshelf Gruppe" oder "Konzern") ist eine nach deutschem Recht eingetragene Aktiengesellschaft, deren Aktien seit dem 25. Juli 2018 im Regulierten Markt (Prime Standard) an der Frankfurter Wertpapierbörse öffentlich gehandelt werden. Das Mutterunternehmen wird unter der Registernummer HRB 112087 beim Amtsgericht Frankfurt am Main, Deutschland geführt. Die Adresse des eingetragenen Sitzes des Unternehmens lautet Mainzer Landstr. 33a in 60329 Frankfurt am Main. Gegenstand des Unternehmens ist die Vermittlung von Darlehensverträgen, die Vermittlung von Anlegern zu deutschen Kreditinstituten oder Versicherungsgesellschaften, die Beratung und Analyse von Unternehmen, die Entwicklung von Informationstechnologien zur Gewinnung wirtschaftlicher Erkenntnisse über Kreditausfallwahrscheinlichkeiten, Informationsdienstleistungen und die Erbringung von Dienstleistungen im Bereich Informationsdienstleistungen. Das gezeichnete Kapital der creditshelf Aktiengesellschaft betrug zum 30. Juni 2023 1.395.961,00 EUR. Im Vergleich zum 31. Dezember 2022 ist dies eine Erhöhung um 8.087,00 EUR aufgrund einer weiteren Wandlung der aus aktienbasierten Mitarbeiter-Anreizprogramme (Restricted Stock Units Programs) bereits bestehenden Ansprüche in Aktien. Am 9. Februar 2023 wurden die neuen Aktien im Handelsregister eingetragen und am 23. Februar 2023 in den Handel im regulierten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse mit identischer Wertpapierkennnummer (WKN) wie die alten Aktien aufgenommen. Der vorliegende Konzernzwischenabschluss wurde am 30. August 2023 vom Vorstand der creditshelf zur Veröffentlichung freigegeben. Vorstand und Aufsichtsrat haben die nach § 161 AktG vorgeschriebene Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex abgegeben - zuletzt am 30. März 2023 - und der Öffentlichkeit auf der Webseite des Unternehmens (ir.creditshelf.com) dauerhaft zugänglich gemacht. Informationen über den Konsolidierungskreis Der Konsolidierungskreis hat sich im Vergleich zum Konzernabschluss zum 31. Dezember 2022 nicht geändert. Tochterunternehmen Zum Stichtag 30. Juni 2023 hält die creditshelf Aktiengesellschaft 100 % der Anteile ihrer Tochtergesellschaft, der creditshelf solutions GmbH. Die creditshelf solutions GmbH (ehemals Valendo GmbH), Sitz in Frankfurt am Main, Deutschland, wurde im Jahr 2015 gegründet. Das 100 %-ige Tochterunternehmen wird unter der Registernummer HRB 128453 beim Amtsgericht Frankfurt am Main, Deutschland geführt. Geschäftszweck der creditshelf solutions GmbH ist die Vermittlung sowie der Ankauf und Verkauf von Kreditforderungen im eigenen Namen und für eigene Rechnung sowie die Entwicklung und der Betrieb von inländischen und ausländischen Internet- und Technologie-Projekten, insbesondere zur interaktiven Vermittlung von Finanzierungen, und die Erbringung damit im Zusammenhang stehender Serviceleistungen. Das Betreiben von Factoring sowie Tätigkeiten, die nach dem Kreditwesengesetz, dem Kapitalanlagegesetzbuch oder dem Zahlungsdiensteaufsichtsgesetz erlaubnispflichtig sind, werden nicht erbracht. Die creditshelf solutions GmbH beschäftigte gem. § 314 Abs. 1 Nr. 4 HGB im 1. Halbjahr 2023 keine Mitarbeiter. Durch Beschluss der Gesellschafterversammlung vom 26. Juli 2019 beträgt das Stammkapital 39.676,00 EUR. Funktionale und Darstellungswährung Dieser Konzernabschluss wurde in Euro (EUR), der Funktionalen Währung des Unternehmens, aufgestellt. 1. GRUNDLAGEN DER AUFSTELLUNG DES ABSCHLUSSES Der vorliegende verkürzte Konzernzwischenabschluss für den Zeitraum 1. Januar bis 30. Juni 2023 umfasst nach den Vorschriften des § 115 Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) einen verkürzten Konzernzwischenabschluss und einen Konzernzwischenlagebericht. Der Konzernzwischenabschluss entspricht den Anforderungen des IAS 34 (Zwischenberichterstattung) und wurde in Anwendung der Regelungen des § 315e Abs. 3 HGB sowie in Übereinstimmung mit den vom International Accounting Standards Board (IASB) verabschiedeten und veröffentlichten International Financial Reporting Standards (IFRS) einschließlich der Interpretationen zu den IFRS (IFRIC), wie sie von der Europäischen Union übernommen und verpflichtend anzuwenden sind, unter Berücksichtigung der ergänzenden handelsrechtlichen Regelungen aufgestellt. Der verkürzte Konzernzwischenabschluss sowie der verkürzte Konzernzwischenlagebericht wurden nicht im Sinne des § 115 Abs. 5 WpHg durch einen Abschlussprüfer geprüft oder einer prüferischen Durchsicht unterzogen. Der verkürzte Konzernzwischenabschluss enthält nicht alle Informationen und Anhangangaben, die im Konzernabschluss erforderlich sind und sollte daher in Verbindung mit dem Konzernabschluss zum 31. Dezember 2022 gelesen werden. Für eine komprimierte Übersicht wurden in der Bilanz sowie in der Gesamtergebnisrechnung einzelne Positionen zusammengefasst. Des Weiteren wurde die Bilanz nach IAS 1 in lang- und kurzfristige Positionen gegliedert und die Gewinn- und Verlustrechnung nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt. Der Konzernzwischenabschluss basiert auf dem Grundsatz der Unternehmensfortführung (Going Concern). Eine positive Umsatzentwicklung und eine sich daraus ableitende Profitabilität sowie eine ausreichende Liquiditätsausstattung sind die Grundlage für den Fortbestand der Gesellschaft und des Konzerns. Neben einer Weiterführung bereits in den Vorjahren implementierter Maßnahmen wie konsequentes Kostenmanagement und monatliche Liquiditäts-Reportings hat der Vorstand bereits im Geschäftsjahr 2022 weitere Schritte initiiert, um den Fortbestand zu sichern. Dazu zählen ein Hinwirken auf die Umsetzung der vertraglich festgehaltenen Verpflichtungen der Obotritia Capital KGaA zur Bereitstellung der zugesicherten Beträge zum Start des Vehikels mit Goldman Sachs und regelmäßige Absprachen mit allen Parteien zum schnellstmöglichen Start der Fazilität. Im Rahmen einer restriktiven Personalpolitik hat der Vorstand von Juni bis Juli vor dem Hintergrund der herausfordernden finanziellen Situation des creditshelf-Konzerns beschlossen, die Anzahl der festangestellten Mitarbeiter durch ordentliche Kündigungen deutlich zu reduzieren und aus Arbeitnehmerkündigungen entstandene Vakanzen nicht nachzubesetzen. Die Personalanpassung ist einerseits einer notwendigen Reduktion der Kostenbasis geschuldet, andererseits reflektiert die Anpassung des Personalbestands das verringerte mögliche Geschäftsvolumen aufgrund der bis August anhaltenden Funding-Restriktionen. Sie wird den monatlichen Personalaufwand ab November 2023 ungefähr halbieren. Bis dahin wird sich der Personalbestand auf ca. 35 Mitarbeiter reduzieren. Darüber hinaus veranlasste der Vorstand eine weitere Intensivierung des Vertriebsprozesses auf der Investorenseite. An einer Beseitigung der Finanzierungsmittelrestriktionen arbeitet creditshelf unentwegt und erwartet eine Lösung im näheren Verlauf des 2. Halbjahres 2023. Für die Sicherung des Fortbestands der Gesellschaft und des Konzerns wurden im 1. Halbjahr 2023 weitere, von creditshelf gezogene Tranchen aus dem Gesellschafterdarlehen in Höhe von 1,75 Mio. EUR von der Darlehensgeberin Obotritia Capital KGaA bedient. Damit sind aus dem seit Januar 2021 bestehenden Gesellschafterdarlehenrahmenvertrag mit unbeschränkter Laufzeit aktuell 4,3 Mio. EUR von insgesamt verfügbaren 8,0 Mio. EUR gezogen. Das Darlehen kann von beiden Parteien bis zum 31. Dezember 2023 mit einer Frist von zwölf Monaten gekündigt werden, danach beträgt die Kündigungsfrist 3 Monate. Zum Zeitpunkt der Aufstellung dieses Halbjahresabschlusses war das Darlehen ungekündigt. Sollten die Maßnahmen zur Auflösung der Funding-Restriktionen auf der creditshelf-Plattform - insbesondere der erfolgreiche Start des Goldman Sachs-Vehikels durch entsprechende und zugesagte Einzahlungen des Junior Lenders Obotritia Capital KGaA - sowie die darauf aufbauend geplante Umsatzentwicklung nicht umgesetzt werden können, die ergriffenen Maßnahmen für das Kostenmanagement nicht die geplante Wirkung erzielen und bis zum Erreichen positiver Cashflows die noch verfügbaren Mittel aus dem Gesellschafterdarlehenrahmenvertrag nicht ausreichen bzw. von der Darlehensgeberin nicht bedient werden können oder diese den Vertrag zum Jahresbeginn 2024 kündigen, wäre der Fortbestand der creditshelf Aktiengesellschaft und des Konzerns gefährdet. Insofern liegt eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten vor, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der creditshelf Aktiengesellschaft und des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können, und die creditshelf Aktiengesellschaft und der Konzern daher möglicherweise nicht in der Lage sind, im gewöhnlichen Geschäftsverlauf seine Vermögenswerte zu realisieren sowie seine Schulden zu begleichen. 2. ANWENDUNG DER INTERNATIONAL FINANCIAL REPORTING STANDARDS (IFRS) Die von der IASB veröffentlichten und von der EU endorsierten Verlautbarungen bzw. Änderungen von Verlautbarungen des IASB mit einem erstmaligen Anwendungszeitpunkt zum 1. Januar 2023 hat creditshelf im 1. Halbjahr 2023 beachtet und sofern relevant, angewendet. Aus diesen Änderungen ergaben sich keine Auswirkungen auf Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung, Kapitalflussrechnung oder Eigenkapitalveränderungsrechnung. Auch aus der zukünftigen Anwendung veröffentlichter, aber noch nicht angewendeter Standards, Interpretationen und Änderungen werden keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss erwartet. 3. ÄNDERUNGEN WESENTLICHER ERMESSENSENTSCHEIDUNGEN UND SCHÄTZGRUNDLAGEN IM 1. HALBJAHR 2023 Es liegen keine wesentlichen Änderungen der Einschätzungen des Vorstands seit Veröffentlichung des Geschäftsberichts 2022 vor. Der fortlaufende Krieg in der Ukraine hatte keine Auswirkungen auf Schätzgrundlagen im Berichtszeitraum. Dies trifft neben Ermessensentscheidungen bezogen auf die immateriellen Vermögensgegenstände, dem Umgang mit dem aktienbasierten Mitarbeiter-Anreizprogrammen, die Abzinsung langfristiger Forderungen aus Lieferung und Leistung und die Erwartungskomponente beim Rabatt auf Umsatzerlöse auch auf die Nicht-Aktivierung von Steuerlatenzen zu. Auch im 1. Halbjahr 2023 konnten nach Ansicht des Vorstands die bei Verlustgesellschaften gem. IAS 12.34 geforderten überzeugenden Hinweise nicht mit über 90 % Eintrittswahrscheinlichkeit erbracht werden. Des Weiteren war die Notwendigkeit eines Werthaltigkeitstests zur Überprüfung der Werthaltigkeit der immateriellen Vermögensgegenstände zum Stichtag nicht gegeben. Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte Der Konzern hat ein Kontrollrahmenkonzept hinsichtlich der Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte festgelegt. Dieses bestand gegenüber den im Geschäftsbericht 2022 dargelegten Grundsätzen im Berichtszeitraum unverändert fort. 4. BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSGRUNDSÄTZE Die wesentlichen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze sind gegenüber dem Konzernabschluss 2022 unverändert. Wir verweisen daher auf die ausführlichen Erläuterungen im dortigen Konzernanhang. B) ERLÄUTERUNGEN ZUM KONZERNZWISCHENABSCHLUSS 5. IMMATERIELLE VERMÖGENSWERTE Die immateriellen Vermögenswerte beinhalten eine selbstgeschaffene Internetplattform und eine selbstgeschaffene Risk Engine. Die Risk Engine ist die selbstgeschaffene, ganzheitliche Architektur zur Unterstützung des digitalen Risikoanalyseprozesses. Nach ihrer Fertigstellung zum 1. Januar 2022 sind die bisher unabhängig voneinander modular funktionierenden Softwarekomponenten zur Risikoanalyse gemäß IAS 38 in einen übergeordneten Vermögenswert aufgegangen. Das bisherige Risikotool (Software) wurde bis März 2020 durch einen externen Dienstleister unter der Aufsicht der Gesellschaft und durch Zuarbeiten von eigenen Mitarbeitern hergestellt. Bei der Arbeit an dieser ganzheitlichen Architektur wurde creditshelf vom 4. Quartal 2022 bis zum Anfang des 3. Quartals 2023 von einem externen Dienstleister ("Nearshoring") unter der Aufsicht der Gesellschaft unterstützt. Ferner hat creditshelf mit der Übernahme der damaligen Valendo GmbH 2019 eine weitere Software insbesondere zum Servicing und Monitoring von Krediten erworben, die sowohl direkt nutzbar ist als auch als Grundlage für Weiterentwicklungen verwendet werden kann. Diese zugekauften Module werden innerhalb des creditshelf Teams weiterentwickelt. Der Ansatz dieser immateriellen Vermögenswerte erfolgt dabei nur unter der Maßgabe nach IAS 38 bei einer hinreichend sicheren Wahrscheinlichkeit, dass creditshelf der künftige wirtschaftliche Nutzen zufließen wird und die Anschaffungskosten des Vermögenswerts zuverlässig ermittelt werden können. Des Weiteren umfassen die immateriellen Vermögenswerte den über den Erwerb der Valendo GmbH begründeten Goodwill sowie entgeltlich von Dritten erworbene Rechte. Die immateriellen Vermögenswerte setzen sich zum 30. Juni 2023 wie Folgt zusammen: scrollen
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Ausgehend von der Struktur der obigen Tabelle entwickelten sich die einzelnen Komponenten der immateriellen Vermögenswerte wie folgt: Im Berichtszeitraum waren im Vergleich zum Jahresende 2022 keine Zu- oder Abgänge an erworbenen gewerblichen Schutzrechten und ähnlichen Rechten und Werten zu verzeichnen. Die bestehenden Vermögenswerte dieser Kategorie werden um die planmäßigen Abschreibungen verringert. Die Abschreibungsdauer beträgt 5 Jahre. Bei der aktivierten Software handelt es sich um abnutzbare Vermögenswerte ausschließlich der geleisteten Anzahlungen. Die Abschreibung der aktivierten immateriellen Vermögenswerte wird in der Zeile planmäßige Abschreibungen in der Gesamtergebnisrechnung entsprechend dargestellt. Ihre Werthaltigkeit wird nach IAS 36 mindestens einmal jährlich bzw. bei Vorliegen neuer Tatsachen auch unterjährig überprüft. Der letzte Werthaltigkeitstest wurde zum 31. Dezember 2022 durchgeführt und führte zu keinem Wertminderungsbedarf. Im Berichtszeitraum sind im Vergleich zum Jahresende 2022 keine Zu- oder Abgänge an erworbener Software zu verzeichnen. Die bestehenden Vermögenswerte dieser Kategorie werden um die planmäßigen Abschreibungen verringert. Die Abschreibungsdauer beträgt 5 Jahre. Im Rahmen des Erwerbs der Valendo GmbH wurde zum 1. Oktober 2019 eine Kaufpreisallokation durchgeführt. Diese führte zur Aktivierung einer selbstgeschaffenen Software als erworbener immaterieller Vermögenswert, die im Wesentlichen für Monitoring- und Service-Leistungen in Bezug auf bestehende Kredite dient. Für diese Software wurde eine Abschreibungsdauer von 5 Jahren angesetzt. Zum Stichtag 30. Juni 2023 betrug der Buchwert 80,3 TEUR (31. Dezember 2022:112,4 TEUR). Der Buchwert des zum 30. Juni 2023 ausgewiesenen und über den Erwerb der Valendo GmbH begründeten Goodwills beträgt unverändert 517.7 TEUR (31. Dezember 2022: 517,7 TEUR). Es wird keine planmäßige Abschreibung beim Goodwill vorgenommen, weil dieser eine unbestimmte Nutzungsdauer hat. Mindestens einmal jährlich oder bei Vorliegen eines Anhaltspunktes für eine Wertminderung wird eine Werthaltigkeitsprüfung für eine dem Goodwill zugeordnete zahlungsmittelgenerierende Einheit ("ZGE") durchgeführt. Der letzte Werthaltigkeitstest wurde zum 31. Dezember 2022 durchgeführt und führte zu keinem Wertminderungsbedarf. Die selbstgeschaffenen immateriellen Vermögenswerte mit einem Buchwert von 2.503,9 TEUR (31. Dezember 2022: 2.415,1 TEUR) betreffen zum einen die Risk Engine zum anderem ein Tool zur Optimierung und Erweiterung des digitalen Kreditprozesses. Die Abschreibungsdauer beträgt jeweils 5 Jahre. In der Gewinn- und Verlustrechnung befinden sich keine nichtaktivierungsfähigen Entwicklungskosten. Die Weiterentwicklung der Systemarchitektur gilt als Anlage im Bau bzw. Anzahlungen für immaterielle Vermögensgegenstände. Die im Rahmen der Entwicklung angefallenen Kosten wurden als Eigenleistungen aktiviert und als Anzahlung gebucht. Der Buchwert zum 30. Juni 2023 betrug 75,1 TEUR (31. Dezember 2022: 75,1 TEUR) Die restlichen Anlagen im Bau umfassen eine Erweiterung zur Portfoliooptimierung. Diese sind zum Stichtag 30. Juni 2023 zu ca. 60 % fertiggestellt. Die Gesellschaft rechnet mit einer mittel- bis langfristigen Fertigstellung. Nach ihrer Fertigstellung werden diese aktivierten Eigenleistungen als selbstgeschaffene immaterielle Vermögenswerte umgebucht und in der Folge planmäßig über eine Dauer von 5 Jahren abgeschrieben. 6. SACHANLAGEN Die Sachanlagen bestehen aus der gewöhnlichen Betriebs- und Geschäftsausstattung sowie aus den Nutzungsrechten aus Leasingverträgen der Gesellschaft. Die Entwicklung der Sachanlagen zum 30. Juni 2023 ergibt sich aus der folgenden Tabelle: scrollen
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Betriebs- und Geschäftsausstattung Bei der Betriebs- und Geschäftsausstattung sowie den geringwertigen Wirtschaftsgütern handelt es sich im Wesentlichen um EDV-Geräte und Büromöbel. Die Abgänge betreffen hauptsächlich defekte EDV-Geräte. Nutzungsrechte aus Leasingverträgen Zum 30. Juni 2023 bestanden beim creditshelf-Konzern zwei Leasingverträge nach IFRS 16, zum einen ein Gebäude- und zum anderen ein PKW-Leasingvertrag. Weitere aktivierungspflichtige Leasingverträge lagen zum Stichtag nicht vor. Im April 2023 wurde der bestehende Mietvertrag für das Gebäudeleasing in der Mainzer Landstraße 33a bis zum 31. Januar 2024 verlängert. Dies erhöhte das Nutzungsrecht aus Leasingverbindlichkeiten um 62,7 TEUR. Die Verbindlichkeit wurde in derselben Höhe passiviert. Die Buchwerte beider Leasinggegenstände betrugen zum 30. Juni 2023 64,5 TEUR (31. Dezember 2022: 44,5 TEUR) und die Leasingverbindlichkeiten 71,0 TEUR (31. Dezember 2022: 48,3 TEUR). Die zugehörigen Leasingverbindlichkeiten entwickelten sich wie Folgt: scrollen
Zu einer Stundung von Leasingverbindlichkeiten wie z.B. Mietverbindlichkeiten kam es im 1. Halbjahr 2023 nicht. Sachverhalte, die eine außerplanmäßige Abschreibung erfordern, lagen im Zeitraum 1. Januar bis 30. Juni 2023 nicht vor. Bezüglich weiterer Erläuterungen zu IFRS 16 wird auch auf Ziffer 17 des Anhangs dieses Berichts verwiesen. 7. FORDERUNGEN UND VERMÖGENSWERTE Die langfristigen Forderungen bestehen aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind beim erstmaligen Ansatz zum Betrag der unbedingten Gegenleistung zu erfassen. Enthalten sie signifikante Finanzierungskomponenten, sind sie stattdessen zum beizulegenden Zeitwert anzusetzen. Der Konzern hält Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, um die vertraglichen Cashflows zu vereinnahmen und bewertet sie in der Folge unter Anwendung der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten. Der ausgewiesene Nettobetrag wird als plausible Schätzung des beizulegenden Zeitwerts angesehen. Im 1. Halbjahr 2023 stellten sich die langfristigen Forderungen wie folgt dar: scrollen
Die Kreditnehmergebühr wird in der Regel vom Ausgabebetrag des gewährten Kredits automatisch einbehalten. Die Investorengebühr wird im Rahmen von den an die Investoren zurücklaufenden Tilgungsbeträgen automatisch einbehalten oder es bestehen bei der Zusammenarbeit mit institutionellen Investoren individuelle Vereinbarungen, die eine Vergütung der creditshelf aus den Investmentvehikeln vorsehen. Eine Überfälligkeit im Rahmen der Investorengebühr kann daher grundsätzlich nur eintreten, wenn der Kreditnehmer ausfällt und somit insgesamt nicht mit einem Kapitalrückfluss zu rechnen ist. Im Fall eines Ausfalls wird, sofern vertraglich grundsätzlich nicht anders geregelt, die noch nicht vereinnahmte Investorengebühr nach Einzelfallentscheidung des Vorstandes gemäß IFRS 15.51 als Rabatt und damit variable Gegenleistung inklusive einer Erwartungskomponente berücksichtigt und von den Umsatzerlösen abgezogen. Eine Überfälligkeit ohne gleichzeitige Berücksichtigung eines Forderungsverzichts nach Stufe 3 des IFRS 9-Stufenmodells ist im Geschäftsmodell der creditshelf daher bei den langfristigen Forderungen dem Grunde nach nicht möglich. Der Konzern hat daher hier auf die Bildung von Einzelwertberichtigungen der Stufe 3 verzichtet. Bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die als kurzfristig angesehen werden, entspricht der Buchwert dem beizulegenden Zeitwert. Forderungen, deren Laufzeit länger als 12 Monate ist, werden entsprechend abgezinst. Der Finanzierungsanteil wird direkt in den Umsatzerlösen korrigiert. Die beizulegenden Zeitwerte wurden aufgrund der abgezinsten Cashflows unter Verwendung eines aktuellen Kreditzinses ermittelt. Wertminderungen und Risiken Informationen zu Wertminderungen der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen aus dem Ausfallrisiko sind Anhangangabe 21 zu entnehmen. Fremdwährungsrisiken und Zinsänderungsrisiken bestehen keine. Sonstige Forderungen Die sonstigen Forderungen beinhalten Kautionen für Mietverhältnisse in der Mainzer Landstraße 33a, Frankfurt am Main. Aufgrund der Art der sonstigen Forderung entspricht deren Buchwert dem beizulegenden Zeitwert. 8. LATENTE STEUERN Die Gesellschaft hat anhand der nach IAS 12 vorgegebenen Kriterien die Nutzbarkeit der Verlustvorträge evaluiert. Die latenten Steuern werden zum 1. Halbjahr 2023 nach Saldierung zwischen aktiven und passiven latenten Steuern mit einem Betrag von 0,0 TEUR (31. Dezember 2022: 0,0 TEUR) ausgewiesen. Der Ansatz aktiver latenter Steuern kann nur in der Höhe erfolgen, in der passive latente Steuern gebildet wurden. Die verrechneten passiven latenten Steuern belaufen sich zum 30. Juni 2023 auf 265,7 TEUR (30. Juni 2022: 721,6 TEUR) Wie im Vorjahr werden latente Steueransprüche nicht angesetzt, da es aus Sicht des Managements weiterhin nicht möglich ist, überzeugende Nachweise ("convincing other evidence") für die Verlustgesellschaften vorzulegen, die eine Nutzbarkeit der latenten Steueransprüche hinreichend wahrscheinlich machen und so eine Aktivierung ermöglichen würden. Die nicht aktivierten latenten Steuern auf Verlustvorträge, die nach deutschem Recht grundsätzlich nicht verfallen, beliefen sich zum 30. Juni 2023 auf 8.067,7 TEUR (31. Dezember 2022: 7.491,5 TEUR) Der Gesamtbetrag der nicht genutzten aktiven latenten Steuern beläuft sich zum 30. Juni 2023 auf 8.333,4 TEUR (31. Dezember 2022: 7.927,5 TEUR), davon entfallen auf das Tochterunternehmen 381,0 TEUR (31. Dezember 2022: 391,3 TEUR). 9. ZAHLUNGSMITTEL UND ZAHLUNGSMITTELÄQUIVALENTE Zum 30. Juni 2023 wies der Kassenbestand des Konzerns ein Guthaben von 0,4 TEUR (31. Dezember 2022: 0,5 TEUR). Die Guthaben bei Kreditinstituten beliefen sich auf einen Gesamtbetrag von 4.488,1 TEUR (31. Dezember 2022: 4.134,6 TEUR). Wie bereits zum Vorjahresende, befanden sich zum Stichtag 30. Juni 2023 im Rahmen der Abwicklung von Transaktionen zwischenzeitlich Zahlungsmittel in Höhe von 2.700,0 TEUR (31. Dezember 2022: 3.000,0 TEUR) auf einem Konto der Gesellschaft, welche die Zahlungsmittel temporär erhöhten. Dieser Position stand eine entsprechende Verbindlichkeit gegenüber. Ferner befanden sich 200,8 TEUR (31. Dezember 2022:115,9 TEUR) an noch nicht ausgeschütteten Zahlungen an Investoren auf Konten der creditshelf Solutions GmbH bei der Raisin Bank die den Bestand an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten erhöhten und die vom Finanzmittelfonds abzuziehen sind. Dieser Position stand ebenfalls eine entsprechende Verbindlichkeit gegenüber. Die creditshelf Solutions GmbH unterhält zudem ein Bankkonto bei der Raisin Bank, welches ausschließlich der Barunterlegung künftiger Kredite dient, für welche die Gesellschaft im normalen Geschäftsablauf eine Kaufzusage an die Raisin Bank gewährt hat. Im Rahmen der Barmittelunterlegung hat die Gesellschaft das Bankkonto dauerhaft an die Raisin Bank verpfändet. Eine eigenständige Verfügung über die hierauf befindlichen Barmittel ist vertraglich ausgeschlossen. Zum 30. Juni 2023 wies das Konto einen Bestand von 0,1 TEUR (31. Dezember 2022: 0,1 TEUR) auf. Der Finanzmittelfonds ist um diesen Betrag zu reduzieren. Der Finanzmittelfonds betrug nach Berücksichtigung der oben beschriebenen Anpassungen zum Stichtag 1.587,6 TEUR (31. Dezember 2022:1.019,1 TEUR). Die creditshelf Aktiengesellschaft hat am 4. Januar 2021 mit der Obotritia Capital KGaA einen Gesellschafterdarlehenrahmenvertrag nebst Nachtrag vom 9. März 2021 geschlossen. Dieser sieht einen Gesamtbetrag von bis zu 8 Mio. EUR mit endfälliger Verzinsung in Höhe von 8 % per annum vor und endet spätestens am 31. Dezember 2027. Zum 30. Juni 2023 waren hiervon lediglich 4,3 Mio. EUR (31. Dezember 2022: 2,6 Mio. EUR) gezogen. Der Vertrag ist weiterhin ungekündigt. 10. EIGENKAPITAL UND RÜCKLAGEN Das Eigenkapital des Konzerns verringerte sich im Vergleich zum Jahresende auf 402,5 TEUR (31. Dezember 2022: 1.475,3 TEUR) Die Eigenkapitalquote lag bei 4,1 % (31. Dezember 2022: 15,3 %) Die Reduktion des Eigenkapitals erklärt sich durch den Saldo des Nachsteuerergebnisses der Periode von -1.158,8 TEUR und einer leichten Erhöhung der Kapitalrücklage (30. Juni 2023: 21.726,5 TEUR, 31. Dezember 2022: 21.648,5 TEUR) zur Bedienung von Ansprüchen aus den aktienbasierten Mitarbeiter-Anreizprogrammen durch Ausgabe von Eigenkapitalinstrumenten. Durch die Bildung von Restricted Stock Units für die aktienbasierten Mitarbeiter-Anreizprogramme (RSU I bis RSU IV) wurden Eigenkapitalinstrumente in Höhe von 94,2 TEUR (30. Juni 2022: 301,2 TEUR) aufgrund des gewählten Equity Settlements in der Kapitalrücklage verbucht. Im Berichtszeitraum wurde das gezeichnete Kapital der creditshelf Aktiengesellschaft einmalig von 1.387.874,00 EUR (Stand 31. Dezember 2022) um 8.087,00 auf 1.395.961,00 EUR (Stand 30. Juni 2023) erhöht. Das gezeichnete Kapital ist eingeteilt in 1.395.961 auf den Inhaber lautende Stückaktien (31. Dezember 2022: 1.387.874 Stückaktien) Jede Stückaktie gewährt eine Stimme. Die Erhöhung des Kapitals erfolgte auf Basis des Vorstandsbeschlusses vom 10. Januar 2023, für eine weitere Wandlung der aus den zu Beginn des Geschäftsjahres 2019 eingeführten aktienbasierten Mitarbeiter-Anreizprogramme (Restricted Stock Units Programs) bereits bestehenden Ansprüche in Aktien das gezeichnete Kapital der Gesellschaft zu erhöhen. Diesem Beschluss hat der Aufsichtsrat am 12. Januar 2023 per Umlaufbeschluss zugestimmt. Am 9. Februar 2023 wurden die neuen Aktien im Handelsregister eingetragen und am 23. Februar 2023 in den Handel im regulierten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse mit identischer Wertpapierkennnummer (WKN) wie die alten Aktien aufgenommen. Das Grundkapital ist entsprechend dem Beschluss der Hauptversammlung vom 10. Mai 2021 um bis zu 688.125,00 EUR bedingt erhöht. Das genehmigte Kapital betrug zum 30. Juni 2023 668.415,00 EUR (31. Dezember 2022 676.502,00 EUR). Die Entwicklung des Eigenkapitals ergibt sich aus der Eigenkapitalveränderungsrechnung. Die Hauptanteilseigner der creditshelf Aktiengesellschaft sind die Hevella Capital GmbH & Co. KGaA, die LDT Investment GmbH, die DBR Investment GmbH und die Obotritia Capital KGaA. Zum 30. Juni 2023 hielten diese auf Basis der Stimmrechtsmitteilungen nach dem Wertpapierhandelsgesetz insgesamt rund 79,2 % der Stimmrechte. Daraus ergibt sich bei den Stimmrechtsanteilen folgendes Bild: scrollen
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11. UMSATZERLÖSE Die Umsatzerlöse des Konzerns zum 30. Juni 2023 gliedern sich wie folgt auf: scrollen
Im 1. Halbjahr 2023 reduzierten die Umsatzerlöse von creditshelf im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um -26,5 % auf 2.857,7 TEUR (Vorjahreszeitraum: 3.885,7 TEUR) Die wesentliche Ursache war eine Abnahme des arrangierten Kreditvolumens auf 42,5 Mio. EUR im Berichtszeitraum (Vorjahreszeitraum: 65,9 Mio. EUR) aufgrund von anhaltenden Refinanzierungsrestriktionen. An einer Beseitigung dieser Restriktionen arbeitet creditshelf unentwegt und erwartet eine Lösung im näheren Verlauf des 2. Halbjahres 2023. Die Gesamtmarge aus dem Verhältnis von Umsatzerlösen zu arrangiertem Kreditvolumen lag mit 6,7 % deutlich über dem Vorjahreszeitraum (5,9 %) Diese deutliche Margenverbesserung resultierte im Wesentlichen aus einer Anpassung der Gebührenstruktur auf der Kreditnehmerseite. Die Umsätze aus Kreditnehmergebühren für die ausgezahlten Kredite beliefen sich im Berichtszeitraum auf 1.977,0 TEUR (Vorjahreszeitraum: 2.705,2 TEUR) Die Marge aus Kreditnehmergebühren im Verhältnis zum arrangierten Kreditvolumen belief sich im Berichtszeitraum entsprechend auf 4,6 % (Vorjahreszeitraum: 4,1 %) Im Rahmen von Investorengebühren für über die creditshelf Plattform arrangierte Kredite erzielte creditshelf Umsätze in Höhe von 397,2 TEUR (Vorjahreszeitraum: 809,0 TEUR), was einer Marge von 1,1 % entspricht (Vorjahreszeitraum: 1,2 %). Im Berichtszeitraum erzielte der creditshelf Konzern darüber hinaus Umsatzerlöse für Service- und Beratungsgebühren in Höhe von 483,4 TEUR (Vorjahreszeitraum: 371,6 TEUR) Dabei handelt es sich im Wesentlichen um Vergütungen für Leistungen, die für den creditshelf Loan Fund erbracht werden, einer neu eingeführten Servicing Fee auf der Kreditnehmerseite, sowie Gebühren für weitere Analyse-, Monitoring- und Service-Leistungen. Unter Anwendung der Kriterien des IFRS15 stellen Kreditnehmer- und Investorengebühren ausschließlich zeitpunktbezogene Umsatzerlöse dar. Die wesentliche Leistungserbringung durch die Gesellschaft entsteht in beiden Fällen unmittelbar zum Zeitpunkt der Kreditgewährung durch die Fronting Bank Während die Kreditnehmergebühr in der Regel direkt bei Auszahlung des Kreditbetrages durch die Fronting Bank einbehalten wird, wird die Investorengebühr im Rahmen der Kredittilgung ratierlich von den Tilgungsbeträgen einbehalten oder es bestehen bei der Zusammenarbeit mit institutionellen Investoren auch individuelle Vereinbarungen, die eine Vergütung von creditshelf aus den Investmentvehikeln vorsehen, welche monatlich beglichen werden. In beiden Erlösströmen ergeben sich die Umsatzerlöse aus der Anwendung eines vertraglich definierten Prozentsatzes auf das ausgegebene Kreditvolumen. Nicht vereinnahmte Investorengebühren im Falle eines Ausfalls des Kreditnehmers wurden, sofern nicht vertraglich grundsätzlich anders geregelt, in der Berichtsperiode auf Basis von Einzelfallentscheidungen des Vorstands als Rabatt und damit variabler Gegenleistung gemäß IFRS 15.51 direkt im Umsatz korrigiert. Darüber hinaus wurden mögliche zukünftige Rabatte, die sich bei Kreditnehmerausfall negativ auf die Investorengebühren auswirken, gemäß Erwartungswertmethode nach IFRS 15.53 geschätzt. Die insgesamt realisierten Rabatte beliefen sich im 1. Halbjahr 2023 auf 87,8 TEUR (Vorjahreszeitraum: 15,0 TEUR) und lagen damit im Rahmen der für die Risikoklasse anzunehmenden Ausfallerwartungen. 12. SONSTIGE ERTRÄGE Die sonstigen Erträge reduzierten sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum deutlich auf 705,1 TEUR (Vorjahreszeitraum: 1.954,2 TEUR). Dies ist im Wesentlichen einer im Vorjahreszeitraum verbuchten Ausgleichszahlung in Höhe von 1.750,0 TEUR, die creditshelf im Rahmen der Einigung mit dem Insolvenzverwalter der Amsterdam Trade Bank erhalten hat, geschuldet. Diese hatte creditshelf nach einem profitablen Q1 2022 u.a. für entstandene Kosten und entgangene Umsätze erhalten. Im 1. Halbjahr 2023 enthält diese Position im Wesentlichen Erträge aus der Auflösung der Rückstellung für die virtuellen Beteiligung in Höhe von 364,8 TEUR. Im Vorjahreszeitraum entstand aus Rückstellungsauflösungen für die virtuelle Beteiligung im 1. Quartal ein Ertrag von 199,8 TEUR, dem im 2. Quartal ein Aufwand von 74,4 TEUR entgegenstand. Darüber hinaus beinhaltet dieser Posten Rechtskostenerstattungen für ausgefallene Kreditnehmer sowie eine Umsatzsteuererstattung für vorangegangene Geschäftsjahre. 13. PERSONALAUFWAND Der Personalaufwand erhöhte sich im 1. Halbjahr 2023 auf 2.975,5 TEUR (1. Halbjahr 2022: 2.827,2 TEUR) Dieser Anstieg ist auf einen erhöhten Personalbestand und damit verbundene Gehälter zurückzuführen. Der Personalbestand lag mit durchschnittlich 71 Mitarbeitern (Vorjahreszeitraum: 67) inklusive des Vorstands über dem Vorjahreszeitraum. Im Rahmen einer restriktiven Personalpolitik hat der Vorstand von Juni bis Juli vor dem Hintergrund der herausfordernden finanziellen Situation des creditshelf-Konzerns beschlossen, die Anzahl der festangestellten Mitarbeiter durch ordentliche Kündigungen deutlich zu reduzieren und aus Arbeitnehmerkündigungen entstandene Vakanzen nicht nachzubesetzen. Die Personalanpassung ist einerseits einer notwendigen Reduktion der Kostenbasis geschuldet, andererseits reflektiert die Anpassung des Personalbestands das verringerte mögliche Geschäftsvolumen aufgrund der bis August anhaltenden Funding-Restriktionen. Sie wird den monatlichen Personalaufwand ab November 2023 ungefähr halbieren. Bis dahin wird sich der Personalbestand auf ca. 35 Mitarbeiter reduzieren. Die Aufwendungen für das aktienbasierte Mitarbeiter-Anreizprogramme (Restricted Stock Units Programs; im Folgenden kurz "RSU") lagen im Berichtszeitraum bei 170,5 TEUR (Vorjahreszeitraum: 41,6 TEUR). Der niedrigere RSU-Aufwand des Vorjahres ist der Auflösung von bereits gebildeten Aufwendungen durch Mitarbeiterabgänge geschuldet. Im Vorjahreszeitraum trugen vor allen Dingen Aufwendungen für Urlaubsrückstellungen in Höhe von 322,5 TEUR, welche im Vorjahreszeitraum aufgrund der neu eingeführten Sabbatical-Regel, die Mitarbeitern mit Betriebszugehörigkeit über 5 Jahren Sonderurlaub zugesteht, gebildet wurden, zum vergleichsweise hohen Personalaufwand bei. Im 1. Halbjahr 2023 verringerten Auflösungen dieser Urlaubsrückstellung den Personalaufwand um 0,2 TEUR. Die Dienstverträge der Vorstandsmitglieder Dr. Tim Thabe und Dr. Daniel Bartsch sehen seit dem Geschäftsjahr 2021 ein jährliches Bruttofixgehalt in Höhe von 120 TEUR je Vorstand vor. Dieses wird in zwölf gleichen Teilbeträgen monatlich bezahlt. Eine darüberhinausgehende Barvergütung wird nicht geschuldet. Neben der Barvergütung erhielten die Vorstandsmitglieder Nebenleistungen im üblichen Rahmen. Hierzu zählen insbesondere übliche Zuschüsse zur Renten- und Krankenversicherung und eine Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung (sog. D&O Versicherung). Im 1. Halbjahr 2023 betrug die Gesamtvergütung des Vorstands 146,0 TEUR (Vorjahreszeitraum: 141,2 TEUR). Die durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahrs beschäftigten Arbeitnehmer getrennt nach Gruppen, die entsprechend §285 Nr.7 HGB auch von der Gesellschaft beschäftigte Werkstudenten und Praktikanten beinhaltet, stellte sich zum 30. Juni 2023 wie folgt dar: scrollen
Bei den oben in der Tabelle genannten Werten handelt es sich, gemäß § 314 Abs. 1 Nr. 4 HGB, um quartalsweise gebildete Durchschnittswerte. 14. SONSTIGE BETRIEBLICHE AUFWENDUNGEN Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beliefen sich bis zum 30. Juni 2023 auf 1.526,5 TEUR und lagen somit auf dem Niveau des Vorjahreszeitraums in Höhe von 1.495,7 TEUR. Sie setzen sich im Detail wie folgt zusammen: scrollen
Die Rechts- und Beratungsaufwendungen erhöhten sich aufgrund der intensivierten Vertriebstätigkeiten auf der Investorenseite im Vergleich zur Vorjahresperiode deutlich auf 556,3 TEUR (Vorjahreszeitraum: 241,3 TEUR) Die IT-Kosten lagen im 1. Halbjahr 2023 bei 269,0 TEUR (Vorjahreszeitraum: 241,3 TEUR) und reflektieren den Ausbau der Automatisierungsbestrebungen von creditshelf. Die Aufwendungen für Marketing- und Werbemaßnahmen reduzierten sich deutlich. Sie lagen im 1. Halbjahr 2023 mit 128,8 TEUR unter dem des Vorjahreszeitraums in Höhe von 228,6 TEUR. Hierin spiegelt sich ein fokussierter Marketingansatz mit effizienten, zielkundenorientierten Kampagnen und deutlichem Schwerpunkt auf Unterstützung des Partnervertriebs sowie reduzierte Aufwendungen für Brand Awareness wider. Fremdleistungen führten im 1. Halbjahr 2023 zu Aufwendungen in Höhe von 110,3 TEUR (Vorjahreszeitraum: 187,7 TEUR) und beinhalten im Wesentlichen Aufwendungen für Leistungen der Fronting Bank im Rahmen der Kreditvergabe. Der Rückgang erklärt sich durch die reduzierte Vermittlung von Krediten. Die Mietaufwendungen erhöhten sich aufgrund steigender Mietnebenkosten im 1. Halbjahr 2023 leicht auf 46,2 TEUR (Vorjahreszeitraum: 44,3 TEUR). Die Aufwendungen für den Aufsichtsrat lagen im 1. Halbjahr 2023 auf dem Niveau des Vorjahreszeitraums. Aufwendungen für Verkaufsprovisionen für die Vermittlung von Kreditnehmern aus dem Partnernetzwerk auf der creditshelf Plattform lagen im 1. Halbjahr 2023 bei 28,0 TEUR (Vorjahreszeitraum: 44,0 TEUR). Aufgrund von Bewertungseffekten entstand für virtuelle Beteiligungen im 1. Halbjahr 2022 ein Aufwand für Rückstellungen in Höhe von 74,4 TEUR. Im 1. Halbjahr 2023 entstanden hieraus lediglich Erträge, die in den sonstigen Erträgen erfasst sind. Die Summe der übrigen sonstigen Aufwendungen lag im 1. Halbjahr 2023 mit 342,9 TEUR unter dem Vergleichszeitraum in Höhe von 389,1 TEUR. Darin enthalten sind im Wesentlichen Aufwendungen für Investor Relations, Kosten für Versicherungen, Reisekosten, Mitgliedsbeiträge für Verbände wie z.B. die Digital Lending Association (vormals Verband deutscher Kreditplattformen). 15. STEUERN VON EINKOMMEN UND ERTRAG Für das 1. Halbjahr 2023 ergeben sich aufgrund des Verlustes keine Ertragssteuern. Bei den Ertragssteuern des Vorjahreszeitraumes in Höhe von 45,7 TEUR handelt es sich um Aufwendungen für Rückstellungen im Rahmen der Körperschaft- und Gewerbesteuer. 16. ERGEBNIS JE AKTIE Die Kennziffer Ergebnis je Aktie (verwässert und unverwässert) bildet creditshelfs Gesamtleistung ab, da sie sämtliche operativen und nicht operativen Erfolgsbestandteile sowie einen potenziellen Ertragssteueraufwand umfasst. Sie basiert auf dem den Gesellschaftern der creditshelf AG zustehenden Ergebnis nach Steuern und setzt diesen ins Verhältnis zu den ausstehenden creditshelf-Aktien. Aufgrund der Verlustsituation werden potenziell verwässernde Aktien aus den Mitarbeiter-Anreizprogrammen ("Restricted Stock Units Programs") grundsätzlich nicht für die Berechnung des Ergebnisses je Aktie berücksichtigt, da diese den Nettoverlust je Aktie verringern würden. In Summe betrugen die gewährten und alle noch potenziell auszugebenden Anteile zum Stichtag 30. Juni 2023 66.465 Stück. scrollen
C) SONSTIGE ANGABEN 17. ANGABEN ZU LEASINGVERHÄLTNISSEN (IFRS 16) In der nachfolgenden Tabelle werden die Angaben zu den Leasingverhältnissen des creditshelf Konzerns nach IFRS 16.53 zusammengefasst. Die hier gemachten Angaben beziehen sich auf die angemieteten Räumlichkeiten in der Mainzer Landstraße 33a, in Frankfurt am Main sowie auf den abgeschlossenen PKW-Leasingvertrag: scrollen
Im Vergleich zum Vorjahr werden jetzt die vollständigen Leasingauswendungen inklusive Abschreibung und Zinsaufwendungen angegeben. Die Vorjahreszahlen wurden angepasst. Die zum 30. Juni 2023 bzw. 31. Dezember 2022 bestehenden Leasingverbindlichkeiten weisen die folgenden Fälligkeiten auf: scrollen
18. SEGMENTBERICHTERSTATTUNG Bei der Segmentierung folgt die Gesellschaft dem Management-Ansatz. Dieser basiert auf der Annahme, dass sämtliche Vermögenswerte und Schulden, Aufwendungen und Erträge des Konzerns auf definierte Segmente entweder verursachungsgerecht oder mittels sachlicher Schlüssel verteilt werden können. Der wesentliche Geschäftsgegenstand des creditshelf-Konzerns ist es, Kredite für kleine und mittelständische Unternehmen in Deutschland zu arrangieren, die von institutionellen Investoren gezeichnet und zuvor über eine Fronting Bank begeben werden. Hierfür erhält die creditshelf sowohl von Kreditnehmern als auch von Investoren Gebühren. Der arrangierte Kredit ist hierbei im gesamten Geschäftsverlauf als einheitliches Anlageprodukt zu sehen. Das interne Erfolgs- und Kostencontrolling erfolgt konzernübergreifend aufbauend auf einer einheitlichen Steuerungslogik und des in Kapitel 2.1.4. des Geschäftsberichts 2022 aufgeführten Steuerungssystems. Das Management von creditshelf hat daher sowohl nach produkt- als auch marktspezifischen Gesichtspunkten nur ein einziges Segment identifiziert. Die Berichterstattung nach IFRS 8 beschränkt sich daher auf die Angaben gem. IFRS 8.31ff.(ein einziges Berichtssegment). Die Bewertung erfolgt nach den gleichen Grundsätzen wie der Konzernabschluss. Bezüglich der Nettoumsatzzahlen aus verschiedenen Gebühren verweisen wir auf Anhangangabe 11. Segmentumsätze wurden im Wesentlichen auf dem deutschen Markt erzielt. Daher sind auch alle langfristigen Vermögenswerte den auf diesem Markt erzielten Umsätzen zuzuordnen. scrollen
Gemäß IFRS 8.34 hat ein Unternehmen Informationen über den Grad seiner Abhängigkeit von wichtigen Kunden vorzulegen. Dies ist dann der Fall, wenn sich Umsatzerlöse aus Geschäftsvorfällen mit einem externen Kunden auf mindestens 10 % der Umsatzerlöse des Unternehmens belaufen. Bei creditshelf stehen mehrere Kunden unter gemeinsamer Beherrschung. Dies betrifft wie im Vorjahreszeitraum sowohl die Investoren- als auch die Kreditnehmerseite (siehe auch Anhangangabe 19). Diese wurden in oben gezeigter Tabelle entsprechend zusammengefasst. Der dargestellte Wert > 10 % betrifft, wie im Vorjahreszeitraum, einen einzigen Kunden des creditshelf-Konzerns. 19. BEZIEHUNGEN ZU NAHESTEHENDEN UNTERNEHMEN UND PERSONEN (IAS 24) Nahestehende Unternehmen und Personen sind neben verbundenen Unternehmen auch die Gesellschafter und andere natürliche Personen, die wesentlichen Einfluss auf den Konzern und auf seine Finanz- und Geschäftspolitik haben. Personen mit maßgeblichem Einfluss auf die Finanz- und Geschäftspolitik des Konzerns umfassen sämtliche Personen in Schlüsselpositionen und deren nahestehende Familienangehörige. Als nahestehende Personen wurden im 1. Halbjahr 2023 identifiziert: scrollen
Salden und Geschäftsvorfälle zwischen der Gesellschaft und ihren Tochterunternehmen wurden im Zuge der Konsolidierung eliminiert und werden in dieser Anhangangabe nicht erläutert. Einzelheiten zu Geschäftsvorfällen zwischen Konzern und anderen nahestehenden Personen und Unternehmen werden nachfolgend angegeben. Bezüglich der Managementvergütung wird darüber hinaus auf die Erläuterungen zum Personalaufwand verwiesen (Anhangangabe 13). Vergütung der Mitglieder des Managements in Schlüsselpositionen Die Vergütung für Mitglieder des Managements, hier Vorstand und Aufsichtsrat, in Schlüsselpositionen umfassen: scrollen
Die Vergütung des Vorstands umfasst lediglich die Festvergütung sowie Nebenleistungen im üblichen Rahmen. An- und Verkäufe von Krediten durch nahestehende Personen im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit und damit zusammenhängende Investorengebühren Im Rahmen der normalen Geschäftstätigkeit des Konzerns haben nahestehende Personen und Unternehmen Kredite von der creditshelf solutions GmbH angekauft. Verkäufe gab es keine. Geschäftsbeziehungen, die mit nahestehenden Personen und Unternehmen bestehen, werden wie Geschäfte mit Dritten auf der Basis von Marktpreisen behandelt. Das Ergebnis einer Analyse auf Einzelkreditebene für die jeweiligen Zeiträume stellt sich wie folgt dar: Periode vom 01.01.2022 bis 30.6.2022 in TEUR scrollen
Periode vom 01.01.2023 bis 30.6.2023 in TEUR scrollen
Patronatserklärungen von nahestehenden Personen gegenüber der creditshelf Aktiengesellschaft Vor dem Hintergrund der Liquiditätslage der Gesellschaft hat die Obotritia Capital KGaA ("die Patronin")im November 2020 gegenüber der Gesellschaft eine harte Patronatserklärung abgegeben. Gegenstand der Patronatserklärung ist die Vermeidung einer Insolvenzantragspflicht über das Vermögen der Gesellschaft bzw. die Deckung des Liquiditätsbedarfs und die Erfüllung der Ansprüche, die Dritte gegen die Gesellschaft geltend machen. Die Bonität der Patronin wurde vom Vorstand gewürdigt. Der Patronin, die zum Berichtszeitpunkt als Aktionärin am Grundkapital der Gesellschaft direkt zu 9,1 % und indirekt über die Hevella Capital GmbH & Co. KGaA zu 37,2 % beteiligt ist, werden aus der Patronatserklärung keine Einflussmöglichkeiten auf die Leitung der Geschäfte der Gesellschaft vermittelt. Diese Patronatserklärung hat eine unbeschränkte Laufzeit und kann mit einer Frist von sechs Monaten zum 31. Dezember eines Jahres gekündigt werden, erstmals jedoch mit Wirkung zum Ablauf des 31. Dezember 2023. Zum Zeitpunkt der Aufstellung dieses Abschlusses war der Vertrag ungekündigt. Bis zum Zeitpunkt der Beendigung dieser Patronatserklärung entstandene Verpflichtungen bleiben unberührt. Darlehen von nahestehenden Personen an die creditshelf Aktiengesellschaft Zur Operationalisierung der oben beschriebenen Patronatserklärung hat die creditshelf Aktiengesellschaft am 04. Januar 2021 mit der Obotritia Capital KGaA einen Gesellschafterdarlehenrahmenvertrag nebst Nachtrag vom 09. März 2021 geschlossen. Dieser sieht einen Gesamtbetrag von bis zu 8 Mio. EUR mit endfälliger Verzinsung in Höhe von 8 % per annum vor und endet spätestens am 31. Dezember 2027. Zum Berichtszeitpunkt hatte creditshelf insgesamt 4,3 Mio. (Vorjahreszeitraum: 1,55 Mio. EUR) im Rahmen des Vertrages gezogen. Weitere Darlehen nahestehender Personen an die creditshelf Aktiengesellschaft bestanden im Berichtszeitraum nicht. Leistungen werden erbracht, wie sie auch mit Dritten vereinbart worden wären. 20. EREIGNISSE NACH DEM ABSCHLUSSSTICHTAG Bei den in der Folge dargestellten Ereignissen handelt es sich um nicht zu berücksichtigende Ergebnisse ("Non-adjusting events") im Sinne des IAS 10.10 ff. Personalanpassungen Im Rahmen einer restriktiven Personalpolitik hat der Vorstand von Juni bis Juli vor dem Hintergrund der herausfordernden finanziellen Situation des creditshelf-Konzerns beschlossen, die Anzahl der festangestellten Mitarbeiter durch ordentliche Kündigungen deutlich zu reduzieren und aus Arbeitnehmerkündigungen entstandene Vakanzen nicht nachzubesetzen. Die Personalanpassung ist einerseits einer notwendigen Reduktion der Kostenbasis geschuldet, andererseits reflektiert die Anpassung des Personalbestands das verringerte mögliche Geschäftsvolumen aufgrund der bis August anhaltenden Funding-Restriktionen. Sie wird den monatlichen Personalaufwand ab November 2023 ungefähr halbieren. Bis dahin wird sich der Personalbestand auf ca. 35 Mitarbeiter reduzieren. Zinsforderungsverzicht durch die Gesellschafterdarlehensgeberin Am 31. Juli 2023 hat die Patronin und Gesellschafterdarlehensgeberin Obotritia Capital KGaA auf aus dem Gesellschafterdarlehen aufgelaufene Zinsforderungen gegenüber creditshelf verzichtet. Diese erlassenen Zinsforderungen in Höhe von 470,0 TEUR wurden am 31. Juli 2023 buchhalterisch erfasst und ausgebucht. Damit verringerten sich die langfristigen sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten um diesen Betrag. Das Eigenkapital des Konzerns und die Gewinnrücklage verbesserten sich entsprechend um den angegebenen Betrag. 21. ORGANE DER GESELLSCHAFT Während des 1. Halbjahres 2023 gehörten die folgenden Personen dem Vorstand der creditshelf Aktiengesellschaft an: scrollen
Der Aufsichtsrat berät und kontrolliert den Vorstand. Während des 1. Halbjahres 2023 gehörten die folgenden Personen dem Aufsichtsrat an: scrollen
22. GENEHMIGUNG DES ABSCHLUSSES Der Abschluss wurde am 30. August 2023 vom Vorstand aufgestellt.
Frankfurt, den 30. August 2023 der Vorstand Dr. Tim Thabe Dr. Daniel Bartsch 4. VERSICHERUNG DER GESETZLICHEN VERTRETER "Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Lagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des creditshelf Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des creditshelf Konzerns beschrieben sind."
Frankfurt, den 30. August 2023 creditshelf Aktiengesellschaft der Vorstand Dr. Tim Thabe Dr. Daniel Bartsch |
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