Delticom AG

Hannover

Halbjahresbericht zum 30. Juni 2019

Konzernzwischenlagebericht der Delticom AG

Wirtschaftliches Umfeld

Gesamtwirtschaftliche Entwicklungen

Vor dem Hintergrund des andauernden Handelskonflikts zwischen China und den USA verlor das Wachstum der Weltwirtschaft im ersten Halbjahr 2019 an Fahrt. Nachdem die US-Wirtschaft im ersten Quartal einen kräftigen Aufschwung verzeichnen konnte, sprechen die Konjunkturindikatoren inzwischen für einen allmählichen Dynamikverlust in den USA. Die japanische Wirtschaft gewann im ersten Quartal ebenfalls etwas an Schwung. Die Entwicklung in den Schwellenländern hingegen verlief zuletzt gedämpft. Das Wachstumstempo in China verringerte sich weiter, ebenso in Russland und in Indien. In Brasilien schrumpfte die Wirtschaft sogar leicht.

Das schwache Wachstum in Europa setzte sich auf Halbjahressicht nur wenig beschleunigt fort. In Großbritannien drückte die anhaltende Unsicherheit um den EU-Austritt auf das wirtschaftliche Wachstum. Zwar wächst Spanien seit vier Jahren stärker als der EU-Durchschnitt, allerdings schwächen hohe Schulden und die politische Instabilität das Land. In Frankreich hat sich die Befürchtung, dass die Proteste der Gelbwesten der Konjunkturentwicklung dauerhaft Schaden zufügen, bislang nicht bewahrheitet.

Die deutsche Wirtschaft ist in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres insgesamt auf einen moderaten Wachstumspfad zurückgekehrt. Während zu Jahresbeginn Aufholeffekte nach den Absatzschwierigkeiten der Automobilindustrie sowie fiskalische Entlastungen der deutschen Wirtschaft Auftrieb verliehen hatten, entwickelte sich die Konjunktur hierzulande im zweiten Quartal 2019 allerdings gedämpfter. Dank einer guten Arbeitsmarktlage und gestiegener Einkommen bildeten der private Konsum sowie staatliche Bauinvestitionen die wesentlichen Stützen der heimischen Wirtschaft im ersten Halbjahr 2019.

Branchenspezifische Entwicklungen

Reifenhandel

Nach einem vergleichsweisen milden Winter im Q4 2018 startete das neue Jahr

mit einer kalten Wetterlage einhergehend mit Schneefällen bis teilweise in die tiefen Lagen. Folglich hat sich ein Teil der Winterreifennachfrage in das laufende Jahr verschoben. Branchenkenner schätzen, dass im ersten Halbjahr 2019 12,1 % mehr Winterreifen vom deutschen Reifenhandel an die Verbraucher abgesetzt wurden.

Einige milde Tage im März veranlassten zudem - anders als im letzten Jahr -viele Autofahrer dazu, bereits frühzeitig auf Sommerreifen zu wechseln. Nach wie vor rüsten allerdings einige Autofahrer ihr Fahrzeug gemäß der Faustformel von O bis O (Oktober bis Ostern) um. Während Ostern im letzten Jahr auf das erste Wochenende im April fiel, lag das Osterfest in diesem Jahr kalendarisch drei Wochen später. Nach Ostern und somit Ende April erreichte das Sommerreifengeschäft in diesem Jahr den zweiten saisonalen Höhepunkt. Insgesamt wird von Marktexperten für die ersten sechs Monate des laufenden Jahres ein Absatzrückgang von 6,4 % im Geschäft mit Sommerreifen angegeben.

Der Trend zu Ganzjahresreifen setzte sich auf Halbjahressicht mit einem Absatzplus von 23,2 % im Vergleich zu 2018 fort. Nach Schätzungen des Wirtschaftsverbands der deutschen Kautschukindustrie (WdK) und des Herstellerverbands ETRMA wurden in der ersten Jahreshälfte somit insgesamt 1,4 % mehr Pkw-Ersatzreifen vom Handel an den Verbraucher abgesetzt. Auf europäischer Ebene hat sich das PKW-Reifenersatzgeschäft gemäß der European Tyre and Rubber Manufacturers' Association (ETRMA) in der ersten Jahreshälfte rückläufig entwickelt. Im zweiten Quartal hat sich der Abwärtstrend gegenüber den ersten drei Monates des laufenden Jahres vergrößert. Als Gründe für die niedrigen Absatzzahle werden die generelle wirtschaftliche Lage und die Zulassungszahlen neuer Autos in der Europäischen Union genannt.

Onlinehandel

Auch im ersten Halbjahr 2019 bleibt der E-Commerce weiterhin Treiber im heimischen Online-Handel und erzielte laut dem Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland e.V. (bevh) in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres insgesamt ein Plus von 11,3 % im Vergleich zum ersten Halbjahr 2018. Gemäß einer aktuellen Verbraucherstudie des bevh wächst der Onlinehandel mit Fast moving consumer goods (FMCG) wie Lebensmittel oder Drogerie-Waren derzeit am Stärksten.

Geschäftsverlauf und Ertragslage

Umsatz

Konzern

Die Delticom-Gruppe erzielt den wesentlichen Teil der Umsätze mit dem Onlineverkauf von Ersatzreifen für Pkw, Motorräder, Lkw und Industriefahrzeuge. Autoteile und Zubehör, Gebrauchtwagen, hochwertige Gourmet- und Biolebensmittel sowie Servicedienstleistungen im Bereich Logistik runden das Produktangebot ab.

In den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres erlöste die Delticom-Gruppe einen Umsatz von 285 Mio. €, ein Rückgang um 2,0 % nach 291 Mio. € im Vergleichszeitraum.

Saisonalität

Die Grafik Umsatzentwicklung zeigt zusammenfassend die Entwicklung der Halbjahresumsätze.

Insgesamt erzielte die Delticom-Gruppe im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres Umsätze in Höhe von 122 Mio. € (Q1 18: 111 Mio. €, +10,2 %). Aufgrund der kalten Wetterlage zu Jahresbeginn, einhergehend mit Schneefällen bis teilweise in die tiefen Lagen, wurden zu Jahresbeginn mehr Winterreifen in unseren Shops nachgefragt als im Jahr zuvor. Nach einem vergleichweise milden Winter im Q4 2018 hat sich somit ein Teil der Winterreifennachfrage in das laufende Jahr verschoben. Einige milde Tage im März veranlassten zudem - anders als im letzten Jahr - viele Autofahrer dazu, bereits frühzeitig auf Sommerreifen umzurüsten. Dieser wetterbedingte Verschiebungseffekt stützte die positive Umsatzentwicklung im ersten Quartal zusätzlich.

Im Q2 19 erlöste die Gruppe einen Umsatz von 162 Mio. €, ein Rückgang um 9,6 % (Q2 18: 180 Mio. €). Aufgrund vergleichsweise milder Temperaturen Ende März hat sich der Beginn des Sommerreifengeschäfts in diesem Jahr in das erste Quartal vorgeschoben. Zwar erreichte das Sommerreifengeschäft in den klassischen Umrüstländern nach Ostern Ende April eine zweite Saisonspitze, jedoch reichte diese nicht aus, um die marktbedingt schwächere Nachfrage im Rest von Europa im weiteren Verlauf des zweiten Quartals zu kompensieren.

Regionale Verteilung

Das Unternehmen ist weltweit in 73 Ländern tätig, wobei ein Großteil der Umsätze in den Ländern der EU erlöst wird. Insgesamt wurden hier im Berichtszeitraum 211 Mio. € (H1 18: 223 Mio. €, -5,1 %) erzielt. Auf die Nicht-EU-Länder entfiel in H1 19 ein Umsatz von 73,3 Mio. € (H1 18: 67,8 Mio. €, +8,1 %). Der Anstieg in den Nicht-EU-Ländern resultiert im Wesentlichen aus einer positiven Umsatzentwicklung in den USA.

Umsatz nach Regionen
in Tsd. €

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H1'19 % +% H1'18 % +%
Umsatz 284.561 100,0 -2,0 290.506 100,0 -2,2
Regionen





EU 211.251 74,2 -5,1 222.689 76,7 -2,4
Rest 73.310 25,8 8,1 67.817 23,3 -1,6


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H1'17 %
Umsatz 297.094 100,0
Regionen

EU 228.140 76,8
Rest 68.954 23,2


Kundenzahlen

Bei den nachfolgend dargestellten Kundenzahlen handelt es sich um die Kundenzahlen in unserem Kerngeschäft - dem Onlinehandel mit Reifen und Autoersatzteilen in Europa. In den ersten sechs Monaten 2019 haben 497 Tausend Bestandskunden (H1 18: 506 Tausend, -1,8 %) zum wiederholten Mal Reifen und Autoersatzteile in einem der Onlineshops der Delticom-Gruppe gekauft. Der Rückgang in den Wiederkäufern vollzog sich im Wesentlichen in unserem Kerngeschäft - dem Ersatzreifengeschäft mit privaten Endkunden. Unserer Einschätzung nach basiert diese Entwicklung unter anderem auf dem Trend in Richtung Ganzjahresreifen, der sich kurzfristig auf die Wiederkaufsraten auswirkt. Wer Ganzjahresreifen gekauft hat, benötigt in den nächsten 2-4 Jahren, in Abhängigkeit des individuellen Fahrverhaltens, keine neuen Reifen. Durch die zunehmende Ganzjahresreifennachfrage wird sich der Ersatzzyklus unserer Einschätzung nach allerdings verkürzen, sodass wir die Kunden schneller wieder in einem unserer Onlineshops werden begrüßen können.

Insgesamt konnten im H1 19 616 Tausend Neukunden (H1 18: 601 Tausend, +2,5 %) über unsere Reifen- und Autoteileshops in Europa gewonnen werden. Diese Entwicklung basiert im Wesentlichen auf den in den zurückliegenden Monaten ergriffenen Maßnahmen zur Effizienzsteigerung der Marketingaktivitäten. Seit Unternehmensgründung haben damit mehr als 14 Mio. Kunden in unseren Onlineshops eingekauft. Auf Halbjahressicht liegt die Anzahl der aktiven Käufer (Neukunden und Wiederkäufer - letztere werden nur einmal gezählt, unabhängig von der Anzahl der Käufe im H1 19) um 0,5 % unter dem Vergleichszeitraum.

Wesentliche Aufwandspositionen

Materialaufwand

Die größte Aufwandsposition ist der Materialaufwand, in dem die Einstandspreise für die verkauften Waren (vorwiegend Reifen) erfasst werden. Er betrug im Berichtszeitraum 222 Mio. € (H1 18: 228 Mio. €, -2,4 %).

Personalaufwand

Im Durchschnitt beschäftigte das Unternehmen in den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres 281 Mitarbeiter (H1 18: 185). Aufgrund der Akquisition von Allyouneed Fresh Anfang November 2018 hat sich die durchschnittliche Mitarbeiteranzahl der Delticom-Gruppe im Vergleich zum Vorjahr deutlich erhöht. Der Personalaufwand belief sich im Berichtszeitraum auf 9,3 Mio. € (H1 18: 6,1 Mio. €, +53,5 %). Während zum Zeitpunkt der Akquisition insgesamt 110 Mitarbeiter bei Allyouneed Fresh beschäftigt gewesen sind, wurde der Personalbestand im Zuge der Restrukturierung im H1 19 schrittweise reduziert und lag Ende Juni 2019 bei 35 Mitarbeitern. Darüber hinaus hat die Gesellschaft zusätzliches Lagerpersonal eingestellt, welches zuvor über Leih- und Zeitarbeit für Delticom tätig war. Die Personalaufwandsquote (Verhältnis von Personalaufwand zu Umsatzerlösen) belief sich im H1 19 auf 3,3 % (H1 18: 2,1 %).

Transportkosten

Größte Einzelposition innerhalb der sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind die Transportkosten. Trotz des Absatzrückgangs beliefen sich diese im Berichtszeitraum auf 28,9 Mio. € nach 24,8 Mio. € im Vergleichszeitraum (+16,3 %). Der Anstieg der Transportkosten im Vorjahresvergleich resultiert zum einen aus der im H1 18 durchgeführten Korrektur zu hoch ausgewiesener Transportkosten für die Jahre 2016 und 2017. Zum anderen bedingt sich die Kostensteigerung durch den Länder-Mix im Umsatz und der damit einhergehenden Distanz der Lieferwege. Der Anteil der Transportkosten am Umsatz belief sich im Berichtszeitraum auf 10,1 % (H1 18: 8,5 %).

Kosten der Lagerhaltung

Die Lagerhaltungskosten betrugen 5,1 Mio. €, nach 4,0 Mio. € im H1 18. Der Anstieg um 27,2 % begründet sich hauptsächlich durch Umlagerungskosten im Zusammenhang mit der Schließung, Umlagerung und Eröffnung neuer Lager.

Mieten und Betriebskosten

Der Aufwand für Mieten und Betriebskosten verringerte sich im Berichtszeitraum von 3,4 Mio. € im Vorjahr um 47,1 % auf 1,8 Mio. €. Der Rückgang resultiert vornehmlich aus der erstmaligen Anwendung des IFRS 16 zum 01. Januar 2019. Leasingverpflichtungen werden nun entsprechend bilanziert, sodass die Mietaufwendungen für die Operate-Lease-Verhältnisse vor allem in den Abschreibungen enthalten sind.

Marketing

Im Berichtszeitraum wurden 13,7 Mio. € (H1 18: 13,1 Mio. €, +4,5 %) für Marketing aufgewendet. Den Anstieg gegenüber Vorjahr begründen insbesondere höhere Verkaufsprovisionen und Listing-Gebühren für Online-Marktplätze, über welche Delticom neben den reinen Onlineshops ihre Produkte zunehmend vertreibt. Der Marketingaufwand im Verhältnis zum Umsatz betrug 4,8 % (H1 18: 4,5 %). Eingeleitete Maßnahmen zur Effizienzsteigerung der Marketingaktivitäten zeigten im weiteren Verlauf des Berichtszeitraums erste Wirkungen, sodass sich der Marketingaufwand im Verhältnis zum Umsatz von 5,0 % im Q1 19 auf 4,6 % im Q2 19 verringerte.

Abschreibungen

Die Abschreibungen betrugen im Berichtszeitraum 6,8 Mio. € nach 3,6 Mio. € im H1 18. Der Anstieg um 88,0 % resultiert im Wesentlichen aus den Neuregelungen im Zuge der erstmaligen Anwendung von IFRS 16 - Leasingverhältnisse zum 01. Januar 2019.

Finanzen und Recht

Der Aufwand für Finanzen und Recht belief sich im Berichtszeitraum auf 3,2 Mio. €, nach 2,6 Mio. € im Vorjahr (+25,6 %). Der Anstieg resultiert im Wesentlichen aus Mehrkosten im Zusammenhang mit der verzögerten Jahresabschlussprüfung.

Ergebnisentwicklung

Bruttomarge

Das Unternehmen erzielte im Berichtszeitraum eine Bruttomarge von 21,9 %, nach 21,7 % im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Trotz eines schwierigen Marktumfelds ist es der Gesellschaft gelungen, die Bruttomarge im Vorjahresvergleich konstant zu halten.

Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge stiegen im Berichtszeitraum um 3,8 % auf 14,5 Mio. € (H1 18: 13,9 Mio. €). Hierbei handelt es sich mit 1,3 Mio. € um Gewinne aus Währungskursdifferenzen (H1 18: 2,0 Mio. €, -34,4 %). Währungsverluste weist Delticom innerhalb der sonstigen betrieblichen Aufwendungen aus. Sie betrugen im H1 19 insgesamt 1,4 Mio. € (H1 18: 1,5 Mio. €). Der Saldo aus Währungsgewinnen und -verlusten belief sich im Berichtszeitraum auf -0,1 Mio. € (H1 18: 0,4 Mio. €).

Rohertrag

Der Rohertrag ist mit 76,9 Mio. € im Vorjahresvergleich nahezu unverändert (H1 18: 76,9 Mio. €). Im Verhältnis zur Gesamtleistung in Höhe von 299 Mio. € (H1 18: 304 Mio. €) betrug der Rohertrag 25,7 % (H1 18: 25,3 %).

EBITDA

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) belief sich im Berichtszeitraum auf -3,7 Mio. € (H1 18: 6,8 Mio. €, -154 %). Dies entspricht einer EBITDA-Marge von -1,3 % (H1 18: 2,3 %). Die erhöhte Kostenbasis im ersten Halbjahr 2019 resultiert im Wesentlichen aus der Akquisition von Allyouneed Fresh im letzten Viertel des vorangegangenen Geschäftsjahres. Da Allyouneed Fresh aktuell noch keinen positiven Ergebnisbeitrag liefert, ergibt sich im Vorjahresvergleich im Gesamtkonzern ein entsprechender Ergebniseffekt. Der in Berlin laufende Restrukturierungsprozess wird bis zum Ende des laufenden Jahres abgeschlossen sein.

Die Umstrukturierung von Lägern und der Anstieg der Transportkosten wirken im Berichtszeitraum zudem ergebnisbelastend. Die ergriffenen Maßnahmen zur Effizienzsteigerung der Marketingaktivitäten mit dem Ziel der Kostensenkung entfalten seit dem zweiten Quartal die entsprechende Wirkung. Der Kostenanstieg im ersten Quartal konnte bis zur Jahresmitte dennoch nicht vollständig kompensiert werden. Ein positiver Effekt auf das operative Ergebnis vor Abschreibungen entsteht aus der erstmaligen Anwendung des IFRS 16 durch die Umgliederung von Mietaufwendungen in Abschreibungen.

EBIT

Das EBIT sank im Berichtszeitraum um 426 % auf -10,5 Mio. € (H1 18: 3,2 Mio. €). Dies entspricht einer Umsatzrendite in Höhe von -3,7 % (EBIT in Prozent vom Umsatz, H1 18: 1,1 %).

Finanzergebnis

Der Finanzertrag belief sich für die ersten sechs Monate auf 14 Tsd. € (H1 18: 13 Tsd. €). Dem stand ein Finanzaufwand von 369 Tsd. € gegenüber (H1 18: 260 Tsd. €). Insgesamt betrug das Finanzergebnis -356 Tsd. € (H1 18: -246 Tsd. €).

Ertragsteuern

Das Steuerergebnis für die ersten sechs Monate belief sich auf 2,9 Mio. € (H1 18: -1,0 Mio. €) und betrifft im Wesentlichen latente Steuern. Dies entspricht einer Steuerquote von 26,5 % (H1 18: 32,5 %).

Konzernergebnis

Das Konzernergebnis betrug im Berichtszeitraum -8,0 Mio. €, nach einem Vorjahreswert von 2,0 Mio. €. Das Ergebnis je Aktie belief sich auf -0,64 € (H1 18: 0,16 €).

Die Tabelle Verkürzte GuV fasst wesentliche Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung im Mehrjahresvergleich zusammen.

Verkürzte GuV

in Tsd. €

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H1'19 % +% H1'18 % +%
Umsatz 284.561 100,0 -2,0 290.506 100,0 -2,2
Sonstige betriebliche Erträge 14.473 5,1 3,8 13.943 4,8 14,6
Gesamtleistung 299.034 105,1 -1,8 304.449 104,8 -1,6
Materialaufwand -222.150 -78,1 -2,4 -227.506 -78,3 -3,1
Rohertrag 76.884 27,0 -0,1 76.943 26,5 3,4
Personalaufwand -9.332 -3,3 53,5 -6.078 -2,1 15,8
Sonstige betriebliche Aufwendungen -71.227 -25,0 11,2 -64.040 -22,0 -0,2
EBITDA -3.674 -1,3 -153,8 6.825 2,3 37,1
Abschreibungen -6.795 -2,4 88,0 -3.615 -1,2 -0,5
EBIT -10.469 -3,7 -426,2 3.209 1,1 138,4
Finanzergebnis (netto) -356 -0,1 44,4 -246 -0,1 40,6
EBT -10.825 -3,8 -465,3 2.963 1,0 153,1
Ertragsteuern 2.864 1,0 -397,0 -964 -0,3 159,6
Konzernergebnis -7.961 -2,8 -498,3 1.999 0,7 150,0


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H1'17 %
Umsatz 297.094 100,0
Sonstige betriebliche Erträge 12.161 4,1
Gesamtleistung 309.255 104,1
Materialaufwand -234.835 -79,0
Rohertrag 74.420 25,0
Personalaufwand -5.247 -1,8
Sonstige betriebliche Aufwendungen -64.193 -21,6
EBITDA 4.979 1,7
Abschreibungen -3.633 -1,2
EBIT 1.346 0,5
Finanzergebnis (netto) -175 -0,1
EBT 1.171 0,4
Ertragsteuern -371 -0,1
Konzernergebnis 800 0,3


Finanz- und Vermögenslage

Bilanz

Zum Stichtag 30.06.2019 betrug die Bilanzsumme 258 Mio. € (31.12.2018: 233 Mio. €, 30.06.2018: 220 Mio. €).

Anlagevermögen

Der Anstieg des Anlagevermögens im Berichtszeitraum von 81,4 Mio. € am 31.12.2018 um 22,3 Mio. € auf 104 Mio. € resultiert im Wesentlichen aus der erstmaligen Anwendung von IFRS 16 zum 01. Januar 2019. Bestehende Operate-Lease-Verhältnisse mit einem Nutzungswert von rund 26 Mio € wurden zum 01. Januar 2019 folglich aktiviert.

Vorräte

Größte Position im kurzfristig gebundenen Vermögen sind die Vorräte. Seit Jahresanfang haben sich die Bestände um 0,4 Mio. € auf 99,2 Mio. € verringert (31.12.2018: 99,6 Mio. €).

Im Stichtagsvergleich fallen die Vorräte um 5,4 Mio. € höher aus (30.06.2018: 93,8 Mio. €). Dies resultiert zum einen aus dem Absatzrückgang im Geschäft mit Sommerreifen im H1 19, wodurch der Bestand an Sommerreifen im Vorjahresvergleich leicht höher ausfällt. Zudem hat die Gesellschaft in diesem Jahr aufgrund erweiterter Lagerkapazitäten etwas früher mit der Winterbevorratung begonnen. Der Anteil der Vorräte an der Bilanzsumme belief sich zum 30.06.2019 auf 38,4 % (31.12.2018: 42,8 %, 30.06.2018: 42,6 %).

Forderungen

Die Forderungen folgen üblicherweise der Saisonkurve, allerdings sind Stichtagseffekte unvermeidbar. Der Forderungsbestand belief sich zum zurückliegenden Quartalsende auf 43,2 Mio. € (31.12.2018: 43,7 Mio. €, 30.06.2018: 43,0 Mio. €). Hierbei handelt es sich mit 20,0 Mio. € um Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (31.12.2018: 24,3 Mio. €, 30.06.2018: 25,0 Mio. €).

Verbindlichkeiten

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen wurden seit Jahresanfang

von 131 Mio. € um 24,5 Mio. € auf 107 Mio. € verringert. Im Stichtagsvergleich fallen die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen um 18,9 Mio. € höher aus (30.06.2018: 88,1 Mio. €). Im letzten Jahr hatte die Gesellschaft aufgrund der schwierigen Marktsituation einen Teil der zu Ende Juni fälligen Verbindlichkeiten noch vor dem Bilanzstichtag an die Lieferanten beglichen. Im laufenden Jahr hingegen wurden die eingeräumten Zahlungsziele verstärkt genutzt. Der Anteil der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen an der Bilanzsumme betrug 41,4 % (31.12.2018: 56,5 %, 30.06.2018: 40,0 %).

Verkürzte Konzernbilanz

in Tsd. €

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30.06.19 % +% 31.12.18 % 30.06.18
Aktiva





Langfristige Vermögenswerte 111.920 43,4 30,4 85.858 36,9 79.357
Anlagevermögen 103.693 40,2 27,4 81.369 35,0 74.104
sonstige Vermögenswerte 8.227 3,2 83,2 4.490 1,9 5.253
Kurzfristige Vermögenswerte 146.168 56,6 -0,3 146.677 63,1 140.737
Vorräte 99.169 38,4 -0,4 99.586 42,8 93.784
Forderungen 43.200 16,7 -1,1 43.687 18,8 42.977
Liquidität 3.799 1,5 11,6 3.404 1,5 3.976
Bilanzsumme 258.088 100,0 11,0 232.535 100,0 220.094
Passiva





Langfristige Finanzierungsmittel 67.214 26,0 19,0 56.490 24,3 60.680
Eigenkapital 41.013 15,9 -16,7 49.254 21,2 53.337
langfristige Schulden 26.200 10,2 262,1 7.236 3,1 7.343
Rückstellungen 308 0,1 22,0 252 0,1 191
Verbindlichkeiten 25.559 9,9 290,4 6.547 2,8 6.723
Andere langfristige Verbindlichkeiten 334 0,1 -23,5 437 0,2 429
Kurzfristige Schulden 190.874 74,0 8,4 176.045 75,7 159.414
Rückstellungen 822 0,3 -38,2 1.330 0,6 1.365
Verbindlichkeiten 190.052 73,6 8,8 174.715 75,1 158.049
Bilanzsumme 258.088 100,0 11,0 232.535 100,0 220.094


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%
Aktiva
Langfristige Vermögenswerte 36,1
Anlagevermögen 33,7
sonstige Vermögenswerte 2,4
Kurzfristige Vermögenswerte 63,9
Vorräte 42,6
Forderungen 19,5
Liquidität 1,8
Bilanzsumme 100,0
Passiva
Langfristige Finanzierungsmittel 27,6
Eigenkapital 24,2
langfristige Schulden 3,3
Rückstellungen 0,1
Verbindlichkeiten 3,1
Andere langfristige Verbindlichkeiten 0,2
Kurzfristige Schulden 72,4
Rückstellungen 0,6
Verbindlichkeiten 71,8
Bilanzsumme 100,0


Liquidität

Die flüssigen Mittel beliefen sich zum 30.06.2019 auf 3,8 Mio. € (31.12.2018: 3,4 Mio. €, 30.06.2018: 4,0 Mio. €). Delticom hat im Berichtszeitraum verstärkt vorhandene Kreditlinien zur unterjährigen Finanzierung des Working Capitals in Anspruch genommen. Die Netto-Liquidität (Liquidität abzüglich kurzfristiger Finanzschulden) belief sich zum Stichtag 30.06.2019 dementsprechend auf -63,9 Mio. € (31.12.2018: -23,7 Mio. €, 30.06.2018: -51,6 Mio. €). Aufgrund der Saisonalität des Geschäfts und der Zahlungsziele im Reifenhandel ist die Kreditlinien-Inanspruchnahme zur Jahresmitte typischerweise am höchsten.

Cashflow

Laufende Geschäftstätigkeit

Aufgrund der Entwicklung im Working Capital verbesserte sich der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit für H1 19 auf -25,3 Mio. € (H1 18: -41,3 Mio. €).

Investitionen

Die Investitionen in Sachanlagen beliefen sich im H1 19 auf 1,5 Mio. € (H1 18: 2,2 Mio. €). Hierbei handelt es sich hauptsächlich um Lagerausstattungsinvestitionen. Darüber hinaus hat Delticom im Berichtszeitraum 2,2 Mio. € in immaterielle Vermögenswerte investiert (H1 18: 1,0 Mio. €). Im Ergebnis betrug der Cashflow aus Investitionstätigkeit -3,6 Mio. € (H1 18: -3,2 Mio. €).

Finanzierungstätigkeit

Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit betrug im Berichtszeitraum insgesamt 29,4 Mio. €. Dieser resultiert zum einen aus Einzahlungen aus der Aufnahme kurzfristiger Finanzschulden aus Kontokorrent in Höhe von 35,4 Mio. €. Die Tilgung von Finanzschulden in Höhe von 6,0 Mio. € beinhaltet neben der Rückführung bestehender Darlehen insbesondere die Tilgung von Leasingverbindlichkeiten in Zusammenhang mit der erstmaligen Anwendung von IFRS 16 zum 01. Januar 2019.

Organisation

Konzernstruktur

Nachfolgend werden die Tochterunternehmen aufgeführt, die im Konzernabschluss zum 30.06.2019 vollkonsolidiert sind:

All you need GmbH, Berlin (Deutschland)

DeltiCar SAS, Paris (Frankreich)

Delticom North America Inc., Benicia (Kalifornien, USA)

Delticom OE S.r.l., Timisoara (Rumänien)

Delticom Japan GK (Tokio, Japan) - zu 100 % im Besitz der Delticom OE SRL

Delticom TOV, Lwiw (Ukraine)

Delticom Russia OOO, Moskau (Russland)

Deltiparts GmbH, Hannover (Deutschland)

•DeltiStorage GmbH, Hannover (Deutschland)

DeltiLog Ltd., Oxford (Großbritannien)

DeltiLog GmbH, Hannover (Deutschland)

Extor GmbH, Hannover (Deutschland)

Giga GmbH, Hamburg (Deutschland)

Gigatires LLC, Benicia, (Kalifornien, USA)

Gourmondo Food GmbH, München (Deutschland)

MobileMech GmbH, Hannover (Deutschland)

Pnebo Gesellschaft für Reifengroßhandel und Logistik mbH, Hannover (Deutschland)

Ringway GmbH, Hannover (Deutschland)

Tireseasy LLC, Wilmington (Delaware, USA)

Tirendo Deutschland GmbH, Berlin (Deutschland)

Tirendo Holding GmbH, Berlin (Deutschland)

Toroleo Tyres GmbH, Gadebusch (Deutschland)

Toroleo Tyres TT GmbH und Co.KG, Gadebusch (Deutschland)

TyresNET GmbH, München (Deutschland)

Nachtragsbericht

Nach Abschluss des Berichtszeitraums gab es keine Vorgänge von besonderer Bedeutung.

Risikobericht

Als international tätiges Unternehmen ist Delticom Risiken unterschiedlichster Art ausgesetzt. Um diese rechtzeitig erkennen, bewerten und entsprechende Gegenmaßnahmen einleiten zu können, haben wir frühzeitig ein Risikomanagementsystem etabliert und hierzu eine unternehmensweite Richtlinie zur Risikofrüherkennung und zum Risikomanagement verabschiedet. Darstellungen zum Risikomanagement und eine Liste wesentlicher Einzelrisiken und -chancen finden sich im Geschäftsbericht für das Geschäftsjahr 2018 auf Seite 67ff.

Gegenüber der Darstellung im Geschäftsbericht 2018 hat sich die Risikoposition nicht wesentlich geändert. Bestandsgefährdende Einzelrisiken existieren nicht, und die Gesamtsumme der Risiken stellt keine Gefahr für den Fortbestand der Gesellschaft dar.

Prognosebericht

Gesamtwirtschaftliche Entwicklungen

Angesichts des eskalierenden Handelskonflikts zwischen den USA und China rechnen Experten in den kommenden Monaten mit einer Abkühlung der globalen Konjunktur. Führende Wirtschaftsforschungsinstitute hatten zuletzt ihre Prognosen für das Wachstum der Weltwirtschaft in diesem Jahr erneut gesenkt. Die nach wie vor ungeklärten Modalitäten hinsichtlich des Ausscheidens Großbritanniens aus der Europäischen Union könnten zusätzlich einen hemmenden Einfluss auf die Konjunktur in der Eurozone haben, sodass hier ein gedämpfter wirtschaftlicher Aufschwung prognostiziert wird. Vor diesem Hintergrund soll sich auch das Konjunkturtempo in Deutschland 2019 weiter verlangsamen. Dessen ungeachtet wird die deutsche Konjunktur in diesem Jahr erneut von der robusten Binnennachfrage profitieren. In Anbetracht einer guten Arbeitsmarktlage sowie einer positiven Einkommensentwicklung soll der private Konsum kräftig steigen. Darüber hinaus wird in der Baubranche mit einer Fortsetzung des Booms gerechnet.

Branchenspezifische Entwicklungen

Reifenhandel

Das europäische Ersatzreifengeschäft zeigte sich in der ersten Jahreshälfte im Vorjahresvergleich schwach. Experten sehen als Gründe sowohl die gesamtwirtschaftliche Entwicklung als auch die Pkw-Neuzulassungszahlen. Zudem hält der seit geraumer Zeit andauernde Konsolidierungsprozess im europäischen Reifenhandel nach wie vor an. Hinsichtlich der Frage, ob oder inwieweit der europäische Reifenersatzmarkt in der zweiten Jahreshälfte von einer Trendwende profitieren kann, fehlt es derzeit an Visibilität.

E-Commerce

Der generelle Trend Richtung E-Commerce wird auch weiterhin zunehmen. Laut Global Digital Report 2019 nutzen heutzutage bereits rund 4,4 Milliarden Menschen und damit knapp 60 % der Weltbevölkerung das Internet, ein Anstieg um 9,1 % gegenüber 2018. In Europa, dem Kernmarkt der Delticom, liegt die Nutzungsrate sogar bei 86 %. Auch die im Internet verbrachte Zeit nimmt zu: Hierzulande ist der durchschnittliche Internetnutzer inzwischen täglich gut 2,5 Stunden online unterwegs. Und 98 % der deutschen Internetnutzer kaufen mittlerweile online ein, drei von vier sogar mehrmals im Monat.

Für den deutschen E-Commerce rechnet der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland e. V. (bevh) in diesem Jahr mit einem Umsatzzuwachs von 10,5 % auf rund 72 Mrd. €. Als Europas führender Onlinehändler für Reifen und Autozubehör und Experte auf dem Gebiet effizienter Lagerlogistik wird Delticom auch zukünftig vom E-Commerce-Trend profitieren.

Prognose unverändert

Aufgrund der schwachen Marktentwicklung liegt die Geschäftsentwicklung im ersten Halbjahr 2019 hinter den Erwartungen zurück. In den zurückliegenden Monaten hat Delticom Maßnahmen zur Effizienzsteigerung hauptsächlich im Marketing und in der Lagerlogistik mit dem Ziel der Kostensenkung ergriffen und verzeichnete in den letzten Monaten eine positive Entwicklung. Zudem werden die planmäßigen Restrukturierungskosten von Allyouneed Fresh im zweiten Halbjahr 2019 deutlich geringer ausfallen als im Berichtszeitraum. Auch in diesem Jahr wird das Wintergeschäft im vierten Quartal für die Entwicklung im Gesamtjahr maßgeblich sein. Für das zweite Halbjahr rechnen wir mit einem positiven Absatztrend.

Vor diesem Hintergrund erwarten wir weiterhin, einen Gesamtjahresumsatz in einer Spanne zwischen 660 Mio. € und 690 Mio. €, einhergehend mit einem EBITDA zwischen 8 Mio. € und 12,5 Mio. € erreichen zu können.

Neukunden

Dank unseres Multi-Shop-Ansatzes sprechen wir verschiedene Kundensegmente an, um das Marktpotenzial optimal abzuschöpfen. Aufgrund unseres stets wachsenden Produkt- und Serviceangebots sowie der voranschreitenden internationalen Ausrichtung unseres Geschäfts gehen wir davon aus, auch im laufenden Geschäftsjahr wieder mehr als 1 Mio. Neukunden von den Vorteilen eines Kaufs in einem der Onlineshops der Delticom überzeugen zu können.

Wiederkäufer

Aufgrund des mehrjährigen Ersatzzyklus sind wir zuversichtlich, einen Teil der über die letzten Jahre gewonnenen Neukunden in den kommenden Monaten als Wiederkäufer in unseren Shops begrüßen zu können.

Liquidität

Entsprechend unserer Umsatzplanung für das laufende Jahr werden wir in den kommenden Monaten den Lagerauf- bzw. -abbau gestalten. Zum Jahresende hin sollten sich Cashflow und Liquidität ähnlich wie in 2018 entwickeln.

Investitionen

Für das laufende Jahr planen wir, in die Erweiterung und technische Ausstattungunserer Lagerinfrastruktur zu investieren. Darüber hinaus werden wir auch Softwareinvestitionen tätigen. Die Höhe der Investitionen im Gesamtjahr wird sich zwischen 5 Mio. € und 10 Mio. € belaufen. Dazu ist geplant, über Leasing und Verkäufe den Investitionsbetrag wieder auszugleichen.

Konzernzwischenabschluss der Delticom AG

Konzern Gewinn-und-Verlust-Rechnung

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in Tausend € 01.01.2019 - 30.06.2019
01.01.2018 - 30.06.2018
Umsatz 284.561 290.506
Sonstige betriebliche Erträge 14.473 13.943
Gesamtleistung 299.034 304.449
Materialaufwand -222.150 -227.506
Rohertrag 76.884 76.943
Personalaufwand -9.332 -6.078
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen -6.795 -3.615
Sonstige betriebliche Aufwendungen -71.227 -64.040
Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern (EBIT) -10.469 3.209
Finanzaufwand -369 -260
Finanzertrag 14 13
Finanzergebnis (netto) -356 -246
Ergebnis von Steuern (EBT) -10.825 2.963
Steuern vom Einkommen und Ertrag 2.864 -964
Konzernergebnis -7.961 1.999
davon entfallen auf:

Anteile in Fremdbesitz -103 -112
Gesellschafter des Mutterunternehmens -7.858 2.111
unverwässertes Ergebnis je Aktie -0,64 0,16
verwässertes Ergebnis je Aktie -0,64 0,16


Gesamtergebnisrechnung

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in Tausend € 01.01.2019 - 30.06.2019
01.01.2018 - 30.06.2018
Konzernergebnis -7.961 1.999
Direkt im Eigenkapital erfasste Veränderungen des Geschäftsjahres

Summe der erfolgsneutrale erfassten Erträge und Aufwendungen -280 217
Wertänderung, die künftig über die Gewinn-und-Verlust-Rechnung umgegegliedert werden

Veränderungen aus der Währungsumrechnung -280 175
Net Investment Hedge Reserve

Zeitwertänderung direkt im Eigenkaptal erfasst 0 21
Latente Steuern auf Net Investment Hedge Reserve 0 22
Gesamtergebnis der Periode -8.241 2.216
Auf Anteile im Fremdbesitz entfallendes Gesamtergebnis -157 -116
Gesamtergebnis den Anteilseignern zuzurechnen -8.084 2.332


Konzernbilanz

Aktiva

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in Tausend € 30.06.2019 31.12.2018
Langfristige Vermögenswerte 111.920 85.858

Immaterielle Vermögenswerte 82.964 59.671

Sachanlagen 20.721 21.688

Finanzanlagen 7 10

nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlagen 0 0

sonstige Finanzanlagen 7 10

Latente Steueransprüche 6.884 4.033

Sonstige langfristige Forderungen 1.343 457
Kurzfristige Vermögenswerte 146.168 146.677

Vorräte 99.169 99.586

Forderungen aus Lieferung und Leistung 20.036 24.283

Sonstige Vermögenswerte 14.252 12.753

Ertragsteuerforderungen 8.912 6.650

Flüssige Mittel 3.799 3.404
Summe Vermögenswerte 258.088 232.535


Passiva

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in Tausend € 30.06.2019 31.12.2018
Eigenkapital 41.013 49.254

Eigenkapital der Anteilseigner der Delticom AG 41.064 49.148

Gezeichnetes Kapital 12.463 12.463

Kapitalrücklage 33.739 33.739

Aktienoptionsprogramm 103 103

Direkt im Eigenkapital erfasste Aufwendungen und Erträge 96 374

Gewinnrücklagen 200 200

Konzernbilanzgewinn -5.535 2.269

Anteile von Minderheiten am Eigenkapital -51 106
Summe Schulden 217.075 183.281

Langfristige Schulden 26.200 7.236

Langfristige Finanzschulden 22.861 3.750

Langfristige Rückstellungen 308 252

Latente Steuerverbindlichkeiten 2.697 2.797

Andere langfristige Verbindlichkeiten 334 437

Kurzfristige Schulden 190.874 176.045

Steüerrückstellüngen 235 401

Sonstige kürzfristige Rückstellungen 588 929

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 106.956 131.408

Kurzfristige Finanzschulden 67.714 27.119

Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten 15.381 16.188
Summe Eigenkapital und Schulden 258.088 232.535


Konzernkapitalflussrechnung

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in Tausend € 01.01.2019 - 30.06.2019
01.01.2018 - 30.06.2018
Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern (EBIT) -10.469 3.209

Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen 6.795 3.615

Veränderung der sonstigen Rückstellungen -285 -249

Veränderung der Vorräte 417 -13.973

Veränderungen der Forderungen aLuL sowie anderer Aktiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind 2.144 -4.343

Veränderungen der Verbindlichkeiten aLuL sowie anderer Passiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind -21.168 -24.565

Erhaltene Zinsen 14 13

Gezahlte Zinsen -284 -260

Gezahlte Ertragsteuern -2.507 -4.769
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit -25.343 -41.321

Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlagevermögen -1.470 -2.207

Auszahlungen für Investitionen in die immateriellen Vermögenswerte -2.175 -981

Auszahlung für den Erwerb konsolidierter Tochterunternehmen (abzüglich erworbener liquider Mittel) 0 0
Cashflow aus Investitionstätigkeit -3.645 -3.188

Gezahlte Dividenden der Delticom AG 0 -1.246

Aufnahme von Finanzschulden 35.408 46.682

Tilgung von Finanzschulden -6.020 -833
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit 29.388 44.603

Wechselkursbedingte Veränderungen des Finanzmittelbestands -5 0

Finanzmittelbestand am Anfang der Periode 3.404 3.881

Zahlungswirksame Veränderungen des Finanzmittelbestands 395 95
Finanzmittelbestand am Ende der Periode 3.799 3.976


Eigenkapitalveränderungsrechnung

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in Tausend € Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage Währungsumrechnungsrücklage Net Investment Hedge Reserve Aktien optionsplan Gewinnrücklagen
Stand 1. Januar 2018 12.463 33.739 215 16 71 200







Ausgleich des Unterschiedsbetrags aus dem Erwerb von





Minderheitenanteilen





Gezahlte Dividende





Aktienoptionen 0


17
Konzernergebnis





Sonstiges Ergebnis nach Steuern

175 42

Gesamtergebnis nach Steuern

175 42

Stand am 30. Juni 2018 12.463 33.739 390 58 88 200
Stand am 1. Januar 2019 12.463 33.739 374 0 103 200
Konzernergebnis





Sonstiges Ergebnis nach Steuern

-280 0

Gesamtergebnis nach Steuern

-280 0

Stand am 30. Juni 2019 12.463 33.739 94 0 103 200


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in Tausend € Konzernbilanzgewinn Summe Anteile in Fremdbesitz Summe Eigenkapital
Stand 1. Januar 2018 5.651 52.355 585 52.940





Ausgleich des Unterschiedsbetrags aus dem Erwerb von -604 -604 14 -590
Minderheitenanteilen



Gezahlte Dividende -1.246 -1.246
-1.246
Aktienoptionen
17 0 17
Konzernergebnis 2.111 2.111 -112 1.999
Sonstiges Ergebnis nach Steuern 4 221 -4 217
Gesamtergebnis nach Steuern 2.115 2.332 -116 2.216
Stand am 30. Juni 2018 5.916 52.854 483 53.337
Stand am 1. Januar 2019 2.269 49.148 106 49.254
Konzernergebnis -7.961 -7.961 -103 -8.064
Sonstiges Ergebnis nach Steuern 157 -123 -54 -177
Gesamtergebnis nach Steuern -7.804 -8.084 -157 -8.241
Stand am 30. Juni 2019 -5.535 41.064 -51 41.013


Konzernanhang der Delticom AG

Berichtsunternehmen

Die Delticom AG (nachfolgend "AG" genannt) ist die Muttergesellschaft des Delticom-Konzerns (nachfolgend "Delticom" genannt). Die AG ist im Handelsregister des Amtsgerichts Hannover mit der Registernummer HRB58026 eingetragen. Die Anschrift der AG lautet 30169 Hannover, Brühlstraße 11, Deutschland.

Delticom ist Europas führendes E-Commerce-Unternehmen für Reifen und Autozubehör sowie Spezialist im eFood und Experte auf dem Gebiet effizienter Lagerlogistik. Die Produktpalette für Privat- und Geschäftskunden umfasst allein im Reifengeschäft mehr als 100 Marken und über 25.000 Modelle von Reifen für Pkw, Motorräder, Lkw, Nutzfahrzeuge und Busse sowie Kompletträder. Kunden können die bestellten Produkte zur Montage auch zu einem der weltweit rund 40.000 Servicepartner der Delticom AG schicken lassen.

Über 500.000 Autoteile und Zubehörartikel, darunter Motorenöle, Schneeketten oder Batterien, runden das Angebot ab. Mit dem Einstieg in den Online-Gebrauchtwagenhandel wurde das Angebot im Bereich Automotive vervollständigt. Damit hat sich die Delticom AG in diesem Bereich von einem klassischen Onlinehändler zu einem Online-Lösungsanbieter entwickelt. Im Bereich eFood bietet die Delticom AG ein umfassendes Sortiment aus rund 20.000 verschiedenen Lebensmitteln an. Mit der Akquisition der eFood- und Logistikgesellschaften im Jahr 2016 hat Delticom ihre Logistikkompetenz erweitert und einen wichtigen strategischen Schritt getätigt, um ihre Marktstellung im europäischen ECommerce zukünftig weiter auszubauen. Delticom ist nunmehr in der Lage, kleinteilige Waren effizient zu vermarkten, und erweitert mit Gourmondo ihr Produktangebot im E-Commerce.

Ausführliche Informationen über das Berichtsunternehmen sind im Lagebericht des Geschäftsberichts 2018 im Abschnitt Geschäftstätigkeit sowie im Abschnitt Organisation dargestellt.

Zahl der Mitarbeiter

Vom 01.01.2019 bis zum 30.06.2019 waren im Durchschnitt 281 Arbeitnehmer beschäftigt (davon im Durchschnitt 10 Auszubildende und Praktikanten). Diese Berechnung basiert auf der Anzahl der Beschäftigten unter Berücksichtigung der geleisteten Arbeitsstunden.

Saisonale Effekte

In Deutschland, aber auch in der Alpenregion und in Nordeuropa prägt der jahreszeitlich bedingte Wetterwechsel den Geschäftsverlauf im Reifenhandel. Weil die meisten Autofahrer ihre Winterreifen bereits mit dem ersten Schneefall und damit in den letzten Monaten eines Jahres kaufen, fällt das erste Quartal meist etwas schwächer aus. Das zweite Jahresviertel dagegen gibt sich traditionell umsatzstark: Oft sind die Temperaturen im April und Mai schon vergleichsweise hoch und das teils angenehm warme Wetter führt bei vielen Pkw-Fahrern zum Kauf neuer Sommerreifen.

Das dritte Quartal schließlich flacht typischerweise wieder etwas ab: Im Übergang vom Sommer auf das Winterreifengeschäft wird der Absatz etwas schwächer. In den meisten Ländern Europas zeigt sich das letzte Quartal dann meist auch als das umsatzstärkste. In der dunklen Jahreszeit werden die Straßenverhältnisse schwieriger, die Bremswege verlängern sich - und vielen Autofahrern wird die Notwendigkeit neuer Reifen ganz direkt bewusst. Wetterbedingte Verschiebungseffekte zwischen den Quartalen und Basiseffekte im Vergleich zum Vorjahr sind unvermeidlich.

Der Dezember, vor den Weihnachtstagen, ist im Lebensmittelgeschäft traditionell der höchste Umsatzzeitraum des Jahres.

Grundlagen der Rechnungslegung und Konsolidierung, Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Der vorliegende Halbjahresabschluss zum 30.06.2019 wurde nach den vom International Accounting Standards Board (IASB) verabschiedeten International Financial Reporting Standards (IFRS) für die Zwischenberichterstattung, wie sie in der Europäischen Union (EU) anzuwenden sind, erstellt. Zur Anwendung kamen alle am Abschlussstichtag gültigen und verpflichtend anzuwendenden IFRS Standards, insbesondere IAS 34 (Zwischenberichterstattung).

Nach IAS 34 sind in einem Zwischenfinanzbericht mindestens folgende Angaben erforderlich:

eine verkürzte Bilanz (Bilanz)

entweder (a), eine verkürzte Gesamtergebnisrechnung oder (b), eine verkürzte Gesamtergebnisrechnung und eine verkürzte Gewinn- und Verlustrechnung

eine verkürzte Aufstellung der Veränderungen des Eigenkapitals

eine verkürzte Kapitalflussrechnung

ausgewählte Erläuterungen

Der Zwischenabschluss enthält nicht alle für einen Konzernabschluss notwendigen Erläuterungen und Angaben und ist daher in Verbindung mit dem Konzernabschluss zum 31.12.2018 zu sehen. Der Geschäftsbericht 2018 steht auf der Unternehmenswebseite im Bereich Investor Relations bzw. unter nachfolgenden Link zum Download bereit:

www.delti.com/Investor_Relations/Delticom_Geschaeftsbericht_2018.pdf

Der beizulegende Zeitwert der vorhandenen Finanzinstrumente entspricht bei sämtlichen Bilanzpositionen näherungsweise dem Buchwert. Die Finanzinstrumente der Kategorie Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte in Höhe von 42 Tsd. € (31.12.2018: 42 Tsd. €) sowie der Kategorie Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Verbindlichkeiten in Höhe von 206 Tsd. € (31.12.2018: 30 Tsd. €) sind in der Fair Value-Hierarchie in Stufe 2 eingeordnet. Fair Values der Hierarchiestufe 3 liegen wie in Vorjahren nicht vor. Veränderungen der beizulegenden Zeitwerte wurden in der Erfolgsrechnung erfasst. Die Bewertung erfolgt unter Berücksichtigung von aktuellen EZB-Referenzkursen und Terminauf- bzw. -abschlägen.

Aufgrund der kurzfristigen Fälligkeiten für Zahlungen entspricht der Buchwert der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen dem beizulegenden Zeitwert. Die Ertragsteuern der Gewinn- und -Verlustrechnung werden im Zwischenabschluss nach IAS 34.30c mittels einer Steuerquote ermittelt und beinhalten im Wesentlichen einen Steuerertrag aus der Bilanzierung aktiver latenter Steuern.

Konsolidierungskreis

Der Konsolidierungskreis umfasst neben der Delticom AG als Obergesellschaft fünfzehn inländische und neun ausländische Tochtergesellschaften, die alle in den Zwischenabschluss vollkonsolidiert wurden.

Die nachfolgenden Gesellschaften wurden im laufenden Geschäftsjahr vollkonsolidiert:

All you need GmbH, Berlin (Deutschland)

DeltiCar SAS, Paris (Frankreich)

Delticom North America Inc., Benicia (Kalifornien, USA)

Delticom OE S.R.L., Timisoara (Rumänien)

Delticom Japan GK (Tokio, Japan) - zu 100 % im Besitz der Delticom OE SRL

Delticom TOV, Lwiw (Ukraine)

Delticom Russia OOO, Moskau (Russland)

Deltiparts GmbH, Hannover (Deutschland)

DeltiLog Ltd., Oxford (Großbritannien)

DeltiLog GmbH, Hannover (Deutschland)

DeltiStorage GmbH, Hannover (Deutschland)

Extor GmbH, Hannover (Deutschland)

Giga GmbH, Hamburg (Deutschland)

Gigatires LLC, Benicia (Kalifornien, USA)

Gourmondo Food GmbH, München (Deutschland)

MobileMech GmbH, Hannover (Deutschland)

Pnebo Gesellschaft für Reifengroßhandel und Logistik mbH, Hannover (Deutschland)

Ringway GmbH, Hannover (Deutschland)

Tireseasy LLC, Wilmington (Delaware, USA)

Tirendo Deutschland GmbH, Berlin (Deutschland)

Tirendo Holding GmbH, Berlin (Deutschland)

Toroleo Tyres GmbH, Gadebusch (Deutschland)

Toroleo Tyres TT GmbH und Co.KG Gadebusch (Deutschland)

TyresNET GmbH, München (Deutschland)

Änderungen wesentlicher Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die im vorliegenden Zwischenabschluss angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechen mit Ausnahme der nachfolgend beschriebenen Methoden denen des Konzernabschlusses der Gesellschaft zum 31.12.2018.

Die Änderungen der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden werden voraussichtlich auch im Konzernabschluss zum 31.12.2019 berücksichtigt. Der Konzern hat IFRS 16 Leasingverhältnisse ab dem 01.01.2019 erstmalig angewendet. Eine Reihe weiterer neuer Standards sind ab dem 01.01.2019 in Kraft, haben aber keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss.

IFRS 16 Leasingverhältnisse

Der am 13. Januar 2016 vom IASB veröffentlichte Standard ersetzt die bisherigen Standards und Interpretationen zu Leasingverhältnissen "IAS 17", "IFRIC 4", "SIC-15" und "SIC-27" und wurde mit Verkündung im Amtsblatt der EU am 31. Oktober 2017 in EU-Recht übernommen und ist für Geschäftsjahre beginnend am oder nach dem 1. Januar 2019 verpflichtend anzuwenden. Insbesondere für Leasingnehmer erfordert der neue Standard einen vollkommen neuen Ansatz für die bilanzielle Abbildung von Leasingverträgen. War nach IAS 17 für die bilanzielle Erfassung eines Leasingverhältnisses beim Leasingnehmer die Übertragung wesentlicher Chancen und Risiken am Leasingobjekt entscheidend, so ist nunmehr grundsätzlich jedes Leasingverhältnis beim Leasingnehmer als Finanzierungsvorgang in der Bilanz abzubilden. Für Leasinggeber sind die Bilanzierungsvorschriften insbesondere im Hinblick auf die weiterhin erforderliche Klassifizierung von Leasingverhältnissen dagegen weitgehend unverändert geblieben. Im Detail ergeben sich jedoch Unterschiede z. B. bei Unterleasingverhältnissen und Sale- und Leaseback- Transaktionen. Die Umstellung wurde bei der Delticom AG nach dem vereinfachten modifizierten retrospektiven Ansatz zum 1. Januar 2019 vorgenommen (IFRS 16.C5(b)). Bei der Erstanwendung von IFRS 16 bei Operating Leasing Verträgen wurde das Nutzungsrecht für den Leasingvermögenswert grundsätzlich mit dem Betrag der Leasingverbindlichkeit bewertet, dabei wurde der Zinssatz zum Zeitpunkt der erstmaligen Anwendung angewendet (IFRS 16.C8(b)(i)). Bei Vorliegen von abgegrenzten Leasingverbindlichkeiten wurde das Nutzungsrecht um den Betrag der abgegrenzten Leasingverbindlichkeit gemäß IFRS 16.C8(b) (ii) berichtigt. Bei der Bewertung des Nutzungsrechts zum Zeitpunkt der Erstanwendung wurden die anfänglichen direkten Kosten entsprechend IFRS 16.C10(d) nicht berücksichtigt. Kurz laufende Leasingvereinbarungen mit einer Laufzeit von nicht mehr als zwölf Monaten (und ohne Kaufoption) sowie Leasingvereinbarungen, bei denen der dem Leasingvertrag zugrunde liegende Vermögenswert von geringem Wert ist, werden entsprechend dem Wahlrecht nach IFRS 16.5 nicht gemäß IFRS 16 bilanziert. Die Vergleichsinformationen für die Vorjahresperioden wurden gemäß IFRS 16.C7 nicht angepasst.

Zum 1. Januar 2019 wurden langfristige Leasingverbindlichkeiten in Höhe von 26,1 Mio. € sowie Nutzungsrechte von 26,1 Mio. € bilanziell erfasst. Diese Bilanzverlängerung führte zu einer reduzierten Eigenkapitalquote beziehungsweise einem höheren Verschuldungsgrad. In der Gewinn- und Verlustrechnung werden die für bisherige Operating Lease-Verhältnisse anfallenden Aufwendungen nicht mehr als Leasingaufwand erfasst. Die Neuregelungen führen zu Abschreibungen auf die Nutzungsrechte und Zinsaufwendungen aus der Aufzinsung der Leasingverbindlichkeiten. In der Kapitalflussrechnung ergaben sich auf den Cashflow aus der operativen Geschäftstätigkeit positive und auf den Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit negative Auswirkungen.

Angaben aufgrund der Erstanwendung von IFRS 16

Ohne Anwendung des IFRS 16 hätten sich nach den bisher anzuwendenden Standards folgende Werte in der aktuellen Berichtsperiode ergeben:

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen hätten sich auf 73.821 Tsd. € (mit IFRS 16: 71.227 Tsd. €), die Abschreibungen auf 4.239 Tsd. € (mit IFRS 16: 6.795 Tsd. €) und Zinsaufwendungen auf 287 Tsd. € (mit IFRS 16: 367 Tsd. €) belaufen.

Damit hätte sich ein EBITDA von -6.269 Tsd. € (mit IFRS 16: -3.674 Tsd. €) sowie ein Konzernergebnis von -7.917 Tsd. € (mit IFRS 16: -7.961 Tsd. €) ergeben.

Es wären zum 30. Juni 2019 immaterielle Vermögenswerte von 58.747 Tsd. € (mit IFRS 16: 82.964 Tsd. €), sonstige langfristige finanzielle Schulden von 2.917 Tsd. € (mit IFRS 16: 22.861 Tsd. €) und kurzfristige Finanzschulden von 62.527 Tsd. € (mit IFRS 16: 67.714 Tsd. €) ausgewiesen worden.

Das Eigenkapital hätte sich zum 30. Juni 2019 auf 41.059 Tsd. € (mit IFRS 16: 41.013 Tsd. €) belaufen.

Gewinn- und Verlustrechnung, Bilanz sowie Kapitalflussrechnung

Detaillierte Erläuterungen zur Geschäftsentwicklung und der Gewinn- und Verlustrechnung finden sich im Kapitel Geschäftsverlauf und Ertragslage im Konzernzwischenlagebericht. Das Kapitel Finanz- und Vermögenslage enthält weitere Informationen zur Bilanz sowie zur Kapitalflussrechnung.

Die Mehrheit der Verkaufsverträge (und die daraus resultierenden Umsatzerlöse) bestehen zwischen Delticom und privaten Endkunden. Delticom ist ein Ein-Segment-Unternehmen, der Schwerpunkt der Geschäftstätigkeit liegt auf dem E-Commerce. Die Umsätze werden nach geografischen Regionen in die Länder der EU und Nicht-EU-Länder kategorisiert. Aufgrund der kurzen Zahlungsziele und eines umfassenden Monitorings ist eine Kategorisierung des Zahlungsausfallrisikos nicht erforderlich. Die verkauften E-Commerce-Produkte führen vertragsseitig zu eindeutig identifizierbaren Leistungsverpflichtungen.

Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse betreffen fast ausschließlich die Erlöse aus Warenlieferungen an Kunden für den Zeitraum vom 01.01.2019 bis 30.06.2019.

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in Tausend € Länder der EU Nicht-EU Länder Gesamt
Umsatz 211.251 73.310 284.561


Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die folgende Tabelle zeigt die Entwicklung der sonstigen betrieblichen Aufwendungen:

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in Tausend € H1'19 H1'18
Ausgangsfrachten 28.869 24.822
Lagerhandlingkosten 5.092 4.003
Gebühren Kreditkarten 2.554 2.516
Forderungsverluste und Einzelwertberichtigungen 1.918 1.693
Externe Werbekosten 13.662 13.074
Operations-Center 5.285 4.804
Mieten und Betriebskosten 1.794 3.393
Finanzen und Recht 3.243 2.583
IT und Telekommunikation 1.941 2.029
Aufwendungen aus Kursdifferenzen 1.433 1.548
Übrige 5.434 3.574
Summe 71.227 64.040


Ergebnis je Aktie

Das unverwässerte Ergebnis je Aktie beträgt -0,64 € (H1 18: 0,16 €). Das verwässerte Ergebnis beläuft sich ebenfalls auf -0,64 € (H1 18: 0,16 €).

Erläuterungen zur Berechnung des Ergebnisses je Aktie

Das unverwässerte Ergebnis je Aktie wird gemäß IAS 33 als Quotient aus dem Periodenergebnis nach Steuern in Höhe von -7.961.112,50 € (Vorjahr: 1.998.901,00 €) und der gewichteten durchschnittlichen Anzahl der während des Geschäftsjahres im Umlauf befindlichen Stammaktien von 12.463.331 Stück (Vorjahr: 12.463.331 Stück) ermittelt.

Im Berichtszeitraum wurden keine Aktienoptionen ausgeübt. Die Wartezeit beträgt bei allen gewährten Aktienoptionen vier Jahre beginnend am jeweiligen Ausgabetag. Grundsätzlich müssen sämtliche ausgegebenen Aktien für die Berechnung des verwässerten EPS berücksichtigt werden, sofern die Aktienoptionen einen verwässernden Effekt haben. Dieser liegt vor, wenn der Ausgabepreis der neuen Aktien unter dem durchschnittlichen Marktpreis der im Umlauf befindlichen Stammmaktien in der Betrachtungsperiode liegt. Es besteht kein Verwässerungseffekt im H1 19.

Dividende

Für das abgelaufene Geschäftsjahr 2018 wurde keine Dividende gezahlt (Vorjahr: 0,10 €).

Angaben zu Beziehungen mit nahestehenden Unternehmen oder Personen

Nahestehende Unternehmen und Personen im Sinne des IAS 24 sind der Vorstand und Aufsichtsrat der Delticom AG (Kategorie Personen in Schlüsselpositionen), die Mehrheitsgesellschafter Binder GmbH und Prüfer GmbH (Kategorie Maßgeblicher Einfluss auf das berichtende Unternehmen), sowie nicht konsolidierte Tochtergesellschaften (Kategorie Nicht konsolidierte Tochtergesellschaften). Alle Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen sind vertraglich vereinbart und zu Bedingungen ausgeführt worden, wie sie auch mit fremden Dritten üblich sind. Im Zwischenberichtszeitraum haben sich keine Änderungen mit wesentlichem Einfluss auf die Ertrags-, Finanz- oder Vermögenslage ergeben.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen, Eventualschulden und -forderungen

Bei den sonstigen finanziellen Verpflichtungen gab es keine wesentlichen Änderungen im Vergleich zum 31.12.2018. Ausnahmen bilden die nunmehr gemäß IFRS 16 zu bilanzierenden Leasinggeschäfte.

Eventualschulden und -forderungen bestanden am Abschlussstichtag nicht.

Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Abschlussstichtag

Es sind keine Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Abschlussstichtag vorgefallen.

Angabe gemäß § 37w Abs. 5 WpHG

Der vorliegende Zwischenabschluss und der Zwischenlagebericht wurden weder durch einen Abschlussprüfer geprüft, noch einer prüferischen Durchsicht unterzogen.

Deutscher Corporate Governance Kodex

Auf der Webseite www.delti.com/Investor_Relations/Entsprechungserklaerung.html finden sich die aktuellen Erklärungen nach § 161 AktG zum Deutschen Corporate Governance Kodex vom Vorstand und Aufsichtsrat der Delticom AG.

Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen für die Zwischenberichterstattung der Konzernzwischenabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernzwischenlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.


Hannover, den 14.08.2019

(Der Vorstand)