Delticom AGHannoverHalbjahresfinanzbericht nach WpHG zum Geschäftsjahr vom 01.01.2024 bis zum 30.06.2024Wirtschaftliches UmfeldGesamtwirtschaftliche EntwicklungenWeltwirtschaftNachdem die Weltwirtschaft gegen Ende 2023 an Fahrt
verloren hatte, zog sie in den ersten Monaten des laufenden
Jahres wieder an. In den fortgeschrittenen
Volkswirtschaften nahm das Bruttoinlandsprodukt im ersten
Quartal 2024 in moderatem Tempo zu. Hierbei haben sich die
zuvor ausgeprägten Unterschiede in der konjunkturellen
Dynamik verringert. Während sich die Expansion in den
Vereinigten Staaten merklich verlangsamt hat, wuchs die
Wirtschaft in Europa stärker als von Experten
erwartet. In den Schwellenländern zeigte sich ein
deutlich beschleunigtes Expansionstempo im Wesentlichen
bedingt durch den Zuwachs der Produktion in China um 1,6 %
im Vergleich zum Vorquartal. Auch in Indien und den
Schwellenländern Südostasiens legte die
Produktion zumeist deutlich zu. Für das zweite Quartal
2024 erwarten Experten eine weitere, spürbare
Ausweitung der globalen Produktion.
EurozoneNach einer andauernden Phase einer nahezu stagnierenden
Wirtschaftsleitung konnte die Konjunktur im Euroraum im
ersten Quartal des laufenden Jahres ein moderates Wachstum
um 0,3 % verzeichnen. Der Anstieg fällt damit
höher aus als von Experten prognostiziert. Es wird
davon ausgegangen, dass die günstige Witterung die
Bautätigkeit begünstigte und die Konjunktur
entsprechend vorübergehend angeschoben wurde. Zudem
hatten der Außenbeitrag und die steigenden Ausgaben
der privaten Haushalte für einen positiven Impuls
gesorgt.
DeutschlandDie deutsche Wirtschaft hat sich zu Jahresbeginn leicht
belebt und konnte im ersten Quartal 2024 ein Anstieg des
Bruttoinlandsprodukts um 0,2 % gegenüber dem
Vorjahrquartal verzeichnen. Wachstumsimpulse gingen hier
witterungsbedingt insbesondere von den Bauinvestitionen
sowie dem Außenhandel aus. Dämpfend wirkten
allerdings die schwachen privaten und öffentlichen
Konsumausgaben sowie die rückläufigen
Ausrüstungsinvestitionen. Für das zweite Quartal
erwarten Experten einen Rückgang des
Bruttoinlandsprodukts um 0,8 % im Vergleich zum Vorquartal.
Die schwache, konjunkturelle Dynamik spiegelte sich auch
auf dem Arbeitsmarkt wider. Zwar lag die Arbeitslosenquote
im Juni unverändert zum Vormonat bei 5,8 %, die Zahl
der Arbeitslosen stieg gegenüber dem Mai allerdings um
4.000 Personen, saisonbereinigt sogar um 19.000 Menschen.
Damit fiel die Frühjahrsbelebung wie in den
zurückliegenden Monaten auch zum Ende des ersten
Halbjahres schwach aus.
Branchenspezifische EntwicklungenReifenhandelDas Ersatzreifengeschäft in Deutschland konnte auf
Halbjahressicht seine leichte Erholung von 2023 fortsetzen.
Marktexperten gehen in ersten Schätzungen davon aus,
dass hierzulande in den ersten sechs Monaten des laufenden
Jahres im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum
insgesamt rund 3 % mehr Pkw-Reifen vom Handel an die
Verbraucher abgesetzt wurden. Während im
Sommerreifengeschäft kein Wachstum gegenüber
Vorjahr verzeichnet werden konnte, stieg die Nachfrage nach
Ganzjahresreifen um rund 9 %. Der Absatz im Geschäft
mit Winterreifen fiel im Vergleich zu den ersten sechs
Monaten 2023 um 3 % geringer aus.
OnlinehandelGemäß dem Bundesverband E-Commerce und
Versandhandel e. V. (bevh) bestätigten sich zur
Jahresmitte die ersten positiven Signale des Jahresanfangs.
Wurde in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres noch
ein moderates Minus im Umsatz im E-Commerce von 2,6 % auf
18,9 Mrd. € gegenüber dem entsprechenden
Vorjahresquartal verzeichnet, schlug von April bis Juni ein
kleines Umsatzplus von 0,2 % auf 19,215 Mrd. € und
damit das erste Marktwachstum seit zwei Jahren zu Buche.
Insgesamt lag der Umsatz im E-Commerce in den ersten sechs
Monaten des laufenden Jahres hierzulande damit um 1,2 %
unter dem Vorjahr.
Geschäftsverlauf und ErtragslageUmsatzKonzernDie Delticom-Gruppe erzielt den wesentlichen Teil der
Umsätze mit dem Onlineverkauf von Ersatzreifen
für Pkw und Motorräder. Kompletträder und
Felgen komplettieren das Produktangebot.
In den ersten sechs Monaten des laufenden
Geschäftsjahres erlöste die Delticom-Gruppe einen
Umsatz von 212 Mio. €, ein Anstieg um 7,2 % nach 198
Mio. € im H1 2023. Im vorangegangenen
Geschäftsjahr 2023 war das bisherige Shopgeschäft
durch Plattformgeschäft ergänzt worden. Die
Gesellschaft stellt hierbei die technische Infrastruktur
und ihr Vertriebs- und Prozess-Know-how zur Verfügung,
um externen Dritten den Online-Warenabsatz an private und
gewerbliche Endkunden der Delticom zu ermöglichen und
realisiert für die entsprechenden Umsatzanteile die
Provisionserträge. Das Bruttowarenvolumen beläuft
sich im H1 2024 auf 259 Mio. € (H1 2023: 244 Mio.
€, +6,1 %).
SaisonalitätDie Grafik Umsatzentwicklung zeigt zusammenfassend die
Entwicklung der Halbjahresumsätze.
Umsatzentwicklung pro Halbjahr, in Mio. €
Q1Insgesamt erzielte die Delticom-Gruppe im ersten Quartal
des laufenden Geschäftsjahres Umsatzerlöse in
Höhe von 97 Mio. € (Q1 2023: 78 Mio. €,
+24,0 %). Angesichts sommerlicher Temperaturen bereits im
Februar und im März konnten gute Ab- und
Vorverkäufe im Geschäft mit privaten und
gewerblichen Endkunden realisiert werden. Das
Bruttowarenvolumen belief sich für das Q1 2024 auf 119
Mio. € (Q1 2023: 96,2 Mio. €, +23,8 %).
Q2Im zweiten Quartal erzielte das Unternehmen einen Umsatz
in Höhe von 115 Mio. €, ein Rückgang um 3,7
% gegenüber Vorjahr (Q2 2023: 120 Mio. €).
Aufgrund der wetterbedingt ins Q1 vorgezogenen Nachfrage
fiel der Umsatz im zweiten Quartal im Vorjahresvergleich
geringer aus. Im Q2 2023 hatte sich der Start in das
Umrüstgeschäft in das zweite Quartal verschoben.
Das Bruttowarenvolumen für das zweite Quartal
beläuft sich auf 139 Mio. € (Q2 2023: 148 Mio.
€, -5,5 %).
Regionale VerteilungDas Unternehmen ist weltweit in 68 Ländern
tätig, wobei ein Großteil der Umsätze in
den Ländern der EU erlöst wird. Insgesamt wurden
hier im Berichtszeitraum 177 Mio. € (H1 2023: 164 Mio.
€, +7,8 %) erzielt. Auf die Nicht-EU-Länder
entfiel in H1 2024 ein Umsatz von 35 Mio. € (H1 2023:
33 Mio. €, +4,2 %).
Umsatz nach Regionen in Tsd. €scrollen
scrollen
KundenzahlenBei den nachfolgend dargestellten Kundenzahlen handelt
es sich um die Kundenzahlen in unserem Kerngeschäft -
dem Onlinehandel mit Reifen in Europa. In den ersten sechs
Monaten 2024 haben 271 Tausend Bestandskunden (H1 2023: 253
Tausend, +7,2 %) zum wiederholten Mal Reifen in einem der
Onlineshops der Delticom-Gruppe gekauft. Die Bestandskunden
werden nur einmal im Berichtszeitraum gezählt,
unabhängig von der Anzahl der in diesem Zeitraum
getätigten Käufe.
Die Anzahl der im H1 2024 in Europa gewonnenen Neukunden
beträgt 306 Tausend (H1 2023: 351 Tausend, -12,9 %).
Seit Unternehmensgründung haben damit mehr als 19 Mio.
Kunden in unseren Onlineshops eingekauft. Auf
Halbjahressicht liegt die Anzahl der aktiven Käufer
(Neukunden und Wiederkäufer) um 4,5 % unter dem
Vergleichszeitraum.
Wesentliche AufwandspostenMaterialaufwandDie größte Aufwandsposition ist der
Materialaufwand, in dem die Einstandspreise für die
verkauften Waren (vorwiegend Reifen) erfasst werden. Er
betrug im Berichtszeitraum 156 Mio. € (H1 2023: 152
Mio. €, +2,3 %). Die Materialaufwandsquote
(Materialaufwand im Verhältnis zum Umsatz) belief sich
im H1 2024 auf 73,6 % (H1 2023: 77,1 %). Die Verbesserung
der Materialaufwandsquote resultiert vornehmlich aus einem
veränderten Vertriebsmix.
PersonalaufwandIm Durchschnitt beschäftigte das Unternehmen in den
ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres 167
Mitarbeiter (H1 2023: 169). Zum Stichtag 30.06.2024 waren
insgesamt 164 Mitarbeiter für die Gruppe tätig
(30.06.2023: 168). Der Personalaufwand belief sich im
Berichtszeitraum auf 7,0 Mio. € (H1 2023: 7,4 Mio.
€, -5,8 %). Der Rückgang im Vorjahresvergleich
geht im Wesentlichen mit der Reduzierung des
Personalbestands einher. Zudem war im Januar 2023 eine
Inflationsausgleichsprämie an die Mitarbeiter
ausgezahlt worden. Die Personalaufwandsquote
(Verhältnis von Personalaufwand zu Umsatzerlösen)
belief sich im H1 2024 auf 3,3 % (H1 2023: 3,7 %).
AbschreibungenDie Abschreibungen betrugen im Berichtszeitraum 5,0 Mio.
€ nach 3,6 Mio. € im H1 2023 (+37,8 %). Der
Anstieg resultiert im Wesentlichen aus der Erhöhung
der Nutzungsrechte, welche sich sowohl aus der Anmietung
weiterer Büroflächen als auch durch
Mieterhöhungen für Lagerflächen
begründen.
TransportkostenGrößte Einzelposition innerhalb der sonstigen
betrieblichen Aufwendungen sind die Transportkosten. Sie
beliefen sich im Berichtszeitraum auf 20,4 Mio. € nach
16,5 Mio. € im Vergleichszeitraum (+23,6 %). Der
Anstieg geht im Wesentlichen sowohl mit dem höheren
Geschäftsvolumen als auch mit dem Ländermix im
Um-
satz einher. Der Anteil der Transportkosten am Umsatz
belief sich im Berichtszeitraum auf 9,6 % (H1 2023: 8,3 %).
Kosten der LagerhaltungDie Lagerhaltungskosten betrugen 5,8 Mio. € im
Berichtszeitraum, nach 4,6 Mio. € im H1 2023. Der
Anstieg um 25,9 % ist zum einen auf die Umsatzentwicklung
im ersten Halbjahr 2024 und zum anderen auf Einmalkosten im
Zusammenhang mit dem Umzug des Lagerstandorts in Hannover
zurückzuführen. Die Kosten der Lagerhaltung im
Verhältnis zum Umsatz betrugen 2,8 % (H1 2023: 2,3 %).
Mieten undBetriebskostenDie Mieten und Betriebskosten betrugen im
Berichtszeitraum 1,7 Mio. € nach 2,3 Mio. € im H1
2023. Im Vorjahr hatten indexindizierte Mieterhöhungen
unterjährig zu einem höheren Aufwand
geführt. Die Nutzungsrechte wurden im zweiten Halbjahr
2023 auf Basis der gestiegenen Mietverpflichtungen
entsprechend angepasst. Der höhere Aufwand im H1 2023
bedingt sich somit durch einen unterjährigen
zeitlichen Versatz. Im laufenden Berichtsjahr werden die
Mietaufwendungen direkt um den IFRS 16 Effekt über die
Nutzungsrechte gemindert.
MarketingIm Berichtszeitraum wurden 6,0 Mio. € (H1 2023: 6,6
Mio. €) für Marketing aufgewendet. Der
Rückgang um 8,8 % resultiert vornehmlich aus den
bereits in 2023 eingeleiteten Maßnahmen zur
Effizienzsteigerung der Marketingaktivitäten. Der
Marketingaufwand im Verhältnis zum Umsatz betrug 2,8 %
(H1 2023: 3,3 %).
Finanzen und RechtDer Aufwand für Finanzen und Recht belief sich im
Berichtszeitraum auf 2,8 Mio. €, nach 3,6 Mio. €
im Vorjahr (-23,9 %). Im März 2023 war der
Konsortialkreditvertrag planmäßig
verlängert worden. Im Vorjahresvergleich fallen die
Rechtsberatungskosten entsprechend geringer aus.
ErgebnisentwicklungBruttomargeDas Unternehmen erzielte im Berichtszeitraum eine
Bruttomarge (Handelsspanne ohne sonstige betriebliche
Erträge) von 26,4 %, nach 22,9 % im entsprechenden
Vorjahreszeitraum. Der Anstieg geht im Wesentlichen mit
einem veränderten Sales-Mix und der im
Vorjahresvergleich veränderten Mechanik zur Steuerung
der Abverkäufe einher.
Sonstige betrieblicheErträgeDie sonstigen betrieblichen Erträge verringerten
sich im Berichtszeitraum um 40,1 % auf 10,4 Mio. € (H1
2023: 17,4 Mio. €). Der Rückgang resultiert zu
einem guten Teil aus dem planmäßigen Wegfall der
im ersten Halbjahr 2023 erzielten Erträge aus
Projektgeschäften. Aus dem operativen Geschäft
heraus werden regelmäßig
Marketingzuschüsse, Erlöse aus Transportverlusten
und sonstige Erlöse erzielt. Zudem beinhalten die
sonstigen betrieblichen Erträge auch Gewinne aus
Währungskursdifferenzen in Höhe von 2,3 Mio.
€ (H1 2023: 2,7 Mio. €, -13,4 %).
Währungsverluste weist Delticom innerhalb der
sonstigen betrieblichen Aufwendungen aus. Sie beliefen sich
im H1 2024 insgesamt auf 2,4 Mio. € (H1 2023: 2,5 Mio.
€). Es ergibt sich für den Berichtszeitraum
entsprechend ein Saldo aus Währungsgewinnen und
-verlusten in Höhe von -33,4 Tsd. € (H1 2023:
162,4 Tsd. €).
RohertragDer Rohertrag für den Berichtszeitraum belief sich
auf 66,4 Mio. €, nach einem Vorjahreswert von 62,7
Mio. € (+6,0 %). Im Verhältnis zur Gesamtleistung
in Höhe von 222 Mio. € (H1 2023: 215 Mio. €)
betrug der Rohertrag 29,9 % (H1 2023: 29,1 %).
EBITDADas Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen
(EBITDA) für das zweite Quartal fällt mit 7,2
Mio. € (Q2 2023: 7,5 Mio. €, -4,8 %) deutlich
höher aus als im Vorquartal (Q1 2024: 0,6 Mio. €,
Q1 2023: -0,7 Mio. €). Das EBITDA beläuft sich im
Berichtszeitraum insgesamt auf 7,8 Mio. € (H1 2023:
6,8 Mio. €, +15,2 %). Dies entspricht einer
EBITDA-Marge von 3,7 % (H1 2023: 3,4 %). Das operative
EBITDA nach Herausrechnung der Kosten im Zusammenhang mit
der Refinanzierung beläuft sich im Berichtszeitraum
auf 8,0 Mio. €, nach 7,2 Mio. € im
Vergleichszeitraum.
EBITDApro Halbjahr, in Mio. €
EBITDas Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) beläuft
sich im Berichtszeitraum auf 2,8 Mio. € nach 3,2 Mio.
€ im H1 2023 (-10,8 %). Die Umsatzrendite (EBIT in
Prozent vom Umsatz) beträgt 1,3 % (H1 2023: 1,6 %).
Für das zweite Quartal ergibt sich ein EBIT in
Höhe von 4,4 Mio. € (Q2 2023: 6,1 Mio. €,
-27,8 %) nach -1,6 Mio. € im Q1 2024 (Q1 2023: -2,9
Mio. €).
FinanzergebnisDer Finanzertrag belief sich für die ersten sechs
Monate auf 117 Tsd. € (H1 2023: 521 Tsd. €). Der
Finanzaufwand betrug 1,3 Mio. € (H1 2023: 1,4 Mio.
€). Im ersten Halbjahr 2023 war ein Aufzinsungseffekt
aus seinerzeit bestehenden Projektforderungen realisiert
worden. Das Finanzergebnis fällt mit -1,1 Mio. €
etwas schlechter aus als im Vorjahr (H1 2023: -0,8 Mio.
€).
ErtragsteuernDas Steuerergebnis für die ersten sechs Monate
belief sich auf -1,6 Mio. € (H1 2023: -0,8 Mio.
€). Im H1 2024 ist ein periodenfremder Steueraufwand
in Höhe von rund 1,1 Mio. € enthalten.
KonzernergebnisDie Gesellschaft erzielte im Berichtszeitraum ein
Konzernergebnis in Höhe von 61,4 Tsd. €, nach
einem Vorjahreswert von 1,5 Mio. € (-96,0 %). Das
Ergebnis je Aktie belief sich auf 0,00 € (H1 2023:
0,10 €).
Die Tabelle Verkürzte GuV fasst wesentliche Posten
der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung im
Mehrjahresvergleich zusammen.
Verkürzte GuVin Tsd. €scrollen
scrollen
Finanz- und VermögenslageBilanzZum Stichtag 30.06.2024 betrug die Bilanzsumme 233,5
Mio. € (31.12.2023: 191,6 Mio. €, 30.06.2023:
235,5 Mio. €).
AnlagevermögenDas Anlagevermögen belief sich zum Stichtag
30.06.2024 auf 98,3 Mio. € (31.12.2023: 94,1 Mio.
€). Der Anstieg um 4,2 Mio. € seit Jahresbeginn
resultiert im Wesentlichen aus den Investitionen in die
Lagerinfrastruktur.
VorräteGrößter Posten im kurzfristig gebundenen
Vermögen sind die Vorräte. Seit Jahresanfang
haben sich die Bestände im Rahmen der saisonalen
Bevorratung um 39,4 Mio. € auf 80,6 Mio. €
erhöht (31.12.2023: 41,2 Mio. €). Im
Stichtagsvergleich fallen die Vorräte um 1,4 Mio.
€ niedriger aus (30.06.2023: 82,0 Mio. €). Der
Anteil der Vorräte an der Bilanzsumme belief sich zum
30.06.2024 auf 34,5 % (31.12.2023: 21,5 %, 30.06.2023: 34,8
%).
Forderungen und sonstigeVermögenswerteDie Forderungen folgen üblicherweise der
Saisonkurve, allerdings sind Stichtagseffekte unvermeidbar.
Die kurzfristigen Forderungen beliefen sich auf 37,9 Mio.
€ (31.12.2023: 34,2 Mio. €, 30.06.2023: 32,5 Mio.
€). Hierbei handelt es sich mit 21,9 Mio. € um
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (31.12.2023:
17,2 Mio. €, 30.06.2023: 17,1 Mio. €). Der
Anstieg im Stichtagsvergleich 30.06. resultiert im
Wesentlichen aus dem Geschäft mit gewerblichen
Endkunden und den gewährten Zahlungszielen.
VerbindlichkeitenDie Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
wurden seit Jahresanfang von 61,5 Mio. € um 25,9 Mio.
€ auf 87,4 Mio. € ausgeweitet. Im
Stichtagsvergleich fallen die Verbindlichkeiten aus
Lieferungen und Leistungen um 2,1 Mio. € niedriger aus
(30.06.2023: 89,4 Mio. €). Der Anteil der
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen an der
Bilanzsumme betrug 37,4 % (31.12.2023: 32,1 %, 30.06.2023:
38,0 %).
Verkürzte Konzernbilanz in Tsd. €scrollen
scrollen
LiquiditätDie flüssigen Mittel beliefen sich zum 30.06.2024
auf 3,7 Mio. € (31.12.2023: 7,3 Mio. €,
30.06.2023: 2,5 Mio. €). Die Netto-Liquidität
(Liquidität abzüglich kurzfristiger
Finanzschulden) belief sich zum Stichtag 30.06.2024 auf
-24,8 Mio. € (31.12.2023: -2,2 Mio. €,
30.06.2023: -31,7 Mio. €). Die Verbesserung im
Stichtagsvergleich resultiert im Wesentlichen aus der
verringerten Kreditlinienbeanspruchung. Die kurzfristigen
Finanzschulden beinhalten neben der Beanspruchung der
Kreditlinien zudem auch den Kurzfristanteil der
Leasingverpflichtungen aus den langfristigen
Mietverhältnissen in Höhe von 7,6 Mio. €
(31.12.2023: 9,4 Mio. €, 30.06.2023: 8,8 Mio. €).
EigenkapitalDas Eigenkapital belief sich zum Bilanzstichtag auf 48,0
Mio. € (31.12.2023: 47,6 Mio. €, 30.06.2023: 41,3
Mio. €). Die Eigenkapitalquote des Konzerns
beläuft sich zum Bilanzstichtag auf 20,6 %
(31.12.2023: 24,9 %, 30.06.2023: 17,5 %).
CashflowLaufende GeschäftstätigkeitDer Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit
für H1 2024 betrug -21,5 Mio. € (H1 2023: -0,9
Mio. €). Die Veränderung im Vorjahresvergleich
resultiert vornehmlich aus dem Working Capital. Die
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen wurden
seit Jahresbeginn weniger stark ausgeweitet als im
Vorjahresvergleich. Gleichzeitig ist die Winterbevorratung
gegenüber dem Vorjahr zeitlich um einige Wochen
vorgezogen. Zur Vorfinanzierung des Bestandsaufbaus wurden
die bestehenden Kreditlinien in Anspruch genommen.
InvestitionenDie Investitionen in Sachanlagen beliefen sich im H1
2024 auf 2,9 Mio. € (H1 2023: 1,6 Mio. €).
Hierbei handelt es sich im Wesentlichen um
Ausstattungsinvestitionen in unsere Läger.
Darüber hinaus hat Delticom im Berichtszeitraum 0,2
Mio. € in immaterielle Vermögenswerte investiert
(H1 2023: 0,5 Mio. €). Der Cashflow aus
Investitionstätigkeit betrug folglich -3,2 Mio. €
(H1 2023: -2,2 Mio. €).
FinanzierungstätigkeitDer Cashflow aus Finanzierungstätigkeit betrug im
Berichtszeitraum insgesamt 21,1 Mio. € (H1 2023: 2,6
Mio. €). Zum Jahresende 2023 bestanden keine
kurzfristigen Finanzschulden gegenüber Banken. Seit
Jahresbeginn stieg im Zusammenhang mit dem
Lagerbestandsaufbau die Nutzung der Kreditlinien auf 20,8
Mio. €. Ferner wurden im Berichtszeitraum ein
Mittelfrist-Darlehen und Leasingverbindlichkeiten in
Höhe von insgesamt 5,6 Mio. € (H1 2023: 10,1 Mio.
€) zurückgeführt.
OrganisationKonzernstrukturNachfolgend werden die Tochterunternehmen
aufgeführt, die im Konzernzwischenabschluss zum
30.06.2024 vollkonsolidiert sind:
scrollen
NachtragsberichtNach Abschluss des Berichtszeitraums gab es keine
Vorgänge von besonderer Bedeutung.
Risiko- und ChancenberichtAls international tätiges Unternehmen ist Delticom
Risiken unterschiedlichster Art ausgesetzt. Um diese
rechtzeitig erkennen, bewerten und entsprechende
Gegenmaßnahmen einleiten zu können, haben wir
frühzeitig ein Risikomanagementsystem etabliert und
hierzu eine unternehmensweite Richtlinie zur
Risikofrüherkennung und zum Risikomanagement
verabschiedet. Darstellungen zum Risikomanagement und eine
Liste wesentlicher Einzelrisiken und -chancen finden sich
im zusammengefassten Konzernlagebericht für das
Geschäftsjahr vom 01. Januar 2023 bis zum 31. Dezember
2023.
Gegenüber der Darstellung im zusammengefassten
Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2023 hat
sich die Risiko- und Chancenposition nicht wesentlich
geändert.
PrognoseberichtGesamtwirtschaftliche EntwicklungenWeltwirtschaftDas Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW)
rechnet für das laufende Jahr mit einer Fortsetzung
der moderaten Expansion der globalen Konjunktur. Die
Perspektiven für den privaten Konsum haben sich
angesichts nicht mehr fallender oder sogar steigender
Reallöhne vor dem Hintergrund einer nachlassenden
Inflation und anziehender Vergütungen verbessert.
Risiken sehen die Experten in der weiterhin restriktiv
ausgerichteten Geldpolitik sowie den Unwägbarkeiten im
Zusammenhang mit den US-Präsidentschaftswahlen. Eine
Zuspitzung von Handelskonflikten könnte sich
dämpfend auf die weltwirtschaftliche Aktivität
auswirken. Insgesamt geht das IfW für das laufende
Jahr von einem Anstieg des globalen Bruttoinlandsprodukts
um 3,2 % aus. Gegenüber der Einschätzung aus
März wurde die Prognose damit um 0,4 %-Punkte
erhöht.
EurozoneDie Konjunkturschwäche im Euroraum soll im
Jahresverlauf allmählich überwunden werden.
Experten gehen davon aus, dass der private Konsum wieder an
Schwung gewinnen wird, da die real verfügbaren
Einkommen angesichts einer guten Arbeitsmarktlage, deutlich
gestiegenen Löhnen und gleichzeitig verringertem
Preisauftrieb merklich zunehmen. Darüber hinaus ist zu
erwarten, dass sich die Finanzierungsbedingungen mit der
erwarteten Lockerung der geldpolitischen Zügel
verbessern. Nicht zuletzt sollen auch vom
außenwirtschaftlichen Umfeld wieder mehr Impulse
für die wirtschaftliche Aktivität ausgehen.
Risiken sehen die Experten angesichts einer erhöhten
politischen Unsicherheit vor dem Hintergrund der Ergebnisse
der Europawahl. Alles in allem veranschlagen die Experten
des IfW für den Euroraum einen Anstieg des
Bruttoinlandsprodukts um 0,9 % im Gesamtjahr.
DeutschlandIm Verlauf des Jahres bleibt die wirtschaftliche
Aktivität hierzulande moderat aufwärtsgerichtet.
Gemäß den Experten des IfW werden die
dämpfenden Faktoren wie eine restriktive Geldpolitik
und die Nachwehen der Energiekrise allmählich
abflauen. Zudem soll mit der leichten Belebung der
Absatzmärkte auch das Auslandsgeschäft weiter
Fahrt aufnehmen. Eine hohe konjunkturelle Dynamik bleibt
allerdings aus. Zum einen befindet sich das Geschäfts-
und Konsumklima weiterhin auf einem niedrigen Niveau. Zum
anderen wird der Expansionsspielraum zusehends durch
strukturelle Hemmnisse - darunter nicht zuletzt den
demografischen Wandel - begrenzt. Die Experten des IfW
rechnen für 2024 insgesamt mit einem Anstieg des
deutschen Bruttoinlandsproduktes um 0,2 %.
Branchenspezifische EntwicklungenReifenhandelZwar hat sich die Erholung der Ersatzreifennachfrage von
2023 in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres in
Deutschland, dem größten Einzelmarkt in Europa,
insgesamt fortgesetzt, ob dieser Trend anhalten wird,
bleibt allerdings abzuwarten und hängt auch von den
konjunkturellen Rahmenbedingungen ab.
E-CommerceIn ihrer Prognose zu Jahresbeginn sind der Bundesverband
E-Commerce und Versandhandel e. V. (bevh) und das EHI
Retail Institute von einem Ende des Abwärtstrends im
Jahresverlauf und einem Umsatzzuwachs im heimischen
E-Commerce von 2,0 % im Gesamtjahr ausgegangen. Wenngleich
auf Halbjahressicht der Umsatz im E-Commerce noch um 1,2 %
unter dem entsprechenden Vorjahreswert lag, konnte im
zweiten Quartal allerdings bereits ein kleines Umsatzplus
von 0,2 % im Vorjahresvergleich verzeichnet werden.
Angesichts aktueller Unsicherheitsfaktoren hinsichtlich
politischer Destabilisierung und geopolitischer Konflikte
rechnen die Experten derzeit noch nicht mit einem Ende der
Konsumkrise. Vor diesem Hintergrund bleibt die weitere
Entwicklung daher abzuwarten.
UmsatzDie Gesellschaft plant für den Umsatz im laufenden
Geschäftsjahr weiterhin eine Spanne von 450 Mio.
€ bis 470 Mio. € und hält somit an der
Prognose aus März 2024 fest. Aktuell wird weder von
einer Belebung noch von einer Verschlechterung der
Marktbedingungen ausgegangen. Auch wenn Experten für
2024 weiterhin prognostizieren, dass die
Konjunkturschwäche in Europa allmählich
überwunden wird, bleiben nach Ablauf der ersten sechs
Monate des laufenden Geschäftsjahres nach wie vor
konjunkturelle und geopolitische Risiken bestehen. Wir
gehen wie gehabt davon aus, dass sich das starke
Wintergeschäft 2023 in diesem Jahr nicht wiederholen
wird. Die Geschäftsentwicklung auf Gesamtjahressicht
wird wie in den vergangenen Jahren maßgeblich vom
Verlauf des vierten Quartals abhängig sein.
EBITDAFür das operative EBITDA im Gesamtjahr strebt das
Management in Abhängigkeit vom Umsatz nach wie vor
eine Spanne von 19 Mio. € bis 21 Mio. € an.
NeukundenAuf Halbjahressicht war die Anzahl neugewonnener Kunden
im Vorjahresvergleich rückläufig. Zum jetzigen
Zeitpunkt rechnen wir unverändert damit, auf
Gesamtjahressicht mindestens so viele Neukunden wie im
Geschäftsjahr 2023 von unseren Produkt- und
Leistungsangeboten überzeugen zu können.
WiederkäuferFür das erste Halbjahr 2024 zeigte sich ein Anstieg
um 7,2 % bei den Bestandskunden im Vergleich zum Vorjahr.
Aufgrund des mehrjährigen Ersatzzyklus sind wir
zuversichtlich, einen Teil der über die letzten Jahre
gewonnenen Neukunden in den kommenden Monaten als
Wiederkäufer in unseren Shops begrüßen zu
können.
LiquiditätEntsprechend unserer Umsatz- und Liquiditätsplanung
für das laufende Jahr werden wir in den kommenden
Monaten den Lageraufbau bzw. -abbau gestalten. Die
engmaschige Steuerung des Working Capital Managements wird
weiterhin eine zentrale Rolle einnehmen. Für das
laufende Jahr planen wir unverändert mit einem
positiven Free Cashflow im mittleren einstelligen
Millionenbereich.
Konzernzwischenabschlussder Delticom AG, Hannover, für den Zeitraum vom 01. Januar 2024 bis zum 30. Juni 2024Verkürzte Konzern-Gewinn- und Verlustrechnungscrollen
Verkürzte Konzerngesamtergebnisrechnungscrollen
Verkürzte KonzernbilanzAktivascrollen
Passivascrollen
Verkürzte Konzernkapitalflussrechnungscrollen
Verkürzte Konzerneigenkapitalveränderungsrechnungscrollen
scrollen
Ausgewählte erläuternde Konzernanhangangaben der Delticom AGBerichtsunternehmenDie Delticom AG (nachfolgend "AG" genannt) ist die
Muttergesellschaft des Delticom-Konzerns (nachfolgend
"Delticom" genannt). Die AG ist im Handelsregister des
Amtsgerichts Hannover mit der Registernummer HRB58026
eingetragen. Die Anschrift der AG lautet 30169 Hannover,
Brühlstraße 11, Deutschland.
Delticom ist Europas führendes
E-Commerce-Unternehmen für Reifen und
Kompletträder. Die Produktpalette für Privat- und
Geschäftskunden umfasst rund 600 Marken und über
80.000 Reifenmodelle für Pkw und Motorräder sowie
Kompletträder. Kunden können die bestellten
Produkte zur Montage auch zu einem der europaweit rund
30.000 Werkstattpartner der Delticom AG schicken lassen.
Ausführliche Informationen über das
Berichtsunternehmen sind im zusammengefassten
(Konzern-)Lagebericht des Geschäftsberichts 2023 im
Abschnitt Geschäftstätigkeit sowie im Abschnitt
Organisation dargestellt.
Aus rechentechnischen Gründen können in den
Tabellen Rundungsdifferenzen auftreten.
Zahl der MitarbeiterVom 01.01.2024 bis zum 30.06.2024 waren im Durchschnitt
167 Arbeitnehmer beschäftigt.
Saisonale EffekteIn Deutschland, aber auch in der Alpenregion und in
Nordeuropa prägt der jahreszeitlich bedingte
Wetterwechsel den Geschäftsverlauf im Reifenhandel.
Weil die meisten Autofahrer ihre Winterreifen bereits mit
dem ersten Schneefall und damit in den letzten Monaten
eines Jahres kaufen, fällt das erste Quartal eines
Jahres meist etwas schwächer aus als das vierte
Quartal des Vorjahres. Das zweite Jahresviertel dagegen
gibt sich traditionell umsatzstark: Oft sind die
Temperaturen im April und Mai schon vergleichsweise hoch
und das teils angenehm warme Wetter führt bei vielen
Pkw-Fahrern zum Kauf neuer Sommerreifen.
Das dritte Quartal schließlich flacht
typischerweise wieder etwas ab: Im Übergang vom
Sommer- auf das Winterreifengeschäft wird der Absatz
etwas schwächer. In den meisten Ländern Europas
zeigt sich das letzte Quartal dann meist auch als das
umsatzstärkste. In der dunklen Jahreszeit werden die
Straßenverhältnisse schwieriger, die Bremswege
verlängern sich - und vielen Autofahrern wird die
Notwendigkeit neuer Reifen ganz direkt bewusst.
Wetterbedingte Verschiebungseffekte zwischen den Quartalen
und Basiseffekte im Vergleich zum Vorjahr sind
unvermeidlich.
Grundlagen der Rechnungslegung und Konsolidierung, Bilanzierungs- und BewertungsmethodenDer vorliegende Konzernzwischenabschluss für den
Zeitraum 01.01.2024 - 30.06.2024 (nachfolgend auch
"Zwischenabschluss" genannt) wurde in Übereinstimmung
mit den vom International Accounting Standards Board (IASB)
verabschiedeten International Financial Reporting Standards
(IFRS) für die Zwischenberichterstattung aufgestellt,
wie sie in der Europäischen Union (EU) anzuwenden
sind. Dabei wurden alle am Abschlussstichtag gültigen
und verpflichtend anzuwendenden IFRS-Standards und IFRIC,
insbesondere IAS 34 (Zwischenberichterstattung),
berücksichtigt.
Nach IAS 34 sind in einem Zwischenfinanzbericht
mindestens folgende Angaben erforderlich:
scrollen
Der Konzernzwischenabschluss nach IAS 34 enthält
nicht alle für einen Konzernabschluss notwendigen
Erläuterungen und Angaben und ist daher in Verbindung
mit dem Konzernabschluss zum 31.12.2023 zu sehen. Der
Geschäftsbericht 2023, der den Konzernabschluss zum
31.12.2023 enthält, steht auf der Unternehmenswebseite
im Bereich Investor Relations bzw. unter nachfolgendem Link
zum Download bereit:
https://www.delti.com/de/investor-relations/berichte-prasentationen/
Der beizulegende Zeitwert der vorhandenen
Finanzinstrumente entspricht bei sämtlichen
Bilanzposten näherungsweise dem Buchwert. Die
Finanzinstrumente der Kategorie "Zu Handelszwecken
gehaltene finanzielle Vermögenswerte" in Höhe von
165 Tsd. € (31.12.2023: 0 Tsd. €) sowie der
Kategorie "Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle
Verbindlichkeiten" in Höhe von 419 Tsd. €
(31.12.2023: 946 Tsd. €) sind in der Fair
Value-Hierarchie in Stufe 2 eingeordnet. Fair Values der
Hierarchiestufe 3 liegen wie in Vorjahren nicht vor.
Veränderungen der beizulegenden Zeitwerte wurden in
der Gesamtergebnisrechnung erfasst. Die Bewertung erfolgt
unter Berücksichtigung von aktuellen
EZB-Referenzkursen und Terminauf- bzw. -abschlägen.
Aufgrund der kurzfristigen Fälligkeiten für
Zahlungen entspricht der Buchwert der Forderungen aus
Lieferungen und Leistungen dem beizulegenden Zeitwert. Die
Ertragsteuern der Gewinn- und -Verlustrechnung werden im
Konzernzwischenabschluss nach IAS 34.30c mittels einer
Steuerquote ermittelt und beinhalten im Wesentlichen
Steueraufwendungen aus der Bilanzierung aktiver latenter
Steuern.
Konsolidierungskreis und GrundsätzeDer Konsolidierungskreis umfasst neben der Delticom AG
als Obergesellschaft acht inländische und fünf
ausländische Tochtergesellschaften, die alle in den
Konzernzwischenabschluss vollkonsolidiert wurden.
Die folgenden Unternehmen wurden im laufenden
Geschäftsjahr voll konsolidiert:
scrollen
Gegenüber dem Konzernabschluss zum 31.12.2023 haben
sich keine Veränderungen im Konsolidierungskreis
ergeben.
Änderungen wesentlicher Bilanzierungs- und BewertungsmethodenDie im vorliegenden Konzernzwischenabschluss angewandten
Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sowie
Konsolidierungsgrundsätze entsprechen denen des
Konzernabschlusses der Gesellschaft zum 31.12.2023.
Nähere Einzelheiten hierzu sind aus dem Konzernanhang
für das Geschäftsjahr 2023 zu entnehmen.
Die erstmals zum 01.01.2024 verpflichtend anzuwendenden
Vorschriften hatten keinen Einfluss auf die Bilanzierung
und Bewertung innerhalb des Delticom-Konzerns. Die zum
30.06.2024 herausgegebenen und in EU-Recht
übernommenen IFRS sind erst in späteren
Berichtsperioden als dem kalendergleichen
Geschäftshalbjahr verpflichtend anzuwenden, sofern von
einem Wahlrecht zur vorzeitigen Anwendung kein Gebrauch
gemacht wurde.
Ausnahme bildete die Bewertung der Grundstücke und
Gebäude. Hier wurde in 2024 eine Umstellung von der
Bewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten hin zur
Neubewertung der Vermögenswerte vorgenommen. Aus
dieser Neubewertung ergab sich eine Erhöhung der
Buchwerte der Grundstücke und Gebäude um 499 Tsd.
€. Die Anpassung der Bewertung wird in der
Neubewertungsrücklage im Eigenkapital unter
Berücksichtigung der latenten Steuern von 163 Tsd.
€ dargestellt.
Gewinn- und Verlustrechnung, Bilanz sowie KapitalflussrechnungDetaillierte Erläuterungen zur
Geschäftsentwicklung und der Gewinn- und
Verlustrechnung finden sich im Kapitel
Geschäftsverlauf und Ertragslage im
Konzernzwischenlagebericht. Das Kapitel Finanz- und
Vermögenslage enthält weitere Informationen zur
Bilanz sowie zur Kapitalflussrechnung.
Die Mehrheit der Verkaufsverträge (und die daraus
resultierenden Umsatzerlöse) bestehen zwischen
Delticom und privaten Endkunden. Delticom ist ein
Ein-Segment-Unternehmen, der Schwerpunkt der
Geschäftstätigkeit liegt auf dem E-Commerce. Die
Umsätze werden nach geografischen Regionen in die
Länder der EU und Nicht-EU-Länder kategorisiert.
Aufgrund der kurzen Zahlungsziele und eines umfassenden
Monitorings ist eine Kategorisierung des
Zahlungsausfallrisikos nicht erforderlich. Die verkauften
E-Commerce-Produkte führen vertragsseitig zu eindeutig
identifizierbaren Leistungsverpflichtungen.
Ausgewählte Erläuterungen zur Gewinn- und VerlustrechnungDie Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung,
einschließlich der Erläuterungen erheblicher
Ereignisse und Geschäftsvorfälle, erfolgen in der
Darstellung der Ertragslage des
Konzernzwischenlagerberichts.
UmsatzerlöseDie Umsatzerlöse betreffen fast
ausschließlich die Erlöse aus Warenlieferungen
an Kunden für den Zeitraum vom 01.01.2024 bis
30.06.2024, hiervon 98.550 Tsd. € (H1 2023: 97.316
Tsd. €) Umsatzerlöse im Inland. Im Vorjahr wurde
das bisherige Shopgeschäft durch
Plattformgeschäft ergänzt. Hierdurch kommt es zu
einer Verlagerung des Shopumsatzes auf die Plattform.
Entsprechend werden für den verlagerten Umsatzanteil
Provisionserträge realisiert. Die Verlagerung von
Teilen des Shopumsatzes hat keine nachteilige Auswirkung
auf die Profitabilität der Gesellschaft.
Sonstige betriebliche AufwendungenDie folgende Tabelle zeigt die Entwicklung der sonstigen
betrieblichen Aufwendungen:
scrollen
Steuern vom Einkommen und vom ErtragDie Steuern vom Einkommen und vom Ertrag beinhalten
periodenfremde originäre und latente
Steueraufwendungen in Höhe von 152 Tsd. € bzw.
907 Tsd. €.
Ergebnis je AktieDas unverwässerte und verwässerte Ergebnis je
Aktie beträgt 0,00 € (H1 2023: 0,10 €).
Erläuterungen zur Berechnung des Ergebnisses je AktieDas unverwässerte Ergebnis je Aktie wird
gemäß IAS 33 als Quotient aus dem
Periodenergebnis nach Steuern in Höhe von 61.355,02
€ (H1 2023: 1.542.678,66 €) und der gewichteten
durchschnittlichen Anzahl der während des
Geschäftsjahres im Umlauf befindlichen Stammaktien von
14.813.735 Stück (H1 2023: 14.831.361 Stück)
ermittelt.
Im Berichtszeitraum wurden keine Aktienoptionen
ausgeübt. Die Wartezeit beträgt bei allen
gewährten Aktienoptionen vier Jahre beginnend am
jeweiligen Ausgabetag. Grundsätzlich müssen
sämtliche ausgegebenen Aktien für die Berechnung
des verwässerten EPS berücksichtigt werden,
sofern die Aktienoptionen einen verwässernden Effekt
haben. Dieser liegt vor, wenn der Ausgabepreis der neuen
Aktien unter dem durchschnittlichen Marktpreis der im
Umlauf befindlichen Stammaktien in der Betrachtungsperiode
liegt. Es besteht ein Verwässerungseffekt im H1 2024
in Höhe von 395.067 Stammaktien, der jedoch zu keiner
Veränderung des Ergebnisses je Aktie von 0,00 €
führt.
DividendeFür das abgelaufene Geschäftsjahr 2023 wurde
keine Dividende gezahlt (Vorjahr: 0 €).
Angaben zu Beziehungen mit nahestehenden Unternehmen oder PersonenNahestehende Unternehmen und Personen im Sinne des IAS
24 sind der Vorstand und Aufsichtsrat der Delticom AG
(Kategorie Personen in Schlüsselpositionen) sowie die
Binder GmbH und Prüfer GmbH (Kategorie
Maßgeblicher Einfluss auf das berichtende
Unternehmen). Alle Geschäfte mit nahestehenden
Unternehmen und Personen sind vertraglich vereinbart und zu
Bedingungen ausgeführt worden, wie sie auch mit
fremden Dritten üblich sind.
Sonstige finanzielle Verpflichtungen, Eventualschulden und -forderungenBei den sonstigen finanziellen Verpflichtungen gab es
keine wesentlichen Änderungen im Vergleich zum
31.12.2023.
Eventualschulden und -forderungen bestanden am
Abschlussstichtag nicht.
Angabe gemäß § 115 Abs. 5 WpHGDer vorliegende Konzernzwischenabschluss und der
Konzernzwischenlagebericht wurden einer prüferischen
Durchsicht durch den Abschlussprüfer unterzogen.
Deutscher Corporate Governance KodexAuf der Webseite
https://www.delti.com/de/investor-relations/corporate-governance/entspre-chungserklaerung/
finden sich die aktuellen Erklärungen nach § 161
AktG zum Deutschen Corporate Governance Kodex vom Vorstand
und Aufsichtsrat der Delticom AG.
Versicherung der gesetzlichen VertreterWir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß
den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen für
die Zwischenberichterstattung der Konzernzwischenabschluss
ein den tatsächlichen Verhältnissen
entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und
Ertragslage des Konzerns vermittelt und im
Konzernzwischenlagebericht der Geschäftsverlauf
einschließlich des Geschäftsergebnisses und die
Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den
tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild
vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken
der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben
sind.
Hannover, den 14.08.2024
(Der Vorstand)
Bescheinigung nach prüferischer DurchsichtAn die Delticom AGWir haben den verkürzten Konzernzwischenabschluss -
bestehend aus verkürzter Konzernbilanz,
verkürzter Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung,
verkürzter Konzerngesamtergebnisrechnung,
verkürzter Konzernkapitalflussrechnung,
verkürzter
Konzerneigenkapitalveränderungsrechnung sowie
ausgewählten erläuternden Anhangangaben - und den
Konzernzwischenlagebericht der Delticom AG, Hannover,
für den Zeitraum vom 1. Januar 2024 bis 30. Juni 2024,
die Bestandteile des Halbjahresfinanzberichts nach §
115 WpHG sind, einer prüferischen Durchsicht
unterzogen. Die Aufstellung des verkürzten
Konzernzwischenabschlusses nach den IFRS für
Zwischenberichterstattung, wie sie in der EU anzuwenden
sind, und des Konzernzwischenlageberichts nach den für
Konzernzwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des
WpHG liegt in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter
der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, eine Bescheinigung
zu dem verkürzten Konzernzwischenabschluss und dem
Konzernzwischenlagebericht auf der Grundlage unserer
prüferischen Durchsicht abzugeben.
Wir haben die prüferische Durchsicht des
verkürzten Konzernzwischenabschlusses und des
Konzernzwischenlageberichts unter Beachtung der vom
Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten
deutschen Grundsätze für die prüferische
Durchsicht von Abschlüssen unter ergänzender
Beachtung des International Standard on Review Engagements
"Review of Interim Financial Information Performed by the
Independent Auditor of the Entity" (ISRE 2410) vorgenommen.
Danach ist die prüferische Durchsicht so zu planen und
durchzuführen, dass wir bei kritischer Würdigung
mit einer gewissen Sicherheit ausschließen
können, dass der verkürzte
Konzernzwischenabschluss in wesentlichen Belangen nicht in
Übereinstimmung mit den IFRS für
Zwischenberichterstattung, wie sie in der EU anzuwenden
sind, und der Konzernzwischenlagebericht in wesentlichen
Belangen nicht in Übereinstimmung mit den für
Konzernzwischenlageberichte anwendbaren Vorschriften des
WpHG aufgestellt worden sind. Eine prüferische
Durchsicht beschränkt sich in erster Linie auf
Befragungen von Mitarbeitern der Gesellschaft und auf
analytische Beurteilungen und bietet deshalb nicht die
durch eine Abschlussprüfung erreichbare Sicherheit. Da
wir auftragsgemäß keine Abschlussprüfung
vorgenommen haben, können wir einen
Bestätigungsvermerk nicht erteilen.
Auf der Grundlage unserer prüferischen Durchsicht
sind uns keine Sachverhalte bekannt geworden, die uns zu
der Annahme veranlassen, dass der verkürzte
Konzernzwischenabschluss in wesentlichen Belangen nicht in
Übereinstimmung mit den IFRS für
Zwischenberichterstattung, wie sie in der EU anzuwenden
sind, oder dass der Konzernzwischenlagebericht in
wesentlichen Belangen nicht in Übereinstimmung mit den
für Konzernzwischenlageberichte anwendbaren
Vorschriften des WpHG aufgestellt worden sind.
Bremen, den 14. August 2024
BDO AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
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