![]() Delticom AGHannoverHalbjahresbericht zum 30. Juni 2020Konzernzwischenlagebericht der Delticom AGWirtschaftliches UmfeldGesamtwirtschaftliche EntwicklungenWeltwirtschaft Das erste Halbjahr 2020 wurde maßgeblich durch COVID-19-geprägt. Ausgehend von China,
wo das neuartige Coronavirus im Januar diesen Jahres den Status einer Pandemie erreichte,
hat sich das Virus rasant zu einer weltweiten Pandamie ausgeweitet. Auf das Virus
haben viele Staaten vornehmlich beginnend ab März mit teilweise massiven Restriktionen
reagiert, um die Ausbreitungsgeschwindigkeit zu verringern und die Infektionskurve
entsprechend abzuflachen. Die Maßnahmen umfassten neben Reisebeschränkungen und dem
Verbot von Großveranstaltungen vielerots auch die Einschränkung des Handels und des
Angebots an Dienstleistungen bis hin zu kategorischen Ausgangssperren. In vielen Ländern
ist das öffentliche Leben vor dem Hintergrund der ergriffenen Maßnahmen zwischenzeitlich
nahezu zum Erliegen gekommen und die weltwirtschaftliche Aktivität in der Folge drastisch
gesunken. Das Institut für Weltwirtschaft in Kiel (IfW) rechnet für die ersten sechs
Monate des laufenden Jahres mit einem Rückgang der weltwirtschaftlichen Aktivität
um fast 10 %. Eurozone Im Euroraum haben die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie zum größten Einbruch
der wirtschaftlichen Aktivität seit Bestehen der Währungsunion geführt. Laut des IfW
ging das Bruttoinlandprodukt bereits im ersten Quartal 2020 um 3,6 % gegenüber dem
vierten Quartal 2019 zurück. Vor dem Hintergrund, dass die Beschränkungen zur Reduzierung
des Infektionsgeschehens im Wesentlichen erst im März in Kraft getreten sind, gehen
die Experten für das zweite Quartal 2020 von einem Rückgang des BIPs um 13 % gegenüber
dem Vorquartal aus. Länder mit hohen Infektionszahlen wie Frankreich, Italien oder
Spanien hatten mittels weitreichender Restriktionen, wie beispielweise umfassenden
Ausgangssperren oder der Schließung von Produktionsstätten, auf das Virus reagiert.
Die Wirtschaftsleistung ging entsprechend in diesen Mitgliedsländern überproportional
stark zurück. Deutschland Auch in Deutschland führte die Coronakrise zum schärfsten Einbruch der Wirtschaftsleistung
seit Bestehen der Bundesrepublik. Die Experten des IfW rechnen für das BIP im zweiten
Quartal mit einem Rückgang um 12 % gegenüber dem Vorquartal. Maßgeblich für diese
Entwicklung waren auch hierzulande die umfassenden Infektionsschutzmaßnahmen im März
und April, die sich unmittelbar in einem Rückgang des Exportgeschäfts und der privaten
Konsumausgaben niederschlugen. Auch der heimische Arbeitsmarkt wurde durch die Pandemie
belastet. So stieg die Arbeitslosigkeit in den Monaten April und Mai insgesamt um
rund 600.000 Personen. Insbesondere in der Metallindustrie, dem Fahrzeugbau, dem Gastgewerbe
sowie den sonstigen Dienstleistungen wurde Kurzarbeit angemeldet, um einen stärkeren
Anstieg der Arbeitslosenzahlen zu vermeiden. Branchenspezifische EntwicklungenReifenhandel Einem im Vergleich zum Vorjahr milden Winter und der damit im Vorjahresvergleich
niedrigeren Nachfrage nach Winterreifen zu Jahresbeginn folgten in diesem Jahr kalte
Temperaturen in der letzten Märzdekade, wodurch sich der Start in die Sommersaison
in den klassischen Umrüstländern um wenige Wochen und damit in das zweite Quartal
verzögerte. Zudem wirkten sich auch die Shutdown-Entscheidungen verschiedener europäischer
Länder zur Eindämmung der Corona-Pandemie auf die Ersatzreifennachfrage aus. Nach jüngst vorgelegten Marktdaten des Wirtschaftsverbands der deutschen Kautschukindustrie
(WdK) und des Herstellerverbands European Tyre and Rubber Manufacturers' Association
(ETRMA) wurden in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres hierzulande insgesamt
19,5 % weniger Pkw-Ersatzreifen vom Handel an den Verbraucher abgesetzt. Während der
Absatz im Geschäft mit Sommerreifen um 23,3 % sank, legte das Geschäft mit Ganzjahresreifen
um 1,2 % zu. Der Absatz an Winterreifen fiel um 29,6 % geringer aus als im Vorjahr. Mit Blick auf den europäischen Reifenersatzmarkt belegen die Zahlen der ETRMA ebenfalls
eine rückläufige Entwicklung für die Reifenindustrie. Im volumenmäßig größten Teilsegment
Consumer-Reifen (Pkw-, SUV- und Llkw-Reifen) wurden auf Halbjahressicht 21,7 % weniger
abgesetzt. Das Absatzminus lag im zweiten Quartal bei 31,3 %, ein Rückgang um mehr
als 15 Mio. Stück. Onlinehandel Laut des Bundesverbands E-Commerce und Versandhandel Deutschland e.V. (bevh) ist
der E-Commerce nach einem Einbruch im 1. Quartal 2020 im zweiten Quartal 2020 überdurchschnittlich
gewachsen. Auf Halbjahressicht lag der Umsatz im heimischen E-Commerce um 9,2 % über
Vorjahr. Von den höheren Umsätzen im Internet haben gemäß dem Verband insbesondere
die Internet Pure Player mit einem Wachstum von 13,3 % im 1. Halbjahr, +20,8 % allein
im zweiten Quartal, profitiert. Geschäftsverlauf und ErtragslageUmsatzKonzern Die Delticom-Gruppe erzielt den wesentlichen Teil der Umsätze mit dem Onlineverkauf
von Ersatzreifen für Pkw und Motorräder. Kompletträder und Felgen komplettieren das
Produktangebot. In den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres erlöste die Delticom-Gruppe
einen Umsatz von 238 Mio. €, ein Rückgang um 16,4 % nach 285 Mio. € im Vergleichszeitraum.
Der Rückgang resultiert zu einem Teil aus der Schließung nicht profitabler Tochtergesellschaften.
So wurde das operative Geschäft der All you need GmbH bereits zum Jahresende 2019
eingestellt. Das Geschäft der Gourmondo Food GmbH wurde zum 13.03.2020 und der Onlinehandel
mit Autoersatzteilen und Ölen zum 31.03.2020 vollumfänglich eingestellt. In den ersten
Monaten des laufenden Jahres erfolgte hier jeweils noch der Abverkauf vorhandener
Lagerbestände. Der Umsatzeffekt aus der Geschäftseinstellung beläuft sich im H1 2020
insgesamt auf rund -15 Mio. €. Q1 Insgesamt erzielte die Delticom-Gruppe im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres
Umsatzerlöse in Höhe von 93 Mio. € (Q1 19: 122 Mio. €, -23,9 %). Bereinigt um den
Effekt aus der Geschäftseinstellung beläuft sich der Umsatzrückgang im Q1 auf 20 %.
Im Kerngeschäft wirkten sich im ersten Quartal 2020 zum einen wetterbedingte Verschiebungseffekte
auf den Umsatz aus. Einem im Vergleich zum Vorjahr milden Winter und der damit im
Vorjahresvergleich schwächeren Nachfrage nach Winterreifen zu Jahresbeginn folgten
in diesem Jahr kalte Temperaturen in der letzten Märzdekade, wodurch sich der Start
in die Sommersaison in den klassischen Umrüstländern um wenige Wochen und damit in
das zweite Quartal verzögerte. Auf gesamteuropäischer Ebene beeinflussten zudem auch
die Lockdown-Maßnahmen der einzelnen Staaten zur Eindämmung der Corona-Pandemie die
Ersatzreifennachfrage und dementsprechend die Umsatzentwicklung. Q2 Im zweiten Quartal erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz von 145,0 Mio. €,
ein Rückgang um 10,7 % im Vergleich zum Vorjahresquartal. Bereinigt um den Effekt
aus der Geschäftseinstellung fällt der Umsatz im Q2 um 6 % niedriger aus. Mit den
milden Temperaturen im April hat die Nachfrage in den relevanten Umrüstländern an
Dynamik gewonnen. Obwohl wir auch auf dem heimischen Markt Auswirkungen der Corona-Krise
in Bezug auf Volumen- und Umsatzentwicklung sahen, fielen diese im Vergleich zum Gesamtmarkt
jedoch geringer aus. Viele Kunden nutzten hierzulande während der Krise die Vorteile
des kontaktlosen Online-Kaufs von Reifen. Im übrigen Europa zeigte das zweite Quartal
ein gemischtes Bild. In ausgewählten Ländern führten die schrittweisen Lockerungen
der Corona-Restriktionen zu einem Anstieg der Nachfrage nach Ersatzreifen und entsprechend
zu einem gewissen Aufholeffekt beim Absatz. In den südeuropäischen Ländern, die von
der Corona-Krise hart getroffen wurden, blieb die Nachfrage auch im zweiten Quartal
deutlich hinter dem Vorjahresquartal zurück. Regionale Verteilung Das Unternehmen ist weltweit in 73 Ländern tätig, wobei ein Großteil der Umsätze
in den Ländern der EU erlöst wird. Insgesamt wurden hier im Berichtszeitraum 168 Mio.
€ (H1 19: 211 Mio. €, -20,3 %) erzielt. Auf die Nicht-EU-Länder entfiel in H1 20 ein
Umsatz von 69,7 Mio. € (H1 19: 73,3 Mio. €, -4,9 %). Umsatz nach Regionenin Tsd. €scroll
scroll
Kundenzahlen Bei den nachfolgend dargestellten Kundenzahlen handelt es sich um die Kundenzahlen
in unserem Kerngeschäft - dem Onlinehandel mit Reifen in Europa. In den Vorjahreswerten
sind zusätzlich noch die Kunden aus dem zum Ende des ersten Quartals 2020 eingestellten
Ersatzteilegeschäft enthalten. In den ersten sechs Monaten 2020 haben 399 Tausend
Bestandskunden (H1 19: 497 Tausend, -19,7 %) zum wiederholten Mal Reifen in einem
der Onlineshops der Delticom-Gruppe gekauft. In der rückläufigen Entwicklung der Bestandskundenzahlen
spiegelt sich in Teilen auch die coronabedingt schwächere Absatzentwicklung im Onlinegeschäft
mit gewerblichen Händlerkunden wider. Insgesamt konnten im H1 20 457 Tausend Neukunden (H1 19: 616 Tausend, -25,8 %) in
Europa gewonnen werden. Seit Unternehmensgründung haben damit mehr als 15 Mio. Kunden
in unseren Onlineshops eingekauft. Der Rückgang der Neukundenzahlen im Vorjahresvergleich
geht zu einem geringen Teil auf die Einstellung des Autoteilegeschäfts einher. In
den zurückliegenden Monaten hat die Gesellschaft den Fokus zudem verstärkt auf die
Steigerung der Profitabilität über alle Online-Absatzkanäle hinweg gelegt. Auf Halbjahressicht
liegt die Anzahl der aktiven Käufer (Neukunden und Wiederkäufer - letztere werden
nur einmal gezählt, unabhängig von der Anzahl der Käufe im H1 20) um 23,1 % unter
dem Vergleichszeitraum. Vor dem Hintergrund der ergriffenen Maßnahmen konnte der durchschnittliche
Umsatz je Kunde in den ersten sechs Monaten gegenüber Vorjahr allerdings gesteigert
werden. Wesentliche AufwandspositionenMaterialaufwand Die größte Aufwandsposition ist der Materialaufwand, in dem die Einstandspreise für
die verkauften Waren (vorwiegend Reifen) erfasst werden. Er betrug im Berichtszeitraum
182 Mio. € (H1 19: 222 Mio. €, -18,3 %). Personalaufwand Im Durchschnitt beschäftigte das Unternehmen in den ersten sechs Monaten des laufenden
Geschäftsjahres 207 Mitarbeiter (H1 19: 281). Zum Stichtag 30.06.2020 waren insgesamt
188 Mitarbeiter für die Gruppe tätig (30.06.2019: 274). Der Personalaufwand belief
sich im Berichtszeitraum auf 7,5 Mio. € (H1 19: 9,3 Mio. €). Der Rückgang um 19,3
% resultiert im Wesentlichen aus der Schließung nicht profitabler Tochtergesellschaften
und dem damit einhergehenden schrittweisen Personalabbau bis zur vollständigen Geschäftseinstellung.
Die Personalaufwandsquote (Verhältnis von Personalaufwand zu Umsatzerlösen) belief
sich im H1 20 auf 3,2 % (H1 19: 3,3 %). Transportkosten Größte Einzelposition innerhalb der sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind die
Transportkosten. Vor dem Hintergrund des rückläufigen Umsatzes reduzierten sich diese
im Berichtszeitraum auf 24,1 Mio. € nach 28,9 Mio. € im Vergleichszeitraum (-16,4
%). Der Anteil der Transportkosten am Umsatz belief sich im Berichtszeitraum auf 10,1
% (H1 19: 10,1 %). Kosten der Lagerhaltung Die Lagerhaltungskosten betrugen 3,8 Mio. €, nach 5,1 Mio. € im H1 19. Der Rückgang
um 24,5 % begründet sich neben der rückläufigen Geschäftsentwicklung zu einem Teil
auch durch die Einstellung des operativen Geschäfts in den Bereichen eFood und Ersatzteile.
In den Reifenlägern zahlen sich zudem die in 2019 getätigten Investitionen zur Effizienzsteigerung
der Lagerprozesse aus. Mieten und Betriebskosten Der Aufwand für Mieten und Betriebskosten verringerte sich im Berichtszeitraum von
1,8 Mio. € im Vorjahr um 59,6 % auf 0,7 Mio. €. Der Rückgang resultiert unter anderem
aus der Schließung von Geschäftsbereichen und der damit einhergehenden Abmietung von
Büro- und Lagerflächen. Marketing Im Berichtszeitraum wurden 8,4 Mio. € (H1 19: 13,7 Mio. €, -38,5 %) für Marketing
aufgewendet. Der Rückgang der Marketingkosten fällt deutlich stärker aus als der Umsatzrückgang
im H1 2020. Die Entwicklung der Marketingkosten im Berichtszeitraum begründet sich
neben der Einstellung von Geschäftsbereichen insbesondere auch durch die im letzten
Jahr eingeleiteten Maßnahmen zur Kostensenkung und Effizienzsteigerung im Kerngeschäft.
Der Marketingaufwand im Verhältnis zum Konzernumsatz betrug 3,5 % (H1 19: 4,8 %). Abschreibungen Die Abschreibungen betrugen im Berichtszeitraum 4,7 Mio. € nach 6,8 Mio. € im H1
19. Der Rückgang um 31,0 % resultiert im Wesentlichen aus der Schließung nicht profitabler
Tochtergesellschaften, auf deren Anlagevermögen zum Ende des Geschäftsjahres 2019
entsprechende außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen worden waren. Finanzen und Recht Der Aufwand für Finanzen und Recht belief sich im Berichtszeitraum auf 6,3 Mio. €,
nach 3,2 Mio. € im Vorjahr (+93,6 %). Der deutliche Anstieg resultiert im Wesentlichen
aus angefallenen Rechts- und Beratungskosten in Höhe von 3,9 Mio. € im Zusammenhang
mit der Restrukturierung der Gesellschaft. ErgebnisentwicklungBruttomarge Das Unternehmen erzielte im Berichtszeitraum eine Bruttomarge von 23,7 %, nach 21,9
% im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Trotz eines schwierigen Marktumfelds ist es
der Gesellschaft entsprechend ihrer Zielsetzung zur Profitabilitätssteigerung im Berichtszeitraum
gelungen, die Margen im Kerngeschäft mittels einer Vielzahl von Maßnahmen zu erhöhen. Sonstige betriebliche Erträge Die sonstigen betrieblichen Erträge verringerten sich im Berichtszeitraum um 38,8
% auf 8,9 Mio. € (H1 19: 14,5 Mio. €). Dieser Rückgang geht in Teilen mit dem gegenüber
Vorjahr schwächeren Absatz einher. Die Gewinne aus Währungskursdifferenzen betrugen
1,4 Mio. € (H1 19: 1,3 Mio. €, +11,2 %). Währungsverluste weist Delticom innerhalb
der sonstigen betrieblichen Aufwendungen aus. Sie betrugen im H1 20 insgesamt 1,9
Mio. € (H1 19: 1,4 Mio. €). Der Saldo aus Währungsgewinnen und -verlusten belief sich
im Berichtszeitraum auf -0,4 Mio. € (H1 19: -0,1 Mio. €). Rohertrag Angesichts eines rückläufigen Umsatzes belief sich der Rohertrag auf 65,3 Mio. €.
Nach einem Vorjahreswert von 76,9 Mio. € entspricht dies einem Rückgang um 15,0 %.
Im Verhältnis zur Gesamtleistung in Höhe von 247 Mio. € (H1 19: 299 Mio. €) betrug
der Rohertrag 26,5 % (H1 19: 25,7 %). EBITDA Das EBITDA für das zweite Quartal fällt mit 3,8 Mio. € (Q2 2019: 1,9 Mio. €, +99,4
%) deutlich höher aus als im Vorquartal (Q1 2020: -5,3 Mio. €, Q1 2019: -5,6 Mio.
€). Dank der positiven Effekte aus der Schließung verlustbringender Tochtergesellschaften
und der ergriffenen Maßnahmen zur Effizienzsteigerung und Kostenoptimierung im Kerngeschäft
konnte im H1 2020 eine Verbesserung des EBITDA gegenüber dem Vergleichszeitraum um
insgesamt 2,2 Mio. € erzielt werden. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen
(EBITDA) beläuft sich im Berichtszeitraum auf -1,5 Mio. € (H1 19: -3,7 Mio. €, +59,8
%). Dies entspricht einer EBITDA-Marge von -0,6 % (H1 19: -1,3 %). Auf Halbjahressicht
wird das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen durch Restrukturierungskosten
in Höhe von 3,9 Mio. € belastet. Das operative EBITDA fällt dementsprechend um diesen
Betrag höher aus. EBIT Angesichts der Profitabilitätssteigerung und der im Vorjahresvergleich niedrigeren
Abschreibungen beläuft sich das EBIT im Berichtszeitraum auf -6,2 Mio. € nach -10,5
Mio. € im H1 19, eine Verbesserung um 4,3 Millionen €. Die Umsatzrendite (EBIT in
Prozent vom Umsatz) beträgt -2,6 % (H1 19: -3,7 %). Für das zweite Quartal ergibt
sich ein positives Ergebnis vor Zinsen und Steuern in Höhe von 1,5 Mio. € (Q2 2019:
-1,7 Mio. €, +191,1 %) nach -7,7 Mio. € im Q1 2020 (Q1 2019: -8,8 Mio. €, +13,0 %). Finanzergebnis Der Finanzertrag belief sich für die ersten sechs Monate auf 33 Tsd. € (H1 19: 14
Tsd. €). Dem stand ein Finanzaufwand von 1,3 Mio. € gegenüber (H1 19: 0,4 Mio. €).
Der deutliche Anstieg resultiert im Wesentlichen aus der höheren Zinsbelastung im
Sanierungszeitraum für die Kreditlinienbeanspruchung. Insgesamt betrug das Finanzergebnis
-1,2 Mio. € (H1 19: -0,4 Mio. €). Ertragsteuern Das Steuerergebnis für die ersten sechs Monate belief sich auf 1,5 Mio. € (H1 19:
2,9 Mio. €) und resultiert im Wesentlichen aus latenten Steuern. Konzernergebnis Die Gesellschaft erzielte im Berichtszeitraum ein Konzernergebnis in Höhe von -5,9
Mio. €, nach einem Vorjahreswert von -8,0 Mio. €. Das Ergebnis je Aktie belief sich
auf -0,47 € (H1 19: -0,64 €). Die Tabelle Verkürzte GuV fasst wesentliche Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung
im Mehrjahresvergleich zusammen. Verkürzte GuVin Tsd. €scroll
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Finanz- und VermögenslageBilanz Zum Stichtag 30.06.2020 betrug die Bilanzsumme 177 Mio. € (31.12.2019: 188 Mio. €,
30.06.2019: 258 Mio. €). Anlagevermögen Der Rückgang des Anlagevermögens im Berichtszeitraum von 76,4 Mio. € am 31.12.2019
um 3,5 Mio. € auf 73 Mio. € resultiert im Wesentlichen aus aus der Abschreibung von
Nutzungsrechten nach IFRS 16. Vorräte Größte Position im kurzfristig gebundenen Vermögen sind die Vorräte. Seit Jahresanfang
haben sich die Bestände um 1,4 Mio. € auf 61,5 Mio. € verringert (31.12.2019: 62,9
Mio. €). Im Stichtagsvergleich fallen die Vorräte um 37,6 Mio. € geringer aus (30.06.2019:
99,2 Mio. €). Die Entwicklung über die zurückliegenden zwölf Monate resultiert aus
dem stringenten Working Capital Management. Der Anteil der Vorräte an der Bilanzsumme
belief sich zum 30.06.2020 auf 34,8 % (31.12.2019: 33,4 %, 30.06.2019: 38,4 %). Forderungen Die Forderungen folgen üblicherweise der Saisonkurve, allerdings sind Stichtagseffekte
unvermeidbar. Der Forderungsbestand belief sich zum zurückliegenden Quartalsende auf
23,5 Mio. € (31.12.2019: 31,1 Mio. €, 30.06.2019: 43,2 Mio. €). Hierbei handelt es
sich mit 14,2 Mio. € um Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (31.12.2019: 10,5
Mio. €, 30.06.2019: 20,0 Mio. €). Der deutliche Rückgang im Stichtagsvergleich ist
das Ergebnis eines verstrafften Forderungsmanagements in Hinblick auf säumige Kunden. Verbindlichkeiten Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen wurden seit Jahresanfang von
69 Mio. € um 5,1 Mio. € auf 64 Mio. € verringert. Im Stichtagsvergleich fallen die
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen um 42,6 Mio. € geringer aus (30.06.2019:
107,0 Mio. €). Die deutliche Reduzierung im Stichtagsvergleich geht im Wesentlichen
mit den niedrigeren Lagerbeständen einher. Der Anteil der Verbindlichkeiten aus Lieferungen
und Leistungen an der Bilanzsumme betrug 36,4 % (31.12.2019: 36,9 %, 30.06.2019: 41,4
%). Verkürzte Konzernbilanzin Tsd. €scroll
scroll
Liquidität Die flüssigen Mittel beliefen sich zum 30.06.2020 auf 4,8 Mio. € (31.12.2019: 5,3
Mio. €, 30.06.2019: 3,8 Mio. €). Die Netto-Liquidität (Liquidität abzüglich kurzfristiger
Finanzschulden) belief sich zum Stichtag 30.06.2020 auf -55,7 Mio. € (31.12.2019:
-59,0 Mio. €, 30.06.2019: -63,9 Mio. €). Aufgrund der Saisonalität des Geschäfts und
der Zahlungsziele im Reifenhandel ist die Kreditlinien-Inanspruchnahme zur Jahresmitte
typischerweise am höchsten. Eigenkapital Das Eigenkapital belief sich zum Bilanzstichtag auf 2,4 Mio. € (31.12.2019: 8,3 Mio.
€, 30.06.2019: 41,0 Mio. €). Der Rückgang seit Jahresanfang begründet sich durch das
rückläufige Konzernergebnis im Berichtszeitraum. Im Stichtagsvergleich ist das Eigenkapital
signifikant geringer. Dieser Effekt resultiert vornehmlich aus der Ergebnisentwicklung
im letzten Jahr vor dem Hintergrund der Restrukturierung und des Desinvestments-Konzepts.
Die Entwicklung des Eigenkapitals der Einzelgesellschaft, welches durch die Verluste
in 2019 ebenfalls deutlich zurückgegangen ist, haben wir kontinuierlich im Blick. CashflowLaufende Geschäftstätigkeit Aufgrund der Entwicklung im Working Capital verbesserte sich der Cashflow aus laufender
Geschäftstätigkeit für H1 20 auf 6,9 Mio. € (H1 19: -25,3 Mio. €). Investitionen Die Investitionen in Sachanlagen beliefen sich im H1 20 auf 0,7 Mio. € (H1 19: 1,5
Mio. €). Darüber hinaus hat Delticom im Berichtszeitraum 0,2 Mio. € in immaterielle
Vermögenswerte investiert (H1 19: 2,2 Mio. €). Bei den im ersten Halbjahr 2020 getätigten
Investitionen handelt es sich im Wesentlichen um Ausstattungsinvestitionen in unsere
Läger sowie um Software. Im Ergebnis betrug der Cashflow aus Investitionstätigkeit
-0,9 Mio. € (H1 19: -3,6 Mio. €). Auf Halbjahressicht hat die Gesellschaft einen positiven
Free Cashflow in Höhe von 6,0 Mio. € erzielt (H1 19: -28,9 Mio. €). Finanzierungstätigkeit Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit betrug im Berichtszeitraum insgesamt -6,5
Mio. €. Im Berichtszeitraum wurden keine Finanzschulden aufgenommen. Die Tilgung von
Finanzschulden in Höhe von 6,5 Mio. € beinhaltet neben der Rückführung bestehender
Kontokorrentlinien auch die Tilgung von Leasingverbindlichkeiten in Zusammenhang mit
der Anwendung von IFRS 16. OrganisationKonzernstruktur Nachfolgend werden die Tochterunternehmen aufgeführt, die im Konzernabschluss zum
30.06.2020 vollkonsolidiert sind:
Nachtragsbericht Nach Abschluss des Berichtszeitraums gab es keine Vorgänge von besonderer Bedeutung. Risikobericht Als international tätiges Unternehmen ist Delticom Risiken unterschiedlichster Art
ausgesetzt. Um diese rechtzeitig erkennen, bewerten und entsprechende Gegenmaßnahmen
einleiten zu können, haben wir frühzeitig ein Risikomanagementsystem etabliert und
hierzu eine unternehmensweite Richtlinie zur Risikofrüherkennung und zum Risikomanagement
verabschiedet. Darstellungen zum Risikomanagement und eine Übersicht sowohl zu bestandsgefährdenden
als auch zu wesentlichen Einzelrisiken und -chancen finden sich im Geschäftsbericht
für das Geschäftsjahr 2019 auf Seite 71ff. Gegenüber der Darstellung im Geschäftsbericht 2019 hat sich die Risikoposition nicht
wesentlich geändert. PrognoseberichtGesamtwirtschaftliche EntwicklungenWeltwirtschaft Nach Ansicht des Instituts für Weltwirtschaft in Kiel (IfW) wird die globale Wirtschaft
noch längere Zeit durch COVID-19 und die damit verbundenen Unsicherheiten und Bedrohungen
belastet. Dank der schrittweisen Aufhebung der Eindämmungsmaßnahmen und der massiven
wirtschaftspolitischen Unterstützung dürfte die Weltwirtschaft nach Meinung der Experten
zwar im zweiten Halbjahr 2020 kräftig wachsen, allerdings ausgehend von einem niedrigen
Niveau. Unter der Annahme, dass die Entwicklung der Corona-Pandemie eine dauerhafte
und weitgehende Lockerung der Eindämmungspolitik erlaubt, rechnen die Experten für
das laufende Jahr mit einem Rückgang des globalen Bruttoinlandprodukts von 3,8 %. Eurozone Auch die Wirtschaft im Euroraum soll sich in der zweiten Jahreshälfte von ihrem Einbruch
erholen, aber ihr Vorkrisenniveau bis Ende des Jahres noch nicht wieder erreichen.
Derzeit öffnen die Mitgliedsländer ihre Wirtschaft schrittweise. So haben etwa in
Frankreich jüngst Restaurants unter Auflagen wieder geöffnet, in Italien dürfen wieder
Touristen einreisen und die Reisebeschränkungen der Inländer wurden aufgehoben. Spanien
folgt diesen Öffnungsschritten leicht verzögert. Das IfW geht für den Euroraum von
einem Rückgang des Bruttoinlandproduktes um 8,6 % im Gesamtjahr aus. In Großbritannien
könnte die Konjunkturerholung allerdings durch Unsicherheiten im Zusammenhang mit
dem Brexit belastet werden. Deutschland Mit der schrittweisen Lockerung der ergriffenen Schutzmaßnahmen setzte ab Mai eine
Erholung der deutschen Wirtschaft ein. Nach dem Einbruch in der ersten Jahreshälfte
sollen die privaten Konsumausgaben wieder spürbar anziehen. Die wirtschaftliche Erholungsphase
wird nach Meinung von Experten aber Zeit benötigen, weil die Risiken der Pandemie
fortbestehen und Bürger und Wirtschaft ihr Verhalten entsprechend darauf abstellen.
Die auch im internationalen Vergleich umfangreichen Maßnahmen der Bundesregierung
unterstützen hierzulande den Erholungsprozess der Wirtschaft. Der weitere Verlauf
der Corona-Pandemie birgt allerdings weiterhin erhebliche Risiken. Auch wenn derzeit
infolge deutlich rückläufiger Infektionszahlen die Restriktionen vielerorts gelockert
werden, so kann zum jetzigen Zeitpunkt nicht ausgeschlossen werden, dass sich der
Pandemieverlauf wieder verschärft und erneut entsprechende seuchenpolitische Maßnahmen
erforderlich werden. Unter der Annahme, dass eine zweite Infektionswelle mit gravierenden
ökonomischen Folgen ausbleibt und bis zum Frühjahr des kommenden Jahres die Pandemie
sukzessive bewältig wird, geht das IfW für 2020 von einem Rückgang des deutschen Bruttoinlandprodukts
um 6,8 % aus. Branchenspezifische EntwicklungenReifenhandel In den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres entwickelte sich das europäische
Ersatzreifengeschäft rückläufig. Grund dafür ist in erster Linie die Corona-Pandemie.
Mit den ersten Lockerungen der Produktionssperren im Mai nahmen die Reifenhersteller
in Europa ihre Produktion langsam wieder auf. Gegen Ende des 2. Quartals 2020 zeichnete
sich ein leichter Aufwärtstrend bei den Reifenersatzkäufen ab. Ob dieser Trend anhalten
wird, bleibt allerdings abzuwarten und hängt vom weiteren Verlauf der Pandemie ab.
Auf Gesamtjahressicht rechnet die ETRMA für alle Segmente mit einem zweistelligen
Absatzrückgang. E-Commerce Der generelle Trend Richtung E-Commerce wird auch weiterhin zunehmen. Laut "Global
Digital Report 2020" nutzen heutzutage bereits mehr als 4,5 Milliarden Menschen und
damit knapp 60 % der weltweiten Bevölkerung das Internet, ein Anstieg um 7,0 % gegenüber
dem Vorjahr. In Europa, dem Kernmarkt der Delticom, liegt die Nutzungsrate sogar bei
84 %. Der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland e. V. (bevh) sieht
vor dem Hintergrund der Corona-Krise eine nachhaltige Veränderung im E-Commerce. Der
Onlinehandel hat hierzulande durch die Krise einen Wachstumsschub erfahren. In einer
Befragung von rund 2.500 Konsumenten gaben mehr als die Hälfte der Befragten an, aufgrund
der Erfahrungen in der Corona-Krise künftig mehr online zu bestellen. Prognose adjustiert Vor dem Hintergrund eines durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie bedingten rückläufigen
Umsatzes im ersten Halbjahr 2020 hat das Management der Delticom AG die Umsatzprognose
adjustiert. Wenngleich sich mit den schrittweisen Lockerungsmaßnahmen im Verlauf des
zweiten Quartals in ausgewählten Ländern Europas ein Nachholeffekt ergeben hat, so
ist eine Aufholung des im H1 ausgebliebenen Umsatzes in der zweiten Jahreshälfte wenig
wahrscheinlich. Für das Gesamtjahr wird entsprechend nunmehr ein Konzernumsatz in
einer Spanne zwischen 550 bis 570 Mio. € (bisherige Prognose: 600 bis 630 Mio. €)
erwartet. Aufgrund des erfolgreichen Turnaround-Managements in den zurückliegenden
Monaten und der positiven Ergebnisentwicklung im Q2 2020 hat das Management die Ergebnisprognose
für das Gesamtjahr nach oben angehoben. Für das EBITDA der Delticom-Gruppe im Gesamtjahr
wird eine Spanne zwischen +5 bis +8 Mio. € (bisherige Prognose: +1 bis +5 Mio. €)
als erzielbar angesehen. Die Restrukturierungskosten werden sich in 2020 insgesamt
auf rund 5 Mio. € belaufen (bisher: 4 Mio. €). Das operative EBITDA wird mit +10 bis
+13 Mio. € (bisher: +5 bis +9 Mio. €) ebenfalls höher als ursprünglich geplant ausfallen. Neukunden Dank unseres Multi-Shop-Ansatzes sprechen wir verschiedene Kundensegmente an, um
das Marktpotenzial optimal abzuschöpfen. Wir gehen davon aus, auch im laufenden Geschäftsjahr
wieder rund 1 Mio. Neukunden von den Vorteilen eines Kaufs in einem der Onlineshops
der Delticom überzeugen zu können. Wiederkäufer Aufgrund des mehrjährigen Ersatzzyklus sind wir zuversichtlich, einen Teil der über
die letzten Jahre gewonnenen Neukunden in den kommenden Monaten als Wiederkäufer in
unseren Shops begrüßen zu können. Liquidität Entsprechend unserer Umsatz- und Liquiditätsplanung für das laufende Jahr werden
wir in den kommenden Quartalen den Lageraufbau bzw. -abbau steuern. Vor dem Hintergrund
der eingeleiteten Turnaround-Maßnahmen erwarten wir im laufenden Jahr einen positiven
Free-Cashflow im hohen einstelligen Millionenbereich. Der Prozess zum Einwerben von Fremd- und/oder Eigenkapital befindet sich weiterhin
in der Umsetzung. Mit Blick auf die planerische Liquiditätslücke im August besteht
aufgrund der Optimierung des Working Capitals und der engen Liquiditätssteuerung eine
gute Möglichkeit, die Unterdeckung aus dem operativen Geschäft heraus zu schließen. Konzernzwischenabschluss der Delticom AGKonzern Gewinn- und Verlustrechnungscroll
Gesamtergebnisrechnungscroll
KonzernbilanzAktivascroll
Passivascroll
Konzernkapitalflussrechnungscroll
Eigenkapitalveränderungsrechnungscroll
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Konzernanhang der Delticom AGBerichtsunternehmen Die Delticom AG (nachfolgend "AG" genannt) ist die Muttergesellschaft des Delticom-Konzerns
(nachfolgend "Delticom" genannt). Die AG ist im Handelsregister des Amtsgerichts Hannover
mit der Registernummer HRB58026 eingetragen. Die Anschrift der AG lautet 30169 Hannover,
Brühlstraße 11, Deutschland. Delticom ist Europas führendes E-Commerce-Unternehmen für Reifen und Kompletträder.
Die Produktpalette für Privat- und Geschäftskunden umfasst mehr als 100 Marken und
über 18.000 Modelle von Reifen für Pkw und Motorräder sowie Kompletträder. Kunden
können die bestellten Produkte zur Montage auch zu einem der weltweit rund 39.000
Servicepartner der Delticom AG schicken lassen. Ausführliche Informationen über das Berichtsunternehmen sind im Lagebericht des Geschäftsberichts
2019 im Abschnitt Geschäftstätigkeit sowie im Abschnitt Organisation dargestellt. Zahl der Mitarbeiter Vom 01.01.2020 bis zum 30.06.2020 waren im Durchschnitt 207 Arbeitnehmer beschäftigt
(davon im Durchschnitt 6 Auszubildende und Praktikanten). Diese Berechnung basiert
auf der Anzahl der Beschäftigten unter Berücksichtigung der geleisteten Arbeitsstunden. Saisonale Effekte In Deutschland, aber auch in der Alpenregion und in Nordeuropa prägt der jahreszeitlich
bedingte Wetterwechsel den Geschäftsverlauf im Reifenhandel. Weil die meisten Autofahrer
ihre Winterreifen bereits mit dem ersten Schneefall und damit in den letzten Monaten
eines Jahres kaufen, fällt das erste Quartal meist etwas schwächer aus. Das zweite
Jahresviertel dagegen gibt sich traditionell umsatzstark: Oft sind die Temperaturen
im April und Mai schon vergleichsweise hoch und das teils angenehm warme Wetter führt
bei vielen Pkw-Fahrern zum Kauf neuer Sommerreifen. Das dritte Quartal schließlich flacht typischerweise wieder etwas ab: Im Übergang
vom Sommer- auf das Winterreifengeschäft wird der Absatz etwas schwächer. In den meisten
Ländern Europas zeigt sich das letzte Quartal dann meist auch als das umsatzstärkste.
In der dunklen Jahreszeit werden die Straßenverhältnisse schwieriger, die Bremswege
verlängern sich - und vielen Autofahrern wird die Notwendigkeit neuer Reifen ganz
direkt bewusst. Wetterbedingte Verschiebungseffekte zwischen den Quartalen und Basiseffekte
im Vergleich zum Vorjahr sind unvermeidlich. Grundlagen der Rechnungslegung und Konsolidierung, Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Der vorliegende Halbjahresabschluss zum 30.06.2020 wurde nach den vom International
Accounting Standards Board (IASB) verabschiedeten International Financial Reporting
Standards (IFRS) für die Zwischenberichterstattung, wie sie in der Europäischen Union
(EU) anzuwenden sind, erstellt. Zur Anwendung kamen alle am Abschlussstichtag gültigen
und verpflichtend anzuwendenden IFRS Standards, insbesondere IAS 34 (Zwischenberichterstattung). Nach IAS 34 sind in einem Zwischenfinanzbericht mindestens folgende Angaben erforderlich:
Der Zwischenabschluss enthält nicht alle für einen Konzernabschluss notwendigen Erläuterungen
und Angaben und ist daher in Verbindung mit dem Konzernabschluss zum 31.12.2019 zu
sehen. Der Geschäftsbericht 2019 steht auf der Unternehmenswebseite im Bereich Investor
Relations bzw. unter nachfolgenden Link zum Download bereit: www.delti.com/Investor_Relations/Delticom_Geschaeftsbericht_2019.pdf Der beizulegende Zeitwert der vorhandenen Finanzinstrumente entspricht bei sämtlichen
Bilanzpositionen näherungsweise dem Buchwert. Die Finanzinstrumente der Kategorie
Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte in Höhe von 16 Tsd. € (31.12.2019:
8 Tsd. €) sowie der Kategorie Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Verbindlichkeiten
in Höhe von 602 Tsd. € (31.12.2019: 99 Tsd. €) sind in der Fair Value-Hierarchie in
Stufe 2 eingeordnet. Fair Values der Hierarchiestufe 3 liegen wie in Vorjahren nicht
vor. Veränderungen der beizulegenden Zeitwerte wurden in der Erfolgsrechnung erfasst.
Die Bewertung erfolgt unter Berücksichtigung von aktuellen EZB-Referenzkursen und
Terminauf- bzw. -abschlägen. Aufgrund der kurzfristigen Fälligkeiten für Zahlungen entspricht der Buchwert der
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen dem beizulegenden Zeitwert. Die Ertragsteuern
der Gewinn- und -Verlustrechnung werden im Zwischenabschluss nach IAS 34.30c mittels
einer Steuerquote ermittelt und beinhalten im Wesentlichen einen Steuerertrag aus
der Bilanzierung aktiver latenter Steuern. Konsolidierungskreis Der Konsolidierungskreis umfasst neben der Delticom AG als Obergesellschaft fünfzehn
inländische und neun ausländische Tochtergesellschaften, die alle in den Zwischenabschluss
vollkonsolidiert wurden. Die nachfolgenden Gesellschaften wurden im laufenden Geschäftsjahr vollkonsolidiert:
Die Delticom AG hat im Geschäftsjahr die restlichen Anteile an der Gourmondo Food
GmbH übernommen, so dass sie nunmehr als alleinige Gesellschafterin fungiert. Änderungen wesentlicher Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Die im vorliegenden Zwischenabschluss angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
entsprechen denen des Konzernabschlusses der Gesellschaft zum 31.12.2019. Gewinn- und Verlustrechnung, Bilanz sowie Kapitalflussrechnung Detaillierte Erläuterungen zur Geschäftsentwicklung und der Gewinn- und Verlustrechnung
finden sich im Kapitel Geschäftsverlauf und Ertragslage im Konzernzwischenlagebericht.
Das Kapitel Finanz- und Vermögenslage enthält weitere Informationen zur Bilanz sowie
zur Kapitalflussrechnung. Die Mehrheit der Verkaufsverträge (und die daraus resultierenden Umsatzerlöse) bestehen
zwischen Delticom und privaten Endkunden. Delticom ist ein Ein-Segment-Unternehmen,
der Schwerpunkt der Geschäftstätigkeit liegt auf dem E-Commerce. Die Umsätze werden
nach geografischen Regionen in die Länder der EU und Nicht-EU-Länder kategorisiert.
Aufgrund der kurzen Zahlungsziele und eines umfassenden Monitorings ist eine Kategorisierung
des Zahlungsausfallrisikos nicht erforderlich. Die verkauften E-Commerce-Produkte
führen vertragsseitig zu eindeutig identifizierbaren Leistungsverpflichtungen. Erläuterungen zur Gewinn- und VerlustrechnungUmsatzerlöse Die Umsatzerlöse betreffen fast ausschließlich die Erlöse aus Warenlieferungen an
Kunden für den Zeitraum vom 01.01.2020 bis 30.06.2020, hiervon 85.495 Tsd.€ (H1 2019
105.138 Tsd.€) Umsatzerlöse im Inland. Sonstige betriebliche Aufwendungen Die folgende Tabelle zeigt die Entwicklung der sonstigen betrieblichen Aufwendungen: scroll
Von den Aufwendungen für Finanzen und Recht entfallen 3.884 Tsd. € (H1 2019: 0 Tsd.
€) auf Restrukturierungskosten. Ergebnis je Aktie Das unverwässerte Ergebnis je Aktie beträgt -0,47 € (H1 19: -0,64 €). Das verwässerte
Ergebnis beläuft sich ebenfalls auf -0,47 € (H1 19: -0,64 €). Erläuterungen zur Berechnung des Ergebnisses je Aktie Das unverwässerte Ergebnis je Aktie wird gemäß IAS 33 als Quotient aus dem Periodenergebnis
nach Steuern in Höhe von -5.855.568,65 € (Vorjahr: -7.961.112,50 €) und der gewichteten
durchschnittlichen Anzahl der während des Geschäftsjahres im Umlauf befindlichen Stammaktien
von 12.463.331 Stück (Vorjahr: 12.463.331 Stück) ermittelt. Im Berichtszeitraum wurden keine Aktienoptionen ausgeübt. Die Wartezeit beträgt bei
allen gewährten Aktienoptionen vier Jahre beginnend am jeweiligen Ausgabetag. Grundsätzlich
müssen sämtliche ausgegebenen Aktien für die Berechnung des verwässerten EPS berücksichtigt
werden, sofern die Aktienoptionen einen verwässernden Effekt haben. Dieser liegt vor,
wenn der Ausgabepreis der neuen Aktien unter dem durchschnittlichen Marktpreis der
im Umlauf befindlichen Stammmaktien in der Betrachtungsperiode liegt. Es besteht kein
Verwässerungseffekt im H1 20. Dividende Für das abgelaufene Geschäftsjahr 2019 wurde keine Dividende gezahlt (Vorjahr: 0
€). Angaben zu Beziehungen mit nahestehenden Unternehmen oder Personen Nahestehende Unternehmen und Personen im Sinne des IAS 24 sind der Vorstand und Aufsichtsrat
der Delticom AG (Kategorie Personen in Schlüsselpositionen), die Mehrheitsgesellschafter
Binder GmbH und Prüfer GmbH (Kategorie Maßgeblicher Einfluss auf das berichtende Unternehmen),
sowie nicht konsolidierte Tochtergesellschaften (Kategorie Nicht konsolidierte Tochtergesellschaften).
Alle Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen und Personen sind vertraglich vereinbart
und zu Bedingungen ausgeführt worden, wie sie auch mit fremden Dritten üblich sind.
Im Zwischenberichtszeitraum haben sich keine Änderungen mit wesentlichem Einfluss
auf die Ertrags-, Finanz- oder Vermögenslage ergeben. Sonstige finanzielle Verpflichtungen, Eventualschulden und -forderungen Bei den sonstigen finanziellen Verpflichtungen gab es keine wesentlichen Änderungen
im Vergleich zum 31.12.2019. Eventualschulden und -forderungen bestanden am Abschlussstichtag nicht. Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Abschlussstichtag Es sind keine Vorgänge von besonderer Bedeutung nach dem Abschlussstichtag vorgefallen. Angabe gemäß § 115 Abs. 5 WpHG Der vorliegende Zwischenabschluss und der Zwischenlagebericht wurden weder durch
einen Abschlussprüfer geprüft, noch einer prüferischen Durchsicht unterzogen. Deutscher Corporate Governance Kodex Auf der Webseite www.delti.com/Investor_Relations/entsprechungserklaerung.html finden
sich die aktuellen Erklärungen nach § 161 AktG zum Deutschen Corporate Governance
Kodex vom Vorstand und Aufsichtsrat der Delticom AG. Versicherung der gesetzlichen Vertreter Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen
für die Zwischenberichterstattung der Konzernzwischenabschluss ein den tatsächlichen
Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns
vermittelt und im Konzernzwischenlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des
Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen
Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen
und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind. Hannover, den 13.08.2020 (Der Vorstand) |
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