Delticom AGHannoverHalbjahresbericht zum 30. Juni 2021Konzernzwischenlagebericht der Delticom AGWirtschaftliches UmfeldGesamtwirtschaftliche EntwicklungenWeltwirtschaftTrotz abermaliger Beschränkungen bedingt durch die
Coronapandemie blieb die Weltwirtschaft in den ersten sechs
Monaten des laufenden Jahres insgesamt
aufwärtsgerichtet. Vor dem Hintergrund hoher
Infektionszahlen mit COVID-19 und der zu ihrer
Eindämmung in vielen Ländern ergriffenen
Maßnahmen hatte sich die weltwirtschaftliche
Aktivität im ersten Quartal 2021 nochmals verlangsamt.
Die Expansionsrate entsprach in den ersten drei Monaten des
laufenden Jahres nach Meinung von Experten dennoch in etwa
dem Durchschnitt in den Jahren vor der Coronakrise. Die
Auswirkungen der Pandemie waren weitgehend auf die
Dienstleistungsbranche begrenzt. Sowohl die globale
Industrieproduktion als auch der Welthandel expandierten
bis zum Frühjahr kräftig. Durch
Angebotsengpässe und logistische Probleme ist diese
Aufwärtsentwicklung allerdings jüngst ins Stocken
geraten. Die Anspannungen im globalen Zusammenspiel
schlagen sich gegenwärtig in starken Preisanstiegen
für Rohstoffe, Vorleistungsgüter und
Transportdienstleistungen nieder, die bereits einen
spürbaren Anstieg der Verbraucherpreise nach sich
gezogen haben.
EurozoneDie Konjunktur im Euroraum kam im ersten Halbjahr 2021
wieder in Schwung. Zum einen war für die ersten drei
Monate des laufenden Jahres ein höheres
Wirtschaftswachstum als von Experten erwartet zu
verzeichnen. Zum anderen sanken infolge einer wirksamen
Strategie zur Eindämmung des Coronavirus und der
erzielten Fortschritte bei den Impfkampagnen die Zahlen
sowohl in Hinblick auf die Neuinfektionen mit COVID-19 als
auch der Krankenhausaufhalte, sodass die Mitgliedsstaaten
ihre pandemiebedingten Beschränkungen ab dem zweiten
Quartal vorsichtig gelockert haben. Die Geschwindigkeit und
der Umfang der Lockerungsmaßnahmen fielen dabei
uneinheitlich aus. Die schrittweise Rückkehr zu einer
gewissen Normalität wirkte sich insbesondere positiv
auf die Dienstleistungsbranche aus. Des Weiteren zog auch
der private Konsum wieder an und stützte den
Aufwärtstrend.
DeutschlandAuch die heimische Wirtschaft nahm in den ersten sechs
Monaten des laufenden Jahres wieder Fahrt auf. Nachdem das
Wiederaufflammen der Coronapandemie im ersten Quartal 2021
einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts um 1,8 %
gegenüber dem Vorquartal zur Folge hatte, zeichnete
sich vor dem Hintergrund rückläufiger
Infektionszahlen und der Wiedereröffnung von
Gastronomie und Einzelhandel im Verlauf des zweiten
Quartals 2021 eine Erholung der wirtschaftlichen
Aktivität ab. Die Entspannung zeigte sich auch auf dem
Arbeitsmarkt. So sank die Arbeitslosenquote im 2. Quartal
2021 im Vorjahresvergleich um 79.000 Personen von 6,0 % auf
5,9 %.
Branchenspezifische EntwicklungenReifenhandelAuch wenn vom Handel in Richtung der Verbraucher im
ersten Halbjahr 2021 gegenüber dem entsprechenden
Vorjahreszeitraum hierzulande 8,4 % mehr Reifen abgesetzt
werden konnten, so liegt das deutsche
Pkw-Ersatzreifengeschäft nach Ablauf der ersten sechs
Monate des laufenden Jahres insgesamt dennoch deutlich
hinter dem Vor-Pandemie-Niveau zurück.
Gemäß Schätzungen des Herstellerverbands
European Tyre and Rubber Manufacturers' Association (ETRMA)
und des Wirtschaftsverbands der deutschen
Kautschukindustrie (WdK) wurden gemessen am entsprechenden
Vergleichszeitraum H1 2019 - und damit vor dem
coronabedingt starken Einbruch im ersten Halbjahr 2020 - in
den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres insgesamt
13,5 % weniger Pkw-Reifen vom Handel an die Verbraucher
abgesetzt. Einem Rückgang im Geschäft mit
Sommerreifen um 19,2 % im Vergleich zum bereits im ersten
Halbjahr 2019 um mehr als 6 % rückläufigen Absatz
steht ein Anstieg im Geschäft mit Ganzjahresreifen um
21,2 % gegenüber. Der Absatz im Geschäft mit
Winterreifen fiel im Vergleich zum ersten Halbjahr 2019 um
34,3 % geringer aus.
Mit Blick auf den europäischen Ersatzreifenmarkt
zeigen die Marktdaten der ETRMA ein ähnliches Bild
für die Reifenindustrie. Im volumenmäßig
größten Teilsegment Consumer-Reifen (Pkw-, SUV-
und Llkw-Reifen) wurden im Vergleich zu den ersten sechs
Monaten 2019 auf Halbjahressicht 1,9 % weniger Reifen
nachgefragt. Dies entspricht einem Rückgang um rund 2
Mio. Stück. Die deutlich höhere Nachfrage in den
ersten sechs Monaten des laufenden Jahres im Vergleich zum
Vorjahr spiegelt auf europäischer Ebene die
Erwartungshaltung einer Rückkehr zur Normalität
wider, nach dem coronabedingt starken Einbruch der
Absatzzahlen im vergangenen Jahr um mehr als 20 % bzw. mehr
als 22 Mio. Reifen.
OnlinehandelLaut dem Bundesverband E-Commerce und Versandhandel e.V.
(bevh) ist der Umsatz im heimischen Onlinehandel nach
starken Nachholeffekten zwischen Januar und März im
zweiten Quartal diesen Jahres um 19,4 % auf 24,1 Mrd.
€ gestiegen. Im Zeitraum von April bis Juni 2020
hatten die mit der Pandemie-Entwicklung für die
Verbraucher einhergehenden Restriktionen bereits zu einer
verstärkten Onlinenachfrage und dementsprechend zu
einem überdurchschnittlich hohen Umsatzwachstum von
16,5 % im Vergleich zu 2019 geführt. Damit setzt sich
der Wachstumstrend kontinuierlich fort. In den ersten sechs
Monaten des laufenden Jahres lag der Umsatz im E-Commerce
hierzulande um 23,2 % über Vorjahr.
Geschäftsverlauf und ErtragslageUmsatzKonzernDie Delticom-Gruppe erzielt den wesentlichen Teil der
Umsätze mit dem Onlineverkauf von Ersatzreifen
für Pkw und Motorräder. Kompletträder und
Felgen komplettieren das Produktangebot.
In den ersten sechs Monaten des laufenden
Geschäftsjahres erlöste die Delticom-Gruppe einen
Umsatz von 249 Mio. €, ein Anstieg um 4,7 % nach 238
Mio. € im Vergleichszeitraum. Der Umsatzbeitrag der im
Verlauf des letzten Jahres eingestellten
Randaktivitäten belief sich im H1 2020 auf rund 4 Mio.
€. Dementsprechend wurde im Kerngeschäft in den
ersten sechs Monaten des laufenden Jahres ein Wachstum von
6,5 % erzielt. Nach dem pandemiebedingten Absatzeinbruch im
europäischen Pkw-Ersatzreifengeschäft im letzten
Jahr fällt die Erholung in den einzelnen Ländern
Europas in den ersten sechs Monaten 2021 noch sehr
uneinheitlich aus. Im Berichtszeitraum lag der Fokus der
Gesellschaft unverändert auf der Generierung
ausreichend profitabler Umsätze.
SaisonalitätDie Grafik Umsatzentwicklung zeigt zusammenfassend die
Entwicklung der Halbjahresumsätze.
Umsatzentwicklung
|
| H1'21 | % | +% | H1'20 | % | +% | |
| Umsatz | 249.270 | 100,0 | 4,7 | 238.032 | 100,0 | -16,4 |
| Regionen | ||||||
| Länder der EU | 174.982 | 70,2 | 3,9 | 168.338 | 70,7 | -20,3 |
| Nicht-EU-Länder | 74.288 | 29,8 | 6,6 | 69.694 | 29,3 | -4,9 |
| H1'19 | % | |
| Umsatz | 284.561 | 100,0 |
| Regionen | ||
| Länder der EU | 211.251 | 74,2 |
| Nicht-EU-Länder | 73.310 | 25,8 |
Bei den nachfolgend dargestellten Kundenzahlen handelt
es sich um die Kundenzahlen in unserem Kerngeschäft -
dem Onlinehandel mit Reifen in Europa. In den ersten sechs
Monaten 2021 haben 331 Tausend Bestandskunden (H1 20: 399
Tausend, -17,1 %) zum wiederholten Mal Reifen in einem der
Onlineshops der Delticom-Gruppe gekauft. Die Bestandskunden
werden nur einmal im Berichtszeitraum gezählt,
unabhängig von der Anzahl der in diesem Zeitraum
getätigten Käufe.
Die Anzahl der im H1 21 in Europa gewonnenen Neukunden
liegt mit 455 Tausend (H1 20: 457 Tausend, -0,4 %) nahezu
auf Vorjahresniveau. Seit Unternehmensgründung haben
damit mehr als 16 Mio. Kunden in unseren Onlineshops
eingekauft. Auf Halbjahressicht liegt die Anzahl der
aktiven Käufer (Neukunden und Wiederkäufer) um
8,2 % unter dem Vergleichszeitraum. In den
zurückliegenden Monaten hat die Gesellschaft den Fokus
unverändert auf die Steigerung der Profitabilität
über alle Online-Absatzkanäle hinweg gelegt. Vor
dem Hintergrund der ergriffenen Maßnahmen konnte der
durchschnittliche Umsatz je Kunde in den ersten sechs
Monaten gegenüber Vorjahr erneut gesteigert werden.
Die größte Aufwandsposition ist der
Materialaufwand, in dem die Einstandspreise für die
verkauften Waren (vorwiegend Reifen) erfasst werden. Er
betrug im Berichtszeitraum 192 Mio. € (H1 20: 182 Mio.
€, +5,9 %). Die Materialaufwandsquote (Materialaufwand
im Verhältnis zum Umsatz) belief sich im H1 2021 auf
77,1 % (H1 2020: 76,3 %).
Im Durchschnitt beschäftigte das Unternehmen in den
ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres 176
Mitarbeiter (H1 20: 207). Zum Stichtag 30.06.2021 waren
insgesamt 179 Mitarbeiter für die Gruppe tätig
(30.06.2020: 188). Der Personalaufwand belief sich im
Berichtszeitraum auf 7,0 Mio. € (H1 20: 7,5 Mio.
€). Der Rückgang um 7,2 % resultiert im
Wesentlichen aus der Schließung nicht profitabler
Tochtergesellschaften im letzten Jahr und dem damit
einhergehenden Personalabbau. Die Personalaufwandsquote
(Verhältnis von Personalaufwand zu Umsatzerlösen)
belief sich im H1 21 auf 2,8 % (H1 20: 3,2 %).
Größte Einzelposition innerhalb der sonstigen
betrieblichen Aufwendungen sind die Transportkosten. Sie
beliefen sich im Berichtszeitraum auf 23,7 Mio. € nach
24,1 Mio. € im Vergleichszeitraum. Der Rückgang
um 1,7 % geht vornehmlich mit einer veränderten
Ausweispflicht einher. Für Teile des Geschäfts
zählen die Transportkosten nun zum Wareneinsatz und
müssen dort entsprechend erfasst werden. Im
Geschäftsjahr 2020 war diese Anpassung im Dezember im
Zusammenhang mit der Jahresabschlussprüfung
rückwirkend für das Gesamtjahr vorgenommen
worden. Der Anteil der Transportkosten am Umsatz belief
sich im Berichtszeitraum auf 9,5 % (H1 20: 10,1 %, vor
Reklassifizierung). Ohne Berücksichtigung des
veränderten Ausweises liegt die Transportkostenquote
im H1 2021 mit 10,1 % vom Umsatz auf Vorjahresniveau.
Die Lagerhaltungskosten betrugen 4,3 Mio. €, nach
3,8 Mio. € im H1 20. Der Anstieg um 11,8 % resultiert
sowohl aus der positiven Geschäftsentwicklung als auch
aus der Eröffnung eines weiteren Lagerstandorts im
Dreiländereck Deutschland, Frankreich, Schweiz. Das
neue Lager wurde in den ersten Monaten des laufenden Jahres
schrittweise in Betrieb genommen. Zu den Anlaufkosten im
Zusammenhang mit der Inbetriebnahme zählen unter
anderem auch Umlagerungs- und Schließungskosten, die
sich aus der Optimierung der Lagerinfrastruktur ergeben.
Bei den Mieten und Betriebskosten handelt es sich im
Wesentlichen um Betriebskosten. Der Anstieg im
Berichtszeitraum von 0,7 Mio. € im Vorjahr um 82,0 %
auf 1,3 Mio. € resultiert nur zu einem Teil aus der
Inbetriebnahme des neuen Lagerstandorts im
Dreiländereck Deutschland, Frankreich, Schweiz. Um
eine sachgerechtere Kostenzuordnung vorzunehmen, werden in
dieser Aufwandsposition seit Jahresbeginn zudem auch die
Aufwendungen aus Leasing BGA erfasst, welche im Vorjahr in
den übrigen sonstigen betrieblichen Aufwendungen
enthalten waren. Der veränderte Ausweis trägt mit
rund 0,3 Mio. € zum Kostenanstieg im H1 2021 bei.
Im Berichtszeitraum wurden 8,9 Mio. € (H1 20: 8,4
Mio. €, +6,1 %) für Marketing aufgewendet. Der
Anstieg der Marketingkosten geht mit dem Umsatzanstieg im
Kerngeschäft einher. Der Marketingaufwand im
Verhältnis zum Konzernumsatz betrug 3,6 % (H1 20: 3,5
%).
Die Abschreibungen betrugen im Berichtszeitraum 5,3 Mio.
€ nach 4,7 Mio. € im H1 20. Der Anstieg um 12,7 %
geht mit den Abschreibungen auf die Nutzungsrechte für
das langfristig ausgerichtete Mietverhältnis des neuen
Lagerstandorts im Dreiländereck einher.
Der Aufwand für Finanzen und Recht belief sich im
Berichtszeitraum auf 6,0 Mio. €, nach 6,3 Mio. €
im Vorjahr (-4,6 %). Durch Kosteneinsparungen in Höhe
von 0,8 Mio. € im Zusammenhang mit der
Restrukturierung konnten die Kosten aus der erfolgreichen
Kapitalerhöhung, welche nicht über das
Eigenkapital passivierbar waren, sowie gestiegene
Prüf- und Abschlusskosten kompensiert werden.
Das Unternehmen erzielte im Berichtszeitraum eine
Bruttomarge (Handelsspanne ohne sonstige betriebliche
Erträge) von 22,9 %, nach 23,7 % im entsprechenden
Vorjahreszeitraum. Der Rückgang der Bruttomarge ist
nicht operativer Natur. Für Teile des Geschäfts
müssen die Transportkosten aufgrund einer
veränderten Ausweispflicht seit dem letzten Jahr im
Wareneinsatz erfasst werden, wie bereits im Zusammenhang
mit den Transportkosten erläutert. Diese Umgliederung
führt im Vorjahresvergleich zu einem entsprechenden
Effekt in der Bruttomarge. In den ersten sechs Monaten des
laufenden Jahres lag der Fokus unverändert auf der
Generierung ausreichend profitabler Umsätze.
Die sonstigen betrieblichen Erträge erhöhten
sich im Berichtszeitraum um 86,1 % auf 16,5 Mio. € (H1
20: 8,9 Mio. €). Bei Erträgen in Höhe von
2,8 Mio. € handelt es sich um Einmaleffekte. Im Rahmen
eines Grundstücksverkaufs einer Tochtergesellschaft
wurde ein Ertrag in Höhe von 0,3 Mio. € erzielt.
Weitere 2,4 Mio. € sind Erfolgsbeiträge aus
Projektgeschäften. Ein guter Teil stammt hierbei aus
dem bereits zum Ende des letzten Geschäftsjahres
realisierten Projekt, dessen erfolgswirksamer Beitrag
allerdings nicht vollständig im Geschäftsjahr
2020 erfasst werden konnte. Aus dem operativen
Geschäft heraus werden regelmäßig
Marketingzuschüsse, Erlöse aus Transportverlusten
und sonstige Erlöse erzielt, welche aufgrund der
positiven Geschäftsentwicklung im H1 2021
gegenüber dem Vergleichszeitraum deutlich gestiegen
sind. Die Gewinne aus Währungskursdifferenzen betrugen
2,0 Mio. € (H1 20: 1,4 Mio. €, +36,8 %).
Währungsverluste weist Delticom innerhalb der
sonstigen betrieblichen Aufwendungen aus. Sie betrugen im
H1 21 insgesamt 1,5 Mio. € (H1 20: 1,9 Mio. €).
Der Saldo aus Währungsgewinnen und -verlusten belief
sich im Berichtszeitraum auf 0,4 Mio. € (H1 20: -0,4
Mio. €).
Angesichts des Umsatzanstiegs und der Steigerung der
sonstigen betrieblichen Erträge belief sich der
Rohertrag auf 73,5 Mio. €, nach einem Vorjahreswert
von 65,3 Mio. € (+12,6 %). Im Verhältnis zur
Gesamtleistung in Höhe von 266 Mio. € (H1 20: 247
Mio. €) betrug der Rohertrag 27,7 % (H1 20: 26,5 %).
Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen
(EBITDA) für das zweite Quartal fällt mit 7,0
Mio. € (Q2 2020: 3,8 Mio. €, +82,3 %) deutlich
höher aus als im Vorquartal (Q1 2021: 1,1 Mio. €,
Q1 2020: -5,3 Mio. €). Das EBITDA beläuft sich im
Berichtszeitraum insgesamt auf 8,0 Mio. € (H1 20: -1,5
Mio. €, +643,4 %). Dies entspricht einer EBITDA-Marge
von 3,2 % (H1 20: -0,6 %). Auf Halbjahressicht wird das
Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen durch
Restrukturierungskosten in Höhe von 3,0 Mio. €
(H1 2020: 3,9 Mio. €) belastet. Dank der erzielten
Einmaleffekte innerhalb der sonstigen betrieblichen
Erträge konnte die Kostenbelastung aus der
Restrukturierung im Berichtszeitraum nahezu
vollständig kompensiert werden.
Angesichts der Profitabilitätssteigerung
beläuft sich das EBIT im Berichtszeitraum auf 2,7 Mio.
€ nach -6,2 Mio. € im H1 20, eine Verbesserung um
8,9 Millionen €. Die Umsatzrendite (EBIT in Prozent
vom Umsatz) beträgt 1,1 % (H1 20: -2,6 %). Für
das zweite Quartal ergibt sich ein positives Ergebnis vor
Zinsen und Steuern in Höhe von 4,4 Mio. € (Q2
2020: 1,5 Mio. €, +193,6 %) nach -1,7 Mio. € im
Q1 2021 (Q1 2020: -7,7 Mio. €, +78,2 %).
Der Finanzertrag belief sich für die ersten sechs
Monate auf 46 Tsd. € (H1 20: 33 Tsd. €). Dem
stand ein Finanzaufwand von 1,2 Mio. € gegenüber
(H1 20: 1,3 Mio. €). Aufgrund der positiven
Geschäftsentwicklung und der damit einhergehenden
Entlastung der Kreditlinien konnte die Zinsbelastung aus
den Finanzverbindlichkeiten im Berichtszeitraum reduziert
werden. Dem steht allerdings eine höhere Zinsbelastung
aus der Leasingbilanzierung gemäß IFRS 16
für den neuen Lagerstandort gegenüber. Das
Finanzergebnis liegt mit -1,2 Mio. € entsprechend auf
Vorjahresniveau (H1 20: -1,2 Mio. €).
Das Steuerergebnis für die ersten sechs Monate
belief sich auf -0,5 Mio. € (H1 20: 1,5 Mio. €).
Im Vorjahr war das Steuerergebnis im Wesentlichen aufgrund
latenter Steuern positiv ausgefallen.
Die Gesellschaft erzielte im Berichtszeitraum ein
Konzernergebnis in Höhe von 1,0 Mio. €, nach
einem Vorjahreswert von -5,9 Mio. €. Das Ergebnis je
Aktie belief sich auf 0,08 € (H1 20: -0,47 €).
Damit ist die Gesellschaft bereits nach Ablauf des ersten
Halbjahres auf Konzernebene wieder profitabel.
Die Tabelle Verkürzte GuV fasst wesentliche
Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung im
Mehrjahresvergleich zusammen.
| H1'21 | % | +% | H1'20 | % | +% | |
| Umsatz | 249.270 | 100,0 | 4,7 | 238.032 | 100,0 | -16,4 |
| Sonstige betriebliche Erträge | 16.491 | 6,6 | 86,1 | 8.859 | 3,7 | -38,8 |
| Gesamtleistung | 265.761 | 106,6 | 7,6 | 246.891 | 103,7 | -17,4 |
| Materialaufwand | -192.245 | -77,1 | 5,9 | -181.573 | -76,3 | -18,3 |
| Rohertrag | 73.516 | 29,5 | 12,6 | 65.318 | 27,4 | -15,0 |
| Personalaufwand | -6.992 | -2,8 | -7,2 | -7.531 | -3,2 | -19,3 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | -58.497 | -23,5 | -1,3 | -59.264 | -24,9 | -16,8 |
| EBITDA | 8.028 | 3,2 | 643,4 | -1.477 | -0,6 | -59,8 |
| Abschreibungen | -5.283 | -2,1 | 12,7 | -4.688 | -2,0 | -31,0 |
| EBIT | 2.745 | 1,1 | 144,5 | -6.166 | -2,6 | -41,1 |
| Finanzergebnis (netto) | -1.203 | -0,5 | -1,6 | -1.223 | -0,5 | 243,9 |
| EBT | 1.542 | 0,6 | 120,9 | -7.389 | -3,1 | -31,7 |
| Ertragsteuern | -501 | -0,2 | -132,7 | 1.533 | 0,6 | -46,5 |
| Konzernergebnis | 1.040 | 0,4 | 117,8 | -5.856 | -2,5 | -26,4 |
| H1'19 | % | |
| Umsatz | 284.561 | 100,0 |
| Sonstige betriebliche Erträge | 14.473 | 5,1 |
| Gesamtleistung | 299.034 | 105,1 |
| Materialaufwand | -222.150 | -78,1 |
| Rohertrag | 76.884 | 27,0 |
| Personalaufwand | -9.332 | -3,3 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | -71.227 | -25,0 |
| EBITDA | -3.674 | -1,3 |
| Abschreibungen | -6.795 | -2,4 |
| EBIT | -10.469 | -3,7 |
| Finanzergebnis (netto) | -356 | -0,1 |
| EBT | -10.825 | -3,8 |
| Ertragsteuern | 2.864 | 1,0 |
| Konzernergebnis | -7.961 | -2,8 |
Zum Stichtag 30.06.2021 betrug die Bilanzsumme 239,0
Mio. € (31.12.2020: 199,8 Mio. €, 30.06.2020:
176,7 Mio. €).
Der Rückgang des Anlagevermögens im
Berichtszeitraum von 99,4 Mio. € am 31.12.2020 um 6,4
Mio. € auf 93,0 Mio. € resultiert im Wesentlichen
aus der Abschreibung von Nutzungsrechten nach IFRS 16.
Größte Position im kurzfristig gebundenen
Vermögen sind die Vorräte. Seit Jahresanfang
haben sich die Bestände um 31,5 Mio. € auf 68,3
Mio. € erhöht (31.12.2020: 36,9 Mio. €). Im
Stichtagsvergleich fallen die Vorräte um 6,8 Mio.
€ höher aus (30.06.2020: 61,5 Mio. €).
Aufgrund der erweiterten Lagerkapazität und vor dem
Hintergrund der aktuellen Marktsituation hat die
Gesellschaft etwas früher als im Jahr zuvor mit der
Winterbevorratung begonnen. Der Anteil der Vorräte an
der Bilanzsumme belief sich zum 30.06.2021 auf 28,6 %
(31.12.2020: 18,5 %, 30.06.2020: 34,8 %).
Die Forderungen folgen üblicherweise der
Saisonkurve, allerdings sind Stichtagseffekte unvermeidbar.
Der Forderungsbestand belief sich zum zurückliegenden
Quartalsende auf 47,8 Mio. € (31.12.2020: 33,3 Mio.
€, 30.06.2020: 23,5 Mio. €). Der deutliche
Anstieg seit Jahresbeginn resultiert im Wesentlichen aus
den übrigen sonstigen Forderungen, da die Auszahlung
der Einnahmen aus der Bezugsrechts-Kapitalerhöhung
erst Anfang Juli erfolgt ist. Die Forderungen aus
Lieferungen und Leistungen beliefen sich am Bilanzstichtag
auf 19,5 Mio. € (31.12.2020: 19,1 Mio. €,
30.06.2020: 14,2 Mio. €).
Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
wurden seit Jahresanfang von 69 Mio. € um 15,0 Mio.
€ auf 84 Mio. € ausgeweitet. Im
Stichtagsvergleich fallen die Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen um 19,5 Mio. € höher
aus (30.06.2020: 64,3 Mio. €). Der Anstieg im
Stichtagsvergleich geht zu einem guten Teil mit der
zeitlich vorgezogenen Winterbevorratung einher. Der Anteil
der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen an der
Bilanzsumme betrug 35,1 % (31.12.2020: 34,5 %, 30.06.2020:
36,4 %).
| 30.06.21 | % | +% | 31.12.20 | % | 30.06.20 | |
| Aktiva | ||||||
| Langfristige Vermögenswerte | 118.001 | 49,4 | -4,8 | 124.009 | 62,1 | 86.792 |
| Anlagevermögen | 92.984 | 38,9 | -6,4 | 99.388 | 49,8 | 72.845 |
| sonstige Vermögenswerte | 25.018 | 10,5 | 1,6 | 24.620 | 12,3 | 13.947 |
| Kurzfristige Vermögenswerte | 120.954 | 50,6 | 59,7 | 75.758 | 37,9 | 89.889 |
| Vorräte | 68.326 | 28,6 | 85,3 | 36.865 | 18,5 | 61.540 |
| Forderungen | 47.788 | 20,0 | 43,7 | 33.258 | 16,6 | 23.513 |
| Liquidität | 4.840 | 2,0 | -14,1 | 5.635 | 2,8 | 4.836 |
| Bilanzsumme | 238.956 | 100,0 | 19,6 | 199.767 | 100,0 | 176.681 |
| Passiva | ||||||
| Langfristige Finanzierungsmittel | 77.566 | 32,5 | 19,7 | 64.816 | 32,4 | 29.631 |
| Eigenkapital | 32.183 | 13,5 | 117,4 | 14.801 | 7,4 | 2.387 |
| langfristige Schulden | 45.383 | 19,0 | -9,3 | 50.015 | 25,0 | 27.244 |
| Rückstellungen | 115 | 0,0 | -2,6 | 118 | 0,1 | 382 |
| Verbindlichkeiten | 45.268 | 18,9 | -8,8 | 49.611 | 24,8 | 26.316 |
| Andere langfristige Verbindlichkeiten | 0 | 0,0 | -100,0 | 286 | 0,1 | 546 |
| Kurzfristige Schulden | 161.390 | 67,5 | 19,6 | 134.951 | 67,6 | 147.049 |
| Rückstellungen | 4.834 | 2,0 | 36,4 | 3.544 | 1,8 | 4.843 |
| Verbindlichkeiten | 156.555 | 65,5 | 19,1 | 131.407 | 65,8 | 142.207 |
| Bilanzsumme | 238.956 | 100,0 | 19,6 | 199.767 | 100,0 | 176.681 |
| % | |
| Aktiva | |
| Langfristige Vermögenswerte | 49,1 |
| Anlagevermögen | 41,2 |
| sonstige Vermögenswerte | 7,9 |
| Kurzfristige Vermögenswerte | 50,9 |
| Vorräte | 34,8 |
| Forderungen | 13,3 |
| Liquidität | 2,7 |
| Bilanzsumme | 100,0 |
| Passiva | |
| Langfristige Finanzierungsmittel | 16,8 |
| Eigenkapital | 1,4 |
| langfristige Schulden | 15,4 |
| Rückstellungen | 0,2 |
| Verbindlichkeiten | 14,9 |
| Andere langfristige Verbindlichkeiten | 0,3 |
| Kurzfristige Schulden | 83,2 |
| Rückstellungen | 2,7 |
| Verbindlichkeiten | 80,5 |
| Bilanzsumme | 100,0 |
Die flüssigen Mittel beliefen sich zum 30.06.2021
auf 4,8 Mio. € (31.12.2020: 5,6 Mio. €,
30.06.2020: 4,8 Mio. €). Die Netto-Liquidität
(Liquidität abzüglich kurzfristiger
Finanzschulden) belief sich zum Stichtag 30.06.2021 auf
-50,1 Mio. € (31.12.2020: -38,9 Mio. €,
30.06.2020: -55,7 Mio. €). Aufgrund der
Saisonalität des Geschäfts und der Zahlungsziele
im Reifenhandel ist die Kreditlinien-Inanspruchnahme zur
Jahresmitte typischerweise am höchsten. Zum
Bilanzstichtag war der Liquiditätszufluss aus der
Bezugsrechts-Kapitalerhöhung noch ausstehend.
Wäre der Nettozufluss (Bruttoemissionserlös nach
Abzug von Provisionen und Kosten) in Höhe von 7,6 Mio.
€ noch im Juni erfolgt, so wäre die
Netto-Liquidität am Bilanzstichtag entsprechend
höher ausgefallen.
Das Eigenkapital belief sich zum Bilanzstichtag auf 32,2
Mio. € (31.12.2020: 14,8 Mio. €, 30.06.2020: 2,4
Mio. €). Mittels der erfolgreich platzierten
Kapitalerhöhungen konnte das Eigenkapital der
Gesellschaft um 16,3 Mio. € erhöht werden. Die
Eigenkapitalquote der Gesellschaft beläuft sich zum
Bilanzstichtag auf 13,5 % (31.12.2020: 7,4 %).
Aufgrund des zeitlich vorgezogenen Lagerbestandsaufbaus
und der entsprechenden Entwicklung im Working Capital
verringerte sich der Cashflow aus laufender
Geschäftstätigkeit für H1 21 auf -15,6 Mio.
€ (H1 20: 6,9 Mio. €).
Die Investitionen in Sachanlagen beliefen sich im H1 21
auf 0,4 Mio. € (H1 20: 0,7 Mio. €). Darüber
hinaus hat Delticom im Berichtszeitraum 0,2 Mio. € in
immaterielle Vermögenswerte investiert (H1 20: 0,2
Mio. €). Bei den im ersten Halbjahr 2021
getätigten Investitionen handelt es sich im
Wesentlichen um Ausstattungsinvestitionen in unsere
Läger sowie um Software. Im Rahmen des
Grundstücksverkaufs einer Tochtergesellschaft wurde
ein Verkaufserlös in Höhe von rund 0,8 Mio.
€ erzielt. Im Ergebnis betrug der Cashflow aus
Investitionstätigkeit 0,2 Mio. € (H1 20: -0,9
Mio. €).
Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit betrug im
Berichtszeitraum insgesamt 14,6 Mio. €. Seit
Jahresbeginn wurden im Zusammenhang mit dem
Lagerbestandsaufbau die Kreditlinien um 10,4 Mio. €
ausgeweitet. Ferner wurden Leasingverbindlichkeiten in
Höhe von 4,3 Mio. € in Zusammenhang mit der
Anwendung von IFRS 16 zurückgeführt. Aus der
erfolgreichen Platzierung der bezugsrechtsfreien
Kapitalerhöhung resultierte ein Nettozufluss in
Höhe von 8,4 Mio. €. Der Mittelzufluss aus der
Bezugsrechts-Kapitalerhöhung ist erst im Juli 2021
erfolgt.
Nachfolgend werden die Tochterunternehmen
aufgeführt, die im Konzernabschluss zum 30.06.2021
vollkonsolidiert sind:
| Tochtergesellschaft | Status |
| All you need GmbH, Hannover (Deutschland) | in Schließung |
| DeltiCar SAS, Ensisheim (Frankreich) | nicht operativ tätig |
| Delticom North America Inc., Benicia (USA) | aktiv |
| Delticom OE S.r.l., Timisoara (Rumänien) | aktiv |
| Delticom TOV, Lwiw (Ukraine) | in Schließung |
| Delticom Russland OOO, Moskau (Russland) | aktiv |
| DeltiLog Ltd., Witney (Großbritannien) | aktiv |
| DeltiLog GmbH, Hannover (Deutschland) | aktiv |
| DS Road GmbH, Pratteln (Schweiz) | aktiv |
| Giga GmbH, Hamburg (Deutschland) | aktiv |
| Gigatires LLC, Benicia, (USA) | aktiv |
| Gourmondo Food GmbH, Hannover (Deutschland) | in Liquidation |
| Pnebo Gesellschaft für Reifengroßhandel und Logistik mbH, Hannover (Deutschland) | aktiv |
| Ringway GmbH, Hannover (Deutschland) | aktiv |
| Tireseasy LLC, Benicia (USA) | aktiv |
| Tirendo Deutschland GmbH, Berlin (Deutschland) | aktiv (in Verschmelzung) |
| Tirendo Holding GmbH, Berlin (Deutschland) | aktiv |
| Toroleo Tyres GmbH, Sarstedt (Deutschland) | aktiv |
| Toroleo Tyres TT GmbH und Co. KG, Sarstedt (Deutschland) | aktiv |
| TyresNET GmbH, München (Deutschland) | aktiv |
Mit Geschäftsanteilskauf und -abtretungsvertrag vom
30.06.2021 veräußerte Delticom ihre Anteile an
der Extor GmbH. Hieraus ergab sich ein Gewinn aus der
Entkonsolidierung von 5 Tsd. €.
Nach Abschluss des Berichtszeitraums gab es keine
Vorgänge von besonderer Bedeutung.
Als international tätiges Unternehmen ist Delticom
Risiken unterschiedlichster Art ausgesetzt. Um diese
rechtzeitig erkennen, bewerten und entsprechende
Gegenmaßnahmen einleiten zu können, haben wir
frühzeitig ein Risikomanagementsystem etabliert und
hierzu eine unternehmensweite Richtlinie zur
Risikofrüherkennung und zum Risikomanagement
verabschiedet. Darstellungen zum Risikomanagement und eine
Übersicht sowohl zu bestandsgefährdenden als auch
zu wesentlichen Einzelrisiken und -chancen finden sich im
Geschäftsbericht für das Geschäftsjahr 2020
auf Seite 67ff.
Gegenüber der Darstellung im Geschäftsbericht
2020 hat sich die Risikoposition nicht wesentlich
geändert.
Die Finanzierung der Gesellschaft ist aufgrund der
Sanierungsvereinbarung bis zum Ende des
Geschäftsjahres 2021 gesichert. Das Management
arbeitet gemeinsam mit den künftigen
Finanzierungspartnern derzeit an den wesentlichen
Eckpunkten der Anschlussfinanzierung. Diese Gespräche
verlaufen äußerst konstruktiv und befinden sich
auf einem guten Weg. Mit der erfolgreichen Platzierung der
Kapitalerhöhungen im Juni des laufenden Jahres wurde
ein weiterer wichtiger Meilenstein der Sanierung erreicht.
Durch die Kapitalerhöhungen wird das Eigenkapital der
Gesellschaft nachhaltig gestärkt. Mittels des
Liquiditätszuflusses aus den Kapitalerhöhungen
werden die Kreditlinien zudem weiter entlastet,
zusätzlich zu den erzielten Effekten aus der guten
operativen Entwicklung, der Optimierung des Working Capital
Managements und den seit Sanierungsbeginn erfolgreich
umgesetzten Sanierungsmaßnahmen. Der
Finanzierungsbedarf für die Folgejahre wird sich
entsprechend deutlich verringern. Derzeit
überprüft die Gesellschaft erneut ihre
Mittelfristplanung, welche auf Wunsch der
Finanzierungspartner auf dem vorliegenden
Halbjahresabschluss und der Bestätigung der
Wirtschaftsprüfer aufsetzen wird. Sobald die
überarbeitete Mittelfristplanung vorliegt und die
Sanierung durch den Sanierungsberater für beendet
erklärt wurde, kann die Anschlussfinanzierung mit den
Finanzierungspartnern weiter vorangetrieben und finalisiert
werden. Das Management der Gesellschaft rechnet mit einem
erfolgreichen Abschluss der Anschlussfinanzierung bis zum
Ende des laufenden Geschäftsjahres.
Das Kieler Institut für Wirtschaftsforschung (IfW)
rechnet für das laufende Jahr mit einer sehr
kräftigen Expansion der Weltwirtschaft. So soll sich
die wirtschaftliche Aktivität mit dem Abschwächen
der Coronapandemie und der Aufhebung der zu ihrer
Eindämmung getroffenen Maßnahmen während
des Sommers auch dort wieder erholen, wo sie zwischendurch
spürbar gesunken war. Angesichts zunehmender
Impffortschritte und der damit einhergehenden Reduktion von
Infektionsrisiken erwartet das IfW für die zweite
Jahreshälfte 2021 eine fortschreitende Normalisierung
der Rahmenbedingungen auch für die besonders
kontaktintensiven Wirtschaftszweige wie dem Tourismus, dem
Reiseverkehr und dem Unterhaltungsgewerbe. Der private
Konsum soll vor dem Hintergrund von niedrigen Zinsen und
einkommenssichernden Maßnahmen der Finanzpolitik
ebenfalls kräftig zulegen und die Erholung
stützen. Insgesamt gehen die Experten des IfW für
das laufende Jahr von einem Anstieg des globalen
Bruttoinlandsprodukts um 6,7 % aus.
Schätzungen des IfW zufolge soll auch die
wirtschaftliche Aktivität im Euroraum im
Sommerhalbjahr kräftig wachsen und zum Jahresende 2021
ihr Vorkrisenniveau überschreiten. Vor dem Hintergrund
der inzwischen rasch voranschreitenden Impfkampagnen, der
Saisonalität und der Infektionsschutzmaßnahmen
ist das Infektionsgeschehen in ganz Europa auf dem
Rückzug. Dies ermöglicht es den Mitgliedsstaaten,
die noch bestehenden Restriktionen nach und nach
zurückzunehmen. Zuwächse sind über den
Sommer zum Großteil aus den bislang noch besonders
beeinträchtigten Dienstleistungsbereichen sowie beim
privaten Konsum zu erwarten. Gleichzeitig stützt eine
weiterhin expansive Ausrichtung der Finanzpolitik die
Konjunktur. Das IfW geht alles in allem für den
Euroraum von einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um 5,3
% im Gesamtjahr aus.
Auch in Deutschland hängt die Entwicklung der
Konjunktur seit dem Ausbruch der Coronapandemie vornehmlich
von den zum Infektionsschutz ergriffenen Maßnahmen
ab. Das IfW geht davon aus, dass die wirtschaftliche
Aktivität hierzulande im weiteren Verlauf dieses
Jahres in hohem Tempo ausgeweitet und ihr Vorkrisenniveau
wieder überschreiten wird. Vor dem Hintergrund der
Zurücknahme der pandemiebedingten Beschränkungen
rechnen die Experten damit, dass die Aktivität
insbesondere in jenen Bereichen wieder schnell zunehmen
wird, die zuvor besonders belastet waren. So sollen an
erster Stelle der Handel und kontaktintensive
Dienstleistungen durch steigende Konsumabgaben der privaten
Haushalte profitieren. Unter der Annahme, dass bis zum Ende
des dritten Quartals dieses Jahres alle nennenswerten
pandemiebedingten Restriktionen nach und nach aufgehoben
werden, geht das IfW für 2021 von einem Anstieg des
deutschen Bruttoinlandsprodukts um 3,9 % aus.
Nach dem coronabedingt starken Einbruch der Absatzzahlen
in 2020 befindet sich das europäische
Ersatzreifengeschäft in den ersten sechs Monaten des
laufenden Jahres auf Erholungskurs. Auf Halbjahressicht
konnte gemäß der ETRMA eine langsame
Rückkehr auf das Vor-Corona-Niveau beobachtet werden.
Ob dieser Trend anhalten wird, bleibt allerdings abzuwarten
und hängt auch vom weiteren Verlauf der Pandemie ab.
Der generelle Trend Richtung E-Commerce wird auch
weiterhin zunehmen. Laut dem "Global Digital Report 2021"
nutzen heutzutage bereits mehr als 4,6 Milliarden Menschen
und damit knapp 60 % der weltweiten Bevölkerung das
Internet, ein Anstieg um 7,3 % gegenüber dem Vorjahr.
Der Bundesverband ECommerce und Versandhandel Deutschland
e. V. (bevh) rechnet angesichts der guten Entwicklung im
ersten Halbjahr 2021 damit, dass der Umsatz im E-Commerce
hierzulande in diesem Jahr erstmals die Grenze von 100 Mrd.
€ überschreiten könnte.
Das Management der Gesellschaft rechnet unverändert
damit, im laufenden Jahr einen Konzernumsatz in einer
Spanne von 550 Mio. € und 590 Mio. € zu erzielen.
Auf Halbjahressicht fiel die Ersatzreifennachfrage nach dem
coronabedingten Einbruch im letzten Jahr in den einzelnen
Ländern, in denen die Gesellschaft tätig ist,
noch sehr uneinheitlich aus. Das Umsatzwachstum im
Kerngeschäft um 6,5 % im H1 2021 ist im Wesentlichen
auf die positive Entwicklung in den Umrüstländern
zurückzuführen. Aufgrund der Fortschritte bei den
Impfkampagnen und der rückläufigen Entwicklung
der Infektionszahlen rechnet die Gesellschaft damit, dass
sich die Nachfrage im zweiten Halbjahr auf
gesamteuropäischer Ebene weiter stabilisieren wird
unter der Prämisse, dass es im Herbst nicht erneut zu
einschneidenden Lockdowns kommen wird und sich das Leben
der europäischen Verbraucher und damit ihr
Mobilitätsverhalten entsprechend weiter normalisieren
wird.
Für das EBITDA im Gesamtjahr planen wir in
Abhängigkeit vom Umsatz unverändert mit einer
Spanne von 16 Mio. € und 20 Mio. €. Wir gehen
davon aus, dass mit Überschreitung des unteren Endes
der Umsatzprognose das EBITDA entsprechend direkt steigt.
Auch in der zweiten Jahreshälfte ist mit
Ergebnisbeiträgen aus Projektentwicklungen zu rechnen,
welche die Belastungen aus der Restrukturierung
kompensieren werden. Wenngleich diese Ergebnisbeiträge
höher ausfallen werden als im H1 2021, so wird der
Beitrag im H2 2021 dennoch deutlich geringer sein als der
zum Ende des letzten Jahres realisierte Ergebnisbeitrag.
Auch im weiteren Jahresverlauf wird unser Fokus auf der
Generierung ausreichend profitabler Umsätze liegen.
In den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres sind
Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von 3,0 Mio.
€ angefallen. Die Höhe der
Restrukturierungsaufwendungen im Gesamtjahr 2021 wird
maßgeblich davon abhängen, wann im Verlauf des
zweiten Halbjahres der Abschluss der Anschlussfinanzierung
erfolgt. Zum jetzigen Zeitpunkt gehen wir davon aus, dass
sich die zu Jahresbeginn auf insgesamt 4 Mio. €
bezifferten Restrukturierungsaufwendungen im Gesamtjahr auf
rund 5 Mio. € belaufen werden. Die Gesellschaft wird
weiterhin alle Anstrengungen unternehmen mit dem Ziel, den
ursprünglichen Planwert nicht wesentlich zu
überschreiten.
Dank unseres Multi-Shop-Ansatzes sprechen wir
verschiedene Kundensegmente an, um das Marktpotenzial
optimal abzuschöpfen. Wir gehen davon aus, auch im
laufenden Geschäftsjahr mehr als 1 Mio. Neukunden von
den Vorteilen eines Kaufs in einem der Onlineshops der
Delticom überzeugen zu können.
Aufgrund des mehrjährigen Ersatzzyklus sind wir
zuversichtlich, einen Teil der über die letzten Jahre
gewonnenen Neukunden in den kommenden Monaten als
Wiederkäufer in unseren Shops begrüßen zu
können.
Entsprechend unserer Umsatz- und Liquiditätsplanung
für das laufende Jahr werden wir in den kommenden
Quartalen den Lageraufbau bzw. -abbau gestalten. Die
engmaschige Steuerung des Working Capital Managements wird
weiterhin eine zentrale Rolle einnehmen. Für das
laufende Jahr planen wir unverändert mit einem
positiven Free Cashflow von mehr als 10 Mio. €.
| in Tausend € | 01.01.2021 - 30.06.2021 | 01.01.2020 - 30.06.2020 |
| Umsatz | 249.270 | 238.032 |
| Sonstige betriebliche Erträge | 16.491 | 8.859 |
| Gesamtleistung | 265.761 | 246.891 |
| Materialaufwand | -192.245 | -181.573 |
| Rohertrag | 73.516 | 65.318 |
| Personalaufwand | -6.992 | -7.531 |
| Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte, Nutzungsrechte und Sachanlagen | -5.283 | -4.688 |
| Forderungsverluste und Einzelwertberichtigungen | -1.641 | -1.818 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | -56.856 | -57.446 |
| Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern (EBIT) | 2.745 | -6.166 |
| Finanzaufwand | -1.250 | -1.257 |
| Finanzertrag | 46 | 33 |
| Finanzergebnis (netto) | -1.203 | -1.223 |
| Ergebnis von Steuern (EBT) | 1.542 | -7.389 |
| Steuern vom Einkommen und vom Ertrag | -501 | 1.533 |
| Konzernergebnis | 1.040 | -5.856 |
| davon entfallen auf: | ||
| Anteile in Fremdbesitz | 53 | 78 |
| Gesellschafter des Mutterunternehmens | 986 | -5.934 |
| unverwässertes Ergebnis je Aktie | 0,08 | -0,47 |
| verwässertes Ergebnis je Aktie | 0,08 | -0,47 |
| in Tausend € | 01.01.2021 - 30.06.2021 | 01.01.2020 - 30.06.2020 |
| Konzernergebnis | 1.040 | -5.856 |
| Direkt im Eigenkapital erfasste Veränderungen des Geschäftsjahres | ||
| Summe der erfolgsneutral erfassten Erträge und Aufwendungen | 67 | -31 |
| Wertänderung, die künftig über die Gewinn-und-Verlust-Rechnung umgegegliedert werden | ||
| Veränderungen aus der Währungsumrechnung | 67 | -31 |
| Gesamtergebnis der Periode | 1.107 | -5.887 |
| Auf Anteile im Fremdbesitz entfallendes Gesamtergebnis | 80 | 81 |
| Gesamtergebnis den Anteilseignern zuzurechnen | 1.027 | -5.968 |
| in Tausend € | 30.06.2021 | 31.12.2020 |
| Langfristige Vermögenswerte | 118.001 | 124.009 |
| Immaterielle Vermögenswerte | 38.954 | 39.678 |
| Nutzungsrechte | 45.685 | 50.409 |
| Sachanlagen | 8.343 | 9.294 |
| Finanzanlagen | 2 | 8 |
| Latente Steueransprüche | 8.938 | 8.850 |
| Sonstige langfristige Forderungen | 16.080 | 15.770 |
| Kurzfristige Vermögenswerte | 120.954 | 75.758 |
| Vorräte | 68.326 | 36.865 |
| Forderungen aus Lieferung und Leistung | 19.510 | 19.090 |
| Sonstige Vermögenswerte | 28.178 | 14.065 |
| Ertragsteuerforderungen | 100 | 104 |
| Flüssige Mittel | 4.840 | 5.635 |
| Summe Vermögenswerte | 238.956 | 199.767 |
| in Tausend € | 30.06.2021 | 31.12.2020 |
| Eigenkapital | 32.183 | 14.801 |
| Eigenkapital der Anteilseigner der Delticom AG | 31.160 | 13.807 |
| Gezeichnetes Kapital | 14.831 | 12.463 |
| Kapitalrücklage | 47.667 | 33.739 |
| Aktienoptionsprogramm | 193 | 214 |
| Direkt im Eigenkapital erfasste Aufwendungen und Erträge | -213 | -280 |
| Gewinnrücklagen | 200 | 200 |
| Konzernbilanzverlust | -31.517 | -32.529 |
| Anteile von Minderheiten am Eigenkapital | 1.023 | 994 |
| Summe Schulden | 206.773 | 184.966 |
| Langfristige Schulden | 45.383 | 50.015 |
| Langfristige Finanzschulden | 45.268 | 49.611 |
| Langfristige Rückstellungen | 115 | 118 |
| Latente Steuerverbindlichkeiten | 0 | 0 |
| Andere langfristige Verbindlichkeiten | 0 | 286 |
| Kurzfristige Schulden | 161.390 | 134.951 |
| Kurzfristige Finanzschulden | 54.976 | 44.490 |
| Sonstige kurzfristige Rückstellungen | 4.017 | 2.702 |
| Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 83.853 | 68.830 |
| Steuerverpflichtungen | 817 | 842 |
| Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten | 17.726 | 18.086 |
| Summe Eigenkapital und Schulden | 238.956 | 199.767 |
| in Tausend € | 01.01.2021 - 30.06.2021 | 01.01.2020 - 30.06.2020 |
| Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern (EBIT) | 2.745 | -6.166 |
| Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte, Nutzungsrechte und Sachanlagen | 5.283 | 4.688 |
| Veränderung der sonstigen Rückstellungen | 1.312 | 1.101 |
| Saldo aus Gewinnen und Verlusten aus Anlagenabgängen | 445 | 0 |
| Sonstige nicht zahlungswirksame Aufwendungen und Erträge | -1.788 | -1.957 |
| Veränderung der Vorräte | -31.461 | 1.410 |
| Veränderungen der Forderungen aLuL sowie anderer Aktiva, die nicht der | -4.572 | 9.428 |
| Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind | ||
| Veränderungen der Verbindlichkeiten aLuL sowie anderer Passiva, die nicht der | 14.356 | -468 |
| Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind | ||
| Erhaltene Zinsen | 46 | 10 |
| Gezahlte Zinsen | -1.558 | -1.115 |
| Gezahlte Ertragsteuern | -384 | 0 |
| Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit | -15.576 | 6.931 |
| Einzahlungen aus Abgängen des Sachanlagevermögens | 770 | 0 |
| Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlagevermögen | -371 | -698 |
| Auszahlungen fur Investitionen in die immateriellen Vermögenswerte | -187 | -246 |
| Cashflow aus Investitionstätigkeit | 212 | -944 |
| Einzahlungen aus Kapitalerhöhungen | 8.425 | 0 |
| Aufnahme von Finanzschulden | 10.398 | 0 |
| Tilgung von Finanzschulden | -4.255 | -6.493 |
| Cashflow aus Finanzierungstätigkeit | 14.568 | -6.493 |
| Wechselkursbedingte Veränderungen des Finanzmittelbestands | 1 | 0 |
| Finanzmittelbestand am Anfang der Periode | 5.635 | 5.339 |
| Zahlungswirksame Veränderungen des Finanzmittelbestands | -795 | -503 |
| Finanzmittelbestand am Ende der Periode | 4.840 | 4.836 |
| in Tausend € | Gezeichnetes Kapital | Kapitalrücklage | Aktien optionsplan | Währungsumrechnungsrücklage | Gewinnrücklagen | Konzernbilanzverlust |
| Stand am 1. Januar 2020 | 12.463 | 33.739 | 231 | 46 | 200 | -38.354 |
| Veränderung von Minderheitsanteilen | -909 | |||||
| Konzernergebnis | -5.934 | |||||
| Sonstiges Ergebnis nach Steuern | -32 | -2 | ||||
| Gesamtergebnis nach Steuern | -32 | -5.936 | ||||
| Stand am 30. Juni 2020 | 12.463 | 33.739 | 231 | 14 | 200 | -45.199 |
| Stand am 1. Januar 2021 | 12.463 | 33.739 | 214 | -280 | 200 | -32.529 |
| Aktienoptionen | -21 | |||||
| Veränderung von Minderheitsanteilen | 51 | |||||
| Kapitalerhöhung | 2.368 | 13.928 | ||||
| Konzernergebnis | 986 | |||||
| Sonstiges Ergebnis nach Steuern | 67 | -27 | ||||
| Gesamtergebnis nach Steuern | 67 | 959 | ||||
| Stand am 30. Juni 2021 | 14.831 | 47.667 | 193 | -213 | 200 | -31.517 |
| in Tausend € | Summe | Anteile in Fremdbesitz | Summe Eigenkapital |
| Stand am 1. Januar 2020 | 8.325 | -51 | 8.274 |
| Veränderung von Minderheitsanteilen | -909 | 909 | 0 |
| Konzernergebnis | -5.934 | 78 | -5.856 |
| Sonstiges Ergebnis nach Steuern | -34 | 3 | -31 |
| Gesamtergebnis nach Steuern | -5.968 | 81 | -5.887 |
| Stand am 30. Juni 2020 | 1.448 | 939 | 2.387 |
| Stand am 1. Januar 2021 | 13.807 | 994 | 14.801 |
| Aktienoptionen | -21 | 0 | -21 |
| Veränderung von Minderheitsanteilen | 51 | -51 | 0 |
| Kapitalerhöhung | 16.296 | 0 | 16.296 |
| Konzernergebnis | 986 | 54 | 1.040 |
| Sonstiges Ergebnis nach Steuern | 40 | 26 | 66 |
| Gesamtergebnis nach Steuern | 1.027 | 80 | 1.107 |
| Stand am 30. Juni 2021 | 31.160 | 1.023 | 32.183 |
Die Delticom AG (nachfolgend "AG" genannt) ist die
Muttergesellschaft des Delticom-Konzerns (nachfolgend
"Delticom" genannt). Die AG ist im Handelsregister des
Amtsgerichts Hannover mit der Registernummer HRB58026
eingetragen. Die Anschrift der AG lautet 30169 Hannover,
Brühlstraße 11, Deutschland.
Delticom ist Europas führendes
E-Commerce-Unternehmen für Reifen und
Kompletträder. Die Produktpalette für Privat- und
Geschäftskunden umfasst mehr als 600 Marken und rund
18.000 Reifenmodelle für Pkw und Motorräder sowie
Kompletträder. Kunden können die bestellten
Produkte zur Montage auch zu einem der weltweit rund 37.000
Werkstattpartner der Delticom AG schicken lassen.
Ausführliche Informationen über das
Berichtsunternehmen sind im Lagebericht des
Geschäftsberichts 2020 im Abschnitt
Geschäftstätigkeit sowie im Abschnitt
Organisation dargestellt.
Aus rechentechnischen Gründen können in den
Tabellen Rundungsdifferenzen auftreten.
Vom 01.01.2021 bis zum 30.06.2021 waren im Durchschnitt
176 Arbeitnehmer beschäftigt (davon im Durchschnitt 2
Auszubildende und Praktikanten). Diese Berechnung basiert
auf der Anzahl der Beschäftigten unter
Berücksichtigung der geleisteten Arbeitsstunden.
In Deutschland, aber auch in der Alpenregion und in
Nordeuropa prägt der jahreszeitlich bedingte
Wetterwechsel den Geschäftsverlauf im Reifenhandel.
Weil die meisten Autofahrer ihre Winterreifen bereits mit
dem ersten Schneefall und damit in den letzten Monaten
eines Jahres kaufen, fällt das erste Quartal meist
etwas schwächer aus. Das zweite Jahresviertel dagegen
gibt sich traditionell umsatzstark: Oft sind die
Temperaturen im April und Mai schon vergleichsweise hoch
und das teils angenehm warme Wetter führt bei vielen
Pkw-Fahrern zum Kauf neuer Sommerreifen.
Das dritte Quartal schließlich flacht
typischerweise wieder etwas ab: Im Übergang vom
Sommer- auf das Winterreifengeschäft wird der Absatz
etwas schwächer. In den meisten Ländern Europas
zeigt sich das letzte Quartal dann meist auch als das
umsatzstärkste. In der dunklen Jahreszeit werden die
Straßenverhältnisse schwieriger, die Bremswege
verlängern sich - und vielen Autofahrern wird die
Notwendigkeit neuer Reifen ganz direkt bewusst.
Wetterbedingte Verschiebungseffekte zwischen den Quartalen
und Basiseffekte im Vergleich zum Vorjahr sind
unvermeidlich.
Der vorliegende Halbjahresabschluss zum 30.06.2021 wurde
nach den vom International Accounting Standards Board
(IASB) verabschiedeten International Financial Reporting
Standards (IFRS) für die Zwischenberichterstattung,
wie sie in der Europäischen Union (EU) anzuwenden
sind, erstellt. Zur Anwendung kamen alle am
Abschlussstichtag gültigen und verpflichtend
anzuwendenden IFRS Standards, insbesondere IAS 34
(Zwischenberichterstattung).
Nach IAS 34 sind in einem Zwischenfinanzbericht
mindestens folgende Angaben erforderlich:
| ― |
eine verkürzte Bilanz (Bilanz) |
| ― |
entweder (a), eine verkürzte Gesamtergebnisrechnung oder (b), eine verkürzte Gesamtergebnisrechnung und eine verkürzte Gewinn- und Verlustrechnung |
| ― |
eine verkürzte Aufstellung der Veränderungen des Eigenkapitals |
| ― |
eine verkürzte Kapitalflussrechnung |
| ― |
ausgewählte Erläuterungen |
Der Zwischenabschluss enthält nicht alle für
einen Konzernabschluss notwendigen Erläuterungen und
Angaben und ist daher in Verbindung mit dem
Konzernabschluss zum 31.12.2020 zu sehen. Der
Geschäftsbericht 2020 steht auf der
Unternehmenswebseite im Bereich Investor Relations bzw.
unter nachfolgenden Link zum Download bereit:
www.delti.com/Investor_Relations/Delticom_Geschaeftsbericht_2020.pdf
Der beizulegende Zeitwert der vorhandenen
Finanzinstrumente entspricht bei sämtlichen
Bilanzpositionen näherungsweise dem Buchwert. Die
Finanzinstrumente der Kategorie "Zu Handelszwecken
gehaltene finanzielle Vermögenswerte" in Höhe von
440 Tsd. € (31.12.2020: 16 Tsd. €) sowie der
Kategorie "Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle
Verbindlichkeiten" in Höhe von 32 Tsd. €
(31.12.2020: 602 Tsd. €) sind in der Fair
Value-Hierarchie in Stufe 2 eingeordnet. Fair Values der
Hierarchiestufe 3 liegen wie in Vorjahren nicht vor.
Veränderungen der beizulegenden Zeitwerte wurden in
der Erfolgsrechnung erfasst. Die Bewertung erfolgt unter
Berücksichtigung von aktuellen EZB-Referenzkursen und
Terminauf- bzw. -abschlägen.
Aufgrund der kurzfristigen Fälligkeiten für
Zahlungen entspricht der Buchwert der Forderungen aus
Lieferungen und Leistungen dem beizulegenden Zeitwert. Die
Ertragsteuern der Gewinn- und -Verlustrechnung werden im
Zwischenabschluss nach IAS 34.30c mittels einer Steuerquote
ermittelt und beinhalten im Wesentlichen Steueraufwendungen
aus der Bilanzierung aktiver latenter Steuern sowie aus der
Kapitalerhöhung.
Der Konsolidierungskreis umfasst neben der Delticom AG
als Obergesellschaft elf inländische und neun
ausländische Tochtergesellschaften, die alle in den
Zwischenabschluss vollkonsolidiert wurden.
Die folgenden Unternehmen wurden im laufenden
Geschäftsjahr voll konsolidiert:
| Tochtergesellschaft | Status |
| All you need GmbH, Hannover (Deutschland) | in Schließung |
| DeltiCar SAS, Ensisheim (Frankreich) | nicht operativ tätig |
| Delticom North America Inc., Benicia (USA) | aktiv |
| Delticom OE S.r.l., Timisoara (Rumänien) | aktiv |
| Delticom TOV, Lwiw (Ukraine) | in Schließung |
| Delticom Russland OOO, Moskau (Russland) | aktiv |
| DeltiLog Ltd., Witney (Großbritannien) | aktiv |
| DeltiLog GmbH, Hannover (Deutschland) | aktiv |
| DS Road GmbH, Pratteln (Schweiz) | aktiv |
| Giga GmbH, Hamburg (Deutschland) | aktiv |
| Gigatires LLC, Benicia, (USA) | aktiv |
| Gourmondo Food GmbH, Hannover (Deutschland) | in Liquidation |
| Pnebo Gesellschaft für Reifengroßhandel und Logistik mbH, Hannover (Deutschland) | aktiv |
| Ringway GmbH, Hannover (Deutschland) | aktiv |
| Tireseasy LLC, Benicia (USA) | aktiv |
| Tirendo Deutschland GmbH, Berlin (Deutschland) | aktiv (in Verschmelzung) |
| Tirendo Holding GmbH, Berlin (Deutschland) | aktiv |
| Toroleo Tyres GmbH, Sarstedt (Deutschland) | aktiv |
| Toroleo Tyres TT GmbH und Co. KG, Sarstedt (Deutschland) | aktiv |
| TyresNET GmbH, München (Deutschland) | aktiv |
Mit Geschäftsanteilskauf und -abtretungsvertrag vom
30. Juni 2021 veräußerte Delticom ihre Anteile
an der Extor GmbH. Hieraus ergab sich ein Gewinn aus der
Entkonsolidierung von 5 Tsd. €.
Die im vorliegenden Zwischenabschluss angewandten
Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechen denen des
Konzernabschlusses der Gesellschaft zum 31.12.2020.
Zum 1. Juni 2021 erfolgte eine bezugsrechtsfreie
Kapitalerhöhung durch Ausgabe von 1.246.333 neuen,
nennbetragslosen, auf den Namen lautenden Stückaktien
zu einem Platzierungspreis von € 7,12. Darüber
hinaus erfolgte am 24. Juni 2021 eine
Bezugsrechts-Kapitalerhöhung durch die Ausgabe von
1.121.697 neuen, nennbetragslosen, auf den Namen lautenden
Stückaktien zu einem Platzierungspreis von €
7,12. Somit erhöhte sich das gezeichnete Kapital der
Delticom AG auf nunmehr 14.831 Tsd. €. Unter
Berücksichtigung von Emissionskosten sowie darauf
entfallender latenter Steuern (insgesamt 565 Tsd. €)
erhöhte sich die Kapitalrücklage der Delticom AG
um 13.928 Tsd. € auf 47.667 Tsd. €. Der
Mittelzufluss der Bezugsrechts-Kapitalerhöhung
erfolgte nach dem 30. Juni 2021, so dass eine entsprechende
Forderung unter den kurzfristigen sonstigen
Vermögenswerten auszuweisen ist.
Detaillierte Erläuterungen zur
Geschäftsentwicklung und der Gewinn- und
Verlustrechnung finden sich im Kapitel
Geschäftsverlauf und Ertragslage im
Konzernzwischenlagebericht. Das Kapitel Finanz- und
Vermögenslage enthält weitere Informationen zur
Bilanz sowie zur Kapitalflussrechnung.
Die Mehrheit der Verkaufsverträge (und die daraus
resultierenden Umsatzerlöse) bestehen zwischen
Delticom und privaten Endkunden. Delticom ist ein
Ein-Segment-Unternehmen, der Schwerpunkt der
Geschäftstätigkeit liegt auf dem E-Commerce. Die
Umsätze werden nach geografischen Regionen in die
Länder der EU und Nicht-EU-Länder kategorisiert.
Aufgrund der kurzen Zahlungsziele und eines umfassenden
Monitorings ist eine Kategorisierung des
Zahlungsausfallrisikos nicht erforderlich. Die verkauften
E-Commerce-Produkte führen vertragsseitig zu eindeutig
identifizierbaren Leistungsverpflichtungen.
Die Umsatzerlöse betreffen fast
ausschließlich die Erlöse aus Warenlieferungen
an Kunden für den Zeitraum vom 01.01.2021 bis
30.06.2021, hiervon 95.538 Tsd. € (H1 2020: 85.495
Tsd. €) Umsatzerlöse im Inland.
Die folgende Tabelle zeigt die Entwicklung der sonstigen
betrieblichen Aufwendungen:
| in Tausend € | HJ'21 | HJ'20 |
| Ausgangsfrachten | 23.731 | 24.143 |
| Lagerhandlingkosten | 4.299 | 3.844 |
| Gebühren Kreditkarten | 1.768 | 2.017 |
| Externe Werbekosten | 8.904 | 8.396 |
| Operations-Center | 4.423 | 4.529 |
| Mieten und Betriebskosten | 1.319 | 725 |
| Finanzen und Recht | 5.993 | 6.279 |
| IT und Telekommunikation | 1.421 | 1.701 |
| Aufwendungen aus Kursdifferenzen | 1.532 | 1.887 |
| Übrige | 3.465 | 3.925 |
| Summe | 56.856 | 57.446 |
Von den Aufwendungen für Finanzen und Recht
entfallen 3.039 Tsd. € (H2 2020: 3.884 Tsd. €)
auf Restrukturierungskosten. Hierbei handelt es sich im
Wesentlichen um Rechts- und Beratungskosten, die im
direkten Zusammenhang mit der Restrukturierung entstehen.
Das unverwässerte Ergebnis je Aktie beträgt
0,08 € (H1 2020: -0,47 €). Das verwässerte
Ergebnis beläuft sich ebenfalls auf 0,08 € (H1
2020: -0,47 €).
Das unverwässerte Ergebnis je Aktie wird
gemäß IAS 33 als Quotient aus dem
Periodenergebnis nach Steuern in Höhe von 1.040.454,27
€ (H1 2020: -5.855.568,65 €) und der gewichteten
durchschnittlichen Anzahl der während des
Geschäftsjahres im Umlauf befindlichen Stammaktien von
12.701.519 Stück (H1 2020: 12.463.331 Stück)
ermittelt.
Im Berichtszeitraum wurden keine Aktienoptionen
ausgeübt. Die Wartezeit beträgt bei allen
gewährten Aktienoptionen vier Jahre beginnend am
jeweiligen Ausgabetag. Grundsätzlich müssen
sämtliche ausgegebenen Aktien für die Berechnung
des verwässerten EPS berücksichtigt werden,
sofern die Aktienoptionen einen verwässernden Effekt
haben. Zum 30.06.2021 lagen 2.187 Aktien aus der Tranche
vom 17.04.2019 vor, deren Ausübungspreis unter dem
Kurswert lag, sodass diese Tranche in die Ermittlung des
verwässerten Ergebnisses je Aktie einbezogen wurde.
Dementsprechend war hierfür der gewichtete
Durchschnitt der Anzahl der vorhandenen Stammaktien sowie
die Anzahl der potenziellen Aktien aus Optionsrechten
(insgesamt 12.703.706 Aktien) zu berücksichtigen. Der
sich im H1 21 ergebende Verwässerungseffekt ist
geringfügig, sodass sich 0,08 € sowohl für
das unverwässerte als auch für das
verwässerte Ergebnis je Aktie ergeben.
Für das abgelaufene Geschäftsjahr 2020 wurde
keine Dividende gezahlt (Vorjahr: 0 €).
Nahestehende Unternehmen und Personen im Sinne des IAS
24 sind der Vorstand und Aufsichtsrat der Delticom AG
(Kategorie Personen in Schlüsselpositionen) sowie die
Binder GmbH und Prüfer GmbH (Kategorie
Maßgeblicher Einfluss auf das berichtende
Unternehmen). Alle Geschäfte mit nahestehenden
Unternehmen und Personen sind vertraglich vereinbart und zu
Bedingungen ausgeführt worden, wie sie auch mit
fremden Dritten üblich sind. Im
Zwischenberichtszeitraum haben sich keine Änderungen
mit wesentlichem Einfluss auf die Ertrags-, Finanz- oder
Vermögenslage ergeben.
Bei den sonstigen finanziellen Verpflichtungen gab es
keine wesentlichen Änderungen im Vergleich zum
31.12.2020.
Eventualschulden und -forderungen bestanden am
Abschlussstichtag nicht.
Die Finanzierung der Gesellschaft ist aufgrund der
Sanierungsvereinbarung bis zum Ende des
Geschäftsjahres 2021 gesichert. Das Management
arbeitet gemeinsam mit den künftigen
Finanzierungspartnern derzeit an den wesentlichen
Eckpunkten der Anschlussfinanzierung. Diese Gespräche
verlaufen äußerst konstruktiv und befinden sich
auf einem guten Weg. Mit der erfolgreichen Platzierung der
Kapitalerhöhungen im Juni des laufenden Jahres wurde
ein weiterer wichtiger Meilenstein der Sanierung erreicht.
Durch die Kapitalerhöhungen wird das Eigenkapital der
Gesellschaft nachhaltig gestärkt. Mittels des
Liquiditätszuflusses aus den Kapitalerhöhungen
werden die Kreditlinien zudem weiter entlastet,
zusätzlich zu den erzielten Effekten aus der guten
operativen Entwicklung, der Optimierung des Working Capital
Managements und den seit Sanierungsbeginn erfolgreich
umgesetzten Sanierungsmaßnahmen. Der
Finanzierungsbedarf für die Folgejahre wird sich
entsprechend deutlich verringern. Derzeit
überprüft die Gesellschaft erneut ihre
Mittelfristplanung, welche auf Wunsch der
Finanzierungspartner auf dem vorliegenden
Halbjahresabschluss und der Bestätigung der
Wirtschaftsprüfer aufsetzen wird. Sobald die
überarbeitete Mittelfristplanung vorliegt und die
Sanierung durch den Sanierungsberater für beendet
erklärt wurde, kann die Anschlussfinanzierung mit den
Finanzierungspartnern weiter vorangetrieben und finalisiert
werden. Das Management der Gesellschaft rechnet mit einem
erfolgreichen Abschluss der Anschlussfinanzierung bis zum
Ende des laufenden Geschäftsjahres.
Die unter den kurzfristigen sonstigen
Vermögenswerten ausgewiesene Forderung aus der
Bezugsrechts-Kapitalerhöhung in Höhe von 7.986
Tsd. € ist im Juli voll gezahlt worden. Darüber
hinaus sind keine Vorgänge von besonderer Bedeutung
nach dem Abschlussstichtag vorgefallen.
Der vorliegende Zwischenabschluss und der
Zwischenlagebericht wurden einer prüferischen
Durchsicht durch den Abschlussprüfer unterzogen.
Auf der Webseite
https://www.delti.com/Investor_Relations/entsprechungserklaerung.html
finden sich die aktuellen Erklärungen nach § 161
AktG zum Deutschen Corporate Governance Kodex vom Vorstand
und Aufsichtsrat der Delticom AG.
Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß
den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen für
die Zwischenberichterstattung der Konzernzwischenabschluss
ein den tatsächlichen Verhältnissen
entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und
Ertragslage des Konzerns vermittelt und im
Konzernzwischenlagebericht der Geschäftsverlauf
einschließlich des Geschäftsergebnisses und die
Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den
tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild
vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken
der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben
sind.
Hannover, den 11.08.2021
(Der Vorstand)
An die Delticom AG, Hannover
Wir haben den verkürzten Konzernzwischenabschluss -
bestehend aus verkürzter Bilanz, verkürzter
Gesamtergebnisrechnung, verkürzter
Kapitalflussrechnung, verkürzter
Eigenkapitalveränderungsrechnung sowie
ausgewählten erläuternden Anhangangaben - und den
Konzernzwischenlagebericht der Delticom AG, Hannover,
für den Zeitraum vom 1. Januar 2021 bis 30. Juni 2021,
die Bestandteile des Halbjahresfinanzberichts nach §
115 WpHG sind, einer prüferischen Durchsicht
unterzogen. Die Aufstellung des verkürzten
Konzernzwischenabschlusses nach den IFRS für
Zwischenberichterstattung, wie sie in der EU anzuwenden
sind, und des Konzernzwischenlageberichts nach den für
Konzernzwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des
WpHG liegt in der Verantwortung des Vorstands der
Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, eine Bescheinigung zu
dem verkürzten Konzernzwischenabschluss und dem
Konzernzwischenlagebericht auf der Grundlage unserer
prüferischen Durchsicht abzugeben.
Wir haben die prüferische Durchsicht des
verkürzten Konzernzwischenabschlusses und des
Konzernzwischenlageberichts unter Beachtung der vom
Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten
deutschen Grundsätze für die prüferische
Durchsicht von Abschlüssen vorgenommen. Danach ist die
prüferische Durchsicht so zu planen und
durchzuführen, dass wir bei kritischer Würdigung
mit einer gewissen Sicherheit ausschließen
können, dass der verkürzte
Konzernzwischenabschluss in wesentlichen Belangen nicht in
Übereinstimmung mit den IFRS für
Zwischenberichterstattung, wie sie in der EU anzuwenden
sind, und der Konzernzwischenlagebericht in wesentlichen
Belangen nicht in Übereinstimmung mit den für
Konzernzwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des
WpHG aufgestellt worden sind. Eine prüferische
Durchsicht beschränkt sich in erster Linie auf
Befragungen von Mitarbeitern der Gesellschaft und auf
analytische Beurteilungen und bietet deshalb nicht die
durch eine Abschlussprüfung erreichbare Sicherheit. Da
wir auftragsgemäß keine Abschlussprüfung
vorgenommen haben, können wir einen
Bestätigungsvermerk nicht erteilen.
Auf der Grundlage unserer prüferischen Durchsicht
sind uns keine Sachverhalte bekannt geworden, die uns zu
der Annahme veranlassen, dass der verkürzte
Konzernzwischenabschluss in wesentlichen Belangen nicht in
Übereinstimmung mit den IFRS für
Zwischenberichterstattung, wie sie in der EU anzuwenden
sind, oder dass der Konzernzwischenlagebericht in
wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den
für Konzernzwischenlageberichte anwendbaren
Vorschriften des WpHG aufgestellt worden sind.
Wir verweisen auf die Angaben in Abschnitt "Status der
Anschlussfinanzierung" der ausgewählten
erläuternden Anhangangaben sowie in Abschnitt
"Risikobericht" des Konzernzwischenlageberichts, in denen
die gesetzlichen Vertreter beschreiben, dass der
Fortbestand des Konzerns von der erfolgreichen Fortsetzung
der Umsetzung der Sanierungsmaßnahmen sowie dem
erfolgreichen Abschluss einer Anschlussfinanzierung
abhängig ist. Wie in Abschnitt "Status der
Anschlussfinanzierung" und Abschnitt "Risikobericht"
dargelegt, deuten diese Ereignisse und Gegebenheiten auf
das Bestehen einer wesentlichen Unsicherheit hin, die
bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur
Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen
kann und die ein bestandsgefährdendes Risiko im Sinne
des § 322 Abs. 2 Satz 3 HGB darstellt. Unsere Urteile
zum verkürzten Konzernzwischenabschluss und zum
Konzernzwischenlagebericht sind bezüglich dieses
Sachverhalts nicht modifiziert.
Hannover, den 11. August 2021
PricewaterhouseCoopers GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
| Martin Schröder | ppa. Michael Meseberg |
| Wirtschaftsprüfer | Wirtschaftsprüfer |