ROCHE PHARMA AKTIENGESELLSCHAFT

Grenzach-WyhIen

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2008 bis zum 31.12.2008

Bilanz zum 31. Dezember 2008

Aktiva

Anhang 31.12.2008 31.12.2007 Veränderung
TEUR TEUR TEUR %
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände (1) 133 169 -36 -21
II. Sachanlagen (2) 9.295 8.383 912 11
III. Finanzanlagen (3) 200.645 200.570 75 0
210.073 209.122 951 0
B. Umlaufvermögen
I. Vorräte (4) 180.638 184.883 -4.245 -2
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände (5) 82.226 58.978 23.248 39
III. Kassenbestand 7 15 -8 -53
262.871 243.876 18.995 8
C. Rechnungsabgrenzungsposten (6) 70 199 -129 -65
473.014 453.197 19.817 4

Passiva

Anhang 31.12.2008 31.12.2007 Veränderung
TEUR TEUR TEUR %
A. Eigenkapital
I. Gezeichnetes Kapital (7) 61.355 61.355 0 0
II. Kapitalrücklage 9.524 9.524 0 0
III. Gewinnrücklagen
Gesetzliche Rücklage 3.911 3.911 0 0
74.790 74.790 0 0
B. Rückstellungen
1. Rückstellungen für Pensionen (8) 143.164 137.760 5.404 4
2. Sonstige Rückstellungen (9) 32.560 35.371 -2.811 -8
175.724 173.131 2.593 1
D. Verbindlichkeiten (10)
1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 23.471 12.247 11.224 92
2. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen (11)
182.945 174.433 8.512 5
3. Sonstige Verbindlichkeiten (12) 16.084 18.596 -2.512 -14
222.500 205.276 17.224 8
473.014 453.197 19.817 4

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2008

Anhang 2008 2.007 Veränderung
TEUR TEUR TEUR %
1. Umsatzerlöse (13) 1.358.196 1.267.050 91.146 7
2. Sonstige betriebliche Erträge (14) 1.458 13.889 -12.431 -90
3. Materialaufwand (15) -1.037.402 -957.737 -79.665 8
4. Personalaufwand (16) -113.406 -113.249 -157 0
5. Abschreibungen auf immaterielle
Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen -1.976 -14.180 12.204 -86
6. Sonstige betriebliche Aufwendungen -154.905 -141.154 -13.751 10
7. Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens (17) 9.781 8.363 1.418 17
8. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge (18) 248 873 -625 -72
9. Abschreibungen auf Finanzanlagen -5 0 -5 0
10. Zinsen und ähnliche Aufwendungen (19) -2.404 -3.235 831 -26
11. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 59.585 60.620 -1.035 -2
12. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag (i. Vj. Erstattete Steuern vom Einkommen und vom Ertrag) -96 2.692 -2.788 -104
13. Sonstige Steuern -44 -403 359 -89
14. Auf Grund eines Ergebnisabführungs vertragesabgeführter Gewinn -59.445 -62.909 3.464 -6
15. Jahresüberschuss 0 0 0 0

Anhang für das Geschäftsjahr 2008

Allgemeine Erläuterungen

Der Jahresabschluss der Roche Pharma Aktiengesellschaft, Grenzach-Wyhlen, wurde nach den Vorschriften der §§ 264 ff. HGB unter Anwendung der Vorschriften für große Kapitalgesellschaften im Sinne von § 267 Abs. 3 HGB und den ergänzenden Vorschriften des Aktiengesetzes aufgestellt.

Um die Klarheit der Darstellung zu erhöhen, wurden verschiedene Positionen der Bilanz sowie der Gewinn- und Verlustrechnung zusammengefasst. Diese Positionen sind im Anhang numerisch gekennzeichnet und detailliert beschrieben.

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sowie Angaben zur Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung

[1] Immaterielle Vermögensgegenstände

Die immateriellen Vermögensgegenstände des Anlagevermögens werden mit den Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen, angesetzt. Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände werden nach der linearen Methode vorgenommen. Erstmalig im Berichtsjahr werden geringwertige Vermögensgegenstände im Wert von 150 bis 1.000 Euro gemäß § 6 Abs. 2a EStG in einen Sammelposten eingestellt und linear über einen Zeitraum von fünf Jahren abgeschrieben. Geringwertige Vermögensgegenstände mit Anschaffungskosten bis 150 Euro werden im Jahr der Anschaffung als Aufwand erfasst.

in Tausend Euro Anwendersoftware
Kumulierte Anschaffungswerte zum 01.01.2008 2.525
Zugänge 77
Abgänge 0
Umbuchungen 0
Kumulierte Anschaffungswerte zum 31.12.2008 2.602
Kumulierte Abschreibungen zum 01.01.2008 2.356
Abschreibungen des Geschäftsjahres 113
Umbuchungen 0
Abgänge 0
Zuschreibungen 0
Kumulierte Abschreibungen zum 31.12.2008 2.469
Restbuchwerte zum 31.12.2008 133
Restbuchwerte zum 31.12.2007 169

[2] Sachanlagen

Die Sachanlagen werden mit den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen, angesetzt. Die Abschreibungen auf Sachanlagen werden im Rahmen der steuerlichen Möglichkeiten vorgenommen.

Erstmalig im Berichtsjahr werden geringwertige Vermögensgegenstände im Wert von 150 bis 1.000 Euro gemäß § 6 Abs. 2 a EStG in einen Sammelposten bei Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung eingestellt und linear über einen Zeitraum von fünf Jahren abgeschrieben. Geringwertige Vermögensgegenstände mit Anschaffungskosten bis 150 Euro werden im Jahr der Anschaffung als Aufwand erfasst.

in Tausend Euro Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken Technische Anlagen und Maschinen Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau
Kumulierte Anschaffungswerte zum 01.01.2008 27.558 5.879 13.446 83
Zugänge 1.252 124 975 424
Abgänge 0 0 260 0
Umbuchungen 0 0 0 0
Kumulierte Anschaffungswerte zum 31.12.2008 28.810 6.003 14.161 507
Kumulierte Abschreibungen zum 01.01.2008 24.202 4.305 10.076 0
Abschreibungen des Geschäftsjahres 427 216 1.220 0
Umbuchungen 0 0 0 0
Abgänge 0 0 260 0
Zuschreibungen 0 0 0 0
Kumulierte Abschreibungen zum 31.12.2008 24.629 4.521 11.036 0
Restbuchwerte zum 31.12.2008 4.181 1.482 3.125 507
Restbuchwerte zum 31.12.2007 3.356 1.574 3.370 83
in Tausend Euro Gesamt
Kumulierte Anschaffungswerte zum 01.01.2008 46.966
Zugänge 2.775
Abgänge 260
Umbuchungen 0
Kumulierte Anschaffungswerte zum 31.12.2008 49.481
Kumulierte Abschreibungen zum 01.01.2008 38.583
Abschreibungen des Geschäftsjahres 1.863
Umbuchungen 0
Abgänge 260
Zuschreibungen 0
Kumulierte Abschreibungen zum 31.12.2008 40.186
Restbuchwerte zum 31.12.2008 9.295
Restbuchwerte zum 31.12.2007 8.383

[3] Finanzanlagen

Die Finanzanlagen werden zu Anschaffungskosten beziehungsweise zum jeweiligen niedrigeren Börsenkurs bewertet.

in Tausend Euro Anteile an verbundenen Unternehmen Ausleihungen an verbundene Unternehmen mit einer Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr Wertpapiere des Anlagevermögens Sonstige Ausleihungen
Kumulierte Anschaffungswerte zum 01.01.2008 16 200.000 54 500
Zugänge 0 0 274 2
Abgänge 0 0 0 196
Umbuchungen 0 0 0 0
Kumulierte Anschaffungswerte zum 31.12.2008 16 200.000 328 306
Kumulierte Abschreibungen zum 01.01.2008 0 0 0 0
Abschreibungen des Geschäftsjahres 0 0 5 0
Umbuchungen 0 0 0 0
Abgänge 0 0 0 0
Zuschreibungen 0 0 0 0
Kumulierte Abschreibungen zum 31.12.2008 0 0 5 0
Restbuchwerte zum 31.12.2008 16 200.000 323 306
Restbuchwerte zum 31.12.2007 16 200.000 54 500
in Tausend Euro Gesamt
Kumulierte Anschaffungswerte zum 01.01.2008 200.570
Zugänge 276
Abgänge 196
Umbuchungen 0
Kumulierte Anschaffungswerte zum 31.12.2008 200.650
Kumulierte Abschreibungen zum 01.01.2008 0
Abschreibungen des Geschäftsjahres 5
Umbuchungen 0
Abgänge 0
Zuschreibungen 0
Kumulierte Abschreibungen zum 31.12.2008 5
Restbuchwerte zum 31.12.2008 200.645
Restbuchwerte zum 31.12.2007 200.570

Wir sind alleiniger Anteilseigner der Unterstützungseinrichtung Hoffmann-La Roche GmbH, Grenzach-Wyhlen, die zum 31. Dezember 2008 ein Eigenkapital von 510 Tausend Euro ausweist. Diese Gesellschaft blieb auch in 2008 erfolgsneutral, da sie weder Gewinne noch Verluste erwirtschaftete.

Das nach § 4 d Einkommensteuergesetz errechnete Deckungskapital für laufende Leistungen unserer Unterstützungseinrichtung weist gegenüber dem vorhandenen Eigenkapital einen Fehlbetrag in Höhe von 227 Tausend Euro auf.

Aufgrund einer Vereinbarung mit der Unterstützungseinrichtung wird mit Wirkung vom 1. Januar 2009 die Gesellschaft sämtliche im Leistungsplan der Unterstützungseinrichtung vorgesehenen Leistungen übernehmen. Dementsprechend stellt die Unterstützungseinrichtung mit Wirkung vom 31. Dezember 2008 alle Leistungen ein und wird keine neuen Leistungen an den genannten Personenkreis gewähren.

Die Vermögensbindung gemäß § 6 Abs. 6 KStG wird dadurch in vollem Umfang aufgehoben, so dass nach dem 31. Dezember 2008 die anteilige Rückübertragung des gesamten Kassenvermögens an die beiden Trägerunternehmen, die DSM Nutritional Products GmbH, Grenzach-Wyhlen, und unsere Gesellschaft vorgenommen wird. Anschließend ist die Auflösung der Unterstützungseinrichtung wegen Vermögenslosigkeit vorgesehen.

Mit Vertrag vom 25. April 2005 wurde der Roche Diagnostics GmbH, Mannheim, ein Darlehen in Höhe von 200 Millionen Euro mit unbefristeter Laufzeit gewährt.

In den Wertpapieren des Anlagevermögens ist ein Vermögen auf einen CTA (Contractual Trust Agreement) in Höhe von 323 Tausend Euro enthalten (siehe auch unter [8] Rückstellungen für Pensionen).

[4] Vorräte

Hilfs- und Betriebsstoffe und bezogene Handelswaren werden grundsätzlich zu gleitenden Durchschnittspreisen bewertet. Eingeschränkte Verwertbarkeit und Lagerrisiken werden durch Bildung angemessener Abwertungen und Wertberichtigungen berücksichtigt.

in Tausend Euro 31.12.2008 31.12.2007 Veränderung
Hilfs- und Betriebsstoffe 291 308 -17 6 %
Handelswaren 180.347 184.575 -4.228 2 %
180.638 184.883 -4.245 2 %

[5] Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind mit Ausnahme eines Körperschaftsteuerguthabens gemäß § 37 Abs. 4 und 5 KStG in Höhe von 356 Tausend Euro grundsätzlich zu Nennwerten bilanziert und innerhalb eines Jahres fällig. Aufgrund des langfristigen Erstattungszeitraums von 2009 bis 2017 in gleichen Jahresbeträgen ist der erwähnte Steueranspruch zu 3 % (im Vorjahr 4%) abgezinst. Im Berichtsjahr wurde der Zinssatz an die Entwicklung des Zinssatzes für Bundesanleihen und den Euribor angepasst.

Für erkennbare Risiken bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden Einzelwertberichtigungen in der erforderlichen Höhe vorgenommen. Dem allgemeinen Kreditrisiko wird unverändert zum Vorjahr durch Bildung einer Pauschalwertberichtigung in Höhe von 1 % auf den nicht einzelwertberichtigten Forderungsbestand Rechnung getragen.

Forderungen in fremden Währungen werden mit dem Kurs zum Einbuchungszeitpunkt erfasst und Verluste aus Kursänderungen zum Bilanzstichtag berücksichtigt.

Die Erhöhung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ist im Wesentlichen durch eine vorgezogene Belieferung eines Pharma-Großhändlers bedingt.

Forderungen gegen verbundene Unternehmen resultieren aus weiterberechneten Dienstleistungen.

in Tausend Euro 31.12.2008 31.12.2007 Veränderung
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 63.535 53.741 9.794 18 %
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 14.283 1.846 12.437 674 %
Sonstige Vermögensgegenstände 4.408 3.391 1.017 30 %
82.226 58.978 23.248 39 %

[6] Rechnungsabgrenzungsposten

Es handelt sich hierbei um abgegrenzte Vorauszahlungen von Versicherungsprämien.

[7] Gezeichnetes Kapital

Das Grundkapital ist eingeteilt in 120.000 Stückaktien. Die Anteile sind auf den Inhaber ausgestellt.

Die Roche Beteiligungs GmbH, Grenzach-Wyhlen, hat uns im Jahre 2006 Folgendes mitgeteilt: „... gemäß § 20 Abs. 3 und 4 AktG teilen wir Ihnen mit, dass wir mit Mehrheit am Grundkapital Ihrer Gesellschaft beteiligt sind.“ Die Roche Deutschland Holding GmbH, Grenzach-Wyhlen, bleibt aufgrund ihrer 6 %-igen Direktbeteiligung und der durch die Roche Beteiligungs GmbH, Grenzach-Wyhlen, vermittelten Beteiligung ebenfalls mehrheitlich beteiligt.

Das oberste Mutterunternehmen ist die Roche Holding AG in Basel/Schweiz. Im vorliegenden Jahresabschluss sind alle unmittelbaren und mittelbaren Tochtergesellschaften der Roche Holding AG, Basel/Schweiz, als verbundene Unternehmen berücksichtigt. Unser Jahresabschluss wird in den veröffentlichten Konzernabschluss der Roche Holding AG, Basel/Schweiz, einbezogen, der am Sitz der Gesellschaft aufliegt.

[8] Rückstellungen für Pensionen

In der betrieblichen Altersversorgung für Mitarbeiter mit Diensteintritt ab dem 1. Januar 2007 gilt der neue „Vorsorgeplan 2007“. Im Unterschied zur bisherigen Regelung für Mitarbeiter mit Diensteintritt vor dem 1. Januar 2007 wird die Leistungszusage in der Höhe an die Entwicklung eines definierten Vermögensbestandes gebunden. Das Unternehmen sichert dabei für den Versorgungsfall eine Verrentung auf Basis des Bezugswertes ohne Berücksichtigung einer Verzinsung zu. Das zur Finanzierung dieser Direktzusage erforderliche Vermögen ist unter einem CTA (Contractual Trust Agreement) ausgelagert und wird im Rahmen einer doppelseitigen Treuhand durch den Roche Pensionstreuhandverein verwaltet. Die von den Mitarbeitenden und Roche Pharma AG, Grenzach-Wyhlen, als Arbeitgeber zum Vermögensaufbau geleisteten Beiträge in 2008 sind in Höhe von 281 Tausend Euro als CTA-Fondsvermögen in den Finanzanlagen [3] enthalten.

Die Rückstellungen für die direkt zugesagten Pensionen werden in Übereinstimmung mit den steuerlichen Vorschriften (§ 6 a EStG) nach versicherungsmathematischen Berechnungen unter Zugrundelegung eines Zinssatzes von 6 % sowie den Heubeck-Richttafeln von 2005 ermittelt.

in Tausend Euro 2008 2007 Veränderung
Diensteintritt vor dem 01.01.2007 143.065 137.738 5.327 4 %
Diensteintritt ab dem 01.01.2007 99 22 77 350 %
143.164 137.760 5.404 4 %

In der Rückstellungssumme zum Ende des Geschäftsjahres in Höhe von 143.164 Tausend Euro sind Pensionsverpflichtungen gegenüber früheren Mitgliedern des Vorstandes und deren Hinterbliebenen gemäß § 285 Nr. 9 b) HGB in Höhe von 2.582 Tausend Euro enthalten.

Bezüglich des Fehlbetrags der Unterstützungseinrichtung Hoffmann-La Roche GmbH, Grenzach-Wyhlen, siehe unter [3] Finanzanlagen.

[9] Sonstige Rückstellungen

Die sonstigen Rückstellungen werden für alle erkennbaren Verpflichtungen in Höhe der erwarteten Inanspruchnahme gebildet und enthalten die nachfolgend aufgeführten Rückstellungsposten:

in Tausend Euro 31.12.2008 31.12.2007 Veränderung
Altersteilzeitverpflichtungen 7.372 7.532 -160 -2 %
Mitarbeitergratifikationen und Prämien 5.538 11.284 -5.746 -51 %
Urlaubs- und Gleitzeitansprüche 3.694 3.926 -232 -6 %
Herstellerrabatt 2.652 3.038 -386 -13 %
Rabattverträge 1.872 84 1.788 2129 %
Jubiläen 1.506 1.437 69 5 %
Restrukturierung 1.502 0 1.502 - %
Boni- und Skontiansprüche 1.492 1.930 -438 -23 %
Profit-Sharing-Vereinbarung 1.332 0 1.332 - %
Produktmarketing-Kosten 1.179 1.277 -98 -8 %
Warenrücknahmen 1.070 1.008 62 6 %
Schadenansprüche Dritter 785 790 -5 -1 %
Lagerkosten Pandemiebevorratung 643 843 -200 -24 %
Soziale Institutionen 486 647 -161 -25 %
Sonstige 1.437 1.575 -138 -9 %
32.560 35.371 -2.811 -8 %

Die Rückstellungen für Gratifikationen beinhalten sowohl pauschale Abschlusszahlungen als auch leistungsbezogene Prämien für das abgeschlossene Geschäftsjahr an Mitarbeiter und den Vorstand. Abweichend von der Regelung früherer Jahre wurde 2008 der größte Teil der nichtvariablen Gratifikation im Jahr der Leistung ausgezahlt.

Auf Basis des „Tarifvertrages zur Förderung der Altersteilzeit“ vom 17. Juli 1996 in der Fassung vom 14. Mai 2004 wurden Altersteilzeitverträge abgeschlossen. Die Altersteilzeitrückstellungen für diese Verpflichtungen wurden auf Basis der Stellungnahme des Instituts der Wirtschaftsprüfer vom 18. November 1998 (IDW RS HFA 3, FM-IDW 1998 S. 595) mittels eines versicherungsmathematischen Gutachtens ermittelt.

Auf Grund der Reformen im Gesundheitswesen besteht eine Rückstellung für die zukünftige Verpflichtung zur Einräumung von so genannten Herstellerrabatten. Die Rückstellung bemisst sich nach den geschätzten Beständen der zu 6 %, 10 % oder 16 % rabattpflichtigen Arzneimittel, die an Großhändler oder Apotheken geliefert wurden.

Aufgrund von Abfindungsvereinbarungen mit ausscheidenden Mitarbeitern wurde eine Rückstellung für Restrukturierung vorgenommen.

Die Rückstellung für Rabattverträge wurde aufgrund von Vereinbarungen mit Krankenkassen gebildet.

Im Zusammenhang mit dem Verkauf der Hersteller- und Vertriebsrechte des Produktes Marcumar® wurde aus einer Profit-Sharing-Vereinbarung eine Rückstellung für abzuführende Erlöse während einer Übergangszeit gebildet.

Die Rückstellungen für Urlaubs- und Gleitzeitansprüche bemessen sich nach den noch nicht in Anspruch genommenen Urlaubstagen und Gleitzeitstunden sowie dem durchschnittlichen Tagesverdienst der Mitarbeiter unter Berücksichtigung des Arbeitgeberanteils zur Sozialversicherung.

Die Rückstellungen für Jubiläen und Entgeltfortzahlung im Todesfall sind auf Grundlage versicherungsmathematischer Gutachten ermittelt worden.

[10] Verbindlichkeiten

Verbindlichkeiten werden mit ihrem Rückzahlungsbetrag angesetzt.

Sämtliche Verbindlichkeiten sind, mit Ausnahme der unter den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen ausgewiesenen langfristigen Verbindlichkeiten in Höhe von 230 Tausend Euro gegenüber der Unterstützungseinrichtung Hoffmann-La Roche GmbH, Grenzach-Wyhlen, innerhalb eines Jahres fällig.

Verbindlichkeiten in fremden Währungen werden mit dem Kurs zum Einbuchungszeitpunkt erfasst und Verluste aus Kursänderungen zum Bilanzstichtag berücksichtigt.

[11] Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen

Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen enthalten Verbindlichkeiten gegen die Gesellschafterin Roche Deutschland Holding GmbH, Grenzach-Wyhlen.

in Tausend Euro 31.12.2008 31.12.2007 Veränderung
Verbindlichkeit aus der Cash-Management Vereinbarung gegenüber Roche Deutschland Holding GmbH 80.970 77.295 3.675 5 %
Verbindlichkeiten aus dem Ergebnisabführungsvertrag gegenüber Roche Deutschland Holding GmbH 59.445 62.909 -3.464 -6 %
Summe Verbindlichkeit gegenüber Roche Deutschland Holding GmbH 140.415 140.204 211 0 %
Verbindlichkeiten gegenüber F. Hoffmann-La Roche AG Basel 42.208 33.935 8.273 24 %
Kassenvermögen der Unterstützungseinrichtung Hoffmann-La Roche GmbH 230 230 0 0 %
Verbindlichkeiten gegenüber anderen verbundenen Unternehmen 92 64 28 44 %
Summe Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 182.945 174.433 8.512 5 %

[12] Sonstige Verbindlichkeiten

in Tausend Euro 31.12.2008 31.12.2007 Veränderung
Verbindlichkeiten aus Steuern 15.377 18.142 -2.765 -15 %
andere sonstige Verbindlichkeiten 707 454 253 56 %
16.084 18.596 -2.512 -14 %

[13] Umsatzerlöse

in Prozent 2008 2007 Veränderung in Prozentpunkten
Inland (Arzneimittel) 94 98 -4
Ausland (Dienstleistungen) (überwiegend Nicht-EU-Länder) 6 2 4

Verteilung der Umsatzerlöse nach therapeutischen Gebieten:

in Prozent 2008 2007 Veränderung in Prozentpunkten
Hämatologie / Onkologie 70 63 7
Anämie 6 9 -3
Hepatitis / HIV 7 7 0
Transplantation 6 6 0
Rheumatologie 3 2 1
Sonstige 8 13 -5

[14] Sonstige betriebliche Erträge

Hierbei handelt es sich hauptsächlich um Erlöse aus Personalrestaurant, Werksverkauf, Werkswohnungen und sonstigen Leistungen an Mitarbeiter.

In den sonstigen betrieblichen Erträgen des Vorjahres in Höhe von 13.889 Tausend Euro war die Auflösung eines nach § 6 b EStG gebildeten Sonderpostens mit Rücklageanteil in Höhe von 11.033 Tausend Euro enthalten.

[15] Materialaufwand

Beim Materialaufwand handelt es sich um Handelswaren, die entsprechend der Umsatzerlöse den therapeutischen Gebieten zuzuordnen sind.

[16] Personalaufwand

in Tausend Euro 2008 2007 Veränderung
Löhne und Gehälter 85.176 82.684 2.492 3 %
Soziale Abgaben 11.198 11.250 -52 -1 %
Aufwendungen für Altersversorgung 17.032 19.315 -2.283 -12 %
113.406 113.249 157 0 %

Im Jahresdurchschnitt wurden 1.089 Mitarbeiter und zum Jahresende 1.118 Mitarbeiter beschäftigt. Die durchschnittliche Mitarbeiteranzahl verteilt sich auf folgende Bereiche:

Anzahl Mitarbeiter 31.12.2008 31.12.2007 Veränderung
Marketing Außendienst 485 496 -11 -2 %
Marketing Innendienst 348 321 27 8 %
Business Services, IT und Administration 163 168 -5 -3 %
Klinische Forschung 62 55 7 13 %
Qualitätskontrolle 31 28 3 11 %
(ohne Auszubildende und Vorstand) 1.089 1.068 21 2 %

[17] Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens

in Tausend Euro 2008 2007 Veränderung
Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 9.781 8.363 1.418 17 %
- davon aus verbundenen Unternehmen (9.769) (8.337) (1.432) (17 %)

Die höheren Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens von verbundenen Unternehmen sind hauptsächlich durch gestiegene Zinssätze aus dem Roche Diagnostics GmbH, Mannheim, gewährten 200 Millionen Euro-Darlehen gegenüber dem Vorjahr bedingt.

[18] Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge

in Tausend Euro 2008 2007 Veränderung
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 248 873 -625 -72 %
- davon aus verbundenen Unternehmen (2) (41) (-39) (-95 %)

Bei den sonstigen Zinsen und ähnlichen Erträgen in Höhe von 248 Tausend Euro handelt es sich fast ausschließlich um erstattete ausländische Umsatzsteuer aus Vorjahren sowie um Zinsen auf Vorjahressteuern.

[19] Zinsen und ähnliche Aufwendungen

in Tausend Euro 2008 2007 Veränderung
Zinsen und ähnliche Aufwendungen 2.404 3.235 -831 -26 %
- davon an verbundene Unternehmen (2.310) (2.839) (-529) (-19 %)

Die verminderten Zinsaufwendungen an verbundene Unternehmen sind vor allem durch verminderte Zinssätze begründet. Gegenüber Dritten haben sich die Zinsaufwendungen entsprechend reduziert aufgrund geringerer Zinsaufwendungen für Vorjahressteuern und ausgebliebener Vorauskasse von Kunden.

[20] Periodenfremde Erträge

In den sonstigen Zinsen und ähnlichen Erträgen sind periodenfremde Erträge für Zinsen auf Vorjahressteuern in Höhe von 66 Tausend Euro sowie erstattete ausländische Umsatzsteuern aus Vorjahren in Höhe von 127 Tausend Euro enthalten. Die ausgewiesenen Steuern vom Einkommen und vom Ertrag enthalten periodenfremde Erträge in Höhe von 142 Tausend Euro aufgrund von Steuerbescheiden aus Vorjahren.

[21] Periodenfremde Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten nachgezahlte Umsatzsteuer für Vorjahre in Höhe von 255 Tausend Euro. In den Zinsen und ähnlichen Aufwendungen sind periodenfremde Aufwendungen für Zinsen auf Steuern früherer Jahre in Höhe von 94 Tausend Euro enthalten. Die ausgewiesenen Steuern vom Einkommen und vom Ertrag enthalten periodenfremde Aufwendungen in Höhe von 238 Tausend Euro aufgrund von Steuerbescheiden aus Vorjahren.

[22] Sonstige Angaben

Die Aufsichtsratsmitglieder erhielten gemäß § 285 Nr. 9 a) HGB im Geschäftsjahr Bezüge in Höhe von 43 Tausend Euro. Durch Anwendung der Schutzklausel gemäß § 286 Abs. 4 HGB wird auf die Angabe der Bezüge des einzelnen Vorstandsmitglieds verzichtet. Die Bezüge der früheren Vorstandsmitglieder einschließlich deren Hinterbliebenen betragen gemäß § 285 Nr. 9 b) HGB im Geschäftsjahr 258 Tausend Euro.

Die Mitglieder von Vorstand und Aufsichtsrat sind in der Anlage zum Anhang namentlich aufgeführt.

[23] Sonstige finanzielle Verpflichtungen

in Tausend Euro 2008 2007 Veränderung
Bestellobligo 523 845 -322 -38 %
Miet- und Leasingverpflichtungen 8.371 5.962 2.409 40 %

[24] Unternehmensvertrag

Mit der Roche Deutschland Holding GmbH, Grenzach-Wyhlen, als Organträgerin besteht mit Wirkung ab 1. Januar 1999 ein Organschaftsvertrag.

 

Grenzach-Wyhlen, 27. Februar 2009

Roche Pharma AG

Dr. Hagen Pfundner

Vorstand

Organe der Gesellschaft

Vorstand

Dr. Hagen Pfundner Lörrach

Aufsichtsrat

Dr. Franz B. Humer Zollikon/Schweiz Vorsitzender des Aufsichtsrates (bis 16.04.2008) Präsident des Verwaltungsrates der Roche Holding AG, Basel Aktionärsvertreter
Dr. Severin Schwan Riehen/Schweiz Vorsitzender des Aufsichtsrates (ab 17.04.2008) Vorsitzender der Konzernleitung, Roche Holding AG, Basel Aktionärsvertreter
Gerhard Schäferkord Sinzheim stellv. Vorsitzender Geschäftsführer des Arbeitgeberverbandes Chemie Baden-Württemberg e.V., Baden-Baden Aktionärsvertreter
Dr. José Gabriel Ledezma-Sanchez Wilhelmsfeld Vorsitzender des Betriebsrates der Roche Pharma AG Arbeitnehmervertreter

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2008

1. Geschäft und Rahmenbedingungen

Die Roche Pharma AG, Grenzach-Wyhlen, (kurz „Roche Pharma Grenzach“) ist im Konzernverbund der Roche Holding AG, Basel/Schweiz, (kurz „Roche-Gruppe“ bzw. „Roche“) für Marketing und Vertrieb der Roche Pharmazeutika in Deutschland zuständig.

Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und die anstehenden Veränderungen im deutschen Gesundheitswesen haben uns auch in 2008 vor neue Herausforderungen gestellt. Daher ist es für Roche Pharma Grenzach umso erfreulicher, dass erneut ein positives Wachstum erzielt werden konnte.

Dieser Zuwachs gründet sich vor allem auf den onkologischen Arzneimitteln Avastin®, Herceptin®, MabThera®, Xeloda® und Tarceva®, deren hauptsächlich lebensverlängernde Wirkungen für die betroffenen Patienten einen erheblichen therapeutischen Fortschritt darstellen. Dieser Geschäftsbereich macht inzwischen rund 70 % des Umsatzes aus.

Das für Roche Pharma Grenzach noch neue und perspektivreiche Therapiegebiet der Rheumatologie hält bereits einen Umsatzanteil von rund 3 %, während die Anämie mit rund 6 %, die Infektiologie (HCV und HIV) mit rund 7 %, die Transplantation (angeführt vom umsatzstarken Produkt CellCept®) mit rund 5,5 % und alle anderen Therapiefelder mit rund 8,5 % am Umsatz beteiligt sind. Der deutsche Rheumamarkt ist das am schnellsten wachsende Marktsegment unter den 30 bestehenden Segmenten. Ihm wird ein deutlich zweistelliges Wachstum vorausgesagt, an dem auch Roche mit zwei erfolgversprechenden innovativen Produkten (MabThera® und RoActemra®) entsprechend partizipieren wird.

Somit erhöhte sich der Marktanteil der Roche Pharma Grenzach im Jahre 2008 am verschreibungspflichtigen Markt in Deutschland auf 4,3 %. Mit dieser weiteren Stärkung der Marktposition stehen wir nun in Deutschland auf Rang 3 der führenden Arzneimittelhersteller. Im Krankenhaus-Markt nimmt Roche Pharma Grenzach mit ca. 14 % Marktanteil weiterhin die führende Position ein.

Allerdings hält der vielseitige Druck auf die Arzneimittelpreise an. Obwohl im Geschäftsjahr 2008 nach Beendigung des Preismoratoriums vereinzelt die Preise geringfügig erhöht wurden, konnten sie die Preisreduzierungen aufgrund von Nachahmerpräparaten (Generika) und Festbetragsabsenkungen (nach Wirkstoffgruppen festgesetzte Obergrenzen, bis zu der die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten eines Medikaments erstatten) in keiner Weise kompensieren. Auch der bilaterale Arzneimittelvertrag mit der AOK Baden-Württemberg zu den EPOs (Erythropoetin) vermochte den Umsatzrückgang in der Nephrologie zwar abzuschwächen aber nicht aufzuhalten.

Dennoch konnte Roche Pharma Grenzach bei den Kernprodukten dank des exzellenten Produktportfolios und der hervorragenden Positionierung auch im Jahr 2008 eine Umsatzsteigerung über dem mit 5,3 % erwarteten Marktwachstum gemäß IMS-Prognose („IMS Market Prognosis Europe 2008-2012 - Germany Update 2008 - Total Market Forecasts“) erzielen. Dazu haben die Indikationserweiterungen bei Avastin® und Xeloda® maßgeblich beigetragen.

Trotz andauernder Warnungen der WHO (Weltgesundheitsorganisation) und der Weltbank vor einer Grippepandemie haben die Bundesländer in 2008 eine pandemische Bevorratung mit Tamiflu® auf ein von der WHO empfohlenes Maß von antiviralen Medikamenten nicht erreicht. Die Behandlung akuter Grippeerkrankungen führte wegen der geringen Erkrankungszahlen nicht zu nennenswerten Umsätzen bei Tamiflu®.

Durch den Verkauf der Hersteller- und Vertriebsrechte mehrerer so genannter „Mature Products“, insbesondere das für Roche über Jahrzehnte besonders bedeutende Marcumar®, an andere Arzneimittelhersteller wurden die Umsätze mit diesen Arzneimitteln eingestellt. Auf der anderen Seite wird durch diese permanente Maßnahme das Produktportfolio auf innovative Medikamente weiter konzentriert, um entsprechende Voraussetzungen für höhere Umsätze bei den Kernprodukten zu schaffen.

2. Umsatzlage

Roche Pharma Grenzach erzielte 2008 einen Gesamtumsatz von 1.358,1 Mio. Euro. Darauf entfielen mit einem jährlichen Umsatzwachstum von 33,1 Mio. Euro bzw. 2,7 % auf das rezeptpflichtige Drittkundengeschäft 1.275,6 Mio. Euro nach Abzug des Herstellerrabattes. Unter Ausklammerung von Tamiflu® betrug das jährliche Umsatzwachstum 6,1 % und bei den Kernprodukten sogar 9,8 %, so dass das Marktwachstum 2008 von 5,3 % laut „IMS-Prognose“ jeweils klar übertroffen werden konnte. Zu dieser positiven Entwicklung haben hauptsächlich unsere umsatzstärksten Produkte, die Krebsmedikamente Avastin®, Herceptin® und MabThera® beigetragen.

Leider verzeichnen zu Lasten unseres lokalen Umsatzes die getätigten Parallelimporte von Roche-Produkten weiterhin einen im Jahresverlauf ansteigenden Zuwachs von ca. 23 % gegenüber dem Vorjahr.

3. Ertragslage

Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit ist gegenüber dem Vorjahr um 1,0 Mio. Euro bzw. 1,7 % von 60,6 Mio. Euro auf 59,6 Mio. Euro zurückgegangen. Die Umsatzrendite (Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit / Umsatzerlöse) reduzierte sich deshalb leicht auf 4,4 % und die Eigenkapitalrentabilität (Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit / Eigenkapital zum Stichtag) auf 79,7 %.

Hierfür sind hauptsächlich die sonstigen betrieblichen Aufwendungen verantwortlich, die aufgrund höherer Auftragsforschung, Personalbeschaffung und Fremdleistungen gestiegen sind. Gegenläufig wirken sich die geringeren Marketingaufwendungen aus, sodass sich die sonstigen betrieblichen Aufwendungen insgesamt um 13,8 Mio. Euro bzw. 9,7 % erhöht haben.

Den um 91,1 Mio. Euro bzw. 7,2 % gestiegenen Umsatzerlösen stehen um 79,6 Mio. Euro bzw. 8,3 % höhere Materialaufwendungen gegenüber. Dementsprechend hat sich die Materialaufwandsquote (Materialaufwand / Umsatzerlöse) von 75,6 % im Vorjahr auf 76,4 % in 2008 leicht erhöht.

Die gegenüber 2007 um 12, 4 Mio. Euro geringeren sonstigen betrieblichen Erträge und die um 12,2 Mio. Euro geringeren Abschreibungen kompensieren sich fast vollständig und sind zum grossen Teil vorjahresbedingt (Wegfall der Auflösung Sonderposten und der Sonderabschreibungen). Aufgrund höherer Zinssätze sind die Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens gegenüber dem Vorjahr um 1,4 Mio. Euro bzw. 17,0 % gestiegen.

In den Steuern vom Einkommen und vom Ertrag waren im Vorjahr periodenfremde Erträge in Höhe von 2,7 Mio. Euro enthalten.

Unter Berücksichtigung der vorstehend genannten ergebnisbeeinflussenden Faktoren wird mit 59,4 Mio. Euro ein um 5,5% geringeres Ergebnis an die Roche Deutschland Holding GmbH, Grenzach-Wyhlen, abgeführt.

4. Personal

Die Anzahl der Beschäftigten hat sich innerhalb eines Jahres um 52 Personen auf 1.118 Mitarbeiter zum Jahresende 2008 erhöht. Hiervon entfallen auf die Bereiche Marketing 742 Personen, Administration (Finanzen, Informatik, Personal, Recht, Facility Management) 164 Personen, Medical Affairs M&I 111 Personen, Klinische Forschung 67 Personen und Qualitätskontrolle 34 Personen.

Im Jahr 2008 wurden insgesamt 136 neue Mitarbeiter eingestellt sowie 23 nationale und internationale Mitarbeitereinsätze organisiert und integriert. Durch diese intensive und qualitative Personalbeschaffung trägt Roche Pharma Grenzach den wachsenden Bedürfnissen des Geschäftes Rechnung.

In der oben genannten Mitarbeiterzahl zum Jahresende sind 56 Auszubildende nicht eingerechnet. Diese Anzahl wird im Jahr 2009 um weitere 4 Auszubildende sowie 5 Praktikanten auf 65 aufgestockt und somit mit 20 geplanten Neueinstellungen in diesem Bereich ergänzt, da die Gesellschaft den Ausbildungsbereich als große Herausforderung für die Zukunft betrachtet.

Die Personalfluktuation ohne Einbezug von Pensionierungen und Ausbildungsverhältnissen erhöhte sich von 4,3 auf 5,5 % und die durchschnittliche Betriebszugehörigkeit lag Ende 2008 bei rund 13 Jahren (2007 bei rund 12 Jahren).

Die Leistungsfähigkeit, die Kreativität und die fachliche Kompetenz der Roche-Mitarbeiter haben wieder entscheidend zum Unternehmenserfolg beigetragen. Dies ist umso bemerkenswerter, da gleichzeitig viele Veränderungen in der Organisation vorangetrieben wurden.

Um den wachsenden Anforderungen des Marktes Rechnung zu tragen, waren durch die zahlreichen Neueinstellungen 11 % sowie durch über 200 Versetzungen ca. 17 % der Belegschaft unmittelbar betroffen. Die bereits eingeleiteten Maßnahmen werden zusammen mit einer kreativen Mitarbeiterentwicklung helfen, die Erwartungen im nächsten Jahr zu erfüllen oder sogar zu übertreffen.

5. Investitionen

Für das Geschäftsjahr 2008 betrug das Investitionsvolumen von Roche Pharma Grenzach beim immateriellen Anlagevermögen und bei den Sachanlagen insgesamt rd. 3,0 Mio. Euro. Hiervon entfallen 1,3 Mio. Euro auf Nachaktivierungen den im Vorjahr fertiggestellten Verwaltungsneubau, 0,7 Mio. Euro auf geringwertige Wirtschaftsgüter „GWG“ (incl. Sammelposten bis 1.000 Euro) sowie 0,4 Mio. Euro auf Anschaffungen im Bereich Informatik. Der Rest in Höhe von 0,6 Mio. Euro verteilt sich auf diverse kleinere Maßnahmen. In den Jahren 2009 - 2011 sind substanzielle Investitionen in Sachanlagen geplant. Es handelt sich dabei um ein neues Bürogebäude auf dem Standort, um dem momentanen Engpass an Büroarbeitsplätzen begegnen. Zudem müssen bis zum Jahr 2010 die gruppeninternen Vorgaben zur Vermeidung FCKW-haltiger Kältemittel und zur Erhöhung der Energieeffizienz umgesetzt werden.

6. Finanz- und Vermögenslage

Der Finanzmittelfonds weist zum Ende des Geschäftsjahres einen negativen Saldo in Höhe von 81,0 Mio. Euro aus, da er sich aus einem Guthaben auf dem lfd. Bankkonto in Höhe von 7 Tausend Euro und aus wesentlich höheren Verbindlichkeiten in Höhe von 81,0 Mio. Euro gegenüber der Roche Deutschland Holding GmbH, Grenzach-Wyhlen, aufgrund einer Cash-Pooling-Vereinbarung zusammensetzt.

Der Cash-Flow aus laufender Geschäftstätigkeit weist in 2008 einen Zufluss in Höhe von 62,2 Mio. Euro (im Vorjahr 18,5 Mio. Euro) aus. Die hauptsächlichen Gründe hierfür sind einerseits die Finanzmittelzuflüsse durch das erwirtschaftete Periodenergebnis vor Gewinnabführung in Höhe von 59,4 Mio. Euro, die Bestandsverringerung der Handelswaren in Höhe von 4,2 Mio. Euro sowie die Erhöhung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gegen Dritte in Höhe von 11,2 Mio. Euro und der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gegen verbundene Unternehmen in Höhe von 8,3 Mio. Euro und andererseits die Finanzmittelabflüsse durch die Erhöhung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen Dritte in Höhe von 9,8 Mio. Euro und der Forderungen gegen verbundene Unternehmen in Höhe von 12,4 Mio. Euro.

Zusammen mit den im Geschäftsjahr getätigten Investitionen in Höhe von 3,0 Mio. Euro und der Gewinnabführung an die Roche Deutschland Holding GmbH, Grenzach-Wyhlen, in Höhe von 62,9 Mio. Euro ist der negative Finanzmittelfonds in 2008 um weitere 3,7 Mio. Euro auf 81,0 Mio. Euro aufgestockt worden.

Unter Berücksichtigung der unter den Finanzanlagen bilanzierten konzerninternen Darlehensforderung in Höhe von 200,0 Mio. Euro ist der Konzernfinanzierungssaldo zum Ende des Geschäftsjahres in Höhe von 119,0 Mio. Euro insgesamt jedoch positiv.

Die Bilanzsumme erhöhte sich 2008 gegenüber dem Vorjahr um 19,8 Mio. Euro auf 473,0 Mio. Euro, hauptsächlich bedingt durch die bereits erwähnten Erhöhungen der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen Dritte in Höhe von 9,8 Mio. Euro und gegen verbundene Unternehmen in Höhe von 12,1 Mio. Euro (ohne Cash-Pooling).

Auf der Passivseite wirkte sich die Erhöhung der Bilanzsumme in 2008 im Wesentlichen durch die bereits erwähnten erhöhten Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gegen Dritte in Höhe von 11,2 Mio. Euro und Verbindlichkeiten gegen verbundene Unternehmen in Höhe von 8,5 Mio. Euro aus.

Das Anlagevermögen in Höhe von 210,1 Mio. Euro zum Ende des Geschäftsjahres ist durch das Eigenkapital und die Rückstellungen für Pensionen von zusammen 217,9 Mio. Euro gedeckt, während das Umlaufvermögen incl. Rechnungsabgrenzungsposten in Höhe von 262,9 Mio. Euro über die sonstigen Rückstellungen und die Verbindlichkeiten von zusammen 255,1 Mio. Euro weitgehend finanziert ist.

Trotz des derzeit schwierigen Umfelds aufgrund der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise ist nach Einschätzung der Geschäftsführung die wirtschaftliche Lage des Unternehmens zwar etwas schwieriger geworden, jedoch nach wie vor als sehr gut und finanziell sehr stabil zu bezeichnen.

7. Chancen und Risiken

- Chancen und Perspektiven

Die Roche-Gruppe blickt als eines der weltweit führenden Unternehmen im Gesundheitswesen mit Optimismus in die Zukunft, obwohl sich das Umsatzwachstum abschwächen wird. Grundlage hierfür sind vor allem die Neueinführungen und Indikationserweiterungen sowie ausgezeichnete Erfolge im Pharma-Bereich über mehrere Jahre. Das Geschäftsjahr 2008 hat diesbezüglich mit einem Wachstum etwa doppelt so schnell wie der Weltmarkt (ohne Tamiflu®-Pandemieverkäufe) zu einer weiteren Steigerung beigetragen. Die geplante Weiterführung dieser positiven Entwicklung setzt allerdings voraus, dass der zu erwartende sich beschleunigende Preisdruck nach der Finanzkrise im Herbst 2008 das Roche Portfolio an hoch innovativen Produkten nicht über Gebühr trifft.

- Wettbewerbsfähige Produkte, innovative Biopharmaka und Personalisierte Medizin

Roche ist den sich ändernden Marktbedingungen schon früh mit deutlich differenzierten Medikamenten begegnet, die in erster Linie dem Patienten, aber auch dem Gesundheitssystem und der Volkswirtschaft insgesamt einen erheblichen Zusatznutzen erbringen. Roche möchte diese Ziele weiterhin durch spürbare Fortschritte bei bestmöglicher Früherkennung und Behandlung von schweren chronischen Krankheiten wie Krebs, rheumatoider Arthritis oder Diabetes erreichen, damit die Patientinnen und Patienten wieder neue Hoffnung schöpfen und ein möglichst normales Leben führen können. Die Personalisierte Medizin, das herausragende neue Roche-Geschäftsmodell, bietet enorme Chancen, um die Gesundheitsversorgung besser, sicherer und wirtschaftlicher zu machen. Unsere ganze Kraft wird weiterhin darauf verwendet, dieses Konzept maßgeblich voranzubringen. Unser Ziel ist es, Krankheiten individueller und spezifischer zu behandeln und damit die Wirksamkeit der Therapie zu steigern, d. h. die richtige Medizin für den richtigen Patienten in der richtigen Dosierung mit der richtigen Therapiedauer. Durch den gezielten Zukauf von Technologien im Pharma- und Diagnostica-Bereich ist Roche für diese Aufgabe gut gerüstet.

- Risiken bei der Vermarktung von Arzneimitteln

Der Pharmamarkt wird länderübergreifend einem wachsenden Druck von außen ausgesetzt, sei es durch höhere Hürden bei der Zulassung neuer Medikamente und bei Indikationserweiterungen, durch erhöhte Anforderungen an die Arzneimittelsicherheit, durch raschere Umstellung auf Generika und durch immer stärkeren Einfluss auf die Preisgestaltung (z. B. Zwangsrabatte, Kosten/Nutzen-Abwägung) zur Entlastung der staatlichen Gesundheits-Budgets. Insbesondere bei lebensrettenden oder lebensverlängernden Arzneimitteln wird der Zusatznutzen, auf Grund der Zulassung nur für das fortgeschrittene Stadium der Krankheit beschränkt, zunächst nur gering ausfallen können, was die Erstattung eines angemessenen Preises zum Zeitpunkt der ersten Zulassung unverhältnismässig erschweren oder sogar verhindern wird. Dies wird sich sicherlich negativ auf die Innovationskraft auswirken.

- Regulierter Pharmamarkt

In den letzten Jahren wurden in Deutschland kurzfristig mehrere Gesundheitsreformgesetze verabschiedet, die den Arzneimittelbereich und deren Vertriebswege unmittelbar betreffen. Auf die damit verbundenen komplexen Rahmenbedingungen und Veränderungen hat sich das Markting und der Vertrieb von Roche Pharma Grenzach mit neuen Konzepten eingestellt, um auch in Zukunft die auf dem Weg zum Patienten agierenden Entscheidungsträger von den medizinischen und wirtschaftlichen Vorteilen der Roche-Medikamente zu überzeugen. Neben den niedergelassenen Ärzten, Kliniken und Versorgungsapotheken werden dies vermehrt die Krankenkassen sowie politische Gremien, Behörden und Institute sein (z. B. „Kassenärztliche Vereinigungen“, „Medizinische Dienste“, „Gemeinsamer Bundesausschuss“, „Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen“).

- Risiken durch globale Wirtschaftskrisen

Die Finanzkrise im Herbst 2008 und die einhergehende globale Wirtschaftskrise haben bereits viele Branchen und Industrien sehr hart getroffen. Die negativen Folgen werden bei vielen Menschen und der Geschäftswelt noch schmerzliche Spuren hinterlassen. Zur Abwendung oder zumindest Abmilderung werden die damit verbundenen erheblichen finanziellen Mittel, die die Regierungen für das Bankensystem und ihrer existenzgefährdeten Industrien bereit gestellt haben und ggf. noch bereitstellen, den Spielraum der Staaten und des deutschen Gesundheitsministeriums erheblich beschränken. Damit können ansteigende Kosten im Gesundheitswesen unter anderem auf Grund der demographischen Entwicklung nicht mehr im bisherigen Umfang abgefangen werden. Selbst die Erhöhung und Vereinheitlichung der Krankenkassenbeiträge für gesetzlich Krankenversicherte wird den Kostenanstieg in Krankenhäusern und bei den niedergelassenen Ärzten ohne Steuermittel nicht kompensieren können. Deshalb ist mit weiteren Regulierungen und Mechanismen zur Preisreduktion zu rechnen. Es bleibt zu hoffen, dass dies die Medikamente mit klarer Differenzierung und erkennbarem Zusatznutzen für die Patienten weniger trifft als andere.

- Lieferbereitschaft

Die pünktliche Auslieferung unserer Produkte wird im Interesse unserer Kunden und Patienten als ein sehr wichtiges Ziel angesehen. Dem „Stock out“- Risiko bei Lieferunfähigkeit wird durch ein konzernweit funktionierendes Warenbewirtschaftungssystem („Supply Chain Management“) begegnet, ausgehend von der Bedarfsplanung, über verschiedene Lagerstufen bis hin zurück zur Produktion.

- Moderne Organisationsstrukturen

Strukturelle und organisatorische Massnahmen zur Erhöhung der Produktivität und zur weiteren Effizienz der betriebswirtschaftlichen Abläufe haben einen sehr hohen und wichtigen Anteil an der Chancenwahrnehmung. So hat beispielsweise die Roche-Gruppe in den letzten Jahren erhebliche Investitionen in modernste biotechnische Produktionsanlagen zur Herstellung von Wirkstoffen und innovativen Arzneimitteln getätigt. Aufgrund der Gesundheitsreformen und der einhergehenden massiven Veränderungen auf dem deutschen Pharmamarkt wird das Marketing laufend an den neuen Bedürfnissen ausgerichtet. So haben wir im Jahr 2008 eine Rocheweite Analyse der Infrastrukturkosten vorgenommen, in dem der Roche Pharma Grenzach ein sehr effizientes Kostenmanagement attestiert werden konnte. Im Bereich Pharma wurden die Arbeitsabläufe in Finanzen/Rechnungswesen, Verkauf und Vertrieb sowie des „Supply Chain Management“ europaweit harmonisiert und vereinfacht und durch Standardisierung der technologischen Informations- und Datenverarbeitungsbasis im April 2008 in Betrieb genommen. Dies wird durch das neu etablierte „Shared Service Center“ in Budapest unterstützt.

- Risiko- und Krisenmanagement-System

Risiken und Krisen sind künftige und unsichere Ereignisse, die das Erreichen angestrebter Ziele verhindern können. Zu den typischen Risiken im Pharmageschäft gehören die Investitionen in die Forschung und Entwicklung, die nicht das erwünschte Ergebnis erbringen, oder Fragen der Produktsicherheit, Produktion und Umwelt. Der richtige Umgang mit Risiken trägt dazu bei, Nachteile zu reduzieren und die Aufmerksamkeit zu fokussieren. Das „Group Risk Management“ bietet deshalb konzerweit Beratung an, wenn es darum geht, Risikomanagementlösungen zu entwickeln, Gefährdungen und Risiken zu senken, die „Compliance” zu unterstützen und die beste Anwendung zu fördern. Basierend auf den Ergebnissen eines Risiko-Erfassungsprojektes, „EMBRACE“, bei Roche Pharma Grenzach, werden in verschiedenen Bereichen systematisch Maßnahmen zur Risiko-Minderung durchgeführt. Einige Bereiche waren in globale systematische Risikominderungsprojekte eingebunden, z. B. die Finanzabteilung. Je nach Bedarf werden durch das „Group Risk Management“ Prozesse, Methoden und Dienstleistungen im Umgang mit Risiken angeboten. Zudem gibt es die „Risk Roundtables“ per Videokonferenz, ein Forum für den Austausch von besten Praktiken und Wissen. Bei der Risikoeinschätzung wird im Bereich „Medical Affairs“ ein neues Tool „CARISMA“ zur Risikoeinschätzung und zur Nachverfolgung von festgelegten Risikominderungsmaßnahmen genutzt, wobei ein Ausrollen auf weitere Bereiche vorgesehen ist.

- Forschung und Entwicklung

Um die anstehenden Herausforderungen für ein weiterhin starkes Wachstum von Roche sicherzustellen ist es wichtiger denn je, dass die ganze Energie auf die Entwicklung differenzierter Produkte für noch ungelöste medizinische Bedürfnisse fokussiert werden. Deshalb investiert Roche weiterhin erheblich in Forschung und Entwicklung, da bis jetzt die meisten schweren Krankheiten nicht wirksam behandelt werden können. Die Aufgabe von Roche besteht darin, an bedeutenden wissenschaftlichen Durchbrüchen aktiv beteiligt zu sein und aussichtsreiche Entdeckungen in innovative therapeutische Produkte umzuwandeln. Das Vorangehen in der Personalisierten Medizin (Personalised Healthcare – PHC) wird uns dabei helfen, neuartige und kosteneffiziente Produkte zu entwickeln, wie sie von Patienten individuell benötigt und von Regierungen und Behörden verlangt werden. Roche kann hier einen großen Wettbewerbsvorteil nutzen, das Roche-Modell der Verzahnung von Pharma und Diagnostica, indem das breite diagnostische Fachwissen in die Arzneimittelentwicklung einfließen kann. Die fünf krankheitsbiologischen Bereiche (Disease Biology Areas – DBA) Onkologie, Virologie, Entzündungskrankheiten, Stoffwechselkrankheiten und Erkrankungen des zentralen Nervensystems setzen jeweils eigene Prioritäten und treffen Entscheidungen über das Portfolio. Die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten von Roche sind darauf ausgerichtet, klinisch differenzierte Arzneimittel zu entwickeln, die entweder auf Kleinmolekülen oder auf therapeutischen Proteinen (vorwiegend monoklonalen Antikörpern und Peptiden) sowie Biopharmazeutika der nächsten Generation basieren. Ein weiterer Ansatz ist die Erforschung der RNA-Interferenz mit kleinen Ribonukleinsäure-Molekülen, die auf dem Prinzip der zielgenauen Ausschaltung von Genen basiert, eine wohl bahnbrechende neue Therapieoption. Aufgrund der sehr erfolgreichen Forschungs- und Entwicklungstätigkeit hat die Roche-Gruppe in 2008 bzw. Januar 2009 elf wichtige neue Zulassungsanträge und dreizehn wichtige Marktzulassungen von Indikationen bzw. Darreichungsformen diverser Arzneimittel bzw. Wirkstoffe erhalten. Zudem umfasste zu Jahresbeginn 2009 die Forschungs- und Entwicklungspipeline der Roche Gruppe 120 klinische Pharma-Projekte, darunter 62 neue Wirkstoffe und 58 zusätzliche Indikationen. Hierunter befinden sich mehrere Substanzen mit unterschiedlichen Wirkmechanismen zur Anwendung bei Typ-2-Diabetetes, in die Roche hohe Erwartungen setzt. Hierzu zählt auch ein neues Molekül, welches das „gute Cholesterin“ vermehrt und so das Herz schützen kann.

- Wettbewerbsfähige Produkte

Für die Konkurrenzfähigkeit von Roche ist allerdings Voraussetzung, dass die Roche-Medikamente in höchster Qualität angeboten werden, für die Patienten einen klar nachweisbaren Nutzen erbringen und für das Gesundheitswesen wirtschaftlich sind. Das weltweite Produktionsnetzwerk mit derzeit sechs wichtigen und hochmodernen biotechnischen Anlagen wird deshalb weiter ausgebaut und die dazugehörige Infrastruktur optimiert.

- Risiken in der Vermarktung

Vom normalen Wettbewerbsrisiko abgesehen, dem jedes Produkt am Markt ausgesetzt ist, kommt bei Arzneimitteln hinzu, dass die hohen Forschungs- und Entwicklungskosten in der zur Verfügung stehenden Zeit des Patentschutzes erwirtschaftet werden müssen. Erschwert wird dies länderübergreifend, indem der Pharmamarkt einem wachsenden Druck von außen ausgesetzt wird, sei es durch höhere Hürden bei der Zulassung neuer Medikamente und bei Indikationserweiterungen, erhöhte Anforderungen an die Arzneimittelsicherheit, wachsende Parallelimporte, raschere Umstellung auf Generika und immer stärkeren Einfluss auf die Preisgestaltung (z. B. Zwangsrabatte, Kosten/Nutzen-Abwägung) zur Entlastung der staatlichen Gesundheits-Budgets.

- Arzneimittelsicherheit

Roche bringt als pharmazeutischer Unternehmer Arzneimittel auf den Markt, d. h., beim In-Verkehr-Bringen oder bei der Anwendung können bisher nicht bekannte Arzneimittelrisiken auftauchen. Diese können mit der pharmazeutischen Qualität zusammenhängen oder sich auf mögliche Nebenwirkungen beziehen. Der Bereich Arzneimittelsicherheit ist für die Erfassung, Bewertung und Kommunikation neuer medizinischer Arzneimittelrisiken in Bezug auf die vertriebenen Roche-Medikamente verantwortlich. In ihren Aufgabenbereich gehört auch die Erfassung jeglicher Hinweise auf tatsächliche oder vermutete Befindlichkeitsstörungen im Zusammenhang mit der Einnahme eines Roche-Produktes. Eine schnelle und gezielte Reaktion auf solche Hinweise ist von höchster Bedeutung, um das Risiko beim Patienten und der Schaden für die Gesellschaft möglichst gering zu halten. Der Maßnahmeplan für neue identifizierte Arzneimittelrisiken hält Verantwortlichkeiten und Arbeitsabläufe bei neu erkannten Arzneimittelrisiken, die die Frage aufwerfen, ob dringliche Maßnahmen erforderlich sind, fest. Jeder Mitarbeiter von Roche Pharma Grenzach kann in den Umgang mit neu identifizierten Arzneimittelrisiken eingebunden sein, indem er wissen sollte, was dann zu tun ist. Hierüber sind Anfang 2009 alle Mitarbeiter von Roche Pharma Grenzach ausführlich informiert worden. Die höchsten Pharmarisiken sind in der Regel mit freiwilligen oder unfreiwilligen Rücknahmen vom Markt verbunden, vor allem bei wirtschaftlich sehr starken und erfolgreichen Produkten in Verbindung mit Schadenersatzzahlungen, Strafen und erlittenen Imageschäden.

- Arzneimittelzulassung und ihre Risiken

Zur Verbesserung der Abläufe und zur Sicherstellung, dass die Richtlinien und internen Prozesse bei der Durchführung klinischer Studien sowie bei der Überwachung von Arzneimitteln eingehalten werden, wurde ein neues Quality Risk Management (QRM) - System eingeführt. Dieses QRM - System vereinheitlicht und stärkt die Risikoeinschätzung. Alle Funktionen im Pharmabereich können Hochrisikobereiche zusammenführen und den Ressourceneinsatz für qualitätsbezogene Aufgaben optimieren. Anhand des QRM hat Roche begonnen, bestehende Informationen aus einer Reihe von verschiedenen routinemäßigen Geschäftsprozessen zu nutzen. Das QRM ermöglicht eine Analyse von Informationen, die den Verantwortlichen erlaubt, auf einen Blick zu beurteilen, ob ihre Prozesse das beabsichtigte Ergebnis und die gewünschte Qualität erreichen. Eingebunden werden weltweit 90 Roche-Gesellschaften und ca. 5.000 klinische Prüfzentren. Somit sind beste Voraussetzungen geschaffen, dass die Arzneimittelzulassung ohne Verzögerungen erfolgen kann.

- Produkt- und Probandenhaftung incl. Absicherung gem. AMG

In Übereinstimmung mit dem Arzneimittelgesetz (AMG) sind für den Geltungsbereich Deutschland sowohl die Risiken der Produkthaftung aus dem Vertrieb von Arzneimitteln mit ihrem Höchstbetrag gem. § 88 AMG (Kapitalbetrag von 120 Millionen Euro pro Arzneimittel) wie auch der Probandenhaftung im Rahmen von klinischen Studien gem. § 40 AMG mit ihrem Höchstbetrag (Kapitalbetrag 50 Millionen Euro pro Jahr) bei Versicherern abgedeckt.

- Planungsgenauigkeit

Eine hohe Genauigkeit wird beim Planungsprozess stets als wichtige Zielsetzung vorgegeben. Sie dient bei den Absatzmengen und den Umsätzen, bei der Produktpromotion und den sonstigen Kosten nicht nur der optimalen Geschäftssteuerung, sondern minimiert auch erheblich das Risiko vor unerwünschten Entwicklungen und negativen Überraschungen.

- Motivation und Leistung der Mitarbeiter

Die anonyme Mitarbeiterbefragung 2007 hat ergeben, dass 98 % der Beschäftigten von Roche Pharma Grenzach hoch motiviert sind. Dieses sehr positive Ergebnis war Grundlage für ausführliche Analysen und Durchführung von Workshops, um durch weitere Maßnahmen die Attraktivität von Roche als Arbeitgeber zu erhöhen.

Für die Zukunft ist es Ziel von Roche Pharma Grenzach, allen Mitarbeitern regelmäßig im Rahmen eines systematischen Performance Managements Rückmeldung zu der Leistung bei der Erreichung vereinbarter Ziele und Hauptaufgaben unter Berücksichtigung der Unternehmenswerte zu geben. Aber auch die Entwicklung des Mitarbeiters steht dabei im Mittelpunkt. Regelmäßige Entwicklungsgespräche sollen zu einer fundierten Einschätzung von Kompetenzen führen und Stärken und Entwicklungschancen aufzeigen. Diese sollen in einem verbindlichen Entwicklungsplan festgehalten werden.

- Harmonisierung der Gehaltssysteme

Im Jahr 2008 wurde durch die Vereinheitlichung der Auszahlungszeitpunkte für außertarifliche Mitarbeiter im Innen- und Außendienst die Harmonisierung der Gehaltssysteme weiter vorangetrieben. In den kommenden Jahren wird dieser Prozess durch die Einführung eines neuen analytischen Stellenbewertungssystems mittels eines standardisierten Verfahrens bei allen außertariflichen und leitenden Positionen weiter fortgesetzt. Mit der angestrebten Objektivität wird eine bessere Vergleichbarkeit von Stellen ermöglicht. Zusätzlich ist die Stellenbewertung Basis eines organisations- und firmenübergreifenden Vergleichs und sie ist die Grundlage für ein mögliches externes Gehalts-Benchmarking. Die Kriterien für das neue Stellenbewertungs- und Gehaltssystem sind das Wissen, die Denkleistung und die Verantwortung, welche mit einer Position verknüpft sind.

- Konzerngrundsätze und Werte

Ein einwandfreies und korrektes Verhalten unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im jeweiligen beruflichen Umfeld gegenüber Kolleginnen und Kollegen, Vorgesetzten, Funktionsträgern und sonstigen Verantwortlichen der Gesellschaft sowie Dritten (Patienten, Kunden, Behördenvertretern etc.) gehört zu unseren grundsätzlichen Anforderungen. Dieser Verhaltenskodex incl. die Verpflichtung zur Beachtung von Gesetzen und sonstiger Vorschriften ist in den Konzerngrundsätzen „Corporate Principles“ („Im Dienste von Patienten und Kunden, Respekt vor dem Individuum, Verpflichtung zur Verantwortung und zur Leistung, der Gesellschaft, der Umwelt und der Innovation verpflichtet, Kontinuierliche Verbesserung“) geregelt.

Seit mehr als 100 Jahren steht Roche für Innovation und Unternehmertum. In 2008 hat das Unternehmen seine Unternehmenswerte überarbeitet und in den drei Leitwerten Integrität, Mut und Leidenschaft zusammengefasst. Als Eckpfeiler unserer Unternehmenskultur werden sie auch in der Zukunft unsere Leistungen prägen. Diese drei Roche-Werte beschreiben, wie wir uns als Individuen und als Organisation verhalten. Sie sind die Grundlage, auf der wir Entscheide und Aktivitäten beurteilen, um Innovation zu fördern und als Unternehmen erfolgreich zu sein:

Integrität Wir verhalten uns stets offen, ehrlich, ethisch korrekt und authentisch.
Mut Wir denken unternehmerisch und gehen deshalb Risiken ein, überwinden Hindernisse und experimentieren.
Leidenschaft Unsere Energie und unsere Überzeugung setzen wir dazu ein, andere anzuspornen, zu motivieren und zu begeistern.

Unterstützt werden diese Werte durch die neuen Führungskompetenzen

- Fokussieren, um Mehrwert zu schaffen

- Mitarbeitende begeistern

- Ergebnisse erzielen

- Neues schaffen, lernen und verändern.

Die vier Führungskompetenzen untermauern die Roche-Werte und beschreiben das Fachwissen, die Fähigkeiten und die Eigenschaften, welche wir benötigen, um hohe Leistungen zu erbringen und zum Unternehmenserfolg beizutragen. Die Führungskompetenzen gelten für alle Mitarbeitenden bei Roche.

- Kreditmanagement

Zur Sicherstellung der Außenstände im Rahmen der gewährten Lieferantenkredite gegenüber Kunden wird beim Verkauf und Absatz unserer Produkte ein konzernweit entwickeltes und für die Bedürfnisse von Roche Pharma Grenzach angepasstes sehr effizientes Kredit-Management-System eingesetzt, um drohende Ausfälle rechtzeitig zu erkennen und zu verhindern. Deshalb konnten wie in den Jahren zuvor in 2008 die nicht ganz zu vermeidenden tatsächlichen Kreditausfälle auf einem relativ sehr geringen Niveau gehalten werden.

- Sicherheitsmaßnahmen bei Geschäftsanbahnung

„ The Golden Rules of Segregation of Duties“ legen in Verbindung mit den Einkaufsrichtlinien und der im Einkaufstool hinterlegten „DOA Delegation of Authorities“ – Tabelle (= hierarchisch gestaffelte Grenzwerte pro Bestellposition) und dem aktuellen Unterschriftsverzeichnis fest, dass Verpflichtungen im Auftrag und zu Lasten der Gesellschaft grundsätzlich nur gemeinsam mit einer 2. berechtigten Person eingegangen werden. Dieselbe hohe Bedeutung hat das „Vier-Augen-Prinzip“ auch bei systemtechnischen Funktionen, z. B. der Stammdatenpflege von Kunden und Lieferanten inkl. Bankdaten, Rechnungsverbuchung und Cash-Management (inkl. Freigabe von Zahlungen). Ein unter „INVOLVE“ in 2009 gestartetes konzernweites Projekt hat zum Ziel, einen integrierten, benutzerfreundlichen, effizienten und an relevanten Risiken ausgerichteten und vereinheitlichten neuen Ablauf unter Verwendung eines standardisierten Tools zu definieren und implementieren,

- ICFR – korrektes Berichtswesen

Bei „ICFR - Internal Controls over Financial Reporting“ handelt es sich um ein Bündel von Maßnahmen, die permanent sicherstellen sollen, dass mittels interner Dokumentationen und Kontrollen das nach festgelegten Geschäftsprozessen und Grundsätzen aufgebaute Konzern-Berichtswesen stets korrekt und fehlerfrei ausgeführt wird. Die hieraus gemeldeten Daten haben sowohl Einfluss auf das interne Konzern-Controlling als auch für die externe Konzern-Berichterstattung. Bedingt durch die Einführung eines neuen SAP-Systems (Forward) sowie eines Shared Service Centers in Budapest haben sich die Geschäftsprozesse bei Roche Pharma Grenzach teilweise verändert. Mit dem in 2008 vorgenommenen Audit durch Corporate Finance und KPMG wurde sichergestellt, dass die angepassten Dokumentationen und Kontrollen den ICFR Anforderungen gerecht werden.

- Financial Peace -Transparenz und Sicherheit der betrieblichen Abläufe

Das in 2008 durchgeführte Projekt „Financial Peace“ hat das Ziel verfolgt, dass die wichtigsten und vom Konzern vorgegebenen Geschäftsprozesse inkl. ihrer systemtechnischen Umsetzung bei Roche Pharma Grenzach keine Sicherheitslücken aufweisen, sich auf dem neuesten Stand befinden und stets korrekt umgesetzt werden. Das Ergebnis zeigte, dass dieses Ziel im Wesentlichen in allen Geschäftsprozessen erreicht wurde. Anpassungsbedarf wurde nur im Prozess Travel & Entertainment festgestellt bei der Inanspruchnahme von Reisedienstleistungen. Diese Lücke soll in 2009 durch die Einführung und Umsetzung der globalen Reiserichtlinie geschlossen werden.

- Dokumenten-Management und Risikominimierung

Im Umgang mit Unternehmensdaten (z. B. Speichern, Archivieren, Ausdrucken, Kopieren, Ablegen, Shreddern) sind die Roche-Richtlinien für das Dokumenten-Management relevant. Hierzu gehören auch der Schutz der personenbezogenen Daten, die Benutzung von elektronischen Kommunikationsmitteln (z. B. firmeneigene Telefone, Mobiles, Faxgeräte, Computer, E-Mail-, Intranet- und Internet-Systeme) und die spezielle Roche E-Mail-Policy. Um Roche vor finanziellem Schaden, negativem Image und rechtlichen Auseinandersetzungen zu schützen, müssen diese Sicherheitsrichtlinien von jedem Mitarbeiter eingehalten werden. Das obligatorische E-Learning-Schulungsprogramm „Roche Secure“ ermöglicht es jedem Mitarbeiter, seine Kenntnisse über Informationssicherheit zu testen und zu verbessern und sich über vorhandene Risiken zu informieren. Bisher haben 98 % der Mitarbeiter diese Schulung absolviert.

- Vogelgrippe-Pandemie-Vorsorge

Im Rahmen der weltweiten potentiellen Bedrohung durch eine Vogelgrippe-Pandemie wurde im letzten Jahr der so genannte Pandemieplan weiter entwickelt, der gewährleisten soll, dass der Geschäftsbetrieb von Roche Pharma Grenzach im Falle des Ausbruchs einer Pandemie in Deutschland weitergehen kann, vor allem zur Versorgung der Patienten mit lebensnotwendigen Arzneimitteln. Dabei wurden die wichtigsten Funktionen und notwendigsten Mindest-Ressourcen identifiziert, um sie im befürchteten Notfall dann tatsächlich aktivieren zu können. Im Rahmen einer Simulation wurde die Tauglichkeit des Pandemieplanes auf den Prüfstand gestellt.

- Antikorruption und fairer Wettbewerb

Roche Pharma Grenzach leistet einen wichtigen Beitrag zur Verhinderung von Betrug und Korruption im Gesundheitswesen. Obwohl durch rechtswidriges und geschäftsschädigendes Verhalten jeder Funktionsträger persönlich haftet, würde die Firma einen beträchtlichen Imageschaden erleiden. Im Rahmen der Vermarktung unserer Produkte hat sich Roche Pharma Grenzach deshalb als Mitglied im Verein „Freiwillige Selbstkontrolle für die Arzneimittelindustrie e. V.“ (FSA) auf den so genannten „Kodex für die Zusammenarbeit der pharmazeutischen Industrie mit Ärzten, Apothekern und anderen Angehörigen der Fachkreise“  (FSA-Kodex) verpflichtet, der die Regeln für ein ethisches Verhalten zwischen Pharmaindustrie und Ärzten statuiert und die Zusammenarbeit auf eine klare, transparente und mit dem Berufsrecht der Ärzteschaft im Einklang stehende Basis stellt. Die relevanten Mitarbeiter, insbesondere im Bereich Marketing, mussten deshalb im Jahre 2007 ein ausführliches vom FSA entwickeltes E-Learning-Schulungsprogramm absolvieren, um sich praxisnah auf den neuesten Stand zu bringen. Ab 2008 war dieses Schulungsprogramm verpflichtend von neu eintretenden Mitarbeitern zu absolvieren, so dass die Teilnehmerquote inzwischen auf 95 % angestiegen ist. Zudem wurden zahlreiche Mitarbeiter des Innen- und Außendienstes in Fragen den FSA-Kodex betreffend geschult. Zu zentralen Themen und Fragestellungen in Zusammenhang mit dem FSA-Kodex wurden Merkblätter entwickelt, die den Mitarbeitern für die Umsetzung der Vorgaben des Kodex in Ihrer täglichen Arbeit als Leitlinien dienen sollen. Mit dem ergänzenden E-Learning-Schulungsprogramm „RoCIS“ erfahren die Mitarbeiter den richtigen und angemessenen  „Umgang mit Informationen gegenüber der Konkurrenz“.

- Einhaltung von Gesetzen und Richtlinien

Die Umsetzung gesetzlicher Vorgaben und interner Richtlinien sowie die Beschreibung bestimmter betrieblicher Abläufe werden mittels sog. „Standard Operating Procedures -SOPs-“ detailliert festgelegt. Alle Verantwortlichen im Unternehmen und die jeweils Vorgesetzten haben die Aufgabe dafür zu sorgen, dass diese Regeln stets aktualisiert und von den betroffenen Mitarbeitern strikt beachtet werden.

- Sicherheit und Umweltschutz

Die Fachkräfte für Arbeitssicherheit sorgen (seit 1. Januar 2008 in Kooperation mit dem TÜV Süd life GmbH) mit weiteren Spezialisten wie Feuerwehr, dem betriebsärztlichem Dienst, Rettungsfahrzeugen, Sicherheitseinrichtungen und Notfallplänen im Bereich "Sicherheit und Umweltschutz" unter Beachtung gesetzlicher und konzerninterner Bestimmungen dafür, Unfällen, berufsbedingten Krankheiten und Gefahren wie Feuer vorzubeugen bzw. erlittene Schäden  möglichst gering zu halten. Alle Mitarbeiter werden  regelmäßig auf mögliche Risiken und Gefährdungen (z. B. Stolperfallen, Abbrennen von Kerzen, Sturz beim Treppensteigen) hingewiesen, geschult und trainiert (z. B. bei aktiven Brandschutzübungen) sowie für eine menschengerechte Gestaltung des Arbeitsplatzes fachlich beraten. Weitere Aktionen zur Senkung der betrieblichen Unfälle haben dazu beigetragen, das Bewusstsein der Mitarbeiter bezogen auf „Sicheres Verhalten“ zu stärken. Trotz vieler weiterer Maßnahmen (z. B. Aktionen am Gesundheitstag) konnte die Zielsetzung der „RAR Roche Accident Rate“ (= Relation der Unfälle pro 1.000 Mitarbeiter bezogen auf die geleisteten Stunden unter Berücksichtigung der Schwere der Unfälle) im Jahr 2008 nicht eingehalten werden.

Ein wichtiger Punkt in den SHE-Zielen (Sicherheit, Gesundheit, Umwelt) ist es, die Kälteerzeugung ganz auf FCKW-freie Mittel umzustellen und die Energieeffizienz in unseren Gebäuden weiter zu steigern. Mit dem neuen OPAL-Projekt (Office, Plant and Logistics) haben wir beginnend ab 2009 die Weichen für den Umbau und die Stillegung von Altgebäuden und veralteten Anlagen gestellt.

Im Außendienst werden verbrauchssparende PKW mit umweltfreundlichen Dieselmotoren eingesetzt.

- Hardware-Risiken

Im IT-Bereich sind verschiedene Gefahrenpotentiale vorhanden, die entsprechende Gegenmaßnahmen bzw. Vermeidungsstrategien erforderlich machen. Die höchste Priorität hat bei einem Stromausfall oder ähnlich gravierenden Ereignissen die wesentliche Aufrechterhaltung aller Funktionalitäten von Hard- und Software. Zu diesem Zwecke sind Maßnahmen zur Notstromversorgung mittels Batterien und Dieselgeneratoren getroffen worden. Eine Risikoeindämmung wird auch durch die Reduzierung lokaler IT-Konfigurationen, konzernweiter Vernetzungen, Mehrfachspeicherung sowie Spiegelungen der Daten erzielt. Haftungsrisiken sind durch adäquate Einhaltung der für diesen Bereich speziell geforderten gesetzlichen Sicherheitsauflagen minimiert.

- Software Risiken

Die Zugriffe auf Systeme und Daten sind pro Anwendung durch ein jeweils nutzerorientiertes und stets aktualisiertes Berechtigungssystem geregelt, so dass unerlaubte Zugriffe nicht möglich sind. Darüber hinaus greifen Maßnahmen (z. B. global koordinierte Installation von Sicherheitspatches in kurzen Abständen), um auf die zunehmende Bedrohung durch kriminelle Zugriffe (z. B. Hacker) oder Störungen durch Computerviren, Würmer, Spam und dergleichen rechtzeitig und angemessen reagieren zu können.

- Fazit

Insgesamt waren im Berichtszeitraum keine den Fortbestand der Roche Pharma Grenzach gefährdenden Risiken vorhanden. Auch für die Zukunft sind bestandsgefährdende Risiken aus heutiger Sicht nicht erkennbar.

8. Nachtragsbericht

Vorgänge von besonderer Bedeutung sind nach Schluss des Geschäftsjahres 2008 nicht eingetreten.

9. Prognosebericht

Im Januar 2009 hat Roche Pharma Grenzach das Arzneimittel RoActemra®, ein Produkt zur Behandlung von moderater und schwerer rheumatoider Arthritis, erfolgreich in Deutschland eingeführt. Außerdem sind mehrere Indikationserweiterungen für Avastin®, z. B. bei Hirntumoren und Brustkrebs, sowie für MabThera® in chronisch lymphatischer Leukämie geplant. Zusammen mit den neuen Indikationen aus 2008 soll dies in 2009 zu einer Umsatzsteigerung auf oder über dem mit 3,8 % prognostizierten Marktwachstum laut „IMS-Prognose“ führen. Aufgrund weiterer neuer Indikationen wird sich die positive Geschäftsentwicklung fortsetzen und mit der voraussichtlichen Umsatzsteigerung in 2010 werden wir mindestens auf Marktniveau weiterwachsen.

Im Geschäftsjahren 2009 und 2010 bleiben die Belastungen der Gesundheitsreformen GKV-WSG (GKV - Wettbewerbs-Stärkungs-Gesetz sowie Fortführung vorheriger Gesetze) durch Festbetraganpassungen erhalten. Konkret sollen mit der 15. AMG-Novelle Pharmahersteller ab 2009 verpflichtet werden, den sonst üblichen Herstellerrabatt von 6 % auch auf Infusionen, so genannte parenterale Fertigarzneimittel, zu gewähren und ihre Arzneimittel grundsätzlich an den Großhandel zu verkaufen. Schwer abschätzbar sind weitere Auswirkungen wie Maximalwerte für die Erstattung von Medikamenten, Zweitmeinungspflicht, Therapiehinweise sowie Vertragsverhandlungen mit Krankenkassen und Apotheken aber auch wie bereits angeführt die Auswirkungen aus der Finanz- und Wirtschaftskrise. Diese zusätzlich für unser Unternehmen zu erwartenden unerfreulichen Maßnahmen werden Umsatz und Ergebnis belasten.

Auf der anderen Seite kann sich Roche Pharma Grenzach in den nächsten Jahren aufgrund des hohen Innovationsgrades und des gut aufgestellten Medikamentenportfolios auf eine gesunde Basis für weiteres organisches Wachstum abstützen. Aktuell sind 89 % unseres Umsatzes auf Kernprodukte zurückzuführen, die innerhalb der kommenden fünf Jahre nicht von Patentabläufen betroffen sein werden.

Insgesamt sind wir zuversichtlich, das Ergebnis vor Gewinnabführung auf dem Niveau von 2008 auch in den nächsten beiden Jahren halten zu können, indem wir die zusätzlichen Belastungen und Eingriffe im Marktumfeld mit den Erträgen aus dem Wachstum unserer Schlüsselprodukte kompensieren zu können.

Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers

Wir haben den Jahresabschluss --bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang-- unter Einbeziehung der Buchführung und den Lagebericht der Roche Pharma Aktiengesellschaft, Grenzach-Wyhlen, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2008 geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften liegen in der Verantwortung des Vorstands der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über den Lagebericht abzugeben.

Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Gesellschaft sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und Lagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen des Vorstands sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.

Nach unserer Beurteilung auf Grund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft. Der Lagebericht steht in Einklang mit dem Jahresabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

 

Mannheim, den 27. Februar 2009

KPMG AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (vormals
KPMG Deutsche Treuhand-Gesellschaft
Aktiengesellschaft
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft)

Walter, Wirtschaftsprüfer

Hetzel, Wirtschaftsprüfer