CropEnergies AG

Mannheim

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.03.2017 bis zum 28.02.2018

GESCHÄFTSBERICHT 2017/18

ÜBERBLICK 2017/18

CROPENERGIES-KONZERN

Umsatz steigt auf 882 (802) Mio. € +80 Mio. €

Bioethanolproduktion erhöht sich auf 1.149 (1.030) Tsd. m3 +12 %

EBITDA verringert sich auf 110,8 (134,8) Mio. € -24 Mio. €

Operatives Ergebnis erreicht 71,7 (97,6) Mio. € -26 Mio. €

Jahresüberschuss geht auf 50,8 (68,8) Mio. € zurück -18 Mio. €

Cashflow beträgt 89,6 (107,2) Mio. € -18 Mio. €

Nettofinanzguthaben von 37 (Nettofinanzschulden in Höhe von 9) Mio. € aufgebaut

Dividendenvorschlag: Ausschüttung von 0,25 € je Aktie

Ausblick 2018/19* : Der Umsatz wird in einer Bandbreite von 840 bis 900 Mio. € erwartet. Das operative Ergebnis soll in einer Bandbreite von 30 bis 70 Mio. € liegen.

* Details im Prognosebericht, S. 54

CROPENERGIES -KONZERNZAHLENÜBERSICHT

IFRS/IAS 2017/18 2016/17 2015/16 2014/15 2013/14
Ergebnis
Umsatz Tsd. € 881.963 801.736 722.602 827.165 780.436
EBITDA Tsd. € 110.821 134.759 121.544 25.177 68.463
in Prozent des Umsatzes % 12,6 16,8 16,8 3,0 8,8
Operatives Ergebnis Tsd. € 71.660 97.562 86.695 -11.233 35.002
in Prozent des Umsatzes % 8,1 12,2 12,0 -1,4 4,5
Ergebnis der Betriebstätigkeit Tsd. € 70.769 93.871 68.680 -39.367 28.050
Jahresüberschuss Tsd. € 50.809 68.779 42.647 -58.043 12.006
in Prozent des Umsatzes % 5,8 8,6 5,9 -7,0 1,5
Cashflow und Investitionen
Cashflow Tsd. € 89.609 107.168 87.265 5.285 50.858
in Prozent des Umsatzes % 10,2 13,4 12,1 0,6 6,5
Investitionen in Sachanlagen* Tsd. € 19.502 16.055 16.831 31.636 18.182
Bilanz
Bilanzsumme Tsd. € 592.293 597.920 591.476 643.914 666.305
Nettofinanzguthaben (+) / -schulden (-) Tsd. € 36.874 -9.285 -65.678 -150.148 -134.674
Eigenkapital Tsd. € 445.678 425.777 367.215 331.660 395.344
in Prozent der Bilanzsumme % 75,2 71,2 62,1 51,5 59,3
Wertentwicklung
Sachanlagen* Tsd. € 396.301 419.135 447.176 475.232 472.519
Goodwill Tsd. € 6.095 5.595 5.595 5.595 5.595
Working Capital Tsd. € 55.434 59.567 43.142 43.191 71.186
Capital Employed Tsd. € 457.830 484.297 495.913 524.018 549.300
ROCE % 15,7 20,1 17,5 -2,1 6,4
Aktie
Marktkapitalisierung Mio. € 545 723 332 262 442
Gesamtzahl Aktien per 28./29. Februar Mio. 87,25 87,25 87,25 87,25 87,25
Schlusskurs per 28./29. Februar 6,25 8,28 3,80 3,00 5,07
Ergebnis je Aktie 0,58 0,79 0,49 -0,67 0,14
Dividende je 1-Euro-Aktie 0,25** 0,30 0,15 0,00 0,10
Dividendenrendite per 28./29. Februar % 4,0 3,6 3,9 0,0 2,0
Herstellung
Bioethanolherstellung 1.000 m3 1.149 1.030 837 1.056 884
Mitarbeiter
Anzahl der Mitarbeiter (Vollzeitäquivalente) 414 412 416 432 430

* einschließlich immaterieller Vermögenswerte
** Vorschlag

CROPENERGIES AG MANNHEIM Konzernbericht über das Geschäftsjahr 2017/2018 1. März 2017 bis 28. Februar 2018

Die CropEnergies AG hat ihre Position als führender europäischer Ethanolhersteller auch im Geschäftsjahr 2017/18 weiter ausgebaut. Wichtig ist uns dabei vor allem, Ökonomie und Ökologie in Einklang zu bringen. Dies schaffen wir mit einer nachhaltigen Produktion, in der hochwertige Produkte entstehen. Ein großer Teil der Rohstoffe wird dabei zu wertvollen Lebens- und Futtermitteln verarbeitet. Als Kraftstoffersatz verringert unser Ethanol zudem den Ausstoß von Treibhausgasen und Feinstaub im Transportsektor. Wir machen die Welt ein Stück besser.

UNTERNEHMENSPROFIL

CropEnergies AG Mannheim

Der führende Hersteller und Vermarkter von Ethanol in Europa

Produktionsstandorte in Belgien, Deutschland, Frankreich und Großbritannien sowie Handelsniederlassungen in den USA, Brasilien und Chile

Größter deutscher und belgischer Ethanolhersteller

Ethanolanlagen mit Treibhausgaseinsparungen von mindestens 50 Prozent als nachhaltig zertifiziert

Jährliche Gesamtkapazität: rund 1,3 Millionen Kubikmeter Ethanol;> 1 Million Tonnen Lebens- und Futtermittel; 100.000 Tonnen flüssiges CO2

Technologieführer in Europa mit innovativen Anlagenkonzepten

Langjährig gewachsenes Know-how in der großtechnischen Verarbeitung von Agrarrohstoffen zu qualitativ hochwertigen Produkten und deren Vermarktung

Marktkapitalisierung zum Ende des Geschäftsjahrs 2017/18: 545 Millionen €

Ziel: Die Mobilität heute und in Zukunft nachhaltig und aus erneuerbaren Quellen sichern

Die Produkte

CropEnergies produziert hochwertige Produkte für Teller, Tank und Trog. Bei der Herstellung von Ethanol, welches überwiegend Benzin ersetzt, werden aus den Rohstoffen auch wertvolle Lebens- und Futtermittel gewonnen.

Ethanol

für Kraftstoffanwendungen

Ethanol

für traditionelle und technische Anwendungen

Flüssiges CO2

in Lebensmittelqualität, u.a. für die Getränkeherstellung

Gluten

hochwertiges Eiweiß für die Backwarenherstellung

und als spezielles Futtermittel

ProtiGrain1

getrocknetes, pelletiertes Eiweißfuttermittel für Rinder, Schweine und Geflügel

ProtiWanze1

flüssiges Eiweißfuttermittel für Rinder und Schweine

Die Standorte

Wilton, Großbritannien

Kapazität (pro Jahr)

400.000 m3 Ethanol für Kraftstoffanwendungen

350.000 t DDGS

Rohstoffe

Getreide

Zeitz, Deutschland

Kapazität (pro Jahr)

400.000 m3 Ethanol für traditionelle und Kraftstoffanwendungen

> 300.000 t ProtiGrain(r)

100.000 t flüssiges C02

Rohstoffe

Getreide und Zuckersirupe

Loon-Plage, Frankreich

Kapazität (pro Jahr)

> 100.000 m3 Ethanol für Kraftstoffanwendungen

90.000 m3 Ethanol für traditionelle und technische Anwendungen

Rohstoffe

Rohalkohol

Wanze, Belgien

Kapazität (pro Jahr)

300.000 m3 Ethanol für Kraftstoffanwendungen

bis zu 60.000 t Weizengluten

> 400.000 t ProtiWanze(r)

Rohstoffe

Weizen und Zuckersirupe

BRIEF AN DIE AKTIONÄRE

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,

nach den erfolgreichen Vorjahren haben wir frühzeitig kommuniziert, dass das operative Ergebnis des abgelaufenen Geschäftsjahrs 2017/18 gut sein, aber nicht an das vorangegangene Rekordjahr heranreichen würde. Unsere Einschätzung war zutreffend: Wir konnten unsere Position als führender Hersteller von nachhaltig erzeugtem Ethanol in Europa mit einer weiteren Steigerung der Produktions- und Absatzmengen ausbauen. Dies verdanken wir der hohen Auslastung aller Anlagen. Das Marktumfeld war dagegen von schwankenden Ethanolpreisen geprägt. Diese waren zwar im Jahresdurchschnitt höher als im vergangenen Jahr, konnten aber ungünstigere Rohstoffpreise und Erlöse für proteinreiche Lebens- und Futtermittel sowie einen höheren Instandhaltungsaufwand nicht ausgleichen. Vor diesem anspruchsvollen Hintergrund spricht das operative Ergebnis von 72 Mio. € für unsere unverändert hohe Ertragsstärke. Mehr noch: Mit einem EBITDA von 111 Mio. € gelang die vollständige Rückzahlung unserer Nettofinanzschulden. Zum 28. Februar 2018 verfügen wir über ein Nettofinanzguthaben von 37 Mio. €, was unserer künftigen Entwicklung die nötige Flexibilität gewährt.

Vor diesem Hintergrund schlagen Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung die Ausschüttung einer Dividende von 0,25 € je Aktie vor.

Maßgeblich für die Ergebnisentwicklung im Geschäftsjahr 2018/19 wird bei einer voraussichtlich nur geringfügig höheren Nachfrage vor allem die Entwicklung des Ethanolpreises sein. Startend von einem niedrigen Niveau zu Jahresbeginn lässt der Markt im weiteren Jahresverlauf zwar wieder höhere Preise erwarten, wir gehen aber nicht davon aus, das Durchschnittsniveau des Vorjahrs übertreffen zu können. So erwarten wir ein operatives Ergebnis in der Spanne von 30 bis 70 Mio. € und ein EBITDA von 70 bis 110 Mio. €. Damit sollte das für die Zukunftssicherung nötige Finanzguthaben weiter ansteigen.

Entscheidender als die kurzfristige Sicht ist für unsere Branche die langfristige ökonomische Perspektive und ihr Beitrag zu einer sauberen Mobilität nach 2020. Hier befindet sich auf europäischer Ebene die politische Abstimmung zwischen EU-Parlament, -Rat und -Kommission zur Neufassung der "Erneuerbare-Energien-Richtlinie" im Wege des sogenannten "Trilogs" seit Februar 2018 in vollem Gange.

Der Kommissionsvorschlag vom November 2016 enthielt kein spezifisches Transportziel, sondern sah nur noch einen Mindestanteil von Kraftstoffen aus Abfall- und Reststoffen sowie von Strom vor. Die Nutzung von Biokraftstoffen aus Ackerpflanzen sollte hingegen nach und nach auslaufen. Dies stützt sich auf Behauptungen, dass es erneuerbaren Kraftstoffen aus Ackerpflanzen an der erforderlichen Nachhaltigkeit fehle. Fakt ist hingegen, dass europäisches Bioethanol aus heimischen, nach strengen Nachhaltigkeitsvorgaben erzeugten Agrarrohstoffen nachweislich - und von unabhängigen Stellen seit Jahren zertifiziert -rund 70 % an Treibhausgasemissionen gegenüber fossilem Benzin einspart. Die Förderung alternativer Kraftstoffe aus Abfällen und Reststoffen ist sinnvoll, wenn sie zu weniger Öl auf unseren Straßen beiträgt. Mit ihnen aber etablierte erneuerbare Kraftstoffe ersetzen zu wollen, ist nicht nur klima- und energiepolitisch, sondern auch wirtschafts- und industriepolitisch unverantwortlich.

Entsprechend zeichnen sich im Zuge der Beratungen zur "Erneuerbare-Energien-Richtlinie" Änderungen ab, die zur Stärkung des Klimaschutzes im Transportsektor beitragen. Mit den Empfehlungen vom Dezember 2017 bzw. Januar 2018 sehen Rat bzw. Parlament zu Recht ein spezifisches Transportziel als unverzichtbar an, zu dem auch erneuerbare Kraftstoffe aus heimischen Ackerpflanzen beitragen können. Wir hoffen, dass die "Trilog"-Beratungen die langjährige Unsicherheit noch dieses Jahr beseitigen und der Industrie endlich eine Planungsgrundlage bis 2030 bieten können. Dabei kommt es gerade auf das Know-how etablierter Hersteller wie CropEnergies an, neue Technologien zu evaluieren, zu investieren und auch in Zukunft mit nachhaltig hergestellten, erneuerbaren Kraftstoffen Treibhausgase einzusparen.

Der Erfolg im Geschäftsjahr 2017/18 beruht maßgeblich auf dem großen Engagement und überdurchschnittlichen Einsatz unserer Mitarbeiter innen und Mitarbeiter. Dafür bedanken wir uns herzlich.

Ihnen, liebe Aktionärinnen und Aktionäre, danken wir herzlich für jede Unterstützung und Ihr Vertrauen auf eine sauberere Mobilität durch bessere Kraftstoffe.

 

Mit freundlichen Grüßen

Joachim Lutz Chief Executive Officer (CEO

Michael Friedmann Chief Sales Officer (CSO

Dr. Stephan Meeder Chief Financial Officer (CFO

AUFSICHTSRAT UND VORSTAND

Aufsichtsrat

Prof. Dr. Markwart Kunz

Vorsitzender

Braunschweig

Ehem. Mitglied des Vorstands der Südzucker AG

Thomas Kölbl

Stellvertretender Vorsitzender

Speyer

Mitglied des Vorstands der Südzucker AG

Dr. Hans-Jörg Gebhard

Eppingen

Vorsitzender des Verbands Süddeutscher Zuckerrübenanbauer e. V.

Dr. Wolfgang Heer

Ludwigshafen am Rhein

Vorstandsvorsitzender der Südzucker AG

Franz-Josef Möllenberg

Rellingen

Ehem. Vorsitzender der Gewerkschaft

Nahrung-Genuss-Gaststätten

Norbert Schindler

Bobenheim am Berg

Präsident der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz

Vorstand

Joachim Lutz

Chief Executive Officer (CEO)

Mannheim

Erstbestellung: 4. Mai 2006

Sprecher des Vorstands seit 30. April 2015

Bestellt bis: 3. Mai 2021

Ressorts: Produktion, Business Development, Öffentlichkeitsarbeit, Marketing, Investor Relations (bis 31. Mai 2018), Compliance und Personal

Michael Friedmann

Chief Sales Officer (CSO)

Mannheim

Erstbestellung: 30. April 2015

Bestellt bis: 29. April 2020

Ressorts: Beschaffung, Vertrieb und Logistik

Dr. Stephan Meeder

Chief Financial Officer (CFO)

Mannheim

Erstbestellung: 30. April 2015

Bestellt bis: 29. April 2020

Ressorts: Finanzen, Rechnungswesen, Steuern, Controlling, Investor Relations (ab 1. Juni 2018), IT, Risikomanagement und Recht

Eine Aufstellung der Mandate findet sich ab Seite 128 des Geschäftsberichts.

LUFTQUALITÄT

Weniger Feinstaubausstoß mit E10

Bessere Luftqualität ist eines der aktuell drängendsten Themen in Großstädten. Dabei geht es vor allem um die Feinstaubbelastung. Heute verfügbares E10 reduziert den Ausstoß von Feinstaub um knapp ein Viertel.

23% WENIGER FEINSTAUBAUSSTOSS MIT E10

61% WENIGER FEINSTAUBAUSSTOSS MIT E20

BERICHT DES AUFSICHTSRATS

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,

die beiden vergangenen Geschäftsjahre waren für CropEnergies sehr erfolgreich. Bei steigenden Produktionsmengen und hoher Auslastung aller Werke ist es gelungen, Marktanteile zu gewinnen und erstmals in der Geschichte des Unternehmens ein Finanzguthaben aufzubauen. Dies schafft die Voraussetzung für weitere Investitionen. Allein die politische Diskussion in Brüssel um Art, Umfang und Technologie erneuerbarer Kraftstoffe lässt heute noch kein klares Bild für Entscheidungen zu. Der Aufsichtsrat ist sich mit dem Vorstand darin einig, dass hierfür in den anstehenden Trilogverhandlungen sichere Grundlagen geschaffen werden müssen. Die ambitionierten umweltpolitischen Ziele der Europäischen Union zur Verringerung des Verbrauchs fossiler Kraftstoffe und für mehr Luftqualität werden nicht gegen, sondern nur mit den bewährten, im Markt etablierten Biokraftstoffen machbar sein.

Der Aufsichtsrat hat sich im Berichtsjahr intensiv mit der wirtschaftlichen Entwicklung, der finanziellen Lage und den unternehmerischen Perspektiven der CropEnergies-Gruppe befasst und sich dabei eng mit dem Vorstand abgestimmt. Dabei ist der Aufsichtsrat seinen nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben, den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens zu überwachen und beratend zu begleiten, nachgekommen.

Zusammenarbeit zwischen Aufsichtsrat und Vorstand I Bei allen die CropEnergies-Gruppe betreffenden Entscheidungen von grundlegender Bedeutung war der Aufsichtsrat unmittelbar eingebunden und wurde zeitnah, umfassend und kontinuierlich über die Unternehmensplanung, den Gang der Geschäfte, die Lage und die Entwicklung der Unternehmensgruppe einschließlich der Risikolage, des Risikomanagements sowie der Compliance unterrichtet. Der Vorstand stimmte die strategische Ausrichtung von CropEnergies mit dem Aufsichtsrat ab. Die für das Unternehmen bedeutenden Geschäftsvorfälle wurden auf Basis der Berichte des Vorstands ausführlich erörtert.

Der Aufsichtsratsvorsitzende stand über die Aufsichtsratssitzungen hinaus in regelmäßigem Kontakt mit dem Vorstand. Er informierte sich über wesentliche Geschäftsvorgänge und die aktuelle Entwicklung der Geschäftslage. Dabei berichtete der Vorstand auch über die Unternehmenspolitik, die Rentabilität, das Risikomanagement sowie die Unternehmens-, Finanz-, Investitions-, Forschungs- und Personalplanung, jeweils bezogen auf die CropEnergies AG und die CropEnergies-Gruppe. Der Aufsichtsratsvorsitzende vertiefte dies in zahlreichen Arbeitsgesprächen mit dem Vorstand.

Aufsichtsratssitzungen und Beschlussfassungen I Der Aufsichtsrat tagte im Geschäftsjahr 2017/18 -jeweils unter Teilnahme des Vorstands -in fünf ordentlichen Sitzungen. Allen Beschlussvorschlägen des Vorstands hat der Aufsichtsrat nach gründlicher Prüfung und Beratung zugestimmt.

Im Mittelpunkt der Berichterstattung standen die Entwicklungen auf den Rohstoff- und Absatzmärkten, die Absicherung von Marktpreisrisiken, die politischen Rahmenbedingungen für Biokraftstoffe, die Produktion und die Fortschritte der Investitionen sowie die aktuelle Ergebnislage.

Gegenstand der Bilanzsitzung des Aufsichtsrats am 16. Mai 2017 war die Prüfung und Billigung der vom Abschlussprüfer mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehenen Jahresabschlüsse und Lageberichte 2016/17 der CropEnergies AG und des Konzerns. Der Abschlussprüfer berichtete über Schwerpunkte und Ergebnisse der Prüfung, die auch das rechnungslegungsbezogene interne Kontrollsystem umfasste. Nach eingehender Diskussion stellte der Aufsichtsrat den Jahresabschluss fest und billigte den Konzernabschluss. Der Aufsichtsrat bereitete weiter die ordentliche Hauptversammlung 2017 vor und beschloss die Tagesordnung sowie die Beschlussvorschläge. Er befasste sich mit dem Vorschlag für die Wahl des Abschlussprüfers und insbesondere mit den Kandidatenvorschlägen für die Aufsichtsratswahl. Weitere Tagesordnungspunkte betrafen die strategische Ausrichtung des Unternehmens und die Festlegung der Geschlechterquote in Aufsichtsrat und Vorstand. Zudem wurde die kurz- und mittelfristige Investitionsplanung beschlossen sowie ein Beschluss zur Vorstandsvergütung gefasst.

In der Sitzung am 18. Juli 2017 (vor der Hauptversammlung) wurde die Mittelfristplanung vorgestellt.

In seiner Sitzung am 18. Juli 2017 -im Anschluss an die Hauptversammlung -konstituierte sich der neu gewählte Aufsichtsrat. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats und sein Stellvertreter wurden wiedergewählt sowie die Ausschüsse des Aufsichtsrats besetzt.

In der Sitzung am 13. November 2017 befasste sich der Aufsichtsrat mit der Ergebnishochrechnung für das Geschäftsjahr 2017/18 und den mittelfristigen Zielen von EU-Kommission, -Rat und -Parlament hinsichtlich des Klimaschutzes im Verkehrssektor. Wie stets in der November-Sitzung behandelte der Aufsichtsrat schwerpunktmäßig das Thema Corporate Governance und beschloss die Ziele für die Zusammensetzung und das Kompetenzprofil des Gesamtgremiums. Er führte die jährliche Effizienzprüfung seiner Tätigkeit durch, passte die Geschäftsordnung des Aufsichtsrats an und beschloss die Entsprechenserklärung 2017. Darüber hinaus wurde das Thema Compliance behandelt.

In der Sitzung am 15. Januar 2018 wurde die aktualisierte Ergebnishochrechnung des Geschäftsjahrs 2017/18 vorgestellt und die Beschlusslage des Europäischen Rats zur Fortentwicklung des europäischen Biokraftstoffmarkts bis 2030 erörtert.

In der Sitzung am 15. Januar 2018 fehlte ein Mitglied des Aufsichtsrats entschuldigt. Ein Aufsichtsratsmitglied nahm in einem Fall durch telefonische Zuschaltung an der Sitzung teil. Kein Mitglied des Aufsichtsrats nahm nur an der Hälfte oder an weniger als der Hälfte der Sitzungen des Aufsichtsrats oder der Ausschüsse teil.

Ausschüsse des Aufsichtsrats I Zur effizienteren Wahrnehmung seiner Aufgaben hat der Aufsichtsrat einen Prüfungs- sowie einen Nominierungsausschuss gebildet.

Der Prüfungsausschuss, dem die Aufsichtsratsmitglieder Thomas Kölbl (Vorsitzender), Dr. Wolfgang Heer, Prof. Dr. Markwart Kunz und Franz-Josef Möllenberg angehören, tagte im Geschäftsjahr 2017/18 fünfmal, teilweise unter telefonischer Zuschaltung einzelner Mitglieder. Den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex folgend ist der Vorsitzende des Prüfungsausschusses nicht zugleich Vorsitzender des Aufsichtsrats.

In der Sitzung am 9. Mai 2017 befasste sich der Prüfungsausschuss in Gegenwart des Abschlussprüfers intensiv mit dem Jahresabschluss der CropEnergies AG und dem Konzernabschluss. Er bereitete die Bilanzsitzung des Aufsichtsrats vor, in der dieser -nach Berichterstattung durch den Vorsitzenden des Prüfungsausschusses -den Empfehlungen des Prüfungsausschusses folgte. Außerdem diskutierte er den Vorschlag zur Bestellung des Abschlussprüfers und prüfte dessen Unabhängigkeit. Zudem wurden in dieser Sitzung der Katalog und die Anwendungsleitlinien für Nicht-Prüfungsleistungen des Wirtschaftsprüfers genehmigt.

In der Sitzung am 10. Juli 2017 erörterte der Prüfungsausschuss den Zwischenbericht zum 1. Quartal 2017/18.

In der Sitzung am 18. Juli 2017 -im Anschluss an die Hauptversammlung -erörterte der Prüfungsausschuss das Angebot des Abschlussprüfers für die Jahresabschlussprüfung und erteilte den Prüfungsauftrag für das Geschäftsjahr 2017/18.

In der Sitzung am 10. Oktober 2017 erörterte der Prüfungsausschuss den Halbjahresbericht. Er befasste sich weiter -wie vom Aufsichtsrat beauftragt -mit der Überwachung des Rechnungslegungsprozesses, der Wirksamkeit des internen Kontrollsystems und des Risikomanagementsystems. Schwerpunkte waren zudem das interne Revisionssystem und das Compliance Management System. Am 5. Februar 2018 fand das turnusmäßige Fraud-Gespräch zwischen dem Abschlussprüfer und dem Vorsitzenden des Prüfungsausschusses statt. Hierbei wurde über die Einschätzung von Geschäftsrisiken und Maßnahmen zur Begrenzung des Fraud-Risikos informiert und anschließend diskutiert.

In der Sitzung am 8. Januar 2018 wurde die Quartalsmitteilung zum 3. Quartal 2017/18 erörtert.

In den Sitzungen und Telefonkonferenzen des Prüfungsausschusses waren alle Mitglieder anwesend oder telefonisch zugeschaltet.

Der Nominierungsausschuss, dem die Aufsichtsratsmitglieder Thomas Kölbl (Vorsitzender), Dr. Wolfgang Heer, Prof. Dr. Markwart Kunz sowie Franz-Josef Möllenberg angehören, tagte am 9. Mai 2017, um nach ausführlicher Beratung die Kandidatenliste zur Wahl des Aufsichtsrats für die Hauptversammlung am 18. Juli 2017 zu erstellen.

Über die Inhalte und Ergebnisse der Ausschusssitzungen berichtete deren Vorsitzender jeweils in der folgenden Aufsichtsratssitzung.

Effizienzprüfung des Aufsichtsrats I Der Empfehlung gemäß Ziffer 5.6 des Deutschen Corporate Governance Kodex' folgend, hat der Aufsichtsrat die Effizienz seiner Tätigkeit überprüft. Dies geschieht alljährlich mittels eines Fragebogens ohne externe Unterstützung. Der Fragebogen wird jeweils an die Kodex-Änderungen angepasst. Die Auswertung der Fragebögen, die Erörterung der Ergebnisse und die Diskussion von Verbesserungsvorschlägen erfolgten in der Sitzung am 13. November 2017. Ziel ist die stetige Verbesserung der Arbeit des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse.

Corporate Governance I Eine ausführliche Darstellung der Corporate Governance bei CropEnergies einschließlich des Wortlauts der Diversity-Ziele des Aufsichtsrats für seine zukünftige Zusammensetzung und der von Vorstand und Aufsichtsrat abgegebenen Entsprechenserklärung 2017 ist der Erklärung zur Unternehmensführung im Corporate Governance-Bericht auf den Seiten 69 - 72 zu entnehmen. Zudem stehen alle relevanten Informationen auf der CropEnergies-Website www.cropenergies.com unter der Rubrik "Investor Relations" zur Verfügung.

Der Vorstand ist seinen aus Gesetz und Geschäftsordnung resultierenden Pflichten zur Information des Aufsichtsrats vollständig und zeitgerecht nachgekommen. Der Aufsichtsrat hat sich von der Ordnungsmäßigkeit der Unternehmensführung und von der Leistungsfähigkeit der Organisation der Gesellschaft überzeugt und diese Themen im Gespräch mit dem Abschlussprüfer ausgiebig erörtert. Gleiches gilt auch hinsichtlich der Wirksamkeit des Risikomanagementsystems der CropEnergies-Gruppe.

Dem Aufsichtsrat ist im Berichtszeitraum von keinem seiner Mitglieder ein Interessenkonflikt -insbesondere keiner, der aufgrund einer Beratung oder Organfunktion bei Kunden, Lieferanten, Kreditgebern oder sonstigen Geschäftspartnern entstehen könnte -mitgeteilt worden.

Jahresabschluss I Die von der Hauptversammlung auf Vorschlag des Aufsichtsrats gewählte PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (PwC), Frankfurt am Main, hat den Jahresabschluss und den Lagebericht der CropEnergies AG für das Geschäftsjahr 2017/18 sowie den Konzernabschluss und -lagebericht 2017/18 geprüft und jeweils mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Weiterhin stellte der Abschlussprüfer fest, dass der Vorstand die ihm gemäß § 91 Abs. 2 AktG obliegenden Maßnahmen in geeigneter Form getroffen hat. Er hat insbesondere ein angemessenes und den Anforderungen des Unternehmens entsprechendes Informations- und Überwachungssystem eingerichtet, das geeignet erscheint, den Fortbestand der Gesellschaft gefährdende Entwicklungen frühzeitig zu erkennen. PwC prüft seit dem Geschäftsjahr 2006/07 den Konzern- und Einzelabschluss. Verantwortlicher Wirtschaftsprüfer bei PwC ist beginnend mit dem Geschäftsjahr 2016/17 Michael Conrad.

Der Vorstand hat im Hinblick darauf, dass der Süddeutschen Zuckerrüben-Verwertungs-Genossenschaft eG (SZVG) zum 28. Februar 2018 mittel- und unmittelbar, einschließlich der durch die Südzucker AG gehaltenen 69,2 % der Stimmrechte, 74,7 % der Stimmrechte zuzurechnen sind, einen Bericht nach § 312 AktG erstellt. Der Abschlussprüfer hat diesen Bericht geprüft, über das Ergebnis seiner Prüfung schriftlich berichtet und bestätigt, dass die tatsächlichen Angaben des Berichts richtig sind, bei den im Bericht aufgeführten Rechtsgeschäften die Leistung der Gesellschaft nicht unangemessen hoch war und keine Umstände für eine wesentlich andere Beurteilung als die durch den Vorstand sprechen.

Die zu prüfenden Unterlagen und die Prüfungsberichte des Abschlussprüfers wurden jedem Aufsichtsratsmitglied rechtzeitig übermittelt. Der Abschlussprüfer nahm an der Sitzung des Prüfungsausschusses am 8. Mai 2018 und an der Bilanzsitzung des Aufsichtsrats am 14. Mai 2018 teil und berichtete ausführlich über Verlauf und Ergebnis seiner Prüfung. Der Aufsichtsrat hat die Berichte des Abschlussprüfers nach eingehender Diskussion zustimmend zur Kenntnis genommen. Das Ergebnis der Vorprüfung durch den Prüfungsausschuss und das Ergebnis seiner eigenen Prüfung entsprechen vollständig dem Ergebnis der Abschlussprüfung. Der Aufsichtsrat erhob keine Einwände gegen die vorgelegten Abschlüsse. Er billigte den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss der CropEnergies AG und den Konzernabschluss der CropEnergies-Gruppe in seiner Sitzung vom 14. Mai 2018; der Jahresabschluss der CropEnergies AG ist damit festgestellt. Dem Vorschlag des Vorstands zur Verwendung des Bilanzgewinns mit der Ausschüttung einer Dividende von 0,25 € je Aktie schloss sich der Aufsichtsrat an.

Personalia I Im Vorstand gab es im Geschäftsjahr 2017/18 keine Veränderungen.

Die Amtszeit sämtlicher Aufsichtsratsmitglieder endete mit Beendigung der Hauptversammlung am 18. Juli 2017. Alle bisherigen Mitglieder des Aufsichtsrats standen zur Wiederwahl zur Verfügung und wurden von der Hauptversammlung am 18. Juli 2017 jeweils für die Zeit bis zur Beendigung der Hauptversammlung, die über ihre Entlastung für das Geschäftsjahr 2021/22 beschließt (also bis zur Beendigung der ordentlichen Hauptversammlung 2022), wiedergewählt.

Allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie dem Vorstand spricht der Aufsichtsrat Dank und Anerkennung für die geleistete Arbeit aus.

 

Mannheim, 14. Mai 2018

Für den Aufsichtsrat

Prof. Dr. Markwart Kunz, Vorsitzender

AKTIE UND KAPITALMARKT

Kapitalmarktumfeld

Zu Beginn des Berichtszeitraums, am 1. März 2017, starteten DAX(r) und MDAX(r) mit 12.067 bzw. 23.603 Punkten. Angetrieben von den Erwartungen konjunkturstimulierender Maßnahmen in den USA und der positiven Entwicklung US-amerikanischer Aktienmärkte verbuchten auch die europäischen Aktienmärkte in den ersten Monaten des Jahres 2017 deutliche Kursgewinne. Die Wahlergebnisse in Frankreich und in den Niederlanden und die damit nachlassende politische Unsicherheit über die europäische Währungsunion verstärkten die positive Stimmung auf den Aktienmärkten. Dagegen führten ab Mitte 2017 die Aufwertung des Euros und damit verbundende Sorgen um die Exportchancen Europas sowie die Erwartung einer weniger expansiven Geldpolitik zu rückläufigen Aktienkursen. Im Herbst 2017 verbesserte sich das Börsenklima wieder aufgrund starker Konjunkturdaten im Euro-Raum, einer weiterhin abwartenden Haltung der Europäischen Zentralbank sowie der Aussicht auf eine Steuerreform in den USA. So erreichte der DAX(r) am 23. Januar 2018 mit 13.560 Punkten einen historischen Höchststand. Kurz zuvor, am 19. Januar 2018, hatte auch der MDAX(r) mit 27.455 Punkten den bisher höchsten Stand in seiner Geschichte erreicht.

Schließlich führten Befürchtungen vor steigenden Inflationsraten und Zinserhöhungen zu einer Kurskorrektur auf den Aktienmärkten. Am 28. Februar 2018 notierten DAX(r) und MDAX(r) bei 12.436 (11.834) respektive 26.275 (23.366) Punkten, was einem Anstieg im Berichtszeitraum um 5 bzw. 12 % entspricht.

Kursverlauf der CropEnergies-Aktie

Nachdem sich der Kurs der CropEnergies-Aktie im Vorjahr mehr als verdoppelt hatte, lag dieser am 28. Februar 2017 bei 8,28 €. Im Zusammenhang mit dem Rekordergebnis im Geschäftsjahr 2016/17 und der Ankündigung einer Verdopplung der Dividende auf 0,30 €/Aktie stieg die Aktie Ende Mai 2017 auf 10,70 €. Nach einem Zwischentief von 8,62 € am 24. Juli 2017, dem Tag des Dividendenabschlags nach der Hauptversammlung, stieg der Kurs auch angesichts eines guten Geschäftsverlaufs wieder an und erreichte am 21. September 2017 einen historischen Höchststand von 11,65 €. Trotz eines Ergebnisanstiegs auch im 2. Quartal des abgelaufenen Geschäftsjahrs und einer weiteren Anhebung der Prognose übten sinkende Ethanolpreise und die politische Diskussion um die Ausgestaltung der "Erneuerbare-Energien-Richtlinie" für die Zeit nach 2020 Druck auf den Aktienkurs aus. Bis zum Ende des Geschäftsjahrs ging der Kurs der CropEnergies-Aktie wieder zurück und schloss am 28. Februar 2018 mit 6,25 (28. Februar 2017: 8,28) €. Insgesamt ergab sich somit -einschließlich des Dividendenabschlags von 0,30 € -ein Rückgang von 21 %.

Entwicklung Aktienkurs der CropEnergies AG

Kursverlauf der CropEnergies-Aktie vom 1. März 2017 bis zum 28. Februar 2018 (Schlusskurse XETRA(r))

* Prognose bezieht sich jeweils auf das erwartete operative Konzernergebnis

Langfristige Wertentwicklung

Seit dem Börsengang am 29. September 2006 zu 8 € je Aktie unterlag der Aktienkurs ausgeprägten Schwankungen. Von einem Tiefstkurs von 2,04 € im Jahr 2008 erreichte die Aktie einen Höchstkurs von 11,65 € im Jahr 2017. Ein Anleger, der zum Börsengang 2006 CropEnergies-Aktien für einen Betrag von 10.000 € erwarb und seither alle Dividenden (1,19 €/Aktie) in CropEnergies-Aktien reinvestierte, verfügte am 28. Februar 2018 über CropEnergies-Aktien im Wert von 9.505 €.

Börsennotierung und Aktionärsstruktur

Die Aktie der CropEnergies AG (ISIN DE000A0LAUP1) ist im Regulierten Markt (Prime Standard) an der Frankfurter Wertpapierbörse notiert. Darüber hinaus wird das Papier auch im Computerhandel XETRA(r) sowie im Freiverkehr in Frankfurt, Stuttgart, Düsseldorf, Hamburg, München und Berlin gehandelt. Zum 28. Februar 2018 hält die Süddeutsche Zuckerrüben-Verwertungs-Genossenschaft eG (SZVG) direkt 5,5 % der CropEnergies-Aktien sowie weitere 69,2 % indirekt durch die Südzucker AG. Weitere meldepflichtige Stimmrechtsmitteilungen gab es nicht. Der Streubesitz der Aktie liegt damit bei 25,3 %. Zur Hauptversammlung 2017 lagen CropEnergies-Aktien in über 9.000 vornehmlich privaten Depots.

Hauptversammlung 2017

Die ordentliche Hauptversammlung am 18. Juli 2017 im Kongresszentrum Rosengarten in Mannheim besuchten rund 650 Teilnehmer. Die anwesenden Aktionäre vertraten 86 % des Kapitals und interessierten sich neben dem Jahresabschluss 2016/17 vor allem für die Entwicklungen im Unternehmen im Geschäftsjahr 2017/18. Auch die Diskussion über die politischen Rahmenbedingungen und Ziele für Biokraftstoffe in der EU für den Zeitraum bis 2030 nahm breiten Raum ein. Alle Beschlussvorschläge der Verwaltung, einschließlich der Neuwahl des Aufsichtsrats, wurden mit einer Mehrheit von über 99 % angenommen.

Wertentwicklung von 10.000 €, die zum Börsengang am 29. September 2006 in CropEnergies-Aktien unter Wiederanlage der Dividenden angelegt wurden (Schlusskurse XETRA(r))

Dividendenvorschlag 2018

Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung am 17. Juli 2018 die Ausschüttung einer Dividende in Höhe von 0,25 € vor. An die Aktionäre soll damit ein Betrag von 21,8 Mio. € ausgezahlt werden. Bezogen auf den Schlusskurs am 28. Februar 2018 von 6,25 € entspricht dies einer Dividendenrendite von 4,0 %.

Stammdaten

CropEnergies AG

ISIN DE000A0LAUP1
WKN A0LAUP
Kürzel CE2
Gattung Nennwertlose Inhaber-Stammaktien
Sektor Industriegüter
Subsektor Erneuerbare Energien
Transparenzlevel Prime Standard
Marktsegment Regulierter Markt
Börsenplätze XETRA(r): Frankfurt Freiverkehr: Stuttgart, Düsseldorf, Hamburg, München, Berlin
Anzahl der Aktien (Stück) 87.250.000
Grundkapital (€) 87.250.000
Börsenzugelassenes Kapital (€) 87.250.000
Erstnotiz/Börsengang 29. September 2006
Aktionärsstruktur Südzucker AG (69,2 %), Süddeutsche Zuckerrüben-Verwertungs-Genossenschaft eG (5,5 %), Streubesitz (25,3 %)

Kennzahlen der Aktie

2017/18 2016/17
Schlusskurs Geschäftsjahresende 6,25 8,28
(€) (28.02.2018) (28.02.2017)
Höchster Tagesschlusskurs 11,65 8,44
(€) (21.09.2017) (19.02.2017)
Tiefster Tagesschlusskurs 6,15 3,42
(€) (27.02.2018) (08.04.2016)
Marktkapitalisierung zum Geschäftsjahresende 545 723
(Mio. €)
Durchschnittlicher Tagesumsatz der Aktie 96.874 59.907
(Stück)
Ergebnis je Aktie nach IAS 33 0,58 0,79
(€)
Dividende je Aktie 0,25* 0,30
(€)

* Vorschlag

Quelle: Deutsche Börse AG, XETRA(r) Daten

Marktkapitalisierung und Börsenumsatz

Zum Bilanzstichtag am 28. Februar 2018 lag der Börsenwert aller CropEnergies-Aktien bei 545 Mio. €. Der Aktienumsatz an allen deutschen Börsenplätzen im abgelaufenen Geschäftsjahr belief sich auf 27 (15) Mio. CropEnergies-Aktien. Dies entspricht einem durchschnittlichen Tagesumsatz von rund 107 (60) Tsd. Aktien.*

Investor Relations

CropEnergies bietet zeitnahe und transparente Informationen insbesondere über die Website www.cropenergies.com. Hier finden Interessenten unter anderem Finanzberichte, Pressemitteilungen und kapitalmarktrechtliche Mitteilungen (z. B. Managers' Transactions und Veröffentlichung von Insiderinformationen nach MAR) sowie den Finanzkalender. Darüber hinaus enthält die Website Präsentationen für den Kapitalmarkt. Ebenfalls abrufbar sind zahlreiche Broschüren der CropEnergies AG, die auf Wunsch auch per E-Mail oder per Post versandt werden.

Im Berichtszeitraum hat CropEnergies auf Analysten- und Kapitalmarktkonferenzen sowie Roadshows den Geschäftsverlauf und die Unternehmensstrategie erläutert. Über die Quartalsergebnisse wurde in Telefonkonferenzen berichtet, deren Aufzeichnungen jeweils auf der Homepage abrufbar sind. Für einen Informationsaustausch steht die Investor Relations-Abteilung auch telefonisch zur Verfügung.

* Quelle: Deutsche Börse Stock Report

Konzernlagebericht

GRUNDLAGEN DES KONZERNS

Konzernstruktur

Die CropEnergies-Gruppe verfügt in Europa über mehrere Produktionsanlagen für Neutral- und Kraftstoffethanol sowie für Lebens- und Futtermittel. Die Absatzmärkte liegen größtenteils in Europa. Im Einzelnen hält die CropEnergies AG mittelbar oder unmittelbar 100 % an folgenden in- und ausländischen Tochterunternehmen:

CropEnergies Bioethanol GmbH, Zeitz

CropEnergies Beteiligungs GmbH, Mannheim

BioWanze SA, Brüssel (Belgien)

Ryssen Alcools SAS, Loon-Plage (Frankreich)

Compagnie Financière de l'Artois SA, Paris (Frankreich)

Ensus UK Ltd., Yarm (Großbritannien)

Ryssen Chile SpA, Lampa, Santiago de Chile (Chile)

CropEnergies Inc., Houston (USA)

Daneben hält die CropEnergies AG mittelbar 50 % an der

CT Biocarbonic GmbH, Zeitz.

Die CropEnergies Bioethanol GmbH betreibt in Zeitz (Deutschland) eine Anlage zur Produktion von rund 400 Tsd. m3 Bioethanol pro Jahr. Der größte Teil der Produktion findet als erneuerbarer Kraftstoff Verwendung. Bis zu 60 Tsd. m3 davon können auch zu hochwertigem Neutralalkohol in Lebensmittelqualität veredelt werden. Darüber hinaus können mehr als 300 Tsd. t des getrockneten Proteinfuttermittels ProtiGrain(r) sowie thermische und elektrische Energie erzeugt werden.

Die CropEnergies Beteiligungs GmbH verfügt als deutsche Zwischenholding über keine eigene Produktion.

Die BioWanze SA betreibt in Wanze (Belgien) eine Anlage zur Produktion von Bioethanol, Gluten, dem flüssigen Proteinfuttermittel ProtiWanze(r) sowie thermischer und elektrischer Energie. Die Anlage hat eine jährliche Produktionskapazität von rund 300 Tsd. m3 Bioethanol. Darüber hinaus können pro Jahr bis zu 60 Tsd. t Gluten und mehr als 400 Tsd. t ProtiWanze(r) hergestellt werden. Einen Großteil der benötigten Prozessenergie gewinnt BioWanze mit einem innovativen Energiekonzept aus den Schalen des angelieferten Weizenkorns (Kleie).

Die Ensus UK Ltd. verfügt in Wilton (Großbritannien) über eine Anlage mit einer Jahresproduktionskapazität von rund 400 Tsd. m3 Bioethanol und 350 Tsd. t Eiweißfuttermitteln. Zusätzlich können bis zu 250 Tsd. t biogenes CO2 aus der Fermentation an eine Verflüssigungsanlage geliefert werden, die dieses insbesondere für die Lebensmittelindustrie veredelt.

Ryssen Alcools SAS (Ryssen) betreibt in Loon-Plage (Frankreich) eine Anlage zur Rektifikation (Aufreinigung) und Dehydratation (Trocknung) von Rohalkohol. Für die Rektifikation von Rohalkohol für traditionelle und technische Anwendungen steht eine Kapazität von bis zu 90 Tsd. m3 Neutralalkohol pro Jahr zur Verfügung. Die Jahreskapazität für die Dehydratation von Rohalkohol insbesondere für den Kraftstoffsektor beträgt über 100 Tsd. m3 Bioethanol. Darüber hinaus hält Ryssen 100 % der Anteile der Ryssen Chile SpA, die als Distributor den chilenischen Markt mit Neutralalkohol versorgt.

Die Compagnie Financiere de l'Artois SA (COFA) ist eine französische Zwischenholding, die 100 % der Anteile an Ryssen hält.

Die CropEnergies Inc. ist eine Handelsniederlassung mit Sitz in Houston (USA).

Die CT Biocarbonic GmbH ist ein Joint Venture zur Herstellung und zum Vertrieb von flüssigem CO2 in Lebensmittelqualität. Sie betreibt in Zeitz eine Produktionsanlage zur Aufreinigung und Verflüssigung von biogenem CO2 aus der benachbarten Bioethanolproduktion von CropEnergies. Die Anlage verfügt über eine Jahreskapazität von 100 Tsd. t verflüssigtem CO2 , das insbesondere in der Lebensmittelindustrie verwendet wird.

Unternehmenssteuerung

Der Vorstand der CropEnergies AG leitet die Geschäfte eigenverantwortlich und wird hierbei vom Aufsichtsrat überwacht und beraten. Der Vorstand ist an das Unternehmensinteresse gebunden und der Steigerung des nachhaltigen Unternehmenswerts verpflichtet. Die Mitglieder des Vorstands tragen gemeinsam die Verantwortung für die gesamte Geschäftsführung. Ungeachtet dieser Gesamtverantwortung führen die Vorstandsmitglieder die ihnen zugeordneten Ressorts im Rahmen der Vorstandsbeschlüsse in eigener Verantwortung. Für bedeutende Geschäftsvorgänge beinhaltet die Satzung der CropEnergies AG Zustimmungsvorbehalte des Aufsichtsrats.

Der Vorstand sorgt für ein angemessenes Risikomanagement und Risikocontrolling im Unternehmen und wirkt auf die Einhaltung von Rechtsvorschriften, behördlichen Regelungen und unternehmensinternen Richtlinien (Compliance) hin. Er sorgt zudem für eine adäquate Besetzung von Führungsfunktionen im Unternehmen.

Wertmanagement

Zur Umsetzung der wertorientierten Unternehmensführung setzt CropEnergies ein konzernweit einheitliches Berichts- und Planungssystem ein und wendet darauf aufbauend zentral definierte Kennzahlen an. Bedeutsame steuerungsrelevante, finanzielle Kennzahlen sind die in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung ausgewiesenen Umsatzerlöse und das operative Ergebnis. Beim operativen Ergebnis wird das Ergebnis der Betriebstätigkeit laut Gewinn-und-Verlust-Rechnung um das Ergebnis aus Restrukturierung und Sondereinflüssen sowie um das Ergebnis aus at Equity einbezogenen Unternehmen bereinigt. Neben den beiden finanziellen Leistungsindikatoren, Umsatzerlöse und operatives Ergebnis, sind für die CropEnergies-Gruppe derzeit keine weiteren finanziellen und keine nicht-finanziellen Leistungsindikatoren steuerungsrelevant.

Finanzmanagement

Das Kapitalmanagement der CropEnergies-Gruppe umfasst die Steuerung der liquiden Mittel, des Eigenkapitals und des Fremdkapitals. Dabei strebt CropEnergies eine Bilanzstruktur mit einem hohen Eigenkapitalanteil an, welche die Wachstumsstrategie unter Berücksichtigung der branchenüblichen Geschäftsrisiken zu angemessenen Kapitalkosten und mit überdurchschnittlicher Bonität absichert.

Die Finanzierung der CropEnergies-Gruppe basiert auf der nachhaltigen Fähigkeit zur Generierung von positiven Cash-flows, stabilen Beziehungen zu den das Unternehmen tragenden Aktionärsgruppen, dem Zugang zu den Kapitalmärkten und verlässlichen Bankenbeziehungen. Die Kommunikation mit den Kapitalmarktteilnehmern folgt dem Grundsatz finanzieller Transparenz. Die Grundlage dafür bildet ein Berichtswesen, das nach einheitlichen Bewertungs- und Ausweisgrundsätzen sowohl die Unternehmensplanungs- als auch die Reportingprozesse bestimmt.

Leitlinien und Unternehmensstrategie

Das Ziel der CropEnergies-Gruppe ist es, gemeinsam mit ihren Partnern verantwortungsvoll die Zukunft zu gestalten und bereits heute Lösungen für die gesellschaftlichen und unternehmerischen Herausforderungen von morgen zu entwickeln. Der Fokus liegt dabei auf einer verantwortungsvollen, effizienten und nutzbringenden Verwendung aller eingesetzten Rohstoffe und ihrer Bestandteile. Die hergestellten Produkte sollen die Lebensqualität der heutigen Generation verbessern und gleichzeitig die Lebensgrundlage zukünftiger Generationen bewahren. Als führender europäischer Bioethanolhersteller verbindet CropEnergies wirtschaftlichen Erfolg mit gesellschaftlicher Verantwortung und dem Schutz der Umwelt. Durch nachhaltiges und verantwortungsvolles Wirtschaften will das Unternehmen profitabel wachsen, den Unternehmenswert langfristig steigern und die Interessen von Aktionären, Kunden, Lieferanten und Mitarbeitern berücksichtigen.

Das breite Produktportfolio von CropEnergies umfasst dabei Bioethanol, den weltweit bedeutendsten Biokraftstoff, der aus dem Stärke- bzw. Zuckeranteil nachwachsender Rohstoffe gewonnen wird. Als klimaschonender Benzinersatz spart Bioethanol nachweislich Treibhausgase ein, schont die endlichen fossilen Ressourcen und sichert damit die Mobilität in der Zukunft. Aus den verbliebenen Bestandteilen der eingesetzten Rohstoffe stellt CropEnergies proteinreiche Lebens- und Futtermittel her, die zudem wertvolle Ballaststoffe, Fette, Mineralien und Vitamine enthalten. Diese Produkte weisen einen hohen Ernährungswert auf und leisten einen wichtigen Beitrag, den europäischen Importbedarf an pflanzlichen Proteinen, insbesondere Soja aus Nord- und Südamerika, zu mindern. CropEnergies verwertet die eingesetzten Rohstoffe daher vollständig und füllt zeitgleich Teller, Tank und Trog - und wird auf diese Weise der gesellschaftlichen Verantwortung gerecht.

Die CropEnergies-Gruppe erreicht ihre Ziele durch operative Exzellenz und Innovationen und stützt sich dabei auf die eigenen Kernkompetenzen -die großtechnische Verarbeitung von Agrarrohstoffen in Bioraffinerien zu hochwertigen Produkten und deren Vermarktung. Entscheidend ist dabei das umfangreiche Wissen über die gesamte Wertschöpfungskette von Bioethanol sowie Lebens- und Futtermitteln -vom Pflanzenanbau über die Produktion bis hin zu Transport, Vermarktung und Kundenberatung. Mit innovativen Produktionsanlagen setzt CropEnergies Maßstäbe in puncto Technologie, Effizienz und Flexibilität. Ein optimiertes Beschaffungsmanagement und ein europaweit einzigartiges Logistiknetzwerk ergänzen dies. Die Erfahrungen bei Vermarktung und Logistik machen das Unternehmen darüber hinaus zu einem verlässlichen Partner. Mit Innovationen will sich CropEnergies in den bestehenden Geschäftsfeldern einen Wettbewerbsvorteil verschaffen, neue Märkte erschließen und Lösungen für die Herausforderungen der Zukunft entwickeln. Entscheidend für den Erfolg des Unternehmens sind die Kenntnisse, Erfahrungen, sozialen Kompetenzen, Zufriedenheit und das Engagement der Mitarbeiter. Diese Stärken sollen durch Weiterbildung und Förderung der Mitarbeiter auch weiterhin ausgebaut werden.

Chancen, als Unternehmen zu wachsen, werden stets unter Berücksichtigung der jeweiligen Rahmenbedingungen sowie der vorhandenen Kompetenzen genutzt. Die steigende Nachfrage nach Energie und Nahrungsmitteln erfordert eine effiziente Nutzung von Agrarrohstoffen. Dies eröffnet CropEnergies die Chance, auch in Zukunft neue attraktive Geschäftsfelder zu erschließen und profitabel zu wachsen. Einen hohen Stellenwert haben bei allem die transparente Berichterstattung und die offene Kommunikation mit allen Kapitalmarktteilnehmern. Der Kontakt zu Anlegern und Kapitalmärkten ist auch für die Finanzierung weiteren Wachstums wichtig.

CropEnergies wirtschaftet nachhaltig für eine erfolgreiche Unternehmensentwicklung und eine lebenswerte Zukunft.

NACHHALTIGKEITSBERICHT*

Nachhaltigkeit in der CropEnergies-Gruppe

Bedeutung für das Unternehmen

Kerngeschäft von CropEnergies ist die Erzeugung einer nachhaltigen Alternative zu fossilem Kraftstoff. Die Verarbeitung nachwachsender Rohstoffe und die gleichzeitige Herstellung wertvoller Lebens- und Futtermittel sind dabei essenzieller Bestandteil des Geschäftsmodells. Nachhaltiges Wirtschaften bedeutet für CropEnergies, Ökologie, Ökonomie und soziale Verantwortung in Einklang zu bringen. Dies ist die zentrale Voraussetzung für den Erfolg des Unternehmens.

Auch für unsere Kunden gewinnt Nachhaltigkeit zunehmend an Bedeutung. Angesichts der Forderung nach klimafreundlicheren Kraftstoffen richten Mineralölunternehmen ihren Einkauf von Kraftstoffethanol verstärkt an den nachgewiesenen Treibhausgaseinsparungen aus.

Die Kraftstoffethanolherstellung für den EU-Markt muss als nachhaltig zertifiziert sein. Unabhängige, von der EU-Kommission zugelassene Zertifizierungssysteme sind unter anderem für die Überwachung und Kontrolle der kompletten Wertschöpfungskette zuständig. Diese garantieren einen schonenden Umgang mit natürlichen Ressourcen entlang der gesamten Wertschöpfungskette, vom Anbau der Biomasse über die Herstellung der Endprodukte bis zu deren Auslieferung. CropEnergies will die gesetzlichen Anforderungen aber nicht nur erfüllen, sondern übertreffen.

Die Nachhaltigkeitsstrategie von CropEnergies

CropEnergies richtet das Handeln entlang der gesamten Wertschöpfungskette, vom Agrarrohstoff bis zum fertigen Produkt, an der Nachhaltigkeit aus.

Besondere Beachtung finden dabei vor allem die folgenden Aspekte:

Ressourcenschonender Umgang bei der Rohstoffauswahl

Vollständige Nutzung der verwendeten Rohstoffe durch Verarbeitung aller Bestandteile zu hochwertigen Produkten

Kontinuierliche Verbesserung der Produktionstechnologien hinsichtlich ihrer Umweltauswirkungen und Energieeffizienz

Effizientes Qualitäts-, Umwelt- und Energiemanagement

Beachtung der Interessen aller für CropEnergies wesentlichen Interessengruppen (Stakeholder)

Langfristige Partnerschaften, z. B. mit Rohstofflieferanten und Kunden

Die Stakeholder der CropEnergies-Gruppe

Zu den Interessengruppen von CropEnergies gehören Kunden, Lieferanten, Mitarbeiter, Aktionäre, Finanzinstitutionen sowie Gesellschaft und Öffentlichkeit. Mit diesen Interessengruppen steht CropEnergies im Dialog.

Wesentliche Handlungsfelder

CropEnergies setzt den Fokus auf folgende Handlungsfelder:

Beschaffung von Agrarrohstoffen

Umwelt- und Energieaspekte in der Produktion

Produktverantwortung, Qualität und Sicherheit

Gesellschaftliche Verantwortung

Arbeitsbedingungen und Menschenrechte

* Vom Wirtschaftsprüfer nicht geprüft.

Beschaffung von Agrarrohstoffen

Die Nachhaltigkeitsaktivitäten von CropEnergies beginnen bereits auf den vorgelagerten Wertschöpfungsstufen, insbesondere bei der Sicherstellung und Dokumentation der Beschaffung von nachhaltig erzeugten Agrarrohstoffen. CropEnergies verwendet ausschließlich Agrarrohstoffe europäischer Herkunft, die zum Großteil standortnah bezogen werden. Entsprechend kurz sind die Transportwege, sodass die Umweltbelastung gering bleibt.

Alle Rohstofflieferanten in der EU erfüllen die für landwirtschaftliche Erzeugung geltenden Grundsätze der Cross Compliance mit den entsprechenden Auflagen für die Landwirtschaft, welche einen nachhaltigen Anbau von Agrarrohstoffen gewährleisten. Die Nachhaltigkeitsanforderungen für Rohstoffe zur Herstellung von Biokraftstoffen gehen noch über die Vorgaben der Cross Compliance hinaus. So dürfen die Rohstoffe nicht auf schützenswerten Flächen wie Primärwäldern (z. B. Regenwald) oder auf Flächen mit hoher biologischer Vielfalt angebaut werden. Um dies zu gewährleisten, werden alle an der Herstellung beteiligten Schnittstellen regelmäßig von unabhängigen und anerkannten Gutachtern auditiert und nach von der EU anerkannten Zertifizierungssystemen (z. B. REDcert EU, ISCC EU oder 2BSvs) zertifiziert. Die Einhaltung der Nachhaltigkeitskriterien ist in den Verträgen mit den Rohstofflieferanten verankert und wird mittels geeigneter Zertifikate belegt.

Umwelt- und Energieaspekte in der Produktion

Grundsätze der Produktion

Bei der Verarbeitung von Agrarrohstoffen zu Ethanol, Lebens- und Futtermitteln ist es das Ziel von CropEnergies, unter Beachtung höchster Qualitätsstandards den Ressourcenbedarf, den Energieeinsatz und mögliche Umweltauswirkungen zu minimieren.

In der Produktion werden innovative Herstellungsverfahren entwickelt und eingesetzt. Ein Vorteil ist die Einbindung in Verbundstandorte der Südzucker-Gruppe. So wird beispielsweise in Zeitz in insgesamt fünf Produktionsanlagen aus Zuckerrüben und Getreide ein Produktportfolio hergestellt, das Zucker, Melasse, Zuckerrübenschnitzel, Kalkdünger, Glukose, Gluten, Kleie, Kraftstoffethanol, Neutralalkohol, DDGS und biogenes Kohlendioxid umfasst.

Alle Bioethanolanlagen von CropEnergies sind nach mindestens einem von der EU-Kommission anerkannten Zertifizierungssystem als nachhaltig zertifiziert und werden jährlich auditiert. Mit den Zertifizierungen wird sichergestellt, dass von CropEnergies hergestelltes Kraftstoffethanol die Nachhaltigkeitskriterien der "Erneuerbare-Energien-Richtlinie" erfüllt und so zum Beispiel im Vergleich zu fossilen Kraftstoffen mindestens 50 % an Treibhausgasemissionen einspart.

CropEnergies geht bei der Schonung der Ressourcen noch einen Schritt weiter: Dank der integrierten Produktionskonzepte werden die eingesetzten Rohstoffe bestmöglich zu hochwertigen Produkten veredelt. Aus den nicht fermentierbaren Inhaltsstoffen der Rohstoffe stellt CropEnergies proteinreiche Lebens- und Futtermittel her, die zudem wertvolle Ballaststoffe, Fette, Mineralien und Vitamine enthalten. Diese Produkte weisen einen hohen Nährwert auf und leisten einen wichtigen Beitrag, den europäischen Importbedarf an pflanzlichen Proteinen, insbesondere Soja aus Nord- und Südamerika, zu mindern. CropEnergies verwertet die eingesetzten Rohstoffe daher vollständig und füllt zugleich Teller, Tank und Trog - und wird auf diese Weise der gesellschaftlichen Verantwortung gerecht. Infolgedessen bleiben auch kaum Abfälle aus dem Produktionsprozess übrig.

Untersuchungen zeigen, dass die Herstellung von europäischem Bioethanol aus heimischem Futtergetreide und Industrierüben keine nennenswerten Auswirkungen auf den weltweiten Bedarf an Agrarflächen hat. Im Gegenteil bringt jeder Hektar, der in Europa in typischer Fruchtfolge bewirtschaftet wird, nicht nur Rohstoffe zur Erzeugung von 4.000 Liter Bioethanol, sondern auch über 4.000 kg Futtermittel hervor. Hierfür würde in Südamerika die 1,9-fache Fläche für den Anbau von Zuckerrohr und Sojabohnen beansprucht werden. Bioethanol aus EU-Erzeugung entlastet daher die Flächennutzung in anderen Regionen.

In Zeitz und in Wilton wird ein weiteres bei der Ethanolproduktion anfallendes Produkt insbesondere für den Lebensmittelmarkt veredelt: Das bei der Fermentation pflanzlicher Rohstoffe entstehende Kohlendioxid wird in speziellen Anlagen gereinigt, verflüssigt und ersetzt beispielsweise in der Getränkeherstellung Kohlendioxid fossilen Ursprungs.

Energie und Emissionen

Zentrale Bausteine des Energiemanagements sind hocheffiziente Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen und die mehrfache Energienutzung, welche den Brennstoffeinsatz reduziert. Damit werden gleichzeitig die Emissionen von Luftschadstoffen und klimarelevanten Treibhausgasen gesenkt und die Nachhaltigkeit der hergestellten Produkte verbessert.

Die Anforderungen aus der "Energieeffizienzrichtlinie" wurden an allen Produktionsstandorten von CropEnergies sowie in der Verwaltung umgesetzt. In Zeitz wurde eine Zertifizierung gemäß ISO 50001 und in Loon-Plage sowie Wilton eine Auditierung nach dem ESOS (Energy Savings Opportunity Scheme) durchgeführt. BioWanze nimmt an einem freiwilligen, branchenspezifischen Abkommen zur Verbesserung der Energieeffizienz teil ("accord de branche"). Die CropEnergies AG in Mannheim hat das Energieaudit gemäß DIN EN 16247-1 erfolgreich durchgeführt.

Energieeinsatz (in GJ je t Haupt- und Nebenprodukt)

Emissionen (in kg CO2 je t Haupt- und Nebenprodukt)

Der spezifische Energieeinsatz hängt neben der Prozessführung und den angewandten Technologien unter anderem auch von der Art und der Qualität der eingesetzten Rohstoffe ab. Aufgrund der Flexibilität der Anlagen ist CropEnergies in der Lage, den Rohstoffeinsatz an die jeweiligen Marktbedingungen anzupassen. Die Qualität und Verfügbarkeit von Agrarrohstoffen wird dabei nicht zuletzt von den jeweils herrschenden Witterungs- und damit Aufwuchsbedingungen bestimmt.

Der Anteil an eingesetzten erneuerbaren Brennstoffen liegt bei rund 24 %. In Wanze wird in einem Biomassekraftwerk ein Großteil der benötigten thermischen und elektrischen Prozessenergie aus den Schalen des angelieferten Weizenkorns, der Kleie, gewonnen. In Zeitz wird das in der Abwasseranlage entstehende Biomethan (Klärgas) in einem Blockheizkraftwerk zu elektrischer und thermischer Energie umgewandelt und damit der Bedarf an fossilen Brennstoffen reduziert.

Wasserentnahme und Wassereinleitung

Alle Standorte zeichnen sich durch eine nachhaltige Nutzung und Ableitung von Wasser aus. Der erforderliche Frischwasserbedarf wird durch Kreislaufführung und damit mehrfache Nutzung des eingesetzten Wassers auf ein Minimum reduziert.

Wasserentnahme/Wassereinleitung

m3/t1 2013/14 2014/15 2015/16 2016/17 2017/18
Wasserentnahme 4,2 3,7 4,0 3,1 2,8
Wassereinleitung 2,6 2,3 2,6 3,1 2,5

1 Haupt- und Nebenprodukte

Sofern Abwasser anfällt, stellen betriebseigene Kläranlagen eine umweltgerechte Behandlung der Abwässer sicher. Das gereinigte Wasser wird in die benachbarten Flüsse zurückgeführt.

Abfall

Die in den Rohstoffen enthaltenen Bestandteile, die nicht der Ethanolherstellung dienen, werden durch integrierte Produktionskonzepte zu hochwertigen Lebens- und Futtermitteln veredelt. Somit werden die eingesetzten Rohstoffe nahezu vollständig zu hochwertigen Produkten verarbeitet, sodass Abfälle nur in sehr geringem Umfang anfallen.

Abfälle

Tsd. t 2013/14 2014/15 2015/16 2016/17 2017/18
Recycling 85,1 73,5 67,4 68,8 73,8
Kompostierung 7,4 8,5 9,2 7,8 8,7
Deponierung 0,0 0,0 1,0 1,5 1,6
Energetische Verwertung 0,7 0,5 0,4 0,4 2,1
Übrige 0,4 0,5 1,0 0,5 0,7
Gesamt 93,6 83,0 79,0 79,0 86,9

Der überwiegende Teil der Abfälle, nämlich 97 %, wird recycelt, kompostiert oder energetisch verwendet. Bei weniger als 0,1 % der Abfälle handelt es sich um gefährliche Abfälle überwiegend in Form verbrauchter Schmierstoffe aus der Produktion.

Produktverantwortung, Qualität und Sicherheit

CropEnergies misst der Herstellung sicherer und qualitativ hochwertiger Produkte eine zentrale Bedeutung zu und ist sich der damit einhergehenden Verantwortung bewusst. Daher wurde ein Qualitätsmanagementsystem implementiert, das für alle Stufen der Produktion eine strukturierte und effektive Vorgehensweise regelt.

Qualitätsmanagement und Produktsicherheit

Das Qualitätsmanagementsystem definiert Maßnahmen, die sicherstellen, dass alle Produkte den gesetzlichen Vorgaben sowie den Anforderungen der Kunden entsprechen. Ein zentrales Element des CropEnergies-Qualitätsmanagements ist das HACCP-Konzept. Mittels einer strukturierten Gefahrenanalyse wird jeder einzelne Produktionsschritt bei der Herstellung von Lebensmitteln hinsichtlich potenzieller Gefahren für die Gesundheit der Konsumenten bzw. bei der Herstellung von Futtermitteln für die Tiergesundheit überprüft. Gegebenenfalls werden umgehend entsprechende Gegenmaßnahmen eingeleitet.

Weitere wesentliche Elemente des Qualitätsmanagements stellen langfristige Lieferantenbeziehungen und ausführliche Rohstoffspezifikationen, qualifizierte Mitarbeiter, sichere Produktionsverfahren und eine enge Abstimmung mit den Kunden dar.

Für ein gemeinsames Verständnis in Bezug auf die Beschaffenheit der Produkte dienen die Endproduktspezifikationen. In das System eingebunden ist auch die Analyse von Reklamationen als zusätzliche Informationsbasis für die ständige Verbesserung von Prozessen und Produkten.

Zertifizierungen

Die Kunden messen der Überprüfung von Sicherheit und Gesetzeskonformität der Produkte durch externe Zertifizierungsorganisationen eine große Bedeutung zu. Entsprechend orientieren sich unsere Produktionsprozesse an international anerkannten Standards mit umfangreichen Anforderungen und standardisierten Bewertungsverfahren, z. B. ISO 9001 (Qualitätsmanagement), REDcert EU (erneuerbare Kraftstoffe), IFS Food (lebensmittel) und GMP+ (Futtermittel). Einzelne Produktgruppen und Produktionsstandorte verfügen darüber hinaus -entsprechend besonderen Kundenanforderungen -über weitere spezifische Zertifikate wie z. B. Koscher oder Halal.

Gesellschaftliche Verantwortung

Ökonomische Nachhaltigkeit und Verantwortung für den ländlichen Raum

Das Ziel von CropEnergies ist es, durch nachhaltiges Wirtschaften Werte zu schaffen. Ein wertorientiertes, profitables Wachstum bildet dabei die Grundlage für die Finanzierung weiterer Investitions- und Forschungsprojekte zur Erzeugung qualitativ hochwertiger Produkte und nachhaltiger Herstellungsprozesse sowie zur Erschließung neuer Märkte. Von einem solchen Wachstum und ökonomischer Nachhaltigkeit profitiert auch die regionale Wirtschaft. Alle Produktionsstandorte befinden sich im ländlichen Raum und damit in unmittelbarer Nähe zur Rohstofferzeugung. Dort leisten sie nicht nur einen wichtigen Beitrag zum Erhalt und zur Schaffung langfristiger und qualifizierter Arbeitsplätze, sondern tragen auch zur Entwicklung der regionalen Wirtschaft, insbesondere der landwirtschaftlichen Betriebe, bei.

Dies bestätigt auch eine Studie des Wirtschaftsforschungsinstituts WifOR, Darmstadt, in der die wirtschaftliche Bedeutung der Bioethanolanlagen in Zeitz und Wanze untersucht und quantifiziert wurde. Der sogenannte "ökonomische Fußabdruck" wurde dabei unter anderem anhand von Bruttowertschöpfung und Beschäftigungseffekten, die mit der Geschäftstätigkeit von CropEnergies verbunden sind und die sich insbesondere in ländlichen Räumen niederschlagen, ermittelt. Die Ethanolherstellung in Zeitz und Wanze geht demnach mit direkten und indirekten Wertschöpfungseffekten von rund 550 Mio. € pro Jahr oder über 70 Cent je Liter erzeugten Ethanols einher. Die gesamten Beschäftigungseffekte (direkt und indirekt) summierten sich auf über 11.000 Arbeitsplätze. Auf jeden Arbeitsplatz kommen also fast fünfzig Arbeitsplätze in anderen Unternehmen. Dieser weit überdurchschnittliche Wert ist insbesondere auf die enge Verflechtung mit der regionalen Landwirtschaft zurückzuführen. Im Gegensatz hierzu tragen Rohölimporte aus Drittstaaten weitaus weniger zur Beschäftigung in der EU bei.

Logistik bei Beschaffung und Distribution

Eine Voraussetzung für einen reibungslosen Betrieb der Anlagen ist eine effiziente Warenbewegung. Durch eine Vielzahl von Maßnahmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette verringert CropEnergies die Umweltbelastungen aus dem Transport der Rohstoffe und Endprodukte auf ein Minimum.

Die Lage der Bioraffinerien von CropEnergies ist auf die Vermeidung von Emissionen ausgerichtet. Daher liegen die Standorte in der Nähe großer Getreideanbaugebiete, Zuckerfabriken, an Wasserwegen und Bahntrassen. Dies verkürzt die Transportwege oder ermöglicht eine umweltschonende Belieferung zum Großteil per Schiff oder Bahn. In Wanze werden beispielsweise ca. 70 % der eingesetzten Rohstoffe per Schiff angeliefert. Die Anlage in Zeitz befindet sich wiederum im Verbund mit der Zucker- und Stärkeherstellung der Südzucker AG und ist per Pipeline an diese angeschlossen.

Vertriebsseitig erfolgt die Belieferung der Endkunden zu einem großen Teil klimaschonend per Schiff oder Bahn.

Arbeitsbedingungen und Menschenrechte

Als Mitglied der Südzucker-Gruppe erfüllt CropEnergies die Vorgaben eines international tätigen Konzerns. Hohe Standards gelten auch in den Bereichen der Menschenrechte, Aus- und Weiterbildung, Gesundheit und Sicherheit, Bezahlung und Arbeitsbedingungen sowie beim Verhältnis zu den Sozialpartnern. Darüber hinaus strebt CropEnergies ein höchstmögliches Maß an Sicherheit in den Produktionsanlagen an, um die Gesundheit der Mitarbeiter am Arbeitsplatz zu gewährleisten.

Verhaltenskodex

Der Verhaltenskodex von CropEnergies ist im Kapitel "Corporate Governance-Bericht", Unterpunkt "Compliance-Unternehmensgrundsätze" vollständig wiedergegeben. CropEnergies verpflichtet sich, die Geschäftstätigkeit auf ethische, legale und verantwortungsvolle Art und Weise auszuüben. Gleichzeitig erwartet CropEnergies von Lieferanten bzw. Vertragspartnern, dass auch diese sich gemäß den in diesen Richtlinien dargelegten Vorgaben verhalten. Neben den allgemeingültigen Compliance-Unternehmensgrundsätzen hat CropEnergies diese um spezifische Regelungen ergänzt.

Arbeitssicherheit

Unverzichtbar für den nachhaltigen Erfolg der CropEnergies-Gruppe sind Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz. So ist die Anzahl der Unfallereignisse vergleichsweise niedrig und die unfallbedingten Arbeitsausfallzeiten befinden sich auf einem sehr niedrigen Niveau, was nicht zuletzt auf die Mitwirkung aller Mitarbeiter zurückzuführen ist.

Die Maßnahmen in den Bereichen Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz basieren auf einem Arbeitsschutzmanagementsystem, das die Vorgehensweisen bei der Gefährdungsermittlung, der Unfalluntersuchung und der Unterweisung definiert sowie Verantwortlichkeiten festlegt. Instrumente zur Kommunikation von Arbeitsschutzzielen, Verbesserungsvorschlägen und Arbeitsschutzmaßnahmen wurden etabliert.

Einen besonderen Stellenwert nimmt die Unterweisung der Mitarbeiter ein. Dabei geht es nicht nur um die gesetzlich vorgeschriebenen, wiederkehrenden Schulungen, sondern vor allem darum, das Thema Arbeitsschutz ständig im Gespräch und damit im Bewusstsein zu halten. Dafür erhalten die Mitarbeiter beispielsweise jeden Monat Unterlagen zu einem Schwerpunktthema oder werden an den Standorten zu Aktionstagen zum Arbeitsschutz eingeladen.

Risiken und Gefahren im Arbeitsschutz und in der Anlagensicherheit werden regelmäßig ermittelt und diesen wird bei Bedarf entgegengewirkt. Ziele zur kontinuierlichen Verbesserung sowie daraus abgeleitete Maßnahmen werden systematisch überprüft und die Effektivität der umgesetzten Maßnahmen wird regelmäßig bewertet.

KLIMASCHUIZ

Verbesserung der THG-Einsparungen in den letzten 10 Jahren

Die europäischen Ethanolhersteller haben im letzten Jahrzehnt erhebliche Fortschritte bei der Einsparung von Treibhausgasen gemacht. Jeder Liter europäisches Ethanol spart heute im Durchschnitt 70 % Treibhausgase im Vergleich zu Benzin ein.

52% TREIBHAUSGASEINSPARUNG 2009

55% TREIBHAUSGASEINSPARUNG 2012

70% TREIBHAUSGASEINSPARUNG 2017

FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG

Überblick

In einem technologieorientierten Tätigkeitsfeld wie dem von CropEnergies haben Forschung und Entwicklung einen besonders hohen Stellenwert. Die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten von CropEnergies werden durch die Zentralabteilung Forschung, Entwicklung und Service der Südzucker AG durchgeführt. Die Bearbeitung der Aufgaben und Projekte erfolgt im Auftrag von und in enger Abstimmung mit CropEnergies.

Die bearbeiteten Fragestellungen umfassen die gesamte Wertschöpfungskette. Ausgehend von den agrarischen Rohstoffen über die Prozesstechnologie zur Gewinnung von Bioethanol und Nebenprodukten bis hin zur Mitarbeit in Normungsgremien für neue, innovative und nachhaltige Kraftstoffe wurden zahlreiche Themen bearbeitet.

Bei den Rohstoffen sowie den Lebens- und Futtermitteln lag der Fokus vor allem auf analytischen und qualitätsrelevanten Fragestellungen, während bei Neutralalkohol vor allem technologische Aspekte und sensorische Fragestellungen zur Produktqualität im Vordergrund standen.

Schwerpunkte im Bereich der Prozesstechnologie waren die Begleitung von technologischen Maßnahmen in den Bioraffinierien zur Erhöhung der Ethanolausbeute und Prozessstabilität sowie die Erarbeitung und Umsetzung von Konzepten zur Reduzierung des spezifischen Primärenergiebedarfs.

Um für sich ändernde politische Rahmenbedingungen gewappnet zu sein, wurden weitere Konzepte zur Nutzung alternativer Rohstoffe, wie z. B. lignozellulosehaltige Materialien, zur Herstellung von Bioethanol evaluiert.

In Kooperation mit Universitäten und Technologieanbietern wurden verschiedene Projekte zur Nutzung des hochreinen CO2 aus der Fermentation unter Verwendung von regenerativem Strom zur Herstellung energetisch nutzbarer sowie chemischer Wertstoffe initiiert.

Die für CropEnergies im Geschäftsjahr 2017/18 erbrachten Forschungs-, Entwicklungs-, und Serviceleistungen wurden auf Basis eines mit der Südzucker AG geschlossenen Dienstleistungsvertrages verrechnet. Im abgelaufenen Geschäftsjahr belief sich der Gesamtaufwand auf insgesamt 1,6 (1,3) Mio. €.

Optimierung von Rohstoffverarbeitung und Fermentationsprozess

Ein wichtiger Bestandteil der Forschungsarbeiten bleibt die dauernde Prüfung neuer Enzyme und Hefen auf ihre Effizienz und Wirtschaftlichkeit. Ziel ist es, die Ethanolausbeuten aus den eingesetzten Rohstoffen kontinuierlich zu optimieren.

In einem Forschungsprojekt mit einem industriellen Partner wurden neue nicht gentechnisch veränderte Hefen im Labormaßstab getestet. Dabei zeigten sich bereits sehr positive Auswirkungen auf die Bioethanolausbeute. Im Rahmen der Kooperation wird die Hefeoptimierung nun mit Blick auf rohstoff- und anlagenspezifische Parameter weiter vorangetrieben. Neben den biotechnologischen Aktivitäten wurden auch neue Technologien zur Optimierung des Stärkeaufschlusses geprüft. Eine vielversprechende technische Lösung wurde bereits im Rahmen eines Werksversuchs großtechnisch umgesetzt. Erste Resultate legen nicht nur einen verbesserten Stärkeaufschluss, sondern auch einen geringeren Energieeinsatz nahe. Im Geschäftsjahr 2018/19 soll auf Grundlage eines umfangreichen Untersuchungsprogramms die Integration dieser neuen Aufschlusstechnologie an weiteren Standorten geprüft werden.

Optimierung von Produktionsanlagen

Durch technische und technologische Maßnahmen konnte der spezifische Energieverbrauch in allen Bioraffinerien bereits in der Vergangenheit signifikant gesenkt werden. Dieser Weg wird weiter verfolgt; so werden derzeit z. B. Verfahren untersucht, mit denen die verschiedenen anfallenden Stoffströme effizienter als bisher entwässert werden können. In Wanze soll zur energetischen Optimierung der Anlage auch eine verbesserte Verschaltung der einzelnen Prozessbereiche beitragen.

In Wilton erlaubte es das verbesserte Betriebsverhalten und die erhöhte Prozessstabilität, weitere Optimierungspotenziale zu analysieren. Hierunter fallen unter anderem Untersuchungen hinsichtlich eines effizienteren Enzymeinsatzes, der weiteren Steigerung der Fermentationsleistung und der Optimierung der Futtermitteltrocknung.

Service für die Neutralalkoholanlage

Beim Produktionsprozess von Neutralalkohol sind der Rohstoff und die Reinheit des Endprodukts von besonderer Bedeutung. Für die Verwendung in Lebensmitteln oder in Produkten der Pharma- und Kosmetikindustrie sind zudem die Geruchs- und Geschmacksneutralität entscheidende Qualitätsparameter. Ein intensives Untersuchungsprogramm zur Beurteilung des Einflusses unterschiedlicher Trocknungsmedien auf die sensorischen Eigenschaften von Neutralalkohol konnte erfolgreich abgeschlossen werden.

In einem breit angelegten, analytischen und sensorischen Untersuchungsprogramm konnte die hohe Qualität des Neutralalkohols beider Produktionsstandorte untermauert werden. Auf Basis dieser Datenlage wurden harmonisierte Kundeninformationen erstellt, sodass die Möglichkeit besteht, qualitativ hochwertigen Neutralalkohol sowohl aus Zeitz als auch aus Loon-Plage für die Kundenbelieferung flexibel zur Verfügung zu stellen.

Qualitätsmanagement für Lebens- und Futtermittel

Für alle Futter- und Lebensmittelprodukte werden die Sicherheitskonzepte (HACCP) und erzeugten Qualitäten kontinuierlich überprüft und aktualisiert. Die entsprechenden analytischen Monitoring-Daten werden hierzu ausgewertet und zu Qualitätsberichten zusammengefasst. Die hohen Qualitätsstandards innerhalb der CropEnergies-Gruppe werden durch einheitliche Prüfpläne, die zentrale Vorgabe von Analysemethoden, regelmäßige Schulungen der Labormitarbeiter sowie interne Laboraudits sichergestellt.

Normungsarbeiten für Bioethanol

CropEnergies ist sowohl auf europäischer Ebene im Europäischen Komitee für Standardisierung (CEN) als auch auf deutscher Ebene im Deutschen Institut für Industrienormung e. V. (DIN) in die Normung von Bioethanol, Ottokraftstoffen und Kraftstoffmischungen aktiv eingebunden. Im Geschäftsjahr 2017/18 fokussierte sich CropEnergies weiterhin auf den E85-Normungsprozess auf europäischer Ebene, der wichtige technische Elemente enthält, die auch für die zukünftige Normung von Kraftstoffen mit einem Ethanolgehalt von mehr als 10 Vol.-%, wie z. B. E20, von Bedeutung sind.

Neue Produkt- und Produktionskonzepte für Bioethanol

Die Veredelung proteinhaltiger Nebenströme für zusätzliche Lebensmittelanwendungen ist für CropEnergies von großem Interesse. Durch den Einsatz innovativer Prozesse und Technologien können weitere nutzbare Produkte aus den Stoffströmen gewonnen werden, um so die Wertschöpfung zu erhöhen und die Nachhaltigkeit zu verbessern. Weiterhin werden Konzepte für gekoppelte Nutzungspfade für die energetische und stoffliche Nutzung von Nebenströmen verfolgt, die sowohl mit Technologieanbietern als auch in öffentlich geförderten Projekten verfolgt werden.

In dem EU-Projekt "PROMINENT" wird die Gewinnung von funktionellen Proteinen aus den Nebenströmen der Bioethanolproduktion untersucht. Im Rahmen der gemeinsamen Technologieinitiative Bio-based Industries (BBI) werden im Projektkonsortium mit europäischen Partnern aus Industrie und Wissenschaft Konzepte zur Herstellung neuer Proteinprodukte für Lebensmittelanwendungen untersucht. In diesem Zusammenhang wurden drei Prozesskonzepte hinsichtlich Produkt-Performance, Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit bewertet. Erste funktionelle Proteine, die demnächst in verschiedenen Lebensmittelanwendungen getestet werden, wurden bereits hergestellt.

Ein weiterer Forschungsschwerpunkt ist die stoffliche Umwandlung von CO2 . Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Projekt "ZeroCarb FP", das im Rahmen der "Innovationsallianz Industrielle Biotechnologie" initiiert wurde, verfolgt u. a. die stoffliche Nutzung von Kohlendioxid aus der Bioethanolfermentation. Im Fokus steht die Entwicklung eines Kultivierungsverfahrens für einen Mikroorganismus, der CO2 bindet und chemische Zwischenprodukte liefert. Die auf diese Weise gewonnenen biobasierten Chemikalien können als Alternative zu petrochemischen Produkten eingesetzt werden. In der ersten Phase wurde ein biotechnologisches Verfahren im Labor entwickelt, das vielversprechende Ergebnisse lieferte. Diese Laborergebnisse werden nun in einer größeren Anlage mit Fermentations-CO2 verifiziert.

Im Rahmen der CO2 -Verwertung in Kombination mit Strom aus erneuerbaren Quellen zur Wasserstofferzeugung wurden mehrere Projekte dieser "Power-to-X"-Ansätze initiiert. Je nach Mikroorganismus oder katalytischem System führen diese Verfahren zu chemischen Wertstoffen, die entweder energetisch verwertet werden, als Kraftstoffzusatz dienen oder als "biobasierter chemischer Rohstoff" Anwendung finden können.

Weitere Studien und Untersuchungen wurden über die Verwendung von Reststoffen als alternative Rohstoffquellen durchgeführt. Im Rahmen dieser Evaluierungen wurden auch Konzepte mit lignozellulosehaltigen Materialien untersucht.

Bioethanol als Chemierohstoff

CropEnergies verfolgt im Rahmen der Bioethanolfolgechemie weiterhin Konzepte zur Gewinnung von C4-Bausteinen als Rohstoffe für die chemische Industrie. Die Forschungsarbeiten im Rahmen eines öffentlich geförderten Projekts fokussieren sich auf die chemisch-katalytische Umwandlung von Ethanol zu Butanol. Im Rahmen des aktuellen Projektabschnitts wurde eine Pilotanlage für ein kontinuierliches Verfahren aufgebaut, in der die Reaktionsführung weiter optimiert wird, um anschließend die Wirtschaftlichkeit eines solchen Verfahrens besser beurteilen zu können.

MITARBEITER

Die CropEnergies-Gruppe ist ein internationaler Arbeitgeber in einer jungen, sich stetig weiterentwickelnden Branche. Als Mitglied der Südzucker-Gruppe profitieren CropEnergies und seine Beschäftigten vor allem bei der Mitarbeiterentwicklung und von den Angeboten eines großen, multinationalen Konzerns.

Mitarbeiterzahlen

Insgesamt waren zum 28. Februar 2018 bei der CropEnergies-Gruppe 414 (412) Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter* beschäftigt (ausgedrückt als Vollzeitäquivalente).

Die Beschäftigung nach Regionen hat sich gegenüber dem Vorjahr kaum verändert. Weiterhin sind rund 40 % der Mitarbeiter in Deutschland beschäftigt. Die restlichen 60 % verteilen sich auf die Standorte in Belgien, Großbritannien, Frankreich und Chile.

Anzahl der beschäftigten Mitarbeiter (Vollzeitäquivalente)

2017/18 2016/17
Zahl der Mitarbeiter nach Regionen
Deutschland 168 165
Übrige EU-Länder 239 240
Übriges Ausland 7 7
414 412
Zahl der Mitarbeiter nach Kategorien
Lohnempfänger 198 198
Gehaltsempfänger 216 214
414 412

Beschäftigungsverhältnisse und Frauenanteil

Rund 92 % der Mitarbeiter der CropEnergies-Gruppe sind unbefristet angestellt, lediglich 8 % stehen in einem befristeten Arbeitsverhältnis. Das Geschlecht spielt bei der Einstellung und der Entwicklung der Mitarbeiter keine Rolle. Zwar bewegt sich CropEnergies in einem sehr technikorientierten Umfeld, in dem der Anteil an Mitarbeiterinnen und Bewerberinnen immer noch verhältnismäßig niedrig ist, trotzdem lag der Anteil der Frauen an der Stammbelegschaft Ende des Geschäftsjahrs 2017/18 bei 22,2 (21,8) %.

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf gewinnt zunehmend an Bedeutung. Entsprechend gibt es an den Standorten verschiedene Maßnahmen, um die Mitarbeiter zu unterstützen, wie beispielsweise die Flexibilisierung der Arbeitszeit durch Gleitzeit- und Teilzeitmodelle oder auch zum Teil das Angebot von Telearbeit.

* Der Begriff Mitarbeiter wird für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verwendet.

Aus- und Weiterbildung

Der Erfolg und die Entwicklung eines Unternehmens hängen maßgeblich von dem Know-how und dem Einsatz der Mitarbeiter ab. Sie sind die Grundlage dafür, dass CropEnergies heute der führende Ethanolhersteller in Europa ist. Auch deshalb ist die Qualifizierung und Weiterbildung des Personals für CropEnergies wichtig. Als Mitglied eines international tätigen Konzerns haben die Mitarbeiter von CropEnergies die Möglichkeit, an den Ausbildungs- und Qualifizierungsprogrammen der Südzucker-Gruppe teilzunehmen. Dazu gehört zum Beispiel die berufliche Entwicklung junger Menschen, die innerhalb der Südzucker-Gruppe verschiedene Ausbildungsberufe erlernen oder ein Trainee-Programm durchlaufen. CropEnergies-Mitarbeiter nehmen außerdem am länder- und funktionsübergreifenden Austausch innerhalb der Südzucker-Gruppe teil.

Weiterhin fanden verschiedene interne und externe Weiterbildungsmaßnahmen statt, um Mitarbeiter für veränderte Rahmenbedingungen und Anforderungen in der heutigen Arbeitswelt zu qualifizieren. Diese waren speziell auf CropEnergies zugeschnitten, beispielsweise für die Bereiche Vertrieb und Einkauf, oder wurden im Rahmen von Veranstaltungen der Südzucker-Gruppe durchgeführt.

Bei der alljährlichen, mehrtägigen Managementtagung diskutierten Führungskräfte der CropEnergies-Gruppe auch im Geschäftsjahr 2017/18 die strategische Ausrichtung und die zukünftige Entwicklung des Unternehmens. Ziel der Veranstaltung ist auch die stärkere Vernetzung des Managements untereinander sowie der Austausch von Wissen und Erfahrungen über die Grenzen einzelner Standorte hinaus.

Betriebliches Vorschlagswesen

Im Geschäftsjahr 2017/18 beteiligten sich zahlreiche Mitarbeiter am betrieblichen Vorschlagswesen. Die Mehrzahl der Verbesserungsvorschläge wurden dabei mit einer Prämie belohnt. Mit den eingereichten Vorschlägen zeigten die Mitarbeiter ein über das Tagesgeschäft hinausreichendes Engagement für das Unternehmen.

Arbeitssicherheit

Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz nehmen in der CropEnergies-Gruppe einen hohen Stellenwert ein und stellen einen wesentlichen Beitrag zum nachhaltigen Erfolg des Unternehmens dar. Weitere Informationen zur Arbeitssicherheit finden sich im Kapitel Nachhaltigkeit.

Verantwortungsbewusster Arbeitgeber

Beim Umgang mit Mitarbeitern orientiert sich CropEnergies an den Standards eines international tätigen Unternehmens. Der verbindliche Verhaltenskodex verbietet Diskriminierung, Belästigung, Kinder- und Zwangsarbeit und bekennt sich zu Versammlungsfreiheit, Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz. Flexible Arbeitszeiten, die Möglichkeit zur Telearbeit sowie Verhaltenskodizes, beispielsweise zur Erreichbarkeit, sollen helfen, die Gesundheit der Mitarbeiter zu schützen und CropEnergies als Arbeitgeber attraktiver zu machen. Während die Anforderungen an die Mitarbeiter weiter steigen, gibt es einen verstärkten Wettbewerb um hochqualifizierte Arbeitskräfte. Hier will CropEnergies alle Möglichkeiten ausschöpfen.

Dank

Maßgeblich für den Erfolg der CropEnergies-Gruppe sind das Engagement und die Leistung der Mitarbeiter. Auch im abgelaufenen Geschäftsjahr haben sie mit großem Einsatz am Unternehmenserfolg und der Weiterentwicklung der CropEnergies-Gruppe gearbeitet, sodass unser Unternehmen auch für die Zukunft gut gerüstet ist. Der Vorstand bedankt sich herzlich bei allen Mitarbeitern und freut sich, weiter erfolgreich mit ihnen zusammenzuarbeiten.

INVESTITIONEN

Die Investitionen in Sachanlagen erhöhten sich im Geschäftsjahr 2017/18 auf 19,3 (16,1) Mio. €. Davon wurden 9,5 Mio. € bei der BioWanze SA, 7,4 Mio. € bei der CropEnergies Bioethanol GmbH, 1,7 Mio. € bei der Ensus UK Ltd. und 0,5 Mio. € bei der Ryssen Alcools SAS investiert. Des Weiteren wurden 0,2 (0,0) Mio. € in immaterielle Vermögenswerte investiert.

Der Schwerpunkt der Investitionstätigkeit der CropEnergies Bioethanol GmbH im Geschäftsjahr 2017/18 lag auf der Erhöhung der Anlagenverfügbarkeit. Dafür wurden im Bereich der Destillation mehrere Aggregate ausgetauscht oder instandgesetzt. Die Arbeiten zur Modernisierung und Erweiterung der Futtermittelverladung wurden abgeschlossen. Während des Berichtszeitraums wurden auch Maßnahmen zur Optimierung des Energiemanagements und der Abwasseraufbereitung erfolgreich umgesetzt bzw. in Angriff genommen. Neben der Erhöhung der Anlagenverfügbarkeit dienen diese Maßnahmen der weiteren Steigerung der Energieeffizienz und der Reduzierung des Wartungs- und Instandhaltungsbedarfs. Die Bioraffinerie in Zeitz zeichnet sich durch eine hohe Rohstoffflexibilität aus, die im Geschäftsjahr 2019/20 weiter erhöht werden wird.

Bei der BioWanze SA lag der Fokus der Investitionstätigkeit auf der Erweiterung der Glutenproduktion, die im Geschäftsjahr 2017/18 abgeschlossen und in Betrieb genommen wurde. Weitere Maßnahmen dienten zur Reduzierung von Stillstandszeiten bei der Durchführung von Instandhaltungsarbeiten und damit zur Erhöhung der Anlagenverfügbarkeit. Die restlichen Investitionen erfolgten unter anderem im Bereich der Rektifikation.

Bei der Ensus UK Ltd. wurden weitere Maßnahmen durchgeführt, um die Prozessstabilität und Energieeffizienz zu erhöhen sowie den Verbrauch an Hilfsstoffen zu senken. Im Mittelpunkt standen dabei Maßnahmen zur Stabilisierung der Produktion proteinreicher Futtermittel sowie einer verbesserten Wärmeintegration zur Reduzierung des Bedarfs an Primärenergie.

Die Ryssen Alcools SAS investierte im Geschäftsjahr 2017/18 in die Modernisierung und Erweiterung der Neutralalkoholherstellung. Hierzu wurden Apparate sowie die Mess- und Regeltechnik modernisiert. Des Weiteren wurde die Automatisierung der Anlage vorangetrieben.

WIRTSCHAFTSBERICHT

Gesamtaussage zur Geschäftsentwicklung

In einem von volatilen Ethanolpreisen geprägten Marktumfeld ist es CropEnergies gelungen, die Position als führender Hersteller von nachhaltig erzeugtem Ethanol in Europa weiter auszubauen. Im Vergleich zum Vorjahr hat CropEnergies die Produktions- und Absatzmengen nochmals deutlich gesteigert. Hierzu trug insbesondere die Wiederinbetriebnahme der Produktionsanlage in Wilton bei, die im Gegensatz zum Geschäftsjahr 2016/17 ganzjährig in Betrieb war. Darüber hinaus wurden die Anlagen an allen Standorten, abgesehen von den durchgeführten Instandhaltungsphasen, mit hoher Auslastung betrieben.

CropEnergies erzielte erneut ein erfreuliches Ergebnis, das jedoch das Rekordniveau des Vorjahrs erwartungsgemäß nicht erreichen konnte. Ergebnismindernd erwiesen sich höhere Nettorohstoffkosten, die auf höhere Rohstoffpreise sowie ein geringeres Erlösniveau für eiweißhaltige Lebens- und Futtermittel zurückzuführen waren. Hinzu kamen im Vergleich zum Vorjahr höhere Belastungen aus Instandhaltungsmaßnahmen und geringere Ethanolpreise in den letzten Monaten des Geschäftsjahrs. Die gute Ertragslage ermöglichte es CropEneriges, die Nettofinanzschulden vollständig zurückzuführen und ein Nettofinanzguthaben aufzubauen.

Bericht zur Geschäftstätigkeit

Entwicklung auf den internationalen Ethanolmärkten

Welt I Im Jahr 2017 stieg die weltweite Bioethanolerzeugung auf 117,2 (116,0) Mio. m3 . Davon waren unverändert rund 84 % für den Kraftstoffsektor und 16 % für Getränke, Kosmetik, medizinische oder industrielle Anwendungen bestimmt. Die weltweite Erzeugung von Kraftstoffethanol von 98,9 (97,4) Mio. m3 entspricht einem Anteil von rund 5 % des weltweiten Ottokraftstoffmarkts. Im Jahr 2018 wird mit einem weiteren Anstieg der weltweiten Bioethanolproduktion auf 119,2 (117,2) Mio. m3 gerechnet, wobei dieser hauptsächlich im Kraftstoffbereich mit einer erwarteten Produktion von 100,5 (98,9) Mio. m3 stattfinden soll.

USA | In den USA stieg die Bioethanolproduktion im Jahr 2017 auf 61,5 (59,5) Mio. m3 . Bei einem Inlandsverbrauch von 56,1 (55,5) Mio. m3 erhöhten sich die Nettoexporte unter Berücksichtigung höherer Lagerbestände auf 5,0 (4,3) Mio. m3 . Ersten Schätzungen für das Jahr 2018 zufolge soll sich die Produktion mit 61,6 (61,5) Mio. m3 auf Vorjahresniveau bewegen. Bei einem Inlandsverbrauch von 56,9 (56,1) Mio. € m3 sollen sich die Nettoexporte mit 4,8 (5,0) Mio. m3 weiterhin auf hohem Niveau bewegen. Im Zuge des anhaltenden Produktionsüberschusses ging der 1-Monats-Future für Ethanol an der Chicago Board of Trade von 1,55 US-$/Gallone Anfang März 2017 auf 1,47 US-$/Gallone Ende Februar 2018 zurück. Unter Berücksichtigung der Wechselkursentwicklung entsprach dies einem Rückgang von rund 390 €/m3 auf rund 320 €/m3 . Bei gleichzeitiger Verteuerung von Rohöl und fossilen Kraftstoffen gewann Ethanol in den USA an Wettbewerbsfähigkeit. Die US-Rohöl-Sorte West Texas Intermediate (WTI) notierte Ende Februar 2018 bei 62 (54) US-$/Barrel.

Internationale Bioethanolpreise (€/m3)

Brasilien I In Brasilien soll die Bioethanolproduktion im Zuckerwirtschaftsjahr 2017/18 mit 27,9 (27,8) Mio. m3 leicht über dem Vorjahresniveau liegen. Die Inlandsnachfrage soll sich auf 28,0 (27,5) Mio. m3 belaufen. Infolge einer ausgeglichenen Versorgungsbilanz waren weiterhin keine wesentlichen Nettoexporte zu verzeichnen. Auch im Zuckerwirtschaftsjahr 2018/19 wird eine weitestgehend ausgeglichene Versorgungsbilanz erwartet. Die brasilianischen Ethanolpreise, die in Inlandswährung um 14 % anstiegen, gingen wechselkursbedingt von rund 530 €/m3 Anfang März 2017 auf 490 €/m3 Ende Februar 2018 zurück. Im Jahresverlauf hatten die Preise zunächst bis Anfang Juli 2017 auf umgerechnet rund 380 €/m3 nachgegeben, um anschließend aufgrund steuerlicher Maßnahmen, einer regen Inlandsnachfrage sowie der Begrenzung von Ethanolimporten aus den USA wieder anzusteigen.

EU I In der EU belief sich die Ethanolproduktion (einschließlich Alkohol für traditionelle und technische Anwendungen) im Jahr 2017 auf 7,3 (7,0) Mio. m3 . Der Anstieg beruht vor allem auf einer höheren Produktion von Kraftstoffethanol, die sich nach mehreren Anlagenstillständen im Vorjahr wieder auf 5,1 (4,7) Mio. m3 erholte. Der inländische Ethanolverbrauch stieg auf 7,7 (7,6) Mio. m3 , davon entfielen 5,2 (5,2) Mio. m3 auf Kraftstoffethanol. Unter Berücksichtigung von geringeren Lagerbeständen sollen die Nettoimporte auf 0,3 (0,4) Mio. m3 zurückgehen. Im Kalenderjahr 2018 wird ebenfalls damit gerechnet, dass die erwartete Nachfrage von 7,8 (7,7) Mio. m3 Ethanol weitgehend durch die inländische Produktion von 7,6 (7,3) Mio. m3 gedeckt werden kann.

In Europa gingen die Ethanolpreise von rund 600 €/m3 fob Rotterdam Anfang März 2017 auf rund 460 €/m3 Ende Februar 2018 zurück. Die europäischen Preise haben sich somit an die internationalen Vorgaben angepasst. Hinzu kamen im Jahresverlauf zunehmende Spekulationen über ein höheres Angebot an Ethanol aus Zuckerrüben aufgrund des Wegfalls der EU-Zuckermarktordnung.

In Deutschland, dem größten Bioethanolmarkt der EU, blieb der Verbrauch von Kraftstoffethanol im Jahr 2017 mit 1,5 (1,5) Mio. m3 auf Vorjahresniveau. Der Absatz von E10 lag bei 2,3 (2,3) Mio. t. Damit erreichte E10 im Jahr 2017 einen Marktanteil von rund 12 % am gesamten Ottokraftstoffmarkt.

Entwicklungen auf den Rohstoff- und Futtermittelmärkten

Getreidemärkte I Das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) rechnet in seiner Schätzung vom 10. April 2018 für das Getreidewirtschaftsjahr 2017/18 mit einer weltweiten Produktion von Getreide (ohne Reis) von 2.075 (2.116) Mio. t. Das Rekordniveau des Vorjahrs soll somit zwar nicht ganz erreicht werden, bei einem Weltgetreideverbrauch von 2.097 (2.092) Mio. t sollen sich die weltweiten Lagerbestände mit 496 (518) Mio. t aber weiterhin auf einem sehr komfortablem Niveau bewegen.

Für die EU erwartet die EU-Kommission im Getreidewirtschaftsjahr 2017/18 einen Anstieg der Getreideernte auf 307 (297) Mio. t. Der Verbrauch soll sich mit 285 (284) Mio. t weitgehend auf Vorjahresniveau bewegen. Damit wird auch für das Getreidewirtschaftsjahr 2017/18 von einem deutlichen Produktionsüberschuss ausgegangen. Entsprechend der hohen Getreideverfügbarkeit ging der 1-Monats-Future für Mahlweizen an der Euronext in Paris von 174 €/t Anfang März 2017 auf 167 €/t Ende Februar 2018 zurück.

Mio. m3 2018 2017 2016 2015 2014
Anfangsbestand 2,0 2,1 2,4 2,4 2,4
Erzeugung 7,6 7,3 7,0 7,3 7,4
Import 0,5 0,5 0,6 0,7 0,7
Verbrauch 7,8 7,7 7,6 7,8 7,9
Export 0,3 0,2 0,2 0,2 0,3
Endbestand 2,1 2,0 2,1 2,4 2,4

Quelle: F.O.Licht (2017, 2018)

Für das Getreidewirtschaftsjahr 2018/19 ab 1. Juli 2018 prognostiziert der Internationale Getreiderat (IGC) eine weltweite Getreideproduktion von 2.087 (2.092) Mio. t. Der Getreideverbrauch soll auf 2.134 (2.109) Mio. t weiter steigen. Die weltweiten Getreidebestände Ende 2018/19 sollen entsprechend auf 560 (606) Mio. t zurückgehen.

Für das Getreidewirtschaftsjahr 2018/19 geht die EU-Kommission davon aus, dass in der EU 305 Mio. t Getreide geerntet werden. Die Getreidenachfrage soll mit 286 Mio. t weiterhin stabil bleiben, wobei das meiste Getreide (über 60 %) wie bisher auch verfüttert werden soll. Für die Herstellung von Kraftstoffethanol soll zum Vergleich hierzu nur der Stärkeanteil von 13 Mio. t Getreide bzw. rund 4 % der EU-Ernte verwendet werden. In Anbetracht dessen, dass in den Bioraffinerien zur Ethanolherstellung vornehmlich Getreide geringer Qualität verarbeitet wird, welches kaum für den Export infrage kommt, wird die Bioethanolindustrie auch 2018/19 zur Marktentlastung und landwirtschaftlichen Einkommenssicherung in diesem Segment beitragen.

Internationale Agrarpreise (€/t)

Zuckermärkte I Im Zuckerwirtschaftsjahr 2018/19 soll die Produktion von Zucker (Weißwert) mit 193 (194) Mio. t erneut über dem Verbrauch von 187 (184) Mio. t liegen. Infolgedessen wird mit einer Aufstockung der Lagerbestände auf 81 (76) Mio. t gerechnet. In Erwartung eines erneuten Produktionsüberschusses ging der Future für Weißzucker (nächster Verfallstermin) an der ICE in London deutlich zurück und gab von umgerechnet rund 500 €/t Anfang März 2017 auf rund 300 €/t Ende Februar 2018 nach.

Der bisherige Marktordnungsrahmen in der EU mit Zuckerquotenregelungen und Zuckerrübenmindestpreisen endete zum 30. September 2017. Die EU-Kommission geht für das seit 1. Oktober 2017 laufende Zuckerwirtschaftsjahr 2017/18 von einem Anstieg der EU-Zuckerproduktion auf 22 (18) Mio. t aus. Der Produktionsanstieg, der sowohl auf erweiterte Anbauflächen als auch auf Ertragssteigerungen zurückzuführen ist, wird sich insbesondere in einer regen Exporttätigkeit der europäischen Zuckerhersteller niederschlagen. Im Zuge dieser Entwicklung wird sich die EU vom Netto-Importeur wieder zu einem Netto-Exporteur von Zucker entwickeln.

Proteinmärkte I Bei der Herstellung von Ethanol aus Getreide wird nur die im Korn enthaltene Stärke zu Alkohol umgewandelt. Die darüber hinaus enthaltenen Bestandteile veredelt CropEnergies unter anderem zu proteinreichen Lebens- und Futtermitteln, die zudem wertvolle Vitamine, Mineralien und Ballaststoffe enthalten. Die Preise dieser Produkte werden vor allem vom Sojapreisniveau auf dem Weltmarkt und den Rapsschrotpreisen in Europa beeinflusst.

Die weltweite Sojabohnenernte 2017/18 wird dem USDA zufolge mit 335 (351) Mio. t den Vorjahresrekord verfehlen. Im Zuge dessen sollen die Lagerbestände auf 91 (97) Mio. t zurückgehen. Der 1-Monats-Future für Sojabohnen an der CBOT lag mit 10,45 US-$/Bushel* Ende Februar 2018 nur geringfügig über dem Niveau von 10,40 US-$/Bushel Anfang März 2017. Die europäischen Preise für Rapsschrot folgten dieser Vorgabe und bewegten sich mit 224 (223) €/t Ende Februar 2018 nahezu unverändert im Vergleich zu Anfang März 2017. Die EU-Rapsernte 2017/18 soll dabei auf 22 (20) Mio. t leicht angestiegen sein.

* Ein Bushel Sojabohnen entspricht 27,216 kg Sojabohnen.

Entwicklungen im politischen Umfeld

Aktuelle Rahmenbedingungen in der EU I In der EU stellen die "Erneuerbare-Energien-Richtlinie" und die "Kraftstoffqualitätsrichtlinie" die Weichen für mehr Nachhaltigkeit und Klimaschutz im Transportsektor. Dort soll der Anteil an erneuerbaren Energien bis zum Jahr 2020 auf 10 % steigen. Bis zu 7 %-Punkte können dabei auf nachhaltig zertifizierte, erneuerbare Kraftstoffe aus Ackerpflanzen entfallen. Die restlichen 3 %-Punkte sollen durch Kraftstoffe aus Abfällen und Reststoffen bzw. erneuerbarem Strom im Schienen- und Straßenverkehr erreicht werden, die zudem doppelt bzw. mehrfach auf das Erneuerbare-Energien-Ziel im Transportsektor angerechnet werden. In der EU müssen Biokraftstoffe strenge Nachhaltigkeitskriterien einhalten. Hierzu zählt der Nachweis, über die gesamte Wertschöpfungskette Treibhausgasemissionen einzusparen. Mit Wirkung zum 1. Januar 2018 wurde die Mindesttreibhausgaseinsparung von zuvor 35 Gew.-% auf 50 Gew.-% angehoben. Darüber hinaus muss die Herkunft der verwendeten Rohstoffe für die Biokraftstoffproduktion lückenlos dokumentiert werden.

Die "Kraftstoffqualitätsrichtlinie" gibt vor, dass bis 2020 auf den gesamten Kraftstoffverbrauch gerechnet 6 Gew.-% der Treibhausgase gegenüber dem Basiswert von 94,1 g CO2Äq ./MJ eingespart werden müssen. Bezogen auf einen Liter Benzin entspricht dies Treibhausgasemissionen von rund 3 kg CO2Äq .. Im Vergleich hierzu senkt nachhaltig erzeugtes Ethanol aus europäischen Rohstoffen die Treibhausgasemissionen um rund 70 Gew.-%.

Klima- und Energiepaket 2030 I Am 30. November 2016 schlug die EU-Kommission die Neufassung der "Erneuerbare-Energien-Richtlinie" für die Zeit nach 2020 vor. Demnach soll der Anteil von erneuerbaren Energien in der EU bis 2030 auf mindestens 27 % ansteigen. Für den Transportsektor ist jedoch keine spezifische Zielvorgabe vorgesehen. Lediglich der Anteil von bestimmten alternativen Kraftstoffen, vornehmlich aus Abfall- und Reststoffen, sowie der Elektromobilität soll stufenweise von 1,5 % im Jahr 2021 auf 6,8 % im Jahr 2030 steigen. Die Nutzung von erneuerbaren Kraftstoffen aus Ackerpflanzen dagegen soll ab 2021 von 7 % auf maximal 3,8 % im Jahr 2030 sinken.

Der Rat der EU einigte sich am 18. Dezember 2017 auf einen Standpunkt zum Kommissionsvorschlag und wird auf dieser Grundlage mit dem Europäischen Parlament über den endgültigen Richtlinientext verhandeln. Demnach soll in jedem Mitgliedsstaat der Anteil erneuerbarer Energien im Transportsektor bis zum Jahr 2030 auf mindestens 14 % steigen. Erneuerbare Kraftstoffe aus Ackerpflanzen sollen dabei unverändert bis zu 7 %-Punkte beitragen dürfen. Erneuerbare Kraftstoffe aus Abfällen und Reststoffen sollen mit einem bis 2030 auf 3 % steigenden Mindestanteil sowie einer doppelten Anrechnung auf das Transportziel gefördert werden. Als Anreiz zur verstärkten Nutzung von Elektrizität aus erneuerbaren Quellen im Straßenverkehr sieht die Ratsposition deren Fünffachanrechnung vor.

Das Europäische Parlament hat am 17. Januar 2018 ebenfalls Stellung zum Kommissionsvorschlag bezogen. Demnach soll im Jahr 2030 der Anteil erneuerbarer Energien in der EU mindestens 35 % betragen. Im Transportsektor ist ein spezifisches Ziel von mindestens 12 % erneuerbarer Energie vorgesehen. Nach dem Willen der Abgeordneten soll der Beitrag von erneuerbaren Kraftstoffen aus Ackerpflanzen weitgehend auf dem Niveau von 2017 belassen werden. Die Nutzung von Biokraftstoffen auf Palmölbasis soll jedoch ab 2021 nicht mehr möglich sein. Der Anteil von ausgewählten alternativen Kraftstoffen, vornehmlich aus Abfällen und Reststoffen, sowie vor allem der Elektromobilität soll bis auf mindestens 10 % im Jahr 2030 steigen. Strom aus erneuerbaren Quellen im Straßenverkehr soll dabei zusätzlich mit einem Faktor von 2,5 gewichtet werden.

Für die Verabschiedung einer neugefassten "Erneuerbare-Energien-Richtlinie" ist die Einigung von Europäischem Parlament und Rat notwendig, die ihre Beratungen unter Beteiligung der EU-Kommission (sogenannter "Trilog") im Februar 2018 aufgenommen haben.

In den bisherigen Diskussionen im Europäischen Parlament und Rat zeichnen sich, anders als im Kommissionsvorschlag, Änderungen ab, die den Klimaschutz im Transportsektor stärken. Gemeinsam mit den Verbänden auf nationaler und europäischer Ebene setzt sich CropEnergies dafür ein, dass nachhaltig hergestellte, erneuerbare Kraftstoffe auch nach 2020 genutzt werden können. Es ist daher zu begrüßen, dass sich sowohl das Parlament als auch der Rat für einen Mindestanteil an erneuerbaren Energien im Transportsektor und dessen Erhöhung bis 2030 aussprechen. Des Weiteren sollten erneuerbare Kraftstoffe aus Ackerpflanzen unverändert dazu beitragen können, den Verbrauch fossiler Kraftstoffe zu senken und die Klimabilanz von Kraftstoffen zu verbessern. Hierauf aufbauend wird die Förderung von erneuerbaren Kraftstoffen aus Abfällen und Reststoffen unterstützt, sofern diese als eine zusätzliche Alternative den Verbrauch fossiler Kraftstoffe weiter zu verringern helfen. Dagegen wäre der Versuch einer Substitution etablierter erneuerbarer Kraftstoffe durch andere alternative Kraftstoffe sowohl klima- und energiepolitisch als auch wirtschafts- und industriepolitisch unverantwortlich, da dies lediglich den Verbrauch fossiler Kraftstoffe aus importiertem Erdöl steigern würde.

Deutschland I In Deutschland gilt seit dem 1. Januar 2015 ein Treibhausgasminderungsziel für den gesamten Kraftstoffverbrauch im Vergleich zu fossilen Kraftstoffen. Seit dem 1. Januar 2017 liegt dieses bei 4,0 Gew.-%. Ab 2020 ist ein Anstieg auf 6,0 Gew.-% vorgesehen. Die spezifische Treibhausgaseinsparung ist in Deutschland ein entscheidendes Wettbewerbsmerkmal für erneuerbare Kraftstoffe. Die Anstrengungen der Biokraftstoffhersteller zur Senkung von Treibhausgasemissionen haben dazu geführt, dass die spezifischen Treibhausgaseinsparungen von erneuerbaren Kraftstoffen mittlerweile auf rund 77 Gew.-% im Vergleich zu fossilen Kraftstoffen gestiegen sind.

Mit dem Inkrafttreten der 38. Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (38. BImSchV) zum 1. Januar 2018 wurden europäische Vorgaben der "Kraftstoffqualitätsrichtlinie" und der "Erneuerbare-Energien-Richtlinie" in nationales Recht umgesetzt. So wurde insbesondere der Treibhausgasbasiswert auf 94,1 g CO2Äq /MJ festgelegt (zuvor 83,8 g CO2Äq /MJ) und damit den realen, durch die Verbrennung von fossilen Kraftstoffen verursachten Emissionen angepasst. Außerdem wurde der energetische Anteil von erneuerbaren Kraftstoffen aus Ackerpflanzen auf 6,5 % im Transportsektor begrenzt. Der Anteil von erneuerbaren Kraftstoffen aus Abfällen und Reststoffen soll wiederum von 0,05 % im Jahr 2020 auf 0,5 % ab dem Jahr 2025 steigen.

Belgien I In Belgien liegt der Ethanolanteil in Ottokraftstoffen seit dem 1. Januar 2017 im Durchschnitt bei mindestens 8,5 Vol.-%. Mit dieser Regelung erfolgte auch die flächendeckende Markteinführung von E10, das sich in Belgien in kürzester Zeit als Standardottokraftstoff etablierte.

Großbritannien I In Großbritannien wurde im Rahmen einer Novellierung der Beimischungsverpflichtung für erneuerbare Kraftstoffe (sogenannte "Renewable Transport Fuel Obligation" bzw. RTFO) beschlossen, den Anteil an erneuerbaren Energien in Kraftstoffen ab April 2018 von zuvor 4,75 Vol.-% auf 7,25 Vol.-% anzuheben. Der Anteil erneuerbarer Kraftstoffe soll schrittweise weiter auf 9,75 Vol.-% im Jahr 2020 und in weiteren Schritten auf 12,4 Vol.-% ab dem Jahr 2032 steigen. Neben erneuerbaren Kraftstoffen aus Ackerpflanzen, die zunächst bis 2020 bis zu 4 Vol.-% und danach sukzessive abnehmend bis zu 2 Vol.-% ab 2032 zur Zielerreichung beitragen dürfen, soll vor allem die Nutzung von erneuerbaren Kraftstoffen aus Abfällen und Reststoffen sowie erneuerbaren Kraftstoffen für bestimmte Verwendungen (z. B. Luftverkehr) ausgebaut werden. Der Prozess der Dekarbonisierung ist unabhängig von der Entscheidung der britischen Bevölkerung für einen EU-Austritt ("Brexit") zu sehen. Großbritannien hat sich hierzu im Rahmen des Pariser Klimavertrags verpflichtet.

Zusätzlich ist das Ziel, die Treibhausgasemissionen bis 2050 um mindestens 80 % gegenüber 1990 zu senken, auch im sog. "Climate Change Act" bereits seit 2008 gesetzlich verankert.

Frankreich I In Frankreich wird die Nutzung von Biokraftstoffen durch energetische Beimischungsverpflichtungen von 7,5 % im Ottokraftstoffbereich und 7,7 % im Dieselkraftstoffbereich gefördert. Darüber hinaus werden Biokraftstoffe aus Abfällen und Reststoffen in begrenztem Umfang doppelt auf die Beimischungsziele angerechnet. Bei der Dekarbonisierung des Transportsektors setzt der französische Staat ferner auf eine ökologischere Ausrichtung der Energiebesteuerung. Im Zuge dessen war ein weiterer Anstieg des E10-Anteils am französischen Ottokraftstoffmarkt zu verzeichnen, der Ende 2017 bei rund 42 (38) % lag. Ungeachtet der Diskussion auf EU-Ebene ist in Frankreich gesetzlich festgelegt, dass der Anteil an erneuerbaren Energien im Transportsektor bis 2030 auf 15 % steigen soll. Frankreich stellt damit unter Beweis, dass im Transportsektor auch nach 2020 ambitionierte Ziele für erneuerbare Energien unverzichtbar sind.

Entwicklungen in der CropEnergies-Gruppe I Im Geschäftsjahr 2017/18 verzeichnete CropEnergies einen überdurchschnittlich erfolgreichen Geschäftsverlauf, der gleichwohl an das Rekordergebnis des Vorjahrs nicht heranreichte. Im Vergleich zum Vorjahr wurden die Produktions- und Absatzmengen deutlich gesteigert. Hierzu trug insbesondere der Ganzjahresbetrieb bei hoher Kapazitätsauslastung in Wilton bei. Darüber hinaus konnten für Ethanol insgesamt auch höhere Erlöse erzielt werden. Ergebnismindernd erwiesen sich jedoch höhere Rohstoffpreise und ein insgesamt geringeres Erlösniveau für eiweißhaltige Lebens- und Futtermittel. Weitere Belastungen ergaben sich aus Instandhaltungsmaßnahmen, insbesondere an den Standorten in Zeitz und Wanze.

Produktion I Die Bioraffinerien von CropEnergies mit ihrer breiten Produktpalette, die neben nachhaltig erzeugtem Ethanol insbesondere proteinreiche Lebens- und Futtermittel umfasst, erreichten im Geschäftsjahr 2017/18 allesamt eine hohe Kapazitätsauslastung. Infolgedessen erhöhte sich die Ethanolerzeugung deutlich auf 1.149 (1.030) Tsd. m3 . Mit der höheren Auslastung der Gesamtkapazität wurden auch mehr Lebens- und Futtermittel erzeugt. Die Produktion von getrockneten Lebens- und Futtermitteln stieg auf 662 (574) Tsd. t.

Die Produktionssteigerung ist in erste Linie auf den ganzjährigen Betrieb der Anlage in Wilton bei nahezu durchgehend hoher Kapazitätsauslastung zurückzuführen. Im Vorjahr war die Anlage nach technischen Modifikationen erst im Juli 2016 in Betrieb genommen und die Kapazitätsauslastung sukzessive erhöht worden. In Zeitz und Wanze standen im Vergleich zum Vorjahr umfangreichere Instandhaltungs- und Optimierungsarbeiten an. Trotzdem konnte die Produktion in Wanze gesteigert werden. Zum Produktionsanstieg trugen vor allem zusätzliche Kapazitäten im Glutenbereich bei.

Mit der Anfang 2015 in Betrieb genommenen Anlage zur Herstellung von hochwertigem Neutralalkohol kann CropEnergies am Standort Zeitz jährlich bis zu 60 Tsd. m3 Alkohol für Anwendungen außerhalb des Kraftstoffbereichs veredeln. Entsprechend den Marktbedingungen wurde hiervon Gebrauch gemacht und die Produktion von Neutralalkohol gesteigert. Eine höhere Produktion an Neutralalkohol wurde auch in Loon-Plage erzielt.

Unverändert werden in Zeitz, Wanze und Wilton ausschließlich Agrarrohstoffe europäischer Herkunft verarbeitet. Bei der Rohstoffbeschaffung legt CropEnergies großen Wert auf den standortnahen und damit frachtgünstigen Bezug von Futtergetreide und Zuckersirupen.

Alle Bioethanolanlagen sind nach mindestens einem von der EU-Kommission anerkannten Zertifizierungssystem als nachhaltig zertifiziert. Mit der Zertifizierung weist CropEnergies nach, dass das hergestellte Bioethanol die Nachhaltigkeitskriterien der "Erneuerbare-Energien-Richtlinie" erfüllt und gegenüber Benzin eine hohe Treibhausgaseinsparung erreicht.

Bioethanolabsatz I Der Gesamtabsatz von Bioethanol stieg im Zuge höherer Produktionsmengen sowie höherer Handelsmengen deutlich. Der Absatz belief sich auf insgesamt 1.277 (1.153) Tsd. m3 . Davon entfielen 151 (140) Tsd. m3 auf Handelsmengen.

Im Kraftstoffbereich zählen sowohl international tätige als auch mittelständische Mineralölgesellschaften zum Kundenkreis von CropEnergies. Neben der Sicherung der Marktposition in Deutschland lag der Fokus im Geschäftsjahr 2017/18 auf einer stärkeren regionalen Diversifikation. Mit den Tank-lägern an den Produktionsstandorten sowie in Rotterdam, Duisburg und Amsterdam sichert CropEnergies eine flexible, frachtgünstige und zuverlässige Belieferung der Kunden.

CropEnergies hat in den letzten Jahren die Aktivitäten in den Marktsegmenten außerhalb des Kraftstoffmarkts ausgebaut. So zählen namhafte Unternehmen der Getränke-, Kosmetik-, Pharma- und Chemieindustrie zu den Abnehmern von Neutralalkohol. Mit den Anlagen zur Herstellung von hochwertigem Neutralalkohol in Lebensmittelqualität in Zeitz und in Loon-Plage verfügt CropEnergies über attraktive Absatzmöglichkeiten in diesen traditionellen Marktsegmenten. Der Vertrieb von Neutralalkohol wurde auch von Ryssen Chile SpA unterstützt.

Absatz Lebens- und Futtermittel I Durch das integrierte Produktionskonzept werden die vorwiegend regional bezogenen Rohstoffe nicht nur vollständig verwertet, sondern vielmehr in ihre Bestandteile, allen voran Kohlenhydrate, Proteine und Fette sowie Ballaststoffe, Mineralien und Vitamine, zerlegt und bedarfsgerecht zu vielfältigen Produkten veredelt. Infolgedessen verfügt CropEnergies über ein breites Portfolio an proteinreichen Lebens- und Futtermitteln in flüssiger und getrockneter Form. Diese Produkte aus GVO-freien Rohstoffen haben sich mittlerweile als ein wichtiger Eckpfeiler der europäischen Proteinversorgung etabliert und tragen damit zur Reduzierung von Sojaimporten aus Nord- und Südamerika bei. CropEnergies erzeugt damit aus heimischen Rohstoffen nicht nur eine nachhaltige Alternative zu Erdölimporten, sondern verkleinert auch die in Europa bestehende Versorgungslücke an pflanzlichen Proteinen.

Entsprechend dem höheren Produktionsvolumen und einem höheren Getreideanteil im Rohstoffmix ist die Absatzmenge an getrockneten Lebens- und Futtermitteln im Geschäftsjahr 2017/18 auf 651 (564) Tsd. t gestiegen.

Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage

Ertragslage

Tsd. € 2017/18 2016/17
Umsatzerlöse 881.963 801.736
EBITDA* 110.821 134.759
EBITDA-Marge in % 12,6 % 16,8 %
Abschreibungen* -39.161 -37.197
Operatives Ergebnis 71.660 97.562
Operative Marge in % 8,1 % 12,2 %
Restrukturierung und Sondereinflüsse -816 -3.880
Ergebnis aus at Equity einbezogenen Unternehmen -75 189
Ergebnis der Betriebstätigkeit 70.769 93.871
Finanzergebnis -944 -4.111
Ergebnis vor Ertragsteuern 69.825 89.760
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -19.016 -20.981
Jahresüberschuss 50.809 68.779
Verwässertes und unverwässertes Ergebnis je Aktie € 0,58 0,79

* Soweit nicht auf Restrukturierung und Sondereinflüsse entfallend

Konzernumsatz I Im Geschäftsjahr 2017/18 konnte CropEnergies das Geschäftsvolumen infolge der hohen Auslastung aller Produktionsanlagen erneut deutlich steigern. Dabei schlug insbesondere die höhere Produktion in Wilton zu Buche, die im Juli 2016 wieder in Betrieb genommen worden war. Die gestiegene Produktion führte zu höheren Absatzmengen von eigenerzeugtem Bioethanol sowie Lebens- und Futtermitteln. Gleichzeitig wurde das Handelsgeschäft leicht ausgebaut.

Die erzielten Ethanolpreise lagen im Jahresdurchschnitt geringfügig über jenen des Vorjahrs, blieben dabei jedoch in den letzten Wochen des Geschäftsjahrs deutlich hinter dem sehr hohen Vorjahresniveau zurück. Die Absatzmärkte für Lebens- und Futtermittel zeigten sich uneinheitlich. Hierbei verzeichnete das volumenstärkste Produkt DDGS einen niedrigeren Erlös als noch im vorherigen Geschäftsjahr.

In der Summe stieg der Umsatz um 10 % auf 882 (802) Mio. €. Weitere Details zur Umsatzentwicklung sind im Kapitel "Bericht zur Geschäftstätigkeit" beschrieben.

EBITDA I Im Geschäftsjahr 2017/18 blieb die Ertragslage von CropEnergies erwartungsgemäß unterhalb des vorangegangenen Rekordjahrs. Höhere Kosten für Rohstoffe sowie in Summe niedrigere Erlöse für Lebens- und Futtermittel führten zu einem Anstieg der Nettorohstoffkosten. In Verbindung mit nur leicht höheren Ethanolerlösen hatte dies einen Rückgang der Rohmarge je abgesetzter Einheit zur Folge.

Da auch die Instandhaltungsphasen höhere Aufwendungen verursachten als im Vorjahr, stieg die Materialaufwandsquote auf 76,7 (73,1) % der Gesamtleistung. Dies konnte auch durch die beschriebene Mengenausweitung nicht kompensiert werden, sodass sich das um Sondereinflüsse bereinigte EBITDA auf 110,8 (134,8) Mio. € verminderte.

Operatives Ergebnis / Restrukturierung und Sondereinflüsse I Unter Berücksichtigung von auf 39,2 (37,2) Mio. € gestiegenen Abschreibungen führte der Rückgang des um Sondereinflüsse bereinigten EBITDA auch zu einer Verringerung des operativen Ergebnisses auf 71,7 (97,6) Mio. €. Bezogen auf den Umsatz errechnet sich hieraus eine operative Marge von 8,1 (12,2) %. Mit 0,8 (3,9) Mio. € fielen im Geschäftsjahr 2017/18 deutlich weniger Restrukturierungs- bzw. Sonderaufwendungen an als im Vorjahr.

Ergebnis der Betriebstätigkeit I In der Summe aus operativem Ergebnis, dem Ergebnis aus at Equity einbezogenen Unternehmen sowie Sondereinflüssen erreichte das Ergebnis der Betriebstätigkeit 70,8 (93,9) Mio. €.

Finanzergebnis I Das Finanzergebnis verbesserte sich aufgrund der inzwischen positiven Nettofinanzposition auf -0,9 (-4,1) Mio. €.

Steuern vom Einkommen und vom Ertrag I Das Ergebnis vor Ertragsteuern verminderte sich auf 69,8 (89,8) Mio. €. Für Steuern vom Einkommen und vom Ertrag wurde im Berichtszeitraum ein Aufwand von 19,0 (21,0) Mio. € verbucht. Dabei entfielen auf laufende Steueraufwendungen 20,4 (17,1) Mio. €.

Jahresüberschuss I Der Konzern-Jahresüberschuss beläuft sich auf 50,8 (68,8) Mio. €.

Ergebnis je Aktie I Auf Basis von unverändert 87,25 Mio. Stückaktien ermittelt sich ein Ergebnis je Aktie von 0,58 (0,79) €.

Finanzlage

Finanzierungsrechnung

Tsd. € 2017/18 2016/17
Cashflow 89.609 107.168
Veränderung Nettoumlaufvermögen 2.171 -21.817
Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit 91.780 85.351
Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte -19.502 -16.055
Investitionen in Akquisitionen -500 0
Einzahlungen aus dem Abgang von langfristigen Vermögenswerten 262 213
Erhaltene Investitionszuschüsse 15 0
Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit -19.725 -15.842
Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit -49.459 -63.513
Veränderung der flüssigen Mittel aufgrund von Wechselkursänderungen 279 -28
Zunahme der flüssigen Mittel 22.875 5.968

Durch den Rückgang des EBITDA auf 110,8 (134,8) Mio. € reduzierte sich auch der Cashflow auf 89,6 (107,2) Mio. €. Einschließlich der Veränderung des Nettoumlaufvermögens belief sich der Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit auf 91,8 (85,4) Mio. €.

Der Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit erhöhte sich auf 19,7 (15,8) Mio. € und entfiel im Wesentlichen auf Investitionen in Sachanlagen. Diese dienten insbesondere dem Ausbau und der Verbesserung der Produktionsanlagen.

Die Finanzverbindlichkeiten wurden vollständig zurückgezahlt. Dabei standen der Aufnahme von Finanzverbindlichkeiten in Höhe von 12,5 (10,4) Mio. € Tilgungen von 35,8 (60,8) Mio. € gegenüber. Des Weiteren erfolgte im Juli 2017 eine Dividendenausschüttung in Höhe von 26,2 Mio. €. Dies führte per Saldo zu einem Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit in Höhe von 49,5 (63,5) Mio. €.

Investitionen I Die Investitionen in Sachanlagen erhöhten sich im Geschäftsjahr 2017/18 auf 19,3 (16,1) Mio. €. Davon wurden 9,5 Mio. € bei der BioWanze SA, 7,4 Mio. € bei der CropEnergies Bioethanol GmbH, 1,7 Mio. € bei der Ensus UK Ltd. und 0,5 Mio. € bei der Ryssen Alcools SAS investiert. Des Weiteren wurden 0,2 (0,0) Mio. € in immaterielle Vermögenswerte investiert.

Vermögenslage

Die Bilanzsumme liegt mit 592,3 (597,9) Mio. € um 5,6 Mio. € unter dem Vorjahresniveau. Das Eigenkapital erhöhte sich insbesondere aufgrund der erfreulichen Ertragslage auf 445,7 (425,8) Mio. €. Die Eigenkapitalquote der CropEnergies-Gruppe erreichte 75 (71) %.

AKTIVA

Tsd. € 28.02.2018 28.02.2017
Langfristige Vermögenswerte 406.830 428.650
Kurzfristige Vermögenswerte 185.463 169.270
Bilanzsumme 592.293 597.920

PASSIVA

Tsd. € 28.02.2018 28.02.2017
Eigenkapital 445.678 425.777
Langfristige Schulden 46.978 65.225
Kurzfristige Schulden 99.637 106.918
Bilanzsumme 592.293 597.920
Nettofinanzguthaben (+)/ -schulden (-) 36.874 -9.285
Verhältnis Nettofinanz-schulden zum Cashflow n.a. 0,1
Eigenkapitalquote 75,2 % 71,2 %
Nettofinanzschulden in % des Eigenkapitals n.a. 2,2 %

Die langfristigen Vermögenswerte verminderten sich zum 28. Februar 2018 um 21,8 Mio. € auf 406,8 Mio. €. Dabei verringerte sich insbesondere das Anlagevermögen infolge planmäßiger Abschreibungen und unter Berücksichtigung von Investitionen um 22,3 Mio. € auf 402,4 Mio. €. Darin sind Geschäfts- und Firmenwerte in Höhe von 6,1 (5,6) Mio. € enthalten. Die aktiven latenten Steuern erhöhten sich um 0,6 Mio. € auf 2,5 Mio. €. Des Weiteren reduzierte sich der Anteil an at Equity einbezogenen Unternehmen um 0,1 Mio. € auf 1,9 Mio. €. Das Eigenkapital und die langfristigen Schulden decken das Anlagevermögen zu 122 (116) %.

Gegenüber dem Vorjahresstichtag erhöhten sich die kurzfristigen Vermögenswerte um 16,2 Mio. € auf 185,5 Mio. €. Dabei stieg insbesondere der Bestand an flüssigen Mitteln um 22,9 Mio. € auf 36,9 Mio. €. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und die sonstigen Vermögenswerte verringerten sich um 9,5 Mio. € auf 75,3 Mio. €. Hierin sind auch die positiven Marktwerte aus derivativen Sicherungsinstrumenten in Höhe von 0,2 (1,9) Mio. € und Forderungen in Form zweckgebundener Guthaben für Sicherungsgeschäfte in Höhe von 6,8 (6,4) Mio. € enthalten. Des Weiteren erhöhte sich der Bestand an Vorräten um 2,9 Mio. € auf 66,0 Mio. € und die Steuererstattungsansprüche reduzierten sich um 0,1 Mio. € auf 7,3 Mio. €.

Die langfristigen Schulden verringerten sich um 18,2 Mio. € auf 47,0 Mio. €. Dabei wurden insbesondere die langfristigen Finanzverbindlichkeiten in Höhe von 15,3 Mio. € vollständig abgebaut. Die passiven latenten Steuern nahmen um 1,8 Mio. € auf 22,6 Mio. € ab. Des Weiteren verminderten sich die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen aufgrund des höheren Abzinsungssatzes um 0,8 Mio. € auf 21,7 Mio. € sowie die übrigen Rückstellungen um 0,3 Mio. € auf 2,5 Mio. €. Die sonstigen Verbindlichkeiten blieben nahezu unverändert bei 0,2 Mio. €.

Die kurzfristigen Schulden verminderten sich um 7,3 Mio. € auf 99,6 Mio. €. Dabei wurden insbesondere die kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten in Höhe von 8,0 Mio. € vollständig abgebaut. Demgegenüber erhöhten sich die übrigen Rückstellungen um 4,1 Mio. € auf 16,8 Mio. €. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten verringerten sich um 3,7 Mio. € auf 70,6 Mio. €. Hierin sind auch die negativen Marktwerte aus derivativen Sicherungsinstrumenten in Höhe von 3,4 (2,1) Mio. € enthalten. Des Weiteren erhöhten sich die kurzfristigen Steuerverbindlichkeiten leicht um 0,3 Mio. € auf 12,2 Mio. €.

Die Nettofinanzposition weist per 28. Februar 2018 ein Nettofinanzguthaben in Höhe von 36,9 Mio. € (per 28. Februar 2017: Nettofinanzschulden in Höhe von 9,3 Mio. €) auf. Das Nettofinanzguthaben besteht ausschließlich aus flüssigen Mitteln.

Wertbeitrag, Kapitalstruktur und Dividende

Wertbeitrag

Die Rendite auf das eingesetzte Kapital (Return on Capital Employed -kurz ROCE) errechnet sich als Folgegröße aus dem Verhältnis von operativem Ergebnis zu Capital Employed. Das Capital Employed umfasst das investierte Sachanlagevermögen zuzüglich erworbener Geschäfts- oder Firmenwerte sowie das Working Capital zum Bilanzstichtag.

Der ROCE hat sich 2017/18 im Wesentlichen durch das reduzierte operative Ergebnis auf 15,7 (20,1) % verringert. Das Capital Employed verminderte sich auf 458 (484) Mio. €. Maßgeblich hierfür ist das durch planmäßige Abschreibungen und unter Berücksichtigung von Investitionen verringerte Anlagevermögen sowie das leicht gesunkene Working Capital. Die Investitionen von 20 (16) Mio. € lagen unter den Abschreibungen von 39 (39) Mio. €.

Tsd. € 2017/18 2016/17 2015/16 2014/15 2013/14
Operatives Ergebnis 71.660 97.562 86.695 -11.233 35.002
Sachanlagen* 396.301 419.135 447.176 475.232 472.519
Goodwill 6.095 5.595 5.595 5.595 5.595
Working Capital 55.434 59.567 43.142 43.191 71.186
Capital Employed 457.830 484.297 495.913 524.018 549.300
Return on Capital Employed (ROCE) 15,7 % 20,1 % 17,5 % -2,1 % 6,4 %

* Einschließlich immaterieller Vermögenswerte

Kapitalstruktur

Die Steuerung der Kapitalstruktur erfolgt langfristig und orientiert sich an dynamischen sowie statischen Kennzahlen. Die wesentlichen Kenngrößen hierfür sind der Verschuldungsfaktor (Verhältnis von Nettofinanzschulden zu Cashflow), der Verschuldungsgrad (Nettofinanzschulden in % des Eigenkapitals) sowie die Eigenkapitalquote (Eigenkapital in % der Bilanzsumme).

Die CropEnergies AG hat mit einem Teilbetrag von 100 Mio. € eine direkte und flexible Zugriffsmöglichkeit auf eine von der Südzucker AG vereinbarte syndizierte Bankkreditlinie von 600 Mio. €. Die syndizierte Bankkreditlinie weist eine Laufzeit bis November 2020 auf. Der Zinssatz orientiert sich am kurzfristigen Zinssatz für Interbanken-Darlehen der Eurozone zuzüglich einer (Ziehungs-)Marge. Zum 28. Februar 2018 bestand keine Inanspruchnahme.

Tsd. € 2017/18 2016/17 2015/16 2014/15 2013/14
Verschuldungsfaktor
Nettofinanzguthaben (+)/-schulden (-) 36.874 -9.285 -65.678 -150.148 -134.674
Cashflow 89.609 107.168 87.265 5.285 50.858
Verhältnis Nettofinanzschulden zu Cashflow n.a. 0,1 0,8 28,4 2,6
Verschuldungsgrad
Nettofinanzguthaben (+)/-schulden (-) 36.874 -9.285 -65.678 -150.148 -134.674
Eigenkapital 445.678 425.777 367.215 331.660 395.344
Nettofinanzschulden in % des Eigenkapitals n.a. 2,2 % 17,9 % 45,3 % 34,1 %
Eigenkapitalquote
Eigenkapital 445.678 425.777 367.215 331.660 395.344
Bilanzsumme 592.293 597.920 591.476 643.914 666.305
Eigenkapitalquote in % 75,2 % 71,2 % 62,1 % 51,5 % 59,3 %

Maßgeblich für die verbesserte Kapitalstruktur im Geschäftsjahr 2017/18 war ein starker Cashflow, der den vollständigen Abbau der Finanzverbindlichkeiten bzw. den Aufbau eines Nettofinanzguthabens ermöglichte. Das Eigenkapital erhöhte sich durch den Jahresüberschuss.

Die Eigenkapitalquote erhöhte sich auf 75 (71) %.

Der Verschuldungsgrad, der die Nettofinanzschulden mit dem Eigenkapital in Beziehung setzt, erreichte im Vorjahr 2 %. Per 28. Februar 2018 sind keine Nettofinanzschulden mehr vorhanden.

Der Verschuldungsfaktor als Quotient aus Nettofinanzschulden und Cashflow erreichte im Vorjahr einen Wert von 0,1. Per 28. Februar 2018 sind keine Nettofinanzschulden mehr vorhanden.

Dividende

CropEnergies berücksichtigt bei der Dividendenpolitik die nachhaltige operative Ergebnisentwicklung, den Cashflow, die Risiken, die weiteren Wachstumsmöglichkeiten sowie die Verschuldung.

Tsd. € 2017/18 2016/17 2015/16 2014/15 2013/14
Operatives Ergebnis 71.660 97.562 86.695 -11.233 35.002
Jahresüberschuss 50.809 68.779 42.647 -58.043 12.006
Cashflow 89.609 107.168 87.265 5.285 50.858
Ergebnis je Aktie (€/Aktie) 0,58 0,79 0,49 -0,67 0,14
Dividende je Aktie (€/Aktie) 0,25* 0,30 0,15 0,00 0,10
Gesamte Dividende je Aktie (€/Aktie) 0,25* 0,30 0,15 0,00 0,10
Ausschüttungsquote 43,1 % 38,0 % 30,6 % 0,0 % 71,4 %

* Vorschlag

Vorschlag zur Gewinnverwendung

Der Konzern-Jahresüberschuss der CropEnergies-Gruppe (nach IFRS) beträgt 50,8 (68,8) Mio. €. Nach einer Einstellung von 15,5 Mio. € in die Gewinnrücklagen erreichte der für die Gewinnverwendung maßgebliche handelsrechtliche Bilanzgewinn der CropEnergies AG 22,2 Mio. €.

Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung am 17. Juli 2018 vor, aus dem Bilanzgewinn der CropEnergies AG 21,8 Mio. €, entsprechend einer Dividende von 0,25 € pro Aktie, auszuschütten und den verbleibenden Bilanzgewinn in Höhe von 0,4 Mio. € auf neue Rechnung vorzutragen.

Tatsächliche und prognostizierte Geschäftsentwicklung

Prognose 2017/18 17.05.2017 Geschäftsbericht 2016/17 19.06.2017 Insiderinformation gemäß Art. 17 MAR 2017/18 11.10.2017 Zwischenbericht 1. Halbjahr 2017/18 15.12.2017 Insiderinformation gemäß Art. 17 MAR 2017/18 Ist 2017/18
Umsatz Mio. € in einer Bandbreite zwischen 800 und 875 in einer Bandbreite zwischen 850 und 900 in einer Bandbreite zwischen 880 und 920 in einer Bandbreite zwischen 880 und 920 882
Operatives Ergebnis Mio. € plus 40 bis plus 80 plus 50 bis plus 90 plus 60 bis plus 90 plus 65 bis plus 85 72
Prognose 2017/18 Ist 2016/17
Umsatz 802
Operatives Ergebnis 98

In der vorstehenden Tabelle ist die tatsächliche Entwicklung im Geschäftsjahr 2017/18 der im Geschäftsbericht 2016/17 sowie in den Zwischenberichten bzw. Quartalsmitteilungen 2017/18 veröffentlichten Prognose für das Geschäftsjahr 2017/18 gegenübergestellt. Das jeweils angegebene Datum betrifft den Veröffentlichungstermin.

Die jeweiligen Insiderinformationen sind auf der CropEnergies-Website www.cropenergies.com unter der Rubrik "Investor Relations/Meldungen" veröffentlicht.

PROGNOSEBERICHT

Gesamtwirtschaftliche Lage und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Die EU-Wirtschaft wächst laut der Winterprognose 2018 der EU-Kommission so stark wie seit zehn Jahren nicht mehr. Nach einem Wachstum von 2,4 % im Jahr 2017 soll sich das robuste Wachstum in der EU auch 2018 und 2019 mit 2,3 % bzw. 2,0 % fortsetzen. Zu verdanken ist dies sowohl einer weiterhin robusten Nachfrage der Privathaushalte in Europa als auch einer unerwartet kräftigen Belebung von Weltwirtschaft und Welthandel. Darüber hinaus dürften hohe Kapazitätsauslastungen und günstige Finanzierungsbedingungen den Investitionen weiterhin Auftrieb geben. Risiken für die Wachstumsaussichten könnten sich unter anderem aus dem ungewissen Ausgang der Brexit-Verhandlungen sowie geopolitischen Spannungen ergeben.

Ethanolmärkte

In der EU soll der Ethanolverbrauch 2018 (einschließlich traditioneller Verwendung) auf 7,8 Mio. m3 leicht ansteigen. Diese Nachfrage soll weitgehend durch die inländische Produktion von 7,6 Mio. m3 gedeckt werden. Trotz dieser erfreulichen Entwicklung schöpfen die EU-Mitgliedsstaaten das Potenzial von nachhaltig hergestelltem Ethanol als eine schnelle und kostengünstige Alternative zu fossilen Kraftstoffen und zur Verbesserung der Luftqualität weiterhin nicht aus. Für einen nennenswerten Ausbau erneuerbarer Energien im Kraftstoffsektor bedarf es vielmehr der seit Jahren angekündigten, europaweiten Einführung von E10. Nach Angaben der EU-Kommission liegt der Anteil von E10 am Ottokraftstoffmarkt derzeit noch bei rund 10 %.

Für das Geschäftsjahr 2018/19 rechnet CropEnergies mit Ethanolpreisen, die sich im Jahresverlauf von dem sehr niedrigen Niveau zum Jahresanfang zwar erholen, aber insgesamt unterhalb des Vorjahresniveaus liegen dürften. Diese Einschätzung beruht auf der Erwartung, dass die tatsächliche Bioethanolnachfrage in der EU im Zuge höherer Beimischungsverpflichtungen in einzelnen EU-Mitgliedsstaaten moderat ansteigt. Allerdings ist davon auszugehen, dass die Auslastung der europäischen Ethanolkapazitäten auf hohem Niveau fortbestehen wird. Auf internationaler Ebene ist ebenfalls mit keiner wesentlichen Preiserholung zu rechnen, da insbesondere in den USA ein unverändert hoher Produktionsüberschuss und damit entsprechend hohe US-amerikanische Nettoexporte erwartet werden.

Getreidemärkte

Das USDA rechnet mit einer Weltgetreideproduktion (ohne Reis) 2017/18 von 2,1 Mrd. t und damit einer erneut hohen Ernte, die das Rekordniveau des Vorjahres aber nicht ganz erreichen wird. Die weltweiten Lagerbestände sollen sich mit 496 Mio. t weiterhin auf sehr komfortablen Niveau bewegen. Aufgrund der zeitweise stark gesunkenen Getreidepreise ist ein moderater Preisanstieg zwar nicht auszuschließen. Dank der insgesamt hervorragenden Versorgungslage, die nach ersten Prognosen des Internationalen Getreiderats (IGC) auch im Getreidewirtschaftsjahr 2018/19 vorherrschen wird, sollten sich die Preisrisiken jedoch in engen Grenzen halten. Nach der Aprilschätzung des IGC wird die Getreideernte auch 2018/19 wieder über 2 Mrd. t liegen.

Politische Rahmenbedingungen

Neben den Entwicklungen auf den Absatz- und Rohstoffmärkten sind der politische Wille und die entsprechenden Rahmenbedingungen für den Erfolg erneuerbarer Energien auch im Transportsektor entscheidend. Dort soll der Anteil an erneuerbaren Energien bis zum Jahr 2020 auf 10 % steigen. Bis zu 7 %-Punkte können dabei auf nachhaltig zertifizierte, erneuerbare Kraftstoffe aus Ackerpflanzen entfallen. Die restlichen 3 %-Punkte sollen durch Kraftstoffe aus Abfällen und Reststoffen bzw. erneuerbarem Strom im Schienen- und Straßenverkehr erreicht werden. Mit Blick auf den nur noch kurzen Zeitraum bis 2020 hatten mehrere Mitgliedsstaaten, wie z. B. Belgien, Deutschland und Frankreich ihre nationalen Ziele für erneuerbare Kraftstoffe bereits 2017 erhöht. Zu Beginn des Jahres 2018 folgten diesem Beispiel weitere EU-Mitgliedsstaaten, darunter unter anderem Finnland, Österreich, Polen, Schweden und die Slowakei.

Des Weiteren wurde in Großbritannien der Anteil an erneuerbaren Energien in Kraftstoffen ab April 2018 von zuvor 4,75 Vol.-% auf 7,25 Vol.-% angehoben. Der Anteil erneuerbarer Kraftstoffe soll schrittweise weiter auf 9,75 Vol.-% im Jahr 2020 steigen. Diese Regelung soll sicherstellen, dass der Transportsektor einen angemessenen Beitrag zur Umsetzung der ambitionierten Klimaziele Großbritanniens leistet. Die Neuregelung sollte zu einem Anstieg der Ethanolnachfrage führen, sofern eine flächendeckende Nutzung von E10 erfolgt.

Nachdem die Treibhausgasminderungsquote in Deutschland bereits zum 1. Januar 2017 auf 4,0 Gew.-% erhöht wurde, ist eine weitere Anhebung auf 6 Gew.-% erst 2020 vorgesehen. Mit dem Inkrafttreten der 38. Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (38. BImSchV) wurden zum 1. Januar 2018 jedoch die Berechnungsgrundlagen verändert, indem die Emissionswerte von fossilen Kraftstoffen erhöht und den realen, durch die Verbrennung von fossilen Kraftstoffen verursachten Emissionen angepasst. Aufgrund der hohen Treibhausgaseinsparungen sollte dies die Wettbewerbsfähigkeit von Bioethanol weiterhin stärken.

Für die Zeit nach 2020 hatte die EU-Kommission am 30. November 2016 eine Neufassung der "Erneuerbare-Energien-Richtlinie" vorgeschlagen. Der Vorschlag sah keine verbindlichen Gesamtziele für die Nutzung von erneuerbaren Energien im Transportsektor vor. Gleichzeitig sollte die Maximalgrenze für erneuerbaren Kraftstoff aus Ackerpflanzen bis 2030 zugunsten noch zu entwickelnder Alternativen reduziert werden. In denbisherigen Diskussionen im Europäischen Parlament und Rat zeichnen sich, anders als im Kommissionsvorschlag, jedoch Änderungen ab, die den Klimaschutz im Transportsektor stärken. Neben verbindlichen Zielen für den Transportsektor sollen dabei erneuerbare Kraftstoffe aus Ackerpflanzen unverändert ihren Beitrag zur Senkung des Verbrauchs fossiler Kraftstoffe und der damit verbundenen Treibhausgasemissionen leisten können. Für die Verabschiedung eines bindenden Rechtsrahmens bis 2030 ist eine Einigung von Europäischem Parlament und Rat notwendig. Mit dem Abschluss des Gesetzgebungsverfahrens wird bis Ende 2018 gerechnet.

Konzernentwicklung

Im Geschäftsjahr 2017/18 konnte CropEnergies die Position als führender Hersteller von nachhaltig erzeugtem Ethanol in Europa weiter ausbauen. Für das Geschäftsjahr 2018/19 erwartet CropEnergies ein anspruchsvolles Marktumfeld.

Die aktuellen Ethanolpreise wie auch die Terminkurse liegen derzeit auf niedrigem Niveau, im Jahresverlauf werden jedoch höhere Preise erwartet. Die Preise für proteinhaltige Lebens- und Futtermittel sollen -bei stabilen Getreidepreisen -auf hohem Niveau bleiben. Bei einem erwarteten Umsatz von 840 bis 900 Mio. € rechnet CropEnergies daher mit einem EBITDA in einer Bandbreite von 70 bis 110 Mio. €. Das operative Ergebnis soll nach Abschreibungen in einer Bandbreite von 30 bis 70 Mio. € liegen. Trotz höherer Investitionsausgaben soll sich das Nettofinanzguthaben weiter verbessern.

PROTEINVERSORGUNG

42 % der Produktion von CropEnergies sind Lebens- und Futtermittel

Neben Ethanol für Kraftstoff- und traditionelle Anwendungen stellt CropEnergies eine breite Palette an Produkten für den Lebens- und Futtermittelbereich her. Und dies sind in der Tat keine kleinen Mengen: über 40 % der hergestellten Produkte landen auf dem Teller oder im Trog.

42 % LEBENS- UND FUTTERMITTEL

47% KRAFTSTOFFETHANOL

6% NEUTRALALKOHOL 5 % CO2

RISIKO- UND CHANCENBERICHT

Risikomanagementsystem

CropEnergies zählt zu den größten und leistungsfähigsten Herstellern von Bioethanol in Europa. Aufgrund des Produktions-, Vertriebs- und Handelsnetzwerks ist CropEnergies hervorragend positioniert, um auf dem europäischen Bioethanolmarkt eine führende Rolle einzunehmen. Darüber hinaus verfügt CropEnergies durch die vollständige Nutzung von Agrarrohstoffen über ein attraktives Portfolio an hochwertigen Lebens- und Futtermitteln sowie Neutralalkohol. Dies reduziert die Abhängigkeit von den Entwicklungen auf den Bioethanol- und Rohstoffmärkten. Betriebliche Funktionen, externe Einflüsse sowie unternehmerisches Handeln zur Sicherung von Bestand, Wachstum und Erfolg einer Unternehmung unterliegen Chancen und Risiken. Um diese zu erkennen und aktiv zu steuern, hat CropEnergies ein konzernweites Risikomanagementsystem eingerichtet.

Das Chancen- und Risikomanagement umfasst die unternehmensinternen Regelungen zur Erfassung, Darstellung und Interpretation risikorelevanter Abläufe und mündet in monatlichen Sitzungen des Risikomanagementausschusses. Die Abläufe sind in das Risikomanagement der Südzucker-Gruppe eingebunden. Im Risikokonsolidierungskreis sind alle Konzerngesellschaften berücksichtigt.

Risiko- und Chancenpolitik

Für CropEnergies ist ein verantwortungsvoller Umgang mit unternehmerischen Chancen und Risiken ein wichtiger Bestandteil einer nachhaltigen, wertorientierten Unternehmensführung. Unter Risiko und Chancen versteht CropEnergies künftige Entwicklungen bzw. Ereignisse, die das Erreichen strategischer Ziele und operativer Planungen negativ bzw. positiv beeinflussen können. Die Abwägung von Risiken und die Nutzung von Chancen dient der Sicherung des Unternehmens und dem Ausbau seiner Wettbewerbsfähigkeit. Hierzu setzt CropEnergies ein integriertes System zur Früherkennung und Überwachung von konzernspezifischen Risiken ein. Der erfolgreiche Umgang mit Risiken wird von der Zielsetzung geleitet, ein ausgewogenes Verhältnis von Rendite und Risiko zu erreichen. Die Risikokultur des Unternehmens ist gekennzeichnet durch risikobewusstes Verhalten, klare Verantwortlichkeiten, Unabhängigkeit im Risikocontrolling sowie die Implementierung interner Kontrollen. Soweit es möglich und wirtschaftlich sinnvoll ist, werden versicherbare Risiken durch ein konzernübergreifendes Versicherungsprogramm abgedeckt.

Risikomanagement

Das Risikomanagement ist integraler Bestandteil der gesamten Planungs-, Steuerungs- und Berichterstattungsprozesse und wird durch den Vorstand vorgegeben. Es hat sicherzustellen, dass bestehende Risiken frühzeitig und systematisch erfasst, analysiert und bewertet sowie risikobezogene Informationen in geordneter Weise an die zuständigen Entscheidungsträger weitergeleitet werden. Alle Mitarbeiter sind dazu angehalten, sich abzeichnende oder eingetretene Risiken unverzüglich an ihre direkten Vorgesetzten zu kommunizieren. Somit stellt CropEnergies sicher, dass Risiken unabhängig von existierenden Hierarchien auf allen Ebenen erfasst werden.

Zu den zentralen Aufgaben des Risikomanagements gehört die Begrenzung der Risiken aus Veränderungen von Marktpreisen. So bestehen insbesondere Marktpreisrisiken aus Absatz- und Beschaffungsvorgängen, die auch durch den selektiven Einsatz von Derivaten begrenzt werden. Die zulässigen Instrumente hat der Vorstand in Richtlinien vorgegeben, die auch Sicherungsstrategien, Zuständigkeiten, Abläufe sowie Kontrollmechanismen regeln. Die Sicherungsinstrumente dienen vornehmlich der Sicherung operativer Grundgeschäfte und werden an regulierten Märkten oder mit Banken hoher Bonität abgeschlossen.

Die Einhaltung von geltendem Recht, Unternehmensrichtlinien und anerkannten regulatorischen Standards ist integraler Bestandteil der Unternehmenskultur und damit Aufgabe und Verpflichtung eines jeden Mitarbeiters. Zur Sicherstellung regelkonformen Verhaltens hat CropEnergies eine konzernweite Compliance-Richtlinie verabschiedet und schult Mitarbeiter entsprechend in regelmäßigen Abständen.

Gleichzeitig mit der Betrachtung von Risiken werden im Risikomanagementsystem von CropEnergies auch sich bietende Chancen identifiziert, verfolgt und gesteuert.

Risikofrüherkennungssystem

Der Vorstand trägt konzernweit die Verantwortung für das Risikomanagementsystem sowie für die Früherkennung und Gegensteuerung bestandsgefährdender und strategischer Risiken. Er hat einen Risikoausschuss eingerichtet, dem, neben dem Vorstand, Verantwortliche der Bereiche Einkauf, Vertrieb, Logistik, Produktion, Business Development, Public Relations, Finanzen, Accounting, Controlling und des Südzucker-Risikomanagements angehören. Der Risikoausschuss tagt in der Regel monatlich und bei Bedarf auch ad hoc. Beratungsgegenstand sind alle Risikoarten, wobei bezüglich der wesentlichen Risiken Rohstoffeinkauf, Verkauf, Handel und Finanzmarktrisiken standardisierte Szenarienrechnungen in Abhängigkeit der künftigen Markterwartung erstellt und die Auswirkungen auf das geplante operative Ergebnis ermittelt werden. Diese Risikoeinschätzung erfolgt monatlich für das aktuelle und das darauffolgende Geschäftsjahr. Die Ergebnisse des Risikoausschusses werden monatlich dokumentiert. Soweit Handelsrisiken bestehen, werden diese täglich bewertet. Zusätzlich zur Regelberichterstattung besteht für ad hoc auftretende Risiken eine konzerninterne Berichterstattungspflicht an den Vorstand. Der Wirtschaftsprüfer beurteilt regelmäßig die Funktionsfähigkeit des Risikofrüherkennungssystems.

Risikokommunikation

Wesentlich für ein effektives Risikomanagementsystem ist die offene und schnelle Kommunikation mit den verantwortlich handelnden Mitarbeitern im Unternehmen. Das Management stellt dies -auch durch seine unmittelbare Einbindung in den Risikoausschuss -sicher und hält die Mitarbeiter an, mit Risiken aktiv und bewusst umzugehen. Regelmäßiges Reporting der operativen und strategischen Risiken erfolgt im Rahmen des gesamten Planungs-, Steuerungs- und Berichterstattungsprozesses.

Risikodokumentation

CropEnergies dokumentiert alle wesentlichen Unternehmensrisiken in einem internen Risikoregister. Jedem Risiko wird ein Risikoverantwortlicher zugewiesen, der für die Bewertung des Risikos zuständig ist. Mit Hilfe von definierten Frühwarnindikatoren beobachtet der Verantwortliche das jeweilige Risiko und trifft entsprechende Gegenmaßnahmen. Das Risikoregister wird in regelmäßigen Abständen aktualisiert und erforderlichenfalls um neu aufgetretene Risiken ergänzt.

Interne Revision

Die interne Revision der Südzucker-Gruppe prüft und bewertet die Wirtschaftlichkeit und Ordnungsmäßigkeit der Geschäftsabläufe bei CropEnergies. Darüber hinaus wacht sie über die Wirksamkeit der internen Kontrollsysteme und des Risikomanagementsystems.

Risiken

Übersicht der Unternehmensrisiken

Nachfolgend werden die für CropEnergies wesentlichen Unternehmensrisiken beschrieben und entlang der Merkmale "Eintrittswahrscheinlichkeit" und "mögliche finanzielle Auswirkungen", bezogen auf die mittelfristige Ergebniserwartung, nach Gegensteuerungsmaßnahmen klassifiziert. Die für die entsprechenden Kategorien "gering", "mittel" und "hoch" verwendeten relativen bzw. absoluten Werte sind der nachfolgenden Tabelle zu entnehmen. Die Bedeutung der Risiken ergibt sich aus der Kombination aus Eintrittswahrscheinlichkeit und der möglichen finanziellen Auswirkung.

Die Beschaffungs- und Absatzrisiken sowie die Risiken aus einer Veränderung der rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen stellen derzeit die größten Einzelrisiken dar. Die finanziellen Auswirkungen der anderen dargestellten Risiken sind im Vergleich dazu von untergeordneter Bedeutung.

Übersicht der Unternehmensrisiken Eintrittswahrscheinlichkeit Mögliche finanzielle Auswirkung
gering < 10 % < 1 Mio. €
mittel 10 - 50 % 1 - 10 Mio. €
hoch > 50 % > 10 Mio. €
Übersicht der Unternehmensrisiken Eintrittswahrscheinlichkeit Mögliche finanzielle Auswirkung
Strategische Risiken
Änderungen der rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen hoch hoch
Risiken durch strukturelle Veränderungen der Absatzmärkte mittel hoch
Gesamtwirtschaftliche Risiken mittel mittel
Operative Risiken
Beschaffungsrisiko hoch hoch
Absatzrisiko hoch hoch
Risiken aus Handelsgeschäften gering gering
Qualitätsrisiken gering mittel
IT-Risiken mittel mittel
Personalrisiken gering gering
Bonitäts- und Ausfallrisiken gering gering
Weitere operative Risiken mittel mittel
Compliancerisiken
Allgemeine rechtliche Risiken mittel mittel
Kartellrechtsrisiken mittel mittel
Korruptionsrisiken gering mittel
Finanzwirtschaftliche Risiken
Liquiditätsrisiken gering hoch
Wechselkursrisiken mittel mittel
Zinsänderungsrisiken mittel gering

Strategische Risiken

Risiken aus Änderungen der rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen

Regulatorische Entwicklungen können den Fortgang der Geschäftstätigkeit positiv und negativ beeinflussen. Wie im Abschnitt "Entwicklungen im politischen Umfeld" des Lageberichts ausführlich dargestellt, unterliegt die Geschäftstätigkeit von CropEnergies sowohl auf nationaler als auch europäischer Ebene vielfältigen regulatorischen und politischen Rahmenbedingungen. Zusätzlich können sich die Rahmenbedingungen insbesondere in den USA und Brasilien, wo sich die weltweit größten Bioethanolmärkte befinden, auf die internationalen Handelsströme und damit mittelbar auf die Geschäftstätigkeit von CropEnergies auswirken.

Die EU-Kommission hat am 30. November 2016 Gesetzgebungsvorschläge zur Umsetzung der Klima- und Energiepolitik der EU bis 2030 vorgelegt. Hierzu haben der Rat der EU im Dezember 2017 und das Europäische Parlament im Januar 2018 Stellung genommen und anschließend auf dieser Basis interinstitutionelle Verhandlungen über den finalen Richtlinientext aufgenommen. Aufgrund der laufenden Verhandlungen können noch keine abschließenden Aussagen getroffen werden, wie sich etwaige geänderte rechtliche Rahmenbedingungen auf das Ethanolgeschäft langfristig auswirken könnten. Eine Differenzierung von Beimischungszielen nach Produktionstechnologien und/oder Rohstoffen kann zu Nachfrageverschiebungen führen, welche die Geschäftstätigkeit von CropEnergies belasten könnten. Als führendes Unternehmen der Branche und aufgrund seiner Einbindung in die Wertschöpfungskette der Südzucker-Gruppe geht CropEnergies jedoch davon aus, eventuelle zusätzliche Marktchancen nutzen zu können.

Ebenfalls können tatsächliche, behauptete oder widerlegte Einflüsse der Bioenergiegewinnung auf den Anbau landwirtschaftlicher Güter in anderen Regionen der Welt mit Chancen oder Risiken verbunden sein. Auch Änderungen in den Außenhandelsbeziehungen zu Drittstaaten, von in einigen EU-Ländern bestehenden gesetzlichen Vergütungssystemen für erzeugte erneuerbare Energien sowie von Zollsätzen können zu Chancen oder Risiken führen.

Darüber hinaus können Änderungen in den Rahmenbedingungen der für CropEnergies relevanten Zertifizierungssysteme einen Einfluss auf die Wettbewerbsfähigkeit des von CropEnergies produzierten Bioethanols haben.

Der Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union (Brexit) kann Risiken für die CropEnergies-Geschäftstätigkeit aus Änderungen der rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen mit sich bringen, die derzeit noch nicht abschätzbar sind.

CropEnergies begegnet den regulatorischen Risiken durch die Mitarbeit in verschiedenen Branchenverbänden, welche die Interessen der Bioethanolwirtschaft auf nationaler und europäischer Ebene vertreten und kontinuierlich in Kontakt mit den politischen Entscheidungsträgern stehen.

Gesamtwirtschaftliche Risiken und Risiken durch strukturelle Veränderungen der Absatzmärkte

Daneben unterliegen die Produkte der CropEnergies-Gruppe dem Risiko von Nachfrageschwankungen aufgrund der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung oder Änderungen im Verbraucherverhalten.

Risiken aus dem operativen Geschäft

Beschaffungsrisiko

Zur Herstellung von Bioethanol werden vor allem kohlenhydrathaltige Agrarrohstoffe wie Getreide und Zuckersirupe benötigt. Die Verfügbarkeit solcher Rohstoffe unterliegt Schwankungen in Ernteerträgen, die aufgrund von extremen Witterungsereignissen in ihrer Häufigkeit und Intensität zunehmen können. Preisschwankungen an den Weltagrar- und Devisenmärkten wirken sich direkt auf die Rohstoffkosten von CropEnergies aus.

Das Rohstoffpreisrisiko der Bioethanolerzeugung reduziert CropEnergies teilweise durch die Verkaufserlöse der im Produktionsprozess anfallenden Lebens- und Futtermittel. Da Veränderungen beim Getreidepreis in der Regel mit einer gleichgerichteten Änderung der Preise für die hochwertigen Lebens- und Futtermittel einhergehen, können Preisschwankungen beim Rohstoffeinkauf teilweise durch die Verkaufserlöse dieser Produkte kompensiert werden ("natural hedge"). Zur Risikoeinschätzung nimmt CropEnergies daher eine saldierte Betrachtung von Rohstoffkosten und Erlösen für die hochwertigen Lebens- und Futtermittel vor (Steuerung nach Nettorohstoffkosten). Darüber hinaus können die Auswirkungen eines möglichen Anstiegs der Getreidepreise auf die Rohstoffkosten durch eine vorausschauende Einkaufspolitik reduziert werden. Dabei wird das Ziel verfolgt, eingegangene Lieferverpflichtungen mit den notwendigen Rohstoffmengen zeitnah zu unterlegen.

Zur Begrenzung dieser Risiken setzt CropEnergies zur Rohstoffpreissicherung derivative Instrumente ein. Der Einsatz dieser Sicherungsinstrumente erfolgt innerhalb festgelegter Limits und Regeln und unterliegt einem umfangreichen Kontrollprozess. Verbleibende Risiken aus Rohstoffpreissteigerungen werden durch den Abschluss längerfristiger Lieferverträge sowie den Einsatz alternativer Rohstoffe reduziert. Daneben erfolgt ein regelmäßiger Abgleich der Sicherungen im Einkauf von Rohstoffen mit dem Absatz von Lebens- und Futtermitteln sowie Bioethanol. Dabei wird nach Marktlage über die Sicherungsquote entschieden. Abhängig von der Marktpreislage verbleibt jedoch das Risiko, dass kostendeckende Sicherungsgeschäfte nicht abschließbar sind oder Preissteigerungen für Rohstoffe nicht an die Abnehmer von Bioethanol weitergegeben werden können.

Auch für den Einkauf von Energie unterliegt CropEnergies dem Risiko von Marktpreisschwankungen. Diesem Risiko wird mit der Nutzung unterschiedlicher Energieträger sowie längerfristigen Lieferverträgen für Energie begegnet.

Die EU knüpft die Förderung von Kraftstoffen aus Biomasse an die Einhaltung bestimmter Nachhaltigkeitsanforderungen. Das von CropEnergies erzeugte Bioethanol erfüllt diese Anforderungen. Dies setzt voraus, dass auch die Verfügbarkeit nachhaltig angebauter Rohstoffe gegeben ist.

Auch aus den Regelungen bezüglich der CO2 -Zertifikate ergeben sich Risiken für CropEnergies. Die kostenlose Zuteilung von CO2 -Zertifikaten im Rahmen der 3. Handelsperiode in der EU für die Jahre 2013 bis 2020 deckt den Verbrauch von CropEnergies nicht. Gegenwärtig erfüllt die Produktion von Bioethanol nach den aktuellen EU-Vorschriften die Carbon-Leakage-Kriterien, wonach CO2 -Zertifikate in begrenztem Umfang kostenlos zugeteilt werden; ein Wegfall des Carbon-Leakage-Status wird derzeit nicht erwartet. Für die kommende 4. Handelsperiode der Jahre 2021 bis 2030 muss auch bei einem unveränderten Carbon-Leakage-Status mit einer reduzierten kostenlosen Zuteilung von CO2 -Zertifikaten gerechnet werden. Vor dem Hintergrund des derzeitigen Stands des EU-Gesetzgebungsverfahrens ist die tatsächliche kostenlose Zuteilung ab dem Jahr 2021 schwer vorauszusagen. Ferner besteht ein Preisänderungsrisiko für CO2 -Zertifikate, die zugekauft werden müssen.

Absatzrisiko

Die Preise für Bioethanol in Europa unterliegen verschiedenen Einflussfaktoren, wie z. B. Angebot und Nachfrage auf lokaler Ebene, dem Preisniveau und dem Angebot in den USA, Brasilien und anderen Exportländern sowie politischen Rahmenbedingungen, und können daher größeren Schwankungen unterworfen sein. Die Risiken hieraus steuert CropEnergies durch die Gestaltung der Verkaufsverträge und deren Laufzeit sowie, soweit möglich, durch derivative Instrumente sowie durch die flexible Nutzung der Bioethanolanlagen je nach Marktsituation und der hieraus resultierenden Kosten- und Ertragslage. Der Einsatz der derivativen Sicherungsinstrumente erfolgt innerhalb festgelegter Limits und Regeln und unterliegt einem umfangreichen Kontrollprozess. Die europäischen Ethanolpreise werden derzeit von Preisberichterstattungsagenturen auf Basis sehr geringer Volumina ermittelt. Eine hohe Volatilität sowie eine geringe Transparenz bei der Feststellung der Preise ist die Folge.

Der überwiegende Anteil des Bioethanolabsatzes der CropEnergies-Gruppe entfällt auf Großkunden. Sollten derartige Lieferverträge nicht erfüllt werden oder Anschlussaufträge wesentlich geringer ausfallen, können sich hieraus Risiken für die Ertrags- und Vermögenslage ergeben.

Einen Beitrag zur Verringerung von Absatz- und Preisrisiken leistet CropEnergies durch kontinuierliche Optimierung der Kostenstrukturen bzw. die Anpassung der Kapazitätsauslastung.

Risiken aus Handelsgeschäften

Soweit CropEnergies Handelsgeschäfte mit Bioethanol oder entsprechenden Warenterminkontrakten betreibt, werden deren Risiken durch ein Limitsystem sowohl hinsichtlich des Umfangs der einzelnen Geschäfte als auch des Gesamtvolumens begrenzt. Weitere Beschränkungen bestehen bezüglich der Kreditrisiken von Geschäftspartnern und der Änderung von Marktwertrisiken. Die Risiken aus Handelsgeschäften werden fortlaufend überwacht.

Qualitätsrisiken

CropEnergies erzeugt sichere und qualitativ hochwertige Produkte. Um dies zu gewährleisten, verfügt CropEnergies über ein Qualitätssicherungssystem, welches die Produktqualität und Umweltrisiken mithilfe moderner Prozessleittechnik und Laboranalysen regelmäßig überwacht. Dies umfasst sämtliche Prozesse vom Bezug der Rohstoffe über den Produktionsprozess bis zur Belieferung der Kunden und legt Verantwortlichkeiten, Tätigkeiten und Abläufe fest.

IT-Risiken

Wie jedes Unternehmen ist CropEnergies maßgeblich von einer komplexen Informationstechnologie abhängig und auf reibungslos funktionierende IT-Systeme angewiesen. Dadurch ergeben sich Risiken insbesondere in Bezug auf den Ausfall von IT-Systemen, deren Sicherheit und Qualität. Die Optimierung, Aufrechterhaltung und insbesondere die Sicherheit der IT-Systeme werden sowohl durch den Einsatz qualifizierter interner und externer Experten als auch durch entsprechende technische Maßnahmen gewährleistet. Hierbei ist CropEnergies über die Shared Service Agreements in die weitgehend vereinheitlichten Informationssysteme und Prozesse der Südzucker-Gruppe eingebunden.

Personalrisiken

Die CropEnergies-Gruppe steht mit anderen Unternehmen im Wettbewerb um qualifiziertes Personal. Somit besteht das Risiko, dass offene Stellen nicht zeitnah oder adäquat besetzt werden können. Um dem entgegenzuwirken, bietet CropEnergies als eines der führenden Unternehmen im Zukunftsmarkt für Biokraftstoffe ein attraktives Arbeitsumfeld, Entwicklungsmöglichkeiten in einem internationalen Umfeld sowie die Sozialleistungen der Südzucker-Gruppe.

Bonitäts- und Ausfallrisiken

Ausfallrisiken im Forderungsbestand werden bei CropEnergies reduziert, indem einerseits die Bonität, das Zahlungsverhalten und die offenen Posten von Geschäftspartnern fortlaufend überwacht und andererseits Warenkreditversicherungen und Bürgschaften zur Absicherung herangezogen werden. Insbesondere bei Handelsgeschäften kann darüber hinaus auf Akkreditive oder ähnliche Instrumente zurückgegriffen werden. Kreditrisiken aus Geldanlagen und Sicherungsgeschäften werden dadurch minimiert, dass Transaktionen bei Banken und Partnern hoher Bonität abgeschlossen werden. Entsprechend wird die Bonität der Finanzinstitute laufend überwacht.

Weitere operative Risiken

Das Risiko ungeplanter Produktionsunterbrechungen wird durch kontinuierliche Wartungsmaßnahmen und hochqualifiziertes Personal minimiert. Falls erforderlich, wird geprüft, ob eine ungeplante Produktionsminderung in einer Anlage durch die Mehrerzeugung in einer anderen Anlage ausgeglichen werden kann.

In den Bereichen Steuern, IT, Verwaltung sowie Forschung und Entwicklung kann CropEnergies aufgrund der Shared-Service-Vereinbarungen auf die Fachabteilungen der Südzucker AG zurückgreifen.

Compliancerisiken

Allgemeine rechtliche Risiken

Klageverfahren gegen die CropEnergies-Gruppe, die wesentliche Auswirkungen auf die finanzielle Lage des Konzerns haben könnten, sind nicht erkennbar.

Die Europäische Datenschutzgrundverordnung (EU-DSGVO) gilt ab dem 25. Mai 2018. Sie schafft ein einheitliches, unmittelbar geltendes Datenschutzrecht innerhalb der Mitgliedsstaaten der EU und sichert damit ein hohes Datenschutzniveau in Europa. Der umfangreiche Pflichtenkatalog ist bei Verstößen mit erheblichen Sanktionen bewehrt. CropEnergies hat die seitens der EU-DSGVO ausgelösten Pflichten und Risiken analysiert und ergreift in Fortführung ihrer bereits bestehenden Datenschutzkultur risikobasiert erforderliche technische und organisatorische Maßnahmen, um den Schutz und die Sicherheit personenbezogener Daten insbesondere der Beschäftigten, Kunden, Lieferanten und übrigen Geschäftspartnern gemäß geltendem Datenschutzrecht zu gewährleisten.

Kartellrechtsrisiken

Kartellrechtsrisiken können darin bestehen, dass Organe oder Mitarbeiter der CropEnergies-Gruppe gegen Gesetze und interne Regelungen verstoßen, was in der Folge Bußgelder, Schadensersatzansprüche und Imageschäden nach sich ziehen könnte.

Zur Vermeidung von Kartellrechtsrisiken hat CropEnergies im Rahmen des Compliance-Management-Systems die in der CropEnergies-Gruppe bestehenden Unternehmensregularien gebündelt und die verschiedenen compliance-relevanten Bereiche und Aufgabenfelder verbunden. Das Compliance-Management-System fußt auf den Prinzipien "Kennen" (informieren und schulen), "Einhalten" (kontrollieren und dokumentieren) sowie "Verbessern" (berichten und handeln). Verstöße gegen externe und interne Bestimmungen werden nicht toleriert, sämtlichen Hinweisen auf Fehlverhalten wird nachgegangen.

Korruptionsrisiken

Korruptionsrisiken können darin bestehen, dass Organe oder Mitarbeiter der CropEnergies-Gruppe gegen Gesetze, interne Regelungen oder von CropEnergies anerkannte regulatorische Standards verstoßen und das Unternehmen infolgedessen Vermögens- und Imageschäden erleidet. Um rechtskonformes und sozialethisches Verhalten in der CropEnergies-Gruppe zu gewährleisten, hat CropEnergies eine Gefälligkeitsrichtlinie verabschiedet, die jeder Mitarbeiter einzuhalten hat.

Finanzwirtschaftliche Risiken

Liquiditätsrisiken

Ein Liquiditätsrisiko besteht darin, dass zur Erfüllung von Zahlungsverpflichtungen benötigte Finanzmittel nicht oder nicht termingerecht bereitgestellt werden können. Die Liquidität der CropEnergies-Gruppe wird tagesgenau gesteuert und durch nationale bzw. länderübergreifende Cashpools optimiert. Risiken aus Zahlungsstromschwankungen werden frühzeitig im Rahmen der Liquiditätsplanung, die integraler Bestandteil der Unternehmensplanung ist, erkannt und gesteuert. Aufgrund verbindlich zugesagter interner und externer Kreditlinien kann CropEnergies -falls erforderlich -kurzfristig auf ausreichende liquide Mittel zurückgreifen.

Wechselkurs- und Zinsänderungsrisiken

CropEnergies unterliegt in geringem Maße Risiken aus der Veränderung von Wechselkursen und Zinssätzen. Wechselkursrisiken können sowohl aus der operativen Geschäftstätigkeit als auch aus der konzernexternen oder -internen Finanzierung in Fremdwährung entstehen. Zum 28. Februar 2018 war CropEnergies schuldenfrei.

Währungsrisiken werden in begrenztem Umfang durch derivative Instrumente abgesichert. Der Einsatz dieser Sicherungsinstrumente erfolgt innerhalb festgelegter Limits und Regeln und wird ständig kontrolliert. Risiken aus der Veränderung von Zinssätzen können durch eine Mischung von fest- und variabel verzinslichen Darlehen begrenzt werden, wobei zum 28. Februar 2018 keine Inanspruchnahme von Darlehen vorlag. Jedoch können Sichteinlagen bei Banken mit negativen Zinsen belastet werden.

Ausführliche Informationen zu Währungs-, Zinsänderungs- und Preisrisiken sowie Liquiditäts-, Bonitäts- und Ausfallrisiken sind im Konzernanhang unter (29) Risikomanagement in der CropEnergies-Gruppe zu finden.

Nichtfinanzielle Unternehmensrisiken

Bei CropEnergies besteht grundsätzlich das Risiko von Auswirkungen der eigenen Tätigkeit auf Umwelt, Arbeitnehmer und Sozialbelange. Gleiches gilt für die mit der Tätigkeit verbundenen Geschäftsbeziehungen. Zur Reduktion nichtfinanzieller Risiken und zur Vermeidung negativer Auswirkungen hat CropEnergies umfangreiche Maßnahmen beispielsweise in den Bereichen Umweltschutz, Arbeitssicherheit und Qualitätssicherung getroffen.

Gesamtrisiko

Zu den wesentlichen Risiken für die zukünftige Entwicklung der CropEnergies-Gruppe gehören insbesondere Beschaffungs- und Absatzrisiken sowie Risiken aus einer Veränderung der rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen. Das Ergebnis von CropEnergies wird besonders beeinflusst von der Preisvolatilität der eingesetzten Rohstoffe -insbesondere Getreide - und von den Bioethanolerlösen.

In Phasen rückläufiger Ethanolpreise und/oder steigender Getreidepreise können Verluste entstehen, wenn Margen die Fixkosten nicht decken. Wenn die variablen Kosten nicht mehr gedeckt werden, kann eine vorübergehende Stilllegung von Anlagen notwendig werden.

Da sich die Märkte für Getreide und Bioethanol relativ unabhängig voneinander verhalten und zudem sehr volatil sind, ist die Prognose der Ergebniswirkung erschwert. Gleichwohl ist es nicht immer sinnvoll oder möglich, alle Preisrisiken abzusichern, da damit auch die Chancen zukünftiger positiver Preisentwicklungen reduziert würden. Daneben begrenzt die eingeschränkte Liquidität von Preissicherungsinstrumenten deren wirtschaftlich sinnvollen Einsatz.

Zusammenfassend ist das Gesamtrisiko der CropEnergies-Gruppe im Vergleich zum Vorjahr bei weiterhin bestehender Unsicherheit bezüglich der Umsetzung der Klima- und Energiepolitik der EU bis 2030 unverändert geblieben.

Bestandsgefährdende Risiken sind gegenwärtig nicht erkennbar.

Chancen

Die Reihenfolge der beschriebenen Chancen entspricht deren Bedeutung für CropEnergies.

Die weitere Unternehmensentwicklung und deren Profitabilität wird maßgeblich von der Erlösentwicklung bei Bioethanol, Lebens- und Futtermitteln sowie den Kosten der eingesetzten Rohstoffe geprägt.

Chancen ergeben sich aus niedrigeren Getreidepreisen und/ oder einem Preisanstieg von Ethanol oder den gleichzeitig erzeugten Lebens- und Futtermitteln. Darüber hinaus profitiert CropEnergies von den Verkaufserlösen hochwertiger Lebens- und Futtermittel, die zu einer Senkung der Nettorohstoff-kosten führen, sowie von einer energieoptimierten Produktion.

Mittelfristig geht CropEnergies davon aus, dass die Beschlüsse des Pariser Klimagipfels für weiteres Marktwachstum auch bei erneuerbaren Energien im Transportsektor sorgen werden. Anders wird das Ziel, die Erderwärmung auf 2 °C zu begrenzen und den Verbrauch fossiler Kraftstoffe zu senken, nicht erreicht werden können.

Ausschlaggebend für die zukünftige Nachfrage nach erneuerbaren Energien in der EU wird die Einigung von Europäischem Parlament und Rat unter Beteiligung der EU-Kommission zum Klima- und Energiepaket 2030 sein. In diesem soll die zukünftige Höhe des Anteils an Biokraftstoffen aus Ackerpflanzen sowie aus Abfällen festgelegt werden. Hieraus können sich auch Wachstumschancen für CropEnergies ergeben. Für den korrespondierenden Nachfrageanstieg ist die CropEnergies-Gruppe als einer der führenden Bioethanolhersteller Europas aufgrund der Flexibilität und Kapazität ihrer Anlagen sowie der soliden Finanzsituation gut vorbereitet.

Gesamtchancen

Die Gesamtchancen des Konzerns sind im Vergleich zum Vorjahr unverändert.

Rechnungslegungsbezogenes internes Kontroll- und Risikomanagementsystem

Grundzüge

Das rechnungslegungsbezogene interne Kontrollsystem der CropEnergies-Gruppe umfasst Grundsätze, Verfahren und Maßnahmen zur Sicherung von Wirksamkeit, Wirtschaftlichkeit und Ordnungsmäßigkeit der Rechnungslegung sowie der Einhaltung der maßgeblichen rechtlichen Vorschriften. Dabei setzt sich das interne Kontrollsystem der CropEnergies-Gruppe aus einem Steuerungs- und einem Überwachungssystem zusammen.

IFRS Reporting Guideline

Die Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften der CropEnergies-Gruppe regeln einschließlich der Vorschriften zur Rechnungslegung nach International Financial Reporting Standards (IFRS) die einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze der in den CropEnergies-Konzernabschluss einbezogenen inländischen und ausländischen Tochtergesellschaften. Dabei kommen lediglich solche IFRS zur Anwendung, die zum Zeitpunkt der Aufstellung von der EU-Kommission für die Anwendung in der EU übernommen wurden und im betreffenden Geschäftsjahr verpflichtend anzuwenden waren.

Internes Kontrollsystem bezogen auf den Rechnungslegungsprozess

Das interne Kontrollsystem ermöglicht durch die festgelegten Organisations-, Kontroll- und Überwachungsstrukturen die vollständige Erfassung, Aufbereitung und Würdigung von unternehmensbezogenen Sachverhalten einschließlich deren Darstellung in der Konzernrechnungslegung.

Prozessintegrierte und prozessunabhängige Kontrollen bilden die beiden Bestandteile des internen Überwachungssystems der CropEnergies-Gruppe. Neben dem "Vier-Augen-Prinzip" sind maschinelle IT-Prozesskontrollen und automatisierte Validierungs- und Plausibilitätsprüfungen ein wesentlicher Teil der prozessabhängigen Kontrollen.

Auf Konzernebene umfassen die spezifischen Kontrollaktivitäten zur Sicherstellung der Ordnungsmäßigkeit und Verlässlichkeit der Konzernrechnungslegung die Analyse und gegebenenfalls Korrektur der durch die Konzerngesellschaften vorgelegten Einzelabschlüsse unter Beachtung der von den Abschlussprüfern erstellten Berichte bzw. die hierzu geführten Abschlussbesprechungen. Daneben bestehen umfassende Konzernvorgaben zur Bilanzierung und Bewertung. Außerdem erfolgt auch auf Konzernebene die Aufbereitung und Aggregation von Daten für die Erstellung von Lagebericht und Anhang.

Die auf Ordnungsmäßigkeit und Verlässlichkeit der Konzernrechnungslegung ausgerichteten Maßnahmen des internen Kontrollsystems stellen sicher, dass Geschäftsvorfälle in Übereinstimmung mit den gesetzlichen und satzungsmäßigen Vorschriften vollständig und zeitnah erfasst werden. Daneben ist gewährleistet, dass Inventuren ordnungsgemäß durchgeführt werden und Vermögenswerte sowie Schulden im Konzernabschluss zutreffend angesetzt, bewertet und ausgewiesen werden.

Die Trennung von Funktionen und Verantwortung für Verwaltung, Ausführung, Abrechnung und Genehmigung zielt darauf ab, kriminellen Handlungen vorzubeugen. Das interne Kontrollsystem gewährleistet auch die Abbildung von Veränderungen im wirtschaftlichen und rechtlichen Umfeld der CropEnergies-Gruppe sowie die Anwendung neuer oder geänderter gesetzlicher Vorschriften zur Konzernrechnungslegung.

Interne Prüfung

Der Aufsichtsrat hat die Prüfung der Wirksamkeit des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems an den Prüfungsausschuss übertragen. Die interne Revision der Südzucker-Gruppe ist als prozessunabhängige Prüfungsinstanz in das interne Überwachungssystem der CropEnergies-Gruppe eingebunden. Sie stellt im Rahmen ihrer Überwachungstätigkeit durch regelmäßige Systemprüfungen die Funktionsfähigkeit und Wirksamkeit des Systems sicher.

Externe Prüfung

Der Abschlussprüfer prüft das in das Risikomanagement integrierte Risikofrüherkennungssystem auf seine grundsätzliche Eignung, Risiken, die den Fortbestand der Gesellschaft gefährden, frühzeitig erkennen zu können. Zudem berichtet er dem Aufsichtsrat über wesentliche festgestellte Schwächen des internen Kontroll- und Risikofrüherkennungssystems.

CORPORATE GOVERNANCE*

Im Folgenden wird gemäß § 289f Abs. 1 HGB über die Unternehmensführung und gemäß Ziffer 3.10 des Deutschen Corporate Governance Kodex über die Corporate Governance des Unternehmens berichtet. Die Erklärung zur Unternehmensführung und der Corporate Governance-Bericht sind auf der Website von CropEnergies unter www.cropenergies.com veröffentlicht.

Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat

Die CropEnergies AG hat als deutsche Aktiengesellschaft ein duales Führungssystem mit Vorstand und Aufsichtsrat. Beide Organe sind mit jeweils eigenständigen Kompetenzen ausgestattet und arbeiten bei der Steuerung und Überwachung des Unternehmens eng und vertrauensvoll zusammen.

Vorstand

Der Vorstand der CropEnergies AG besteht derzeit aus drei Mitgliedern. Er führt als Leitungsorgan die Geschäfte der Gesellschaft mit dem Ziel der nachhaltigen Wertschöpfung in eigener Verantwortung und im Unternehmensinteresse. Die Mitglieder des Vorstands tragen gemeinsam die Verantwortung für die gesamte Geschäftsführung. Auf Basis der Geschäftsordnung des Vorstands in der Fassung vom 14. Januar 2016 wurde die Geschäftsverteilung am 16. Mai 2017 geändert.

Aufsichtsrat

Der Aufsichtsrat bestellt, überwacht und berät den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens. Er wird in Strategie und Planung sowie in alle Fragen von grundlegender Bedeutung für das Unternehmen eingebunden. Für bedeutende Geschäftsvorgänge -wie beispielsweise die Budgetplanung und strategische Planung, Akquisitionen und Desinvestitionen -enthält die Geschäftsordnung für den Vorstand ebenso wie die Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat Zustimmungsvorbehalte des Aufsichtsrats. Der Vorstand informiert den Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend schriftlich sowie in den turnusmäßigen Sitzungen über die Planung, die Geschäftsentwicklung und die Lage des Konzerns einschließlich des Risikomanagements sowie über Compliance.

Der Aufsichtsratsvorsitzende koordiniert die Arbeit im Aufsichtsrat und nimmt die Belange des Gremiums nach außen wahr. Bei Bedarf tagt der Aufsichtsrat ohne den Vorstand. Bei wesentlichen Ereignissen wird gegebenenfalls eine außerordentliche Aufsichtsratssitzung einberufen. Der Aufsichtsrat kann zur Erfüllung seiner Aufgaben nach eigenem Ermessen Wirtschaftsprüfer, Rechts- und sonstige interne und externe Berater hinzuziehen. Der Aufsichtsrat beschließt die Struktur des Vergütungssystems für den Vorstand einschließlich der wesentlichen Vertragselemente und überprüft sie regelmäßig. Für seine Arbeit hat sich der Aufsichtsrat eine Geschäftsordnung gegeben; sie ist in der Fassung vom 13. November 2017 in Kraft.

Zusammensetzung des Aufsichtsrats

Der sechsköpfige Aufsichtsrat der CropEnergies AG setzt sich gemäß § 96 Abs. 1 und § 101 Abs. 1 AktG ausschließlich aus Vertretern der Aktionäre zusammen. Die Amtszeit der von der Hauptversammlung am 18. Juli 2017 gewählten Aktionärsvertreter läuft jeweils für die Zeit bis zur Beendigung der Hauptversammlung, die über die Entlastung für das Geschäftsjahr 2021/22 beschließt (also bis zur ordentlichen Hauptversammlung 2022). Alle Mitglieder des Aufsichtsrats sind mit dem Sektor, in dem CropEnergies tätig ist, vertraut. Der Financial Expert in Aufsichtsrat und Prüfungsausschuss - also ein Mitglied, das über Sachverstand auf den Gebieten Rechnungslegung oder Abschlussprüfung verfügt -ist Herr Franz-Josef Möllenberg.

* Vom Wirtschaftsprüfer nicht geprüft ist die enthaltene Erklärung zur Unternehmensführung sowie der Corporate Governance-Bericht mit Ausnahme des Vergütungsberichts.

Diversity-Ziele

Für seine Zusammensetzung orientiert sich der Aufsichtsrat durch Beschluss in seiner Sitzung am 13. November 2017 -unter Berücksichtigung der Branche, der Größe des Unternehmens und des Anteils der internationalen Geschäftstätigkeit -insbesondere an folgenden Zielen und Kompetenzprofilen für das Gesamtgremium (diese ersetzen die Diversity-Ziele des Aufsichtsrats in der Fassung vom 12. November 2012):

Jedes Aufsichtsratsmitglied soll über ausreichende unternehmerische bzw. betriebliche Erfahrung verfügen und darauf achten, dass für die Wahrnehmung der Aufgaben im Aufsichtsrat genügend Zeit zur Verfügung steht.

Jedes Mitglied des Aufsichtsrats soll die zur Erfüllung der Überwachungsaufgaben des Aufsichtsrats notwendige Zuverlässigkeit und persönliche Integrität aufweisen.

Mindestens zwei Mitglieder des Aufsichtsrats sollen "unabhängig" im Sinne von Ziffer 5.4.2 des Deutschen Corporate Governance Kodex sein.

Dem Aufsichtsrat sollen nicht mehr als zwei ehemalige Mitglieder des Vorstands angehören.

Dem Aufsichtsrat sollen mindestens zwei Mitglieder mit internationaler Erfahrung oder besonderem Sachverstand in einem für das Unternehmen wichtigen Markt außerhalb Deutschlands angehören.

Mindestens ein Mitglied des Aufsichtsrats soll über Sachverstand im Bereich der Rechnungslegung oder Abschlussprüfung verfügen (Financial Expert).

Der Aufsichtsrat strebt eine angemessene Beteiligung von Frauen an. Er hat mit Beschluss in seiner Sitzung am 16. Mai 2017 -für den Zeitraum bis 15. Mai 2022 -keine konkrete Zielgröße festgelegt, da er seine Entscheidung prioritär nicht am Geschlecht, sondern an der Qualifikation der zur Verfügung stehenden Personen ausrichtet.

Zur Wahl oder Wiederwahl in den Aufsichtsrat sollen keine Kandidatinnen oder Kandidaten vorgeschlagen werden, die älter als 70 Jahre alt sind, es sei denn, dies ist im Unternehmensinteresse geboten.

Eine Regelgrenze für die Zugehörigkeitsdauer zum Aufsichtsrat wird -aus Gründen der Kontinuität und langjährigen Expertise im Aufsichtsrat -nicht festgelegt.

Bei seinen Vorschlägen zur Wahl von Aufsichtsratsmitgliedern wird sich der Aufsichtsrat weiterhin vornehmlich an der persönlichen Eignung der Kandidaten, ihrer Fachkenntnis und Erfahrung, der Integrität und Unabhängigkeit sowie der Leistungsbereitschaft und -fähigkeit orientieren.

Zum Stand der Umsetzung der Diversity-Ziele ist Folgendes zu berichten:

Am 18. Juli 2017 fand turnusmäßig die Wahl der Aktionärsvertreter zum Aufsichtsrat durch die Hauptversammlung statt. Die Hauptversammlung folgte dabei den Vorschlägen des Aufsichtsrats. Nach Einschätzung des Aufsichtsrats gehören ihm wieder mindestens zwei unabhängige Mitglieder an ("nicht unabhängig" i. S. v. Ziffer 5.4.2 des Deutschen Corporate Governance Kodex ist insbesondere, wer in einer persönlichen oder einer geschäftlichen Beziehung zu der Gesellschaft, deren Organen, einem kontrollierenden Aktionär oder einem mit diesem verbundenen Unternehmen steht, die einen wesentlichen und nicht nur vorübergehenden Interessenkonflikt begründen kann). Mindestens zwei Mitglieder verkörpern besonders das Kriterium der "Internationalität". Aktuell gehören dem Aufsichtsrat keine Frauen an.

Diversitätskonzept des Vorstands

Der Aufsichtsrat hat in der Sitzung am 13. November 2017 -auch mit Blick auf die noch länger laufenden Vorstandsbestellungen -beschlossen, zunächst kein Diversitätskonzept für die Zusammensetzung des Vorstands bezüglich der Aspekte wie Alter, Geschlecht, Bildungs- oder Berufshintergrund festzulegen.

Ausschüsse des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat hat aus dem Kreis seiner Mitglieder mit dem Prüfungsausschuss und dem Nominierungsausschuss Gremien gebildet, die seine Arbeit vorbereiten und ergänzen. Die Ausschüsse bestehen jeweils aus vier Mitgliedern. Die Aufgaben beider Ausschüsse ergeben sich aus der Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat in der Fassung vom 13. November 2017 bzw. aus der Geschäftsordnung für den Prüfungsausschuss vom 3. Mai 2012. Die derzeitige personelle Besetzung der Ausschüsse ist unter Ziffer (36) "Aufsichtsrat" im Anhang zum Konzernabschluss dargestellt.

Der Vorsitzende des Aufsichtsrats ist nicht zugleich Vorsitzender des Prüfungsausschusses.

Aktionäre und Hauptversammlung

Die Aktionäre der CropEnergies AG üben ihre Mitbestimmungs- und Kontrollrechte auf der mindestens einmal jährlich stattfindenden Hauptversammlung aus. Diese findet in den ersten acht Monaten des Geschäftsjahrs statt und beschließt über alle durch das Gesetz bestimmten Angelegenheiten mit verbindlicher Wirkung für alle Aktionäre und die Gesellschaft. Jede Aktie von CropEnergies gewährt die gleichen Rechte.

Jeder Aktionär, der die Voraussetzungen für die Teilnahme an der Hauptversammlung sowie für die Ausübung des Stimmrechts erfüllt und sich rechtzeitig anmeldet, ist zur Teilnahme an der Hauptversammlung berechtigt. Aktionäre, die nicht persönlich teilnehmen können, haben die Möglichkeit, ihr Stimmrecht durch ein Kreditinstitut, eine Aktionärsvereinigung, die von der CropEnergies AG eingesetzten weisungsgebundenen Stimmrechtsvertreter oder einen sonstigen Bevollmächtigten ihrer Wahl ausüben zu lassen. Den Aktionären ist es außerdem möglich, ihre Stimme im Vorfeld der Hauptversammlung per Internet abzugeben bzw. die Stimmrechtsvertreter der CropEnergies AG per Internet zu beauftragen.

Hauptversammlung 2018

Die Einladung zur Hauptversammlung, die am 17. Juli 2018 in Mannheim stattfinden soll, sowie alle für die Beschlussfassungen erforderlichen Berichte und Informationen werden den aktienrechtlichen Vorschriften entsprechend veröffentlicht und auf der Internetseite der CropEnergies AG unter der Rubrik "Investor Relations" zur Verfügung gestellt.

Risikomanagement

Der verantwortungsbewusste Umgang mit geschäftlichen Risiken gehört zu den Grundsätzen guter Corporate Governance. Dem Vorstand von CropEnergies und dem Management stehen konzernumfassende und unternehmensspezifische Berichts- und Kontrollsysteme zur Verfügung, die die Erfassung, Bewertung und Steuerung dieser Risiken ermöglichen. Die Systeme werden kontinuierlich weiterentwickelt und den sich verändernden Rahmenbedingungen angepasst. Der Vorstand informiert den Aufsichtsrat regelmäßig über bestehende Risiken und deren Entwicklung. Der Prüfungsausschuss befasst sich insbesondere mit der Überwachung des Rechnungslegungsprozesses, der Wirksamkeit des internen Kontrollsystems, des Risikomanagements und des internen Revisionssystems sowie der Abschlussprüfung. Das Risikomanagement bei CropEnergies ist im Risiko- und Chancenbericht auf den Seiten 58 - 66 dargestellt.

Corporate Governance-Bericht

Corporate Governance steht für verantwortungsvolle und auf langfristige Wertschöpfung ausgerichtete Führung und Kontrolle von Unternehmen. Corporate Governance soll das Vertrauen der Aktionäre und Investoren, der Finanzmärkte, der Geschäftspartner und Mitarbeiter sowie der Öffentlichkeit in das Unternehmen stärken und damit auch langfristig und nachhaltig den Unternehmenswert steigern. Vorstand und Aufsichtsrat der CropEnergies AG bekennen sich zu den Grundsätzen guter Corporate Governance. CropEnergies erfüllt die höchsten Transparenzanforderungen an deutschen Börsen. Entsprechend wird die CropEnergies-Aktie seit 2006 im Prime Standard notiert. Die Befolgung des Deutschen Corporate Governance Kodex unterstreicht das Verständnis von transparenter Unternehmensführung.

Nach Ansicht von CropEnergies ist der Deutsche Corporate Governance Kodex in seiner aktuellen Fassung vom 7. Februar 2017 weitgehend ausgewogen, praxisnah und repräsentiert auch im internationalen Vergleich einen hohen Standard. Aus diesem Grund wurde -wie in den Vorjahren -auf die Aufstellung eigener unternehmensspezifischer Corporate Governance-Grundsätze verzichtet.

Entsprechenserklärung 2017

Die Entsprechenserklärung 2017 ist -ebenso wie die Entsprechenserklärungen der Vorjahre -auf der CropEnergies-Internetseite www.cropenergies.com unter der Rubrik "Investor Relations/Corporate Governance" veröffentlicht.

Sie hat folgenden Wortlaut:

"Vorstand und Aufsichtsrat der CropEnergies AG, Mannheim, haben am 13. November 2017 den Beschluss gefasst, folgende Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex gemäß § 161 AktG abzugeben:

Mit folgenden Ausnahmen entsprach die CropEnergies AG den Empfehlungen der ,Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex' in der Kodex-Fassung vom 5. Mai 2015 und entspricht zukünftig den Empfehlungen in der Kodex-Fassung vom 7. Februar 2017:

Ziffer 4.1.3 (Compliance, Hinweisgebersystem):

Das Compliance-System der CropEnergies AG wird bis zum Jahresende 2017 um ein Hinweisgebersystem ergänzt, das Beschäftigten und Dritten die Möglichkeit eröffnen soll, die Unternehmensführung über ein elektronisches Hinweisgebersystem geschützt auf etwaige Rechtsverstöße im Unternehmen hinzuweisen. Da die technische Umsetzung heute noch nicht abgeschlossen ist, wird vorsorglich eine Abweichung von Ziffer 4.1.3. Satz 3 angezeigt.

Ziffer 4.2.2 (Vertikalvergleich der Vorstandsvergütung):

Der Aufsichtsrat befasst sich pflichtgemäß mit der Angemessenheit der Vergütung des Vorstands. Er beachtet dabei auch das unternehmensinterne Lohn- und Gehaltsgefüge. Nach Überzeugung des Aufsichtsrats ist das in Ziffer 4.2.2 Abs. 2 Satz 3 empfohlene formale Vorgehen nicht erforderlich, da es zu keiner Verbesserung der Entscheidungsqualität führt.

Ziffer 4.2.3 Abs. 4 und 5 (Abfindungs-Cap in Vorstandsverträgen):

Die Vorstandsverträge enthalten keinen Abfindungs-Cap. Wir sehen dafür auch in Zukunft keine Notwendigkeit, zumal gegen solche Vertragsklauseln erhebliche rechtliche Bedenken bestehen.

Ziffern 4.2.4 und 4.2.5 (Individualisierte Vorstandsvergütung):

Die Hauptversammlung der CropEnergies AG hat zuletzt am 12. Juli 2016 beschlossen, auf die individualisierte Offenlegung der Vorstandsvergütung für die Dauer von fünf Jahren zu verzichten. Daher sieht die Gesellschaft im Vergütungsbericht von Angaben zur Vergütung der einzelnen Vorstandsmitglieder ab.

Ziffer 5.3.2 Satz 3 (Unabhängigkeit des Vorsitzenden des Prüfungsausschusses):

Vorsitzender des Prüfungsausschusses ist Herr Thomas Kölbl. Er ist zugleich Vorstandsmitglied der Südzucker AG, die mehrheitlich an der CropEnergies AG beteiligt ist. Die angemessene Repräsentanz eines Mehrheitsaktionärs im Aufsichtsrat einer Gesellschaft und seinen Ausschüssen halten wir für sinnvoll. Nach unserer Überzeugung liegt die Ausübung des Amtes als Vorsitzender des Prüfungsausschusses durch Herrn Kölbl im Interesse der Gesellschaft und ihrer sämtlichen Aktionäre.

Ziffer 5.4.1 Absatz 2 (Ziele für die Zusammensetzung des Aufsichtsrats):

Eine Regelgrenze für die Zugehörigkeitsdauer zum Aufsichtsrat wird nicht festgelegt. Dadurch werden Kontinuität und die Bewahrung langjähriger Expertise im Aufsichtsrat im Interesse der Gesellschaft ermöglicht.

Ziffer 5.4.6 (Aufsichtsratsvergütung):

Die Satzung unserer Gesellschaft sieht eine erfolgsbezogene Aufsichtsratsvergütung vor, die dividendenabhängig gestaltet ist (vgl. Ziffer 5.4.6 Abs. 2 Satz 2). Für diese Struktur spricht insbesondere der Gleichlauf mit den Interessen der Aktionäre.

Wir weisen die Gesamtvergütung des Aufsichtsrats aufgeteilt nach Fixum und erfolgsbezogener Komponente aus (vgl. Ziffer 5.4.6 Abs. 3). Unseres Erachtens stehen die mit einem individualisierten Ausweis verbundenen Eingriffe in die Privatsphäre in keinem angemessenen Verhältnis zum Nutzen einer solchen Praxis. Dementsprechend enthalten der Corporate Governance-Bericht sowie Anhang und Lagebericht keine individualisierte Darstellung der Aufsichtsratsbezüge."

Geschlechterquote

Das -durch das sog. Geschlechterquoten-Gesetz -geänderte Aktiengesetz sieht für börsennotierte Gesellschaften die Festlegung von Zielgrößen für Aufsichtsrat, Vorstand und die beiden Führungsebenen unter dem Vorstand vor. Die CropEnergies AG ist hiervon betroffen. Nicht betroffen ist die CropEnergies AG von der Einführung einer fixen Geschlechter-Quote von 30 % im Aufsichtsrat; diese gilt für börsennotierte Unternehmen, die auch paritätisch mitbestimmt sind. CropEnergies ist kein mitbestimmtes Unternehmen.

Der Aufsichtsrat hat in der Sitzung am 16. Mai 2017 -unter Berücksichtigung aller relevanten Gesichtspunkte und insbesondere des Status Quo -das Ziel für den Frauenanteil im Aufsichtsrat bis 15. Mai 2022 und im Vorstand bis 29. April 2020 auf "Beibehaltung von null %" festgelegt. Der Vorstand hat in der Sitzung am 15. Mai 2017 als Zielfestlegung beschlossen, dass der Frauenanteil auf der Führungsebene unter dem Vorstand (die CropEnergies AG hat aufgrund ihrer flachen Hierarchien nur eine Führungsebene unter dem Vorstand) bis 14. Mai 2022 bei 20 % beibehalten werden soll.

Verhaltenskodex und Leitlinien

CropEnergies hat einen Verhaltenskodex und Leitlinien aufgestellt. Diese sind auf der CropEnergies-Website www.cropenergies.com unter der Rubrik "Unternehmen" veröffentlicht.

Vergütungsbericht

CropEnergies erläutert im Vergütungsbericht die Höhe und die Struktur der Vergütung von Vorstand (Ziffer 4.2.5 Kodex) und Aufsichtsrat (Ziffer 5.4.6 Kodex). Die CropEnergies AG verzichtet aufgrund der in keinem angemessenen Verhältnis zum Nutzen stehenden Beeinträchtigung der Privatsphäre auf einen individualisierten Ausweis der Vorstands- und Aufsichtsratsvergütung. Die Hauptversammlung der CropEnergies AG hat zuletzt am 12. Juli 2016 einen Beschluss über die Nichtoffenlegung der individualisierten Vorstandsvergütung für die Dauer von fünf Jahren mit großer Mehrheit gefasst (opting out). Der Verzicht auf die individualisierte Offenlegung der Aufsichtsratsbezüge und der Vorstandsvergütung wurde in der Entsprechenserklärung berücksichtigt.

Die Vergütung des Vorstands der CropEnergies AG wird durch den Aufsichtsrat festgelegt und in regelmäßigen Abständen überprüft. Die Vergütung orientiert sich an der nachhaltigen Unternehmensentwicklung und setzt sich zusammen aus

1. einem festen Jahresgehalt,

2. einer jährlichen variablen Vergütung, abhängig

a) von der Erreichung vereinbarter Ziele sowie

b) vom auf Basis einer mehrjährigen Bemessungsgrundlage erzielten operativen Ergebnis der CropEnergies-Gruppe. Dabei wird der Durchschnitt des operativen Ergebnisses der CropEnergies-Gruppe der jeweils letzten drei Geschäftsjahre zugrunde gelegt.

3. Sachbezügen im Wesentlichen in Form der Gestellung eines Dienstwagens zur geschäftlichen und privaten Nutzung und Beiträgen zur Sozialversicherung sowie

4. einer betrieblichen Altersversorgung, bemessen nach einem Anteil am festen Jahresgehalt.

Aktienbasierte Vergütungsbestandteile oder Aktienoptionspläne bestehen nicht.

Die gewährten Gesamtbezüge für den Vorstand sind unter Ziffer (35) "Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen (Related Parties)" im Konzernanhang angegeben.

Die Vergütung des Aufsichtsrats ist in § 12 der Satzung der CropEnergies AG festgelegt. Jedes Mitglied des Aufsichtsrats erhält neben dem Ersatz seiner baren Auslagen und seiner ihm für die Aufsichtsratstätigkeit zur Last fallenden Umsatzsteuer eine feste, nach Ablauf des Geschäftsjahres zahlbare Vergütung von 20.000 € sowie eine variable Vergütung von 1.000 € je angefangene 0,01 € je Aktie ausgeschüttete Dividende, die 0,20 € übersteigt. Der Vorsitzende erhält das Doppelte und sein Stellvertreter das 1,5-Fache dieser Vergütung. Die feste Vergütung erhöht sich um 25 % je Mitgliedschaft in einem Ausschuss des Aufsichtsrats; für den Vorsitz in einem Ausschuss beträgt der Erhöhungssatz 50 %. Dies setzt voraus, dass der jeweilige Ausschuss im Geschäftsjahr getagt hat.

Die Vergütung für die Tätigkeit der Mitglieder des Aufsichtsrats ist unter Ziffer (35) "Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen (Related Parties)" im Konzernanhang angegeben.

Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung

Die Gesellschaft hat eine Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung mit Selbstbehalt abgeschlossen, in deren Deckung die Tätigkeit der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats einbezogen ist (D&O-Versicherung). § 93 Abs. 2 AktG schreibt vor, dass der Selbstbehalt für Vorstandsmitglieder mindestens 10 % des Schadens bis mindestens zur Höhe des 1,5-Fachen der festen jährlichen Vergütung zu betragen hat. CropEnergies hat einen solchen Selbstbehalt mit den Mitgliedern des Vorstands vereinbart. Bezüglich eines Selbstbehalts bei Aufsichtsratsmitgliedern empfiehlt der Deutsche Corporate Governance Kodex eine analoge Anwendung. Die CropEnergies AG entspricht dieser Empfehlung.

Aktienbesitz von Vorstand und Aufsichtsrat; meldepflichtige Wertpapiergeschäfte

Kein Mitglied des Vorstands oder des Aufsichtsrats hält Aktien der CropEnergies AG oder sich darauf beziehende Finanzinstrumente, die direkt oder indirekt 1 % des Grundkapitals oder mehr repräsentieren. Darüber hinaus beträgt auch der Gesamtbesitz aller Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder weniger als 1 % der von der Gesellschaft ausgegebenen Aktien.

Im Geschäftsjahr 2017/18 wurden der CropEnergies AG durch Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats keine meldepflichtigen Wertpapiergeschäfte mitgeteilt.

Compliance-Unternehmensgrundsätze

Compliance

Compliance - also regel- und gesetzestreues Verhalten -ist für CropEnergies die Grundlage guter Unternehmensführung. Sie soll das rechtmäßige Verhalten des Unternehmens, seiner Leitungsorgane und Mitarbeiter bei Geboten und Verboten gewährleisten. Ziel ist es, die Mitarbeiter vor Gesetzes- und Regelverstößen zu bewahren und sie dabei zu unterstützen, gesetzliche Vorschriften sowie Unternehmensrichtlinien richtig und sachgerecht anzuwenden. CropEnergies hat als Mitglied der Südzucker-Gruppe deren Compliance-Unternehmensgrundsätze in entsprechender Form übernommen. Darin wurden die in der Südzucker-Gruppe bestehenden Unternehmensregularien festgeschrieben. Ziel ist es, durch Nutzung der vorhandenen Berichtswege und Informationsflüsse eine Durchsetzung der nachfolgenden Grundsätze für CropEnergies zu erreichen.

Schwerpunkte der konzernweit geltenden Compliance-Unternehmensgrundsätze sind die Compliance im Kartellrecht, die Korruptionsprävention, der Datenschutz, der Umweltschutz und die Kapitalmarktcompliance (insbesondere Insiderrecht und Ad-hoc-Publizität). Grundlage guter Compliance ist stets die Integrität der Mitarbeiter. Für CropEnergies ist es dabei selbstverständlich, dass alle Maßnahmen im Einklang mit den Bestimmungen des Mitarbeiterdatenschutzes stehen.

Compliance-Unternehmensgrundsätze

CropEnergies will im Wettbewerb durch Innovation, Qualität, Zuverlässigkeit und Fairness erfolgreich sein. Dabei müssen unternehmensspezifische und gesetzliche Regeln eingehalten werden. Die Compliance-Unternehmensgrundsätze dienen hierfür als Grundlage. Sie stellen Schwerpunkte heraus, die in der Praxis besondere Bedeutung haben und sind auf der CropEnergies-Website unter der Rubrik "Investor Relations" veröffentlicht.

CropEnergies wendet das geltende Recht an und erwartet das Gleiche von Mitarbeitern und Geschäftspartnern. Die Unternehmensgrundsätze benennen Schwerpunkte von besonderer Praxisrelevanz:

1. Fairness im Wettbewerb: CropEnergies bekennt sich ohne Einschränkung zum Wettbewerb mit fairen Mitteln und insbesondere zur strikten Einhaltung des Kartellrechts.

2. Integrität im Geschäftsverkehr: Korruption wird nicht geduldet. Geschenke und Einladungen von Lieferanten oder Dienstleistungsunternehmen haben stets in einem angemessenen Verhältnis zur Geschäftsverbindung zu stehen. Die Annahme oder Gewährung solcher Vergünstigungen bedarf der ausdrücklichen Genehmigung des jeweiligen Vorgesetzten bzw. bei Überschreitung bestimmter Grenzwerte des Vorstands.

3. Prinzip der Nachhaltigkeit: CropEnergies ist sich seiner Verantwortung für den Schutz der Umwelt sowie der Gesundheit und Sicherheit der Menschen inner- und außerhalb des Unternehmens bewusst.

4. Einhaltung der Rechtsvorschriften: Alle einschlägigen nationalen und internationalen Bestimmungen sind zu befolgen.

5. Wahrung der Chancengleichheit im Wertpapierhandel: Jeder Mitarbeiter ist verpflichtet, unternehmensinterne Informationen, die börsenkursrelevant sein können, vertraulich zu behandeln.

6. Ordnungsgemäße Belegführung: Im Rahmen eines internen Kontrollsystems sind Geschäftsprozesse angemessen zu dokumentieren. Durch Kontrollen muss die vollständige und korrekte Erfassung der rechnungslegungsrelevanten Informationen sichergestellt werden.

7. Ordnungsgemäße und transparente Finanzberichterstattung: CropEnergies bekennt sich unter Anwendung der internationalen Rechnungslegungsvorschriften zu einer offenen und transparenten Finanzberichterstattung, die eine Gleichbehandlung aller Interessensgruppen gewährleistet.

8. Faire und respektvolle Arbeitsbedingungen: Von jedem Mitarbeiter wird ein freundlicher, sachbetonter, fairer und respektvoller Umgang mit Kollegen und Dritten erwartet. Diskriminierung und Belästigung jeglicher Art werden nicht geduldet.

9. Schutz unseres Wissensvorsprungs und Respektieren der Schutzrechte Dritter: Betriebsgeheimnisse dürfen nicht an Dritte weitergegeben oder gar öffentlich gemacht werden. Ebenso sind die erteilten Schutzrechte Dritter zu respektieren.

10. Trennung von Unternehmens- und Privatinteressen: Alle Mitarbeiter müssen stets ihre privaten Interessen und die des Unternehmens trennen. Auch bei Personalentscheidungen oder Geschäftsbeziehungen zu Dritten zählen nur sachliche Kriterien.

11. Kooperativer Umgang mit Behörden: CropEnergies ist bestrebt, mit allen zuständigen Behörden ein offenes und kooperatives Verhältnis zu pflegen. Informationen sollen vollständig, richtig, rechtzeitig und verständlich zur Verfügung gestellt werden.

Die Umsetzung der vorstehenden Compliance-Unternehmensgrundsätze erfolgt konzerneinheitlich und verbindlich für alle Tochtergesellschaften. Den Mitarbeitern werden die Nutzung der erforderlichen Informationsquellen, Schulungen und Beratung angeboten, um Gesetzes- und Regelverstöße zu vermeiden. Jeder Vorgesetzte muss seinen Bereich so organisieren, dass die Einhaltung der Regeln der Compliance-Unternehmensgrundsätze, der unternehmensinternen Regeln sowie der gesetzlichen Vorschriften gewährleistet ist. Der Compliance-Officer und die Compliance-Beauftragten gewährleisten den zeitnahen Informationsfluss. Sie sind unter anderem verantwortlich für Schulungen und die Untersuchung von Compliance-Vorfällen. Alle Mitarbeiter sind verpflichtet, Verletzungen der Compliance-Unternehmensgrundsätze unverzüglich mitzuteilen.

Übernahmerelevante Angaben

Die folgenden Informationen sind erläuternde Angaben nach §§ 289a Abs. 1, 315a Abs. 1 HGB und erläuternder Bericht gemäß § 176 Abs. 1 Satz 1 AktG; sie sind Bestandteil des geprüften Konzernlageberichts. Diese Angaben betreffen u. a. Aspekte, die für den Erwerb der Unternehmenskontrolle eine Rolle spielen können, sowie die Befugnisse des Vorstands, die Kapitalstruktur zu verändern.

Zusammensetzung des Gezeichneten Kapitals, Stimmrechte und Übertragung von Aktien

Zum 28. Februar 2018 beträgt das Gezeichnete Kapital 87.250.000 € und ist in 87.250.000 auf den Inhaber lautende Stückaktien mit einem rechnerischen Anteil von 1 € je Aktie am Grundkapital eingeteilt (§ 315a Abs. 1 Nr. 1 HGB).

Die Gesellschaft hält am Bilanzstichtag keine eigenen Aktien.

Jede Aktie gewährt die gleichen Rechte und in der Hauptversammlung je eine Stimme. Beschränkungen des Stimmrechts der Aktien können sich aus den Vorschriften des Aktiengesetzes ergeben. So unterliegen Aktionäre unter bestimmten Voraussetzungen einem Stimmverbot (§ 136 AktG). Außerdem steht der Gesellschaft kein Stimmrecht aus eigenen Aktien zu (§ 71 b AktG). Vertragliche Beschränkungen in Bezug auf das Stimmrecht oder die Übertragung der Aktien sind CropEnergies nicht bekannt (§ 315a Abs. 1 Nr. 2 HGB).

Kapitalbeteiligungen von mehr als 10 %

Folgende direkte und indirekte Beteiligungen am Grundkapital der CropEnergies AG, die 10 % der Stimmrechte überschreiten, sind der Gesellschaft bekannt:

Zum 28. Februar 2018 ist die Südzucker AG, Mannheim (Südzucker) mit 69,2 % sowie die Süddeutsche Zuckerrüben-Verwertungs-Genossenschaft eG, Stuttgart (SZVG) mit 5,5 % direkt am Grundkapital beteiligt. Die von Südzucker gehaltenen Anteile sind gemäß § 22 Abs. 1 Nr. 1 WpHG der SZVG zuzurechnen. Somit hält die SZVG direkt und indirekt insgesamt 74,7 % der Stimmrechte (§315a Abs. 1 Nr. 3 HGB).

Aktien mit Sonderrechten, Stimmrechtskontrolle bei Arbeitnehmeraktien

Bei CropEnergies gibt es keine Aktien mit Sonderrechten (§315a Abs. 1 Nr. 4 HGB). Es gibt auch keine Art einer Stimmrechtskontrolle aus der Beteiligung von Arbeitnehmern am Kapital (§ 315a Abs. 1 Nr. 5 HGB).

Ernennung und Abberufung der Vorstandsmitglieder

Die Ernennung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern erfolgt durch den Aufsichtsrat gemäß §§ 84 und 85 AktG. Gemäß § 6 Abs. 1 der Satzung besteht der Vorstand aus mindestens zwei Personen. Im Übrigen bestimmt der Aufsichtsrat die Zahl der Mitglieder des Vorstands. Der Aufsichtsrat kann einen Vorsitzenden sowie einen stellvertretenden Vorsitzenden des Vorstands ernennen. Die Mitglieder des Vorstands wurden jeweils für die Dauer von fünf Jahren bestellt.

Satzungsänderungen

Änderungen der Satzung bedürfen gemäß § 179 Abs. 1 AktG eines Beschlusses der Hauptversammlung. Die Satzung der CropEnergies AG macht von der Möglichkeit der Abweichung gemäß § 179 Abs. 2 AktG Gebrauch und sieht vor, dass Beschlüsse, soweit nicht zwingende Vorschriften des Aktienrechts oder der Satzung etwas Abweichendes bestimmen, mit einfacher Stimmenmehrheit und, soweit eine Kapitalmehrheit erforderlich ist, mit einfacher Kapitalmehrheit gefasst werden können. Die Befugnis zu Änderungen, die nur die Fassung betreffen, wurde dem Aufsichtsrat übertragen (§ 315a Abs. 1 Nr. 6 HGB).

Befugnisse des Vorstands, insbesondere zu Aktienausgabe und Aktienrückkauf

Die Hauptversammlung vom 14. Juli 2015 hat den Vorstand gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG ermächtigt, bis zum 13. Juli 2020 Aktien der Gesellschaft im Umfang von bis zu 10 % des Grundkapitals zu erwerben. Der Erwerb darf über die Börse oder mittels eines an alle Aktionäre gerichteten öffentlichen Kaufangebots erfolgen. Die eigenen Aktien können auch zum Zwecke der Einziehung zu Lasten des Bilanzgewinns oder anderer Gewinnrücklagen erworben werden. Der Vorstand ist u. a. ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die erworbenen eigenen Aktien unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen oder beim Erwerb von Unternehmen, Unternehmensteilen oder Beteiligungen an Unternehmen an Dritte zu veräußern oder zur Bedienung von Wandel- oder Optionsanleihen zu nutzen. Von der Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien wurde bislang kein Gebrauch gemacht (§315a Abs. 1 Nr. 7HGB).

Die Hauptversammlung vom 12. Juli 2016 hat den Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 11. Juli 2021 das Grundkapital um bis zu insgesamt 15 Mio. € durch Ausgabe neuer Aktien gegen Bar- und/oder Sacheinlage zu erhöhen und dabei das Bezugsrecht der Aktionäre in bestimmten Fällen auszuschließen. Im Geschäftsjahr 2017/18 wurde von der Ermächtigung kein Gebrauch gemacht.

Kontrollwechsel- und Entschädigungsvereinbarungen

Die Südzucker AG hat mit einem Bankenkonsortium einen Vertrag über eine syndizierte Kreditlinie in Höhe von 600 Mio. € abgeschlossen. Die CropEnergies AG ist dieser Kreditlinie mit einem Teilbetrag von 100 Mio. € beigetreten. Im Fall eines Kontrollwechsels im Sinne des Vertrags hat jedes Mitglied des Bankenkonsortiums unter bestimmten Voraussetzungen das Recht, seinen Anteil an der Kreditlinie sowie seinen jeweiligen Anteil an ausstehenden Krediten zu kündigen und deren Rückzahlung (einschließlich Zinsen) zu verlangen.

Im Übrigen bestehen keine wesentlichen Vereinbarungen, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots stehen, und keine Entschädigungsvereinbarungen mit Mitgliedern des Vorstands oder zugunsten von Arbeitnehmern für den Fall eines Kontrollwechsels (§ 315a Abs. 1 Nr. 9 HGB).

Einzelheiten zur Vergütung des Vorstands und des Aufsichtsrats sind dem Vergütungsbericht auf den Seiten 71 - 72 zu entnehmen.

LANDWIRTSCHAFT

EU 2016/17

7% DAUERKULTUR

33% GRÜNLAND

1 % GETREIDE FÜR ETHANOL

59% ACKERBAU

1 % der landwirtschaftlichen Fläche der EU wird für den Anbau von Getreide für Ethanol genutzt

Die EU hat eine landwirtschaftliche Fläche von 179 Mio. Hektar. Rund 60 % davon werden für Ackerbau verwendet, ein Drittel ist Grünland. Der kleinste Teil -nämlich nur 1 % -wird für die Herstellung von Ethanol benötigt.

Konzernabschluss

Gesamtergebnisrechnung

1. März 2017 bis 28. Februar 2018

Tsd. € Anhang 2017/18 2016/17
Gewinn-und-Verlust-Rechnung
Umsatzerlöse (6) 881.963 801.736
Bestandsveränderungen und andere aktivierte Eigenleistungen (7) 834 5.394
Sonstige betriebliche Erträge (8) 3.299 5.995
Materialaufwand (9) -677.070 -590.355
Personalaufwand (10) -35.297 -34.060
Abschreibungen (16), (17) -39.161 -39.374
Sonstige betriebliche Aufwendungen (11) -63.724 -55.654
Ergebnis aus at Equity einbezogenen Unternehmen (18) -75 189
Ergebnis der Betriebstätigkeit (12) 70.769 93.871
Finanzerträge (13) 373 313
Finanzaufwendungen (13) -1.317 -4.424
Ergebnis vor Ertragsteuern 69.825 89.760
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag (14) -19.016 -20.981
Jahresüberschuss 50.809 68.779
Verwässertes und unverwässertes Ergebnis je Aktie (€) (31) 0,58 0,79
Aufstellung der erfolgsneutral im Eigenkapital erfassten Erträge und Aufwendungen
Jahresüberschuss 50.809 68.779
Marktwertveränderungen aus Cashflow Hedges* -4.468 6.729
Konsolidierungsbedingte Währungsdifferenzen -1.800 -2.922
Zukünftig in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung zu erfassende Erträge und Aufwendungen -6.268 3.807
Neubewertung von leistungsorientierten Pensionszusagen und ähnlichen Verpflichtungen* 1.535 -936
Zukünftig nicht in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung zu erfassende Erträge und Aufwendungen 1.535 -936
Erfolgsneutral im Eigenkapital erfasste Erträge und Aufwendungen -4.733 2.871
Gesamtergebnis 46.076 71.650

* Nach Berücksichtigung latenter Steuern

Kapitalflussrechnung

1. März 2017 bis 28. Februar 2018

Tsd. € Anhang 2017/18 2016/17
Jahresüberschuss 50.809 68.779
Abschreibungen und Wertberichtigungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen (16), (17) 39.161 39.374
Veränderung der langfristigen Rückstellungen und der latenten Steuern -157 -2.910
Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen -204 1.925
Cashflow 89.609 107.168
Verlust aus dem Abgang von Gegenständen des langfristigen Vermögens 1.113 169
Zunahme (+) / Abnahme (-) der kurzfristigen Rückstellungen 4.111 -1.871
Abnahme (+) / Zunahme (-) der Vorräte, der Forderungen und sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte 6.682 -21.690
Abnahme (-) / Zunahme (+) der Verbindlichkeiten (ohne Finanzverbindlichkeiten) -9.735 1.575
Abnahme (+) / Zunahme (-) des Working Capital 1.058 -21.986
I. Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit 91.780 85.351
Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte (16), (17) -19.502 -16.055
Investitionen in Akquisitionen -500 0
Einzahlungen aus dem Abgang von langfristigen Vermögenswerten 262 213
Erhaltene Investitionszuschüsse 15 0
II. Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit -19.725 -15.842
Dividendenausschüttungen -26.175 -13.088
Aufnahme von Finanzverbindlichkeiten 12.467 10.394
Tilgung von Finanzverbindlichkeiten -35.751 -60.819
III. Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit -49.459 -63.513
IV. Veränderung der flüssigen Mittel (Summe aus I., II. u. III.) 22.596 5.996
Veränderung der flüssigen Mittel aufgrund von Wechselkursänderungen 279 -28
Zunahme der flüssigen Mittel 22.875 5.968
Flüssige Mittel am Anfang der Periode 13.999 8.031
Flüssige Mittel am Ende der Periode 36.874 13.999
Tsd. € Anhang 2017/18 2016/17
Zinsauszahlungen (32) 561 1.362
Steuerzahlungen (32) 20.086 24.804

Unter Position (32) des Anhangs werden weitere Erläuterungen zur Kapitalflussrechnung gegeben.

Bilanz

28. Februar 2018

AKTIVA

Tsd. € Anhang 28.02.2018 28.02.2017
Immaterielle Vermögenswerte (16) 9.409 9.482
Sachanlagen (17) 392.987 415.248
Anteile an at Equity einbezogenen Unternehmen (18) 1.882 1.957
Forderungen und sonstige Vermögenswerte (28) 40 40
Aktive latente Steuern (14) 2.512 1.923
Langfristige Vermögenswerte 406.830 428.650
Vorräte (19) 66.002 63.106
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Vermögenswerte (20), (27), (28) 75.279 84.792
Steuererstattungsansprüche (14) 7.308 7.373
Flüssige Mittel (25), (26), (28) 36.874 13.999
Kurzfristige Vermögenswerte 185.463 169.270
Bilanzsumme 592.293 597.920

PASSIVA

Tsd. € Anhang 28.02.2018 28.02.2017
Gezeichnetes Kapital 87.250 87.250
Kapitalrücklage 197.847 197.847
Sonstige Rücklagen und sonstige Eigenkapitalposten 160.581 140.680
Eigenkapital (21) 445.678 425.777
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen (22) 21.667 22.448
Übrige Rückstellungen (23) 2.486 2.751
Langfristige Finanzverbindlichkeiten (25), (26), (28) 0 15.308
Sonstige Verbindlichkeiten (28) 238 327
Passive latente Steuern (14) 22.587 24.391
Langfristige Schulden 46.978 65.225
Übrige Rückstellungen (23) 16.799 12.688
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten (25), (26), (28) 0 7.976
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten (24), (27), (28) 70.656 74.346
Steuerschulden (14) 12.182 11.908
Kurzfristige Schulden 99.637 106.918
Bilanzsumme 592.293 597.920

Entwicklung des Eigenkapitals

1. März 2017 bis 28. Februar 2018

Sonstige Rücklagen und sonstige Eigenkapitalposten
Tsd. € Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage Sonstige Rücklagen Cashflow Hedges Kumulierte Währungsdifferenzen Summe
Stand 1. März 2016 87.250 197.847 84.229 -6.097 3.986 82.118
Jahresüberschuss 68.779 68.779
Marktwertveränderungen aus Cashflow Hedges* 6.729
Währungsveränderungen -2.922
Neubewertung von Leistungsorientierten Pensionszusagen und ähnlichen Verpflichtungen* -936
Erfolgsneutral im Eigenkapital erfasste Erträge und Aufwendungen -936 6.729 -2.922 2.871
Gesamtergebnis 67.843 6.729 -2.922 71.650
Dividendenausschüttung -13.088 -13.088
Stand 28. Februar 2017 87.250 197.847 138.984 632 1.064 140.680
Stand 1. März 2017 87.250 197.847 138.984 632 1.064 140.680
Jahresüberschuss 50.809 50.809
Marktwertveränderungen aus Cashflow Hedges* -4.468
Währungsveränderungen -1.800
Neubewertung von Leistungsorientierten Pensionszusagen und ähnlichen Verpflichtungen* 1.535
Erfolgsneutral im Eigenkapital erfasste Erträge und Aufwendungen 1.535 -4.468 -1.800 -4.733
Gesamtergebnis 52.344 -4.468 -1.800 46.076
Dividendenausschüttung -26.175 -26.175
Stand 28. Februar 2018 87.250 197.847 165.153 -3.836 -736 160.581
Tsd. € Gesamtes Konzerneigenkapital
Stand 1. März 2016 367.215
Jahresüberschuss 68.779
Marktwertveränderungen aus Cashflow Hedges*
Währungsveränderungen
Neubewertung von Leistungsorientierten Pensionszusagen und ähnlichen Verpflichtungen*
Erfolgsneutral im Eigenkapital erfasste Erträge und Aufwendungen 2.871
Gesamtergebnis 71.650
Dividendenausschüttung -13.088
Stand 28. Februar 2017 425.777
Stand 1. März 2017 425.777
Jahresüberschuss 50.809
Marktwertveränderungen aus Cashflow Hedges*
Währungsveränderungen
Neubewertung von Leistungsorientierten Pensionszusagen und ähnlichen Verpflichtungen*
Erfolgsneutral im Eigenkapital erfasste Erträge und Aufwendungen -4.733
Gesamtergebnis 46.076
Dividendenausschüttung -26.175
Stand 28. Februar 2018 445.678

* Nach Berücksichtigung latenter Steuern

Unter Position (21) des Anhangs ist die Entwicklung des Eigenkapitals erläutert.

Konzernanhang

Allgemeine Erläuterung

(1) Grundlagen für die Aufstellung des Konzernabschlusses

Die CropEnergies AG hat ihren Sitz in der Maximilianstraße 10 in 68165 Mannheim, Deutschland. Die Gesellschaft ist im Handelsregister unter HRB Nr. 700509 beim Amtsgericht Mannheim eingetragen. Gemäß § 2 der Satzung der Gesellschaft in der Fassung vom 16. November 2016 ist der Gegenstand des Unternehmens der Erwerb, das Halten und die Verwaltung von Beteiligungen an sowie die Gründung von anderen Unternehmen, die unmittelbar oder mittelbar in den Bereichen der Herstellung und des Vertriebs von Bioethanol (Agraralkohol), sonstigen Biokraftstoffen sowie ähnlichen Produkten, die aus Getreide oder anderen Agrarrohstoffen erzeugt werden, einschließlich der Herstellung und des Vertriebs von Nebenprodukten, tätig sind. Die CropEnergies AG gehört mehrheitlich zur Südzucker AG.

Gegenstand des Konzernabschlusses sind die CropEnergies AG und ihre Tochterunternehmen. CropEnergies hat den Konzernabschluss nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) des International Accounting Standards Board (IASB), London, unter Berücksichtigung der Interpretationen des IFRS Interpretations Committee (IFRS IC) erstellt, wie sie in der EU anzuwenden sind. Ergänzend wurden die nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften berücksichtigt. Sämtliche vom IASB herausgegebenen und zum Zeitpunkt der Aufstellung des vorliegenden Konzernabschlusses geltenden und von der CropEnergies AG angewendeten IFRS wurden von der EU-Kommission für die Anwendung in der EU übernommen.

Der Konzernabschluss zum 28. Februar 2018 ist am 23. April 2018 vom Vorstand aufgestellt und vom Abschlussprüfer PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Frankfurt am Main, mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen worden. Die Prüfung durch den Prüfungsausschuss erfolgte am 8. Mai 2018 und die Prüfung sowie die Billigung durch den Aufsichtsrat in seiner Sitzung am 14. Mai 2018. Das Datum der Veröffentlichung ist der 16. Mai 2018.

CropEnergies erstellt und veröffentlicht den Konzernabschluss in Euro. Alle Beträge werden, soweit nicht anders vermerkt, in Tausend Euro (Tsd. €) angegeben. Die Vorjahreswerte werden regelmäßig in Klammern dargestellt. Bei Prozentangaben und Zahlen können sich Rundungsdifferenzen ergeben.

Neben der Gesamtergebnisrechnung, die eine Gewinn-und-Verlust-Rechnung sowie eine Aufstellung der erfolgsneutral im Eigenkapital erfassten Erträge und Aufwendungen umfasst, der Kapitalflussrechnung und der Bilanz wird die Entwicklung des Eigenkapitals gezeigt. Die Angaben im Anhang enthalten außerdem eine Segmentberichterstattung.

Um die Klarheit der Darstellung zu verbessern, werden verschiedene Posten der Bilanz und der Gesamtergebnisrechnung zusammengefasst. Diese Posten werden im Anhang gesondert ausgewiesen und erläutert. Die Gewinn-und-Verlust-Rechnung als Bestandteil der Gesamtergebnisrechnung wird nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.

Der Konzernabschluss wird grundsätzlich auf Basis historischer Anschaffungs- und Herstellungskosten aufgestellt, sofern unter Ziffer (5) "Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze" nicht etwas anderes berichtet wird.

Erstmalig angewendete IFRS und IFRIC: Im Geschäftsjahr 2017/18 waren die nachstehenden Standards erstmalig verpflichtend anzuwenden.

Standard Verabschiedung durch den IASB Anerkennung durch die EU
IAS 7 Kapitalflussrechnung (Änderung) 29.01.2016 06.11.2017
IAS 12 Latente Steuern (Änderung) 19.01.2016 06.11.2017
Diverse Jährliche Veränderungen - Zyklus 2014 - 2016 (Änderungen an IFRS 12 sind ab 2017/18 anzuwenden) 08.12.2016 07.02.2018

Durch die erstmalige Anwendung des geänderten IAS 7 (Kapitalflussrechnung) wurden die Angaben der Komponenten der Veränderung der Schulden aus der Finanzierungstätigkeit im Sinne einer Überleitungsrechnung ausgeweitet, die unter Ziffer (32) dieses Anhangs dargestellt ist. Die übrigen Änderungen hatten keine wesentlichen Auswirkungen auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage bzw. die Anhangsangaben von CropEnergies.

Zukünftig anzuwendende IFRS und IFRIC: In der nachfolgenden Übersicht sind die Standards und Interpretationen aufgeführt, die ab dem Geschäftsjahr 2018/19 oder später anzuwenden sind bzw. vom IASB veröffentlicht wurden, aber noch nicht von der EU anerkannt worden sind. Bei den noch nicht von der EU anerkannten Standards wird der erwartete Anwendungszeitpunkt angegeben. CropEnergies hat keine der genannten neuen oder geänderten Vorschriften vorzeitig angewendet. Die Angaben zum Inhalt orientieren sich daran, ob und in welcher Form die Regelungen für CropEnergies von Relevanz sind; sofern künftig geltende Vorschriften für CropEnergies nicht einschlägig sind, wird auf Angaben zum Inhalt vollständig verzichtet.

Standard / Interpretation Verabschiedung durch den IASB Anwendungspflicht für CropEnergies ab Geschäftsjahr Anerkennung durch die EU Inhalt und bei Relevanz die voraussichtlichen Auswirkungen auf CropEnergies
IAS 19 (geändert 2018) Leistungen an Arbeitnehmern 07.02.2018 2019/20 nein Es wird zukünftig zwingend verlangt, dass bei einer Änderung, Kürzung oder Abgeltung eines Leistungsorientierten Versorgungsplans der Laufende Dienstzeitaufwand und die Nettozinsen für das restliche Geschäftsjahr unter Verwendung der aktuellen versicherungsmathematischen Annahmen neu zu ermitteln sind, die zur erforderlichen Neubewertung der Nettoschuld (Vermögenswert) verwendet wurden. Ferner wurden Ergänzungen zur Klarstellung aufgenommen, wie sich eine Planänderung, -kürzung oder -abgeltung auf die Anforderungen an die Vermögenswertobergrenze auswirkt. Sofern keine entsprechenden Sachverhalten vorliegen, sind die Änderung für CropEnergies nicht relevant.
IAS 28 (geändert 2011) Anteile an assoziierten Unternehmen (Änderung) 11.09.2014 unbestimmt verschoben nein Es werden keine Auswirkungen auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage erwartet.
IAS 28 (geändert 2017) Anteile an assoziierten Unternehmen (Änderung) 12.10.2017 2019/20 nein Mit der Änderung wird klargestellt, dass IFRS 9 (Finanzinstrumente) auf Langfristige Beteiligungen an assoziierten Unternehmen oder Joint Venture anzuwenden ist, sofern diese Teil einer Nettoinvestition sind und nicht at Equity einbezogen werden. Die Änderung ist für CropEnergies nicht relevant.
IAS 40 ALs Finanzinvestitionen gehaltene Immobilie (Änderung) 08.12.2016 2018/19 14.03.2018 Der Standard ist für CropEnergies nicht relevant.
IFRS 2 Anteilsbasierte Vergütung 20.06.2016 2018/19 26.02.2018 Der Standard ist für CropEnergies nicht relevant.
IFRS 4 Versicherungsverträge 12.09.2016 2018/19 03.11.2017 Der Standard ist für CropEnergies nicht relevant.
IFRS 9 (2014) Finanzinstrumente 24.07.2014 2018/19 22.11.2016 Nach einer Analyse von IFRS 9 geht CropEnergies davon aus, dass die Erstanwendung voraussichtlich keine wesentlichen Auswirkungen auf den Abschluss haben wird. Aus den neuen Vorschriften zur Klassifizierung von finanziellen Vermögenswerten in Abhängigkeit von dem für sie existierenden Geschäftsmodell werden sich in einigen Fällen Änderungen bei Bewertung und Ausweis ergeben. Aufgrund der neuen Vorschriften zur Wertminderung werden künftig in einigen Fällen erwartete Verluste früher aufwandswirksam. Aus dieser Neuregelung zur Erfassung von Wertminderungen für Kreditrisiken bei Forderungen in Abhängigkeit von deren Überfälligkeiten (Wertminderungsmatrix) wird aufgrund des hohen Anteils von kreditversicherten Forderungen keine notwendige zusätzliche Risikovorsorge erwartet. Bei der Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen (Hedge Accounting) können künftig in einigen Fällen mehr Komponenten in das gesicherte Risiko einbezogen werden, weshalb sich dann der Grad der Effektivität etwas erhöhen wird.
IFRS 9 (geändert 2017) Finanzinstrumente (Änderung) 12.10.2017 2019/20 22.03.2018 Die Änderung regelt, dass bestimmte Finanzinstrumente mit symmetrisch ausgestalteten Kündigungs- und Entschädigungsklauseln (Vorfälligkeitsregelungen mit negativer Ausgleichsleistung) zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden können, die ansonsten erfolgswirksam zu bewerten wären. Die Änderung ist für CropEnergies nicht relevant.
IFRS 10 Konzernabschlüsse (Änderung) 11.09.2014 unbestimmt verschoben nein Es werden keine Auswirkungen auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage erwartet.
IFRS 14 Regulatorische Abgrenzungsposten 30.01.2014 unbestimmt verschoben nein Der Standard ist für CropEnergies nicht relevant. Die EU-Kommission hat beschlossen, diesen InterimStandard den Endorsementprozess nicht aufzunehmen, sondern den finalen Standard abzuwarten.
IFRS 15 Erlöse aus Verträgen mit Kunden 28.05.2014 2018/19 22.09.2016 Mit IFRS 15 werden Prinzipien geschaffen, die ein Unternehmen bei der Berichterstattung über die Art, die Höhe, den zeitlichen Anfall sowie die Unsicherheit von Umsatzerlösen und resultierenden Zahlungsströmen aus einem Vertrag mit einem Kunden anzuwenden hat. Insbesondere werden Kriterien aufgestellt, nach denen verschiedene Leistungsverpflichtungen in einem Vertrag als eigenständig anzusehen sind. CropEnergies erwartet aus der Anwendung keine wesentlichen Auswirkungen auf Höhe und Zeitpunkt der Umsatzrealisierung, aber erweiterte Angabepflichten.
IFRS 15 (geändert 2016) Erlöse aus Verträgen mit Kunden (Änderung) 12.04.2016 2018/19 31.10.2017 Mit der Änderung von IFRS 15 wurden Klarstellungen bezüglich der Identifizierung von Leistungsverpflichtungen, der Beherrschung von Leasinggegenständen, Maßnahmen von Unternehmen, die geistiges Eigentum maßgeblich verändern sowie Übergangserleichterungen hinsichtlich der Darstellung von Verträgen, die vor der frühest darzustellenden Periode abgeschossen oder geändert wurden, getroffen. Es werden keine Auswirkungen auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage erwartet.
IFRS 16 Leasing 13.01.2016 2019/20 31.10.2017 Mit IFRS 16 werden Ansatz, Bewertung und Ausweis von Leasingverhältnissen neu geregelt. Beim Leasingnehmer wird es künftig nur noch ein Bilanzierungsmodell geben, bei dem das Nutzungsrecht als Vermögenswert und die Verpflichtung als Verbindlichkeit in der Bilanz auszuweisen sind. Für geringwertige Vermögenswerte und für kurzfristige Leasingverhältnisse wird CropEnergies das Wahlrecht der Nichtaktivierung in Anspruch nehmen. CropEnergies hat überprüft, inwieweit IFRS 16 für bestehende Mietverträge einschlägig ist und wie bei einzelnen Verträgen bzw. Vertragsgruppen der Nutzwert und die korrespondierende Schuld zu bemessen sind. Auf Basis einer Analyse der aktuellen Vertragsverhältnisse wird von einer Erhöhung des Buchwerts der Sachanlagen von weniger als 5 % ausgegangen.
IFRS 17 Versicherungsverträge 18.05.2017 2021/22 nein Der Standard ist für CropEnergies nicht relevant.
Diverse Jährliche Verbesserungen an den IFRS - Zyklus 2014 - 2016 08.12.2016 2018/19 07.02.2018 Die Änderungen von IFRS 12 sind bereits ab 2017/18 anzuwenden. Die Änderungen von IFRS 1 und IAS 28 treten in 2018/19 in Kraft. Es werden keine Auswirkungen auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage erwartet.
Diverse Jährliche Verbesserungen an den IFRS - Zyklus 2015 - 2017 12.12.2017 2019/20 nein Es werden keine Auswirkungen auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage erwartet.
IFRIC 22 Transaktionen in fremder Währung und im Voraus gezahlte Leistungen 08.12.2016 2018/19 28.03.2018 Es werden keine Auswirkungen auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage erwartet.
IFRIC 23 Unsicherheit bezüglich der ertragsteuerlichen Behandlung 07.06.2017 2019/20 nein Mit IFRIC 23 wird die Bilanzierung von Unsicherheiten in Bezug auf Ertragsteuern klargestellt. Dabei steht es im Ermessen des bilanzierenden Unternehmens, ob steuerliche Sachverhalte einzeln oder gemeinsam beurteilt werden. Es werden keine Auswirkungen auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage erwartet.

(2) Konsolidierungskreis

In den Konzernabschluss werden die Abschlüsse der CropEnergies AG und der von ihr beherrschten Unternehmen (Tochterunternehmen) nach den Grundsätzen der Vollkonsolidierung einbezogen. Eine Beherrschung im Sinne des IFRS 10 liegt vor, wenn eine Gesellschaft aufgrund ihrer Beteiligung an einem anderen Unternehmen positiven oder negativen Rückflüssen ausgesetzt ist oder über Rechte verfügt, diese zu erhalten. Weiterhin muss die Möglichkeit gegeben sein, die variablen Rückflüsse zu beeinflussen, indem die Gesellschaft die Aktivitäten des Unternehmens steuert. Die Beherrschung kann aufgrund von Stimmrechten oder bestehenden Umständen, unter anderem aufgrund von vertraglichen Regelungen, erfolgen. Entsprechend werden folgende Tochterunternehmen einbezogen:

CropEnergies Bioethanol GmbH, Zeitz*

CropEnergies Beteiligungs GmbH, Mannheim*

BioWanze SA, Brüssel (Belgien)

Ryssen Alcools SAS, Loon-Plage (Frankreich)

Compagnie Financiere de l'Artois SA, Paris (Frankreich)

Ensus UK Ltd., Yarm (Großbritannien)

Ryssen Chile SpA, Lampa, Santiago de Chile (Chile)

CropEnergies Inc., Houston (USA)

Für eine detaillierte Darstellung der Beteiligungen verweisen wir auf die Anteilsbesitzliste auf Seite 130.

Die CropEnergies AG wird in den im Bundesanzeiger offengelegten IFRS-Konzernabschluss der Südzucker AG, Mannheim (HRB Nr. 42 beim Amtsgericht Mannheim) einbezogen, der den größten Konsolidierungskreis abbildet.

Die Joint Venture-Gesellschaft

CT Biocarbonic GmbH, Zeitz,

an der CropEnergies 50 % der Anteile hält und die einer gemeinschaftlichen Führung untersteht, wurde at Equity in den Konzernabschluss einbezogen. Dabei fließt der Ergebnisbeitrag der CT Biocarbonic GmbH ausschließlich in das Ergebnis aus at Equity einbezogenen Unternehmen ein. Die Anteile aus at Equity einbezogenen Unternehmen erhöhen oder vermindern sich jährlich um das anteilige Ergebnis der CT Biocarbonic GmbH:

Tsd. € 28.02.2018 28.02.2017
Langfristige Vermögenswerte 7.790 8.389
Vorräte 56 61
Forderungen und andere Vermögenswerte 486 438
Flüssige Mittel 237 89
Kurzfristige Vermögenswerte 779 588
Summe Vermögenswerte 8.569 8.977
Eigenkapital 3.750 3.914
Langfristige Schulden 1.668 2.360
Kurzfristige Schulden 3.151 2.703
Summe Schulden 4.819 5.063
Erträge 2.751 3.166
- Aufwendungen -2.901 -2.788
= Jahresfehlbetrag / -überschuss -150 378

* Befreiung von der Offenlegungspflicht nach § 264 Abs. 3 HGB

Die CT Biocarbonic GmbH ist ein strategisches Joint Venture zur Herstellung und zum Vertrieb von flüssigem CO2 in Lebensmittelqualität. Der Buchwert des Anteils an der CT Biocarbonic GmbH beträgt 1,9 (2,0) Mio. €. Dies entspricht jeweils dem hälftigen Eigenkapital der CT Biocarbonic GmbH.

(3) Konsolidierungsmethoden

Nach IFRS sind sämtliche Unternehmenszusammenschlüsse nach der Erwerbsmethode abzubilden. Der Kaufpreis des erworbenen Tochterunternehmens wird den erworbenen Vermögenswerten, Schulden und Eventualschulden zugeordnet. Maßgeblich sind dabei die Wertverhältnisse zu dem Zeitpunkt, an dem die Möglichkeit der Beherrschung über das Tochterunternehmen erlangt werden kann. Die ansatzfähigen Vermögenswerte und die übernommenen Schulden und Eventualschulden werden -unabhängig von der Beteiligungshöhe -in voller Höhe mit ihren beizulegenden Zeitwerten angesetzt. Immaterielle Vermögenswerte sind gesondert vom Geschäfts- oder Firmenwert zu bilanzieren, wenn sie von Unternehmen separierbar sind oder aus einem vertraglichen oder anderen Recht resultieren. Verbleibende Unterschiedsbeträge werden als Geschäfts- oder Firmenwert aktiviert.

Gemäß IAS 36.10(b) (Wertminderung von Vermögenswerten) werden Geschäftswerte nicht planmäßig über ihre Nutzungsdauer abgeschrieben, sondern mindestens einmal jährlich einem Werthaltigkeitstest unterzogen (Impairment-Only-Approach).

Die Beteiligung an der CT Biocarbonic GmbH ist auf der Grundlage der at Equity-Bewertung zum Zeitpunkt des Erwerbs bzw. bei Vorliegen der Anwendungsvoraussetzungen von IFRS 11 (Gemeinschaftliche Vereinbarungen) bzw. IAS 28 (Anteile an assoziierten Unternehmen) in den Konzernabschluss eingegangen. Bei der CT Biocarbonic GmbH handelt es sich um eine Beteiligung, bei der aufgrund eines Stimmrechtsanteils von 50 % ein maßgeblicher Einfluss ausgeübt werden kann. Hierbei wird das Unternehmen zunächst mit den Anschaffungskosten und in den Folgeperioden mit dem fortgeführten anteiligen Nettovermögen bilanziert. Dabei werden die Buchwerte jährlich um die anteiligen Ergebnisse, ausgeschütteten Dividenden und sonstigen Eigenkapitalveränderungen erhöht bzw. vermindert. Nach der at Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen werden außerplanmäßig abgeschrieben, wenn der erzielbare Betrag den Buchwert unterschreitet.

Konzerninterne Umsätze, Aufwendungen und Erträge sowie alle Forderungen und Verbindlichkeiten bzw. Rückstellungen zwischen den konsolidierten Gesellschaften werden eliminiert. Im Anlagevermögen und in den Vorräten enthaltene Vermögenswerte aus konzerninternen Lieferungen werden um die Zwischenergebnisse bereinigt.

(4) Währungsumrechnung

Fremdwährungstransaktionen werden mit den Wechselkursen zum Transaktionszeitpunkt in die funktionale Währung (die Währung des primären wirtschaftlichen Umfelds, in dem das Unternehmen operiert) umgerechnet. Währungsgewinne und -verluste aus der Erfüllung solcher Transaktionen sowie aus der Umrechnung von monetären Vermögenswerten und Schulden zum Stichtagskurs werden in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung erfasst.

Der Jahresabschluss der CropEnergies Inc., Houston, wird in US-Dollar (USD), der Jahresabschluss der Ensus UK Ltd., Yarm, wird in britischen Pfund (GBP) und der Jahresabschluss der Ryssen Chile SpA, Lampa, Santiago de Chile, wird in chilenischen Pesos (CLP) aufgestellt. Da die Berichtswährung von CropEnergies der Euro ist (funktionale Währung des Mutterunternehmens), erfolgt die Umrechnung der Vermögenswerte und Schulden zu EZB-Referenzkursen oder anderweitigen bekanntgegebenen Referenzkursen am Bilanzstichtag (Stichtagskurs). Im Fall der Fremdwährungsgewinne und -verluste aus der Bewertung von Forderungen und Verbindlichkeiten im Rahmen der Konzernfinanzierung erfolgt die Umrechnung zum Durchschnittskurs des Geschäftsjahrs. Wenn jedoch die Anwendung des Jahresdurchschnittskurses zu unzutreffenden Ergebnissen führt, erfolgt die Umrechnung zu einem angepassten Durchschnittskurs. Die übrigen Aufwendungen und Erträge werden zum Jahresdurchschnittskurs angesetzt.

Die für die Währungsumrechnung zugrunde gelegten Wechselkurse der Währungen haben sich wie folgt entwickelt (Gegenwert für 1 €):

1 € = Landeswährung
Land Währungsabkürzung Stichtag 28.02.2018 Durchschnitt 2017/18 Stichtag 28.02.2017 Durchschnitt 2016/17
Chile CLP 724,80 739,58 689,12 734,05
Großbritannien GBP 0,88 0,88 0,85 0,83
USA USD 1,22 1,16 1,06 1,10

Unterschiede aus der Währungsumrechnung bei den Vermögens- und Schuldpositionen gegenüber der Umrechnung des Vorjahrs sowie Umrechnungsdifferenzen zwischen Bilanz und Gewinn-und-Verlust-Rechnung werden erfolgsneutral behandelt und in der Gesamtergebnisrechnung als Zusatzangabe zu den erfolgsneutral im Eigenkapital erfassten Erträgen und Aufwendungen als konsolidierungsbedingte Währungsdifferenzen ausgewiesen.

Konzerninterne Darlehen zur langfristigen Finanzierung von Tochterunternehmen stellen im Wesentlichen einen Teil der Nettoinvestitionen in diese ausländischen Geschäftsbetriebe (Net Investment in a Foreign Operation) dar; die daraus resultierenden Währungsumrechnungsdifferenzen aus der Stichtagsbewertung werden erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst und in der Gesamtergebnisrechnung als Bestandteil der erfolgsneutral im Eigenkapital erfassten Erträge und Aufwendungen in der Position Währungsdifferenzen ausgewiesen.

(5) Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Bei der Erstellung der Konzernabschlüsse der Konzerngesellschaften sind die einschlägigen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze nach IFRS für gleichartige Geschäftsvorfälle und sonstige Ereignisse in ähnlichen Umständen einheitlich anzuwenden. Eine Erläuterung der Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze erfolgt nur, soweit die einschlägigen Standards Wahlrechte bei der Bilanzierung und Bewertung vorsehen bzw. wenn die Grundsätze weiter konkretisiert werden. Insbesondere wird von einer Wiederholung der Texte der jeweiligen Standards bzw. von der Wiedergabe von Grundregeln abgesehen.

Erworbene Geschäfts- oder Firmenwerte sind unter den immateriellen Vermögenswerten ausgewiesen. Geschäfts- oder Firmenwerte und immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer werden nicht planmäßig abgeschrieben, sondern jährlich sowie bei Vorliegen von Anhaltspunkten (Triggering events) für eine Wertminderung einem Werthaltigkeitstest (Impairment-Only-Approach) unterzogen. Die Vorgehensweise bei dieser Werthaltigkeitsprüfung ist in den Erläuterungen zur Bilanz dargestellt.

Sachanlagen werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, vermindert um lineare planmäßige Abschreibungen und Wertminderungen, bewertet. Im Zugangsjahr werden Vermögenswerte des Sachanlagevermögens zeitanteilig (pro rata temporis) abgeschrieben. Staatliche Zuschüsse und Zulagen werden von den Anschaffungskosten gekürzt.

Den planmäßigen Abschreibungen des Sachanlagevermögens und der immateriellen Vermögenswerte mit bestimmter Nutzungsdauer liegen folgende erwartete Nutzungsdauern zugrunde:

Erwartete Nutzungsdauer
Immaterielle Vermögenswerte 3 bis 5 Jahre
Gebäude 10 bis 25 Jahre
Technische Anlagen und Maschinen 5 bis 15 Jahre
Betriebs- und Geschäftsausstattung 3 bis 10 Jahre

Vorräte werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten und im Fall von Lebens- und Futtermitteln zum Nettoveräußerungswert bewertet. Dabei kommt die Durchschnittsmethode oder die Fifo-Methode (First in -first out) zum Ansatz, da dies den tatsächlichen Verbrauchsfolgeverhältnissen entspricht. Die Herstellungskosten umfassen die produktionsbezogenen Vollkosten, die auf der Grundlage der normalen Kapazität ermittelt werden. Im Einzelnen enthalten die Herstellungskosten neben den direkt zurechenbaren Einzelkosten auch fixe und variable Produktionsgemeinkosten (Material- und Fertigungsgemeinkosten) einschließlich Abschreibungen auf Fertigungsanlagen. Dabei werden insbesondere die Kosten berücksichtigt, die auf den spezifischen Produktionskostenstellen anfallen. Finanzierungskosten werden dabei nicht berücksichtigt. Soweit erforderlich, wird der niedrigere realisierbare Veräußerungswert abzüglich noch anfallender Kosten angesetzt (Nettoveräußerungswert). Dieser Nettoveräußerungswert ist der geschätzte, im normalen Geschäftsverlauf erzielbare Verkaufserlös abzüglich der notwendigen variablen Vertriebskosten. Abwertungen auf fertige und unfertige Erzeugnisse werden unter der Position "Bestandsveränderungen" ausgewiesen. Soweit bei früher abgewerteten Vorräten der Nettoveräußerungserlös gestiegen ist, wird in diesem Umfang eine Wertaufholung vorgenommen.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige finanzielle Vermögenswerte werden zum Zeitpunkt des Zugangs mit dem Marktwert zuzüglich Transaktionskosten und anschließend mit fortgeführten Anschaffungskosten unter Berücksichtigung der Effektivzinsmethode bewertet. Für die in den Forderungen enthaltenen Ausfall- oder anderen Risiken werden ausreichende Einzelwertberichtigungen auf separaten Wertminderungskonten gebildet. Dabei entsprechen die Nennwerte abzüglich notwendiger Wertberichtigungen den beizulegenden Zeitwerten. Bei der Ausbuchung von uneinbringlichen Forderungen wird auf den Einzelfall abgestellt.

Die Bilanzierung der CO2 -Emissionsrechte erfolgt nach den Vorschriften gemäß IAS 38 (Immaterielle Vermögenswerte), IAS 20 (Zuwendungen der öffentlichen Hand) und IAS 37 (Rückstellungen). Die für das jeweilige Kalenderjahr kostenlos zugeteilten bzw. erworbenen CO2 -Emissionsrechte sind immaterielle Vermögenswerte, die unter den sonstigen kurzfristigen Vermögenswerten ausgewiesen werden. Sie werden zu Anschaffungskosten bewertet, die im Fall von kostenlos zugeteilten Emissionsrechten null sind.

Übersteigen die tatsächlichen Emissionen die zugeteilten Zertifikate, wird aufwandswirksam eine Rückstellung für CO2 -Emis-sionen gebildet. Die Bemessung der Rückstellung berücksichtigt die Anschaffungskosten zugekaufter Zertifikate bzw. den Marktwert von Emissionszertifikaten zum jeweiligen Bewertungsstichtag.

Bei leistungsorientierten Versorgungsplänen werden die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen entsprechend IAS 19 (leistungen an Arbeitnehmer) mittels der Methode der laufenden Einmalprämien (Projected-Unit-Credit-Method) ermittelt. Bei diesem Anwartschaftsbarwertverfahren werden nicht nur die am Stichtag bekannten Renten und erworbenen Anwartschaften, sondern auch künftige Anpassungen von Gehältern und Renten berücksichtigt. Die Berechnung stützt sich auf versicherungsmathematische Gutachten unter der Berücksichtigung biometrischer Daten.

Zahlungen für beitragsorientierte Versorgungspläne werden bei Fälligkeit als Aufwand erfasst und im Personalaufwand ausgewiesen. Zahlungen für staatliche Versorgungspläne werden wie die von beitragsorientierten Versorgungsplänen behandelt. Der Konzern hat über die Zahlung der Beiträge hinaus keine weiteren Zahlungsverpflichtungen.

Die sonstigen Rückstellungen decken, sofern die Eintrittswahrscheinlichkeit mehr als 50 % beträgt und eine zuverlässige Schätzung möglich ist, auch die Risiken aus Rechtsstreitigkeiten und -verfahren ab. Bei diesbezüglichen Anhangangaben zur Rückstellungsentwicklung wurde von den Regelungen des IAS 37.92 Gebrauch gemacht. Zur Beurteilung bzw. Schätzung der Rückstellungshöhe werden neben der Sachverhaltsbeurteilung und den geltenden Ansprüchen im Einzelfall auch die Ergebnisse vergleichbarer Verfahren und unabhängige Rechtsgutachten herangezogen.

Als Ertragsteuern werden die in den einzelnen Ländern erhobenen Steuern auf den steuerpflichtigen Gewinn sowie die Veränderung der latenten Steuern ausgewiesen. Die ausgewiesenen laufenden Ertragsteuern werden auf Basis der am Bilanzstichtag gültigen bzw. verabschiedeten gesetzlichen Regelungen in der Höhe erfasst, wie sie voraussichtlich bezahlt werden müssen bzw. voraussichtlich erstattet werden. Die erstmalige Erfassung und Folgebewertung erfolgt vollständig im Steueraufwand. Dabei werden in der Bilanz die Ertragsteuerverbindlichkeiten aus dem abgelaufenen Geschäftsjahr unter den kurzfristigen Steuerschulden und Forderungen aus Vorauszahlungen unter den kurzfristigen Steuererstattungsansprüchen ausgewiesen. Die langfristigen Steuerschulden beinhalten im Wesentlichen Ertragsteuern für noch nicht abschließend geprüfte Vorjahreszeiträume. Die Auf- bzw. Abzinsung der Steuerschulden wird in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung im Posten Steuern vom Einkommen und vom Ertrag erfasst. Steuerpositionen, die sich z. B. durch Betriebsprüfungen noch verändern können, wurden auf Basis der erwarteten voraussichtlichen Steuerzahlung bzw. -erstattung geschätzt.

Latente Steuern werden auf temporär unterschiedliche Wertansätze von Aktiva und Passiva zwischen IFRS- und Steuerbilanz sowie auf Verlustvorträge, soweit sie steuerlich nutzbar sind, berechnet. Aktive und passive latente Steuern sind als separate Posten ausgewiesen. Eine Aufrechnung von latenten Steueransprüchen mit latenten Steuerverpflichtungen wurde vorgenommen, wenn die Ertragsteuern von der gleichen Steuerbehörde erhoben werden und ein einklagbares Recht zur Aufrechnung besteht. Ein sich danach ergebender Überhang an aktiven latenten Steuern wird nur in dem Umfang angesetzt, in dem es wahrscheinlich ist, dass ein zu versteuernder Gewinn verfügbar sein wird, gegen den die latente Steuer verwendet werden kann. Die Beurteilung der Werthaltigkeit aktiver latenter Steuern unterliegt unternehmensindividuellen Prognosen, u. a. über die zukünftige Ertragssituation in der betreffenden Konzerngesellschaft.

Passive latente Steuern, die durch temporäre Differenzen im Zusammenhang mit Beteiligungen an Tochterunternehmen und at Equity einbezogenen Unternehmen entstehen, werden angesetzt, es sei denn, dass der Zeitpunkt der Umkehrung der temporären Differenzen vom Konzern bestimmt werden kann und es wahrscheinlich ist, dass sich die temporären Differenzen in absehbarer Zeit aufgrund dieses Einflusses nicht umkehren werden.

Die Berechnung der latenten Steuern wurde gemäß IAS 12 (Ertragsteuern) unter Berücksichtigung der jeweiligen nationalen Ertragsteuersätze vorgenommen, die am Bilanzstichtag gelten oder im Wesentlichen gesetzlich verabschiedet sind und deren Geltung zum Zeitpunkt der Realisierung der latenten Steuerforderung bzw. der Begleichung der latenten Steuerverbindlichkeit erwartet wird. Werden Erträge und Aufwendungen erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst, so gilt dies ebenfalls für die darauf abgegrenzten aktiven und passiven latenten Steuern.

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige finanzielle Verbindlichkeiten werden bei der Erstbewertung zum Marktwert abzüglich Transaktionskosten und bei der Folgebewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Berücksichtigung der Effektivzinsmethode bilanziert.

Finanzielle Vermögenswerte werden in die Kategorien: a) "erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bilanzierte finanzielle Vermögenswerte" und b) "Kredite und Forderungen" eingeteilt. Finanzielle Verbindlichkeiten werden beim erstmaligen Ansatz in die Kategorien: a) "zu fortgeführten Anschaffungskosten gehaltene Verbindlichkeiten" und b) "erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten" unterteilt.

Die Kategorisierung hängt von dem jeweiligen Zweck ab, für den die finanziellen Vermögenswerte erworben wurden. Das Management bestimmt die Klassifizierung der finanziellen Vermögenswerte beim erstmaligen Ansatz und überprüft die Klassifizierung zu jedem Stichtag. Analog zur Vorgehensweise bei finanziellen Vermögenswerten hängt auch bei finanziellen Verbindlichkeiten die Kategorisierung von dem jeweiligen Zweck ab.

Derivative Finanzinstrumente werden als Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten bilanziert und -unabhängig von ihrem Zweck -mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet. Der Ansatz erfolgt zum Handelstag. Änderungen des beizulegenden Zeitwerts werden erfolgswirksam erfasst, es sei denn, die derivativen Finanzinstrumente stehen in einer bilanziellen Sicherungsbeziehung zum Grundgeschäft. In diesem Fall richtet sich die Erfassung von Änderungen des beizulegenden Zeitwertes nach der Art der Sicherungsbeziehung.

Unter Derivaten im Handelsbestand werden derivative Finanzinstrumente zur Sicherung von Preisrisiken ausgewiesen, die nicht in einer bilanziellen Sicherungsbeziehung designiert sind. Bei Derivaten im Handelsbestand werden Änderungen der beizulegenden Zeitwerte der Sicherungsgeschäfte in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung erfasst.

Cashflow-Hedge-Derivate dienen der Absicherung des Risikos, dass die mit einem bilanzierten Vermögenswert, einer bilanzierten Schuld oder einer mit hoher Wahrscheinlichkeit eintretenden geplanten Transaktion verbundenen zukünftigen Zahlungsströme schwanken. Liegt ein Cashflow-Hedge-Derivat vor, werden die unrealisierten Gewinne und Verluste des Sicherungsgeschäfts zunächst unter den sonstigen Eigenkapitalposten erfasst. Sie gehen erst dann in die Gewinn-und-Verlust-Rechnung ein, wenn das abgesicherte Grundgeschäft erfolgswirksam wird.

Da es sich bei den eingesetzten derivativen Finanzinstrumenten im Wesentlichen um börsengehandelte Termingeschäfte handelt, sind hierfür entsprechende Sicherheitsleistungen zu hinterlegen. Der Bilanzausweis der Termingeschäfte sowie der Sicherheitsleistungen erfolgt brutto. Zu leistende Initial Margins werden unter den sonstigen Vermögenswerten ausgewiesen. Während der Laufzeit der derivaten Finanzinstrumente zu leistende bzw. erhaltene Variation Margins werden unter den sonstigen Vermögenswerten bzw. sonstigen Verbindlichkeiten ausgewiesen. Die Auslastung der dafür zur Verfügung gestellten Kreditlinie wird unter den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten erfasst.

Umsatzerlöse umfassen den beizulegenden Zeitwert der für den Verkauf von Erzeugnissen und Waren im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit erhaltenen bzw. zu erhaltenden Gegenleistung. Umsatzerlöse werden abzüglich Rabatten und Preisnachlässen, ohne Umsatzsteuer und nach Eliminierung konzerninterner Verkäufe ausgewiesen. Die Erfassung von Umsatzerlösen erfolgt, wenn die geschuldete Lieferung oder Leistung erbracht worden und der Übergang der wesentlichen Chancen und Risiken erfolgt ist.

Bei der Anwendung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sind Ermessensentscheidungen zu treffen. Dies gilt insbesondere für folgende Sachverhalte: Bei bestimmten Verträgen ist zu entscheiden, ob sie als Derivate zu behandeln oder wie sogenannte Verträge für den Eigenverbrauch als schwebende Geschäfte zu bilanzieren sind.

Die Aufstellung des Konzernabschlusses nach IFRS erfordert, dass Annahmen getroffen und Schätzungen vorgenommen werden. Diese Beurteilungen des Managements können sich auf den Wertansatz der bilanzierten Vermögenswerte und Schulden, auf die Erträge und Aufwendungen sowie auf die Angabe der Eventualschulden auswirken.

Bei Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen ist u. a. der Diskontierungssatz eine wichtige Einflussgröße. Der Diskontierungssatz für Pensionsverpflichtungen wird auf Grundlage der auf den Finanzmärkten am Bilanzstichtag beobachtbaren Renditen erstrangiger, festverzinslicher Industrieanleihen ermittelt. Daneben werden analytisch abgeleitete Annahmen über Pensionseintrittsalter, Lebenserwartung, Fluktuation und künftige Gehalts- und Rentenerhöhungen getroffen. Hinsichtlich der Auswirkungen der Veränderungen einzelner versicherungsmathematischer Annahmen auf die Höhe der leistungsorientierten Pensionsverpflichtungen wird auf die Angaben zur Sensitivitätsanalyse unter Ziffer (22) "Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen" verwiesen. Annahmen und Schätzungen beziehen sich auch auf die Bilanzierung und Bewertung von übrigen Rückstellungen.

Die Beurteilung der Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte sowie der Produktionsanlage in Wilton erfolgen auf Basis einer Prognoserechnung für die zukünftigen Cashflows und unter Anwendung eines an die Branche und das Unternehmensrisiko angepassten Diskontierungssatzes.

Wichtige Einflussfaktoren für die Planung der CropEnergies-Gruppe sind die Preise für Ethanol, Getreide sowie Lebens- und Futtermittel. Dabei sind insbesondere die Preise für Ethanol und Getreide volatil.

Auch die Bestimmung der Nutzungsdauern des abnutzbaren Anlagevermögens, des Nettoveräußerungspreises und des Vorratsvermögens basieren auf Schätzungen.

Aktive latente Steuern werden angesetzt, soweit die Realisierbarkeit künftiger Steuervorteile wahrscheinlich ist. Die tatsächliche steuerliche Ergebnissituation der späteren Perioden und damit die tatsächliche Nutzbarkeit aktiver latenter Steuern können von der Einschätzung zum Zeitpunkt der Aktivierung der latenten Steuern abweichen. Ertragsteuern können in Bezug auf Eintrittswahrscheinlichkeiten und Höhe der erwarteten Steuerzahlung bzw. -erstattung einer Unsicherheit unterliegen, für die das Unternehmen eine Einschätzung vorzunehmen hat. Der Planungshorizont beträgt in der Regel 5 Jahre.

Weitere Erläuterungen zu den getroffenen Annahmen und Schätzungen, die diesem Konzernabschluss zugrunde liegen, sind bei den Angaben zu den einzelnen Abschlussposten aufgeführt.

Sämtliche Annahmen und Schätzungen basieren auf den Verhältnissen und Beurteilungen am Bilanzstichtag. Bei der Einschätzung der voraussichtlichen Geschäftsentwicklung wurde außerdem das zu diesem Zeitpunkt als realistisch unterstellte künftige wirtschaftliche Umfeld des Konzerns berücksichtigt. Sollten sich die Rahmenbedingungen entgegen der getroffenen Annahmen verändern, können die tatsächlichen Beträge von den Schätzwerten abweichen. In diesem Fall erfolgt eine Anpassung der Annahmen und, soweit erforderlich, der Buchwerte der betroffenen Vermögenswerte und Schulden.

Erläuterungen zur Gewinn-und-Verlust-Rechnung

(6) Umsatzerlöse

Tsd. € 2017/18 2016/17
Bioethanol, Lebens- und Futtermittel 875.485 792.073
Sonstige Erlöse 6.478 9.663
881.963 801.736

Die Umsatzerlöse für Bioethanol, Lebens- und Futtermittel erhöhten sich um 83,4 Mio. € auf 875,5 Mio. €. Maßgeblich für den Umsatzzuwachs war das gestiegene Geschäftsvolumen infolge der hohen Auslastung aller Produktionsanlagen. Dabei schlug insbesondere die höhere Produktion in Wilton zu Buche, die im Juli 2016 wieder in Betrieb genommen worden war. Die gestiegene Produktion führte zu höheren Absatzmengen von eigenerzeugtem Bioethanol sowie Lebens- und Futtermitteln. Gleichzeitig konnte das Handelsgeschäft leicht ausgebaut werden.

Die sonstigen Erlöse umfassen im Wesentlichen Erlöse aus dem Verkauf von Energie.

(7) Bestandsveränderungen und andere aktivierte Eigenleistungen

Diese Position enthält aktivierte Eigenleistungen in Höhe von 136 (98) Tsd. €.

(8) Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge von 3,3 (6,0) Mio. € enthalten im Wesentlichen Währungsgewinne in Höhe von 1,7 (1,5) Mio. € sowie Vertriebsprovisionen und weiterverrechnete Logistikkosten in Höhe von 1,0 (1,4) Mio. €.

(9) Materialaufwand

Tsd. € 2017/18 2016/17
Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 654.753 574.999
Aufwendungen für bezogene Leistungen 22.317 15.356
677.070 590.355

Im Vergleich zum Vorjahr erhöhte sich der Materialaufwand aufgrund der um 12 % auf 1.149 (1.030) Tsd. m3 gesteigerten Bioethanolproduktion auf 677,1 (590,4) Mio. €. Höhere Kosten für die eingesetzten Rohstoffe, insbesondere Getreide, und höhere Instandhaltungsaufwendungen führten zu einem Anstieg der Materialaufwandsquote auf 76,7 (73,1) % der Gesamtleistung.

(10) Personalaufwand

Tsd. € 2017/18 2016/17
Löhne und Gehälter 26.397 25.299
Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 8.900 8.761
35.297 34.060

Anzahl der beschäftigten Mitarbeiter (Vollzeitäquivalente)

2017/18 2016/17
Zahl der Mitarbeiter nach Regionen
Deutschland 168 165
Übrige EU-Länder 239 240
Übriges Ausland 7 7
414 412
Zahl der Mitarbeiter nach Kategorien
Lohnempfänger 198 198
Gehaltsempfänger 216 214
414 412

Die Anzahl der per 28. Februar 2018 beschäftigten Mitarbeiter (Vollzeitäquivalente) lag bei 414 (412). Die Zahl der im Jahresdurchschnitt beschäftigten Mitarbeiter (Vollzeitäquivalente) war 410 (409).

Der Personalaufwand erhöhte sich auf 35,3 (34,1) Mio. €. Die Personalaufwandsquote (bezogen auf die Gesamtleistung) verringerte sich auf 4,0 (4,2) %.

(11) Sonstige betriebliche Aufwendungen

Tsd. € 2017/18 2016/17
Vertriebs- und Werbeaufwendungen 27.857 26.258
Aufwendungen für Betrieb und Verwaltung 15.019 13.604
Übrige Aufwendungen 20.848 15.792
63.724 55.654

Die Vertriebs- und Werbeaufwendungen erhöhten sich auf 27,9 (26,3) Mio. € und enthielten hauptsächlich Logistikaufwendungen zur Belieferung der Kunden. Die Aufwendungen für Betrieb und Verwaltung beliefen sich auf 15,0 (13,6) Mio. €.

Die übrigen Aufwendungen umfassten überwiegend Kosten für Shared-Service-Leistungen der Südzucker-Gruppe in Höhe von 5,2 (6,0) Mio. €, sonstige Steuern in Höhe von 2,4 (2,4) Mio. €, Aufwendungen für Miete, Pacht und Leasing in Höhe von 2,3 (1,7) Mio. €, Währungsverluste in Höhe von 1,7 (0,9) Mio. € sowie verauslagte Logistikkosten in Höhe von 0,6 (0,9) Mio. €.

(12) Ergebnis der Betriebstätigkeit

Tsd. € 2017/18 2016/17
Ergebnis der Betriebstätigkeit 70.769 93.871
davon operatives Ergebnis 71.660 97.562
davon Ergebnis aus Restrukturierung und Sondereinflüssen -816 -3.880
davon Ergebnis aus at Equity einbezogenen Unternehmen -75 189

Das Ergebnis der Betriebstätigkeit in Höhe von 70,8 (93,9) Mio. € setzt sich zusammen aus dem operativen Ergebnis, dem Ergebnis aus Restrukturierung und Sondereinflüssen sowie dem Ergebnis aus at Equity einbezogenen Unternehmen. Das Ergebnis aus Restrukturierung und Sondereinflüssen entfällt fast vollständig auf die Anpassung einer Steuerrückstellung.

Die operative Marge verringerte sich auf 8,1 (12,2) % des Umsatzes.

(13) Finanzerträge und -aufwendungen

Tsd. € 2017/18 2016/17
Zinserträge 53 51
Sonstige Finanzerträge 320 262
Finanzerträge 373 313
Zinsaufwendungen -1.078 -1.853
Sonstige Finanzaufwendungen -239 -2.571
Finanzaufwendungen -1.317 -4.424
Finanzergebnis -944 -4.111

Das Finanzergebnis verbesserte sich gegenüber dem Vorjahr um 3,2 Mio. € auf 0,9 Mio. € im Wesentlichen aufgrund der geringeren Zinsaufwendungen sowie aus geringeren Währungsverlusten aus der Einbeziehung ausländischer Tochtergesellschaften. Im Finanzergebnis ist ein Aufzinsungsaufwand für Pensionsrückstellungen und ähnliche Verpflichtungen in Höhe von 0,5 (0,4) Mio. € enthalten.

(14) Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Bei Anwendung des gesetzlichen Ertragsteuersatzes des Mutterunternehmens CropEnergies AG unter Zugrundelegung des deutschen Körperschaftsteuersatzes von 15,0 % zuzüglich des Solidaritätszuschlags von 5,5 % sowie der Gewerbesteuer für das Geschäftsjahr 2017/18 ergibt sich ein theoretischer Steuersatz von 30,10 (29,93) %. Der geänderte theoretische Steuersatz resultiert aus einer Änderung der Gewerbesteuerzerlegung bei CropEnergies.

Tsd. € 2017/18 2016/17
Ergebnis vor Ertragsteuern 69.825 89.760
Theoretischer Steuersatz 30,10 % 29,93 %
Theoretischer Steueraufwand 21.017 26.865
Abweichung vom theoretischen Steueraufwand aufgrund:
Abweichender ausländ. Steuervorschriften -181 -806
Abweichender Steuersätze 516 652
Steuerminderung durch steuerfreie Erträge -922 -758
Steuererhöhung aufgrund nicht abzugsfähiger Aufwendungen 1.157 1.614
Gewerbesteuerlicher Korrekturen 9 22
Laufender Steuern aus Vorjahren -807 -4.311
Steuereffekten aus der Bilanzierung von Verlustvorträgen und temporären Differenzen -1.958 -2.777
Sonstiges 185 480
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 19.016 20.981
Steuerquote 27 % 23 %

Der Effekt aus abweichenden ausländischen Steuervorschriften in Höhe von -0,2 (-0,8) Mio. € resultiert, wie im Vorjahr, aus spezifischen belgischen Steuerbestimmungen.

Der positive Effekt aus den laufenden Steuern aus den Vorjahren in Höhe von 0,8 (4,3) Mio. € betrifft im Wesentlichen Steuervorteile aus der steuerlichen Nutzung von Vorjahresverlusten bei Ensus sowie die Auswirkungen einer Betriebsprüfung bei BioWanze.

Die Steuereffekte aus der Bilanzierung von Verlustvorträgen und temporären Differenzen in Höhe von -2,0 (-2,8) Mio. € betreffen Ensus und BioWanze. Aufgrund einer Steuersatzänderung in Belgien wurde der Altbestand an latenten Steuern bei BioWanze um -1,0 Mio. € verändert.

Auf temporäre Unterschiede im Zusammenhang mit Anteilen an Tochterunternehmen in Höhe von 0,5 (0,3) Mio. € wurden keine passiven latenten Steuern angesetzt, da der Zeitpunkt der Umkehrung der temporären Differenzen von CropEnergies bestimmt werden kann und es zudem nicht wahrscheinlich ist, dass CropEnergies diese Umkehrung in absehbarer Zeit veranlassen wird.

Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag setzen sich im Geschäftsjahr 2017/18 aus laufenden Steueraufwendungen in Höhe von 20,4 (17,1) Mio. € und latenten Steuern in Höhe von -1,4 (3,9) Mio. € zusammen.

Die latenten Steuerabgrenzungen setzen sich wie folgt aus den einzelnen Bilanzpositionen zusammen:

Tsd. € Aktive latente Steuern Passive latente Steuern
28. Februar 2018 2017 2018 2017
Anlagevermögen 837 719 23.038 24.926
Vorräte 52 306 0 0
Übrige Vermögenswerte 368 417 414 1.083
Steuerliche Sonderposten 0 0 646 901
Rückstellungen 3.024 3.838 525 609
Verbindlichkeiten 750 1.094 483 1.323
5.031 6.374 25.106 28.842
Saldierungen -2.519 -4.451 -2.519 -4.451
Bilanzposten 2.512 1.923 22.587 24.391

Von den aktiven latenten Steuern vor Saldierung in Höhe von 5,0 (6,4) Mio. € sind 4,0 (5,5) Mio. € langfristig. Von den passiven latenten Steuern vor Saldierung in Höhe von 25,1 (28,8) Mio. € sind 23,7 (25,8) Mio. € langfristig.

Für Verlustvorträge sowie temporäre Differenzen wurden latente Steuern in Höhe von 50,7 (54,2) Mio. € nicht angesetzt. Davon verfallen voraussichtlich 0,4 (0,6) Mio. € innerhalb von 20 Jahren, 50,3 (53,6) Mio. € sind unbegrenzt nutzbar. Des Weiteren resultierten erfolgsneutral erfasste latente Steuern aus den Marktwerten von Sicherungsgeschäften sowie aus der Neubewertung leistungsorientierter Pensionszusagen und ähnlichen Verpflichtungen wie folgt:

Tsd. € 2017/18 2016/17
Vor Steuereffekt Steuereffekt Nach Steuereffekt Vor Steuereffekt Steuereffekt Nach Steuereffekt
Zukünftig in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung zu erfassende Erträge und Aufwendungen
Marktwertveränderungen aus Cashflow Hedges -6.215 1.747 -4.468 9.920 -3.191 6.729
Konsolidierungsbedingte Währungsdifferenzen -1.800 0 -1.800 -2.922 0 -2.922
-8.015 1.747 -6.268 6.998 -3.191 3.807
Zukünftig nicht in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung zu erfassende Erträge und Aufwendungen
Neubewertung von Leistungsorientierten Pensionszusagen und ähnlichen Verpflichtungen 2.292 -757 1.535 -1.357 421 -936
-5.723 990 -4.733 5.641 -2.770 2.871
Jahresüberschuss 50.809 68.779
Gesamtergebnis 46.076 71.650

Von den Steuererstattungsansprüchen in Höhe von 7,3 Mio. € fallen 5,6 Mio. € in Deutschland, 0,9 Mio. € in Belgien, 0,7 Mio. € in Frankreich sowie 0,1 Mio. € in Chile an. Die Steuerschulden in Höhe von 12,2 Mio. € stammen mit 11,8 Mio. € aus den deutschen Gesellschaften und mit 0,4 Mio. € aus den französischen Gesellschaften.

(15) Forschungs- und Entwicklungskosten

Die Forschungs- und Entwicklungsarbeiten der CropEnergies-Gruppe konzentrierten sich auf die technologische Begleitung von Prozessen bestehender Produktionsanlagen, deren Optimierung sowie weitere Verbesserungen der Lebens- und Futtermittel. Daneben wurden Normen mitgestaltet, neue Produktionskonzepte für die Gewinnung von Bioethanol entwickelt und analytische Methoden bei der Herstellung von Neutralalkohol implementiert.

Die Forschungs- und Entwicklungskosten beliefen sich auf 1,6 (1,3) Mio. €. Diese Kosten wurden im Jahr des Entstehens vollständig in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung berücksichtigt und als sonstige betriebliche Aufwendungen erfasst. Entwicklungskosten für neue Produkte wurden nicht aktiviert.

Erläuterungen zur Bilanz

(16) Immaterielle Vermögenswerte

Die in den immateriellen Vermögenswerten enthaltenen Geschäfts- oder Firmenwerte aus der Erstkonsolidierung von Unternehmenserwerben werden nicht planmäßig abgeschrieben. In den Konzessionen, gewerblichen Schutzrechten und ähnlichen Rechten ist im Wesentlichen erworbene Software enthalten, die eine begrenzte Nutzungsdauer aufweist.

2017/18
Tsd. €
Geschäfts- oder Firmenwert Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte Gesamt
Anschaffungskosten
1. März 2017 5.595 9.060 14.655
Sonstige Veränderungen 500 0 500
Währungseffekte 0 -35 -35
Zugänge 0 173 173
Umbuchungen 0 32 32
Abgänge 0 0 0
28. Februar 2018 6.095 9.230 15.325
Abschreibungen
1. März 2017 0 -5.173 -5.173
Währungseffekte 0 20 20
Jahresabschreibungen 0 -763 -763
Abgänge 0 0 0
28. Februar 2018 0 -5.916 -5.916
Buchwert 28. Februar 2018 6.095 3.314 9.409
2016/17
Tsd. €
Geschäfts- oder Firmenwert Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte Gesamt
Anschaffungskosten
1. März 2016 5.595 9.212 14.807
Währungseffekte 0 46 46
Zugänge 0 3 3
Umbuchungen 0 0 0
Abgänge 0 -201 -201
28. Februar 2017 5.595 9.060 14.655
Abschreibungen
1. März 2016 0 -4.641 -4.641
Währungseffekte 0 -28 -28
Jahresabschreibungen 0 -650 -650
Abgänge 0 146 146
28. Februar 2017 0 -5.173 -5.173
Buchwert 28. Februar 2017 5.595 3.887 9.482

Zur Durchführung von Werthaltigkeitstests sind die Geschäfts- oder Firmenwerte den Zahlungsmittel generierenden Einheiten bzw. Gruppen von Zahlungsmittel generierenden Einheiten bzw. Cash Generating Units (CGU) zuzuordnen. Im Rahmen des Werthaltigkeitstests werden die jeweiligen Buchwerte der CGU regelmäßig mit dem Nutzungswert (führendes Wertkonzept bei CropEnergies) verglichen, um eine mögliche Wertminderung zu identifizieren.

CropEnergies hat ihre CGU entsprechend der internen Berichterstattung festgelegt. In der CropEnergies-Gruppe ist die einzige Geschäfts- oder Firmenwert tragende CGU Ryssen Frankreich (mit den Gesellschaften Ryssen und COFA). Der Geschäfts- oder Firmenwert beläuft sich auf 6,1 (5,6) Mio. €. Im Berichtsjahr wurde der Geschäfts- oder Firmenwert durch eine vertragsgemäße Zahlung in Höhe von 0,5 Mio. € erhöht.

CropEnergies ermittelt zur Bestimmung des erzielbaren Betrags zunächst den Nutzungswert. Der Nutzungswert ist der Barwert der zukünftigen Cashflows, die voraussichtlich aus einer Zahlungsmittel generierenden Einheit erzielt werden können. Der Nutzungswert wird auf der Grundlage eines Unternehmensbewertungsmodells (Discounted Cashflow) ermittelt. Der Bestimmung liegen Cashflow-Planungen zugrunde, die auf der vom Vorstand genehmigten bzw. vom Aufsichtsrat verabschiedeten und im Zeitpunkt der Durchführung des Impairment-Tests gültigen 5-Jahres-Planung basieren. In diese Planungen fließen Erfahrungen ebenso ein wie Erwartungen hinsichtlich der zukünftigen Marktentwicklung sowie der gesamtwirtschaftlichen Rahmendaten. Wichtige Einflussfaktoren für die Planung der CropEnergies-Gruppe sind die Preise für Ethanol, Getreide sowie Lebens- und Futtermittel. Dabei sind insbesondere die Preise für Ethanol und Getreide volatil.

Die 5-Jahres-Planung berücksichtigt wirtschaftliche Daten allgemeiner Art und basiert auf der erwarteten Entwicklung der aus externen volks- und finanzwirtschaftlichen Studien abgeleiteten, gesamtwirtschaftlichen Rahmendaten. Darüber hinaus werden insbesondere länderspezifische Annahmen zur Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts, der Verbraucherpreise und der Nominallöhne getroffen.

Die Kapitalkosten sind als gewichteter Durchschnitt der Eigen- und Fremdkapitalkosten zu berechnen, wobei die jeweiligen Anteile am Gesamtkapital ausschlaggebend sind. Die Eigenkapitalkosten entsprechen den Renditeerwartungen der Aktionäre. Die verwendeten Fremdkapitalkosten stellen die aktuellen Finanzierungskonditionen des Unternehmens dar. Der aus den Kapitalkosten des CropEnergies-Konzerns abgeleitete Abzinsungssatz belief sich zum 31. August 2017 auf 7,8 (7,6) % vor Steuern bzw. 5,7 (5,5) % nach Steuern.

CropEnergies verwendet für die Extrapolation der Cashflows über den Planungszeitraum hinaus in der CGU eine konstante Wachstumsrate von 1,5 (1,5) %. Diese Wachstumsrate zur Diskontierung der ewigen Rente liegt unterhalb der im Detailplanungszeitraum ermittelten Wachstumsrate und dient im Wesentlichen dem Ausgleich einer allgemeinen Teuerungsrate. Die Cashflows werden abzüglich der Investitionen ermittelt, die notwendig sind, um die angenommene Unternehmensentwicklung zu erreichen. Die Höhe dieser Reinvestition stützt sich auf Erfahrungswerte der Vergangenheit über erforderliche Ersatzbeschaffungen von Sachanlagen.

Im Geschäftsjahr 2017/18 ergab sich weder aus der jährlichen Überprüfung der Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte noch aus anderen Umständen ein Wertberichtigungsbedarf, da der Nutzungswert der CGU über dem Buchwert lag. Selbst bei einem um 1,5 %-Punkte höheren Abzinsungssatz (nach Steuern) hätte sich kein Wertberichtigungsbedarf ergeben. Ryssen veredelt und handelt Alkohol, insofern beeinflussen schwankende Ethanolpreise sowohl die Erlöse als auch die Materialkosten in ähnlicher Weise und somit das operative Ergebnis der Gesellschaft nur eingeschränkt. Selbst wenn sich das operative Ergebnis von Ryssen nachhaltig halbieren würde, entstünde kein Wertberichtigungsbedarf.

Der Werthaltigkeitstest für Geschäfts- oder Firmenwerte basiert auf zukunftsbezogenen Annahmen. Änderungen der Annahmen (im Wesentlichen Marktpreise für Rohstoffe und Endprodukte sowie zu den Kapitalkosten) können aus heutiger Sicht nicht dazu führen, dass die Buchwerte der CGU ihren erzielbaren Betrag (Nutzungswert) überschreiten und deshalb im nächsten Geschäftsjahr angepasst werden müssten. Eine Schwankungsbreite der Marktpreise für Rohstoffe und Endprodukte in dieser Größenordnung ist empirisch bisher nicht beobachtbar oder wahrscheinlich.

(17) Sachanlagen

2017/18
Tsd. €
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken Technische Anlagen und Maschinen Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung Anlagen im Bau Gesamt
Anschaffungskosten
1. März 2017 144.196 528.143 20.775 11.184 704.298
Währungseffekte -217 -1.958 -12 -10 -2.197
Zugänge 687 14.486 877 3.279 19.329
Umbuchungen 1.854 8.785 0 -10.671 -32
Abgänge 0 -4.488 -1.146 0 -5.634
28. Februar 2018 146.520 544.968 20.494 3.782 715.764
Abschreibungen
1. März 2017 -39.557 -237.869 -11.624 0 -289.050
Währungseffekte 4 416 7 0 427
Jahresabschreibungen -4.930 -31.519 -1.631 0 -38.080
Wertminderungen 0 -318 0 0 -318
Abgänge 0 3.492 752 0 4.244
28. Februar 2018 -44.483 -265.798 -12.496 0 -322.777
Buchwert 28. Februar 2018 102.037 279.170 7.998 3.782 392.987
2016/17
Tsd. €
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken Technische Anlagen und Maschinen Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung Anlagen im Bau Gesamt
Anschaffungskosten
1. März 2016 144.434 526.479 20.353 3.742 695.008
Währungseffekte -528 -4.542 -28 -35 -5.133
Zugänge 247 6.727 645 8.432 16.051
Umbuchungen 44 911 0 -955 0
Abgänge -1 -1.432 -195 0 -1.628
28. Februar 2017 144.196 528.143 20.775 11.184 704.298
Abschreibungen
1. März 2016 -34.677 -207.605 -10.121 0 -252.403
Währungseffekte 9 754 13 0 776
Jahresabschreibungen -4.889 -31.004 -1.638 0 -37.531
Wertminderungen 0 -1.193 0 0 -1.193
Abgänge 0 1.179 122 0 1.301
28. Februar 2017 -39.557 -237.869 -11.624 0 -289.050
Buchwert 28. Februar 2017 104.639 290.274 9.151 11.184 415.248

Die Wertminderungen in Höhe von 0,3 Mio. € betreffen die Abwertung technischer Anlagen in Wanze auf den jeweiligen Nutzungswert.

In den Zugängen des Geschäftsjahrs 2017/18 sind keine Investitionszuschüsse enthalten, welche die Anschaffungskosten reduzierten.

Die Position Anlagen im Bau enthält im laufenden Geschäftsjahr keine gemäß IAS 23 zu aktivierenden Fremdkapitalkosten.

(18) Anteile an at Equity einbezogenen Unternehmen

2017/18
Tsd. €
at Equity einbezogene Unternehmen
1. März 2017 1.957
Anteil am Ergebnis -75
28. Februar 2018 1.882
2016/17
Tsd. €
at Equity einbezogene Unternehmen
1. März 2016 1.768
Anteil am Ergebnis 189
28. Februar 2017 1.957

Die Anteile aus at Equity einbezogenen Unternehmen veränderten sich um das anteilige Ergebnis der CT Biocarbonic GmbH.

(19) Vorräte

Tsd. € 28.02.2018 28.02.2017
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 17.501 17.145
Unfertige Erzeugnisse 4.286 4.560
Fertige Erzeugnisse, Waren 44.215 41.401
66.002 63.106

Die Vorräte haben sich insbesondere mengenbedingt um 2,9 Mio. € auf 66,0 Mio. € erhöht. Insgesamt ergaben sich bei den Vorräten Wertminderungen in Höhe von 0,1 (0,5) Mio. €.

(20) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Vermögenswerte

Tsd. € 28.02.2018 28.02.2017
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 54.958 64.955
Sonstige Vermögenswerte 20.321 19.837
75.279 84.792

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen verringerten sich um 10,0 Mio. € auf 55,0 Mio. €. Deren Buchwert ermittelt sich wie folgt:

Tsd. € 28.02.2018 28.02.2017
Gesamtforderungen aus Lieferungen und Leistungen 55.987 66.156
Wertberichtigungen -1.029 -1.201
Buchwert 54.958 64.955

Die Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben sich folgendermaßen entwickelt:

Tsd. € 2017/18 2016/17
Wertberichtigungen zum 1. März 1.201 422
Zuführungen 15 971
Verbrauch -56 -94
Auflösungen -131 -98
Wertberichtigungen zum 28. Februar 1.029 1.201

Die nachstehende Tabelle gibt Informationen über die Fälligkeiten der noch offenen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen:

Tsd. € 28.02.2018 28.02.2017
Weder überfällige noch wertberichtigte Forderungen 52.915 58.318
Überfällige Forderungen, die nicht wertberichtigt sind
bis 10 Tage 761 4.422
11 bis 30 Tage 1.121 958
31 bis 90 Tage 155 541
> 90 Tage 6 716
Buchwert 54.958 64.955
Wertberichtigte Forderungen 1.029 1.201
Gesamtforderungen aus Lieferungen und Leistungen 55.987 66.156

Bei den weder wertgeminderten noch überfälligen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen bestehen keine Anzeichen, dass die Schuldner ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen können.

Die sonstigen Vermögenswerte in Höhe von 20,3 (19,8) Mio. € enthalten im Wesentlichen sonstigen Steuern in Höhe von 8,5 (7,2) Mio. €, Forderungen in Form zweckgebundener Guthaben für Sicherungsgeschäfte in Höhe von 6,8 (6,4) Mio. €, Forderungen aus Anzahlungen in Höhe von 3,1 (2,3) Mio. €, sonstige Forderungen in Höhe von 1,7 (2,0) Mio. € sowie positive Marktwerte derivativer Sicherungsinstrumente in Höhe von 0,2 (1,9) Mio. €

(21) Eigenkapital

Gezeichnetes Kapital I Das gezeichnete Kapital (Grundkapital) der CropEnergies AG beträgt unverändert 87.250.000 €. Es ist eingeteilt in 87.250.000 auf den Inhaber lautende Stammaktien ohne Nennbetrag (Stückaktien) mit einem anteiligen Betrag am Grundkapital von 1,00 € je Stückaktie. Das Grundkapital ist vollständig eingezahlt.

Kapitalrücklage I Die Kapitalrücklage betrifft die CropEnergies AG und beträgt zum Bilanzstichtag unverändert 197,8 (197,8) Mio. €. Hierin sind die nach § 272 HGB aufzunehmenden externen Mittelzuflüsse erfasst, die sich aus dem Agio aus Kapitalerhöhungen unter Berücksichtigung der nach IFRS verpflichtenden Kürzung und damit zusammenhängende Kosten einschließlich der darauf entfallenden Steuern ergaben.

Sonstige Rücklagen und sonstige Eigenkapitalposten I Die sonstigen Rücklagen und sonstigen Eigenkapitalposten umfassen das thesaurierte Periodenergebnis und die erfolgsneutral erfassten Veränderungen bei Cashflow Hedges, Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen sowie die Effekte aus der konsolidierungsbedingten Währungsumrechnung. Die Cashflow Hedges enthalten -unter Berücksichtigung latenter Steuern -die Marktwertveränderungen der Weizen- und Währungsderivate einschließlich Abgrenzungen in Höhe von -4,5 (6,7) Mio. €. Die unter den Weizen- und Währungsderivaten ausgewiesenen Beträge werden nahezu vollständig im nächsten Geschäftsjahr erfolgswirksam. Im aktuellen Geschäftsjahr belief sich die Höhe der erfolgswirksamen Auflösung im Materialaufwand auf 6,7 (-6,1) Mio. €.

Einschließlich der sonstigen Rücklagen und sonstigen Eigenkapitalposten in Höhe von 160,6 (140,7) Mio. € beträgt das Eigenkapital somit 445,7 (425,8) Mio. €.

Die Hauptversammlung vom 14. Juli 2015 hat den Vorstand gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG ermächtigt, bis zum 13. Juli 2020 Aktien der Gesellschaft im Umfang von bis zu 10 % des Grundkapitals zu erwerben. Der Erwerb darf über die Börse oder mittels eines an alle Aktionäre gerichteten öffentlichen Kaufangebots erfolgen. Die eigenen Aktien können auch zum Zwecke der Einziehung zu Lasten des Bilanzgewinns oder anderer Gewinnrücklagen erworben werden. Der Vorstand ist u. a. ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die erworbenen eigenen Aktien unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen oder beim Erwerb von Unternehmen, Unternehmensteilen oder Beteiligungen an Unternehmen an Dritte zu veräußern oder zur Bedienung von Wandel- oder Optionsanleihen zu nutzen. Von der Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien wurde bislang kein Gebrauch gemacht.

Die Hauptversammlung vom 12. Juli 2016 hat das aus dem Jahre 2011 bestehende restliche Genehmigte Kapital von 12,75 Mio. € (Genehmigtes Kapital 2011) aufgehoben und ein neues Genehmigtes Kapital geschaffen (Genehmigtes Kapital 2016), um den Handlungsspielraum der Gesellschaft bezüglich etwaiger Kapitalerhöhungen zu erweitern. Der Vorstand ist nunmehr ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 11. Juli 2021 das Grundkapital um bis zu insgesamt 15 Mio. € durch Ausgabe neuer Aktien gegen Bar-und/oder Sacheinlage zu erhöhen und dabei das Bezugsrecht der Aktionäre in bestimmten Fällen auszuschließen. Im Geschäftsjahr 2017/18 wurde von keiner der Ermächtigungen (Genehmigtes Kapital 2011 und Genehmigtes Kapital 2016) Gebrauch gemacht.

(22) Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Beitragsorientierte Pensionspläne

CropEnergies leistet im Rahmen beitragsorientierter Altersversorgungssysteme aufgrund gesetzlicher oder vertraglicher Bestimmungen bzw. auf freiwilliger Basis Zahlungen an staatliche oder private Rentenversicherungsträger. Die laufenden Beitragszahlungen sind als Aufwand im Personalaufwand ausgewiesen. Sie beliefen sich im Konzern auf 2,4 (2,4) Mio. €. Mit der Zahlung der Beiträge bestehen für das Unternehmen keine weiteren Leistungsverpflichtungen; eine Rückstellung wird daher nicht angesetzt.

Leistungsorientierte Pensionspläne

Die betriebliche Altersversorgung bei CropEnergies beruht im Wesentlichen auf direkten leistungsorientierten Versorgungszusagen. Für die Bemessung der Pensionen sind in der Regel die Dauer der Zugehörigkeit zum Unternehmen und die versorgungsrelevanten Bezüge maßgeblich. Pensionsähnliche Verpflichtungen bestehen bei den französischen Unternehmen. Sie werden nach versicherungsmathematischen Grundsätzen unter Berücksichtigung des künftigen Kostentrends bewertet.

Die bilanzierte Nettoverpflichtung der CropEnergies-Gruppe setzt sich aus dem Anwartschaftsbarwert der rückstellungsfinanzierten, leistungsorientierten Verpflichtungen sowie teilweise oder vollständig fondsfinanzierten, leistungsorientierten Versorgungsverpflichtungen nach Abzug des Zeitwerts des Planvermögens zusammen.

Tsd. € 28.02.2018 28.02.2017
Anwartschaftsbarwert der teilweise oder vollständig fondsfinanzierten leistungsorientierten Verpflichtungen 24.517 25.227
Zeitwert des Planvermögens -2.850 -2.779
Rückstellung für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen (Nettoschuld der leistungsorientierten Verpflichtungen) 21.667 22.448
Abzinsungssatz in % 2,36 2,10

Im Rahmen der Altersversorgung für Mitarbeiter der CropEnergies-Gruppe bestehen im Wesentlichen folgende Altersversorgungspläne:

Deutschland

Für die Mitarbeiter in Deutschland bestehen arbeitgeberfinanzierte Zusagen über Betriebsrenten, deren Höhe durch das Grundgehalt und die Dauer der Betriebszugehörigkeit bestimmt werden. Für die Mitglieder des Vorstands bestehen direkte Leistungszusagen für Alters- und Hinterbliebenenvorsorge in Höhe eines festen Prozentsatzes der Pensionsbemessungsgrundlage, die sich an Fixbezügen orientiert. Im Geschäftsjahr 2017/18 belief sich der laufende Dienstzeitaufwand für Vorstände auf 0,2 Mio. €. Hinsichtlich der Versorgungspläne für aktive Vorstandsmitglieder verweisen wir auf die Angaben im Vergütungsbericht als Bestandteil des Corporate Governance-Berichts im Lagebericht sowie unter Ziffer (35) "Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen (Related Parties)" dieses Anhangs. Die Pensionsverpflichtungen der CropEnergies AG und der CropEnergies Bioethanol GmbH sind in Höhe von 19,4 (19,7) Mio. € rückstellungsfinanziert, wobei die Anwartschaftsbarwerte in Höhe von 19,5 (19,8) Mio. € einem Planvermögen in Höhe von 0,1 (0,1) Mio. € gegenüberstehen.

Belgien

Für die Mitarbeiter in Belgien bestehen fondsfinanzierte Versorgungspläne, bei denen ein Anwartschaftsbarwert von insgesamt 4,7 (4,9) Mio. € einem Planvermögen von insgesamt 2,8 (2,7) Mio. € gegenübersteht. Die Zusagen über Betriebsrenten werden durch die Höhe des Grundgehalts und die Dauer der Betriebszugehörigkeit bestimmt. Die Auszahlungen erfolgen neben periodischen Rentenzahlungen auch durch Einmalzahlungen.

Frankreich

Die Rückstellungen für pensionsähnliche Verpflichtungen decken Kraft Gesetz in Frankreich zu bildende Versorgungszusagen ab. Diese umfassen eine Einmalzahlung im Fall der Auflösung des Dienstverhältnisses durch Renteneintritt oder Tod, nicht aber im Fall der Kündigung durch den Arbeitnehmer. Die Höhe der Einmalzahlung bemisst sich regelmäßig am zuletzt bezogenen Festgehalt und ist an die Dauer der Betriebszugehörigkeit geknüpft. Die Nettoschuld belief sich auf 0,4 (0,5) Mio. €.

Nettoschuld leistungsorientierter Verpflichtungen

Die Nettoschuld der leistungsorientierten Verpflichtungen hat sich wie folgt entwickelt:

Tsd. € Anwartschaftsbarwert der Verpflichtungen Marktwert des Planvermögens Rückstellung für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen
1. März 2017 25.227 -2.779 22.448
Aufwand für betriebliche Altersversorgung (GuV)
Laufender Dienstzeitaufwand 1.697 1.697
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand -211 -211
Zinsaufwand/(-ertrag) 523 -61 462
2.009 -61 1.948
Neubewertung (OCI -direkte Erfassung in den Gewinnrücklagen)
Gewinne (-) und Verluste (+) aus tatsächlichen Planerträgen -31 -31
Verluste (+) und Gewinne (-) aus der Änderung finanzieller Annahmen -1.683 -1.683
Erfahrungsbedingte Verluste (+) und Gewinne (-) -578 -578
-2.261 -31 -2.292
Pensionszahlungen, Beiträge u. a.
Arbeitgeberbeiträge zum Planvermögen -352 -352
Arbeitnehmerbeiträge zum Planvermögen 23 -23 0
Pensionszahlungen -357 336 -21
Transfer -83 -83
Sonstiges -41 60 19
-458 21 -437
28. Februar 2018 24.517 -2.850 21.667
Tsd. € Anwartschaftsbarwert der Verpflichtungen Marktwert des Planvermögens Rückstellung für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen
1. März 2016 21.831 -2.417 19.414
Aufwand für betriebliche Altersversorgung (GuV)
Laufender Dienstzeitaufwand 1.698 1.698
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand 0 0
Zinsaufwand/(-ertrag) 485 -66 419
2.183 -66 2.117
Neubewertung (OCI -direkte Erfassung in den Gewinnrücklagen)
Gewinne (-) und Verluste (+) aus tatsächlichen Planerträgen -52 -52
Verluste (+) und Gewinne (-) aus der Änderung finanzieller Annahmen 691 691
Erfahrungsbedingte Verluste (+) und Gewinne (-) 717 717
1.408 -52 1.356
Pensionszahlungen, Beiträge u. a.
Arbeitgeberbeiträge zum Planvermögen -263 -263
Arbeitnehmerbeiträge zum Planvermögen 23 -23 0
Pensionszahlungen -32 11 -21
Transfer -155 -155
Sonstiges -31 31 0
-195 -244 -439
28. Februar 2017 25.227 -2.779 22.448

Aufwand für betriebliche Altersversorgung

Der Nettozinsaufwand ist im Finanzergebnis ausgewiesen. Der Aufwand für die im Geschäftsjahr hinzuerworbenen Ansprüche ist im Personalaufwand enthalten.

Erfolgsneutral im Eigenkapital erfasste Neubewertung

Die erfolgsneutral im Eigenkapital erfasste Neubewertung der Pensionsverpflichtung belief sich auf 2,3 (-1,4) Mio. € und resultierte aus der Anpassung des Diskontierungssatzes sowie aus den erfahrungsbedingten Anpassungen.

Die erfahrungsbedingten Anpassungen spiegeln die Effekte auf die bestehenden Versorgungsverpflichtungen wider, die sich aus der Abweichung der tatsächlich eingetretenen Bestandsentwicklung von den zu Beginn des Geschäftsjahrs unterstellten Annahmen ergeben. Dazu zählen bei der Bewertung der Versorgungspflichten insbesondere die Entwicklung der Gehaltssteigerungen, Rentenanpassungen, Mitarbeiterfluktuation sowie biometrische Daten wie Invaliditäts- und Todesfälle.

Annahmen

Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen sind nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren gemäß IAS 19 (leistungen an Arbeitnehmer) unter Berücksichtigung der künftigen Entwicklung versicherungsmathematisch bewertet.

Für die Ermittlung der Anwartschaftsbarwerte sowie des in bestimmten Fällen zugehörigen Planvermögens wurden folgende versicherungsmathematische Parameter zugrunde gelegt:

in % 28.02.2018 28.02.2017
Abzinsungssatz 2,36 2,10
Gehaltssteigerung 2,50 2,50
Rentensteigerung 1,50 1,50

Zur Ermittlung der Pensionsrückstellungen wurde im Inland ein Zinssatz von 2,40 (2,10) % sowie im Ausland ein Zinssatz von 2,20 (2,10) % zugrunde gelegt. Diese Zinssätze basieren auf der Rendite hochwertiger Unternehmensanleihen, deren Duration der durchschnittlich gewichteten Duration der Verpflichtung entspricht.

Als biometrische Rechnungsgrundlage wurden jeweils die länderspezifischen anerkannten und auf aktuellem Stand befindlichen Sterbetafeln -wie in Deutschland die Richttafeln Heubeck 2005 G -verwendet.

Sensitivitätsanalyse

Die im Folgenden dargestellte Sensitivitätsanalyse berücksichtigt jeweils die Änderungen einer Annahme, wobei die übrigen Annahmen gegenüber der ursprünglichen Berechnung unverändert bleiben. Mögliche Korrelationseffekte zwischen den einzelnen Annahmen werden dabei nicht berücksichtigt.

28. Februar 2018

Tsd. € Veränderung der versicherungsmathematischen Annahmen Leistungsorientierte Verpflichtung +/-in %
Anwartschaftsbarwert der Verpflichtungen
Abzinsungssatz Erhöhung um 0,50 Prozentpunkte 21.811 -11,0 %
Verringerung um 0,50 Prozentpunkte 27.716 13,0 %
Gehaltssteigerung Erhöhung um 0,25 Prozentpunkte 25.276 3,1 %
Verringerung um 0,25 Prozentpunkte 23.868 -2,6 %
Rentensteigerung Erhöhung um 0,25 Prozentpunkte 25.194 2,8 %
Verringerung um 0,25 Prozentpunkte 23.871 -2,6 %
Lebenserwartung Zunahme um 1 Jahr 25.170 2,7 %
Abnahme um 1 Jahr 23.849 -2,7 %

28. Februar 2017

Tsd. € Veränderung der versicherungsmathematischen Annahmen Leistungsorientierte Verpflichtung +/-in %
Anwartschaftsbarwert der Verpflichtungen
Abzinsungssatz Erhöhung um 0,50 Prozentpunkte 22.345 -11,4 %
Verringerung um 0,50 Prozentpunkte 28.651 13,6 %
Gehaltssteigerung Erhöhung um 0,25 Prozentpunkte 26.029 3,2 %
Verringerung um 0,25 Prozentpunkte 24.546 -2,7 %
Rentensteigerung Erhöhung um 0,25 Prozentpunkte 25.938 2,8 %
Verringerung um 0,25 Prozentpunkte 24.549 -2,7 %
Lebenserwartung Zunahme um 1 Jahr 25.918 2,7 %
Abnahme um 1 Jahr 24.523 -2,8 %

Planvermögen

Das prinzipielle Anlageziel für das Planvermögen ist die zeitkongruente Abdeckung der aus den jeweiligen Versorgungszusagen resultierenden Zahlungsverpflichtungen. Das Planvermögen besteht ausschließlich aus Versicherungsverträgen, wobei mit einer garantierten Mindestverzinsung gerechnet wird. Eine Notierung an einem aktiven Markt lag nicht vor.

Zum Bilanzstichtag war das Planvermögen in Höhe von 2,9 (2,8) Mio. € in Versicherungsverträge investiert.

Risiken

Im Zusammenhang mit leistungsorientierten Vorsorgeplänen ist die CropEnergies-Gruppe verschiedenen Risiken ausgesetzt. Neben allgemeinen versicherungsmathematischen Risiken wie dem Rechnungszinssatzänderungsrisiko bestehen Risiken in der Abweichung von versicherungsmathematischen Annahmen wie Lohn- und Gehaltstrends, Pensionstrends, Pensionsalter, Lebensalter und Fluktuation. Im Zusammenhang mit dem Planvermögen bestehen Kapitalmarktrisiken bzw. Bonitäts- und Anlagerisiken. Weitere Risiken bestehen aufgrund von Änderungen der Inflationsraten.

Die Rendite des Planvermögens wird in Höhe des Diskontierungssatzes angenommen. Sofern die tatsächliche Rendite des Planvermögens unterhalb des angewandten Diskontierungssatzes liegt, erhöht sich die Nettoverpflichtung aus den Pensionsplänen. Die Höhe der Nettoverpflichtung ist maßgeblich durch den Diskontierungssatz beeinflusst, wobei das aktuell niedrige Zinsniveau zu einer vergleichsweise hohen Verpflichtung beiträgt. Ein Rückgang der Renditen von Unternehmensanleihen würde zu einem weiteren Anstieg der leistungsorientierten Verpflichtungen führen, der nur in geringem Umfang durch positive Entwicklung der Marktwerte der im Planvermögen enthaltenen Unternehmensanleihen kompensiert werden könnte.

Mögliche Inflationsrisiken, die zu einem Anstieg der leistungsorientierten Verpflichtungen führen können, bestehen indirekt bei inflationsbedingtem Gehaltsanstieg in der aktiven Phase sowie bei inflationsbedingten Rentenanpassungen.

Künftige Zahlungen

Die gewichtete Duration der Pensionsverpflichtungen beträgt rund 24 (26) Jahre. Im Geschäftsjahr 2018/19 werden Arbeitgeberbeiträge zum Planvermögen in Höhe von 0,2 (0,3) Mio. € erwartet.

In den kommenden zehn Jahren werden Pensions- und Einmalzahlungen in nachstehender Höhe erwartet:

Künftige Pensions- und Einmalzahlungen Tsd. €
2018/19 526
2019/20 534
2020/21 277
2021/22 525
2022/23 438
2023/24 bis 2027/28 3.442
5.742

(23) Entwicklung der übrigen Rückstellungen

2017/18
Tsd. €
Personalaufwendungen Ungewisse Verbindlichkeiten Gesamt
Stand 1. März 2017 1.702 13.737 15.439
Währungseffekte 0 -19 -19
Zuführungen 612 6.422 7.034
Verbrauch -910 -2.130 -3.040
Auflösung -69 -60 -129
Stand 28. Februar 2018 1.335 17.950 19.285

Die Rückstellungen für Personalaufwendungen setzen sich im Wesentlichen aus Rückstellungen für Jubiläumsaufwendungen in Höhe von 0,9 (0,9) Mio. €, für Abfindungen in Höhe von 0,2 (0,2) Mio. € sowie für Altersteilzeit in Höhe von 0,2 (0,2) Mio. € zusammen. Von dem Gesamtbetrag von 1,3 Mio. € werden voraussichtlich 0,3 Mio. € im Geschäftsjahr 2018/19 verbraucht.

Die Rückstellungen für ungewisse Verbindlichkeiten in Höhe von 18,0 (13,7) Mio. € enthalten Rückstellungen in Höhe von 10,1 (9,3) Mio. € für eine dem Grunde nach bestrittene Steuerverbindlichkeit. Außerdem enthalten sind CO2 -Emissionsrechte in Höhe von 2,9 (0,5) Mio. € sowie Rückstellungen für Prozessrisiken in Höhe von 0,9 (0,9) Mio. €.

Die Zuführung und der Verbrauch der Rückstellungen innerhalb des Geschäftsjahrs betrafen im Wesentlichen CO2 -Emissions-rechte sowie die dem Grunde nach bestrittene Steuerverbindlichkeit.

Von dem Gesamtbetrag der Rückstellungen in Höhe von 18,0 Mio. € werden voraussichtlich 16,5 Mio. € im Geschäftsjahr 2018/19 und der Restbetrag in den nächsten fünf Jahren verbraucht. Die Zuführungen zu den Rückstellungen enthalten Aufzinsungen in Höhe von 20 (20) Tsd. €.

(24) Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten

Tsd. € 28.02.2018 | 28.02.2017
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 55.489 57.714
Sonstige Verbindlichkeiten 15.167 16.632
70.656 | 74.346

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen verringerten sich um 2,2 Mio. € auf 55,5 Mio. €.

Die sonstigen Verbindlichkeiten in Höhe von 15,2 (16,6) Mio. € enthalten im Wesentlichen Verbindlichkeiten aus Personalaufwendungen in Höhe von 7,4 (7,2) Mio. €, Verbindlichkeiten aus sonstigen Steuern in Höhe von 3,7 (4,8) Mio. €, negative Marktwerte derivativer Sicherungsinstrumente in Höhe von 3,4 (2,1) Mio. € sowie sonstige Verbindlichkeiten in Höhe von 0,7 (2,5) Mio. €.

(25) Finanzverbindlichkeiten

Restlaufzeit Restlaufzeit
Tsd. € 28.02.2018 bis 1 Jahr über 1 Jahr 28.02.2017 bis 1 Jahr über 1 Jahr
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 0 0 0 -4.494 -4.494 0
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 0 0 0 -18.769 -3.461 -15.308
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 0 0 0 -21 -21 0
Finanzverbindlichkeiten 0 0 0 -23.284 -7.976 -15.308
Flüssige Mittel 36.874 13.999
Nettofinanzguthaben (+) / -schulden (-) 36.874 -9.285

Die Nettofinanzposition weist per 28. Februar 2018 ein Nettofinanzguthaben in Höhe von 36,9 Mio. € (per 28. Februar 2017: Nettofinanzschulden in Höhe von 9,3 Mio. €) auf. Das Nettofinanzguthaben besteht ausschließlich aus flüssigen Mitteln. Die im gesamten Geschäftsjahr 2017/18 teilweise vorhandenen Finanzverbindlichkeiten wurden mit durchschnittlich 0,7 (1,8) % verzinst.

Sämtliche Finanzverbindlichkeiten wurden im laufenden Geschäftsjahr abgebaut.

Am Bilanzstichtag waren Gläubigern weder Grundpfandrechte noch sonstige Pfandrechte eingeräumt.

Finanzmanagement

Das Kapitalmanagement der CropEnergies-Gruppe umfasst die Steuerung der liquiden Mittel, des Eigenkapitals und des Fremdkapitals. Dabei strebt CropEnergies eine Bilanzstruktur mit einem hohen Eigenkapitalanteil an, welche die Wachstumsstrategie unter Berücksichtigung angemessener Kapitalkosten und mit überdurchschnittlicher Bonität absichert.

Die Finanzierung der CropEnergies-Gruppe basiert auf der nachhaltigen Fähigkeit zur Generierung von positiven Cashflows, stabilen Beziehungen zu den das Unternehmen tragenden Aktionärsgruppen, dem Zugang zu den Kapitalmärkten und verlässlichen Bankenbeziehungen. Die Kommunikation mit den Kapitalmarktteilnehmern folgt dem Grundsatz finanzieller Transparenz. Die Grundlage dafür bildet ein Berichtswesen, das nach einheitlichen Bewertungs- und Ausweisgrundsätzen sowohl die Unternehmensplanungs- als auch die Reportingprozesse bestimmt.

CropEnergies nutzt eine im Hinblick auf die Fälligkeiten und Zinsfestschreibung optimierte Struktur von Darlehen. Zur unterjährigen Finanzierung ist ein flexibler Zugang zu kurzfristiger Liquidität ein wichtiges Element der Finanzierungsstruktur.

CropEnergies verfolgt eine konservative Finanzierungspolitik, die auf eine Absicherung von Rentabilität, Liquidität und Stabilität des Unternehmens abzielt und die durch konsequentes Finanzmanagement (Cash- und Liquiditätsmanagement) und integriertes Risikomanagement flankiert wird. Grundlage der Finanzierungspolitik sind die folgenden Ziele:

eine starke Kapitalstruktur mit einer nachhaltigen Eigenkapitalfinanzierungsbasis durch die tragenden Aktionärsgruppen,

flexibel nutzbare Fremdkapitalinstrumente unter Beachtung eines ausgewogenen Laufzeitenprofils,

ein jederzeitiger Zugriff auf ausreichende kurzfristige Liquidität und

die Steuerung der Finanzrisiken durch ein integriertes Risikomanagement.

Das Management der Kapitalstruktur erfolgt langfristig und orientiert sich an dynamischen sowie statischen Kennzahlen. Die wesentlichen Kenngrößen sind hierfür der Verschuldungsfaktor (Verhältnis von Nettofinanzschulden zu Cashflow), der Verschuldungsgrad (Nettofinanzschulden in % des Eigenkapitals) sowie die Eigenkapitalquote (Eigenkapital in % der Bilanzsumme).

(26) Anlage- und Kreditgeschäfte (Originäre Finanzinstrumente)

Die CropEnergies-Gruppe hat nachfolgend genannte wesentliche Kreditvereinbarungen getroffen:

Die CropEnergies AG hat mit einem Teilbetrag von 100 Mio. € eine direkte und flexible Zugriffsmöglichkeit auf eine von der Südzucker AG vereinbarte syndizierte Bankkreditlinie von 600 Mio. €. Die syndizierte Bankkreditlinie weist eine Laufzeit bis November 2020 auf. Der Zinssatz orientiert sich am kurzfristigen Zinssatz für Interbanken-Darlehen der Eurozone zuzüglich einer (Ziehungs-)Marge. Am 28. Februar 2018 bestand keine Inanspruchnahme dieser Kreditlinie.

Die CT Biocarbonic GmbH, an der CropEnergies zu 50 % beteiligt ist, hat im Geschäftsjahr 2009/10 ein festverzinsliches Bankdarlehen in Höhe von insgesamt 6,1 Mio. € aufgenommen. Infolge planmäßiger Tilgungen beläuft sich die restliche Darlehenssumme zum 28. Februar 2018 auf 1,4 Mio. €. Hiervon sind 0,7 Mio. € kurzfristige Finanzverbindlichkeiten. Das Darlehen wird mit 3,75 % p. a. verzinst und bis zum 30. Dezember 2019 getilgt. Die Darstellung dieser Finanzverbindlichkeit im Jahresabschluss erfolgt nach den Grundsätzen der at Equity-Bewertung. Des Weiteren bestehen gegenüber dem Joint Venture Darlehensforderungen in Höhe von 1,5 (1,2) Mio. €. Das Darlehen ist langfristig und wird mit 2,25 % p. a. verzinst.

Die flüssigen Mittel der CropEnergies-Gruppe in Höhe von 36,9 (14,0) Mio. € bestehen aus kurzfristig verfügbaren Einlagen bei Banken einwandfreier Bonität.

(27) Derivative Finanzinstrumente

a) Einsatz von derivativen Finanzinstrumenten

Die CropEnergies-Gruppe setzt zur Absicherung von Risiken aus der operativen Geschäftstätigkeit in begrenztem Umfang derivative Instrumente ein. Der Einsatz dieser Instrumente wird im Rahmen des Risikomanagementsystems durch interne Richtlinien geregelt, die grundgeschäftsorientierte Limits festlegen, Genehmigungsverfahren definieren, den Abschluss derivativer Instrumente zu spekulativen Zwecken beschränken, Kreditrisiken minimieren und das interne Meldewesen sowie die Funktionstrennung regeln. Die Einhaltung dieser Richtlinien und die ordnungsgemäße Abwicklung und Bewertung der Geschäfte werden regelmäßig unter Wahrung der Funktionstrennung überprüft.

Währungsrisiken können sowohl aus der operativen Geschäftstätigkeit als auch aus der konzernexternen oder -internen Finanzierung in Fremdwährung entstehen. Zur Absicherung der Währungsrisiken werden in begrenztem Umfang derivative Sicherungsinstrumente eingesetzt. Sowohl die Rohstoffbeschaffung als auch der Verkauf der Produkte erfolgten weitgehend in Euro.

Zinsänderungsrisiken resultieren hauptsächlich aus Finanzverbindlichkeiten. Soweit Zinsrisiken durch eine feste Zinsbindung nicht ausgeschlossen sind, behält sich CropEnergies vor, dem Risiko schwankender Zinssätze durch derivative Sicherungsinstrumente zu begegnen.

Rohstoffpreisrisiken können sich hauptsächlich aus dem Einkauf von Agrarrohstoffen wie Getreide ergeben. Soweit Preisänderungsrisiken durch physische Lieferverträge nicht ausgeschlossen werden können, setzt CropEnergies zur Begrenzung dieses Risikos, soweit möglich und sinnvoll, derivative Finanzinstrumente z. B. von Weizenfutures sowie Weizenoptionen ein.

Produktpreisrisiken können sich aus schwankenden Ethanolpreisen ergeben. Zur Absicherung von Preisänderungsrisiken aus Lieferverträgen mit schwankenden Ethanolpreisen setzt CropEnergies in begrenztem Umfang derivative Absicherungen ein.

b) Marktwerte von derivativen Finanzinstrumenten

Die Nominal- und Marktwerte der derivativen Instrumente sowie deren Kreditrisiken innerhalb des CropEnergies-Konzerns stellen sich wie folgt dar:

Tsd. € Nominalvolumen Marktwerte
28. Februar 2018 2017 2018 2017
Cashflow-Hedge-Derivate
Weizenfutures 73.909 77.976 -2.889 1.059
Währungsderivate 793 9.431 7 50
Summe Cashflow-Hedge-Derivate 74.702 87.407 -2.882 1.109
Tsd. € Nominalvolumen Marktwerte
28. Februar 2018 2017 2018 2017
Derivate im Handelsbestand
Ethanolderivate 13.850 12.150 -377 -1.282
Währungsderivate 573 377 -2 -1
Summe Derivate im Handelsbestand 14.423 12.527 -379 -1.283

Sämtliche Derivate haben eine Laufzeit von weniger als einem Jahr.

Als Nominalvolumen eines derivativen Sicherungsgeschäfts bezeichnet man die rechnerische Bezugsgröße, aus der sich Zahlungen ableiten. Sicherungsgegenstand und Risiko sind nicht das Nominalvolumen selbst, sondern nur die darauf bezogenen Preis- bzw. Zinsänderungen.

Der Marktwert entspricht dem Betrag, den CropEnergies zum Bilanzstichtag bei unterstellter Auflösung des Sicherungsgeschäfts zu bezahlen hätte oder erhalten würde. Da zur Sicherung von Getreideeinkäufen nur marktübliche, handelbare Finanzinstrumente eingesetzt werden, wird der Marktwert anhand von Marktnotierungen ermittelt.

Zum Bilanzstichtag belief sich der Umfang der Weizenfutures auf 73,9 (78,0) Mio. € mit einem Marktwert von -2,9 (1,1) Mio. €.

Sensitivität: Wären die Weizenpreise zum Bilanzstichtag um 10 % höher bzw. niedriger gewesen, hätte sich der im Eigenkapital und teilweise in den latenten Steuern niederschlagende Marktwert um 7,1 Mio. € erhöht bzw. verringert.

Preisrisiken aus Einkaufs- und Verkaufsverträgen, die sich aus einem variablen Ethanolpreis ergeben, werden -soweit möglich und sinnvoll -mit Ethanolderivaten abgesichert. Zum Bilanzstichtag belief sich der Umfang der Ethanolderivate auf 13,9 (12,2) Mio. € mit einem Marktwert von -0,4 (-1,3) Mio. €. Da zur Sicherung von Ethanolverkäufen nur marktübliche, handelbare Finanzinstrumente eingesetzt werden, wird der Marktwert anhand von Marktnotierungen ermittelt.

Sensitivität: Wären die Ethanolpreise zum Bilanzstichtag um 10 % höher bzw. niedriger gewesen, hätte sich der in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung und teilweise in den latenten Steuern niedergeschlagene Marktwert um 0,8 Mio. € erhöht bzw. verringert.

Der Gesamtumfang der Währungsderivate erreichte 1,4 (9,8) Mio. € mit einem Marktwert von 5 (49) Tsd. €. Die Bewertung der Währungsderivate erfolgt auf der Grundlage von Referenzkursen unter der Berücksichtigung von Terminaufschlägen bzw. -abschlägen.

Sensitivität: Wären die relevanten Wechselkurse zum Bilanzstichtag um 10 % höher bzw. niedriger gewesen, hätte sich der im Eigenkapital und teilweise in den latenten Steuern erfasste Marktwert um -12 bzw. 30 Tsd. € verändert.

Kreditrisiken können sich aus positiven Marktwerten von Derivaten ergeben. Zum 28. Februar 2018 belief sich der positive Marktwert auf 0,0 (1,1) Mio. €. Kreditrisiken werden minimiert, indem derivative Geschäfte über Warenterminbörsen mit täglichem Marktwertausgleich oder mit Banken bzw. Kunden mit einwandfreier Bonität abgeschlossen werden.

Sämtliche Wertänderungen von Derivatgeschäften, die zur Absicherung zukünftiger Zahlungsströme durchgeführt wurden (Cashflow Hedges), sind zunächst erfolgsneutral in der Neubewertungsrücklage zu erfassen und werden erst bei Realisierung des Zahlungsstroms erfolgswirksam. Ihr Marktwert zum 28. Februar 2018 belief sich auf -2,9 (1,1) Mio. €. Im Geschäftsjahr 2017/18 wurden Ineffektivitäten in Höhe von 0,5 (0,2) Mio. € verbucht.

(28) Zusätzliche Angaben zu den Finanzinstrumenten

Buch- und beizulegende Zeitwerte von Finanzinstrumenten

Die nachstehende Tabelle stellt die Buch- und beizulegenden Zeitwerte der finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten nach IAS 39 (Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung) dar. Gemäß der Definition von IFRS 13 (Bemessung des beizulegenden Zeitwerts) ist der beizulegende Zeitwert der Preis, der in einem geordneten Geschäftsvorfall zwischen Marktteilnehmern am Bewertungsstichtag für den Verkauf eines Vermögenswertes vereinnahmt bzw. für die Übertragung einer Schuld gezahlt würde.

Bewertungskategorie nach IAS 39 28. Februar 2018 28. Februar 2017
Tsd. € Buchwert Beizulegender Zeitwert Buchwert Beizulegender Zeitwert
Finanzielle Vermögenswerte
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Kredite und Forderungen 54.958 54.958 64.955 64.955
Sonstige Forderungen Kredite und Forderungen 8.628 8.628 8.525 8.525
Flüssige Mittel Kredite und Forderungen 36.874 36.874 13.999 13.999
Derivate im Handelsbestand (positiver Marktwert) EzbZbfVW* 48 48 768 768
Derivate mit Hegde-Beziehung (positiver Marktwert) n. a. (Hedge Accounting) 104 104 1.109 1.109
100.612 100.612 89.356 89.356
Finanzielle Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten Zu fortgeführten Anschaffungskosten gehaltene Verbindlichkeiten 0 0 4.494 4.494
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen Zu fortgeführten Anschaffungskosten gehaltene Verbindlichkeiten 0 0 18.769 19.164
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen Zu fortgeführten Anschaffungskosten gehaltene Verbindlichkeiten 55.489 55.489 57.714 57.714
Sonstige Verbindlichkeiten Zu fortgeführten Anschaffungskosten gehaltene Verbindlichkeiten 610 610 2.559 2.559
Derivate im Handelsbestand (negativer Marktwert) EzbZbfVerb** 427 427 2.051 2.051
Derivate mit Hegde-Beziehung (negativer Marktwert) n. a. (Hedge Accounting) 2.986 2.986 0 0
59.512 59.512 85.587 85.982

Summen der Bewertungskategorien

Tsd. € Buchwert Beizulegender Zeitwert Buchwert Beizulegender Zeitwert
Kredite und Forderungen 100.460 100.460 87.479 87.479
EzbZbfVW* 48 48 768 768
EzbZbfVerb** 427 427 2.051 2.051
Zu fortgeführten Anschaffungskosten gehaltene Verbindlichkeiten 56.099 56.099 83.536 83.931

* EzbZbfVW = Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte
** EzbZbfVerb = Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten

Nettoergebnis Gewinne (+) und Verluste (-) nach Bewertungskategorien IFRS 7 / IAS 39
Tsd. € 2017/18 2016/17
Kredite und Forderungen 2.007 2.698
EzbZbfVW* und EzbZbfVerb** -2.387 844
Zu fortgeführten Anschaffungskosten gehaltene Verbindlichkeiten -3.047 -5.294

* EzbZbfVW = Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte
** EzbZbfVerb = Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten

Das Nettoergebnis nach IFRS 7 umfasst Zinsen, Effekte aus Wechselkursänderungen und Wertberichtigungen aus Forderungen sowie das Ergebnis aus Derivaten im Handelsbestand.

Das gesamte Zinsergebnis aus Finanzinstrumenten, die nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertet wurden, beläuft sich auf 1,0 (1,7) Mio. €. Hierin sind Zinserträge von 0,1 (0,1) Mio. € und Zinsaufwendungen von 1,1 (1,8) Mio. € enthalten.

In der nachstehenden Tabelle sind die für die finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten ermittelten beizulegenden Zeitwerte nach Bewertungsleveln (Fair-Value-Hierarchie) gegliedert, die im Einzelnen gemäß IFRS 13 wie folgt definiert sind:

Unter Bewertungslevel 1 fallen auf aktiven Märkten gehandelte Finanzinstrumente, deren notierte Preise unverändert in die Bewertung übernommen werden. Dies ist bei Weizenfutures und Ethanolderivaten der Fall. Bewertungslevel 2 liegt vor, wenn die Bewertung auf Basis von Bewertungsverfahren erfolgt, deren Einflussfaktoren direkt oder indirekt aus beobachtbaren Marktdaten abgeleitet werden. Hierunter fallen bei CropEnergies Währungsderivate sowie im Vorjahr Finanzverbindlichkeiten. Bei Derivaten des Bewertungslevels 3 erfolgt die Bewertung auf Basis von Bewertungsverfahren, in welchen mindestens ein wesentlicher nicht beobachtbarer Einflussfaktor enthalten ist. CropEnergies nutzt keine Derivate des Bewertungslevels 3. Im Geschäftsjahr 2017/18 wurden keine Umklassifizierungen zwischen den jeweiligen Bewertungsleveln vorgenommen.

Fair-Value-Hierarchie
Tsd. € 28. Februar 2018 Bewertungslevel 1 Bewertungslevel 2 Bewertungslevel 3 28. Februar 2017 Bewertungslevel 1
Positive Marktwerte - Cashflow-Hedge- Derivate 104 97 7 0 1.109 1.059
Positive Marktwerte -Derivate im Handelsbestand 48 48 0 0 768 768
Finanzielle Vermögenswerte 152 145 7 0 1.877 1.827
Negative Marktwerte - Cashflow-Hedge- Derivate 2.986 2.986 0 0 0 0
Negative Marktwerte -Derivate im Handelsbestand 427 425 2 0 2.051 2.050
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 0 0 0 0 4.494 0
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 0 0 0 0 19.164 0
Finanzielle Verbindlichkeiten 3.413 3.411 2 0 25.709 2.050
Fair-Value-Hierarchie
Tsd. € Bewertungslevel 2 Bewertungslevel 3
Positive Marktwerte - Cashflow-Hedge- Derivate 50 0
Positive Marktwerte -Derivate im Handelsbestand 0 0
Finanzielle Vermögenswerte 50 0
Negative Marktwerte - Cashflow-Hedge- Derivate 0 0
Negative Marktwerte -Derivate im Handelsbestand 1 0
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 4.494 0
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 19.164 0
Finanzielle Verbindlichkeiten 23.659 0

Wertminderungen im Bereich der Finanzinstrumente waren nur bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 1,0 (1,2) Mio. € notwendig.

Die Ermittlung der Marktwerte von Derivaten, die an Terminbörsen kontrahiert werden, wird auf Basis von Stichtagsnotierungen vorgenommen. Für die im Bestand befindlichen derivativen Finanzinstrumente, für welche mangels Marktnotierung keine Marktpreise vorliegen, werden die Zeitwerte mittels anerkannter finanzmathematischer Modelle unter Verwendung öffentlich zugänglicher Marktinformationen berechnet. So erfolgt die Bestimmung der Marktwerte der Devisenderivate auf Basis abgezinster, zukünftig erwarteter Cashflows unter Berücksichtigung von Terminkursen für Währungen und Rohstoffe (Marktvergleichsverfahren).

Für Avalprovisionen und Bereitstellungsprovisionen hat CropEnergies im Geschäftsjahr 2017/18 Aufwendungen in Höhe von 0,5 (0,5) Mio. € getätigt.

Die beizulegenden Zeitwerte der Finanzinstrumente wurden auf Basis der am Bilanzstichtag zur Verfügung stehenden Marktinformationen und anhand der nachfolgend dargestellten Methoden und Prämissen ermittelt:

Aufgrund der kurzfristigen Laufzeiten der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, der sonstigen Forderungen sowie der Zahlungsmittel wird angenommen, dass die beizulegenden Zeitwerte den Buchwerten entsprechen.

Gleiches gilt für Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie für kurzfristige sonstige Verbindlichkeiten.

Die positiven und negativen Marktwerte aus Derivaten betreffen Cashflow-Hedge-Derivate und Derivate im Handelsbestand (auch Derivate "held for trading" genannt). Sie werden unter den sonstigen Forderungen oder sonstigen Verbindlichkeiten ausgewiesen.

(29) Risikomanagement in der CropEnergies-Gruppe

Die CropEnergies-Gruppe unterliegt Marktpreisrisiken durch die Veränderung der Preise für Endprodukte, Rohstoffe und Energie. Daneben bestehen finanzielle Risiken wie Währungs-, Zins-, Kredit- und Liquiditätsrisiken.

Bonitäts- und Ausfallrisiken I Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen der CropEnergies-Gruppe bestehen überwiegend gegenüber den Kunden der Mineralöl- sowie der Lebens- und Futtermittelindustrie. Das daraus resultierende Kreditrisiko wird mit Warenkreditversicherungen auf 10 % der jeweils offenen Gesamtforderungen begrenzt und auf Basis von internen Richtlinien und Limits gesteuert.

Für verbleibende Restrisiken hinsichtlich der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden erforderlichenfalls Wertberichtigungen angesetzt, die sich am tatsächlichen Ausfallrisiko orientieren. Gemäß konzerninternen Vorgaben werden die Wertansätze von Forderungen grundsätzlich über ein Wertberichtigungskonto korrigiert. Die maximale Risikoposition aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen entspricht dem Buchwert dieser Forderungen. Die Buchwerte der überfälligen sowie der verbleibenden wertgeminderten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind im Anhang unter Ziffer (20) angegeben.

Das maximale Kreditrisiko der sonstigen Forderungen und Vermögenswerte entspricht dem Buchwert dieser Instrumente und ist nach Einschätzung von CropEnergies nicht von Bedeutung.

Liquiditätsrisiko I Als Liquiditätsrisiko bezeichnet man die Gefahr, dass ein Unternehmen seinen finanziellen Verpflichtungen nicht fristgerecht bzw. nicht in ausreichendem Maß nachkommen kann. Die Liquidität der CropEnergies-Gruppe wird täglich überwacht und durch nationale bzw. länderübergreifende Cashpools optimiert.

Die CropEnergies-Gruppe generiert Liquidität durch das operative Geschäft sowie -soweit erforderlich -durch Zugriff auf externe Finanzierungen. Die Mittel dienen der Finanzierung von Investitionen, Akquisitionen und des Working Capital.

Um die Zahlungsfähigkeit zu jeder Zeit zu gewährleisten sowie die finanzielle Flexibilität der CropEnergies-Gruppe zu erhöhen, wird darüber hinaus eine Liquiditätsreserve in Form von Barmitteln, insbesondere aber in Form freier Kreditlinien, vorgehalten.

Die CropEnergies AG hat mit einem Teilbetrag von 100 Mio. € eine direkte und flexible Zugriffsmöglichkeit auf eine von der Südzucker AG vereinbarte syndizierte Bankkreditlinie von 600 Mio. €.

Die nachstehende Übersicht zeigt die Fälligkeit der Verbindlichkeiten jeweils per 28. Februar. Sämtliche Zahlungsabflüsse sind undiskontiert.

Tsd. € 28. Februar 2018 Buchwert Vertraglich vereinbarte Zahlungsabflüsse
Finanzverbindlichkeiten gesamt bis 1 Jahr 1 bis 2 Jahre 2 bis 3 Jahre 3 bis 4 Jahre
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 0 0 0 0 0 0
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 0 0 0 0 0 0
0 0 0 0 0 0
Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen 55.489 55.489 55.489 0 0 0
Sonstige Verbindlichkeiten 610 610 610 0 0 0
Derivate im Handelsbestand (negativer Marktwert) 427 427 427 0 0 0
Derivate mit Hedge-Beziehung (negativer Marktwert) 2.986 2.986 2.986 0 0 0
59.512 59.512 59.512 0 0 0
59.512 59.512 59.512 0 0 0
Tsd. € 28. Februar 2018 Vertraglich vereinbarte Zahlungsabflüsse
Finanzverbindlichkeiten 4 bis 5 Jahre über 5 Jahre
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 0 0
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 0 0*
0 0
Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen 0 0
Sonstige Verbindlichkeiten 0 0
Derivate im Handelsbestand (negativer Marktwert) 0 0
Derivate mit Hedge-Beziehung (negativer Marktwert) 0 0
0 0
0 0
Tsd. € 28. Februar 2017 Buchwert Vertraglich vereinbarte Zahlungsabflüsse
Finanzverbindlichkeiten gesamt bis 1 Jahr 1 bis 2 Jahre 2 bis 3 Jahre 3 bis 4 Jahre
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 4.494 4.539 4.539 0 0 0
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 18.769 19.683 3.684 2.660 2.640 2.621
23.263 24.222 8.223 2.660 2.640 2.621
Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen 57.714 57.714 57.714 0 0 0
Sonstige Verbindlichkeiten 2.559 2.559 2.559 0 0 0
Derivate im Handelsbestand (negativer Marktwert) 2.051 2.051 2.051 0 0 0
Derivate mit Hedge-Beziehung (negativer Marktwert) 0 0 0 0 0 0
62.324 62.324 62.324 0 0 0
85.587 86.546 70.547 2.660 2.640 2.621
Tsd. € 28. Februar 2017 Vertraglich vereinbarte Zahlungsabflüsse
Finanzverbindlichkeiten 4 bis 5 Jahre über 5 Jahre
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 0 0
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 2.602 5.476*
2.602 5.476
Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen 0 0
Sonstige Verbindlichkeiten 0 0
Derivate im Handelsbestand (negativer Marktwert) 0 0
Derivate mit Hedge-Beziehung (negativer Marktwert) 0 0
0 0
2.602 5.476

* Zzgl. etwaiger, marktüblicher Zinsen, falls CropEnergies die geplanten Rückzahlungen später vornimmt.

Die Zahlungsabflüsse aus Tilgungen von Verbindlichkeiten sind auf den frühesten Fälligkeitstermin bezogen. Die Finanzverbindlichkeiten wurden im laufenden Geschäftsjahr vollständig abgebaut. Die Ermittlung von Zinszahlungen von Finanzinstrumenten mit variabler Verzinsung erfolgt auf Basis der am Bilanzstichtag gültigen Zinssätze. Für alle Derivate-Verträge bis auf die Währungsderivate besteht eine Net-Settlement-Vereinbarung.

Währungsrisiko I Währungsrisiken können sich aus Transaktionen in Fremdwährungen ergeben und werden in begrenztem Umfang durch derivative Instrumente abgesichert. Der Einsatz dieser Sicherungsinstrumente erfolgt innerhalb festgelegter Limits und Regeln und wird ständig kontrolliert. Sowohl die Rohstoffbeschaffung als auch der Verkauf der Produkte erfolgen weitgehend in Euro und in einem geringen Umfang in britischen Pfund und US-Dollar.

Soweit finanzielle Forderungen oder Verbindlichkeiten in fremder Währung bestehen, unterliegen sie bis zu ihrer Erfüllung noch dem Risiko der Abwertung bzw. Aufwertung. Der Bestand an Finanzforderungen und -verbindlichkeiten in Fremdwährungen ist bei CropEnergies gegenüber Konzernfremden jedoch von untergeordneter Bedeutung.

CropEnergies kann aber auch indirekten Währungsrisiken in Bezug auf Marktwertschwankungen des Euro gegenüber dem US-Dollar und dem brasilianischen Real unterliegen. Solche indirekten Einflüsse auf die Weltmarktpreise für Rohstoffe, Energie und Bioethanol lassen sich jedoch nicht quantifizieren.

Zinsrisiko I CropEnergies ist Zinsänderungsrisiken in der Eurozone ausgesetzt. Das Zinsänderungsrisiko resultiert dabei hauptsächlich aus Finanzverbindlichkeiten. Per 28. Februar 2018 wurden die Finanzverbindlichkeiten vollständig abgebaut.

Marktpreisrisiko I Die CropEnergies-Gruppe unterliegt Marktpreisrisiken für die Endprodukte. Die Risiken hieraus steuert CropEnergies durch die Gestaltung der Verkaufsverträge und deren Laufzeit sowie durch derivative Instrumente. Der Einsatz dieser Sicherungsinstrumente erfolgt innerhalb festgelegter Limits und Regeln und unterliegt einem umfassenden Kontrollprozess.

Sonstige Angaben

(30) Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen

Zum Abschlussstichtag bestand ein Bestellobligo für Investitionen in Höhe von 4,5 (11,7) Mio. € und für Rohstoffe in Höhe von 160,8 (171,4) Mio. €. Das Obligo für Investitionen betrifft im Wesentlichen Optimierungsprojekte der Bioethanolanlagen. Das Obligo für Rohstoffe besteht überwiegend für Bestellungen von Getreide, Rohalkohol, stärkebasierten Rohstoffen und Zuckersirupen. Gegenüber den Unternehmen der Südzucker-Gruppe bestand daraus ein Bestellobligo in Höhe von 15,8 (34,1) Mio. €.

Die aus Operating Leasing resultierenden Verpflichtungen betreffen im Wesentlichen Mietverträge für Büroräume, Maschinen, Lagerstätten, Kesselwagen sowie Bürogeräte. Die nicht abgezinsten Mindestmietzahlungen belaufen sich auf 13,6 (2,9) Mio. € mit folgender Fälligkeitsstruktur:

Tsd. € 28.02.2018 28.02.2017
Fällig in bis zu einem Jahr 3.744 814
Fällig in 1 bis 5 Jahren 4.729 1.149
Fällig nach über 5 Jahren 5.138 948
13.611 2.911

Vom Gesamtbetrag in Höhe von 13,6 (2,9) Mio. € betreffen 0,1 (0,1) Mio. € die Südzucker AG.

Die CropEnergies AG hat für ein langfristiges Darlehen der CT Biocarbonic GmbH im Rahmen einer Darlehensgewährung eine Mithaftung über 50 % der gewährten Darlehenssumme übernommen. Zum Bilanzstichtag valutierte das gesamte Darlehen der CT Biocarbonic GmbH auf 1,4 Mio. €. Eine Inanspruchnahme aus diesen Verpflichtungen wird derzeit nicht erwartet, da die Tochter- und Gemeinschaftsunternehmen zur Erfüllung ihrer Verpflichtungen in der Lage sind.

CropEnergies kann möglichen Verpflichtungen aus verschiedenen Ansprüchen oder Verfahren, die anhängig sind oder geltend gemacht werden könnten, unterliegen. Schätzungen über die künftigen Aufwendungen in diesem Bereich sind zwangsläufig Unsicherheiten unterworfen. Wenn ein Verlust wahrscheinlich und der Betrag zuverlässig schätzbar ist, bildet CropEnergies Rückstellungen für diese Risiken. Nach heutigem Kenntnisstand bestehen keine Ansprüche oder Verfahren, die erheblichen Einfluss auf die wirtschaftliche Lage der CropEnergies-Gruppe haben.

Zum Bilanzstichtag bestanden keine weiteren Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen.

(31) Ergebnis je Aktie

Der Konzern-Jahresüberschuss beläuft sich auf 50,8 (68,8) Mio. €. Im gesamten Geschäftsjahr 2017/18 lag die Anzahl der CropEnergies-Aktien bei 87,25 Mio. Der Berechnung des Ergebnisses je Aktie (IAS 33) liegt daher ein zeitlich gewichteter Durchschnitt von 87,25 (87,25) Mio. Aktien zugrunde. Somit ergibt sich ein Ergebnis je Aktie von 0,58 (0,79) €. Dabei entspricht das verwässerte dem unverwässerten Ergebnis.

(32) Angaben zur Kapitalflussrechnung

Die Kapitalflussrechnung wurde nach den Vorschriften des IAS 7 (Kapitalflussrechnungen) erstellt und zeigt die Veränderung des Finanzmittelbestands der CropEnergies-Gruppe aus den Bereichen laufende Geschäftstätigkeit, Investitionstätigkeit und Finanzierungstätigkeit.

Durch den Rückgang des EBITDA auf 110,8 (134,8) Mio. € reduzierte sich auch der Cashflow auf 89,6 (107,2) Mio. €. Einschließlich der Veränderung des Nettoumlaufvermögens belief sich der Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit auf 91,8 (85,4) Mio. €.

Die Mittelabflüsse aus Steuerzahlungen beliefen sich auf 20,1 (24,8) Mio. € und sind der laufenden Geschäftstätigkeit zuzuordnen. Außerdem sind Zinsauszahlungen in Höhe von 0,6 (1,4) Mio. € angefallen, die ebenfalls der laufenden Geschäftstätigkeit zuzuordnen sind. Die Investitionen in Höhe von 19,5 (16,1) Mio. € für Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte entfallen im Wesentlichen auf Investitionen in Sachanlagen. Diese dienten insbesondere dem Ausbau und der Verbesserung der Produktionsanlagen.

Der Bestand an flüssigen Mitteln belief sich per 28. Februar 2018 auf 36,9 (14,0) Mio. €. Die Finanzverbindlichkeiten haben sich folgendermaßen entwickelt:

Tsd. € 2017/18 2016/17
1. März 23.284 73.709
Zahlungswirksame Veränderung -23.284 -50.425
28. Februar 0 23.284

Die Finanzverbindlichkeiten wurden vollständig abgebaut. Dabei standen der Aufnahme von Finanzverbindlichkeiten in Höhe von 12,5 (10,4) Mio. € Tilgungen von 35,8 (60,8) Mio. € gegenüber. Des Weiteren gab es im Juli 2017 eine Dividendenausschüttung in Höhe von 26,2 Mio. €.

(33) Aufwendungen für Leistungen des Konzernabschlussprüfers

Für Leistungen des Konzernabschlussprüfers, PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Frankfurt am Main, sind im Geschäftsjahr 2017/18 Aufwendungen in Höhe von 129 (129) Tsd. € für die Konzernabschlussprüfung sowie die Prüfung der Abschlüsse der CropEnergies AG und ihrer inländischen Tochtergesellschaft CropEnergies Bioethanol GmbH angefallen.

Darüber hinaus erbrachte der Konzernabschlussprüfer im laufenden Geschäftsjahr sonstige Bestätigungsleistungen in Höhe von 12 (0) Tsd. €. Im Berichtsjahr gab es weder Steuerberatungsleistungen, noch sonstige Beratungsleistungen.

(34) Entsprechenserklärung nach § 161 AktG

Vorstand und Aufsichtsrat der CropEnergies AG haben am 13. November 2017 die Entsprechenserklärung nach § 161 AktG zum Deutschen Corporate Governance Kodex abgegeben und den Aktionären der CropEnergies AG auf der Website www.cropenergies.com unter der Rubrik Investor Relations dauerhaft zugänglich gemacht.

(35) Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen (Related Parties)

"Related Party" im Sinne von IAS 24 (Angaben über Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen) sind die Südzucker AG als Mehrheitsaktionärin sowie deren Vorstand und Aufsichtsrat nebst deren nahen Familienangehörigen sowie ihre Tochtergesellschaften (Südzucker-Gruppe), das Joint Venture CT Biocarbonic GmbH sowie die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats der CropEnergies AG nebst deren nahen Familienangehörigen. Darüber hinaus zählt dazu die Süddeutsche Zuckerrüben-Verwertungs-Genossenschaft eG (SZVG), Stuttgart, aus deren Eigenbesitz an Südzucker-Aktien zuzüglich der von ihr treuhänderisch für die Gemeinschaft der Anteilsinhaber gehaltenen Aktien sich eine Mehrheitsbeteiligung an der Südzucker AG errechnet.

Südzucker AG I Die Transaktionen mit der Südzucker AG umfassten Lieferungen von der Südzucker AG, insbesondere Rohstoffe und Energie, im Wert von 41,0 (44,5) Mio. €. Daneben wurden Dienstleistungen in Höhe von 3,4 (3,8) Mio. €, Forschungs- und Entwicklungsleistungen in Höhe von 1,2 (1,3) Mio. € sowie sonstige Leistungen in Höhe von 1,1 (1,0) Mio. € erbracht.

Im Gegenzug erhielt die CropEnergies-Gruppe von der Südzucker AG für Warenlieferungen 2,0 (3,4) Mio. € sowie Erlöse aus Dienstleistungen in Höhe von 0,1 (0,2) Mio. €. Aus der Gewährung von Darlehen ergab sich für die CropEnergies-Gruppe ein negativer Zinssaldo in Höhe von 0,6 (1,4) Mio. €.

Resultierend aus den vorgenannten Leistungsbeziehungen bestanden gegenüber der Südzucker AG zum Bilanzstichtag Forderungen in Höhe von 0,5 (1,3) Mio. € und Verbindlichkeiten in Höhe von 2,3 (5,2) Mio. €. Die Finanzverbindlichkeiten gegenüber der Südzucker AG wurden vollständig abgebaut (Vorjahr: 15,8 Mio. €).

Verbundene Unternehmen der Südzucker AG I Die Transaktionen mit den verbundenen Unternehmen der Südzucker AG umfassten Lieferungen, insbesondere von Rohstoffen und Handelswaren, im Wert von 61,8 (71,2) Mio. €. Daneben wurden Dienstleistungen in Höhe von 0,8 (0,9) Mio. € erbracht.

Im Gegenzug erhielt die CropEnergies-Gruppe von den verbundenen Unternehmen der Südzucker AG für Warenlieferungen 71,4 (72,2) Mio. €. Ferner erzielte die CropEnergies-Gruppe Leistungserlöse in Höhe von 0,5 (0,4) Mio. € sowie Erlöse aus Dienstleistungen in Höhe von 0,5 (0,6) Mio. €.

Resultierend aus den vorgenannten Leistungsbeziehungen bestanden gegenüber den verbundenen Unternehmen der Südzucker AG zum Bilanzstichtag Forderungen in Höhe von 11,7 (9,8) Mio. € und Verbindlichkeiten in Höhe von 8,8 (8,4) Mio. €. Die Finanzverbindlichkeiten gegenüber den verbundenen Unternehmen der Südzucker AG wurden vollständig abgebaut (Vorjahr: 3,0 Mio. €).

Die Leistungsbeziehungen mit der Südzucker AG und ihren verbundenen Unternehmen wurden zu marktüblichen Preisen bzw. Zinsen abgerechnet; Leistung und Gegenleistung entsprachen sich, sodass keine Benachteiligungen entstanden. Daneben wurden keine wesentlichen Geschäfte mit nahestehenden Personen getätigt.

CT Biocarbonic GmbH I Für das Joint Venture CT Biocarbonic GmbH wurden Dienstleistungen und Lieferungen in Höhe von 1,3 (1,4) Mio. € zu marktüblichen Preisen erbracht. Weiterhin bestehen zum Stichtag Darlehensforderungen in Höhe von 1,5 (1,2) Mio. € gegenüber der CT Biocarbonic GmbH.

Süddeutsche Zuckerrüben-Verwertungs-Genossenschaft eG I Mit der Süddeutschen Zuckerrüben-Verwertungs-Genossenschaft eG (SZVG) gab es keine Geschäftsvorfälle oder offene Salden zum Stichtag.

Vorstand I Der Gesamtvorstand erhielt für das Geschäftsjahr 2017/18 insgesamt eine Vergütung von 1.236 (1.162) Tsd. €; davon entfielen auf das feste Jahresgehalt 666 (638) Tsd. €. Als variabler Vergütungsanspruch kamen 507 (463) Tsd. € zur Auszahlung. Als Sachbezüge und Beiträge zur Sozialversicherung wurden 63 (60) Tsd. € gewährt.

Der Stand der Pensionsrückstellungen für aktive Vorstandsmitglieder belief sich auf 5,8 (6,0) Mio. €. Im Geschäftsjahr 2017/18 wurden 0,2 Mio. € aufgelöst (Vorjahr: Zuführung 0,2 Mio. €). Für ehemalige Vorstandsmitglieder bestehen Pensionsrückstellungen in Höhe von 0,8 Mio. €. Die Zahlungen für ehemalige Mitglieder des Vorstandes belaufen sich auf 0,1 Mio. €.

Aufsichtsrat I Unter der Voraussetzung, dass die Hauptversammlung am 17. Juli 2018 die Dividende -wie vorgeschlagen -beschließt, beläuft sich die Vergütung für die gesamte Tätigkeit der Mitglieder des Aufsichtsrats der CropEnergies AG für das Geschäftsjahr 2017/18 auf 250 (263) Tsd. €; davon entfallen auf die feste Vergütung 200 (175) Tsd. €. Zudem wurden angefallene Auslagen in Höhe von 8 (9) Tsd. € erstattet.

Die Beschreibung der Vergütungssysteme für Vorstand und Aufsichtsrat, die Bestandteil des Lageberichts ist, ist in der Erklärung zur Unternehmensführung/Corporate Governance-Bericht auf den Seiten 69 - 72 angegeben.

(36) Aufsichtsrat

Prof. Dr. Markwart Kunz

Vorsitzender

Braunschweig

Ehem. Mitglied des Vorstands der Südzucker AG

Thomas Kölbl

Stellvertretender Vorsitzender

Speyer

Mitglied des Vorstands der Südzucker AG

Mandate in inländischen, gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten

K+S Aktiengesellschaft, Kassel

Konzernmandate

AGRANA Stärke GmbH, Wien (Österreich)

AGRANA Zucker GmbH, Wien (Österreich)

ED&F MAN Holdings Limited, London (Großbritannien)

Freiberger Holding GmbH, Berlin

PortionPack Europe Holding B.V., Oud-Beijerland (Niederlande), (Vorsitzender)

Raffinerie Tirlemontoise SA, Brüssel (Belgien)

Saint Louis Sucre SAS, Paris (Frankreich)

Südzucker Polska SA, Breslau (Polen)

Südzucker Versicherungs-Vermittlungs-GmbH, Mannheim (Vorsitzender)

Dr. Hans-Jörg Gebhard

Eppingen

Vorsitzender des Verbands Süddeutscher Zuckerrübenanbauer e. V.

Weitere Mandate in inländischen, gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten

Südzucker AG, Mannheim (Vorsitzender)

GoodMills Deutschland GmbH, Hamburg

Mandate in vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien

AGRANA Beteiligungs-AG, Wien (Österreich)

AGRANA Zucker, Stärke und Frucht Holding AG, Wien (Österreich), (2. stellvertretender Vorsitzender)

Freiberger Holding GmbH, Berlin

Raffinerie Tirlemontoise SA, Brüssel (Belgien)

Saint Louis Sucre SAS, Paris (Frankreich)

Süddeutsche Zuckerrüben-Verwertungs-Genossenschaft eG (SZVG), Stuttgart (Vorsitzender)

Vereinigte Hagelversicherung VVaG, Gießen

Z & S Zucker und Stärke Holding AG, Wien (Österreich)

Dr. Wolfgang Heer

Ludwigshafen am Rhein

Vorstandsvorsitzender der Südzucker AG

Konzernmandate

AGRANA Beteiligungs-AG, Wien (Österreich), (1. stellvertretender Vorsitzender)

AGRANA Zucker, Stärke und Frucht Holding AG, Wien (Österreich), (Vorsitzender)

ED&F MAN Holdings Limited, London (Großbritannien)

Freiberger Holding GmbH, Berlin (Vorsitzender)

PortionPack Europe Holding B.V., Oud-Beijerland (Niederlande)

Raffinerie Tirlemontoise SA, Brüssel (Belgien)

Saint Louis Sucre SAS, Paris (Frankreich)

Südzucker Polska SA, Breslau (Polen), (stellvertretender Vorsitzender)

Z & S Zucker und Stärke Holding AG, Wien (Österreich), (stellvertretender Vorsitzender)

Franz-Josef Möllenberg

Rellingen

Ehem. Vorsitzender der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten

Weitere Mandate in inländischen, gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten

Südzucker AG, Mannheim (1. stellvertretender Vorsitzender)

Norbert Schindler

Bobenheim am Berg

Präsident der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz

Mandate in vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien

Sparkasse Rhein-Haardt, Bad Dürkheim

Süddeutsche Zuckerrüben-Verwertungs-Genossenschaft eG, Stuttgart

(37) Vorstand

Joachim Lutz (CEO)

Mannheim

Erstbestellung: 4. Mai 2006

Sprecher des Vorstands seit 30. April 2015

Bestellt bis: 3. Mai 2021

Michael Friedmann (CSO)

Mannheim

Erstbestellung: 30. April 2015

Bestellt bis: 29. April 2020

Dr. Stephan Meeder (CFO)

Mannheim

Erstbestellung: 30. April 2015

Bestellt bis: 29. April 2020

Ausschüsse des Aufsichtsrats

Prüfungsausschuss

Thomas Kölbl (Vorsitzender)

Dr. Wolfgang Heer

Prof. Dr. Markwart Kunz

Franz-Josef Möllenberg

Nominierungsausschuss

Thomas Kölbl (Vorsitzender)

Dr. Wolfgang Heer

Prof. Dr. Markwart Kunz

Franz-Josef Möllenberg

(38) Anteilsbesitzliste

Unternehmen Sitz Land Anteilsbesitz: unmittelbar Anteilsbesitz: mittelbar Anteilsbesitz: insgesamt
CropEnergies Bioethanol GmbH Zeitz Deutschland 15 % 85 % 100 %
CropEnergies Beteiligungs GmbH Mannheim Deutschland 100 % 100 %
BioWanze SA Brüssel Belgien 100 % 100 %
Ryssen Alcools SAS Loon-Plage Frankreich 100 % 100 %
Ryssen Chile SpA Lampa, Santiago de Chile Chile 100 % 100 %
Compagnie Financiere de l'Artois SA Paris Frankreich 100 % 100 %
Ensus UK Ltd. Yarm Großbritannien 100 % 100 %
CropEnergies Inc. Houston USA 100 % 100 %
CT Biocarbonic GmbH Zeitz Deutschland 50 % 50 %

(39) Vorschlag zur Gewinnverwendung

Der Konzern-Jahresüberschuss der CropEnergies-Gruppe (nach IFRS) beläuft sich auf 50,8 (68,8) Mio. €. Nach einer Einstellung von 15,5 Mio. € in die Gewinnrücklagen erreichte der für die Gewinnverwendung maßgebliche handelsrechtliche Bilanzgewinn der CropEnergies AG 22,2 Mio. €.

Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung am 17. Juli 2018 vor, aus dem Bilanzgewinn der CropEnergies AG 21,8 Mio. €, entsprechend einer Dividende von 0,25 € pro Aktie, auszuschütten und den verbleibenden Bilanzgewinn in Höhe von 0,4 Mio. € auf neue Rechnung vorzutragen.

(40) Nachtragsbericht

Nach Abschluss des Geschäftsjahrs haben sich keine wesentlichen Änderungen bei den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen beziehungsweise unserer Branchensituation ergeben. Es gibt auch keine anderweitigen für die CropEnergies-Gruppe zu berichtenden Ereignisse von besonderer Bedeutung.

(41) Segmentbericht

Gemäß IFRS 8 (Geschäftssegmente) sind Angaben über jene Segmente erforderlich, die das Unternehmen zu internen Berichts- und Steuerungszwecken eingerichtet hat (sogenannter Management Approach).

Die CropEnergies-Gruppe stellt nur ein homogenes Hauptprodukt (Bioethanol) her. In verbundenen bzw. identischen Produktionsprozessen werden ähnliche Endprodukte hergestellt, die separat vertrieben werden können. Die operative Steuerung der CropEnergies-Gruppe erfolgt durch den Vorstand als Hauptentscheidungsträger im Wesentlichen anhand der Umsatzerlöse sowie des operativen Ergebnisses. Das Management steuert anhand dieser beiden finanziellen Steuerungsgrößen die einzelnen operativen Einheiten (inklusive der jeweils übergeordneten Holdinggesellschaften).

CropEnergies verwendet den ROCE (Return On Capital Employed, Verhältnis aus operativem Ergebnis und Capital Employed) als Indikator, um zu bestimmen, ob die operativen Segmente die gleichen wirtschaftlichen Merkmale und eine ähnliche langfristige Ertragsentwicklung aufweisen. Der ROCE der operativen Segmente bewegt sich langfristig in einer ähnlichen Bandbreite.

Auch hinsichtlich der Art der Produkte und Produktionsprozesse, der Kundentypen, der Methoden des Vertriebs und der regulatorischen Rahmenbedingungen sind die operativen Segmente vergleichbar.

Somit können die operativen Segmente gemäß IFRS 8 zu einem Berichtssegment zusammengefasst werden. Geschäftsvorfälle zwischen den operativen Segmenten erfolgten zu marktüblichen Preisen und wurden eliminiert.

Mio. € 28.02.2018 28.02.2017
Gesamtbetrag der Vermögenswerte 592,3 597,9
Capital Employed 457,8 484,3
Vorräte 66,0 63,1
Gesamtbetrag der Schulden -146,6 -172,1
Nettofinanzposition 36,9 -9,3
Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte* 19,5 16,1
Mitarbeiter 414 412
Mio. € 28.02.2018 28.02.2017
Buchwerte Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte
Deutschland 131,1 138,2
Ausland 271,3 286,5
402,4 424,7
Umsatzerlöse mit Dritten 2017/18 2016/17
Deutschland 277,2 325,5
Ausland 604,8 476,2
882,0 801,7
Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte*
Deutschland 7,6 4,6
Ausland 11,9 11,5
19,5 16,1

* inklusive Anlagen im Bau

Gesamtergebnisrechnung

1. März 2017 bis 28. Februar 2018

Tsd. € Berichtssegment Konsolidierung Konzern
Gewinn-und-Verlust-Rechnung
Umsatzerlöse 1.080.158 -198.195 881.963
Bestandsveränderungen und andere aktivierte Eigenleistungen -199 1.033 834
Sonstige betriebliche Erträge 6.084 -2.785 3.299
Materialaufwand -872.273 195.203 -677.070
Personalaufwand -35.297 0 -35.297
Abschreibungen -39.861 700 -39.161
Sonstige betriebliche Aufwendungen -66.933 3.209 -63.724
Ergebnis aus at Equity einbezogenen Unternehmen 0 -75 -75
Ergebnis der Betriebstätigkeit 71.679 -910 70.769
Finanzergebnis -1.108 164 -944
Ergebnis vor Ertragsteuern 70.571 -746 69.825
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -19.271 255 -19.016
Jahresüberschuss 51.300 -491 50.809

1. März 2016 bis 28. Februar 2017

Tsd. € Berichtssegment Konsolidierung Konzern
Gewinn-und-Verlust-Rechnung
Umsatzerlöse 995.730 -193.994 801.736
Bestandsveränderungen und andere aktivierte Eigenleistungen 6.680 -1.286 5.394
Sonstige betriebliche Erträge 8.517 -2.522 5.995
Materialaufwand -784.422 194.067 -590.355
Personalaufwand -33.371 -689 -34.060
Abschreibungen -40.064 690 -39.374
Sonstige betriebliche Aufwendungen -58.540 2.886 -55.654
Ergebnis aus at Equity einbezogenen Unternehmen 0 189 189
Ergebnis der Betriebstätigkeit 94.530 -659 93.871
Finanzergebnis -4.305 193 -4.112
Ergebnis vor Ertragsteuern 90.225 -465 89.760
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -20.871 -110 -20.981
Jahresüberschuss 69.354 -575 68.779

Die regionale Zuteilung des Segmentvermögens und der Investionen erfolgte nach den Ländern, in denen die Gesellschaften der CropEnergies-Gruppe ihren Sitz haben. Die Umsatzerlöse mit Dritten bestimmten sich nach der Lieferdestination.

Im Geschäftsjahr 2017/18 erwirtschaftete die CropEnergies-Gruppe mit einem Kunden Umsatzerlöse von 14,0 (16,8) % des Konzernumsatzes.

VERSICHERUNG DER GESETZLICHEN VERTRETER

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.

 

Mannheim, 23. April 2018

DER VORSTAND

Joachim Lutz CEO

Michael Friedmann CSO

Dr. Stephan Meeder CFO

Bestätigungsvermerk DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die CropEnergies AG, Mannheim

VERMERK ÜBER DIE PRÜFUNG DES KONZERNABSCHLUSSES UND DES KONZERNLAGEBERICHTS

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss der CropEnergies AG, Mannheim, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) -bestehend aus der Konzernbilanz zum 28. Februar 2018, der Konzerngesamtergebnisrechnung, der Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. März 2017 bis zum 28. Februar 2018 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden -geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der CropEnergies AG für das Geschäftsjahr vom 1. März 2017 bis zum 28. Februar 2018 geprüft. Die im Abschnitt "Sonstige Informationen" unseres Bestätigungsvermerks genannten Bestandteile des Konzernlageberichts haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 28. Februar 2018 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. März 2017 bis zum 28. Februar 2018 und

vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum Konzernlagebericht erstreckt sich nicht auf den Inhalt der im Abschnitt "Sonstige Informationen" genannten Bestandteile des Konzernlageberichts.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Die Prüfung des Konzernabschlusses haben wir unter ergänzender Beachtung der International Standards on Auditing (ISA) durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften, Grundsätzen und Standards ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Konzernabschlusses

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. März 2017 bis zum 28. Februar 2018 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Aus unserer Sicht war folgender Sachverhalt am bedeutsamsten in unserer Prüfung:

1 Finanzinstrumente - Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen

Unsere Darstellung dieses besonders wichtigen Prüfungssachverhalts haben wir wie folgt strukturiert:

1 Sachverhalt und Problemstellung

2 Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse

3 Verweis auf weitergehende Informationen

Nachfolgend stellen wir den besonders wichtigen Prüfungssachverhalt dar:

1 Finanzinstrumente - Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen

1 Die Gesellschaften des CropEnergies-Konzerns schließen derivative Finanzinstrumente ab. Diese umfassen zur Absicherung gegen Rohstoffpreisrisiken aus dem gewöhnlichen Geschäftsbetrieb insbesondere Weizenfutures. Die Rohstoffpreisrisiken resultieren im Wesentlichen aus dem Einkauf von Agrarrohstoffen wie Weizen, sofern die Preisänderungsrisiken durch physische Lieferverträge nicht ausgeschlossen werden können. Das gesamte Nominalvolumen der ausstehenden Weizenfutures zum 28. Februar 2018 beträgt € 73,9 Mio. Die negativen Zeitwerte der insgesamt zur Weizenpreissicherung eingesetzten derivativen Finanzinstrumente betragen zum Bilanzstichtag € 2,9 Mio. Soweit die vom CropEnergies-Konzern eingesetzten derivativen Finanzinstrumente wirksame Sicherungsinstrumente künftiger Zahlungsströme im Rahmen von Sicherungsbeziehungen nach den Vorschriften des IAS 39 sind, werden Änderungen des beizulegenden Zeitwertes über die Dauer der Sicherungsbeziehung bis zur Fälligkeit des gesicherten Zahlungsstroms (effektiver Teil) erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst (hedge accounting). Im Geschäftsjahr 2017/18 wurden Ineffektivitäten in Höhe von € 0,5 Mio erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung verbucht.

Auf dem Ethanolmarkt werden mit den Kunden Kaufverträge abgeschlossen, bei denen der Verkaufspreis an einen variablen Ethanolpreis indexiert ist. Die Gesellschaften des CropEnergies-Konzerns haben daher derivative Finanzinstrumente (Ethanolfutures) zur Absicherung gegen Preisschwankungen aus dem Ethanolverkauf mit einem Nominalvolumen von insgesamt € 13,9 Mio abgeschlossen. Die negativen Zeitwerte der insgesamt zur Ethanolpreissicherung eingesetzten derivativen Finanzinstrumente betragen zum Bilanzstichtag € 0,4 Mio. Da die Ethanolfutures nicht in einer bilanziellen Sicherungsbeziehung designiert sind, werden die Marktwertänderungen erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Aus unserer Sicht waren diese Sachverhalte aufgrund der hohen Komplexität und der Anzahl der Geschäfte sowie der umfangreichen Anforderungen an die Bilanzierung und Berichterstattung durch den IAS 39 für unsere Prüfung von besonderer Bedeutung.

2 Im Rahmen unserer Prüfung haben wir mit Unterstützung unserer internen Spezialisten aus dem Bereich Corporate Treasury Solutions unter anderem das eingerichtete interne Kontrollsystem der Gesellschaft im Bereich der eingesetzten Rohstoffderivate gewürdigt. Zur Beurteilung der Vollständigkeit und zur Prüfung der beizulegenden Zeitwerte der ausstehenden Geschäfte haben wir Bankbestätigungen eingeholt. Die für die Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes verwendeten Marktdaten haben wir auf Basis externer Quellen verifiziert. Hinsichtlich der Erfüllung der Vorgaben zur Designation bilanzieller Sicherungsbeziehungen nach IAS 39 haben wir unter anderem die erstellten Hedge Dokumentationen und Effektivitätstests gewürdigt. Darüber hinaus haben wir die Bilanzierung der Sicherungsbeziehungen, insbesondere in Bezug auf Eigenkapital- und Ergebniseffekte, nachvollzogen. Hierbei konnten wir uns davon überzeugen, dass die Voraussetzungen zur Anwendung des Hedge Accounting sowie die von den gesetzlichen Vertretern vorgenommenen Einschätzungen und getroffenen Annahmen hinreichend begründet und dokumentiert sind.

3 Die Angaben der Gesellschaft zu der Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen sind in den Abschnitten (5) " Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden", (20) "Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Vermögenswerte", (27) "Derivative Finanzinstrumente" und (28) "Zusätzliche Angaben zu den Finanzinstrumenten" des Konzernanhangs enthalten.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die folgenden nicht inhaltlich geprüften Bestandteile des Konzernlageberichts:

die in Abschnitt "Corporate Governance" des Konzernlageberichts enthaltene Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f HGB und § 315d HGB

den Corporate Governance-Bericht nach Nr. 3.10 des Deutschen Corporate Governance Kodex (mit Ausnahme des Vergütungsberichts)

den Abschnitt "Nachhaltigkeitsbericht" des Konzernlageberichts

Die sonstigen Informationen umfassen zudem die übrigen Teile des Geschäftsberichts -ohne weitergehende Querverweise auf externe Informationen -, mit Ausnahme des geprüften Konzernabschlusses, des geprüften Konzernlageberichts sowie unseres Bestätigungsvermerks.

Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss, zum Konzernlagebericht oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder

anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Falls wir auf Grundlage der von uns durchgeführten Arbeiten den Schluss ziehen, dass eine wesentliche falsche Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten. Wir haben in diesem Zusammenhang nichts zu berichten.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen -beabsichtigten oder unbeabsichtigten -falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen -beabsichtigten oder unbeabsichtigten -falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung sowie unter ergänzender Beachtung der ISA durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher -beabsichtigter oder unbeabsichtigter -falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und der ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.

holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile.

beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und die hierzu getroffenen Schutzmaßnahmen.

Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Konzernabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.

SONSTIGE GESETZLICHE UND ANDERE RECHTLICHE ANFORDERUNGEN

Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVO

Wir wurden von der Hauptversammlung am 18. Juli 2017 als Konzernabschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 18. Juli 2017 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2006/2007 als Konzernabschlussprüfer der CropEnergies AG, Mannheim, tätig.

Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.

VERANTWORTLICHER WIRTSCHAFTSPRÜFER

Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Michael Conrad.

 

Mannheim, den 23. April 2018

PricewaterhouseCoopers GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Michael Conrad, Wirtschaftsprüfer

ppa. Martin Knoll, Wirtschaftsprüfer

GLOSSAR

Alkohol I -> Ethanol.

Abfindungs-Cap I Die Obergrenze der Zahlung, die ein Mitglied des Vorstands bei vorzeitiger Beendigung seiner Tätigkeit erhält.

Beimischung (zum Benzin) I Die Zugabe von -> Ethanol zu -> Ottokraftstoff. In Europa gibt es für -> Ottokraftstoff die Norm EN 228, die seit Ende 2012 den Zusatz von 10 Vol-% -> Ethanol oder 22 Vol.-% ETBE erlaubt. Weltweit sind unterschiedliche Ethanolbeimischungen zu konventionellem Ottokraftstoff üblich (z. B. 18 - 27,5 Vol.-% in Brasilien; 10 - 15 Vol-% in den USA).

Bioethanol I Aus nachwachsenden Rohstoffen gewonnenes -> Ethanol. Als Rohstoff kommt zucker-, stärke- oder zellulosehaltige Biomasse infrage. CropEnergies setzt Getreide, -> Zuckersirupe und Rohalkohol als Rohstoffe ein.

Biokraftstoffe I Aus Biomasse gewonnene Kraftstoffe (z. B. -> Ethanol, Biodiesel, Biogas, Pflanzenöl).

Biokraftstoff-Nachhaltigkeitsverordnung (Biokraft-NachV) I Am 2. November 2009 in Kraft getretene Verordnung über Anforderungen an eine nachhaltige Herstellung von -> Biokraftstoffen. Die Verordnung soll sicherstellen, dass künftig nur noch solche -> Biokraftstoffe steuerlich begünstigt oder auf die Biokraftstoffquote angerechnet werden können, die unter Beachtung verbindlicher Nachhaltigkeitsstandards hergestellt wurden. Mit der Verordnung werden die -> Nachhaltigkeitskriterien der Europäischen Union für den Biokraftstoffbereich in Deutschland rechtlich festgeschrieben.

CDS (Concentrated Distillers' Solubles) I Flüssiges Futtermittel aus -> Schlempe, die bei der Ethanolherstellung aus Getreide anfällt und eingedickt wird.

CO2 I -> Kohlendioxid.

D&O Versicherung I (Directors-and-Officers-Versicherung, auch Organ- oder Manager-Haftpflichtversicherung) I Eine Vermögensschadenhaftpflichtversicherung, die ein Unternehmen für seine Organe und leitenden Angestellten abschließt.

Dehydratation I Die sogenannte Trocknung des -> Alkohols. In diesem letzten Schritt der Ethanolproduktion wird dem -> Alkohol nahezu das gesamte restliche Wasser entzogen und so ein Reinheitsgrad von über 99 % erreicht.

Destillation I Auftrennung von Flüssigkeiten, die aus verschiedenen Bestandteilen zusammengesetzt sind, durch kontrollierte Erhitzung, z. B. fraktionierte Destillation von Rohöl oder Trennung von -> Alkohol und Wasser. Basis dieser Trennungsmöglichkeit sind die unterschiedlichen Siedepunkte der Mischungsbestandteile.

DDGS (Distillers' Dried Grains with Solubles) I Trockenschlempe. Als D. wird die getrocknete -> Schlempe der Ethanolherstellung aus Getreide bezeichnet, die in der Tierernährung als wertvolles Proteinfuttermittel eingesetzt wird.

E5 I Kraftstoff für Ottomotoren mit bis zu 5 Vol.-% -> Ethanol.

E10 I Kraftstoff für Ottomotoren mit bis zu 10 Vol.-% -> Ethanol.

E20 I Kraftstoff für Ottomotoren mit bis zu 20 Vol.-% -> Ethanol. Die meisten neueren Modelle könnten problemlos mit diesem Kraftstoff betrieben werden.

E85 I Kraftstoff für Flexible Fuel Vehicles (-> FFVs). E. ist ein Ethanol-Benzin-Gemisch mit einem Ethanolanteil von rund 85 %. Für E. gilt in Deutschland die DIN 51625.

Enzym I Veraltet: Ferment. Biochemischer Katalysator, der hilft, ein Substrat zu spalten oder zu verändern, ohne sich selbst aufzubrauchen. E. bestehen aus Eiweiß (Protein).

Erneuerbare-Energien-Richtlinie I Richtlinie 2009/28/EG des Europäischen Parlaments und Rats zur Förderung der Nutzung von Energie aus erneuerbaren Quellen vom 23. April 2009. Die E. schreibt unter anderem einen verbindlichen Anteil -> erneuerbarer Energien am Energieverbrauch im Transportsektor von 10 % im Jahr 2020 vor. Die E. enthält ebenfalls Regelungen zur nachhaltigen Produktion von -> Biokraftstoffen. Zum Nachweis der Einhaltung der rechtlich definierten Anforderungen sind die Wirtschaftsteilnehmer zu einer unabhängigen Überprüfung verpflichtet (z. B. Zertifizierungssysteme). Die letzte Änderung erfolgte durch die Richtlinie 2015/1513 ("ilUC-Richtlinie") vom 9. September 2015.

Ethanol I Auch Bioethanol, Ethylalkohol (veraltet: Äthanol, Äthylalkohol). Gehört zur Gruppe der Alkohole, steht im engeren Sinn synonym für -> Alkohol. E. ist das Hauptprodukt der alkoholischen Gärung. Hauptbestandteil von Branntwein und Trinkalkohol. E. wird als Kraftstoffadditiv und als alleiniger Kraftstoff, aber auch in der chemischen oder pharmazeutischen Industrie verwendet.

Fermentation I Biotechnisches Verfahren zur Herstellung eines gewünschten Produkts, bei dem organisches Material durch Mikroorganismen wie Bakterien, Pilze oder auch Einzeller bzw. deren Enzyme umgewandelt wird. Bei der Herstellung von -> Ethanol wird der in der Maische enthaltene Zucker durch Hefen in -> Alkohol verwandelt.

FFVs (Flexible Fuel Vehicles) I F. sind kraftstoff-flexibel, das heißt, sie können sowohl mit reinem -> Ottokraftstoff als auch -in Europa -mit bis zu 86 % -> Ethanol betrieben werden. Sie haben einen einzigen Tank und erkennen über einen Sensor das Mischungsverhältnis von -> Ethanol und -> Ottokraftstoff. Das Motormanagement passt die Zündzeitpunkte automatisch an die Zusammensetzung des Gemischs an.

Fraud I F. bezeichnet vorsätzliches Handeln, Dulden oder Unterlassen, das zum Zweck der persönlichen Bereicherung dazu geeignet ist, den Unternehmenserfolg zu beeinträchtigen oder Dritten Schaden zuzufügen. Im Rahmen des Compliance-Managements von CropEnergies und der Unternehmensgrundsätze gilt es, solchen Fällen vorzubeugen bzw. sie aufzudecken und aufzuarbeiten.

Gallone I Volumenmaß (Trocken- und Flüssigkeitsmaß), für das mehrere Definitionen existieren. Die in den USA für Flüssigkeiten gebräuchliche US liquid gallon entspricht rund 3,785 Litern.

Getreidewirtschaftsjahr I Zeitraum von zwölf Monaten zur Sammlung von Daten (z. B. Anbaufläche, Erntemengen) zu einer bestimmten Getreidesorte. Das G. beginnt mit der Getreideernte. In Europa dauert das Wirtschaftsjahr für Weizen beispielsweise vom 1. Juli bis zum 30. Juni.

Gewichtsprozent I Prozentuale Angabe des relativen Masseanteils einer Komponente an der Gesamtmasse eines Stoffgemisches (Abk. Gew.-%).

Gluten I Kleber oder Klebereiweiß, das in Getreidekörnern enthalten ist. G. wird für die Herstellung von Lebensmitteln (insbesondere Backwaren) und speziellen Futtermitteln verwendet. Für die Backeigenschaften eines Mehls ist G. von zentraler Bedeutung.

GMP+ I Richtlinien zur Qualitätssicherung der Produktionsabläufe und -umgebung u. a. bei der Produktion von Lebens- und Futtermitteln.

HACCP (Hazard Analysis Critical Control Point) I H. ist ein weltweit angewandtes, vorbeugendes Konzept der Gefahrenanalyse und der Überwachung kritischer Kontrollpunkte, um Lebensmittel und Futtermittel derart herzustellen, dass es bei ihrem Verzehr zu keiner gesundheitlichen Gefährdung kommt.

IFS-Zertifizierung (International Food Standard) I Zertifizierung und Überprüfung von Systemen zum Sicherstellen der Lebensmittelsicherheit sowie der Qualität bei der Produktion von Lebensmitteln durch akkreditierte Zertifizierer.

Insiderinformation gemäß Artikel 17 MAR I Die von der EU vorgeschriebene "Market Abuse Regulation" (MAR, Marktmissbrauchsverordnung) soll Insidergeschäfte und Marktmanipulationen verhindern. Artikel 17 verpflichtet dazu, marktrelevante Informationen zu veröffentlichen, damit andere Marktteilnehmer gegenüber Unternehmensinsidern nicht benachteiligt sind. Börsennotierte Unternehmen wie die CropEnergies AG müssen diese Informationen ad hoc, also sobald wie möglich, veröffentlichen.

Kohlendioxid (CO2 ) I Entsteht bei der Verbrennung von kohlenstoffhaltigem Material. Dient als Ausgangsprodukt für den Aufbau pflanzlicher Biomasse durch Photosynthese. Bei der Verbrennung von Biomasse wird nur so viel CO2 abgegeben, wie von dieser zuvor beim Wachsen aufgenommen worden ist. K. ist ein -> Treibhausgas. K. kann in der Lebensmittel- und Verpackungsindustrie verwendet werden.

Kraftstoffqualitätsrichtlinie I Richtlinie 98/70/EG des Europäischen Parlaments und des Rats vom 13. Oktober 1998, die Mindestanforderungen für die Beschaffenheit und Auszeichnung der Qualitätsdaten von Kraftstoffen festlegt. Mit der K. haben das Europäische Parlament und der Rat einem Änderungsvorschlag der EU-Kommission zur Verringerung von luftverunreinigenden Emissionen und Treibhausgasemissionen von Kraftstoffen zugestimmt. In diesem Zusammenhang wurde auch die EU-weite Einführung von -> E10-Kraft-stoff ermöglicht.

Nachhaltigkeitskriterien I Kriterien, die -> Biokraftstoffe, die für die Erreichung der Ziele der -> "Erneuerbare-Energien-Richtlinie" verwendet werden, sowie Biokraftstoffe, denen nationale Förderregelungen zugutekommen, erfüllen müssen, um ihre ökologische Nachhaltigkeit unter Beweis zu stellen. Beispiele für N. sind eine Mindesteinsparung von -> Treibhausgasen und der Schutz von Flächen mit hoher biologischer Vielfalt. Bei der Formulierung der -> "Erneuerbare-Energien-Richtlinie" wurden auch soziale N. berücksichtigt.

Nachhaltigkeitszertifizierung I Dient der Überwachung und Kontrolle der kompletten Anbau-, Liefer- und Herstellungskette von Biokraftstoffen zur Einhaltung der EU-Vorgaben der -> Biokraftstoff-Nachhaltigkeitsverordnung durch unabhängige Zertifizierungssysteme und -stellen, die von der EU-Kommission oder nationalen Aufsichtsbehörden (z. B. Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) in Deutschland) anerkannt und überwacht werden. N. findet auch bei der Verstromung von flüssiger Biomasse Anwendung.

ProtiGrain(r) I Markenname für das von CropEnergies in Zeitz produzierte -> DDGS. P. wird als hochwertiges Proteinfuttermittel vermarktet.

ProtiWanze(r) I Markenname für das von CropEnergies in Wanze produzierte -> CDS. P. ist ein flüssiges Futtermittel mit einem hohen Proteingehalt.

Rektifikation I Schritt der Ethanolproduktion, in dem der -> Alkohol aufgereinigt wird und Reststoffe entfernt werden.

Schlempe I Rest an nicht vergärbaren Stoffen, der bei der Destillation anfällt. Sch. aus Getreide ist wegen des Gehalts an Eiweiß, Stickstoffverbindungen, Fetten u. a. ein wertvolles Futtermittel für Nutztiere.

Scope I Klassifizierung der bei der Produktion entstehenden Treibhausgas-(THG-)Emissionen. Direkte (Scope 1) THG-Emissionen stammen aus Quellen, die im Besitz oder unter Führung des Berichterstatters sind (z. B. eigene Kraftwerke). Indirekte (Scope 2) THG-Emissionen resultieren aus der Erzeugung elektrischer oder thermischer Energie, die vom Berichterstatter zur eigenen Nutzung von Dritten eingekauft wurde.

Treibhausgase I Neben Methan, Distickstoffoxid und den FCKWs ist -> Kohlendioxid das wichtigste anthropogene Treibhausgas. Das Ansteigen der Konzentration von Treibhausgasen in der Atmosphäre ist verantwortlich für den Klimawandel.

Volumenprozent (Volumenkonzentration) I Schreibweise: Vol.-% oder v/v. Im Fall von Ethanol: Bezeichnung für den Alkoholanteil einer Flüssigkeit bezogen auf das Volumen bei 20 °C.

Zellulose I Gerüstsubstanz von Pflanzen, Hauptbestandteil der Zellwände. Z. ist ein Polysaccharid, das aus einigen tausend ß-Glukosebausteinen aufgebaut ist. Es ist u. a. durch Mineralsäuren, Enzyme oder Pilze spaltbar ("Holzverzuckerung", Holzzuckerspiritus-Gewinnung). Verfahren zur Herstellung von Ethanol aus Z. befinden sich im Entwicklungsstadium.

Zuckersirupe I Zwischen- und Kuppelprodukte der Zuckerherstellung. CropEnergies nutzt Z. in ihren Bioethanolanlagen als Rohstoff für die Ethanolherstellung.

ZUKUNFTSGERICHTETE AUSSAGEN UND PROGNOSEN

Dieser Geschäftsbericht enthält in die Zukunft gerichtete Aussagen. Diese Aussagen basieren auf den gegenwärtigen Einschätzungen und Prognosen des Vorstands sowie den ihm derzeit verfügbaren Informationen. Die zukunftsgerichteten Aussagen sind nicht als Garantien der darin genannten zukünftigen Entwicklungen und Ergebnisse zu verstehen. Die zukünftigen Entwicklungen und Ergebnisse sind vielmehr abhängig von einer Vielzahl von Faktoren, sie beinhalten verschiedene Risiken und Unwägbarkeiten und beruhen auf Annahmen, die sich möglicherweise als nicht zutreffend erweisen. Ein Überblick über die Risiken gibt der Risiko- und Chancenbericht in diesem Geschäftsbericht.

CropEnergies übernimmt keine Verpflichtung, die in diesem Geschäftsbericht gemachten zukunftsgerichteten Aussagen zu aktualisieren.

Satz und Gestaltung: trio-group, Mannheim

Druck und Weiterverarbeitung: abcdruck GmbH, Heidelberg (c) 2018

Finanzkalender

Mitteilung 1. Quartal 2018/19 11. Juli 2018
Hauptversammlung 2018 17. Juli 2018
Bericht 1. Halbjahr 2018/19 10. Oktober 2018
Mitteilung 1. - 3. Quartal 2018/19 9. Januar 2019
Bilanzpresse- und Analystenkonferenz Geschäftsjahr 2018/19 15. Mai 2019

Kontakt

CropEnergies AG

Maximilianstraße 10

68165 Mannheim

Investor Relations

Heike Baumbach

Dr. Lilia Filipova-Neumann

Tel.: +49 (621) 714190-30

Fax: +49 (621) 714190-03

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Öffentlichkeitsarbeit / Marketing

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Handelsregister Mannheim: HRB 700509