![]() Delticom AGHannoverHalbjahresbericht zum 30. Juni 2019Konzernzwischenlagebericht der Delticom AGWirtschaftliches UmfeldGesamtwirtschaftliche EntwicklungenVor dem Hintergrund des andauernden Handelskonflikts zwischen China und den USA verlor
das Wachstum der Weltwirtschaft im ersten Halbjahr 2019 an Fahrt. Nachdem die US-Wirtschaft
im ersten Quartal einen kräftigen Aufschwung verzeichnen konnte, sprechen die Konjunkturindikatoren
inzwischen für einen allmählichen Dynamikverlust in den USA. Die japanische Wirtschaft
gewann im ersten Quartal ebenfalls etwas an Schwung. Die Entwicklung in den Schwellenländern
hingegen verlief zuletzt gedämpft. Das Wachstumstempo in China verringerte sich weiter,
ebenso in Russland und in Indien. In Brasilien schrumpfte die Wirtschaft sogar leicht. Das schwache Wachstum in Europa setzte sich auf Halbjahressicht nur wenig beschleunigt
fort. In Großbritannien drückte die anhaltende Unsicherheit um den EU-Austritt auf
das wirtschaftliche Wachstum. Zwar wächst Spanien seit vier Jahren stärker als der
EU-Durchschnitt, allerdings schwächen hohe Schulden und die politische Instabilität
das Land. In Frankreich hat sich die Befürchtung, dass die Proteste der Gelbwesten
der Konjunkturentwicklung dauerhaft Schaden zufügen, bislang nicht bewahrheitet. Die deutsche Wirtschaft ist in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres insgesamt
auf einen moderaten Wachstumspfad zurückgekehrt. Während zu Jahresbeginn Aufholeffekte
nach den Absatzschwierigkeiten der Automobilindustrie sowie fiskalische Entlastungen
der deutschen Wirtschaft Auftrieb verliehen hatten, entwickelte sich die Konjunktur
hierzulande im zweiten Quartal 2019 allerdings gedämpfter. Dank einer guten Arbeitsmarktlage
und gestiegener Einkommen bildeten der private Konsum sowie staatliche Bauinvestitionen
die wesentlichen Stützen der heimischen Wirtschaft im ersten Halbjahr 2019. Branchenspezifische EntwicklungenReifenhandelNach einem vergleichsweisen milden Winter im Q4 2018 startete das neue Jahr mit einer kalten Wetterlage einhergehend mit Schneefällen bis teilweise in die tiefen
Lagen. Folglich hat sich ein Teil der Winterreifennachfrage in das laufende Jahr verschoben.
Branchenkenner schätzen, dass im ersten Halbjahr 2019 12,1 % mehr Winterreifen vom
deutschen Reifenhandel an die Verbraucher abgesetzt wurden. Einige milde Tage im März veranlassten zudem - anders als im letzten Jahr -viele Autofahrer
dazu, bereits frühzeitig auf Sommerreifen zu wechseln. Nach wie vor rüsten allerdings
einige Autofahrer ihr Fahrzeug gemäß der Faustformel von O bis O (Oktober bis Ostern)
um. Während Ostern im letzten Jahr auf das erste Wochenende im April fiel, lag das
Osterfest in diesem Jahr kalendarisch drei Wochen später. Nach Ostern und somit Ende
April erreichte das Sommerreifengeschäft in diesem Jahr den zweiten saisonalen Höhepunkt.
Insgesamt wird von Marktexperten für die ersten sechs Monate des laufenden Jahres
ein Absatzrückgang von 6,4 % im Geschäft mit Sommerreifen angegeben. Der Trend zu Ganzjahresreifen setzte sich auf Halbjahressicht mit einem Absatzplus
von 23,2 % im Vergleich zu 2018 fort. Nach Schätzungen des Wirtschaftsverbands der
deutschen Kautschukindustrie (WdK) und des Herstellerverbands ETRMA wurden in der
ersten Jahreshälfte somit insgesamt 1,4 % mehr Pkw-Ersatzreifen vom Handel an den
Verbraucher abgesetzt. Auf europäischer Ebene hat sich das PKW-Reifenersatzgeschäft
gemäß der European Tyre and Rubber Manufacturers' Association (ETRMA) in der ersten
Jahreshälfte rückläufig entwickelt. Im zweiten Quartal hat sich der Abwärtstrend gegenüber
den ersten drei Monates des laufenden Jahres vergrößert. Als Gründe für die niedrigen
Absatzzahle werden die generelle wirtschaftliche Lage und die Zulassungszahlen neuer
Autos in der Europäischen Union genannt. OnlinehandelAuch im ersten Halbjahr 2019 bleibt der E-Commerce weiterhin Treiber im heimischen
Online-Handel und erzielte laut dem Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland
e.V. (bevh) in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres insgesamt ein Plus von
11,3 % im Vergleich zum ersten Halbjahr 2018. Gemäß einer aktuellen Verbraucherstudie
des bevh wächst der Onlinehandel mit Fast moving consumer goods (FMCG) wie Lebensmittel
oder Drogerie-Waren derzeit am Stärksten. Geschäftsverlauf und ErtragslageUmsatzKonzernDie Delticom-Gruppe erzielt den wesentlichen Teil der Umsätze mit dem Onlineverkauf
von Ersatzreifen für Pkw, Motorräder, Lkw und Industriefahrzeuge. Autoteile und Zubehör,
Gebrauchtwagen, hochwertige Gourmet- und Biolebensmittel sowie Servicedienstleistungen
im Bereich Logistik runden das Produktangebot ab. In den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres erlöste die Delticom-Gruppe
einen Umsatz von 285 Mio. €, ein Rückgang um 2,0 % nach 291 Mio. € im Vergleichszeitraum. Saisonalität
Die Grafik Umsatzentwicklung zeigt zusammenfassend die Entwicklung der Halbjahresumsätze. Insgesamt erzielte die Delticom-Gruppe im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres
Umsätze in Höhe von 122 Mio. € (Q1 18: 111 Mio. €, +10,2 %). Aufgrund der kalten Wetterlage
zu Jahresbeginn, einhergehend mit Schneefällen bis teilweise in die tiefen Lagen,
wurden zu Jahresbeginn mehr Winterreifen in unseren Shops nachgefragt als im Jahr
zuvor. Nach einem vergleichweise milden Winter im Q4 2018 hat sich somit ein Teil
der Winterreifennachfrage in das laufende Jahr verschoben. Einige milde Tage im März
veranlassten zudem - anders als im letzten Jahr - viele Autofahrer dazu, bereits frühzeitig
auf Sommerreifen umzurüsten. Dieser wetterbedingte Verschiebungseffekt stützte die
positive Umsatzentwicklung im ersten Quartal zusätzlich. Im Q2 19 erlöste die Gruppe einen Umsatz von 162 Mio. €, ein Rückgang um 9,6 % (Q2
18: 180 Mio. €). Aufgrund vergleichsweise milder Temperaturen Ende März hat sich der
Beginn des Sommerreifengeschäfts in diesem Jahr in das erste Quartal vorgeschoben.
Zwar erreichte das Sommerreifengeschäft in den klassischen Umrüstländern nach Ostern
Ende April eine zweite Saisonspitze, jedoch reichte diese nicht aus, um die marktbedingt
schwächere Nachfrage im Rest von Europa im weiteren Verlauf des zweiten Quartals zu
kompensieren. Regionale VerteilungDas Unternehmen ist weltweit in 73 Ländern tätig, wobei ein Großteil der Umsätze in
den Ländern der EU erlöst wird. Insgesamt wurden hier im Berichtszeitraum 211 Mio.
€ (H1 18: 223 Mio. €, -5,1 %) erzielt. Auf die Nicht-EU-Länder entfiel in H1 19 ein
Umsatz von 73,3 Mio. € (H1 18: 67,8 Mio. €, +8,1 %). Der Anstieg in den Nicht-EU-Ländern
resultiert im Wesentlichen aus einer positiven Umsatzentwicklung in den USA. Umsatz nach Regionen
|
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| H1'19 | % | +% | H1'18 | % | +% | |
| Umsatz | 284.561 | 100,0 | -2,0 | 290.506 | 100,0 | -2,2 |
| Regionen | ||||||
| EU | 211.251 | 74,2 | -5,1 | 222.689 | 76,7 | -2,4 |
| Rest | 73.310 | 25,8 | 8,1 | 67.817 | 23,3 | -1,6 |
| H1'17 | % | |
| Umsatz | 297.094 | 100,0 |
| Regionen | ||
| EU | 228.140 | 76,8 |
| Rest | 68.954 | 23,2 |
Bei den nachfolgend dargestellten Kundenzahlen handelt es sich um die Kundenzahlen
in unserem Kerngeschäft - dem Onlinehandel mit Reifen und Autoersatzteilen in Europa.
In den ersten sechs Monaten 2019 haben 497 Tausend Bestandskunden (H1 18: 506 Tausend,
-1,8 %) zum wiederholten Mal Reifen und Autoersatzteile in einem der Onlineshops der
Delticom-Gruppe gekauft. Der Rückgang in den Wiederkäufern vollzog sich im Wesentlichen
in unserem Kerngeschäft - dem Ersatzreifengeschäft mit privaten Endkunden. Unserer
Einschätzung nach basiert diese Entwicklung unter anderem auf dem Trend in Richtung
Ganzjahresreifen, der sich kurzfristig auf die Wiederkaufsraten auswirkt. Wer Ganzjahresreifen
gekauft hat, benötigt in den nächsten 2-4 Jahren, in Abhängigkeit des individuellen
Fahrverhaltens, keine neuen Reifen. Durch die zunehmende Ganzjahresreifennachfrage
wird sich der Ersatzzyklus unserer Einschätzung nach allerdings verkürzen, sodass
wir die Kunden schneller wieder in einem unserer Onlineshops werden begrüßen können.
Insgesamt konnten im H1 19 616 Tausend Neukunden (H1 18: 601 Tausend, +2,5 %) über
unsere Reifen- und Autoteileshops in Europa gewonnen werden. Diese Entwicklung basiert
im Wesentlichen auf den in den zurückliegenden Monaten ergriffenen Maßnahmen zur Effizienzsteigerung
der Marketingaktivitäten. Seit Unternehmensgründung haben damit mehr als 14 Mio. Kunden
in unseren Onlineshops eingekauft. Auf Halbjahressicht liegt die Anzahl der aktiven
Käufer (Neukunden und Wiederkäufer - letztere werden nur einmal gezählt, unabhängig
von der Anzahl der Käufe im H1 19) um 0,5 % unter dem Vergleichszeitraum.
Die größte Aufwandsposition ist der Materialaufwand, in dem die Einstandspreise für
die verkauften Waren (vorwiegend Reifen) erfasst werden. Er betrug im Berichtszeitraum
222 Mio. € (H1 18: 228 Mio. €, -2,4 %).
Im Durchschnitt beschäftigte das Unternehmen in den ersten sechs Monaten des laufenden
Geschäftsjahres 281 Mitarbeiter (H1 18: 185). Aufgrund der Akquisition von Allyouneed
Fresh Anfang November 2018 hat sich die durchschnittliche Mitarbeiteranzahl der Delticom-Gruppe
im Vergleich zum Vorjahr deutlich erhöht. Der Personalaufwand belief sich im Berichtszeitraum
auf 9,3 Mio. € (H1 18: 6,1 Mio. €, +53,5 %). Während zum Zeitpunkt der Akquisition
insgesamt 110 Mitarbeiter bei Allyouneed Fresh beschäftigt gewesen sind, wurde der
Personalbestand im Zuge der Restrukturierung im H1 19 schrittweise reduziert und lag
Ende Juni 2019 bei 35 Mitarbeitern. Darüber hinaus hat die Gesellschaft zusätzliches
Lagerpersonal eingestellt, welches zuvor über Leih- und Zeitarbeit für Delticom tätig
war. Die Personalaufwandsquote (Verhältnis von Personalaufwand zu Umsatzerlösen) belief
sich im H1 19 auf 3,3 % (H1 18: 2,1 %).
Größte Einzelposition innerhalb der sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind die
Transportkosten. Trotz des Absatzrückgangs beliefen sich diese im Berichtszeitraum
auf 28,9 Mio. € nach 24,8 Mio. € im Vergleichszeitraum (+16,3 %). Der Anstieg der
Transportkosten im Vorjahresvergleich resultiert zum einen aus der im H1 18 durchgeführten
Korrektur zu hoch ausgewiesener Transportkosten für die Jahre 2016 und 2017. Zum anderen
bedingt sich die Kostensteigerung durch den Länder-Mix im Umsatz und der damit einhergehenden
Distanz der Lieferwege. Der Anteil der Transportkosten am Umsatz belief sich im Berichtszeitraum
auf 10,1 % (H1 18: 8,5 %).
Die Lagerhaltungskosten betrugen 5,1 Mio. €, nach 4,0 Mio. € im H1 18. Der Anstieg
um 27,2 % begründet sich hauptsächlich durch Umlagerungskosten im Zusammenhang mit
der Schließung, Umlagerung und Eröffnung neuer Lager.
Der Aufwand für Mieten und Betriebskosten verringerte sich im Berichtszeitraum von
3,4 Mio. € im Vorjahr um 47,1 % auf 1,8 Mio. €. Der Rückgang resultiert vornehmlich
aus der erstmaligen Anwendung des IFRS 16 zum 01. Januar 2019. Leasingverpflichtungen
werden nun entsprechend bilanziert, sodass die Mietaufwendungen für die Operate-Lease-Verhältnisse
vor allem in den Abschreibungen enthalten sind.
Im Berichtszeitraum wurden 13,7 Mio. € (H1 18: 13,1 Mio. €, +4,5 %) für Marketing
aufgewendet. Den Anstieg gegenüber Vorjahr begründen insbesondere höhere Verkaufsprovisionen
und Listing-Gebühren für Online-Marktplätze, über welche Delticom neben den reinen
Onlineshops ihre Produkte zunehmend vertreibt. Der Marketingaufwand im Verhältnis
zum Umsatz betrug 4,8 % (H1 18: 4,5 %). Eingeleitete Maßnahmen zur Effizienzsteigerung
der Marketingaktivitäten zeigten im weiteren Verlauf des Berichtszeitraums erste Wirkungen,
sodass sich der Marketingaufwand im Verhältnis zum Umsatz von 5,0 % im Q1 19 auf 4,6
% im Q2 19 verringerte.
Die Abschreibungen betrugen im Berichtszeitraum 6,8 Mio. € nach 3,6 Mio. € im H1 18.
Der Anstieg um 88,0 % resultiert im Wesentlichen aus den Neuregelungen im Zuge der
erstmaligen Anwendung von IFRS 16 - Leasingverhältnisse zum 01. Januar 2019.
Der Aufwand für Finanzen und Recht belief sich im Berichtszeitraum auf 3,2 Mio. €,
nach 2,6 Mio. € im Vorjahr (+25,6 %). Der Anstieg resultiert im Wesentlichen aus Mehrkosten
im Zusammenhang mit der verzögerten Jahresabschlussprüfung.
Das Unternehmen erzielte im Berichtszeitraum eine Bruttomarge von 21,9 %, nach 21,7
% im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Trotz eines schwierigen Marktumfelds ist es
der Gesellschaft gelungen, die Bruttomarge im Vorjahresvergleich konstant zu halten.
Die sonstigen betrieblichen Erträge stiegen im Berichtszeitraum um 3,8 % auf 14,5
Mio. € (H1 18: 13,9 Mio. €). Hierbei handelt es sich mit 1,3 Mio. € um Gewinne aus
Währungskursdifferenzen (H1 18: 2,0 Mio. €, -34,4 %). Währungsverluste weist Delticom
innerhalb der sonstigen betrieblichen Aufwendungen aus. Sie betrugen im H1 19 insgesamt
1,4 Mio. € (H1 18: 1,5 Mio. €). Der Saldo aus Währungsgewinnen und -verlusten belief
sich im Berichtszeitraum auf -0,1 Mio. € (H1 18: 0,4 Mio. €).
Der Rohertrag ist mit 76,9 Mio. € im Vorjahresvergleich nahezu unverändert (H1 18:
76,9 Mio. €). Im Verhältnis zur Gesamtleistung in Höhe von 299 Mio. € (H1 18: 304
Mio. €) betrug der Rohertrag 25,7 % (H1 18: 25,3 %).
Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) belief sich im Berichtszeitraum
auf -3,7 Mio. € (H1 18: 6,8 Mio. €, -154 %). Dies entspricht einer EBITDA-Marge von
-1,3 % (H1 18: 2,3 %). Die erhöhte Kostenbasis im ersten Halbjahr 2019 resultiert
im Wesentlichen aus der Akquisition von Allyouneed Fresh im letzten Viertel des vorangegangenen
Geschäftsjahres. Da Allyouneed Fresh aktuell noch keinen positiven Ergebnisbeitrag
liefert, ergibt sich im Vorjahresvergleich im Gesamtkonzern ein entsprechender Ergebniseffekt.
Der in Berlin laufende Restrukturierungsprozess wird bis zum Ende des laufenden Jahres
abgeschlossen sein.
Die Umstrukturierung von Lägern und der Anstieg der Transportkosten wirken im Berichtszeitraum
zudem ergebnisbelastend. Die ergriffenen Maßnahmen zur Effizienzsteigerung der Marketingaktivitäten
mit dem Ziel der Kostensenkung entfalten seit dem zweiten Quartal die entsprechende
Wirkung. Der Kostenanstieg im ersten Quartal konnte bis zur Jahresmitte dennoch nicht
vollständig kompensiert werden. Ein positiver Effekt auf das operative Ergebnis vor
Abschreibungen entsteht aus der erstmaligen Anwendung des IFRS 16 durch die Umgliederung
von Mietaufwendungen in Abschreibungen.
Das EBIT sank im Berichtszeitraum um 426 % auf -10,5 Mio. € (H1 18: 3,2 Mio. €). Dies
entspricht einer Umsatzrendite in Höhe von -3,7 % (EBIT in Prozent vom Umsatz, H1
18: 1,1 %).
Der Finanzertrag belief sich für die ersten sechs Monate auf 14 Tsd. € (H1 18: 13
Tsd. €). Dem stand ein Finanzaufwand von 369 Tsd. € gegenüber (H1 18: 260 Tsd. €).
Insgesamt betrug das Finanzergebnis -356 Tsd. € (H1 18: -246 Tsd. €).
Das Steuerergebnis für die ersten sechs Monate belief sich auf 2,9 Mio. € (H1 18:
-1,0 Mio. €) und betrifft im Wesentlichen latente Steuern. Dies entspricht einer Steuerquote
von 26,5 % (H1 18: 32,5 %).
Das Konzernergebnis betrug im Berichtszeitraum -8,0 Mio. €, nach einem Vorjahreswert
von 2,0 Mio. €. Das Ergebnis je Aktie belief sich auf -0,64 € (H1 18: 0,16 €).
Die Tabelle Verkürzte GuV fasst wesentliche Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung
im Mehrjahresvergleich zusammen.
| H1'19 | % | +% | H1'18 | % | +% | |
| Umsatz | 284.561 | 100,0 | -2,0 | 290.506 | 100,0 | -2,2 |
| Sonstige betriebliche Erträge | 14.473 | 5,1 | 3,8 | 13.943 | 4,8 | 14,6 |
| Gesamtleistung | 299.034 | 105,1 | -1,8 | 304.449 | 104,8 | -1,6 |
| Materialaufwand | -222.150 | -78,1 | -2,4 | -227.506 | -78,3 | -3,1 |
| Rohertrag | 76.884 | 27,0 | -0,1 | 76.943 | 26,5 | 3,4 |
| Personalaufwand | -9.332 | -3,3 | 53,5 | -6.078 | -2,1 | 15,8 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | -71.227 | -25,0 | 11,2 | -64.040 | -22,0 | -0,2 |
| EBITDA | -3.674 | -1,3 | -153,8 | 6.825 | 2,3 | 37,1 |
| Abschreibungen | -6.795 | -2,4 | 88,0 | -3.615 | -1,2 | -0,5 |
| EBIT | -10.469 | -3,7 | -426,2 | 3.209 | 1,1 | 138,4 |
| Finanzergebnis (netto) | -356 | -0,1 | 44,4 | -246 | -0,1 | 40,6 |
| EBT | -10.825 | -3,8 | -465,3 | 2.963 | 1,0 | 153,1 |
| Ertragsteuern | 2.864 | 1,0 | -397,0 | -964 | -0,3 | 159,6 |
| Konzernergebnis | -7.961 | -2,8 | -498,3 | 1.999 | 0,7 | 150,0 |
| H1'17 | % | |
| Umsatz | 297.094 | 100,0 |
| Sonstige betriebliche Erträge | 12.161 | 4,1 |
| Gesamtleistung | 309.255 | 104,1 |
| Materialaufwand | -234.835 | -79,0 |
| Rohertrag | 74.420 | 25,0 |
| Personalaufwand | -5.247 | -1,8 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | -64.193 | -21,6 |
| EBITDA | 4.979 | 1,7 |
| Abschreibungen | -3.633 | -1,2 |
| EBIT | 1.346 | 0,5 |
| Finanzergebnis (netto) | -175 | -0,1 |
| EBT | 1.171 | 0,4 |
| Ertragsteuern | -371 | -0,1 |
| Konzernergebnis | 800 | 0,3 |
Zum Stichtag 30.06.2019 betrug die Bilanzsumme 258 Mio. € (31.12.2018: 233 Mio. €,
30.06.2018: 220 Mio. €).
Der Anstieg des Anlagevermögens im Berichtszeitraum von 81,4 Mio. € am 31.12.2018
um 22,3 Mio. € auf 104 Mio. € resultiert im Wesentlichen aus der erstmaligen Anwendung
von IFRS 16 zum 01. Januar 2019. Bestehende Operate-Lease-Verhältnisse mit einem Nutzungswert
von rund 26 Mio € wurden zum 01. Januar 2019 folglich aktiviert.
Größte Position im kurzfristig gebundenen Vermögen sind die Vorräte. Seit Jahresanfang
haben sich die Bestände um 0,4 Mio. € auf 99,2 Mio. € verringert (31.12.2018: 99,6
Mio. €).
Im Stichtagsvergleich fallen die Vorräte um 5,4 Mio. € höher aus (30.06.2018: 93,8
Mio. €). Dies resultiert zum einen aus dem Absatzrückgang im Geschäft mit Sommerreifen
im H1 19, wodurch der Bestand an Sommerreifen im Vorjahresvergleich leicht höher ausfällt.
Zudem hat die Gesellschaft in diesem Jahr aufgrund erweiterter Lagerkapazitäten etwas
früher mit der Winterbevorratung begonnen. Der Anteil der Vorräte an der Bilanzsumme
belief sich zum 30.06.2019 auf 38,4 % (31.12.2018: 42,8 %, 30.06.2018: 42,6 %).
Die Forderungen folgen üblicherweise der Saisonkurve, allerdings sind Stichtagseffekte
unvermeidbar. Der Forderungsbestand belief sich zum zurückliegenden Quartalsende auf
43,2 Mio. € (31.12.2018: 43,7 Mio. €, 30.06.2018: 43,0 Mio. €). Hierbei handelt es
sich mit 20,0 Mio. € um Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (31.12.2018: 24,3
Mio. €, 30.06.2018: 25,0 Mio. €).
Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen wurden seit Jahresanfang
von 131 Mio. € um 24,5 Mio. € auf 107 Mio. € verringert. Im Stichtagsvergleich fallen
die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen um 18,9 Mio. € höher aus (30.06.2018:
88,1 Mio. €). Im letzten Jahr hatte die Gesellschaft aufgrund der schwierigen Marktsituation
einen Teil der zu Ende Juni fälligen Verbindlichkeiten noch vor dem Bilanzstichtag
an die Lieferanten beglichen. Im laufenden Jahr hingegen wurden die eingeräumten Zahlungsziele
verstärkt genutzt. Der Anteil der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
an der Bilanzsumme betrug 41,4 % (31.12.2018: 56,5 %, 30.06.2018: 40,0 %).
| 30.06.19 | % | +% | 31.12.18 | % | 30.06.18 | |
| Aktiva | ||||||
| Langfristige Vermögenswerte | 111.920 | 43,4 | 30,4 | 85.858 | 36,9 | 79.357 |
| Anlagevermögen | 103.693 | 40,2 | 27,4 | 81.369 | 35,0 | 74.104 |
| sonstige Vermögenswerte | 8.227 | 3,2 | 83,2 | 4.490 | 1,9 | 5.253 |
| Kurzfristige Vermögenswerte | 146.168 | 56,6 | -0,3 | 146.677 | 63,1 | 140.737 |
| Vorräte | 99.169 | 38,4 | -0,4 | 99.586 | 42,8 | 93.784 |
| Forderungen | 43.200 | 16,7 | -1,1 | 43.687 | 18,8 | 42.977 |
| Liquidität | 3.799 | 1,5 | 11,6 | 3.404 | 1,5 | 3.976 |
| Bilanzsumme | 258.088 | 100,0 | 11,0 | 232.535 | 100,0 | 220.094 |
| Passiva | ||||||
| Langfristige Finanzierungsmittel | 67.214 | 26,0 | 19,0 | 56.490 | 24,3 | 60.680 |
| Eigenkapital | 41.013 | 15,9 | -16,7 | 49.254 | 21,2 | 53.337 |
| langfristige Schulden | 26.200 | 10,2 | 262,1 | 7.236 | 3,1 | 7.343 |
| Rückstellungen | 308 | 0,1 | 22,0 | 252 | 0,1 | 191 |
| Verbindlichkeiten | 25.559 | 9,9 | 290,4 | 6.547 | 2,8 | 6.723 |
| Andere langfristige Verbindlichkeiten | 334 | 0,1 | -23,5 | 437 | 0,2 | 429 |
| Kurzfristige Schulden | 190.874 | 74,0 | 8,4 | 176.045 | 75,7 | 159.414 |
| Rückstellungen | 822 | 0,3 | -38,2 | 1.330 | 0,6 | 1.365 |
| Verbindlichkeiten | 190.052 | 73,6 | 8,8 | 174.715 | 75,1 | 158.049 |
| Bilanzsumme | 258.088 | 100,0 | 11,0 | 232.535 | 100,0 | 220.094 |
| % | |
| Aktiva | |
| Langfristige Vermögenswerte | 36,1 |
| Anlagevermögen | 33,7 |
| sonstige Vermögenswerte | 2,4 |
| Kurzfristige Vermögenswerte | 63,9 |
| Vorräte | 42,6 |
| Forderungen | 19,5 |
| Liquidität | 1,8 |
| Bilanzsumme | 100,0 |
| Passiva | |
| Langfristige Finanzierungsmittel | 27,6 |
| Eigenkapital | 24,2 |
| langfristige Schulden | 3,3 |
| Rückstellungen | 0,1 |
| Verbindlichkeiten | 3,1 |
| Andere langfristige Verbindlichkeiten | 0,2 |
| Kurzfristige Schulden | 72,4 |
| Rückstellungen | 0,6 |
| Verbindlichkeiten | 71,8 |
| Bilanzsumme | 100,0 |
Die flüssigen Mittel beliefen sich zum 30.06.2019 auf 3,8 Mio. € (31.12.2018: 3,4
Mio. €, 30.06.2018: 4,0 Mio. €). Delticom hat im Berichtszeitraum verstärkt vorhandene
Kreditlinien zur unterjährigen Finanzierung des Working Capitals in Anspruch genommen.
Die Netto-Liquidität (Liquidität abzüglich kurzfristiger Finanzschulden) belief sich
zum Stichtag 30.06.2019 dementsprechend auf -63,9 Mio. € (31.12.2018: -23,7 Mio. €,
30.06.2018: -51,6 Mio. €). Aufgrund der Saisonalität des Geschäfts und der Zahlungsziele
im Reifenhandel ist die Kreditlinien-Inanspruchnahme zur Jahresmitte typischerweise
am höchsten.
Aufgrund der Entwicklung im Working Capital verbesserte sich der Cashflow aus laufender
Geschäftstätigkeit für H1 19 auf -25,3 Mio. € (H1 18: -41,3 Mio. €).
Die Investitionen in Sachanlagen beliefen sich im H1 19 auf 1,5 Mio. € (H1 18: 2,2
Mio. €). Hierbei handelt es sich hauptsächlich um Lagerausstattungsinvestitionen.
Darüber hinaus hat Delticom im Berichtszeitraum 2,2 Mio. € in immaterielle Vermögenswerte
investiert (H1 18: 1,0 Mio. €). Im Ergebnis betrug der Cashflow aus Investitionstätigkeit
-3,6 Mio. € (H1 18: -3,2 Mio. €).
Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit betrug im Berichtszeitraum insgesamt 29,4
Mio. €. Dieser resultiert zum einen aus Einzahlungen aus der Aufnahme kurzfristiger
Finanzschulden aus Kontokorrent in Höhe von 35,4 Mio. €. Die Tilgung von Finanzschulden
in Höhe von 6,0 Mio. € beinhaltet neben der Rückführung bestehender Darlehen insbesondere
die Tilgung von Leasingverbindlichkeiten in Zusammenhang mit der erstmaligen Anwendung
von IFRS 16 zum 01. Januar 2019.
Nachfolgend werden die Tochterunternehmen aufgeführt, die im Konzernabschluss zum
30.06.2019 vollkonsolidiert sind:
| ― |
All you need GmbH, Berlin (Deutschland) |
| ― |
DeltiCar SAS, Paris (Frankreich) |
| ― |
Delticom North America Inc., Benicia (Kalifornien, USA) |
| ― |
Delticom OE S.r.l., Timisoara (Rumänien) |
| ― |
Delticom Japan GK (Tokio, Japan) - zu 100 % im Besitz der Delticom OE SRL |
| ― |
Delticom TOV, Lwiw (Ukraine) |
| ― |
Delticom Russia OOO, Moskau (Russland) |
| ― |
Deltiparts GmbH, Hannover (Deutschland) |
| ― |
•DeltiStorage GmbH, Hannover (Deutschland) |
| ― |
DeltiLog Ltd., Oxford (Großbritannien) |
| ― |
DeltiLog GmbH, Hannover (Deutschland) |
| ― |
Extor GmbH, Hannover (Deutschland) |
| ― |
Giga GmbH, Hamburg (Deutschland) |
| ― |
Gigatires LLC, Benicia, (Kalifornien, USA) |
| ― |
Gourmondo Food GmbH, München (Deutschland) |
| ― |
MobileMech GmbH, Hannover (Deutschland) |
| ― |
Pnebo Gesellschaft für Reifengroßhandel und Logistik mbH, Hannover (Deutschland) |
| ― |
Ringway GmbH, Hannover (Deutschland) |
| ― |
Tireseasy LLC, Wilmington (Delaware, USA) |
| ― |
Tirendo Deutschland GmbH, Berlin (Deutschland) |
| ― |
Tirendo Holding GmbH, Berlin (Deutschland) |
| ― |
Toroleo Tyres GmbH, Gadebusch (Deutschland) |
| ― |
Toroleo Tyres TT GmbH und Co.KG, Gadebusch (Deutschland) |
| ― |
TyresNET GmbH, München (Deutschland) |
Nach Abschluss des Berichtszeitraums gab es keine Vorgänge von besonderer Bedeutung.
Als international tätiges Unternehmen ist Delticom Risiken unterschiedlichster Art
ausgesetzt. Um diese rechtzeitig erkennen, bewerten und entsprechende Gegenmaßnahmen
einleiten zu können, haben wir frühzeitig ein Risikomanagementsystem etabliert und
hierzu eine unternehmensweite Richtlinie zur Risikofrüherkennung und zum Risikomanagement
verabschiedet. Darstellungen zum Risikomanagement und eine Liste wesentlicher Einzelrisiken
und -chancen finden sich im Geschäftsbericht für das Geschäftsjahr 2018 auf Seite
67ff.
Gegenüber der Darstellung im Geschäftsbericht 2018 hat sich die Risikoposition nicht
wesentlich geändert. Bestandsgefährdende Einzelrisiken existieren nicht, und die Gesamtsumme
der Risiken stellt keine Gefahr für den Fortbestand der Gesellschaft dar.
Angesichts des eskalierenden Handelskonflikts zwischen den USA und China rechnen Experten
in den kommenden Monaten mit einer Abkühlung der globalen Konjunktur. Führende Wirtschaftsforschungsinstitute
hatten zuletzt ihre Prognosen für das Wachstum der Weltwirtschaft in diesem Jahr erneut
gesenkt. Die nach wie vor ungeklärten Modalitäten hinsichtlich des Ausscheidens Großbritanniens
aus der Europäischen Union könnten zusätzlich einen hemmenden Einfluss auf die Konjunktur
in der Eurozone haben, sodass hier ein gedämpfter wirtschaftlicher Aufschwung prognostiziert
wird. Vor diesem Hintergrund soll sich auch das Konjunkturtempo in Deutschland 2019
weiter verlangsamen. Dessen ungeachtet wird die deutsche Konjunktur in diesem Jahr
erneut von der robusten Binnennachfrage profitieren. In Anbetracht einer guten Arbeitsmarktlage
sowie einer positiven Einkommensentwicklung soll der private Konsum kräftig steigen.
Darüber hinaus wird in der Baubranche mit einer Fortsetzung des Booms gerechnet.
Das europäische Ersatzreifengeschäft zeigte sich in der ersten Jahreshälfte im Vorjahresvergleich
schwach. Experten sehen als Gründe sowohl die gesamtwirtschaftliche Entwicklung als
auch die Pkw-Neuzulassungszahlen. Zudem hält der seit geraumer Zeit andauernde Konsolidierungsprozess
im europäischen Reifenhandel nach wie vor an. Hinsichtlich der Frage, ob oder inwieweit
der europäische Reifenersatzmarkt in der zweiten Jahreshälfte von einer Trendwende
profitieren kann, fehlt es derzeit an Visibilität.
Der generelle Trend Richtung E-Commerce wird auch weiterhin zunehmen. Laut Global
Digital Report 2019 nutzen heutzutage bereits rund 4,4 Milliarden Menschen und damit
knapp 60 % der Weltbevölkerung das Internet, ein Anstieg um 9,1 % gegenüber 2018.
In Europa, dem Kernmarkt der Delticom, liegt die Nutzungsrate sogar bei 86 %. Auch
die im Internet verbrachte Zeit nimmt zu: Hierzulande ist der durchschnittliche Internetnutzer
inzwischen täglich gut 2,5 Stunden online unterwegs. Und 98 % der deutschen Internetnutzer
kaufen mittlerweile online ein, drei von vier sogar mehrmals im Monat.
Für den deutschen E-Commerce rechnet der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel
Deutschland e. V. (bevh) in diesem Jahr mit einem Umsatzzuwachs von 10,5 % auf rund
72 Mrd. €. Als Europas führender Onlinehändler für Reifen und Autozubehör und Experte
auf dem Gebiet effizienter Lagerlogistik wird Delticom auch zukünftig vom E-Commerce-Trend
profitieren.
Aufgrund der schwachen Marktentwicklung liegt die Geschäftsentwicklung im ersten Halbjahr
2019 hinter den Erwartungen zurück. In den zurückliegenden Monaten hat Delticom Maßnahmen
zur Effizienzsteigerung hauptsächlich im Marketing und in der Lagerlogistik mit dem
Ziel der Kostensenkung ergriffen und verzeichnete in den letzten Monaten eine positive
Entwicklung. Zudem werden die planmäßigen Restrukturierungskosten von Allyouneed Fresh
im zweiten Halbjahr 2019 deutlich geringer ausfallen als im Berichtszeitraum. Auch
in diesem Jahr wird das Wintergeschäft im vierten Quartal für die Entwicklung im Gesamtjahr
maßgeblich sein. Für das zweite Halbjahr rechnen wir mit einem positiven Absatztrend.
Vor diesem Hintergrund erwarten wir weiterhin, einen Gesamtjahresumsatz in einer Spanne
zwischen 660 Mio. € und 690 Mio. €, einhergehend mit einem EBITDA zwischen 8 Mio.
€ und 12,5 Mio. € erreichen zu können.
Dank unseres Multi-Shop-Ansatzes sprechen wir verschiedene Kundensegmente an, um das
Marktpotenzial optimal abzuschöpfen. Aufgrund unseres stets wachsenden Produkt- und
Serviceangebots sowie der voranschreitenden internationalen Ausrichtung unseres Geschäfts
gehen wir davon aus, auch im laufenden Geschäftsjahr wieder mehr als 1 Mio. Neukunden
von den Vorteilen eines Kaufs in einem der Onlineshops der Delticom überzeugen zu
können.
Aufgrund des mehrjährigen Ersatzzyklus sind wir zuversichtlich, einen Teil der über
die letzten Jahre gewonnenen Neukunden in den kommenden Monaten als Wiederkäufer in
unseren Shops begrüßen zu können.
Entsprechend unserer Umsatzplanung für das laufende Jahr werden wir in den kommenden
Monaten den Lagerauf- bzw. -abbau gestalten. Zum Jahresende hin sollten sich Cashflow
und Liquidität ähnlich wie in 2018 entwickeln.
Für das laufende Jahr planen wir, in die Erweiterung und technische Ausstattungunserer
Lagerinfrastruktur zu investieren. Darüber hinaus werden wir auch Softwareinvestitionen
tätigen. Die Höhe der Investitionen im Gesamtjahr wird sich zwischen 5 Mio. € und
10 Mio. € belaufen. Dazu ist geplant, über Leasing und Verkäufe den Investitionsbetrag
wieder auszugleichen.
| in Tausend € | 01.01.2019 - 30.06.2019 |
01.01.2018 - 30.06.2018 |
| Umsatz | 284.561 | 290.506 |
| Sonstige betriebliche Erträge | 14.473 | 13.943 |
| Gesamtleistung | 299.034 | 304.449 |
| Materialaufwand | -222.150 | -227.506 |
| Rohertrag | 76.884 | 76.943 |
| Personalaufwand | -9.332 | -6.078 |
| Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen | -6.795 | -3.615 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | -71.227 | -64.040 |
| Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern (EBIT) | -10.469 | 3.209 |
| Finanzaufwand | -369 | -260 |
| Finanzertrag | 14 | 13 |
| Finanzergebnis (netto) | -356 | -246 |
| Ergebnis von Steuern (EBT) | -10.825 | 2.963 |
| Steuern vom Einkommen und Ertrag | 2.864 | -964 |
| Konzernergebnis | -7.961 | 1.999 |
| davon entfallen auf: | ||
| Anteile in Fremdbesitz | -103 | -112 |
| Gesellschafter des Mutterunternehmens | -7.858 | 2.111 |
| unverwässertes Ergebnis je Aktie | -0,64 | 0,16 |
| verwässertes Ergebnis je Aktie | -0,64 | 0,16 |
| in Tausend € | 01.01.2019 - 30.06.2019 |
01.01.2018 - 30.06.2018 |
| Konzernergebnis | -7.961 | 1.999 |
| Direkt im Eigenkapital erfasste Veränderungen des Geschäftsjahres | ||
| Summe der erfolgsneutrale erfassten Erträge und Aufwendungen | -280 | 217 |
| Wertänderung, die künftig über die Gewinn-und-Verlust-Rechnung umgegegliedert werden | ||
| Veränderungen aus der Währungsumrechnung | -280 | 175 |
| Net Investment Hedge Reserve | ||
| Zeitwertänderung direkt im Eigenkaptal erfasst | 0 | 21 |
| Latente Steuern auf Net Investment Hedge Reserve | 0 | 22 |
| Gesamtergebnis der Periode | -8.241 | 2.216 |
| Auf Anteile im Fremdbesitz entfallendes Gesamtergebnis | -157 | -116 |
| Gesamtergebnis den Anteilseignern zuzurechnen | -8.084 | 2.332 |
| in Tausend € | 30.06.2019 | 31.12.2018 | |
| Langfristige Vermögenswerte | 111.920 | 85.858 | |
| Immaterielle Vermögenswerte | 82.964 | 59.671 | |
| Sachanlagen | 20.721 | 21.688 | |
| Finanzanlagen | 7 | 10 | |
| nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlagen | 0 | 0 | |
| sonstige Finanzanlagen | 7 | 10 | |
| Latente Steueransprüche | 6.884 | 4.033 | |
| Sonstige langfristige Forderungen | 1.343 | 457 | |
| Kurzfristige Vermögenswerte | 146.168 | 146.677 | |
| Vorräte | 99.169 | 99.586 | |
| Forderungen aus Lieferung und Leistung | 20.036 | 24.283 | |
| Sonstige Vermögenswerte | 14.252 | 12.753 | |
| Ertragsteuerforderungen | 8.912 | 6.650 | |
| Flüssige Mittel | 3.799 | 3.404 | |
| Summe Vermögenswerte | 258.088 | 232.535 | |
| in Tausend € | 30.06.2019 | 31.12.2018 | |
| Eigenkapital | 41.013 | 49.254 | |
| Eigenkapital der Anteilseigner der Delticom AG | 41.064 | 49.148 | |
| Gezeichnetes Kapital | 12.463 | 12.463 | |
| Kapitalrücklage | 33.739 | 33.739 | |
| Aktienoptionsprogramm | 103 | 103 | |
| Direkt im Eigenkapital erfasste Aufwendungen und Erträge | 96 | 374 | |
| Gewinnrücklagen | 200 | 200 | |
| Konzernbilanzgewinn | -5.535 | 2.269 | |
| Anteile von Minderheiten am Eigenkapital | -51 | 106 | |
| Summe Schulden | 217.075 | 183.281 | |
| Langfristige Schulden | 26.200 | 7.236 | |
| Langfristige Finanzschulden | 22.861 | 3.750 | |
| Langfristige Rückstellungen | 308 | 252 | |
| Latente Steuerverbindlichkeiten | 2.697 | 2.797 | |
| Andere langfristige Verbindlichkeiten | 334 | 437 | |
| Kurzfristige Schulden | 190.874 | 176.045 | |
| Steüerrückstellüngen | 235 | 401 | |
| Sonstige kürzfristige Rückstellungen | 588 | 929 | |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 106.956 | 131.408 | |
| Kurzfristige Finanzschulden | 67.714 | 27.119 | |
| Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten | 15.381 | 16.188 | |
| Summe Eigenkapital und Schulden | 258.088 | 232.535 | |
| in Tausend € | 01.01.2019 - 30.06.2019 |
01.01.2018 - 30.06.2018 |
|
| Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern (EBIT) | -10.469 | 3.209 | |
| Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen | 6.795 | 3.615 | |
| Veränderung der sonstigen Rückstellungen | -285 | -249 | |
| Veränderung der Vorräte | 417 | -13.973 | |
| Veränderungen der Forderungen aLuL sowie anderer Aktiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind | 2.144 | -4.343 | |
| Veränderungen der Verbindlichkeiten aLuL sowie anderer Passiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind | -21.168 | -24.565 | |
| Erhaltene Zinsen | 14 | 13 | |
| Gezahlte Zinsen | -284 | -260 | |
| Gezahlte Ertragsteuern | -2.507 | -4.769 | |
| Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit | -25.343 | -41.321 | |
| Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlagevermögen | -1.470 | -2.207 | |
| Auszahlungen für Investitionen in die immateriellen Vermögenswerte | -2.175 | -981 | |
| Auszahlung für den Erwerb konsolidierter Tochterunternehmen (abzüglich erworbener liquider Mittel) | 0 | 0 | |
| Cashflow aus Investitionstätigkeit | -3.645 | -3.188 | |
| Gezahlte Dividenden der Delticom AG | 0 | -1.246 | |
| Aufnahme von Finanzschulden | 35.408 | 46.682 | |
| Tilgung von Finanzschulden | -6.020 | -833 | |
| Cashflow aus Finanzierungstätigkeit | 29.388 | 44.603 | |
| Wechselkursbedingte Veränderungen des Finanzmittelbestands | -5 | 0 | |
| Finanzmittelbestand am Anfang der Periode | 3.404 | 3.881 | |
| Zahlungswirksame Veränderungen des Finanzmittelbestands | 395 | 95 | |
| Finanzmittelbestand am Ende der Periode | 3.799 | 3.976 | |
| in Tausend € | Gezeichnetes Kapital | Kapitalrücklage | Währungsumrechnungsrücklage | Net Investment Hedge Reserve | Aktien optionsplan | Gewinnrücklagen |
| Stand 1. Januar 2018 | 12.463 | 33.739 | 215 | 16 | 71 | 200 |
| Ausgleich des Unterschiedsbetrags aus dem Erwerb von | ||||||
| Minderheitenanteilen | ||||||
| Gezahlte Dividende | ||||||
| Aktienoptionen | 0 | 17 | ||||
| Konzernergebnis | ||||||
| Sonstiges Ergebnis nach Steuern | 175 | 42 | ||||
| Gesamtergebnis nach Steuern | 175 | 42 | ||||
| Stand am 30. Juni 2018 | 12.463 | 33.739 | 390 | 58 | 88 | 200 |
| Stand am 1. Januar 2019 | 12.463 | 33.739 | 374 | 0 | 103 | 200 |
| Konzernergebnis | ||||||
| Sonstiges Ergebnis nach Steuern | -280 | 0 | ||||
| Gesamtergebnis nach Steuern | -280 | 0 | ||||
| Stand am 30. Juni 2019 | 12.463 | 33.739 | 94 | 0 | 103 | 200 |
| in Tausend € | Konzernbilanzgewinn | Summe | Anteile in Fremdbesitz | Summe Eigenkapital |
| Stand 1. Januar 2018 | 5.651 | 52.355 | 585 | 52.940 |
| Ausgleich des Unterschiedsbetrags aus dem Erwerb von | -604 | -604 | 14 | -590 |
| Minderheitenanteilen | ||||
| Gezahlte Dividende | -1.246 | -1.246 | -1.246 | |
| Aktienoptionen | 17 | 0 | 17 | |
| Konzernergebnis | 2.111 | 2.111 | -112 | 1.999 |
| Sonstiges Ergebnis nach Steuern | 4 | 221 | -4 | 217 |
| Gesamtergebnis nach Steuern | 2.115 | 2.332 | -116 | 2.216 |
| Stand am 30. Juni 2018 | 5.916 | 52.854 | 483 | 53.337 |
| Stand am 1. Januar 2019 | 2.269 | 49.148 | 106 | 49.254 |
| Konzernergebnis | -7.961 | -7.961 | -103 | -8.064 |
| Sonstiges Ergebnis nach Steuern | 157 | -123 | -54 | -177 |
| Gesamtergebnis nach Steuern | -7.804 | -8.084 | -157 | -8.241 |
| Stand am 30. Juni 2019 | -5.535 | 41.064 | -51 | 41.013 |
Die Delticom AG (nachfolgend "AG" genannt) ist die Muttergesellschaft des Delticom-Konzerns
(nachfolgend "Delticom" genannt). Die AG ist im Handelsregister des Amtsgerichts Hannover
mit der Registernummer HRB58026 eingetragen. Die Anschrift der AG lautet 30169 Hannover,
Brühlstraße 11, Deutschland.
Delticom ist Europas führendes E-Commerce-Unternehmen für Reifen und Autozubehör sowie
Spezialist im eFood und Experte auf dem Gebiet effizienter Lagerlogistik. Die Produktpalette
für Privat- und Geschäftskunden umfasst allein im Reifengeschäft mehr als 100 Marken
und über 25.000 Modelle von Reifen für Pkw, Motorräder, Lkw, Nutzfahrzeuge und Busse
sowie Kompletträder. Kunden können die bestellten Produkte zur Montage auch zu einem
der weltweit rund 40.000 Servicepartner der Delticom AG schicken lassen.
Über 500.000 Autoteile und Zubehörartikel, darunter Motorenöle, Schneeketten oder
Batterien, runden das Angebot ab. Mit dem Einstieg in den Online-Gebrauchtwagenhandel
wurde das Angebot im Bereich Automotive vervollständigt. Damit hat sich die Delticom
AG in diesem Bereich von einem klassischen Onlinehändler zu einem Online-Lösungsanbieter
entwickelt. Im Bereich eFood bietet die Delticom AG ein umfassendes Sortiment aus
rund 20.000 verschiedenen Lebensmitteln an. Mit der Akquisition der eFood- und Logistikgesellschaften
im Jahr 2016 hat Delticom ihre Logistikkompetenz erweitert und einen wichtigen strategischen
Schritt getätigt, um ihre Marktstellung im europäischen ECommerce zukünftig weiter
auszubauen. Delticom ist nunmehr in der Lage, kleinteilige Waren effizient zu vermarkten,
und erweitert mit Gourmondo ihr Produktangebot im E-Commerce.
Ausführliche Informationen über das Berichtsunternehmen sind im Lagebericht des Geschäftsberichts
2018 im Abschnitt Geschäftstätigkeit sowie im Abschnitt Organisation dargestellt.
Vom 01.01.2019 bis zum 30.06.2019 waren im Durchschnitt 281 Arbeitnehmer beschäftigt
(davon im Durchschnitt 10 Auszubildende und Praktikanten). Diese Berechnung basiert
auf der Anzahl der Beschäftigten unter Berücksichtigung der geleisteten Arbeitsstunden.
In Deutschland, aber auch in der Alpenregion und in Nordeuropa prägt der jahreszeitlich
bedingte Wetterwechsel den Geschäftsverlauf im Reifenhandel. Weil die meisten Autofahrer
ihre Winterreifen bereits mit dem ersten Schneefall und damit in den letzten Monaten
eines Jahres kaufen, fällt das erste Quartal meist etwas schwächer aus. Das zweite
Jahresviertel dagegen gibt sich traditionell umsatzstark: Oft sind die Temperaturen
im April und Mai schon vergleichsweise hoch und das teils angenehm warme Wetter führt
bei vielen Pkw-Fahrern zum Kauf neuer Sommerreifen.
Das dritte Quartal schließlich flacht typischerweise wieder etwas ab: Im Übergang
vom Sommer auf das Winterreifengeschäft wird der Absatz etwas schwächer. In den meisten
Ländern Europas zeigt sich das letzte Quartal dann meist auch als das umsatzstärkste.
In der dunklen Jahreszeit werden die Straßenverhältnisse schwieriger, die Bremswege
verlängern sich - und vielen Autofahrern wird die Notwendigkeit neuer Reifen ganz
direkt bewusst. Wetterbedingte Verschiebungseffekte zwischen den Quartalen und Basiseffekte
im Vergleich zum Vorjahr sind unvermeidlich.
Der Dezember, vor den Weihnachtstagen, ist im Lebensmittelgeschäft traditionell der
höchste Umsatzzeitraum des Jahres.
Der vorliegende Halbjahresabschluss zum 30.06.2019 wurde nach den vom International
Accounting Standards Board (IASB) verabschiedeten International Financial Reporting
Standards (IFRS) für die Zwischenberichterstattung, wie sie in der Europäischen Union
(EU) anzuwenden sind, erstellt. Zur Anwendung kamen alle am Abschlussstichtag gültigen
und verpflichtend anzuwendenden IFRS Standards, insbesondere IAS 34 (Zwischenberichterstattung).
Nach IAS 34 sind in einem Zwischenfinanzbericht mindestens folgende Angaben erforderlich:
| ― |
eine verkürzte Bilanz (Bilanz) |
| ― |
entweder (a), eine verkürzte Gesamtergebnisrechnung oder (b), eine verkürzte Gesamtergebnisrechnung und eine verkürzte Gewinn- und Verlustrechnung |
| ― |
eine verkürzte Aufstellung der Veränderungen des Eigenkapitals |
| ― |
eine verkürzte Kapitalflussrechnung |
| ― |
ausgewählte Erläuterungen |
Der Zwischenabschluss enthält nicht alle für einen Konzernabschluss notwendigen Erläuterungen
und Angaben und ist daher in Verbindung mit dem Konzernabschluss zum 31.12.2018 zu
sehen. Der Geschäftsbericht 2018 steht auf der Unternehmenswebseite im Bereich Investor
Relations bzw. unter nachfolgenden Link zum Download bereit:
www.delti.com/Investor_Relations/Delticom_Geschaeftsbericht_2018.pdf
Der beizulegende Zeitwert der vorhandenen Finanzinstrumente entspricht bei sämtlichen
Bilanzpositionen näherungsweise dem Buchwert. Die Finanzinstrumente der Kategorie
Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte in Höhe von 42 Tsd. € (31.12.2018:
42 Tsd. €) sowie der Kategorie Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Verbindlichkeiten
in Höhe von 206 Tsd. € (31.12.2018: 30 Tsd. €) sind in der Fair Value-Hierarchie in
Stufe 2 eingeordnet. Fair Values der Hierarchiestufe 3 liegen wie in Vorjahren nicht
vor. Veränderungen der beizulegenden Zeitwerte wurden in der Erfolgsrechnung erfasst.
Die Bewertung erfolgt unter Berücksichtigung von aktuellen EZB-Referenzkursen und
Terminauf- bzw. -abschlägen.
Aufgrund der kurzfristigen Fälligkeiten für Zahlungen entspricht der Buchwert der
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen dem beizulegenden Zeitwert. Die Ertragsteuern
der Gewinn- und -Verlustrechnung werden im Zwischenabschluss nach IAS 34.30c mittels
einer Steuerquote ermittelt und beinhalten im Wesentlichen einen Steuerertrag aus
der Bilanzierung aktiver latenter Steuern.
Der Konsolidierungskreis umfasst neben der Delticom AG als Obergesellschaft fünfzehn
inländische und neun ausländische Tochtergesellschaften, die alle in den Zwischenabschluss
vollkonsolidiert wurden.
Die nachfolgenden Gesellschaften wurden im laufenden Geschäftsjahr vollkonsolidiert:
| ― |
All you need GmbH, Berlin (Deutschland) |
| ― |
DeltiCar SAS, Paris (Frankreich) |
| ― |
Delticom North America Inc., Benicia (Kalifornien, USA) |
| ― |
Delticom OE S.R.L., Timisoara (Rumänien) |
| ― |
Delticom Japan GK (Tokio, Japan) - zu 100 % im Besitz der Delticom OE SRL |
| ― |
Delticom TOV, Lwiw (Ukraine) |
| ― |
Delticom Russia OOO, Moskau (Russland) |
| ― |
Deltiparts GmbH, Hannover (Deutschland) |
| ― |
DeltiLog Ltd., Oxford (Großbritannien) |
| ― |
DeltiLog GmbH, Hannover (Deutschland) |
| ― |
DeltiStorage GmbH, Hannover (Deutschland) |
| ― |
Extor GmbH, Hannover (Deutschland) |
| ― |
Giga GmbH, Hamburg (Deutschland) |
| ― |
Gigatires LLC, Benicia (Kalifornien, USA) |
| ― |
Gourmondo Food GmbH, München (Deutschland) |
| ― |
MobileMech GmbH, Hannover (Deutschland) |
| ― |
Pnebo Gesellschaft für Reifengroßhandel und Logistik mbH, Hannover (Deutschland) |
| ― |
Ringway GmbH, Hannover (Deutschland) |
| ― |
Tireseasy LLC, Wilmington (Delaware, USA) |
| ― |
Tirendo Deutschland GmbH, Berlin (Deutschland) |
| ― |
Tirendo Holding GmbH, Berlin (Deutschland) |
| ― |
Toroleo Tyres GmbH, Gadebusch (Deutschland) |
| ― |
Toroleo Tyres TT GmbH und Co.KG Gadebusch (Deutschland) |
| ― |
TyresNET GmbH, München (Deutschland) |
Die im vorliegenden Zwischenabschluss angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
entsprechen mit Ausnahme der nachfolgend beschriebenen Methoden denen des Konzernabschlusses
der Gesellschaft zum 31.12.2018.
Die Änderungen der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden werden voraussichtlich auch
im Konzernabschluss zum 31.12.2019 berücksichtigt. Der Konzern hat IFRS 16 Leasingverhältnisse
ab dem 01.01.2019 erstmalig angewendet. Eine Reihe weiterer neuer Standards sind ab
dem 01.01.2019 in Kraft, haben aber keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss.
Der am 13. Januar 2016 vom IASB veröffentlichte Standard ersetzt die bisherigen Standards
und Interpretationen zu Leasingverhältnissen "IAS 17", "IFRIC 4", "SIC-15" und "SIC-27"
und wurde mit Verkündung im Amtsblatt der EU am 31. Oktober 2017 in EU-Recht übernommen
und ist für Geschäftsjahre beginnend am oder nach dem 1. Januar 2019 verpflichtend
anzuwenden. Insbesondere für Leasingnehmer erfordert der neue Standard einen vollkommen
neuen Ansatz für die bilanzielle Abbildung von Leasingverträgen. War nach IAS 17 für
die bilanzielle Erfassung eines Leasingverhältnisses beim Leasingnehmer die Übertragung
wesentlicher Chancen und Risiken am Leasingobjekt entscheidend, so ist nunmehr grundsätzlich
jedes Leasingverhältnis beim Leasingnehmer als Finanzierungsvorgang in der Bilanz
abzubilden. Für Leasinggeber sind die Bilanzierungsvorschriften insbesondere im Hinblick
auf die weiterhin erforderliche Klassifizierung von Leasingverhältnissen dagegen weitgehend
unverändert geblieben. Im Detail ergeben sich jedoch Unterschiede z. B. bei Unterleasingverhältnissen
und Sale- und Leaseback- Transaktionen. Die Umstellung wurde bei der Delticom AG nach
dem vereinfachten modifizierten retrospektiven Ansatz zum 1. Januar 2019 vorgenommen
(IFRS 16.C5(b)). Bei der Erstanwendung von IFRS 16 bei Operating Leasing Verträgen
wurde das Nutzungsrecht für den Leasingvermögenswert grundsätzlich mit dem Betrag
der Leasingverbindlichkeit bewertet, dabei wurde der Zinssatz zum Zeitpunkt der erstmaligen
Anwendung angewendet (IFRS 16.C8(b)(i)). Bei Vorliegen von abgegrenzten Leasingverbindlichkeiten
wurde das Nutzungsrecht um den Betrag der abgegrenzten Leasingverbindlichkeit gemäß
IFRS 16.C8(b) (ii) berichtigt. Bei der Bewertung des Nutzungsrechts zum Zeitpunkt
der Erstanwendung wurden die anfänglichen direkten Kosten entsprechend IFRS 16.C10(d)
nicht berücksichtigt. Kurz laufende Leasingvereinbarungen mit einer Laufzeit von nicht
mehr als zwölf Monaten (und ohne Kaufoption) sowie Leasingvereinbarungen, bei denen
der dem Leasingvertrag zugrunde liegende Vermögenswert von geringem Wert ist, werden
entsprechend dem Wahlrecht nach IFRS 16.5 nicht gemäß IFRS 16 bilanziert. Die Vergleichsinformationen
für die Vorjahresperioden wurden gemäß IFRS 16.C7 nicht angepasst.
Zum 1. Januar 2019 wurden langfristige Leasingverbindlichkeiten in Höhe von 26,1 Mio.
€ sowie Nutzungsrechte von 26,1 Mio. € bilanziell erfasst. Diese Bilanzverlängerung
führte zu einer reduzierten Eigenkapitalquote beziehungsweise einem höheren Verschuldungsgrad.
In der Gewinn- und Verlustrechnung werden die für bisherige Operating Lease-Verhältnisse
anfallenden Aufwendungen nicht mehr als Leasingaufwand erfasst. Die Neuregelungen
führen zu Abschreibungen auf die Nutzungsrechte und Zinsaufwendungen aus der Aufzinsung
der Leasingverbindlichkeiten. In der Kapitalflussrechnung ergaben sich auf den Cashflow
aus der operativen Geschäftstätigkeit positive und auf den Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit
negative Auswirkungen.
Ohne Anwendung des IFRS 16 hätten sich nach den bisher anzuwendenden Standards folgende
Werte in der aktuellen Berichtsperiode ergeben:
| ― |
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen hätten sich auf 73.821 Tsd. € (mit IFRS 16: 71.227 Tsd. €), die Abschreibungen auf 4.239 Tsd. € (mit IFRS 16: 6.795 Tsd. €) und Zinsaufwendungen auf 287 Tsd. € (mit IFRS 16: 367 Tsd. €) belaufen. |
| ― |
Damit hätte sich ein EBITDA von -6.269 Tsd. € (mit IFRS 16: -3.674 Tsd. €) sowie ein Konzernergebnis von -7.917 Tsd. € (mit IFRS 16: -7.961 Tsd. €) ergeben. |
| ― |
Es wären zum 30. Juni 2019 immaterielle Vermögenswerte von 58.747 Tsd. € (mit IFRS 16: 82.964 Tsd. €), sonstige langfristige finanzielle Schulden von 2.917 Tsd. € (mit IFRS 16: 22.861 Tsd. €) und kurzfristige Finanzschulden von 62.527 Tsd. € (mit IFRS 16: 67.714 Tsd. €) ausgewiesen worden. |
| ― |
Das Eigenkapital hätte sich zum 30. Juni 2019 auf 41.059 Tsd. € (mit IFRS 16: 41.013 Tsd. €) belaufen. |
Detaillierte Erläuterungen zur Geschäftsentwicklung und der Gewinn- und Verlustrechnung
finden sich im Kapitel Geschäftsverlauf und Ertragslage im Konzernzwischenlagebericht.
Das Kapitel Finanz- und Vermögenslage enthält weitere Informationen zur Bilanz sowie
zur Kapitalflussrechnung.
Die Mehrheit der Verkaufsverträge (und die daraus resultierenden Umsatzerlöse) bestehen
zwischen Delticom und privaten Endkunden. Delticom ist ein Ein-Segment-Unternehmen,
der Schwerpunkt der Geschäftstätigkeit liegt auf dem E-Commerce. Die Umsätze werden
nach geografischen Regionen in die Länder der EU und Nicht-EU-Länder kategorisiert.
Aufgrund der kurzen Zahlungsziele und eines umfassenden Monitorings ist eine Kategorisierung
des Zahlungsausfallrisikos nicht erforderlich. Die verkauften E-Commerce-Produkte
führen vertragsseitig zu eindeutig identifizierbaren Leistungsverpflichtungen.
Die Umsatzerlöse betreffen fast ausschließlich die Erlöse aus Warenlieferungen an
Kunden für den Zeitraum vom 01.01.2019 bis 30.06.2019.
| in Tausend € | Länder der EU | Nicht-EU Länder | Gesamt |
| Umsatz | 211.251 | 73.310 | 284.561 |
Die folgende Tabelle zeigt die Entwicklung der sonstigen betrieblichen Aufwendungen:
| in Tausend € | H1'19 | H1'18 |
| Ausgangsfrachten | 28.869 | 24.822 |
| Lagerhandlingkosten | 5.092 | 4.003 |
| Gebühren Kreditkarten | 2.554 | 2.516 |
| Forderungsverluste und Einzelwertberichtigungen | 1.918 | 1.693 |
| Externe Werbekosten | 13.662 | 13.074 |
| Operations-Center | 5.285 | 4.804 |
| Mieten und Betriebskosten | 1.794 | 3.393 |
| Finanzen und Recht | 3.243 | 2.583 |
| IT und Telekommunikation | 1.941 | 2.029 |
| Aufwendungen aus Kursdifferenzen | 1.433 | 1.548 |
| Übrige | 5.434 | 3.574 |
| Summe | 71.227 | 64.040 |
Das unverwässerte Ergebnis je Aktie beträgt -0,64 € (H1 18: 0,16 €). Das verwässerte
Ergebnis beläuft sich ebenfalls auf -0,64 € (H1 18: 0,16 €).
Das unverwässerte Ergebnis je Aktie wird gemäß IAS 33 als Quotient aus dem Periodenergebnis
nach Steuern in Höhe von -7.961.112,50 € (Vorjahr: 1.998.901,00 €) und der gewichteten
durchschnittlichen Anzahl der während des Geschäftsjahres im Umlauf befindlichen Stammaktien
von 12.463.331 Stück (Vorjahr: 12.463.331 Stück) ermittelt.
Im Berichtszeitraum wurden keine Aktienoptionen ausgeübt. Die Wartezeit beträgt bei
allen gewährten Aktienoptionen vier Jahre beginnend am jeweiligen Ausgabetag. Grundsätzlich
müssen sämtliche ausgegebenen Aktien für die Berechnung des verwässerten EPS berücksichtigt
werden, sofern die Aktienoptionen einen verwässernden Effekt haben. Dieser liegt vor,
wenn der Ausgabepreis der neuen Aktien unter dem durchschnittlichen Marktpreis der
im Umlauf befindlichen Stammmaktien in der Betrachtungsperiode liegt. Es besteht kein
Verwässerungseffekt im H1 19.
Für das abgelaufene Geschäftsjahr 2018 wurde keine Dividende gezahlt (Vorjahr: 0,10
€).
Nahestehende Unternehmen und Personen im Sinne des IAS 24 sind der Vorstand und Aufsichtsrat
der Delticom AG (Kategorie Personen in Schlüsselpositionen), die Mehrheitsgesellschafter
Binder GmbH und Prüfer GmbH (Kategorie Maßgeblicher Einfluss auf das berichtende Unternehmen),
sowie nicht konsolidierte Tochtergesellschaften (Kategorie Nicht konsolidierte Tochtergesellschaften).
Alle Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen sind vertraglich vereinbart
und zu Bedingungen ausgeführt worden, wie sie auch mit fremden Dritten üblich sind.
Im Zwischenberichtszeitraum haben sich keine Änderungen mit wesentlichem Einfluss
auf die Ertrags-, Finanz- oder Vermögenslage ergeben.
Bei den sonstigen finanziellen Verpflichtungen gab es keine wesentlichen Änderungen
im Vergleich zum 31.12.2018. Ausnahmen bilden die nunmehr gemäß IFRS 16 zu bilanzierenden
Leasinggeschäfte.
Eventualschulden und -forderungen bestanden am Abschlussstichtag nicht.
Es sind keine Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Abschlussstichtag vorgefallen.
Der vorliegende Zwischenabschluss und der Zwischenlagebericht wurden weder durch einen
Abschlussprüfer geprüft, noch einer prüferischen Durchsicht unterzogen.
Auf der Webseite www.delti.com/Investor_Relations/Entsprechungserklaerung.html finden
sich die aktuellen Erklärungen nach § 161 AktG zum Deutschen Corporate Governance
Kodex vom Vorstand und Aufsichtsrat der Delticom AG.
Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen
für die Zwischenberichterstattung der Konzernzwischenabschluss ein den tatsächlichen
Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns
vermittelt und im Konzernzwischenlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des
Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen
Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen
und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.
Hannover, den 14.08.2019
(Der Vorstand)