CropEnergies AG

Mannheim

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.03.2010 bis zum 28.02.2011

GESCHÄFTSBERICHT 2010/11

ÜBERBLICK 2010/11 CROPENERGIES-KONZERN

Umsatz steigt um 26 % auf 472,8 (374,1) Mio. €

Produktion erhöht sich um 14 % auf 687 (603) Tsd. m3 Bioethanol

EBITDA-Zuwachs um 131 % auf 76,3 (33,1) Mio. €

Operatives Ergebnis nahezu vervierfacht auf 45,9 (11,9) Mio. €

Jahresüberschuss erreicht 28,3 (4,4) Mio. €

Cashflow steigt auf 63,3 (17,8) Mio. €

Nettofinanzschulden sinken auf 195 (215) Mio. €

Dividendenvorschlag: Erhöhung auf 0,15 (0,05) €/Aktie

Ausblick 2011/12: weiteres, jedoch moderateres Umsatz- und operatives Ergebniswachstum

Bioethanol REPORT

UNSER BIOETHANOL REPORT GIBT IHNEN EINEN EINBLICK IN DIE WICHTIGSTEN THEMEN RUND UM BIOETHANOL, EINEN ERNEUERBAREN, KLIMA SCHONENDEN KRAFTSTOFF, MIT DEM DIE ZUKUNFT DER MOBILITÄT GESICHERT WERDEN KANN.

Konzernbericht über das Geschäftsjahr 2010/2011

1. März 2010 bis 28. Februar 2011

Nachhaltigkeit ist für CropEnergies die Grundvoraussetzung für den Unternehmenserfolg. Unser Bioethanol leistet einen wichtigen Beitrag dazu, die Lebensgrundlage zukünftiger Generationen zu bewahren und die Mobilität in der Zukunft zu sichern. Denn Bioethanol von CropEnergies spart als Benzinersatz nachweislich Treibhausgase ein und schont die endlichen Vorkommen an fossilen Ressourcen. Als europäischer Marktführer bei der Herstellung von Lebens- und Futtermitteln aus der Bioethanolproduktion tragen wir zu einer Verbesserung der Versorgung der EU mit pflanzlichen Proteinen bei. Nachhaltiges Wirtschaften bedeutet für uns aber auch, heute die Lösungen zu entwickeln, um die gesellschaftlichen Herausforderungen von morgen zu meistern und als Unternehmen weiter profitabel zu wachsen.

CROPENERGIES - KONZERNZAHLENÜBERSICHT

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IFRS/IAS
2010/11 2009/10 2008/09 2007/08 2006/07
Ergebnis





Umsatz Tsd. € 472.755 374.149 328.434 186.771 146.804
EBITDA Tsd. € 76.280 33.093 28.602 30.953 29.014
in Prozent des Umsatzes % 16,1 8,8 8,7 16,6 19,8
Operatives Ergebnis Tsd. € 45.913 11.917 18.193 22.025 21.036
in Prozent des Umsatzes % 9,7 3,2 5,5 11,8 14,3
Ergebnis der Betriebstätigkeit Tsd. € 46.745 9.434 7.134 16.987 18.607
Jahresüberschuss Tsd. € 28.327 4.415 5.854 20.154 11.158
in Prozent des Umsatzes % 6,0 1,2 1,8 10,8 7,6
Ergebnis je Aktie 0,33 0,05 0,07 0,24 0,16
Cashflow und Investitionen





Cashflow Tsd. € 63.294 17.848 10.096 26.031 27.110
in Prozent des Umsatzes % 13,4 4,8 3,1 13,9 18,5
Investitionen in Sachanlagen* Tsd. € 21.631 33.843 170.110 146.644 42.434
Bilanz





Bilanzsumme Tsd. € 638.405 608.863 572.539 444.320 406.422
Nettofinanzguthaben (+) / -schulden (-) Tsd. € -195.027 -215.434 -167.867 13.480 114.277
Eigenkapital Tsd. € 339.996 311.686 308.619 303.771 282.203
in Prozent der Bilanzsumme % 53,3 51,2 53,9 68,4 69,4
Dividende





Dividende je 1-Euro-Aktie 0,15** 0,05 0,00 0,00 0,00
Herstellung





Bioethanolherstellung 1.000 m3 687 603 436 247 229
Mitarbeiter





Mitarbeiter Jahresdurchschnitt
303 302 272 130 76

* einschl. immaterieller Vermögenswerte
** Vorschlag

Die auf den folgenden Seiten in Klammern gesetzten Zahlen beziehen sich jeweils auf den Vorjahreszeitraum bzw. -zeitpunkt.

Unternehmensprofil

CropEnergies AG Mannheim (Deutschland)

Einer der führenden Hersteller und Vermarkter von Bioethanol in Europa mit Standorten in Belgien, Deutschland und Frankreich

Größter deutscher und belgischer Bioethanolhersteller

Bioethanolanlagen in Belgien und Deutschland seit Oktober 2010 mit Treibhausgaseinsparungen von mindestens 35 Prozent als nachhaltig zertifiziert

Gesamtkapazität von mehr als 700.000 Kubikmetern Bioethanol und mehr als 500.000 Tonnen Lebens- und Futtermittel pro Jahr

Technologieführer in Europa mit innovativen Anlagenkonzepten

Langjährig gewachsenes Know-how in der großtechnischen Verarbeitung von Agrarrohstoffen zu qualitativ hochwertigen Produkten und deren Vermarktung

Marktkapitalisierung zum Ende des Geschäftsjahres 2010/11: 529 Millionen €

Die Produkte

CropEnergies produziert hochwertige Produkte für Teller, Tank und Trog. Neben Bioethanol, das überwiegend Benzin ersetzt, werden aus den Rohstoffen bei der Herstellung von Bioethanol auch wertvolle Lebens- und Futtermittel gewonnen.

BIOETHANOL

Bioethanol für Kraftstoffanwendungen

Bioethanol für traditionelle und technische Anwendungen

LEBENS- UND FUTTERMITTEL

ProtiWanze® für Rinder und Schweine

ProtiGrain® für Rinder, Schweine und Geflügel

Verflüssigtes Kohlendioxid in Lebensmittelqualität, u. a. für die Getränkeherstellung

Gluten für die Backwarenherstellung und als spezielles Futtermittel

Die Standorte

Zeitz, Deutschland

Kapazität (pro Jahr)
360.000 m3 Bioethanol
260.000 t ProtiGrain® (DDGS)
100.000 t verflüssigtes Kohlendioxid

Rohstoffe
Getreide und Zuckersirupe

Wanze, Belgien

Kapazität (pro Jahr)
bis zu 300.000 m3 Bioethanol
rund 55.000 t Weizengluten
mehr als 200.000 t ProtiWanze®

Rohstoffe
Weizen und Zuckersirupe

Loon-Plage, Frankreich

Kapazität (pro Jahr)
100.000 m3 Bioethanol für Kraftstoffanwendungen
80.000 m3 Bioethanol für traditionelle und technische Anwendungen

Rohstoffe
Rohalkohol

AUFSICHTSRAT UND VORSTAND

Aufsichtsrat

Dr. Theo Spettmann

Vorsitzender
Ludwigshafen
Ehem. Vorstandssprecher der Südzucker Aktiengesellschaft Mannheim/Ochsenfurt

Prof. Dr. Markwart Kunz

Stellvertretender Vorsitzender
Worms
Mitglied des Vorstands der Südzucker Aktiengesellschaft Mannheim/Ochsenfurt

Dr. Hans-Jörg Gebhard

Eppingen
Vorsitzender des Verbands Süddeutscher Zuckerrübenanbauer e. V.

Thomas Kölbl

Mannheim
Mitglied des Vorstands der Südzucker Aktiengesellschaft Mannheim/Ochsenfurt

Franz-Josef Möllenberg

Rellingen
Vorsitzender der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten

Norbert Schindler

Bobenheim am Berg
Mitglied des Deutschen Bundestags

Vorstand

Dr. Lutz Guderjahn

Chief Operating Officer (COO)
Offstein
Produktion, Beschaffung, Vertrieb, Marketing, Public Affairs, Business Development und Personal

Joachim Lutz

Chief Financial Officer (CFO)
Mannheim
Finanzen, Rechnungswesen, Investor Relations, Controlling, Risk Management und Verwaltung

Eine Aufstellung der Mandate findet sich ab Seite 97 des Geschäftsberichts.

HEUTE SCHON DIE WEICHEN STELLEN FÜR DAS MARKTWACHSTUM VON MORGEN

CropEnergies hat sich mit dem Aufbau eines effizienten Produktions- und Logistiknetzwerks eine hervorragende Position auf dem europäischen Bioethanolmarkt erarbeitet. Das Ziel der EU von 10 Prozent erneuerbaren Energien im Transportsektor bis 2020 wird das Wachstum der Nachfrage nach Bioethanol beschleunigen. Die Mitgliedsstaaten erwarten, dass der Bioethanolbedarf bis 2020 auf knapp 15 Millionen Kubikmeter steigen wird. In diesem dynamischen Marktumfeld ergeben sich für CropEnergies als einen der führenden europäischen Bioethanolhersteller hervorragende Wachstumschancen. Unsere Produktionskapazität soll in den nächsten Jahren weiter wachsen, denn wir wollen unsere starke Position in diesem Zukunftsmarkt ausbauen.

VORWORT DES VORSTANDS

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,

für CropEnergies verlief das Geschäftsjahr 2010/11 sehr erfolgreich. Nach den Jahren des Aufbaus konnten wir im abgelaufenen Geschäftsjahr erstmals die Potenziale unserer Produktionsanlagen ausnutzen. Auch vor dem Hintergrund der Entwicklungen auf den relevanten Märkten zeigen die Zahlen des Geschäftsjahrs 2010/11, dass sich unser Geschäftsmodell, aus heimischen Agrarrohstoffen nachhaltige und erneuerbare Alternativen zu fossilen Kraftstoffen zu schaffen, bewährt hat.

Mit einem Umsatzzuwachs von 26 % auf 473 Mio. € und einer nahezu Vervierfachung des operativen Ergebnisses auf 46 Mio. € sind wir weiter profitabel gewachsen und haben unsere für das Geschäftsjahr 2010/11 gesteckten anspruchsvollen Ziele weit übertroffen. Diese erfreuliche Entwicklung beruht auf einer deutlichen Ausweitung der Herstellung von Bioethanol und eiweißhaltigen Kuppelprodukten als Folge einer verbesserten Auslastung der Produktionsanlage in Wanze. Die höheren Produktionsmengen konnten über unser effizientes Vertriebs- und Logistiknetzwerk erfolgreich vermarktet werden. Dabei ist es uns insbesondere im Bereich der Kuppelprodukte gelungen, neue profitable Märkte zu erschließen und die Erlöse zu steigern. Mit der vorgeschlagenen Verdreifachung der Dividendenausschüttung auf 0,15 € je Aktie wollen wir Sie, verehrte Aktionärinnen und Aktionäre, am profitablen Wachstum von CropEnergies teilhaben lassen.

Die für das Unternehmen wesentlichen Märkte - also Getreide-, Futtermittel- und Ethanolmärkte - waren im Geschäftsjahr 2010/11 durch eine hohe Volatilität gekennzeichnet. Niedrige Bioethanolpreise zu Beginn des Geschäftsjahrs, die zeitweise sogar unter den Benzinpreisen lagen, sowie Getreidepreise, die ab Sommer aufgrund von witterungsbedingten Ernteausfällen in wichtigen Getreideanbaugebieten und Marktspekulationen drastisch anstiegen, erforderten ein vorausschauendes Handeln. Es zeichnet CropEnergies aus, dass wir in diesen turbulenten Zeiten Marktchancen genutzt und unsere Position in Europa ausgebaut haben. Dabei ist es uns gelungen, mit einer operativen Marge von 9,7 % Maßstäbe in unserer Branche zu setzen.

Im Geschäftsjahr 2010/11 konnten wir auch wichtige Weichen für das zukünftige Wachstum der CropEnergies-Gruppe stellen. Den gesteigerten Cashflow haben wir dazu verwendet, die Nettofinanzschulden trotz der erstmals erfolgten Dividendenausschüttung um 20,4 Mio. € auf 195,0 Mio. € zu reduzieren und damit den finanziellen Spielraum für weiteres Wachstum zu vergrößern. Mit der im Oktober 2010 erfolgten Nachhaltigkeitszertifizierung der Bioethanolanlagen in Zeitz und Wanze hat CropEnergies frühzeitig die Voraussetzungen geschaffen, die Mineralölindustrie mit nachhaltig produziertem Bioethanol für die Erfüllung ihrer Beimischungsverpflichtungen zu versorgen. Insbesondere auf dem deutschen Bioethanolmarkt haben wir damit unsere Vorreiterrolle weiter gefestigt. Im Rahmen der Zertifizierung wurde nachgewiesen, dass das in Zeitz und Wanze hergestellte Bioethanol alle gesetzlichen Anforderungen erfüllt und dabei deutlich mehr als die vorgeschriebenen 35 % der Treibhausgase gegenüber Benzin einspart. In Wanze übertreffen wir mit mehr als 60 % Treibhausgaseinsparungen bereits heute die Anforderungen, die in der EU erst ab 2017 gelten werden. In Zeitz konnte die Anlage zur Aufreinigung und Verflüssigung von jährlich 100 Tsd. t biogenem CO2 nach nur sieben Monaten Bauzeit planmäßig in Betrieb genommen werden. Durch die Produktion und Vermarktung des verflüssigten CO2 steigert CropEnergies die Ertragskraft des Standorts und verbessert gleichzeitig die Treibhausgasbilanz des dort erzeugten Bioethanols.

Um den Erfolg der Unternehmensgruppe nachhaltig zu sichern, haben wir viel Überzeugungsarbeit in Politik und Öffentlichkeit geleistet. Dies hat zu verlässlicheren Rahmenbedingungen für Bioethanolproduzenten in Europa beigetragen. Innerhalb der EU befindet sich das Klima- und Energiepaket in der Umsetzung. Obwohl bislang nur in Deutschland und Österreich die EU-Vorgaben zur nachhaltigen Herstellung von Biokraftstoffen in der Praxis angewandt werden, hat der Umsetzungsprozess in anderen Mitgliedsstaaten an Dynamik gewonnen. Seit alle Mitgliedsstaaten in Aktionsplänen veröffentlichten, wie erneuerbare Energien bis 2020 gefördert werden sollen, besteht auch mehr Klarheit über die Entwicklung des Bioethanolmarkts. So soll sich der EU-Bedarf bis zum Jahr 2020 im Vergleich zu 2009 auf rund 15 Mio. m3 Bioethanol mehr als verdreifachen.

In Deutschland hat sich die Lage für Bioethanolproduzenten ebenfalls deutlich verbessert. Die Veröffentlichung praktikabler Übergangsregelungen erleichterte es den Biokraftstoffherstellern, die Anforderungen der Biokraftstoffnachhaltigkeitsverordnung fristgerecht zu erfüllen. Dies war auch erforderlich, um die steigende Nachfrage nach als nachhaltig zertifiziertem Bioethanol decken zu können. Nach zögerlichem Start zum Jahresbeginn bietet die Mineralölindustrie seit März 2011 an fast jeder zweiten Tankstelle E10 an. Damit ist dieser Kraftstoff nach nur drei Monaten in Deutschland weiter verbreitet als in Frankreich, wo E10 bereits seit zwei Jahren angeboten wird. Wie bei der Markteinführung von bleifreiem Benzin in den 80er Jahren zeigt sich aber, dass der Verkaufsstart eines neuen Kraftstoffs in Deutschland das Engagement aller Beteiligten erfordert. Dabei müssen insbesondere die Vorbehalte gegenüber der Verträglichkeit von E10 ausgeräumt und die Vorteile dieses Kraftstoffs mit Blick auf Klimaschutz und Versorgungssicherheit besser kommuniziert werden. Hierzu haben sich alle beteiligten Branchen und Ministerien im Rahmen des Benzingipfels am 8. März 2011 verpflichtet. CropEnergies wird sich weiter aktiv daran beteiligen, dass sich E10 wie in den USA, wo es schon seit Jahrzehnten angeboten wird, auch in Deutschland als Standardkraftstoff für Ottomotoren etabliert. Als Folge wird auch die Bioethanolnachfrage in Deutschland weiter dynamisch wachsen. Die Bundesregierung erwartet bis zum Jahr 2020 eine Steigerung des Bioethanolbedarfs auf jährlich 1,7 Mio. m3 .

Diese Entwicklungen zeigen, dass Bioethanol auch in Europa zu einem festen Bestandteil im Kraftstoffmarkt geworden ist und seine Bedeutung für die nachhaltige Mobilität der Zukunft weiter steigen wird. Dabei wird sich die EU zunehmend selbst versorgen und zusätzliche Produktionskapazitäten aufbauen. Nicht alle Biokraftstoffhersteller, die bislang Bioethanol in die EU exportiert haben, können die eingeführten Nachhaltigkeitskriterien mit den darin enthaltenen Umwelt- und Sozialstandards erfüllen und können daher den Kraftstoffmarkt in Europa künftig nicht mehr bedienen. Zudem erwarten wir in Zukunft deutlich geringere Exporte der führenden Bioethanolnationen USA und Brasilien nach Europa, da die Nachfrage in diesen Ländern aufgrund der zunehmenden Verbreitung von Flexible Fuel Fahrzeugen bzw. höherer Beimischungsanteile von Bioethanol in den nächsten Jahren deutlich schneller wachsen wird als die Produktionskapazitäten. Aus diesem Marktumfeld werden sich weitere Chancen für das Wachstum von CropEnergies ergeben.

Im Geschäftsjahr 2011/12 wollen wir unsere Ertragskraft weiter steigern und durch den erwirtschafteten Cashflow die finanziellen Voraussetzungen für weiteres Unternehmenswachstum schaffen. Voraussetzung hierfür sind ausgelastete und effiziente Produktionsanlagen, die wir weiter optimieren werden. Unser Ziel ist es, die erreichte Technologie- und Kostenführerschaft in Europa auszubauen und unseren Vorsprung gegenüber unseren Wettbewerbern zu vergrößern. Hierzu zählen insbesondere auch Maßnahmen, welche die Rohstoffbasis erweitern und damit die Abhängigkeit von der Preisentwicklung einzelner Rohstoffe verringern. Deshalb wird ein Schwerpunkt unserer Forschungsaktivitäten auch weiterhin auf der Entwicklung zukunftsträchtiger Produktionskonzepte wie z. B. der Produktion von Biokraftstoffen der 2. Generation oder der weiteren Veredlung von Kuppelprodukten für nutritive Anwendungen liegen. Darüber hinaus werden wir Marktchancen für unsere Produkte nutzen, um neue Werte zu schaffen. Nach der im Mai 2010 erfolgten IFS-Zertifizierung (International Food Standard) werden wir den Vertrieb des in Wanze produzierten Glutens im preislich attraktiven Lebensmittelsektor vorantreiben. Die erzielten Fortschritte bei der Entwicklung von Bioethanolbrennstoffzellen motivieren uns, in Zukunft verstärkt anwendungsbezogene Fragestellungen zu untersuchen und die Vermarktungsmöglichkeiten dieser Systeme zu evaluieren.

Nach dem dynamischen Wachstum und den erreichten Fortschritten im abgelaufenen Geschäftsjahr erwarten wir, dass sich die Produktions- und Absatzmengen an Bioethanol sowie an Lebens- und Futtermitteln im Geschäftsjahr 2011/12 mindestens auf Vorjahresniveau bewegen werden. Durch die angestrebten Optimierungen sowie die besseren Vermarktungsmöglichkeiten für unsere Produkte erwarten wir ein weiteres, jedoch nunmehr moderateres Wachstum bei Umsatz und operativem Ergebnis. Damit werden wir insbesondere vor dem Hintergrund der aktuellen Rohstoffpreise unsere Spitzenposition unter den börsennotierten Biokraftstoffherstellern festigen.

Der hervorragende Jahresabschluss 2010/11 ist das Ergebnis der erbrachten Leistungen unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen aus der Südzucker-Gruppe mit Leidenschaft, Engagement und Sachverstand für den Erfolg der CropEnergies-Gruppe eingesetzt haben. Allen Beteiligten möchten wir hierfür herzlich danken.

Ihnen, liebe Aktionärinnen und Aktionäre, danken wir für das Vertrauen, das Sie uns entgegengebracht haben. Zusammen mit unserem motivierten Team werden wir uns weiter mit ganzer Kraft für CropEnergies einsetzen, um auch in Zukunft Ihr Vertrauen zu verdienen. Wir freuen uns, wenn Sie uns auf unserem Weg weiter begleiten, mit nachhaltig erzeugtem Bioethanol zur Sicherung der Mobilität in der Zukunft beizutragen.

Mit freundlichen Grüßen

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Dr. Lutz Guderjahn Joachim Lutz
Chief Operating Officer (COO) Chief Financial Officer (CFO)

BERICHT DES AUFSICHTSRATS

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,

Bioethanol spielt als nachwachsende Energiequelle für die Mobilität der Zukunft eine immer wichtigere Rolle. Dieser Kraftstoff ist nicht nur Klima schonend, er ist auch kostengünstig. Allerdings zeigt die aktuelle Diskussion über die Einführung von E10 in Deutschland, dass die Vorteile von Bioethanol als erneuerbarem Kraftstoff nicht jedem bewusst sind und es auch weiterhin intensiver Aufklärungsarbeit bedarf.

CropEnergies ist im Berichtsjahr weiter gewachsen und hat auch die Ertragskraft deutlich gesteigert. Mit einem Umsatzwachstum von 26 % auf 473 Mio. €, aber vor allem mit dem starken Anstieg des operativen Ergebnisses auf 46 Mio. €, setzt CropEnergies Maßstäbe im Sektor der erneuerbaren Energien. Mit der vorgeschlagenen Verdreifachung der Dividendenausschüttung auf 0,15 € je Aktie sollen die Aktionäre an dieser positiven Entwicklung teilhaben.

Der Aufsichtsrat hat sich auch im Berichtsjahr intensiv mit der wirtschaftlichen Entwicklung, der finanziellen Lage und den unternehmerischen Perspektiven der CropEnergies-Gruppe befasst. Dabei ist der Aufsichtsrat seinen nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben, den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens zu überwachen und beratend zu begleiten, nachgekommen.

Zusammenarbeit zwischen Aufsichtsrat und Vorstand

Bei allen die CropEnergies-Gruppe betreffenden Entscheidungen von grundlegender Bedeutung war der Aufsichtsrat unmittelbar eingebunden und wurde zeitnah, umfassend und kontinuierlich über die Unternehmensplanung, den Gang der Geschäfte, die Lage und die Entwicklung der CropEnergies-Gruppe einschließlich der Risikolage sowie über das Risikomanagement unterrichtet. Die strategische Ausrichtung des Unternehmens stimmte der Vorstand mit dem Aufsichtsrat ab. Die für das Unternehmen bedeutenden Geschäftsvorfälle wurden auf Basis der Berichte des Vorstands ausführlich erörtert.

Der Aufsichtsratsvorsitzende bzw. dessen Stellvertreter stand über die Aufsichtsratssitzungen hinaus mit dem Vorstand in regelmäßigem Kontakt und hat sich über wesentliche Geschäftsvorgänge und die aktuelle Entwicklung der Geschäftslage informiert. Dabei berichtete der Vorstand auch über die Unternehmenspolitik, die Rentabilität sowie die Unternehmens-, Finanz-, Investitions-, Forschungs- und Personalplanung, jeweils bezogen auf die CropEnergies AG und die CropEnergies-Gruppe.

Aufsichtsratssitzungen und Beschlussfassungen

Der Aufsichtsrat tagte im Geschäftsjahr 2010/11 in vier ordentlichen Sitzungen. Im Mittelpunkt der Sitzungen standen die Entwicklungen auf den Rohstoff- und Absatzmärkten, die Absicherung von Marktpreisrisiken, die politischen Rahmenbedingungen für Biokraftstoffe, der Fortgang der Produktion und Investitionen sowie die aktuelle Ergebnislage. An allen Sitzungen haben mit einer Ausnahme, als ein Aufsichtsratsmitglied aus persönlichen Gründen verhindert war, alle Mitglieder des Aufsichtsrats und Vorstands teilgenommen. Allen Beschlussvorschlägen des Vorstands hat der Aufsichtsrat nach gründlicher Prüfung und Beratung zugestimmt.

Gegenstand der Bilanzsitzung am 17. Mai 2010 war die Prüfung und Billigung der vom Abschlussprüfer mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehenen Jahresabschlüsse und Lageberichte 2009/10 der CropEnergies AG und des Konzerns. Nach dem Bericht des Abschlussprüfers über Schwerpunkte und Ergebnis der Prüfung, die sich auch auf das interne Kontrollsystem bezogen, sowie nach eingehender Diskussion stellte der Aufsichtsrat den Jahresabschluss fest und billigte den Konzernabschluss. Er behandelte in dieser Sitzung auch die Beschlussvorschläge an die Hauptversammlung am 15. Juli 2010. Unter dem Tagesordnungspunkt "Investitionen" wurden die Investitionsbudgets für das Geschäftsjahr 2011/12 behandelt sowie die kurz- und mittelfristige Investitionsplanung verabschiedet. Im letzten Tagesordnungspunkt der Aufsichtsratssitzung wurde beschlossen, die im Mai 2011 auslaufende Vorstandsbestellung von Herrn Joachim Lutz um weitere fünf Jahre bis 2016 zu verlängern.

In der Aufsichtsratssitzung am Vormittag des 15. Juli 2010 stand die Fünf-Jahres-Planung im Mittelpunkt.

Am 15. November 2010 befasste sich der Aufsichtsrat mit der Ergebnisprognose für das laufende Geschäftsjahr. Turnusgemäß bildete die Behandlung von Corporate Governance-Angelegenheiten den Schwerpunkt. Diskutiert wurden insbesondere die Änderungen im Deutschen Corporate Governance-Kodex 2010 und die Umsetzung der Vorgaben zu "Diversity". Nach der Vorstellung der Ergebnisse der Effizienzprüfung beschloss der Aufsichtsrat die Entsprechenserklärung 2010. Schließlich wurde die im Juli 2011 auslaufende Vorstandsbestellung von Herrn Dr. Lutz Guderjahn um weitere fünf Jahre bis 2016 verlängert.

In der Sitzung am 14. Januar 2011 wurde die Ergebnishochrechnung des laufenden Geschäftsjahrs präsentiert.

Ausschüsse des Aufsichtsrats

Der Prüfungsausschuss, dem die Aufsichtsratsmitglieder Thomas Kölbl (Vorsitzender), Prof. Dr. Markwart Kunz und Dr. Theo Spettmann angehören, tagte im Geschäftsjahr 2010/11 fünf Mal. Den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance-Kodex (Kodex) folgend, ist der Vorsitzende des Prüfungsausschusses nicht zugleich Vorsitzender des Aufsichtsrats.

In seiner Sitzung am 6. Mai 2010 befasste sich der Prüfungsausschuss in Gegenwart des Abschlussprüfers intensiv mit dem Jahresabschluss der CropEnergies AG und mit dem Konzernabschluss. Er bereitete die Bilanzsitzung des Aufsichtsrats vor, in der dieser - nach Berichterstattung durch den Vorsitzenden des Prüfungsausschusses - den Empfehlungen des Prüfungsausschusses folgte. Weiter gab der Prüfungsausschuss dem Aufsichtsrat eine Empfehlung für den Vorschlag des Aufsichtsrats an die Hauptversammlung zur Wahl des Abschlussprüfers. In seiner Sitzung am 15. Juli 2010 erteilte der Prüfungsausschuss den Prüfungsauftrag an den Abschlussprüfer und legte die Schwerpunkte für die Abschlussprüfung 2010/11 fest. In der Sitzung am 5. Oktober 2010 befasste er sich neben der Erörterung des Halbjahresberichts, wie vom Aufsichtsrat beauftragt, mit der Prüfung der Wirksamkeit des internen Kontrollsystems, des Risikomanagementsystems und des internen Revisionssystems. Die Sitzungen am 5. Juli 2010 sowie am 10. Januar 2011 waren der Erörterung von Quartalsberichten vorbehalten.

Der Nominierungsausschuss, dem die Aufsichtsratsmitglieder Thomas Kölbl (Vorsitzender), Prof. Dr. Markwart Kunz und Dr. Theo Spettmann angehören, hatte im Geschäftsjahr 2010/11 keinen Anlass, zusammenzutreten.

An den Ausschusssitzungen haben - bis auf die Sitzungen am 6. Mai, 5. Juli und 5. Oktober, in denen jeweils ein Mitglied entschuldigt fehlte - stets alle Mitglieder teilgenommen. Über die Inhalte und Ergebnisse der Ausschusssitzungen berichtete deren Vorsitzender jeweils in der nachfolgenden Aufsichtsratssitzung.

Effizienzprüfung des Aufsichtsrats

Der Empfehlung gemäß Ziffer 5.6 des Deutschen Corporate Governance-Kodex folgend, hat der Aufsichtsrat wieder die Effizienz seiner Tätigkeit überprüft. Dies geschieht alljährlich mittels eines Fragebogens ohne externe Unterstützung. Der Fragebogen wird jeweils an die Kodex-Änderungen angepasst. Die Auswertung der Fragebögen, die Erörterung der Ergebnisse und die Diskussion von Verbesserungsvorschlägen erfolgten in der Sitzung am 15. November 2010. Ziel ist die stetige Verbesserung der Arbeit des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse.

Corporate Governance

Der Aufsichtsrat hat in seiner Sitzung vom 15. November 2010 ausführlich die Erfüllung der Empfehlungen und Anregungen des Deutschen Corporate Governance-Kodex in seiner aktuellen Fassung vom 26. Mai 2010 erörtert und sodann die gemeinsame Entsprechenserklärung von Aufsichtsrat und Vorstand gemäß § 161 AktG beschlossen.

Er überprüfte anhand eines den Aufsichtsratsmitgliedern rechtzeitig vor der Sitzung zur Verfügung gestellten Fragebogens die Effizienz seiner Tätigkeit. Dabei wurden u. a. die Verfahrensabläufe im Aufsichtsrat, der Informationsfluss zwischen dem Prüfungsausschuss und dem Aufsichtsratsplenum sowie die rechtzeitige und inhaltlich ausreichende Berichterstattung des Vorstands an den Aufsichtsrat überprüft. Außerdem wurden Maßnahmen zur Steigerung der Effizienz besprochen.

Interessenkonflikte traten im Berichtszeitraum nicht auf.

Eine ausführliche Darstellung der Corporate Governance bei CropEnergies einschließlich des Wortlauts der Diversity-Ziele des Aufsichtsrats für seine zukünftige Zusammensetzung und der - von Vorstand und Aufsichtsrat abgegebenen - Entsprechenserklärung 2010 ist der Erklärung zur Unternehmensführung / Corporate Governance-Bericht im Geschäftsbericht ab Seite 41 zu entnehmen. Zudem stehen alle relevanten Informationen im Internet unter www.cropenergies.com unter der Rubrik Investor Relations zur Verfügung.

Der Vorstand ist seinen aus Gesetz und Geschäftsordnung resultierenden Pflichten zur Information des Aufsichtsrats vollständig und zeitgerecht nachgekommen. Der Aufsichtsrat hat sich von der Ordnungsmäßigkeit der Unternehmensführung und von der Leistungsfähigkeit der Organisation der Gesellschaft überzeugt und diese Themen im Gespräch mit dem Abschlussprüfer ausgiebig erörtert. Gleiches gilt hinsichtlich der Wirksamkeit des Risikomanagementsystems der CropEnergies-Gruppe; auch hiervon hat sich der Aufsichtrat vom Vorstand ausführlich informieren lassen.

Jahresabschluss

Die von der Hauptversammlung auf Vorschlag des Aufsichtsrats gewählte PricewaterhouseCoopers AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (PwC), Frankfurt am Main, hat den Jahresabschluss und den Lagebericht der CropEnergies AG für das Geschäftsjahr 2010/11, den Vorschlag des Vorstands für die Verwendung des Bilanzgewinns sowie den Konzernabschluss und -lagebericht 2010/11 geprüft und jeweils mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Weiterhin stellte der Abschlussprüfer fest, dass der Vorstand die ihm gemäß § 91 Abs. 2 AktG obliegenden Maßnahmen in geeigneter Form getroffen hat; er hat insbesondere ein angemessenes und den Anforderungen des Unternehmens entsprechendes Informations- und Überwachungssystem eingerichtet, das geeignet erscheint, den Fortbestand der Gesellschaft gefährdende Entwicklungen frühzeitig zu erkennen.

Die zu prüfenden Unterlagen und die Prüfungsberichte des Abschlussprüfers wurden jedem Aufsichtsratsmitglied rechtzeitig übermittelt. Der Abschlussprüfer nahm an der Sitzung des Prüfungsausschusses am 6. Mai 2011 und an der Bilanzsitzung des Aufsichtsrats am 11. Mai 2011 teil und berichtete ausführlich über Verlauf und Ergebnis seiner Prüfung. Der Aufsichtsrat hat die Berichte des Abschlussprüfers nach eingehender Diskussion zustimmend zur Kenntnis genommen. Das Ergebnis der Vorprüfung durch den Prüfungsausschuss und das Ergebnis seiner eigenen Prüfung entsprechen vollständig dem Ergebnis der Abschlussprüfung. Der Aufsichtsrat hat keine Einwände gegen die vorgelegten Abschlüsse erhoben. Er billigte den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss der CropEnergies AG und den Konzernabschluss der CropEnergies-Gruppe in seiner Sitzung vom 11. Mai 2011.

Der Jahresabschluss der CropEnergies AG ist damit festgestellt. Dem Vorschlag des Vorstands zur Verwendung des Bilanzgewinns der CropEnergies AG mit der Ausschüttung einer Dividende von 0,15 € pro Aktie schloss sich der Aufsichtsrat an.

Related Parties

Die Südzucker AG hat mitgeteilt, dass sie an der CropEnergies AG mit 71 % beteiligt ist. Die Süddeutsche Zuckerrüben-Verwertungs-Genossenschaft eG (SZVG), die ihrerseits mit 7 % an der CropEnergies AG beteiligt ist, hat mitgeteilt, dass sie mittelbar über die Stimmrechte der Südzucker AG und unmittelbar aus eigenen Stimmrechten eine Beteiligung von 78 % an der CropEnergies AG hält. Der Vorstand der CropEnergies AG hat vor diesem Hintergrund einen Bericht § 312 AktG erstellt. Der Abschlussprüfer hat diesen Bericht geprüft, über das Ergebnis seiner Prüfung schriftlich berichtet und bestätigt, dass die tatsächlichen Angaben des Berichts richtig sind, bei den im Bericht aufgeführten Rechtsgeschäften die Leistung der Gesellschaft nicht unangemessen hoch war und keine Umstände für eine wesentlich andere Beurteilung als die durch den Vorstand sprechen.

Das Prüfungsergebnis des Abschlussprüfers nahm der Aufsichtsrat zustimmend zur Kenntnis. Nach dem abschließenden Ergebnis seiner eigenen Prüfung - an der Beratung nahm auch der Abschlussprüfer teil - hat der Aufsichtsrat keine Einwände gegen die Erklärung des Vorstands am Schluss des Berichts erhoben.

Mannheim, 11. Mai 2011
Für den Aufsichtsrat

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Dr. Theo Spettmann
Vorsitzender

AKTIE UND KAPITALMARKT

Kapitalmarktumfeld

Während im 1. Quartal 2010 noch positive Konjunkturdaten sowie eine weltweit expansive Geldpolitik für Auftrieb an den Aktienmärkten sorgten, wurde dieser Trend am Ende des 1. Halbjahrs durch Diskussionen über die hohe Verschuldung einiger Eurostaaten gedämpft. Im weiteren Verlauf des Jahres 2010 führten Meldungen über gute Unternehmensergebnisse, eine Stabilisierung in der Eurozone sowie eine überraschend stark anziehende Weltkonjunktur zum Anstieg vieler Aktienindizes. Der Deutsche Aktienindex DAX® verbesserte sich im Berichtszeitraum (1. März 2010 bis 28. Februar 2011) um 30 % auf 7.272 Punkte. MDAX® und TecDAX® stiegen um 39 % bzw. 14 %. Der amerikanische Dow-Jones-Index erhöhte sich im gleichen Zeitraum dagegen lediglich um 18 % auf 12.226 Punkte.

Kursverlauf der CropEnergies-Aktie

Der Aktienkurs von CropEnergies profitierte im Berichtszeitraum vom starken Umsatz- und Ergebniswachstum. Dabei wurde die zweimalige Anhebung der Ergebnisprognose für das laufende Geschäftsjahr vom Kapitalmarkt sehr positiv aufgenommen. Mit einem Anstieg von 3,73 € (26. Februar 2010) auf 6,22 € am 28. Februar 2011, der auch den Höchststand im Geschäftsjahr markierte, legte die CropEnergies-Aktie binnen eines Jahres um 67 % zu. Damit übertraf das Papier deutlich den Vergleichsindex DAXsubsector Renewable Energies der Deutschen Börse, der 10 % einbüßte. Dieser Index litt insbesondere unter dem Kursrückgang zahlreicher Solartitel.

Kursverlauf der CropEnergies-Aktie seit dem Börsengang am 29. September 2006 bis zum 28. Februar 2011 (Schlusskurse XETRA®)

Börsennotierung und Aktionärsstruktur

Die Aktie der CropEnergies AG (ISIN DE000A0LAUP1) ist im regulierten Markt (Prime Standard) an der Frankfurter Wertpapierbörse notiert. Darüber hinaus wird das Papier auch im Computerhandel XETRA® sowie im Freiverkehr in Frankfurt, Stuttgart, Düsseldorf, Hamburg, München und Berlin gehandelt. Unverändert werden 71 % der CropEnergies-Aktien von der Südzucker AG und 7 % der Aktien von der Süddeutschen Zuckerrüben-Verwertungs-Genossenschaft eG (SZVG) gehalten. Weitere Stimmrechtsmeldungen gab es nicht. Zur Hauptversammlung 2010 zählte CropEnergies rund 15.000 vornehmlich private Depotinhaber.

Hauptversammlung 2010

An der ordentlichen Hauptversammlung am 15. Juli 2010 im Kongresszentrum Rosengarten in Mannheim nahmen mit rund 800 Teilnehmern mehr Aktionäre als im Vorjahr teil. Sie vertraten 82 % des Kapitals. Das besondere Interesse der Aktionäre galt den strategischen Zielen von CropEnergies und dem verbesserten Ausblick für das laufende Geschäftsjahr. Weiterhin standen vor allem die Vorteile von Bioethanol gegenüber fossilen Kraftstoffen sowie die erste Dividendenzahlung im Mittelpunkt. Nach der Erörterung der Tagesordnungspunkte beschloss die Hauptversammlung die vorgeschlagene Ausschüttung einer Dividende in Höhe von 0,05 € pro Aktie. Dies entspricht einer Ausschüttungssumme von 4,3 Mio. €. Alle weiteren Beschlussvorschläge der Verwaltung einschließlich der Möglichkeit eines Aktienrückkaufs wurden ebenfalls mit einer Mehrheit von über 99 % angenommen.

Kursverlauf der CropEnergies-Aktie gegenüber dem DAXsubsector Renewable Energies Performance-Index vom 1. März 2010 bis zum 28. Februar 2011

Dividendenvorschlag 2011

CropEnergies möchte die Anteilseigner an der deutlich verbesserten Ertragslage des Unternehmens beteiligen. Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung am 19. Juli 2011 daher die Ausschüttung einer Dividende in Höhe von 0,15 € je Aktie vor. Dies entspricht bei 85,0 Mio. Stückaktien einer verdreifachten Ausschüttungssumme von 12,8 (4,3) Mio. €.

Marktkapitalisierung und Börsenumsatz

Zum Bilanzstichtag am 28. Februar 2011 erhöhte sich der Börsenwert aller CropEnergies-Aktien um 67 % auf 529 (317) Mio. €. Auch der Aktienumsatz an allen deutschen Börsenplätzen stieg im abgelaufenen Geschäftsjahr deutlich an und erreichte ein Volumen von 16 (7) Mio. CropEnergies-Aktien. Der durchschnittliche Tagesumsatz nahm auf rund 64 (27) Tsd. Aktien zu.*

* Quelle: Deutsche Börse

Investor Relations

CropEnergies bietet allen Interessenten zeitnahe und transparente Informationen sowie einen kontinuierlichen Dialog zur wirtschaftlichen Entwicklung. Herzstück des jederzeit abrufbaren Informationsangebots ist die Website, auf der unter anderem die Finanzberichte, Pressemitteilungen, der Finanzkalender und die jeweils aktuelle Kapitalmarktpräsentation bereitstehen. Des Weiteren ist auf der Website ein Fact Sheet verfügbar, das Interessenten eine Kurzübersicht über CropEnergies gibt. Interessierte Anleger erhalten diese Informationen auf Wunsch auch per E-Mail oder per Post. Darüber hinaus informiert CropEnergies in Form von Interviews und Fachbeiträgen, durch die Teilnahme an Vorträgen, Diskussionen und Konferenzen. Über die Quartalsergebnisse wurde mittels Telefonkonferenzen regelmäßig berichtet. Für einen telefonischen Informationsaustausch steht die Investor-Relations-Abteilung zur Verfügung.

CropEnergies hat die Investor-Relations-Aktivitäten im abgelaufenen Geschäftsjahr erfolgreich fortgesetzt. Neben den Kontakten zu Privatanlegern präsentierte sich das Unternehmen im Rahmen von Analysten- und Kapitalmarktkonferenzen direkt in den wichtigsten Finanzzentren. So wurden in Frankfurt, London, New York, Zürich und München einem größeren Publikum die Schwerpunkte und der Verlauf des Geschäfts erläutert. Zahlreiche Roadshows im In- und Ausland sowie Investorenbesuche in Mannheim ergänzten die Investor-Relations-Arbeit. Der Erfolg dieser Maßnahmen zeigt sich auch in den gestiegenen Handelsvolumina.

Stammdaten

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CropEnergies AG

ISIN
DE000A0LAUP1
WKN
A0LAUP
Kürzel
CE2
Gattung
Nennwertlose Inhaber-Stammaktien
Prime Branche
Industriegüter
Industry Group
Renewables
Transparenzlevel
Prime Standard
Marktsegment
Regulierter Markt
Börsenplätze
XETRA®, Frankfurt
Freiverkehr: Stuttgart, Düsseldorf, Hamburg, München, Berlin
Anzahl der Aktien (Stück) 85.000.000
Grundkapital (€) 85.000.000
Börsenzugelassenes Kapital (€) 85.000.000
Erstnotiz/Börsengang
29. September 2006
Aktionärsstruktur
Südzucker AG (71 %), Süddeutsche Zuckerrüben-Verwertungs-Genossenschaft eG (7 %), Streubesitz (22 %)

Kennzahlen der Aktie

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2010/11 2009/10
Schlusskurs Geschäftsjahresende (€) 6,22 (28.02.2011) 3,73 (26.02.2010)
Höchster Tagesschlusskurs (€) 6,22 (28.02.2011) 4,14 (08.01.2010)
Tiefster Tagesschlusskurs (€) 3,06 (17.09.2010) 2,51 (09.03.2009)
Marktkapitalisierung zum Geschäftsjahresende (Mio. €) 529 317
Durchschnittlicher Tagesumsatz der Aktie (Stück) 63.929 26.871
Ergebnis je Aktie nach IAS 33 (€) 0,33 0,05
Dividende je Aktie (€) 0,15* 0,05

Quelle: Deutsche Börse AG, XETRA® Daten

* Vorschlag

HEUTE DEN KRAFTSTOFF INS RENNEN SCHICKEN FÜR DEN ALLTAG VON MORGEN

CropEnergies beschäftigt sich intensiv mit der Nutzung von Bioethanol im Kraftstoffsektor. Wir haben an den Normen, welche die Grundlagen für die Verwendung von Bioethanolkraftstoffen darstellen, aktiv mitgearbeitet. Als Pionier und Marktführer auf dem deutschen E85-Markt haben wir im legendären 24h-Rennen auf dem Nürburgring seit 2009 ein Fahrzeug mit unserem E85-Kraftstoff CropPower85 ins Rennen geschickt, das 2010 als erstes bioethanolbetriebenes Fahrzeug den Klassensieg geholt hat. Dabei haben wir viele Erkenntnisse über die Leistungsfähigkeit dieses Kraftstoffs erlangt, die für die Nutzung von Bioethanol im Straßenverkehr wichtig sind. In Deutschland wird seit Anfang 2011 der Kraftstoff E10 angeboten. Dass auch höhere Beimischungen möglich sind, zeigen Länder wie z. B. die USA und Brasilien, die bereits Kraftstoffe mit mehr als 10 Volumenprozent Bioethanol für konventionelle Ottomotoren anbieten. Mehr nachhaltiges Bioethanol im Kraftstoff bedeutet weniger Treibhausgasemissionen im Straßenverkehr und sichert die Mobilität in der Zukunft.

Konzernlagebericht

BERICHT ZUR GESCHÄFTSTÄTIGKEIT

Entwicklungen auf dem Weltmarkt für Bioethanol

Ethanolproduktion

Im Jahr 2010 stieg die weltweite Produktion von Bioethanol im Vergleich zum Vorjahr um 15,4 % auf 104,0 (90,1) Mio. m3 und überschritt damit erstmals die Marke von 100 Mio. m3 . Der Zuwachs basiert wie in den vergangenen Jahren auf der Ausweitung der Produktion für Anwendungen im Kraftstoffbereich. Insgesamt wurden 85,0 (72,9) Mio. m3 Bioethanol und damit 82 (81) % der Gesamtproduktion für den Kraftstoffsektor hergestellt. Erste Schätzungen für das Jahr 2011 gehen von einer Verlangsamung des Wachstums der weltweiten Bioethanolproduktion aus und rechnen mit einer Produktion von 108,3 Mio. m3 . Der größte Produktionsanstieg wird dabei in den USA erwartet. Für Brasilien hingegen rechnet man aufgrund der schwierigen Witterungsverhältnisse und der anhaltend hohen Zuckerpreise mit einer Produktion knapp unter Vorjahresniveau.

Die USA haben ihre Rolle als weltweit größter Produzent von Bioethanol durch eine Ausweitung der Produktion um 22,2 % auf 51,5 (42,2) Mio. m3 weiter ausgebaut. Ein fortschreitender Konsolidierungsprozess und eine positive Margensituation ermöglichten die Wiederinbetriebnahme zwischenzeitlich stillgelegter Bioethanolkapazitäten sowie eine hohe Auslastung des gesamten US-Anlagenbestands. Aufgrund einer geringen Investitionstätigkeit in Neuanlagen erwarten Marktbeobachter jedoch eine deutliche Verlangsamung der Expansion der US-Bioethanolindustrie. In Brasilien stieg die Produktion im Jahr 2010 um 7,2 % auf 28,0 (26,1) Mio. m3 Bioethanol. Der Anstieg der Bioethanolproduktion fiel damit im Vergleich zur Zuckerrohrernte unterproportional aus, da die brasilianischen Anbieter aufgrund hoher Zuckerpreise einen möglichst hohen Anteil des geernteten Zuckerrohrs zu Zucker verarbeiteten.

In der EU wuchs die Ethanolproduktion um 14,8 % auf 6,4 (5,6) Mio. m3 . Dem weltweiten Trend folgend, basiert dieser Anstieg auf dem zunehmenden Einsatz von Bioethanol als Kraftstoff, für den 4,3 Mio. m3 bzw. 66,1 % der Bioethanolerzeugung in der EU bestimmt waren. Der Zuwachs resultiert vor allem aus der Inbetriebnahme neuer Großanlagen in den Niederlanden und Großbritannien.

Weitere Produktionssteigerungen wurden unter anderem in Belgien, Deutschland und Frankreich erzielt. Für das Jahr 2011 erwarten Marktbeobachter in der EU eine Gesamtproduktion von rund 7,1 Mio. m3 Bioethanol.

Aufgrund höherer Beimischungsquoten stieg der Bedarf an Kraftstoffethanol in der EU im Jahr 2010 auf 5,6 (4,4) Mio. m3 . Mit einem Anstieg des Bioethanolverbrauchs in 2010 um 28 % auf 1,5 Mio. m3 ist Deutschland weiterhin der größte Markt für Bioethanol in der EU. Rund 88 % bzw. 1,3 Mio. m3 des verbrauchten Bioethanols wurden dabei dem Benzin direkt beigemischt. Der Einsatz von Bioethanol zur Produktion des Oktanzahlverbesserers ETBE reduzierte sich entsprechend um 38 % auf 0,16 Mio. m3 . Angesichts relativ hoher Tankstellenpreise für Benzin, die sich seit März 2010 stets über der Marke von 1,40 €/l bewegten, wies der deutlich preiswertere E85-Kraftstoff eine hohe Wettbewerbsfähigkeit auf. Als Folge stieg der Verbrauch von Bioethanol für E85 im Vergleich zum Vorjahr um 45 %.

Ethanolpreise

Der Beginn der Zuckerrohrernte 2010/11 führte in Brasilien zunächst zu einer Entspannung der Versorgungslage und einem Rückgang der Bioethanolpreise FOB Santos von rund 675 US-$/m3 Anfang März 2010 auf rund 485 US-$/m3 Anfang Juni 2010. Niedrigere Ernteerwartungen aufgrund ungünstiger Witterungsverhältnisse und die anhaltend hohe Inlandsnachfrage nach Bioethanol hatten jedoch einen Anstieg der brasilianischen Ethanolpreise auf rund 935 US-$/m3 Ende Februar 2011 zur Folge. Preissteigernd wirkten sich dabei auch die anhaltend hohen Zuckerpreise sowie ein ungewöhnlich frühes Ende der Zuckerrohrernte im brasilianischen Hauptanbaugebiet aus. Die Nachfrage nach Kraftstoffethanol entwickelt sich durch die zunehmende Verbreitung von Flexible Fuel Vehicles (FFVs) hingegen dynamisch. In Brasilien waren 2010 rund 2,9 Mio. bzw. 86 % der neuzugelassenen Fahrzeuge FFVs.

Auch an der Chicago Board of Trade (CBOT) und der Chicago Mercantile Exchange (CME) zogen die Ethanolpreise an. Als Folge gestiegener Beimischungsverpflichtungen und höherer Rohstoffkosten stieg der 1-Monats-Future von rund 1,70 US-$/Gallone* Anfang März 2010 auf rund 2,60 US-$/Gallone Ende Februar 2011.

E10-Kraftstoff wird in den USA inzwischen nahezu flächendeckend genutzt. Nachdem die US-Umweltbehörde umfangreiche Tests zur Motorenverträglichkeit von E15-Kraftstoff durchgeführt hatte, entschied sie am 21. Januar 2011, Ottokraftstoff mit einem Anteil von 15 Vol.-% Bioethanol für Fahrzeuge ab dem Baujahr 2001 freizugeben. Marktbeobachter rechnen daher mit einem weiteren Nachfrageanstieg nach Kraftstoffethanol in den USA.

In Europa stiegen die Ethanolpreise bei hoher Volatilität von rund 500 €/m3 Anfang März 2010 auf 650 €/m3 FOB Rotterdam Ende Februar 2011. Dabei schwankten die Preise zwischen 430 €/m3 Mitte April 2010 und rund 655 €/m3 Mitte September 2010. Neben höheren Rohstoffkosten ist dieser Preisanstieg auf die zunehmende Beimischung von Bioethanol im europäischen Kraftstoffsektor bei moderaten Importaktivitäten zurückzuführen.

* 1 Gallone entspricht 3,7854 Liter.

Entwicklungen auf den Rohstoff- und Futtermittelmärkten

Getreidemärkte

Aufgrund ungünstiger Witterungsverhältnisse in wichtigen Anbauregionen, insbesondere in der EU und Russland, hat das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) die Ernteerwartungen für das Getreidewirtschaftsjahr 2010/11 im Jahresverlauf gesenkt. Nach der Schätzung vom 8. April 2011 erwartet das USDA für die Ernte 2010/11 eine Weltgetreideproduktion (ohne Reis) von 1.731 Mio. t und damit 3,4 % weniger als im Vorjahr. Den Verbrauch schätzt das USDA auf 1.788 Mio. t (+1,6 %). Aufgrund des Weltgetreidebestands von 339 Mio. t ist die weltweite Versorgungslage mit Getreide trotz dieses Nachfrageüberhangs weiterhin gut.

Trotz Ernteeinbußen infolge trockener Witterung im Juni und Juli 2010 entsprach die Ernte in der EU im Getreidewirtschaftsjahr 2010/11 mit 275 Mio. t weitestgehend dem Gesamtverbrauch in Höhe von 272 Mio. t. Hohe Niederschläge ab August 2010 führten allerdings zu Qualitätseinbußen beim geernteten Getreide, sodass es zu einer Verknappung bei Mahlweizen kam. Entsprechend erhöhte sich der Anteil des Futtergetreides. Fast zwei Drittel der EU-Getreideerzeugung wird zur Tierfütterung eingesetzt, auf die Herstellung von Bioethanol entfielen lediglich 3,3 % oder 9,1 Mio. t. Trotz der gesunkenen Getreideproduktion rechnet das USDA damit, dass die EU mit einem Nettoexport von rund 16 Mio. t Getreide unverändert in hohem Maße zur weltweiten Getreideversorgung beitragen wird.

Nach relativ konstanten Preisen von rund 130 €/t im 1. Quartal 2010/11 zogen die Notierungen für Weizen an der NYSE Euronext in Paris im Zuge der rückläufigen Ernteerwartungen spürbar an. Die Preissteigerungen wurden dabei durch Spekulationen an den weltweiten Warenterminbörsen über eine Verknappung der Getreideversorgung, einem massiven Anstieg des Ölpreises und einer trotz höherer Preise robusten Getreidenachfrage verstärkt. In der Spitze erreichte der 1-Monats-Future für Weizen an der NYSE Euronext Paris 278,50 €/t. Erst Gewinnmitnahmen spekulativer Rohstoff-Fonds im Februar 2011 im Rahmen der politischen Krise in Nordafrika reduzierten den Weizenpreis auf 258 €/t.

Nach dem deutlichen Rückgang der weltweiten Weizenanbaufläche im Getreidewirtschaftsjahr 2010/11 erwartet der Internationale Getreiderat (International Grain Council) im kommenden Getreidewirtschaftsjahr 2011/12 aufgrund der gestiegenen Weizenpreise wieder eine Ausweitung der Anbaufläche auf rund 225 (217) Mio. ha. Insbesondere in den Ländern der GUS, Europa und Nordamerika soll unter Einbeziehung der derzeit brachliegenden landwirtschaftlichen Nutzflächen mehr Weizen ausgesät werden. Bei durchschnittlichen Erträgen würde die weltweite Weizenernte um 3,6 % auf rund 673 Mio. t steigen. Bei Grobgetreide wie z. B. Mais und Gerste herrschten in der nördlichen Hemisphäre gute Bedingungen zur Aussaat. Neben einem Anstieg der Gersteanbaufläche um 4,1 % in der EU rechnet der Internationale Getreiderat insbesondere in Russland mit einem deutlichen Wachstum des Grobgetreideanbaus, da die Anbauflächen von 6,5 auf 9,0 Mio. ha ausgedehnt werden sollen. In Nordamerika wird ebenfalls ein Ausbau des Grobgetreideanbaus erwartet. In den USA soll die Maisanbaufläche um bis zu 4 % ausgedehnt werden. Für Kanada wird mit einem Anstieg der Anbaufläche für Sommergerste um mehr als 16 % auf 2,8 Mio. ha gerechnet.

Insgesamt wird in der EU auch für das Getreidewirtschaftsjahr 2011/12 eine überdurchschnittliche Getreideernte erwartet. Marktbeobachter gehen davon aus, dass die Landwirte in der Gemeinschaft eine Fläche von rund 57 Mio. ha mit Getreide bestellen und die Getreideerzeugung gegenüber dem Vorjahr um etwa 4 % auf rund 285 Mio. t Getreide steigern werden.

Zuckermärkte

Im Zuckerwirtschaftsjahr 2010/11 erwarten Marktanalysten einen Anstieg der Weltzuckerproduktion um 8,3 Mio. t auf 166,9 Mio. t. Gleichzeitig wird mit einem weiteren Anstieg des weltweiten Zuckerverbrauchs um 3,0 Mio. t auf 164,1 Mio. t gerechnet. Als Folge werden die Zuckerbestände per September 2011 auf 57,8 Mio. t bzw. 35,2 % eines Jahresverbrauchs steigen. Nachdem sich die Bestände in den letzten beiden Wirtschaftsjahren um rund. 20 Mio. t reduzierten, wird demnach ein moderater Bestandsaufbau um 2,3 % erwartet.

Anfang März 2010 notierte der Terminmarktpreis für Weißzucker an der London International Financial Futures and Options Exchange (LIFFE) bei rund 636 US-$/t. Im Verlauf der folgenden zwölf Monate stieg er infolge der angespannten Versorgungslage und erreichte Ende Dezember 2010 erstmals die Marke von 800 US-$/t. In Erwartung einer besseren Versorgungslage ermäßigten sich die Preise für Weißzucker bis Ende Februar auf rund 744 US-$/t.

In der EU war die Zuckerrübenkampagne 2010/11 durch schwierige Rahmenbedingungen gekennzeichnet. So wurde der Aufwuchs der Pflanzen durch die Trockenheit im Juni und Juli 2010 behindert und die Rübenernte durch hohe Niederschläge ab September 2010 erschwert. Als Folge konnte das Produktionsniveau der überdurchschnittlich guten Rübenernte des Vorjahres nicht erreicht werden. Dennoch lag die Rübenernte 2010/11 deutlich über dem Durchschnitt der letzten fünf Jahre.

Futtermittelmärkte

Der 1-Monats-Future für Sojabohnen an der CBOT, der Anfang März 2010 noch bei 9,50 US-$/bushel notierte, zog im Laufe des Geschäftsjahrs 2010/11 auf rund 13,57 US-$/bushel Ende Februar 2011 an. Ein wesentlicher Grund für diesen Preisanstieg ist eine hohe Sojanachfrage der Volksrepublik China, die

nach Schätzungen des USDA im Wirtschaftsjahr 2010/11 57 Mio. t Sojabohnen importieren wird und damit mittlerweile nahezu 60 % des Welthandels auf sich vereinigt. Meldungen über gesunkene Lagerbestände in den USA und trockenheitsbedingte Verzögerungen bei der Aussaat in Argentinien führten zu weiteren Preissteigerungen für Sojabohnen.

Die Futtermittelpreise in Europa folgten weitestgehend den US-Vorgaben. Die Notierungen für Sojaschrot in Europa sind im Berichtszeitraum um rund 45 €/t gestiegen und bewegten sich Ende Februar 2011 bei 316 €/t. Auch andere proteinreiche Futtermittel wie z. B. Rapsschrot konnten von dieser Entwicklung profitieren. So notierte Rapsschrot Ende Februar 2011 bei 195 €/t und damit rund 15 €/t höher als Anfang März 2010. Diese Entwicklung wurde neben der Entwicklung der Sojabohnenpreise auch von einer knappen Versorgungslage mit Raps in der EU hervorgerufen, welche in einem Rückgang der EU-Rapsernte auf 20,3 (21,6) Mio. t und einem ebenfalls relativ geringen Rapsangebot aus der Ukraine begründet war.

Entwicklungen im politischen Umfeld

EU

Mit der Verabschiedung der "Erneuerbare-Energien-Richtlinie" und der Neufassung der "Kraftstoffqualitätsrichtlinie" hat die EU am 25. Juni 2009 die rechtlichen Grundlagen zur Förderung der Nutzung von erneuerbaren Energien im Verkehrssektor geschaffen und damit die Weichen zur Verbesserung des Klimaschutzes und der Energieversorgungssicherheit innerhalb der EU gestellt. Im Mittelpunkt steht das für 2020 verbindliche Beimischungsziel von 10 % erneuerbarer Energien in diesem Sektor. Das umfangreiche Gesetzespaket sollte von den Mitgliedsstaaten bis zum 5. Dezember 2010 in nationales Recht umgesetzt werden.

Jeder Mitgliedsstaat war verpflichtet, bis zum 30. Juni 2010 einen nationalen Aktionsplan zur Förderung der Nutzung von erneuerbaren Energien bei der EU-Kommission einzureichen. Neben den Maßnahmen zur Förderung von erneuerbaren Energien mussten darin indikative Zwischenziele für deren Nutzung angegeben werden. Die veröffentlichten Aktionspläne verdeutlichen das große Wachstumspotenzial des Bioethanolmarkts in Europa, insbesondere in den Mitgliedsstaaten, in denen Bioethanol bislang nur eine untergeordnete Rolle spielte. Es wird damit gerechnet, dass sich der Bioethanolbedarf in der EU bis zum Jahr 2020 auf rund 15 Mio. m3 Bioethanol nahezu verdreifachen wird.

Ein wichtiger Bestandteil der "Erneuerbare-Energien-Richtlinie" sind die darin enthaltenen Nachhaltigkeitskriterien, die sicherstellen sollen, dass in Zukunft nur noch nachhaltig erzeugte Biokraftstoffe gefördert werden. Um im Rahmen von Beimischungsverpflichtungen angerechnet zu werden und/oder um in den Genuss von Steuererleichterungen zu kommen, müssen Biokraftstoffe u. a. mindestens 35 Gew.-%, ab 2017 sogar 50 Gew.-% der Treibhausgasemissionen im Vergleich zu fossilen Kraftstoffen einsparen. Neue Biokraftstoffanlagen, die nach 2017 errichtet werden, müssen Treibhausgaseinsparungen von mindestens 60 Gew.-% nachweisen. Neben dieser Mindesteinsparung von Treibhausgasen müssen Biokraftstoffe weitere Umwelt- und Sozialstandards erfüllen. Hierdurch soll verhindert werden, dass Flächen mit anerkannt hohem ökologischem Wert (z. B. Wälder und Schutzgebiete) zur Erzeugung von Rohstoffen für die Biokraftstoffproduktion genutzt werden. Um die Umsetzung der Nachhaltigkeitskriterien zu erleichtern, hatte die EU-Kommission den Mitgliedsstaaten im Juni 2010 einen Implementierungsleitfaden mit Übergangsregeln für den Umgang mit Rohstoffen aus der Ernte 2010 zur Verfügung gestellt. Eine einheitliche Umsetzung der Nachhaltigkeitskriterien wird jedoch durch das bisherige Fehlen eines EU-weit geltenden Zertifizierungssystems erschwert. Dies hat auch dazu geführt, dass die Fortschritte in den einzelnen EU-Mitgliedsstaaten bei der Implementierung der Nachhaltigkeitskriterien sehr unterschiedlich ausfallen. Als einzige EU-Mitgliedsstaaten haben Deutschland und Österreich die Richtlinie fristgerecht umgesetzt. Es wird erwartet, dass im Laufe des ersten Halbjahrs 2011 weitere EU-Mitgliedsstaaten, allen voran Schweden und Großbritannien, ebenfalls EU-konforme Nachweissysteme etablieren werden.

Klärungsbedarf besteht noch bei der Berücksichtigung indirekter Landnutzungsänderungen (iLUC). Derzeit ist noch unklar, wie Veränderungen in der Landnutzung in einer Region, die möglicherweise durch die Erzeugung von Biomasse zur Herstellung von Biokraftstoffen in anderen Regionen hervorgerufen werden, bei der Berechnung des Treibhausgaseinsparpotenzials von Biokraftstoffen berücksichtigt werden sollen. Die EU-Kommission hat am 22. Dezember 2010 einen Bericht über indirekte Landnutzungsänderungen angenommen. ILUC-Effekte können demnach die Treibhausgasbilanz von Biokraftstoffen beeinflussen. Angesichts der hohen Unsicherheit der Modellberechnungen hat die EU-Kommission jedoch angekündigt, in einer Folgenabschätzung mögliche Handlungsoptionen weiter zu prüfen und die Ergebnisse spätestens im Juli 2011 vorzulegen. Auf dieser Basis wird die EU-Kommission ggf. gesetzgeberische Maßnahmen zur Ergänzung der "Erneuerbare-Energien-Richtlinie" vorschlagen, über die der Europäische Rat und das Europäische Parlament bis Ende 2012 entscheiden sollen.

Mit der Novellierung der "Kraftstoffqualitätsrichtlinie" hat die EU die technische Voraussetzung für die europaweite Einführung von E10-Kraftstoff, d. h. die Beimischung von 10 Vol.-% Bioethanol zu Ottokraftstoff, geschaffen. Bereits im April 2009 hat Frankreich als erster EU-Mitgliedsstaat damit begonnen, die Nutzung von Bioethanol im Verkehrssektor auszubauen. In der Zwischenzeit haben weitere Mitgliedsstaaten ebenfalls E10 eingeführt. So ist E10-Kraftstoff z. B. seit dem 5. September 2010 in Spanien verfügbar. In Finnland und Schweden begann die Markteinführung von E10-Kraftstoff im Frühjahr 2011.

Deutschland

Ab dem 1. Januar 2011 hat der Gesetzgeber auch in Deutschland die Obergrenze der Ethanolbeimischung zu Ottokraftstoff auf 10 Vol.-% angehoben. Zur Vorbereitung der Einführung von E10-Kraftstoff wurde die bestehende deutsche E10-Kraftstoffnorm (DIN 51626) an die Vorgaben der "Kraftstoffqualitätsrichtlinie" der EU angepasst. Nachdem die Bundesregierung und der Bundesrat der Änderung der "Zehnten Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes" zugestimmt haben, begann die sukzessive Einführung von E10-Kraftstoff an deutschen Tankstellen ab Januar 2011. Eine Bestandsschutzregelung stellt sicher, dass der für alle Ottomotoren geeignete Ottokraftstoff mit einem Anteil von bis zu 5 Vol.-% Bioethanol (E5) weiterhin angeboten wird. Angesichts der weitgehenden E10-Freigaben der Fahrzeughersteller gehen das Bundesumweltministerium und die beteiligten Verbände davon aus, dass 93 % aller benzinbetriebenen Fahrzeuge in Deutschland problemlos E10 tanken können.

Der Aktionsplan der deutschen Bundesregierung sieht vor, das EU-Ziel von 10 % erneuerbaren Energien im Transportsektor im Jahr 2020 mit den bereits bestehenden Gesetzen zu erreichen. Demnach gilt bis 2014 im Rahmen der Gesamtquote eine Beimischungsverpflichtung für Biokraftstoffe von 6,25 %. Ab 2015 ist vorgesehen, die Biokraftstoffquoten nicht mehr auf der Grundlage des Heizwerts, sondern anhand von Treibhausgaseinsparzielen zu definieren. Die Treibhausgaseinsparungen im Kraftstoffbereich sollen von 3 Gew.-% im Jahr 2015 auf 7 Gew.-% im Jahr 2020 steigen. In dem am 28. September 2010 veröffentlichten Energiekonzept für eine Umwelt schonende, zuverlässige und bezahlbare Energieversorgung machte die Bundesregierung deutlich, dass Biokraftstoffe auch langfristig einen unverzichtbaren Beitrag zur weiteren Reduktion von Treibhausgas-Emissionen im Transportsektor leisten werden. Die deutsche Bioethanolwirtschaft begrüßte die Ankündigung, den Anteil von Biokomponenten in Kraftstoffen weiter zu steigern und folglich die technischen Voraussetzungen für die Einführung von Ottokraftstoffen mit einer Beimischung von mehr als 10 Vol.-% Bioethanol schaffen zu wollen. Dies ist erforderlich, um die europäischen Zielvorgaben für die Nutzung erneuerbarer Energien im Verkehrssektor im Jahr 2020 einhalten zu können.

In Deutschland bindet die Biokraftstoff-Nachhaltigkeitsverordnung (Biokraft-NachV) die Förderung von flüssigen und gasförmigen Kraftstoffen aus Biomasse über Steuerentlastungen und Biokraftstoffquotenverpflichtungen ab der Ernte 2010 an die Einhaltung bestimmter Nachhaltigkeitsanforderungen. Die nachhaltige Herstellung von Biokraftstoffen wird dabei von unabhängigen Zertifizierungssystemen und -stellen überprüft, die von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) anerkannt und kontrolliert werden. Die Dokumentation der nachhaltigen Produktion von Biokraftstoffen muss ab dem 1. Januar 2011 mit Hilfe von Zertifizierungssystemen wie z. B. dem Zertifizierungssystem REDcert* erfolgen. Im Dezember 2010 veröffentlichte die BLE Übergangsvorschriften zur praktischen Umsetzung der Biokraft-NachV.

Bei der Bilanzierung nachhaltiger Biomasse bis einschließlich 30. Juni 2011 darf demnach z. B. der Bilanzierungszeitraum ausnahmsweise von maximal drei auf bis zu zwölf Monate ausgedehnt werden. Darüber hinaus hat die BLE Schätzwerte festgelegt, die bei der Berechnung der Treibhausgas-Emissionen beim Anbau von Gerste, Roggen und Triticale verwendet werden können. Mit diesen Maßnahmen griff die BLE zentrale Forderungen der deutschen Biokraftstoffwirtschaft auf, die bereits frühzeitig auf Informationsdefizite und den notwendigen Zeitbedarf zum Aufbau von geeigneten Zertifizierungsstrukturen aufmerksam machte.

* REDcert = Renewable Energy Directive certification

Entwicklungen in der CropEnergies-Gruppe

Die CropEnergies AG hält mittelbar oder unmittelbar 100 % an folgenden in- und ausländischen Tochterunternehmen:

CropEnergies Beteiligungs GmbH, Mannheim

CropEnergies Bioethanol GmbH, Zeitz

BioWanze SA, Brüssel (Belgien)

Compagnie Financière de l'Artois SA, Paris (Frankreich)

Ryssen Alcools SAS, Loon-Plage (Frankreich)

Daneben hält die CropEnergies AG mittelbar 50 % an der

CT Biocarbonic GmbH, Zeitz.

Die CropEnergies Bioethanol GmbH betreibt in Zeitz mit einer Produktionskapazität von 360.000 m3 Bioethanol pro Jahr eine der größten Bioethanolanlagen Europas und produziert dort seit 2005 Bioethanol, das Proteinfuttermittel ProtiGrain® sowie thermische und elektrische Energie.

Die BioWanze SA betreibt in Wanze (Belgien) eine Anlage zur Produktion von Bioethanol, Gluten, dem Proteinfuttermittel ProtiWanze® sowie thermischer und elektrischer Energie. Die Anlage hat eine jährliche Produktionskapazität von bis zu 300.000 m3 Bioethanol. Darüber hinaus können pro Jahr rund 55.000 t Gluten und mehr als 200.000 t ProtiWanze® hergestellt werden. Die Anlage verfügt über ein weltweit einzigartiges Biomasse-Kraftwerk, das aus den Schalen des angelieferten Weizenkorns einen Großteil der benötigten Prozessenergie gewinnt.

Daher übertrifft das mit diesem innovativen Energiekonzept hergestellte Bioethanol bereits heute die ab dem Jahr 2017 geltenden EU-Nachhaltigkeitsstandards deutlich.

Die Compagnie Financière de l'Artois SA (COFA) ist eine französische Zwischenholding ohne Produktion und hält 100 % der Anteile der Ryssen Alcools SAS (Ryssen).

Ryssen betreibt in Loon-Plage bei Dünkirchen (Frankreich) eine Anlage zur Rektifikation (Aufreinigung) und Dehydratation (Trocknung) von Rohalkohol. Die Jahreskapazität für die Dehydratation von Rohalkohol insbesondere für den Kraftstoffsektor beträgt 100.000 m3 Bioethanol. Für die Rektifikation von Rohalkohol für traditionelle und technische Anwendungen steht eine Produktionskapazität von 80.000 m3 Alkohol pro Jahr zur Verfügung.

Die CropEnergies Beteiligungs GmbH verfügt als deutsche Zwischenholding über keine eigene Produktion.

Die CT Biocarbonic GmbH ist ein Joint Venture zur Herstellung und zum Vertrieb von flüssigem CO2 in Lebensmittelqualität und betreibt in Zeitz eine Produktionsanlage zur Aufreinigung und Verflüssigung von biogenem CO2 aus der benachbarten Bioethanolproduktion von CropEnergies. Die Anlage verfügt über eine Jahreskapazität von 100.000 t verflüssigtem CO2 , das unter anderem an die Nahrungsmittelindustrie vertrieben wird.

Produktion

Im Geschäftsjahr 2010/11 hat die CropEnergies-Gruppe die Erzeugung von Bioethanol um 14 % auf 687 Tsd. m3 gesteigert. Zu diesem Anstieg hat insbesondere die bessere Auslastung der Produktionsanlage in Wanze beigetragen. Im Zuge der erhöhten Bioethanolproduktion stieg auch die Menge der erzeugten getrockneten Lebens- und Eiweißfuttermittel um 13 % auf 303 (269) Tsd. t. Als weitere Kuppelprodukte fielen flüssige Eiweißfuttermittel an.

In Zeitz konnte trotz einer im Vergleich zum Vorjahr intensiveren Wartungsphase der Produktionsanlage, die nach einer Betriebsdauer von fünf Jahren planmäßig im 1. Quartal 2010/11 durchgeführt wurde, die Produktion von Bioethanol und des hochwertigen Futtermittels ProtiGrain® weiter gesteigert werden. Darüber hinaus gelang es, den spezifischen Energieeinsatz zu reduzieren und die Rohstoffflexibilität der Anlage weiter zu erhöhen.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat CropEnergies die Flexibilität der Produktionsanlage in Zeitz genutzt und den Rohstoffeinsatz an die Bedingungen auf den Rohstoffmärkten angepasst. Neben Weizen kamen auch Gerste, Triticale und Mais zum Einsatz. Darüber hinaus wurden erstmals größere Mengen Nassmais verarbeitet und damit die Rohstoffbasis erfolgreich erweitert. Auch Zuckersirupe aus der benachbarten Zuckerfabrik der Südzucker AG können als Rohstoff eingesetzt werden und wurden kontinuierlich verarbeitet.

In der Bioethanolanlage in Wanze hat CropEnergies im Geschäftsjahr 2010/11 die Kapazitätsauslastung weiter erhöht. Nach Abschluss der planmäßigen Stillstandsphase für Wartungs- und Optimierungsarbeiten im 1. Quartal 2010/11 konnten die Erzeugungsmengen an Bioethanol und eiweißreichen Kuppelprodukten deutlich gesteigert werden. Die durchgeführten Maßnahmen verbesserten auch die Prozessstabilität und verringerten den spezifischen Energiebedarf. Als Folge der Optimierungsarbeiten im Bereich der Glutenabtrennung und -trocknung konnte die Glutenausbeute deutlich erhöht werden. Der Biomassekessel wurde auf hohem Leistungsniveau betrieben.

Im Oktober 2010 wurden die Bioethanolanlagen in Zeitz und Wanze von der DQS GmbH Deutsche Gesellschaft zur Zertifizierung von Managementsystemen, Frankfurt am Main, nach dem Zertifizierungssystem REDcert zertifiziert. Damit entspricht das dort erzeugte Bioethanol allen Anforderungen der deutschen Biokraft-NachV. Im Rahmen der Zertifizierung wurde bestätigt, dass die Anlagen die Mindestanforderungen zur Treibhausgaseinsparung der "Erneuerbare-Energien-Richtlinie" erfüllen. Mit Treibhausgaseinsparungen von über 60 Gew.-% übertrifft die Produktionsanlage in Wanze bereits heute die Anforderungen, die in der EU ab 2017 gelten werden. Nach Durchführung weiterer Prozessoptimierungen soll die Anlage über die gesamte Wertschöpfungskette sogar bis zu 70 Gew.-% der Treibhausgase gegenüber Benzin einsparen. Die Anlage in Zeitz übertrifft die Mindestanforderung von 35 Gew.-% Treibhausgaseinsparung gegenüber fossilem Ottokraftstoff ebenfalls deutlich. Durch die CO2 -Verflüs-sigung erhöhen sich die Treibhausgaseinsparungen der Bioethanolanlage in Zeitz weiter.

Die fristgerechte Umsetzung der Registrierungsverpflichtung nach der EU-Chemikalienverordnung (REACH) erfolgte in der CropEnergies-Gruppe mit der Einreichung der jeweiligen Stoffdossiers bei der Europäischen Chemikalienagentur zum 30. November 2010. Die internen Prozeduren und die IT-Anwendungen wurden angepasst, um eine den Anforderungen der REACH-Verordnung entsprechende Beschaffung und Verwendung von Stoffen zu gewährleisten.

Das Beschaffungsmanagement der CropEnergies-Gruppe für die Anlagen in Zeitz und Wanze konzentriert sich auf den standortnahen und damit frachtgünstigen Bezug der benötigten Rohstoffe. Um das Preisrisiko bei Getreide zu begrenzen, setzt CropEnergies als Ergänzung zu Fixpreiskontrakten derivative Finanzinstrumente ein. Die Versorgung mit Zuckersirupen ist durch zum Teil langfristige Lieferverträge gewährleistet. Bei der Umsetzung der Biokraft-NachV in Deutschland hat Crop-Energies intensiv mit den Rohstofflieferanten zusammengearbeitet, um die Versorgung der Fabriken mit als nachhaltig zertifizierter Biomasse sicherzustellen. Gemeinsam mit den Getreidelieferanten wurden dabei auch Möglichkeiten geprüft, durch eine optimale Sortenauswahl die Treibhausgasemissionen auch auf der landwirtschaftlichen Erzeugungsstufe weiter zu reduzieren. Zur besseren Abschätzung der Entwicklungen an den Getreide-, Zucker- und Futtermittelmärkten hat CropEnergies den Dialog mit Rohstoffexperten inner- und außerhalb der Südzucker-Gruppe weitergeführt. Im landwirtschaftlichen Beirat von CropEnergies wurden die aktuellen Entwicklungen auf den Rohstoffmärkten und deren Auswirkungen auf die Einkaufsstrategie der CropEnergies-Gruppe erörtert. Darüber hinaus hat CropEnergies wie in den Vorjahren ein Seminar mit den wichtigsten Getreidelieferanten und Futtermittelkunden durchgeführt, um sich über aktuelle und zukünftige Entwicklungen auf den Getreide- und Futtermittelmärkten auszutauschen.

In der Produktionsanlage in Loon-Plage hat Ryssen im Berichtszeitraum neben Bioethanol für den Kraftstoffsektor auch qualitativ hochwertige und auf die Wünsche der Kunden maßgeschneiderte Produkte für traditionelle und technische Anwendungen hergestellt. Beide Bereiche erreichten die vorgegebenen Produktionsziele. Anpassungen in der Dehydratation zur Herstellung von neutralem Alkohol für die Kosmetikbranche verliefen erfolgreich.

Zur Flexibilisierung des Rohstoffbezugs in Loon-Plage wurden erfolgreiche Versuche zur Verbreiterung der Rohstoffbasis durchgeführt. Darüber hinaus wurde nicht-spezifikationsgerechte Ware aus der Bioethanolanlage in Wanze für andere Anwendungen veredelt.

Absatz Bioethanol

CropEnergies hat den Absatz von Bioethanol um 17 % auf 705 Tsd. m3 gesteigert. Davon entfielen 74 (67) Tsd. m3 auf Handelswaren.

Der Kundenstamm besteht sowohl aus großen und mittelständischen Mineralölgesellschaften als auch aus unabhängigen ETBE-Produzenten im In- und Ausland. CropEnergies konzentrierte sich weiterhin auf Binnendestinationen, die mit dem geschaffenen Logistiknetzwerk frachtgünstig versorgt werden können. In Verbindung mit den Tanklagern an den Produktionsstandorten und den angemieteten Tankkapazitäten in Rotterdam und Duisburg verfügt CropEnergies über ein einzigartiges Logistiknetzwerk und ist hervorragend in Europa positioniert.

Weiterhin ist Deutschland der wichtigste Absatzmarkt von CropEnergies. Im Vorfeld der Markteinführung von E10 und der Umsetzung der Biokraft-NachV entwickelte sich die Nachfrage nach zertifiziertem Bioethanol in Deutschland insbesondere ab dem 3. Quartal 2010/11 sehr dynamisch. Nach der erfolgten Zertifizierung hat CropEnergies bereits im Oktober 2010 mit der Auslieferung von als nachhaltig zertifiziertem Bioethanol aus Zeitz und Wanze begonnen. Neben der raschen und fristgerechten Umsetzung der Biokraft-NachV trugen auch die frachtgünstigen Belieferungsmöglichkeiten zur Stärkung der Kundenbindung und einer Steigerung des Absatzes im größten Bioethanolmarkt der EU bei.

Einen weiteren Schwerpunkt der Vertriebsaktivitäten bildete die Entwicklung des belgischen Bioethanolmarkts. Dabei ist es gelungen, neue Kunden für die Bioethanolmengen aus Wanze zu gewinnen und den Marktanteil im belgischen Markt zu steigern. Auch in Osteuropa konnte die starke Marktposition gefestigt werden.

Im deutschen Markt für E85, einem Bioethanol-Benzin-Gemisch für Flexible Fuel Vehicles, hat Crop-Energies die führende Marktstellung ausgebaut. Im Berichtszeitraum konnte der Absatz des von CropEnergies gemäß DIN 51625 hergestellten E85-Qualitätskraft-stoffs CropPower85 um fast 80 % gesteigert werden und wuchs damit erneut deutlich schneller als der Gesamtmarkt. Derzeit vertreiben rund 30 % der E85-Tankstellen in Deutschland CropPower85. Im Rahmen der Kraftstoff- und Technologiepartnerschaft mit dem Volvo-Veredler HEICO SPORTIV konnte die hohe Qualität und Leistungsfähigkeit des E85-Kraftstoffs CropPower85 auch im Motorsport eindrucksvoll unter Beweis gestellt werden. Beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring vom 15. bis 16. Mai 2010 errang der mit CropPower85 betankte Volvo C30 T5 als erstes mit Bioethanol betriebenes Fahrzeug den Sieg in seiner Klasse.

Zur Förderung einer raschen Markteinführung von E10-Kraftstoff hat CropEnergies an den Beratungen in den Normungsausschüssen auf nationaler und europäischer Ebene aktiv mitgearbeitet. Um einheitliche Kraftstoffqualitäten in der EU zu gewährleisten, wurde unter Mitwirkung von CropEnergies an der Anpassung der deutschen E10-Kraftstoffnorm (DIN 51626) an die Vorgaben der "Kraftstoffqualitätsrichtlinie" der EU gearbeitet. Mit der Veröffentlichung der angepassten DIN-Norm für E10-Kraftstoff am 25. Oktober 2010 wurden schließlich die technischen Voraussetzungen für die Einführung von Ottokraftstoffen mit einem Anteil von bis zu 10 Vol.-% Bioethanol geschaffen. Auf europäischer Ebene leistet CropEnergies im Rahmen eines CEN-Workshops (Comité Européen de Normalisation) derzeit fachliche Unterstützung bei der Erarbeitung von Normen für Nachhaltigkeitskriterien, die zukünftig eine einheitliche Umsetzung des EU-Nachhaltigkeitskonzepts für Biokraftstoffe und flüssige Biobrennstoffe in allen Mitgliedsstaaten ermöglichen sollen.

Über die Ryssen Alcools SAS hat die CropEnergies-Gruppe auch Marktsegmente außerhalb des Kraftstoffmarkts erschlossen. Die qualitativ hochwertigen Produkte für traditionelle und technische Anwendungen vermarktete das Unternehmen an namhafte Unternehmen der Getränke-, Kosmetik-, Pharma- und Chemieindustrie. Eine dynamische Entwicklung zeigte aufgrund des strengen Winters in Europa die Nachfrage nach Alkohol zur Herstellung von frostbeständigen Scheibenreinigern für Kraftfahrzeuge.

Absatz Lebens- und Futtermittel

CropEnergies verfügt über ein breites Produktportfolio an hochwertigen Lebens- und Futtermitteln aus der Bioethanolproduktion. Neben dem getrockneten und pelletierten Eiweißfuttermittel ProtiGrain® werden seit der Inbetriebnahme der Produktion in Wanze auch das flüssige Eiweißfuttermittel ProtiWanze® sowie Gluten vermarktet. Durch die Veredelung der nicht vergärbaren Stoffe zu qualitativ hochwertigen Produkten verwertet CropEnergies alle Bestandteile der eingesetzten Rohstoffe. Der Absatz an getrockneten Futtermitteln stieg um 14 % auf 300 (264) Tsd. t.

Das in Zeitz erzeugte hochwertige Eiweißfuttermittel ProtiGrain® ist ein fester Bestandteil in der qualitätsorientierten europäischen Tierfütterung und verfügt über eine hohe Wettbewerbsfähigkeit gegenüber Rapsschrot und anderen alternativen Futtermitteln. Der Schwerpunkt der Vertriebsaktivitäten lag weiterhin auf der Entwicklung des regionalen Futtermittelmarkts, der eine frachtgünstige Belieferung der Kunden ermöglicht. Darüber hinaus wurde das Forschungsprojekt "Effiziente Herstellung anforderungsgerechter Mischfutterpellets" der Internationalen Forschungsgemeinschaft Futtermitteltechnik e. V. unterstützt, in dem insbesondere die Pelletierung alternativer Futtermischungen mit konventionellen Futtermischungen auf Getreidebasis verglichen wird. Im Zuge des Preisanstiegs bei Ölschroten konnte CropEnergies attraktive Erlöse für ProtiGrain® erzielen. Die Hauptabsatzgebiete sind neben Deutschland weiterhin die großen Futtermittelmärkte in den Niederlanden, Frankreich, Großbritannien und Dänemark.

Im Zuge der Verarbeitung von Weizen in der Bioethanolanlage in Wanze produziert und vermarktet CropEnergies die Kuppelprodukte Gluten und CDS (Condensed Distillers' Solubles). Gluten, auch Weizenkleber genannt, findet aufgrund der ernährungsspezifischen und technologischen Eigenschaften insbesondere in der Lebensmittelindustrie und in speziellen Tierfuttermitteln Verwendung. Der Vertrieb erfolgt über BENEO-Orafti, eine belgische Tochtergesellschaft der Südzucker AG, die sich auf die Vermarktung von Zutaten für Lebens- und Futtermittel spezialisiert hat und über ein globales Vertriebsnetzwerk verfügt. Nach der im Mai 2010 erfolgten IFS-Zertifizierung (International Food Standard) wird das in Wanze produzierte Gluten zunehmend auch im preislich attraktiven Lebensmittelsektor, wie z. B. der Backwarenindustrie, vermarktet. Um dabei auch den speziellen jüdischen und islamischen Speisevorschriften gerecht zu werden, wurden ergänzend entsprechende Zertifizierungen durchgeführt.

Aus den nach der Destillation verbleibenden Proteinen und weiteren Bestandteilen des fermentierten Weizenkorns wird CDS (Condensed Distillers' Solubles) gewonnen - ein flüssiges Futtermittel für Rinder und Schweine mit hohem Eiweißgehalt. Dieses flüssige Proteinfuttermittel, das unter dem Markennamen ProtiWanze® vertrieben wird, hat sich erfolgreich im Markt etabliert. Zu den Abnehmern gehören insbesondere Nutztierhalter in den Beneluxländern. In enger Kooperation mit den Vertriebspartnern wurde die Entwicklung des Markts für flüssige Proteinfuttermittel erfolgreich vorangetrieben und vor allem die Nutzung als Futtermittel für Rinder deutlich ausgebaut. Das große Interesse von Nutztierhaltern ist auf die vorzügliche Qualität und die hohe Wettbewerbsfähigkeit von ProtiWanze® im Vergleich zu Sojaschrot und anderen proteinreichen Futtermitteln zurückzuführen.

ERTRAGS-, FINANZ- UND VERMÖGENSLAGE

Die Vorjahreszahlen sind jeweils nach den Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr in Klammern dargestellt.

Konzernumsatz und Ergebnis

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Tsd. € 2010/11 2009/10
Umsatzerlöse 472.755 374.149
EBITDA 76.280 33.093
EBITDA-Marge in % 16,1 % 8,8 %
Abschreibungen* -30.367 -21.176
Operatives Ergebnis 45.913 11.917
Operative Marge in % 9,7 % 3,2 %
Restrukturierung und Sondereinflüsse 832 -2.483
Ergebnis der Betriebstätigkeit 46.745 9.434
Finanzergebnis -7.960 -8.319
Ergebnis vor Ertragsteuern 38.785 1.115
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -10.458 3.300
Jahresüberschuss 28.327 4.415
Ergebnis je Aktie in € 0,33 0,05

* soweit nicht auf Ergebnis aus Restrukturierung und Sondereinflüssen entfallend

Konzernumsatz

CropEnergies konnte im Geschäftsjahr 2010/11 die dynamische und profitable Geschäftsentwicklung fortsetzen. Mit dem geschaffenen Produktions- und Vertriebsnetzwerk profitierte CropEnergies vom Wachstum des europäischen Bioethanolmarkts und steigerte den Konzernumsatz deutlich um 26 % auf 472,8 (374,1) Mio. €.

Der Umsatzanstieg resultiert im Wesentlichen aus der deutlichen Steigerung der Produktion von Bioethanol um 14 % auf den Rekordwert von 687 (603) Tsd. m3 . Dies führte zu einer Ausweitung der Absatzmengen von Bioethanol und eiweißhaltigen Kuppelprodukten.

EBITDA

Das EBITDA erhöhte sich auf 76,3 (33,1) Mio. € und erreichte eine Marge von 16,1 (8,8) %. Maßgeblich für die Verbesserung waren die Steigerung der Absatzmengen, insbesondere aufgrund der deutlich erhöhten Auslastung der Bioethanolanlage in Wanze, sowie verbesserte Kuppelprodukterlöse. Demgegenüber konnte ein Anstieg der Rohstoffkosten infolge der Preissteigerungen an den Getreidemärkten durch frühzeitige Preisabsicherungen und eine Optimierung des Rohstoffeinsatzes begrenzt werden. Hierdurch reduzierte sich die Materialaufwandsquote (bezogen auf die Gesamtleistung) auf 70,9 (77,2) %.

Operatives Konzernergebnis

Trotz der auf 30,4 (21,2) Mio. € erhöhten Abschreibungen verbesserte sich das operative Ergebnis deutlich auf 45,9 (11,9) Mio. €. Die operative Marge erreichte 9,7 (3,2) % des Umsatzes.

Ergebnis der Betriebstätigkeit / Sondereinfluss

Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum fiel nur noch ein geringes Ergebnis aus Restrukturierungen und Sondereinflüssen in Höhe von 0,8 (-2,5) Mio. € an, sodass das Ergebnis der Betriebstätigkeit in Höhe von 46,7 (9,4) Mio. € nahezu dem operativen Ergebnis entspricht.

Finanzergebnis

Als Folge reduzierter Nettofinanzschulden verbesserte sich das Finanzergebnis auf -8,0 (-8,3) Mio. €.

Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Das Ergebnis vor Steuern erhöhte sich auf 38,8 (1,1) Mio. €. Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag setzten sich im Geschäftsjahr 2010/11 aus laufenden Steueraufwendungen in Höhe von 7,9 (4,5) Mio. € und latenten Steueraufwendungen in Höhe von 2,6 Mio. € zusammen. Im Vorjahr stand den laufenden Steueraufwendungen ein latenter Steuerertrag von 7,8 Mio. € gegenüber, der sich im Wesentlichen aus dem Verlustvortrag sowie aus spezifischen belgischen Steuerbestimmungen bei der Bio-Wanze SA ergab.

Jahresüberschuss

Der vollumfänglich auf die Aktionäre der CropEnergies AG entfallende Konzern-Jahresüberschuss erhöhte sich deutlich auf 28,3 (4,4) Mio. €.

Ergebnis pro Aktie

Das Ergebnis pro Aktie verbesserte sich auf 0,33 (0,05) €.

Finanzierungsrechnung

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Tsd. € 2010/11 2009/10
Cashflow 63.294 17.848
Veränderung Nettoumlaufvermögen -17.737 -36.997
Mittelzufluss (+) / -abfluss (-) aus laufender Geschäftstätigkeit 45.557 -19.149
Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte -21.631 -33.843
Einzahlungen aus dem Abgang von langfristigen Vermögenswerten 588 661
Saldo aus zurückgezahlten Investitionszulagen und erhaltenen Investitionszuschüssen 369 4.764
Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit -20.674 -28.418
Mittelabfluss (-) / -zufluss (+) aus Finanzierungstätigkeit -20.903 52.817
Veränderung das Finanzmittelbestandes 3.980 5.250

Getragen vom Umsatzwachstum, von der gestiegenen Kapazitätsauslastung sowie vom Anstieg des EBITDA verbesserte sich der Cashflow auf 63,3 (17,8) Mio. €.

Der Mittelabfluss aus der Veränderung des Nettoumlaufvermögens in Höhe von 17,7 Mio. € ergab sich im Wesentlichen aus einem Anstieg der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen.

Der Mittelabfluss aus der Investitionstätigkeit verringerte sich auf insgesamt 20,7 (28,4) Mio. €. Davon entfielen 20,3 (32,7) Mio. € auf Investitionen in Sachanlagen und 1,3 (1,1) Mio. € auf Investitionen in immaterielle Vermögenswerte. Dem Mittelabfluss aus Investitionen standen Mittelzuflüsse aus Fördermitteln und dem Verkauf von langfristigen Vermögenswerten in Höhe von 0,9 (5,4) Mio. € gegenüber.

Die Tilgung von Finanzverbindlichkeiten sowie die im Juli 2010 erfolgte erstmalige Dividendenausschüttung in Höhe von 4,3 Mio. € führten zu einem Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit in Höhe von 20,9 (Mittelzufluss: 52,8) Mio. €.

Zum 28. Februar 2011 reduzierten sich die Nettofinanzschulden der CropEnergies-Gruppe auf 195,0 (215,4) Mio. €.

Bilanzstruktur

Durch das Kapazitäts- und Umsatzwachstum erhöhte sich die Bilanzsumme auf 638,4 (608,9) Mio. €. Das Eigenkapital wuchs deutlich auf 340,0 (311,7) Mio. €. Die Crop-Energies-Gruppe verfügt somit über eine weiterhin starke Eigenkapitalquote von 53 (51) %. Die Nettofinanzschulden in % des Eigenkapitals reduzierten sich deutlich auf 57 (69) %.

AKTIVA

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Tsd. € 28.02.2011 28.02.2010
Langfristige Vermögenswerte 512.893 518.308
Kurzfristige Vermögenswerte 125.512 90.555
Bilanzsumme 638.405 608.863

PASSIVA

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Tsd. € 28.02.2011 28.02.2010
Eigenkapital 339.996 311.686
Langfristige Schulden 157.324 164.935
Kurzfristige Schulden 141.085 132.242
Bilanzsumme 638.405 608.863
Nettofinanzschulden 195.027 215.434
Verhältnis Nettofinanzschulden zum Cashflow 3,1 12,1
Eigenkapitalquote 53,3 % 51,2 %
Nettofinanzschulden in % des Eigenkapitals (Gearing) 57,4 % 69,1 %

Die langfristigen Vermögenswerte verringerten sich geringfügig um 5,4 Mio. € auf 512,9 Mio. €. Darin sind unverändert Geschäfts- bzw. Firmenwerte in Höhe von 4,3 Mio. € enthalten. Das Eigenkapital und die langfristigen Schulden decken das Anlagevermögen zu 103,2 (96,9) %.

Die kurzfristigen Vermögenswerte stiegen um 35,0 Mio. € auf 125,5 Mio. €. Dies ist im Wesentlichen auf die Ausweitung des Geschäftsvolumens zurückzuführen. So stiegen die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Vermögensgegenstände um 34,4 Mio. € auf 75,6 Mio. €. Hierin sind auch höhere positive Marktwerte aus derivativen Sicherungsinstrumenten in Höhe von 17,6 (4,0) Mio. € enthalten. Die Vorräte lagen mit 37,6 Mio. € leicht unter Vorjahresniveau.

Die langfristigen Schulden reduzierten sich um 7,6 Mio. € auf 157,3 Mio. €. Dabei stand der Tilgung langfristiger Finanzverbindlichkeiten um 14,0 Mio. € auf 125,6 Mio. € eine Erhöhung der passiven latenten Steuern um 4,9 Mio. € auf 26,2 Mio. € gegenüber.

Die kurzfristigen Schulden erhöhten sich um 8,8 Mio. € auf 141,1 Mio. €. Dabei stiegen die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten um 10,0 Mio. € auf 53,9 Mio. €, insbesondere durch die darin enthaltenen höheren negativen Marktwerte aus derivativen Sicherungsinstrumenten in Höhe von 13,1 (4,3) Mio. €. Die kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten verringerten sich um 2,4 Mio. € auf 81,7 Mio. €. Die kurzfristigen Rückstellungen erhöhten sich um 1,1 Mio. € auf 2,5 Mio. €.

Die Nettofinanzschulden verringerten sich infolge des die Investitionsausgaben übersteigenden Cashflows auf 195,0 (215,4) Mio. €. 125,6 Mio. € sind langfristig und 81,7 Mio. € kurzfristig fällig. Dem stehen flüssige Mittel in Höhe von 12,3 Mio. € gegenüber. Das Verhältnis von Nettofinanzschulden zum Cashflow, das im Vorjahr 12,1 betrug, verbesserte sich deutlich auf 3,1.

Vorschlag zur Gewinnverwendung

Der Konzern-Jahresüberschuss der CropEnergies-Gruppe (nach IFRS) erhöhte sich auf 28,3 (4,4) Mio. €. Dabei erreichte der für die Gewinnverwendung maßgebliche handelsrechtliche Bilanzgewinn der CropEnergies AG 12,8 (10,0) Mio. €.

Angesichts der deutlich verbesserten Ertragslage schlagen Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung am 19. Juli 2011 vor, die Dividende auf 0,15 (0,05) € pro Aktie anzuheben. Unter Zugrundelegung der Anzahl von 85 Mio. ausgegebenen Stückaktien ergibt sich eine Ausschüttungssumme von 12,75 (4,25) Mio. €. Der verbleibende Bilanzgewinn von 0,1 Mio. € soll auf neue Rechnung vorgetragen werden.

FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG

Überblick

Die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten der Crop-Energies AG werden in enger Zusammenarbeit mit der Zentralabteilung Forschung, Entwicklung und Services der Südzucker AG koordiniert und durchgeführt. Die Schwerpunkte liegen auf der Optimierung bestehender Produktionsverfahren und der technologischen Unterstützung und Implementierung neuer Technologien zur Bioethanolherstellung. Durch weitere Produktions- und Prozessoptimierungen sollen vor allem Einsparpotenziale beim Einsatz von Primärenergie ausgeschöpft und damit die Treibhausgasemissionen gesenkt werden.

Für die Verwendung von Bioethanol stehen verkaufsorientierte Fragestellungen, insbesondere in Zusammenhang mit Kraftstoff- und Bioethanolqualitäten im Mittelpunkt. Darüber hinaus wurde weiter an zukunftsgerich-teten Projekten, vor allem an innovativen Konzepten zur Nutzung von Bioethanol außerhalb des Kraftstoffsektors, gearbeitet.

Alle für CropEnergies durchgeführten Forschungs- und Entwicklungsleistungen wurden in definierten Projekten abgebildet und auf Basis eines mit der Südzucker AG geschlossenen Dienstleistungsvertrags verrechnet. Im abgelaufenen Geschäftsjahr lagen die Aufwendungen für die Forschungs- und Entwicklungsleistungen bei insgesamt 3,0 (2,8) Mio. €.

Rohstoffbasis und Fermentationsanpassung

Ein strategisches Ziel von CropEnergies besteht darin, ein möglichst breites Spektrum von Fermentationsrohstoffen einsetzen zu können. Auf die zunehmende Volatilität der Rohstoffpreise kann CropEnergies so durch Anpassung des Rohstoffmixes flexibel reagieren und die Rohstoffkosten minimieren. In diesem Zusammenhang wurden prozesstechnische Optimierungen für verschiedene Rohstoffe durchgeführt, um diese bei Bedarf so effizient wie möglich verarbeiten zu können. Weitere Forschungsarbeiten betrafen die Identifizierung hochspezifisch wirksamer Enzyme, welche die Stärkeverzuckerung verbessern, und die Charakterisierung hochleistungsfähiger Hefestämme zur Erhöhung der Ethanolausbeute.

Optimierung von Produktionsanlagen

Zu den Optimierungsarbeiten in den Produktionsanlagen gehörten Maßnahmen zur Verbesserung der Treibhausgasbilanz und Steigerung der Produktivität.

In der Bioethanolanlage in Zeitz konnte der Gesamtenergiebedarf weiter reduziert und die Treibhausgasbilanz verbessert werden.

In Wanze wurden erhebliche Prozessverbesserungen bei der Glutenseparation, der Fermentation und der Ethanolrektifikation erzielt. Der Fermentationsprozess konnte mit einem neuen Hefemanagement und dem Einsatz optimierter Nährmedien weiter verbessert werden. Durch technische Modifikationen der Rektifikationskolonne ist jetzt eine mehrstufige Wärmenutzung möglich. Dieses Konzept erhöht die Energieeffizienz der Anlage deutlich. Darüber hinaus verbessert die Abtrennung leichtflüchtiger Nebenprodukte die Qualität des hergestellten Bioethanols.

Verwertung der Kuppelprodukte

In Wanze wurden die Prozesse zur Herstellung von Gluten optimiert. Die getroffenen Maßnahmen erhöhen die Prozessstabilität und verbessern die Produktqualität sowie die Proteinausbeute. Parallel dazu hat CropEnergies die für die Vermarktung im Lebensmittelsektor notwendigen analytischen und mikrobiologischen Untersuchungsmethoden entwickelt und die entsprechenden Spezifikationen und Maßnahmen zur Qualitätssicherung eingeführt.

In Zeitz wurden im Rahmen des angewandten Qualitätsmanagementsystems regelmäßig umfangreiche Getreideuntersuchungen zur Sicherstellung der ProtiGrain®-Qualität durchgeführt. Auf Basis des Datenmaterials hat CropEnergies Untersuchungspläne sowie Qualitäts- und Monitoringberichte für Getreide und ProtiGrain® erstellt.

Normungsarbeiten für Bioethanol

In den Normungsausschüssen für Ethanol, Ethanolkraftstoff E85 und Ottokraftstoff auf deutscher und europäischer Ebene hat CropEnergies weiter erfolgreich mitgearbeitet. Einen Schwerpunkt bildete die Standardisierung des neuen Ottokraftstoffs E10, der seit Januar 2011 an Tankstellen nun auch in Deutschland angeboten wird. Weiterhin hat sich CropEnergies an der Erstellung der europäischen Norm EN 15376 für Ethanol als Beimischungskomponente zu dem Ottokraftstoff E10 beteiligt. Durch die aktive Mitarbeit von CropEnergies konnten auch praxisgerechte Prüfmethoden etabliert werden.

Neue Produktionskonzepte für Bioethanol

Das primäre Ziel dieser Forschungsaktivitäten ist die Entwicklung integrierter Produktionskonzepte, in denen die Rohstoffe vollständig und unter ökonomischen und ökologischen Gesichtspunkten möglichst effizient genutzt werden. Dazu gehört auch die Untersuchung von lignozellulosehaltigen Rohstoffen für die Herstellung von Bioethanol sowie von Kuppelprodukten auf ihr weiteres Wertschöpfungspotenzial. Vorrangig wurden neben einer potenziellen Nutzung der Kuppelprodukte für die Biogasherstellung die Inhaltsstoffe und Bestandteile der Kuppelprodukte identifiziert und isoliert. Diese werden charakterisiert und auf Basis ihrer Eigenschaftsprofile auf die Nutzung in verschiedenen Anwendungsbereichen hin untersucht.

Diese Zielsetzung wird auch im Rahmen des von CropEnergies als Konsortialführer initiierten und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekts "Bioraffinerie 2021" weiterverfolgt. Aktuell werden in diesem Projekt die Optimierung der Bioethanolproduktion, die Nutzung lignozellulosehaltiger Rohstoffe sowie eine energetische Verwertung der Kuppelprodukte (Biogas) untersucht.

Die in diesem Projekt erarbeiteten Konzepte unterstützt CropEnergies durch weitere Teilprojekte im Bereich der lignozellulosehaltigen Rohstoffe. Hier werden vor allem die Bereiche Biomassevorbehandlung und Hydrolyse detaillierter betrachtet. Ausgewählte Konzepte und Varianten werden technologisch und wirtschaftlich bewertet und im Pilotmaßstab getestet.

Für CropEnergies ist wesentlich, dass die Untersuchungen auf Basis existierender Stoffströme bzw. an bereits heute betriebenen Anlagen durchgeführt werden und somit unmittelbar zur Entwicklung und praktischen Umsetzung integrierter Bioraffinerien in Anlagen von CropEnergies führen können.

Eine weitere Forschungsrichtung ist die Erzeugung höherwertiger Produkte entweder aus den Kuppelprodukten oder direkt aus Bioethanol. Diese Konzepte werden ebenfalls im Rahmen von Forschungsprojekten gemeinsam mit Universitäten gefördert und von der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR) intensiv verfolgt.

Bioethanolbrennstoffzellen

Die Entwicklung von Brennstoffzellen, welche die in Bioethanol chemisch gebundene Energie direkt in elektrischen Strom wandeln, wurde weiter vorangetrieben. Die Aktivitäten konzentrierten sich auf unterschiedliche Reformerverfahren, um aus Ethanol ein elektrochemisch nutzbares Brenngas zu erzeugen. Die Nutzung von Bioethanol in Hochtemperaturbrennstoffzellen (SOFC) für die Stromerzeugung wurde von der Fraunhofer Gesellschaft im Auftrag von CropEnergies intensiv und bereits anwendungsbezogen untersucht. Auch die Entwicklung von Direkt-Ethanolbrennstoffzellen unterstützt Crop-Energies im Rahmen eines europäischen Gemeinschaftsforschungsprojekts der deutschen Fraunhofer Gesellschaft und des französischen Carnot-Instituts, das Grundlagenforschung auf diesem Gebiet betreibt.

MITARBEITER

Im Durchschnitt des Geschäftsjahres 2010/11 erhöhte sich die Anzahl der Mitarbeiter geringfügig auf 303 (302) Mitarbeiter. Davon waren 33 (30) Mitarbeiter bei der CropEnergies AG, 105 (103) bei der CropEnergies Bioethanol GmbH, 123 (128) bei der BioWanze SA sowie 42 (41) bei der Ryssen Alcools SAS tätig.

Aus- und Weiterbildung

Als Mitglied der Südzucker-Gruppe ist die CropEnergies-Gruppe in die Ausbildungs- und Qualifizierungsprogramme eines international tätigen Konzerns eingebunden. Dabei beteiligt sich CropEnergies an der beruflichen Grundausbildung junger Menschen, die innerhalb der Südzucker-Gruppe einen Ausbildungsberuf erlernen oder ein Trainee-Programm durchlaufen. Darüber hinaus nehmen Mitarbeiter der CropEnergies-Gruppe auch am länderund funktionsübergreifenden Austausch zwischen Mitarbeitern der verschiedenen Konzerngesellschaften der Südzucker-Gruppe teil. Mit gezielten Weiterbildungsmaßnahmen schafft CropEnergies zudem die Voraussetzungen, die Qualifikation der Mitarbeiter den sich ändernden Rahmenbedingungen und Anforderungen anzupassen. Einen thematischen Schwerpunkt bildete dabei die Vorbereitung auf die ordnungsgemäße Erfüllung der Anforderungen der Biokraft-NachV und der EU-Chemikalienverordnung (REACH). Die im letzten Geschäftsjahr initiierten Maßnahmen zur besseren Vernetzung der Führungspersonen wurden fortgeführt. Im Rahmen einer mehrtägigen Veranstaltung konnten Mitarbeiter mit Führungsverantwortung ihr Wissen über die Unternehmensgruppe und das Unternehmensumfeld vertiefen und in einem moderierten Workshop gemeinsam Verbesserungspotenziale identifizieren sowie Maßnahmen für deren Umsetzung entwickeln.

Betriebliches Vorschlagswesen

Im Rahmen des Betrieblichen Vorschlagswesens konnten die gesteckten Ziele wieder übertroffen werden. Dies unterstreicht die Motivation der Mitarbeiter, sich für das Unternehmen zu engagieren und Arbeitsabläufe in allen Bereichen zu verbessern.

Arbeitssicherheit

Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz haben einen hohen Stellenwert in allen Gesellschaften der Crop-Energies-Gruppe. Maßnahmen in diesem Bereich sind ein unverzichtbarer Bestandteil des Managementsystems. Sie leisten einen wesentlichen Beitrag zum Unternehmenserfolg und zur persönlichen Gesundheit der Mitarbeiter. Als Mitglied der Südzucker-Gruppe gelten für die CropEnergies AG dabei die Standards eines international tätigen Großunternehmens. Den präventiven Maßnahmen zur Erhöhung der Arbeitssicherheit kommt bei Crop-Energies eine besondere Bedeutung zu. Dazu gehören die Beurteilung der jeweiligen Gefährdungen an den Arbeitsplätzen und die Sicherheitsbetrachtung von prozesstechnischen Abläufen sowie eine regelmäßige Prüfung der Arbeitsmittel. Darüber hinaus werden die Mitarbeiter regelmäßig und intensiv geschult. In die Schulungen werden insbesondere auch die externen Dienstleister einbezogen, die die Wartungs- und Optimierungsarbeiten während der planmäßigen Stillstände unterstützen. Sowohl bei der Zahl der Unfallereignisse als auch bei den unfallbedingten Arbeitsausfallzeiten befindet sich die CropEnergies-Gruppe auch innerhalb der Südzucker-Gruppe auf einem sehr guten Niveau.

Dank

Grundlage der erfolgreichen Weiterentwicklung des Unternehmens ist eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit aller Mitarbeiter. Hierfür dankt der Vorstand allen Beschäftigten der CropEnergies-Gruppe. Mit ihrem Engagement und den erbrachten Leistungen haben sie maßgeblich zum hervorragenden Unternehmensergebnis im Geschäftsjahr 2010/11 beigetragen.

HEUTE ZIELGERICHTET FORSCHEN FÜR DIE BIOETHANOLANLAGEN VON MORGEN

Unsere Forschung und Entwicklung arbeitet ständig an der Weiterentwicklung unserer Produktionsanlagen. Effiziente, Ressourcen schonende und Treibhausgas einsparende Prozesse, eine breitere Rohstoffbasis, die effektivere Nutzung der Rohstoffe und die Veredlung der entstehenden Kuppelprodukte sind nur einige unserer Schwerpunkte. Die 2010 in Betrieb genommene CO2 -Verflüssigungsanlage in Zeitz ist nur ein Beispiel, wie wir die Treibhausgaseinsparungen unseres Bioethanols auf profitable Weise steigern. Aber das ist noch nicht alles: Mit verschiedenen Partnern und mit Unterstützung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung arbeiten wir daran, weitere agrarische Reststoffe wie Stroh und Holz für die Herstellung von Bioethanol nutzbar zu machen und neue, wertvolle Zwischenoder Kuppelprodukte zu entwickeln. Unser Ziel ist die Weiterentwicklung unserer Bioethanolanlagen zu integrierten Bioraffinerien, die mehr Treibhausgase einsparen und das Rohstoffpotenzial vergrößern.

INVESTITIONEN

Die Investitionen in Sachanlagen reduzierten sich im Geschäftsjahr 2010/11 auf 20,3 (32,7) Mio. €. Davon wurden 10,5 Mio. € bei der BioWanze SA, 5,3 Mio. € bei der Crop-Energies Bioethanol GmbH und anteilig 3,7 Mio. € bei der CT Biocarbonic GmbH investiert. Der verbleibende Betrag entfiel überwiegend auf die Ryssen Alcools SAS.

Bei der CropEnergies Bioethanol GmbH in Zeitz lag der Schwerpunkt der Investitionstätigkeit auf Ersatzinvestitionen sowie auf Optimierungsmaßnahmen, um die Energieeffizienz und die Treibhausgasbilanz der Bioethanolanlage weiter zu verbessern. Eine exemplarische Maßnahme zur Einsparung fossiler Energie war die Fertigstellung und Inbetriebnahme einer Anlage zur Aufbereitung von Biogas aus der Abwasseranlage. Das erzeugte Biogas ersetzt das zuvor bei der Abluftreinigung genutzte fossile Erdgas. Darüber hinaus erfolgten Anpassungen im Bereich der Mühle und der Getreidesilos, um die Voraussetzungen für die Verarbeitung von größeren Mengen Nassmais zu schaffen und damit die Rohstoffbasis zu verbreitern. Ferner wurden Infrastrukturmaßnahmen abgeschlossen.

Das größte Einzelprojekt in Zeitz war der Bau und die Inbetriebnahme einer Anlage zur Aufreinigung und Verflüssigung von CO2 aus der Bioethanolherstellung. Durch die Veredelung und Vermarktung eines bislang ungenutzten Kuppelprodukts der Bioethanolerzeugung steigert CropEnergies die Ertragskraft des Standorts Zeitz und verbessert gleichzeitig die Treibhausgasbilanz der Bioethanolanlage. Die Anlage nahm nach nur rund sieben Monaten Bauzeit im Oktober 2010 planmäßig den Testbetrieb auf. Bereits während des Testbetriebs konnten erste Kunden beliefert werden. Die Verflüssigungsanlage, die auf die Infrastruktur der bestehenden Bioethanolanlage zurückgreift, wird von dem im Juni 2009 gegründeten Joint Venture CT Biocarbonic GmbH, an dem CropEnergies und die Tyczka Energie GmbH, Geretsried, mit jeweils 50 % beteiligt sind, betrieben. Die Anlage verfügt über eine Jahreskapazität von 100 Tsd. t verflüssigtem CO2 , das in Form von Kohlensäure in der Getränkeindustrie, als Kühl- und Frostmittel für Lebensmittel oder als Schutzgas in der Verpackungsindustrie zur Anwendung kommt.

Die Investitionen in Wanze dienten vor allem der Effizienzsteigerung und der weiteren Optimierung der Anlage. Im Mittelpunkt standen dabei Maßnahmen, um die Produktionsmenge zu steigern sowie die Qualität des hergestellten Bioethanols und Glutens zu verbessern. Hierfür wurden zielgerichtet Leistungsengpässe beseitigt sowie Maßnahmen umgesetzt, die die Energieeffizienz steigern und die Produktionsprozesse weiter stabilisieren. Im Bereich der Glutengewinnung konzentrierten sich die Maßnahmen auf die Erhöhung der Glutenausbeute und auf die Sicherstellung der Glutenqualität für die Lebensmittelproduktion. Nach der im Mai 2010 erfolgten IFS-Zertifizierung (International Food Standard) wird das in Wanze produzierte Gluten auch im preislich attraktiven Lebensmittelsektor, wie z. B. der Backwarenindustrie, erfolgreich vermarktet. Die Maßnahmen bei der Energieversorgung führten zu einer deutlichen Reduktion des spezifischen Energiebedarfs und der Stabilisierung der erforderlichen Energieströme. Im zentralen Aggregat der Energieversorgung konnte der Hilfsstoffeinsatz reduziert und gleichzeitig ein konstant hohes Leistungsniveau sichergestellt werden. Die Wartungs- und Optimierungsarbeiten während des planmäßigen Stillstands der Anlage im März bzw. April 2010 wurden dazu genutzt, die Ethanolausbeute durch Anpassungen der Rektifikation zu erhöhen. Darüber hinaus wurden die Kapazitäten zum Transport und zur Verladung der Kuppelprodukte an den im Rahmen von Optimierungsmaßnahmen erzielten Produktionsanstieg angepasst.

Die Investitionen in Loon-Plage entfielen im Wesentlichen auf Ersatzmaßnahmen, speziell im Bereich der Laboranalytik, mit denen die hohe Produktqualität des Bioethanols für traditionelle und technische Anwendungen sichergestellt wird.

ERKLÄRUNG ZUR UNTERNEHMENSFÜHRUNG / CORPORATE GOVERNANCE-BERICHT

Im Folgenden wird gemäß § 289a Abs. 1 HGB über die Unternehmensführung und gemäß Ziffer 3.10 des Deutschen Corporate Governance-Kodex über die Corporate Governance des Unternehmens berichtet. Die Erklärung zur Unternehmensführung und der Corporate Governance-Bericht sind auf der Website von CropEnergies unter www.cropenergies.com veröffentlicht.

Corporate Governance steht für verantwortungsvolle und auf langfristige Wertschöpfung ausgerichtete Führung und Kontrolle von Unternehmen. Corporate Governance soll das Vertrauen der Aktionäre und Investoren, der Finanzmärkte, der Geschäftspartner und Mitarbeiter sowie der Öffentlichkeit in das Unternehmen stärken und damit auch langfristig und nachhaltig den Unternehmenswert steigern. Vorstand und Aufsichtsrat von CropEnergies bekennen sich zu den Grundsätzen guter Corporate Governance. Mit der bereits 2006 erfolgten Zulassung zum Prime Standard erfüllt CropEnergies die höchsten Transparenzanforderungen an deutschen Börsen. Die Befolgung des Deutschen Corporate Governance-Kodex unterstreicht das Verständnis von transparenter Unternehmensführung.

Entsprechenserklärung 2010

Vorstand und Aufsichtsrat der CropEnergies AG, Mannheim, haben am 20. Dezember 2010 beschlossen, folgende Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance-Kodex gemäß § 161 AktG abzugeben:

Den Empfehlungen der "Regierungskommission Deutscher Corporate Governance-Kodex" in der Kodex-Fassung vom 26. Mai 2010 entspricht die CropEnergies AG (auch zukünftig) mit folgenden Ausnahmen:

Ziffer 2.3.3 (Briefwahl Hauptversammlung)

In der Satzung der CropEnergies AG ist von der Möglichkeit, die Briefwahl in der Hauptversammlung zu gestatten, bislang kein Gebrauch gemacht. Der Empfehlung, die Aktionäre bei der Briefwahl zu unterstützen, kann deshalb nicht gefolgt werden.

Ziffer 4.2.1

(Vorsitzender oder Sprecher des Vorstands)

Die Wahl eines Vorsitzenden oder Sprechers ist nicht notwendig. Der Vorstand der CropEnergies AG besteht aus zwei Mitgliedern. Diese führen das Unternehmen - mit klar abgegrenzten Verantwortungsbereichen - gleichberechtigt.

Ziffer 4.2.3

(Abfindungs-Cap in Vorstandsverträgen)

Die Vorstandsverträge enthalten keinen Abfindungs-Cap. Wir sehen dafür auch in Zukunft keine Notwendigkeit, zumal gegen solche Vertragsklauseln erhebliche rechtliche Bedenken bestehen.

Ziffer 4.2.4

(Individualisierte Vorstandsvergütung)

Die Hauptversammlung der CropEnergies AG hat am 17. Juli 2007 beschlossen, auf die individualisierte Offenlegung der Vorstandsvergütung für die Dauer von fünf Jahren zu verzichten.

Ziffer 5.4.1

(Diversity-Ziele für Zusammensetzung des Aufsichtsrats)

Der Aufsichtsrat strebt eine hinreichende Vielfalt in der Zusammensetzung des Aufsichtsrats und insbesondere eine angemessene Beteiligung von Frauen an. Der Aufsichtsrat wird aber weiterhin die Entscheidung hinsichtlich seiner Zusammensetzung prioritär nicht am jeweiligen Geschlecht, sondern an der Qualifikation der zur Verfügung stehenden Personen ausrichten.

Ziffer 5.4.6

(Individualisierte Aufsichtsratsvergütung)

Wir weisen die Aufsichtsratsvergütung aufgeteilt nach Fixum und erfolgsbezogenen Komponenten aus. Ein Aktienoptionsprogramm existiert bei der CropEnergies AG nicht.

Der Empfehlung des Kodex, die Aufsichtsratsbezüge individualisiert auszuweisen, folgen wir nicht. Unseres Erachtens stehen die damit verbundenen Eingriffe in die Privatsphäre in keinem angemessenen Verhältnis zum Nutzen einer solchen Praxis. Dementsprechend enthält der Corporate Governance-Bericht auch keine individuelle Darstellung der Aufsichtsratsbezüge.

Diese und frühere Entsprechenserklärungen sind auf der CropEnergies-Website www.cropenergies.com unter der Rubrik Investor Relations veröffentlicht.

Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat

Die CropEnergies AG hat als deutsche Aktiengesellschaft ein duales Führungssystem mit Vorstand und Aufsichtsrat. Beide Organe sind mit jeweils eigenständigen Kompetenzen ausgestattet und arbeiten bei der Steuerung und Überwachung des Unternehmens eng und vertrauensvoll zusammen.

Der Vorstand der CropEnergies AG besteht aus zwei Mitgliedern. Er führt als Leitungsorgan die Geschäfte der Gesellschaft mit dem Ziel nachhaltiger Wertschöpfung in eigener Verantwortung und im Unternehmensinteresse. Die Aufgaben, Verantwortlichkeiten und Verfahrensregeln des Vorstands sind in dessen Geschäftsordnung vom 12. September 2006 niedergelegt. Der Vorstand informiert den Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend schriftlich sowie in den turnusmäßigen Sitzungen über die Planung, die Geschäftsentwicklung und die Lage des Konzerns einschließlich des Risikomanagements sowie über Compliance. Für bestimmte bedeutende Geschäftsvorgänge (Beteiligungsvorhaben, Grundstücksgeschäfte, Investitionen und langfristige Finanzierungen) besteht ein Zustimmungsvorbehalt des Aufsichtsrats.

Der Aufsichtsrat bestellt, überwacht und berät den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens und ist in wesentliche Entscheidungen eingebunden. Mindestens einmal jährlich wird ihm über die Unternehmensplanung berichtet. Der Aufsichtsrat beschließt die Struktur des Vergütungssystems für den Vorstand einschließlich der wesentlichen Vertragselemente und überprüft sie regelmäßig. Der Aufsichtsratsvorsitzende koordiniert die Arbeit

im Aufsichtsrat und nimmt die Belange des Gremiums nach außen wahr. Bei Bedarf tagt der Aufsichtsrat ohne den Vorstand. Bei wesentlichen Ereignissen wird gegebenenfalls eine außerordentliche Aufsichtsratssitzung einberufen. Der Aufsichtsrat kann zur Erfüllung seiner Aufgaben nach eigenem Ermessen Wirtschaftsprüfer, Rechts- und sonstige interne und externe Berater hinzuziehen. Die Aufgaben, Verfahrensregeln und Ausschüsse des Aufsichtsrats sind in seiner Geschäftsordnung vom 16. November 2009 niedergelegt.

Der sechsköpfige Aufsichtsrat von CropEnergies setzt sich gemäß § 96 Abs. 1 und § 101 Abs. 1 AktG ausschließlich aus Vertretern der Anteilseigner zusammen. Bei den Vorschlägen zur Wahl von Aufsichtsratsmitgliedern wird auf die zur Wahrnehmung der Aufgaben erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen geachtet, ebenso wie auf die Vielfalt in der Zusammensetzung (Diversity). Der Empfehlung des Kodex entsprechend erfolgte die Wahl zum Aufsichtsrat in der Hauptversammlung am 17. Juli 2007 als Einzelwahl. Die Amtsperioden sind identisch. In der Hauptversammlung 2009 wurde für den ausgeschiedenen Dr. h.c. Eggert Voscherau als Nachfolger Dr. Theo Spettmann gewählt. Er ist Financial Expert im Aufsichtsrat. Dem Gremium gehört eine ausreichende Anzahl unabhängiger Mitglieder an, die in keiner geschäftlichen oder persönlichen Beziehung zur Gesellschaft oder zu deren Vorstand stehen. Ehemalige Vorstandsmitglieder der CropEnergies AG sind nicht im Aufsichtsrat vertreten. Die Amtsperiode des Aufsichtsrats beträgt fünf Jahre, die laufende Amtsperiode endet mit der ordentlichen Hauptversammlung 2012.

Diversity-Ziele

Dem Aufsichtsrat gehören derzeit

mindestens zwei unabhängige Mitglieder ("Unabhängige" sind i. S. v. Ziffer 5.4.2 des Deutschen Corporate Governance-Kodex Personen, die weder eine Beratungsfunktion noch eine Organfunktion bei Kunden, Lieferanten, Kreditgebern oder sonstigen Geschäftspartnern der CropEnergies AG wahrnehmen),

mindestens zwei Mitglieder, die besonders das Kriterium "Internationalität" verkörpern und

keine Frauen an.

Für seine zukünftige Zusammensetzung orientiert sich der Aufsichtsrat durch schriftlichen Beschluss vom 20. Dezember 2010 - unter Berücksichtigung der Branche, der Größe des Unternehmens und des Anteils der internationalen Geschäftstätigkeit - an folgenden Diversity-Zielen:

Beibehaltung des als angemessen angesehenen Anteils von mindestens zwei Aufsichtsratssitzen für Unabhängige und

Beibehaltung des als angemessen angesehenen Anteils von mindestens 2 Aufsichtsratssitzen für Personen, die besonders das Kriterium "Internationalität" verkörpern.

Der Aufsichtsrat strebt eine angemessene Beteiligung von Frauen an. Er hat insoweit kein konkretes Ziel festgelegt, da er seine Entscheidung prioritär nicht am jeweiligen Geschlecht, sondern an der Qualifikation der zur Verfügung stehenden Personen ausrichtet.

Die Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat sieht vor, dass Aufsichtsratsmitglieder nicht länger im Amt bleiben sollen als bis zum Ablauf des Geschäftsjahres, in dem sie das 70. Lebensjahr vollenden.

Der Aufsichtsrat wird der Hauptversammlung weiterhin die Kandidaten vorschlagen, die er als am besten geeignet für das Aufsichtsratsamt hält, wobei die vorstehenden Diversity-Ziele berücksichtigt werden.

Ausschüsse des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat hat aus dem Kreis seiner Mitglieder mit dem Prüfungsausschuss und dem Nominierungsausschuss Gremien gebildet, die seine Arbeit vorbereiten und ergänzen. Die Ausschüsse bestehen jeweils aus drei Mitgliedern. Die Aufgaben beider Ausschüsse ergeben sich aus der Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat vom 16. November 2009 bzw. für den Prüfungsausschuss vom 17. Juli 2007.

Aktionäre und Hauptversammlung

Die Hauptversammlung ist das höchste Organ einer Aktiengesellschaft. In der Hauptversammlung treffen sich die Eigentümer des Unternehmens, die Aktionäre, mindestens einmal jährlich, um grundsätzliche Entscheidungen für das Unternehmen zu treffen. Dazu gehören beispielsweise die Bestellung der Mitglieder des Aufsichtsrats, die Verwendung des Bilanzgewinns, die Entlastung der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats, die Bestellung des Abschlussprüfers, Satzungsänderungen und Kapitalmaßnahmen. Die jährliche Hauptversammlung findet in den ersten acht Monaten des Geschäftsjahres statt. Zur Teilnahme an der Hauptversammlung und zur Ausübung des Stimmrechts sind die Aktionäre berechtigt, die sich rechtzeitig angemeldet haben und durch ihr depotführendes Kreditoder Finanzdienstleistungsinstitut den Nachweis erbracht haben, dass sie zum relevanten Stichtag Eigentümer von CropEnergies-Aktien waren. Die Aktionäre können ihr Stimmrecht in der Hauptversammlung auch durch Bevollmächtigte, z. B. durch den von der Gesellschaft gestellten weisungsgebundenen Stimmrechtsvertreter, ausüben lassen. CropEnergies veröffentlicht die Einladung einschließlich der Teilnahmebedingungen und alle für die Beschlussfassung erforderlichen Berichte und Informationen den aktienrechtlichen Vorschriften entsprechend rechtzeitig vor der Hauptversammlung in den relevanten Medien und auf der Website. Die Hauptversammlung 2011 wird voraussichtlich am 19. Juli 2011 in Mannheim stattfinden.

Jede Aktie von CropEnergies gewährt das gleiche Recht. Das Unternehmen hält keine eigenen Aktien. Weitere Angaben zu Aktienkapital und -ausstattung folgen ab Seite 49 bei den Angaben nach §§ 289 Abs. 4 und §§ 315 Abs. 4 HGB.

Vergütungsbericht

CropEnergies erläutert im Vergütungsbericht die Höhe und die Struktur der Vergütung von Vorstand (Ziffer 4.2.5 Kodex) und Aufsichtsrat (Ziffer 5.4.7 Kodex). Die CropEnergies AG verzichtet aufgrund der in keinem angemessenen Verhältnis zum Nutzen stehenden Beeinträchtigung der Privatsphäre auf einen individualisierten

Ausweis der Vorstands- und Aufsichtsratsvergütung. Die ordentliche Hauptversammlung hat am 17. Juli 2007 einen Beschluss über die Nichtoffenlegung der individualisierten Vorstandsvergütung für die Dauer von fünf Jahren mit großer Mehrheit gefasst (opting out). Der Verzicht auf die individualisierte Offenlegung der Aufsichtsratsbezüge und der Vorstandsvergütung wurde in der Entsprechenserklärung berücksichtigt.

Vergütung des Vorstands

Die Vergütung des Vorstands der CropEnergies AG wird durch den Aufsichtsrat festgelegt und in regelmäßigen Abständen überprüft. Die Vergütung orientiert sich an der nachhaltigen Unternehmensentwicklung und setzt sich zusammen aus

1. einem festen Jahresgehalt,

2. einer jährlichen variablen Vergütung, abhängig

a) von der Erreichung vereinbarter Ziele sowie

b) vom auf Basis einer mehrjährigen Bemessungsgrundlage erzielten operativen Ergebnis der Crop-Energies-Gruppe. Dabei wird - beginnend mit dem Geschäftsjahr 2010/11 - der Durchschnitt des operativen Ergebnisses der CropEnergies-Gruppe der jeweils letzten drei Geschäftsjahre zugrunde gelegt.

3. Sachbezügen im Wesentlichen in Form der Gestellung eines Dienstwagens zur geschäftlichen und privaten Nutzung und Beiträgen zur Sozialversicherung sowie

4. einer betrieblichen Altersversorgung, bemessen nach einem Anteil am festen Jahresgehalt.

Aktienbasierte Vergütungsbestandteile oder Aktienoptionspläne bestehen nicht.

Für den Gesamtvorstand belief sich die Gesamtvergütung für das Geschäftsjahr 2010/11 auf 0,7 (0,6) Mio. €; davon entfielen auf das feste Jahresgehalt 444 (444) Tsd. €. Der variable Vergütungsanspruch belief sich auf 249 (147) Tsd. €. Als Sachbezüge und Beiträge zur Sozialversicherung wurden 43 (41) Tsd. € gewährt.

Den Pensionsrückstellungen für Vorstandsmitglieder wurden 194 (504) Tsd. € zugeführt.

Vergütung des Aufsichtsrats

Die Vergütung des Aufsichtsrats ist in § 12 der Satzung der CropEnergies AG festgelegt. Den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance-Kodex folgend, erhalten die Mitglieder des Aufsichtsrats neben einem Fixum auch eine erfolgsorientierte Vergütung von 1.000 € für je angefangene 0,01 € pro Aktie ausgeschüttete Dividende, die 0,20 € übersteigt. Der Vorsitz und die Mitgliedschaft in den Aufsichtsratsausschüssen werden gesondert vergütet. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2010/11 erhielt jedes Mitglied des Aufsichtsrats neben dem Ersatz seiner baren Auslagen und seiner ihm für die Aufsichtsratstätigkeit zur Last fallenden Umsatzsteuer eine feste Vergütung von 20 (20) Tsd. €. Der Vorsitzende erhielt das Doppelte und sein Stellvertreter das Anderthalbfache dieser Vergütung. Die feste Vergütung erhöhte sich um 25 % je Mitgliedschaft in einem Ausschuss des Aufsichtsrats; für den Vorsitz in einem Ausschuss beträgt der Erhöhungssatz 50 %. Eine variable Vergütung fiel nicht an.

Die Vergütung für die gesamte Tätigkeit der Mitglieder des Aufsichtsrats der CropEnergies AG belief sich auf 170 (190) Tsd. € für das Geschäftsjahr 2010/11.

Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung (D&O-Versicherung)

Die Gesellschaft hat eine Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung mit Selbstbehalt abgeschlossen, in deren Deckung die Tätigkeit der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats einbezogen ist (D&O-Versicherung). Der durch das Gesetz zur Angemessenheit der Vorstandsvergütung (VorstAG) geänderte § 93 Abs. 2 AktG schreibt vor, dass der Selbstbehalt für Vorstandsmitglieder mindestens 10 % des Schadens bis mindestens zur Höhe des Anderthalbfachen der festen jährlichen Vergütung zu betragen hat. CropEnergies hat einen solchen Selbstbehalt mit den Mitgliedern des Vorstands vereinbart. Bezüglich eines Selbstbehalts bei Aufsichtsratsmitgliedern empfiehlt der Deutsche Corporate Governance-Kodex eine analoge Anwendung. CropEnergies hat die Empfehlung mit Wirkung ab 1. März 2010 umgesetzt.

Aktienbesitz von Vorstand und Aufsichtsrat; meldepflichtige Wertpapiergeschäfte gemäß § 15a Wertpapierhandelsgesetz

Kein Mitglied des Vorstands oder des Aufsichtsrats hält Aktien der CropEnergies AG, die 1 % des Grundkapitals oder mehr repräsentieren. Darüber hinaus beträgt auch der Gesamtbesitz aller Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder weniger als 1 % der von der Gesellschaft ausgegebenen Aktien. Der Gesellschaft wurden für das Geschäftsjahr 2010/11 keine meldepflichtigen Wertpapiergeschäfte von ihren Organen gemeldet. Eine Meldung bezog sich auf ein vorangegangenes Geschäftsjahr und betraf den Erwerb von 8.700 Aktien durch eine Person, die einem Aufsichtsratsmitglied nahesteht.

Rechnungslegung und Abschlussprüfung

Der Konzernabschluss von CropEnergies wird nach den in der EU maßgeblichen International Financial Reporting Standards (IFRS) aufgestellt. Der Jahresabschluss der CropEnergies AG erfolgt nach deutschem Handelsrecht (HGB). Beide Abschlüsse werden vom Vorstand aufgestellt und vom von der Hauptversammlung gewählten Abschlussprüfer, dem Prüfungsausschuss sowie dem Aufsichtsrat geprüft und von letzterem gebilligt. Die Prüfungen durch den Abschlussprüfer erfolgen nach deutschen Prüfungsvorschriften und unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer festgelegten Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung. Ergänzend wurden für den Konzernabschluss die International Standards on Auditing (ISA) beachtet. Sie umfassen auch das Risikofrüherkennungssystem und die Einhaltung der Berichtspflichten zur Corporate Governance nach § 289a HGB. Mit dem Abschlussprüfer wurde zudem vertraglich vereinbart, den Aufsichtsrat umgehend über auftretende mögliche Ausschluss- oder Befangenheitsgründe sowie über wesentliche Feststellungen und Vorkommnisse während der Prüfung zu unterrichten. Hierzu gab es im Rahmen der Prüfungen für das Geschäftsjahr 2010/11 keinen Anlass. Die Zwischenberichte sowie der Halbjahresbericht werden vor der Veröffentlichung vom Prüfungsausschuss mit dem Vorstand erörtert. Für Leistungen des Konzernabschlussprüfers, PricewaterhouseCoopers Aktiengesellschaft Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Frankfurt am Main, sind im Geschäftsjahr 2010/11 Aufwendungen für Abschlussprüfungen in Höhe von 137 (149) Tsd. € für die Konzernabschlussprüfung sowie für die Prüfung der Abschlüsse der CropEnergies AG und ihrer inländischen Tochtergesellschaft, der CropEnergies Bioethanol GmbH, angefallen.

Risikomanagement

Der verantwortungsbewusste Umgang mit geschäftlichen Risiken gehört zu den Grundsätzen guter Corporate Governance. Dem Vorstand von CropEnergies und dem Management stehen umfassende konzernübergreifende und unternehmensspezifische Berichts- und Kontrollsysteme zur Verfügung, die die Erfassung, Bewertung und Steuerung dieser Risiken ermöglichen. Die Systeme werden kontinuierlich weiterentwickelt und den sich verändernden Rahmenbedingungen angepasst. Der Vorstand informiert den Aufsichtsrat regelmäßig über bestehende Risiken und deren Entwicklung. Der Prüfungsausschuss befasst sich insbesondere mit der Überwachung des Rechnungslegungsprozesses, der Wirksamkeit des internen Kontrollsystems, des Risikomanagements und des internen Revisionssystems sowie der Abschlussprüfung. Einzelheiten zum Risikomanagement bei CropEnergies sind im Chancen- und Risikobericht ab Seite 51 dargestellt.

Transparenz und Kommunikation

CropEnergies informiert die Teilnehmer am Kapitalmarkt und die interessierte Öffentlichkeit unverzüglich, regelmäßig und zeitgleich über die wirtschaftliche Lage und wesentliche Neuigkeiten des Konzerns. Dies erfolgt sowohl über Geschäfts- und Quartalsberichte als auch durch Presseinformationen und gegebenenfalls Ad-hoc-Meldungen.

Alle Informationen stehen zeitgleich in deutscher und englischer Sprache zur Verfügung und werden in gedruckter Form sowie über geeignete elektronische Medien wie E-Mail und Internet publiziert. Hinzu kommen die jährliche Bilanzpresse- und Analystenkonferenz sowie die Teilnahme an verschiedenen Fach- und Kapitalmarktkonferenzen im In- und Ausland. Alle Meldungen, die jeweils aktuelle Kapitalmarktpräsentation sowie die kommenden planmäßigen Veröffentlichungstermine (Finanzkalender) sind auf der Website www.cropenergies.com unter der Rubrik Investor Relations veröffentlicht.

Compliance

Compliance - also regel- und gesetzestreues Verhalten -ist für CropEnergies ein selbstverständlicher Standard guter Unternehmensführung. Sie soll das rechtmäßige Verhalten des Unternehmens, seiner Leitungsorgane und Mitarbeiter bei Geboten und Verboten gewährleisten. Ziel ist es, die Mitarbeiter vor Gesetzes- und Regelverstößen zu bewahren und sie dabei zu unterstützen, gesetzliche Vorschriften sowie Unternehmensrichtlinien richtig und sachgerecht anzuwenden. CropEnergies hat als Mitglied der Südzucker-Gruppe die Compliance-Unternehmensgrundsätze von Südzucker in entsprechender Form übernommen. Darin wurden die in der SüdzuckerGruppe bestehenden Unternehmensregularien gebündelt. Ziel ist es, durch Nutzung der vorhandenen Berichtswege und Informationsflüsse im Bereich der Konzernfunktionen eine Durchsetzung der nachfolgenden Grundsätze für CropEnergies und die gesamte Südzucker-Gruppe zu erreichen. Schwerpunkte der konzernweit geltenden Compliance-Unternehmensgrundsätze sind die Kapitalmarkt-Compliance (insbesondere Insiderrecht und Ad-hoc-Publizität), das Risikomanagement und die Korruptionsprävention. Grundlage guter Compliance ist stets die Integrität der Mitarbeiter. Für CropEnergies ist es dabei selbstverständlich, dass alle Maßnahmen im Einklang mit den Bestimmungen des Mitarbeiterdatenschutzes stehen.

Grundsätze der Unternehmensführung

Compliance-Unternehmensgrundsätze

Am 9. November 2009 hat der Vorstand der CropEnergies AG die im April 2009 vom Vorstand der Südzucker AG zur Sicherstellung der Compliance im Südzucker-Konzern verabschiedeten Compliance-Unternehmensgrundsätze in entsprechender Form übernommen und den Mitarbeitern zur Beachtung und Einhaltung übersandt. Sie gelten für CropEnergies in der folgenden Fassung:

1. Fairness im Wettbewerb: CropEnergies bekennt sich ohne Einschränkung zum Wettbewerb mit fairen Mitteln und insbesondere zur strikten Einhaltung des Kartellrechts.

2. Integrität im Geschäftsverkehr: Korruption wird nicht geduldet. Geschenke und Einladungen von Lieferanten oder Dienstleistungsunternehmen haben stets in einem angemessenen Verhältnis zur Geschäftsverbindung zu stehen. Die Annahme solcher Vergünstigungen bedarf der ausdrücklichen Genehmigung des jeweiligen Vorgesetzten. Dies gilt für alle in verschiedenen Beschaffungsprozessen handelnden Beschäftigten. Die gleichen Grundsätze gelten in umgekehrter Form für die Mitarbeiter, die in den verschiedenen Verkaufsbereichen tätig sind, im Verhältnis zu den Kunden.

3. Prinzip der Nachhaltigkeit: CropEnergies ist sich seiner Verantwortung für den Schutz der Umwelt sowie der Gesundheit und Sicherheit der Menschen inner- und außerhalb des Unternehmens bewusst.

4. Einhaltung der Rechtsvorschriften: Alle einschlägigen nationalen und internationalen Bestimmungen sind zu befolgen.

5. Wahrung der Chancengleichheit im Wertpapierhandel: Jeder Mitarbeiter ist verpflichtet, unternehmensinterne Informationen, die börsenkursrelevant sein können, vertraulich zu behandeln.

6. Ordnungsgemäße Belegführung: Im Rahmen eines internen Kontrollsystems sind Geschäftsprozesse angemessen zu dokumentieren. Durch Kontrollen muss die vollständige und korrekte Erfassung der rechnungslegungsrelevanten Informationen sichergestellt werden.

7. Ordnungsgemäße und transparente Finanzberichterstattung: CropEnergies bekennt sich unter Anwendung der internationalen Rechnungslegungsvorschriften zu einer offenen und transparenten Finanzberichterstattung, die eine Gleichbehandlung aller Interessensgruppen gewährleistet.

8. Faire und respektvolle Arbeitsbedingungen: Von jedem Mitarbeiter wird ein freundlicher, sachbetonter, fairer und respektvoller Umgang mit Kollegen und Dritten erwartet. Diskriminierung und Belästigung jeglicher Art werden nicht geduldet.

9. Schutz unseres Wissensvorsprungs und Respektieren der Schutzrechte Dritter: Betriebsgeheimnisse dürfen nicht an Dritte weitergegeben oder gar öffentlich gemacht werden. Ebenso sind die erteilten Schutzrechte Dritter zu respektieren.

10. Trennung von Unternehmens- und Privatinteressen: Alle Mitarbeiter müssen stets ihre privaten Interessen und die des Unternehmens trennen. Auch bei Personalentscheidungen oder Geschäftsbeziehungen zu Dritten zählen nur sachliche Kriterien.

11. Kooperativer Umgang mit Behörden: CropEnergies ist bestrebt, mit allen zuständigen Behörden ein kooperatives Verhältnis zu pflegen. Informationen sollen vollständig, offen, richtig, rechtzeitig und verständlich zur Verfügung gestellt werden.

Die Umsetzung der vorstehenden Compliance-Unternehmensgrundsätze erfolgt unter Berücksichtigung länderspezifischer Besonderheiten: Den Mitarbeitern wird die Nutzung der erforderlichen Informationsquellen sowie Beratung angeboten, um Gesetzes- und Regelverstöße zu vermeiden. Jeder Vorgesetzte muss seinen Bereich so organisieren, dass die Einhaltung der Regeln der Compliance-Unternehmensgrundsätze, der unternehmensinternen Regeln sowie der gesetzlichen Vorschriften gewährleistet ist. Der Compliance-Officer und die Compliance-Beauftragten gewährleisten den zeitnahen Informationsfluss innerhalb der CropEnergies-Gruppe. Sie sind unter anderem verantwortlich für Schulungen und die Untersuchung von Compliance-Vorfällen. Alle Mitarbeiter sind verpflichtet, Verletzungen der Compliance-Unternehmensgrundsätze unverzüglich mitzuteilen.

Nachhaltigkeit und Umwelt

Nachhaltiges Wirtschaften ist ein zentrales Element des Geschäftsmodells von CropEnergies. Als einer der führenden europäischen Anbieter von Bioethanol aus nachwachsenden Rohstoffen ist Nachhaltigkeit für Crop-Energies die Grundvoraussetzung für den Unternehmenserfolg und daher ein unverzichtbarer Bestandteil der Unternehmensphilosophie. Ziel der Nachhaltigkeitsstrategie von CropEnergies ist es, Ökologie, Ökonomie und soziale Verantwortung in Einklang zu bringen.

CropEnergies verarbeitet natürliche, nachwachsende Rohstoffe wie Zuckersirupe aus Zuckerrüben und Getreide zu Bioethanol und hochwertigen Lebens- und Futtermitteln. Für die Produktion von Bioethanol für den Kraftstoffsektor und den Anbau der dafür benötigten Rohstoffe gelten gesetzliche Vorgaben und hohe Nachhaltigkeitsanforderungen, die einen Ressourcen schonenden Umgang mit der Natur entlang der gesamten Wertschöpfungskette vom Anbau der Biomasse über die industrielle Verarbeitung bis hin zu den Endprodukten sicherstellen. CropEnergies will die gesetzlichen Anforderungen nicht nur erfüllen, sondern auf allen Wertschöpfungsstufen übertreffen.

Die von CropEnergies verwendeten Agrarrohstoffe entstammen europäischer Produktion und erfüllen die für die landwirtschaftlichen Erzeugungsmethoden in der EU zwingend geltenden Grundsätze der "Cross Compliance". Diese Grundsätze beinhalten Umweltschutzauflagen für die Landwirtschaft, die einen nachhaltigen Anbau von Agrarrohstoffen gewährleisten. Spezifische Nachhaltigkeitsanforderungen für Biokraftstoffe stellen zudem sicher, dass der Anbau der Biomasse für die Bioenergiegewinnung nicht auf schützenswerten Flächen wie Primärwäldern (Regenwald) oder zu Lasten der biologischen Vielfalt ausgeweitet wird. Ein Ressourcen schonender Umgang mit der Natur bedeutet für CropEnergies auch, die eingesetzten Rohstoffe vollständig zu hochwertigen Produkten zu verarbeiten.

Aus den in den Rohstoffen enthaltenen Kohlenhydraten erzeugt CropEnergies Bioethanol, ein erneuerbarer und Klima schonender Kraftstoff, der fossile Kraftstoffe im Transportsektor auf nachhaltige Weise ersetzt. Entsprechende EU-Richtlinien erfordern, dass über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg im Vergleich zur Verwendung konventioneller Kraftstoffe mindestens 35 % CO2 eingespart werden.

Im Oktober 2010 wurden alle Anlagen von CropEnergies, die entweder direkt oder indirekt zur Vermarktung von Bioethanol auf dem deutschen Markt beitragen, nach dem System REDcert zertifiziert. Damit erfüllen die an den Standorten Zeitz bzw. Wanze erzeugten Bioethanolmengen nicht nur alle Anforderungen der deutschen Biokraft-NachV, sondern übertreffen mit Treibhausgaseinsparungen von deutlich über 35 bzw. über 60 Gew.-% den von der EU für 2011 vorgegebenen Mindestwert von 35 Gew.-% im Vergleich zu fossilen Kraftstoffen.

Darüber hinaus veredelt CropEnergies die in den Rohstoffen enthaltenen Bestandteile, die nicht für die Bioethanolherstellung benötigt werden, zu hochwertigen Lebens- und Futtermitteln und verringert damit insbesondere die Versorgungslücke bei pflanzlichen Proteinen in Europa. Als Folge wird nicht nur der Importbedarf an Sojaschrot, sondern auch der Flächenbedarf für den Sojaanbau in anderen Teilen der Erde reduziert.

Im Jahr 2010 wurde in Zeitz zudem eine Anlage zur Verflüssigung von CO2 in Betrieb genommen. Das biogene CO2 , das bei der Fermentation von Getreide und Zuckersirupen entsteht, wird u. a. für die Nahrungsmittelindustrie aufbereitet. Damit verbessert CropEnergies die CO2 -Bilanz der Bioethanolanlage in Zeitz weiter und steigert zudem die Ertragskraft.

Bei der Produktion zeichnet sich CropEnergies durch effiziente Produktionsprozesse und moderne Energiezentralen aus. Kraft-Wärme-Kopplung und die Mehrfachnutzung von Energie führen zu einer überdurchschnittlichen Energieeffizienz. In der Bioethanolanlage im belgischen Wanze wird darüber hinaus in einem weltweit bislang einzigartigen Biomassekraftwerk der Großteil der benötigten thermischen und elektrischen Prozessenergie durch Nutzung der Schalen des angelieferten Weizenkorns erzeugt. Das Biomassekraftwerk zeichnet sich zudem durch einen hohen Wirkungsgrad, Verfügbarkeit und eine Rauchgasreinigungsanlage der neuesten Generation aus. Das in Wanze gewonnene Bioethanol setzt mit CO2 -Einsparungen, die nach weiteren Optimierungen bis zu 70 Gew.-% gegenüber fossilen Kraftstoffen erreichen werden, einen neuen Maßstab bei der getreidebasierten Erzeugung von Bioethanol und geht weit über die Anforderungen der EU-Richtlinien hinaus.

Auch bei der Logistik stellt sich CropEnergies der Verantwortung gegenüber der Umwelt. Die Anlagen in Zeitz und Wanze liegen in der Nähe großer Getreideanbaugebiete und Zuckerfabriken, was zu kurzen Transportwegen bei der Rohstoffversorgung und entsprechend geringer Umweltbelastung führt. Gleiches gilt für den Transport der dort hergestellten Produkte. Diese werden überwiegend Umwelt schonend mit Schiff und Bahn ausgeliefert.

Das Geschäftsmodell von CropEnergies basiert darauf, durch nachhaltiges Wirtschaften Werte zu schaffen. Dabei setzt CropEnergies auf eine Strategie des wertorientierten, profitablen Wachstums, das die Grundlage für die Finanzierung weiterer Investitions- und Forschungsprojekte zur Erzeugung qualitativ hochwertiger Produkte und effizienter Herstellungsprozesse sowie zur Erschließung neuer Märkte bildet.

Sozial nachhaltiges Wirtschaften ist für CropEnergies integraler Bestandteil des unternehmerischen Selbstverständnisses. Die Übernahme sozialer Verantwortung auf allen Hierarchieebenen wird durch hochmotivierte und verantwortungsbewusste Mitarbeiter sowie hohe Standards sichergestellt. Dabei erfüllt CropEnergies als Mitglied der Südzucker-Gruppe die Vorgaben eines international tätigen Konzerns. So gelten hohe Standards in den Bereichen der Menschenrechte, Ausbildung und Schulung, Gesundheit und Sicherheit, Bezahlung und Arbeitsbedingungen, Umstrukturierungen und beim Verhältnis zwischen den Sozialpartnern.

BERICHT UND ERLÄUTERUNGEN ZU DEN ANGABEN NACH §§ 289 ABS. 4 UND 315 ABS. 4 HGB

Nach § 289 Abs. 4 und § 315 Abs. 4 HGB hat die Gesellschaft über bestimmte gesellschaftsrechtliche Strukturen und sonstige Rechtsverhältnisse zu berichten, um einen besseren Überblick über die Gesellschaft und etwaige Übernahmehindernisse zu ermöglichen. Die CropEnergies AG ist eine Aktiengesellschaft mit Sitz in Mannheim und hat stimmberechtigte Aktien ausgegeben, die an einem organisierten Markt im Sinne des § 2 Abs. 7 des Wertpapiererwerbs- und Übernahmegesetzes (WpÜG), dem Regulierten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse (Prime Standard), notiert sind.

Zum 28. Februar 2011 beträgt das gezeichnete Kapital 85.000.000 € und ist in 85.000.000 Stückaktien mit einem rechnerischen Anteil von 1 € je Aktie am Grundkapital eingeteilt (§§ 289 und 315, jeweils Abs. 4 Nr. 1 HGB).

Die Gesellschaft hält am Bilanzstichtag keine eigenen Aktien. Beschränkungen des Stimmrechts der Aktien können sich aus den Vorschriften des Aktiengesetzes ergeben. So unterliegen Aktionäre unter bestimmten Voraussetzungen einem Stimmverbot (§ 136 AktG). Außerdem steht der Gesellschaft kein Stimmrecht aus eigenen Aktien zu (§ 71 b AktG). Vertragliche Beschränkungen in Bezug auf das Stimmrecht oder die Übertragung der Aktien sind uns nicht bekannt (§§ 289 und 315, jeweils Abs. 4 Nr. 2 HGB).

Folgende direkte und indirekte Beteiligungen am Grundkapital der CropEnergies AG, die 10 % der Stimmrechte überschreiten, sind uns mitgeteilt worden: Die Südzucker AG teilte uns zuletzt mit Schreiben vom 5. Oktober 2006 gemäß § 21 Abs. 1 und Abs. 1a WpHG mit, dass ihr 71 % der Stimmrechte an der CropEnergies AG zustehen. Die Süddeutsche Zuckerrüben-Verwertungs-Genossenschaft eG (SZVG) teilte uns zuletzt mit Schreiben vom 9. Oktober 2006 gemäß § 21 Abs. 1 und Abs. 1a WpHG i. V. mit § 22 Abs. 1 Nr. 1 WpHG mit, dass ihr 78 % der Stimmrechte an der CropEnergies AG zustehen, 71 % über ihre nach § 22 Abs. 1 Nr. 1 WpHG zuzurechnende Tochtergesellschaft Südzucker AG und 7 % unmittelbar (§§ 289 und 315, jeweils Abs. 4 Nr. 3 HGB).

Bei CropEnergies gibt es keine Aktien mit Sonderrechten (§§ 289 und 315, jeweils Abs. 4 Nr. 4 HGB).

Es gibt auch keine Art einer Stimmrechtskontrolle aus der Beteiligung von Arbeitnehmern am Kapital (§§ 289 und 315, jeweils Abs. 4 Nr. 5 HGB).

Die Ernennung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern erfolgt durch den Aufsichtsrat gemäß §§ 84 und 85 AktG. Gemäß § 6 Abs. 1 der Satzung besteht der Vorstand aus mindestens zwei Personen. Im Übrigen bestimmt der Aufsichtsrat die Zahl der Mitglieder des Vorstands. Der Aufsichtsrat kann einen Vorsitzenden sowie einen stellvertretenden Vorsitzenden des Vorstands ernennen. Die Vorstände wurden jeweils für die Dauer von fünf Jahren bestellt. Änderungen der Satzung bedürfen gemäß § 179 Abs. 1 AktG eines Beschlusses der Hauptversammlung. Die Satzung der CropEnergies AG macht von der Möglichkeit der Abweichung gemäß § 179 Abs. 2 AktG Gebrauch und sieht vor, dass Beschlüsse, soweit nicht zwingende Vorschriften des Aktienrechts oder der Satzung etwas Abweichendes bestimmen, mit einfacher Stimmenmehrheit und, soweit eine Kapitalmehrheit erforderlich ist, mit einfacher Kapitalmehrheit gefasst werden können. Die Befugnis zu Änderungen, die nur die Fassung betreffen, wurde dem Aufsichtsrat übertragen (§§ 289 und 315, jeweils Abs. 4 Nr. 6 HGB).

Durch Beschluss der Hauptversammlung vom 29. August 2006 ist der Vorstand ermächtigt worden, mit Zustimmung des Aufsichtsrats in der Zeit bis zum 28. August 2011 das Grundkapital der Gesellschaft um bis zu insgesamt 30 Mio. € durch Ausgabe von neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien gegen Bar- und/oder Sacheinlage zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2006). Der Vorstand ist dabei ermächtigt, in bestimmten in § 4 Abs. 3 der Satzung aufgeführten Fällen das gesetzliche Bezugsrecht der Aktionäre auszuschließen. Von der Ermächtigung zur Ausübung des Genehmigten Kapitals 2006 wurde bislang kein Gebrauch gemacht (§§ 289 und 315, jeweils Abs. 4 Nr. 7 HGB).

Die Hauptversammlung hat am 15. Juli 2010 den Vorstand gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG ermächtigt, bis zum 14. Juli 2015 Aktien der Gesellschaft im Umfang bis zu 10 % des derzeitigen Grundkapitals zu erwerben. Der Erwerb darf über die Börse oder mittels eines an alle Aktionäre gerichteten öffentlichen Kaufangebots erfolgen. Die eigenen Aktien können auch zum Zwecke der Einziehung zu Lasten des Bilanzgewinns oder anderer Gewinnrücklagen erworben werden. Der Vorstand ist u. a. ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die erworbenen eigenen Aktien unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen oder beim Erwerb von Unternehmen, Unternehmensteilen oder Beteiligungen an Unternehmen an Dritte zu veräußern oder zur Bedienung von Wandel- oder Optionsanleihen zu nutzen. Von der Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien wurde bislang kein Gebrauch gemacht (§§ 289 und 315, jeweils Abs. 4 Nr. 7 HGB).

Wesentliche Vereinbarungen, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots stehen, wurden nicht getroffen (§§ 289 und 315, jeweils Abs. 4 Nr. 8 HGB).

Eine Erläuterung von Entschädigungsvereinbarungen der Mitglieder des Vorstands oder von Arbeitnehmern für den Fall eines Kontrollwechsels entfällt, da solche Vereinbarungen nicht bestehen (§§ 289 und 315, jeweils Abs. 4 Nr. 9 HGB).

Einzelheiten zur Vergütung des Vorstands und des Aufsichtsrats sind im Vergütungsbericht im Kapitel "Erklärung zur Unternehmensführung" dargelegt.

FINANZMANAGEMENT

Das Finanzmanagement der CropEnergies-Gruppe umfasst die Steuerung der liquiden Mittel, des Eigenkapitals und des Fremdkapitals. Dabei strebt CropEnergies eine Bilanzstruktur mit einer Aufteilung zwischen Eigen- und Fremdkapital an, welche mit einem hohen Eigenkapitalanteil die Wachstumsstrategie absichert. Die Finanzierung der CropEnergies-Gruppe basiert auf der nachhaltigen Fähigkeit zur Generierung von positiven Cashflows, stabilen Beziehungen zu den das Unternehmen tragenden Aktionärsgruppen, dem Zugang zu den Kapitalmärkten und verlässlichen Bankenbeziehungen. Die Kommunikation mit den Kapitalmarktteilnehmern folgt dem Grundsatz finanzieller Transparenz. Die Grundlage dafür bildet ein Berichtswesen, das nach einheitlichen Bewertungs- und Ausweisgrundsätzen sowohl die Unternehmensplanungs- als auch die Reportingprozesse bestimmt.

CropEnergies nutzt eine im Hinblick auf die Fälligkeiten und Zinsfestschreibung optimierte Struktur von Darlehen. Zur unterjährigen Finanzierung ist ein flexibler Zugang zu kurzfristiger Liquidität ein wichtiges Element der Finanzierungsstruktur.

CropEnergies verfolgt eine konservative Finanzierungspolitik, die auf eine Absicherung von Rentabilität, Liquidität und Stabilität des Unternehmens abzielt und die durch konsequentes Finanzmanagement (Cash- und Liquiditätsmanagement) und integriertes Risikomanagement flankiert wird. Grundlage der Finanzierungspolitik sind die folgenden Ziele:

eine starke Kapitalstruktur mit einer nachhaltigen Eigenkapitalfinanzierungsbasis durch die tragenden Aktionärsgruppen,

flexibel nutzbare Fremdkapitalinstrumente unter Beachtung eines ausgewogenen Laufzeitenprofils,

ein jederzeitiger Zugriff auf ausreichende kurzfristige Liquidität und

die Steuerung der Finanzrisiken durch ein integriertes Risikomanagement.

CHANCEN- UND RISIKOBERICHT

Risikomanagement in der CropEnergies-Gruppe

CropEnergies zählt zu den größten und leistungsfähigsten Herstellern von Bioethanol in Europa. Mit dem geschaffenen Produktions- und Vertriebsnetzwerk ist CropEnergies hervorragend positioniert, um vom wachsenden europäischen Bioethanolmarkt profitieren zu können. Darüber hinaus verfügt CropEnergies über ein attraktives Portfolio an hochwertigen Lebens- und Futtermitteln aus der Bioethanolproduktion, das die Abhängigkeit von den Entwicklungen auf den Ethanol- und Rohstoffmärkten reduziert. Betriebliche Funktionen, externe Einflüsse sowie unternehmerisches Handeln zur Sicherung von Bestand, Wachstum und Erfolg einer Unternehmung unterliegen Chancen und Risiken. Um Risiken zu erkennen und aktiv zu steuern, hat Crop-Energies ein konzernweites Risikomanagementsystem eingerichtet.

Risikopolitik

Für CropEnergies ist ein verantwortungsvoller Umgang mit unternehmerischen Chancen und Risiken ein wichtiger Bestandteil einer nachhaltigen, wertorientierten Unternehmensführung. Das Risikomanagement dient der frühzeitigen und systematischen Erkennung und Vermeidung von Risiken, der Verbesserung der internen Transparenz risikobehafteter Prozesse sowie der Schaffung eines Risikobewusstseins bei allen Mitarbeitern.

Hierzu setzt CropEnergies ein integriertes System zur Früherkennung und Überwachung geschäftsspezifischer Risiken ein. Durch risikobewusstes Verhalten, die Festlegung klarer Verantwortlichkeiten, Unabhängigkeit im Risikocontrolling sowie durch die Implementierung interner Kontrollen soll ein angemessenes Verhältnis von Chancen und Risiken erreicht werden.

Risikomanagementsystem

Das Risikomanagementsystem der CropEnergies-Gruppe ist ein integrales Element des gesamten Planungs-, Steuerungs- und Berichterstattungsprozesses in allen relevanten Einheiten. Diese integrierte Berichterstattung an den Vorstand und dessen direkte Einbindung gewährleisten eine transparente Risikoerfassung und -analyse.

Das Risikomanagementsystem zielt darauf ab, Risiken systematisch zu identifizieren, zu beurteilen, zu kontrollieren und zu dokumentieren sowie gegebenenfalls Gegenmaßnahmen einzuleiten.

Der Vorstand trägt konzernweit die Verantwortung für die Früherkennung bestandsgefährdender Risiken und die Initiierung entsprechender Gegenmaßnahmen. Der Vorstand hat einen Risikoausschuss eingerichtet, dessen weitere Mitglieder, bestehend aus den Verantwortlichen der Bereiche Einkauf, Vertrieb, Business Development, Finanzen und Controlling, den Vorstand bei seinen Aufgaben unterstützen. Der Risikoausschuss tagt in der Regel monatlich, bei Bedarf auch ad hoc. Beratungsgegenstand sind alle Risikoarten, wobei bezüglich der wesentlichen Risiken Rohstoffeinkauf, Verkauf und Finanzmarktrisiken standardisierte Szenarienrechnungen in Abhängigkeit der künftigen Markterwartung erstellt und die Auswirkungen auf das operative Ergebnis bzw. das Finanzergebnis ermittelt werden. Die Risikoeinschätzung erfolgt monatlich für das laufende und kommende Geschäftsjahr. Zusätzlich zur Regelberichterstattung besteht für ad hoc auftretende Risiken eine konzerninterne Berichterstattungspflicht an den Vorstand.

Risikokommunikation

Wesentlich für ein effektives Risikomanagementsystem ist die offene und schnelle Kommunikation mit den verantwortlich handelnden Mitarbeitern im Unternehmen. Das Management stellt dies - auch durch seine unmittelbare Einbindung in den Risikoausschuss - sicher und hält die Mitarbeiter an, bewusst und proaktiv mit Risiken umzugehen.

Internes Kontrollsystem

Das interne Kontrollsystem in der CropEnergies-Gruppe umfasst Grundsätze, Verfahren und Maßnahmen zur Sicherung von Wirksamkeit, Wirtschaftlichkeit und Ordnungsmäßigkeit der Rechnungslegung sowie der Einhaltung der maßgeblichen rechtlichen Vorschriften. Dabei setzt sich das interne Kontrollsystem der Crop-Energies-Gruppe aus einem Steuerungs- und einem Überwachungssystem zusammen.

Prozessintegrierte und prozessunabhängige Kontrollen bilden die beiden Bestandteile des internen Überwachungssystems der CropEnergies-Gruppe. Neben dem "Vier-Augen-Prinzip" sind maschinelle IT-Prozesskontrollen und automatisierte Validierungs- und Plausibilitätsprüfungen ein wesentlicher Teil der prozessabhängigen Kontrollen.

Der Aufsichtsrat hat die Prüfung der Wirksamkeit des internen Kontrollsystems an den Prüfungsausschuss übertragen. Die interne Revision der Südzucker-Gruppe ist als prozessunabhängige Prüfungsinstanz in das interne Überwachungssystem der CropEnergies-Gruppe eingebunden. Sie stellt im Rahmen ihrer Überwachungstätigkeit durch regelmäßige Systemprüfungen die Funktionsfähigkeit und Wirksamkeit des Systems sicher.

Auch die Prüfungshandlungen des Konzernabschlussprüfers sind prozessunabhängig und auf die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems gerichtet. Der Konzernabschlussprüfer beurteilt gemäß § 317 Abs. 4 HGB die Funktionsfähigkeit des Risikofrüherkennungssystems, das von CropEnergies jeweils kurzfristig an etwaige Veränderungen des Umfelds angepasst wird, und berichtet über die Ergebnisse der Prüfung des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems.

Die auf Ordnungsmäßigkeit und Verlässlichkeit der Konzernrechnungslegung ausgerichteten Maßnahmen des internen Kontrollsystems stellen sicher, dass Geschäftsvorfälle in Übereinstimmung mit den gesetzlichen und satzungsmäßigen Vorschriften vollständig und zeitnah erfasst werden. Daneben ist gewährleistet, dass Inventuren ordnungsgemäß durchgeführt werden und Vermögenswerte sowie Schulden im Konzernabschluss zutreffend angesetzt, bewertet und ausgewiesen werden.

Die Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften der CropEnergies-Gruppe regeln einschließlich der Vorschriften zur Rechnungslegung nach International Financial Reporting Standards (IFRS) die einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze der in den CropEnergies-Konzernabschluss einbezogenen inländischen und ausländischen Tochtergesellschaften. Dabei kommen lediglich solche IFRS zur Anwendung, die zum Zeitpunkt der Aufstellung von der EU-Kommission für die Anwendung in der EU übernommen wurden.

Auf Konzernebene umfassen die spezifischen Kontrollaktivitäten zur Sicherstellung der Ordnungsmäßigkeit und Verlässlichkeit der Konzernrechnungslegung die Analyse und gegebenenfalls Korrektur der durch die Konzerngesellschaften vorgelegten Einzelabschlüsse unter Beachtung der von den Abschlussprüfern erstellten Berichte bzw. die hierzu geführten Abschlussbesprechungen. Mit der zentralen Durchführung der Werthaltigkeitstests von Geschäfts- oder Firmenwerten wird die Anwendung einheitlicher und standardisierter Bewertungskriterien sichergestellt. Daneben bestehen umfassende Konzernvorgaben zur Bilanzierung und Bewertung. Außerdem erfolgt auch auf Konzernebene die Aufbereitung und Aggregation von Daten für die Erstellung von Konzernlagebericht und Anhang.

Das interne Kontrollsystem ermöglicht durch die festgelegten Organisations-, Kontroll- und Überwachungsstrukturen die vollständige Erfassung, Aufbereitung und Würdigung von unternehmensbezogenen Sachverhalten einschließlich deren Darstellung in der Konzernrechnungslegung.

Die Trennung von Funktionen und Verantwortung für Verwaltung, Ausführung, Abrechnung und Genehmigung zielt darauf ab, kriminellen Handlungen vorzubeugen. Das interne Kontrollsystem gewährleistet auch die Abbildung von Veränderungen im wirtschaftlichen und rechtlichen Umfeld der CropEnergies-Gruppe sowie die Anwendung neuer oder geänderter gesetzlicher Vorschriften zur Konzernrechnungslegung.

Rechtliche und politische Rahmenbedingungen

Wie im Abschnitt "Entwicklungen im politischen Umfeld" des Konzernlageberichts ausführlich dargestellt wurde, ist CropEnergies sowohl auf nationaler als auch auf europäischer Ebene in diverse, für die Biokraftstoffbranche spezifische rechtliche und politische Rahmenbedingungen eingebunden. Dies kann zu zusätzlichen Chancen führen, z. B. wenn die nationalen bzw. europäischen Beimischungsquoten erhöht werden. Ebenso können Änderungen dieser Rahmenbedingungen Risiken mit sich bringen, falls beispielsweise die Beimischungsziele auf europäischer Ebene reduziert werden sollten.

Operative Risiken

Beschaffungsrisiko

CropEnergies benötigt zur Herstellung von Bioethanol vor allem kohlenhydrathaltige Agrarrohstoffe wie Zuckersirupe und Getreide. Preisschwankungen an den Weltagrarmärkten beeinflussen direkt die Rohstoffkosten.

Da Veränderungen beim Getreidepreis in der Regel mit einer gleichgerichteten Änderung der Preise für eiweißhaltige Lebens- und Futtermittel einhergehen, kann CropEnergies Preisschwankungen beim Rohstoffeinkauf teilweise durch Verkaufserlöse für Gluten, ProtiGrain® und ProtiWanze® kompensieren ("natural hedge").

Darüber hinaus kann CropEnergies die Auswirkungen eines möglichen Anstiegs der Getreidepreise auf die Rohstoffkosten durch eine vorausschauende Einkaufspolitik und die Nutzung von Zuckersirupen reduzieren. Dabei verfolgt CropEnergies das Ziel, die für eingegangene Lieferverpflichtungen notwendigen Rohstoffmengen zeitnah zu sichern.

Auch in Zukunft verfolgt CropEnergies die Geschäftspolitik, verbleibende Risiken aus Rohstoffpreissteigerungen durch den Abschluss von längerfristigen Lieferverträgen, die Nutzung von Warentermingeschäften sowie alternativen Rohstoffen zu reduzieren. Abhängig von der Marktpreislage verbleibt jedoch das Risiko, dass kostendeckende Sicherungsgeschäfte nicht abschließbar sind oder Preissteigerungen für Rohstoffe nicht an die Abnehmer von Bioethanol weitergegeben werden können.

Die im November 2009 verabschiedete deutsche Biokraft-NachV knüpft die Förderung von Kraftstoffen aus Biomasse ab dem 1. Januar 2011 an die Einhaltung bestimmter Nachhaltigkeitsanforderungen. Bioethanol aus den Anlagen in Zeitz und Wanze erfüllt alle Anforderungen der Biokraft-NachV. Jedoch ist CropEnergies zur Herstellung nachhaltigen Bioethanols auf die Verfügbarkeit nachhaltiger Rohstoffe angewiesen.

Im Rahmen des EU-Emissionshandels wurden der CropEnergies-Gruppe als industriellem Produzent in der zweiten Handelsperiode von 2008 bis 2012 Emissionszertifikate zugeteilt. Derzeit erwartet CropEnergies eine nur geringe Unterdeckung in dieser zweiten Handelsperiode. Die konkrete Ausgestaltung des europäischen Emissionshandels ab 2013 bis 2020 ist noch nicht abschließend geklärt. Aus heutiger Sicht geht CropEnergies ab 2013 jedoch von einer Zuteilung aus, die unterhalb derer in der zweiten Handelsperiode liegen wird. Abhängig vom Bedarf und Marktpreis von CO2 -Zertifikaten können sich Auswirkungen auf die Produktionskosten und damit auch auf die Wettbewerbsposition ergeben.

Wettbewerbsrisiko

Mit der Verpflichtung jedes EU-Mitgliedsstaats zur Einreichung eines nationalen Aktionsplans zur Förderung und Nutzung von erneuerbaren Energien bei der EU-Kommission hat die EU Maßnahmen zur Förderung erneuerbarer Energien verabschiedet. Bis zum Jahr 2020 soll 10 % der im Transportsektor eingesetzten Energie aus erneuerbaren Quellen stammen. Die bisher veröffentlichten Aktionspläne verdeutlichen das große Wachstumspotenzial des Bioethanolmarkts in Europa.

Der Bau neuer Bioethanolanlagen und die Erweiterung bestehender Anlagen könnten jedoch in den kommenden Jahren zu einem signifikanten Anstieg der Produktionskapazitäten für Bioethanol in der EU führen. Dieser Zuwachs könnte einen verstärkten Wettbewerb unter den Bioethanolproduzenten auslösen.

Darüber hinaus steht CropEnergies im Wettbewerb mit außereuropäischen Bioethanolproduzenten, die infolge lokaler Gegebenheiten - insbesondere in Brasilien - von niedrigeren Produktionskosten profitieren können.

Absatzrisiko

Der überwiegende Anteil des Bioethanolabsatzes der Crop-Energies-Gruppe entfällt auf Großkunden. Dabei kann nicht ausgeschlossen werden, dass Lieferverträge durch einzelne Großkunden nicht erfüllt oder am Ende der Vertragslaufzeit nicht verlängert werden. Sollte es in einem solchen Fall nicht gelingen, wirtschaftlich gleichwertige Aufträge abzuschließen, könnte sich dies nachteilig auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gruppe auswirken.

IT-Risiken

Wie jedes Unternehmen ist CropEnergies auf funktionierende IT-Systeme angewiesen. Für die operative und strategische Steuerung des Unternehmens setzt Crop-Energies hochentwickelte Informationssysteme ein. Zur Optimierung und Aufrechterhaltung der IT-Systeme sind diese in die IT-Systeme der Südzucker AG eingebunden.

Personalrisiken

Die CropEnergies-Gruppe steht mit anderen Unternehmen im Wettbewerb um qualifiziertes Personal. CropEnergies bietet als eines der führenden Unternehmen im Zukunftsmarkt für Biokraftstoffe ein attraktives Arbeitsumfeld, Stabilität sowie die Sozialleistungen der Südzucker-Gruppe und Entwicklungsmöglichkeiten in einem internationalen Umfeld.

Weitere operative Risiken

CropEnergies überwacht Produktqualität und Umweltrisiken mithilfe eines Qualitätssicherungssystems und moderner Prozessleittechnik. Das Risiko ungeplanter Produktionsunterbrechungen wird durch kontinuierliche Wartungsmaßnahmen und hochqualifiziertes Personal minimiert. Falls erforderlich wird geprüft, ob eine ungeplante Produktionsminderung in einer Anlage durch die Mehrerzeugung in einer anderen Anlage ausgeglichen werden kann.

In den Bereichen IT, Verwaltung sowie Forschung und Entwicklung kann CropEnergies aufgrund des Shared-Service-Vertrags auf die Fachabteilungen der Südzucker AG zurückgreifen.

Rechtliches Risiko

Klageverfahren gegen die CropEnergies-Gruppe, die wesentliche Auswirkungen auf die finanzielle Lage des Konzerns besitzen könnten, bestehen nicht.

Produkt- und Rohstoffpreisrisiken

Die CropEnergies-Gruppe unterliegt Marktpreisrisiken durch die Veränderung der Preise für Endprodukte, Rohstoffe und Energie. Zur Begrenzung damit verbundener Risiken setzt CropEnergies in der Rohstoff- und Bioethanolpreissicherung derivative Absicherungen ein.

Der Einsatz dieser Sicherungsinstrumente erfolgt innerhalb festgelegter Limits und unterliegt einer ständigen Kontrolle.

Finanzwirtschaftliche Risiken

CropEnergies unterliegt in geringem Maße Risiken aus der Veränderung von Wechselkursen und Zinssätzen. Die Währungsrisiken werden in begrenztem Umfang durch derivative Instrumente abgesichert. Der Einsatz dieser Sicherungsinstrumente erfolgt innerhalb festgelegter Limits und unterliegt einer ständigen Kontrolle. Risiken aus der Veränderung von Zinssätzen werden durch den verstärkten Abschluss festverzinslicher Darlehen gemindert.

Liquiditätsrisiken

Risiken aus Zahlungsstromschwankungen werden frühzeitig im Rahmen der Liquiditätsplanung, die integraler Bestandteil der Unternehmensplanung ist, erkannt und gesteuert. Aufgrund verbindlich zugesagter Kreditlinien kann CropEnergies - falls erforderlich - kurzfristig auf ausreichende liquide Mittel zurückgreifen.

Bonitäts- und Ausfallrisiken

Ausfallrisiken im Forderungsbestand werden bei CropEnergies reduziert, indem einerseits die Bonität, das Zahlungsverhalten und die offenen Posten von Schuldnern fortlaufend überwacht und andererseits Warenkreditversicherungen und Bürgschaften zur Absicherung herangezogen werden. Kreditrisiken aus Geldanlagen werden dadurch minimiert, dass Transaktionen ausschließlich bei Banken und Partnern erstklassiger Bonität abgeschlossen werden.

Ausführliche Informationen zu Währungs-, Zinsänderungs- und Preisrisiken sowie Liquiditäts-, Bonitäts- und Ausfallrisiken sind im Anhang zum Jahresabschluss unter (27) Risikomanagement in der CropEnergies-Gruppe zu finden.

Gesamtrisiko

Es sind keine Risiken erkennbar, die gegenwärtig oder in absehbarer Zukunft den Fortbestand der CropEnergies-Gruppe gefährden oder wesentliche negative Auswirkungen auf die Finanzlage, die Geschäftstätigkeit oder das Ergebnis der Betriebstätigkeit haben könnten.

Chancen der weiteren Unternehmensentwicklung

Die Profitabilität wird maßgeblich von der Erlösentwicklung für Bioethanol und den Kosten der eingesetzten Rohstoffe geprägt.

Chancen ergeben sich aus geringeren Getreidepreisen und/oder einem Preisanstieg von Bioethanol und den zu Lebens- und Futtermitteln veredelten Kuppelprodukten. CropEnergies kann sich der Volatilität der Getreidemärkte durch die Verwendung von Zuckersirupen als Rohstoff teilweise entziehen. Darüber hinaus profitiert Crop-Energies von den Verkaufserlösen hochwertiger Lebens- und Futtermittel, die zu einer Senkung der Nettorohstoffkosten führen, sowie von einer energieoptimierten Produktion.

Versorgungssicherung mit Energieträgern, Klimaschutz und die Stärkung der regionalen Strukturen sind die Ziele der EU, die mit dem Ausbau des europäischen Bioethanolmarkts erreicht werden sollen. Hierfür wurden weitere Rahmenbedingungen geschaffen, die die verstärkte Nutzung von Bioethanol im Kraftstoffsektor fördern. Aus dem daraus resultierenden Marktwachstum können sich Chancen ergeben. CropEnergies hat durch den Kapazitätsausbau in Deutschland, Belgien und Frankreich die Grundlage geschaffen, um vom künftigen Marktwachstum als einer der leistungsfähigsten europäischen Hersteller von Bioethanol zu profitieren.

EREIGNISSE NACH DEM BILANZSTICHTAG

Nach dem Bilanzstichtag haben keine Ereignisse stattgefunden, die die Ertrags-, Finanz- oder Vermögenslage wesentlich beeinflussen.

PROGNOSEBERICHT

Bioethanol hat sich in Europa zu einem festen Bestandteil des Kraftstoffmarkts entwickelt. Als erneuerbare Energiequelle leistet es einen wichtigen Beitrag für eine sichere und Klima schonende Versorgung des europäischen Transportsektors. Durch das verbindliche Ziel der EU für das Jahr 2020, 10 % des Energieverbrauchs im Transportsektor durch erneuerbare Energien zu decken, wird die Bedeutung von Bioethanol zunehmen und sich der Bedarf auf rund 15 Mio. m3 im Jahr 2020 verdreifachen.

Gemäß der eingereichten Aktionspläne der Mitgliedsstaaten soll der Bioethanolbedarf bis 2020 stetig wachsen. Höhere Beimischungsziele und die Einführung von E10 in einigen Mitgliedsstaaten wie beispielsweise Deutschland werden die Nachfrage nach Bioethanol in der EU im Geschäftsjahr 2011/12 weiter erhöhen. Aufgrund der eingeführten Nachhaltigkeitskriterien und der Bedingungen in den großen Bioethanolmärkten in Brasilien und den USA erwartet CropEnergies geringere Exporte nach Europa und deshalb eine zunehmende Versorgung des EU-Markts durch europäische Bioethanolhersteller. In Verbindung mit den Entwicklungen auf den Märkten für Rohöl, Zucker und Getreide rechnet CropEnergies bis zum Beginn der neuen Getreideernte in Europa mit einer Seitwärtsbewegung der Bioethanol- und Getreidepreise auf den derzeit hohen Niveaus.

Auch nach der dynamischen Entwicklung der Vorjahre infolge des Kapazitätsaufbaus und der erreichten Produktivitätsfortschritte wird CropEnergies im Geschäftsjahr 2011/12 weiter profitabel wachsen. Die Produktions- und Absatzmengen an Bioethanol sowie an Lebens- und Futtermitteln werden sich mindestens auf dem hohen Vorjahresniveau bewegen. In Verbindung mit besseren Vermarktungsmöglichkeiten für die Produkte rechnet CropEnergies für 2011/12 mit weiterem, jedoch nunmehr moderaterem Umsatzwachstum. Unter der Voraussetzung, dass die gestiegenen Rohstoffkosten weiter durch höhere Absatzpreise kompensiert werden können, wird auch das operative Ergebnis moderater wachsen. Damit wird die Spitzenposition des Unternehmens unter den börsennotierten Biokraftstoffherstellern insbesondere vor dem Hintergrund der aktuellen Rohstoffpreise gefestigt.

Auch im Geschäftsjahr 2012/13 und danach rechnet Crop-Energies mit einem weiteren Wachstum des Markts für Bioethanol in Europa und einer hohen Nachfrage nach proteinhaltigen Lebens- und Futtermitteln.

Während die weitere Entwicklung des Umsatzes maßgeblich von den vorherrschenden Energiepreisen abhängt, sollte sich unter normalen Bedingungen auf den Bioethanol- und Rohstoffmärkten die Ertragskraft weiter verbessern.

HEUTE DIE BRENNSTOFFZELLEN ENTWICKELN FÜR DIE BIOETHANOL-NUTZUNG VON MORGEN

Der überwiegende Teil unseres Bioethanols wird heute als Klima schonender Benzinersatz im Transportsektor genutzt. Auf längere Sicht wird die Bedeutung von Bioethanol als erneuerbarem Energieträger aber auch in anderen Bereichen der Energieversorgung zunehmen. Wir forschen daher nach neuen Anwendungsgebieten. Ein Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung von Bioethanolbrennstoffzellen, die ohne Geräusch- und Geruchsemissionen in einem chemischen Prozess Bioethanol direkt in Strom umwandeln. Damit könnte eine vom Stromnetz unabhängige Stromversorgung auch in Gebieten gewährleistet werden, in denen der Anschluss ans Stromnetz nicht möglich ist und besondere Rücksicht auf die Umgebung genommen werden muss. Beispiele hierfür sind die Versorgung von abgelegenen Telekommunikationsanlagen mit Strom oder Freizeitaktivitäten in der Natur. Auch im Verkehrsmanagement - u. a. in Baustellen - wären die langlebigen Bioethanolbrennstoffzellen eine sinnvolle, weil wartungsarme Alternative zu Batteriesystemen.

KONZERNABSCHLUSS

Gesamtergebnisrechnung

1. März 2010 bis 28. Februar 2011

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Tsd. € Anhang 2010/11 2009/10
Gewinn-und-Verlust-Rechnung


Umsatzerlöse (5) 472.755 374.149
Bestandsveränderungen und andere aktivierte Eigenleistungen (6) -2.825 10.895
Sonstige betriebliche Erträge (7) 8.941 5.344
Materialaufwand (8) -333.203 -297.309
Personalaufwand (9) -22.162 -22.000
Abschreibungen und Wertminderungen
-30.507 -21.296
Sonstige betriebliche Aufwendungen (10) -46.254 -40.349
Ergebnis der Betriebstätigkeit (11) 46.745 9.434
Finanzerträge (12) 199 626
Finanzaufwendungen (12) -8.159 -8.945
Ergebnis vor Ertragsteuern
38.785 1.115
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag (13) -10.458 3.300
Jahresüberschuss
28.327 4.415
Verwässertes und unverwässertes Ergebnis je Aktie (€) (29) 0,33 0,05
Aufstellung der erfolgsneutral im Eigenkapital erfassten Erträge und Aufwendungen


Jahresüberschuss
28.327 4.415
Marktwertveränderungen*
4.233 -1.348
Im Eigenkapital zu erfassende Ergebnisse
4.233 -1.348
Gesamtergebnis
32.560 3.067

* Nach Berücksichtigung latenter Steuern

Kapitalflussrechnung

1. März 2010 bis 28. Februar 2011

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Tsd. € Anhang 2010/11 2009/10
Jahresüberschuss
28.327 4.415
Abschreibungen und Wertberichtigungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen (15), (16) 30.507 21.296
Veränderung der langfristigen Rückstellungen und der latenten Steuern
4.460 -8.262
Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen (+) / Erträge (-)
0 399
Cashflow
63.294 17.848
Verlust (+) / Gewinn (-) aus dem Abgang von Gegenständen des langfristigen Vermögens
445 -133
Zunahme der kurzfristigen Rückstellungen
1.141 485
Zunahme der Vorräte, der Forderungen und sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte
-29.275 -15.510
Zunahme (+) / Abnahme (-) der Verbindlichkeiten (ohne Finanzverbindlichkeiten)
9.952 -21.839
Zunahme des Working Capital
-18.182 -36.864
I. Mittelzufluss (+) / -abfluss (-) aus laufender Geschäftstätigkeit
45.557 -19.149
Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte (15), (16) -21.631 -33.843
Einzahlungen aus dem Abgang von langfristigen Vermögenswerten
588 661
Saldo aus zurückgezahlten Investitionszulagen und erhaltenen Investitionszuschüssen
369 4.764
II. Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit
-20.674 -28.418
Dividendenausschüttungen
-4.250 0
Aufnahme von Finanzverbindlichkeiten
0 111.707
Tilgung von Finanzverbindlichkeiten
-16.653 -58.890
III. Mittelabfluss (-) / -zufluss (+) aus Finanzierungstätigkeit
-20.903 52.817
IV. Veränderung der flüssigen Mittel (Summe aus I., II. u. III.)
3.980 5.250
Flüssige Mittel am Anfang der Periode
8.328 3.078
Flüssige Mittel am Ende der Periode
12.308 8.328

Unter Position (30) des Anhangs werden weitere Erläuterungen zur Kapitalflussrechnung gegeben.

Bilanz

28. Februar 2011

AKTIVA

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Tsd. € Anhang 28.02.2011 28.02.2010
Immaterielle Vermögenswerte (15) 9.692 8.840
Sachanlagen (16) 472.088 483.218
Forderungen und sonstige Vermögenswerte
4.463 1
Aktive latente Steuern (13) 26.650 26.249
Langfristige Vermögenswerte
512.893 518.308
Vorräte (17) 37.626 41.085
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Vermögenswerte (18) 75.554 41.131
Laufende Ertragsteuerforderungen
24 11
Flüssige Mittel (23), (24) 12.308 8.328
Kurzfristige Vermögenswerte
125.512 90.555
Bilanzsumme
638.405 608.863

PASSIVA

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Tsd. € Anhang 28.02.2011 28.02.2010
Gezeichnetes Kapital
85.000 85.000
Kapitalrücklage
211.333 211.333
Gewinnrücklagen
43.663 15.353
Eigenkapital (19) 339.996 311.686
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen (20) 3.594 2.925
Übrige Rückstellungen (21) 1.973 1.023
Langfristige Finanzverbindlichkeiten (23), (24) 125.589 139.638
Sonstige Verbindlichkeiten
2 129
Passive latente Steuern (13) 26.166 21.220
Langfristige Schulden
157.324 164.935
Übrige Rückstellungen (21) 2.524 1.383
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten (23), (24) 81.746 84.124
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten (22) 53.919 43.932
Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten
2.896 2.803
Kurzfristige Schulden
141.085 132.242
Bilanzsumme
638.405 608.863

Entwicklung des Eigenkapitals

1. März 2010 bis 28. Februar 2011

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Tsd. € Gezeichnetes Kapital Kapital-rücklage Sonstige Gewinnrücklagen Neubewertungs-rücklage Konzern-ergebnis Summe Gewinn-rücklagen
Stand 1. März 2009 85.000 211.333 5.344 1.088 5.854 12.286
Gewinnvortrag

5.854
-5.854
Jahresüberschuss



4.415 4.415
Marktwertveränderungen aus Cashflow Hedges*


-1.348

Im Eigenkapital zu erfassende Ergebnisse


-1.348
-1.348
Gesamtergebnis


-1.348 4.415
Dividendenausschüttung

0

0
Stand 28. Februar 2010 85.000 211.333 11.198 -260 4.415 15.353
Stand 1. März 2010 85.000 211.333 11.198 -260 4.415 15.353
Gewinnvortrag

4.415
-4.415
Jahresüberschuss



28.327 28.327
Marktwertveränderungen aus Cashflow Hedges*


4.233

Im Eigenkapital zu erfassende Ergebnisse


4.233
4.233
Gesamtergebnis


4.233 28.327
Dividendenausschüttung

-4.250

-4.250
Stand 28. Februar 2011 85.000 211.333 11.363 3.973 28.327 43.663
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Tsd. € Gesamtes Konzerneigenkapital
Stand 1. März 2009 308.619
Gewinnvortrag
Jahresüberschuss 4.415
Marktwertveränderungen aus Cashflow Hedges*
Im Eigenkapital zu erfassende Ergebnisse -1.348
Gesamtergebnis 3.067
Dividendenausschüttung 0
Stand 28. Februar 2010 311.686
Stand 1. März 2010 311.686
Gewinnvortrag
Jahresüberschuss 28.327
Marktwertveränderungen aus Cashflow Hedges*
Im Eigenkapital zu erfassende Ergebnisse 4.233
Gesamtergebnis 32.560
Dividendenausschüttung -4.250
Stand 28. Februar 2011 339.996

Unter Position (19) des Anhangs ist die Entwicklung des Eigenkapitals erläutert.

* Nach Berücksichtigung latenter Steuern

Konzernanhang

Allgemeine Erläuterung

(1) Grundlagen für die Aufstellung des Konzernabschlusses

Die CropEnergies AG hat ihren Sitz in der Gottlieb-Daimler-Str. 12 in 68165 Mannheim/Deutschland; die Gesellschaft ist im Handelsregister unter HRB-Nr. 700509 beim Amtsgericht Mannheim eingetragen. Gemäß § 2 der Satzung der Gesellschaft in der Fassung vom 17. Juli 2007 ist der Gegenstand des Unternehmens der Erwerb, das Halten und die Verwaltung von Beteiligungen an sowie die Gründung von anderen Unternehmen, die unmittelbar oder mittelbar in den Bereichen der Herstellung und des Vertriebs von Bioethanol (Agraralkohol), sonstigen Biokraftstoffen sowie ähnlichen Produkten, die aus Getreide oder anderen Agrarrohstoffen erzeugt werden, einschließlich der Herstellung und des Vertriebs von Kuppelprodukten, tätig sind. Die CropEnergies AG gehört mehrheitlich zur Südzucker Aktiengesellschaft Mannheim/Ochsenfurt.

Gegenstand des Konzernabschlusses sind die CropEnergies AG, mit Sitz in Mannheim, und deren Tochterunternehmen. CropEnergies hat den Konzernabschluss nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) des International Accounting Standards Board (IASB), London, unter Berücksichtigung der Interpretationen des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC) erstellt, wie sie in der EU anzuwenden sind. Ergänzend wurden die nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften berücksichtigt.

Sämtliche vom IASB herausgegebene und von der EU-Kommission zum Zeitpunkt der Aufstellung des vorliegenden Konzernabschlusses für die Anwendung in der EU übernommene IFRS wurden von der CropEnergies AG angewendet.

Der Konzernabschluss 2010/11 wurde durch den Vorstand aufgestellt, wird durch den Prüfungsausschuss am 6. Mai 2011 geprüft und wird vom Aufsichtsrat in der Sitzung am 11. Mai 2011 geprüft und gebilligt und wird damit zur Veröffentlichung freigegeben sein.

CropEnergies erstellt und veröffentlicht den Konzernabschluss in Euro. Alle Beträge werden, soweit nicht anders vermerkt, in Tausend Euro (Tsd. €) angegeben.

Die auf den folgenden Seiten in Klammern gesetzten Zahlen beziehen sich jeweils auf den Vorjahreszeitraum bzw. -zeitpunkt.

Neben der Gesamtergebnisrechnung, die eine Gewinn-und-Verlust-Rechnung sowie eine Aufstellung der erfolgsneutral im Eigenkapital erfassten Erträge und Aufwendungen umfasst, der Kapitalflussrechnung und der Bilanz wird die Entwicklung des Eigenkapitals gezeigt. Die Angaben im Anhang enthalten außerdem eine Segmentberichterstattung.

Um die Klarheit der Darstellung zu verbessern, sind verschiedene Posten der Bilanz und der Gesamtergebnisrechnung zusammengefasst. Diese Posten werden im Anhang gesondert ausgewiesen und erläutert. Die Gewinn-und-Verlust-Rechnung als Bestandteil der Gesamtergebnisrechnung ist nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.

Der Konzernabschluss wird grundsätzlich auf Basis historischer Anschaffungs- und Herstellungskosten aufgestellt, sofern unter Ziffer (4) Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze nicht etwas anderes berichtet wird.

Beginnend mit dem Geschäftsjahr 2010/11 waren von CropEnergies eine Reihe vom IASB überarbeitete bzw. neu herausgegebene Standards und Interpretationen verpflichtend anzuwenden:

Der überarbeitete IFRS 3 (Unternehmenszusammenschlüsse - 2008) enthält geänderte Vorschriften zu Unternehmenserwerben; die Anpassungen betreffen den Anwendungsbereich und die Bilanzierung von sukzessiven Anteilserwerben. Ferner räumen die Änderungen das Wahlrecht ein, die Anteile der nicht beherrschenden Gesellschafter mit beizulegendem Zeitwert oder mit dem anteiligen Nettovermögen zu bewerten. In Abhängigkeit von der Ausübung des Wahlrechts wird im Rahmen eines Unternehmenserwerbs ein eventuell entstandener Geschäfts- oder Firmenwert vollständig oder nur mit dem Anteil des Mehrheitsgesellschafters ausgewiesen. Der Standard hatte keine Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der CropEnergies-Gruppe.

Durch die Änderungen an IAS 27 (Konzern- und Einzelabschlüsse - 2008) wird klargestellt, dass Transaktionen, durch die ein Mutterunternehmen seine Beteiligungsquote an einem Tochterunternehmen ändert, ohne die Beherrschung aufzugeben oder zu erlangen, künftig als erfolgsneutrale Eigenkapitalveränderung zu bilanzieren sind. Ferner wurde die Bilanzierung von Transaktionen mit Verlust der beherrschenden Stellung gegenüber einem Tochterunternehmen neu geregelt. Der Standard bestimmt, wie ein Endkonsolidierungserfolg ermittelt und eine nach Veräußerung verbleibende Restbeteiligung zu bewerten ist. Der Standard hatte keine Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der CropEnergies-Gruppe.

Im April 2009 veröffentlichte das IASB im Rahmen des jährlichen "Improvement"-Projekts Änderungen diverser IFRSs (Verbesserung der IFRS 2009). Die Änderungen präzisieren den Ansatz, die Bewertung und den Ausweis von Geschäftsvorfällen, vereinheitlichen Terminologien und sind im Wesentlichen als redaktionelle Korrekturen zu bestehenden Standards zu verstehen.

Die nachfolgenden im Geschäftsjahr 2010/11 erstmalig anzuwendenden Standards und Interpretationen hatten keine bzw. unwesentliche Auswirkungen auf den CropEnergies-Konzernabschluss:

IAS 32 (Finanzinstrumente: Darstellung - 2009) - Änderung des IAS 32: Einstufung von Bezugsrechten

IAS 39 (Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung - 2009) - Änderung des IAS 39: Ansatz und Bewertung -
Zulässige Grundgeschäfte im Rahmen von Sicherungsbeziehungen

IFRS 1 (Erstmalige Anwendung der International Financial Reporting Standards - 2009) - Änderung des IFRS 1:
Aufnahme von zusätzlichen Ausnahmen für erstmalige Anwender

IFRS 1 (Erstmalige Anwendung der International Financial Reporting Standards - 2008) - Änderung des IFRS 1:
Neu strukturierter IFRS 1

IFRS 2 (Anteilsbasierte Vergütung - 2009) - Änderung des IFRS 2: Anteilsbasierte Vergütungstransaktionen mit
Barausgleich innerhalb einer Unternehmensgruppe

IFRIC 12 (Dienstleistungskonzessionsvereinbarungen)

IFRIC 15 (Verträge über die Errichtung von Immobilien)

IFRIC 16 (Absicherung einer Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb)

IFRIC 17 (Sachausschüttungen an Eigentümer)

IFRIC 18 (Übertragung von Vermögenswerten durch einen Kunden)

Nachstehende geänderte Standards und neue Interpretationen, die von der EU in europäisches Recht übernommen wurden, waren im Geschäftsjahr 2010/11 für CropEnergies noch nicht verpflichtend anzuwenden:

IFRS 1 (Erstmalige Anwendung der International Financial Reporting Standards - 2010) - Änderung des IFRS 1:
Gewährung von Ausnahmen der Angabepflichten in IFRS 7 (Vergleichszahlen für erstmalige Anwender)

IAS 24 (Angaben über Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen - 2009)

IFRIC 14 (Beitragsvorauszahlungen bei bestehenden Mindestdotierungsverpflichtungen - 2009)

IFRIC 19 (Tilgung finanzieller Verbindlichkeiten mit Eigenkapitalinstrumenten)

Im Mai 2010 veröffentlichte das IASB im Rahmen des jährlichen "Improvement"-Projekts den dritten Sammelstandard "Improvements to IFRSs" (Verbesserung der IFRSs 2010). Die Änderungen präzisieren den Ansatz, die Bewertung und den Ausweis von Geschäftsvorfällen, vereinheitlichen Terminologien und sind im Wesentlichen als redaktionelle Korrekturen zu bestehenden Standards zu verstehen. Einzelne Änderungen sind für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2011 beginnen, anzuwenden und andere für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Juli 2011 beginnen.

Folgende Standards, Interpretationen und Änderungen wurden bereits vom IASB veröffentlicht, wurden aber noch nicht von der EU in Europäisches Recht übernommen:

IAS 12 (Ertragsteuern - 2010) - Änderung des IAS 12: Bewertung latenter Steuern in Abhängigkeit, ob der Buchwert durch Nutzung oder Veräußerung (widerlegbare Vermutung) realisiert wird

IFRS 1 (Erstmalige Anwendung der International Financial Reporting Standards - 2010) - Änderung des IFRS 1:
Erleichterung bei den Ausbuchungsvorschriften vor Umstellung auf IFRS sowie Sonderregelungen, wenn die funktionale Währung einer starken Hochinflation unterlag

IFRS 7 (Finanzinstrumente: Angaben - 2010) - Änderung des IFRS 7: Angaben zur Ausbuchung von Vermögenswerten bei Übertragung

Das IASB veröffentlichte im November 2009 IFRS 9 (Finanzinstrumente). Dieser Standard beinhaltet die erste Phase des dreiphasigen IASB-Projekts, den derzeit gültigen IAS 39 (Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung) zu ersetzen. Der neue Standard IFRS 9, der für ab dem 1. Januar 2013 beginnende Geschäftsjahre gelten soll, sieht künftig nur noch zwei Kategorien zur Einordnung finanzieller Vermögenswerte vor - die Bewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten und die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert. Das bisherige differenzierte Klassifizierungs- und Bewertungsmodell des IAS 39 soll wegfallen. Die European Financial Reporting Advisory Group (EFRAG) hat die Übernahme von IFRS 9 verschoben, um abzuwarten, bis das vollständige Regelwerk zu den Finanzinstrumenten durch den IASB vorgelegt wird, sowie sich mehr Zeit für die Begutachtung der Ergebnisse zu nehmen. CropEnergies bilanziert weitgehend wie unter den neuen Standards vorgesehen, sodass keine wesentlichen Auswirkungen auf den CropEnergies-Konzernabschluss erwartet werden.

(2) Konsolidierungskreis

In den Konzernabschluss werden die Abschlüsse der CropEnergies AG und der von ihr beherrschten Unternehmen (Tochterunternehmen) nach den Grundsätzen der Vollkonsolidierung einbezogen. Beherrschung liegt vor, wenn die Gesellschaft die Möglichkeit zur Bestimmung der Finanz- und Geschäftspolitik hat, um daraus wirtschaftlichen Nutzen zu ziehen. Entsprechend werden folgende Tochterunternehmen einbezogen:

CropEnergies Beteiligungs GmbH, Mannheim*

CropEnergies Bioethanol GmbH, Zeitz*

BioWanze SA, Brüssel (Belgien)

Compagnie Financière de l'Artois SA, Paris (Frankreich)

Ryssen Alcools SAS, Loon-Plage (Frankreich)

Die Quotenkonsolidierung wurde bei der Joint-Venture-Gesellschaft

CT Biocarbonic GmbH, Zeitz,

durchgeführt, an der CropEnergies 50 % der Anteile hält und die einer gemeinschaftlichen Führung untersteht. Im Rahmen der Quotenkonsolidierung wurden die Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden sowie die Gewinn-und-Verlust-Rechnung mit einem Anteil von 50 % in folgender Höhe in den Konzernabschluss der CropEnergies AG einbezogen:

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Tsd. € 28.02.2011 28.02.2010
Langfristige Vermögenswerte 6.403 2.500
Vorräte 90 0
Forderungen und andere Vermögenswerte 67 10
Flüssige Mittel 123 1.562
Kurzfristige Vermögenswerte 280 1.572
Summe Vermögenswerte 6.683 4.072
Langfristige Schulden 3.232 3.053
Kurzfristige Schulden 688 37
Summe Schulden 3.920 3.090
Erträge 209 18
Aufwendungen 248 44

Die Vorjahreszahlen beziehen sich auf ein Rumpfgeschäftsjahr ab dem 2. Quartal.

Im Rahmen einer Darlehensgewährung an die CT Biocarbonic GmbH wurde eine gesamtschuldnerische Mithaftung in Höhe von 3,1 (3,1) Mio. € eingegangen. Eine Inanspruchnahme wird derzeit nicht erwartet.

* Befreiung von der Offenlegungspflicht nach § 264 Abs. 3 HGB

(3) Konsolidierungsmethoden

Die Kapitalkonsolidierung der Tochtergesellschaften erfolgt nach der Erwerbsmethode durch Verrechnung der Anschaffungskosten mit dem Konzernanteil am Eigenkapital der Tochterunternehmen zum Zeitpunkt des Erwerbs.

Ein sich ergebender aktivischer Unterschiedsbetrag wird den Vermögenswerten insoweit zugerechnet, als deren Zeitwert den Buchwert übersteigt. Ein aus Erstkonsolidierung verbleibender Geschäftswert wird unter den immateriellen Vermögenswerten erfasst. Gemäß IFRS 3 (Unternehmenszusammenschlüsse) werden Geschäftswerte nicht planmäßig über ihre Nutzungsdauer abgeschrieben, sondern mindestens einmal jährlich einem Werthaltigkeitstest unterzogen (Impairment-Only-Approach).

Konzerninterne Umsätze, Aufwendungen und Erträge sowie alle Forderungen und Verbindlichkeiten bzw. Rückstellungen und Eventualverbindlichkeiten zwischen den konsolidierten Gesellschaften werden eliminiert. Im Anlagevermögen und in den Vorräten enthaltene Vermögenswerte aus konzerninternen Lieferungen werden um die Zwischenergebnisse bereinigt.

Gemeinschaftsunternehmen werden mittels Quotenkonsolidierung in den Konzernabschluss einbezogen. Der Konzern erfasst seinen Anteil an den einzelnen Erträgen und Aufwendungen, Vermögenswerten und Schulden sowie Cashflows der Gemeinschaftsunternehmen zusammen mit den entsprechenden Posten des Konzernabschlusses. Gewinne und Verluste aus dem Verkauf von Vermögenswerten an das Gemeinschaftsunternehmen werden nur in Höhe des den anderen Partnerunternehmen zuzurechnenden Anteils im Konzernabschluss erfasst. Zwischengewinne aus dem Verkauf von Vermögenswerten von dem Gemeinschaftsunternehmen an den Konzern werden in Höhe des auf den Konzern entfallenden Anteils eliminiert und erst bei Weiterveräußerung an einen unabhängigen Dritten realisiert. Entsprechendes gilt für Zwischenverluste, es sei denn, die übertragenen Vermögenswerte sind wertgemindert.

(4) Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Erworbene Geschäfts- oder Firmenwerte sind unter den immateriellen Vermögenswerten ausgewiesen. Im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen erworbene immaterielle Vermögenswerte werden gesondert vom Geschäftswert erfasst, wenn sie gemäß der Definition in IAS 38 (Immaterielle Vermögenswerte) separierbar sind oder aus einem vertraglichen oder gesetzlichen Recht resultieren und der Zeitwert verlässlich bestimmt werden kann. Andere entgeltlich erworbene immaterielle Vermögenswerte werden mit ihren Anschaffungskosten angesetzt und planmäßig linear über ihre voraussichtliche Nutzungsdauer abgeschrieben. Selbstgeschaffene immaterielle Vermögenswerte werden insoweit aktiviert, als die Ansatzkriterien des IAS 38 erfüllt sind. Alle immateriellen Vermögenswerte verfügen - mit Ausnahme des Geschäfts- oder Firmenwerts - über eine bestimmte Nutzungsdauer.

Geschäfts- oder Firmenwerte werden nicht planmäßig abgeschrieben, sondern jährlich sowie bei Vorliegen von Anhaltspunkten für eine Wertminderung einem Werthaltigkeitstest (Impairment-Only-Approach) unterzogen.

Zur Durchführung von Werthaltigkeitstests wird der Geschäfts- oder Firmenwert der Zahlungsmittel generierenden Einheit auf die einzige Segmentebene zugeordnet.

Die Werthaltigkeit des Geschäfts- oder Firmenwerts wird ermittelt, indem der erzielbare Betrag mit dem Buchwert der CGU einschließlich Geschäfts- oder Firmenwert verglichen wird. Der erzielbare Betrag ist der höhere der beiden Werte aus dem beizulegenden Zeitwert abzgl. Veräußerungskosten und dem Nutzungswert. CropEnergies ermittelt zur Bestimmung des erzielbaren Betrags zunächst den Nutzungswert. Der Nutzungswert ist der Barwert der zukünftigen Cashflows, die voraussichtlich aus der Zahlungsmittel generierenden Einheit erzielt werden können. Der Nutzungswert wird auf der Grundlage eines Unternehmensbewertungsmodells (Discounted Cashflow) ermittelt. Der Bestimmung liegen Cashflow-Planungen zugrunde, die auf der vom Vorstand genehmigten und zum Zeitpunkt der Durchführung des Impairment-Tests gültigen 5-Jahresplanung basieren.

Die 5-Jahresplanung berücksichtigt wirtschaftliche Daten allgemeiner Art und basiert auf der erwarteten Entwicklung der aus externen volks- und finanzwirtschaftlichen Studien abgeleiteten gesamtwirtschaftlichen Rahmendaten.

Die Kapitalkosten sind als gewichteter Durchschnitt der Eigen- und Fremdkapitalkosten zu berechnen, wobei die jeweiligen Anteile am Gesamtkapital ausschlaggebend sind. Die Eigenkapitalkosten entsprechen den Renditeerwartungen der CropEnergies-Aktionäre. Die verwendeten Fremdkapitalkosten stellen die aktuellen Finanzierungskonditionen des Unternehmens dar. Der aus den Kapitalkosten des CropEnergies-Konzerns abgeleitete Abzinsungssatz belief sich im Februar 2011 auf 8,2 % vor Steuern bzw. 6,1 % nach Steuern.

CropEnergies verwendet für die Extrapolation der Cashflows über den Planungszeitraum hinaus in der Cash Generating Unit (CGU) eine konstante Wachstumsrate von 1,5 %. Diese Wachstumsrate zur Diskontierung der ewigen Rente liegt unterhalb der im Detailplanungszeitraum ermittelten Wachstumsrate und dient im Wesentlichen dem Ausgleich einer allgemeinen Teuerungsrate. Die Cashflows werden abzüglich der Investitionen ermittelt, die notwendig sind, um das angenommene Cashflow-Wachstum zu erzielen. Die Höhe dieser Reinvestition stützt sich auf Erfahrungswerte der Vergangenheit über erforderliche Ersatzbeschaffungen von Sachanlagen.

Im Geschäftsjahr 2010/11 ergab sich weder aus der jährlichen Überprüfung der Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte noch aus anderen Umständen ein Wertberichtigungsbedarf, da der Nutzungswert der CGU über dem Buchwert lag. Der Werthaltigkeitstest für Geschäfts- oder Firmenwerte basiert auf zukunftsbezogenen Annahmen. Änderungen dieser Annahmen werden aus heutiger Sicht nicht dazu führen, dass die Buchwerte der CGU ihren erzielbaren Betrag (Nutzungswert) überschreiten und deshalb im nächsten Geschäftsjahr angepasst werden müssten. Zum Bewertungsstichtag lag der Nutzungswert deutlich über den Buchwerten der CGU.

Sachanlagen werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, vermindert um lineare planmäßige Abschreibungen, bewertet. Im Zugangsjahr werden Vermögenswerte des Sachanlagevermögens zeitanteilig (pro rata temporis) abgeschrieben. Zuschüsse und Zulagen der öffentlichen Hand werden von den Anschaffungskosten gekürzt. Die Herstellungskosten der selbst erstellten Anlagen umfassen neben den direkt zurechenbaren Kosten auch anteilige zurechenbare Material- und Fertigungsgemeinkosten. Fremdkapitalkosten, die der Anschaffung oder Herstellung sogenannter qualifizierter Vermögenswerte (Projekte wie der Bau neuer Produktionsanlagen bzw. wesentliche Ergänzungsinvestitionen, deren Umsetzung mindestens 1 Jahr dauert) zugerechnet werden können, werden bis zur Fertigstellung als Teil der Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten aktiviert. Der Fremdkapitalkostensatz ermittelt sich als gewogener Durchschnitt der Fremdkapitalkosten der aufgenommenen Fremdfinanzierung bzw. auf Basis der spezifischen Finanzierungskosten bei speziell für die Beschaffung qualifizierter Vermögenswerte aufgenommener Fremdfinanzierung. Instandhaltungsaufwendungen werden zum Zeitpunkt ihres Anfalls ergebniswirksam erfasst. Eine Aktivierung erfolgt nur dann, wenn die allgemeinen Aktivierungskriterien wie Nutzenzufluss und Bestimmbarkeit der zurechenbaren Kosten erfüllt sind.

Den Abschreibungen des Sachanlagevermögens und der immateriellen Vermögenswerte mit bestimmter Nutzungsdauer liegen folgende erwartete Nutzungsdauern zugrunde:

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Erwartete Nutzungsdauer
Immaterielle Vermögenswerte 3 bis 15 Jahre
Gebäude 15 bis 50 Jahre
Technische Anlagen und Maschinen 5 bis 30 Jahre
Betriebs- und Geschäftsausstattung 3 bis 15 Jahre

Wertminderungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte mit bestimmter Nutzungsdauer werden nach IAS 36 (Wertminderungen von Vermögenswerten) vorgenommen, wenn - nach der Prüfung entsprechender Anhaltspunkte - der erzielbare Betrag des Vermögenswertes unter den Buchwert gesunken ist. Der erzielbare Betrag wird als der jeweils höhere Wert aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Verkaufskosten bzw. Wert des erwarteten Mittelzuflusses aus der Nutzung des Vermögenswerts (Value in Use) ermittelt und unter der Position "Abschreibung und Wertminderung" ausgewiesen. Sind die Gründe für eine zuvor erfasste Wertminderung entfallen, werden die Vermögenswerte erfolgswirksam zugeschrieben, wobei die Wertaufholung nicht den Buchwert übersteigen darf, der bestimmt worden wäre, wenn in den früheren Perioden keine Wertminderung erfasst worden wäre.

Als Leasingverhältnis gilt eine Vereinbarung, bei der der Leasinggeber dem Leasingnehmer gegen einmalige oder regelmäßige Zahlungen ein zeitlich definiertes Nutzungsrecht an einem Vermögenswert überträgt. Grundsätzlich wird zwischen Finanzierungsleasing und Operating Leasing einschließlich Pacht bzw. Miete für Grundstücke und Gebäude unterschieden. Zum Bilanzstichtag bestanden bei CropEnergies nur Operating-Leasing-Verhältnisse. Beim Operating Leasing erfasst der Leasingnehmer zu zahlende Leasingraten als Aufwand.

Vorräte werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten bewertet. Dabei wird das Durchschnittswertverfahren oder -bei Rohstoffen - die Fifo-Methode (First in - first out) verwendet, da dies den tatsächlichen Verbrauchsfolgeverhältnissen entspricht. Die Herstellungskosten umfassen die produktionsbezogenen Vollkosten, die auf der Grundlage der normalen Kapazität ermittelt werden. Im Einzelnen enthalten die Herstellungskosten neben den direkt zurechenbaren Einzelkosten auch fixe und variable Produktionsgemeinkosten (Material- und Fertigungsgemeinkosten) einschließlich Abschreibungen auf Fertigungsanlagen. Dabei werden insbesondere die Kosten berücksichtigt, die auf den spezifischen Produktionskostenstellen anfallen. Soweit erforderlich, wird der niedrigere realisierbare Nettoveräußerungswert abzüglich noch anfallender Kosten angesetzt. Dabei wird grundsätzlich der Nettoveräußerungswert des Endprodukts zugrunde gelegt. Der Nettoveräußerungswert ist der geschätzte, im normalen Geschäftsverlauf erzielbare Verkaufserlös abzüglich der notwendigen variablen Vertriebskosten. Abwertungen auf Vorräte werden unter der Position "Bestandsveränderungen" ausgewiesen.

Forderungen und sonstige Vermögenswerte werden zum Zeitpunkt des Zugangs mit dem Marktwert und anschließend mit fortgeführten Anschaffungskosten unter Berücksichtigung der Effektivzinsmethode bewertet. Für Ausfall- oder andere Risiken wurden ausreichende Einzelwertberichtigungen gebildet. Diese werden unter der Position "Sonstige betriebliche Aufwendungen" ausgewiesen.

Hinsichtlich der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden erforderlichenfalls Wertberichtigungen angesetzt, die sich am tatsächlichen Ausfallrisiko orientieren. Die maximale Risikoposition aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen entspricht dem Buchwert dieser Forderungen.

Flüssige Mittel werden mit dem Nominalwert angesetzt, der regelmäßig dem Marktwert entspricht. Die flüssigen Mittel umfassen Barmittel und Bankguthaben mit einer maximalen Laufzeit von drei Monaten.

Fremdwährungstransaktionen werden mit dem Wechselkurs zum Transaktionszeitpunkt in die funktionale Währung umgerechnet. Währungsgewinne und -verluste aus der Erfüllung solcher Transaktionen sowie aus der Umrechnung zum Stichtagskurs von monetären Vermögenswerten und Schulden werden in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung erfasst.

Wertaufholungen im Bereich des lang- und kurzfristigen Vermögens werden mit Ausnahme von Geschäftswerten sowie Eigenkapitalinstrumenten, die als zur Veräußerung verfügbar eingestuft sind, bei Wegfall der ursprünglichen Gründe für Wertminderungen vorgenommen.

CO2 -Emissionsrechte werden als immaterielles Vermögen bilanziert und sind unter den sonstigen Vermögenswerten ausgewiesen. Sie werden zu Anschaffungskosten bewertet, die im Fall von kostenlos zugeteilten Emissionsrechten Null sind. Übersteigen die tatsächlichen Emissionen die zugeteilten Zertifikate, wird aufwandswirksam eine Rückstellung für CO2 -Emissionen gebildet. Die Bemessung der Rückstellung berücksichtigt die Anschaffungskosten zugekaufter Zertifikate bzw. den Marktwert von Emissionszertifikaten zum jeweiligen Bewertungsstichtag. CO2 -Emissionsrechte, die für den Verbrauch im folgenden Geschäftsjahr bestimmt sind, werden unter den kurzfristigen Vermögenswerten ausgewiesen. Sofern die Emissionsrechte für den Verbrauch in einem späteren Geschäftsjahr vorgesehen sind, werden sie unter den langfristigen Vermögenswerten bilanziert.

Bei leistungsorientierten Versorgungsplänen werden die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen entsprechend IAS 19 (Leistungen an Arbeitnehmer) mittels der Methode der laufenden Einmalprämien (Projected Unit Credit Method) ermittelt. Bei diesem Anwartschaftsbarwertverfahren werden nicht nur die am Stichtag bekannten Renten und erworbenen Anwartschaften, sondern auch künftige Anpassungen von Gehältern und Renten berücksichtigt. Die Berechnung stützt sich auf versicherungsmathematische Gutachten unter Berücksichtigung biometrischer Daten.

Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden um das Vermögen der zur Deckung der Pensionsverpflichtungen gebildeten Fonds gekürzt. Pensionsrückstellungen werden abgezinst. Der Dienstzeitaufwand wird im Personalaufwand, der Zinsaufwand aus der Aufzinsung sowie die erwarteten Fondserträge werden im Finanzergebnis ausgewiesen.

Gewinne und Verluste aus ungeplanten Veränderungen des Anwartschaftsbarwerts sowie aus Änderungen der versicherungsmathematischen Annahmen bleiben innerhalb eines Korridors von 10 % des höheren Werts aus Anwartschaftsbarwert und Planvermögen unberücksichtigt. Erst bei Über- oder Unterschreitung des Korridors werden diese überschreitenden Gewinne bzw. Verluste über die verbleibende Restdienstzeit verteilt und erfolgswirksam in der Rückstellung erfasst.

Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand wird sofort erfolgswirksam erfasst, sofern die Änderungen des Pensionsplans nicht vom Verbleib des Mitarbeiters im Unternehmen für einen festgelegten Zeitraum abhängen (Zeitraum bis zum Eintritt der Unverfallbarkeit). In diesem Fall wird der nachzuverrechnende Dienstzeitaufwand linear über den Zeitraum bis zur Unverfallbarkeit erfolgswirksam erfasst.

Zahlungen für beitragsorientierte Versorgungspläne werden bei Fälligkeit als Aufwand erfasst und im Personalaufwand ausgewiesen. Zahlungen für staatliche Versorgungspläne werden wie die von beitragsorientierten Versorgungsplänen behandelt. Der Konzern hat über die Zahlung der Beiträge hinaus keine weiteren Zahlungsverpflichtungen.

Übrige Rückstellungen werden insoweit erfasst, als sich aus einem vergangenen Ereignis eine gegenwärtige rechtliche und faktische Verpflichtung für Dritte ergibt, die Höhe der Wahrscheinlichkeit des Abflusses von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen zur Erfüllung der Verpflichtung eher wahrscheinlich als unwahrscheinlich ist und diese zuverlässig geschätzt werden kann. Dies bedeutet, dass die Eintrittswahrscheinlichkeit mehr als 50 % betragen muss. Die Bewertung erfolgt auf Basis des Erfüllungsbetrages mit der höchsten Eintrittswahrscheinlichkeit oder bei Gleichverteilung der Eintrittswahrscheinlichkeiten mit dem Erwartungswert der Erfüllungsbeträge. Rückstellungen werden zum Barwert der erwarteten Ausgaben angesetzt, wobei sich der Abzinsungssatz an der aktuellen Markterwartung und den für die Verpflichtung spezifischen Risiken orientiert. Auflösungen von Rückstellungen erfolgen in der Aufwandsposition, in der sie gebildet wurden.

Es werden übliche Gewährleistungsverpflichtungen übernommen, für die bei wahrscheinlicher Inanspruchnahme Rückstellungen gebildet werden. Weiterhin geht die Gesellschaft im Rahmen ihrer gewöhnlichen Geschäftstätigkeit regelmäßig Eventualverbindlichkeiten unter anderem aus Avalen und Bestellobligos ein. Eventualverbindlichkeiten sind mögliche Verpflichtungen gegenüber Dritten oder bereits bestehende Verpflichtungen, bei denen ein Ressourcenabfluss unwahrscheinlich ist oder deren Höhe nicht verlässlich bestimmt werden kann. Eventualschulden werden in der Bilanz nur dann erfasst, wenn sie im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses übernommen wurden. Die im Anhang angegebenen Verpflichtungsvolumina der Eventualschulden entsprechen dem am Bilanzstichtag bestehenden Haftungsumfang.

Steuerabgrenzungen werden auf temporäre unterschiedliche Wertansätze von Aktiva und Passiva zwischen IFRS- und Steuerbilanz sowie auf steuerliche Verlustvorträge, soweit sie steuerlich nutzbar sind, berechnet. Aktivische und passivische Steuerabgrenzungen sind als separate Posten ausgewiesen. Die Berechnung der latenten Steuern erfolgt gemäß IAS 12 (Ertragsteuern) unter Berücksichtigung der länder- und standortspezifischen Ertragsteuersätze. Die tatsächlichen Steuererstattungsansprüche und -schulden für das laufende und frühere Geschäftsjahre sind mit dem Betrag bewertet, in dessen Höhe eine Erstattung von den Steuerbehörden bzw. eine Zahlung an diese erwartet wird.

Der erstmalige Ansatz von langfristigen Schulden erfolgt zum beizulegenden Zeitwert. In der Folge werden sie zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert. Differenzen zwischen historischen Anschaffungskosten und dem Rückzahlungsbetrag werden entsprechend der Effektivzinsmethode berücksichtigt. Kurzfristige Verbindlichkeiten werden zum Zeitpunkt des Zugangs mit dem Marktwert und anschließend mit fortgeführten Anschaffungskosten angesetzt.

Finanzielle Vermögenswerte werden in die Kategorien: a) "erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bilanzierte finanzielle Vermögenswerte" und b) "Kredite und Forderungen" eingeteilt. Finanzielle Verbindlichkeiten werden beim erstmaligen Ansatz in die Kategorien a) "zu fortgeführten Anschaffungskosten gehaltene Verbindlichkeiten" und b) "erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten" unterteilt.

Die Kategorisierung hängt von dem jeweiligen Zweck ab, für den die finanziellen Vermögenswerte erworben wurden. Das Management bestimmt die Klassifizierung der finanziellen Vermögenswerte beim erstmaligen Ansatz und überprüft die Klassifizierung zu jedem Stichtag. Analog zur Vorgehensweise bei finanziellen Vermögenswerten hängt auch bei finanziellen Verbindlichkeiten die Kategorisierung von dem jeweiligen Zweck ab.

Finanzielle Vermögenswerte werden ausgebucht, wenn die Rechte auf Zahlung erloschen sind. Finanzielle Verbindlichkeiten werden ausgebucht, wenn diese getilgt, d. h. alle im Vertrag genannten finanziellen Verpflichtungen beglichen wurden, aufgehoben sind oder ausgelaufen sind.

Die CropEnergies-Gruppe setzt derivative Finanzinstrumente zur Sicherung von Getreidepreisen ein, um durch Rohstoffpreisschwankungen bedingte Risiken bzw. Kosten zu minimieren sowie in geringem Maße zur Sicherung von Währungsschwankungen. Soweit diese an operativen Grundgeschäften orientierten Sicherungsgeschäfte als Cashflow Hedge verbucht werden, wird deren Ergebnis zu dem Zeitpunkt erfolgswirksam erfasst, an dem das Grundgeschäft das Periodenergebnis beeinflusst. Für die erstmalige Erfassung eines Finanzinstruments ist der Erfüllungstag entscheidend.

Lieferungs-, Leistungs- und Bezugsverträge über nicht-finanzielle Posten entsprechend der operativen Betriebsplanung sind keine derivativen Finanzinstrumente und werden als schwebende Geschäfte betrachtet.

Umsatzerlöse aus dem Verkauf von Erzeugnissen und Waren werden unter Berücksichtigung von Rabatten und Preisnachlässen zum Zeitwert realisiert, an dem die geschuldete Lieferung oder Leistung erbracht worden und der Übergang von maßgeblichen Chancen und Risiken erfolgt ist.

Zinserträge und nicht nach IAS 23 aktivierungspflichtige Zinsaufwendungen werden zeitanteilig unter Anwendung der Effektivzinsmethode erfasst. Dividenden werden vereinnahmt, wenn der Anspruch rechtlich entstanden ist.

Zuwendungen der öffentlichen Hand werden zu ihrem beizulegenden Wert erfasst, wenn CropEnergies die Voraussetzungen für die Gewährung der Zuwendungen erfüllt und mit großer Sicherheit davon auszugehen ist, dass die Zuwendung erfolgen wird.

Kosten für die Entwicklung neuer Produkte werden mit den Herstellungskosten aktiviert, soweit eine eindeutige Aufwandszuordnung möglich ist und sowohl die technische Realisierbarkeit als auch die Vermarktung dieser neu entwickelten Produkte sichergestellt sind. Die Produktentwicklung muss außerdem mit hinreichender Wahrscheinlichkeit zu künftigen Finanzmittelzuflüssen führen. Forschungskosten sind gemäß IAS 38 nicht aktivierungsfähig und werden unmittelbar in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung als Aufwand erfasst.

Bei der Anwendung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sind Ermessensentscheidungen zu treffen. Dies gilt insbesondere für folgende Sachverhalte:

Bei bestimmten Verträgen ist zu entscheiden, ob sie als Derivate zu behandeln oder wie sogenannte Eigenverbrauchsverträge als schwebende Geschäfte zu bilanzieren sind.

Die Aufstellung des Konzernabschlusses nach IFRS erfordert, dass Annahmen getroffen und Schätzungen vorgenommen werden. Diese Beurteilungen des Managements können sich auf den Wertansatz der bilanzierten Vermögenswerte und Schulden, auf die Erträge und Aufwendungen sowie auf die Angabe der Eventualschulden auswirken.

Die Beurteilung der Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte erfolgt auf Basis einer Prognoserechnung für die Cashflows der nächsten fünf Jahre und unter Anwendung eines an die Branche und das Unternehmensrisiko angepassten Abzinsungssatzes.

Aktive latente Steuern werden angesetzt, soweit die Realisierbarkeit künftiger Steuervorteile wahrscheinlich ist. Die tatsächliche steuerliche Ergebnissituation in zukünftigen Perioden und damit die tatsächliche Nutzbarkeit aktiver latenter Steuern kann allerdings von der Einschätzung zum Zeitpunkt der Aktivierung der latenten Steuern abweichen.

Diese Annahmen und Schätzungen beziehen sich u. a. auf die Bilanzierung und Bewertung von Rückstellungen. Bei Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen ist u. a. der Abzinsungsfaktor eine wichtige Schätzgröße. Der Abzinsungsfaktor für Pensionsverpflichtungen wird auf Grundlage der auf den Finanzmärkten am Bilanzstichtag beobachtbaren Renditen erstrangiger, festverzinslicher Unternehmensanleihen ermittelt. Daneben werden Annahmen über Pensionsantrittsalter, Lebenserwartung, Fluktuation und künftige Gehalts- und Rentenerhöhungen getroffen.

Weitere Erläuterungen zu den getroffenen Annahmen und Schätzungen, die diesem Konzernabschluss zugrunde liegen, sind bei den Angaben zu den einzelnen Abschlussposten aufgeführt.

Sämtliche Annahmen und Schätzungen basieren auf den Verhältnissen und Beurteilungen am Bilanzstichtag. Bei der Einschätzung der voraussichtlichen Geschäftsentwicklung wurde außerdem das zu diesem Zeitpunkt als realistisch unterstellte künftige wirtschaftliche Umfeld des Konzerns berücksichtigt. Sollten sich die Rahmenbedingungen entgegen der Annahmen entwickeln, können die tatsächlichen Beträge von den Schätzwerten abweichen. Tritt dieser Fall ein, erfolgt eine Anpassung der Annahmen und, soweit erforderlich, der Buchwerte der betroffenen Vermögenswerte und Schulden.

Erläuterungen zur Gewinn-und-Verlust-Rechnung

(5) Umsatzerlöse

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Tsd. € 2010/11 2009/10
Bioethanol und Kuppelprodukte 460.790 362.472
Sonstige Erlöse 11.965 11.677

472.755 374.149

Der Anstieg der Umsatzerlöse basiert im Wesentlichen auf der deutlichen Steigerung der Produktion von Bioethanol um 14 % auf 687 Tsd. m3 , insbesondere durch eine höhere Auslastung der Bioethanolanlage in Wanze. Die gesteigerte Produktionsmenge konnte im Zuge der zunehmenden Beimischung von Bioethanol im europäischen Kraftstoffsektor zu höheren Preisen abgesetzt werden. Darüber hinaus wirkten sich die Ausweitung der Produktions- und Absatzmengen bei Kuppelprodukten sowie deren verbesserte Erlöse positiv auf den Umsatz aus.

Die sonstigen Erlöse umfassen im Wesentlichen Erlöse aus dem Verkauf von Energie und Getreide sowie aus Werklohngeschäften.

(6) Bestandsveränderungen und andere aktivierte Eigenleistungen

In der Position Bestandsveränderungen und andere aktivierte Eigenleistungen sind aktivierte Eigenleistungen in Höhe von 62 (11) Tsd. € enthalten.

(7) Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge in Höhe von 8,9 (5,3) Mio. € betreffen überwiegend Vertriebsprovisionen und hierfür weiterverrechnete Logistikkosten in Höhe von 2,4 (2,1) Mio. € sowie Kostenersatz aus Versicherungs- und Schadensersatzleistungen für nicht vertragsgemäß gelieferte Anlagen in Höhe von 2,3 (0,4) Mio. €.

(8) Materialaufwand

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Tsd. € 2010/11 2009/10
Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 317.814 280.100
Aufwendungen für bezogene Leistungen 15.389 17.209

333.203 297.309

Im Vergleich zum Umsatz stieg der Materialaufwand unterproportional um 12 % auf 333,2 (297,3) Mio. €. CropEnergies konnte durch frühzeitige Preisabsicherungen und einen flexiblen Rohstoffeinsatz negative Auswirkungen von Preissteigerungen an den Getreidemärkten begrenzen.

Trotz der höheren Auslastung der Bioethanolanlage in Wanze konnten die Aufwendungen für bezogene Leistungen auf 15,4 (17,2) Mio. € reduziert werden.

Die Materialaufwandsquote (bezogen auf die Gesamtleistung) verringerte sich auf 70,9 (77,2) %.

(9) Personalaufwand

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Tsd. € 2010/11 2009/10
Löhne und Gehälter 16.193 16.310
Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 5.969 5.690

22.162 22.000

Im Jahresdurchschnitt beschäftigte Mitarbeiter

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2010/11 2009/10
Zahl der Mitarbeiter nach Regionen

Deutschland 138 133
Übrige EU-Länder 165 169

303 302
Zahl der Mitarbeiter nach Kategorien

Lohnempfänger 149 155
Gehaltsempfänger 154 147

303 302

Die Anzahl der im Geschäftsjahr 2010/11 durchschnittlich Beschäftigten blieb nach dem im Vorjahr erfolgten Belegschaftsaufbau in Wanze nahezu konstant bei 303 (302) Mitarbeitern. In der Folge erhöhte sich der Personalaufwand nur geringfügig auf 22,2 (22,0) Mio. €.

Die Personalaufwandsquote (bezogen auf die Gesamtleistung) verringerte sich auf 4,7 (5,7) %.

(10) Sonstige betriebliche Aufwendungen

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Tsd. € 2010/11 2009/10
Vertriebs- und Werbeaufwendungen 18.507 15.526
Aufwendungen für Betrieb und Verwaltung 13.187 12.009
Übrige Aufwendungen 14.560 12.814

46.254 40.349

Die Vertriebs- und Werbeaufwendungen haben sich in erster Linie durch das starke Wachstum des Geschäftsvolumens und damit des Logistikaufwands auf 18,5 (15,5) Mio. € erhöht. Die Aufwendungen für Betrieb und Verwaltung sind im Wesentlichen aufgrund der deutlich erhöhten Betriebstätigkeit in Wanze auf 13,2 (12,0) Mio. € angestiegen.

Die übrigen Aufwendungen umfassen überwiegend Kosten für Shared-Service-Leistungen der Südzucker-Gruppe in Höhe von 6,4 (6,4) Mio. €, Aufwendungen für Miete und Pacht in Höhe von 1,5 (2,3) Mio. €, weiterzubelastende Logistikkosten in Höhe von 1,3 (0,8) Mio. € sowie 1,0 (0,9) Mio. € sonstige Steuern.

(11) Ergebnis der Betriebstätigkeit

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Tsd. € 2010/11 2009/10
Ergebnis der Betriebstätigkeit 46.745 9.434
davon operatives Ergebnis 45.913 11.917
davon Ergebnis aus Restrukturierung und Sondereinflüssen 832 -2.483

Das Ergebnis der Betriebstätigkeit des Geschäftsjahres 2010/11 in Höhe von 46,7 (9,4) Mio. € setzt sich aus dem operativen Ergebnis von 45,9 (11,9) Mio. € und dem Ergebnis aus Restrukturierung und Sondereinflüssen von 0,8 (-2,5) Mio. € zusammen. Das Ergebnis aus Restrukturierung und Sondereinflüssen ist in den sonstigen betrieblichen Erträgen abgebildet.

Die operative Marge erreichte 9,7 (3,2) % des Umsatzes.

(12) Finanzerträge und -aufwendungen

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Tsd. € 2010/11 2009/10
Zinserträge 36 13
Sonstige Finanzerträge 163 613
Finanzerträge 199 626
Zinsaufwendungen -7.830 -8.548
Sonstige Finanzaufwendungen -329 -397
Finanzaufwendungen -8.159 -8.945
Finanzergebnis -7.960 -8.319

Das Finanzergebnis hat sich gegenüber dem Vorjahr um 0,3 Mio. € auf -8,0 (-8,3) Mio. € verbessert. Maßgeblich hierfür war die Verringerung der Nettofinanzschulden.

Unter der Position Zinsaufwendungen sind Aufzinsungen von Pensionsrückstellungen und ähnlichen Verpflichtungen in Höhe von 0,2 (0,1) Mio. € ausgewiesen.

(13) Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Unter Zugrundelegung des deutschen Körperschaftsteuersatzes von 15,0 % zuzüglich des Solidaritätszuschlags von 5,5 % sowie der Gewerbesteuer ergibt sich für das Geschäftsjahr 2010/11 ein theoretischer Steuersatz von 29,9 %.

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Tsd. € 2010/11 2009/10
Ergebnis vor Ertragsteuern 38.785 1.115
Theoretischer Steuersatz 29,9 % 29,9 %
Theoretischer Steueraufwand 11.608 334
Veränderung des theoretischen Steueraufwandes aufgrund:

Abweichender ausländ. Steuervorschriften -1.171 -2.057
Abweichender Steuersätze 303 -1.095
Steuerminderung durch steuerfreie Erträge -626 -403
Steuererhöhung aufgrund nicht abzugsfähiger Aufwendungen 209 140
Sonstiges 135 -219
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 10.458 -3.300
Steuerquote 27,0 % -,-

Spezifische belgische Steuerbestimmungen führten im Berichtszeitraum zu einer Steuerminderung in Höhe von 1,2 (2,1) Mio €.

Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag setzten sich im Geschäftsjahr 2010/11 aus laufenden Steueraufwendungen in Höhe von 7,9 (4,5) Mio. € und latenten Steueraufwendungen in Höhe von 2,6 (0,0) Mio. € zusammen. Im Vorjahr stand den laufenden Steueraufwendungen ein latenter Steuerertrag von 7,8 Mio. € gegenüber, der im Wesentlichen auf die BioWanze SA zurückzuführen war.

Die latenten Steuerabgrenzungen resultieren aus den einzelnen Bilanzpositionen wie folgt:

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Tsd. € Aktive latente Steuern Passive latente Steuern
28. Februar 2011 2010 2011 2010
Anlagevermögen 719 0 24.422 21.237
Vorräte 269 299 24 0
Übrige Vermögenswerte 0 12 1.923 333
Steuerliche Sonderposten 0 0 625 0
Rückstellungen 538 296 176 261
Verbindlichkeiten 208 607 0 0
Verlustvorträge 25.920 25.646 0 0

27.654 26.860 27.170 21.831
Saldierungen -1.004 -611 -1.004 -611
Bilanzposten 26.650 26.249 26.166 21.220

Von den aktiven latenten Steuern vor Saldierung in Höhe von 27,7 (26,9) Mio. € sind 26,6 (25,6) Mio. € langfristig. Von den passiven latenten Steuern vor Saldierung in Höhe von 27,2 (21,8) Mio. € sind 25,0 (21,2) Mio. € langfristig.

Die erfolgsneutral erfassten aktiven latenten Steuern stammen aus der Steuerabgrenzung der negativen Marktwerte der Währungsderivate in Höhe von 0,1 Mio. € (im Vorjahr passive latente Steuern in Höhe von 0,3 Mio. €). Erfolgsneutral erfasste passive latente Steuern wurden für die Abbildung der positiven Marktwerte und Periodenabgrenzungen der Getreidederivate in Höhe von 2,0 Mio. € (im Vorjahr aktive latente Steuern in Höhe von 1,0 Mio. €) gebildet.

(14) Forschungs- und Entwicklungskosten

Die Forschungs- und Entwicklungsarbeiten der CropEnergies-Gruppe konzentrieren sich auf die Verbreiterung der Rohstoffbasis, die Verwendung neuer Enzyme, die Effizienzsteigerung bestehender Produktionskonzepte sowie weitere Verwertungsmöglichkeiten der Kuppelprodukte. Daneben wurden Normen mitgestaltet, Produktionskonzepte für die Gewinnung von Bioethanol entwickelt sowie die Forschung im Bereich der Bioethanolbrennstoffzellen fortgesetzt.

Die Forschungs- und Entwicklungskosten beliefen sich auf 3,0 (2,8) Mio. €. Diese Kosten wurden im Jahr des Entstehens vollständig in der Erfolgsrechnung berücksichtigt und als sonstige betriebliche Aufwendungen erfasst. Entwicklungskosten für neue Produkte wurden nicht aktiviert, da ein zukünftiger wirtschaftlicher Nutzen erst dann gegeben ist, wenn die Existenz eines Markts für diese Produkte nachgewiesen werden kann.

Erläuterungen zur Bilanz

(15) Immaterielle Vermögenswerte

Bei den immateriellen Vermögenswerten handelt es sich um den Geschäfts- oder Firmenwert aus der Erstkonsolidierung von Ryssen, der eine unbegrenzte Nutzungsdauer hat. Bei den Konzessionen, gewerblichen Schutzrechten und ähnlichen Rechten ist im Wesentlichen die erworbene Software ausgewiesen, die eine begrenzte Nutzungsdauer aufweist. Den planmäßigen Abschreibungen für Software liegt eine Nutzungsdauer von 5 bis 8 Jahren zugrunde.

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2010/11
Geschäfts- oder Firmenwert Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte Gesamt
Tsd. €


Anschaffungskosten


1. März 2010 4.346 5.417 9.763
Zugänge 0 1.312 1.312
Umbuchungen 0 48 48
Abgänge 0 0 0
28. Februar 2011 4.346 6.777 11.123
Abschreibungen und Wertminderungen


1. März 2010 0 -923 -923
Jahresabschreibungen 0 -508 -508
28. Februar 2011 0 -1.431 -1.431
Buchwert 28. Februar 2011 4.346 5.346 9.692
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2009/10
Geschäfts- oder Firmenwert Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte Gesamt
Tsd. €


Anschaffungskosten


1. März 2009 4.358 1.173 5.531
Zugänge 0 1.175 1.175
Umbuchungen 0 3.069 3.069
Abgänge -12 0 -12
28. Februar 2010 4.346 5.417 9.763
Abschreibungen und Wertminderungen


1. März 2009 0 -672 -672
Jahresabschreibungen 0 -251 -251
28. Februar 2010 0 -923 -923
Buchwert 28. Februar 2010 4.346 4.494 8.840

Investitionszuschüsse sind im Geschäftsjahr nicht angefallen (Vorjahr: 3 Tsd. €).

(16) Sachanlagen

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2010/11
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken Technische Anlagen und Maschinen Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung Anlagen im Bau Gesamt
Tsd. €




Anschaffungskosten




1. März 2010 123.096 395.350 15.752 4.715 538.913
Zugänge 3.642 13.082 2.152 1.074 19.950
Umbuchungen -136 4.205 39 -4.156 -48
Abgänge -267 -624 -51 -238 -1.180
28. Februar 2011 126.335 412.013 17.892 1.395 557.635
Abschreibungen und Wertminderungen




1. März 2010 -7.942 -45.671 -2.082 0 -55.695
Jahresabschreibungen -4.276 -24.176 -1.407 0 -29.859
Wertminderungen 0 -140 0 0 -140
Abgänge 0 114 33 0 147
28. Februar 2011 -12.218 -69.873 -3.456 0 -85.547
Buchwert 28. Februar 2011 114.117 342.140 14.436 1.395 472.088
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2009/10
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken Technische Anlagen und Maschinen Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung Anlagen im Bau Gesamt
Tsd. €




Anschaffungskosten




1. März 2009 55.937 174.455 5.620 275.363 511.375
Zugänge 3.956 23.182 680 3.422 31.240
Umbuchungen 63.411 197.923 9.666 -274.069 -3.069
Abgänge -208 -210 -214 -1 -633
28. Februar 2010 123.096 395.350 15.752 4.715 538.913
Abschreibungen und Wertminderungen




1. März 2009 -4.749 -28.669 -1.349 0 -34.767
Jahresabschreibungen -3.134 -16.981 -811 0 -20.926
Wertminderungen -81 -38 0 0 -119
Abgänge 22 17 78 0 117
28. Februar 2010 -7.942 -45.671 -2.082 0 -55.695
Buchwert 28. Februar 2010 115.154 349.679 13.670 4.715 483.218

Die Position Anlagen im Bau enthält gemäß IAS 23 aktivierte Fremdkapitalkosten in Höhe von 124 (10) Tsd. €. Bei der Berechnung der Fremdkapitalkosten wurde der Zinssatz des hierfür aufgenommenen Darlehens in Höhe von 3,75 % zugrunde gelegt.

In den Zugängen sind Investitionszuschüsse in Höhe von 369 (1.425) Tsd. € enthalten, die die Anschaffungskosten reduzierten.

(17) Vorräte

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Tsd. € 28.02.2011 28.02.2010
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 11.764 12.500
Unfertige Erzeugnisse 1.771 1.613
Fertige Erzeugnisse, Waren 24.091 26.972

37.626 41.085

Trotz der Ausweitung des Geschäftsvolumens lag der Vorratsbestand mit 37,6 Mio. € um 3,5 Mio. € unter Vorjahresniveau. Bei den Vorräten ergab sich eine Wertminderung von 39 (328) Tsd. €.

(18) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Vermögenswerte

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Tsd. € 28.02.2011 28.02.2010
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 53.728 28.642
Sonstige Vermögenswerte 21.826 12.489

75.554 41.131

Auch der Anstieg der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ergibt sich aus dem Wachstum des Geschäftsvolumens, wobei sich der Buchwert wie folgt ermittelt:

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Tsd. € 28.02.2011 28.02.2010
Gesamtforderungen aus Lieferungen und Leistungen 53.913 28.714
Wertberichtigungen -185 -72
Buchwert 53.728 28.642

Die Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben sich folgendermaßen entwickelt:

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Tsd. € 2010/11 2009/10
Wertberichtigungen zum 1. März 72 226
Zuführungen 119 2
Verbrauch -4 0
Auflösungen -2 -156
Wertberichtigungen zum 28. Februar 185 72

Die nachstehende Tabelle gibt Informationen über die Fälligkeiten der noch offenen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen:

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Tsd. € 28.02.2011 28.02.2010
Weder überfällige noch wertberichtigte Forderungen 47.950 26.675
Überfällige Forderungen, die nicht wertberichtigt sind

bis 10 Tage 3.808 1.294
11 bis 30 Tage 1.735 454
31 bis 90 Tage 110 66
> 90 Tage 125 153
Buchwert 53.728 28.642
Wertberichtigte Forderungen 185 72
Gesamtforderungen aus Lieferungen und Leistungen 53.913 28.714

Die sonstigen Vermögenswerte in Höhe von 21,8 (12,5) Mio. € enthalten positive Marktwerte der derivativen Sicherungsinstrumente in Höhe von 17,6 (4,0) Mio. €, Forderungen aus Vorsteuern in Höhe von 1,4 (1,0) Mio. €, Forderungen aus Investitionszuschüssen und Anzahlungen in Höhe von 1,1 (3,3) Mio. €, Ansprüche aus der Erzeugung erneuerbarer Energien in Höhe von 0 (3,2) Mio. € sowie sonstige Forderungen in Höhe von 1,7 (1,0) Mio. €.

(19) Eigenkapital

Das Grundkapital der CropEnergies AG beträgt 85.000.000,00 €. Es ist eingeteilt in 85.000.000 auf den Inhaber lautende Stammaktien ohne Nennbetrag (Stückaktien) mit einem anteiligen Betrag am Grundkapital von 1,00 € je Stückaktie. Das Grundkapital ist vollständig eingezahlt.

Die Kapitalrücklage zum Bilanzstichtag beträgt unverändert 211,3 Mio. €.

Die Gewinnrücklagen umfassen das thesaurierte Periodenergebnis sowie die Neubewertungsrücklage. Die Neubewertungsrücklage in Höhe von 4,0 (-0,3) Mio. € enthält - unter Berücksichtigung von Steuereffekten in Höhe von -1,9 (0,7) Mio. € - die positiven Effekte aus Getreidederivaten und die negativen Effekte aus Währungsderivaten. Die Zuführung aus Marktwertänderungen aus Cashflow Hedges belief sich auf 4,0 (-0,3) Mio. €, die erfolgswirksame Auflösung in den Materialaufwand auf 0,3 (-1,1) Mio. €. Die in der Neubewertungsrücklage ausgewiesenen Beträge werden im nächsten Geschäftsjahr erfolgswirksam.

Einschließlich der Gewinnrücklage in Höhe von 43,7 Mio. € beträgt das Eigenkapital somit 340,0 (311,7) Mio. €.

Die Hauptversammlung vom 29. August 2006 hat ein genehmigtes Kapital in Höhe von 30.000.000 € (Genehmigtes Kapital 2006) geschaffen, um den Handlungsspielraum der Gesellschaft bzgl. etwaiger Kapitalerhöhungen zu erweitern. Von der Ermächtigung zur Ausübung des Genehmigten Kapitals 2006 wurde bislang kein Gebrauch gemacht.

Die Hauptversammlung vom 15. Juli 2010 hat den Vorstand gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG ermächtigt, bis zum 14. Juli 2015 Aktien der Gesellschaft in Höhe von bis zu 10 % des derzeitigen Grundkapitals zu erwerben. Der Erwerb darf über die Börse oder mittels eines an alle Aktionäre gerichteten öffentlichen Kaufangebots erfolgen. Die eigenen Aktien können auch zum Zwecke der Einbeziehung zu Lasten des Bilanzgewinns oder anderer Gewinnrücklagen erworben werden. Der Vorstand ist u. a. ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die erworbenen eigenen Aktien unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen oder beim Erwerb von Unternehmen, Unternehmensteilen oder Beteiligungen an Dritte zu veräußern oder zur Bedienung von Wandel- oder Optionsanleihen zu nutzen. Von der Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien wurde bislang kein Gebrauch gemacht.

(20) Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Die betriebliche Altersversorgung der CropEnergies AG und ihrer Tochtergesellschaften beruht auf direkten leistungsorientierten Versorgungszusagen. Für die Bemessung der Pensionen sind in der Regel die Dauer der Zugehörigkeit zum Unternehmen und die versorgungsrelevanten Bezüge maßgeblich.

Die Pensionsrückstellungen sind nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren gemäß IAS 19 (Leistungen an Arbeitnehmer) unter Berücksichtigung der künftigen Entwicklung versicherungsmathematisch bewertet.

Für die Ermittlung der Anwartschaftsbarwerte wird ein Abzinsungssatz von 5,0 (5,0) % zugrunde gelegt, der auf Basis der auf den Finanzmärkten am Bilanzstichtag beobachteten Renditen erstrangiger, festverzinslicher Unternehmensanleihen ermittelt wurde. Daneben wird von einer erwarteten jährlichen Steigerungsrate der Löhne und Gehälter von zukünftig 2,76 (2,5) % und der Renten von 2,0 (2,0) % ausgegangen. Erwartete Erträge aus Planvermögen werden mit einem Zinssatz von 4,43 (5,0) % kalkuliert. Als biometrische Rechnungsgrundlage werden im Inland die Richttafeln Heubeck 2005 G verwendet.

Der Aufwand für Altersversorgung setzt sich wie folgt zusammen:

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Tsd. € 2010/11 2009/10
Dienstzeitaufwand 527 362
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand 50 264
Auswirkungen von Plankürzungen 0 -32
Im laufenden Jahr erfasste versicherungsmathematische Verluste 20 3
Aufzinsung der in Vorjahren erworbenen Ansprüche 241 183
Erwarteter Ertrag aus dem Planvermögen -45 -36

793 744

Bei den beitragsorientierten Altersversorgungssystemen zahlt das Unternehmen aufgrund gesetzlicher oder vertraglicher Bestimmungen bzw. auf freiwilliger Basis an öffentliche oder private Rentenversicherungsträger. Die laufenden Beitragszahlungen sind als Aufwand im Personalaufwand ausgewiesen. Sie belaufen sich auf 703 (651) Tsd. €. Mit der Zahlung der Beiträge bestehen für das Unternehmen keine weiteren Leistungsverpflichtungen.

Die Aufwendungen aus der Aufzinsung der in den Vorjahren erworbenen Ansprüche sowie der erwartete Ertrag aus dem Planvermögen sind im Finanzergebnis ausgewiesen. Die restlichen Aufwendungen werden im Personalaufwand gezeigt. Der laufende Dienstzeitaufwand enthält im Wesentlichen den Aufwand für die im Geschäftsjahr hinzuerworbenen Versorgungsansprüche.

Die bilanzierten Rückstellungen haben sich im Zeitablauf wie folgt entwickelt:

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Tsd. € 2010/11 2009/10
Rückstellungen am 1. März 2.925 2.344
Pensionszahlungen 0 -23
Beiträge des Arbeitgebers -124 -144
Transfer 0 4
Aufwand für Altersversorgung 793 744
Rückstellungen am 28. Februar 3.594 2.925

Im Geschäftsjahr 2010/11 wurden Pensionen in Höhe von 0 (23) Tsd. € ausgezahlt. Für das Geschäftsjahr 2011/12 werden keine Pensionszahlungen, jedoch Zuführungen ins Planvermögen in Höhe von 0,1 Mio. € erwartet.

Die Entwicklung des Anwartschaftsbarwerts stellt sich wie folgt dar:

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Tsd. € 2010/11 2009/10
Stand 1. März 4.847 3.140
Transfer 0 138
Pensionszahlungen 0 -23
Dienstzeitaufwand 527 362
Beiträge der Teilnehmer des Plans 16 18
Plananpassung 1 214
Plankürzung 0 -29
Aufzinsung der in Vorjahren erworbenen Ansprüche 241 183
Auszahlung der Planvermögen -44 0
Versicherungsmathematische Verluste 132 844
Stand 28. Februar 5.720 4.847
davon ganz oder teilweise fondsfinanziert 1.585 1.460
davon nicht fondsfinanziert 4.135 3.387

Die Entwicklung des Planvermögens stellt sich wie folgt dar:

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Tsd. € 2010/11 2009/10
Stand 1. März 975 632
Transfer 0 134
Einzahlungen durch den Arbeitgeber 124 144
Beiträge der Teilnehmer des Plans 16 18
Erwarteter Ertrag aus Planvermögen 45 36
Auszahlung der Planvermögen -44 0
Versicherungsmathematischer Verlust (-) / Gewinn (+) -6 11
Stand 28. Februar 1.110 975

Das Planvermögen umfasst zu 48 % Aktien, zu 48 % festverzinsliche Wertpapiere und zu 4 % Versicherungsverträge. Die Festlegung des erwarteten Ertrags aus dem Planvermögen folgt grundsätzlich der Anlagenpolitik des Plans in Bezug auf die Zusammensetzung der Anlageklassen. Die erwartete Verzinsung von Eigenkapitaltiteln berücksichtigt die historische Verzinsung, künftige Inflationsraten, erwartete Dividenden und das ökonomische Wachstum. Die erwarteten Erträge aus festverzinslichen Anlagen basieren auf dem gegenwärtigen Zinsniveau für langfristige Wertpapiere, gegebenenfalls korrigiert um einen Risikoabschlag und gewährleisten langfristig die Erfüllung der Verpflichtungen. Im Fall von Versicherungsverträgen wird mit einer garantierten Mindestverzinsung gerechnet. Das Planvermögen umfasst weder eigene Finanzinstrumente noch selbstgenutzte Immobilien.

Der erwartete Planertrag weicht um -6 (11) Tsd. € vom tatsächlichen Planertrag in Höhe von 39 (47) Tsd. € ab.

Historische Übersicht zu den Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen:

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Tsd. € 28.02.2011 28.02.2010 28.02.2009 29.02.2008 28.02.2007
Anwartschaftsbarwert der direkten Versorgungsansprüche 5.720 4.847 3.140 1.554 1.355
Zeitwert des Planvermögens -1.110 -975 -632 -38 -37
Nicht durch Planvermögen gedeckte Verpflichtung 4.610 3.872 2.508 1.516 1.318
Noch nicht berücksichtigte versicherungsmathematische Gewinne (+) und Verluste (-) -1.016 -898 -66 78 -144
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand 0 -49 -98 -148 0
Rückstellung für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 3.594 2.925 2.344 1.446 1.174

28.02.2011 28.02.2010 28.02.2009 29.02.2008 28.02.2007
Abzinsungssatz 5,00 % 5,00 % 5,50 % 5,50 % 4,50 %

Die Veränderung der versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste umfasst auch Abweichungen, die nicht auf Prämissenänderungen beruhen. Diese betreffen mit 6 (-223) Tsd. € den Anwartschaftsbarwert und mit -23 (11) Tsd. € das Planvermögen.

(21) Entwicklung der übrigen Rückstellungen

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2010/11
Personalaufwendungen Ungewisse Verbindlichkeiten Gesamt
Tsd. €


Stand 1. März 2010 547 1.859 2.406
Zuführungen 336 3.731 4.067
Verbrauch -192 -1.125 -1.317
Auflösung -13 -646 -659
Stand 28. Februar 2011 678 3.819 4.497

Die Rückstellungen für Personalaufwendungen setzen sich im Wesentlichen aus Rückstellungen für Jubiläumsaufwendungen in Höhe von 0,3 (0,2) Mio. € und Berufsgenossenschaftsbeiträge in Höhe von 0,2 (0,2) Mio. € zusammen. Von dem Gesamtbetrag von 0,7 Mio. € werden voraussichtlich 0,2 Mio. € im Geschäftsjahr 2011/12 verbraucht.

Die Rückstellungen für ungewisse Verbindlichkeiten in Höhe von 3,8 (1,9) Mio. € betreffen im Wesentlichen Steuerverbindlichkeiten in Höhe von 1,5 (0) Mio. €, Gewährleistungen in Höhe von 0,9 (0) Mio. € sowie Emissionsrechte in Höhe von 0,8 (0,7) Mio. €. Von dem Gesamtbetrag werden voraussichtlich 2,3 Mio. € im Geschäftsjahr 2011/12 verbraucht. Die im Vorjahr gebildeten Rückstellungen für Prozessrisiken und -kosten in Höhe von 0,7 Mio. € wurden im Geschäftsjahr 2010/11 erfolgswirksam aufgelöst.

(22) Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten

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Tsd. € 28.02.2011 28.02.2010
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 30.543 33.444
Sonstige Verbindlichkeiten 23.376 10.488

53.919 43.932

Der Rückgang der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen resultiert im Wesentlichen aus dem Abbau der Verbindlichkeiten aus Investitionen im Zusammenhang mit dem Bau der Bioethanolanlage in Wanze.

Die sonstigen Verbindlichkeiten enthalten insbesondere die negativen Marktwerte von derivativen Sicherungsinstrumenten in Höhe von 13,1 (4,3) Mio. €, Verbindlichkeiten aus Personalaufwendungen in Höhe von 4,5 (2,5) Mio. €, Verbindlichkeiten aus sonstigen Steuern in Höhe von 4,0 (1,4) Mio. € sowie Verbindlichkeiten aus ausstehenden Rechnungen in Höhe von 0,5 (0,3) Mio. €.

(23) Finanzverbindlichkeiten (Nettofinanzschulden)

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Restlaufzeit Restlaufzeit
Tsd. € 28.02.2011 bis 1 Jahr über 1 Jahr 28.02.2010 bis 1 Jahr über 1 Jahr
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 54.973 11.609 43.364 66.967 12.329 54.638
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 152.362 70.137 82.225 156.795 71.795 85.000
Finanzverbindlichkeiten 207.335 81.746 125.589 223.762 84.124 139.638
Flüssige Mittel -12.308

-8.328

Nettofinanzschulden 195.027

215.434

Die Nettofinanzschulden zum 28. Februar 2011 beliefen sich auf 195,0 (215,4) Mio. €. Hiervon stehen der CropEnergies-Gruppe 125,6 (139,6) Mio. € langfristig zur Verfügung. Die Finanzverbindlichkeiten wurden durchschnittlich mit 3,6 (4,0) % verzinst.

Durch planmäßige Tilgungen konnten die Finanzverbindlichkeiten um 16,4 auf 207,3 Mio. € reduziert werden. Von den Finanzverbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten weisen 43,4 (54,6) Mio. € eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr auf. Bei den Finanzverbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen der Südzucker-Gruppe trifft dies auf 82,2 (85,0) Mio. € zu.

Die CropEnergies AG nutzte im abgelaufenen Geschäftsjahr ein kurzfristiges Darlehen der Südzucker AG in Höhe von 70 Mio. €. Ferner wurde die Rahmenkreditlinie mit der Südzucker International Finance B.V. in Höhe von 82 Mio. € in Anspruch genommen.

Das Kapitalmanagement der CropEnergies-Gruppe umfasst die Steuerung der liquiden Mittel, des Eigenkapitals und des Fremdkapitals. Dabei strebt CropEnergies einen hohen Eigenkapitalanteil an, um Wachstumsoptionen offen zu halten.

Am Bilanzstichtag waren weder Grundpfandrechte noch sonstige Pfandrechte eingeräumt.

(24) Anlage- und Kreditgeschäfte (Originäre Finanzinstrumente)

Die CropEnergies-Gruppe hat im Geschäftsjahr 2005/06 ein festverzinsliches Bankdarlehen in Höhe von 78,0 Mio. € aufgenommen. Infolge planmäßiger Tilgungen beläuft sich zum 28. Februar 2011 die restliche Darlehenssumme auf 48,8 Mio. €. Hiervon sind 9,8 Mio. € als kurzfristige Finanzverbindlichkeiten ausgewiesen. Das Darlehen wird mit 3,55 % p. a. verzinst und wird bis zum 30. September 2015 getilgt.

CropEnergies AG trat 2006 einer syndizierten Bankkreditlinie der Südzucker AG über 600,0 Mio. € mit einem Teilbetrag von 100,0 Mio. € bei. Der Zinssatz orientiert sich am kurzfristigen Zinssatz für Interbanken-Darlehen. Am 28. Februar 2011 bestand keine Inanspruchnahme der Kreditlinie.

Die CT Biocarbonic GmbH, an der die CropEnergies AG zu 50 % beteiligt ist, hat im Geschäftsjahr 2009/10 ein festverzinsliches Bankdarlehen in Höhe von insgesamt 6,1 Mio. € aufgenommen. Hiervon sind 359 Tsd. € als kurzfristige Finanzverbindlichkeiten ausgewiesen. Der Ausweis erfolgt gemäß Quotenkonsolidierung. Das Darlehen wird mit 3,75 % p. a. verzinst und bis zum 30. Dezember 2019 getilgt.

Die flüssigen Mittel in Höhe von 12,3 (8,3) Mio. € bestehen aus kurzfristig verfügbaren Einlagen bei Banken einwandfreier Bonität.

(25) Derivative Finanzinstrumente

a) Einsatz von derivativen Finanzinstrumenten

Die CropEnergies-Gruppe setzt zur Absicherung von Risiken aus der operativen Geschäftstätigkeit in begrenztem Umfang derivative Instrumente ein. Der Einsatz dieser Instrumente wird im Rahmen des Risikomanagementsystems durch Konzernrichtlinien geregelt, die grundgeschäftsorientierte Limits festlegen, Genehmigungsverfahren definieren, den Abschluss derivativer Instrumente zu spekulativen Zwecken ausschließen, Kreditrisiken minimieren und das interne Meldewesen sowie die Funktionstrennung regeln. Die Einhaltung dieser Richtlinien und die ordnungsgemäße Abwicklung und Bewertung der Geschäfte werden regelmäßig unter Wahrung der Funktionstrennung überprüft.

Währungsrisiken können sich aus Transaktionen in Fremdwährungen ergeben. Zur teilweisen Absicherung werden derivative Sicherungsinstrumente eingesetzt. Sowohl die Rohstoffbeschaffung als auch der Verkauf der Produkte erfolgten weitgehend in Euro.

Zinsänderungsrisiken resultieren hauptsächlich aus Finanzverbindlichkeiten. Soweit Zinsrisiken durch eine feste Zinsbindung nicht ausgeschlossen sind, behält sich CropEnergies vor, dem Risiko schwankender Zinsätze durch derivative Sicherungsinstrumente zu begegnen.

Rohstoffpreisrisiken können sich hauptsächlich aus dem Einkauf von Agrarrohstoffen wie Getreide ergeben. Soweit Preisänderungsrisiken durch physische Lieferverträge nicht ausgeschlossen werden können, setzt CropEnergies zur teilweisen Sicherung derivative Finanzinstrumente ein.

Produktpreisrisiken können sich aus schwankenden Bioethanolpreisen ergeben. Zur Absicherung von Preisänderungsrisiken in Lieferverträgen setzt CropEnergies in begrenztem Umfang derivative Absicherungen ein.

b) Marktwerte von derivativen Finanzinstrumenten

Die Nominal- und Marktwerte der derivativen Instrumente sowie deren Kreditrisiken innerhalb des CropEnergies-Konzerns stellen sich wie folgt dar:

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Tsd. € Nominalvolumen Marktwerte Kreditrisiko
28. Februar 2011 2010 2011 2010 2011 2010
Cashflow-Hedge-Derivate





Getreidederivate 68.085 18.570 4.897 -1.367 4.897 0
Währungsderivate 16.438 12.157 -392 998 0 998
Summe Cashflow-Hedge-Derivate 84.523 30.727 4.505 -369 4.897 998
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Tsd. € Nominalvolumen Marktwerte Kreditrisiko
28. Februar 2011 2010 2011 2010 2011 2010
Derivate im Handelsbestand





Eingebettete Derivate (aus Lieferverträgen) 97.051 38.754 12.739 2.960 12.739 2.960
Zugehörige Sicherungsgeschäfte (mit Banken) 70.571 32.191 -12.739 -2.960 0 0
Summe Derivate im Handelsbestand 167.622 70.945 0 0 12.739 2.960

Die Getreide- und Währungsderivate haben eine Laufzeit von weniger als einem Jahr. Dies gilt auch bis auf ein nominales Volumen von 861 Tsd. € für Produktderivate.

Als Nominalvolumen eines derivativen Sicherungsgeschäfts bezeichnet man die rechnerische Bezugsgröße, aus der sich Zahlungen ableiten. Sicherungsgegenstand und Risiko sind nicht das Nominalvolumen selbst, sondern nur die darauf bezogenen Preis- bzw. Zinsänderungen.

Der Marktwert entspricht dem Betrag, den CropEnergies zum Bilanzstichtag bei unterstellter Auflösung des Sicherungsgeschäfts zu bezahlen hätte oder erhalten würde. Da zur Sicherung von Getreideeinkäufen nur marktübliche, handelbare Finanzinstrumente eingesetzt wurden, wird der Marktwert anhand von Marktnotierungen ermittelt. Die Marktwerte anderer Sicherungsgeschäfte bestimmen sich aus anerkannten Bewertungsmodellen.

Zum Bilanzstichtag belief sich der Umfang der Getreidederivate auf 68,1 (18,6) Mio. € mit einem Marktwert von 4,9 (-1,4) Mio. €.

Sensitivität: Wären die Getreidepreise zum Bilanzstichtag um 10 % höher (niedriger) gewesen, hätte sich der im Eigenkapital bzw. teilweise in den passiven latenten Steuern niederschlagende Marktwert um 7,3 (-7,3) Mio. € verändert.

Der Umfang der Währungsderivate erreichte 16,4 (12,2) Mio. € mit einem Marktwert von -0,4 (1,0) Mio. €.

Unter den Produktderivaten werden Verkaufsverträge für Bioethanol ausgewiesen, die sich an einem variablen Energiepreis orientieren. Die Preisrisiken dieser Geschäfte werden durch ein gegengerichtetes Sicherungsgeschäft minimiert. Die Nominalvolumen der Absicherungen auf Kundenseite sowie aus den gegengerichteten Sicherungsgeschäften beliefen sich dabei auf 167,6 (70,9) Mio. €. Grundgeschäft und Sicherungsgeschäft bilden dabei eine geschlossene Position. So stehen den Marktwerten aus Kundenverträgen in Höhe von 12,7 Mio. € Marktwerte aus Sicherungsgeschäften in Höhe von -12,7 Mio. € gegenüber.

Kreditrisiken können sich aus positiven Marktwerten von Derivaten ergeben. Zum 28. Februar 2011 beläuft sich der positive Marktwert auf 17,6 (4,0) Mio. €. Kreditrisiken werden minimiert, indem derivative Geschäfte über Warenterminbörsen mit täglichem Marktwertausgleich oder mit Banken bzw. mit Kunden einwandfreier Bonität abgeschlossen werden.

Sämtliche Wertänderungen von Derivatgeschäften, die zur Absicherung zukünftiger Zahlungsströme durchgeführt wurden (Cashflow Hedges), sind zunächst erfolgsneutral in der Neubewertungsrücklage zu erfassen und werden erst bei Realisierung des Zahlungsstroms erfolgswirksam. Ihr Marktwert zum 28. Februar 2011 belief sich auf 4,5 (-0,4) Mio. €.

(26) Zusätzliche Angaben zu den Finanzinstrumenten

Buch- und beizulegende Zeitwerte von Finanzinstrumenten

Die nachstehende Tabelle stellt die Buch- und beizulegenden Zeitwerte der finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten nach IAS 39 dar. Der beizulegende Zeitwert eines Finanzinstruments ist der Betrag, zu dem zwischen sachverständigen, vertragswilligen und voneinander unabhängigen Geschäftspartnern ein Vermögenswert getauscht oder eine Schuld beglichen wird.

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Bewertungskategorie nach IAS 39 28. Februar 2011 28. Februar 2010
Tsd. € Buchwert Beizulegender Zeitwert Buchwert Beizulegender Zeitwert
Finanzielle Vermögenswerte




Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Kredite und Forderungen 53.728 53.728 28.642 28.642
Sonstige Forderungen Kredite und Forderungen 6.175 6.175 4.193 4.193
Flüssige Mittel Kredite und Forderungen 12.308 12.308 8.328 8.328
Derivate im Handelsbestand (positiver Marktwert) EzbZbfVW* 12.739 12.739 2.960 2.960
Derivate mit Hedge-Beziehung (positiver Marktwert) n. a. (Hedge Accounting) 4.897 4.897 998 998


89.847 89.847 45.121 45.121
Finanzielle Verbindlichkeiten




Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten Zu fortgeführten Anschaffungskosten gehaltene Verbindlichkeiten 54.973 56.825 66.967 70.650
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen Zu fortgeführten Anschaffungskosten gehaltene Verbindlichkeiten 152.362 152.362 156.795 156.795
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen Zu fortgeführten Anschaffungskosten gehaltene Verbindlichkeiten 30.543 30.543 33.444 33.444
Sonstige Verbindlichkeiten Zu fortgeführten Anschaffungskosten gehaltene Verbindlichkeiten 1.729 1.729 941 941
Derivate im Handelsbestand (negativer Marktwert) EzbZbfVerb** 12.739 12.739 2.960 2.960
Derivate mit Hedge-Beziehung (negativer Marktwert) n. a. (Hedge Accounting) 392 392 1.367 1.367


252.738 254.590 262.474 266.157

* EzbZbfVW = Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte
** EzbZbfVerb = Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten

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Summen der Bewertungskategorien Netto-Gewinne (+) und Netto-
Verluste (-) nach Bewertungskategorien IAS 39




Tsd. € 2010/11 2009/10 Buchwert Beizulegender Zeitwert Buchwert Beizulegender Zeitwert
Kredite und Forderungen 809 535 72.211 72.211 41.163 41.163
EzbZbfVW* 0 0 12.739 12.739 2.960 2.960
EzbZbfVerb** 0 0 12.739 12.739 2.960 2.960
Zu fortgeführten Anschaffungskosten gehaltene Verbindlichkeiten -8.692 -9.010 239.607 241.459 258.147 261.830

Das Nettoergebnis nach IFRS 7 umfasst Zinsen, Effekte aus Währungskursänderungen und Wertberichtigungen aus Forderungen.

Nach IFRS 7.27 sind die jeweiligen Methoden zur Ermittlung des Fair Value anzugeben und dabei ist eine dreistufige Fair-Value-Hierarchie (sog. Level) zu verwenden. Für CropEnergies sind nur die Level 1 und 2 relevant. Für Level 1 werden die Zeitwerte anhand von börsennotierten Marktpreisen ermittelt. Dies ist bei Getreidederivaten der Fall. Level 2 liegt vor, wenn keine börsennotierten Marktpreise verfügbar sind und die Zeitwerte anhand von Bewertungsmodellen berechnet werden, die Marktdaten als Inputfaktoren verwenden. Unter Level 2 sind bei CropEnergies Währungsderivate und eingebettete Derivate aus Lieferverträgen sowie die dazugehörigen Sicherungsgeschäfte mit Banken klassifiziert.

Für Derivate, die als Level 1 klassifiziert sind, beliefen sich die Marktwerte auf 4,9 (-1,4) Mio. €, für Derivate des Levels 2 auf -0,4 (1,0) Mio. €.

Wertminderungen im Bereich der Finanzinstrumente waren nur bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 0,2 (0,1) Mio. € notwendig.

Das gesamte Zinsergebnis aus Finanzinstrumenten, die nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertet wurden, beläuft sich auf -5,9 (-8,3) Mio. €.

Für Avalprovisionen hat CropEnergies im Geschäftsjahr 2010/11 Aufwendungen in Höhe von 0,2 (0,1) Mio. € getätigt.

Die beizulegenden Zeitwerte der Finanzinstrumente wurden auf Basis der am Bilanzstichtag zur Verfügung stehenden Marktinformationen und anhand der nachfolgend dargestellten Methoden und Prämissen ermittelt:

Aufgrund der kurzfristigen Laufzeiten der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, der sonstigen Forderungen sowie der Zahlungsmittel wird angenommen, dass die beizulegenden Zeitwerte den Buchwerten entsprechen.

Gleiches gilt für Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie kurzfristige sonstige Verbindlichkeiten.

Die positiven und negativen Marktwerte aus Derivaten betreffen Cashflow-Hedge-Derivate und Derivate im Handelsbestand (auch Derivate "held for trading" genannt). Sie werden unter den sonstigen Forderungen oder sonstigen Verbindlichkeiten ausgewiesen. Die Ermittlung der Marktwerte von Derivaten wird auf Basis von Stichtagsnotierungen vorgenommen.

Die beizulegenden Zeitwerte von langfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und verbundenen Unternehmen werden als Barwerte der mit den Schulden verbundenen Zahlungen unter Zugrundelegung der jeweils gültigen Zinskurve ermittelt. Bei kurzfristigen Laufzeiten wird angenommen, dass die beizulegenden Zeitwerte den Buchwerten entsprechen.

(27) Risikomanagement in der CropEnergies-Gruppe

Die CropEnergies-Gruppe unterliegt Marktpreisrisiken durch die Veränderung der Preise für Bioethanol, Getreide, Lebens- und Futtermittel sowie Energie. Daneben bestehen finanzielle Risiken wie Währungs-, Zins-, Kredit- und Liquiditätsrisiken.

Bonitäts- und Ausfallrisiken

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen der CropEnergies-Gruppe bestehen überwiegend gegenüber den Kunden der Mineralöl- sowie der Lebens- und Futtermittelindustrie. Das daraus resultierende Kreditrisiko wird auf Basis von internen Richtlinien, Limits sowie Warenkreditversicherungen gesteuert.

Für verbleibende Restrisiken hinsichtlich der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden erforderlichenfalls Wertberichtigungen angesetzt, die sich am tatsächlichen Ausfallrisiko orientieren. Die maximale Risikoposition aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen entspricht dem Buchwert dieser Forderungen. Die Buchwerte der überfälligen sowie der verbleibenden wertgeminderten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind im Anhang unter Ziffer (18) angegeben.

Das maximale Kreditrisiko der sonstigen Forderungen und Vermögenswerte entspricht dem Buchwert dieser Instrumente und ist nach Einschätzung von CropEnergies nicht von Bedeutung.

Liquiditätsrisiko

Als Liquiditätsrisiko bezeichnet man die Gefahr, dass ein Unternehmen seinen finanziellen Verpflichtungen nicht fristgerecht bzw. nicht in ausreichendem Maß nachkommen kann.

Die CropEnergies-Gruppe generiert Liquidität durch das operative Geschäft sowie - soweit erforderlich - durch Zugriff auf externe Finanzierungen. Die Mittel dienen der Finanzierung von Investitionen, Akquisitionen und des Working Capitals.

Um die Zahlungsfähigkeit zu jeder Zeit zu gewährleisten sowie die finanzielle Flexibilität der CropEnergies-Gruppe zu erhöhen, wird darüber hinaus eine Liquiditätsreserve in Form von Barmitteln, insbesondere aber in Form freier Kreditlinien, vorgehalten. Ausführliche Erläuterungen zum Finanzmanagement der CropEnergies-Gruppe sind im Kapitel Finanzmanagement auf Seite 50 dargestellt.

Daneben hat die CropEnergies AG 2006 ihren Beitritt zu einer Kreditfazilität eines Bankenkonsortiums erklärt. Die Kreditfazilität mit einer Endlaufzeit bis zum 27. Juli 2012 umfasst bis zu 100 Mio. € und ermöglicht es der CropEnergies AG, flexibel und in Abhängigkeit des Kreditbedarfs Inanspruchnahmen durchzuführen. Diese Kreditlinie steht unter Mithaftung der Südzucker AG.

Die nachstehende Übersicht zeigt die Fälligkeit der Verbindlichkeiten jeweils per 28. Februar. Sämtliche Zahlungsabflüsse sind undiskontiert.

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Tsd. € 28. Februar 2011 Buchwert Vertraglich vereinbarte Zahlungsabflüsse
Finanzverbindlichkeiten
gesamt bis 1 Jahr 1 bis 2 Jahre 2 bis 3 Jahre 3 bis 4 Jahre
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 54.973 59.965 13.340 12.367 11.653 10.711
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 152.362 162.226 85.569 14.235 36.697 25.725

207.335 222.191 98.909 26.602 48.350 36.436
Verbindlichkeiten aus





Lieferungen und Leistungen 30.543 30.543 30.543 0 0 0
Sonstige Verbindlichkeiten 1.729 1.729 1.729 0 0 0
Derivate im Handelsbestand (negativer Marktwert) 12.739 12.739 12.739 0 0 0
Derivate mit Hedge-Beziehung (negativer Marktwert) 392 392 392 0 0 0

45.403 45.403 45.403 0 0 0

252.738 267.594 144.312 26.602 48.350 36.436
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Tsd. € 28. Februar 2011 Vertraglich vereinbarte Zahlungsabflüsse
Finanzverbindlichkeiten 4 bis 5 Jahre über 5 Jahre
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 10.344 1.550
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 0 0

10.344 1.550
Verbindlichkeiten aus

Lieferungen und Leistungen 0 0
Sonstige Verbindlichkeiten 0 0
Derivate im Handelsbestand (negativer Marktwert) 0 0
Derivate mit Hedge-Beziehung (negativer Marktwert) 0 0

0 0

10.344 1.550
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Tsd. € 28. Februar 2010 Buchwert Vertraglich vereinbarte Zahlungsabflüsse
Finanzverbindlichkeiten
gesamt bis 1 Jahr 1 bis 2 Jahre 2 bis 3 Jahre 3 bis 4 Jahre
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 66.967 73.735 14.115 13.005 12.365 11.652
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 156.795 172.582 32.437 35.084 46.937 32.380

223.762 246.317 46.552 48.089 59.302 44.032
Verbindlichkeiten aus





Lieferungen und Leistungen 33.444 33.444 33.444 0 0 0
Sonstige Verbindlichkeiten 941 941 941 0 0 0
Derivate im Handelsbestand (negativer Marktwert) 2.960 2.960 2.960 0 0 0
Derivate mit Hedge-Beziehung (negativer Marktwert) 1.367 1.367 1.367 0 0 0

38.712 38.712 38.712 0 0 0

262.474 285.029 85.264 48.089 59.302 44.032
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Tsd. € 28. Februar 2010 Vertraglich vereinbarte Zahlungsabflüsse
Finanzverbindlichkeiten 4 bis 5 Jahre über 5 Jahre
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 10.704 11.894
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 25.744 0

36.448 11.894
Verbindlichkeiten aus

Lieferungen und Leistungen 0 0
Sonstige Verbindlichkeiten 0 0
Derivate im Handelsbestand (negativer Marktwert) 0 0
Derivate mit Hedge-Beziehung (negativer Marktwert) 0 0

0 0

36.448 11.894

Die undiskontierten Zahlungsabflüsse unterliegen der Bedingung, dass die Tilgung von Verbindlichkeiten auf den frühesten Fälligkeitstermin bezogen ist, mit Ausnahme der Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen, die mit dem geplanten Zahlungsabfluss angesetzt wurden. Die Ermittlung von Zinszahlungen von Finanzinstrumenten mit variabler Verzinsung erfolgt auf Basis der am Bilanzstichtag gültigen Zinssätze.

Währungsrisiko

Währungsrisiken können sich aus Transaktionen in Fremdwährungen ergeben. Zur teilweisen Absicherung werden derivative Sicherungsinstrumente eingesetzt. Sowohl die Rohstoffbeschaffung als auch der Verkauf der Produkte erfolgten weitgehend in Euro.

Soweit in Einzelfällen finanzielle Forderungen oder Verbindlichkeiten in fremder Währung bestehen, unterliegen sie bis zu ihrer Erfüllung noch dem Risiko der Abwertung bzw. Aufwertung. Der Bestand an externen Finanzanlagen und -verbindlichkeiten in Fremdwährungen ist bei CropEnergies jedoch von untergeordneter Bedeutung.

CropEnergies kann aber auch indirekten Währungsrisiken in Bezug auf Marktwertschwankungen des Euros gegenüber dem US-Dollar und dem brasilianischen Real unterliegen. Solche indirekten Einflüsse auf die Weltmarktpreise für Rohstoffe, Energie und Bioethanol lassen sich jedoch nicht quantifizieren.

Zinsrisiko

CropEnergies ist Zinsänderungsrisiken in der Eurozone ausgesetzt. Das Zinsänderungsrisiko resultiert hauptsächlich aus Finanzverbindlichkeiten. Von den Darlehensinanspruchnahmen per 28. Februar 2011 in Höhe von 207,3 Mio. € waren 137,2 Mio. € festverzinslich und 70,1 Mio. € variabel verzinslich.

Sensitivität: Würde das Marktzinsniveau um 100 Basispunkte höher (niedriger) liegen, würden sich die jährlichen Zinsaufwendungen für die Darlehen um 0,7 Mio. € erhöhen (erniedrigen).

Marktpreisrisiko

Die CropEnergies-Gruppe unterliegt Marktpreisrisiken durch die Veränderung der Preise für Endprodukte, Rohstoffe und Energie. Zur Begrenzung damit verbundener Risiken setzt CropEnergies in der Rohstoff- und Bioethanolpreissicherung derivative Absicherungen ein. Der Einsatz dieser Sicherungsinstrumente erfolgt innerhalb festgelegter Limits und unterliegt einer ständigen Kontrolle.

Sonstige Angaben

(28) Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen

Zum Abschlussstichtag bestand ein Bestellobligo für Investitionen in Höhe von 5,4 (10,3) Mio. € und für Rohstoffe in Höhe von 237,3 (172,0) Mio. €. Das Obligo für Investitionen betrifft im Wesentlichen Optimierungsprojekte für die bestehenden Bioethanolanlagen. Das Obligo für Rohstoffe besteht überwiegend für Bestellungen von Getreide und Rohalkohol sowie für langfristige Verträge zur Lieferung von Zuckersirupen.

Die aus Operating Leasing resultierenden Verpflichtungen belaufen sich auf 575 Tsd. € und haben folgende Fälligkeitsstruktur:

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Tsd. € 28.02.2011
Fällig in bis zu einem Jahr 345
Fällig in 1 bis 5 Jahren 196
Fällig nach über 5 Jahren 34

575

Für CropEnergies bestehen Eventualverbindlichkeiten in Höhe von 111,4 Mio. € überwiegend aus geschäftstypischen Zollavalen. Im Rahmen einer Darlehensgewährung an die CT Biocarbonic GmbH wurde eine gesamtschuldnerische Mithaftung in Höhe von 3,1 (3,1) Mio. € eingegangen. Eine Inanspruchnahme wird derzeit nicht erwartet.

CropEnergies unterliegt möglichen Verpflichtungen aus verschiedenen Ansprüchen oder Verfahren, die anhängig sind oder geltend gemacht werden könnten. Schätzungen über die künftigen Aufwendungen in diesem Bereich sind zwangsläufig zahlreichen Unsicherheiten unterworfen. Wenn ein Verlust wahrscheinlich und der Betrag zuverlässig schätzbar ist, bildet CropEnergies Rückstellungen für diese Risiken. Nach heutigem Erkenntnisstand bestehen keine Ansprüche oder Verfahren, die erheblichen Einfluss auf die wirtschaftliche Lage der CropEnergies-Gruppe haben.

Zum Bilanzstichtag bestanden keine weiteren Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen.

(29) Ergebnis je Aktie

Der Konzernjahresüberschuss belief sich auf 28,3 (4,4) Mio. €. Dies entspricht bei 85 Mio. Aktien einem Ergebnis pro Aktie von 0,33 (0,05) €.

(30) Angaben zur Kapitalflussrechnung

Die Kapitalflussrechnung, die nach den Vorschriften des IAS 7 (Kapitalflussrechnungen) erstellt wurde, zeigt die Veränderung des Finanzmittelbestands der CropEnergies-Gruppe aus den Bereichen laufende Geschäftstätigkeit, Investitionstätigkeit und Finanzierungstätigkeit.

Der Cashflow verbesserte sich deutlich auf 63,3 (17,8) Mio. €. Die Mittelabflüsse aus Steuerzahlungen beliefen sich auf 7,8 (7,8) Mio. € und sind der laufenden Geschäftstätigkeit zuzuordnen. Außerdem sind Zinsauszahlungen in Höhe von 7,7 (8,4) Mio. € angefallen, denen keine wesentlichen Zinseinzahlungen gegenüberstanden. Die Investitionen von 21,6 (33,8) Mio. € für Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte entfallen im Wesentlichen auf Ersatzinvestitionen und Optimierungsmaßnahmen, um die Effizienz der Bioethanolanlagen in Wanze und Zeitz zu steigern, sowie auf die Fertigstellung der CO2 -Verflüssigungsanlage in Zeitz. Im Berichtszeitraum 2010/11 konnten Fördermittel in Höhe von 0,4 (4,8) Mio. € vereinnahmt werden.

Die flüssigen Mittel erhöhten sich aus dem Finanzierungsüberschuss auf 12,3 (8,3) Mio. €.

(31) Aufwendungen für Leistungen des Konzernabschlussprüfers

Für Leistungen des Konzernabschlussprüfers, PricewaterhouseCoopers Aktiengesellschaft Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Frankfurt am Main, sind im Geschäftsjahr 2010/11 Aufwendungen für Abschlussprüfungen in Höhe von 137 (149) Tsd. € für die Konzernabschlussprüfung sowie die Prüfung der Abschlüsse der CropEnergies AG und ihrer inländischen Tochtergesellschaft, der CropEnergies Bioethanol GmbH, angefallen.

Darüber hinaus wurden im laufenden Geschäftsjahr durch den Konzernabschlussprüfer keine weiteren Leistungen erbracht (Vorjahr: 3 Tsd. €).

(32) Entsprechenserklärung nach § 161 AktG

Vorstand und Aufsichtsrat der CropEnergies AG haben am 20. Dezember 2010 die Entsprechenserklärung nach § 161 AktG zum Deutschen Corporate Governance-Kodex abgegeben und den Aktionären der CropEnergies AG auf der Website www.cropenergies.com unter der Rubrik Investor Relations dauerhaft zugänglich gemacht.

(33) Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen (Related Parties)

"Related Party" im Sinne von IAS 24 (Angaben über Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen) sind die Südzucker AG als Mehrheitsaktionärin sowie deren Vorstand und Aufsichtsrat nebst deren nahen Familienangehörigen sowie ihre Tochtergesellschaften (Südzucker-Gruppe), das Joint Venture CT Biocarbonic GmbH sowie die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats der CropEnergies AG nebst deren nahen Familienangehörigen. Darüber hinaus zählt dazu die Süddeutsche Zuckerrüben-Verwertungs-Genossenschaft eG (SZVG), Ochsenfurt, aus deren Eigenbesitz an Südzucker-Aktien zuzüglich der von ihr treuhänderisch für die Gemeinschaft der Anteilsinhaber gehaltenen Aktien sich eine Mehrheitsbeteiligung an der Südzucker AG errechnet.

Südzucker-Gruppe

Die Transaktionen mit der Südzucker-Gruppe umfassten Warenlieferungen von der Südzucker-Gruppe, insbesondere Zuckersirupe, verschiedene Hilfs- und Betriebsstoffe und Fertigerzeugnisse, im Wert von 52,3 (58,8) Mio. €. Daneben wurden Dienstleistungen in Höhe von 4,0 (3,9) Mio. € sowie Forschungs- und Entwicklungsleistungen in Höhe von 2,4 (2,5) Mio. € erbracht.

Im Gegenzug lieferte die CropEnergies-Gruppe an die Südzucker-Gruppe Waren, insbesondere Kuppelprodukte, im Wert von 32,3 (9,4) Mio. € und erhielt Leistungserlöse in Höhe von 2,6 (3,2) Mio. € sowie Erlöse aus Dienstleistungen in Höhe von 1,7 (0,9) Mio. €. Aus der Gewährung von Darlehen ergab sich für die CropEnergies-Gruppe ein negativer Zinssaldo von 5,5 (5,4) Mio. €. Für eine Mithaftung wurde eine Avalprovision von 0,1 (0,1) Mio. € bezahlt.

Resultierend aus den vorgenannten Leistungsbeziehungen bestanden gegenüber der Südzucker-Gruppe zum Bilanzstichtag Forderungen in Höhe von 8,8 (4,6) Mio. € und Verbindlichkeiten in Höhe von 4,5 (9,5) Mio. €. Die Finanzverbindlichkeiten gegenüber der Südzucker-Gruppe beliefen sich auf 152,4 (156,8) Mio. €.

Die Leistungsbeziehungen mit der Südzucker AG und ihren Tochtergesellschaften wurden zu marktüblichen Preisen bzw. Zinsen abgerechnet; Leistung und Gegenleistung entsprachen sich, sodass keine Benachteiligungen entstanden. Daneben wurden keine wesentlichen Geschäfte mit nahestehenden Personen getätigt.

CT Biocarbonic GmbH

Für das Joint Venture CT Biocarbonic GmbH wurden Verwaltungsdienstleistungen erbracht, die zu marktüblichen Preisen abgerechnet wurden, in ihrer Höhe jedoch unwesentlich waren.

Süddeutsche Zuckerrüben-Verwertungs-Genossenschaft eG

Mit der Süddeutschen Zuckerrüben-VerwertungsGenossenschaft eG (SZVG) wurden keinerlei Geschäftsvorfälle abgewickelt.

Vorstand

Für den Gesamtvorstand belief sich die Gesamtvergütung für das Geschäftsjahr 2010/11 auf 0,7 (0,6) Mio. €; davon entfielen auf das feste Jahresgehalt 444 (444) Tsd. €. Der variable Vergütungsanspruch belief sich auf 249 (147) Tsd. €. Als Sachbezüge und Beiträge zur Sozialversicherung wurden 43 (41) Tsd. € gewährt.

Den Pensionsrückstellungen für Vorstandsmitglieder wurden 194 (504) Tsd. € zugeführt.

Aufsichtsrat

Die Vergütung für die gesamte Tätigkeit der Mitglieder des Aufsichtsrats der CropEnergies AG belief sich auf 170 (190) Tsd. € für das Geschäftsjahr 2010/11.

Die Beschreibung der Vergütungssysteme für Vorstand und Aufsichtsrat ist in der Erklärung zur Unternehmensführung/ Corporate Governance-Bericht ab Seite 41 angegeben.

(34) Aufsichtsrat

Dr. Theo Spettmann

Vorsitzender
Ludwigshafen
Ehem. Vorstandssprecher der Südzucker Aktiengesellschaft Mannheim/Ochsenfurt

Weitere Mandate in inländischen, gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten

CarlZeiss AG, Oberkochen (Vorsitzender)

Mannheimer AG Holding, Mannheim

SCHOTT AG, Mainz (Vorsitzender)

Mandate in vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien

Carl-Zeiss-Stiftung, Heidenheim und Jena, Stiftungsrat (Vorsitzender)

St. Dominikus Krankenhaus und Jugendhilfe gGmbH, Ludwigshafen (Vorsitzender)

Universität Mannheim (Universitätsrat), Mannheim

Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung GmbH (ZEW), Mannheim

Prof. Dr. Markwart Kunz

Stellvertretender Vorsitzender
Worms
Mitglied des Vorstands der Südzucker Aktiengesellschaft Mannheim/Ochsenfurt

Konzernmandate

BENEO GmbH, Mannheim (Vorsitzender)

Raffinerie Tirlemontoise SA, Brüssel (Belgien), (Vorsitzender)

Saint Louis Sucre SA, Paris (Frankreich), (Stv. Vorsitzender)

Südzucker Polska SA, Wroclaw (Polen)

Südzucker Versicherungs-Vermittlungs-GmbH, Mannheim

Zuckerforschung Tulln Gesellschaft m.b.H., Tulln (Österreich)

Dr. Hans-Jörg Gebhard

Eppingen
Vorsitzender des Verbands Süddeutscher Zuckerrübenanbauer e. V.

Weitere Mandate in inländischen, gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten

Südzucker Aktiengesellschaft Mannheim/Ochsenfurt, Mannheim (Vorsitzender)

VK Mühlen AG, Hamburg

Mandate in vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien

AGRANA Beteiligungs-AG, Wien (Österreich)

AGRANA Zucker, Stärke und Frucht Holding AG, Wien (Österreich), (Stv. Vorsitzender)

Freiberger Holding GmbH, Berlin

Raffinerie Tirlemontoise SA, Brüssel (Belgien)

Saint Louis Sucre SA, Paris (Frankreich)

Süddeutsche Zuckerrüben-Verwertungs-Genossenschaft eG (SZVG), Ochsenfurt (Vorsitzender)

Vereinigte Hagelversicherung VVaG, Gießen

Z & S Zucker und Stärke Holding AG, Wien (Österreich)

Thomas Kölbl

Mannheim
Mitglied des Vorstands der Südzucker Aktiengesellschaft Mannheim/Ochsenfurt

Mandate in vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien

Baden-Württembergische Wertpapierbörse GmbH, Stuttgart

Konzernmandate

AGRANA Bioethanol GmbH, Wien (Österreich)

AGRANA Internationale Verwaltungs- und Asset-Management GmbH, Wien (Österreich)

AGRANA J & F Holding GmbH, Wien (Österreich)

AGRANA Stärke GmbH, Wien (Österreich)

AGRANA Zucker GmbH, Wien (Österreich)

BENEO GmbH, Mannheim

Freiberger Holding GmbH, Berlin

Mönnich GmbH, Kassel (Vorsitzender)

PortionPack Europe Holding B.V., Oud-Beijerland (Niederlande), (Vorsitzender)

Raffinerie Tirlemontoise SA, Brüssel (Belgien)

Saint Louis Sucre SA, Paris (Frankreich)

Südzucker Polska SA, Wroclaw (Polen)

Südzucker Versicherungs-Vermittlungs-GmbH, Mannheim (Vorsitzender)

Franz-Josef Möllenberg

Rellingen
Vorsitzender der Gewerkschaft Nahrung-GenussGaststätten

Weitere Mandate in inländischen, gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten

Südzucker Aktiengesellschaft Mannheim/Ochsenfurt, Mannheim (Stv. Vorsitzender)

Mandate in vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien

Kreditanstalt für Wiederaufbau, Frankfurt am Main

Norbert Schindler

Bobenheim am Berg
Mitglied des Deutschen Bundestags

Mandate in vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien

Landwirtschaftliche Rentenbank, Frankfurt am Main

Süddeutsche Krankenversicherung a. G., Fellbach

Süddeutsche Lebensversicherung a. G., Fellbach

Süddeutsche Zuckerrüben-Verwertungs-Genossenschaft eG (SZVG), Ochsenfurt

(35) Vorstand

Dr. Lutz Guderjahn (COO)

Offstein

Joachim Lutz (CFO)

Mannheim

(36) Anteilsbesitzliste

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Unternehmen Sitz Land Anteilsbesitz: unmittelbar Anteilsbesitz: mittelbar
CropEnergies Beteiligungs GmbH Mannheim Deutschland 100 %
CropEnergies Bioethanol GmbH Zeitz Deutschland 15 % 85 %
BioWanze SA Brüssel Belgien 100 %
Compagnie Financière de l'Artois SA Paris Frankreich 100 %
Ryssen Alcools SAS Loon-Plage Frankreich
100 %
CT Biocarbonic GmbH Zeitz Deutschland
50 %

(37) Vorschlag zur Gewinnverwendung

Der Konzern-Jahresüberschuss der CropEnergies-Gruppe (nach IFRS) erhöhte sich auf 28,3 (4,4) Mio. €. Dabei erreichte der für die Gewinnverwendung maßgebliche handelsrechtliche Bilanzgewinn der CropEnergies AG 12,8 (10,0) Mio. €.

Angesichts der deutlich verbesserten Ertragslage schlagen Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung am 19. Juli 2011 vor, die Dividende auf 0,15 (0,05) € pro Aktie anzuheben. Unter Zugrundelegung der Anzahl von 85 Mio. ausgegebenen Stückaktien ergibt sich eine Ausschüttungssumme von 12,75 (4,25) Mio. €. Der verbleibende Bilanzgewinn von 0,1 Mio. € soll auf neue Rechnung vorgetragen werden.

(38) Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Nach dem Bilanzstichtag haben keine Ereignisse stattgefunden, die die Ertrags-, Finanz- oder Vermögenslage wesentlich beeinflussen.

(39) Segmentbericht

Gemäß IFRS 8 (Geschäftssegmente) sind Angaben über jene Segmente erforderlich, die das Unternehmen zu internen Berichts- und Steuerungszwecken eingerichtet hat (sogenannter Management Approach).

Die CropEnergies-Gruppe stellt nur ein homogenes Hauptprodukt (Bioethanol) her. Nach mehreren verbundenen bzw. identischen Produktionsprozessen entstehende ähnliche Endprodukte können separat vertrieben werden. Das Management steuert die gesamte Unternehmensgruppe anhand der Informationen über das Hauptprodukt Bioethanol. Daher besitzt die CropEnergies-Gruppe nur ein Segment.

Ableitung des Segmentvermögens und der Segmentverbindlichkeiten

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Mio. € 28.02.2011 28.02.2010
Bilanzsumme Aktiva 638,4 608,9
./. Flüssige Mittel -12,3 -8,3
./. Aktive latente Steuern -26,7 -26,3
Segmentvermögen 599,4 574,3
Bilanzsumme Passiva 638,4 608,9
./. Eigenkapital -340,0 -311,7
./. Finanzschulden -207,3 -223,8
./. Passive latente Steuern -26,2 -21,2
./. Laufende Ertragsteuerverbindlichkeiten -2,9 -2,8
Segmentverbindlichkeiten 62,0 49,4

Segmentierung nach Regionen

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Mio. € 28.02.2011 28.02.2010
Umsatzerlöse mit Dritten

Deutschland 227,0 162,4
Ausland 245,8 211,7

472,8 374,1
Segmentvermögen*

Deutschland 229,9 208,5
Ausland 369,5 365,8

599,4 574,3
Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte*

Deutschland 9,4 8,6
Ausland 12,2 25,2

21,6 33,8

* inklusive Anlagen im Bau

Die regionale Zuteilung erfolgte nach den Ländern, in denen die Gesellschaften der CropEnergies-Gruppe ihren Sitz haben.

Im Geschäftsjahr 2010/11 erwirtschaftete die CropEnergies-Gruppe mit einem Kunden Umsatzerlöse von 18,3 % des Konzernumsatzes.

Im Berichtszeitraum fielen sonstige betriebliche Erträge von 8,9 (5,3) Mio. €, Abschreibungen von 30,5 (21,3) Mio. €, sonstige betriebliche Aufwendungen von 46,3 (40,3) Mio. €, Finanzerträge von 0,2 (0,6) Mio. €, Finanzaufwendungen von 8,2 (8,9) Mio. € sowie ein Steueraufwand von 10,5 (Steuerertrag: 3,3) Mio. € an. Bei einem operativen Ergebnis von 45,9 (11,9) Mio. € ergab sich somit ein Jahresüberschuss von 28,3 (4,4) Mio. €.

Der Vorstand als Hauptentscheidungsträger des Segments steuert die Geschäftsentwicklung auf Basis des operativen Ergebnisses nach IFRS.

Mannheim, 5. Mai 2011
D E R V O R S T A N D

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Dr. Lutz Guderjahn Joachim Lutz

VERSICHERUNG DER GESETZLICHEN VERTRETER

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.

Mannheim, 5. Mai 2011
D E R V O R S T A N D

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Dr. Lutz Guderjahn Joachim Lutz

WIEDERGABE DES BESTÄTIGUNGSVERMERKS

Wir haben den von der CropEnergies AG, Mannheim, aufgestellten Konzernabschluss - bestehend aus Bilanz, Gewinn-und-Verlust-Rechnung, Aufstellung der erfolgsneutral im Eigenkapital erfassten Erträge und Aufwendungen, Entwicklung des Eigenkapitals, Kapitalflussrechnung und Anhang - sowie den Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. März 2010 bis 28. Februar 2011 geprüft. Die Aufstellung von Konzernabschluss und Konzernlagebericht nach den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften liegt in der Verantwortung des Vorstands der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht abzugeben.

Wir haben unsere Konzernabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung unter ergänzender Beachtung der Internationalen Standards on Auditing (ISA) vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Konzernabschluss unter Beachtung der anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften und durch den Konzernlagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld des Konzerns sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben im Konzernabschluss und Konzernlagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, der Abgrenzung des Konsolidierungskreises, der angewandten Bilanzierungs- und Konsolidierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen des Vorstands sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Der Konzernlagebericht steht in Einklang mit dem Konzernabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Frankfurt am Main, den 6. Mai 2011
PricewaterhouseCoopers AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

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Dr. Ralf Worster ppa. Olav Krützfeldt
Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüfer

GLOSSAR

Alkohol

→ Ethanol.

Beimischung (zum Benzin)

Die Zugabe von → Bioethanol zu → Ottokraftstoff. In Europa gibt es für → Ottokraftstoff die Norm EN 228, die den Zusatz von 5 Vol.-% → Ethanol oder 15 Vol.-% ETBE erlaubt, sowie die Norm E51626-1, welche den Zusatz von 10 Vol.-% → Ethanol erlaubt. Weltweit sind unterschiedliche Ethanolbeimischungen zu konventionellem → Ottokraftstoff üblich (z. B. 20 - 25 Vol.-% in Brasilien; 10 - 15 Vol.-% in den USA).

BENEO-Orafti

Unternehmen der Südzucker-Gruppe, das sich auf die Produktion und weltweite Vermarktung von funktionellen Ingredienzien für die Lebensmittel- und Futtermittelindustrie spezialisiert hat. B. vertreibt das von → CropEnergies AG in Wanze produzierte → Gluten.

BilMoG

Gesetz zur Modernisierung des Bilanzrechts (Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz).

Bioethanol

Aus nachwachsenden Rohstoffen gewonnener → Alkohol. Als Rohstoff kommt zucker-, stärke-, oder zellulosehaltige Biomasse infrage. → CropEnergies setzt Getreide und → Zuckersirupe als Rohstoffe ein.

Biokraftstoffe

Aus Biomasse gewonnene Kraftstoffe (z. B. → Bioethanol, Biodiesel, Biogas, Pflanzenöl).

Biokraftstoff-Nachhaltigkeitsverordnung (Biokraft-NachV)

Am 2. November 2009 in Kraft getretene Verordnung über Anforderungen an eine nachhaltige Herstellung von → Biokraftstoffen. Die Verordnung soll sicherstellen, dass künftig nur noch solche → Biokraftstoffe steuerlich begünstigt oder auf die Biokraftstoffquote angerechnet werden können, die unter Beachtung verbindlicher Nachhaltigkeitsstandards hergestellt wurden. Mit der Verordnung werden die → Nachhaltigkeitskriterien der Europäischen Union für den Biokraftstoffbereich in Deutschland rechtlich festgeschrieben.

BioWanze SA

Unternehmen der CropEnergies-Gruppe, das im belgischen Wanze eine Bioethanolanlage der nächsten Generation mit einer Produktionskapazität von bis zu 300.000 m3 → Bioethanol pro Jahr betreibt.

CDS (Condensed Distillers' Solubles)

Flüssiges Tierfuttermittel aus → Schlempe, die bei der Bioethanolherstellung aus Getreide anfällt und eingedickt wird.

CO2

→ Kohlendioxid.

Compliance

Einhaltung von Gesetzen, Richtlinien und freiwilligen Kodizes als Element der verantwortungsvollen Unternehmensführung (→ Corporate Governance).

Corporate Governance

Verantwortungsvolle Unternehmensführung und -kontrolle. Gesamtheit der auf die Aktionärsinteressen ausgerichteten Grundsätze und Regeln über Organisation, Verhalten und Transparenz, die - unter Wahrung von Entscheidungsfähigkeit und Effizienz der Führung - auf oberster Unternehmensebene ein ausgewogenes Verhältnis von Leitung und Kontrolle anstreben. Hierdurch soll die Transparenz der Unternehmensführung erhöht, die Zusammenarbeit der Organe eines Unternehmens verbessert und effiziente Kontrolle der Unternehmensführung gewährleistet werden. → CropEnergies AG sieht in der Einhaltung von C.-Grundsätzen ein bedeutendes Mittel zur Stärkung des Vertrauens der Anleger, Kunden, Mitarbeiter und der Öffentlichkeit in die Leitung und Überwachung des Unternehmens.

Corporate Governance-Kodex

Durch den Gesetzgeber im Jahr 2002 eingeführter Kodex, der wesentliche gesetzliche Vorschriften zur Leitung und Überwachung deutscher börsennotierter Gesellschaften (Unternehmensführung) darstellt und darüber hinaus international und national anerkannte Standards guter und verantwortungsvoller Unternehmensführung enthält. Es besteht eine gesetzliche Verpflichtung für alle deutschen börsennotierten Unternehmen, alljährlich zu erklären, inwiefern den Empfehlungen entsprochen wurde und wird.

CropEnergies AG

Ein Unternehmen der Südzucker-Gruppe und einer der größten Bioethanolhersteller Europas. C. stellt aus Biomasse (Getreide und → Zuckersirupen) → Bioethanol für den Kraftstoffmarkt her. Seit September 2006 ist C. im Prime Standard an der Frankfurter Börse notiert.

CropEnergies Bioethanol GmbH

Unternehmen der CropEnergies-Gruppe, das in Zeitz, Sachsen-Anhalt, eine Bioethanolanlage betreibt. Diese ist eine der größten Bioethanolanlagen Europas und verfügt über eine Produktionskapazität von 360.000 m3 → Bioethanol pro Jahr.

CropPower85

C. ist ein gemäß DIN 51625 hergestellter E85-Qualitätskraftstoff (→ E85) für Flexible Fuel Vehicles (→ FFVs). C. ist ein Bioethanol-Benzin-Gemisch mit einem Bioethanolanteil von bis zu 86 %.

Cross Compliance

Grundsatz der Landwirtschaft in der EU, dass Landwirte Umweltschutzauflagen erfüllen müssen, um in den Genuss von Marktstützungsmaßnahmen zu kommen. C. war Teil der Reform der europäischen Landwirtschaftspolitik im Rahmen der Agenda 2000 und ist seit 2005 verpflichtend. Beispiele für Umweltauflagen der C. sind die Einhaltung der zulässigen Höchstmenge von Düngemitteln pro Hektar und die Befolgung bestimmter Regeln bezüglich des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln. Insgesamt wurden 19 Rechtsakte erlassen, die die Bereiche Umwelt, Gesundheit von Mensch, Tier und Pflanzen sowie Tierschutz betreffen.

CT Biocarbonic GmbH

Joint Venture der → CropEnergies AG und der → Tyczka Energie GmbH, das in Zeitz eine Anlage zur Verflüssigung von biogenem CO2 betreibt.

D&O-Versicherung
(Directors-and-Officers-Versicherung, auch Organ- oder Manager-Haftpflichtversicherung)

Eine Vermögensschadenhaftpflichtversicherung, die ein Unternehmen für seine Organe und leitenden Angestellten abschließt.

DAX subsector Renewable Energies

Index der Deutschen Börse, der alle im Prime Standard gelisteten Werte aus dem Sektor "Erneuerbare Energien" enthält.

Dehydratation

Die so genannte Trocknung des → Alkohols. In diesem letzten Schritt der Bioethanolproduktion wird dem → Alkohol nahezu das gesamte restliche Wasser entzogen und so ein Reinheitsgrad von über 99 % erreicht.

Derivate
Derivative Finanzinstrumente

Finanzprodukte, deren Marktwert entweder aus klassischen Basisinstrumenten wie Aktien oder Rohstoffen oder aus Marktpreisen wie etwa Zinssätzen oder Wechselkursen abgeleitet werden kann. D. existieren in vielfältigen Formen, so etwa als Optionen oder → Termingeschäfte (→ Futures).

Destillation

Auftrennung von Flüssigkeiten, die aus verschiedenen Bestandteilen zusammengesetzt sind, durch kontrollierte Erhitzung, z. B. fraktionierte Destillation von Rohöl oder Trennung von → Alkohol und Wasser. Basis dieser Trennungsmöglichkeit sind die unterschiedlichen Siedepunkte der Mischungsbestandteile.

DDGS (Distillers' Dried Grains with Solubles)

Trockenschlempe. Als D. wird die getrocknete → Schlempe der Ethanolherstellung aus Getreide bezeichnet, die in der Tierernährung als wertvolles Proteinfuttermittel eingesetzt wird.

E5

Kraftstoff für Ottomotoren aus 5 Vol.-% → Bioethanol und 95 Vol.-% Benzin. Gemäß der Norm EN 228 ist er in Europa für konventionelle Ottomotoren zugelassen.

E10

Kraftstoff aus 10 Vol.-% → Bioethanol und 90 Vol.-% Benzin. Mit der Änderung der → Kraftstoffqualitätsrichtlinie wurde die Grundlage für die EU-weite Anpassung der Normen für → Ottokraftstoff gelegt, die in Zukunft den Zusatz von 10 Vol.-% → Ethanol zu → Ottokraftstoff in der EU generell erlauben sollen. Die EU-Mitgliedsstaaten müssen die jeweiligen nationalen Regelungen anpassen, um die Möglichkeit zur Einführung von E10 zu schaffen. An deutschen Tankstellen wird E10 seit 1. Januar 2011 angeboten. Für E. gilt in Deutschland die Norm E51626-I.

E85

In Deutschland besonders förderungswürdiger Kraftstoff für Flexible Fuel Vehicles (→ FFVs). E85 ist ein Bioethanol-Benzin-Gemisch mit einem Bioethanolanteil von rund 85 %. Für E. gilt in Deutschland die DIN 51625. → CropEnergies AG produziert und vertreibt E85-Qualitätskraftstoff unter dem Markennamen → CropPower85 in Deutschland.

EBIT (Earnings Before Interest and Taxes)

→ Ergebnis vor Zinsen und Steuern.

EBITDA (Earnings Before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization)

Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen auf Sachanlagen und Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände.

Enzym

Veraltet: Ferment. Biochemischer Katalysator, der hilft, ein Substrat zu spalten oder zu verändern, ohne sich selbst aufzubrauchen. E. bestehen aus Eiweiß (Protein).

Ergebnis je Aktie

Den Aktionären der → CropEnergies AG zurechenbares Ergebnis nach Steuern, das auf eine Aktie entfällt. Das E. wird als Quotient des Jahresergebnisses nach Minderheitenanteilen im Verhältnis zur Anzahl der im Geschäftsjahr durchschnittlich im Umlauf befindlichen Aktien ermittelt.

Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT)

Kennzahl, die die operative Ertragskraft eines Unternehmens misst, indem aus dem Jahresüberschuss der Steueraufwand und das Finanzergebnis eliminiert werden. Dem E. kommt bei einem Vergleich von Unternehmen, die unterschiedliche Finanzstrukturen aufweisen oder nicht vergleichbaren Steuersystemen ausgesetzt sind, zentrale Bedeutung zu. Das von → CropEnergies AG ausgewiesene "Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit" entspricht weitgehend der Definition des E.

Erneuerbare Energien

Regenerative Energien, die im Gegensatz zu fossilen Energieträgern theoretisch unbegrenzt zur Verfügung stehen. Man unterscheidet die drei Gruppen Wärme, Strom und Kraftstoffe, die jeweils wieder unterteilt werden können.

Erneuerbare-Energien-Richtlinie

Richtlinie 2009/ 28/EG des Europäischen Parlaments und Rates zur Förderung der Nutzung von Energie aus erneuerbaren Quellen vom 23. April 2009. Die E. schreibt unter anderem einen verbindlichen Anteil → erneuerbarer Energien am Energieverbrauch im Transportsektor von 10 % im Jahr 2020 vor. Die E. enthält ebenfalls Regelungen zur nachhaltigen Produktion von → Biokraftstoffen als Voraussetzung für eine Förderung und die Anrechnung auf die EU-Biokraftstoffziele. Zum Nachweis der Einhaltung der rechtlich definierten Anforderungen sind die Wirtschaftsteilnehmer zu einer unabhängigen Überprüfung verpflichtet (z. B. Zertifizierungssysteme). Bis zum 5. Dezember 2010 musste die E. von den Mitgliedsstaaten in nationales Recht umgesetzt werden.

Ethanol

Auch Ethylalkohol (veraltet Äthanol, Äthylalkohol). Gehört zur Gruppe der Alkohole, steht im engeren Sinn synonym für → Alkohol. E. ist das Hauptprodukt der alkoholischen Gärung. Hauptbestandteil von Branntwein und Trinkalkohol. E. wird als Kraftstoffadditiv (→ Bioethanol) und als alleiniger Kraftstoff, aber auch in der chemischen oder pharmazeutischen Industrie verwendet.

FFVs (Flexible Fuel Vehicles)

F. sind kraftstoffflexibel, das heißt, sie können sowohl mit reinem → Ottokraftstoff als auch - in Europa - mit bis zu 86 % → Bioethanol betrieben werden. Sie haben einen einzigen Tank und erkennen über einen Sensor das Mischungsverhältnis von → Bioethanol und → Ottokraftstoff. Das Motormanagement passt die Zündzeitpunkte automatisch an die Zusammensetzung des Gemischs an.

Fraunhofer-Gesellschaft

Die F. betreibt anwendungsorientierte Forschung zum direkten Nutzen für Unternehmen und zum Vorteil der Gesellschaft.

Futures

→ Termingeschäfte.

Gallone

Volumenmaß (Trocken- und Flüssigkeitsmaß), für das mehrere Definitionen existieren. Die in den USA für Flüssigkeiten gebräuchliche US liquid gallon entspricht 3,785 Litern.

Getreidewirtschaftsjahr

Zeitraum von zwölf Monaten zur Sammlung von Daten (z. B. Anbaufläche, Erntemengen) zu einer bestimmten Getreidesorte. Das G. beginnt mit der Getreideernte. In Europa dauert das Wirtschaftsjahr für Weizen beispielsweise vom 1. Juli bis 30. Juni.

Gewichtsprozent

Prozentuale Angabe des relativen Masseanteils einer Komponente an der Gesamtmasse eines Stoffgemisches (Abk. Gew.-%).

Gluten

Kleber oder Klebereiweiß, welches in Getreidekörnern enthalten ist. G. wird in der Industrie als Lebens- und Futtermittel verwendet.

HEICO SPORTIV

Einer der renommiertesten Veredler von Volvo-Automobilen weltweit. Seit 2009 Kraftstoff- und Technologiepartner von → CropEnergies. H. trat bei Langstreckenrennen auf dem Nürburgring mit einem mit → CropPower85 betankten Volvo C30 an.

Kohlendioxid (CO2)

Entsteht bei der Verbrennung von kohlenstoffhaltigem Material. Dient als Ausgangsprodukt für den Aufbau pflanzlicher Biomasse durch Photosynthese. Bei der Verbrennung von Biomasse wird nur so viel CO2 abgegeben, wie von dieser zuvor beim Wachsen aufgenommen worden ist. K. ist ein → Treibhausgas. K. kann in der Lebensmittel- und Verpackungsindustrie verwendet werden.

Kraftstoffqualitätsrichtlinie

Richtlinie 98/70/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 13. Oktober 1998, die Mindestanforderungen für die Beschaffenheit und Auszeichnung der Qualitätsdaten von Kraftstoffen festlegt. Mit der K. haben das Europäische Parlament und der Rat einem Änderungsvorschlag der EU-Kommission zur Verringerung von luftverunreinigenden Emissionen und Treibhausgasemissionen von Kraftstoffen zugestimmt. In diesem Zusammenhang wurde auch die EU-weite Einführung von → E10-Kraftstoff ermöglicht.

Kuppelprodukte

K. entstehen, wenn bei der Herstellung eines Produktes mit technischer Notwendigkeit mindestens ein weiteres Produkt anfällt. So kann z. B. → Schlempe, die als K. bei der Produktion von → Bioethanol aus Getreide anfällt, etwa zu den Futtermitteln → DDGS oder → CDS weiterverarbeitet werden.

Lignozellulose

Verbund aus → Zellulose, Hemizellulose und Lignin, der das Strukturgerüst der pflanzlichen Zellwand bildet. Die Gewinnung von → Bioethanol aus lignozellulären Rohstoffen wie Stroh oder Holz befindet sich in der Entwicklungsphase.

Nachhaltigkeitskriterien

Kriterien, die → Biokraftstoffe, die für die Erreichung der Ziele der → "Erneuerbare-Energien-Richtlinie" verwendet werden, sowie Biokraftstoffe, denen nationale Förderregelungen zugute kommen, erfüllen müssen, um ihre ökologische Nachhaltigkeit unter Beweis zu stellen. Beispiele für N. sind eine Mindesteinsparung von → Treibhausgasen und der Schutz von Flächen mit hoher biologischer Vielfalt. Bei der Formulierung der → "Erneuerbare-Energien-Richtlinie" wurden auch soziale N. berücksichtigt.

Ottokraftstoff

Offizielle Bezeichnung für Normal-(Regular-) und Super- (Premium-) Benzine für Vergaser und Einspritzmotoren mit Fremdzündung. Die Qualität von europäischem O. ist in der Norm EN 228 festgelegt.

ProtiGrain®

Markenname für das von → CropEnergies produzierte → DDGS. P. wird als hochwertiges Proteinfuttermittel vermarktet.

ProtiWanze®

Markenname für das von → CropEnergies in Wanze produzierte → CDS. P. ist ein flüssiges Futtermittel mit einem hohen Proteingehalt.

Rektifikation

Schritt der Bioethanolproduktion, in dem der → Alkohol aufgereinigt wird und Reststoffe entfernt werden.

Ryssen Alcools SAS

Unternehmen der CropEnergies-Gruppe und Betreiber einer Anlage zur → Rektifikation und Dehydratation agrarischen Rohalkohols in Loon-Plage, Frankreich. R. hat eine Jahreskapazität von 100.000 m3 für die Dehydratation (Trocknung) von Rohalkohol für Kraftstoffanwendungen und von 80.000 m3 für die → Rektifikation (Aufreinigung) von Rohalkohol für traditionelle und technische Anwendungen.

Schlempe

Rückstand an nicht vergärbaren Stoffen, der bei der Destillation anfällt. Sch. aus Getreide ist wegen des Gehalts an Eiweiß, Stickstoffverbindungen, Fetten u. a. ein wertvolles Futtermittel für Nutztiere.

Südzucker AG

Europas größter Zuckerproduzent und international tätiger Nahrungsmittelkonzern mit Sitz in Mannheim und mit 71 % der größte Anteilseigner an der → CropEnergies AG.

Termingeschäfte

Kontrakte über die Lieferung und Abnahme eines bestimmten Gegenstandes zu einem Zeitpunkt in der Zukunft, zu einem bei Vertragsabschluss vereinbarten Preis oder an der Börse am Stichtag festgestellten Kurs.

Treibhausgase

Neben Methan, Distickstoffoxid und den FCKWs ist → Kohlendioxid das wichtigste anthropogene Treibhausgas. Das Ansteigen der Konzentration von Treibhausgasen in der Atmosphäre ist verantwortlich für den Klimawandel. Hauptverursacher von CO2 -Emissionen ist die Industrie, gefolgt vom Gebäude-Sektor (Raumwärme, elektrische Geräte etc.) und dem Verkehrssektor.

Triticale

Getreidesorte, eine Kreuzung aus Weizen und Roggen.

Tyczka Energie GmbH

Führungsunternehmen der mittelständischen Tyczka Unternehmensgruppe mit Firmensitz in Geretsried. Kerngeschäftsfelder sind die Energieversorgung mit Flüssiggas (Propan und Butan), Industriegase und Kohlensäure sowie Services.

Volumenprozent (Volumenkonzentration)

Schreibweise Vol.-% oder v/v. Bezeichnung für den Alkoholanteil einer Flüssigkeit bezogen auf das Volumen bei 20 °C.

Warentermingeschäfte

→ Termingeschäfte über Abnahme und Lieferung von Handelswaren, z. B. landwirtschaftlichen Erzeugnissen.

Zellulose

Gerüstsubstanz von Pflanzen, Hauptbestandteil der Zellwände. Z. ist ein Polysaccharid, das aus einigen tausend ß-Glucosebausteinen aufgebaut ist. Es ist u. a. durch Mineralsäuren, Enzyme oder Pilze spaltbar ("Holzverzuckerung", Holzzuckerspiritus-Gewinnung). Verfahren zur Herstellung von → Bioethanol aus Z. befinden sich im Entwicklungsstadium.

Zuckersirupe

Zwischenprodukte der Zuckerherstellung. Die → CropEnergies AG nutzt Z. in ihren Bioethanolanlagen als Rohstoff für die Bioethanolherstellung.

DISCLAIMER

Zukunftsgerichtete Aussagen und Prognosen

Dieser Geschäftsbericht enthält in die Zukunft gerichtete Aussagen, die auf Annahmen und Einschätzungen des Vorstands der CropEnergies AG beruhen. Auch wenn der Vorstand der Überzeugung ist, dass diese Annahmen und Planungen zutreffend sind, können künftige tatsächliche Entwicklungen und die künftigen tatsächlichen Ereignisse von diesen Annahmen und Schätzungen aufgrund einer Vielzahl interner und externer Faktoren erheblich abweichen.

Zu nennen sind in diesem Zusammenhang beispielsweise Veränderungen der gesamtwirtschaftlichen Lage und ordnungspolitischen Rahmenbedingungen sowie die Entwicklung der Rohstoff- und Ölpreise.

CropEnergies übernimmt keine Gewährleistung und keine Haftung dafür, dass die künftige Entwicklung und die künftig erzielten tatsächlichen Ergebnisse mit den in diesem Geschäftsbericht geäußerten Annahmen und Schätzungen übereinstimmen werden.

Bildnachweis: CropEnergies AG, Fotodesign Schilling, Fraunhofer IKTS, VTG Aktiengesellschaft
Satz und Gestaltung: trio-group, Mannheim Druck und Weiterverarbeitung: Colordruck, Leimen
© 2011

Finanzkalender

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Bericht 1. Quartal 2011/12 12. Juli 2011
Hauptversammlung 2011 19. Juli 2011
Bericht 1. Halbjahr 2011/12 11. Oktober 2011
Bericht 1. - 3. Quartal 2011/12 11. Januar 2012
Bilanzpresse- und Analystenkonferenz Geschäftsjahr 2011/12 8. Mai 2012

Kontakt

CropEnergies AG
Gottlieb-Daimler-Straße 12
68165 Mannheim

Heike Bosserhoff
Investor Relations
Tel.: +49 (621) 714190-30
Fax: +49 (621) 714190-03
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Nadine Dejung
Öffentlichkeitsarbeit / Marketing
Tel.: +49 (621) 714190-65
Fax: +49 (621) 714190-03
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Handelsregister Mannheim: HRB 700509