CropEnergies AG

Mannheim

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.03.2019 bis zum 29.02.2020

GESCHÄFTSBERICHT 2019/20

ÜBERBLICK 2019/20

CROPENERGIES-KONZERN

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- Umsatz steigt auf 899 (779) Mio. € +120 Mio. €
- Ethanolproduktion erhöht sich auf 1.002 (967) Tsd. m 3 +4 %
- EBITDA wächst auf 146,1 (72,1) Mio. € +74 Mio. €
- Operatives Ergebnis erhöht sich auf 103,9 (32,8) Mio. € +71 Mio. €
- Jahresüberschuss erreicht 74,6 (21,3) Mio. € +53 Mio. €
- Cashflow beträgt 120,2 (59,1) Mio. € +61 Mio. €
- Nettofinanzguthaben steigt auf 107 (37) Mio. € +70 Mio. €

Dividendenvorschlag: Ausschüttung von 0,30 € je Aktie

Ausblick 2020/21 * : Für das Geschäftsjahr 2020/21 geht CropEnergies zum aktuellen Zeitpunkt von einem deutlichen Rückgang bei Umsatz und operativem Ergebnis aus.

* Details im Prognosebericht, S. 56

CROPENERGIES - KONZERNZAHLENÜBERSICHT

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IFRS/IAS 2019/20 2018/19 2017/18 2016/17 2015/16
Ergebnis
Umsatz Tsd. € 899.175 778.612 881.963 801.736 722.602
EBITDA Tsd. € 146.139 72.051 110.821 134.759 121.544
in Prozent des Umsatzes % 16,3 9,3 12,6 16,8 16,8
Operatives Ergebnis Tsd. € 103.893 32.783 71.660 97.562 86.695
in Prozent des Umsatzes % 11,6 4,2 8,1 12,2 12,0
Ergebnis der Betriebstätigkeit Tsd. € 104.090 43.087 70.769 93.871 68.680
Jahresüberschuss Tsd. € 74.551 21.263 50.809 68.779 42.647
in Prozent des Umsatzes % 8,3 2,7 5,8 8,6 5,9
Cashflow und Investitionen
Cashflow Tsd. € 120.196 59.094 89.609 107.168 87.265
in Prozent des Umsatzes % 13,4 7,6 10,2 13,4 12,1
Investitionen in Sachanlagen * Tsd. € 29.884 13.222 19.502 16.055 16.831
Bilanz
Bilanzsumme Tsd. € 669.628 585.748 592.293 597.920 591.476
Nettofinanzguthaben (+) / -schulden (-) Tsd. € 107.309 36.813 36.874 -9.285 -65.678
Eigenkapital Tsd. € 502.881 448.711 445.678 425.777 367.215
in Prozent der Bilanzsumme % 75,1 76,6 75,2 71,2 62,1
Wertentwicklung
Sachanlagen * Tsd. € 371.521 371.369 396.301 419.135 447.176
Goodwill Tsd. € 6.095 6.095 6.095 5.595 5.595
Working Capital Tsd. € 78.491 84.877 55.434 59.567 43.142
Capital Employed Tsd. € 456.107 462.341 457.830 484.297 495.913
ROCE % 22,8 7,1 15,7 20,1 17,5
Aktie
Marktkapitalisierung Mio. € 812 462 545 723 332
Gesamtzahl Aktien per 29./28. Februar Mio. 87,25 87,25 87,25 87,25 87,25
Schlusskurs per 29./28. Februar 9,31 5,29 6,25 8,28 3,80
Ergebnis je Aktie 0,85 0,24 0,58 0,79 0,49
Dividende je 1-Euro-Aktie 0,30 ** 0,15 0,25 0,30 0,15
Dividendenrendite per 29./28. Februar % 3,2 2,8 4,0 3,6 3,9
Herstellung
Ethanolherstellung 1.000 m 3 1.002 967 1.149 1.030 837
Mitarbeiter
Anzahl der Mitarbeiter (Vollzeitäquivalente) 450 433 414 412 416

* einschließlich immaterieller Vermögenswerte
** Vorschlag

CROPENERGIES AG MANNHEIM

Konzernbericht über das Geschäftsjahr 2019/2020
1. März 2019 bis 29. Februar 2020

Ob Klimaschutz, Zero Waste, Kreislaufwirtschaft oder lokale Produktion: Nachhaltige Werte sind die Basis von CropEnergies. Aus nachwachsenden Rohstoffen entstehen nachhaltige Produkte im Einklang mit der Natur und für die Umwelt. Dabei achtet CropEnergies nicht nur auf Ökologie und Ökonomie, sondern stellt sich auch der gesamtgesellschaftlichen Verantwortung.

Unternehmensprofil

Der führende Hersteller und Vermarkter von erneuerbarem Ethanol in Europa

Produktionsstandorte in Belgien, Deutschland, Frankreich und Großbritannien sowie eine Handelsniederlassung in Chile

Ethanolanlagen mit Treibhausgaseinsparungen von durchschnittlich über 70 % als nachhaltig zertifiziert

Technologieführer in Europa mit innovativen Anlagenkonzepten

Langjährig gewachsenes Know-how in der großtechnischen Verarbeitung von Agrarrohstoffen zu qualitativ hochwertigen Produkten und deren Vermarktung

Ziel: Die Herstellung nachhaltiger Produkte aus nachwachsender Biomasse

1,3 Mio. m 3
Ethanol
Kapazität pro Jahr

GRÖSSTER
deutscher und belgischer Ethanolhersteller

> 1 Mio. t
Lebens- und Futtermittel Kapazität pro Jahr

812 Mio. €
Marktkapitalisierung zum Ende des Geschäftsjahrs 2019/20

100.000 t flüssiges CO2
Kapazität pro Jahr

DIE STANDORTE

Wilton, Großbritannien

Kapazität (pro Jahr)

400.000 m 3 Ethanol für Kraftstoffanwendungen

350.000 t DDGS

Rohstoff Getreide

Zeitz, Deutschland

Kapazität (pro Jahr)

400.000 m 3 Ethanol für traditionelle und Kraftstoffanwendungen

> 300.000 t ProtiGrain (r)

100.000 t flüssiges CO2

Rohstoffe Getreide und Zuckersirupe

Loon-Plage, Frankreich

Kapazität (pro Jahr)

> 100.000 m 3 Ethanol für Kraftstoffanwendungen

90.000 m 3 Ethanol für traditionelle und technische Anwendungen

Rohstoff Rohalkohol

Wanze, Belgien

Kapazität (pro Jahr)

300.000 m 3 Ethanol für Kraftstoffanwendungen

über 60.000 t Weizengluten

> 400.000 t ProtiWanze (r)

Rohstoffe Weizen und Zuckersirupe

DIE PRODUKTE

CropEnergies produziert hochwertige Produkte für Teller, Tank und Trog. Bei der Herstellung von Ethanol, welches überwiegend Benzin ersetzt, werden aus den Rohstoffen auch wertvolle Lebens- und Futtermittel gewonnen.

Ethanol

für Kraftstoffanwendungen

Ethanol

für traditionelle und technische Anwendungen

Flüssiges CO2

in Lebensmittelqualität, u. a. für die Getränkeherstellung

Gluten

hochwertiges Eiweiß für die Backwarenherstellung und als spezielles Futtermittel

ProtiGrain(r)

getrocknetes, pelletiertes Eiweißfuttermittel für Rinder, Schweine und Geflügel

ProtiWanze(r)

flüssiges Eiweißfuttermittel für Rinder und Schweine

An unsere Aktionäre

DISCLAIMER SARS-COV-2-PANDEMIE

Der folgende Geschäftsbericht enthält zahlreiche Markteinschätzungen auch externer Quellen, z. B. über erwartete Produktions- oder Verbrauchsmengen. Die meisten dieser Quellen erwähnen die Marktverschiebungen aufgrund der SARS-CoV-2-Pandemie nicht und bzw. oder sind zu einem Datum veröffentlicht worden, als die Auswirkungen der SARS-CoV-2 entweder noch nicht als gravierend eingeschätzt wurden oder in ihrem Ausmaß nur begrenzt abgeschätzt werden konnten.

Falls diese Markteinschätzungen bis zum Redaktionsschluss dieses Geschäftsberichts von den entsprechenden Quellen nicht aktualisiert worden sind, verwenden wir diese Markteinschätzungen weiterhin, weisen aber hier auf die entsprechende Unsicherheit dieser Einschätzungen hin.

Für die wenigen Marktberichte und Quellen, die die Pandemie bereits in ihre Prognosen mit einbezogen haben, ist dies jeweils im Text erwähnt. Auch bei diesen revidierten Angaben handelt es sich um temporäre Einschätzungen, und diese können - angesichts der Dynamik der SARS-CoV-2-Pandemie - mit hohen Unsicherheiten behaftet sein.

BRIEF AN DIE AKTIONÄRE

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,

während noch niemand die Auswirkungen der im Frühjahr 2020 aufgeflammten weltweiten Corona-Pandemie zu ermessen vermag und Vorstand und Mitarbeiter gemeinsam alles unternehmen, um CropEnergies sicher durch diese herausfordernde Zeit zu steuern, wird uns das Jahr 2019 aus anderer Perspektive in Erinnerung bleiben; als das Jahr, in dem junge Menschen erstmals regelmäßig und in großer Zahl auf der Straße ihre Besorgnis über den Klimawandel zum Ausdruck gebracht haben. 2019 sah die Handelnden in der Politik vor die Herausforderung gestellt, nicht nur Ziele zum Klimaschutz zu formulieren, sondern nach zusätzlichen Möglichkeiten zu suchen, dem weiter wachsenden Treibhausgasausstoß Einhalt zu gebieten. So hat der deutsche Gesetzgeber 2019 ein Klimaschutzgesetz verabschiedet und die neue EU-Kommission hat ihre Gedanken zu einem "Green Deal" konkretisiert.

Rückblickend auf 14 Jahre CropEnergies hat sich damit der Fokus verschoben: Treiber für erneuerbare Kraftstoffe ist nun weniger die absehbare Endlichkeit fossiler Energiereserven, sondern vielmehr die Qualität der Erneuerbaren, Treibhausgasemissionen einzusparen. Unser Ethanol beispielsweise ist ein Kraftstoff, der in der ökologischen Gesamtrechnung durchschnittlich 70 % dieser Treibhausgase einspart und darüber hinaus durch einen hohen Sauerstoffgehalt für eine effizientere und sauberere Verbrennung sorgt. Es ist gut zu sehen, dass immer mehr Staaten auch in Europa dafür sorgen, dass CO2-ärmere Kraftstoffe wie E10 an die Tankstellen kommen. Nur so kann die bestehende Fahrzeugflotte klimafreundlicher betrieben werden.

2019 hat CropEnergies vor dem Hintergrund einer steigenden Nachfrage nach Ethanol aus nachwachsenden Rohstoffen und des höheren Preisniveaus ein Rekordergebnis erzielt. Im März 2019 konnten wir unser britisches Werk wieder anfahren und insgesamt die Produktionsauslastung steigern. Das operative Ergebnis verdreifachte sich auf 104 Mio. €. Wir wollen dies zum Anlass nehmen, die Dividende auf 30 Euro-Cent je Aktie nach zuvor 15 Euro-Cent je Aktie anzuheben.

Wenngleich das Coronavirus in diesem Frühjahr 2020 weltweit das beherrschende Thema aller Lebensbereiche ist, so ist doch mittelfristig zu wünschen, dass die Umweltpolitik zu rasch wirkenden und auch umsetzbaren Ergebnissen kommt. CropEnergies wird mit dem Erreichten nicht stehen bleiben. An allen unseren Standorten wollen wir in den kommenden Jahren durch weitere Investitionen die Treibhausgasemissionen weiter reduzieren. Wir arbeiten intensiv an reststoffbasiertem Ethanol und an verschiedensten Anwendungen einschließlich technischem Alkohol für Desinfektionsmittel und Biochemikalien. Darüber hinaus wollen wir die integrierte Produktion von proteinreichen Lebens- und Futtermitteln sowie die Verflüssigung von hochreinem, aus der Fermentation stammendem Kohlendioxid weiter ausbauen. Dafür haben wir finanziell und personell die Weichen gestellt. Hierfür und für das besondere Engagement und den Einsatz danken wir allen unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern herzlich.

Ihnen, liebe Aktionärinnen und Aktionäre, danken wir für Ihr Vertrauen in eine klima- und umweltgerechtere Mobilität.

 

Mit freundlichen Grüßen

Joachim Lutz, Chief Executive Officer CEO

Dr. Fritz Georg von Graevenitz, Chief Sales Officer CSO

Dr. Stephan Meeder, Chief Financial Officer CFO

AUFSICHTSRAT UND VORSTAND

Aufsichtsrat

Prof. Dr. Markwart Kunz

Vorsitzender

Braunschweig

Ehem. Mitglied des Vorstands der Südzucker AG

Thomas Kölbl

Stellvertretender Vorsitzender

Speyer

Mitglied des Vorstands der Südzucker AG

Dr. Hans-Jörg Gebhard

Eppingen

Vorstandsvorsitzender des Verbands Süddeutscher Zuckerrübenanbauer e. V.

Dr. Wolfgang Heer

bis 4. Februar 2020

Ludwigshafen am Rhein

Ehem. Vorstandsvorsitzender der Südzucker AG

Dr. Thomas Kirchberg

ab 16. März 2020

Würzburg

Mitglied des Vorstands der Südzucker AG

Franz-Josef Möllenberg

Rellingen

Ehem. Vorsitzender der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten

Ökonomierat Norbert Schindler

Bobenheim am Berg

Präsident der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz

Vorstand

Joachim Lutz

Chief Executive Officer (CEO)

Mannheim

Erstbestellung: 4. Mai 2006

Sprecher des Vorstands seit 30. April 2015

Amtszeit bis zum Ende der Hauptversammlung am 14. Juli 2020

Ressorts: Produktion, Business Development, Öffentlichkeitsarbeit, Marketing, Compliance und Personal

Michael Friedmann

Chief Sales Officer (CSO); bis 29. Februar 2020

Mannheim

Erstbestellung: 30. April 2015

Ressorts: Beschaffung, Vertrieb und Logistik

Dr. Fritz Georg von Graevenitz

Chief Sales Officer (CSO)

Heidelberg

Erstbestellung: 1. Oktober 2019

Bestellt bis: 30. September 2024

Ressorts: Beschaffung, Vertrieb und Logistik

Dr. Stephan Meeder

Chief Financial Officer (CFO)

Mannheim

Erstbestellung: 30. April 2015

Bestellt bis: 29. April 2025

Ressorts: Finanzen, Rechnungswesen, Steuern, Controlling, Investor Relations, IT, Risikomanagement und Recht

Eine Aufstellung der Mandate findet sich ab Seite 130 des Geschäftsberichts.

Kraftstoff

ETHANOL-KRAFTSTOFF

Nachhaltiger Kraftstoff

Sonnenenergie ist die wichtigste Energiequelle der Erde. Mit der Hilfe der Sonne als Lichtenergie und dem Kohlendioxid aus der Luft stellen Pflanzen, wie kleine Kraftwerke, Sauerstoff und Glukose her.

Energie aus nachwachsender Biomasse, wie erneuerbares Ethanol, ist also weitgehend CO2-neutral. Denn bei der Nutzung wird nur das CO2 wieder freigesetzt, das vorher während des Wachstums in der Pflanze durch Photosynthese gebunden wurde.

Berücksichtigt man Anbau und Herstellungsprozess, spart Ethanol von CropEnergies über 70 % CO2 im Vergleich zu fossilen Kraftstoffen ein. So bleiben wir nachhaltig mobil mit Biokraftstoffmischungen wie Super E10 oder bald vielleicht auch E20.

BERICHT DES AUFSICHTSRATS

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,

mit dem Beginn des Jahres 2020 verschieben sich durch die weltweite Corona-Pandemie Prioritäten und es ergeben sich neue Notwendigkeiten, auf die Gesellschaft und Unternehmen Antworten finden müssen. Vorstand und Aufsichtsrat der CropEnergies AG stellen sich der Herausforderung mit großem Einsatz. Das vergangene Geschäftsjahr 2019/20 war dagegen geprägt von einer verstärkten Diskussion nicht nur unter der jüngeren Bevölkerung über Klimaschutz. Zudem zeigte sich, dass insbesondere bei den Verkehrsemissionen ein steter Handlungsbedarf besteht. Dies hat zahlreiche Regierungen und die EU dazu veranlasst, strengere Klimaziele und höhere Emissionsgrenzwerte festzulegen und noch intensiver nach Wegen für eine nachhaltigere Mobilität zu suchen. Vor diesem Hintergrund erhöhte sich die Nachfrage nach Alternativen zu fossilen Energien nach Jahren der Stagnation auch in Europa. Entsprechend spiegelt der Preis für erneuerbares Ethanol nunmehr das große THG-Einsparpotenzial zutreffender wider als in der Vergangenheit. CropEnergies konnte die Ertragslage deutlich verbessern und die Substanz des Unternehmens weiter stärken.

Der Aufsichtsrat hat sich im Berichtsjahr intensiv mit der wirtschaftlichen Entwicklung, der finanziellen Lage und den unternehmerischen Perspektiven der CropEnergies-Gruppe befasst und stand dabei in engem Austausch mit dem Vorstand. Dabei ist der Aufsichtsrat seinen nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben, den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens zu überwachen und beratend zu begleiten, nachgekommen.

Zusammenarbeit zwischen Aufsichtsrat und Vorstand

Bei allen die CropEnergies-Gruppe betreffenden Entscheidungen von grundlegender Bedeutung war der Aufsichtsrat unmittelbar eingebunden und wurde zeitnah, umfassend und kontinuierlich über die Unternehmensplanung, den Gang der Geschäfte, die Lage und die Entwicklung der Unternehmensgruppe einschließlich der Risikolage, des Risikomanagements sowie der Compliance unterrichtet. Der Vorstand stimmte die strategische Ausrichtung von CropEnergies mit dem Aufsichtsrat ab. Die für das Unternehmen bedeutenden Geschäftsvorfälle wurden auf Basis der Berichte des Vorstands ausführlich erörtert.

Der Aufsichtsratsvorsitzende stand über die Aufsichtsratssitzungen hinaus in regelmäßigem Kontakt mit dem Vorstand. Er informierte sich über wesentliche Geschäftsvorgänge und die aktuelle Entwicklung der Geschäftslage. Dabei berichtete der Vorstand auch über die Unternehmenspolitik, die Rentabilität, das Risikomanagement sowie die Unternehmens-, Finanz-, Investitions-, Forschungs- und Personalplanung, jeweils bezogen auf die CropEnergies AG und die CropEnergies-Gruppe.

Der Aufsichtsratsvorsitzende vertiefte dies in zahlreichen Arbeitsgesprächen mit dem Vorstand.

Aufsichtsratssitzungen und Beschlussfassungen

Der Aufsichtsrat tagte im Geschäftsjahr 2019/20 - jeweils unter Teilnahme des Vorstands - in vier ordentlichen Sitzungen. Darüber hinaus erfolgte eine Beschlussfassung im schriftlichen Verfahren. Allen Beschlussvorschlägen des Vorstands hat der Aufsichtsrat nach gründlicher Prüfung und Beratung zugestimmt. Im Mittelpunkt der Berichterstattung standen die Entwicklungen auf den Rohstoff- und Absatzmärkten, die Absicherung von Marktpreisrisiken, die politischen Rahmenbedingungen für erneuerbare Energien, die Produktion und die Fortschritte der Investitionen sowie die aktuelle Ergebnislage. Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses informierte in der jeweils folgenden Aufsichtsratssitzung über Inhalt und Beschlussfassungen des Ausschusses.

Schwerpunkt der Bilanzsitzung des Aufsichtsrats am 13. Mai 2019 war die Prüfung und Billigung der vom Abschlussprüfer PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (PwC) mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehenen Jahresabschlüsse und Lageberichte 2018/19 der CropEnergies AG und des Konzerns. Der Vorstand stellte den Jahres- und Konzernabschluss 2018/19 ausführlich vor. Der Abschlussprüfer PwC berichtete anschließend über Schwerpunkte und Ergebnisse der Prüfung, die auch das rechnungslegungsbezogene interne Kontrollsystem umfasste. Nach eingehender Diskussion stellte der Aufsichtsrat den Jahresabschluss fest und billigte den Konzernabschluss. Der Aufsichtsrat schloss sich dem Vorschlag des Vorstands für die Verwendung des Bilanzgewinns an und beschloss den Bericht des Aufsichtsrats. Er bereitete die ordentliche Hauptversammlung 2019 vor und beschloss deren Tagesordnung sowie, gestützt auf die Empfehlung des Prüfungsausschusses, den Vorschlag an die Hauptversammlung für die Wahl des Abschlussprüfers. Außerdem wurde die kurz- und mittelfristige Investitionsplanung beschlossen und die Vorstandsvergütung turnusmäßig angepasst.

Am 5. Juli 2019 genehmigte der Aufsichtsrat im schriftlichen Verfahren den Beitritt der CropEnergies AG zum syndizierten Kreditvertrag zwischen der Südzucker AG und einem Bankenkonsortium mit einem Teilbetrag von bis zu 100 Mio. € und bis zu fünf Jahren Laufzeit mit Verlängerungsoptionen bis 2025 bzw. 2026.

In der Sitzung am 16. Juli 2019 (vor der Hauptversammlung) wurde die Mittelfristplanung vorgestellt. Ferner erfolgten Beschlussfassungen zu den Zielen des Aufsichtsrats über dessen Zusammensetzung und des Kompetenzprofils. Hinsichtlich der Zusammensetzung des Vorstands erfolgten Beschlussfassungen zum Frauenanteil und zum Diversitätskonzept. Schließlich befasste sich der Aufsichtsrat mit der Nachfolge von Michael Friedmann (65, CSO), der im Frühjahr 2020 als Vorstand aus dem Gremium ausschied und in den Ruhestand ging. Der Aufsichtsrat bestellte Dr. Fritz Georg von Graevenitz zum weiteren Vorstandsmitglied mit Wirkung ab 1. Oktober 2019 für die Dauer von fünf Jahren.

In der Sitzung am 11. November 2019 befasste sich der Aufsichtsrat mit der Ergebnishochrechnung für das Geschäftsjahr 2019/20. Darüber hinaus war die Darstellung der Standortperspektiven der CropEnergies-Werke Gegenstand der Beratungen. Wie stets in der November-Sitzung behandelte der Aufsichtsrat schwerpunktmäßig das Thema Corporate Governance. Er führte die jährliche Effizienzprüfung seiner Tätigkeit durch und beschloss die Entsprechenserklärung 2019.

In der Sitzung am 13. Januar 2020 wurde die aktualisierte Ergebnishochrechnung des Geschäftsjahrs 2019/20 vorgestellt und ein Beschluss hinsichtlich einer Beteiligung gefasst. Im Bereich Corporate Governance wurden Änderungen der Geschäftsordnungen von Aufsichtsrat und Vorstand - in Anpassung an die zweite Aktionärsrechterichtlinie ARUG II - beschlossen. Schließlich hat der Aufsichtsrat die weitere, langfristige Nachfolgeplanung im Vorstand geregelt. So wird mit Wirkung ab Ende der Hauptversammlung am 14. Juli 2020 Joachim Lutz aus Altersgründen aus dem Vorstand ausscheiden und in den Ruhestand gehen. Die Nachfolge als Sprecher des Vorstands (CEO) wird Dr. Stephan Meeder, bisher Finanzvorstand (CFO), mit Wirkung ab Ende der Hauptversammlung am 14. Juli 2020 antreten. Mit Wirkung ab 1. Mai 2020 bestellte der Aufsichtsrat Jürgen Böttcher für die Dauer von 3 Jahren als Technikvorstand (CTO). Michael Friedmann, Verkaufsvorstand (CSO), schied zum 29. Februar 2020 aus Altersgründen aus dem Vorstand aus und ging in den Ruhestand. Sein Nachfolger ist der bereits seit 1. Oktober 2019 zum Vorstand berufene Dr. Fritz Georg von Graevenitz.

Anwesenheiten

An allen Sitzungen haben alle Mitglieder des Vorstands und alle Mitglieder des Aufsichtsrats teilgenommen.

Ausschüsse des Aufsichtsrats

Zur effizienteren Wahrnehmung seiner Aufgaben hat der Aufsichtsrat einen Prüfungs- sowie einen Nominierungsausschuss gebildet.

Der Prüfungsausschuss, dem die Aufsichtsratsmitglieder Thomas Kölbl (Vorsitzender), Prof. Dr. Markwart Kunz, Franz-Josef Möllenberg und bis zum 4. Februar 2020 Dr. Wolfgang Heer angehören, tagte im Geschäftsjahr 2019/20 fünfmal, teilweise unter telefonischer Zuschaltung einzelner Mitglieder. Als Nachfolger von Dr. Wolfgang Heer wählte der Aufsichtsrat mit Wirkung ab 15. April 2020 Dr. Thomas Kirchberg zum Mitglied des Prüfungsausschusses. Den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex folgend ist der Vorsitzende des Prüfungsausschusses nicht zugleich Vorsitzender des Aufsichtsrats.

In der Sitzung am 7. Mai 2019 befasste sich der Prüfungsausschuss in Gegenwart des Abschlussprüfers intensiv mit dem Jahresabschluss der CropEnergies AG und dem Konzernabschluss. Er bereitete die Bilanzsitzung des Aufsichtsrats vor, in der dieser - nach Berichterstattung durch den Vorsitzenden des Prüfungsausschusses - den Empfehlungen des Prüfungsausschusses folgte. Außerdem diskutierte er den Vorschlag zur Bestellung des Abschlussprüfers und prüfte dessen Unabhängigkeit.

In der Sitzung am 8. Juli 2019 erörterte der Prüfungsausschuss die Quartalsmitteilung zum 1. Quartal 2019/20.

In der Sitzung am 16. Juli 2019 (im Anschluss an die Hauptversammlung) erörterte der Prüfungsausschuss das Angebot des Abschlussprüfers für die Jahresabschlussprüfung und erteilte den Prüfungsauftrag für das Geschäftsjahr 2019/20.

In der Sitzung am 8. Oktober 2019 erörterte der Prüfungsausschuss den Halbjahresbericht. Der Prüfungsausschuss befasste sich weiter mit der Überwachung des Rechnungslegungsprozesses, der Wirksamkeit des internen Kontrollsystems und des Risikomanagementsystems. Schwerpunkte waren zudem das interne Revisionssystem und das Compliance Management System.

In der Sitzung am 10. Januar 2020 wurde die Quartalsmitteilung zum 3. Quartal 2019/20 erörtert. Der Prüfungsausschuss genehmigte den an aktuelle Vorgaben angepassten Katalog und die Anwendungsleitlinien für Nicht-Prüfungsleistungen des Abschlussprüfers PwC.

An der Sitzung des Prüfungsausschusses am 8. Oktober 2019 konnte Prof. Dr. Markwart Kunz aus wichtigem Grund nicht teilnehmen.

Dem Nominierungsausschuss gehörten die Aufsichtsratsmitglieder Thomas Kölbl (Vorsitzender), Prof. Dr. Markwart Kunz, Franz-Josef Möllenberg und bis zum 4. Februar 2020 Dr. Wolfgang Heer an. Der Nominierungsausschuss tagte am 29. April 2020. Unter der Berücksichtigung des Diversity-Konzepts des Aufsichtsrats wurde diesem vorgeschlagen, den bereits gerichtlich bestellten Dr. Thomas Kirchberg der Hauptversammlung 2020 zur Wahl als Aktionärsvertreter vorzuschlagen. Als Nachfolger von Dr. Wolfgang Heer wählte der Aufsichtsrat mit Wirkung ab 15. April 2020 Dr. Thomas Kirchberg zum Mitglied des Nominierungsausschusses.

Effizienzprüfung des Aufsichtsrats

Der Empfehlung gemäß Ziffer 5.6 im Deutschen Corporate Governance Kodex folgend, hat der Aufsichtsrat die Effizienz seiner Tätigkeit überprüft. Dies geschieht alljährlich mittels eines Fragebogens ohne externe Unterstützung. Der Fragebogen wird jeweils an die Kodex-Änderungen angepasst. Die Auswertung der Fragebögen, die Erörterung der Ergebnisse und die Diskussion von Verbesserungsvorschlägen erfolgten in der Sitzung am 11. November 2019. Ziel ist die stetige Verbesserung der Arbeit des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse.

Compliance

Am 10. bzw. 30. Januar 2020 fand das turnusmäßige Gespräch zu Betrugs- und Korruptionsrisiken zwischen dem Abschlussprüfer und dem Vorsitzenden des Prüfungsausschusses bzw. dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats statt. Hierbei wurde über die Einschätzung von Geschäftsrisiken und Maßnahmen zur Begrenzung der Betrugs- und Korruptionsrisiken informiert und anschließend diskutiert.

Corporate Governance

Eine ausführliche Darstellung der Corporate Governance bei CropEnergies einschließlich des Wortlauts der Diversity-Ziele des Aufsichtsrats für seine zukünftige Zusammensetzung und der von Vorstand und Aufsichtsrat abgegebenen Entsprechenserklärung 2019 ist der Erklärung zur Unternehmensführung im Corporate Governance-Bericht auf den Seiten 73 - 75 zu entnehmen. Zudem stehen alle relevanten Informationen auf der CropEnergies-Website www.cropenergies.com unter der Rubrik "Investor Relations" zur Verfügung.

Der Vorstand ist seinen aus Gesetz und Geschäftsordnung resultierenden Pflichten zur Information des Aufsichtsrats vollständig und zeitgerecht nachgekommen. Der Aufsichtsrat hat sich von der Ordnungsmäßigkeit der Unternehmensführung und von der Leistungsfähigkeit der Organisation der Gesellschaft überzeugt und diese Themen im Gespräch mit dem Abschlussprüfer ausgiebig erörtert. Gleiches gilt auch hinsichtlich der Wirksamkeit des Risikomanagementsystems der CropEnergies-Gruppe.

Dem Aufsichtsrat ist im Berichtszeitraum von keinem seiner Mitglieder ein Interessenkonflikt - insbesondere keiner, der aufgrund einer Beratung oder Organfunktion bei Kunden, Lieferanten, Kreditgebern oder sonstigen Geschäftspartnern entstehen könnte - mitgeteilt worden.

Jahresabschluss

Der von der Hauptversammlung auf Vorschlag des Aufsichtsrats gewählte Abschlussprüfer PwC hat den Jahresabschluss und den Lagebericht der CropEnergies AG für das Geschäftsjahr 2019/20 sowie den Konzernabschluss und -lagebericht 2019/20 geprüft und jeweils mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Weiterhin stellte der Abschlussprüfer fest, dass der Vorstand die ihm gemäß § 91 Abs. 2 AktG obliegenden Maßnahmen in geeigneter Form getroffen hat. Er hat insbesondere ein angemessenes und den Anforderungen des Unternehmens entsprechendes Informations- und Überwachungssystem eingerichtet, das geeignet erscheint, den Fortbestand der Gesellschaft gefährdende Entwicklungen frühzeitig zu erkennen. PwC prüft seit dem Geschäftsjahr 2006/07 den Konzern- und Einzelabschluss. Verantwortlicher Wirtschaftsprüfer bei PwC ist seit dem Geschäftsjahr 2016/17 Michael Conrad.

Der Vorstand hat im Hinblick darauf, dass der Süddeutschen Zuckerrüben-Verwertungs-Genossenschaft eG (SZVG) zum 29. Februar 2020 mittel- und unmittelbar, einschließlich der durch die Südzucker AG gehaltenen 69,2 % der Stimmrechte, 74,4 % der Stimmrechte zuzurechnen sind, einen Bericht nach § 312 AktG erstellt. Der Abschlussprüfer hat diesen Bericht geprüft, über das Ergebnis seiner Prüfung schriftlich berichtet und bestätigt, dass die tatsächlichen Angaben des Berichts richtig sind, bei den im Bericht aufgeführten Rechtsgeschäften die Leistung der Gesellschaft nicht unangemessen hoch war und keine Umstände für eine wesentlich andere Beurteilung als die durch den Vorstand sprechen.

Die zu prüfenden Unterlagen und die Prüfungsberichte des Abschlussprüfers wurden jedem Aufsichtsratsmitglied rechtzeitig übermittelt. Vertreter des Abschlussprüfers PwC nahmen an der Sitzung des Prüfungsausschusses am 7. Mai 2020 und an der Bilanzsitzung des Aufsichtsrats am 11. Mai 2020 teil und berichteten ausführlich über Verlauf und Ergebnis der Prüfung. Der Aufsichtsrat hat die Berichte des Abschlussprüfers nach eingehender Diskussion zustimmend zur Kenntnis genommen. Das Ergebnis der Vorprüfung durch den Prüfungsausschuss und das Ergebnis seiner eigenen Prüfung entsprechen vollständig dem Ergebnis der Abschlussprüfung. Der Aufsichtsrat erhob keine Einwände gegen die vorgelegten Abschlüsse. Er billigte den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss der CropEnergies AG und den Konzernabschluss der CropEnergies-Gruppe in seiner Sitzung vom 11. Mai 2020; der Jahresabschluss der CropEnergies AG ist damit festgestellt. Dem Vorschlag des Vorstands zur Verwendung des Bilanzgewinns für die Ausschüttung einer auf 0,30 € je Aktie erhöhten Dividende schloss sich der Aufsichtsrat an.

Personalia

Im Aufsichtsrat gab es folgende Veränderungen: Mit Wirkung ab 4. Februar 2020 schied Dr. Wolfgang Heer aus dem Aufsichtsrat aus. Mit Wirkung ab 16. März 2020 wurde Dr. Thomas Kirchberg, Mitglied des Vorstands der Südzucker AG, als weiteres Aufsichtsratsmitglied bestellt.

Im Vorstand gab es folgende Änderungen: In der Aufsichtsratssitzung am 16. Juli 2019 wurde Dr. Fritz Georg von Graevenitz als weiteres Vorstandsmitglied mit Wirkung ab 1. Oktober 2019 bestellt. Er folgt Michael Friedmann als Verkaufsvorstand (CSO) nach, welcher zum 29. Februar 2020 aus Altersgründen aus dem Vorstand ausschied und in den Ruhestand ging. Am 13. Januar 2020 regelte der Aufsichtsrat die weitere Nachfolge. Mit Wirkung ab Ende der Hauptversammlung am 14. Juli 2020 wird Joachim Lutz aus Altersgründen aus dem Vorstand ausscheiden. Sein Nachfolger als CEO wird Dr. Stephan Meeder, bisher Finanzvorstand (CFO). Mit Wirkung ab 1. Mai 2020 bestellte der Aufsichtsrat zudem Jürgen Böttcher als Technikvorstand (CTO).

Allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie dem Vorstand spricht der Aufsichtsrat Dank und Anerkennung für die geleistete Arbeit aus.

 

Mannheim, 11. Mai 2020

Für den Aufsichtsrat

Prof. Dr. Markwart Kunz, Vorsitzender

AKTIE UND KAPITALMARKT

Kapitalmarktumfeld

Am 1. März 2019 notierte der DAX bei 11.602 Punkten und setzte damit die im Januar 2019 begonnene Erholungsphase fort. Unterstützt wurde dies durch die Zinspolitik der amerikanischen Notenbank Fed, die nach vier Zinserhöhungen in 2018 den Leitzins im März unverändert ließ. Darüber hinaus setzte die Fristverlängerung für den Brexit bis Ende Oktober 2019 positive Impulse.

Im weiteren Jahresverlauf stieg die Volatilität auf den globalen Aktienmärkten. Hauptursachen hierfür waren die Handelsstreitigkeiten zwischen den USA und China und die schwächere wirtschaftliche Dynamik. Dennoch entwickelten sich die Aktienmärkte aufgrund weiterhin expansiver Geldpolitik in den USA und der EU überwiegend positiv. Infolge konjunktureller Abschwächung senkte die US-Notenbank von Juli bis Oktober dreimal in Folge den Leitzins. Die EZB reagierte auf die Eintrübung der Konjunktur mit der Wiederaufnahme eines unbefristeten Anleihekaufprogramms sowie den Senkungen des Einlagenzinssatzes für Banken.

Im neuen Börsenjahr 2020 setzte der DAX seinen Aufwärtstrend weiter fort und erreichte mit 13.789 Punkten am 19. Februar 2020 ein Rekordhoch. Ende Februar 2020 kamen die Kapitalmärkte vor dem Hintergrund der Sorge um die Auswirkungen des Coronavirus (SARS-CoV-2) auf die Wirtschaft stark unter Druck. Am 28. Februar 2020 schloss der DAX bei 11.890 (28. Februar 2019: 11.515) Punkten, was einem Anstieg im Berichtszeitraum um 3 % entspricht.

Kursverlauf der CropEnergies-Aktie

Die CropEnergies-Aktie startete mit einem Kurs von 5,29 € in das Geschäftsjahr 2019/20 und stieg am 15. Mai 2019 im Zuge der Veröffentlichung der Geschäftszahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr sowie der Prognose für 2019/20 auf 5,77 €. Die Veröffentlichung des Zwischenberichts zum 1. Halbjahr 2019/20 am 9. Oktober führte zu einem Kursanstieg auf 6,44 €. Wenige Tage später überschritt die CropEnergies-Aktie die 7-Euro-Marke und gewann auch in den folgenden Wochen deutlich an Wert. Am 16. Dezember passte CropEnergies aufgrund einer weiterhin robusten Nachfrage nach erneuerbarem Ethanol sowie höherer Ethanolpreise erneut die Prognose an. Die Aktie stieg am gleichen Tag auf 10,06 €. Bis zum Ende des Geschäftsjahrs entwickelte sich der Aktienkurs weiterhin positiv und erreichte am 13. Januar 2020 mit 11,98 € sein Allzeithoch. Die Aktie schloss am 28. Februar 2020 mit 9,31 (28. Februar 2019: 5,29) €. Insgesamt ergab sich somit ein Anstieg von 76 % im Geschäftsjahr 2019/20.

Entwicklung Aktienkurs der CropEnergies AG

Aktienkurs
(€)

Kursverlauf der CropEnergies-Aktie vom 1. März 2019 bis zum 28. Februar 2020 (Schlusskurse XETRA (r))

* Prognose bezieht sich jeweils auf das erwartete operative Konzernergebnis

Börsennotierung und Aktionärsstruktur

Die Aktie der CropEnergies AG (ISIN DE000A0LAUP1) ist im Regulierten Markt (Prime Standard) an der Frankfurter Wertpapierbörse notiert. Darüber hinaus wird das Papier auch im Computerhandel XETRA (r) sowie im Freiverkehr an den deutschen Börsen gehandelt. Zum 29. Februar 2020 hielt die Süd deutsche Zuckerrüben-Verwertungs-Genossenschaft eG (SZVG) direkt 5,2 % der CropEnergies-Aktien sowie weitere 69,2 % indirekt durch die Südzucker AG. Meldepflichtige Stimmrechtsmitteilungen gab es nicht. Der Streubesitz der Aktie lag bei 25,6 %. Zur Hauptversammlung 2019 lagen CropEnergies-Aktien in über 10.500 vornehmlich privaten Depots.

Hauptversammlung 2019

Die ordentliche Hauptversammlung am 16. Juli 2019 im Kongresszentrum Rosengarten in Mannheim besuchten rund 800 Teilnehmer. Die anwesenden Aktionäre vertraten 82 % des Kapitals und interessierten sich neben dem Jahresabschluss 2018/19 vor allem für die Entwicklungen im Unternehmen im Geschäftsjahr 2019/20. Besonderer Fokus lag auf den Möglichkeiten, die sich für nachhaltig hergestelltes, erneuerbares Ethanol in einem Umfeld bieten, in dem Klimaschutz in der politischen Diskussion einen immer größeren Raum einnimmt. Alle Beschlussvorschläge der Verwaltung wurden mit einer Mehrheit von jeweils über 99 % angenommen.

Dividendenvorschlag 2020

Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung am 14. Juli 2020 die Ausschüttung einer Dividende in Höhe von 0,30 € vor. An die Aktionäre soll damit ein Betrag von 26,2 Mio. € ausgezahlt werden. Bezogen auf den Schlusskurs am 28. Februar 2020 von 9,31 € entspricht dies einer Dividendenrendite von 3,2 %.

Stammdaten

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CropEnergies AG
ISIN DE000A0LAUP1
WKN A0LAUP
Kürzel CE2
Gattung Nennwertlose Inhaber-Stammaktien
Sektor Industriegüter
Subsektor Erneuerbare Energien
Transparenzlevel Prime Standard
Marktsegment Regulierter Markt
Börsenplätze XETRA (r) : Frankfurt Freiverkehr: Stuttgart, Düsseldorf, Hamburg / Hannover, München, Berlin
Anzahl der Aktien (Stück) 87.250.000
Grundkapital (€) 87.250.000
Börsenzugelassenes Kapital (€) 87.250.000
Erstnotiz/Börsengang 29. September 2006
Aktionärsstruktur Südzucker AG (69,2 %), Süddeutsche Zuckerrüben-Verwertungs-Genossenschaft eG (5,2 %), Streubesitz (25,6 %)

Kennzahlen der Aktie (basierend auf XETRA(r))

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2019/20 2018/19
Schlusskurs Geschäftsjahresende (€) 9,31 (28.02.2020) 5,29 (28.02.2019)
Höchster Tagesschlusskurs (€) 11,98 (13.01.2020) 6,48 (20.03.2018)
Tiefster Tagesschlusskurs (€) 5,20 (28.03.2019) 3,68 (15.11.2018)
Marktkapitalisierung zum Geschäftsjahresende (Mio. €) 812 462
Durchschnittlicher Tagesumsatz der Aktie (Stück) 75.171 61.644
Ergebnis je Aktie nach IAS 33 (€) 0,85 0,24
Dividende je Aktie (€) 0,30 * 0,15

* Vorschlag

Quelle: Deutsche Börse AG, XETRA (r) Daten

Marktkapitalisierung und Börsenumsatz

Zum Bilanzstichtag am 29. Februar 2020 lag der Börsenwert aller CropEnergies-Aktien bei 812 Mio. €. Der Aktienumsatz an allen deutschen Börsenplätzen im abgelaufenen Geschäftsjahr belief sich auf 24 (20) Mio. CropEnergies-Aktien. Dies entspricht einem durchschnittlichen Tagesumsatz von rund 98 (78) Tsd. Aktien. *

Investor Relations

CropEnergies bietet zeitnahe und transparente Informationen insbesondere über die Website www.cropenergies.com. Hier finden Interessenten unter anderem Finanzberichte, Pressemitteilungen und kapitalmarktrechtliche Mitteilungen (z. B. Managers' Transactions und Veröffentlichung von Insiderinformationen nach MAR) sowie den Finanzkalender. Darüber hinaus enthält die Website Präsentationen für den Kapitalmarkt. Ebenfalls abrufbar sind zahlreiche Dokumente und Broschüren der CropEnergies-Gruppe. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, sich über die Website für die Zusendung von Unternehmensmitteilungen sowie Finanzberichten in elektronischer Form direkt an- und abzumelden.

Im Berichtszeitraum hat CropEnergies auf Analysten- und Kapitalmarktkonferenzen sowie Roadshows im In- und Ausland den Geschäftsverlauf und die Unternehmensstrategie erläutert. Über die Quartalsergebnisse wurde in Telefonkonferenzen berichtet, deren Aufzeichnungen jeweils auf der Homepage abrufbar sind. Für einen Informationsaustausch steht die Investor-Relations-Abteilung auch telefonisch zur Verfügung.

* Quelle: Deutsche Börse Stock Report

Konzernlagebericht

GRUNDLAGEN DES KONZERNS

Konzernstruktur

Die CropEnergies-Gruppe verfügt in Europa über mehrere Produktionsanlagen für Neutral- und Kraftstoffethanol sowie für Lebens- und Futtermittel. Die Absatzmärkte liegen größtenteils in Europa. Im Einzelnen hält die CropEnergies AG mittelbar oder unmittelbar 100 % an folgenden in- und ausländischen Tochterunternehmen:

CropEnergies Bioethanol GmbH, Zeitz

CropEnergies Beteiligungs GmbH, Mannheim

BioWanze SA, Brüssel / Wanze ab März 2020 (Belgien)

Ryssen Alcools SAS, Loon-Plage (Frankreich)

Compagnie Financière de l'Artois SAS, Paris (Frankreich)

Ensus UK Ltd., Yarm (Großbritannien)

Ryssen Chile SpA, Lampa, Santiago de Chile (Chile)

Daneben hält die CropEnergies AG mittelbar 50 % an der

CT Biocarbonic GmbH, Zeitz.

Die CropEnergies Bioethanol GmbH betreibt in Zeitz eine Anlage zur Produktion von rund 400 Tsd. m 3 Ethanol pro Jahr. Der größte Teil der Produktion findet als erneuerbarer Kraftstoff Verwendung. Bis zu 60 Tsd. m 3 davon können auch zu hochwertigem Neutralalkohol in Lebensmittelqualität veredelt werden. Darüber hinaus können mehr als 300 Tsd. t des getrockneten Proteinfuttermittels ProtiGrain (r) sowie thermische und elektrische Energie erzeugt werden.

Die CropEnergies Beteiligungs GmbH verfügt als deutsche Zwischenholding über keine eigene Produktion.

Die BioWanze SA betreibt in Wanze (Belgien) eine Anlage zur Produktion von Ethanol, Gluten, dem flüssigen Proteinfuttermittel ProtiWanze (r) sowie thermischer und elektrischer Energie. Die Anlage hat eine jährliche Produktionskapazität von rund 300 Tsd. m 3 Ethanol. Darüber hinaus können pro Jahr über 60 Tsd. t Gluten und mehr als 400 Tsd. t ProtiWanze (r) hergestellt werden. Einen Großteil der benötigten Prozessenergie gewinnt BioWanze aus den Schalen des angelieferten Getreides, die im eigenen Biomassekraftwerk zur Dampf- und Stromgewinnung verwendet werden.

Die Ensus UK Ltd. verfügt in Wilton (Großbritannien) über eine Anlage mit einer Jahresproduktionskapazität von rund 400 Tsd. m 3 Ethanol und 350 Tsd. t Eiweißfuttermitteln. Zusätzlich können bis zu 250 Tsd. t biogenes CO2 aus der Fermentation an eine Verflüssigungsanlage geliefert werden, die dieses insbesondere für die Lebensmittelindustrie veredelt.

Ryssen Alcools SAS (Ryssen) betreibt in Loon-Plage (Frankreich) eine Anlage zur Rektifikation (Aufreinigung) und Dehydratation (Trocknung) von Rohalkohol. Für die Rektifikation von Rohalkohol für traditionelle und technische Anwendungen steht eine Kapazität von bis zu 90 Tsd. m 3 Neutralalkohol pro Jahr zur Verfügung. Die Jahreskapazität für die Dehydratation von Rohalkohol insbesondere für den Kraftstoffsektor beträgt über 100 Tsd. m 3 Ethanol. Darüber hinaus hält Ryssen 100 % der Anteile der Ryssen Chile SpA, die als Distributor den chilenischen Markt mit Neutralalkohol versorgt.

Die Compagnie Financière de l'Artois SAS (COFA) ist eine französische Zwischenholding, die 100 % der Anteile an Ryssen hält.

Die CT Biocarbonic GmbH ist ein Joint Venture zur Herstellung und zum Vertrieb von flüssigem CO2 in Lebensmittelqualität. Sie betreibt in Zeitz eine Produktionsanlage zur Aufreinigung und Verflüssigung von biogenem CO2 aus der benachbarten Ethanolproduktion von CropEnergies. Die Anlage verfügt über eine Jahreskapazität von 100 Tsd. t verflüssigtem CO2, das insbesondere in der Getränke- und Lebensmittelindustrie verwendet wird.

Die CropEnergies Inc. mit Sitz in Houston (USA) wurde im Geschäftsjahr 2019/20 aufgelöst.

Unternehmenssteuerung

Der Vorstand der CropEnergies AG leitet die Geschäfte eigenverantwortlich und wird hierbei vom Aufsichtsrat überwacht und beraten. Der Vorstand ist an das Unternehmensinteresse gebunden und der Steigerung des nachhaltigen Unternehmenswerts verpflichtet. Die Mitglieder des Vorstands tragen gemeinsam die Verantwortung für die gesamte Geschäftsführung. Ungeachtet dieser Gesamtverantwortung führen die Vorstandsmitglieder die ihnen zugeordneten Ressorts im Rahmen der Vorstandsbeschlüsse in eigener Verantwortung.

Für bedeutende Geschäftsvorgänge enthalten die Satzung der CropEnergies AG und die Geschäftsordnung des Vorstands Zustimmungsvorbehalte des Aufsichtsrats.

Der Vorstand sorgt für ein angemessenes Risikomanagement und Risikocontrolling im Unternehmen und wirkt auf die Einhaltung von Rechtsvorschriften, behördlichen Regelungen und unternehmensinternen Richtlinien (Compliance) hin. Er sorgt zudem für eine adäquate Besetzung von Führungsfunktionen im Unternehmen.

Wertmanagement

Zur Umsetzung der wertorientierten Unternehmensführung setzt CropEnergies ein konzernweit einheitliches Berichts- und Planungssystem ein und wendet darauf aufbauend zentral definierte Kennzahlen an. Bedeutsame finanzielle Kennzahlen sind die in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung ausgewiesenen Umsatzerlöse, das operative Ergebnis sowie das EBITDA. Die steuerungsrelevante finanzielle Kennzahl ist das operative Ergebnis. Beim operativen Ergebnis wird das Ergebnis der Betriebstätigkeit laut Gewinn-und-Verlust-Rechnung um das Ergebnis aus Restrukturierung und Sondereinflüssen sowie um das Ergebnis aus at Equity einbezogenen Unternehmen bereinigt. Neben dem operativen Ergebnis sind für die CropEnergies-Gruppe derzeit keine weiteren finanziellen oder nicht finanziellen Leistungsindikatoren steuerungsrelevant.

Finanzmanagement

Das Kapitalmanagement der CropEnergies-Gruppe umfasst die Steuerung der liquiden Mittel, des Eigenkapitals und des Fremdkapitals. Dabei strebt CropEnergies eine Bilanzstruktur mit einem hohen Eigenkapitalanteil an, welche die Wachstumsstrategie unter Berücksichtigung der branchenüblichen Geschäftsrisiken zu angemessenen Kapitalkosten und mit überdurchschnittlicher Bonität absichert.

Die Finanzierung der CropEnergies-Gruppe basiert auf der nachhaltigen Fähigkeit zur Generierung von positiven Cashflows, stabilen Beziehungen zu den das Unternehmen tragenden Aktionärsgruppen, dem Zugang zu den Kapitalmärkten und verlässlichen Bankenbeziehungen. Die Kommunikation mit den Kapitalmarktteilnehmern folgt dem Grundsatz finanzieller Transparenz. Die Grundlage dafür bildet ein Berichtswesen, das nach einheitlichen Bewertungs- und Ausweisgrundsätzen sowohl die Unternehmensplanungs- als auch die Reportingprozesse bestimmt.

Leitlinien und Unternehmensstrategie

Das Ziel der CropEnergies-Gruppe ist es, gemeinsam mit ihren Partnern verantwortungsvoll die Zukunft zu gestalten und Lösungen für gesellschaftliche und unternehmerische Herausforderungen zu entwickeln. Hierfür stellen wir unseren Partnern nachhaltig erzeugte, biobasierte Produkte zur Verfügung. Bei der Herstellung dieser Produkte steht ein verantwortungsvoller und effizienter Umgang mit der eingesetzten Biomasse und all ihrer Bestandteile im Fokus. CropEnergies folgt dem Grundsatz der Kreislaufwirtschaft. Erneuerbare Rohstoffe werden möglichst vollständig genutzt, um Ressourcen zu sparen und Abfälle zu vermeiden.

Die hergestellten Produkte sollen die Lebensqualität der heutigen Generation verbessern und gleichzeitig die Lebensgrundlage zukünftiger Generationen bewahren. Als führender europäischer Hersteller von nachhaltig erzeugtem Ethanol verbindet CropEnergies wirtschaftlichen Erfolg mit gesellschaftlicher Verantwortung und dem Schutz der Umwelt. Durch nachhaltiges und verantwortungsvolles Wirtschaften will das Unternehmen profitabel wachsen, den Unternehmenswert langfristig steigern und die Interessen von Aktionären, Kunden, Lieferanten und Mitarbeitern berücksichtigen.

Das breite Produktportfolio von CropEnergies umfasst Ethanol, den weltweit bedeutendsten Biokraftstoff, der aus dem Stärke- bzw. Zuckeranteil erneuerbarer Rohstoffe gewonnen wird. Nachhaltig erzeugtes Ethanol spart nachweislich Treibhausgase ein und schont die endlichen fossilen Ressourcen. Aus den verbliebenen Bestandteilen der eingesetzten Rohstoffe stellt CropEnergies insbesondere proteinreiche Lebens- und Futtermittel her, die zudem wertvolle Ballaststoffe, Fette, Mineralien und Vitamine enthalten. Diese Produkte weisen einen hohen Ernährungswert auf und reduzieren den europäischen Importbedarf an pflanzlichen Proteinen, insbesondere Soja, das in Süd- und Nordamerika mit hohem Ressourcenverbrauch erzeugt und über weite Distanzen nach Europa transportiert wird.

Die CropEnergies-Gruppe erreicht ihre Ziele durch operative Exzellenz und Innovationen und stützt sich dabei auf die eigenen Kernkompetenzen - die großtechnische Verarbeitung von Rohstoffen in Bioraffinerien zu hochwertigen Produkten und deren Vermarktung. Entscheidend ist dabei das umfangreiche Wissen über die gesamte Wertschöpfungskette - vom Pflanzenanbau über die Produktion bis hin zu Transport und Vermarktung. Mit innovativen Produktionsanlagen setzt CropEnergies Maßstäbe hinsichtlich Technologie, Effizienz und Flexibilität. Ein effizientes Beschaffungsmanagement und ein optimiertes Logistiknetzwerk ergänzen dies. Die umfangreichen Erfahrungen auf allen Wertschöpfungs- und Prozessstufen machen das Unternehmen darüber hinaus zu einem vertrauensvollen Partner. Mit Innovationen will sich CropEnergies in den bestehenden Geschäftsfeldern einen Wettbewerbsvorteil verschaffen, neue Märkte erschließen und Lösungen für die Herausforderungen der Zukunft entwickeln. Entscheidend für den Erfolg des Unternehmens sind die Kenntnisse, Erfahrungen, sozialen Kompetenzen, Zufriedenheit und das Engagement der Mitarbeiter. Diese Stärken sollen durch Weiterbildung und Förderung der Mitarbeiter auch weiterhin ausgebaut werden.

Die steigende Nachfrage nach nachhaltig erzeugten Produkten eröffnet CropEnergies die Chance, auch in Zukunft neue attraktive Geschäftsfelder zu erschließen und profitabel zu wachsen. Einen hohen Stellenwert haben dabei eine transparente Berichterstattung und eine offene Kommunikation mit Kapitalmarktteilnehmern. Der Kontakt zu Anlegern und Kapitalmärkten ist auch für die Finanzierung weiteren Wachstums wichtig.

CropEnergies wirtschaftet nachhaltig für eine erfolgreiche Unternehmensentwicklung und eine lebenswerte Zukunft, in der die Nutzung erneuerbarer Rohstoffe der Schlüssel für das Wohlergehen heutiger und zukünftiger Generationen ist.

NACHHALTIGKEITSBERICHT *

Nachhaltigkeit in der CropEnergies-Gruppe

Bedeutung für das Unternehmen

Zentrale Voraussetzung für den Erfolg von CropEnergies ist nachhaltiges Wirtschaften, d. h. Ökologie, Ökonomie und soziale Verantwortung in Einklang zu bringen. Essenzieller Bestandteil des Geschäftsmodells ist die gleichzeitige Produktion wertvoller Lebens- und Futtermittel sowie einer nachhaltigen Alternative zu fossilem Kraftstoff.

Auch für unsere Kunden ist Nachhaltigkeit ein maßgeblicher Geschäftsfaktor. Mineralölunternehmen richten ihren Einkauf von Kraftstoffethanol aufgrund der europäischen Anforderungen an einen emissionsarmen Transportsektor verstärkt an den nachgewiesenen Treibhausgaseinsparungen aus.

Die gesamte Wertschöpfungskette, von der Rohstoffgewinnung über die Erzeugung des Kraftstoffs bis zu dessen Auslieferung, muss vollständig und lückenlos als nachhaltig zertifiziert sein. Unabhängige, von der EU-Kommission zugelassene Zertifizierungssysteme und nationale Behörden sind für die Überwachung dieser Prozesse zuständig. Dies garantiert einen schonenden Umgang mit natürlichen Ressourcen und ein ganzheitliches Denken.

Die Nachhaltigkeitsstrategie von CropEnergies

CropEnergies richtet das Handeln entlang der gesamten Wertschöpfungskette, vom Rohstoff bis zum fertigen Produkt, an der Nachhaltigkeit aus.

Besondere Beachtung finden dabei vor allem die folgenden Aspekte:

Ressourcenschonender Umgang bei der Rohstoffauswahl

Vollständige Nutzung der verwendeten Rohstoffe durch Verarbeitung aller Bestandteile zu hochwertigen Produkten

Kontinuierliche Verbesserung der Produktionstechnologien hinsichtlich ihrer Umweltauswirkungen und Energieeffizienz

Effizientes Qualitäts-, Umwelt- und Energiemanagement

Beachtung der Interessen aller für CropEnergies wesentlichen Interessengruppen (Stakeholder)

Langfristige Partnerschaften, z. B. mit Rohstofflieferanten und Kunden

Die Stakeholder der CropEnergies-Gruppe

Zu den Interessengruppen, mit denen CropEnergies im Dialog steht, gehören Kunden, Lieferanten, Mitarbeiter, Aktionäre, Finanzinstitutionen sowie Gesellschaft und Öffentlichkeit.

Wesentliche Handlungsfelder

CropEnergies setzt den Fokus auf folgende Handlungsfelder:

Beschaffung von Rohstoffen

Umwelt- und Energieaspekte in der Produktion

Produktverantwortung, Qualität und Sicherheit

Gesellschaftliche Verantwortung

Arbeitsbedingungen und Menschenrechte

* Nicht Bestandteil des Prüfungsauftrags des Abschlussprüfers

Rohstoffbeschaffung

Die Nachhaltigkeitsaktivitäten von CropEnergies beginnen bereits auf den vorgelagerten Wertschöpfungsstufen, insbesondere bei der Sicherstellung und Dokumentation der nachhaltigen Beschaffung von Rohstoffen. Die Bioraffinerien von CropEnergies verwenden ausschließlich Rohstoffe europäischer Herkunft, die zum Großteil standortnah bezogen werden. Entsprechend kurz und ressourcenschonend sind die Transportwege.

Alle Lieferanten von Agrarrohstoffen in der EU erfüllen die für landwirtschaftliche Erzeugung geltenden Grundsätze der Cross Compliance mit entsprechenden Auflagen für die Landwirtschaft. Diese gewährleisten einen nachhaltigen Anbau. Die Nachhaltigkeitsanforderungen für Rohstoffe zur Herstellung von Biokraftstoffen gehen noch über die Vorgaben der Cross Compliance hinaus. So dürfen die Rohstoffe nicht auf schützenswerten Flächen wie Primärwäldern oder auf Flächen mit hoher biologischer Vielfalt angebaut werden. Um dies zu gewährleisten, werden alle an der Herstellung beteiligten Schnittstellen regelmäßig von unabhängigen Gutachtern auditiert und nach von der EU anerkannten Zertifizierungssystemen (z. B. REDcert EU, ISCC EU oder 2BSvs) zertifiziert. Die Einhaltung der Nachhaltigkeitskriterien ist in den Verträgen mit den Rohstofflieferanten verankert.

Umwelt- und Energieaspekte in der Produktion

Grundsätze der Produktion

Bei der Verarbeitung von Rohstoffen zu Ethanol, Lebens- und Futtermitteln ist es das Ziel von CropEnergies, unter Beachtung höchster Qualitätsstandards den Ressourcenbedarf, den Energie- und Wassereinsatz und mögliche Umweltauswirkungen zu minimieren.

Dank der integrierten Produktionskonzepte werden die eingesetzten Rohstoffe bestmöglich und ressourcenschonend zu hochwertigen Produkten veredelt. Aus den nicht fermentierbaren Inhaltsstoffen der Rohstoffe stellt CropEnergies proteinreiche Lebens- und Futtermittel her, die zudem wertvolle Ballaststoffe, Fette, Mineralien und Vitamine enthalten. Diese Produkte weisen einen hohen Nährwert auf und leisten einen wichtigen Beitrag, den europäischen Importbedarf an pflanzlichen Proteinen, insbesondere Soja aus Nord- und Südamerika, zu mindern. In Zeitz und in Wilton wird zudem das bei der Fermentation entstehende Kohlendioxid aufgefangen, gereinigt und verflüssigt. Es ersetzt beispielsweise in der Getränkeherstellung Kohlendioxid fossilen Ursprungs.

Neben den effizienten Herstellungsverfahren ist die Einbindung in Verbundstandorte der Südzucker-Gruppe von großem Nutzen. So wird beispielsweise in Zeitz im Verbund mit Südzucker in insgesamt fünf Produktionsanlagen aus Zuckerrüben und Getreide ein Produktportfolio hergestellt, das Zucker, Melasse, Zuckerrübenschnitzel, Kalkdünger, Glukose, Gluten, Kleie, Kraftstoffethanol, Neutralalkohol, DDGS und biogenes Kohlendioxid umfasst.

Alle Ethanolanlagen von CropEnergies sind nach mindestens einem von der EU-Kommission anerkannten Zertifizierungssystem als nachhaltig zertifiziert und werden jährlich auditiert. Mit den Zertifizierungen wird sichergestellt, dass das produzierte Kraftstoffethanol die Nachhaltigkeitskriterien der "Erneuerbare-Energien-Richtlinie" erfüllt. Dazu gehört auch, dass zum Beispiel mindestens 50 % an Treibhausgasemissionen eingespart werden im Vergleich zu fossilen Kraftstoffen. Diese gesetzliche Forderung wird bei CropEnergies deutlich übertroffen und liegt durchschnittlich bei 70 %.

Energie und Emissionen

Zentrale Bausteine des Energiemanagements sind hocheffiziente Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen und Wärmerückgewinnungssysteme, welche den Einsatz von Primärenergie reduzieren. Damit werden gleichzeitig die Emissionen von Luftschadstoffen und klimarelevanten Treibhausgasen gesenkt und die Nachhaltigkeit der hergestellten Produkte wird verbessert.

Die Anforderungen aus der Richtlinie zur Energieeffizienz (EED) wurden an allen Produktionsstandorten sowie in der Verwaltung von CropEnergies umgesetzt. In Zeitz wurde eine Zertifizierung gemäß ISO 50001 und in Loon-Plage sowie Wilton eine Auditierung nach dem ESOS (Energy Savings Opportunity Scheme) durchgeführt. BioWanze nimmt an einem freiwilligen branchenspezifischen Abkommen zur Verbesserung der Energieeffizienz teil ("Accords de branche de deuxième génération"). Die CropEnergies AG in Mannheim hat das Energieaudit gemäß DIN EN 16247-1 erfolgreich durchgeführt.

Energieeinsatz
(in GJ je t Haupt- und Nebenprodukt)

Emissionen
(in kg CO2 je t Haupt- und Nebenprodukt)

Der spezifische Energieeinsatz hängt neben der Prozessführung und den angewandten Technologien unter anderem auch von der Art und der Qualität der eingesetzten Rohstoffe ab. Aufgrund der Flexibilität der Anlagen ist CropEnergies in der Lage, den Rohstoffeinsatz an die jeweiligen Marktbedingungen anzupassen. Die Qualität und Verfügbarkeit von Rohstoffen wird dabei nicht zuletzt von den jeweils herrschenden Witterungs- und damit Aufwuchsbedingungen bestimmt.

Der Anteil an eingesetzten erneuerbaren Brennstoffen liegt bei 27 %. In Wanze wird in einem Biomassekraftwerk ein Großteil der benötigten thermischen und elektrischen Prozessenergie aus den Schalen des angelieferten Getreides gewonnen. In Zeitz wird das in der Abwasseranlage entstehende Biomethan (Klärgas) in einem Blockheizkraftwerk zu elektrischer und thermischer Energie umgewandelt und damit der Bedarf an fossilen Brennstoffen reduziert.

Die Höhe der CO2-Emissionen ist sowohl vom Gesamtenergiebedarf als auch vom eingesetzten Brennstoff- und Energiemix abhängig.

Wasser und Abwasser

Die Nutzung und Ableitung von Wasser erfolgt an allen Standorten auf nachhaltige Art und Weise. Durch das Konzept der Kreislaufführung reduziert CropEnergies den Frischwasserbedarf in den Produktionsanlagen.

Wasserentnahme/Abwasser

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m3 je t1 Produkte 2015/16 2016/17 2017/18 2018/19 2019/20
Wasserentnahme 3,97 3,11 2,75 3,25 3,49
Abwasser 2,56 3,07 2,54 2,72 2,93

1 Haupt- und Nebenprodukte

Kläranlagen stellen eine umweltgerechte Behandlung der Abwässer sicher. Das gereinigte Wasser wird in die benachbarten Flüsse zurückgeführt.

Abfall

Da die in den Rohstoffen enthaltenen Bestandteile nahezu vollständig zu protein- oder kohlenhydratreichen Produkten veredelt werden, fallen nur geringe Abfälle an. Der überwiegende Teil davon, nämlich 98 %, wird recycelt, kompostiert oder energetisch verwendet. Bei weniger als 0,1 % der Abfälle handelt es sich um sogenannte gefährliche Abfälle. Diese bestehen überwiegend aus verbrauchten Schmierstoffen aus der Produktion.

Abfälle

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Tsd. t 2015/16 2016/17 2017/18 2018/19 2019/20
Recycling 67,4 68,8 73,8 75,9 65,7
Kompostierung 9,2 7,8 8,7 6,7 7,3
Deponierung 1,0 1,5 1,6 3,9 0,8
Energetische Verwertung 0,4 0,4 2,1 1,7 2,1
Übrige 1,0 0,5 0,7 0,5 0,5
Gesamt 79,0 79,0 86,9 88,7 76,4

Produktverantwortung, Qualität und Sicherheit

CropEnergies misst der Herstellung sicherer und qualitativ hochwertiger Produkte eine zentrale Bedeutung zu und ist sich der damit einhergehenden Verantwortung bewusst. Ein Qualitätsmanagementsystem regelt für alle Stufen der Produktion eine strukturierte und effektive Vorgehensweise.

Qualitätsmanagement und Produktsicherheit

Das Qualitätsmanagementsystem definiert Maßnahmen, die sicherstellen, dass alle Produkte den gesetzlichen Vorgaben sowie den Anforderungen der Kunden entsprechen. Ein zentrales Element des CropEnergies-Qualitätsmanagements ist das HACCP-Konzept. Mittels einer strukturierten Gefahrenanalyse wird jeder einzelne Produktionsschritt bei der Herstellung von Lebensmitteln hinsichtlich potenzieller Gefahren für die Gesundheit der Konsumenten bzw. bei der Herstellung von Futtermitteln für die Tiergesundheit überprüft. Bei Bedarf werden sofort entsprechende Gegenmaßnahmen eingeleitet.

Weitere wesentliche Elemente des Qualitätsmanagements stellen langfristige Lieferantenbeziehungen und ausführliche Rohstoffspezifikationen, qualifizierte Mitarbeiter, sichere Produktionsverfahren und die enge Abstimmung mit den Kunden dar.

Für ein gemeinsames Verständnis in Bezug auf die Beschaffenheit der Produkte dienen die Endproduktspezifikationen. In das System eingebunden ist auch die Analyse von Reklamationen als zusätzliche Informationsbasis für die ständige Verbesserung von Prozessen und Produkten.

Zertifizierungen

Die Kunden messen der Überprüfung von Sicherheit und Gesetzeskonformität der Produkte durch externe Zertifizierungsorganisationen eine große Bedeutung zu. Entsprechend orientieren sich die Produktionsprozesse an international anerkannten Standards mit umfangreichen Anforderungen und standardisierten Bewertungsverfahren, z. B. ISO 9001 (Qualitätsmanagement), REDcert EU (erneuerbare Kraftstoffe), IFS Food (Lebensmittel), GMP+ (Futtermittel). Entsprechend den Kundenanforderungen verfügen die Produktionsstand orte über weitere spezifische Lebensmittel-Zertifikate wie z. B. Koscher oder Halal.

Gesellschaftliche Verantwortung

Ökonomische Nachhaltigkeit und Verantwortung für den ländlichen Raum

Ein wertorientiertes und profitables Wachstum bildet die Grundlage für die Finanzierung weiterer Investitions- und Forschungsprojekte zur Erzeugung qualitativ hochwertiger Produkte und nachhaltiger Herstellungsprozesse sowie zur Erschließung neuer Märkte. Von einem solchen Wachstum und der ökonomischen Nachhaltigkeit profitiert auch die regionale Wirtschaft. Alle Produktionsstandorte befinden sich im ländlichen Raum und damit in unmittelbarer Nähe zur Rohstofferzeugung. Dort leisten sie nicht nur einen wichtigen Beitrag zum Erhalt und zur Schaffung langfristiger und qualifizierter Arbeitsplätze, sondern tragen auch zur Entwicklung der regionalen Wirtschaft und der landwirtschaftlichen Betriebe bei.

Logistik bei Beschaffung und Distribution

Eine Voraussetzung für einen reibungslosen Betrieb der An -lagen ist eine effiziente Warenbewegung. Durch eine Vielzahl von Maßnahmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette verringert CropEnergies die Umweltbelastungen aus dem Transport der Rohstoffe und Endprodukte.

Die Lage der Bioraffinerien von CropEnergies ist auf die Vermeidung von Emissionen ausgerichtet. Daher liegen die Standorte in der Nähe großer Getreideanbaugebiete, an Wasserwegen oder Bahntrassen. Dies verkürzt die Transportwege oder ermöglicht eine umweltschonende Belieferung zum Großteil per Schiff oder Bahn. In Wanze beispielsweise beträgt dieser Anteil ca. 70 %. Zudem wurde im Geschäftsjahr 2019/20 die Anlieferung von Zuckersäften von LKW auf Pipeline umgestellt, sodass hier dauerhaft Emissionseinsparungen erzielt werden. Auch die Anlage in Zeitz befindet sich im Verbund zur Zucker- und Stärkeherstellung der Südzucker AG und ist über Rohrleitungsnetze an diese angeschlossen.

Auch vertriebsseitig spielt die Optimierung der Distributionslogistik zum Endkunden eine immer wichtigere Rolle für Wettbewerbsfähigkeit und Ökologie. Die Belieferung der Endkunden erfolgt daher ebenfalls zu einem großen Teil klimaschonend per Schiff oder Bahn.

Arbeitsbedingungen und Menschenrechte

Als Mitglied der Südzucker-Gruppe erfüllt CropEnergies die Vorgaben eines international tätigen Konzerns. Hohe Standards gelten auch in den Bereichen der Menschenrechte, Aus- und Weiterbildung, Gesundheit und Sicherheit, Bezahlung und Arbeitsbedingungen sowie beim Verhältnis zu den Sozialpartnern.

Verhaltenskodex

Der Verhaltenskodex von CropEnergies ist auf der Webseite https://www.cropenergies.com/de/Unternehmen/Verhaltenskodex/ vollständig wiedergegeben. Er berücksichtigt anerkannte internationale Standards wie die Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen oder die Konventionen der Internationalen Arbeitsorganisation. CropEnergies hält sämtliche Mitarbeiter dazu an, gemäß der darin enthaltenen Werten und Vorgaben zu handeln.

CropEnergies verpflichtet sich, die Geschäftstätigkeit auf ethische, legale und verantwortungsvolle Art und Weise auszuüben. Gleichzeitig wird von Lieferanten bzw. Vertragspartnern erwartet, dass diese sich gemäß den Vorgaben verhalten.

Arbeitssicherheit

Unverzichtbar für den nachhaltigen Erfolg der CropEnergies-Gruppe ist der hohe Stellenwert von Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz. So ist die Anzahl der Arbeitsunfälle und die daraus resultierenden Ausfallzeiten vergleichsweise gering. Dies ist nicht zuletzt auf die Mitwirkung aller Mitarbeiter zurückzuführen.

Ein Arbeitsschutzmanagementsystem definiert die Vorgehensweisen bei der Gefährdungsermittlung, der Unfalluntersuchung und der Unterweisung und legt Verantwortlichkeiten fest. Es bestehen Instrumente zur Kommunikation von Arbeitsschutzzielen, Verbesserungsvorschlägen und Arbeitsschutzmaßnahmen.

Risiken und Gefahren im Arbeitsschutz und in der Anlagensicherheit werden regelmäßig ermittelt und diesen bei Bedarf entgegengewirkt. Ziele zur kontinuierlichen Verbesserung sowie daraus abgeleitete Maßnahmen werden systematisch überprüft und die Effektivität der umgesetzten Maßnahmen wird regelmäßig bewertet.

Einen besonderen Stellenwert nimmt die Unterweisung der Mitarbeiter ein. Dabei geht es nicht nur um die gesetzlich vorgeschriebenen, wiederkehrenden Schulungen, sondern vor allem darum, das Thema Arbeitsschutz ständig im Gespräch und damit im Bewusstsein zu halten. Dafür erhalten die Mitarbeiter beispielsweise jeden Monat Unterlagen zu einem Schwerpunktthema oder werden an den Standorten zu Aktionstagen zum Arbeitsschutz eingeladen.

Wertsache

ZERO WASTE

Alles ist wertvoll

Wir nutzen unsere Rohstoffe vollständig. Während der Zucker- und Stärkeanteil in Ethanol verwandelt wird, veredeln wir auch die weiteren Inhaltsstoffe zu hochwertigen Produkten.

100 %
der Rohstoffe werden verarbeitet.

In unseren Anlagen in Deutschland und Großbritannien fangen wir das Kohlendioxid aus der Fermentation der Biomasse auf, anstatt es in die Atmosphäre zu entlassen. Gereinigt und verflüssigt kann es weiterverwendet werden und begleitet uns im Alltag: in spritziger Limonade oder erfrischendem Mineralwasser, zum Trinken oder gar zum Kochen. Die Verbindung von CO2 und Wasser lässt Kohlensäure entstehen. Im Getränk ist sie nicht nur erfrischend, sondern wirkt auch desinfizierend und erhält die Mineralien im Wasser. Eine andere Nutzungsmöglichkeit ist zum Beispiel die Lebensmittelherstellung, wo Kohlendioxid für eine Schutzatmosphäre und damit für hygienische Verpackungen sorgt.

CropEnergies produziert am Zeitzer Standort bis zu 100.000 t verflüssigtes CO2 pro Jahr, die in der Getränke- und Lebensmittelindustrie verwendet werden.

INNOVATIONEN, FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG

Überblick

CropEnergies ist als führender europäischer Hersteller von Ethanol in einem technologieorientierten Umfeld tätig. Hier setzen Innovationen wichtige Wachstumsimpulse. Mit Innovationen sollen Schlüsseltechnologien erschlossen, die Wettbewerbsfähigkeit gestärkt und erfolgreiche Konzepte zur Herstellung nachhaltiger Produkte aus erneuerbaren Rohstoffen entwickelt werden.

Die Innovationsstrategien von CropEnergies werden durch die Forschungs- und Entwicklungsabteilung der Südzucker AG, vor allem im Rahmen projektbezogener Fragestellungen, begleitet. Neben diesen Aktivitäten werden auch Serviceaufgaben entlang der gesamten Wertschöpfungskette wahrgenommen. Hierzu zählen Themen wie Rohstoffqualität, der Einsatz alternativer Hilfsstoffe sowie die Mitarbeit in Normungsgremien für neue innovative und nachhaltige Kraftstoffe.

Im Geschäftsjahr 2019/20 wurden insbesondere technologische Fragestellungen und Konzepte zur weiteren Senkung des spezifischen Energiebedarfs verfolgt. Ein Schwerpunkt waren neue Trocknungstechnologien bei der Herstellung von Lebens- und Futtermitteln.

In der Prozesstechnologie wurden insbesondere werksspezifische Fragestellungen und Maßnahmen zur vollständigen Nutzung der Rohstoffe verfolgt, um die Ethanolausbeute zu steigern. Weiterhin wurde der Einsatz alternativer Rohstoffe, insbesondere lignozellulosehaltiger Materialien, zur Ethanolerzeugung untersucht.

Im Rahmen von zum Teil öffentlich geförderten Kooperationen mit Universitäten und Technologieanbietern wird die verstärkte Nutzung von hochreinem CO2 aus der Fermentation der Ethanolanlagen geprüft. Unter Verwendung von regenerativem Strom werden Forschungsstrategien zur Herstellung nachhaltiger chemischer Wertstoffe evaluiert bzw. verfolgt.

Die von Südzucker für CropEnergies erbrachten Forschungs-, Entwicklungs- und Serviceleistungen erfolgen in definierten Projekten und auf Basis von Dienstleistungsverträgen. Im Berichtsjahr belief sich der Aufwand auf insgesamt 1,3 (1,7) Mio. €.

Rohstoffverarbeitung und Fermentationsprozess

Die Fermentation ist einer der technologisch anspruchsvollsten Prozessschritte bei der Ethanolherstellung. Neben der Betrachtung der Einflüsse des Rohstoffs selbst ist ein wichtiger Bestandteil der Forschungsarbeiten die kontinuierliche Untersuchung neuer Enzyme und Hefen hinsichtlich Effizienz und Wirtschaftlichkeit. Ziel ist die Optimierung von Ethanolausbeute und Durchsatz.

Optimierung von Produktionsanlagen

Durch technische und technologische Maßnahmen wurde der spezifische Energieverbrauch weiter gesenkt. Ein Schwerpunkt war dabei die Prüfung neuer Technologien für die Entwässerung der in der Produktion anfallenden Stoffströme. Diese soll effizienter, energiesparender und damit auch k ostengünstiger erfolgen.

In Wanze hat die Verschaltung einzelner Prozessbereiche zur energetischen Optimierung der Anlage beigetragen.

In Wilton konnten die Prozessstabilität und die Ethanolausbeute erhöht werden. Die Fermentationsleistung wurde durch die Optimierung des Hefe- und Enzymeinsatzes gesteigert. Eine verbesserte Verschaltung einzelner Prozessbereiche senkte darüber hinaus den Primärenergieverbrauch.

Servicearbeiten für die Neutralalkoholproduktion

Die Qualität von Neutralalkohol bemisst sich nach der Reinheit und dem sensorischen Eindruck, der auch von den verwendeten Rohstoffen beeinflusst wird. Für die Verwendung in Lebensmitteln oder in Produkten der Pharma- und Kosmetikindustrie sind Geruchs- und Geschmacksneutralität die entscheidenden Qualitätsparameter. Unter Berücksichtigung dieser Rahmenbedingungen wurden alternative Trocknungsmedien evaluiert. Weiterhin wurden neue Trocknungstechnologien geprüft und technologisch sowie wirtschaftlich bewertet.

Normungsarbeiten für Ethanol

In den Normungsausschüssen ist CropEnergies sowohl auf europäischer Ebene im Europäischen Komitee für Standardisierung (CEN) als auch auf deutscher Ebene im Deutschen Institut für Industrienormung e. V. (DIN) in die Normung von Ethanol, Ottokraftstoffen und Kraftstoffmischungen aktiv eingebunden. Im Geschäftsjahr 2019/20 wurde strategisch die Einführung von Kraftstoffen mit einem Ethanolgehalt von mehr als 10 % verfolgt. Dabei steht ein geringerer Treibhausgasausstoß im Vordergrund. Wie Studien zeigen, führt eine Verdoppelung des Ethanolgehalts im Benzin auf 20 % darüber hinaus zu geringeren Feinstaub- und Stickoxidemissionen.

Neue Produkt- und Produktionskonzepte

Die vollständige Nutzung auch der proteinhaltigen Nebenströme für Lebensmittelanwendungen ist für CropEnergies Bestandteil des Geschäftskonzepts.

In enger Kooperation mit der Schwestergesellschaft BENEO GmbH stellt CropEnergies auf Basis von Weizenprotein eine hochwertige Komponente für vegane Lebensmittel her. Im Rahmen eines umfangreichen Forschungsprogramms wurden Verfahrensschritte für verschiedene Rezepturen und Anwendungsfelder entwickelt. Das Portfolio veganer Lebensmittel kann dadurch kontinuierlich erweitert werden.

Im Rahmen der Kombination von hochreinem CO2 und Wasserstoff aus erneuerbarem Strom (sogenannte "Power-to-X"-Ansätze) wurden mehrere Projekte initiiert. Mit diesen Verfahren werden - je nach Mikroorganismus oder katalytischem System - synthetische Kraftstoffe oder Biochemikalien hergestellt.

Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Projekt "ZeroCarb FP" verfolgt die stoffliche Nutzung von Kohlendioxid aus der Ethanolfermentation. Im Labormaßstab wurde ein Kultivierungsverfahren für einen Mikroorganismus entwickelt, der CO2 bindet und chemische Zwischenprodukte liefert. Die auf diese Weise gewonnenen erneuerbaren Chemikalien sollen als nachhaltige Alternative zu petrochemischen Produkten eingesetzt werden. Die Entwicklungen sind mittlerweile so weit fortgeschritten, dass im nächsten Schritt die technische Realisierung im Pilotmaßstab erfolgen soll.

Im Rahmen des BMBF-Förderprogrammes "FHprofUnt" wird in einem Projektkonsortium die Implementierung eines Power-to-Gas-Konzepts unter Nutzung des Fermentations-CO2 analysiert. Schwerpunkt ist die Optimierung der biotechnologischen Umwandlung von CO2 in Methan und die Ermittlung technischer und wirtschaftlicher Voraussetzungen. Eine Pilotanlage verifiziert nun das Implementierungskonzept.

In einem weiteren vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) geförderten Power-to-X-Verbundprojekt wird ein Konzept zur Herstellung von sogenanntem "grünem Methanol" verfolgt. Auch hier wird die wirtschaftliche Bewertung unter Berücksichtigung standortspezifischer Gegebenheiten beurteilt.

Die potenzielle Nutzung von Grundchemikalien aus Ethanol als Rohstoff eröffnet neue Perspektiven der Kreislaufwirtschaft. Diese werden mit Partnern aus Wirtschaft und Wissenschaft evaluiert.

Qualität und Produktsicherheit von Lebens- und Futtermitteln

Die Qualitäts- und Sicherheitskonzepte (HACCP) sowie die Prüfpläne aller Lebens- und Futtermittelprodukte werden regelmäßig aktualisiert. Als Grundlage dienen hierfür Monitoring-Daten. Im Berichtsjahr wurden die Qualitätsstandards um eine Zertifizierung von ProtiGrain (r) zur Gewinnung von Lebensmitteln ohne Gentechnik erweitert. Darüber hinaus wurden lebens- und futtermittelrechtliche Aspekte bearbeitet.

MITARBEITER

Die CropEnergies-Gruppe ist ein internationaler Arbeitgeber in einer dynamischen Branche. Als Mitglied der Südzucker-Gruppe profitieren die Beschäftigten von CropEnergies von den Angeboten eines großen, multinationalen Konzerns.

Mitarbeiterzahlen

Insgesamt waren zum 29. Februar 2020 bei der CropEnergies-Gruppe 450 (433) Mitarbeiter * beschäftigt (ausgedrückt als Voll zeitäquivalente).

Rund 40 (38) % der Mitarbeiter sind in Deutschland beschäftigt, 60 (62) % an den Standorten in Belgien, Großbritannien, Frankreich und Chile.

Anzahl der beschäftigten Mitarbeiter (Vollzeitäquivalente)

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2019/20 2018/19
Zahl der Mitarbeiter nach Regionen
Deutschland 180 165
Übrige EU-Länder und Großbritannien 263 261
Übriges Ausland 7 7
450 433
Zahl der Mitarbeiter nach Kategorien
Lohnempfänger 224 219
Gehaltsempfänger 226 214
450 433

Beschäftigungsverhältnisse und Frauenanteil

Bezogen auf die gesamte Anzahl sind 96 % der Mitarbeiter fest angestellt; 4 % stehen in einem befristeten Arbeitsverhältnis.

CropEnergies bewegt sich in einem produktionsorientierten Umfeld, in dem der Anteil an Mitarbeiterinnen und Bewerberinnen verhältnismäßig niedrig ist. Der Anteil der Frauen an der Stammbelegschaft Ende des Geschäftsjahrs 2019/20 lag bei 22,0 (22,1) %. Für die Einstellung und Entwicklung der Mitarbeiter spielt das Geschlecht keine Rolle.

Die Arbeitswelt befindet sich aktuell im Umbruch. Neue Arten des Arbeitens oder die Vereinbarkeit von Familie und Beruf gewinnen immer mehr an Bedeutung. CropEnergies unterstützt dies an den Standorten mit verschiedenen Maßnahmen, beispielsweise mit Möglichkeiten zur Flexibilisierung der Arbeitszeit durch Gleitzeit- und Teilzeitmodelle. Unter bestimmten Voraussetzungen kann auch das Angebot von Telearbeit Mitarbeitern Spielräume für die eigene Gestaltung ihrer Arbeit eröffnen. Vertrauen, Loyalität, Zuverlässigkeit, Selbständigkeit und Verantwortung gewinnen in diesem Kontext an Bedeutung. Weitere Maßnahmen sind in Planung, damit CropEnergies auch in Zukunft im Wettlauf um die besten Fachkräfte ein attraktiver Arbeitgeber bleibt.

* Der Begriff Mitarbeiter wird für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verwendet.

Aus- und Weiterbildung

Anspruchsvolle Aufgaben und ein sich dynamisch entwickelndes Umfeld fordern von allen Beschäftigten zunehmend Flexibilität. Als führender Ethanolhersteller in Europa und bei kurzen technischen Innovationszyklen ist CropEnergies in besonderem Maße auf das Wissen und Engagement der Mitarbeiter angewiesen. Daher ist die Qualifizierung und Weiterbildung für CropEnergies besonders wichtig. Als Mitglied eines international tätigen Konzerns haben die Mitarbeiter die Möglichkeit, an den Ausbildungs- und Qualifizierungsprogrammen der Südzucker-Gruppe teilzunehmen. Diese bietet ein breites Spektrum an Entwicklungsmaßnahmen und Lernmöglichkeiten. Dazu gehört eine neue Lernplattform, die es Mitarbeitern ermöglicht, sich online direkt am Arbeitsplatz weiterzubilden. Für die berufliche Entwicklung junger Menschen gibt es innerhalb der Südzucker-Gruppe verschiedene Ausbildungsberufe und Trainee-Programme. CropEnergies-Mitarbeiter nehmen außerdem am länder- und funktionsübergreifenden Austausch innerhalb der Südzucker-Gruppe teil.

Speziell auf CropEnergies zugeschnitten fanden interne und externe Informations- und Weiterbildungsmaßnahmen beispielsweise für die Bereiche Vertrieb, Einkauf und technische Entwicklung statt, um Mitarbeiter für veränderte Rahmenbedingungen und Anforderungen in der heutigen Arbeitswelt zu qualifizieren. Weitere Veranstaltungen fanden innerhalb der Südzucker-Gruppe statt.

Schwerpunkt der jährlichen Führungskräftetagung der CropEnergies-Gruppe war die strategische Ausrichtung des Unternehmens. Zudem dient die Veranstaltung der Vernetzung des Managements der CropEnergies-Gruppe sowie dem Wissens- und Erfahrungsaustausch der Mitarbeiter aller Standorte.

Betriebliches Vorschlagswesen

CropEnergies ist in das Programm zur Förderung des betrieblichen Vorschlagswesens der Südzucker-Gruppe eingebunden. Daran beteiligten sich im Geschäftsjahr 2019/20 zahlreiche Mitarbeiter der verschiedenen Standorte von CropEnergies. Die Mehrzahl der Verbesserungsvorschläge wurde dabei mit einer Prämie belohnt. Mit den eingereichten Vorschlägen zeigten die Mitarbeiter auch ein über das Tagesgeschäft hinausreichendes Engagement für das Unternehmen.

Arbeitssicherheit

Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz nehmen bei CropEnergies einen hohen Stellenwert ein und stellen einen wesentlichen Beitrag zum nachhaltigen Erfolg des Unternehmens dar. Weitere Informationen zur Arbeitssicherheit finden sich im Kapitel Nachhaltigkeit.

Verantwortungsbewusster Arbeitgeber

Als verantwortungsbewusster Arbeitgeber duldet CropEnergies keinerlei Diskriminierung. Der auf internationalen Standards aufbauende verbindliche Verhaltenskodex verbietet Diskriminierung, Belästigung, Kinder- und Zwangsarbeit und bekennt sich zu Versammlungsfreiheit sowie Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz. Flexible Arbeitszeiten, die Möglichkeit zur Telearbeit sowie Verhaltenskodizes, beispielsweise zur Erreichbarkeit, sollen dazu beitragen, die Gesundheit der Mitarbeiter zu schützen und CropEnergies als Arbeitgeber attraktiver zu machen.

Dank

Der Erfolg der CropEnergies-Gruppe fußt wesentlich auf der Zuverlässigkeit, dem Einsatz und der Fachkompetenz ihrer Mitarbeiter. Mit großem Engagement setzen sie sich für das Unternehmen ein und arbeiten gemeinsam daran, dass CropEnergies für die Zukunft gut gerüstet ist. Der Vorstand bedankt sich herzlich bei allen Mitarbeitern und freut sich, weiter erfolgreich mit ihnen zusammenzuarbeiten.

INVESTITIONEN

Die Investitionen in Sachanlagen beliefen sich im Geschäftsjahr 2019/20 auf 29,8 (13,1) Mio. €. Davon entfielen 21,2 Mio. € auf CropEnergies Bioethanol GmbH, 6,7 Mio. € auf BioWanze SA, 1,2 Mio. € auf Ensus UK Ltd. und 0,5 Mio. € auf Ryssen Alcools SAS. Des Weiteren wurden 0,1 (0,1) Mio. € in immaterielle Vermögenswerte investiert.

Die Bioraffinerie in Zeitz zeichnet sich durch eine hohe Rohstoffflexibilität aus, welche auch zukünftig gewährleistet werden soll. Der Schwerpunkt der Investitionstätigkeit der CropEnergies Bioethanol GmbH lag im Geschäftsjahr 2019/20 daher auf der Erweiterung der Mühlenkapazität sowie der Produktionskapazität für die Herstellung proteinreicher Futtermittel. Im Zuge der Erweiterungsarbeiten erfolgten Investitionen auch in die Infrastruktur am Standort, um die reibungslose Versorgung der Anlage mit Hilfs- und Betriebsstoffen zu gewährleisten.

Bei BioWanze SA lag der Fokus der Investitionstätigkeit auf der Erweiterung der Produktionskapazitäten. Nachdem sich die vorhandene Mühlenkapazität als Engpass für die Gesamtanlage erwiesen hatte, wurde der im Geschäftsjahr 2017/18 begonnene Ausbau der Vermahlungsleistung erfolgreich abgeschlossen. Weitere Maßnahmen betrafen die Sicherstellung einer hohen Produktqualität. Im Berichtszeitraum wurden darüber hinaus Planungen für den Bau einer Anlage zur Verflüssigung von Kohlendioxid konkretisiert. Ab dem Jahr 2021 sollen in Wanze pro Jahr 65.000 Tonnen flüssiges, biogenes CO2 in Lebensmittelqualität hergestellt werden, das unter anderem als Kohlensäure in der Getränkeindustrie verwendet werden soll. Die Investition in Höhe von 15 Mio. € wird zusammen mit SOL SpA, Monza (Italien) durchgeführt. CropEnergies und die SOL-Gruppe vertiefen damit ihre langjährige erfolgreiche und vertrauensvolle Partnerschaft im Rahmen des Joint Venture CT Biocarbonic GmbH, Zeitz (Deutschland).

Bei Ensus UK Ltd. erfolgten weitere Verbesserungen der Prozessstabilität. Im Fokus der Investitionen stand dabei die Verbesserung von Anlagensicherheit und Brandschutz. Weiterhin wurde in die Modernisierung der Logistikinfrastruktur investiert.

Ryssen Alcools SAS investierte im Geschäftsjahr 2019/20 vorrangig in die Erhöhung der Anlagenverfügbarbarkeit. Ebenfalls wurden Maßnahmen zur Verbesserung der Anlagensicherheit abgeschlossen.

Bodenschatz

BIORAFFINERIE

Nachwachsende Rohstoffe

Ob Zuckerrüben oder Getreide - nachwachsende Rohstoffe sind wertvolle Energieträger und vielseitig einsetzbar. Der Rohstoffanbau für die Produktion von erneuerbarem Ethanol nimmt dabei nur 1 % der landwirtschaftlichen Fläche der EU in Anspruch.

1 %
der landwirtschaftlichen Fläche der EU wird genutzt für die Gewinnung der Rohstoffe für erneuerbares Ethanol.

Herkunft und Verarbeitung der Rohstoffe werden streng kontrolliert. Dabei müssen neben den Mindesteinsparungen an CO2 auch zahlreiche weitere Nachhaltigkeitskriterien eingehalten werden. Rohstoffe für die Ethanolproduktion dürfen beispielsweise keinesfalls auf Flächen mit hohem biologischem Wert, wie Wäldern, Grünflächen und Mooren, angebaut werden.

Durch die Verwendung von heimischen, erneuerbaren Rohstoffen können mehr fossile Energien in der Erde bleiben. CropEnergies nutzt die Biomasse dabei nicht nur für Biokraftstoff, sondern auch für Lebens- und Futtermittel. Die Rohstoffe werden zu 100 % verwertet.

WIRTSCHAFTSBERICHT

Gesamtaussage zur Geschäftsentwicklung

Die Entwicklung von CropEnergies im vergangenen Geschäftsjahr war von einer Belebung der Nachfrage nach CO2-armen Kraftstoffen und einem deutlichen Anstieg der Ethanolpreise geprägt. Das positive Marktumfeld ermöglichte es, die Anlage in Wilton nach einer dreimonatigen Produktionspause im März 2019 wieder in Betrieb zu nehmen. Damit konnte insbesondere der lokale britische Markt mit nachhaltig erzeugtem Ethanol versorgt werden. Die Auslastung der Produktionskapazität wurde im Verlauf des Geschäftsjahrs flexibel nach den Marktbedingungen und zur Durchführung regelmäßiger Wartungsarbeiten gesteuert. Insgesamt stieg die Ethanolproduktion im abgelaufenen Geschäftsjahr um 4 % auf 1.002 Tsd. m 3 . Resultierend aus dem positiven Marktumfeld und der hohen Anlagenauslastung konnte CropEnergies erstmals in der Unternehmensgeschichte ein operatives Ergebnis von mehr als 100 Mio. € erzielen.

Bericht zur Geschäftstätigkeit

Entwicklung auf den internationalen Ethanolmärkten

Welt

Die weltweite Ethanolerzeugung stieg im Jahr 2019 auf rund 128 (127) Mio. m 3 an. Mit 109 (108) Mio. m 3 entfiel dabei weiterhin der Hauptanteil der Produktion auf Kraftstoffethanol. Bei einem weltweiten Ottokraftstoffverbrauch von rund 1,5 Mrd. m 3 entspricht dies einem Anteil von über 7 Vol.-%. Auch für das Jahr 2020 wird mit einem leichten Wachstum von etwa einem Prozent im Kraftstoffsektor gerechnet. Der Markt für Neutralalkohol für Getränke, Kosmetik, Pharmazie und weitere industrielle Anwendungen soll 2020 weiterhin ein Volumen von rund 19 (19) Mio. m 3 aufweisen.

USA

In den USA belief sich die Ethanolproduktion im Jahr 2019 auf 61,3 (62,4) Mio. m 3 und liegt damit erstmals seit 2012 wieder unter Vorjahr. Bei einem leicht erhöhten Inlandsverbrauch von 56,5 (56,0) Mio. m 3 reduzierten sich die Exporte auf 6,4 (7,3) Mio. m 3 und die Lagerbestände auf 3,5 (3,8) Mio. m 3 . Der Anstieg der Inlandsnachfrage ist auch auf die Entscheidung der US-Umweltbehörde Ende Mai 2019 zurückzuführen, den ganzjährigen Vertrieb von E15, d. h. Ottokraftstoff mit einem Ethanolanteil von 15 Vol.-%, zuzulassen. Der 1-Monats-Future für Ethanol an der Chicago Board of Trade stieg zunächst von 1,34 US-$/Gallone Anfang März auf 1,61 US-$/Gallone Mitte Juni 2019 oder umgerechnet von rund 310 €/m 3 auf 380 €/m 3 an. Im Anschluss entwickelte sich die Notierung jedoch wieder rückläufig und unterschritt Mitte August 2019 die Marke von 1,30 US-$/Gallone oder umgerechnet 300 €/m 3 . Grund für den rapiden Preisverfall war unter anderem der nach wie vor hohe Angebotsüberhang im Inland sowie Handelsbeschränkungen, insbesondere für Exporte in die VR China. Nachdem sich der 1-Monats-Future zwischenzeitlich leicht erholt hatte, fiel er Ende Februar wieder auf rund 300 €/m 3 . Für 2020 wird mit einem massiven Produktionsrückgang auf 52,8 Mio. m 3 gerechnet. Der Verbrauch soll ebenfalls deutlich zurückgehen und bei nur noch 47,8 Mio. m 3 liegen.

Internationale Ethanolpreise (€/m 3)

Brasilien

In Brasilien stieg die Ethanolproduktion im Zuckerwirtschaftsjahr 2019/20 weiter an und erreichte mit voraussichtlich 35,2 (33,1) Mio. m 3 ein neues Rekordniveau. Hierzu trug bei, dass aufgrund niedriger Zuckerpreise am Weltmarkt Zuckerrohr verstärkt zu Ethanol verarbeitet wurde. Gleichzeitig stieg der Inlandsverbrauch auf 34,9 (32,5) Mio. m 3 an. Infolge der weitgehend ausgeglichenen Versorgungsbilanz waren keine wesentlichen Nettoexporte zu verzeichnen. Die Ethanolpreise waren im Berichtszeitraum relativ stabil und stiegen von umgerechnet rund 445 €/m 3 Anfang März 2019 auf rund 460 €/m 3 Ende Februar 2020 an. Im Zuckerwirtschaftsjahr 2020/21 soll die Produktion wieder auf 32,4 Mio. m 3 sinken. Der Verbrauch soll bei 32,1 Mio. m 3 liegen und damit etwas niedriger als die Inlandsproduktion ausfallen.

EU

In der EU ohne das Vereinigte Königreich lag die Ethanolproduktion im Jahr 2019 mit 7,0 (6,9) Mio. m 3 nur leicht über dem Vorjahr. Da gleichzeitig der Ethanolverbrauch für alle Anwendungen auf 7,3 (7,0) Mio. m 3 anstieg, erhöhten sich die Nettoimporte auf 0,4 (0,2) Mio. m 3 . Auch beim Kraftstoffethanol übertraf der Verbrauch von 5,0 (4,7) Mio. m 3 die Produktionsmenge von 4,8 (4,8) Mio. m 3 .

Der steigende Verbrauch klimaschonenden Ethanols folgt dem Nachfrageanstieg nach Benzinsorten mit einem höheren Anteil nachhaltiger Kraftstoffkomponenten. So komplettierte zum 1. Oktober 2019 die Einführung von Super E10 in den Niederlanden dessen Verbreitung im Benelux-Raum. Auch in Frankreich ist der Super E10-Marktanteil im Jahresverlauf weiter angestiegen und erreichte gegen Jahresende rund 50 %. Gleichzeitig entwickelte sich in Frankreich auch der Absatz von E85 sehr dynamisch. Er stieg 2019 um 84 % auf 335.000 m 3 an. Die Verbreitung der klimaschonenden Benzinsorte Super E10 setzte sich in Europa mit deren Einführung zum 1. Januar 2020 in Dänemark, Ungarn und der Slowakei fort.

Im Zuge der Nachfrageentwicklung stiegen die europäischen Ethanolpreise von rund 555 €/m 3 Anfang März 2019 auf 640 €/m 3 Ende Februar 2020. Die Spotpreise überschritten dabei erstmals seit 2012 zeitweise wieder die Marke von 700 €/m 3 .

Für das Jahr 2020 wird in der EU eine rückläufige Nachfrage von 7,1 (7,3) Mio. m 3 Ethanol erwartet. Die Ethanolproduktion soll sich auf 6,7 Mio. m 3 belaufen und damit ebenfalls zurückgehen. Obwohl in zahlreichen Staaten die Beimischungsziele für alternative, CO2-arme Kraftstoffe angehoben wurden, soll sich die Nachfrage nach Kraftstoffethanol auf 4,4 (5,0) Mio. m 3 reduzieren. Das ist eine direkte Folge von Mobilitätsbeschränkungen, die mit der Eindämmung der SARS-CoV-2-Pandemie einhergehen. Im Gegensatz hierzu wird deutlich mehr Ethanol als Grundstoff für die Herstellung von Desinfektionsmittel benötigt.

In Deutschland, dem größten Ethanolmarkt der EU, bewegte sich der Verbrauch von Kraftstoffethanol im Jahr 2019 mit 1,5 (1,5) Mio. m 3 erneut auf Vorjahresniveau. Für 2020 wird mit einer Reduktion auf 1,3 Mio. m 3 gerechnet. Der Absatz von Super E10 stieg in 2019 auf 2,5 (2,3) Mio. t und erreichte einen Anteil von etwa 14 % am deutschen Ottokraftstoffmarkt.

EU27 Ethanolmarkt

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Mio. m3 2020 2019 2018 2017
Anfangs bestand 1,0 1,0 0,9 0,9
Erzeugung 6,7 7,0 6,9 6,6
Import 1,0 1,2 0,6 0,4
Verbrauch 7,1 7,3 7,0 6,7
Export 0,6 0,8 0,4 0,3
Endbestand 0,9 1,0 1,0 0,9

Quelle: F.O.Licht (2020)

Im Vereinigten Königreich lag die Ethanolproduktion in 2019 mit nur 0,5 (0,9) Mio. m 3 deutlich unter dem Vorjahr und auch unter dem Inlandsverbrauch von 1,1 (1,1) Mio. m 3 . Die Importe erhöhten sich infolgedessen auf 0,8 (0,6) Mio. m 3 .

Entwicklungen auf den Rohstoff- und Proteinmärkten

Getreidemärkte

Der Internationale Getreiderat (IGC) rechnet in seiner Schätzung vom 26. März 2020 für das Getreidewirtschaftsjahr 2019/20 mit einer weltweiten Getreideproduktion (ohne Reis) von 2.175 (2.139) Mio. t. Bei einem globalen Getreideverbrauch von 2.192 (2.163) Mio. t wird mit einem Rückgang der Lagerbestände auf 608 (625) Mio. t gerechnet. Im GWJ 2020/21 sollen Getreideproduktion und -verbrauch auf 2.223 Mio. t bzw. 2.226 Mio. t weiter ansteigen. Die weltweiten Getreidebestände sollen sich dementsprechend auf 605 Mio. t reduzieren.

Der EU-Kommission zufolge soll in der EU und dem Vereinigten Königreich 2019/20 mit rund 320 (290) Mio. t deutlich mehr Getreide geerntet werden als zuvor. Der Verbrauch soll hingegen mit 290 (288) Mio. t nur leicht ansteigen, wobei über 60 % des Getreides nach wie vor der Tierfütterung dienen. Für die Herstellung von Kraftstoffethanol wird hingegen nur der Stärkeanteil von rund 4 % der EU-Ernte verwendet. Die weiteren Bestandteile des Getreides werden in erster Linie zu proteinreichen Lebens- und Futtermitteln veredelt und leisten damit einen wichtigen Beitrag, um die europäische Versorgungslücke mit pflanzlichen Proteinen zu schließen und insbesondere Sojaimporte zu reduzieren.

Infolge des Getreideüberschusses fiel der 1-Monats-Future für Mahlweizen an der Euronext in Paris von rund 190 €/t Anfang März deutlich und unterschritt zeitweise sogar die Marke von 160 €/t. Im weiteren Jahresverlauf führten witterungsbedingte Aussaatschwierigkeiten durch starke Regenfälle in Westeuropa sowie eine hohe Exportnachfrage dazu, dass die Notierung ab Mitte September 2019 wieder deutlich anstieg und Ende Februar 2020 wieder bei rund 190 €/t lag.

Für das GWJ 2020/21 rechnet der IGC aufgrund von Verzögerungen bei der Aussaat mit einer leicht unter Vorjahr liegenden Getreideproduktion. Insbesondere wird mit einer geringeren Weizenernte gerechnet.

Internationale Agrarpreise (€/t)

Proteinmärkte

Bei der Herstellung von Ethanol aus Getreide wird nur der Stärkeanteil des Getreidekorns zu Alkohol umgewandelt. Alle anderen pflanzlichen Bestandteile veredelt CropEnergies unter anderem zu proteinreichen Lebens- und Futtermitteln, deren Preise vor allem vom Sojapreisniveau auf dem Weltmarkt und den europäischen Rapsschrot preisen beeinflusst werden.

Die weltweite Sojabohnenernte 2019/20 wird dem Internationalen Getreiderat (IGC) zufolge mit 341 (362) Mio. t niedriger ausfallen als die Rekordernte im vergangenen Jahr. Insbesondere in den USA ging die Aussaatfläche witterungsbedingt deutlich zurück. Bei einer steigenden Nachfrage von 358 (352) Mio. t sollen sich die Bestände auf 38 (55) Mio. t reduzieren. Während sich die Sojabohnenpreise im 1. Quartal 2019/20 noch rückläufig entwickelt haben und dabei auch erstmals seit Dezember 2008 wieder unter 8 US-$/Bushel * gefallen sind, war angesichts der Angebotsverknappung seit Mitte Mai 2019 eine Preiserholungstendenz zu beobachten. Zum Ende des Geschäftsjahrs notierten Sojabohnen bei rund 9,0 US-$/Bushel. Einem deutlicheren Preisanstieg standen insbesondere gute Ernteaussichten in Brasilien entgegen. Einer bereits niedrigen EU-Rapsernte im Vorjahr folgte im Wirtschaftsjahr 2019/20 eine historisch niedrige Ernte von nur noch 17 (20) Mio. t. Dennoch gingen die Preise für Rapsschrot, u. a. aufgrund der geringen Sojapreise, zunächst zurück und erreichten im September 2019 einen Tiefstand von rund 175 €/t. Im weiteren Verlauf des Geschäftsjahrs stiegen die Rapsschrotpreise angesichts des abnehmenden Angebots ebenfalls wieder an und lagen Ende Februar 2020 bei rund 225 €/t.

* Ein Bushel Sojabohnen entspricht 27,216 kg Sojabohnen.

Entwicklungen im politischen Umfeld

Europäische Klimaschutzpolitik 2030

Die EU hat sich zum Ziel gesetzt, die Summe aller Treibhausgas-(THG-)Emissionen bis 2030 um mindestens 40 % gegenüber 1990 zu senken. Hierfür sollen die dem EU-weiten Emissionshandelssystem ("EU-ETS") zugehörigen Unternehmen ihre Emissionen bis 2030 um 43 % (gegenüber 2005) senken. Das THG-Minderungsziel für die nicht dem EU-ETS zugehörigen Wirtschaftszweige liegt wiederum bei 30 % (gegenüber 2005). Zu diesem sogenannten "Nicht-ETS-Bereich" gehört neben Gebäuden, Landwirtschaft, Abfallwirtschaft und mittelständischen Industrie anlagen insbesondere der Verkehr.

Aufgrund regionaler Unterschiede wurde das Nicht-ETS-Ziel in nationale Minderungsziele aufgeteilt. Gemäß der sogenannten Lastenteilungsverordnung ("effort sharing regulation") muss Deutschland die THG-Emissionen des Nicht-ETS-Bereichs in jährlichen Schritten bis 2030 um 38 % senken. Zur Zielerreichung sind auf nationaler Ebene wirksame Maßnahmen zur Begrenzung der Emissionen notwendig. Verfehlt ein Mitgliedsstaat das jeweilige Jahresziel, so muss er von anderen Mitgliedsstaaten in entsprechender Höhe Emissionsrechte erwerben.

"Erneuerbare-Energien-Richtlinie"

Zur Erreichung der Klimaschutzziele soll neben der Reduzierung des Energieverbrauchs insbesondere eine zunehmende Nutzung erneuerbarer Energieträger beitragen. Die "Erneuerbare-Energien-Richtlinie" sieht dabei vor, dass deren Anteil im Jahr 2020 mindestens 20 % betragen soll. Im Transportsektor soll der Anteil an erneuerbaren Energien im Jahr 2020 auf 10 % steigen. Davon können bis zu 7 Prozentpunkte auf erneuerbare Kraftstoffe aus Ackerpflanzen entfallen. Dies setzt die Einhaltung strenger Nachhaltigkeitskriterien, wie z. B. den Nachweis der über die gesamte Wertschöpfungskette (Lebenszyklusanalyse) erzielten THG-Einsparungen im Vergleich zu fossilen Kraftstoffen sowie die lückenlose Dokumentation der Herkunft der verwendeten Rohstoffe voraus.

Für die Zeit bis 2030 sieht die "Erneuerbare-Energien-Richtlinie" vor, den Anteil an erneuerbarer Energie insgesamt auf mindestens 32 % weiter zu steigern. Im Transportsektor ist ein Anstieg auf 14 % vorgesehen. Der Beitrag erneuerbarer Kraftstoffe aus Ackerpflanzen soll sich bis zu einem Prozentpunkt über dem im Jahr 2020 erreichten Anteil bewegen können, sofern 7 % nicht überschritten werden. Der Anteil von Kraftstoffen aus Abfällen und Reststoffen soll von 0,2 % im Jahr 2022 auf mindestens 3,5 % im Jahr 2030 steigen. Solche Kraftstoffe, wie auch erneuerbarer Strom im Straßenverkehr, werden mehrfach auf das Transportziel angerechnet.

Die Vorgaben bis 2030 sind bis Mitte 2021 in nationalem Recht zu verankern. Eine sachgerechte Umsetzung stellt sicher, dass nachhaltig hergestellte, erneuerbare Kraftstoffe weiterhin zum Klimaschutz auf Europas Straßen beitragen können.

"Kraftstoffqualitätsrichtlinie"

Zur Erreichung der Klima- und Energieziele im Verkehr ist eine flächendeckende Nutzung von Super E10 notwendig. Es ist daher zu begrüßen, dass sich die Verfügbarkeit von Super E10 in der EU zuletzt deutlich erhöht hat. Die Einführung von Super E10 in den EU-Mitgliedsstaaten erfolgt dabei auf Basis der "Kraftstoffqualitätsrichtlinie". Deren aktuelle Fassung sieht einen maximalen Ethanolanteil im Benzin von 10 Vol.-% vor. Die "Kraftstoffqualitätsrichtlinie" gibt darüber hinaus vor, dass die mit dem Kraftstoffverbrauch verbundenen THG-Emissionen ab 2020 um 6 Gew.- % gegenüber dem Basiswert von 94,1 g CO2Äq./MJ gesenkt werden müssen. Bezogen auf einen Liter Benzin entspricht dies THG-Emissionen von rund 3 kg CO2Äq. Im Vergleich hierzu senkt nachhaltig erzeugtes Ethanol aus europäischen Rohstoffen die THG-Emissionen im Schnitt um mehr als 70 Gew.- %. Ottokraftstoffe mit höheren Ethanolanteilen (z. B. 20 Vol.-%) können die verkehrsbedingten THG-Emissionen weiter senken. Darüber hinaus verbessern sich mit der zusätzlichen Ethanolbeimischung aufgrund des höheren Sauerstoffgehalts und der höheren Oktanzahl Wirkungsgrad und Verbrennungseigenschaften. CropEnergies setzt sich daher für eine Novellierung der "Kraftstoffqualitätsrichtlinie" ein, um die Nutzung von Ottokraftstoffen mit höheren Ethanolanteilen (z. B. E20) zu ermöglichen.

Deutschland

Deutschland hat sich gegenüber der EU verpflichtet, die THG-Emissionen im Nicht-ETS-Bereich bis 2030 um 38 % zu senken. Unter anderem zur Umsetzung dieses Ziels hat der deutsche Gesetzgeber im November 2019 das Bundes-Klimaschutzgesetz (KSG) und das Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG) verabschiedet. Mit dem KSG werden erstmals verbindliche Klimaschutzziele gesetzlich verankert und jährliche Emissionsobergrenzen für einzelne Wirtschaftsbereiche definiert. Im Verkehr sinkt diese Obergrenze schrittweise von 150 Mio. t CO2Äq. im Jahr 2020 auf 95 Mio. t CO2Äq. im Jahr 2030. Im Jahr 2019 lagen die verkehrsbedingten Emissionen noch bei über 160 Mio. t CO2Äq..

Das BEHG schafft ergänzend dazu die Grundlagen für einen Zertifikatehandel für fossile THG-Emissionen im Transport- und Wärmebereich. Bund und Länder haben sich am 18. Dezember 2019 darauf geeinigt, dass die Zertifikate in der Einführungsphase zu einem Festpreis verkauft werden, der von 25 €/t CO2 im Jahr 2021 schrittweise auf 55 €/t CO2 im Jahr 2025 ansteigt. Ab 2026 sollen die CO2 -Zertifikate innerhalb eines Preiskorridors von zunächst 55 bis 65 €/t CO2 versteigert werden. Die Bedeutung nachhaltig erzeugter, alternativer Kraftstoffe zur Senkung der THG-Emissionen wurde mit einem Emissionsfaktor von null berücksichtigt.

Neben den zuvor genannten Maßnahmen ist die Mineralölindustrie verpflichtet, die mit der Nutzung von Kraftstoffen verbundenen THG-Emissionen über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg zu senken. Dieses Treibhausgasminderungsziel für Kraftstoffe wurde 2020 von 4,0 auf 6,0 Gew.- % angehoben. Das in Deutschland eingesetzte Kraftstoffethanol wies 2018 lediglich Treibhausgasemissionen von 12,7 g CO2Äq./MJ auf. Dies entspricht - über die gesamte Wertschöpfungskette von der Rohstofferzeugung bis zur Nutzung im Fahrzeug - einer THG-Einsparung von 87 %. Nach deutschem Recht können erneuerbare Kraftstoffe aus Ackerpflanzen bis zu einem Anteil von 6,5 % genutzt werden. Der Anteil von erneuerbaren Kraftstoffen aus Abfällen und Reststoffen soll von 0,05 % im Jahr 2020 auf 0,5 % ab dem Jahr 2025 steigen.

Belgien

In Belgien wurde 2018 die gesetzliche Grundlage geschaffen, das Beimischungsziel für erneuerbare Kraftstoffe zum 1. Januar 2020 auf 8,5 % anzuheben. Inzwischen wurde eine abermalige Erhöhung auf rund 9,6 % beschlossen. Die Neuregelung trat zum 1. April 2020 in Kraft. Damit alle Kraftstoffarten zur Erreichung des Ziels beitragen, liegt der Mindestanteil an erneuerbaren Energien in Otto- und Dieselkraftstoffen bei jeweils 6,5 %. Des Weiteren können erneuerbare Kraftstoffe aus Abfällen und Reststoffen bis zu einem Anteil von 0,6 % doppelt auf das Gesamtziel angerechnet werden.

Großbritannien

In Großbritannien wurde der Mindestanteil für erneuerbare Energien in Kraftstoffen zum 1. Januar 2020 auf 9,75 Vol.-% angehoben. Bis 2032 soll deren Anteil auf 12,4 Vol.-% steigen. Neben erneuerbaren Kraftstoffen aus Ackerpflanzen, die zunächst bis 2020 bis zu 4 Vol.-% und danach sukzessive abnehmend ab 2032 bis zu 2 Vol.-% zur Zielerreichung beitragen dürfen, soll die Nutzung von Abfällen und Reststoffen sowie erneuerbarer Kraftstoffe für bestimmte Anwendungen (z. B. Luftverkehr) ausgebaut werden.

Frankreich

In Frankreich wurde die Beimischungsverpflichtung für Ottokraftstoffe von 7,9 % im Jahr 2019 und auf 8,2 % im Jahr 2020 angehoben. Erneuerbare Kraftstoffe aus Ackerpflanzen können hierzu jeweils bis zu 7 % beitragen. Die verbleibende Lücke soll durch Kraftstoffe aus zucker- oder stärkehaltigen Verarbeitungsrückständen bzw. durch erneuerbare Kraftstoffe aus Abfällen und Reststoffen abgedeckt werden. Der Anteil an erneuerbaren Energien im Transportsektor soll bis 2030 auf 15 % steigen.

Produktion der CropEnergies-Gruppe

In den modernen Bioraffinerien in Belgien, Deutschland, Frankreich und Großbritannien erzeugt CropEnergies eine breite Produktpalette, die neben nachhaltig erzeugtem Kraftstoffethanol auch Neutralalkohol, proteinreiche Lebens- und Futtermittel sowie verflüssigtes CO2 umfasst. Im Geschäftsjahr 2019/20 lag die Ethanolerzeugung mit 1.002 (967) Tsd. m 3 über dem Vorjahresniveau. Die Auslastung der Produktionskapazität wurde im Verlauf des Geschäftsjahrs entsprechend der Marktbedingungen und zur Durchführung regelmäßiger Wartungsarbeiten gesteuert. Mit der Steigerung der Ethanolproduktion erhöhte sich auch die Produktion von getrockneten Lebens- und Futtermitteln geringfügig auf 580 (574) Tsd. t.

Der Produktionsanstieg ist in erster Linie auf den durchgehenden Betrieb der Anlage in Wilton zurückzuführen. In Zeitz und Wanze blieben dagegen die Produktionsmengen aufgrund laufender Investitionstätigkeiten bzw. Wartungsarbeiten leicht unter dem Vorjahresniveau.

Auch die Produktionskapazitäten von Neutralalkohol an den Standorten in Zeitz und Loon-Plage wurden entsprechend den Marktbedingungen auf hohem Niveau ausgelastet. In Loon-Plage wurde zudem die Produktion von Kraftstoffethanol im Zuge der dynamischen Entwicklung des französischen Kraftstoffethanolmarkts ausgeweitet.

Unverändert werden in Zeitz, Wanze und Wilton ausschließlich Rohstoffe europäischer Herkunft verarbeitet. CropEnergies legt großen Wert auf eine möglichst nachhaltige, standortnahe Rohstoffbeschaffung. Mit der Zertifizierung nach mindestens einem von der EU-Kommission anerkannten Zertifizierungssystem wird in allen Bioraffinerien von CropEnergies die nachhaltige Herstellung von Ethanol lückenlos dokumentiert und die hohe Treibhausgaseinsparung des hergestellten Ethanols gegenüber fossilem Benzin von unabhängiger Stelle auditiert.

Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage

Ertragslage

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Tsd. € 2019/20 2018/19
Umsatzerlöse 899.175 778.612
EBITDA * 146.139 72.051
EBITDA-Marge in % 16,3 % 9,3 %
Abschreibungen * -42.246 -39.268
Operatives Ergebnis 103.893 32.783
Operative Marge in % 11,6 % 4,2 %
Restrukturierung und Sondereinflüsse 0 10.115
Ergebnis aus at Equity einbezogenen Unternehmen 197 189
Ergebnis der Betriebstätigkeit 104.090 43.087
Finanzergebnis -3.345 -539
Ergebnis vor Ertragsteuern 100.745 42.548
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -26.194 -21.285
Jahresüberschuss 74.551 21.263
Verwässertes und unverwässertes Ergebnis je Aktie € 0,85 0,24

* Soweit nicht auf Restrukturierung und Sondereinflüsse entfallend

Konzernumsatz

Mit 899 (779) Mio. € erzielte CropEnergies im Geschäftsjahr 2019/20 den höchsten Umsatz der Unternehmensgeschichte. Dies gelang insbesondere aufgrund gestiegener Ethanolerlöse, die gleichzeitig von einer geringeren Volatilität geprägt waren als in den zurückliegenden Jahren. Im letzten Quartal erreichten sie das höchste Niveau des Geschäftsjahrs.

Der Umsatzanstieg im Vergleich zum Vorjahr wurde darüber hinaus durch die Ausweitung des Produktions- und Absatzvolumens begünstigt. Nach Beendigung der Produktionspause am Standort Wilton zu Beginn des Geschäftsjahrs wurde die Anlage zur Versorgung des lokalen Bedarfs betrieben.

Weitere Details zur Umsatzentwicklung sind im Kapitel "Bericht zur Geschäftstätigkeit" beschrieben.

EBITDA

Die beschriebenen Preis- und Mengeneffekte des Absatzes spiegeln sich entsprechend positiv in den Ertragszahlen wider. Hierbei führten insbesondere die höheren Erlöse für nachhaltig erzeugtes Ethanol zu einer deutlichen Verbesserung der Rohmarge. Bei leicht erhöhten Rohstoffkosten reduzierte sich die Materialaufwandsquote auf 73,2 (78,9) % der Gesamtleistung. In der Folge verdoppelte sich das um Sondereinflüsse bereinigte EBITDA auf 146,1 (72,1) Mio. € und erreicht somit das höchste Niveau der Unternehmensgeschichte.

Operatives Ergebnis / Restrukturierung und Sondereinflüsse

Unter Berücksichtigung der durch die erstmalige Anwendung von IFRS 16 auf 42,2 (39,3) Mio. € gestiegenen Abschreibungen führte die markante Steigerung des EBITDA auch zu einer Verdreifachung des operativen Ergebnisses auf 103,9 (32,8) Mio. €. Es errechnet sich eine operative Marge von 11,6 (4,2) %. Während im Vorjahr ein positives Ergebnis aus Restrukturierung und Sondereinflüssen von 10,1 Mio. € verbucht wurde, waren im Berichtszeitraum keine zu berücksichtigenden Sondereinflüsse zu verzeichnen.

Ergebnis der Betriebstätigkeit

In der Summe aus operativem Ergebnis, dem Ergebnis aus at Equity einbezogenen Unternehmen sowie Sondereinflüssen errechnet sich ein Ergebnis der Betriebstätigkeit von 104,1 (43,1) Mio. €.

Finanzergebnis

Währungseffekte führten zu einem auf -3,3 (-0,5) Mio. € verringerten Finanzergebnis.

Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Das Ergebnis vor Ertragsteuern stieg auf 100,7 (42,5) Mio. €. Für Steuern vom Einkommen und vom Ertrag wurde im Geschäftsjahr ein Aufwand von 26,2 (21,3) Mio. € verbucht. Hierbei entfielen 27,8 (23,6) Mio. € auf laufende Steueraufwendungen.

Jahresüberschuss

Der Konzern-Jahresüberschuss erreichte mit 74,6 (21,3) Mio. € ebenfalls eine Rekordhöhe.

Ergebnis je Aktie

Auf Basis von unverändert 87,25 Mio. Stückaktien ermittelt sich ein Ergebnis je Aktie von 0,85 (0,24) €.

Finanzlage

Finanzierungsrechnung

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Tsd. € 2019/20 2018/19
Cashflow 120.196 59.094
Veränderung Nettoumlaufvermögen 4.950 -24.653
Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit 125.146 34.441
Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte -29.884 -13.222
Einzahlungen aus dem Abgang von langfristigen Vermögenswerten 124 62
Auszahlungen in kurzfristige Finanzmittelanlagen -14.992 0
Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit -44.752 -13.160
Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit -71.228 -55.813
Veränderung der flüssigen Mittel aufgrund von Wechselkursänderungen 1.380 471
Zunahme (+) / Abnahme (-) der flüssigen Mittel 10.546 -34.061

Durch den Anstieg des EBITDA auf 146,1 (72,1) Mio. € erhöhte sich nach Steuern der Cashflow auf 120,2 (59,1) Mio. €. Einschließlich der Veränderung des Nettoumlaufvermögens belief sich der Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit auf 125,1 (34,4) Mio. €.

Der Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit erhöhte sich auf 44,8 (13,2) Mio. €. Davon entfielen 29,8 (13,1) Mio. € auf Sachanlagen. Die Investitionen dienten insbesondere dem Ausbau und der Verbesserung der Produktionsanlagen. Des Weiteren wurden kurzfristige Anlagen in festverzinsliche Wertpapiere von insgesamt 15,0 (0) Mio. € getätigt.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr erhöhten sich die kurzfristigen Finanzforderungen um 54,5 (34,0) Mio. €. Des Weiteren erfolgte im Juli 2019 eine Dividendenausschüttung in Höhe von 13,1 (21,8) Mio. €. Nach der Tilgung der Leasingverbindlichkeiten von 3,6 (0) Mio. € ergab sich per Saldo ein Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit von 71,2 (55,8) Mio. €.

Investitionen

Die Investitionen in Sachanlagen erhöhten sich im Geschäftsjahr 2019/20 auf 29,8 (13,1) Mio. €. Davon entfielen 21,2 Mio. € auf CropEnergies Bioethanol GmbH, 6,7 Mio. € auf BioWanze SA, 1,2 Mio. € auf Ensus UK Ltd. und 0,5 Mio. € auf Ryssen Alcools SAS. Des Weiteren wurden 0,1 (0,1) Mio. € in immaterielle Vermögenswerte investiert.

Vermögenslage

Die Bilanzsumme stieg auf 669,6 (585,7) Mio. €. Das Eigenkapital erhöhte sich insbesondere ergebnisbedingt auf 502,9 (448,7) Mio. €. Die Eigenkapitalquote erreichte 75 (77) %.

Aktiva

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Tsd. € 29.02.2020 28.02.2019
Langfristige Vermögenswerte 384.656 382.670
Kurzfristige Vermögenswerte 284.972 203.078
Bilanzsumme 669.628 585.748

PASSIVA

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Tsd. € 29.02.2020 28.02.2019
Eigenkapital 502.881 448.711
Langfristige Schulden 65.494 48.495
Kurzfristige Schulden 101.253 88.542
Bilanzsumme 669.628 585.748
Nettofinanzguthaben 107.309 36.813
Verhältnis Nettofinanzschulden zum Cashflow n. a. n. a.
Eigenkapitalquote 75,1 % 76,6 %
Nettofinanzschulden in % des Eigenkapitals n. a. n. a.

Die langfristigen Vermögenswerte erhöhten sich zum 29. Februar 2020 um 2,0 Mio. € auf 384,7 Mio. €. Dabei blieb das Anlagevermögen infolge planmäßiger Abschreibungen - unter Berücksichtigung von Investitionen und erstmalig nach IFRS 16 zu bilanzierenden Nutzungsrechten - mit 377,6 Mio. € nahezu unverändert. Darin sind Geschäfts- und Firmenwerte in Höhe von 6,1 Mio. € enthalten. Die aktiven latenten Steuern erhöhten sich um 1,6 Mio. € auf 4,7 Mio. €. Des Weiteren stieg der Anteil an at Equity einbezogenen Unternehmen um 0,2 Mio. € auf 2,3 Mio. €. Das Eigenkapital und die langfristigen Schulden decken das Anlagevermögen zu 151 (132) %.

Gegenüber dem Vorjahresstichtag stiegen die kurzfristigen Vermögenswerte um 81,9 Mio. € auf 285,0 Mio. €. Dabei erhöhten sich die kurzfristigen Finanzforderungen um 54,5 Mio. € auf 88,5 Mio. €. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und die sonstigen Vermögenswerte stiegen um 14,6 Mio. € auf 94,6 Mio. €. Hierin sind auch die positiven Marktwerte aus derivativen Sicherungsinstrumenten in Höhe von 1,4 (0,5) Mio. € und Forderungen in Form zweckgebundener Guthaben für Sicherungsgeschäfte in Höhe von 15,6 (6,2) Mio. € enthalten. Der Bestand an Vorräten reduzierte sich um 12,2 Mio. € auf 66,6 Mio. €. Die flüssigen Mittel erhöhten sich um 10,5 Mio. € auf 13,4 Mio. €. Des Weiteren wurden 15,0 Mio. € in festverzinsliche Wertpapiere angelegt und die Steuererstattungsansprüche nahmen um 0,5 Mio. € auf 7,0 Mio. € ab.

Die langfristigen Schulden stiegen um 17,0 Mio. € auf 65,5 Mio. €. Darin enthalten sind Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen, die sich - auch aufgrund des deutlich niedrigeren Abzinsungssatzes - um 10,8 Mio. € auf 35,0 Mio. € erhöhten. Des Weiteren waren erstmalig langfristige Leasingverbindlichkeiten in Höhe von 6,3 Mio. € zu bilanzieren. Die passiven latenten Steuern verringerten sich um 2,8 Mio. € auf 18,8 Mio. € und die langfristigen Steuerschulden stiegen auf 1,9 (0) Mio. €. Die übrigen Rückstellungen erhöhten sich um 0,9 Mio. € auf 3,4 Mio. €. Die sonstigen Verbindlichkeiten in Höhe von 0,1 Mio. € wurden komplett zurückgeführt.

Die kurzfristigen Schulden erhöhten sich um 12,7 Mio. € auf 101,3 Mio. €. Dabei stiegen die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Verbindlichkeiten um 12,0 Mio. € auf 77,6 Mio. €. Hierin sind auch die negativen Marktwerte aus derivativen Sicherungsinstrumenten in Höhe von 8,8 (2,9) Mio. € enthalten. Die kurzfristigen Steuerverbindlichkeiten nahmen um 4,4 Mio. € auf 9,4 Mio. € ab. Des Weiteren waren erstmalig kurzfristige Leasingverbindlichkeiten in Höhe von 3,2 Mio. € zu bilanzieren und die übrigen Rückstellungen erhöhten sich um 1,9 Mio. € auf 11,0 Mio. €.

Die Nettofinanzposition weist per 29. Februar 2020 ein Nettofinanzguthaben in Höhe von 107,3 (36,8) Mio. € auf. Dieses setzt sich zusammen aus flüssigen Mitteln, kurzfristigen Anlagen in festverzinsliche Wertpapiere und kurzfristigen Finanzforderungen abzüglich der Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen.

Wertbeitrag, Kapitalstruktur und Dividende

Wertbeitrag

Die Rendite auf das eingesetzte Kapital (Return on Capital Employed - kurz ROCE) errechnet sich aus dem Verhältnis von operativem Ergebnis zu Capital Employed. Das Capital Employed umfasst das investierte Sachanlagevermögen zuzüglich erworbener Geschäfts- oder Firmenwerte sowie das Working Capital zum Bilanzstichtag.

Der ROCE hat sich im Geschäftsjahr 2019/20 im Wesentlichen durch das gestiegene operative Ergebnis deutlich auf 22,8 (7,1) % verbessert. Das Capital Employed reduzierte sich auf 456,1 (462,3) Mio. €. Es enthält das durch planmäßige Abschreibungen und Investitionen sowie erstmalig nach IFRS 16 zu bilanzierende Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen leicht erhöhte Anlagevermögen sowie das um 6,4 Mio. € verminderte Working Capital. Die Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte von 29,9 (13,2) Mio. € lagen unter den Abschreibungen von 42,2 (39,3) Mio. €.

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Tsd. € 2019/20 2018/19 2017/18 2016/17 2015/16
Operatives Ergebnis 103.893 32.783 71.660 97.562 86.695
Sachanlagen * 371.521 371.369 396.301 419.135 447.176
Goodwill 6.095 6.095 6.095 5.595 5.595
Working Capital 78.491 84.877 55.434 59.567 43.142
Capital Employed 456.107 462.341 457.830 484.297 495.913
Return on Capital Employed (ROCE) 22,8 % 7,1 % 15,7 % 20,1 % 17,5 %

* Einschließlich immaterieller Vermögenswerte

Kapitalstruktur

Die Steuerung der Kapitalstruktur erfolgt langfristig und orientiert sich an dynamischen sowie statischen Kennzahlen. Die wesentlichen Kenngrößen hierfür sind der Verschuldungsfaktor (Verhältnis von Nettofinanzschulden zu Cashflow), der Verschuldungsgrad (Nettofinanzschulden in % des Eigenkapitals) sowie die Eigenkapitalquote (Eigenkapital in % der Bilanzsumme).

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Tsd. € 2019/20 2018/19 2017/18 2016/17 2015/16
Verschuldungsfaktor
Nettofinanzguthaben (+)/-schulden (-) 107.309 36.813 36.874 -9.285 -65.678
Cashflow 120.196 59.094 89.609 107.168 87.265
Verhältnis Nettofinanzschulden zu Cashflow n. a. n. a. n. a. 0,1 0,8
Verschuldungsgrad
Nettofinanzguthaben (+)/-schulden (-) 107.309 36.813 36.874 -9.285 -65.678
Eigenkapital 502.881 448.711 445.678 425.777 367.215
Nettofinanzschulden in % des Eigenkapitals n. a. n. a. n. a. 2,2 % 17,9 %
Eigenkapitalquote
Eigenkapital 502.881 448.711 445.678 425.777 367.215
Bilanzsumme 669.628 585.748 592.293 597.920 591.476
Eigenkapitalquote in % 75,1 % 76,6 % 75,2 % 71,2 % 62,1 %

Die Kapitalstruktur ist weiterhin sehr solide und gekennzeichnet durch eine hohe Eigenkapitalquote von 75 (77) % und ein deutlich gestiegenes Nettofinanzguthaben.

Die CropEnergies AG ist im Juli 2019 einem syndizierten Kreditvertrag zwischen der Südzucker AG und einem Bankenkonsortium mit einem Teilbetrag von bis zu 100 Mio. € beigetreten. Die Laufzeit beträgt bis zu fünf Jahre mit Verlängerungsoptionen bis 2025 bzw. 2026. Zum 29. Februar 2020 bestand keine Inanspruchnahme.

Dividende

CropEnergies berücksichtigt bei der Dividendenpolitik die nachhaltige, operative Ergebnisentwicklung, den Cashflow, Risiken, weitere Wachstumsmöglichkeiten sowie die Verschuldung.

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Tsd. € 2019/20 2018/19 2017/18 2016/17 2015/16
Operatives Ergebnis 103.893 32.783 71.660 97.562 86.695
Jahresüberschuss 74.551 21.263 50.809 68.779 42.647
Cashflow 120.196 59.094 89.609 107.168 87.265
Ergebnis je Aktie (€/Aktie) 0,85 0,24 0,58 0,79 0,49
Dividende je Aktie (€/Aktie) 0,30 * 0,15 0,25 0,30 0,15
Gesamte Dividende je Aktie (€/Aktie) 0,30 * 0,15 0,25 0,30 0,15
Ausschüttungsquote 35,3 % 62,5 % 43,1 % 38,0 % 30,6 %

* Vorschlag

Vorschlag zur Gewinnverwendung

Der Konzern-Jahresüberschuss der CropEnergies-Gruppe (nach IFRS) beträgt 74,6 (21,3) Mio. €. Nach einer Einstellung von 27,9 Mio. € in die Gewinnrücklagen erreichte der für die Gewinnverwendung maßgebliche handelsrechtliche Bilanzgewinn der CropEnergies AG 27,9 Mio. €.

Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung am 14. Juli 2020 vor, aus dem Bilanzgewinn der CropEnergies AG 26,2 Mio. €, entsprechend einer Dividende von 0,30 € pro Aktie, auszuschütten und den verbleibenden Bilanzgewinn in Höhe von 1,8 Mio. € auf neue Rechnung vorzutragen.

Tatsächliche und prognostizierte Geschäftsentwicklung

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Prognose 2019/20 15.05.2019 Geschäftsbericht 2018/19 14.06.2019 Insiderinformation gemäß Art. 17 MAR 2019/20 14.08.2019 Insiderinformation gemäß Art. 17 MAR 2019/20 25.10.2019 Insiderinformation gemäß Art. 17 MAR 2019/20 16.12.2019 Insiderinformation gemäß Art. 17 MAR 2019/20 Ist 2019/20
Umsatz Mio. € 800 bis 900 820 bis 900 820 bis 860 840 bis 870 ca. 900 899
EBITDA Mio. € 60 bis 115 70 bis 115 90 bis 120 110 bis 135 ca. 145 146
Operatives Ergebnis Mio. € 20 bis 70 30 bis 70 50 bis 75 70 bis 90 ca. 100 104
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Prognose 2019/20 Ist 2018/19
Umsatz Mio. € 779
EBITDA Mio. € 72
Operatives Ergebnis Mio. € 33

In der vorstehenden Tabelle ist die tatsächliche Entwicklung im Geschäftsjahr 2019/20 den im Geschäftsbericht 2018/19 sowie in den Insiderinformationen gemäß Art. 17 MAR veröffentlichten Prognosen für das Geschäftsjahr 2019/20 gegenübergestellt. Das jeweils angegebene Datum betrifft den Veröffentlichungstermin.

Insiderinformationen gemäß Art. 17 MAR sind auf der CropEnergies-Website www.cropenergies.com unter der Rubrik "Investor Relations/Meldungen" veröffentlicht.

PROGNOSEBERICHT

Gesamtwirtschaftliche Lage und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Die EU-Kommission ist in ihrer Winterprognose davon ausgegangen, dass die EU-Wirtschaft auch im Kalenderjahr 2020 und damit im achten Jahr in Folge wachsen wird. Das Wirtschaftswachstum in der EU sollte sich dabei in den Jahren 2020 und 2021 auf jeweils 1,4 % belaufen und sich damit im Vergleich zu 1,5 % im Jahr 2019 geringfügig reduzieren. Hierbei wurde jedoch angenommen, dass sich die Ausbreitung des Coronavirus weitgehend auf die VR China begrenzt und im 1. Quartal 2020 ihren Höhepunkt überschreitet. Entsprechend gering wurden die Auswirkungen auf die europäische Wirtschaft eingeschätzt.

Nachdem sich die Ausbreitung des Coronavirus zu einer weltweiten Pandemie entwickelt hat, geht die EU-Kommission Mitte März 2020 davon aus, dass die EU-Wirtschaft im Jahr 2020 sehr wahrscheinlich in eine Rezession rutschen wird. Der Rückgang der Wirtschaftsleistung ist dabei auf mehrere Einflüsse zurückzuführen. Zusätzlich zu dem anfänglichen Schock aufgrund der Entwicklungen in der VR China ist dabei ein Produktionsrückgang aufgrund der angeordneten Einschränkungen des öffentlichen Lebens zu verzeichnen. Hinzu kommen gesunkene Konsumausgaben privater Haushalte und geringere Investitionen der Unternehmen. Des Weiteren werden Liquiditätsprobleme bei Unternehmen erwartet, die ebenfalls die gesamtwirtschaftliche Wirtschaftsleistung belasten werden.

Die EU-Kommission geht davon aus, dass die Coronavirus-Krise einen großen wirtschaftlichen Schaden in der EU verursachen wird. Szenarienberechnungen legen nahe, dass die Coronavirus-Krise das reale Bruttoinlandsprodukt der EU zusätzlich mit einem Rückgang von 2,5 % belasten wird. In Anbetracht der ursprünglichen Schätzung eines Wirtschaftswachstums von 1,4 % würde sich somit ein Rückgang der Wirtschaftsleistung von knapp über einen Prozent ergeben. Im Jahr 2021 rechnet die EU-Kommission zwar mit einer Erholung der EU-Wirtschaft, die jedoch nicht ausreichen dürfte, um den negativen wirtschaftlichen Effekt der Coronavirus-Krise im Jahr 2020 vollständig auszugleichen.

Ethanolmärkte

In der EU soll der Verbrauch von Kraftstoffethanol und Neutralalkohol 2020 auf 7,1 (7,3) Mio. m 3 zurückgehen. Die Nachfrage soll größtenteils durch die inländische Produktion von 6,7 Mio. m 3 gedeckt werden. Die Importe bleiben mit rund einer Million Kubikmeter voraussichtlich auf einem hohen Niveau. Viele EU-Mitgliedsstaaten schöpfen das Potenzial von nachhaltig hergestelltem Ethanol als eine CO2-arme, qualitativ hochwertige und kostengünstige Alternative zu fossilen Kraftstoffen und zur Verbesserung der Luftqualität weiterhin nicht vollständig aus. Zur Erreichung der Klima- und Energieziele im Verkehr ist eine flächendeckende Nutzung von E10 sowie eine zunehmende Nutzung von Kraftstoffen mit höheren Ethanolanteilen notwendig. Im Jahr 2019 und Anfang 2020 gewann die Nutzung von E10 mit der Einführung in zahlreichen EU-Staaten an Dynamik. Weitere Staaten können im weiteren Jahresverlauf 2020 durch höhere Beimischungsziele für alternative, CO2-arme Kraftstoffe in zahlreichen EU-Staaten sowie die EU-weite Vorgabe, die mit dem Kraftstoffverbrauch verbundenen THG-Emissionen um 6 Gew.-% zu reduzieren, hinzukommen.

Für das Geschäftsjahr 2020/21 rechnet CropEnergies mit Ethanolerlösen unter dem Vorjahresniveau. Diese Einschätzung beruht auf der Erwartung, dass die Ethanolnachfrage in der EU aufgrund der Mobilitätsbeschränkungen zur Eindämmung des Coronavirus deutlich geringer als im Vorjahr ausfallen wird. Höhere Beimischungsziele in den EU-Mitgliedsstaaten werden diesen Rückgang vermutlich nur teilweise kompensieren können. Hinzu kommt ein unverändert hoher Produktionsüberschuss in den USA, der zu verstärkten Exporten in die EU führen könnte.

Getreidemärkte

Der Internationale Getreiderat (IGC) rechnet mit einer Weltgetreideproduktion (ohne Reis) 2019/20 von 2.175 Mio. t. Durch den etwas stärker gestiegenen Verbrauch sollen die weltweiten Lagerbestände auf 608 (625) Mio. t sinken. Zwischenzeitlich war dennoch ein deutlicher Rückgang der Getreidepreise zu verzeichnen. Dies war vor allem auf eine sehr gute Weizenernte zurückzuführen. Aufgrund der insgesamt guten Versorgungslage und einem positiven Ausblick auf die Ernte 2020/21 wird weiterhin mit stabilen Getreidepreisen gerechnet. Nach der Märzschätzung des IGC soll die Getreideernte 2020/21 auf 2.223 Mio. t steigen.

Politische Rahmenbedingungen

Neben den Entwicklungen auf den Absatz- und Rohstoffmärkten sind der politische Wille und die entsprechenden Rahmenbedingungen für den Erfolg erneuerbarer Energien entscheidend. Erneuerbare Kraftstoffe tragen dazu bei, die THG-Emissionen im Transportsektor zu senken und damit die Klimaziele der EU für 2030 zu erfüllen. Bis 2030 sollen die THG-Emissionen im sogenannten "Nicht-ETS-Bereich", zu dem auch der Verkehr gehört, um 30 % sinken.

Zur Erreichung der Klimaziele sollen erneuerbare Energieträger anstelle von fossilen Energieträgern genutzt werden. Im Transportsektor der EU soll der erneuerbare Anteil bis 2030 auf 14 % ansteigen. Der Beitrag erneuerbarer Kraftstoffe aus Ackerpflanzen soll sich bis zu einem Prozentpunkt über dem im Jahr 2020 erreichten Niveau bewegen können, sofern 7 % nicht überschritten werden. Der Anteil von Kraftstoffen aus Abfällen und Reststoffen soll von 0,2 % im Jahr 2022 auf mindestens 3,5 % im Jahr 2030 steigen. Diese Kraftstoffe, wie auch erneuerbarer Strom im Straßenverkehr, werden mehrfach auf das Transportziel angerechnet.

Die Anschlussregelung bis 2030 bietet die Chance, dass nachhaltig hergestellte, erneuerbare Kraftstoffe auch nach 2020 zum Klimaschutz auf Europas Straßen beitragen können.

Konzernentwicklung

CropEnergies hat im Geschäftsjahr 2019/20 den höchsten Umsatz der Unternehmensgeschichte von 899 (779) Mio. € und ein operatives Rekordergebnis von 104 (33) Mio. € erzielt. Hauptgrund für die Ergebnissteigerung waren die im Vergleich zum Vorjahr deutlich höheren Erlöse für erneuerbares Ethanol, unter anderem aufgrund einer Belebung der Nachfrage nach CO2-armen Kraftstoffen, deren Beitrag zum Klimaschutz sich immer mehr europäische Staaten zur Erfüllung ihrer Klimaschutzziele zunutze machen.

Die Geschäftsentwicklung im laufenden Geschäftsjahr 2020/21 wird maßgeblich von der Preisentwicklung auf den europäischen Ethanolmärkten bestimmt. Obwohl Klimaschutz auch mittelfristig ein wichtiges umweltpolitisches Ziel bleiben wird, lasten die aufgrund der Corona-Pandemie europaweit seit Mitte März angeordneten Betriebs- und Mobilitätseinschränkungen zumindest kurzfristig auf Absatzvolumen und Preisen. Insbesondere die Geschäftsentwicklung im 1. Quartal (1. März bis 31. Mai) ist deutlich belastet, zumal sich Wartungsarbeiten im Werk Wanze, Belgien, Corona-bedingt verzögern. Für das 1. Quartal wird daher derzeit nur ein in etwa ausgeglichenes operatives Ergebnis erwartet. Im Verlauf des Geschäftsjahrs geht CropEnergies jedoch von einer Verbesserung aus. Im Vergleich zum vorangegangenen Rekordjahr wird für das laufende Geschäftsjahr ein deutlicher Rückgang bei Umsatz und operativem Ergebnis erwartet.

Die CropEnergies AG stellt sich aktuell in der Corona-Krise als größter europäischer Hersteller von Ethanol uneingeschränkt ihrer gesamtgesellschaftlichen Verantwortung. Neben der Erhöhung der Neutralalkoholproduktion stellt CropEnergies zahlreichen Kunden technischen Alkohol für die Herstellung von Desinfektionsmitteln zur Verfügung und leistet so einen wichtigen Beitrag zur Bekämpfung des Virus.

Inwieweit diese verstärkte Nutzung von Ethanol für Desinfektionsmittel den verringerten Absatz von Ethanol als klimaschonender Kraftstoff zumindest ausgleichen kann, ist aktuell noch nicht absehbar. Die Prognose wird daher entsprechend des Verlaufs der Corona-Pandemie konkretisiert.

Hausmannskost

REGIONALE VERSORGUNG

Regionale Lebens- und Futtermittel

Bei der Ethanolherstellung wird der stärkehaltige Anteil des Rohstoffs zu Ethanol vergoren. Aus dem proteinhaltigen Teil entstehen wertvolle Lebens- und Futtermittel. Mit jedem Liter Ethanol stellt CropEnergies 1 Kilogramm Gentechnik-freies Eiweißfuttermittel her. So werden alle Rohstoffe vollständig verwertet.

Dies ist auch dringend notwendig, denn: In Europa gibt es ein Proteindefizit.

70 %
der benötigten pflanzlichen Proteine zur Tierfütterung müssen importiert werden - meist in Form von Soja vom amerikanischen Kontinent. Das bedeutet: lange und umweltschädliche Transportwege.

Mit den produzierten Futtermitteln der europäischen Ethanolwirtschaft werden 5 Mio. Tonnen Soja-Importe pro Jahr ersetzt. Das entspricht einer Flächenfreisetzung von 1,8 Mio. Hektar in Nord- und Südamerika und die europäische Landwirtschaft ist gleichzeitig mit regionalen, hochwertigen Eiweißfuttermitteln versorgt.

RISIKO- UND CHANCENBERICHT

Risikomanagementsystem

CropEnergies zählt zu den größten und leistungsfähigsten Herstellern von erneuerbarem Ethanol in Europa. Darüber hinaus verfügt CropEnergies durch die vollständige Nutzung von Rohstoffen über ein attraktives Portfolio an hochwertigen Lebens- und Futtermitteln sowie Neutralalkohol. Dies reduziert die Abhängigkeit von den Entwicklungen auf den Kraftstoffethanol- und Rohstoffmärkten. Betriebliche Funktionen, externe Einflüsse sowie unternehmerisches Handeln zur Sicherung von Bestand, Wachstum und Erfolg einer Unternehmung unterliegen Chancen und Risiken. Um diese zu erkennen und aktiv zu steuern, hat CropEnergies ein konzernweites Risikomanagementsystem eingerichtet.

Das Chancen- und Risikomanagement umfasst die unternehmensinternen Regelungen zur Erfassung, Darstellung und Bewertung risikorelevanter Abläufe. Die Abläufe sind in das Risikomanagement der Südzucker-Gruppe eingebunden. Im Risikokonsolidierungskreis sind alle Konzerngesellschaften berücksichtigt.

Risiko- und Chancenpolitik

Für CropEnergies ist ein verantwortungsvoller Umgang mit unternehmerischen Chancen und Risiken ein wichtiger Bestandteil einer nachhaltigen, wertorientierten Unternehmensführung. Unter Risiko und Chancen versteht CropEnergies künftige Entwicklungen bzw. Ereignisse, die das Erreichen strategischer Ziele und operativer Planungen positiv bzw. negativ beeinflussen können. Die Abwägung von Risiken und die Nutzung von Chancen sichert das Unternehmen und dessen Wettbewerbsfähigkeit. Hierzu setzt CropEnergies ein integriertes System zur Früherkennung und Überwachung von konzernspezifischen Risiken ein. Gleichzeitig werden im Risikomanagementsystem auch sich bietende Chancen identifiziert und bewertet.

Die Risikokultur des Unternehmens ist gekennzeichnet durch risikobewusstes Verhalten, klare Verantwortlichkeiten, Unabhängigkeit im Risikocontrolling sowie die Implementierung interner Kontrollen. Soweit es möglich und wirtschaftlich sinnvoll ist, werden versicherbare Risiken durch ein konzernübergreifendes Versicherungsprogramm abgedeckt.

Die Einhaltung von geltendem Recht, Unternehmensrichtlinien und anerkannten regulatorischen Standards ist integraler Bestandteil der Unternehmenskultur und damit Aufgabe und Verpflichtung eines jeden Mitarbeiters. Zur Sicherstellung regelkonformen Verhaltens hat CropEnergies eine konzernweite Compliance-Richtlinie verabschiedet und schult Mitarbeiter entsprechend in regelmäßigen Abständen.

Risikofrüherkennungssystem

Der Vorstand trägt konzernweit die Verantwortung für das Risikomanagementsystem sowie für die Früherkennung und Gegensteuerung bestandsgefährdender und strategischer Risiken. Er hat einen Risikoausschuss eingerichtet, dem, neben dem Vorstand, Verantwortliche der Bereiche Einkauf, Vertrieb, Logistik, Produktion, Business Development, Public Relations, Finanzen, Accounting, Controlling und des Südzucker-Risikomanagements angehören. Der Risikoausschuss tagt in der Regel monatlich und bei Bedarf auch ad hoc. Beratungsgegenstand sind alle Risikoarten, wobei bezüglich der wesentlichen Risiken Rohstoffeinkauf, Verkauf, Handel und Finanzmarktrisiken standardisierte Szenarienrechnungen in Abhängigkeit der künftigen Markterwartung erstellt und die Auswirkungen auf das geplante operative Ergebnis ermittelt werden. Diese Risikoeinschätzung erfolgt monatlich für das aktuelle Geschäftsjahr. Die Ergebnisse des Risikoausschusses werden monatlich dokumentiert. Zusätzlich zur Regelberichterstattung besteht für ad hoc auftretende Risiken eine konzerninterne Berichterstattungspflicht an den Vorstand. Alle Mitarbeiter sind dazu angehalten, sich abzeichnende oder eingetretene Risiken unverzüglich an ihre direkten Vorgesetzten zu kommunizieren. Damit stellt CropEnergies sicher, dass Risiken unabhängig von existierenden Hierarchien auf allen Ebenen erfasst werden.

Der Wirtschaftsprüfer beurteilt regelmäßig die Funktionsfähigkeit des Risikofrüherkennungssystems.

Risikodokumentation

CropEnergies dokumentiert alle wesentlichen Unternehmensrisiken in einem internen Risikoregister. Jedem Risiko wird ein Risikoverantwortlicher zugewiesen, der für die Bewertung und Einschätzung des Risikos zuständig ist. Der Verantwortliche ergreift auf Grund eines im Risikoausschuss getroffenen Vorstandsbeschlusses bzw. in Absprache mit dem zuständigen Vorstand entsprechende Gegenmaßnahmen. Darüber hinaus trifft der Risikoverantwortliche eine Einschätzung zur Eintrittswahrscheinlichkeit des jeweiligen Risikos und dessen kurzfristigen finanziellen Auswirkungen auf das Ergebnis der Betriebstätigkeit. Das Risikoregister wird in regelmäßigen Abständen aktualisiert und sofern erforderlich um neu aufgetretene Risiken ergänzt.

Interne Revision

Die interne Revision der Südzucker-Gruppe prüft und bewertet die Wirtschaftlichkeit und Ordnungsmäßigkeit der Geschäftsabläufe bei CropEnergies. Darüber hinaus wacht sie über die Wirksamkeit der internen Kontrollsysteme und des Risikomanagementsystems.

Übersicht der kurzfristig wirksamen Risiken und Chancen

Nachfolgend werden die für CropEnergies wesentlichen kurzfristigen Risiken und Chancen beschrieben und deren Bedeutung unter Berücksichtigung der möglichen finanziellen Auswirkungen und Eintrittswahrscheinlichkeit auf das operative Ergebnis des Geschäftsjahrs 2020/21 dargestellt. Die Wirkung getroffener Gegenmaßnahmen wird dabei jeweils berücksichtigt. Die Bewertung der Risiken ergibt sich aus der Aggregation von Risiken mit Hilfe statistischer Methoden. Die für die entsprechenden Kategorien "gering", "mittel" und "hoch" verwendeten Werte sind der nachfolgenden Tabelle zu entnehmen.

Corona-Pandemie

Der Ausbruch des Coronavirus in China und seine fortschreitende weltweite Verbreitung haben - insbesondere auch in Europa - zu massiven Eingriffen in das öffentliche Leben mit deutlichen Auswirkungen auf Wirtschaft und Gesellschaft geführt. CropEnergies ist als Hersteller von Ethanol, das wesentlicher Bestandteil von Kraftstoffen und Desinfektionsmitteln ist, Teil der systemrelevanten Infrastruktur.

CropEnergies verfügt über verschiedene Produktionsstandorte in Europa, die potenziell alle von der Pandemie betroffen sein können.

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Bewertung in 2020 / 21
Übersicht der kurzfristigen Risiken und Chancen Risiken Chancen
Wirtschaftliches Umfeld
Veränderungen der rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen mittel mittel
Risiken und Chancen aus dem operativen Geschäft
Beschaffung hoch mittel
Absatz und Bonität hoch gering
Qualität und Umwelt gering gering
Informationstechnologie gering gering
Produktion hoch gering
Finanzen
Finanzwirtschaftliche Risiken und Chancen mittel gering
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Kategorie Mögliche finanzielle Auswirkung
gering < 1 Mio. €
mittel 1 - 10 Mio. €
hoch > 10 Mio. €

Durch die Pandemie kann sich der Krankenstand in Produktion und Verwaltung erhöhen. Maßnahmen zur Eindämmung der Verbreitung des Virus, wie bspw. häusliche Quarantäne, können zu weiteren Störungen im Betriebsablauf führen, denen nicht immer mit geeigneten Maßnahmen (Home-Office) begegnet werden kann. Auch die Einschränkung von Reisetätigkeiten stellt viele Bereiche vor besondere Herausforderungen. Am Standort Wanze, Belgien, kam es aufgrund in verschiedenen Ländern verhängter Ausgangssperren oder Grenzschließungen zur Verzögerung bei der Fertigstellung der Anfang März 2020 begonnenen, routinemäßigen Wartungsarbeiten und somit des Wiederanfahrens der Anlage. Staatliche Maßnahmen zur Begrenzung von Sozialkontakten wie auch ein Mangel an Schutzausrüstung können die Durchführung der Arbeiten erschweren.

Die Tragweite und Dauer der Pandemie und deren Einfluss auf die konjunkturelle Entwicklung können derzeit nicht abgeschätzt werden. Der Rückgang der Beschäftigung weltweit und die Furcht vor einer globalen Rezession führen zu einer geringeren Konsum- und Investitionsneigung, die - vermutlich nur vorübergehend - auch die Absatzmärkte von CropEnergies treffen kann. Die eingeschränkte Mobilität hat zu einem hohen Nachfragerückgang und somit auch zu gesunkenen Preisen bei Energie, fossilen Kraftstoffen und auch Ethanol geführt. Beim Benzinabsatz im März und April 2020 ist davon auszugehen, dass sich dieser in Deutschland und anderen EU-Mitgliedsstaaten um einen hohen zweistelligen Prozentsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum verringert. Sollten niedrige Preise für Kraftstoffethanol von längerer Dauer sein, könnte dies die Ertragslage der europäischen Ethanolhersteller deutlich belasten und ggf. auch zu Konsolidierungseffekten führen. Daraus könnten sich Chancen und Risiken für CropEnergies ergeben.

Gleichzeitig ist die Nachfrage nach Ethanol für technische Verwendungen aufgrund der hohen Nachfrage nach Desinfektionsmitteln gestiegen. Vor dem Hintergrund der Versorgungsengpässe für vergällten Neutralalkohol haben die deutschen Behörden, ebenso wie in Frankreich, Belgien und Österreich, unter der Voraussetzung bestimmter Qualitätsanforderungen auch unvergällten technischen Alkohol für die Nutzung in Desinfektionsmitteln freigegeben. Der von CropEnergies hergestellte technische Alkohol erfüllt diese Qualitätsanforderungen. Somit kann CropEnergies große Mengen an technischem Alkohol als Grundstoff zur Herstellung von Desinfektionsmitteln zur Verfügung stellen, die beispielsweise in Kliniken oder Arztpraxen dringend benötigt werden.

Sowohl durch politische Maßnahmen wie z. B. Grenzschließungen als auch durch eine geringere Verfügbarkeit von Transportmitteln kann es zu Beeinträchtigungen der Lieferketten bei der Beschaffungs- und Absatzlogistik kommen. In Kombination mit anderen Auswirkungen der Epidemie, insbesondere möglicher Krankheitsfälle in der Produktion, kann dies zur Reduktion der Kapazitätsauslastung bis hin zur Notwendigkeit einer vorübergehenden Einstellung der Produktion führen. CropEnergies begegnet diesem Risiko mit einem flexiblen Logistiknetzwerk und verschärften hygienischen Maßnahmen.

Derzeit sind die finanziellen Auswirkungen und die Dauer der Ausnahmesituation nicht absehbar. Entsprechend können mögliche finanzielle Auswirkungen noch nicht verlässlich quantifiziert werden.

Wirtschaftliches Umfeld

Veränderungen der rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen

Regulatorische Entwicklungen können den Fortgang der Geschäftstätigkeit positiv und negativ beeinflussen. Wie im Abschnitt "Entwicklungen im politischen Umfeld" des Lageberichts dargestellt, unterliegt die Geschäftstätigkeit von CropEnergies sowohl auf nationaler als auch europäischer Ebene vielfältigen regulatorischen und politischen Rahmenbedingungen. Zusätzlich können sich die Rahmenbedingungen insbesondere in den USA und Brasilien, wo sich die weltweit größten Ethanolmärkte befinden, auf die internationalen Handelsströme und damit mittelbar auf die Geschäftstätigkeit von CropEnergies auswirken.

Auch Änderungen in den Außenhandelsbeziehungen zu Drittstaaten, von in einigen EU-Ländern bestehenden gesetzlichen Fördersystemen für erneuerbare Energien sowie von Zollsätzen können zu Chancen oder Risiken führen.

CropEnergies begegnet den regulatorischen Risiken durch die Mitarbeit in verschiedenen Branchenverbänden, welche die Interessen der Ethanolwirtschaft auf nationaler und europäischer Ebene vertreten und kontinuierlich in Kontakt mit den politischen Entscheidungsträgern stehen.

Der Austritt des Vereinigten Königsreichs aus der Europäischen Union (Brexit) kann Risiken für die Geschäftstätigkeit von CropEnergies mit sich bringen, die derzeit schwer abschätzbar sind. Innerhalb der Übergangsfrist bis zum 31. Dezember 2020 wird es aus zollrechtlicher Sicht keine Änderungen geben. Danach können Änderungen der handelsrechtlichen Rahmenbedingungen Chancen sowie Risiken mit sich bringen.

Aus Veränderungen der politischen Rahmenbedingungen können auch Chancen entstehen. So setzt sich die Verbreitung der klimaschonenden Benzinsorte Super E10 in Europa 2020 mit deren Einführung in Dänemark, Ungarn und der Slowakei fort. In Anbetracht dessen, dass in zahlreichen Staaten die Beimischungsziele für alternative, CO2-arme Kraftstoffe angehoben wurden, wird in den kommenden Jahren mit einem weiteren Anstieg der Nachfrage nach Kraftstoffethanol gerechnet. Zwischenzeitliche Nachfrageverwerfungen aufgrund der Corona-Pandemie können für das Jahr 2020 aber nicht ausgeschlossen werden.

Risiken und Chancen aus dem operativen Geschäft

Beschaffung

Zur Herstellung von Ethanol werden vor allem kohlenhydrathaltige Rohstoffe benötigt. Die Verfügbarkeit solcher Rohstoffe unterliegt Schwankungen der Ernteerträge, die aufgrund von extremen Witterungsereignissen in ihrer Häufigkeit und Intensität zunehmen können. Preisschwankungen an den Weltagrar- und Devisenmärkten wirken sich direkt auf die Rohstoffkosten von CropEnergies aus.

Das Rohstoffpreisrisiko der Ethanolerzeugung reduziert CropEnergies teilweise durch die Verkaufserlöse der im Produktionsprozess anfallenden Lebens- und Futtermittel. Da Veränderungen beim Getreidepreis in der Regel mit einer gleichgerichteten Änderung der Preise für die hochwertigen Lebens- und Futtermittel einhergehen, können Preisschwankungen beim Rohstoffeinkauf teilweise durch die Verkaufserlöse dieser Produkte kompensiert werden ("natural hedge"). Zur Risikoeinschätzung nimmt CropEnergies daher eine saldierte Betrachtung von Rohstoffkosten und Erlösen für die hochwertigen Lebens- und Futtermittel vor (Steuerung nach Nettorohstoffkosten). Darüber hinaus können die Auswirkungen eines möglichen Anstiegs der Getreidepreise auf die Rohstoffkosten durch eine vorausschauende Einkaufspolitik sowie den Einsatz derivativer Instrumente reduziert werden. Der Einsatz dieser Sicherungsinstrumente erfolgt innerhalb festgelegter Limits und Regeln und unterliegt einem umfangreichen Kontrollprozess. Verbleibende Risiken aus Rohstoffpreissteigerungen werden durch den Abschluss längerfristiger Lieferverträge sowie den Einsatz alternativer Rohstoffe reduziert. Abhängig von der Marktpreislage verbleibt jedoch das Risiko, dass kostendeckende Sicherungsgeschäfte nicht abschließbar sind oder Preissteigerungen für Rohstoffe nicht an die Abnehmer von Ethanol weitergegeben werden können.

Die EU knüpft die Förderung von Kraftstoffen aus Biomasse an die Einhaltung bestimmter Nachhaltigkeitsanforderungen. Das von CropEnergies nachhaltig erzeugte Ethanol erfüllt diese Anforderungen. Dies setzt voraus, dass auch die Verfügbarkeit nachhaltig angebauter Rohstoffe gegeben ist.

Auch für den Einkauf von Energie und CO2-Zertifikaten, soweit deren kostenlose Zuteilungen den Bedarf nicht abdecken, unterliegt CropEnergies dem Risiko von Marktpreisschwankungen. Diesem Risiko wird mit der Nutzung unterschiedlicher Energieträger, durch den Abschluss längerfristiger Lieferverträge, durch den Einsatz von Derivaten sowie durch kontinuierliche Investitionen in die Verbesserung der Energieeffizienz der Produktionsanlagen begegnet.

Absatz und Bonität

Die Preise für Ethanol in Europa unterliegen verschiedenen Einflussfaktoren, wie z. B. Angebots- und Nachfragebedingungen in der EU sowie dem Preisniveau und dem Angebot in den USA, Brasilien und anderen Exportländern. Darüber hinaus wirken sich unterschiedliche Zollsätze und sonstige nicht-tarifäre Handelsbeschränkungen auf den Absatzpreis von Ethanol aus. Dieser kann somit größeren Schwankungen unterworfen sein. Die Risiken hieraus steuert CropEnergies, soweit möglich, durch derivative Instrumente sowie durch die flexible Nutzung der Ethanolanlagen je nach Marktsituation. Der Einsatz der derivativen Sicherungsinstrumente erfolgt innerhalb festgelegter Limits und Regeln und unterliegt einem umfangreichen Kontrollprozess. Die europäischen Ethanolpreise werden von Preisberichterstattungsagenturen auf Basis sehr geringer Handelsvolumina ermittelt. Eine hohe Volatilität sowie eine geringe Transparenz bei der Feststellung der Preise ist die Folge.

Die Verfügbarkeit von geeigneten Transportmitteln zur fristgerechten Lieferung von Rohstoffen sowie Endprodukten unterliegen ebenfalls Schwankungen. So kann eine lang andauernde Trockenheit zum Fall von Wasserpegeln und somit zu begrenzter Verfügbarkeit und Ladekapazität von Binnenschiffen sowie höheren Kosten führen. Auch Streiks oder fehlende Investitionen in Straßen-, Wasserstraßen- und Schieneninfrastruktur können zu Verzögerungen bei der Auslieferung von Ethanol sowie Lebens- und Futtermitteln führen. CropEnergies begegnet diesen Risiken mit dem Zugriff auf ein flexibles Logistiknetzwerk sowie langfristigen Beziehungen zu Spediteuren, Reedereien, Eisenbahnverkehrsunternehmen und anderen Logistikdienstleistern.

Der überwiegende Anteil des Ethanolabsatzes der CropEnergies-Gruppe entfällt auf Großkunden. Sollten derartige Lieferverträge nicht erfüllt werden oder Anschlussaufträge wesentlich geringer ausfallen, können sich hieraus Risiken für die Ertrags- und Vermögenslage ergeben.

Die weitere Unternehmensentwicklung und deren Profitabilität wird maßgeblich von der Erlösentwicklung bei Ethanol, Lebens- und Futtermitteln sowie den Kosten der eingesetzten Rohstoffe geprägt.

Chancen ergeben sich hierbei aus niedrigeren Rohstoff preisen und/oder einem Preisanstieg von Ethanol. Darüber hinaus profitiert CropEnergies von höheren Verkaufserlösen hochwertiger Lebens- und Futtermittel, die zu einer Senkung der Nettorohstoffkosten führen, sowie von einer energieoptimierten Produktion.

Ausfallrisiken im Forderungsbestand werden bei CropEnergies reduziert, indem einerseits die Bonität, das Zahlungsverhalten und die offenen Posten von Geschäftspartnern fortlaufend überwacht und andererseits Warenkreditversicherungen und Bürgschaften zur Absicherung herangezogen werden. Insbesondere bei Handelsgeschäften kann darüber hinaus auf Akkreditive oder ähnliche Instrumente zurückgegriffen werden. Kreditrisiken aus Geldanlagen und Sicherungsgeschäften werden dadurch minimiert, dass Transaktionen bei Banken und Partnern hoher Bonität mit kurzen Laufzeiten und festgelegten Limits abgeschlossen werden. Entsprechend wird die Bonität der Finanzinstitute und der verbundenen Unternehmen laufend überwacht.

Qualität und Umwelt

CropEnergies verfügt über ein Qualitätssicherungssystem, welches die Produktqualität und Umweltrisiken mithilfe moderner Prozessleittechnik und Laboranalysen regelmäßig überwacht. Dies umfasst sämtliche Prozesse vom Bezug der Rohstoffe über den Produktionsprozess bis zur Belieferung der Kunden und legt Verantwortlichkeiten, Tätigkeiten und Abläufe fest.

Die mit der Produktion verbundenen Umweltrisiken beziehen sich hauptsächlich auf den Einsatz von Energie und Wasser sowie das Entstehen von Emissionen, Abwasser und Abfall. CropEnergies begegnet diesen Umweltrisiken durch ständige Überwachung und Verbesserung der Geschäftsprozesse.

Informationstechnologie

Die Steuerung der CropEnergies-Gruppe ist maßgeblich von einer komplexen Informationstechnologie abhängig, welche zunehmend Informationssicherheitsrisiken von internen und externen Quellen ausgesetzt ist. Mit der Implementierung von angemessenen Prozessen und Maßnahmen schützt CropEnergies die Verfügbarkeit, die Vertraulichkeit und die Integrität von geschäftsrelevanten Informationen und den informationsverarbeitenden Systemen. Die Prozesse und Maßnahmen basieren auf einschlägigen Standards, werden durch den Einsatz qualifizierter interner und externer Experten betrieben, überwacht und stetig optimiert. CropEnergies profitiert hierbei von der Einbindung in die Südzucker-Gruppe, die Informationssysteme und Prozesse kontinuierlich weiterentwickelt.

Produktion

Das Risiko ungeplanter Produktionsunterbrechungen wird durch kontinuierliche Wartungsmaßnahmen und hochqualifiziertes Personal minimiert. Falls erforderlich, wird geprüft, ob eine ungeplante Produktionsminderung in einer Anlage durch die Mehrerzeugung in einer anderen Anlage ausgeglichen werden kann.

Chancen ergeben sich insbesondere durch eine Erweiterung der Rohstoffverarbeitungskapazität sowie der Produktionskapazität am Standort Zeitz, die im Geschäftsjahr 2019/20 durchgeführt wurden.

Finanzen

Finanzwirtschaftliche Risiken und Chancen

CropEnergies unterliegt in geringem Maße Risiken aus der Veränderung von Wechselkursen und Zinssätzen. Wechselkursrisiken können sowohl aus der operativen Geschäftstätigkeit als auch aus der Bewertung konzerninterner Finanzierung in Fremdwährung entstehen.

Bei CropEnergies erfolgen sowohl der Rohstoffeinkauf als auch der Verkauf der Endprodukte überwiegend in Euro. Lediglich beim Einkauf von Rohalkohol in US-$ und Verkauf von Industriealkohol in US-$ und britischen Pfund ergeben sich Währungsrisiken. Diese Risiken können durch derivative Instrumente abgesichert werden. Der Einsatz dieser Sicherungsinstrumente erfolgt innerhalb festgelegter Limits und Regeln und wird ständig kontrolliert.

Risiken aus der Veränderung von Zinssätzen können durch eine Mischung von fest- und variabel verzinslichen Darlehen begrenzt werden, wobei zum 29. Februar 2020 keine Inanspruchnahme von Bankdarlehen vorlag. Jedoch können Sichteinlagen bei Banken mit negativen Zinsen belastet werden.

Ausführliche Informationen zu Währungs-, Zinsänderungs- und Preisrisiken sowie Liquiditäts-, Bonitäts- und Ausfallrisiken sind im Konzernanhang unter (29) Risikomanagement in der CropEnergies-Gruppe zu finden.

Übersicht der mittel- und langfristig wirksamen Chancen und Risiken

Veränderungen der rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen

Eine Differenzierung von Beimischungszielen nach Produktionstechnologien und/oder Rohstoffen kann zu Nachfrageverschiebungen führen, welche die Geschäftstätigkeit von CropEnergies belasten könnten.

Ebenfalls können Veränderungen der Einschätzung von Einflüssen der Bioenergiegewinnung auf den Anbau landwirtschaftlicher Güter in anderen Regionen der Welt mit Chancen oder Risiken verbunden sein.

Darüber hinaus können Änderungen in den Rahmenbedingungen der für CropEnergies relevanten Zertifizierungssysteme einen Einfluss auf die Wettbewerbsfähigkeit des von CropEnergies produzierten Ethanols haben.

Chancen ergeben sich insbesondere aus der Veränderung der politischen Rahmenbedingungen. So hat sich die EU zum Ziel gesetzt, die Treibhausgas-(THG-)Emissionen bis 2030 um mindestens 40 % gegenüber 1990 zu senken. Im Rahmen des Europäischen "Green Deal" soll dieses Ziel auf 50 bis 55 % angehoben werden.

Zur Erreichung der Klimaschutzziele soll insbesondere eine zunehmende Nutzung erneuerbarer Energieträger anstelle von fossilen Energieträgern beitragen. Für die Zeit nach 2020 sieht die "Erneuerbare-Energien-Richtlinie" daher vor, den Anteil an erneuerbarer Energie auf mindestens 32 % zu steigern. Im Transportsektor ist ein Anstieg auf 14 % bis 2030 vorgesehen. Der Beitrag erneuerbarer Kraftstoffe aus Ackerpflanzen soll sich bis zu einem Prozentpunkt über dem im Jahr 2020 erreichten Niveau bewegen können. Der Anteil von Kraftstoffen aus Abfällen und Reststoffen soll von 0,2 % im Jahr 2022 auf mindestens 3,5 % im Jahr 2030 steigen. Eine sachgerechte Umsetzung in nationales Recht, die bis Mitte 2021 zu erfolgen hat, stellt sicher, dass nachhaltig hergestellte, erneuerbare Kraftstoffe weiterhin zum Klimaschutz auf Europas Straßen beitragen können. Die Umsetzung der neuen "Erneuerbare-Energien-Richtlinie" in den EU-Mitgliedsstaaten sollte in der gesamten EU zu einer steigenden Ethanolnachfrage führen. Hieraus können sich Wachstumschancen für CropEnergies ergeben.

Auch können sich Chancen und Risiken aus der im Zusammenhang mit weiteren Umweltschutzinvestitionen stehenden staatlichen Zuteilung von Green Certificates in Belgien ergeben. Im Rahmen einer Gesetzesänderung in Belgien wird das Verfahren für laufende Anträge bzw. die Neuregelung für eine Anschlussförderung ab 2024 zurzeit überarbeitet.

Entwicklung der Nachfrage und Änderung des Verbraucherverhaltens

Die Produkte der CropEnergies-Gruppe unterliegen dem Risiko von Nachfrageschwankungen aufgrund der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. Auch Änderungen im Verbraucherverhalten auf den für CropEnergies relevanten Absatzmärkten können zu Nachfrageschwankungen führen. So kann es beispielsweise dazu kommen, dass nach Produktionstechnologien, Treibhausgaseinsparungspotenzial und/oder Rohstoffen differenziert wird. Dies hätte auch Einfluss auf die Geschäftstätigkeit von CropEnergies.

Personal

Aufgrund der demografischen Entwicklung stellt die Gewinnung und langfristige Bindung von qualifizierten Mitarbeitern eine zunehmende Herausforderung dar. Gerade in den Bereichen IT, Technik und Naturwissenschaften besteht das Risiko, Stellen nicht oder nur mit Verzögerung wieder adäquat besetzen zu können. Um dem entgegenzuwirken, bietet CropEnergies ein attraktives Arbeitsumfeld, Entwicklungsmöglichkeiten in einem internationalen Umfeld, Fort- und Weiterbildungsangebote, Maßnahmen zur Gesundheitsförderung sowie die Sozialleistungen der Südzucker-Gruppe.

Daneben bestehen Risiken aus Krankenstand, langen Abwesenheiten und der damit verbundenen Mehrbelastung der anwesenden Mitarbeiter. Mit Betriebsärzten, Wiedereingliederungsprogrammen und Informationsveranstaltungen unterstützt CropEnergies die Mitarbeiter. Ferner gibt es umfassende Maßnahmen zur Arbeitssicherheit mit dem Ziel "Null Unfälle".

Compliance

Allgemeine rechtliche Risiken

Klageverfahren gegen die CropEnergies-Gruppe, die wesentliche Auswirkungen auf die finanzielle Lage des Konzerns haben könnten, sind nicht erkennbar.

CropEnergies hat die seitens der EU-Datenschutzgrundverordnung ausgelösten Pflichten und Risiken analysiert und organisatorische Maßnahmen umgesetzt, um den Schutz und die Sicherheit personenbezogener Daten, insbesondere der Beschäftigten, Kunden, Lieferanten und übriger Geschäftspartner, zu gewährleisten.

Kartellrechtsrisiken

Kartellrechtsrisiken können darin bestehen, dass Organe oder Mitarbeiter der CropEnergies-Gruppe gegen Gesetze und interne Regelungen verstoßen, was in der Folge Bußgelder, Schadensersatzansprüche und Imageschäden nach sich ziehen könnte.

Als gruppenweit geltender Rahmen für die Verhinderung von Kartellrechtsverstößen ist eine Wettbewerbs-Richtlinie in Kraft. Ziel der Richtlinie ist es, Mitarbeiter vor Gesetzesverstößen im Kartellrecht zu bewahren und praxisnahe Unterstützung bei der Anwendung der einschlägigen Vorschriften zu geben. Dies umfasst die Verpflichtung aller Mitarbeiter zur Einhaltung des Kartellrechts. Zur Vermeidung von Kartellrechtsverstößen werden gruppenweit Schulungen durchgeführt und turnusmäßig wiederholt.

Betrugs- und Korruptionsrisiken

Betrugs- und Korruptionsrisiken können darin bestehen, dass Organe oder Mitarbeiter der CropEnergies-Gruppe gegen Gesetze, interne Regelungen oder von CropEnergies anerkannte regulatorische Standards verstoßen und das Unternehmen dadurch Vermögens- und Imageschäden erleidet. Ebenso können unternehmensexterne Personen mit betrügerischer Absicht versuchen, mittels gefälschter Identitäten Zahlungen oder Lieferungen zu veranlassen. Um rechtskonformes und sozialethisches Verhalten in der CropEnergies-Gruppe zu gewährleisten, hat CropEnergies eine entsprechende Richtlinie verabschiedet, die jeder Mitarbeiter einzuhalten hat.

Liquidität

Ein Liquiditätsrisiko besteht darin, dass zur Erfüllung von Zahlungsverpflichtungen benötigte Finanzmittel nicht oder nicht termingerecht bereitgestellt werden können. Die Liquidität der CropEnergies-Gruppe wird tagesgenau gesteuert und durch nationale bzw. länderübergreifende Cashpools optimiert. Risiken aus Zahlungsstromschwankungen werden frühzeitig im Rahmen der Liquiditätsplanung, die integraler Bestandteil der Unternehmensplanung ist, erkannt und gesteuert. CropEnergies verfügt zum Bilanzstichtag über ein Nettofinanzguthaben. Zusätzlich kann CropEnergies - falls erforderlich - aufgrund verbindlich zugesagter interner und externer Kreditlinien kurzfristig auf zusätzliche liquide Mittel zurückgreifen.

Zusammenfassende Darstellung der Risiko- und Chancenlage

Der Ausbruch des Coronavirus und seine fortschreitende weltweite Verbreitung haben - insbesondere auch in Europa - zu massiven Eingriffen in das öffentliche Leben mit deutlichen Auswirkungen auf Wirtschaft und Gesellschaft geführt. Die finanziellen Folgen dieser Ausnahmesituation und deren Dauer sind aktuell nicht absehbar.

Die Preisentwicklung von Getreide sowie Ethanol hat einen wesentlichen Einfluss auf die Ertragslage von CropEnergies. Da Rohstoff- und Ethanolmärkte keine hohe Korrelation aufweisen und sie zudem sehr volatil sind, ist die Prognose der Ergebnisentwicklung erschwert. Dies lässt sich nur eingeschränkt durch Preisabsicherungen mindern.

Zukünftige Chancen ergeben sich aus ambitionierten Klimaschutzzielen, die sich die EU gesetzt hat. So soll insbesondere eine zunehmende Nutzung erneuerbarer Energieträger anstelle von fossilen Energieträgern dazu beitragen, die Treibhausgasemissionen bis 2030 um mindestens 40 % gegenüber 1990 zu senken.

Die Gesamtchancen haben sich im Vergleich zum Vorjahr verbessert. Die Gesamtrisikoposition des Konzerns ist im Vergleich zum Vorjahr aufgrund der Unsicherheiten aus der weiteren Entwicklung der Corona-Pandemie deutlich erhöht. Bestandsgefährdende Risiken bestehen aber nach wie vor nicht und sind gegenwärtig nicht erkennbar. CropEnergies ist mit einer starken Bilanz und Liquidität jedoch gut für zukünftige Herausforderungen gerüstet.

Rechnungslegungsbezogenes internes Kontroll- und Risikomanagementsystem

Grundzüge

Das rechnungslegungsbezogene interne Kontrollsystem der CropEnergies-Gruppe umfasst Grundsätze, Verfahren und Maßnahmen zur Sicherung von Wirksamkeit, Wirtschaftlichkeit und Ordnungsmäßigkeit der Rechnungslegung sowie der Einhaltung der maßgeblichen rechtlichen Vorschriften. Dabei setzt sich das interne Kontrollsystem der CropEnergies-Gruppe aus einem Steuerungs- und einem Überwachungssystem zusammen.

IFRS Reporting Guideline

Die Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften der CropEnergies-Gruppe regeln einschließlich der Vorschriften zur Rechnungslegung nach International Financial Reporting Standards (IFRS) die einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze der in den CropEnergies-Konzernabschluss einbezogenen inländischen und ausländischen Tochtergesellschaften. Dabei kommen lediglich solche IFRS zur Anwendung, die zum Zeitpunkt der Aufstellung von der EU-Kommission für die Anwendung in der EU übernommen wurden und im betreffenden Geschäftsjahr verpflichtend anzuwenden waren.

Internes Kontrollsystem bezogen auf den Rechnungslegungsprozess

Das interne Kontrollsystem ermöglicht durch die festgelegten Organisations-, Kontroll- und Überwachungsstrukturen die vollständige Erfassung, Aufbereitung und Würdigung von unternehmensbezogenen Sachverhalten einschließlich deren Darstellung in der Konzernrechnungslegung.

Prozessintegrierte und prozessunabhängige Kontrollen bilden die beiden Bestandteile des internen Überwachungssystems der CropEnergies-Gruppe. Neben dem "Vier-Augen-Prinzip" sind digitalisierte Prozesskontrollen sowie automatisierte Validierungs- und Plausibilitätsprüfungen ein wesentlicher Teil der prozessabhängigen Kontrollen.

Auf Konzernebene umfassen die spezifischen Kontrollaktivitäten zur Sicherstellung der Ordnungsmäßigkeit und Verlässlichkeit der Konzernrechnungslegung die Analyse und gegebenenfalls Korrektur der durch die Konzerngesellschaften vorgelegten Einzelabschlüsse unter Beachtung der von den Abschlussprüfern erstellten Berichte bzw. die hierzu geführten Abschlussbesprechungen. Daneben bestehen umfassende Konzernvorgaben zur Bilanzierung und Bewertung. Außerdem erfolgt auch auf Konzernebene die Aufbereitung und Aggregation von Daten für die Erstellung von Lagebericht und Anhang.

Die auf Ordnungsmäßigkeit und Verlässlichkeit der Konzernrechnungslegung ausgerichteten Maßnahmen des internen Kontrollsystems stellen sicher, dass Geschäftsvorfälle in Übereinstimmung mit den gesetzlichen und satzungsmäßigen Vorschriften vollständig und zeitnah erfasst werden. Daneben ist gewährleistet, dass Inventuren ordnungsgemäß durchgeführt werden und Vermögenswerte sowie Schulden im Konzernabschluss zutreffend angesetzt, bewertet und ausgewiesen werden.

Die Trennung von Funktionen und Verantwortung für Verwaltung, Ausführung, Abrechnung und Genehmigung zielt darauf ab, kriminellen Handlungen vorzubeugen. Das interne Kontrollsystem gewährleistet auch die Abbildung von Veränderungen im wirtschaftlichen und rechtlichen Umfeld der CropEnergies-Gruppe sowie die Anwendung neuer oder geänderter gesetzlicher Vorschriften zur Konzernrechnungslegung.

Interne Prüfung

Der Aufsichtsrat hat die Prüfung der Wirksamkeit des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems an den Prüfungsausschuss übertragen. Die interne Revision der Südzucker-Gruppe ist als prozessunabhängige Prüfungsinstanz in das interne Überwachungssystem der CropEnergies-Gruppe eingebunden. Sie stellt im Rahmen ihrer Überwachungstätigkeit durch regelmäßige Systemprüfungen die Funktionsfähigkeit und Wirksamkeit des Systems sicher.

Externe Prüfung

Der Abschlussprüfer prüft das in das Risikomanagement integrierte Risikofrüherkennungssystem auf seine grundsätzliche Eignung, Risiken, die den Fortbestand der Gesellschaft gefährden, frühzeitig erkennen zu können. Zudem berichtet er dem Aufsichtsrat über wesentliche festgestellte Schwächen des internen Kontroll- und Risikofrüherkennungssystems.

UNTERNEHMENSFÜHRUNG UND -VERANTWORTUNG *

Im Folgenden wird gemäß § 289f Abs. 1 HGB über die Unternehmensführung und gemäß Ziffer 3.10 des Deutschen Corporate Governance Kodex über die Corporate Governance des Unternehmens berichtet. Die Erklärung zur Unternehmensführung und der Corporate Governance-Bericht sind auf der Website von CropEnergies unter www.cropenergies.com veröffentlicht.

Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat

Die CropEnergies AG hat als deutsche Aktiengesellschaft ein duales Führungssystem mit Vorstand und Aufsichtsrat. Beide Organe sind mit jeweils eigenständigen Kompetenzen ausgestattet und arbeiten bei der Steuerung und Überwachung des Unternehmens eng und vertrauensvoll zusammen.

Vorstand

Der Vorstand der CropEnergies AG besteht aus drei Mitgliedern. Er führt als Leitungsorgan die Geschäfte der Gesellschaft mit dem Ziel der nachhaltigen Wertschöpfung in eigener Verantwortung und im Unternehmensinteresse. Die Mitglieder des Vorstands tragen gemeinsam die Verantwortung für die gesamte Geschäftsführung. Die Geschäftsordnung des Vorstands ist in der Fassung vom 13. Januar 2020 in Kraft. Die Geschäftsverteilung des Vorstands wurde zuletzt zum 1. Juli 2018 geändert.

Aufsichtsrat

Der Aufsichtsrat bestellt, überwacht und berät den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens. Er wird in Strategie und Planung sowie in alle Fragen von grundlegender Bedeutung für das Unternehmen eingebunden. Für bedeutende Geschäftsvorgänge - wie beispielsweise die Budgetplanung und strategische Planung, Akquisitionen und Desinvestitionen - enthält die Geschäftsordnung für den Vorstand ebenso wie die Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat und Zustimmungsvorbehalte des Aufsichtsrats. Der Vorstand informiert den Aufsichtsrat regelmäßig, zeitnah und umfassend schriftlich sowie in den turnusmäßigen Sitzungen über die Planung, die Geschäftsentwicklung und die Lage des Konzerns einschließlich des Risikomanagements sowie über Compliance.

Der Aufsichtsratsvorsitzende koordiniert die Arbeit im Aufsichtsrat, leitet dessen Sitzungen und nimmt die Belange des Gremiums nach außen wahr. Bei Bedarf tagt der Aufsichtsrat ohne den Vorstand. Bei wesentlichen Ereignissen wird gegebenenfalls eine außerordentliche Aufsichtsratssitzung einberufen. Der Aufsichtsrat kann zur Erfüllung seiner Aufgaben nach eigenem Ermessen Wirtschaftsprüfer, Rechts- und sonstige interne und externe Berater hinzuziehen. Der Aufsichtsrat beschließt die Struktur des Vergütungssystems für den Vorstand einschließlich der wesentlichen Vertragselemente und überprüft sie regelmäßig. Für seine Arbeit hat sich der Aufsichtsrat eine Geschäftsordnung gegeben; sie ist in der Fassung vom 13. Januar 2020 in Kraft und auf der Website der CropEnergies AG veröffentlicht.

Zusammensetzung des Aufsichtsrats

Der sechsköpfige Aufsichtsrat der CropEnergies AG setzt sich gemäß § 96 Abs. 1 und § 101 Abs. 1 AktG ausschließlich aus Vertretern der Aktionäre zusammen. Die Amtszeit der von der Hauptversammlung am 18. Juli 2017 gewählten Aktionärsvertreter läuft jeweils für die Zeit bis zur Beendigung der Hauptversammlung, die über die Entlastung für das Geschäftsjahr 2021/22 beschließt (also bis zur ordentlichen Hauptversammlung 2022). Der Aufsichtsrat schlägt vor, den am 16. März 2020 durch das Amtsgericht bestellten Dr. Thomas Kirchberg auf der nächsten ordentlichen Hauptversammlung für die restliche Amtszeit des Aufsichtsrats zu wählen. Alle Mitglieder des Aufsichtsrats sind mit dem Sektor, in dem CropEnergies tätig ist, vertraut. Der Financial Expert in Aufsichtsrat und Prüfungsausschuss - also ein Mitglied, das über Sachverstand auf den Gebieten Rechnungslegung oder Abschlussprüfung verfügt - ist Franz-Josef Möllenberg.

* Vom Wirtschaftsprüfer nicht geprüft ist die enthaltene Erklärung zur Unternehmensführung sowie der Corporate Governance-Bericht mit Ausnahme des Vergütungsberichts.

Diversitätskonzept des Aufsichtsrats

Für seine Zusammensetzung orientiert sich der Aufsichtsrat durch Beschluss vom 13. November 2017 und erneuert am 16. Juli 2019 - unter Berücksichtigung der Branche, der Größe des Unternehmens und des Anteils der internationalen Geschäftstätigkeit - insbesondere an folgenden Zielen und Kompetenzprofil für das Gesamtgremium:

Jedes Aufsichtsratsmitglied soll über ausreichende unternehmerische bzw. betriebliche Erfahrung verfügen und darauf achten, dass für die Wahrnehmung der Aufgaben im Aufsichtsrat genügend Zeit zur Verfügung steht.

Jedes Mitglied des Aufsichtsrats soll die zur Erfüllung der Überwachungsaufgaben des Aufsichtsrats notwendige Zuverlässigkeit und persönliche Integrität aufweisen.

Mindestens zwei Mitglieder des Aufsichtsrats sollen "unabhängig" im Sinne von Ziffer 5.4.2 des Deutschen Corporate Governance Kodex sein.

Dem Aufsichtsrat sollen nicht mehr als zwei ehemalige Mitglieder des Vorstands angehören.

Dem Aufsichtsrat sollen mindestens zwei Mitglieder mit internationaler Erfahrung oder besonderem Sachverstand in einem für das Unternehmen wichtigen Markt außerhalb Deutschlands angehören.

Mindestens ein Mitglied des Aufsichtsrats soll über Sachverstand im Bereich der Rechnungslegung oder Abschlussprüfung verfügen (Financial Expert).

Der Aufsichtsrat strebt eine angemessene Beteiligung von Frauen an. Er richtet seine Entscheidung prioritär nicht am Geschlecht, sondern an der Qualifikation aus. Der Aufsichtsrat hat mit Beschluss vom 16. Mai 2017 als Ziel für die Frauenquote im Aufsichtsrat "Beibehaltung der Null %" - für den Zeitraum bis 15. Mai 2022 - festgelegt.

Zur Wahl oder Wiederwahl in den Aufsichtsrat sollen keine Kandidatinnen oder Kandidaten vorgeschlagen werden, die älter als 70 Jahre alt sind, es sei denn, dies ist im Unternehmensinteresse geboten.

Eine Regelgrenze für die Zugehörigkeitsdauer zum Aufsichtsrat wird nicht festgelegt. Dadurch werden Kontinuität und die Bewahrung langjähriger Expertise im Aufsichtsrat im Interesse der Gesellschaft ermöglicht.

Bei seinen Vorschlägen zur Wahl von Aufsichtsratsmitgliedern wird sich der Aufsichtsrat weiterhin vornehmlich an der persönlichen Eignung der Kandidaten, ihrer Fachkenntnis und Erfahrung, der Integrität und Unabhängigkeit sowie der Leistungsbereitschaft und -fähigkeit orientieren.

Zum Stand der Umsetzung des Diversitätskonzepts des Aufsichtsrats ist Folgendes zu berichten:

Am 18. Juli 2017 fand turnusmäßig die Wahl der Aktionärsvertreter zum Aufsichtsrat durch die Hauptversammlung statt. Die Hauptversammlung folgte dabei den Vorschlägen des Aufsichtsrats. Nach Einschätzung des Aufsichtsrats gehören ihm wieder mindestens zwei unabhängige Mitglieder an ("nicht unabhängig" i. S. v. Ziffer 5.4.2 des Deutschen Corporate Governance Kodex ist insbesondere, wer in einer persönlichen oder einer geschäftlichen Beziehung zu der Gesellschaft, deren Organen, einem kontrollierenden Aktionär oder einem mit diesem verbundenen Unternehmen steht, die einen wesentlichen und nicht nur vorübergehenden Interessenkonflikt begründen kann). Mindestens zwei Mitglieder verkörpern besonders das Kriterium der "Internationalität". Aktuell gehören dem Aufsichtsrat keine Frauen an.

Diversitätskonzept des Vorstands

Der Aufsichtsrat orientiert sich durch Beschluss vom 16. Juli 2019 für die Zusammensetzung des Vorstands - unter Berücksichtigung der Branche, der Größe des Unternehmens und des Anteils der internationalen Geschäftstätigkeit - an folgenden Zielen:

Anzahl: Aufgrund der Unternehmensgröße und der derzeitigen Organisations- und Aufgabenstruktur der CropEnergies-Gruppe empfiehlt sich ein dreiköpfiger Vorstand der CropEnergies AG - mit den Ressorts Finanzen (CFO), Vertrieb/Einkauf (CSO) und Technik/Produktion (CTO). Aus diesem Kreis kann der Aufsichtsrat einen Vorsitzenden oder Sprecher ernennen.

Alter: Ein Mitglied des Vorstands soll nicht länger im Amt bleiben als bis zum Ablauf des Geschäftsjahrs, in dem es sein 65. Lebensjahr vollendet.

Geschlecht: Der Aufsichtsrat richtet seine Entscheidung prioritär nicht am Geschlecht, sondern an der Qualifikation aus. Er hat mit Beschluss in seiner Sitzung am 16. Juli 2019 das Ziel für die Frauenquote im Vorstand "Beibehaltung der Null %" für den Zeitraum bis 15. Mai 2022 verlängert.

Bildung und Beruf: Im Hinblick auf den Bildungs- und Berufshintergrund soll sich die Auswahl von Vorstandsmitgliedern an den im CropEnergies AG-Vorstand allgemein sowie für das jeweilige Vorstandsressort erforderlichen Kompetenzen orientieren. Diese Kompetenzen können im Rahmen eines Universitätsstudiums, einer anderen Ausbildung oder auch in sonstiger Weise erworben worden sein.

Internationalität: Es empfiehlt sich, dass dem Vorstand ein Mitglied mit internationaler Erfahrung oder besonderem Sachverstand in einem für das Unternehmen wichtigen Markt außerhalb Deutschlands angehört.

Ausschüsse des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat hat aus dem Kreis seiner Mitglieder mit dem Prüfungsausschuss und dem Nominierungsausschuss Gremien gebildet, die seine Arbeit vorbereiten und ergänzen. Die Ausschüsse bestehen jeweils aus vier Mitgliedern. Die Aufgaben beider Ausschüsse ergeben sich aus der Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat in der Fassung vom 13. Januar 2020 bzw. aus der Geschäftsordnung für den Prüfungsausschuss vom 3. Mai 2012. Die derzeitige personelle Besetzung der Ausschüsse ist unter Ziffer (36) "Aufsichtsrat" im Anhang zum Konzernabschluss dargestellt.

Der Vorsitzende des Aufsichtsrats ist nicht zugleich Vorsitzender des Prüfungsausschusses.

Aktionäre und Hauptversammlung

Die Aktionäre der CropEnergies AG üben ihre Mitbestimmungs- und Kontrollrechte auf der mindestens einmal jährlich stattfindenden Hauptversammlung aus. Diese findet in den ersten acht Monaten des Geschäftsjahrs statt und beschließt über alle durch das Gesetz bestimmten Angelegenheiten mit verbindlicher Wirkung für alle Aktionäre und die Gesellschaft. Jede Aktie von CropEnergies gewährt die gleichen Rechte.

Jeder Aktionär, der die Voraussetzungen für die Teilnahme an der Hauptversammlung sowie für die Ausübung des Stimmrechts erfüllt und sich rechtzeitig anmeldet, ist zur Teilnahme an der Hauptversammlung berechtigt. Aktionäre, die nicht persönlich teilnehmen können, haben die Möglichkeit, ihr Stimmrecht durch ein Kreditinstitut, eine Aktionärsvereinigung, die von der CropEnergies AG eingesetzten weisungsgebundenen Stimmrechtsvertreter oder einen sonstigen Bevollmächtigten ihrer Wahl ausüben zu lassen. Den Aktionären ist es außerdem möglich, ihre Stimme im Vorfeld der Hauptversammlung per Internet abzugeben bzw. die Stimmrechtsvertreter der CropEnergies AG per Internet zu beauftragen.

Hauptversammlung 2020

Die Einladung zur Hauptversammlung, die voraussichtlich am 14. Juli 2020 stattfinden soll, sowie alle für die Beschlussfassungen erforderlichen Berichte und Informationen werden, den aktienrechtlichen Vorschriften entsprechend, veröffentlicht und auf der Internetseite der CropEnergies AG unter der Rubrik "Investor Relations" zur Verfügung gestellt.

Risikomanagement

Der verantwortungsbewusste Umgang mit geschäftlichen Risiken gehört zu den Grundsätzen guter Corporate Governance. Dem Vorstand von CropEnergies und dem Management stehen konzernumfassende und unternehmensspezifische Berichts- und Kontrollsysteme zur Verfügung, die die Erfassung, Bewertung und Steuerung dieser Risiken ermöglichen. Die Systeme werden kontinuierlich weiterentwickelt und den sich verändernden Rahmenbedingungen angepasst. Der Vorstand informiert den Aufsichtsrat regelmäßig über bestehende Risiken und deren Entwicklung. Der Prüfungsausschuss befasst sich insbesondere mit der Überwachung des Rechnungslegungsprozesses, der Wirksamkeit des internen Kontrollsystems, des Risikomanagements und des internen Revisionssystems sowie der Abschlussprüfung. Das Risikomanagement bei CropEnergies ist im Risiko- und Chancenbericht auf den Seiten 60 - 68 dargestellt.

Corporate Governance-Bericht

Corporate Governance steht für verantwortungsvolle und auf langfristige Wertschöpfung ausgerichtete Führung und Kontrolle von Unternehmen. Corporate Governance soll das Vertrauen der Aktionäre und Investoren, der Finanzmärkte, der Geschäftspartner und Mitarbeiter sowie der Öffentlichkeit in das Unternehmen stärken und damit auch langfristig und nachhaltig den Unternehmenswert steigern. Vorstand und Aufsichtsrat der CropEnergies AG bekennen sich zu den Grundsätzen guter Corporate Governance. CropEnergies erfüllt die höchsten Transparenzanforderungen an deutschen Börsen. Entsprechend wird die CropEnergies-Aktie seit 2006 im Prime Standard notiert. Die Befolgung des Deutschen Corporate Governance Kodex unterstreicht das Verständnis von transparenter Unternehmensführung.

Nach Ansicht von CropEnergies ist der Deutsche Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 16. Dezember 2019 weitgehend ausgewogen, praxisnah und repräsentiert auch im internationalen Vergleich einen hohen Standard. Aus diesem Grund wurde - wie in den Vorjahren - auf die Aufstellung eigener unternehmensspezifischer Corporate Governance-Grundsätze verzichtet.

Entsprechenserklärung 2019

In der gemeinsamen Entsprechenserklärung 2019 von Vorstand und Aufsichtsrat gemäß § 161 AktG wurde - gegenüber dem Vorjahrestext - folgende Abweichung von Empfehlungen aktualisiert:

Die Passage zu Ziffer 4.1.3 - (Compliance, Hinweisgebersystem) konnte gestrichen werden, da die Umsetzung dieser Empfehlung mit Einführung eines elektronischen Hinweisgebersystems im April 2018 erfolgt ist.

Die Entsprechenserklärung 2019 ist - ebenso wie die Entsprechenserklärungen der Vorjahre - auf der CropEnergies-Internetseite www.cropenergies.com unter der Rubrik "Investor Relations/Corporate Governance" veröffentlicht.

Sie hat folgenden Wortlaut:

"Vorstand und Aufsichtsrat der CropEnergies AG, Mannheim, haben am 11. November 2019 den Beschluss gefasst, folgende Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance-Kodex gemäß § 161 AktG abzugeben:

Mit folgenden Ausnahmen entsprach die CropEnergies AG den Empfehlungen der "Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex" in der Kodex-Fassung vom 7. Februar 2017 und entspricht den Empfehlungen zukünftig:

Ziffer 4.2.2
(Vertikalvergleich der Vorstandsvergütung):

Der Aufsichtsrat befasst sich pflichtgemäß mit der Angemessenheit der Vergütung des Vorstands. Er beachtet dabei auch das unternehmensinterne Lohn- und Gehaltsgefüge. Nach Überzeugung des Aufsichtsrats ist das in Ziffer 4.2.2 Abs. 2 Satz 3 empfohlene formale Vorgehen nicht erforderlich, da es zu keiner Verbesserung der Entscheidungsqualität führt.

Ziffer 4.2.3 Abs. 4 und 5
(Abfindungs-Cap in Vorstandsverträgen):

Die Vorstandsverträge enthalten keinen Abfindungs-Cap. Wir sehen dafür keine Notwendigkeit, zumal gegen solche Vertragsklauseln erhebliche rechtliche Bedenken bestehen.

Ziffern 4.2.4 und 4.2.5
(Individualisierte Vorstandsvergütung):

Die Hauptversammlung der CropEnergies AG hat zuletzt am 12. Juli 2016 beschlossen, auf die individualisierte Offenlegung der Vorstandsvergütung für die Dauer von fünf Jahren zu verzichten. Daher sieht die Gesellschaft im Vergütungsbericht von Angaben zur Vergütung der einzelnen Vorstandsmitglieder ab.

Ziffer 5.3.2 Satz 3
(Unabhängigkeit des Vorsitzenden des Prüfungsausschusses):

Vorsitzender des Prüfungsausschusses ist Thomas Kölbl. Er ist zugleich Vorstandsmitglied der Südzucker AG, die mehrheitlich an der CropEnergies AG beteiligt ist. Die angemessene Repräsentanz eines Mehrheitsaktionärs im Aufsichtsrat einer Gesellschaft und seinen Ausschüssen halten wir für sinnvoll. Nach unserer Überzeugung liegt die Ausübung des Amtes als Vorsitzender des Prüfungsausschusses durch Thomas Kölbl im Interesse der Gesellschaft und ihrer sämtlichen Aktionäre.

Ziffer 5.4.1 Absatz 2
(Ziele für die Zusammensetzung des Aufsichtsrats):

Eine Regelgrenze für die Zugehörigkeitsdauer zum Aufsichtsrat wird nicht festgelegt. Dadurch werden Kontinuität und die Bewahrung langjähriger Expertise im Aufsichtsrat im Interesse der Gesellschaft ermöglicht.

Ziffer 5.4.6
(Aufsichtsratsvergütung):

Die Satzung unserer Gesellschaft sieht eine erfolgsbezogene Aufsichtsratsvergütung vor, die dividendenabhängig gestaltet ist (vgl. Ziffer 5.4.6 Abs. 2 Satz 2). Für diese Struktur spricht insbesondere der Gleichlauf mit den Interessen der Aktionäre.

Wir weisen die Gesamtvergütung des Aufsichtsrats aufgeteilt nach Fixum und erfolgsbezogener Komponente aus (vgl. Ziffer 5.4.6 Abs. 3). Unseres Erachtens stehen die mit einem individualisierten Ausweis verbundenen Eingriffe in die Privatsphäre in keinem angemessenen Verhältnis zum Nutzen einer solchen Praxis. Dementsprechend enthalten der Corporate Governance-Bericht sowie Anhang und Lagebericht keine individualisierte Darstellung der Aufsichtsratsbezüge."

Geschlechterquote

Das Aktiengesetz sieht für börsennotierte Gesellschaften die Festlegung von Zielgrößen für Aufsichtsrat, Vorstand und die beiden Führungsebenen unter dem Vorstand vor. Die CropEnergies AG ist hiervon betroffen. Nicht betroffen ist die CropEnergies AG von der Einführung einer fixen Geschlechter-Quote von 30 % im Aufsichtsrat; diese gilt für börsennotierte Unternehmen, die auch paritätisch mitbestimmt sind. CropEnergies ist kein mitbestimmtes Unternehmen.

Der Aufsichtsrat hat bereits in der Sitzung am 16. Mai 2017 den Frauenanteil im Aufsichtsrat bis 15. Mai 2022 auf "Beibehaltung von null %" festgelegt.

Der Aufsichtsrat hat in der Sitzung am 16. Juli 2019 - unter Berücksichtigung aller relevanten Gesichtspunkte und insbesondere des derzeitigen und des zu erwartenden zukünftigen Status quo - das Ziel für den Frauenanteil im Vorstand bis 15. Mai 2022 auf "Beibehaltung von null %" festgelegt. Der Vorstand hat in der Sitzung am 15. Mai 2017 als Zielfestlegung beschlossen, dass der Frauenanteil auf der Führungsebene unter dem Vorstand (die CropEnergies AG hat aufgrund ihrer flachen Hierarchien nur eine Führungsebene unter dem Vorstand) bis 14. Mai 2022 bei 20 % beibehalten werden soll.

Aus- und Fortbildung

Die Mitglieder des Aufsichtsrats nehmen die für Ihre Aufgaben erforderlichen Aus- und Fortbildungsmaßnahmen eigenverantwortlich wahr. Sie werden dabei von CropEnergies angemessen unterstützt:

Im Geschäftsjahr 2020/21 ist wieder eine Informationsveranstaltung zu Corporate-Governance-Themen mit einem externen Fachanwalt vorgesehen.

Verhaltenskodex und Leitlinien

CropEnergies hat einen Verhaltenskodex und Leitlinien aufgestellt. Diese sind auf der CropEnergies-Website www.cropenergies.com unter der Rubrik "Unternehmen" veröffentlicht.

Vergütungsbericht

CropEnergies erläutert im Vergütungsbericht die Höhe und die Struktur der Vergütung von Vorstand (Ziffer 4.2.5 Kodex) und Aufsichtsrat (Ziffer 5.4.6 Kodex). Die CropEnergies AG verzichtet aufgrund der in keinem angemessenen Verhältnis zum Nutzen stehenden Beeinträchtigung der Privatsphäre auf einen individualisierten Ausweis der Vorstands- und Aufsichtsratsvergütung. Die Hauptversammlung der CropEnergies AG hat zuletzt am 12. Juli 2016 einen Beschluss über die Nichtoffenlegung der individualisierten Vorstandsvergütung für die Dauer von fünf Jahren mit großer Mehrheit gefasst (opting out). Der Verzicht auf die individualisierte Offenlegung der Aufsichtsratsbezüge und der Vorstandsvergütung wurde in der Entsprechenserklärung berücksichtigt.

Die Vergütung des Vorstands der CropEnergies AG wird durch den Aufsichtsrat festgelegt und in regelmäßigen Abständen überprüft. Die Vergütung orientiert sich an der nachhaltigen Unternehmensentwicklung und setzt sich zusammen aus

1. einem festen Jahresgehalt,

2. einer jährlichen variablen Vergütung, abhängig

a) von der Erreichung vereinbarter Ziele sowie

b) vom auf Basis einer mehrjährigen Bemessungsgrundlage erzielten operativen Ergebnis der CropEnergies-Gruppe (dabei wird der Durchschnitt des operativen Ergebnisses der CropEnergies-Gruppe der jeweils letzten drei Geschäftsjahre zugrunde gelegt),

3. Sachbezügen, im Wesentlichen in Form der Gestellung eines Dienstwagens zur geschäftlichen und privaten Nutzung und Beiträgen zur Sozialversicherung, sowie

4. einer betrieblichen Altersversorgung, bemessen nach einem Anteil am festen Jahresgehalt.

Aktienbasierte Vergütungsbestandteile oder Aktienoptionspläne bestehen nicht.

Die gewährten Gesamtbezüge für den Vorstand sind unter Ziffer (35) "Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen (Related Parties)" im Konzernanhang angegeben.

Die Vergütung des Aufsichtsrats ist in § 12 der Satzung der CropEnergies AG festgelegt. Jedes Mitglied des Aufsichtsrats erhält neben dem Ersatz seiner baren Auslagen und seiner ihm für die Aufsichtsratstätigkeit zur Last fallenden Umsatzsteuer eine feste, nach Ablauf des Geschäftsjahrs zahlbare Vergütung von 20.000 € sowie eine variable Vergütung von 1.000 € je angefangene 0,01 € je Aktie ausgeschüttete Dividende, die 0,20 € übersteigt. Der Vorsitzende erhält das Doppelte und sein Stellvertreter das 1,5-Fache dieser Vergütung. Die feste Vergütung erhöht sich um 25 % je Mitgliedschaft in einem Ausschuss des Aufsichtsrats; für den Vorsitz in einem Ausschuss beträgt der Erhöhungssatz 50 %. Dies setzt voraus, dass der jeweilige Ausschuss im Geschäftsjahr getagt hat.

Die Vergütung für die Tätigkeit der Mitglieder des Aufsichtsrats ist unter Ziffer (35) "Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen (Related Parties)" im Konzernanhang angegeben.

Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung

Die Gesellschaft hat eine Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung mit Selbstbehalt abgeschlossen, in deren Deckung die Tätigkeit der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats einbezogen ist (D&O-Versicherung). § 93 Abs. 2 AktG schreibt vor, dass der Selbstbehalt für Vorstandsmitglieder mindestens 10 % des Schadens bis mindestens zur Höhe des 1,5-Fachen der festen jährlichen Vergütung zu betragen hat. CropEnergies hat einen solchen Selbstbehalt mit den Mitgliedern des Vorstands vereinbart. Bezüglich eines Selbstbehalts bei Aufsichtsratsmitgliedern empfiehlt der Deutsche Corporate Governance Kodex eine analoge Anwendung. Die CropEnergies AG entspricht dieser Empfehlung.

Aktienbesitz von Vorstand und Aufsichtsrat; meldepflichtige Wertpapiergeschäfte

Kein Mitglied des Vorstands oder des Aufsichtsrats hält Aktien der CropEnergies AG oder sich darauf beziehende Finanzinstrumente, die direkt oder indirekt 1 % des Grundkapitals oder mehr repräsentieren. Darüber hinaus beträgt auch der Gesamt besitz aller Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder weniger als 1 % der von der Gesellschaft ausgegebenen Aktien.

Im Geschäftsjahr 2019/20 wurden der CropEnergies AG durch Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats keine meldepflichtigen Wertpapiergeschäfte mitgeteilt.

Compliance

Nachstehende Erläuterungen beziehen sich auf Praktiken der Unternehmensführung, die über die gesetzlichen Anforderungen hinaus angewandt werden (§§ 289f Abs. 2 Nr. 2, 315d HGB).

Compliance-Management-System

Compliance ist im CropEnergies-Unternehmensleitbild verankert und durch ein Compliance-Management-System (CMS) konkretisiert. CropEnergies hat als Mitglied der Südzucker-Gruppe deren Verhaltenskodex und die darin enthaltenen Compliance-Unternehmensgrundsätze in entsprechender Form übernommen. Darin wurden die in der Südzucker-Gruppe bestehenden Unternehmensregularien festgeschrieben. Ziel ist es, durch Nutzung der vorhandenen Berichtswege und Informationsflüsse eine Durchsetzung der Grundsätze für CropEnergies zu erreichen.

Das CMS von CropEnergies umfasst die Gesamtheit aller Regelungen und Maßnahmen, mit denen das rechtmäßige Handeln aller Akteure im Unternehmen und die Erkennung relevanter Risiken gewährleistet werden soll. Es regelt Zuständigkeiten, Schulungsmaßnahmen sowie Berichtswege und orientiert sich an den sieben Grundelementen des IDW Prüfungsstandards 980 "Prüfung von Compliance-Management-Systemen":

Compliance-Kultur

Compliance wird bei CropEnergies als Aufgabe des Vorstands sowie des gesamten Managements aller Tochterunternehmen gesehen und gelebt. Vorstand und Führungskräfte schaffen durch ihr Handeln und ihre Kommunikation ein Umfeld, das den Stellenwert von Compliance im Unternehmen klar herausstellt ("tone from the top").

Compliance-Ziele

Ziel des CMS bei Südzucker ist es, das rechtmäßige Verhalten des Unternehmens und aller Mitarbeiter zu gewährleisten, Risiken für Verstöße rechtzeitig zu erkennen und diese durch entsprechende Gegenmaßnahmen zu verhindern sowie eventuell bereits eingetretene Verstöße zu verfolgen und an die zuständigen Stellen zu kommunizieren.

Compliance-Risiken

Compliance-Risiken bestehen grundsätzlich durch jegliche Nichteinhaltung von Gesetzen und Richtlinien. Bei Südzucker liegt das Hauptaugenmerk auf den Bereichen Kartellrecht, Korruptions- und Bestechungsprävention, Kapitalmarkt/ Meldepflichten sowie Datenschutz.

Compliance-Programm

Das Compliance-Programm von Südzucker beinhaltet alle Maßnahmen zum Erreichen der oben genannten Ziele. Es umfasst unter anderem die Erstellung entsprechender Richtlinien, interne Vorkehrungen zur Einhaltung kapitalmarktrechtlicher Melde- und Dokumentationspflichten oder den Einsatz einer Softwarelösung zur Gewährleistung von Third Party Compliance.

In allen Unternehmensbereichen finden regelmäßige Schulungen zu compliancerelevanten Themen statt. Im Geschäftsjahr 2019/20 wurden konzernweit Schulungen und Informationsmaßnahmen zu Themen wie Kartellrecht, Korruptionsprävention, Datenschutz oder IT-Sicherheit durchgeführt. Im Februar 2020 wurde das E-Learning durch die Learning Management Plattform "Südzucker Campus" mit einem verpflichtend zu absolvierenden Online-Schulungsprogramm zu den Themen Kartellrecht, Korruptions- und Bestechungsprävention, Datenschutz und Kapitalmarkt-Compliance erweitert.

Compliance-Organisation

Es besteht eine konzernweite Compliance-Struktur mit klar definierten Berichtswegen über alle wesentlichen Funktionsbereiche und operativen Gesellschaften. Alle Hinweise auf potenzielle Verstöße werden verfolgt. Neben fallbezogenen Meldungen erfolgt eine periodische Berichterstattung an den Compliance Officer der CropEnergies AG und den Vorstand. Der Vorstand wiederum berichtet regelmäßig über Compliance-Themen an den Aufsichtsrat und den Prüfungsausschuss.

Compliance-Kommunikation

Der Südzucker-Verhaltenskodex (→ www.suedzucker.de/de/Unternehmen/Verhaltenskodex/) und die Compliance-Unternehmensgrundsätze (→ www.suedzucker.de/de/Unternehmensgrundsaetze/), wurden allen Mitarbeitern bekannt gemacht. Um die Mitarbeiter im Alltag für Compliance zu sensibilisieren wurden beispielsweise Plakate an den Standorten ausgehängt. Verdachtsfälle können auch über anonyme Hinweisgebersysteme gemeldet werden.

Compliance-Überwachung und Weiterentwicklung

Die Interne Revision von Südzucker überwacht die Einhaltung aller Regelungen in Form von geplanten oder anlassbezogenen Prüfungen. Alle Elemente des CMS werden auf Basis der Erkenntnisse aus diesen Prüfungen und aus gemeldeten Compliance-Fällen fortwährend kritisch hinterfragt und gegebenenfalls weiterentwickelt.

Übernahmerelevante Angaben

Die folgenden Informationen sind erläuternde Angaben nach §§ 289a Abs. 1, 315a Abs. 1 HGB und erläuternder Bericht gemäß § 176 Abs. 1 Satz 1 AktG; sie sind Bestandteil des geprüften Konzernlageberichts. Diese Angaben betreffen u. a. Aspekte, die für den Erwerb der Unternehmenskontrolle eine Rolle spielen können, sowie die Befugnisse des Vorstands, die Kapitalstruktur zu verändern.

Zusammensetzung des Gezeichneten Kapitals, Stimmrechte und Übertragung von Aktien

Zum 29. Februar 2020 beträgt das Gezeichnete Kapital 87.250.000 € und ist in 87.250.000 auf den Inhaber lautende Stückaktien mit einem rechnerischen Anteil von 1 € je Aktie am Grundkapital eingeteilt (§ 315a Abs. 1 Nr. 1 HGB).

Die Gesellschaft hält am Bilanzstichtag keine eigenen Aktien.

Jede Aktie gewährt die gleichen Rechte und in der Hauptversammlung je eine Stimme. Beschränkungen des Stimmrechts der Aktien können sich aus den Vorschriften des Aktiengesetzes ergeben. So unterliegen Aktionäre unter bestimmten Voraussetzungen einem Stimmverbot (§ 136 AktG). Außerdem steht der Gesellschaft kein Stimmrecht aus eigenen Aktien zu (§ 71 b AktG). Vertragliche Beschränkungen in Bezug auf das Stimmrecht oder die Übertragung der Aktien sind CropEnergies nicht bekannt (§ 315a Abs. 1 Nr. 2 HGB).

Kapitalbeteiligungen von mehr als 10 %

Folgende direkte und indirekte Beteiligungen am Grundkapital der CropEnergies AG, die 10 % der Stimmrechte überschreiten, sind der Gesellschaft bekannt:

Zum 29. Februar 2020 sind die Südzucker AG (Südzucker), Mannheim, mit 69,2 % sowie die Süddeutsche Zucker rüben-Verwertungs-Genossenschaft eG (SZVG), Stuttgart, mit 5,2 % direkt am Grundkapital beteiligt. Die von Südzucker gehaltenen Anteile sind gemäß § 22 Abs. 1 Nr. 1 WpHG der SZVG zuzurechnen. Somit hält die SZVG direkt und indirekt insgesamt 74,4 % der Stimmrechte (§ 315a Abs. 1 Nr. 3 HGB).

Aktien mit Sonderrechten, Stimmrechtskontrolle bei Arbeitnehmeraktien

Bei CropEnergies gibt es keine Aktien mit Sonderrechten (§ 315a Abs. 1 Nr. 4 HGB). Es gibt auch keine Art einer Stimmrechtskontrolle aus der Beteiligung von Arbeitnehmern am Kapital (§ 315a Abs. 1 Nr. 5 HGB).

Ernennung und Abberufung der Vorstandsmitglieder

Die Ernennung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern erfolgt durch den Aufsichtsrat gemäß §§ 84 und 85 AktG. Gemäß § 6 Abs. 1 der Satzung besteht der Vorstand aus mindestens zwei Personen. Im Übrigen bestimmt der Aufsichtsrat die Zahl der Mitglieder des Vorstands. Der Aufsichtsrat kann einen Vorsitzenden sowie einen stellvertretenden Vorsitzenden des Vorstands ernennen. Die Mitglieder des Vorstands wurden jeweils für die Dauer von mind. 3 Jahren bestellt.

Satzungsänderungen

Änderungen der Satzung bedürfen gemäß § 179 Abs. 1 AktG eines Beschlusses der Hauptversammlung. Die Satzung der CropEnergies AG macht von der Möglichkeit der Abweichung gemäß § 179 Abs. 2 AktG Gebrauch und sieht vor, dass Beschlüsse, soweit nicht zwingende Vorschriften des Aktienrechts oder der Satzung etwas Abweichendes bestimmen, mit einfacher Stimmenmehrheit und, soweit eine Kapitalmehrheit erforderlich ist, mit einfacher Kapitalmehrheit gefasst werden können. Die Befugnis zu Änderungen, die nur die Fassung betreffen, wurde dem Aufsichtsrat übertragen (§ 315a Abs. 1 Nr. 6 HGB).

Befugnisse des Vorstands, insbesondere zu Aktienausgabe und Aktienrückkauf

Die Hauptversammlung vom 14. Juli 2015 hat den Vorstand gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG ermächtigt, bis zum 13. Juli 2020 Aktien der Gesellschaft im Umfang von bis zu 10 % des Grundkapitals zu erwerben. Der Erwerb darf über die Börse oder mittels eines an alle Aktionäre gerichteten öffentlichen Kaufangebots erfolgen. Die eigenen Aktien können auch zum Zwecke der Einziehung zu Lasten des Bilanzgewinns oder anderer Gewinnrücklagen erworben werden. Der Vorstand ist u. a. ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die erworbenen eigenen Aktien unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen oder beim Erwerb von Unternehmen, Unternehmensteilen oder Beteiligungen an Unternehmen an Dritte zu veräußern oder zur Bedienung von Wandel- oder Optionsanleihen zu nutzen. Von der Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien wurde bislang kein Gebrauch gemacht (§ 315a Abs. 1 Nr. 7 HGB).

Die Hauptversammlung vom 12. Juli 2016 hat den Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 11. Juli 2021 das Grundkapital um bis zu insgesamt 15 Mio. € durch Ausgabe neuer Aktien gegen Bar- und/oder Sacheinlage zu erhöhen und dabei das Bezugsrecht der Aktionäre in bestimmten Fällen auszuschließen. Im Geschäftsjahr 2019/20 wurde von der Ermächtigung kein Gebrauch gemacht.

Kontrollwechsel- und Entschädigungsvereinbarungen

Die Südzucker AG hat am 12. Juli 2019 mit einem Bankenkonsortium einen Vertrag über eine syndizierte Kreditlinie in Höhe von 600 Mio. € und einer Laufzeit von bis zu 2024 (bzw. mit Verlägerungsoption bis 2025 oder 2026) abgeschlossen. Die CropEnergies AG ist dieser Kreditlinie mit einem Teilbetrag von 100 Mio. € beigetreten. Im Fall eines Kontrollwechsels im Sinne des Vertrags hat jedes Mitglied des Bankenkonsortiums unter bestimmten Voraussetzungen das Recht, seinen Anteil an der Kreditlinie sowie seinen jeweiligen Anteil an ausstehenden Krediten zu kündigen und deren Rückzahlung (einschließlich Zinsen) zu verlangen.

Im Übrigen bestehen keine wesentlichen Vereinbarungen, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels infolge eines Übernahmeangebots stehen, und keine Entschädigungsvereinbarungen mit Mitgliedern des Vorstands oder zugunsten von Arbeitnehmern für den Fall eines Kontrollwechsels (§ 315a Abs. 1 Nr. 9 HGB).

Einzelheiten zur Vergütung des Vorstands und des Aufsichtsrats sind im Vergütungsbericht auf den Seiten 74 und 75 angegeben.

Heimvorteil

ARBEITSPLÄTZE IN LÄNDLICHEN REGIONEN

Arbeiten wo man lebt

Mit unseren Produktionsanlagen in ländlichen Regionen sind wir nicht nur nah an unseren Rohstoffen, sondern auch an unseren Mitarbeitern. Die Wahl zwischen Landflucht oder Pendeln in die Stadt mit langen Staus beeinflusst das Leben vieler Arbeitnehmer. CropEnergies setzt sich mit Arbeitsplätzen in der Nähe des ländlichen Wohnorts für mehr Lebensqualität und eine ausgeglichene Work-Life-Balance der Mitarbeiter ein. Gleichzeitig geben wir wichtige Impulse für weitere Wertschöpfung sowie Arbeitsplätze rund um die CropEnergies-Standorte.

KONZERNABSCHLUSS

Gesamtergebnisrechnung 1. März 2019 bis 29. Februar 2020

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Tsd. € Anhang 2019/20 2018/19
Gewinn-und-Verlust-Rechnung
Umsatzerlöse (6) 899.175 778.612
Bestandsveränderungen und andere aktivierte Eigenleistungen (7) -8.313 4.078
Sonstige betriebliche Erträge (8) 4.853 17.120
Materialaufwand (9) -652.198 -617.127
Personalaufwand (10) -37.992 -34.680
Abschreibungen (16), (17) -42.246 -39.268
Sonstige betriebliche Aufwendungen (11) -59.386 -65.837
Ergebnis aus at Equity einbezogenen Unternehmen (18) 197 189
Ergebnis der Betriebstätigkeit (12) 104.090 43.087
Finanzerträge (13) 120 549
Finanzaufwendungen (13) -3.465 -1.088
Ergebnis vor Ertragsteuern 100.745 42.548
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag (14) -26.194 -21.285
Jahresüberschuss 74.551 21.263
Verwässertes und unverwässertes Ergebnis je Aktie (€) (31) 0,85 0,24
Aufstellung der erfolgsneutral im Eigenkapital erfassten Erträge und Aufwendungen
Jahresüberschuss 74.551 21.263
Marktwertveränderungen aus Cashflow Hedges * -2.334 -1.446
Erfolgsneutrale Veränderung 16.420 -533
Erfolgswirksame Reklassifizierung -18.754 -913
Konsolidierungsbedingte Währungsdifferenzen 784 1.337
Zukünftig in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung zu erfassende Erträge und Aufwendungen -1.550 -109
Neubewertung von leistungsorientierten Pensionszusagen und ähnlichen Verpflichtungen * -6.144 -764
Zukünftig nicht in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung zu erfassende Erträge und Aufwendungen -6.144 -764
Erfolgsneutral im Eigenkapital erfasste Erträge und Aufwendungen -7.694 -873
Gesamtergebnis 66.857 20.390

* Nach Berücksichtigung latenter Steuern

Kapitalflussrechnung 1. März 2019 bis 29. Februar 2020

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Tsd. € Anhang 2019/20 2018/19
Jahresüberschuss 74.551 21.263
Abschreibungen und Wertberichtigungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen (16), (17) 42.246 39.268
Veränderung der langfristigen Rückstellungen und der latenten Steuern 4.582 -777
Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen -1.183 -660
Cashflow 120.196 59.094
Gewinn (-) / Verlust (+) aus dem Abgang von Gegenständen des langfristigen Vermögens -786 205
Zunahme (+) / Abnahme (-) der kurzfristigen Rückstellungen 1.912 -7.661
Zunahme (-) / Abnahme (+) der Vorräte, der Forderungen und sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte -4.085 -13.555
Zunahme (+) / Abnahme (-) der Verbindlichkeiten (ohne Finanzverbindlichkeiten) 7.909 -3.642
Abnahme (+) / Zunahme (-) des Working Capital 5.736 -24.858
I. Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit 125.146 34.441
Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte (16), (17) -29.884 -13.222
Einzahlungen aus dem Abgang von langfristigen Vermögenswerten 124 62
Auszahlungen in kurzfristige Finanzmittelanlagen -14.992 0
II. Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit -44.752 -13.160
Dividendenausschüttungen -13.088 -21.813
Auszahlungen in Finanzforderungen -54.500 -34.000
Mittelabfluss aus Leasingverbindlichkeiten -3.640 0
III. Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit -71.228 -55.813
IV. Veränderung der flüssigen Mittel (Summe aus I., II. u. III.) 9.166 -34.532
Veränderung der flüssigen Mittel aufgrund von Wechselkursänderungen 1.380 471
Zunahme (+) / Abnahme (-) der flüssigen Mittel 10.546 -34.061
Flüssige Mittel am Anfang der Periode 2.813 36.874
Flüssige Mittel am Ende der Periode 13.359 2.813
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Tsd. € Anhang 2019/20 2018/19
Zinsauszahlungen (32) 510 224
Steuerzahlungen (32) 29.737 22.176

Unter Position (32) des Anhangs werden weitere Erläuterungen zur Kapitalflussrechnung gegeben.

Bilanz 29. Februar 2020

Aktiva

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Tsd. € Anhang 29.02.2020 28.02.2019
Immaterielle Vermögenswerte (16) 8.317 8.864
Sachanlagen (17) 369.299 368.600
Anteile an at Equity einbezogenen Unternehmen (18) 2.268 2.071
Forderungen und sonstige Vermögenswerte (28) 44 39
Aktive latente Steuern (14) 4.728 3.096
Langfristige Vermögenswerte 384.656 382.670
Vorräte (19) 66.558 78.728
Finanzforderungen (25), (26), (28) 88.500 34.000
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Vermögenswerte (20), (27), (28) 94.564 79.983
Steuererstattungsansprüche (14) 6.999 7.554
Wertpapiere (25), (26), (28) 14.992 0
Flüssige Mittel (25), (26), (28) 13.359 2.813
Kurzfristige Vermögenswerte 284.972 203.078
Bilanzsumme 669.628 585.748

PASSIVA

Tsd. € Anhang 29.02.2020 28.02.2019
Gezeichnetes Kapital 87.250 87.250
Kapitalrücklage 197.847 197.847
Sonstige Rücklagen und sonstige Eigenkapitalposten 217.784 163.614
Eigenkapital (21) 502.881 448.711
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen (22) 35.003 24.227
Übrige Rückstellungen (23) 3.385 2.514
Langfristige Finanzverbindlichkeiten (25), (26), (28) 6.326 0
Sonstige Verbindlichkeiten (28) 0 85
Steuerschulden (14) 1.957 0
Passive latente Steuern (14) 18.823 21.669
Langfristige Schulden 65.494 48.495
Übrige Rückstellungen (23) 11.049 9.138
Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten (25), (26), (28) 3.216 0
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten (24), (27), (28) 77.599 65.583
Steuerschulden (14) 9.389 13.821
Kurzfristige Schulden 101.253 88.542
Bilanzsumme 669.628 585.748

Entwicklung des Eigenkapitals 1. März 2019 bis 29. Februar 2020

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Sonstige Rücklagen und sonstige Eigenkapitalposten
Tsd. € Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage Sonstige Rücklagen Cashflow Hedges Kumulierte Währungsdifferenzen Summe
Stand 1. März 2018 (veröffentlicht) 87.250 197.847 165.153 -3.836 -736 160.581
Anpassung aus Erstanwendung IFRS 9 -10 -10
Stand 1. März 2018 87.250 197.847 165.143 -3.836 -736 160.571
Jahresüberschuss 21.263 21.263
Marktwertveränderungen aus Cashflow Hedges * -1.446
Währungsveränderungen 1.337
Neubewertung von leistungsorientierten Pensionszusagen und ähnlichen Verpflichtungen * -764
Erfolgsneutral im Eigenkapital erfasste Erträge und Aufwendungen -764 -1.446 1.337 -873
Gesamtergebnis 20.499 -1.446 1.337 20.390
In den Anschaffungskosten von nicht finanziellen Vermögenswerten umgegliederte Sicherungsergebnisse 4.466 4.466
Dividendenausschüttung -21.813 -21.813
Stand 28. Februar 2019 87.250 197.847 163.829 -816 601 163.614
Stand 1. März 2019 87.250 197.847 163.829 -816 601 163.614
Jahresüberschuss 74.551 74.551
Marktwertveränderungen aus Cashflow Hedges * -2.334
Währungsveränderungen 784
Neubewertung von leistungsorientierten Pensionszusagen und ähnlichen Verpflichtungen * -6.144
Erfolgsneutral im Eigenkapital erfasste Erträge und Aufwendungen -6.144 -2.334 784 -7.694
Gesamtergebnis 68.407 -2.334 784 66.857
In den Anschaffungskosten von nichtfinanziellen Vermögenswerten umgegliederte Sicherungsergebnisse 401 401
Dividendenausschüttung -13.088 -13.088
Stand 29. Februar 2020 87.250 197.847 219.148 -2.749 1.385 217.784
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Tsd. € Gesamtes Konzerneigenkapital
Stand 1. März 2018 (veröffentlicht) 445.678
Anpassung aus Erstanwendung IFRS 9 -10
Stand 1. März 2018 445.668
Jahresüberschuss 21.263
Marktwertveränderungen aus Cashflow Hedges *
Währungsveränderungen
Neubewertung von leistungsorientierten Pensionszusagen und ähnlichen Verpflichtungen *
Erfolgsneutral im Eigenkapital erfasste Erträge und Aufwendungen -873
Gesamtergebnis 20.390
In den Anschaffungskosten von nicht finanziellen Vermögenswerten umgegliederte Sicherungsergebnisse 4.466
Dividendenausschüttung -21.813
Stand 28. Februar 2019 448.711
Stand 1. März 2019 448.711
Jahresüberschuss 74.551
Marktwertveränderungen aus Cashflow Hedges *
Währungsveränderungen
Neubewertung von leistungsorientierten Pensionszusagen und ähnlichen Verpflichtungen *
Erfolgsneutral im Eigenkapital erfasste Erträge und Aufwendungen -7.694
Gesamtergebnis 66.857
In den Anschaffungskosten von nichtfinanziellen Vermögenswerten umgegliederte Sicherungsergebnisse 401
Dividendenausschüttung -13.088
Stand 29. Februar 2020 502.881

* Nach Berücksichtigung latenter Steuern

Unter Position (21) des Anhangs ist die Entwicklung des Eigenkapitals erläutert.

Konzernanhang

Allgemeine Erläuterung

(1) Grundlagen für die Aufstellung des Konzernabschlusses

Die CropEnergies AG hat ihren Sitz in der Maximilianstraße 10 in 68165 Mannheim, Deutschland. Die Gesellschaft ist im Handelsregister unter HRB Nr. 700509 beim Amtsgericht Mannheim eingetragen. Gemäß § 2 der Satzung der Gesellschaft in der Fassung vom 16. November 2016 ist der Gegenstand des Unternehmens der Erwerb, das Halten und die Verwaltung von Beteiligungen an sowie die Gründung von anderen Unternehmen, die unmittelbar oder mittelbar in den Bereichen der Herstellung und des Vertriebs von Bioethanol (Agraralkohol), sonstigen Biokraftstoffen sowie ähnlichen Produkten, die aus Getreide oder anderen Rohstoffen erzeugt werden, einschließlich der Herstellung und des Vertriebs von Nebenprodukten, tätig sind. Die CropEnergies AG gehört mehrheitlich zur Südzucker AG.

Gegenstand des Konzernabschlusses sind die CropEnergies AG und ihre Tochterunternehmen. CropEnergies hat den Konzernabschluss nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) des International Accounting Standards Board (IASB), London, unter Berücksichtigung der Interpretationen des IFRS Interpretations Committee (IFRS IC) erstellt, wie sie in der EU anzuwenden sind. Ergänzend wurden die nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften berücksichtigt. Sämtliche vom IASB herausgegebenen und zum Zeitpunkt der Aufstellung des vorliegenden Konzernabschlusses geltenden und von der CropEnergies AG angewendeten IFRS wurden von der EU-Kommission für die Anwendung in der EU übernommen.

Der Konzernabschluss zum 29. Februar 2020 ist am 22. April 2020 vom Vorstand aufgestellt und vom Abschlussprüfer PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Frankfurt am Main, mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen worden. Die Prüfung durch den Prüfungsausschuss erfolgte am 7. Mai 2020 und die Prüfung sowie die Billigung durch den Aufsichtsrat in seiner Sitzung am 11. Mai 2020. Das Datum der Veröffentlichung ist der 13. Mai 2020.

CropEnergies erstellt und veröffentlicht den Konzernabschluss in Euro. Alle Beträge werden, soweit nicht anders vermerkt, in Tausend Euro (Tsd. €) angegeben. Die Vorjahreswerte werden regelmäßig in Klammern dargestellt. Bei Prozentangaben und Zahlen können sich Rundungsdifferenzen ergeben.

Neben der Gesamtergebnisrechnung, die eine Gewinn-und-Verlust-Rechnung sowie eine Aufstellung der erfolgsneutral im Eigenkapital erfassten Erträge und Aufwendungen umfasst, der Kapitalflussrechnung und der Bilanz wird die Entwicklung des Eigenkapitals gezeigt. Die Angaben im Anhang enthalten außerdem eine Segmentberichterstattung.

Um die Klarheit der Darstellung zu verbessern, werden verschiedene Posten der Bilanz und der Gesamtergebnisrechnung zusammengefasst. Diese Posten werden im Anhang gesondert ausgewiesen und erläutert. Die Gewinn-und-Verlust-Rechnung als Bestandteil der Gesamtergebnisrechnung wird nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.

Der Konzernabschluss wird grundsätzlich auf Basis historischer Anschaffungs- und Herstellungskosten aufgestellt, sofern unter Ziffer (5) Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze nicht etwas anderes berichtet wird.

Erstmalig angewendete IFRS und IFRIC: Im Geschäftsjahr 2019/20 waren die nachstehenden Standards erstmalig verpflichtend anzuwenden.

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Standard Verabschiedung durch den IASB Anerkennung durch die EU
IAS 19 (geändert 2018) Leistungen an Arbeitnehmer 07.02.2018 13.03.2019
IAS 28 (geändert 2017) Anteile an assoziierten Unternehmen (Änderung) 12.10.2017 08.02.2019
IFRS 9 (geändert 2017) Finanzinstrumente (Änderung) 12.10.2017 22.03.2018
IFRS 16 Leasing 13.01.2016 31.10.2017
Diverse Jährliche Verbesserungen an den IFRS - Zyklus 2015 - 2017 12.12.2017 14.03.2019
IFRIC 23 Unsicherheit bezüglich der ertragsteuerlichen Behandlung 07.06.2017 23.10.2018

Ab dem 1. März 2019 war erstmalig der Standard IFRS 16 (Leasingverhältnisse) verpflichtend anzuwenden.

In Übereinstimmung mit den Übergangsvorschriften von IFRS 16 erfolgt die erstmalige Anwendung von IFRS 16 nach dem modifizierten retrospektiven Ansatz und somit ohne Anpassung von Vorjahreszahlen.

Gemäß IFRS 16 setzt der Leasingnehmer grundsätzlich alle Leasingverhältnisse als Barwert in Form eines Nutzungsrechts am geleasten Vermögenswert und einer Leasingverbindlichkeit in der Bilanz an. Der Barwert wird auf Basis des aktuellen laufzeitadäquaten Grenzfremdkapitalzinssatzes ermittelt, es sei denn, der den Leasingzahlungen zugrundeliegende Zinssatz ist verfügbar. Das Nutzungsrecht wird regelmäßig über die Vertragslaufzeit abgeschrieben. Die Leasingverbindlichkeit wird nach der Effektivzinsmethode aufgezinst und durch Leasingzahlungen getilgt; die daraus resultierenden Zinsaufwendungen werden im Finanzergebnis ausgewiesen. Das Nutzungsrecht unterliegt dem Wertminderungstest gemäß IAS 36 (Wertminderung von Vermögenswerten).

Mit der erstmaligen Anwendung von IFRS 16 wurden Nutzungsrechte in Höhe von 9,9 Mio. € angesetzt. Dementsprechend verzeichneten die langfristigen Finanzverbindlichkeiten einen Zugang in Höhe von 7,4 Mio. € und die kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten einen Zugang in Höhe von 2,5 Mio. €. In der Bilanz werden die Nutzungsrechte gemeinsam mit dem erworbenen bzw. selbst erstellten Sachanlagevermögen ausgewiesen.

Auswirkungen von IFRS 16 auf die Bilanz im Überblick:

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Tsd. € Betrag veröffentlicht 28.02.2019 Anpassungen IFRS 16 Betrag angepasst 01.03.2019
AKTIVA
Immaterielle Vermögenswerte 8.864 0 8.864
Sachanlagen 368.600 9.879 378.479
Langfristige Vermögenswerte 382.670 9.879 392.549
Kurzfristige Vermögenswerte 203.078 0 203.078
Bilanzsumme 585.748 9.879 595.627
PASSIVA
Eigenkapital 448.711 0 448.711
Finanzverbindlichkeiten 0 7.371 7.371
Langfristige Schulden 48.495 7.371 55.866
Finanzverbindlichkeiten 0 2.508 2.508
Kurzfristige Schulden 88.542 2.508 91.050
Bilanzsumme 585.748 9.879 595.627

Ertragsteuerpositionen werden insbesondere vor dem Hintergrund vielfältiger Änderungen von Steuergesetzen, steuerlicher Regelungen, der Rechtsprechung und fortlaufenden steuerlichen Prüfungen regelmäßig gewürdigt. CropEnergies begegnet diesem Umstand insbesondere unter Anwendung von IFRIC 23 mit einer fortlaufenden Identifikation und Bewertung der steuerlichen Rahmenbedingungen und der sich daraus ergebenden Effekte. Danach fließen aktuellste Erkenntnisse in die erforderlichen Schätzparameter zur Bewertung der Steuerrückstellungen ein.

Die übrigen Änderungen hatten keine wesentlichen Auswirkungen auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage bzw. die Anhangangaben von CropEnergies.

Zukünftig anzuwendende IFRS und IFRIC: In der nachfolgenden Übersicht sind die Standards und Interpretationen aufgeführt, die ab dem Geschäftsjahr 2019/20 oder später anzuwenden sind bzw. vom IASB veröffentlicht wurden, aber noch nicht von der EU anerkannt worden sind. Bei den noch nicht von der EU anerkannten Standards wird der erwartete Anwendungszeitpunkt angegeben. CropEnergies hat keine der genannten neuen oder geänderten Vorschriften vorzeitig angewandt. Die Angaben zum Inhalt orientieren sich daran, ob und in welcher Form die Regelungen für CropEnergies von Relevanz sind; sofern künftig geltende Vorschriften für CropEnergies nicht einschlägig sind, wird auf Angaben zum Inhalt vollständig verzichtet.

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Standard / Interpretation Verabschiedung durch den IASB Anwendungspflicht für CropEnergies ab Geschäftsjahr Anerkennung durch die EU
Rahmenkonzept (Änderung) 29.03.2018 2020/21 29.11.2019
IAS 1 Darstellung des 31.10.2018 2020/21
Abschlusses
(Änderung)
IAS 1 Darstellung des 23.01.2020 2022/23
Abschlusses
(Änderung)
IAS 8 Rechnungslegungs- 31.10.2018 2020/21
methoden,
Änderungen von
rechnungslegungs-
bezogenen
Schätzungen und Fehlern
(Änderung)
IAS 39 Finanzinstrumente: 26.09.2019 2020/21
(geändert 2019) Ansatz und
Bewertung
(Änderung)
IFRS 3 Unternehmens- 22.10.2018 2020/21
zusammenschlüsse
(Änderung)
IFRS 7 Finanzinstrumente: 26.09.2019 2020/21
(geändert 2019) Angaben (Änderung)
IFRS 9 Finanzinstrumente 26.09.2019 2020/21
(geändert 2019) (Änderung)
IFRS 17 Versicherungs- 18.05.2017 2021/22
verträge
Diverse Rahmenwerk 29.03.2018 2020/21
(selbst nicht
Teil des EU-
Endorsement-
Prozesses,
aber Änderungen
an
den Verweisen innerhalb
der diversen IFRS)
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Standard / Interpretation Inhalt und bei Relevanz die voraussichtlichen Auswirkungen auf CropEnergies
Rahmenkonzept (Änderung) Die Änderung ist für CropEnergies nicht relevant.
IAS 1 29.11.2019 Mit der Änderungen wurde die Definition von "wesentlich" konkretisiert.
IAS 1 Nein Die Änderungen stellen klar, dass die Klassifizierung von Schulden
als kurz- oder langfristig auf den Rechten basieren, die Erfüllung einer
Verpflichtung um mindestens zwölf Monate aufzuschieben. Bei der Klassifizierung kommt
es auf das Recht zum Bilanzstichtag an.
Die Änderungen können ab dem Geschäftsjahr 2022/23 einschlägig werden.
IAS 8 29.11.2019 Mit der Änderung wird auf die Definition von
"wesentlich" in IAS 1 verwiesen.
IAS 39 15.01.2020 Im Rahmen der Interest Rate Benchmark Reform wurde die
(geändert 2019) Frage aufgegriffen, wie sich die Ersetzung eines bestehenden
Referenzzinssatzes (IBOR) auf bestimmte Hedge-Accounting-Vorschriften auswirkt.
IFRS 3 Nein Mit der Änderung wurde die Definition eines Geschäftsbetriebs, in
Abgrenzung zu einem Erwerb einer Gruppe von Vermögenswerten,
angepasst. Die Änderungen können bei Unternehmenszusammenschlüssen
ab dem Geschäftsjahr 2020/21 einschlägig werden.
IFRS 7 15.01.2020 Siehe Angabe zu IAS 39 (geändert 2019).
(geändert 2019)
IFRS 9 15.01.2020 Siehe Angabe zu IAS 39 (geändert 2019).
(geändert 2019)
IFRS 17 Nein Der Standard ist für CropEnergies nicht relevant.
Diverse 29.11.2019 Es werden keine Auswirkungen auf die Darstellung der
Vermögens-, Finanz- und Ertragslage erwartet.

(2) Konsolidierungskreis

In den Konzernabschluss werden die Abschlüsse der CropEnergies AG und der von ihr beherrschten Unternehmen (Tochterunternehmen) nach den Grundsätzen der Vollkonsolidierung einbezogen. Eine Beherrschung im Sinne des IFRS 10 (Konzernabschlüsse) liegt vor, wenn eine Gesellschaft aufgrund ihrer Beteiligung an einem anderen Unternehmen positiven oder negativen Rückflüssen ausgesetzt ist oder über Rechte verfügt, diese zu erhalten. Weiterhin muss die Möglichkeit gegeben sein, die variablen Rückflüsse zu beeinflussen, indem die Gesellschaft die Aktivitäten des Unternehmens steuert. Die Beherrschung kann aufgrund von Stimmrechten oder bestehenden Umständen, unter anderem aufgrund von vertraglichen Regelungen, erfolgen. Entsprechend werden folgende Tochterunternehmen einbezogen:

CropEnergies Bioethanol GmbH, Zeitz *

CropEnergies Beteiligungs GmbH, Mannheim *

BioWanze SA, Brüssel / Wanze ab März 2020 (Belgien)

Ryssen Alcools SAS, Loon-Plage (Frankreich)

Compagnie Financière de l'Artois SAS, Paris (Frankreich)

Ensus UK Ltd., Yarm (Großbritannien)

Ryssen Chile SpA, Lampa, Santiago de Chile (Chile)

Die CropEnergies Inc. mit Sitz in Houston (USA) wurde im Geschäftsjahr 2019/20 aufgelöst.

Eine detaillierte Darstellung der Beteiligungen findet sich in der Anteilsbesitzliste auf Seite 132.

Die CropEnergies AG wird in den im Bundesanzeiger offengelegten IFRS-Konzernabschluss der Südzucker AG, Mannheim (HRB Nr. 42 beim Amtsgericht Mannheim) einbezogen, der den größten Konsolidierungskreis abbildet.

Die Joint Venture-Gesellschaft

CT Biocarbonic GmbH, Zeitz,

an der CropEnergies 50 % der Anteile hält und die einer gemeinschaftlichen Führung untersteht, wurde at Equity in den Konzernabschluss einbezogen. Dabei fließt der Ergebnisbeitrag der CT Biocarbonic GmbH ausschließlich in das Ergebnis aus at Equity einbezogenen Unternehmen ein. Die Anteile aus at Equity einbezogenen Unternehmen erhöhen oder vermindern sich jährlich um das anteilige Ergebnis der CT Biocarbonic GmbH:

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Tsd. € 29.02.2020 28.02.2019
Langfristige Vermögenswerte 6.758 7.312
Vorräte 54 70
Forderungen und andere Vermögenswerte 606 472
Flüssige Mittel 725 512
Kurzfristige Vermögenswerte 1.385 1.054
Summe Vermögenswerte 8.143 8.366
Eigenkapital 4.521 4.128
Langfristige Schulden 318 995
Kurzfristige Schulden 3.304 3.243
Summe Schulden 3.622 4.238
Erträge 3.332 3.655
- Aufwendungen -2.939 -3.277
= Jahresüberschuss 393 378

* Befreiung von der Offenlegungspflicht nach § 264 Abs. 3 HGB

Die CT Biocarbonic GmbH ist ein strategisches Joint Venture zur Herstellung und zum Vertrieb von flüssigem CO2 in Lebensmittelqualität. Der Buchwert des Anteils an der CT Biocarbonic GmbH beträgt 2,3 (2,1) Mio. €. Dies entspricht jeweils dem hälftigen Eigenkapital der CT Biocarbonic GmbH.

(3) Konsolidierungsmethoden

Nach IFRS sind sämtliche Unternehmenszusammenschlüsse nach der Erwerbsmethode abzubilden. Der Kaufpreis des erworbenen Tochterunternehmens wird den erworbenen Vermögenswerten, Schulden und Eventualschulden zugeordnet. Maßgeblich sind dabei die Wertverhältnisse zu dem Zeitpunkt, an dem die Möglichkeit der Beherrschung über das Tochterunternehmen erlangt werden kann. Die ansatzfähigen Vermögenswerte und die übernommenen Schulden und Eventualschulden werden - unabhängig von der Beteiligungshöhe - in voller Höhe mit ihren beizulegenden Zeitwerten angesetzt. Immaterielle Vermögenswerte sind gesondert vom Geschäfts- oder Firmenwert zu bilanzieren, wenn sie von Unternehmen separierbar sind oder aus einem vertraglichen oder anderen Recht resultieren. Verbleibende Unterschiedsbeträge werden als Geschäfts- oder Firmenwert aktiviert.

Die Beteiligung an der CT Biocarbonic GmbH ist auf der Grundlage der at Equity-Bewertung zum Zeitpunkt des Erwerbs bzw. bei Vorliegen der Anwendungsvoraussetzungen von IFRS 11 (Gemeinschaftliche Vereinbarungen) bzw. IAS 28 (Anteile an assoziierten Unternehmen) in den Konzernabschluss eingegangen. Bei der CT Biocarbonic GmbH handelt es sich um eine Beteiligung, an der CropEnergies 50 % der Anteile hält und die einer gemeinschaftlichen Führung untersteht. Hierbei wird das Unternehmen zunächst mit den Anschaffungskosten und in den Folgeperioden mit dem fortgeführten anteiligen Nettovermögen bilanziert. Dabei werden die Buchwerte jährlich um die anteiligen Ergebnisse, ausgeschütteten Dividenden und sonstigen Eigenkapitalveränderungen erhöht bzw. vermindert. Nach der at Equity-Methode bilanzierte Beteiligungen werden außerplanmäßig abgeschrieben, wenn der erzielbare Betrag den Buchwert unterschreitet.

Konzerninterne Umsätze, Aufwendungen und Erträge sowie alle Forderungen und Verbindlichkeiten bzw. Rückstellungen zwischen den konsolidierten Gesellschaften werden eliminiert. Im Anlagevermögen und in den Vorräten enthaltene Vermögenswerte aus konzerninternen Lieferungen werden um die Zwischenergebnisse bereinigt.

(4) Währungsumrechnung

Fremdwährungstransaktionen werden mit den Wechselkursen zum Transaktionszeitpunkt in die funktionale Währung (die Währung des primären wirtschaftlichen Umfelds, in dem das Unternehmen operiert) umgerechnet. Währungsgewinne und -verluste aus der Erfüllung solcher Transaktionen sowie aus der Umrechnung von monetären Vermögenswerten und Schulden zum Stichtagskurs werden in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung erfasst.

Der Jahresabschluss der Ensus UK Ltd., Yarm, wird in britischen Pfund (GBP) und der Jahresabschluss der Ryssen Chile SpA, Lampa, Santiago de Chile, wird in chilenischen Pesos (CLP) aufgestellt. Da die Berichtswährung von CropEnergies der Euro ist (funktionale Währung des Mutterunternehmens), erfolgt die Umrechnung der Vermögenswerte und Schulden zu EZB-Referenzkursen oder anderweitigen bekanntgegebenen Referenzkursen am Bilanzstichtag (Stichtagskurs). Im Fall der Fremdwährungsgewinne und -verluste aus der Bewertung von Forderungen und Verbindlichkeiten im Rahmen der Konzernfinanzierung erfolgt die Umrechnung zum Durchschnittskurs des Geschäftsjahrs. Wenn jedoch die Anwendung des Jahresdurchschnittskurses zu unzutreffenden Ergebnissen führt, erfolgt die Umrechnung zu einem angepassten Durchschnittskurs. Die übrigen Aufwendungen und Erträge werden zum Jahresdurchschnittskurs angesetzt.

Die für die Währungsumrechnung zugrunde gelegten Wechselkurse der Währungen haben sich wie folgt entwickelt (Gegenwert für 1 €):

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1 € = Landeswährung
Land Währungsabkürzung Stichtag 29.02.2020 Durchschnitt 2019/20 Stichtag 28.02.2019 Durchschnitt 2018/19
Chile CLP 900,24 804,97 741,43 760,29
Großbritannien GBP 0,85 0,87 0,86 0,88

Unterschiede aus der Währungsumrechnung bei den Vermögens- und Schuldpositionen gegenüber der Umrechnung des Vorjahrs sowie Umrechnungsdifferenzen zwischen Bilanz und Gewinn-und-Verlust-Rechnung werden erfolgsneutral behandelt und in der Gesamtergebnisrechnung als Zusatzangabe zu den erfolgsneutral im Eigenkapital erfassten Erträgen und Aufwendungen als konsolidierungsbedingte Währungsdifferenzen ausgewiesen.

Konzerninterne Darlehen zur langfristigen Finanzierung von Tochterunternehmen stellen im Wesentlichen einen Teil der Nettoinvestitionen in diese ausländischen Geschäftsbetriebe (Net Investment in a Foreign Operation) dar; die daraus resultierenden Währungsumrechnungsdifferenzen aus der Stichtagsbewertung werden erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst und in der Gesamtergebnisrechnung als Bestandteil der erfolgsneutral im Eigenkapital erfassten Erträge und Aufwendungen in der Position Währungsdifferenzen ausgewiesen.

(5) Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Bei der Erstellung der Konzernabschlüsse der Konzerngesellschaften sind die einschlägigen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze nach IFRS für gleichartige Geschäftsvorfälle und sonstige Ereignisse in ähnlichen Umständen einheitlich anzuwenden. Eine Erläuterung der Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze erfolgt nur, soweit die einschlägigen Standards Wahlrechte bei der Bilanzierung und Bewertung vorsehen bzw. wenn die Grundsätze weiter konkretisiert werden. Insbesondere wird von einer Wiederholung der Texte der jeweiligen Standards bzw. von der Wiedergabe von Grundregeln abgesehen.

Erworbene Geschäfts- oder Firmenwerte sind unter den immateriellen Vermögenswerten ausgewiesen. Geschäfts- oder Firmenwerte und immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer werden nicht planmäßig abgeschrieben, sondern jährlich sowie bei Vorliegen von Anhaltspunkten (Triggering Events) für eine Wertminderung einem Werthaltigkeitstest (Impairment-Only-Approach) unterzogen. Die Vorgehensweise bei dieser Werthaltigkeitsprüfung ist in den Erläuterungen zur Bilanz dargestellt. Auf immaterielle Vermögenswerte wird die Leasingbilanzierung nicht angewandt.

Sachanlagen werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, vermindert um lineare planmäßige Abschreibungen und Wertminderungen, bewertet. Im Zugangsjahr werden Vermögenswerte des Sachanlagevermögens zeitanteilig (pro rata temporis) abgeschrieben. Staatliche Zuschüsse und Zulagen werden von den Anschaffungskosten gekürzt.

Den planmäßigen Abschreibungen des Sachanlagevermögens und der immateriellen Vermögenswerte mit bestimmter Nutzungsdauer liegen folgende erwartete Nutzungsdauern zugrunde:

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Erwartete Nutzungsdauer
Immaterielle Vermögenswerte 3 bis 5 Jahre
Gebäude 10 bis 25 Jahre
Technische Anlagen und Maschinen 5 bis 15 Jahre
Betriebs- und Geschäftsausstattung 3 bis 10 Jahre

Leasing von Sachanlagen: Gemäß IFRS 16 setzt der Leasingnehmer grundsätzlich alle Leasingverhältnisse als Barwert in Form eines Nutzungsrechts am geleasten Vermögenswert und eine Leasingverbindlichkeit in der Bilanz an. Der Barwert wird auf Basis des aktuellen laufzeitadäquaten Grenzfremdkapitalzinssatzes ermittelt, es sie denn, der den Leasingzahlungen zugrunde liegende Zinssatz ist verfügbar. Das Nutzungsrecht wird regelmäßig über die Vertragslaufzeit abgeschrieben. Die Leasingverbindlichkeit wird nach der Effektivzinsmethode aufgezinst und durch Leasingzahlungen getilgt; die daraus resultierenden Zinsaufwendungen werden im Finanzergebnis ausgewiesen. Das Nutzungsrecht unterliegt dem Wertminderungstest gemäß IAS 36 (Wertminderung von Vermögenswerten).

Für geringwertige Vermögenswerte und für kurzfristige Leasingverhältnisse nimmt CropEnergies das Wahlrecht der Nichtaktivierung in Anspruch.

Vorräte werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten und im Fall von Lebens- und Futtermitteln zum Nettoveräußerungswert bewertet. Dabei kommt die Durchschnittsmethode oder die Fifo-Methode (First in - first out) zum Ansatz, da dies den tatsächlichen Verbrauchsfolgeverhältnissen entspricht. Die Herstellungskosten umfassen die produktionsbezogenen Vollkosten, die auf der Grundlage der normalen Kapazität ermittelt werden. Im Einzelnen enthalten die Herstellungskosten neben den direkt zurechenbaren Einzelkosten auch fixe und variable Produktionsgemeinkosten (Material- und Fertigungsgemeinkosten) einschließlich Abschreibungen auf Fertigungsanlagen. Dabei werden insbesondere die Kosten berücksichtigt, die auf den spezifischen Produktionskostenstellen anfallen. Finanzierungskosten werden dabei nicht berücksichtigt. Soweit erforderlich, wird der niedrigere realisierbare Veräußerungswert abzüglich noch anfallender Kosten angesetzt (Nettoveräußerungswert). Dieser Nettoveräußerungswert ist der geschätzte, im normalen Geschäftsverlauf erzielbare Verkaufserlös abzüglich der notwendigen variablen Vertriebskosten. Abwertungen auf fertige und unfertige Erzeugnisse werden unter der Position "Bestandsveränderungen" ausgewiesen. Soweit bei früher abgewerteten Vorräten der Nettoveräußerungserlös gestiegen ist, wird in diesem Umfang eine Wertaufholung vorgenommen.

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ohne signifikante Finanzierungskomponente werden beim erstmaligen Ansatz zu deren Transaktionspreis bewertet. Die sonstigen finanziellen Vermögenswerte werden zum Zeitpunkt des Zugangs mit dem Marktwert zuzüglich Transaktionskosten und anschließend mit fortgeführten Anschaffungskosten unter Berücksichtigung der Effektivzinsmethode bewertet.

Für die in den Forderungen enthaltenen Ausfall- oder anderen Risiken werden ausreichende Einzelwertberichtigungen auf separaten Wertminderungskonten gebildet. Dabei entsprechen die Nennwerte abzüglich notwendiger Wertberichtigungen den beizulegenden Zeitwerten. Bei der Ausbuchung von uneinbringlichen Forderungen wird auf den Einzelfall abgestellt. Nach der Einführung von IFRS 9 beinhalten die Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen nicht nur Einzelwertberichtigungen für eingetretene Kreditrisiken, z. B. bei Insolvenz des Kunden oder bei Überfälligkeit von mehr als 90 Tagen ohne belastbare Informationen zur Wertsicherheit, sondern auch eine Wertminderungsvorsorge für zukünftig erwartete Kreditverluste. Die für zukünftig erwartete Kreditverluste erfassten Wertminderungen werden auf Basis historischer Ausfallquoten in Abhängigkeit von der Überfälligkeit der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ermittelt. Die Ermittlung erfolgt auf einem portfoliobasierten Ansatz und berücksichtigt zukünftige Ausfallinformationen.

Die Bilanzierung der CO2-Emissionsrechte erfolgt nach den Vorschriften gemäß IAS 38 (Immaterielle Vermögenswerte), IAS 20 (Zuwendungen der öffentlichen Hand) und IAS 37 (Rückstellungen). Die für das jeweilige Kalenderjahr kostenlos zu -geteilten bzw. erworbenen CO2-Emissionsrechte sind immaterielle Vermögenswerte, die unter den sonstigen kurzfristigen Vermögenswerten ausgewiesen werden. Sie werden zu Anschaffungskosten bewertet, die im Fall von kostenlos zugeteilten Emissionsrechten null sind.

Übersteigen die tatsächlichen Emissionen die zugeteilten Zertifikate, wird aufwandswirksam eine Rückstellung für CO2-Emissionen gebildet. Die Bemessung der Rückstellung berücksichtigt die Anschaffungskosten zugekaufter Zertifikate bzw. den Marktwert von Emissionszertifikaten zum jeweiligen Bewertungsstichtag.

Bei leistungsorientierten Versorgungsplänen werden die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen entsprechend IAS 19 (Leistungen an Arbeitnehmer) mittels der Methode der laufenden Einmalprämien (Projected Unit Credit Method) ermittelt. Bei diesem Anwartschaftsbarwertverfahren werden nicht nur die am Stichtag bekannten Renten und erworbenen Anwartschaften, sondern auch künftige Anpassungen von Gehältern und Renten berücksichtigt. Die Berechnung stützt sich auf versicherungsmathematische Gutachten unter der Berücksichtigung biometrischer Daten.

Zahlungen für beitragsorientierte Versorgungspläne werden bei Fälligkeit als Aufwand erfasst und im Personalaufwand ausgewiesen. Zahlungen für staatliche Versorgungspläne werden wie die von beitragsorientierten Versorgungsplänen behandelt. Der Konzern hat über die Zahlung der Beiträge hinaus keine weiteren Zahlungsverpflichtungen.

Die sonstigen Rückstellungen decken, sofern die Eintrittswahrscheinlichkeit mehr als 50 % beträgt und eine zuverlässige Schätzung möglich ist, auch die Risiken aus Rechtsstreitigkeiten und -verfahren ab. Zur Beurteilung bzw. Schätzung der Rückstellungshöhe werden neben der Sachverhaltsbeurteilung und den geltenden Ansprüchen im Einzelfall auch die Ergebnisse vergleichbarer Verfahren und unabhängige Rechtsgutachten herangezogen.

Als Ertragsteuern werden die in den einzelnen Ländern erhobenen Steuern auf den steuerpflichtigen Gewinn sowie die Veränderung der latenten Steuern ausgewiesen. Die ausgewiesenen laufenden Ertragsteuern werden auf Basis der am Bilanzstichtag gültigen bzw. verabschiedeten gesetzlichen Regelungen in der Höhe erfasst, wie sie voraussichtlich bezahlt werden müssen bzw. voraussichtlich erstattet werden. Die erstmalige Erfassung und Folgebewertung erfolgt vollständig im Steueraufwand. Dabei werden in der Bilanz die Ertragsteuerverbindlichkeiten aus dem abgelaufenen Geschäftsjahr unter den kurzfristigen Steuerschulden und Forderungen aus Vorauszahlungen unter den kurzfristigen Steuererstattungsansprüchen ausgewiesen. Die langfristigen Steuerschulden beinhalten im Wesentlichen Ertragsteuern für noch nicht abschließend geprüfte Vorjahreszeiträume. Die Auf- bzw. Abzinsung der Steuerschulden werden in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung im Posten Steuern vom Einkommen und vom Ertrag erfasst. Steuerpositionen, die sich z. B. durch Betriebsprüfungen noch verändern können, wurden auf Basis der erwarteten voraussichtlichen Steuerzahlung bzw. -erstattung geschätzt.

Latente Steuern werden auf temporär unterschiedliche Wertansätze von Aktiva und Passiva zwischen IFRS- und Steuerbilanz sowie auf Verlustvorträge, soweit sie steuerlich nutzbar sind, berechnet. Aktive und passive latente Steuern sind als separate Posten ausgewiesen. Eine Aufrechnung von latenten Steueransprüchen mit latenten Steuerverpflichtungen wurde vorgenommen, wenn die Ertragsteuern von der gleichen Steuerbehörde erhoben werden und ein einklagbares Recht zur Aufrechnung besteht. Ein sich danach ergebender Überhang an aktiven latenten Steuern wird nur in dem Umfang angesetzt, in dem es wahrscheinlich ist, dass ein zu versteuernder Gewinn verfügbar sein wird, gegen den die latente Steuer verwendet werden kann. Die Beurteilung der Werthaltigkeit aktiver latenter Steuern unterliegt unternehmensindividuellen Prognosen, u. a. über die zukünftige Ertragssituation in der betreffenden Konzerngesellschaft.

Passive latente Steuern, die durch temporäre Differenzen im Zusammenhang mit Beteiligungen an Tochterunternehmen und at Equity einbezogenen Unternehmen entstehen, werden angesetzt, es sei denn, dass der Zeitpunkt der Umkehrung der temporären Differenzen vom Konzern bestimmt werden kann und es wahrscheinlich ist, dass sich die temporären Differenzen in absehbarer Zeit aufgrund dieses Einflusses nicht umkehren werden.

Die Berechnung der latenten Steuern wurde gemäß IAS 12 (Ertragsteuern) unter Berücksichtigung der jeweiligen nationalen Ertragsteuersätze vorgenommen, die am Bilanzstichtag gelten oder im Wesentlichen gesetzlich verabschiedet sind und deren Geltung zum Zeitpunkt der Realisierung der latenten Steuerforderung bzw. der Begleichung der latenten Steuerverbindlichkeit erwartet wird. Werden Erträge und Aufwendungen erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst, so gilt dies ebenfalls für die darauf abgegrenzten aktiven und passiven latenten Steuern.

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige finanzielle Verbindlichkeiten werden bei der Erstbewertung zum Marktwert abzüglich Transaktionskosten und bei der Folgebewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Berücksichtigung der Effektivzinsmethode bilanziert.

Finanzielle Vermögenswerte werden in die Kategorien: a) "erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert" und b) "zu fortgeführten Anschaffungskosten" eingeteilt. Finanzielle Verbindlichkeiten werden beim erstmaligen Ansatz in die Kategorien: a) "zu fortgeführten Anschaffungskosten" und b) "erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert" unterteilt.

Die Kategorisierung hängt von dem jeweiligen Zweck ab, für den die finanziellen Vermögenswerte erworben wurden. Das Management bestimmt die Klassifizierung der finanziellen Vermögenswerte beim erstmaligen Ansatz und überprüft die Klassifizierung zu jedem Stichtag. Analog zur Vorgehensweise bei finanziellen Vermögenswerten hängt auch bei finanziellen Verbindlichkeiten die Kategorisierung von dem jeweiligen Zweck ab. Der Ansatz erfolgt zum Handelstag.

Derivative Finanzinstrumente werden als Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten bilanziert und - unabhängig von ihrem Zweck - mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet. Der Ansatz erfolgt zum Handelstag. Änderungen des beizulegenden Zeitwerts werden erfolgswirksam erfasst, es sei denn, die derivativen Finanzinstrumente stehen in einer bilanziellen Sicherungsbeziehung zum Grundgeschäft. In diesem Fall richtet sich die Erfassung von Änderungen des beizulegenden Zeitwertes nach der Art der Sicherungsbeziehung. Unter Derivaten im Handelsbestand werden derivative Finanzinstrumente zur Sicherung von Preisrisiken ausgewiesen, die nicht in einer bilanziellen Sicherungsbeziehung designiert sind. Bei Derivaten im Handelsbestand werden Änderungen der beizulegenden Zeitwerte der Sicherungsgeschäfte in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung erfasst.

Cashflow-Hedge-Derivate dienen der Absicherung des Risikos, dass die mit einem bilanzierten Vermögenswert, einer bilanzierten Schuld oder einer mit hoher Wahrscheinlichkeit eintretenden geplanten Transaktion verbundenen zukünftigen Zahlungsströme schwanken. Liegt ein Cashflow-Hedge-Derivat vor, werden die unrealisierten Gewinne und Verluste des Sicherungsgeschäfts zunächst unter den sonstigen Eigenkapitalposten erfasst. Sie gehen erst dann in die Gewinn-und-Verlust-Rechnung ein, wenn das abgesicherte Grundgeschäft erfolgswirksam wird.

Da es sich bei den eingesetzten derivativen Finanzinstrumenten im Wesentlichen um börsengehandelte Termingeschäfte handelt, sind hierfür entsprechende Sicherheitsleistungen zu hinterlegen. Der Bilanzausweis der Termingeschäfte sowie der Sicherheitsleistungen erfolgt brutto. Zu leistende Initial Margins werden unter den sonstigen Vermögenswerten ausgewiesen. Während der Laufzeit der derivaten Finanzinstrumente zu leistende bzw. erhaltene Variation Margins werden unter den sonstigen Vermögenswerten bzw. sonstigen Verbindlichkeiten ausgewiesen. Die Auslastung der dafür zur Verfügung gestellten Kreditlinie wird unter den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten erfasst.

Ist eine Leistungsverpflichtung erfüllt, werden Umsatzerlöse mit den diesen Leistungsverpflichtungen zugeordneten Transaktionspreisen erfasst. Umsatzerlöse werden abzüglich Rabatten und Preisnachlässen, ohne Umsatzsteuer und nach Eliminierung konzerninterner Verkäufe ausgewiesen. Die Erfassung von Umsatzerlösen erfolgt, wenn der Kunde die Verfügungsmacht über diesen Vermögenswert erlangt.

Bei der Anwendung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sind Ermessensentscheidungen zu treffen. Dies gilt insbesondere für folgende Sachverhalte: Bei bestimmten Verträgen ist zu entscheiden, ob sie als Derivate zu behandeln oder wie sogenannte Verträge für den Eigenverbrauch als schwebende Geschäfte zu bilanzieren sind.

Die Aufstellung des Konzernabschlusses nach IFRS erfordert, dass Annahmen getroffen und Schätzungen vorgenommen werden. Diese Beurteilungen des Managements können sich auf den Wertansatz der bilanzierten Vermögenswerte und Schulden, auf die Erträge und Aufwendungen sowie auf die Angabe der Eventualschulden auswirken.

Bei Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen ist u. a. der Diskontierungssatz eine wichtige Einflussgröße. Der Diskontierungssatz für Pensionsverpflichtungen wird auf Grundlage der auf den Finanzmärkten am Bilanzstichtag beobachtbaren Renditen erstrangiger, festverzinslicher Industrieanleihen ermittelt. Daneben werden analytisch abgeleitete Annahmen über Pensionseintrittsalter, Lebenserwartung, Fluktuation und künftige Gehalts- und Rentenerhöhungen getroffen. Hinsichtlich der Auswirkungen der Veränderungen einzelner versicherungsmathematischer Annahmen auf die Höhe der leistungsorientierten Pensionsverpflichtungen wird auf die Angaben zur Sensitivitätsanalyse unter Ziffer (22) "Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen" verwiesen. Annahmen und Schätzungen beziehen sich auch auf die Bilanzierung und Bewertung von übrigen Rückstellungen.

Die Beurteilung der Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte sowie der Produktionsanlage in Wilton erfolgen auf Basis einer Prognoserechnung für die zukünftigen Cashflows und unter Anwendung eines an die Branche und das Unternehmensrisiko angepassten Diskontierungssatzes.

Wichtige Einflussfaktoren für die Planung der CropEnergies-Gruppe sind die Preise für Ethanol, Getreide sowie Lebens- und Futtermittel. Dabei sind insbesondere die Preise für Ethanol und Getreide volatil.

Auch die Bestimmung der Nutzungsdauern des abnutzbaren Anlagevermögens, des Nettoveräußerungspreises und des Vorratsvermögens basieren auf Schätzungen.

Aktive latente Steuern werden angesetzt, soweit die Realisierbarkeit künftiger Steuervorteile wahrscheinlich ist. Die tatsächliche steuerliche Ergebnissituation der späteren Perioden und damit die tatsächliche Nutzbarkeit aktiver latenter Steuern können von der Einschätzung zum Zeitpunkt der Aktivierung der latenten Steuern abweichen. Ertragsteuern können in Bezug auf Eintrittswahrscheinlichkeiten und Höhe der erwarteten Steuerzahlung bzw. -erstattung einer Unsicherheit unterliegen, für die das Unternehmen eine Einschätzung vorzunehmen hat. Der Planungshorizont beträgt in der Regel 5 Jahre.

Die Schätzung der Laufzeit von Leasingverbindlichkeiten nach IFRS 16 basiert auf der unkündbaren Grundmietzeit des Leasingverhältnisses sowie der Einschätzung der Ausübung bestehender Verlängerungs- und Kündigungsoptionen. Die Festlegung der Laufzeit sowie der verwendeten Diskontierungszinssätze hat Einfluss auf die Höhe der Nutzungsrechte und der Leasingverbindlichkeiten.

Weitere Erläuterungen zu den getroffenen Annahmen und Schätzungen, die diesem Konzernabschluss zugrunde liegen, sind bei den Angaben zu den einzelnen Abschlussposten aufgeführt.

Sämtliche Annahmen und Schätzungen basieren auf den Verhältnissen und Beurteilungen am Bilanzstichtag. Bei der Einschätzung der voraussichtlichen Geschäftsentwicklung wurde außerdem das zu diesem Zeitpunkt als realistisch unterstellte künftige wirtschaftliche Umfeld des Konzerns berücksichtigt. Sollten sich die Rahmenbedingungen entgegen den getroffenen Annahmen verändern, können die tatsächlichen Beträge von den Schätzwerten abweichen. In diesem Fall erfolgt eine Anpassung der Annahmen und, soweit erforderlich, der Buchwerte der betroffenen Vermögenswerte und Schulden.

Erläuterungen zur Gewinn-und-Verlust-Rechnung

(6) Umsatzerlöse

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Tsd. € 2019/20 2018/19
Ethanol 696.508 575.588
Lebens- und Futtermittel 192.469 189.264
Sonstige Erlöse 10.198 13.760
899.175 778.612

Die Umsatzerlöse für Ethanol, Lebens- und Futtermittel erhöhten sich um 124,1 Mio. € auf 889,0 Mio. €. Der Umsatzanstieg gelang insbesondere aufgrund gestiegener Ethanolerlöse, die gleichzeitig von einer geringeren Volatilität geprägt waren als in den zurückliegenden Jahren.

Des Weiteren erhöhte sich der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr durch die Ausweitung des Produktions- und Absatzvolumens. Nach Beendigung der Produktionspause am Standort Wilton zu Beginn des Geschäftsjahrs wurde die Anlage zur Versorgung des lokalen Bedarfs betrieben.

Wie nach IFRS 15 zulässig, werden keine Angaben zu den verbleibenden Leistungsverpflichtungen zum 29. Februar 2020 gemacht, die eine erwartete ursprüngliche Laufzeit von einem Jahr oder weniger haben.

Die sonstigen Erlöse umfassen im Wesentlichen Erlöse aus dem Verkauf von Energie.

Eine Aufteilung der Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden nach den Lieferdestinationen ist unter Ziffer (41) "Segmentbericht" angegeben.

(7) Bestandsveränderungen und andere aktivierte Eigenleistungen

Diese Position enthält aktivierte Eigenleistungen in Höhe von 130 (80) Tsd. €.

(8) Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge von 4,9 (17,1) Mio. € enthalten im Wesentlichen Vertriebsprovisionen und weiterverrechnete Logistikkosten von 1,8 (0,8) Mio. € sowie Währungsgewinne in Höhe von 1,4 (1,6) Mio. €. Der Vorjahreswert beinhaltet des Weiteren einen Ertrag aus der Auflösung einer Rückstellung für eine strittige Verbrauchssteuerverbindlichkeit von 10,1 Mio. € und Zuschüsse in Höhe von 2,2 Mio. €.

(9) Materialaufwand

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Tsd. € 2019/20 2018/19
Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren 633.145 598.626
Aufwendungen für bezogene Leistungen 19.053 18.501
652.198 617.127

Der Materialaufwand erhöhte sich auch aufgrund der um 4 % gestiegenen Ethanolproduktion auf 652,2 (617,1) Mio. €. Bei leicht erhöhten Rohstoffkosten reduzierte sich die Materialaufwandsquote auf 73,2 (78,9) % der Gesamtleistung.

Die auf Basis der tatsächlichen Energieerzeugung aus nachwachsenden Rohstoffen am Standort von BioWanze staatlich zugeteilten Green Certificates werden in Höhe ihres Verwertungserlöses als Kürzung des Materialaufwands erfasst. Im Berichtszeitraum belief sich der entsprechende Verwertungserlös der Green Certificates auf 23,1 (21,8) Mio. €. Die Zuteilungsmenge hängt von der nachhaltig aus Biomasse erzeugten Strommenge im jeweiligen Berichtszeitraum ab, wobei eine Zusage über eine Zuteilung über den Berichtszeitraum hinaus bis 2024 vorliegt.

Im Rahmen einer Gesetzänderung in Belgien wird das Verfahren für neue Anträge zur Förderung durch Green Certificates ab 1. Januar 2020 zurzeit überarbeitet. Dabei wird deutlich, dass die Reduzierung von Treibhausgasen, z. B. durch den Einsatz von erneuerbaren Energien, in Belgien weiterhin einen hohen und wachsenden Stellenwert genießt.

Im Rahmen der Investitionsplanung hat CropEnergies eine Anschlussförderung nach der alten Gesetzeslage beantragt. Ferner können künftig Anschlussförderungen nach den neuen Ausführungsbestimmungen, deren Details noch in Ausarbeitung sind, beantragt werden. Insofern kann CropEnergies derzeit noch keine endgültige Aussage dazu machen, wie sich der laufende Antrag bzw. die Neuregelung für eine Anschlussförderung ab 2024 auswirken wird.

(10) Personalaufwand

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Tsd. € 2019/20 2018/19
Löhne und Gehälter 28.796 26.217
Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 9.196 8.463
37.992 34.680

Anzahl der beschäftigten Mitarbeiter (Vollzeitäquivalente)

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2019/20 2018/19
Zahl der Mitarbeiter nach Regionen
Deutschland 180 165
Übrige EU-Länder und Großbritannien 263 261
Übriges Ausland 7 7
450 433
Zahl der Mitarbeiter nach Kategorien
Lohnempfänger 224 219
Gehaltsempfänger 226 214
450 433

Die Anzahl der per 29. Februar 2020 beschäftigten Mitarbeiter (Vollzeitäquivalente) lag bei 450 (433). Im Jahresdurchschnitt waren 444 (422) Mitarbeiter (Vollzeitäquivalente) beschäftigt.

Der Personalaufwand erhöhte sich auf 38,0 (34,7) Mio. €. Die Personalaufwandsquote (bezogen auf die Gesamtleistung) reduzierte sich leicht auf 4,3 (4,4) %.

(11) Sonstige betriebliche Aufwendungen

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Tsd. € 2019/20 2018/19
Vertriebs- und Werbeaufwendungen 23.668 26.381
Aufwendungen für Betrieb und Verwaltung 16.077 16.307
Übrige Aufwendungen 19.641 23.149
59.386 65.837

Die Vertriebs- und Werbeaufwendungen verminderten sich auf 23,7 (26,4) Mio. € und enthielten hauptsächlich Logistikaufwendungen zur Belieferung der Kunden. Die Aufwendungen für Betrieb und Verwaltung beliefen sich auf 16,1 (16,3) Mio. €.

Die übrigen Aufwendungen umfassten überwiegend Kosten für Shared-Service-Leistungen der Südzucker-Gruppe von 5,4 (5,5) Mio. €, sonstige Steuern in Höhe von 2,1 (2,3) Mio. €, Währungsverluste in Höhe von 1,8 (1,5) Mio. € sowie Aufwendungen für Miete, Pacht und Leasing von 1,6 (3,1) Mio. €.

Die Forschungs- und Entwicklungskosten sind in den übrigen Aufwendungen enthalten.

(12) Ergebnis der Betriebstätigkeit

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Tsd. € 2019/20 2018/19
Ergebnis der Betriebstätigkeit 104.090 43.087
davon operatives Ergebnis 103.893 32.783
davon Ergebnis aus Restrukturierung und Sondereinflüssen 0 10.115
davon Ergebnis aus at Equity einbezogenen Unternehmen 197 189

Das Ergebnis der Betriebstätigkeit von 104,1 (43,1) Mio. € setzt sich aus dem operativen Ergebnis, dem Ergebnis aus Restrukturierung und Sondereinflüssen sowie dem Ergebnis aus at Equity einbezogenen Unternehmen zusammen.

Das operative Ergebnis ist das um die Effekte aus der at Equity-Einbeziehung bereinigte Ergebnis aus der Betriebstätigkeit. Sondereinflüsse sind im laufenden Geschäftsbetrieb nicht regelmäßige wiederkehrende wie auch aperiodische Ergebniseinflüsse. Das operative Ergebnis dient als Basis der internen Unternehmenssteuerung. Im abgelaufenen Geschäftsjahr gab es keine Geschäftsvorfälle, die das Ergebnis aus Restrukturierung und Sondereinflüssen betrafen.

Die operative Marge erhöhte sich auf 11,6 (4,2) % des Umsatzes.

(13) Finanzerträge und -aufwendungen

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Tsd. € 2019/20 2018/19
Zinserträge 59 39
Sonstige Finanzerträge 61 510
Finanzerträge 120 549
Zinsaufwendungen -1.118 -793
Sonstige Finanzaufwendungen -2.347 -295
Finanzaufwendungen -3.465 -1.088
Finanzergebnis -3.345 -539

Das Finanzergebnis verringerte sich gegenüber dem Vorjahr um -2,8 Mio. € auf -3,3 Mio. € im Wesentlichen aufgrund von gestiegenen, unrealisierten Währungsverlusten. Im Finanzergebnis sind der Aufzinsungsaufwand für Pensionsrückstellungen und ähnliche Verpflichtungen in Höhe von 0,6 (0,5) Mio. € sowie Zinsaufwendungen für Leasingverbindlichkeiten in Höhe von 0,4 (0) Mio. € enthalten.

(14) Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Bei Anwendung des gesetzlichen Ertragsteuersatzes des Mutterunternehmens CropEnergies AG unter Zugrundelegung des deutschen Körperschaftsteuersatzes von 15,0 % zuzüglich des Solidaritätszuschlags von 5,5 % sowie der Gewerbesteuer für das Geschäftsjahr 2019/20 ergibt sich ein theoretischer Steuersatz von 29,98 (30,10) %. Der geänderte theoretische Steuersatz resultiert aus einer Änderung des Gewerbesteuer-Hebesatzes.

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Tsd. € 2019/20 2018/19
Ergebnis vor Ertragsteuern 100.745 42.548
Theoretischer Steuersatz 29,98 % 30,10 %
Theoretischer Steueraufwand 30.203 12.807
Abweichung vom theoretischen Steueraufwand aufgrund:
Abweichender Steuersätze -2.631 2.580
Steuerminderung durch steuerfreie Erträge -749 -768
Steuererhöhung aufgrund nicht abzugsfähiger Aufwendungen 2.021 2.777
Gewerbesteuerlicher Korrekturen 16 3
Laufender Steuern aus Vorjahren 624 -450
Steuereffekten aus Verlustvorträgen und temporären Differenzen -3.787 4.530
Sonstiges 497 -194
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 26.194 21.285
Steuerquote 26% 50%

Die Effekte aus den laufenden Steuern aus Vorjahren von 0,6 (-0,5) Mio. € betreffen im Wesentlichen die Auswirkungen der Betriebsprüfungen der einzelnen Gesellschaften.

Die Steuereffekte aus Verlustvorträgen und temporären Differenzen in Höhe von -3,8 (4,5) Mio. € resultieren aus der Bewertung und der Nutzung von Verlustvorträgen auf das aktuelle Ergebnis bei Ensus.

Die nicht abzugsfähigen Aufwendungen in Höhe von 2,0 Mio. € betreffen im Wesentlichen Dividendenzahlungen sowie Ensus.

Die Auswirkungen aus abweichenden Steuersätzen von -2,6 (2,6) Mio. € resultieren aus den Jahresergebnissen der ausländischen Gesellschaften, die mit den im jeweiligen Sitzland geltenden Steuersätzen bewertet werden.

Auf temporäre Unterschiede im Zusammenhang mit Anteilen an Tochterunternehmen in Höhe von 0,6 (0,3) Mio. € wurden keine passiven latenten Steuern angesetzt, da der Zeitpunkt der Umkehrung der temporären Differenzen von CropEnergies bestimmt werden kann und es zudem nicht wahrscheinlich ist, dass CropEnergies diese Umkehrung in absehbarer Zeit veranlassen wird.

Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag setzen sich im Geschäftsjahr 2019/20 aus laufenden Steueraufwendungen in Höhe von 27,8 (23,6) Mio. € und latenten Steuern in Höhe von -1,6 (-2,3) Mio. € zusammen.

Die latenten Steuerabgrenzungen setzen sich wie folgt aus den einzelnen Bilanzpositionen zusammen:

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Tsd. € Aktive latente Steuern Passive latente Steuern
29./28. Februar 2020 2019 2020 2019
Anlagevermögen 644 845 22.147 21.946
Vorräte 7 0 159 26
Übrige Vermögenswerte 539 368 233 149
Steuerliche Sonderposten 0 0 621 639
Rückstellungen 6.237 3.129 444 540
Verbindlichkeiten 2.683 912 601 527
10.110 5.254 24.205 23.827
Saldierungen -5.382 -2.158 -5.382 -2.158
Bilanzposten 4.728 3.096 18.823 21.669

Von den aktiven latenten Steuern vor Saldierung in Höhe von 10,1 (5,3) Mio. € sind 6,5 (4,1) Mio. € langfristig. Von den passiven latenten Steuern vor Saldierung in Höhe von 24,2 (23,8) Mio. € sind 22,8 (22,6) Mio. € langfristig.

Für Verlustvorträge sowie temporäre Differenzen wurden latente Steuern in Höhe von 53,1 (56,7) Mio. € nicht angesetzt. Davon verfallen voraussichtlich 0,0 (0,4) Mio. € innerhalb von 20 Jahren, 53,1 (56,3) Mio. € sind unbegrenzt nutzbar. Des Weiteren resultierten erfolgsneutral erfasste latente Steuern aus den Marktwerten von Sicherungsgeschäften sowie aus der Neubewertung leistungsorientierter Pensionszusagen und ähnlichen Verpflichtungen wie folgt:

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Tsd. € 2019/20 2018/19
Vor Steuereffekt Steuereffekt Nach Steuereffekt Vor Steuereffekt Steuereffekt Nach Steuereffekt
Zukünftig in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung zu erfassende Erträge und Aufwendungen
Marktwertveränderungen aus Cashflow Hedges -2.797 463 -2.334 -2.261 815 -1.446
Konsolidierungsbedingte Währungsdifferenzen 784 0 784 1.337 0 1.337
-2.013 463 -1.550 -924 815 -109
Zukünftig nicht in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung zu erfassende Erträge und Aufwendungen
Neubewertung von leistungsorientierten Pensionszusagen und ähnlichen Verpflichtungen -8.715 2.571 -6.144 -1.082 318 -764
-10.728 3.034 -7.694 -2.006 1.133 -873
Jahresüberschuss 74.551 21.263
Gesamtergebnis 66.857 20.390

Von den Steuererstattungsansprüchen in Höhe von 7,0 Mio. € bestehen 5,9 Mio. € in Deutschland, 1,0 Mio. € in Frankreich sowie 0,1 Mio. € in Chile. Die Steuerschulden in Höhe von 11,3 Mio. € stammen mit 8,6 Mio. € aus den deutschen Gesellschaften, mit 1,8 Mio. € aus Belgien und mit 0,9 Mio. € aus den französischen Gesellschaften.

(15) Forschungs- und Entwicklungskosten

Die Forschungs- und Entwicklungsarbeiten der CropEnergies-Gruppe konzentrierten sich auf die technologische Begleitung von Prozessen bestehender Produktionsanlagen, deren Optimierung sowie weitere Verbesserungen der Lebens- und Futtermittel. Daneben wurden Normen mitgestaltet, neue Produktionskonzepte für die Gewinnung von Ethanol entwickelt und analytische Methoden bei der Herstellung von Neutralalkohol implementiert.

Die Forschungs- und Entwicklungskosten beliefen sich auf 1,3 (1,7) Mio. €. Diese Kosten werden im Jahr des Entstehens vollständig in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung berücksichtigt und als sonstige betriebliche Aufwendungen erfasst. Entwicklungskosten für neue Produkte wurden nicht aktiviert.

Erläuterungen zur Bilanz

(16) Immaterielle Vermögenswerte

Die in den immateriellen Vermögenswerten enthaltenen Geschäfts- oder Firmenwerte aus der Erstkonsolidierung von Unternehmenserwerben werden nicht planmäßig abgeschrieben. In den Konzessionen, gewerblichen Schutzrechten und ähnlichen Rechten ist im Wesentlichen erworbene Software enthalten, die eine begrenzte Nutzungsdauer aufweist.

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2019/20
Tsd. €
Geschäfts- oder Firmenwert Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte Gesamt
Anschaffungskosten
1. März 2019 6.095 9.377 15.472
Währungseffekte 0 -102 -102
Zugänge 0 65 65
Umbuchungen 0 0 0
Abgänge 0 -37 -37
29. Februar 2020 6.095 9.303 15.398
Abschreibungen
1. März 2019 0 -6.608 -6.608
Währungseffekte 0 103 103
Jahresabschreibungen 0 -612 -612
Abgänge 0 36 36
29. Februar 2020 0 -7.081 -7.081
Buchwert 29. Februar 2020 6.095 2.222 8.317
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2018/19
Tsd. €
Geschäfts- oder Firmenwert Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte Gesamt
Anschaffungskosten
1. März 2018 6.095 9.230 15.325
Sonstige Veränderungen 0 0 0
Währungseffekte 0 -11 -11
Zugänge 0 156 156
Umbuchungen 0 2 2
Abgänge 0 0 0
28. Februar 2019 6.095 9.377 15.472
Abschreibungen
1. März 2018 0 -5.916 -5.916
Währungseffekte 0 7 7
Jahresabschreibungen 0 -699 -699
Abgänge 0 0 0
28. Februar 2019 0 -6.608 -6.608
Buchwert 28. Februar 2019 6.095 2.769 8.864

Zur Durchführung von Werthaltigkeitstests sind die Geschäfts- oder Firmenwerte den Zahlungsmittel generierenden Einheiten bzw. Gruppen von Zahlungsmittel generierenden Einheiten bzw. Cash Generating Units (CGUs) zuzuordnen. Im Rahmen des Werthaltigkeitstests werden die jeweiligen Buchwerte der CGUs regelmäßig mit dem Nutzungswert (führendes Wertkonzept bei CropEnergies) verglichen, um eine mögliche Wertminderung zu identifizieren.

CropEnergies hat ihre CGUs entsprechend der internen Berichterstattung festgelegt. In der CropEnergies-Gruppe ist die einzige Geschäfts- oder Firmenwert tragende CGU Ryssen Frankreich (mit den Gesellschaften Ryssen und COFA). Der Geschäfts- oder Firmenwert beläuft sich unverändert auf 6,1 Mio. €.

CropEnergies ermittelt zur Bestimmung des erzielbaren Betrags zunächst den Nutzungswert. Der Nutzungswert ist der Barwert der zukünftigen Cashflows, die voraussichtlich aus einer Zahlungsmittel generierenden Einheit erzielt werden können. Der Nutzungswert wird auf der Grundlage eines Unternehmensbewertungsmodells (Discounted Cashflow) ermittelt. Der Bestimmung liegen Cashflow-Planungen zugrunde, die auf der vom Vorstand genehmigten bzw. vom Aufsichtsrat verabschiedeten und im Zeitpunkt der Durchführung des Impairment-Tests gültigen 5-Jahres-Planung basieren. In diese Planungen fließen Erfahrungen ebenso ein wie Erwartungen zu den gesamtwirtschaftlichen Rahmendaten und den Marktentwicklungen, insbesondere für Ethanol.

Die Kapitalkosten sind als gewichteter Durchschnitt der Eigen- und Fremdkapitalkosten zu berechnen. Die Eigenkapital kosten sind aus den Renditeerwartungen der CropEnergies-Aktionäre abgeleitet, die verwendeten Fremdkapitalkosten aus den langfristigen Refinanzierungskonditionen des CropEnergies-Kapitalmarktumfelds. Der entsprechend ermittelte Abzinsungssatz belief sich zum 31. August 2019 auf 6,5 (7,9) % vor Steuern bzw. 5,0 (5,7) % nach Steuern.

CropEnergies verwendet für die Extrapolation der Cashflows über den Planungszeitraum hinaus in der CGU eine konstante Wachstumsrate von 0,5 (1,5) %. Diese Wachstumsrate zur Diskontierung der ewigen Rente liegt unterhalb der im Detailplanungszeitraum ermittelten Wachstumsrate und dient im Wesentlichen dem Ausgleich einer allgemeinen Teuerungsrate. Die Cashflows werden abzüglich der Investitionen ermittelt, die notwendig sind, um die angenommene Unternehmensentwicklung zu erreichen. Die Höhe dieser Reinvestition stützt sich auf Erfahrungswerte der Vergangenheit über erforderliche Ersatzbeschaffungen von Sachanlagen.

Im Geschäftsjahr 2019/20 ergab sich weder aus der jährlichen Überprüfung der Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte noch aus anderen Umständen ein Wertberichtigungsbedarf, da der Nutzungswert der CGU über dem Buchwert lag. Selbst bei einem um 1,5 Prozentpunkte höheren Abzinsungssatz (nach Steuern) hätte sich kein Wertberichtigungsbedarf ergeben. Ryssen veredelt und handelt Alkohol, insofern beeinflussen schwankende Ethanolpreise sowohl die Erlöse als auch die Materialkosten in ähnlicher Weise und somit das operative Ergebnis der Gesellschaft nur eingeschränkt. Selbst wenn sich das operative Ergebnis von Ryssen nachhaltig halbieren würde, entstünde kein Wertberichtigungsbedarf.

Der Werthaltigkeitstest für Geschäfts- oder Firmenwerte basiert auf zukunftsbezogenen Annahmen. Änderungen der Annahmen (im Wesentlichen Marktpreise für Rohstoffe und Endprodukte sowie zu den Kapitalkosten) können aus heutiger Sicht nicht dazu führen, dass die Buchwerte der CGU ihren erzielbaren Betrag (Nutzungswert) überschreiten und deshalb im nächsten Geschäftsjahr angepasst werden müssten. Eine Schwankungsbreite der Marktpreise für Rohstoffe und Endprodukte in dieser Größenordnung ist empirisch bisher nicht beobachtbar oder wahrscheinlich.

(17) Sachanlagen (einschließlich Leasing)

Erworbenes Sachanlagevermögen

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2019/20
Tsd. €
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken Technische Anlagen und Maschinen Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung Anlagen im Bau Gesamt
Anschaffungskosten
1. März 2019 146.991 553.333 20.937 8.711 729.972
Währungseffekte 39 378 1 -14 404
Zugänge 1.355 11.979 1.008 15.477 29.819
Umbuchungen 129 2.195 65 -2.389 0
Abgänge -48 -2.112 -660 -173 -2.993
29. Februar 2020 148.466 565.773 21.351 21.612 757.202
Abschreibungen
1. März 2019 -49.473 -297.880 -14.019 0 -361.372
Währungseffekte -2 -168 -1 0 -171
Jahresabschreibungen -5.008 -31.426 -1.604 0 -38.038
Wertminderungen 0 0 0 0 0
Abgänge 19 1.551 513 0 2.083
29. Februar 2020 -54.464 -327.923 -15.111 0 -397.498
Buchwert 29. Februar 2020 94.002 237.850 6.240 21.612 359.704
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2018/19
Tsd. €
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken Technische Anlagen und Maschinen Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung Anlagen im Bau Gesamt
Anschaffungskosten
1. März 2018 146.520 544.968 20.494 3.782 715.764
Währungseffekte 179 1.704 14 35 1.932
Zugänge 291 6.204 524 6.047 13.066
Umbuchungen 6 1.070 75 -1.153 -2
Abgänge -5 -613 -170 0 -788
28. Februar 2019 146.991 553.333 20.937 8.711 729.972
Abschreibungen
1. März 2018 -44.483 -265.798 -12.496 0 -322.777
Währungseffekte -6 -532 -9 0 -547
Jahresabschreibungen -4.986 -31.909 -1.674 0 -38.569
Wertminderungen 0 0 0 0 0
Abgänge 2 359 160 0 521
28. Februar 2019 -49.473 -297.880 -14.019 0 -361.372
Buchwert 28. Februar 2019 97.518 255.453 6.918 8.711 368.600

Im Geschäftsjahr 2019/20 gab es keine Abwertungen auf den jeweiligen Nutzungswert.

In den Zugängen des Geschäftsjahrs 2019/20 sind keine Investitionszuschüsse enthalten, welche die Anschaffungskosten reduzierten.

Die Position Anlagen im Bau enthält im laufenden Geschäftsjahr keine gemäß IAS 23 (Fremdkapitalkosten) zu aktivierenden Fremdkapitalkosten.

Geleastes Sachanlagevermögen

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2019/20
Tsd. €
Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken Technische Anlagen und Maschinen Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung Anlagen im Bau Gesamt
1. März 2019 (angepasst) 8.081 1.407 391 0 9.879
Zugänge 1.477 1.443 382 0 3.302
Jahresabschreibungen -1.889 -1.474 -233 0 -3.596
Währungseffekte 10 0 0 0 10
Buchwert 29. Februar 2020 7.679 1.376 540 0 9.595

CropEnergies setzt Leasing im Wesentlichen in den Bereichen Logistik, Landnutzung und Produktion ein.

Der gewichtete durchschnittliche Grenzfremdkapitalzinssatz zum 29. Februar 2020 belief sich auf 3,9 %.

Die gesamten Zahlungen aus Leasingverhältnissen betragen 4,2 Mio. €. Davon sind 3,6 Mio. € aus fixen Zahlungen, 0,5 Mio. € aus Aufwendungen für kurzfristige und geringwertige Mietverträge sowie 0,1 Mio. € aus Zinszahlungen für Leasingverbindlichkeiten.

(18) Anteile an at Equity einbezogenen Unternehmen

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2019/20
Tsd. €
at Equity einbezogene Unternehmen
1. März 2019 2.071
Anteil am Ergebnis 197
29. Februar 2020 2.268
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2018/19
Tsd. €
at Equity einbezogene Unternehmen
1. März 2018 1.882
Anteil am Ergebnis 189
28. Februar 2019 2.071

Die Anteile aus at Equity einbezogenen Unternehmen veränderten sich um das anteilige Ergebnis der CT Biocarbonic GmbH.

(19) Vorräte

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Tsd. € 29.02.2020 28.02.2019
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 23.638 24.139
Unfertige Erzeugnisse 4.411 2.996
Fertige Erzeugnisse, Waren 38.509 51.593
66.558 78.728

Die Vorräte haben sich insbesondere preis- und mengenbedingt um 12,2 Mio. € auf 66,6 Mio. € verringert. Im laufenden Geschäftsjahr ergaben sich bei unfertigen sowie fertigen Erzeugnissen und Waren keine Wertminderungen.

(20) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Vermögenswerte

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Tsd. € 29.02.2020 28.02.2019
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 58.829 55.845
Sonstige Vermögenswerte 35.735 24.138
94.564 79.983

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen erhöhten sich um 3,0 Mio. € auf 58,8 Mio. €. Deren Buchwert ermittelt sich wie folgt:

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Tsd. € 29.02.2020 28.02.2019
Gesamtforderungen aus Lieferungen und Leistungen 60.055 56.988
Wertberichtigungen -1.226 -1.143
Buchwert 58.829 55.845

Die Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben sich folgendermaßen entwickelt:

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Tsd. € 2019/20 2018/19
Wertberichtigungen zum 1. März 1.143 1.029
Zuführungen 133 150
Verbrauch 0 0
Auflösungen -50 -36
Wertberichtigungen zum 29. / 28. Februar 1.226 1.143

Die nachstehende Tabelle gibt Informationen über die Fälligkeiten der noch offenen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen:

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Tsd. € 29.02.2020 28.02.2019
Noch nicht fällige Forderungen 54.570 52.511
Überfällige Forderungen
bis 10 Tage 1.650 58
11 bis 30 Tage 2.543 2.902
31 bis 90 Tage 66 221
> 90 Tage 0 153
Buchwert 58.829 55.845
Wertberichtigte Forderungen 1.226 1.143
Gesamtforderungen aus Lieferungen und Leistungen 60.055 56.988

Bei den überfälligen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen bestehen keine Anzeichen, dass die Schuldner ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen können.

Die sonstigen Vermögenswerte in Höhe von 35,7 (24,1) Mio. € enthalten im Wesentlichen Forderungen in Form zweckgebundener Guthaben für Sicherungsgeschäfte von 15,6 (6,2) Mio. €, sonstige Steuern von 7,8 (10,1) Mio. €, erworbene CO2-Emisissionsrechte von 6,0 (4,1) Mio. €, Forderungen aus Anzahlungen von 2,7 (1,5) Mio. €, sonstige Forderungen von 2,2 (1,7) Mio. € sowie positive Marktwerte derivativer Sicherungsinstrumente von 1,4 (0,5) Mio. €

(21) Eigenkapital

Gezeichnetes Kapital

Das gezeichnete Kapital (Grundkapital) der CropEnergies AG beträgt unverändert 87.250.000 €. Es ist eingeteilt in 87.250.000 auf den Inhaber lautende Stammaktien ohne Nennbetrag (Stückaktien) mit einem anteiligen Betrag am Grundkapital von 1,00 € je Stückaktie. Das Grundkapital ist vollständig eingezahlt.

Kapitalrücklage

Die Kapitalrücklage betrifft die CropEnergies AG und beträgt zum Bilanzstichtag unverändert 197,8 Mio. €. Hierin sind die nach § 272 HGB aufzunehmenden externen Mittelzuflüsse erfasst, die sich aus dem Agio aus Kapitalerhöhungen unter Berücksichtigung der nach IFRS verpflichtenden Kürzung und damit zusammenhängenden Kosten einschließlich der darauf entfallenden Steuern ergaben.

Sonstige Rücklagen und sonstige Eigenkapitalposten

Die sonstigen Rücklagen und sonstigen Eigenkapitalposten umfassen das thesaurierte Periodenergebnis, die erfolgsneutral erfassten Veränderungen bei Cashflow Hedges, Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen, die Effekte aus der konsolidierungsbedingten Währungsumrechnung sowie die in den Anschaffungskosten von nicht finanziellen Vermögenswerten umgegliederten Sicherungsergebnisse. Die Cashflow Hedges enthalten - unter Berücksichtigung latenter Steuern - die Marktwertveränderungen der Weizen-, Ethanol- und Währungsderivate einschließlich Abgrenzungen in Höhe von -2,3 (-1,4) Mio. €. Die unter den Weizen-, Ethanol- und Währungsderivaten ausgewiesenen Beträge werden nahezu vollständig im nächsten Geschäftsjahr erfolgswirksam. Im aktuellen Geschäftsjahr belief sich die Höhe der erfolgswirksamen Auflösung in den Umsatzerlösen auf -18,8 (-0,9) Mio. € und im Materialaufwand auf 0,4 (2,3) Mio. €.

Einschließlich der sonstigen Rücklagen und sonstigen Eigenkapitalposten in Höhe von 217,8 (163,6) Mio. € beträgt das Eigenkapital somit 502,9 (448,7) Mio. €.

Die Hauptversammlung vom 14. Juli 2015 hat den Vorstand gemäß § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG ermächtigt, bis zum 13. Juli 2020 Aktien der Gesellschaft im Umfang von bis zu 10 % des Grundkapitals zu erwerben. Der Erwerb darf über die Börse oder mittels eines an alle Aktionäre gerichteten öffentlichen Kaufangebots erfolgen. Die eigenen Aktien können auch zum Zwecke der Einziehung zu Lasten des Bilanzgewinns oder anderer Gewinnrücklagen erworben werden. Der Vorstand ist u. a. ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats die erworbenen eigenen Aktien unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen oder beim Erwerb von Unternehmen, Unternehmensteilen oder Beteiligungen an Unternehmen an Dritte zu veräußern oder zur Bedienung von Wandel- oder Optionsanleihen zu nutzen. Von der Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien wurde bislang kein Gebrauch gemacht.

Die Hauptversammlung vom 12. Juli 2016 hat den Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 11. Juli 2021 das Grundkapital um bis zu insgesamt 15 Mio. € durch Ausgabe neuer Aktien gegen Bar- und/oder Sacheinlage zu erhöhen und dabei das Bezugsrecht der Aktionäre in bestimmten Fällen auszuschließen. Im Geschäftsjahr 2019/20 wurde von der Ermächtigung kein Gebrauch gemacht.

(22) Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Beitragsorientierte Pensionspläne

CropEnergies leistet im Rahmen beitragsorientierter Altersversorgungssysteme aufgrund gesetzlicher oder vertraglicher Bestimmungen bzw. auf freiwilliger Basis Zahlungen an staatliche oder private Rentenversicherungsträger. Die laufenden Beitragszahlungen sind als Aufwand im Personalaufwand ausgewiesen und beliefen sich auf 2,4 (1,9) Mio. €. Mit der Zahlung der Beiträge bestehen für das Unternehmen keine weiteren Leistungsverpflichtungen; eine Rückstellung wird daher nicht angesetzt.

Leistungsorientierte Pensionspläne

Die betriebliche Altersversorgung bei CropEnergies beruht im Wesentlichen auf direkten leistungsorientierten Versorgungszusagen. Für die Bemessung der Pensionen sind in der Regel die Dauer der Zugehörigkeit zum Unternehmen und die versorgungsrelevanten Bezüge maßgeblich. Pensionsähnliche Verpflichtungen bestehen bei den französischen Unternehmen. Sie werden nach versicherungsmathematischen Grundsätzen unter Berücksichtigung des künftigen Kostentrends bewertet.

Die bilanzierte Nettoverpflichtung der CropEnergies-Gruppe setzt sich aus dem Anwartschaftsbarwert der rückstellungsfinanzierten, leistungsorientierten Verpflichtungen sowie teilweise oder vollständig fondsfinanzierten, leistungsorientierten Versorgungsverpflichtungen nach Abzug des Zeitwerts des Planvermögens zusammen.

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Tsd. € 29.02.2020 28.02.2019
Anwartschaftsbarwert der teilweise oder vollständig fondsfinanzierten leistungsorientierten Verpflichtungen 38.108 27.200
Zeitwert des Planvermögens -3.105 -2.973
Rückstellung für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen (Nettoschuld der leistungsorientierten Verpflichtungen) 35.003 24.227
Abzinsungssatz in % 1,16 2,20

Im Rahmen der Altersversorgung für Mitarbeiter der CropEnergies-Gruppe bestehen im Wesentlichen folgende Altersversorgungspläne:

Deutschland

Für die Mitarbeiter in Deutschland bestehen arbeitgeberfinanzierte Zusagen über Betriebsrenten, deren Höhe durch das Grundgehalt und die Dauer der Betriebszugehörigkeit bestimmt werden. Für die Mitglieder des Vorstands bestehen direkte Leistungszusagen für Alters- und Hinterbliebenenvorsorge in Höhe eines festen Prozentsatzes der Pensionsbemessungsgrundlage, die sich an Fixbezügen orientiert. Hinsichtlich der Versorgungspläne für aktive Vorstandsmitglieder verweisen wir auf die An -gaben im Vergütungsbericht als Bestandteil des Corporate Governance-Berichts im Lagebericht sowie unter Ziffer (35) "Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen (Related Parties)" dieses Anhangs. Die Pensionsverpflichtungen der CropEnergies AG und der CropEnergies Bioethanol GmbH sind in Höhe von 31,5 (21,7) Mio. € rückstellungsfinanziert, wobei die Anwartschaftsbarwerte in Höhe von 31,6 (21,8) Mio. € einem Planvermögen in Höhe von 0,1 (0,1) Mio. € gegenüberstehen.

Belgien

Für die Mitarbeiter in Belgien bestehen fondsfinanzierte Versorgungspläne, bei denen ein Anwartschaftsbarwert von insgesamt 6,0 (5,0) Mio. € einem Planvermögen von insgesamt 3,0 (2,9) Mio. € gegenübersteht. Die Zusagen über Betriebsrenten werden durch die Höhe des Grundgehalts und die Dauer der Betriebszugehörigkeit bestimmt. Die Auszahlungen erfolgen neben periodischen Rentenzahlungen auch durch Einmalzahlungen.

Frankreich

Die Rückstellungen für pensionsähnliche Verpflichtungen decken Kraft Gesetz in Frankreich zu bildende Versorgungszusagen ab. Diese umfassen eine Einmalzahlung im Fall der Auflösung des Dienstverhältnisses durch Renteneintritt oder Tod, nicht aber im Fall der Kündigung durch den Arbeitnehmer. Die Höhe der Einmalzahlung bemisst sich regelmäßig am zuletzt bezogenen Festgehalt und ist an die Dauer der Betriebszugehörigkeit geknüpft. Die Nettoschuld belief sich auf 0,5 (0,4) Mio. €.

Nettoschuld leistungsorientierter Verpflichtungen

Die Nettoschuld der leistungsorientierten Verpflichtungen hat sich wie folgt entwickelt:

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Tsd. € Anwartschaftsbarwert der Verpflichtungen Marktwert des Planvermögens Rückstellung für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen
1. März 2019 27.200 -2.973 24.227
Aufwand für betriebliche Altersversorgung (GuV)
Laufender Dienstzeitaufwand 1.563 1.563
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand 0 0
Zinsaufwand/(-ertrag) 593 -59 534
2.156 -59 2.097
Neubewertung (OCI - direkte Erfassung in den Gewinnrücklagen)
Gewinne (-) und Verluste (+) aus tatsächlichen Planerträgen -74 -74
Verluste (+) und Gewinne (-) aus der Änderung demografischer Annahmen 0 0
Verluste (+) und Gewinne (-) aus der Änderung finanzieller Annahmen 8.928 8.928
Erfahrungsbedingte Verluste (+) und Gewinne (-) -139 -139
8.789 -74 8.715
Pensionszahlungen, Beiträge u. a.
Arbeitgeberbeiträge zum Planvermögen -293 -293
Arbeitnehmerbeiträge zum Planvermögen 25 -25 0
Pensionszahlungen -311 285 -26
Transfer 283 283
Sonstiges -34 34 0
-37 1 -36
29. Februar 2020 38.108 -3.105 35.003
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Tsd. € Anwartschaftsbarwert der Verpflichtungen Marktwert des Planvermögens Rückstellung für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen
1. März 2018 24.517 -2.850 21.667
Aufwand für betriebliche Altersversorgung (GuV)
Laufender Dienstzeitaufwand 1.442 1.442
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand 0 0
Zinsaufwand/(-ertrag) 569 -62 507
2.011 -62 1.949
Neubewertung (OCI - direkte Erfassung in den Gewinnrücklagen)
Gewinne (-) und Verluste (+) aus tatsächlichen Planerträgen -94 -94
Verluste (+) und Gewinne (-) aus der Änderung demografischer Annahmen 271 271
Verluste (+) und Gewinne (-) aus der Änderung finanzieller Annahmen 994 994
Erfahrungsbedingte Verluste (+) und Gewinne (-) -90 -90
1.175 -94 1.081
Pensionszahlungen, Beiträge u. a.
Arbeitgeberbeiträge zum Planvermögen -297 -297
Arbeitnehmerbeiträge zum Planvermögen 24 -24 0
Pensionszahlungen -311 289 -22
Transfer -181 -181
Sonstiges -35 65 30
-503 33 -470
28. Februar 2019 27.200 -2.973 24.227

Aufwand für betriebliche Altersversorgung

Der Nettozinsaufwand ist im Finanzergebnis ausgewiesen. Der Aufwand für die im Geschäftsjahr hinzuerworbenen Ansprüche ist im Personalaufwand enthalten.

Erfolgsneutral im Eigenkapital erfasste Neubewertung

Die erfolgsneutral im Eigenkapital erfasste Neubewertung der Pensionsverpflichtung und des Planvermögens belief sich auf -8,7 (-1,1) Mio. € und resultierte aus der Anpassung des Diskontierungssatzes und aus den erfahrungsbedingten Anpassungen.

Die erfahrungsbedingten Anpassungen spiegeln die Effekte auf die bestehenden Versorgungsverpflichtungen wider, die sich aus der Abweichung der tatsächlich eingetretenen Bestandsentwicklung von den zu Beginn des Geschäftsjahrs unterstellten Annahmen ergeben. Dazu zählen bei der Bewertung der Versorgungspflichten insbesondere die Entwicklung der Gehaltssteigerungen, Rentenanpassungen, Mitarbeiterfluktuation sowie biometrische Daten wie Invaliditäts- und Todesfälle.

Annahmen

Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen sind nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren gemäß IAS 19 (Leistungen an Arbeitnehmer) unter Berücksichtigung der künftigen Entwicklung versicherungsmathematisch bewertet.

Für die Ermittlung der Anwartschaftsbarwerte sowie des in bestimmten Fällen zugehörigen Planvermögens wurden folgende versicherungsmathematische Parameter zugrunde gelegt:

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in % 29.02.2020 28.02.2019
Abzinsungssatz 1,16 2,20
Gehaltssteigerung 2,50 2,50
Rentensteigerung 1,50 1,50

Zur Ermittlung der Pensionsrückstellungen wurde im Inland ein Zinssatz von 1,15 (2,25) % sowie im Ausland ein Zinssatz von 1,20 (2,00) % zugrunde gelegt. Diese Zinssätze basieren auf der Rendite hochwertiger Unternehmensanleihen, deren Duration der durchschnittlich gewichteten Duration der Verpflichtung entspricht.

Als biometrische Rechnungsgrundlage wurden jeweils die länderspezifischen anerkannten und auf aktuellem Stand befindlichen Sterbetafeln - wie in Deutschland die Richttafeln Heubeck 2018 G - verwendet.

Sensitivitätsanalyse

Die im Folgenden dargestellte Sensitivitätsanalyse berücksichtigt jeweils die Änderungen einer Annahme, wobei die übrigen Annahmen gegenüber der ursprünglichen Berechnung unverändert bleiben. Mögliche Korrelationseffekte zwischen den einzelnen Annahmen werden dabei nicht berücksichtigt.

29. Februar 2020

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Tsd. € Veränderung der versicherungsmathematischen Annahmen Leistungsorientierte Verpflichtung +/-
in %
Anwartschaftsbarwert der Verpflichtungen
Abzinsungssatz Erhöhung um 0,50 Prozentpunkte 33.471 -12,2 %
Verringerung um 0,50 Prozentpunkte 43.656 14,6 %
Gehaltssteigerung Erhöhung um 0,25 Prozentpunkte 39.332 3,2 %
Verringerung um 0,25 Prozentpunkte 37.065 -2,7 %
Rentensteigerung Erhöhung um 0,25 Prozentpunkte 39.317 3,2 %
Verringerung um 0,25 Prozentpunkte 36.957 -3,0 %
Lebenserwartung Zunahme um 1 Jahr 39.393 3,4 %
Abnahme um 1 Jahr 36.818 -3,4 %

28. Februar 2019

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Tsd. € Veränderung der versicherungsmathematischen Annahmen Leistungsorientierte Verpflichtung +/-
in %
Anwartschaftsbarwert der Verpflichtungen
Abzinsungssatz Erhöhung um 0,50 Prozentpunkte 24.180 -11,1 %
Verringerung um 0,50 Prozentpunkte 30.771 13,1 %
Gehaltssteigerung Erhöhung um 0,25 Prozentpunkte 28.026 3,0 %
Verringerung um 0,25 Prozentpunkte 26.508 -2,5 %
Rentensteigerung Erhöhung um 0,25 Prozentpunkte 27.968 2,8 %
Verringerung um 0,25 Prozentpunkte 26.467 -2,7 %
Lebenserwartung Zunahme um 1 Jahr 27.968 2,8 %
Abnahme um 1 Jahr 26.417 -2,9 %

Planvermögen

Das prinzipielle Anlageziel für das Planvermögen ist die zeitkongruente Abdeckung der aus den jeweiligen Versorgungszusagen resultierenden Zahlungsverpflichtungen. Das Planvermögen besteht ausschließlich aus Versicherungsverträgen, wobei mit einer garantierten Mindestverzinsung gerechnet wird. Eine Notierung an einem aktiven Markt lag nicht vor.

Zum Bilanzstichtag war das Planvermögen in Höhe von 3,1 (3,0) Mio. € in Versicherungsverträge investiert.

Risiken

Im Zusammenhang mit leistungsorientierten Vorsorgeplänen ist die CropEnergies-Gruppe verschiedenen Risiken ausgesetzt. Neben allgemeinen versicherungsmathematischen Risiken wie dem Rechnungszinssatzänderungsrisiko bestehen Risiken in der Abweichung von versicherungsmathematischen Annahmen wie Lohn- und Gehaltstrends, Pensionstrends, Pensionsalter, Lebensalter und Fluktuation. Im Zusammenhang mit dem Planvermögen bestehen Kapitalmarktrisiken bzw. Bonitäts- und Anlagerisiken. Weitere Risiken bestehen aufgrund von Änderungen der Inflationsraten.

Die Rendite des Planvermögens wird in Höhe des Diskontierungssatzes angenommen. Sofern die tatsächliche Rendite des Planvermögens unterhalb des angewandten Diskontierungssatzes liegt, erhöht sich die Nettoverpflichtung aus den Pensionsplänen. Die Höhe der Nettoverpflichtung ist maßgeblich durch den Diskontierungssatz beeinflusst, wobei das aktuell niedrige Zinsniveau eine vergleichsweise hohe Verpflichtung nach sich zieht. Ein Rückgang der Renditen von Unternehmensanleihen würde zu einem weiteren Anstieg der leistungsorientierten Verpflichtungen führen, der nur in geringem Umfang durch positive Entwicklung der Marktwerte der im Planvermögen enthaltenen Unternehmensanleihen kompensiert werden könnte.

Mögliche Inflationsrisiken, die zu einem Anstieg der leistungsorientierten Verpflichtungen führen können, bestehen indirekt bei inflationsbedingtem Gehaltsanstieg in der aktiven Phase sowie bei inflationsbedingten Rentenanpassungen.

Künftige Zahlungen

Die gewichtete Duration der Pensionsverpflichtungen beträgt rund 27 (24) Jahre. Im Geschäftsjahr 2020/21 werden Arbeitgeberbeiträge zum Planvermögen in Höhe von 0,3 (0,3) Mio. € erwartet.

In den kommenden zehn Jahren werden Pensions- und Einmalzahlungen in nachstehender Höhe erwartet:

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Künftige Pensions- und Einmalzahlungen Tsd. €
2020/21 279
2021/22 530
2022/23 433
2023/24 380
2024/25 430
2025/26 bis 2029/30 4.506
6.558

(23) Entwicklung der übrigen Rückstellungen

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2019/20
Tsd. €
Personalaufwendungen Ungewisse Verbindlichkeiten Gesamt
Stand 1. März 2019 1.373 10.279 11.652
Währungseffekt 0 -4 -4
Zuführung 596 7.164 7.760
Verbrauch -333 -4.416 -4.749
Auflösung -143 -82 -225
Stand 29. Februar 2020 1.493 12.941 14.434

Die Rückstellungen für Personalaufwendungen setzen sich im Wesentlichen aus Rückstellungen für Jubiläumsaufwendungen in Höhe von 1,2 (1,0) Mio. €, für Abfindungen in Höhe von 0,1 (0,1) Mio. € sowie für Altersteilzeit in Höhe von 0,1 (0,1) Mio. € zusammen. Von dem Gesamtbetrag von 1,5 Mio. € werden voraussichtlich 0,1 Mio. € im Geschäftsjahr 2020/21 verbraucht.

Die Rückstellungen für ungewisse Verbindlichkeiten in Höhe von 12,9 (10,3) Mio. € betreffen im Wesentlichen CO2-Emissionsrechte in Höhe von 6,8 (4,9) Mio. €, Verbrauchsteuern in Höhe von 4,4 (3,3) Mio. € sowie Prozessrisiken in Höhe von 0,9 (0,9) Mio. €. Wesentliche Rechtsstreitigkeiten lagen jedoch nicht vor.

Die Zuführung sowie der Verbrauch der Rückstellungen für ungewisse Verbindlichkeiten innerhalb des Geschäftsjahrs betrifft im Wesentlichen CO2-Emissionsrechte.

Von dem Gesamtbetrag der Rückstellungen in Höhe von 12,9 Mio. € werden voraussichtlich 11,0 Mio. € im Geschäftsjahr 2020/21 und der Restbetrag in den nächsten fünf Jahren verbraucht. Die Zuführungen zu den Rückstellungen enthalten Aufzinsungen in Höhe von 22 (23) Tsd. €.

(24) Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Verbindlichkeiten

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Tsd. € 29.02.2020 28.02.2019
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 54.190 49.153
Sonstige Verbindlichkeiten 23.409 16.430
77.599 65.583

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen erhöhten sich um 5,0 Mio. € auf 54,2 Mio. €.

Die sonstigen Verbindlichkeiten in Höhe von 23,4 (16,4) Mio. € enthalten im Wesentlichen negative Marktwerte derivativer Sicherungsinstrumente in Höhe von 8,8 (2,9) Mio. €, Verbindlichkeiten aus Personalaufwendungen in Höhe von 7,8 (7,0) Mio. €, Verbindlichkeiten aus sonstigen Steuern in Höhe von 5,2 (4,8) Mio. € sowie sonstige Verbindlichkeiten in Höhe von 1,6 (1,7) Mio. €.

(25) Finanzforderungen/-verbindlichkeiten

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Tsd. € 29.02.2020 28.02.2019
Finanzforderungen 88.500 34.000
Wertpapiere 14.992 0
Flüssige Mittel 13.359 2.813
Leasingverbindlichkeiten -9.542 0
Nettofinanzguthaben 107.309 36.813

Die Nettofinanzposition weist per 29. Februar 2020 ein Nettofinanzguthaben in Höhe von 107,3 (36,8) Mio. € auf. Dieses setzt sich zusammen aus flüssigen Mitteln in Höhe von 13,4 (2,8) Mio. €, kurzfristigen Anlagen in festverzinsliche Wertpapiere in Höhe von insgesamt 15,0 (0) Mio. € und kurzfristigen Finanzforderungen gegenüber der Südzucker AG in Höhe von 88,5 (34,0) Mio. € abzüglich Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen in Höhe von 9,6 (0) Mio. €.

Am Bilanzstichtag waren Gläubigern weder Grundpfandrechte noch sonstige Pfandrechte eingeräumt.

Finanzmanagement

Das Kapitalmanagement der CropEnergies-Gruppe umfasst die Steuerung der liquiden Mittel, des Eigenkapitals und des Fremdkapitals. Dabei strebt CropEnergies eine Bilanzstruktur mit einem hohen Eigenkapitalanteil an, welche die Wachstumsstrategie unter Berücksichtigung angemessener Kapitalkosten und mit überdurchschnittlicher Bonität absichert.

Die Finanzierung der CropEnergies-Gruppe basiert auf der nachhaltigen Fähigkeit zur Generierung von positiven Cashflows, stabilen Beziehungen zu den das Unternehmen tragenden Aktionärsgruppen, dem Zugang zu den Kapitalmärkten und verlässlichen Bankenbeziehungen. Die Kommunikation mit den Kapitalmarktteilnehmern folgt dem Grundsatz finanzieller Transparenz. Die Grundlage dafür bildet ein Berichtswesen, das nach einheitlichen Bewertungs- und Ausweisgrundsätzen sowohl die Unternehmensplanungs- als auch die Reportingprozesse bestimmt.

CropEnergies nutzt im Bedarfsfall eine nach Fälligkeit und Zinsfestschreibung optimierte Darlehensstruktur. Zur unterjährigen Finanzierung ist ein flexibler Zugang zu kurzfristiger Liquidität ein wichtiges Element der Finanzierungsstruktur.

CropEnergies verfolgt eine konservative Finanzierungspolitik, die auf eine Absicherung von Rentabilität, Liquidität und Stabilität des Unternehmens abzielt und die durch konsequentes Finanzmanagement (Cash- und Liquiditätsmanagement) und integriertes Risikomanagement flankiert wird. Grundlage der Finanzierungspolitik sind die folgenden Ziele:

eine starke Kapitalstruktur mit einer nachhaltigen Eigenkapitalfinanzierungsbasis durch die tragenden Aktionärsgruppen,

flexibel nutzbare Fremdkapitalinstrumente unter Beachtung eines ausgewogenen Laufzeitenprofils,

ein jederzeitiger Zugriff auf ausreichende kurzfristige Liquidität und

die Steuerung der Finanzrisiken durch ein integriertes Risikomanagement.

Das Management der Kapitalstruktur erfolgt langfristig und orientiert sich an dynamischen sowie statischen Kennzahlen. Die wesentlichen Kenngrößen sind hierfür der Verschuldungsfaktor (Verhältnis von Nettofinanzschulden zu Cashflow), der Verschuldungsgrad (Nettofinanzschulden in % des Eigenkapitals) sowie die Eigenkapitalquote (Eigenkapital in % der Bilanzsumme).

(26) Anlage- und Kreditgeschäfte (Originäre Finanzinstrumente)

Die CropEnergies-Gruppe hat nachfolgend genannte wesentliche Kreditvereinbarungen getroffen:

Die CropEnergies AG ist im Juli 2019 einem syndizierten Kreditvertrag zwischen der Südzucker AG und einem Bankenkonsortium mit einem Teilbetrag von bis zu 100 Mio. € beigetreten. Die Laufzeit beträgt bis zu fünf Jahre mit Verlängerungsoptionen bis 2025 bzw. 2026. Zum 29. Februar 2020 bestand keine Inanspruchnahme.

Die CT Biocarbonic GmbH, an der CropEnergies zu 50 % beteiligt ist, hatte im Geschäftsjahr 2009/10 ein festverzinsliches Bankdarlehen in Höhe von insgesamt 6,1 Mio. € aufgenommen. Das Darlehen wurde mit 3,75 % p. a. verzinst und bis zum 30. Dezember 2019 vollständig getilgt. Des Weiteren bestehen gegenüber dem Joint Venture Darlehensforderungen in Höhe von 1,5 (1,5) Mio. €. Das Darlehen ist langfristig und wird mit 2,00 % p. a. verzinst.

Die flüssigen Mittel der CropEnergies-Gruppe in Höhe von 13,4 (2,8) Mio. € bestehen aus kurzfristig verfügbaren Einlagen bei Banken mit einwandfreier Bonität. Des Weiteren bestehen kurzfristige Finanzforderungen in Höhe von 88,5 (34,0) Mio. € und kurzfristige Anlagen in festverzinsliche Wertpapiere in Höhe von insgesamt 15,0 (0) Mio. €.

(27) Derivative Finanzinstrumente

a) Einsatz von derivativen Finanzinstrumenten

CropEnergies setzt zur Absicherung von Risiken aus der operativen Geschäftstätigkeit in begrenztem Umfang derivative Instrumente ein. Der Einsatz dieser Instrumente wird im Rahmen des Risikomanagementsystems durch interne Richtlinien geregelt, die grundgeschäftsorientierte Limits festlegen, Genehmigungsverfahren definieren, den Abschluss derivativer Instrumente zu spekulativen Zwecken beschränken, Kreditrisiken minimieren und das interne Meldewesen sowie die Funktionstrennung regeln. Die Einhaltung dieser Richtlinien und die ordnungsgemäße Abwicklung und Bewertung der Geschäfte werden regelmäßig unter Wahrung der Funktionstrennung überprüft.

Währungsrisiken können sowohl aus der operativen Geschäftstätigkeit als auch aus der konzernexternen oder -internen Finanzierung in Fremdwährung entstehen. Zur Absicherung der Währungsrisiken werden in begrenztem Umfang derivative Sicherungsinstrumente eingesetzt. Sowohl die Rohstoffbeschaffung als auch der Verkauf der Produkte erfolgten weitgehend in Euro.

Rohstoffpreisrisiken können sich hauptsächlich aus dem Einkauf von Rohstoffen wie Getreide ergeben. Soweit Preisänderungsrisiken durch physische Lieferverträge nicht ausgeschlossen werden können, setzt CropEnergies zur Begrenzung dieses Risikos, soweit möglich und sinnvoll, derivative Finanzinstrumente wie Weizenfutures und -optionen ein.

Produktpreisrisiken können sich aus schwankenden Ethanolpreisen ergeben. Zur Absicherung von Preisänderungsrisiken aus Lieferverträgen mit schwankenden Ethanolpreisen setzt CropEnergies derivative Absicherungen ein.

b) Marktwerte von derivativen Finanzinstrumenten

Die Nominal- und Marktwerte der derivativen Instrumente sowie deren Kreditrisiken innerhalb des CropEnergies-Konzerns stellen sich wie folgt dar:

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Tsd. € Nominalvolumen Marktwerte
29./28. Februar 2020 2019 2020 2019
Cashflow-Hedge-Derivate
Weizenfutures 84.348 45.815 -608 -1.693
Ethanolderivate 148.183 38.034 -6.458 -554
Währungsderivate 6.764 2.461 32 -1
Summe Cashflow-Hedge-Derivate 239.295 86.310 -7.034 -2.248
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Tsd. € Nominalvolumen Marktwerte
29./28. Februar 2020 2019 2020 2019
Derivate im Handelsbestand
Gasswaps 1.352 0 -317 0
Währungsderivate 683 657 -1 -2
Weizenoptionen 13.120 18.750 -83 -138
Summe Derivate im Handelsbestand 15.155 19.407 -401 -140

Sämtliche Derivate haben eine Laufzeit von weniger als einem Jahr.

Als Nominalvolumen eines derivativen Sicherungsgeschäfts bezeichnet man die rechnerische Bezugsgröße, aus der sich Zahlungen ableiten. Sicherungsgegenstand und Risiko sind nicht das Nominalvolumen selbst, sondern nur die darauf bezogenen Preis- bzw. Zinsänderungen.

Der Marktwert entspricht dem Betrag, den CropEnergies zum Bilanzstichtag bei unterstellter Auflösung des Sicherungsgeschäfts zu bezahlen hätte oder erhalten würde. Da zur Sicherung von Preisrisiken aus Getreideeinkäufen sowie Ethanolverkäufen nur marktübliche, handelbare Finanzinstrumente eingesetzt werden, wird der Marktwert anhand von Marktnotierungen ermittelt.

Zum Bilanzstichtag belief sich der Umfang der Weizenfutures auf 84,3 (45,8) Mio. € mit einem Marktwert von -0,6 (-1,7) Mio. €.

Sensitivität: Wären die Weizenpreise zum Bilanzstichtag um 10 % höher bzw. niedriger gewesen, hätte sich der im Eigen -kapital und teilweise in den latenten Steuern niederschlagende Marktwert um 8,4 Mio. € erhöht bzw. verringert.

Im Geschäftsjahr 2019/20 wurden zur Absicherung von Risiken aus der Volatilität von Weizenpreisen börsengehandelte Optionsgeschäfte abgeschlossen. Wären die Prämien für die abgeschlossenen Weizenoptionsgeschäfte zum Bilanzstichtag um 10 % höher bzw. niedriger gewesen, hätte sich der in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung niedergeschlagene Marktwert um 8 Tsd. € vermindert bzw. erhöht.

Preisrisiken aus Einkaufs- und Verkaufsverträgen, die sich aus einem variablen Ethanolpreis ergeben, werden - soweit möglich und sinnvoll - mit Ethanolderivaten abgesichert. Zum Bilanzstichtag belief sich der Umfang der Ethanolderivate auf 148,2 (38,0) Mio. € mit einem Marktwert von -6,5 (-0,6) Mio. €. Da zur Sicherung von Ethanolpreisen nur marktübliche, handelbare Finanzinstrumente eingesetzt werden, wird der Marktwert anhand von Marktnotierungen ermittelt.

Sensitivität: Wären die Ethanolpreise zum Bilanzstichtag um 10 % höher bzw. niedriger gewesen, hätte sich der im Eigenkapital und teilweise in den latenten Steuern niedergeschlagene Marktwert um -14,8 Mio. € verringert bzw. erhöht.

Der Gesamtumfang der Währungsderivate erreichte 7,4 (3,1) Mio. € mit einem Marktwert von 31 (-3) Tsd. €. Die Bewertung der Währungsderivate erfolgt auf der Grundlage von Referenzkursen unter der Berücksichtigung von Terminaufschlägen bzw. -abschlägen.

Sensitivität: Wären die relevanten Wechselkurse zum Bilanzstichtag um 10 % höher bzw. niedriger gewesen, hätte sich der im Eigenkapital, in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung sowie teilweise in den latenten Steuern erfasste Marktwert um -0,5 bzw. 0,7 Mio. € verändert.

Im Geschäftsjahr 2019/20 wurden erstmalig zur Absicherung des Energiebedarfs Gasswaps eingesetzt. Zum Bilanzstichtag belief sich der Umfang der Gasswaps auf ein Nominalvolumen von 1,4 (0) Mio. € mit einem Marktwert von -0,3 (0) Mio. €. Die Bewertung der Gasswaps erfolgt auf Grundlage von Referenzpreisen unter Berücksichtigung von Terminauf- bzw. -abschlägen.

Sensitivität: Wären die Gaspreise zum Bilanzstichtag um 10 % höher bzw. niedriger gewesen, so hätte sich der in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung berücksichtigte Marktwert um 104 Tsd. € erhöht bzw. vermindert.

Kreditrisiken können sich aus positiven Marktwerten von Derivaten ergeben. Kreditrisiken werden minimiert, indem derivative Geschäfte über Warenterminbörsen mit täglichem Marktwertausgleich oder mit Banken bzw. Kunden mit einwandfreier Bonität abgeschlossen werden.

Sämtliche Wertänderungen von Derivatgeschäften, die zur Absicherung zukünftiger Zahlungsströme durchgeführt wurden (Cashflow Hedges), sind zunächst erfolgsneutral in der Neubewertungsrücklage zu erfassen und werden erst bei Realisierung des Zahlungsstroms erfolgswirksam. Ihr Marktwert zum 29. Februar 2020 belief sich auf -7,0 (-2,2) Mio. €. Teilweise wird daher nur eine Preiskomponente des gesicherten Grundgeschäfts in der bilanziellen Sicherungsbeziehung designiert, wobei sich daher Wertänderungen aus designiertem Grundgeschäft und dem Sicherungsgeschäft vollständig ausgleichen. Aufgrund der sehr hohen Effektivität der Sicherungsbeziehungen in Cashflow Hedges entspricht die Wertänderung der gesicherten Grundgeschäfte der Wertänderung der Sicherungsinstrumente. Diese Wertänderungen sind aus den unrealisierten Gewinnen und Verlusten in der Gesamtergebnisrechnung ersichtlich. Die Kosten (d. h. Wettbewerbsnachteile) aus der Offenlegung der durchschnittlichen Sicherungskurse sind wahrscheinlich größer als der Nutzen.

(28) Zusätzliche Angaben zu den Finanzinstrumenten

Buch- und beizulegende Zeitwerte von Finanzinstrumenten

Die nachstehende Tabelle stellt die Buch- und beizulegenden Zeitwerte der finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten nach IFRS 9 (Finanzinstrumente) dar. Gemäß der Definition von IFRS 13 (Bemessung des beizulegenden Zeitwerts) ist der beizulegende Zeitwert der Preis, der in einem geordneten Geschäftsvorfall zwischen Marktteilnehmern am Bewertungsstichtag für den Verkauf eines Vermögenswertes vereinnahmt bzw. für die Übertragung einer Schuld gezahlt würde.

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Bewertungskategorien gemäß IFRS 9 29. Februar 2020 28. Februar 2019
Tsd. € Buchwert Beizulegender Zeitwert Buchwert Beizulegender Zeitwert
Finanzielle Vermögenswerte
Finanzforderungen Zu fortgeführten Anschaffungskosten 88.500 88.500 34.000 34.000
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen Zu fortgeführten Anschaffungskosten 58.829 58.829 55.845 55.845
Sonstige Forderungen Zu fortgeführten Anschaffungskosten 17.862 17.862 7.996 7.996
Wertpapiere Zu fortgeführten Anschaffungskosten 14.992 14.992 0 0
Flüssige Mittel Zu fortgeführten Anschaffungskosten 13.359 13.359 2.813 2.813
Derivate im Handelsbestand (positiver Marktwert) Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert 135 135 139 139
Derivate mit Hegde-Beziehung (positiver Marktwert) n. a. (Hedge Accounting) 1.251 1.251 393 393
194.928 194.928 101.186 101.186
Finanzielle Verbindlichkeiten
Leasingverbindlichkeiten n. a. 9.542 - 0 -
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen Zu fortgeführten Anschaffungskosten 54.190 54.190 49.153 49.153
Sonstige Verbindlichkeiten Zu fortgeführten Anschaffungskosten 1.579 1.579 1.692 1.692
Derivate im Handelsbestand (negativer Marktwert) Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert 536 536 279 279
Derivate mit Hegde-Beziehung (negativer Marktwert) n. a. (Hedge Accounting) 8.285 8.285 2.641 2.641
74.132 64.590 53.765 53.765
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29. Februar 2020 28. Februar 2019
Summen der Bewertungskategorien
Tsd. €
Buchwert Beizulegender Zeitwert Buchwert Beizulegender Zeitwert
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete Vermögenswerte 193.542 193.542 100.654 100.654
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete Vermögenswerte 135 135 139 139
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete Verbindlichkeiten 536 536 279 279
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete Verbindlichkeiten 55.769 55.769 50.845 50.845
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Nettoergebnis Gewinne (+) und Verluste (-) nach Bewertungskategorien IFRS 9
Tsd. € 2019/20 2018/19
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete Vermögenswerte 1.583 2.288
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete Vermögenswerte und Verbindlichkeiten 103 -1.304
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete Verbindlichkeiten -5.220 -2.556

Das Nettoergebnis nach IFRS 7 umfasst Zinsen, Effekte aus Wechselkursänderungen und Wertberichtigungen aus Forderungen sowie das Ergebnis aus Derivaten im Handelsbestand.

Das gesamte Zinsergebnis aus Finanzinstrumenten, die nicht zum beizulegenden Zeitwert bewertet wurden, beläuft sich auf 1,1 (0,8) Mio. €. Hierin sind Zinserträge von 0,06 (0) Mio. € und Zinsaufwendungen von 1,1 (0,8) Mio. € enthalten.

Ineffektivitäten, die sich aus nicht deckungsgleichen Laufzeiten von Grund- und Sicherungsgeschäft ergeben könnten, waren keine zu erfassen.

In der nachstehenden Tabelle sind die für die finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten ermittelten beizulegenden Zeitwerte nach Bewertungsleveln (Fair-Value-Hierarchie) gegliedert, die im Einzelnen gemäß IFRS 13 wie folgt definiert sind:

Unter Bewertungslevel 1 fallen auf aktiven Märkten gehandelte Finanzinstrumente, deren notierte Preise unverändert in die Bewertung übernommen werden. Dies ist bei Weizenfutures und -optionen sowie Ethanolderivaten der Fall. Bewertungslevel 2 liegt vor, wenn die Bewertung auf Basis von Bewertungsverfahren erfolgt, deren Einflussfaktoren direkt oder indirekt aus beobachtbaren Marktdaten abgeleitet werden. Hierunter fallen bei CropEnergies Währungsderivate und Gasswaps sowie im Vorjahr Finanzverbindlichkeiten. Bei Derivaten des Bewertungslevels 3 erfolgt die Bewertung auf Basis von Bewertungsverfahren, in welchen mindestens ein wesentlicher nicht beobachtbarer Einflussfaktor enthalten ist. CropEnergies nutzt keine Derivate des Bewertungslevels 3. Im Geschäftsjahr 2019/20 wurden keine Umklassifizierungen zwischen den jeweiligen Bewertungsleveln vorgenommen.

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Fair-Value-Hierarchie
Tsd. € 29. Februar 2020 Bewertungslevel 1 Bewertungslevel 2 Bewertungslevel 3 28. Februar 2019 Bewertungslevel 1
Positive Marktwerte - Cashflow-Hedge-Derivate 1.251 1.219 32 0 393 392
Positive Marktwerte - Derivate im Handelsbestand 135 135 0 0 139 139
Finanzielle Vermögenswerte 1.386 1.354 32 0 532 531
Negative Marktwerte - Cashflow-Hedge-Derivate 8.285 8.285 0 0 2.641 2.638
Negative Marktwerte - Derivate im Handelsbestand 536 218 318 0 279 277
Finanzielle Verbindlichkeiten 8.821 8.503 318 0 2.920 2.915
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Fair-Value-Hierarchie
Tsd. € Bewertungslevel 2 Bewertungslevel 3
Positive Marktwerte - Cashflow-Hedge-Derivate 1 0
Positive Marktwerte - Derivate im Handelsbestand 0 0
Finanzielle Vermögenswerte 1 0
Negative Marktwerte - Cashflow-Hedge-Derivate 3 0
Negative Marktwerte - Derivate im Handelsbestand 2 0
Finanzielle Verbindlichkeiten 5 0

Wertminderungen im Bereich der Finanzinstrumente waren nur bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 1,2 (1,1) Mio. € notwendig.

Die Ermittlung der Marktwerte von Derivaten, die an Terminbörsen kontrahiert werden, wird auf Basis von Stichtagsnotierungen vorgenommen. Für die im Bestand befindlichen derivativen Finanzinstrumente, für welche mangels Marktnotierung keine Marktpreise vorliegen, werden die Zeitwerte mittels anerkannter finanzmathematischer Modelle unter Verwendung öffentlich zugänglicher Marktinformationen berechnet. So erfolgt die Bestimmung der Marktwerte der Devisenderivate auf Basis abgezinster, zukünftig erwarteter Cashflows unter Berücksichtigung von Terminkursen für Währungen und Rohstoffe (Marktvergleichsverfahren).

Für Avalprovisionen und Bereitstellungsprovisionen hat CropEnergies im Geschäftsjahr 2019/20 Aufwendungen in Höhe von 0,5 (0,5) Mio. € getätigt.

Die beizulegenden Zeitwerte der Finanzinstrumente wurden auf Basis der am Bilanzstichtag zur Verfügung stehenden Marktinformationen und anhand der nachfolgend dargestellten Methoden und Prämissen ermittelt:

Aufgrund der kurzfristigen Laufzeiten der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, der sonstigen Forderungen, der Finanzforderungen, der Wertpapiere sowie der Zahlungsmittel wird angenommen, dass die beizulegenden Zeitwerte den Buch werten entsprechen.

Gleiches gilt für Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie für kurzfristige sonstige Verbindlichkeiten.

Die positiven und negativen Marktwerte aus Derivaten betreffen Cashflow-Hedge-Derivate und Derivate im Handelsbestand (auch Derivate "held for trading" genannt). Sie werden unter den sonstigen Forderungen oder sonstigen Verbindlichkeiten ausgewiesen.

(29) Risikomanagement in der CropEnergies-Gruppe

Die CropEnergies-Gruppe unterliegt Marktpreisrisiken durch die Veränderung der Preise für Endprodukte, Rohstoffe und Energie. Daneben bestehen finanzielle Risiken wie Währungs-, Zins-, Kredit- und Liquiditätsrisiken.

Bonitäts- und Ausfallrisiken

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen der CropEnergies-Gruppe bestehen überwiegend gegenüber den Kunden der Mineralöl- sowie der Lebens- und Futtermittelindustrie. Das daraus resultierende Kreditrisiko wird mit Warenkreditversicherungen auf 10 % der jeweils offenen Gesamtforderungen begrenzt und auf Basis von internen Richtlinien und Limits gesteuert.

Für verbleibende Restrisiken hinsichtlich der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden erforderlichenfalls Wertberichtigungen angesetzt, die sich am tatsächlichen Ausfallrisiko orientieren. Gemäß konzerninternen Vorgaben werden die Wertansätze von Forderungen grundsätzlich über ein Wertberichtigungskonto korrigiert. Die maximale Risikoposition aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen entspricht dem Buchwert dieser Forderungen. Die Buchwerte der überfälligen sowie der verbleibenden wertgeminderten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind im Anhang unter Ziffer (20) angegeben.

Das maximale Kreditrisiko der sonstigen Forderungen und Vermögenswerte entspricht dem Buchwert dieser Instrumente und ist nach Einschätzung von CropEnergies nicht von Bedeutung. Die sonstigen Forderungen und Vermögenswerte werden vollständig dem Investment Grade zugeordnet.

Liquiditätsrisiko

Als Liquiditätsrisiko bezeichnet man die Gefahr, dass ein Unternehmen seinen finanziellen Verpflichtungen nicht fristgerecht bzw. nicht in ausreichendem Maß nachkommen kann. Die Liquidität der CropEnergies-Gruppe wird täglich überwacht und durch nationale bzw. länderübergreifende Cashpools optimiert.

Die CropEnergies-Gruppe generiert Liquidität durch das operative Geschäft sowie - soweit erforderlich - durch Zugriff auf externe Finanzierungen. Die Mittel dienen der Finanzierung von Investitionen, Akquisitionen und des Working Capital.

Um die Zahlungsfähigkeit zu jeder Zeit zu gewährleisten sowie die finanzielle Flexibilität der CropEnergies-Gruppe zu erhöhen, wird darüber hinaus eine Liquiditätsreserve in Form von Barmitteln, insbesondere aber in Form freier Kreditlinien, vorgehalten.

Die CropEnergies AG ist im Juli 2019 einem syndizierten Kreditvertrag zwischen der Südzucker AG und einem Bankenkonsortium mit einem Teilbetrag von bis zu 100 Mio. € beigetreten.

Die nachstehende Übersicht zeigt die Fälligkeit der Verbindlichkeiten jeweils per 29./28. Februar. Sämtliche Zahlungsabflüsse sind undiskontiert.

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Tsd.€ 29. Februar 2020 Buchwert Vertraglich vereinbarte Zahlungsabflüsse
Finanzverbindlichkeiten gesamt bis 1 Jahr 1 bis 2 Jahre 2 bis 3 Jahre 3 bis 4 Jahre
Verbindlichkeiten aus
Leasing 9.542 28.913 3.534 1.712 584 528
Lieferungen und Leistungen 54.190 54.190 54.190 0 0 0
Sonstige Verbindlichkeiten 1.579 1.579 1.579 0 0 0
Derivate im Handelsbestand (negativer Marktwert) 536 536 536 0 0 0
Derivate mit Hegde-Beziehung (negativer Marktwert) 8.285 8.285 8.285 0 0 0
74.132 93.503 68.124 1.712 584 528
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Tsd.€ 29. Februar 2020 Vertraglich vereinbarte Zahlungsabflüsse
Finanzverbindlichkeiten 4 bis 5 Jahre über 5 Jahre
Verbindlichkeiten aus
Leasing 404 22.151
Lieferungen und Leistungen 0 0
Sonstige Verbindlichkeiten 0 0
Derivate im Handelsbestand (negativer Marktwert) 0 0
Derivate mit Hegde-Beziehung (negativer Marktwert) 0 0
404 22.151
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Tsd.€ 28. Februar 2019 Buchwert Vertraglich vereinbarte Zahlungsabflüsse
Finanzverbindlichkeiten gesamt bis 1 Jahr 1 bis 2 Jahre 2 bis 3 Jahre 3 bis 4 Jahre
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 49.153 49.153 49.153 0 0 0
Sonstige Verbindlichkeiten 1.692 1.692 1.692 0 0 0
Derivate im Handelsbestand (negativer Marktwert) 279 279 279 0 0 0
Derivate mit Hegde-Beziehung (negativer Marktwert) 2.641 2.641 2.641 0 0 0
53.765 53.765 53.765 0 0 0
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Tsd.€ 28. Februar 2019 Vertraglich vereinbarte Zahlungsabflüsse
Finanzverbindlichkeiten 4 bis 5 Jahre über 5 Jahre
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 0 0
Sonstige Verbindlichkeiten 0 0
Derivate im Handelsbestand (negativer Marktwert) 0 0
Derivate mit Hegde-Beziehung (negativer Marktwert) 0 0
0 0

Die Zahlungsabflüsse aus Tilgungen von Verbindlichkeiten sind auf den frühesten Fälligkeitstermin bezogen. Die Ermittlung von Zinszahlungen von Finanzinstrumenten mit variabler Verzinsung erfolgt auf Basis der am Bilanzstichtag gültigen Zinssätze. Für alle Derivate-Verträge bis auf die Währungsderivate besteht eine Net-Settlement-Vereinbarung.

Währungsrisiko

Währungsrisiken können sich aus Transaktionen in Fremdwährungen ergeben und werden in begrenztem Umfang durch derivative Instrumente abgesichert. Der Einsatz dieser Sicherungsinstrumente erfolgt innerhalb festgelegter Limits und Regeln und wird ständig kontrolliert. Sowohl die Rohstoffbeschaffung als auch der Verkauf der Produkte erfolgen weitgehend in Euro und in einem geringen Umfang in britischen Pfund und US-$.

Soweit finanzielle Forderungen oder Verbindlichkeiten in fremder Währung bestehen, unterliegen sie bis zu ihrer Erfüllung noch dem Risiko der Abwertung bzw. Aufwertung. Der Bestand an Finanzforderungen und -verbindlichkeiten in Fremdwährungen ist bei CropEnergies gegenüber Konzernfremden jedoch von untergeordneter Bedeutung.

CropEnergies kann aber auch indirekten Währungsrisiken in Bezug auf Marktwertschwankungen des Euro gegenüber dem US-Dollar und dem brasilianischen Real unterliegen. Solche indirekten Einflüsse auf die Weltmarktpreise für Rohstoffe, Energie und Ethanol lassen sich jedoch nicht quantifizieren.

Zinsrisiko

CropEnergies ist Zinsänderungsrisiken in der Eurozone ausgesetzt. Das Zinsänderungsrisiko resultiert dabei hauptsächlich aus Finanzverbindlichkeiten. Per 29. Februar 2020 sind keine Finanzverbindlichkeiten vorhanden.

Marktpreisrisiko

Die CropEnergies-Gruppe unterliegt Marktpreisrisiken für die Endprodukte. Die Risiken hieraus steuert CropEnergies durch die Gestaltung der Verkaufsverträge und deren Laufzeit sowie durch derivative Instrumente. Der Einsatz dieser Sicherungsinstrumente erfolgt innerhalb festgelegter Limits und Regeln und unterliegt einem umfassenden Kontrollprozess.

Sonstige Angaben

(30) Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen

Zum Abschlussstichtag bestand ein Bestellobligo für Investitionen in Höhe von 16,7 (19,2) Mio. € und für Rohstoffe in Höhe von 199,1 (121,3) Mio. €. Das Obligo für Investitionen betrifft im Wesentlichen Optimierungsprojekte der Ethanolanlagen. Das Obligo für Rohstoffe besteht überwiegend für Bestellungen von Getreide und Rohalkohol. Gegenüber den Unternehmen der Südzucker-Gruppe bestand daraus ein Bestellobligo in Höhe von 17,1 (20,3) Mio. €.

Mit der erstmaligen Anwendung von IFRS 16 (Leasingverhältnisse) im Geschäftsjahr 2019/20 ist die Angabe der Verpflichtungen aus Operating Leasing entfallen, da die Verpflichtungen aus Leasingverhältnissen als Leasingverbindlichkeiten innerhalb der Finanzschulden in der Bilanz ausgewiesen werden. Weitere Angaben hierzu werden unter den Ziffern (1) und (17) dieses Konzernanhangs gegeben. Die nicht abgezinsten Mindestmietzahlungen in Folgeperioden beliefen sich im Geschäftsjahr 2018/19 auf 15,4 Mio. €. Die entsprechenden Zahlungsverpflichtungen, insbesondere aus Mietverträgen für Büroräume, Maschinen, Kesselwagen, Landnutzung sowie Bürogeräte, waren wie folgt fällig:

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Tsd. € 28.02.2019
Fällig in bis zu einem Jahr 5.549
Fällig in 1 bis 5 Jahren 4.889
Fällig nach über 5 Jahren 5.003
15.441

Der Unterschiedsbetrag zwischen den außerbilanziellen Leasingverpflichtungen gemäß IAS 17 (Leasingverhältnisse) zum 28. Februar 2019 von 15,4 Mio. € und den zusätzlichen Leasingverbindlichkeiten aus der Erstanwendung von IFRS 16 am 1. März 2019 von 9,9 Mio. € beträgt 5,5 Mio. €. Er betrifft im Wesentlichen die Abzinsung der Verpflichtungen aus Operating Leasing gemäß IAS 17 (i. W. Landnutzung), die Inanspruchnahme der Ausnahmeregelung für kurzfristige und geringwertige Leasingverhältnisse sowie die abweichende Behandlung von Verlängerungsoptionen von Tanklagern. Der Grenzfremdkapitalzinssatz zum 1. März 2019 belief sich auf 4,0 %. Die Leasingverpflichtungen für kurzfristige und geringwertige Leasingverträge belaufen sich in 2020/21 auf ca. 1,3 Mio. €.

CropEnergies kann möglichen Verpflichtungen aus verschiedenen Ansprüchen oder Verfahren, die anhängig sind oder geltend gemacht werden könnten, unterliegen. Schätzungen über die künftigen Aufwendungen in diesem Bereich sind zwangsläufig Unsicherheiten unterworfen. Wenn ein Verlust wahrscheinlich und der Betrag zuverlässig schätzbar ist, bildet CropEnergies Rückstellungen für diese Risiken. Nach heutigem Kenntnisstand bestehen keine Ansprüche oder Verfahren, die erheblichen Einfluss auf die wirtschaftliche Lage der CropEnergies-Gruppe haben.

Zum Bilanzstichtag bestanden keine weiteren Haftungsverhältnisse und sonstige finanzielle Verpflichtungen.

(31) Ergebnis je Aktie

Der Konzern-Jahresüberschuss beläuft sich auf 74,6 (21,3) Mio. €. Im gesamten Geschäftsjahr 2019/20 lag die Anzahl der CropEnergies-Aktien bei 87,25 Mio. Der Berechnung des Ergebnisses je Aktie (IAS 33) liegt daher ein zeitlich gewichteter Durchschnitt von 87,25 (87,25) Mio. Aktien zugrunde. Somit ergibt sich ein Ergebnis je Aktie von 0,85 (0,24) €. Dabei entspricht das verwässerte dem unverwässerten Ergebnis.

(32) Angaben zur Kapitalflussrechnung

Die Kapitalflussrechnung wurde nach den Vorschriften des IAS 7 (Kapitalflussrechnungen) erstellt und zeigt die Veränderung des Finanzmittelbestands der CropEnergies-Gruppe aus den Bereichen laufende Geschäftstätigkeit, Investitionstätigkeit und Finanzierungstätigkeit.

Durch den Anstieg des EBITDA auf 146,1 (72,1) Mio. € erhöhte sich auch der Cashflow auf 120,2 (59,1) Mio. €. Einschließlich der Veränderung des Nettoumlaufvermögens belief sich der Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit auf 125,1 (34,4) Mio. €.

Die Mittelabflüsse aus Steuerzahlungen beliefen sich auf 29,7 (22,2) Mio. € und sind der laufenden Geschäftstätigkeit zuzuordnen. Außerdem sind Zinsauszahlungen in Höhe von 0,5 (0,2) Mio. € angefallen, die ebenfalls der laufenden Geschäftstätigkeit zuzuordnen sind. Die Investitionen in Höhe von 29,9 (13,2) Mio. € für Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte entfallen im Wesentlichen auf Investitionen in Sachanlagen. Diese dienten insbesondere dem Ausbau und der Verbesserung der Produktionsanlagen. Des Weiteren wurden kurzfristige Anlagen in festverzinsliche Wertpapiere von insgesamt 15,0 (0) Mio. € getätigt.

Der Bestand an flüssigen Mitteln belief sich per 29. Februar 2020 auf 13,4 (2,8) Mio. €.

Der Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit setzte sich aus dem Anstieg der kurzfristigen Finanzforderungen um 54,5 (34,0) Mio. €, der im Juli 2019 erfolgten Dividendenausschüttung in Höhe von 13,1 (21,8) Mio. € und der Tilgung von Leasingverbindlichkeiten von 3,6 (0) Mio. € zusammen.

(33) Aufwendungen für Leistungen des Konzernabschlussprüfers

Für Leistungen des Konzernabschlussprüfers, PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Frankfurt am Main, sind im Geschäftsjahr 2019/20 Aufwendungen in Höhe von 197 (129) Tsd. € für die Konzernabschlussprüfung sowie die Prüfung der Abschlüsse der CropEnergies AG und ihrer inländischen Tochtergesellschaft CropEnergies Bioethanol GmbH angefallen.

Darüber hinaus erbrachte der Konzernabschlussprüfer im laufenden Geschäftsjahr andere Bestätigungsleistungen in Höhe von 5 (5) Tsd. €. Die Honorare für andere Bestätigungsleistungen umfassen im Wesentlichen Leistungen im Rahmen des Energiewirtschaftsrechts außerhalb der Konzernabschlussprüfung.

(34) Entsprechenserklärung nach § 161 AktG

Vorstand und Aufsichtsrat der CropEnergies AG haben am 11. November 2019 die Entsprechenserklärung nach § 161 AktG zum Deutschen Corporate Governance-Kodex abgegeben und den Aktionären der CropEnergies AG auf der Website www.cropenergies.com unter der Rubrik Investor Relations dauerhaft zugänglich gemacht.

(35) Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen (Related Parties)

"Related Party" im Sinne von IAS 24 (Angaben über Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen) sind die Südzucker AG als Mehrheitsaktionärin sowie deren Vorstand und Aufsichtsrat nebst deren nahen Familienangehörigen sowie ihre Tochtergesellschaften (Südzucker-Gruppe), das Joint Venture CT Biocarbonic GmbH sowie die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats der CropEnergies AG nebst deren nahen Familienangehörigen. Darüber hinaus zählt dazu die Süddeutsche Zuckerrüben-Verwertungs-Genossenschaft eG (SZVG), Stuttgart, aus deren Eigenbesitz an Südzucker-Aktien zuzüglich der von ihr treuhänderisch für die Gemeinschaft der Anteilsinhaber gehaltenen Aktien sich eine Mehrheitsbeteiligung an der Südzucker AG errechnet.

Südzucker AG

Die Transaktionen mit der Südzucker AG umfassten Lieferungen von der Südzucker AG, insbesondere Rohstoffe und Energie, im Wert von 18,6 (18,5) Mio. €. Daneben wurden Dienstleistungen in Höhe von 3,7 (3,5) Mio. €, Forschungs- und Entwicklungsleistungen in Höhe von 1,2 (1,5) Mio. € sowie sonstige Leistungen in Höhe von 1,1 (1,1) Mio. € erbracht. Des Weiteren wurden Pensionsverpflichtungen in Höhe von 0,3 Mio. € übernommen und der entsprechende Barwert vergütet.

Im Gegenzug erhielt die CropEnergies-Gruppe von der Südzucker AG für Warenlieferungen 3,4 (3,4) Mio. €, für erbrachte Dienstleistungen 0,2 (0,3) Mio. € sowie für sonstige Leistungen 0,2 (0,2) Mio. €. Aus der Bereitstellung einer externen Kreditlinie ergab sich für die CropEnergies-Gruppe ein negativer Zinssaldo in Höhe von 0,2 (0,3) Mio. €. Des Weiteren wurden Pensionsverpflichtungen in Höhe von 0,1 Mio. € abgetreten. Die entsprechenden Barwerte wurden vergütet.

Resultierend aus den vorgenannten Leistungsbeziehungen bestanden gegenüber der Südzucker AG zum Bilanzstichtag Forderungen in Höhe von 0,3 (0,5) Mio. € und Verbindlichkeiten in Höhe von 2,0 (4,3) Mio. €. Die Finanzforderungen gegenüber der Südzucker AG beliefen sich auf 88,5 (34,0) Mio. €.

Verbundene Unternehmen der Südzucker AG

Die Transaktionen mit den verbundenen Unternehmen der Südzucker AG umfassten Lieferungen, insbesondere von Rohstoffen und Handelswaren, im Wert von 50,8 (56,9) Mio. €. Daneben wurden Dienstleistungen in Höhe von 0,8 (0,7) Mio. € erbracht.

Im Gegenzug erhielt die CropEnergies-Gruppe von den verbundenen Unternehmen der Südzucker AG für Warenlieferungen 78,7 (83,9) Mio. €. Ferner erzielte die CropEnergies-Gruppe Erlöse aus Dienstleistungen in Höhe von 1,4 (0,7) Mio. € sowie Leistungserlöse in Höhe von 0,3 (0,4) Mio. €.

Resultierend aus den vorgenannten Leistungsbeziehungen bestanden gegenüber den verbundenen Unternehmen der Südzucker AG zum Bilanzstichtag Forderungen in Höhe von 6,7 (11,0) Mio. € und Verbindlichkeiten in Höhe von 4,2 (10,4) Mio. €.

Die Leistungsbeziehungen mit der Südzucker AG und ihren verbundenen Unternehmen wurden zu marktüblichen Preisen bzw. Zinsen abgerechnet; Leistung und Gegenleistung entsprachen sich, sodass keine Benachteiligungen entstanden. Daneben wurden keine wesentlichen Geschäfte mit nahestehenden Personen getätigt.

CT Biocarbonic GmbH

Für das Joint Venture CT Biocarbonic GmbH wurden Dienstleistungen und Lieferungen in Höhe von 1,4 (1,7) Mio. € zu marktüblichen Preisen erbracht. Weiterhin bestehen zum Stichtag Darlehensforderungen in Höhe von 1,5 (1,5) Mio. € gegenüber der CT Biocarbonic GmbH.

Süddeutsche Zuckerrüben-Verwertungs-Genossenschaft eG

Mit der Süddeutschen Zuckerrüben-Verwertungs-Genossenschaft eG (SZVG) gab es keine Geschäftsvorfälle oder offene Salden zum Stichtag.

Vorstand

Der Gesamtvorstand erhielt für das Geschäftsjahr 2019/20 insgesamt eine Vergütung von 1.400 (1.222) Tsd. €; davon entfielen auf das feste Jahresgehalt 760 (666) Tsd. €. Als variabler Vergütungsanspruch kamen 566 (492) Tsd. € zur Auszahlung. Als Sachbezüge und Beiträge zur Sozialversicherung wurden 75 (64) Tsd. € gewährt. Bei allen Vergütungen handelt es sich um kurzfristig fällige Leistungen.

Der Stand der Pensionsrückstellungen für aktive Vorstandsmitglieder belief sich auf 7,7 (6,2) Mio. €. Im Geschäftsjahr 2019/20 wurden 1,5 (0,4) Mio. € zugeführt. Für ehemalige Vorstandsmitglieder bestehen Pensionsrückstellungen in Höhe von 1,2 Mio. €.

Aufsichtsrat

Unter der Voraussetzung, dass die Hauptversammlung am 14. Juli 2020 die Dividende - wie vorgeschlagen - beschließt, beläuft sich die Vergütung für die gesamte Tätigkeit der Mitglieder des Aufsichtsrats der CropEnergies AG für das Geschäftsjahr 2019/20 auf 247 (175) Tsd. €; davon entfallen auf die feste Vergütung 173 (175) Tsd. €. Zudem wurden angefallene Auslagen in Höhe von 9 (8) Tsd. € erstattet.

Die Beschreibung der Vergütungssysteme für Vorstand und Aufsichtsrat, die Bestandteil des Lageberichts ist, ist in der Erklärung zur Unternehmensführung/Corporate Governance-Bericht auf den Seiten 73 - 75 angegeben.

(36) Aufsichtsrat

Prof. Dr. Markwart Kunz

Vorsitzender

Braunschweig

Ehem. Mitglied des Vorstands der Südzucker AG

Thomas Kölbl

Stellvertretender Vorsitzender

Speyer

Mitglied des Vorstands der Südzucker AG

Mandate in inländischen, gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten

K+S Aktiengesellschaft, Kassel

Konzernmandate

AGRANA Stärke GmbH, Wien (Österreich)

AGRANA Zucker GmbH, Wien (Österreich)

ED&F MAN Holdings Limited, London (Großbritannien)

Freiberger Holding GmbH, Berlin

PortionPack Europe Holding B.V., Oud-Beijerland (Niederlande) (Vorsitzender)

Südzucker Versicherungs-Vermittlungs-GmbH, Mannheim (Vorsitzender)

Dr. Hans-Jörg Gebhard

Eppingen

Vorstandsvorsitzender des Verbands Süddeutscher Zuckerrübenanbauer e. V.

Weitere Mandate in inländischen, gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten

Südzucker AG, Mannheim (Vorsitzender)

Mandate in vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien

AGRANA Beteiligungs-AG, Wien (Österreich) (1. stellvertretender Vorsitzender)

AGRANA Zucker, Stärke und Frucht Holding AG, Wien (Österreich) (2. stellvertretender Vorsitzender)

Freiberger Holding GmbH, Berlin

Süddeutsche Zuckerrüben-Verwertungs-Genossenschaft eG (SZVG), Stuttgart (Vorsitzender)

Vereinigte Hagelversicherung VVaG, Gießen

Z & S Zucker und Stärke Holding AG, Wien (Österreich)

Dr. Wolfgang Heer

bis 4. Februar 2020

Ludwigshafen am Rhein

Ehem. Vorstandsvorsitzender der Südzucker AG

Dr. Thomas Kirchberg

ab 16. März 2020

Würzburg

Mitglied des Vorstands der Südzucker AG

Mandate in inländischen, gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten

Ekosem-Agrar AG, Walldorf

Konzernmandate

AGRANA Beteiligungs-AG, Wien (Österreich)

BGD Bodengesundheitsdienst GmbH, Mannheim (Vorsitzender) (bis 21. April 2020)

Freiberger Holding GmbH, Berlin (Vorsitzender)

Südzucker Moldova S.R.L., Chişinău (Moldau), (Vorsitzender) (bis 8. April 2020)

Südzucker Versicherungs-Vermittlungs-GmbH, Mannheim

Franz-Josef Möllenberg

Rellingen

Ehem. Vorsitzender der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten

Weitere Mandate in inländischen, gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten

Südzucker AG, Mannheim (1. stellvertretender Vorsitzender)

Ökonomierat Norbert Schindler

Bobenheim am Berg

Präsident der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz

Mandate in vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien

Sparkasse Rhein-Haardt, Bad Dürkheim

Süddeutsche Zuckerrüben-Verwertungs-Genossenschaft eG, Stuttgart

Ausschüsse des Aufsichtsrats

Prüfungsausschuss

Thomas Kölbl (Vorsitzender)

Dr. Wolfgang Heer, bis 4. Februar 2020

Dr. Thomas Kirchberg, ab 15. April 2020

Prof. Dr. Markwart Kunz

Franz-Josef Möllenberg

Nominierungsausschuss

Thomas Kölbl (Vorsitzender)

Dr. Wolfgang Heer, bis 4. Februar 2020

Dr. Thomas Kirchberg, ab 15. April 2020

Prof. Dr. Markwart Kunz

Franz-Josef Möllenberg

(37) Vorstand

Joachim Lutz (CEO)

Mannheim

Erstbestellung: 4. Mai 2006

Sprecher des Vorstands seit 30. April 2015

Amtszeit bis zum Ende der Hauptversammlung am 14. Juli 2020

Michael Friedmann (CSO)

bis 29. Februar 2020

Mannheim

Erstbestellung: 30. April 2015

Dr. Fritz Georg von Graevenitz (CSO)

Heidelberg

Erstbestellung: 1. Oktober 2019

Bestellt bis: 30. September 2024

Dr. Stephan Meeder (CFO)

Mannheim

Erstbestellung: 30. April 2015

Bestellt bis: 29. April 2025

(38) Anteilsbesitzliste

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Unternehmen Sitz Land Anteilsbesitz: unmittelbar Anteilsbesitz: mittelbar Anteilsbesitz: insgesamt
CropEnergies Bioethanol GmbH Zeitz Deutschland 15 % 85 % 100 %
CropEnergies Beteiligungs GmbH Mannheim Deutschland 100 % 100 %
BioWanze SA Brüssel Belgien 100 % 100 %
Ryssen Alcools SAS Loon-Plage Frankreich 100 % 100 %
Ryssen Chile SpA Lampa, Santiago de Chile Chile 100 % 100 %
Compagnie Financière de l'Artois SAS Paris Frankreich 100 % 100 %
Ensus UK Ltd. Yarm Großbritannien 100 % 100 %
CT Biocarbonic GmbH Zeitz Deutschland 50 % 50 %

(39) Vorschlag zur Gewinnverwendung

Der Konzern-Jahresüberschuss der CropEnergies-Gruppe (nach IFRS) beläuft sich auf 74,6 (21,3) Mio. €. Nach einer Einstellung von 27,9 Mio. € in die Gewinnrücklagen erreichte der für die Gewinnverwendung maßgebliche handelsrechtliche Bilanzgewinn der CropEnergies AG 27,9 Mio. €.

Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Hauptversammlung am 14. Juli 2020 vor, aus dem Bilanzgewinn der CropEnergies AG 26,2 Mio. €, entsprechend einer Dividende von 0,30 € pro Aktie, auszuschütten und den verbleibenden Bilanzgewinn in Höhe von 1,8 Mio. € auf neue Rechnung vorzutragen.

(40) Nachtragsbericht

Die weltweite Ausbreitung der Coronavirus-Erkrankung COVID-19 wurde am 11. März 2020 von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu einer Pandemie erklärt. Damit konkretisiert sich eine höhere Wahrscheinlichkeit von möglichen wesentlichen Auswirkungen auf unseren zukünftigen Geschäftsverlauf. Bis zur Aufstellung des Jahresabschlusses am 22. April 2020 war der operative Geschäftsbetrieb nicht wesentlich eingeschränkt, mit Ausnahme einer verlängerten Wartungsphase der Anlage in Wanze, die aufgrund der behördlichen Auflagen zur Pandemieeindämmung in Belgien voraussichtlich erst im Laufe des Monats Mai wieder angefahren werden kann.

Ferner ist aufgrund der europaweit angeordneten Betriebs- und Mobilitätseinschränkungen ein Rückgang der Kraftstoffethanolnachfrage und -preise zu beobachten. Dem wirkt die erhöhte Nachfrage nach Ethanol für Desinfektionsmittel entgegen. Aufgrund der dynamischen Entwicklung ist es jedoch nicht möglich, die zukünftigen finanziellen Auswirkungen zuverlässig zu prognostizieren. Zum Bilanzstichtag zeichnete es sich jedoch bereits ab, dass das erste Quartal nur ein etwa ausgeglichenes operatives Ergebnis mit sich bringen wird.

(41) Segmentbericht

Gemäß IFRS 8 (Geschäftssegmente) sind Angaben über jene Segmente erforderlich, die das Unternehmen zu internen Berichts- und Steuerungszwecken eingerichtet hat (sogenannter Management Approach).

Die CropEnergies AG mit ihren deutschen Tochtergesellschaften sowie die ausländischen Tochtergesellschaften bilden jeweils ein eigenes Geschäftssegment. Im zweiten Schritt werden nach IFRS 8.12 - 14 die Geschäftssegmente zum einem einzigen berichtspflichtigen zusammengefasst, da die CropEnergies-Gruppe nur ein homogenes Hauptprodukt (Ethanol) herstellt. In verbundenen bzw. identischen Produktionsprozessen werden ähnliche Endprodukte hergestellt, die separat vertrieben werden können. Die operative Steuerung der CropEnergies-Gruppe erfolgt durch den Vorstand als Hauptentscheidungsträger im Wesentlichen anhand des operativen Ergebnisses. Das Management steuert anhand dieser finanziellen Steuerungsgröße die einzelnen operativen Einheiten (inklusive der jeweils übergeordneten Holdinggesellschaften).

CropEnergies verwendet den ROCE (Return On Capital Employed, Verhältnis aus operativem Ergebnis und Capital Employed) als Indikator, um zu bestimmen, ob die operativen Segmente die gleichen wirtschaftlichen Merkmale und eine ähnliche langfristige Ertragsentwicklung aufweisen. Der ROCE der operativen Segmente bewegt sich langfristig in einer ähnlichen Bandbreite.

Auch hinsichtlich der Art der Produkte und Produktionsprozesse, der Kundentypen, der Methoden des Vertriebs und der regulatorischen Rahmenbedingungen sind die operativen Segmente vergleichbar.

Somit können die operativen Segmente gemäß IFRS 8 zu einem Berichtssegment zusammengefasst werden. Geschäftsvorfälle zwischen den operativen Segmenten erfolgten zu marktüblichen Preisen und wurden eliminiert.

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Mio. € 29.02.2020 28.02.2019
Gesamtbetrag der Vermögenswerte 669,6 585,7
Capital Employed 456,1 462,3
Vorräte 66,6 78,7
Gesamtbetrag der Schulden -166,7 -137,0
Nettofinanzposition 107,3 36,8
Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte * 29,9 13,2
Mitarbeiter 450 433
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Mio. € 29.02.2020 28.02.2019
Buchwerte Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte
Deutschland 131,9 123,3
Ausland 245,7 254,2
377,6 377,5
Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte * 2019 / 20 2018 / 19
Deutschland 21,4 6,6
Ausland 8,5 6,6
29,9 13,2

* inklusive Anlagen im Bau

Gesamtergebnisrechnung 1. März 2019 bis 29. Februar 2020

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Tsd. € Berichtssegment Konsolidierung Konzern
Gewinn-und-Verlust-Rechnung
Umsatzerlöse 1.134.856 -235.681 899.175
Bestandsveränderungen und andere aktivierte Eigenleistungen -9.523 1.210 -8.313
Sonstige betriebliche Erträge 7.641 -2.788 4.853
Materialaufwand -882.908 230.710 -652.198
Personalaufwand -37.992 0 -37.992
Abschreibungen -42.974 728 -42.246
Sonstige betriebliche Aufwendungen -62.717 3.331 -59.386
Operatives Ergebnis 106.383 -2.490 103.893
Ergebnis aus at Equity einbezogenen Unternehmen 0 197 197
Ergebnis der Betriebstätigkeit 106.383 -2.293 104.090
Finanzergebnis -3.422 77 -3.345
Ergebnis vor Ertragsteuern 102.961 -2.216 100.745
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -26.792 598 -26.194
Jahresüberschuss 76.169 -1.618 74.551

1. März 2018 bis 28. Februar 2019

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Tsd. € Berichtssegment Konsolidierung Konzern
Gewinn-und-Verlust-Rechnung
Umsatzerlöse 999.685 -221.073 778.612
Bestandsveränderungen und andere aktivierte Eigenleistungen 3.089 989 4.078
Sonstige betriebliche Erträge 9.956 -2.951 7.005
Materialaufwand -833.928 216.801 -617.127
Personalaufwand -34.680 0 -34.680
Abschreibungen -39.992 724 -39.268
Sonstige betriebliche Aufwendungen -69.333 3.496 -65.837
Operatives Ergebnis 34.797 -2.014 32.783
Restrukturierung und Sondereinflüsse 10.115 0 10.115
Ergebnis aus at Equity einbezogenen Unternehmen 0 189 189
Ergebnis der Betriebstätigkeit 44.912 -1.825 43.087
Finanzergebnis -645 106 -539
Ergebnis vor Ertragsteuern 44.267 -1.719 42.548
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -21.618 333 -21.285
Jahresüberschuss 22.649 -1.386 21.263

Das Ergebnis der Betriebstätigkeit in Höhe von 104,1 (43,1) Mio. € abzüglich der Ergebnisse aus Restrukturierung und Sondereinflüssen sowie dem Ergebnis aus at Equity ergibt das operative Ergebnis in Höhe von 103,9 (32,8) Mio. €. Dieses setzt sich aus dem Berichtssegment in Höhe von 106,4 (34,8) Mio. € und aus der Konsolidierung in Höhe von -2,5 (-2,0) Mio. € zusammen.

Die regionale Zuteilung des Segmentvermögens und der Investitionen erfolgte nach den Ländern, in denen die Gesellschaften der CropEnergies-Gruppe ihren Sitz haben. Die Umsatzerlöse mit Dritten bestimmten sich nach der Lieferdestination. Nachstehend sind die Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden nach den Lieferdestinationen aufgeteilt:

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Tsd. € 2019/20 2018/19
Deutschland 215.133 250.262
Großbritannien 200.174 151.540
Belgien 176.028 146.072
Niederlande 130.722 104.858
Frankreich 62.859 51.171
Polen 23.199 21.482
Übriges Ausland 91.060 53.227
899.175 778.612

Im Geschäftsjahr 2019/20 erwirtschaftete die CropEnergies-Gruppe mit keinem (zwei) Kunden Umsatzerlöse von mehr als 10 (12,2 bzw. 10,3) % des Konzernumsatzes.

VERSICHERUNG DER GESETZLICHEN VERTRETER

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.

 

Mannheim, 22. April 2020

DER VORSTAND

Joachim Lutz, CEO

Dr. Fritz Georg von Graevenitz, CSO

Dr. Stephan Meeder, CFO

BESTÄTIGUNGSVERMERK DES UNABHÄNGIGEN ABSCHLUSSPRÜFERS

An die CropEnergies AG, Mannheim

VERMERK ÜBER DIE PRÜFUNG DES KONZERNABSCHLUSSES UND DES KONZERNLAGEBERICHTS

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss der CropEnergies AG, Mannheim, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzernbilanz zum 29. Februar 2020, der Konzerngesamtergebnisrechnung, der Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzernkapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. März 2019 bis zum 29. Februar 2020 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der CropEnergies AG für das Geschäftsjahr vom 1. März 2019 bis zum 29. Februar 2020 geprüft. Die im Abschnitt "Sonstige Informationen" unseres Bestätigungsvermerks genannten Bestandteile des Konzernlageberichts haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 29. Februar 2020 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. März 2019 bis zum 29. Februar 2020 und

vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Konzernlagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum Konzernlagebericht erstreckt sich nicht auf den Inhalt der im Abschnitt "Sonstige Informationen" genannten Bestandteile des Konzernlageberichts.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Die Prüfung des Konzernabschlusses haben wir unter ergänzender Beachtung der International Standards on Auditing (ISA) durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften, Grundsätzen und Standards ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzern -unternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Konzernabschlusses

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. März 2019 bis zum 29. Februar 2020 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Aus unserer Sicht war folgender Sachverhalt am bedeutsamsten in unserer Prüfung:

[1] Finanzinstrumente - Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen

Unsere Darstellung dieses besonders wichtigen Prüfungssachverhalts haben wir wie folgt strukturiert:

(1) Sachverhalt und Problemstellung

(2) Prüferisches Vorgehen und Erkenntnisse

(3) Verweis auf weitergehende Informationen

Nachfolgend stellen wir den besonders wichtigen Prüfungssachverhalt dar:

[1] Finanzinstrumente - Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen

(1) Die Gesellschaften des CropEnergies-Konzerns schließen derivative Finanzinstrumente ab. Diese umfassen zur Absicherung gegen Rohstoffpreisrisiken aus dem gewöhnlichen Geschäftsbetrieb insbesondere Weizenfutures. Die Rohstoffpreisrisiken resultieren im Wesentlichen aus dem Einkauf von Agrarrohstoffen wie Weizen, sofern die Preisänderungsrisiken durch physische Lieferverträge nicht ausgeschlossen werden können. Das gesamte Nominalvolumen der ausstehenden Weizenfutures zum 29. Februar 2020 beträgt € 84,3 Mio. Den negativen Zeitwerten der zur Weizenpreissicherung eingesetzten derivativen Finanzinstrumente in Höhe von € 1,0 Mio stehen die positiven Zeitwerte von € 0,3 Mio zum Bilanzstichtag gegenüber. Soweit die vom CropEnergies-Konzern eingesetzten derivativen Finanzinstrumente wirksame Sicherungsinstrumente künftiger Zahlungsströme im Rahmen von Sicherungsbeziehungen nach den Vorschriften des IFRS 9 sind, werden Änderungen des beizulegenden Zeitwertes über die Dauer der Sicherungsbeziehung bis zur Fälligkeit des gesicherten Zahlungsstroms (effektiver Teil) erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst (hedge accounting). Im Geschäftsjahr waren die Sicherungsbeziehungen vollständig effektiv, sodass keine Ineffektivitäten erfasst wurden.

Darüber hinaus werden auch Weizenoptionen zur Absicherung gegen Rohstoffpreisrisiken eingesetzt, die nicht in einer bilanziellen Sicherungsbeziehung designiert werden. Diese Geschäfte waren im abgelaufenen Geschäftsjahr von untergeordneter Bedeutung.

Auf dem Ethanolmarkt werden mit den Kunden Kaufverträge abgeschlossen, bei denen der Verkaufspreis an einen variablen Ethanolpreis indexiert ist. Die Gesellschaften des CropEnergies-Konzerns haben daher derivative Finanzinstrumente (Ethanolfutures) zur Absicherung gegen Preisschwankungen aus dem Ethanolverkauf mit einem Nominalvolumen von insgesamt € 148,1 Mio abgeschlossen. Den negativen Zeitwerten der insgesamt zur Ethanolpreissicherung eingesetzten derivativen Finanzinstrumente in Höhe von € 7,3 Mio stehen positive Zeitwerte von € 0,9 Mio zum Bilanzstichtag gegenüber. Soweit die vom CropEnergies-Konzern eingesetzten derivativen Finanzinstrumente wirksame Sicherungsinstrumente künftiger Zahlungsströme im Rahmen von Sicherungsbeziehungen nach den Vorschriften des IFRS 9 sind, werden Änderungen des beizulegenden Zeitwertes über die Dauer der Sicherungsbeziehung bis zur Fälligkeit des gesicherten Zahlungsstroms (effektiver Teil) erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst (hedge accounting). Im Geschäftsjahr waren die Sicherungsbeziehungen vollständig effektiv, sodass keine Ineffektivitäten erfasst wurden.

Darüber hinaus werden auch Gasswaps zur Absicherung von Energiepreisrisiken eingesetzt, die nicht in einer bilanziellen Sicherungsbeziehung designiert werden. Diese Geschäfte hatten am Bilanzstichtag einen negativen Marktwert in Höhe von € 0,3 Mio.

Aus unserer Sicht waren diese Sachverhalte aufgrund der hohen Komplexität und der Anzahl der Geschäfte sowie der umfangreichen Anforderungen an die Bilanzierung und Berichterstattung durch den IFRS 9 für unsere Prüfung von besonderer Bedeutung.

(2) Im Rahmen unserer Prüfung haben wir mit Unterstützung unserer internen Spezialisten aus dem Bereich Corporate Treasury Solutions unter anderem das eingerichtete interne Kontrollsystem der Gesellschaft im Bereich der eingesetzten Rohstoffderivate gewürdigt. Zur Beurteilung der Vollständigkeit und zur Prüfung der beizulegenden Zeitwerte der ausstehenden Geschäfte haben wir Bankbestätigungen eingeholt. Die für die Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes verwendeten Marktdaten haben wir auf Basis externer Quellen verifiziert. Hinsichtlich der Erfüllung der Vorgaben zur Designation bilanzieller Sicherungsbeziehungen nach IFRS 9 haben wir unter anderem die erstellten Hedge-Dokumentationen gewürdigt. Darüber hinaus haben wir die Bilanzierung der Sicherungsbeziehungen, insbesondere in Bezug auf Eigenkapital- und Ergebniseffekte, nachvollzogen. Hierbei konnten wir uns davon überzeugen, dass die Voraussetzungen zur Anwendung des Hedge Accounting sowie die von den gesetzlichen Vertretern vorgenommenen Einschätzungen und getroffenen Annahmen hinreichend begründet und dokumentiert sind. Weiterer Bestandteil der Prüfung war darüber hinaus die bilanzielle Abbildung der nicht in Sicherungsbeziehungen designierten derivativen Finanzinstrumente.

(3) Die Angaben der Gesellschaft zu der Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen sind in den Abschnitten (5) "Bilanzierung- und Bewertungsmethoden", (20) "Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Vermögenswerte", (27) "Derivative Finanzinstrumente" und (28) "Zusätzliche Angaben zu den Finanzinstrumenten" des Konzernanhangs enthalten.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die folgenden nicht inhaltlich geprüften Bestandteile des Konzernlageberichts:

die in Abschnitt "Corporate Governance" des Konzernlageberichts enthaltene Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f HGB und § 315d HGB

den Corporate Governance-Bericht nach Nr. 3.10 des Deutschen Corporate Governance Kodex (mit Ausnahme des Vergütungsberichts)

den Abschnitt "Nachhaltigkeitsbericht" des Konzernlageberichts

Die sonstigen Informationen umfassen zudem die übrigen Teile des Geschäftsberichts - ohne weitergehende Quer verweise auf externe Informationen -, mit Ausnahme des geprüften Konzernabschlusses, des geprüften Konzernlageberichts sowie unseres Bestätigungsvermerks.

Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss, zum Konzernlagebericht oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder

anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Falls wir auf Grundlage der von uns durchgeführten Arbeiten den Schluss ziehen, dass eine wesentliche falsche Darstellung dieser sonstigen Informationen vorliegt, sind wir verpflichtet, über diese Tatsache zu berichten. Wir haben in diesem Zusammenhang nichts zu berichten.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung sowie unter ergänzender Beachtung der ISA durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können.

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben.

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben.

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und der ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt.

holen wir ausreichende geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile.

beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns.

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und die hierzu getroffenen Schutzmaßnahmen.

Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Konzernabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.

SONSTIGE GESETZLICHE UND ANDERE RECHTLICHE ANFORDERUNGEN

Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVO

Wir wurden von der Hauptversammlung am 16. Juli 2019 als Konzernabschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 16. Juli 2019 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2006/2007 als Konzernabschlussprüfer der CropEnergies AG, Mannheim, tätig.

Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.

VERANTWORTLICHER WIRTSCHAFTSPRÜFER

Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Michael Conrad.

 

Frankfurt am Main, den 22. April 2020

PricewaterhouseCoopers GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Michael Conrad, Wirtschaftsprüfer

ppa. Martin Knoll, Wirtschaftsprüfer

GLOSSAR

Alkohol | → Ethanol.

Abfindungs-Cap | Die Obergrenze der Zahlung, die ein Mitglied des Vorstands bei vorzeitiger Beendigung seiner Tätigkeit erhält.

Beimischung (zum Benzin) | Die Zugabe von → Ethanol zu → Ottokraftstoff. In Europa gibt es für → Ottokraftstoff die Norm EN 228, die seit Ende 2012 den Zusatz von 10 Vol.-% → Ethanol oder 22 Vol.-% ETBE erlaubt. Weltweit sind unterschiedliche Ethanolbeimischungen zu konventionellem Ottokraftstoff üblich (z. B. 18 - 27,5 Vol.-% in Brasilien; 10 - 15 Vol.-% in den USA).

Bioethanol | → Ethanol.

Biokraftstoffe | Aus Biomasse gewonnene Kraftstoffe (z. B. erneuerbares → Ethanol, Biodiesel, Biogas, Pflanzenöl).

CDS (Concentrated Distillers' Solubles) | Flüssiges Futtermittel aus → Schlempe, die bei der Ethanolherstellung aus Getreide anfällt und eingedickt wird. C. von CropEnergies wird unter dem Markennamen → ProtiWanze (r) vertrieben.

CO2 | → Kohlendioxid.

D&O Versicherung | (Director s-and-Officers-Versicherung, auch Organ- oder Manager-Haftpflichtversicherung) | Eine Vermögensschadenhaftpflichtversicherung, die ein Unternehmen für seine Organe und leitenden Angestellten abschließt.

Dehydratation | Die sogenannte Trocknung des → Alkohols. In diesem letzten Schritt der Ethanolproduktion wird dem → Alkohol nahezu das gesamte restliche Wasser entzogen und so ein Reinheitsgrad von über 99 % erreicht.

Destillation | Auftrennung von Flüssigkeiten, die aus verschiedenen Bestandteilen zusammengesetzt sind, durch kontrollierte Erhitzung, z. B. fraktionierte Destillation von Rohöl oder Trennung von → Alkohol und Wasser. Basis dieser Trennungsmöglichkeit sind die unterschiedlichen Siedepunkte der Mischungsbestandteile.

DDGS (Distillers' Dried Grains with Solubles) | Trockenschlempe. Als D. wird die getrocknete → Schlempe der Ethanolherstellung aus Getreide bezeichnet, die in der Tierernährung als wertvolles Proteinfuttermittel eingesetzt wird.

D. von CropEnergies wird unter dem Markennamen → ProtiGrain (r) vertrieben.

E5 | Kraftstoff für Ottomotoren mit bis zu 5 Vol.-% → Ethanol.

E10 | Kraftstoff für Ottomotoren mit bis zu 10 Vol.-% → Ethanol. Welche PKW E10 tanken können, kann unter www.e10tanken.de nachgesehen werden.

E20 | Kraftstoff für Ottomotoren mit bis zu 20 Vol.-% → Ethanol. Die meisten neueren Modelle könnten problemlos mit diesem Kraftstoff betrieben werden.

E85 | Kraftstoff für Flexible Fuel Vehicles (FFVs). E. ist ein Ethanol-Benzin-Gemisch mit einem Ethanolanteil von rund 85 %. Für E. gilt in Deutschland die DIN 51625.

Enzym | Veraltet: Ferment. Biochemischer Katalysator, der hilft, ein Substrat zu spalten oder zu verändern, ohne sich selbst aufzubrauchen. E. bestehen aus Eiweiß (Protein).

Erneuerbare-Energien-Richtlinie | Richtlinie 2009/28/EG des Europäischen Parlaments und Rats zur Förderung der Nutzung von Energie aus erneuerbaren Quellen vom 23. April 2009. Die E. schreibt unter anderem einen verbindlichen Anteil erneuerbarer Energien am Energieverbrauch im Transportsektor von 10 % im Jahr 2020 vor. Die E. enthält ebenfalls Regelungen zur nachhaltigen Produktion von → Biokraftstoffen. Zum Nachweis der Einhaltung der rechtlich definierten Anforderungen sind die Wirtschaftsteilnehmer zu einer unabhängigen Überprüfung verpflichtet (z. B. Zertifizierungssysteme). Die letzte Änderung erfolgte durch die Richtlinie 2015/1513 ("iLUC-Richtlinie") vom 9. September 2015.

Ethanol | Auch Bioethanol, Ethylalkohol (veraltet: Äthanol, Äthylalkohol). Gehört zur Gruppe der Alkohole, steht im engeren Sinn synonym für → Alkohol. E. ist das Hauptprodukt der alkoholischen Gärung. Hauptbestandteil von Branntwein und Trinkalkohol. E. wird in der pharmazeutischen Industrie z. B. für Desinfektionsmittel, in der Getränke- oder chemischen Industrie sowie als Kraftstoffadditiv und als alleiniger Kraftstoff genutzt. CropEnergies gewinnt E. aus nachwachsenden Rohstoffen. Als Biomasse kommt zucker-, stärke- oder zellulosehaltige Biomasse infrage. CropEnergies setzt Getreide, Zuckersirupe, Rohalkohol und Reststoffe als Rohstoffe ein.

Fermentation | Biotechnisches Verfahren zur Herstellung eines gewünschten Produkts, bei dem organisches Material durch Mikroorganismen wie Bakterien, Pilze oder auch Einzeller bzw. deren Enzyme umgewandelt wird. Bei der Herstellung von → Ethanol wird der in der Maische enthaltene Zucker durch Hefen in → Alkohol verwandelt.

Gallone | Volumenmaß (Trocken- und Flüssigkeitsmaß), für das mehrere Definitionen existieren. Die in den USA für Flüssigkeiten gebräuchliche US liquid gallon entspricht rund 3,785 Litern.

Getreidewirtschaftsjahr | Zeitraum von zwölf Monaten zur Sammlung von Daten (z. B. Anbaufläche, Erntemengen) zu einer bestimmten Getreidesorte. Das G. beginnt mit der Getreideernte. In Europa dauert das Wirtschaftsjahr für Weizen beispielsweise vom 1. Juli bis zum 30. Juni.

Gewichtsprozent | Prozentuale Angabe des relativen Masseanteils einer Komponente an der Gesamtmasse eines Stoffgemisches (Abk. Gew.-%).

Gluten | Kleber oder Klebereiweiß, das in Getreidekörnern enthalten ist. G. wird für die Herstellung von Lebensmitteln (insbesondere Backwaren) und speziellen Futtermitteln verwendet. Für die Backeigenschaften eines Mehls ist G. von zentraler Bedeutung.

GMP+ | Richtlinien zur Qualitätssicherung der Produktionsabläufe und -umgebung u. a. bei der Produktion von Lebens- und Futtermitteln.

HACCP (Hazard Analysis Critical Control Point) | H. ist ein weltweit angewandtes, vorbeugendes Konzept der Gefahrenanalyse und der Überwachung kritischer Kontrollpunkte, um Lebensmittel und Futtermittel derart herzustellen, dass es bei ihrem Verzehr zu keiner gesundheitlichen Gefährdung kommt.

IFS-Zertifizierung (International Food Standard) | Zertifizierung und Überprüfung von Systemen zum Sicherstellen der Lebensmittelsicherheit sowie der Qualität bei der Produktion von Lebensmitteln durch akkreditierte Zertifizierer.

Insiderinformation gemäß Artikel 17 MAR | Die von der EU vorgeschriebene "Market Abuse Regulation" (MAR, Marktmissbrauchsverordnung) soll Insidergeschäfte und Marktmanipulationen verhindern. Artikel 17 verpflichtet dazu, marktrelevante Informationen zu veröffentlichen, damit andere Marktteilnehmer gegenüber Unternehmensinsidern nicht benachteiligt sind. Börsennotierte Unternehmen wie die CropEnergies AG müssen diese Informationen ad hoc, also sobald wie möglich, veröffentlichen.

Kohlendioxid (CO2) | Entsteht bei der Verbrennung von kohlenstoffhaltigem Material. Dient als Ausgangsprodukt für den Aufbau pflanzlicher Biomasse durch Photosynthese. Bei der Verbrennung von Biomasse wird nur so viel CO2 abgegeben, wie von dieser zuvor beim Wachsen aufgenommen worden ist. K. ist ein → Treibhausgas. K. kann in der Lebensmittel- und Verpackungsindustrie verwendet werden.

Kraftstoffqualitätsrichtlinie | Richtlinie 98/70/EG des Europäischen Parlaments und des Rats vom 13. Oktober 1998, die Mindestanforderungen für die Beschaffenheit und Auszeichnung der Qualitätsdaten von Kraftstoffen festlegt. Mit der K. haben das Europäische Parlament und der Rat einem Änderungsvorschlag der EU-Kommission zur Verringerung von luftverunreinigenden Emissionen und Treibhausgasemissionen von Kraftstoffen zugestimmt. In diesem Zusammenhang wurde auch die EU-weite Einführung von → E10-Kraftstoff ermöglicht.

Nachhaltigkeitskriterien | Kriterien, die → Biokraftstoffe, die für die Erreichung der Ziele der → "Erneuerbare-Energien-Richtlinie" verwendet werden, sowie Biokraftstoffe, denen nationale Förderregelungen zugutekommen, erfüllen müssen, um ihre ökologische Nachhaltigkeit unter Beweis zu stellen. Beispiele für N. sind eine Mindesteinsparung von → Treibhausgasen und der Schutz von Flächen mit hoher biologischer Vielfalt. Bei der Formulierung der → "Erneuerbare-Energien-Richtlinie" wurden auch soziale N. berücksichtigt.

Nachhaltigkeitszertifizierung | Dient der Überwachung und Kontrolle der kompletten Anbau-, Liefer- und Herstellungskette von Biokraftstoffen zur Einhaltung der EU-Vorgaben der → Biokraftstoff-Nachhaltigkeitsverordnung durch unabhängige Zertifizierungssysteme und -stellen, die von der EU-Kommission oder nationalen Aufsichtsbehörden (z. B. Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung [BLE] in Deutschland) an -erkannt und überwacht werden. N. findet auch bei der Verstromung von flüssiger Biomasse Anwendung.

ProtiGrain (r) | Markenname für das von CropEnergies in Zeitz produzierte → DDGS. P. wird als hochwertiges Proteinfutter -mittel vermarktet.

ProtiWanze (r) | Markenname für das von CropEnergies in Wanze produzierte → CDS. P. ist ein flüssiges Futtermittel mit einem hohen Proteingehalt.

Rektifikation | Schritt der Ethanolproduktion, in dem der → Alkohol aufgereinigt wird und Reststoffe entfernt werden.

Schlempe | Rest an nicht vergärbaren Stoffen, der bei der Destillation anfällt. Sch. aus Getreide ist wegen des Gehalts an Eiweiß, Stickstoffverbindungen, Fetten u. a. ein wertvolles Futtermittel für Nutztiere.

Scope | Klassifizierung der bei der Produktion entstehenden Treibhausgas-(THG-)Emissionen. Direkte (Scope 1) THG-Emissionen stammen aus Quellen, die im Besitz oder unter Führung des Berichterstatters sind (z. B. eigene Kraftwerke). Indirekte (Scope 2) THG-Emissionen resultieren aus der Erzeugung elektrischer oder thermischer Energie, die vom Berichterstatter zur eigenen Nutzung von Dritten eingekauft wurde.

Treibhausgase | Neben Methan, Distickstoffoxid und den FCKWs ist → Kohlendioxid das wichtigste anthropogene Treibhausgas. Das Ansteigen der Konzentration von Treibhausgasen in der Atmosphäre ist verantwortlich für den Klimawandel.

Volumenprozent (Volumenkonzentration) | Schreibweise: Vol.-% oder v/v. Im Fall von Ethanol: Bezeichnung für den Alkoholanteil einer Flüssigkeit bezogen auf das Volumen bei 20 °C.

Zellulose | Gerüstsubstanz von Pflanzen, Hauptbestandteil der Zellwände. Z. ist ein Polysaccharid, das aus einigen tausend ß-Glukosebausteinen aufgebaut ist. Es ist u. a. durch Mineralsäuren, Enzyme oder Pilze spaltbar ("Holzverzuckerung", Holzzuckerspiritus-Gewinnung). Verfahren zur Herstellung von Ethanol aus Z. befinden sich im Entwicklungsstadium.

ZUKUNFTSGERICHTETE AUSSAGEN UND PROGNOSEN

Dieser Geschäftsbericht enthält in die Zukunft gerichtete Aussagen. Diese Aussagen basieren auf den gegenwärtigen Einschätzungen und Prognosen des Vorstands sowie den ihm derzeit verfügbaren Informationen. Die zukunftsgerichteten Aussagen sind nicht als Garantien der darin genannten zukünftigen Entwicklungen und Ergebnisse zu verstehen. Die zukünftigen Entwicklungen und Ergebnisse sind vielmehr abhängig von einer Vielzahl von Faktoren, sie beinhalten verschiedene Risiken und Unwägbarkeiten und beruhen auf Annahmen, die sich möglicherweise als nicht zutreffend erweisen. Ein Überblick über die Risiken gibt der Risiko- und Chancenbericht in diesem Geschäftsbericht.

CropEnergies übernimmt keine Verpflichtung, die in diesem Geschäftsbericht gemachten zukunftsgerichteten Aussagen zu aktualisieren.

Finanzkalender

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Mitteilung 1. Quartal 2020/21 8. Juli 2020
Hauptversammlung 2020 14. Juli 2020
Bericht 1. Halbjahr 2020/21 7. Oktober 2020
Mitteilung 1. - 3. Quartal 2020/21 13. Januar 2021
Bilanzpresse- und Analystenkonferenz Geschäftsjahr 2020/21 19. Mai 2021

Kontakt

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