![]() CropEnergies AGMannheimMitteilung 1. Quartal 2019/20Überblick1. Quartal 2019/20
Ausblick für das Geschäftsjahr 2019/20
Wesentliche EreignisseWirtschaftliches UmfeldAktuelle Rahmenbedingungen in der EUIn der EU stellen die "Erneuerbare-Energien-Richtlinie" und die "Kraftstoffqualitätsrichtlinie" die Weichen für mehr Klimaschutz im Transportsektor. Der Anteil an erneuerbaren Energien im Jahr 2020 soll auf 10 % steigen. Bis zu 7 %-Punkte können dabei auf erneuerbare Kraftstoffe aus Ackerpflanzen entfallen. Die verbleibende Lücke sollen Kraftstoffe aus Abfällen und Reststoffen sowie erneuerbarer Strom im Schienen- und Straßenverkehr schließen. Darüber hinaus sollen erneuerbare Kraftstoffe dazu beitragen, die mit dem Kraftstoffverbrauch verbundenen Treibhausgasemissionen bis 2020 um 6 Gew.-% gegenüber dem Basiswert von 94,1 g CO2Äq /MJ zu senken. Während ein Liter Benzin also rund 3 kg CO2Äq verursacht, sinkt dieser Wert bei europäischem Ethanol auf durchschnittlich nur 0,5 kg CO2Äq /Liter. "Erneuerbare-Energien-Richtlinie" nach 2020Für die Zeit nach 2020 sieht die neugefasste "Erneuerbare-Energien-Richtlinie" vor,
dass der Anteil an erneuerbaren Energien im Transportsektor auf mindestens 14 % steigen
soll. Der Beitrag erneuerbarer Kraftstoffe aus Ackerpflanzen so LL sich bis zu einem
Prozentpunkt über dem im Jahr 2020 erreichten Niveau bewegen können. Der Anteil von
Kraftstoffen aus Abfällen und Reststoffen soll von 0,2 % im Jahr 2022 auf mindestens
3,5 % im Jahr 2030 steigen. Darüber hinaus können diese Kraftstoffe, wie auch erneuerbarer
Strom, im Straßenverkehr mehrfach auf das Transportziel angerechnet werden. Die Anschlussregelung
stellt sicher, dass nachhaltig hergestellte, erneuerbare Kraftstoffe weiterhin zum
Klimaschutz beitragen können. "Klimaschutzverordnung"Neben der Förderung der verstärkten Nutzung von erneuerbaren Energien strebt die EU
mit der sogenannten "Klimaschutzverordnung" an, die Treibhausgasemissionen in den
Sektoren, die nicht unter den EU-Emissionshandel fallen, bis 2030 um 30 % zu senken.
Zu diesem sogenannten "Nicht-ETS-Bereich" gehört neben Gebäuden, Landwirtschaft, Abfallwirtschaft
und kleineren Industrieanlagen insbesondere der Verkehr. Aufgrund regionaler Unterschiede
innerhalb der EU wurden nationale Minderungsziele festgelegt. So soll Deutschland
zum Beispiel eine Emissionsminderung von 38 % bis 2030 erreichen. Zur Zielerreichung ist es notwendig, auf nationaler Ebene wirksame Maßnahmen zur Begrenzung der Emissionen umzusetzen. In Deutschland wird dabei aktuell ein Klimaschutzgesetz diskutiert, welches die im Klimaschutzplan 2050 festgelegten Sektorenziele der Bundesregierung gesetzlich verankern soll. Für den Verkehrsbereich ist eine Senkung der Treibhausgasemissionen bis 2030 auf höchstens 98 Mio. t CO2Äq vorgesehen. Dies entspricht gegenüber 2018 einer Minderung um über 60 Mio. t bzw. rund 40 %. Zur Senkung der Treibhausgasemissionen können erneuerbare Kraftstoffe in großem Umfang beitragen. Die deutsche Ethanolindustrie schlägt in diesem Zusammenhang vor, die Treibhausgasminderungsquote von 6 Gew.-% im Jahr 2020 schrittweise auf 16 Gew.-% bis 2030 anzuheben. Dies würde sicherstellen, dass CO2 -ärmere Kraftstoffe genutzt werden und damit auch der Kraftstoffbereich seinen Beitrag leistet, die Klimaziele 2030 zu erreichen. EthanolmärkteIn den USA ist der 1-Monats-Future für Ethanol an der Chicago Board of Trade (CBOT) im 1. Quartal 2019/20 von umgerechnet rund 310 €/m3 auf 360 €/m3 gestiegen. Hintergrund des Preisanstiegs sind höhere Maispreise in den USA, nachdem sich abzeichnet, dass die diesjährige Maisanbaufläche im Mittleren Westen aufgrund umfangreicher Überschwemmungen geringer als im Vorjahr ausfallen wird. Ungeachtet dessen produzieren die USA unverändert mehr Ethanol als im Inland verbraucht wird. Bis Ende Mai 2019 summierte sich der Produktionsüberschuss bereits auf 2,8 (3,5) Mio. m3 . Für das Kalenderjahr 2019 wird davon ausgegangen, dass sich die Ethanolproduktion mit 62,2 (62,4) Mio. m3 auf Vorjahresniveau bewegen wird. Der Inlandsverbrauch soll von 56,1 auf 56,9 Mio. m3 steigen. Infolgedessen werden die Exporte mit 6,8 (7,3) Mio. m3 den Vorjahresrekord zwar voraussichtlich nicht erreichen, sich aber unverändert auf sehr hohem Niveau bewegen. Internationale Ethanolpreise (€/m3 )![]() In Brasilien gingen die Ethanolpreise, umgerechnet in Euro, von 445 €/m3 Anfang März 2019 auf 415 €/m3 Ende Mai 2019 zurück. Im aktuellen Zuckerwirtschaftsjahr 2019/20 soll sich die Ethanolproduktion auf 32,5 (33,1) Mio. m3 belaufen und damit dem Inlandsverbrauch von 32,7 (32,5) Mio. m3 nahezu entsprechen. In Anbetracht einer weitgehend ausgeglichenen Versorgungsbilanz wird mit keinen wesentlichen Nettoexporten Brasiliens gerechnet. Die Ethanolpreise in Europa stiegen im 1. Quartal 2019/20 von 555 €/m3 auf rund 595 €/m3 . Die Spotpreise überschritten dabei zwischenzeitlich sogar die Marke von 600 €/m3 . Zur Preiserholung trug eine robuste Nachfrage bei moderaten Importaktivitäten bei. Im Jahr 2019 sollen 0,7 (0,6) Mio. m3 Ethanol importiert werden. Dieser Anstieg dürfte auch mit dem Wegfall des Antidumpingzolls auf Ethanolimporte aus den USA per 16. Mai 2019 zusammenhängen. Den Einfuhren stehen eine Inlandsproduktion von 7,6 (7,7) Mio. m3 und ein Inlandsverbrauch von 8,0 (8,0) Mio. m3 gegenüber. Die Produktion von Kraftstoffethanol soll mit 5,2 (5,3) Mio. m3 leicht hinter den Verbrauch von 5,4 (5,4) Mio. m3 zurückfallen. Getreide- und ProteinmärkteDem Internationalen Getreiderat (IGC) zufolge soll die Weltgetreideproduktion (ohne
Reis) 2019/20 auf 2.177 (2.138) Mio. t steigen. Bei einem erwarteten Getreideverbrauch
von 2.192 (2.166) Mio. t wird mit einem Rückgang der Bestände auf 602 (617) Mio. t
gerechnet. Für die EU rechnet die EU-Kommission mit einem Anstieg der Getreideernte
2019/20 auf 311 (290) Mio. t. Der Verbrauch soll unverändert bei 287 (287) Mio. t
liegen. Die guten Ernteaussichten in Europa haben dazu geführt, dass die europäischen
Weizenpreise an der Euronext in Paris im 1. Quartal 2019/20 weitgehend um die Marke
von 185 €/t pendelten. Wenngleich dies im Vergleich zum Vorjahresquartal einem Anstieg
um fast 20 €/t entspricht, sind die Weizenpreise gegenüber dem 4. Quartal 2018/19
um ca. 20 €/t gesunken. Internationale Agrarpreise (€/t)![]() Der größte Teil des inländischen Getreideverbrauchs entfällt mit über 60 % nach wie
vor auf die Tierfütterung. Zur Herstellung von Kraftstoffethanol wird hingegen nur
der Stärkeanteil von rund 4 % der EU-Getreideernte genutzt. Die weiteren Bestandteile
des verarbeiteten Getreides, allen voran Proteine, werden zu wertvollen Lebens- und
Futtermitteln veredelt und verringern damit die Abhängigkeit von Sojaimporten aus
Nord- und Südamerika. Die weltweite Sojabohnenernte 2019/20 soll mit 358 (363) Mio. t unter dem Rekordwert
des Vorjahrs liegen. Bei einem Verbrauch von 359 (352) Mio. t sollen die Bestände
auf 53 (54) Mio. t zurückgehen. In Anbetracht der jedoch unverändert hohen Verfügbarkeit
und Lagerbestände schloss der 1-Monats-Future für Sojabohnen an der CBOT am 10. Mai
2019 erstmals seit Dezember 2008 unter 8 US-$/Bushel*. Bis Ende Mai 2019 erholte sich
der Sojabohnenpreis auf 8,78 US-$/Bushel. In Euro umgerechnet entsprach dies rund
289 €/t. Die Preise für europäisches Rapsschrot folgten dieser Vorgabe. Bis Mitte
Mai 2019 war zunächst ein Preisrückgang um 10 % auf ca. 200 €/t zu beobachten. Im
restlichen Monatsverlauf erholten sich die Rapsschrotpreise wieder und lagen bei ca.
210 €/t. GeschäftsverlaufProduktion von Ethanol sowie Lebens- und FuttermittelnIn den modernen Bioraffinerien in Belgien, Deutschland, Frankreich und Großbritannien erzeugt CropEnergies vor allem erneuerbares Ethanol sowie proteinreiche Lebens- und Futtermittel. In den ersten drei Monaten des Geschäftsjahrs 2019/20 lag die Ethanolproduktion bei 208 (257) Tsd. m3 . Der Produktionsrückgang ist darauf zurückzuführen, dass die Anlage in Wilton nur mit reduzierter Leistung für den lokalen Markt betrieben wurde. Instandhaltungen an anderen Standorten führten ebenfalls zu einer geringeren Kapazitätsauslastung. Damit ging auch die Erzeugung getrockneter Lebens- und Futtermittel zurück. Umsatz und Jahresüberschussscroll
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Soweit nicht auf Ergebnis aus Restrukturierung und Sondereinflüssen entfallene Im 1. Quartal stieg der Umsatz auf 202,7 (192,5) Mio. €, während sich das Ergebnis
deutlich verbesserte. Maßgeblich dafür waren ein markanter Anstieg der Ethanolerlöse
sowie leicht höhere Durchschnittspreise für Lebens- und Futtermittel. Die Produktionsvolumina
reduzierten sich infolge einer geringeren Kapazitätsauslastung. Unter Berücksichtigung höherer Rohstoffpreise verbesserte sich das EBITDA auf 25,8
(14,3) Mio. €. Durch die erstmalige Anwendung von IFRS 16 stiegen die Abschreibungen
auf 10,7 (9,7) Mio. €. Insgesamt konnte das operative Ergebnis auf 15,2 (4,6) Mio. € mehr als verdreifacht
werden. Bezogen auf den Umsatz errechnet sich eine operative Marge von 7,5 (2,4) %.
Wie im Vorjahreszeitraum waren keine Sondereinflüsse zu verbuchen. Somit entspricht
das Ergebnis der Betriebstätigkeit mit 15,1 (4,5) Mio. € nahezu dem operativen Ergebnis. Begünstigt durch ein ebenfalls verbessertes Finanzergebnis beträgt das Ergebnis vor
Ertragsteuern 15,0 (4,2) Mio. €. Nach Steuern wurde im 1. Quartal 2019/20 ein Jahresüberschuss
von 10,6 (2,4) Mio. € erreicht. Bei 87,25 Mio. Stückaktien errechnet sich ein Ergebnis
je Aktie von 0,12 (0,03) €. Finanzierungsrechnungscroll
Als Folge des gestiegenen EBITDA erhöhte sich der Cashflow auf 20.8 (12,3) Mio. €.
Einschließlich der Veränderung des Nettoumlaufvermögens belief sich der Mittelzufluss
aus laufender Geschäftstätigkeit im 1. Quartal des Geschäftsjahrs 2019/20 auf 14.8
(5,7) Mio. €. Der Mittelabfluss aus der Investitionstätigkeit erhöhte sich auf 4,6 (2,0) Mio. €
und entfiel nahezu vollständig auf Investitionen in Sachanlagen. Die Investitionen
dienten insbesondere dem Ausbau und der Verbesserung der Produktionsanlagen. Im 1. Quartal des Geschäftsjahrs 2019/20 reduzierten sich die kurzfristigen Finanzforderungen
um 4,5 Mio. €. Nach der Tilgung von Leasingverbindlichkeiten in Höhe von 1,0 (0) Mio.
€ und der Aufnahme von Finanzverbindlichkeiten in Höhe von 1,0 (0) Mio. € ergab sich
per Saldo ein Mittelzufluss (Vorjahr: Mittelabfluss) aus Finanzierungstätigkeit von
4,5 (-27,0) Mio. €. VermögenslageAb dem 1. März 2019 war erstmalig der Standard IFRS 16 verpflichtend anzuwenden. Mit
IFRS 16 werden Ansatz, Bewertung und Ausweis von Leasingverhältnissen neu geregelt. Maßgeblich für die Veränderung der Sachanlagen per 31. Mai 2019 war daher - neben
Investitionen und planmäßigen Abschreibungen - die Aktivierung von langfristigen Nutzungsrechten
an Sachanlagen als Leasingverhältnisse in Höhe von 9,9 Mio. €. Dementsprechend verzeichnen die langfristigen Finanzverbindlichkeiten per 31. Mai
2019 einen Saldo von 6,8 Mio. € und die kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten einen
Saldo von 3,1 Mio. € infolge der Erfassung als Leasingverbindlichkeiten im Rahmen
der Erstanwendung von IFRS 16. Bei der Berechnung der Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen wurde
per 31. Mai 2019 für wesentliche Pläne ein Abzinsungssatz von 1,90 % zugrunde gelegt;
zum 28. Februar 2019 bzw. 31. Mai 2018 lag der Abzinsungssatz bei 2,20 % bzw. 2,36
%. BilanzAktivascroll
Passivascroll
Gewinn-und-Verlust-Rechnungscroll
Risiko- und ChancenberichtCropEnergies setzt ein integriertes System zur Früherkennung und Überwachung von konzernspezifischen
Risiken ein. Der erfolgreiche Umgang mit Risiken wird von der Zielsetzung geleitet,
eine ausgewogene Balance von Ertrag und Risiko zu erreichen. Die Risikokultur des
Unternehmens ist gekennzeichnet durch risikobewusstes Verhalten, klare Verantwortlichkeiten,
Unabhängigkeit im Risikocontrolling sowie durch die Implementierung interner Kontrollen. Bestandsgefährdende Risiken bestehen nicht und sind gegenwärtig nicht erkennbar. Detaillierte Informationen zum Risikomanagementsystem und zu den Risiken und Chancen
des Konzerns sind im Geschäftsbericht 2018/19 unter der Rubrik "Risiko- und Chancenbericht"
auf den Seiten 58 bis 66 ausführlich dargestellt. Die dortigen Angaben sind - unter
Berücksichtigung der zuvor erläuterten Entwicklungen auf regulatorischer Ebene - weiterhin
aktuell. PrognoseberichtCropEnergies hat das Geschäftsjahr 2019/20 mit einem starken 1. Quartal begonnen.
Der Hauptgrund hierfür war ein markanter Anstieg der Erlöse für Ethanol. Darüber hinaus
konnten auch für die erzeugten Lebens- und Futtermittel leicht höhere Absatzpreise
erzielt werden. Im Jahresdurchschnitt wird im Vergleich zum Vorjahr mit leicht höheren
Ethanolpreisen gerechnet. Für das Geschäftsjahr 2019/20 wird ein Umsatz von 820 bis 900 Mio. € und ein operatives
Ergebnis von 30 bis 70 Mio. € erwartet. Dies entspricht einem EBITDA von 70 bis 115
Mio. €. Finanzkalenderscroll
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