Roche Pharma AGGrenzach-WyhlenJahresabschluss zum 31. Dezember 2010Bilanz zum 31. Dezember 2010Aktiva
Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2010
Anhang für das Geschäftsjahr 2010Allgemeine ErläuterungenWie im Vorjahr wird der Jahresabschluss nach handelsrechtlichen Rechnungslegungsvorschriften aufgestellt. Einzelne Positionen der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung sind zusammengefasst worden und werden im Anhang den gesetzlichen Vorschriften entsprechend erläutert. Im Berichtsjahr wurde der Jahresabschluss der Roche Pharma Aktiengesellschaft, Grenzach-Wyhlen, erstmalig nach den Vorschriften des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes (BilMoG) aufgestellt. Die Vorjahreszahlen wurden gemäß Art. 67 Abs. 8 Satz 2 1. Halbsatz EGHGB nicht angepasst. Insoweit ist bei den in nachfolgender Tabelle dargestellten Bilanzpositionen die Vergleichbarkeit mit den Vorjahreszahlen beeinträchtigt. Aufgrund der Umstellung auf das BilMoG kommen § 252 Abs. 1 Nr. 6, § 265 Abs. 1 und § 284 Abs. 2 Nr. 3 HGB nicht zur Anwendung. Die Umstellung auf das Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz zum 1. Januar 2010 stellt sich wie folgt dar: Aktiva
Darüber hinaus besteht ein Anpassungsbedarf bei den Pensionsrückstellungen in Höhe von TEUR 57.984, der ab dem Geschäftsjahr 2010 über höchstens 15 Jahre verteilt wird; siehe hierzu auch die Ausführungen in Textziffer [9]. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sowie Angaben zur Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung[1] Entgeltlich erworbene immaterielle VermögensgegenständeDie immateriellen Vermögensgegenstände des Anlagevermögens werden mit den Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen, angesetzt. Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände werden nach der linearen Methode vorgenommen. Geringwertige Vermögensgegenstände mit Anschaffungskosten bis 1000 Euro werden im Jahr der Anschaffung als Aufwand erfasst.
[2] SachanlagenDie Sachanlagen werden mit den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen, angesetzt. Die Abschreibungen auf Sachanlagen werden nach der linearen Methode vorgenommen. Die Nutzungsdauer bemisst sich nach der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer über einen Zeitraum von 3 bis 33 1/3 Jahren. Geringwertige Vermögensgegenstände mit Anschaffungskosten bis 1000 Euro sind im Jahr der Anschaffung als Aufwand erfasst. Die Abschreibungen für vor dem Jahr 2010 angeschaffte Sachanlagen wurden im Rahmen der steuerlichen Möglichkeiten festgelegt. Diese zum Anschaffungszeitpunkt geltenden Abschreibungsregelungen werden über die gesamte Nutzungsdauer weitergeführt.
[3] FinanzanlagenDie Finanzanlagen werden zu Anschaffungskosten bewertet.
Mit Vertrag vom 25. April 2005 wurde der Roche Diagnostics GmbH, Mannheim, ein Darlehen in Höhe von 200 Millionen Euro mit unbefristeter Laufzeit gewährt. In den Wertpapieren des Anlagevermögens des Vorjahres war ein Vermögen auf einen CTA (Contractual Trust Agreement) in Höhe von 1.020 Tausend Euro enthalten. Dieses Vermögen wurde gemäß § 246 Abs. 2 Satz 3 HGB der Position "Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung" [7] zugeordnet. [4] VorräteHilfs- und Betriebsstoffe werden grundsätzlich zu gleitenden Durchschnittspreisen und vom Konzern bezogene Handelswaren zu Standardpreisen bewertet. Eingeschränkte Verwertbarkeit und Lagerrisiken werden durch Bildung angemessener Abwertungen und Wertberichtigungen berücksichtigt.
[5] Forderungen und sonstige VermögensgegenständeDie Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind mit Ausnahme eines Körperschaftsteuerguthabens gemäß § 37 Abs. 4 und 5 KStG in Höhe von 284 Tausend Euro grundsätzlich zu Nennwerten bilanziert und innerhalb eines Jahres fällig. Aufgrund des langfristigen Erstattungszeitraums von 2011 bis 2017 in gleichen Jahresbeträgen ist der erwähnte Steueranspruch weiterhin zu 3 % abgezinst. Für erkennbare Risiken bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden Einzelwertberichtigungen in der erforderlichen Höhe vorgenommen. Forderungen in fremden Währungen werden nach § 256a HGB bewertet. Bedingt durch die 15. Arzneimittelgesetz-Novelle werden Produkte, die Roche bisher ausschließlich im Direktverkauf veräußert hat, ebenfalls an den Großhandel geliefert. Für diesen Vertriebsweg sind deutlich kürzere Zahlungsziele vereinbart. Dies führt zu der Verringerung des Forderungsbestandes. Forderungen gegen verbundene Unternehmen resultieren aus weiterberechneten Dienstleistungen.
[6] RechnungsabgrenzungspostenEs handelt sich hierbei um abgegrenzte Vorauszahlungen für Versicherungsprämien. [7] Aktiver Unterschiedsbetrag aus der VermögensverrechnungIn der betrieblichen Altersversorgung für Mitarbeiter mit Diensteintritt ab dem 1. Januar 2007 gilt der neue "Vorsorgeplan 2007". Im Unterschied zur bisherigen Regelung für Mitarbeiter mit Diensteintritt vor dem 1. Januar 2007 wird die Leistungszusage in der Höhe an die Entwicklung eines definierten Vermögensbestandes gebunden. Das Unternehmen sichert dabei für den Versorgungsfall eine Verrentung auf Basis des Bezugswertes ohne Berücksichtigung einer Verzinsung zu. Das zur Finanzierung dieser Direktzusage erforderliche Vermögen ist unter einem CTA (Contractual Trust Agreement) ausgelagert und wird im Rahmen einer doppelseitigen Treuhand durch den Roche Pensionstreuhandverein verwaltet. Die von den Mitarbeitenden und Roche Pharma AG, Grenzach-Wyhlen, als Arbeitgeber zum Vermögensaufbau geleisteten Beiträge in 2010 in Höhe von 892 Tausend Euro sind im CTA-Fondsvermögen enthalten. Das Fondsvermögen ist nach § 255 Abs. 4 HGB zum Marktpreis bewertet. Für diesen Vorsorgeplan 2007 war in den Wertpapieren des Anlagevermögens des Vorjahres ein Vermögen auf einen CTA (Contractual Trust Agreement) in Höhe von 1.020 Tausend Euro enthalten. Gleichzeitig war in den Rückstellungen des Vorjahres eine Verpflichtung über 1.020 Tausend Euro eingeschlossen. Im Rahmen der Umstellung der Rechnungslegung auf die Vorschriften des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetztes werden gemäß § 246 Abs. 2 Satz 3 HGB Vermögen und Verpflichtung aus dem Vorsorgeplan 2007 im Geschäftsjahr erstmalig in dieser Bilanzposition verrechnet. Das Vermögen auf den CTA beträgt zum Bilanzstichtag 2.065 Tausend Euro. Die entsprechende Rückstellung für die Pensionsverpflichtung aus dem Vorsorgeplan 2007 beträgt 1.233 Tausend Euro. Dies führt zu einem aktiven Unterschiedsbetrag in Höhe von 832 Tausend Euro, welcher in der Bilanzposition Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung ausgewiesen wird. [8] Gezeichnetes KapitalDas Grundkapital ist eingeteilt in 120.000 Stückaktien. Die Anteile sind auf den Inhaber ausgestellt. Die Roche Beteiligungs GmbH, Grenzach-Wyhlen, hat uns im Jahre 2006 folgendes mitgeteilt: "... gemäß § 20 Abs. 3 und 4 AktG teilen wir Ihnen mit, dass wir mit Mehrheit am Grundkapital Ihrer Gesellschaft beteiligt sind." Die Roche Deutschland Holding GmbH, Grenzach-Wyhlen, bleibt aufgrund ihrer 6 %-igen Direktbeteiligung und der durch die Roche Beteiligungs GmbH, Grenzach-Wyhlen, vermittelten Beteiligung ebenfalls mehrheitlich beteiligt. Das oberste Mutterunternehmen ist die Roche Holding AG in Basel/Schweiz. Im vorliegenden Jahresabschluss sind alle unmittelbaren und mittelbaren Tochtergesellschaften der Roche Holding AG, Basel/Schweiz, als verbundene Unternehmen berücksichtigt. Unser Jahresabschluss wird in den Konzernabschluss der Roche Holding AG, Basel/Schweiz, einbezogen, der am Sitz der Gesellschaft ausliegt sowie im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht wird. [9] Rückstellungen für PensionenDie Bewertung der Pensionsverpflichtungen wurde auf Basis des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes durchgeführt. Die Bewertung der Pensionsverpflichtungen erfolgte nach den anerkannten Grundsätzen der Versicherungsmathematik mittels der "Projected-Unit-Credit-Methode" (PUC-Methode) Der Rückstellungsbetrag gemäß der PUC-Methode ist definiert als der versicherungsmathematische Barwert der Pensionsverpflichtungen, der von den Mitarbeitern bis zu diesem Zeitpunkt gemäß Rentenformel und Unverfallbarkeitsregelung aufgrund ihrer in der Vergangenheit abgeleisteten Dienstzeiten erdient worden ist. Der Rückstellungsbetrag ist unter Einbeziehung von Trendannahmen hinsichtlich der zukünftigen Anwartschafts- bzw. Rentenentwicklung sowie evtl. Fluktuationswahrscheinlichkeiten ermittelt. Wobei Lohn- und Gehaltssteigerungen in Höhe von 3,26 %, eine Rentenentwicklung in Höhe von 2,00 % sowie ein Rechnungszinssatz von 5,19 % der Bewertung zugrunde liegen. Als biometrische Rechnungsgrundlagen wurden die "Richttafeln 2005 G" von Prof. Dr. Klaus Heubeck verwendet. Aus dem zum 1. Januar 2010 ermittelten Unterschiedsbetrag aus der erstmaligen Anwendung des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes in Höhe von 57.984 Tausend Euro wurde im Geschäftsjahr 1/15 berücksichtigt, was einem Betrag von 3.865 Tausend Euro entspricht. Für die Berücksichtigung in Folgejahren verbleibt ein Betrag in Höhe von 54.119 Tausend Euro.
In den Rückstellungen für Pensionen des Vorjahres war eine Verpflichtung aus dem Vorsorgeplan 2007 in Höhe von 1.020 Tausend Euro enthalten. Diese Verpflichtung wird im Geschäftsjahr erstmalig mit dem Vermögen aus dem CTA (Contractual Trust Agreement) zusammengeführt und gemäß §246 Abs.2 Satz 3 HGB der Position "Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung" [7] zugeordnet. In der Rückstellungssumme zum Ende des Geschäftsjahres sind Pensionsverpflichtungen gegenüber früheren Mitgliedern des Vorstandes und deren Hinterbliebenen gemäß § 285 Nr. 9 b) HGB in Höhe von 3.290 Tausend Euro enthalten. [10] Sonstige RückstellungenDie Bewertung der sonstigen Rückstellungen erfolgte in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags unter Einbeziehung zukünftiger Preis- und Kostensteigerungen. Rückstellungen mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem entsprechend der Restlaufzeit durchschnittlichen Marktzinssatz diskontiert. Die sonstigen Rückstellungen enthalten die nachfolgend aufgeführten Rückstellungsposten:
Aufgrund der Reformen im Gesundheitswesen besteht eine Rückstellung für die zukünftige Verpflichtung zur Einräumung von so genannten Herstellerrabatten. Die Rückstellung bemisst sich nach den geschätzten Beständen der zu 6 %, 10 % oder 16 % rabattpflichtigen Arzneimittel, die an Großhändler oder Apotheken geliefert wurden. Die Erhöhung des Rückstellungsstandes gegenüber dem Vorjahr ist hauptsächlich verursacht durch weitere Reformen im Gesundheitswesen. Diese sind im Wesentlichen die Anhebung der Rabattsätze, die Einführung eines Preismoratoriums sowie die Ausweitung der Rabattpflicht auf den Ambulanzbereich und auf die private Krankenversicherung. Die Rückstellungen für Gratifikationen wurden für leistungsbezogene Prämien des abgeschlossenen Geschäftsjahres an Mitarbeiter und den Vorstand gebildet. Die Bewertung der Altersteilzeitverpflichtungen erfolgte für die Handelsbilanz nach den Regelungen der IDW-Stellungnahme vom 18. November 1998 und auf Basis des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes. Hierbei wurde bei derer Bewertung des Erfüllungsrückstandes eine Abzinsung in Höhe des durchschnittlichen Marktzinses der vergangenen sieben Geschäftsjahre angesetzt, sofern die Laufzeit der Verpflichtung am Bilanzstichtag 12 Monate oder mehr betragen hat. Die Ermittlung des Rückstellungsbetrages erfolgte auf Grundlage eines versicherungsmathematischen Gutachtens. Als Rechnungszinssatz wurde 4,38 % angesetzt und für Lohn- und Gehaltssteigerungen 3,26 %. Sofern biometrische Einflussfaktoren zu berücksichtigen waren, wurden die "Richttafeln 2005 G" von Prof. Dr. Klaus Heubeck verwendet. Die Rückstellung für Rabattverträge wurde aufgrund von Vereinbarungen mit Krankenkassen gebildet. Rückstellungen für erwartete Warenrücknahmen werden nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung berechnet. Aufgrund von Abfindungsvereinbarungen mit ausscheidenden Mitarbeitern wurde eine Rückstellung für Restrukturierung vorgenommen. Die Rückstellungen für Urlaubs- und Gleitzeitansprüche bemessen sich nach den noch nicht in Anspruch genommenen Urlaubstagen und Gleitzeitstunden sowie dem durchschnittlichen Tagesverdienst der Mitarbeiter unter Berücksichtigung des Arbeitgeberanteils zur Sozialversicherung. Die Rückstellungen für Jubiläen und Entgeltfortzahlung im Todesfall sind auf Grundlage versicherungsmathematischer Gutachten ermittelt worden. [11] VerbindlichkeitenVerbindlichkeiten werden mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt. Sämtliche Verbindlichkeiten sind innerhalb eines Jahres fällig. Ausnahmen hiervon ist die unter sonstigen Verbindlichkeiten ausgewiesene langfristige Verbindlichkeit gegenüber dem Pensionssicherungsverein auf Gegenseitigkeit, Köln, in Höhe von 643 Tausend Euro, die bis 2013 in gleichen Jahresbeträgen zu begleichen ist. Verbindlichkeiten in fremden Währungen werden nach § 256a HGB bewertet. [12] Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen UnternehmenDie Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen enthalten Verbindlichkeiten gegen die Gesellschafterin Roche Deutschland Holding GmbH, Grenzach-Wyhlen.
[13] Sonstige Verbindlichkeiten
[14] Umsatzerlöse
Verteilung der Umsatzerlöse nach therapeutischen Gebieten:
[15] Sonstige betriebliche ErträgeHierbei handelt es sich hauptsächlich um Erlöse aus Personalrestaurant, Werksverkauf, Werkswohnungen und sonstigen Leistungen an Mitarbeiter sowie einer Erstattung der Konzernmutter, F. Hoffmann-La Roche AG, Basel, in Höhe von 4.423 Tausend Euro, die den periodenfremden Erträgen zuzurechnen ist. [16] MaterialaufwandBeim Materialaufwand handelt es sich um Handelswaren, die entsprechend der Umsatzerlöse den therapeutischen Gebieten zuzuordnen sind. [17] Personalaufwand
Im Jahresdurchschnitt wurden 1.149 Mitarbeiter und zum Jahresende 1.146 Mitarbeiter beschäftigt. Die durchschnittliche Mitarbeiteranzahl verteilt sich auf folgende Bereiche:
[18] Sonstige betriebliche AufwendungenIn den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind Leasingaufwendungen i.S.v. §285 Abs.3 HGB in Höhe von 5.215 Tausend Euro enthalten. Zur Verminderung der Kapitalbindung und des administrativen Aufwandes werden die Dienstfahrzeuge des Außen- und Innendienstes über ein Dienstleistungsunternehmen für Operating-Leasing finanziert und verwaltet. Ein Risiko aus diesen Leasingverträgen über die während der Mindestlaufzeit zu leistenden Zahlungen hinaus -enthalten in [24] Sonstige finanzielle Verpflichtungen - ergibt sich nicht. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen enthalten für Vorjahre nachzuzahlende Umsatzsteuer in Höhe von insgesamt 476 Tausend Euro. [19] Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens
In den Erträgen aus Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens in Höhe von 2.294 Tausend Euro sind im Geschäftsjahr, entsprechend der Anpassung des § 246 Abs. 2 Satz 2 HGB, für den Vorsorgeplan 2007 Erträge aus dem CTA-Fondsvermögen in Höhe von 153 Tausend Euro sowie Zinsaufwendungen für die Pensionsverpflichtungen in Höhe von 44 Tausend Euro berücksichtigt, was einem saldierten Ertrag aus dem CTA-Fondsvermögen in Höhe von 109 Tausend Euro entspricht. Die gegenüber dem Vorjahr verminderten Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens von verbundenen Unternehmen sind bedingt durch gesunkene Zinssätze des der Roche Diagnostics GmbH, Mannheim, gewährten Darlehens in Höhe von 200 Millionen Euro. Der Zinssatz ist an die Entwicklung des Euro-LIBOR gekoppelt. [20] Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge
Die Position beinhaltet periodenfremde Erträge für erstattete ausländische Umsatzsteuern aus Vorjahren in Höhe von 29 Tausend Euro. [21] Zinsen und ähnliche Aufwendungen
In den Zinsen und ähnlichen Aufwendungen in Höhe von 11.356 Tausend Euro sind, entsprechend der Anpassung des § 277 Abs. 5 HGB, Zinsaufwendungen für Pensionsrückstellungen und Rückstellungen für Altersteilzeitverpflichtungen in Höhe von 10.939 Tausend Euro berücksichtigt. Die Position beinhaltet auch periodenfremde Aufwendungen für Zinsen auf Umsatzsteuer-Nachzahlungen aus Vorjahren in Höhe von 162 Tausend Euro. Die verminderten Zinsaufwendungen an verbundene Unternehmen sind vor allem durch verminderte Zinssätze begründet. [22] Außerordentliches ErgebnisDie Auswirkungen aus der Umstellung der Rechnungslegung auf das Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz (BilMoG) sind im außerordentlichen Ergebnis ausgewiesen.
[23] Sonstige AngabenDie Aufsichtsratsmitglieder erhielten gemäß § 285 Nr. 9 a) HGB im Geschäftsjahr Bezüge in Höhe von 43 Tausend Euro. Durch Anwendung der Schutzklausel gemäß § 286 Abs. 4 HGB wird auf die Angabe der Bezüge des einzelnen Vorstandsmitglieds verzichtet. Die Bezüge der früheren Vorstandsmitglieder einschließlich deren Hinterbliebenen betragen gemäß § 285 Nr. 9 b) HGB im Geschäftsjahr 270 Tausend Euro. Die Mitglieder von Vorstand und Aufsichtsrat sind in der Anlage zum Anhang namentlich aufgeführt. Das Gesamthonorar des Abschlussprüfers gemäß § 285 Nr.17 HGB ist in den Angaben im Konzernabschluss der Roche Holding AG, Basel/Schweiz enthalten. [24] Sonstige finanzielle Verpflichtungen
[25] UnternehmensvertragMit der Roche Deutschland Holding GmbH, Grenzach-Wyhlen, als Organträgerin besteht mit Wirkung ab 1. Januar 1999 ein Organschaftsvertrag.
Grenzach-Wyhlen, 28.März 2011 Roche Pharma AG Dr. Hagen Pfundner, Vorstand Vorstand
Aufsichtsrat
Lagebericht für das Geschäftsjahr 20101. Geschäft und RahmenbedingungenDie Roche Pharma AG, Grenzach-Wyhlen, (kurz "Roche Pharma Grenzach") ist im Konzernverbund der Roche Holding AG, Basel/Schweiz, (kurz "Roche-Gruppe" bzw. "Roche") für Marketing und Vertrieb der Roche Pharmazeutika in Deutschland zuständig. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, insbesondere die in Kraft getretene Gesundheitsreform, mit der Einführung der Zwangsrabatte für Zubereitungen zum 1. Januar 2010 in Höhe von 6 % sowie die Erhöhung der Zwangsrabatte auf alle patentgeschützten Medikamente von 6 % auf 16 % zum 1. August 2010 mit gleichzeitigem Preismoratorium auf das Niveau vor August 2009, hat unseren Umsatz überproportional mit etwa 80 Mio. Euro gegenüber 2009 belastet und uns vor zusätzliche Herausforderungen gestellt. Dies resultierte in einem Umsatzrückgang von 5 % unter Berücksichtigung der Verkäufe von Tamiflu® bzw. in einem Umsatzzuwachs von 2,5 % gegenüber dem Vorjahr ohne Berücksichtigung von Tamiflu® . Aufgrund der nach wie vor hohen Bestände an Tamiflu® bei den Grosshändlern und Apotheken hat die Roche Pharma AG eine Wertberichtigung ihrer Vorratsbestände für Tamiflu® in Höhe von 6,4 Mio. Euro vorgenommen. Neben dem erwarteten Rückgang beim Grippemedikament Tamiflu® , führten hauptsächlich die Massnahmen der Gesundheitsreform zu massiven Umsatzeinbußen. Des Weiteren verlangsamte sich das Umsatzwachstum von Avastin® aufgrund negativer Studien in den Indikationen hormonrefraktäres Prostatakarzinom und Magenkarzinom sowie aufgrund der Empfehlung des CHMP1 die Zulassung von Avastin® in Kombination mit Docetaxel bei metastasierendem Brustkrebs abzuerkennen und die Kombination mit Xeloda® für die gleiche Indikation nicht zu genehmigen. Die Verzögerung und anschliessende Einstellung des Zulassungsprogramms für das zukünftige Diabetesmedikament Taspoglutide® zwang die Roche Pharma AG ein Restrukturierungsprogramm aufzulegen, das auch Roche weit als Operational Excellence durchgeführt wurde. Der damit verbundene Personalabbau konnte sozialverträglich gestaltet werden. So erhielten beispielsweise mehrere Mitarbeiter einen neuen Arbeitsvertrag bei Roche Diagnostics in Mannheim im Aussendienst von Diabetes Care. Die im Rahmen von Operational Excellence angefallenen Kosten betragen 2,3 Mio. Euro. Darüber hinaus haben unsere onkologischen Arzneimittel Herceptin® und MabThera® sowie das Präparat RoActemra® zur Therapie der Rheumatoiden Arthritis das Wachstum in 2010 bestimmt, so dass unser Onkologie und Rheumatologie-Portfolio bereits mehr als dreiviertel des Gesamtumsatzes abdeckt. Die Parallelimporte nach Deutschland für Produkte der Roche Pharma AG sind mit einem Umsatzanteil von deutlich über 10 % nach wie vor sehr hoch. Sie stellen eine große Herausforderung dar, da den Marketing- und Vertriebaufwendungen keine entsprechenden Umsätze der Roche Pharma AG gegenüberstehen. Durch die Gesundheitsreform, wodurch auch die Importeure den erhöhten Herstellerrabatt von 16 % bezahlen müssen, haben sich die Importe seit August 2010 auf einem Niveau von etwa 13 Mio. Euro stabilisiert. 2. UmsatzlageDie Roche Pharma Grenzach erzielte 2010 einen Gesamtumsatz von 1.437,6 Mio. Euro. Darauf entfielen auf das rezeptpflichtige Drittkundengeschäft 1.346,1 Mio. Euro, was einem Umsatzrückgang von 4,8 % bzw. 67,7 Mio. Euro gegenüber Vorjahr entspricht. Hervorzuheben ist insbesondere der Anstieg der Herstellerrabatte in Folge der Gesundheitsreform auf 101,2 Mio. EUR (VJ: 22,0 Mio. Euro / +359,3 %), welche den Umsatz verminderten. Unter Ausklammerung von Tamiflu® wurde für Arzneimittel im Jahr 2010 gegenüber dem Vorjahr ein Umsatzwachstum von 2,5 % bzw. 32,4 Mio. Euro erzielt. Im Vergleich zum Markt für rezeptpflichtige Arzneimittel wuchs Roche gemäss der "IMS-Prognose" (ohne Tamiflu® und Zwangsrabatte) mit 12,8 % über dem Markt (4,2 %). Die Parallelimportquote (ohne Tamiflu® ) blieb mit 12,2 % bzw. 187,0 Mio. Euro (-0,5 %) auf hohem Niveau bestehen. Der rückläufige Umsatz ist auf Tamiflu® (-100,1 Mio. EUR) zurückzuführen. Der Rückgang wurde jedoch durch Umsatzsteigerungen von unseren umsatzstarken onkologischen Medikamenten MabThera® , Avastin® und Herceptin® trotz Gesundheitsreform teilweise kompensiert. Des Weiteren ist das im Januar 2009 eingeführte Produkt gegen Rheumatoide Arthritis, RoActemra® , weiter gewachsen und hat positiv zur Umsatzentwicklung beigetragen. 3. ErtragslageDas Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit stieg gegenüber dem Vorjahr um 4,4 Mio. Euro bzw. 8,7 % von 51,2 Mio. Euro auf 55,6 Mio. Euro. Die Umsatzrendite (Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit / Umsatzerlöse) erhöhte sich dementsprechend von 3,4 % auf 3,9 % und die Eigenkapitalrentabilität (Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit / Eigenkapital zum Stichtag) von 68,4 % auf 74,4 %. Den um 71,6 Mio. Euro bzw. 4,8 % gesunkenen Umsatzerlösen stehen um 68,8 Mio. Euro bzw. 5,9 % niedrigere Materialaufwendungen gegenüber. Dadurch hat sich die Materialaufwandsquote (Materialaufwand / Umsatzerlöse) von 77,7 % im Vorjahr auf 76,8 % in 2010 gesenkt. Der Anstieg der sonstigen betrieblichen Erträge um 4,8 Mio. Euro resultiert im Wesentlichen aus einer, von der F. Hoffmann-La Roche AG Basel erhaltenen Erstattung in Höhe von 4,4 Mio. Euro. Diese Erstattung betrifft eine im Rahmen der Betriebsprüfung für die Jahre 1998 - 2001 vorgenommene Korrektur. Der um 11,4 Mio. Euro verminderte Personalaufwand ist im Wesentlichen das Ergebnis aus der im Geschäftsjahr erstmalig erfolgten Darstellung der Erträge und Aufwendungen aus Abzinsungen für Personalaufwendungen im Finanzergebnis. Die um 3,2 Mio. Euro geringer ausgefallenen sonstigen betrieblichen Aufwendungen resultieren im Wesentlichen aus verminderten Ausgaben für Werbekosten. Das Finanzergebnis ist vor allem dadurch negativ beeinflusst, dass entsprechend der Anpassung des § 277 Abs. 5 HGB die Erträge und Aufwendungen für Abzinsungen gesondert unter den Posten Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge bzw. Zinsen und ähnliche Aufwendungen darzustellen sind. Ferner führte die rückläufige Zinsentwicklung zu geringeren Erträgen aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens. Das außerordentliche Ergebnis ergibt sich aus der im Geschäftsjahr erfolgten Stichtagsumstellung auf die Bewertungsregelungen aus dem Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz. Im Wesentlichsten wirkt hier der außerordentliche Aufwand aus der Neubewertung der Rückstellung für Pensionen in Höhe von 3,9 Mio. Euro. Unter Berücksichtigung der vorstehend genannten Ergebnis beeinflussenden Faktoren wird mit 50,8 Mio. Euro ein um 1,0 % geringeres Ergebnis an die Roche Deutschland Holding GmbH, Grenzach-Wyhlen, abgeführt. 4. PersonalDie Anzahl der Beschäftigten hat sich innerhalb des Jahres um 3 Personen auf 1.146 Mitarbeiter zum Jahresende 2010 erhöht. Hiervon entfallen auf die Bereiche Marketing 739 Personen, Administration (Finanzen, Informatik, Personal, Recht, Facility Management) 147 Personen, Medical Affairs M&I 124 Personen, Klinische Forschung 75 Personen und Qualitätskontrolle 61 Personen. Im Jahr 2010 wurden insgesamt 95 neue Mitarbeiter eingestellt sowie 18 nationale und internationale Mitarbeitereinsätze organisiert und integriert. Durch diese intensive und qualitative Personalbeschaffung trägt Roche den wachsenden Bedürfnissen des Geschäftes Rechnung. In der oben genannten Mitarbeiterzahl zum Jahresende sind 58 Auszubildende nicht eingerechnet. Diese Anzahl wird auch im Jahr 2011 mit 17 geplanten Neueinstellungen aufrecht erhalten, da die Gesellschaft den Ausbildungsbereich als große Chance für die Zukunft betrachtet. Die Personalfluktuation ohne Einbezug von Pensionierungen und Ausbildungsverhältnissen erhöhte sich von 4,3 % auf 5,8 % und die durchschnittliche Betriebszugehörigkeit lag Ende 2010 bei rund 11 Jahren (2009 bei rund 11 Jahren). Die Leistungsfähigkeit, die Kreativität und die fachliche Kompetenz der Roche-Mitarbeiter haben wieder entscheidend zum Unternehmenserfolg beigetragen. Dies ist umso bemerkenswerter, als gleichzeitig viele Veränderungen in der Organisation vorangetrieben wurden. Hierzu gilt allen Roche-Mitarbeitenden, die dazu entsprechend aktiv beigetragen haben, den besten Dank seitens der Geschäftsleitung von Roche Pharma AG Grenzach. Um den wachsenden Anforderungen des Marktes Rechnung zu tragen, waren durch die zahlreichen Neueinstellungen 10 % sowie durch über 93 Versetzungen ca. 8 % der Belegschaft unmittelbar betroffen. Die bereits eingeleiteten Maßnahmen werden zusammen mit einer kreativen Mitarbeiterentwicklung helfen, die Erwartungen im nächsten Jahr zu erfüllen oder sogar zu übertreffen. 5. InvestitionenFür das Geschäftsjahr 2010 betrug das Investitionsvolumen von Roche Pharma Grenzach beim immateriellen Anlagevermögen und bei den Sachanlagen insgesamt rund 16,0 Mio. Euro. Hiervon entfallen 13,8 Mio. Euro auf das in Bau befindliche Bürogebäude und auf das ebenfalls in Bau befindliche Gebäude für die Energieversorgung sowie 1,2 Mio. Euro auf geringwertige Wirtschaftsgüter bis 1.000 Euro. Der verbleibende Betrag in Höhe von 1,0 Mio. Euro verteilt sich auf diverse kleinere Maßnahmen. Die im Jahr 2009 begonnenen Baumaßnahmen wurden plangemäß im Geschäftsjahr fortgesetzt und führten zu weiteren substantiellen Investitionen in die Sachanlagen. Es handelt sich dabei um das erwähnte neue Bürogebäude am Standort, um dem momentanen Engpass an Büroarbeitsplätzen zu begegnen. Die Fertigstellung ist für Mitte 2011 vorgesehen. Darüber hinaus ist der Neubau einer Kindertagesstätte in Planung. Diese Investition, mit der in 2011 begonnen wird und deren Inbetriebnahme für Sommer 2012 geplant ist, soll dazu beitragen, den Mitarbeitern eine größtmögliche Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu ermöglichen. 6. Finanz- und VermögenslageDer Finanzmittelfonds weist zum Ende des Geschäftsjahres einen negativen Saldo in Höhe von 20,9 Mio. Euro aus, da er sich aus einem Guthaben auf dem lfd. Bankkonto in Höhe von 6 Tausend Euro und aus wesentlich höheren Verbindlichkeiten in Höhe von 20,9 Mio. Euro gegenüber der Roche Deutschland Holding GmbH, Grenzach-Wyhlen, aufgrund einer Cash-Pooling-Vereinbarung zusammensetzt. Der Cash-Flow aus laufender Geschäftstätigkeit weist in 2010 einen Zufluss in Höhe von 64,4 Mio. Euro (im Vorjahr 125,4 Mio. Euro) aus. Die hauptsächlichen Gründe hierfür sind:
Zusammen mit den im Geschäftsjahr in das Anlagevermögen getätigten Investitionen in Höhe von 16,0 Mio. Euro und der Gewinnabführung 2009 an die Roche Deutschland Holding GmbH, Grenzach-Wyhlen, in Höhe von 51,1 Mio. Euro ist der negative Finanzmittelfonds in 2010 um insgesamt 1,1 Mio. Euro auf 20,9 Mio. Euro angestiegen. Unter Berücksichtigung der unter den Finanzanlagen bilanzierten konzerninternen Darlehensforderung in Höhe von 200,0 Mio. Euro ist der Konzernfinanzierungssaldo zum Ende des Geschäftsjahres in Höhe von 179,1 Mio. Euro weiterhin stark positiv. Die Bilanzsumme erhöhte sich 2010 gegenüber dem Vorjahr um 30,6 Mio. Euro auf 479,3 Mio. Euro, hauptsächlich bedingt durch den bereits oben erwähnten Anstieg der Bestände für Handelswaren von insgesamt 30,6 Mio. Euro. Auf der Passivseite leitet sich die Erhöhung der Bilanzsumme in 2010 im Wesentlichen durch den Anstieg der Rückstellungen um 41,0 Mio. Euro ab. Hierfür ist insbesondere der Anstieg der sonstigen Rückstellung um 34,6 Mio. Euro maßgeblich, davon alleine 31,5 Mio. Euro bedingt durch staatliche Zwangsrabatte und Rabattverträge mit Krankenkassen. Das Anlagevermögen in Höhe von 225,2 Mio. Euro zum Ende des Geschäftsjahres ist durch das Eigenkapital und die Rückstellungen für Pensionen von zusammen 231,6 Mio. Euro gedeckt, während das Umlaufvermögen incl. Rechnungsabgrenzungsposten in Höhe von 253,3 Mio. Euro über die sonstigen Rückstellungen und die Verbindlichkeiten von zusammen 247,6 Mio. Euro weitgehend finanziert ist. Aufgrund des derzeit schwierigen Umfelds, in welchem Roche als innovativer forschender Pharmahersteller, insbesondere von der Härte der Maßnahmen der Gesundheitsreform mit einem Preismoratorium und einem stark erhöhten Herstellerrabatt, welcher einer "Sondersteuer auf Innovationen" entspricht, von ca. 19 Prozent belastet wurde, ist nach Einschätzung der Geschäftsführung die wirtschaftliche Lage des Unternehmens schwieriger geworden, jedoch nach wie vor als finanziell sehr stabil zu bezeichnen. Das Finanzmanagement der Roche Pharma AG ist entsprechend darauf ausgerichtet, dass die finanzielle Stabilität auch zukünftig gewährleistet wird. 7. Chancen und Risiken- Chancen und PerspektivenDas Jahr 2010 war für die gesamte Pharmaindustrie ein Jahr bedeutender Herausforderungen. Wie schon seit geraumer Zeit erwartet, wurde das Marktumfeld zunehmend anspruchsvoller und der Kostendruck auf innovative Medikamente hat sich deutlich erhöht. Nicht zuletzt aufgrund der als Folge der Finanzkrise hoch verschuldeten öffentlichen Haushalte hat der Druck auf die Preise im Gesundheitssektor weltweit weiter zugenommen. In Europa haben etliche Länder erhebliche Preissenkungen auf Arzneimittel verfügt. In den USA sind im Zuge der staatlichen Reformbestrebungen in der Gesundheitsversorgung höhere Rabatte auf Medikamente in Kraft gesetzt worden. Gleichzeitig sind die Anforderungen der Zulassungsbehörden an neue Medikamente nochmals deutlich verschärft worden, was für die Industrie sowohl den Aufwand drastisch erhöht als auch die Marktzulassung innovativer Produkte verzögert. Darüber hinaus wurden die Hürden für die Arzneimittel Erstattung verschärft und in Deutschland mit dem Arzneimittelneuordnungsgesetz (AMNOG) erstmalig eingeführt. Vor diesem Hintergrund hat Roche im Geschäftsjahr 2010 ein insgesamt gutes Ergebnis erzielt. Allerdings waren auch wir im vergangenen Jahr von den erwähnten Marktentwicklungen betroffen. So hat die amerikanische Gesundheitsbehörde FDA im Juli unseren Antrag auf eine beschleunigte Zulassung des neuartigen Brustkrebsmedikaments T-DM1® abgelehnt, obwohl hier eine signifikante Therapieverbesserung zu erwarten ist. Diese Entscheidung erhöht den Aufwand an klinischen Studien und verzögert die Zulassung dieses vielversprechenden neuen Medikaments. Ende des Berichtsjahres kündigte die FDA an, die bereits erteilte Zulassung von Avastin® zur Erstlinienbehandlung von metastasierendem HER2-negativem Brustkrebs in Kombination mit einer Chemotherapie zurückziehen zu wollen. Diese Entscheidung hat zwar keine Auswirkungen auf die Verfügbarkeit von Avastin® in den USA für die bei anderen Krebsarten zugelassenen Anwendungen, ist jedoch zum Nachteil für die gerade von dieser schlimmen Krankheit betroffenen Patientinnen. Die europäische Zulassungsbehörde hat dagegen zeitgleich den Nutzen von Avastin® im Kampf gegen Brustkrebs erneut bestätigt, so dass das Medikament in Europa für Frauen mit fortgeschrittenem Brustkrebs weiterhin zur Verfügung steht. Wir verfolgen die aktuellen gesundheitspolitischen Entwicklungen mit großer Aufmerksamkeit. Gerade weil wir aber davon überzeugt sind, dass Roche mit seinen hochinnovativen Produkten und Lösungen einen maßgeblichen Anteil an einer besseren Gesundheitsversorgung und an der Gestaltung eines effizienteren Gesundheitssystems hat, ist es für die Zukunft enorm wichtig, dass sowohl die Politik als auch die Gesundheitsbehörden dem Innovationsgrad von neuen Produkten und dem darin vorhandenen Patientennutzen angemessen Rechnung tragen. Angesichts der vielen nicht oder nur unzureichend behandelbaren Krankheiten sollte medizinischer Fortschritt wieder mehr als Chance wahrgenommen werden, die es politisch tatkräftig zu unterstützen gilt. Man muss sich allerdings grundsätzlich darüber im Klaren sein, dass ein Höchstmass an Innovation immer auch ein ihr inhärentes Risiko trägt. Wenn man Forschung und Entwicklung konsequent vorantreibt, gibt es neben den Erfolgen auch die Möglichkeit von Rückschlägen. So haben wir uns dazu entschieden, die bereits weit fortgeschrittene Entwicklung unseres Typ- 2-Diabetes-Wirkstoffes Taspoglutide® , nach einer sorgfältigen Prüfung der vorläufigen Ergebnisse hinsichtlich Sicherheit und Wirksamkeit, auszusetzen. Gleichzeitig konnte Roche im vergangenen Jahr jedoch überzeugende und zugleich vielversprechende Resultate der intensiven Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten vorlegen. Allein in der späten klinischen Entwicklung befinden sich derzeit zwölf völlig neuartige pharmazeutische Wirkstoffe, von denen die Hälfte dank spezifischer diagnostischer Testmethoden auf ganz bestimmte Patientengruppen zugeschnitten ist, sogenannte personalisierte Medikamente. Wir haben insbesondere in der personalisierten Medizin - nicht zuletzt durch das Zusammenwirken der Division Pharma und der Division Diagnostics - enorme Fortschritte erzielt. Alle diese Entwicklungen stellen großartige Ergebnisse dar und geben uns die Gewissheit, dass wir mit unseren Ergebnissen auch weiterhin an der Spitze der Industrie stehen. Im Geschäftsjahr 2010 hat Roche die anvisierten Verkaufs- und Ertragsziele in überzeugender Weise erreicht. Ohne Berücksichtigung der wie erwartet erheblich tieferen Verkäufe des Grippemedikaments Tamiflu® ist der Konzernumsatz währungsbereinigt um 5 % angestiegen. - Roche Kernkompetenz Personalisierte MedizinPatienten mit einem bestimmten Krankheitsbild können auf die gleichen Medikationen ganz unterschiedlich ansprechen. Während bei den einen die Behandlung anschlägt und erfolgreich verläuft, können sich bei den andern unerwünschte Nebenwirkungen einstellen, oder der gewünschte klinische Nutzen tritt nicht ein. Dieses Phänomen ist in vielen Fällen auf genetische und andere Unterschiede auf molekularer Ebene zwischen individuellen Patienten zurückzuführen. Auf unterschiedliche Patientengruppen zugeschnittene Behandlungen sind aufgrund ihrer klinischen und wirtschaftlichen Vorzüge nicht nur für Patienten und Ärzte von Bedeutung, sondern werden auch von den Zulassungsbehörden und den Kostenträgern im Gesundheitswesen begrüßt. Die frühzeitige Auswahl der Patienten, die mit hoher Wahrscheinlichkeit auf einen neuen Wirkstoff ansprechen werden, erhöht zudem die Erfolgsrate bei der Entwicklung von Arzneimitteln und dämmt gleichzeitig die Entwicklungskosten ein. Mit der Verbindung pharmazeutischer und diagnostischer Konzepte und der ausgewiesenen Expertise in der Molekularbiologie ist Roche heute wie kein anderes Unternehmen in der Lage, das Konzept der personalisierten Medizin umzusetzen. Dank der engen Zusammenarbeit der Divisionen Pharma und Diagnostics unter einem Dach von der Forschung bis hin zum Vertrieb wird die personalisierte Medizin bei Roche systematisch vorangebracht. Bei einer steigenden Zahl unserer Entwicklungsprojekte wird sie bereits jetzt zur Realität. - Risiken und Folgen durch globale Wirtschaftskrisen - Operational ExcellenceNicht zuletzt aufgrund der als Folge der Finanzkrise hoch verschuldeten öffentlichen Haushalte hat der Druck auf die Preise im Gesundheitssektor weltweit weiter zugenommen und damit müssen die Anstrengungen, um weiterhin in der Pharma Industrie erfolgreich sein zu können, deutlich verstärkt werden. Der Preisdruck im Gesundheitssektor nimmt stark zu. Gleichzeitig werden die Anforderungen an die Zulassung und Kostenerstattung neuer Arzneimittel immer strenger. Hinzu kamen im vergangenen Jahr Rückschläge bei Wirkstoffen in einer späten Entwicklungsphase, wie beim schon erwähnten Diabetesmittel Taspoglutide® . Angesichts dieser Herausforderungen hat die Konzernleitung entschieden, die dafür notwendigen Schritte einzuleiten, um die erfolgreiche Zukunft des Unternehmens langfristig zu sichern. Im November 2010 wurde das umfassende, konzernweite Operational Excellence -Programm lanciert mit dem Ziel, die Produktivität und Innovationskraft von Roche nachhaltig zu stärken. Global wurden eine ganze Reihe von Prozessverbesserungen sowie Produktivitäts- und Effizienzsteigerungen identifiziert. Hier sind insbesondere eine Anpassung der weltweiten Vertriebsorganisation, Effizienz- und Produktivitätssteigerungen in der Produktentwicklung und eine Optimierung des Produktionsnetzwerkes geplant. Die Roche Pharma AG ist für diese Herausforderungen gut aufgestellt. Dies aufgrund verschiedener organisatorischer und struktureller Maßnahmen, die bereits frühzeitig eingeleitet wurden. Darüber hinaus wurde die Ausgabenstruktur in der Planung 2010/2011 bereits einem rigorosen Sparkurs unterzogen und der ursprünglich vorgesehene Stellenaufbau wurde nicht realisiert. All diese Maßnahmen konnten durch die enge Zusammenarbeit zwischen Geschäftsleitung, Arbeitnehmervertretung und Arbeitnehmern sozialverträglich umgesetzt werden, haben aber viel Flexibilität und Kraft von jedem einzelnen Mitarbeiter gefordert wobei mit der damit verbundenen Unsicherheit enorm professionell umgegangen wurde. Dies hat dazu beigetragen, dass die Roche Pharma AG zuversichtlich in das kommende Jahr blicken kann, um das Basisgeschäft weiter auszubauen und für die Markteinführung neuer Produkte ab 2012 fit zu machen. -LieferbereitschaftDass unsere Produkte pünktlich, mengengerecht und in der erforderlichen Qualität an unsere Kunden und Patienten ausgeliefert werden, ist ein erforderliches und anspruchsvolles Ziel. Damit trotz geringer Kapitalbindungskosten die Lieferfähigkeit sichergestellt ist, arbeiten wir konzernweit mit einem in SAP integriertem Supply Chain Management. Ausgehend vom Bedarf der Märkte über die Produktionsplanung und der Anlieferung in den Lägern der Länderfilialen sind wir in der Lage unsere Prozesse bedarfsgerecht und lageroptimiert zu gestalten. Das Monitoring der Supply Chain erfolgt über definierte KPI's, die im Falle von Lieferproblemen darüber Auskunft geben, in welchem Prozessschritt innerhalb der Supply Chain die Lieferschwierigkeiten aufgetreten sind. Diese Transparenz wird dazu genutzt, um zielgerichtete Maßnahmen zur Verbesserung des Supply Chain Prozesses einzuleiten. -Gesundheitssektor im Wandel - Roche-StrategieDie Dynamik der Gesundheitsmärkte ist zunehmend vom Spannungsverhältnis zwischen einer stetig steigenden Nachfrage und limitierten finanziellen Mitteln geprägt. Mit dem immer größeren Druck auf die Gesundheitsbudgets werden neue Mittel mehr als zuvor nur für wirkliche Innovationen zur Verfügung stehen; also für Produkte, die dem Patienten im Vergleich zu herkömmlichen Therapien einen zusätzlichen, signifikanten Nutzen bieten. Trotz der heutigen Herausforderungen: Die Erfolgschancen der Pharmaindustrie sind auf lange Sicht hervorragend. Die steigende Lebenserwartung, der zunehmende Wohlstand in den Entwicklungsländern, viele Krankheiten, für die es noch keine wirksamen Therapien gibt, und nicht zuletzt der rasante wissenschaftliche und technologische Fortschritt sind die treibenden Kräfte. Um angesichts der sich weltweit verschärfenden Rahmenbedingungen für die Gesundheitsindustrie auch künftig wettbewerbsfähig bleiben zu können, verfolgt Roche eine klare Strategie der Innovation, die auf wissenschaftlichen Spitzenleistungen aufbaut. Wir sind überzeugt vom enormen Potenzial der modernen Wissenschaften bei der Entwicklung von Therapien und Testverfahren, die Leiden lindern und den Menschen helfen, länger und gesünder zu leben. Signifikante Chancen sehen wir besonders im rasch wachsenden Wissen über die Biologie und die Entstehung von Krankheiten. Das vertiefte Verständnis von Krankheitsmechanismen sowie die wachsende Palette an etablierten und neuen therapeutischen Ansätzen ermöglichen uns die Entwicklung gezielt wirkender Produkte. Mit unseren maßgeschneiderten, differenzierten Behandlungsmöglichkeiten wollen wir den Patienten und Ärzten in Bezug auf Wirksamkeit, Qualität und Sicherheit einen signifikanten medizinischen Nutzen bieten. Wir wollen den diagnostischen Labors Effizienzsteigerungen ermöglichen und den Kostenträgern zu gesundheitsökonomischen Vorteilen verhelfen. Darüber hinaus setzen wir uns dafür ein, dass die Patienten Zugang zu unseren Therapien erhalten. Gezielt wirkende, kosteneffiziente Therapeutika können einen wichtigen Beitrag leisten, die gegenwärtigen Herausforderungen im Gesundheitswesen besser zu bewältigen. Auch die Bedeutung der modernen Diagnostika wird in einem rationellen Gesundheitssystem weiter zunehmen: Die Kosten für die Diagnostik betragen heute lediglich rund 2 % der Gesundheitsausgaben, doch rund 70 % aller ärztlichen Entscheide hängen von der korrekten und schnellen Diagnose ab. Auch hier besteht ein hohes Potential. - Risiko- und KrisenmanagementRisiken und Krisen sind künftige und unsichere Ereignisse, die das Erreichen angestrebter Ziele verhindern können. Zu den typischen Risiken im Pharmageschäft gehören Investitionen in die Forschung und Entwicklung, die nicht das erwünschte Ergebnis erbringen, oder Fragen der Produktsicherheit, Produktion und Umwelt. Der richtige Umgang mit Risiken trägt dazu bei, Nachteile zu reduzieren und die Aufmerksamkeit zu fokussieren. Das "Group Risk Management" bietet deshalb konzernweit Beratung an, wenn es darum geht, Risikomanagementlösungen zu entwickeln, Gefährdungen und Risiken zu erkennen und zu senken, die "Compliance" zu unterstützen und die beste Anwendung zu fördern. Bei "ICFR - Internal Controls over Financial Reporting" handelt es sich um ein Bündel von Maßnahmen, die permanent sicherstellen, dass mittels interner Dokumentationen und Kontrollen das nach festgelegten Geschäftsprozessen und Grundsätzen aufgebaute Berichtswesen stets korrekt und fehlerfrei ausgeführt wird. Die hieraus gewonnenen Erkenntnisse und die gemeldeten Daten tragen zur Risikoerkennung und Risikoreduzierung bei. Mit der weiter verfeinerten externen Überprüfung ("Audit") aller finanziell kritischen und relevanten Geschäftsprozesse durch Group Audit and Risk Advisory und KPMG wird sichergestellt, dass die entsprechenden Berechtigungen, die laufend angepassten Dokumentationen und die notwendigen Kontrollen bei den täglich anfallenden Geschäftsvorfällen den ICFR Anforderungen gerecht werden. Im Geschäftsjahr wurde erweiternd das so genannte ICFR Selftesting ausgerollt, welches durch lokale Mitarbeiter, welche eine entsprechende Konzern interne Ausbildung absolvierten, ausgeführt wurde. Die hohe Qualität des durchgeführten ICFR Selftesting wurde durch die Verantwortlichen der Konzernfunktion Group Audit and Risk Advisory bestätigt. "The Golden Rules of Segregation of Duties" legen in Verbindung mit den Einkaufsrichtlinien und der im Einkaufstool hinterlegten "DOA Delegation of Authorities" - Tabelle (= hierarchisch gestaffelte Grenzwerte pro Bestellposition) und dem aktuellen Unterschriftsverzeichnis fest, dass Verpflichtungen im Auftrag und zu Lasten der Gesellschaft grundsätzlich nur gemeinsam mit einer 2. berechtigten Person eingegangen werden. Dieselbe hohe Bedeutung hat das "Vier-Augen-Prinzip" auch bei systemtechnischen Funktionen, z. B. der Stammdatenpflege von Kunden und Lieferanten inkl. Bankdaten, Rechnungsverbuchung und Cash-Management (inkl. Freigabe von Zahlungen). Das unter "INVOLVE" in 2009 gestartetes konzernweite SOD Projekt für einen integrierten, benutzerfreundlichen, effizienten und an relevanten Risiken ausgerichteten und vereinheitlichten neuen Ablauf unter Verwendung eines standardisierten Tools wurde in 2010 implementiert. Im September 2010 wurde erstmalig die Einhaltung dieser Berechtigungsvergaben von der Konzernzentrale überprüft und die Bestätigung ausgesprochen, dass die Umsetzung bei Roche Pharma AG ohne Beanstandungen erfolgt ist. Im Jahr 2010 wurde durch die Geschäftsleitung beschlossen, für das Jahr 2011 eine Task Force Risikomanagement einzurichten, die unter Leitung des Head of Governance, Risk & Compliance bzw. des Compliance Officers stehen soll. Diese Task Force soll sich um das unternehmensübergreifende Risikomanagement kümmern, die existenten Risikomanagementpläne innerhalb der Roche Pharma AG zusammenführen und konsolidieren sowie ggf. weitere Risikomanagementpläne (zu Beginn mit dem Fokus Business Continuity) erstellen. Dabei sollen die Risiken im Rahmen eines Risk Assessments zunächst identifiziert und analysiert und sodann in Risikomanagementplänen gesteuert und überwacht werden. - Forschung und EntwicklungDie Division Pharma von Roche strebt danach, innovative Arzneimittel mit hohem medizinischem Wert, für die dringender medizinischer Bedarf besteht, zu entdecken und auf den Markt zu bringen. Damit die Roche-Gruppe in ihrer Entwicklungspipeline stets über zahlreiche geeignete Wirkstoffkandidaten verfügt, hat sie einen einzigartigen Innovationsverbund aus unabhängigen Forschungs- und Entwicklungszentren geschaffen. Dazu gehören neben Roche und Genentech auch Chugai in Japan sowie Allianzen mit über 150 Partnern weltweit. Diese Vielfalt der Forschungsansätze fördert die Innovation und sichert den Zugang zu neuen Technologien und vielversprechenden Arzneimittelkandidaten. Die enge Zusammenarbeit der Divisionen Pharma und Diagnostics ist für unser Unternehmen ein wichtiger strategischer Vorteil. Dadurch kann diagnostisches Wissen auf allen Stufen der pharmazeutischen Forschung und Entwicklung nahtlos eingebunden werden. Dies ist eine wichtige Voraussetzung, um die personalisierte Medizin voranzubringen, d. h. auf der Basis eines besseren molekularbiologischen Verständnisses von Krankheiten Therapien auf bestimmte Patientengruppen zuzuschneiden. Zwei jüngste Beispiele für die Fortschritte, die Roche im Sinne einer personalisierten Medizin bei der Entwicklung von Therapien für schwer behandelbare Krankheiten erzielt hat, sind RG3638 (MetMAb) für die Behandlung von Lungenkrebs und RG7204 (BRAF-Hemmer) für die Behandlung des malignen Melanoms. Roche Diagnostics entwickelt diagnostische Tests, mit denen sich jene Patientenpopulationen bestimmen lassen, die von einer Anwendung des jeweiligen Wirkstoffs profitieren können. Die Forschung von Roche zu Antikörper-Wirkstoff-Konjugaten für die Behandlung von Krebs ist ein weiteres Beispiel für einen stark zielgerichteten Therapieansatz, der über das Potenzial verfügt, die Ergebnisse von Behandlungen zu verbessern und gleichzeitig deren Nebenwirkungen zu verringern: T-DM1® bei HER2-positivem Brustkrebs ist dabei das am weitesten fortgeschrittene Projekt. Anfang 2011 umfasste die Forschungs- und Entwicklungspipeline der Division Pharma 102 Projekte, die sich in den Phasen I bis III der klinischen Erprobung befinden, oder für die Zulassungsgesuche bereits gestellt wurden. Darunter befinden sich 62 neue Wirkstoffe und 40 zusätzliche Indikationen. Zwölf neue Wirkstoffe sind in der späten klinischen Entwicklung. Darüber hinaus befassen sich 22 Projekte der Phase III mit zusätzlichen Indikationen für bestehende Produkte. - Wettbewerbstähige Produkte - wissenschaftliche SpitzenleistungenFür die Konkurrenzfähigkeit von Roche ist Voraussetzung, dass die Roche-Medikamente in höchster Qualität angeboten werden, für die Patienten einen klar nachweisbaren Nutzen haben und für das Gesundheitswesen wirtschaftlich sind. Der Schlüssel unseres Erfolgs ist der klare Fokus auf wissenschaftliche Spitzenleistungen zum Wohle der Patienten. Mit der erfolgreichen Integration von Genentech / USA haben wir unsere Innovationskraft als weltweit größtes Biotechnologie-Unternehmen und weltweit führender Anbieter von onkologischen Medikamenten weiter gestärkt. Neben der Spitzenposition in der personalisierten Medizin sind wir auch die weltweite Nummer 1 in der In-vitro-Diagnostik. Und schließlich verfügen wir sowohl in der Division Pharma als auch in der Division Diagnostics über ein exzellentes Produktportfolio. Innovation, die für alle Beteiligten Werte schafft, ist und bleibt die Basis des langfristigen Erfolges der Roche Gruppe. Diese Strategie werden wir auch weiterhin konsequent umsetzen. - Risiken in der VermarktungVom normalen Wettbewerbsrisiko abgesehen, dem jedes Produkt am Markt ausgesetzt ist, kommt bei Arzneimitteln hinzu, dass die hohen Forschungs- und Entwicklungskosten in der zur Verfügung stehenden Zeit des Patentschutzes erwirtschaftet werden müssen. Erschwert wird dies länderübergreifend, indem der Pharmamarkt einem wachsenden Kostendruck ausgesetzt wird, sei es durch höhere Hürden bei der Zulassung neuer Medikamente und bei Indikationserweiterungen, durch strengere Anforderungen an die Arzneimittelsicherheit, rasch wachsende Parallelimporte, schnellere Umstellung auf Generika und immer stärkeren Einfluss auf die Preisgestaltung (z. B. vorgegebene Vertriebsstrukturen, Preismoratorien, Zwangsrabatte, Kosten/Nutzen-Abwägungen, höhere Markt- und Preismacht der Krankenkassen, hohe Umsatzsteuer) zur Entlastung der staatlichen Gesundheits-Budgets. - ArzneimittelsicherheitRoche bringt als pharmazeutischer Unternehmer Arzneimittel auf den Markt. Beim sogenannten "In-Verkehr-Bringen" bzw. bei der Anwendung durch den Patienten können neben den bekannten und in den Referenzdokumenten aufgeführten Nebenwirkungen, auch bisher nicht bekannte Arzneimittelrisiken auftreten. Diese können mit der pharmazeutischen Qualität zusammenhängen oder sich auf mögliche Nebenwirkungen beziehen. Der Bereich Arzneimittelsicherheit ist für die Erfassung, Bewertung, Meldung und Kommunikation von Arzneimittelrisiken, die in Zusammenhang mit der Anwendung eines Roche-Präparates auftreten, verantwortlich. In ihren Aufgabenbereich gehört auch die Erfassung jeglicher Hinweise auf tatsächliche oder vermutete Verdachtsfälle einer Arzneimittelnebenwirkung im Zusammenhang mit der Einnahme eines Roche-Produktes. Um sicherzustellen, dass alle im Unternehmen eingehenden Hinweise unverzüglich aufgenommen und bearbeitet werden können, finden für alle Mitarbeiter von Roche sowie den relevanten Vertragspartnern regelmässige Schulungen zu den Meldepflichten statt. Zusätzlich erhält jeder Mitarbeiter eine Plastikkarte im Scheckkartenformat ("ContactCard"), auf der die Kontaktdaten der Arzneimittelsicherheit und die für die Fallmeldung relevanten Informationen aufgeführt sind. Eine schnelle und gezielte Reaktion auf potenzielle Arzneimittelrisiken ist von höchster Bedeutung, um das Risiko oder ggf. auch Schaden beim Patienten und den Schaden für die Gesellschaft möglichst gering zu halten. Der Maßnahmenplan hält alle Verantwortlichkeiten und Arbeitsabläufe bei neu erkannten Arzneimittelrisiken, die die Frage aufwerfen, ob dringliche Maßnahmen erforderlich sind, fest. Die grössten Risiken für Roche sind in der Regel mit der - freiwilligen oder unfreiwilligen -Rücknahme eines Produktes vom Markt verbunden. Dies kann, vor allem bei wirtschaftlich sehr starken und erfolgreichen Produkten, zu Schadensersatzzahlungen, Strafen und Imageschäden führen. - Arzneimittelzulassung und ihre RisikenZur Verbesserung der Abläufe und zur Sicherstellung, dass die Richtlinien und internen Prozesse bei der Durchführung klinischer Studien sowie bei der Überwachung von Arzneimitteln eingehalten werden, wurde ein neues Quality Risk Management (QRM) - System eingeführt. Dieses QRM - System vereinheitlicht und stärkt die Risikoeinschätzung. Alle Funktionen im Pharmabereich können Hochrisikobereiche zusammenführen und den Ressourceneinsatz für qualitätsbezogene Aufgaben optimieren. Anhand des QRM hat Roche begonnen, bestehende Informationen aus einer Reihe von verschiedenen routinemäßigen Geschäftsprozessen zu nutzen. Das QRM ermöglicht eine Analyse von Informationen, die den Verantwortlichen erlaubt, auf einen Blick zu beurteilen, ob ihre Prozesse das beabsichtigte Ergebnis und die gewünschte Qualität erreichen. Eingebunden werden weltweit die meisten Roche-Gesellschaften und mehrere tausend klinische Prüfzentren. Somit sind beste Voraussetzungen geschaffen, dass die Arzneimittelzulassung ohne Verzögerungen erfolgen kann. - Produkt- und Probandenhaftung incl. Absicherung gem. AMGIn Übereinstimmung mit dem AMG sind für den Geltungsbereich Deutschland sowohl die Risiken der Produkthaftung aus dem Vertrieb von Arzneimitteln mit ihrem Höchstbetrag gem. § 88 AMG (Kapitalbetrag von 120 Millionen Euro pro Arzneimittel) wie auch der Probandenhaftung im Rahmen von klinischen Studien gem. § 40 AMG mit ihrem Höchstbetrag (Kapitalbetrag 50 Millionen Euro pro Jahr) bei Versicherern abgedeckt. - Globales SAP-HR-System (CHRIS)Im Januar/Februar 2010 wurde erstmals im globalen SAP-HR-System CHRIS (Common Human Resources Information Solution) die Gehaltsüberprüfungsrunde für außertarifliche Mitarbeitende durchgeführt. Diese konnte gemäß der Zeit- und Budgetvorgabe abgeschlossen werden. Ebenfalls wurde erstmalig für alle Mitarbeitenden innerhalb von CHRIS das Performance Management durchgeführt. Dafür wurden von den Mitarbeitenden mit ihren Vorgesetzten Performance Pläne mit Hauptaufgaben, Zielen und konkreten Erwartungsformulierungen erarbeitet und hinterlegt, die am Ende des Jahres bewertet wurden. Die Bewertung der Leistung hat bei den AT-Mitarbeitenden Einfluss auf die Gehaltsfestsetzung in der Gehaltsrunde 2011. - Entwicklungsgespräche und EntwicklungspläneIn der Mitte des Jahres 2010 wurden die etablierten Entwicklungsgespräche weiter formalisiert und erstmalig für alle in CHRIS dokumentiert. In diesen Gesprächen legen Vorgesetzte und Mitarbeitende die Entwicklungsbedarfe und Kompetenzen zur erfolgreichen Hauptaufgabenerfüllung fest und diskutieren Karriereambitionen und -möglichkeiten. Die vereinbarten Maßnahmen wurden in einem Entwicklungsplan festgehalten. Dieser Prozess wird zukünftig mindestens einmal jährlich durchgeführt. - LebensarbeitszeitkontenSeit 2010 bietet die Roche Pharma AG seinen Tarifmitarbeitenden ein Langzeitkonto zur flexiblen Steuerung der Lebensarbeitszeit an. Auf der Grundlage des Tarifvertrages "Lebensarbeitszeit und Demografie" kann der berechtigte Mitarbeitende aus verschiedenen Quellen ein Zeitguthaben aufbauen: Neben bis zu 10 Urlaubstagen stehen Umwandlungen aus Mehrarbeit und Altersfreizeiten, Tarifentgelt, Weihnachtsgeld und weiteren Einmalzahlungen zur Verfügung. Zusätzlich unterstützt Roche den Aufbau der individuellen Guthaben mit dem tariflichen Demografiebetrag in Höhe von 300€ (2010). Das angesammelte Guthaben kann entweder für längere Qualifizierungsmaßnahmen oder für die Freistellung von der Arbeit vor Renteneintritt genutzt werden, letzteres auch durch teilweise Freistellung. Das Guthaben wird über einen Treuhänder gegen Insolvenz abgesichert und eine Mindestverzinsung wird garantiert. - Stellenbewertung nach Hay im AT-BereichDie standardisierte Stellenbewertung mittels Hay aller außertariflichen Stellen im Unternehmen konnte im Jahr 2010 erfolgreich abgeschlossen werden. Alle Positionen wurden bewertet und sogenannten Positionsstufen zugeordnet. An diese Positionsstufen wurden marktgerechte Gehaltsbänder und eine neue variable Vergütungssystematik geknüpft. - Variable VergütungFür Tarif-Mitarbeitende am Standort Grenzach-Wyhlen wurde in 2010 erstmalig eine variable leistungsorientierte Vergütung eingeführt. Der Startumfang betrug 2 % des Basisjahresgehaltes. Dieser Prozentsatz wird jährlich um einen Prozent gesteigert bis das Zielniveau von 5 % erreicht ist. Alle variablen Vergütungspläne für die Mitarbeitenden im Aussendienst und für die AT-Mitarbeitenden im Innendienst wurden überarbeitet und auf die neuen globalen Vorgaben angepasst. Dies war mit einer Ausweitung der Opportunitäten verbunden. Die festgelegten Prozentsätze wurden an die Positionsstufen gemäß der Hay-Bewertungsergebnisse gekoppelt. - Ausweitung der Services für Roche-MitarbeiterSeit Beginn des Jahres 2010 wurde das Angebot für die Mitarbeitenden auf dem Werksgelände um einen kostengünstigen Bügel- und Reinigungsservice erweitert. Diese können nun an zwei Terminen pro Woche ihre Wäsche abgeben bzw. abholen. Aufgrund der steigenden Anforderungen an das Thema "Familie und Beruf hat die Geschäftsleitung Mitte des Jahres die Entscheidung getroffen, eine eigene Kindertagesstätte in Grenzach-Wyhlen zu errichten. Zum Ende des Jahres konnte dazu ein Architektenwettbewerb erfolgreich abgeschlossen werden. Roche wird für die Errichtung auf einen lokalen Architekten zurückgreifen. Die Inbetriebnahme ist für den Sommer 2012 geplant. - Strategische Leitlinien des Roche-KonzernsMit der Erforschung, der Entwicklung und dem Vertrieb einer umfangreichen Palette an bahnbrechenden Medikamenten verbessert Roche nachhaltig das Leben von Millionen von Menschen auf der ganzen Welt. Es wurde das weltweit größte biopharmazeutische Unternehmen geschaffen und als führender Anbieter von In-vitro-Diagnostika etabliert. Die letzten Jahre waren von außerordentlichem Erfolg geprägt. Die Branche ist jedoch stark im Umbruch und steht vor vielen Herausforderungen - dazu gehören die höhere Nachfrage aufgrund demografischer Veränderungen, strengere Zulassungsvorschriften, aber auch der steigende Kostendruck auf die Gesundheitssysteme. In diesen Zeiten ist es mehr denn je wichtig, sich über die Perspektiven und die Vorgehensweise absolut im Klaren zu sein. Das Führungsteam entwickelte aus diesem Grund einen strategischen Rahmen und definierte die Ziele für die nächsten fünf Jahre. Der Patient steht bei Roche weiterhin im Zentrum. Roche fokussiert klar auf die beiden Bereiche Pharmazeutika und Diagnostika, um die Vision, die Behandlungen den Patienten anzupassen, realisieren zu können. Und wir glauben fest an das enorme Potenzial der modernen Wissenschaft bei der Entwicklung von Therapien, die Leiden lindern und den Menschen helfen, länger und gesünder zu leben. Letztendlich aber braucht es Menschen mit Integrität, Mut und Leidenschaft, um dies zu verwirklichen. Es sind die Menschen, die dieses Unternehmen zu einem herausragenden Arbeitgeber machen. Die Strategische Leitlinien des Roche-Konzerns zeigen die fundamentalen Eigenschaften der Roche-Gruppe auf und beschreiben das Geschäfts- und Managementmodell. Wir fokussieren darauf, mit medizinisch differenzierten Produkten die Behandlungen auf die Bedürfnisse der Patienten abzustimmen. Wir werden unsere Energien weiterhin auf verschreibungspflichtige Medikamente und die In-vitro-Diagnostik konzentrieren und sehen keinen Anlass in andere Bereiche wie Generika, rezeptfreie Medikamente oder Medizinalgeräte zu diversifizieren. Was uns unterscheidet, ist unser Ansatz zu wissenschaftlichen Spitzenleistungen; dabei wollen wir unseren Mitarbeitenden die richtigen Ressourcen und das richtige Umfeld bieten. Ein einzigartig breitgefächertes und profundes Wissen in der Molekularbiologie, nahtlos integrierte Kompetenzen in den Bereichen Pharma und Diagnostics, eine Vielfalt unterschiedlicher Ansätze für maximale Innovation und eine langfristige Ausrichtung sind unsere besonderen Merkmale. Was wir leisten, soll Werte für all unsere Anspruchsgruppen schaffen, seien es Patienten oder Ärzte (medizinischer und wirtschaftlicher Wert, Qualität und Sicherheit), seien es unsere Mitarbeitenden (attraktiver Arbeitsplatz, Chancen für berufliche Weiterentwicklung), Investoren (Total Shareholder Return im obersten Viertel) oder die Gesellschaft als Ganzes (soziale Verantwortung des Unternehmens). Unsere Mitarbeitenden sind die Grundlage unseres Managementmodells. Wir wollen die besten Kräfte in unser Unternehmen holen und ihnen einen attraktiven Arbeitsplatz bieten. Unsere Kultur basiert auf den Werten Integrität, Mut und Leidenschaft. Das bedeutet, dass wir alle hohe ethische Standards einhalten, Mut zum Risiko beweisen und - vor allem -Leidenschaft in unserer Aufgabe zeigen, das Leben von Patienten zu verbessern. Unsere Entscheidungsprozesse basieren auf Prinzipien und Prozessen, die einen transparenten Dialog, eine klare Zuständigkeit und eine aktive Übertragung von Verantwortung fördern. Unsere Struktur ist auf Innovation ausgerichtet. Das Unternehmen achtet auf die richtige Balance zwischen Vielfalt, Größe, Reichweite, Geschwindigkeit und Vernetzung, um Innovation entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu ermöglichen und zu fördern. Die Fünfjahresziele des Konzerns dienen als Maßstab, mit dem wir Jahr für Jahr unsere Fortschritte messen. Die Konzernleitung setzt sich für die Umsetzung dieser Ziele ein und fordert konzernweit die Mitarbeiter auf, in ihren Tätigkeitsbereichen dazu beizutragen. - KreditmanagementZur Sicherstellung der Außenstände im Rahmen der gewährten Lieferantenkredite gegenüber Kunden wird beim Verkauf und Absatz unserer Produkte ein konzernweit entwickeltes und für die Bedürfnisse von Roche Pharma Grenzach angepasstes sehr effizientes Kredit-Management-System eingesetzt, um drohende Ausfälle rechtzeitig zu erkennen und zu verhindern. Deshalb konnten wie in den Jahren zuvor in 2010 die nicht ganz zu vermeidenden tatsächlichen Kreditausfälle auf einem sehr geringen Niveau gehalten werden. - Verhaltenskodex der Roche-GruppeUnser Geschäftsverhalten ist geprägt von Verantwortungsbewusstsein und ethischen Grundsätzen. Wir sind einer nachhaltigen Entwicklung verpflichtet, die den Bedürfnissen des Einzelnen, der Gesellschaft und der Umwelt gleichermaßen Rechnung trägt. Klare Leitlinien für unser Verhalten im Geschäftsverkehr bieten die Roche-Werte - Integrität, Mut und Leidenschaft - und die Roche-Konzerngrundsätze. Bei Roche bemisst sich Leistung nicht allein nach den erreichten Ergebnissen, sondern auch nach der Art und Weise, wie diese erreicht werden. Der Verhaltenskodex der Roche-Gruppe hält fest, was Roche als Arbeitgeber von seinen Mitarbeitern erwartet. Er enthält praktische Leitlinien und Verweise zu weiteren nützlichen Informationen. Verantwortungsvolles Handeln in Übereinstimmung mit den gesetzlichen Vorschriften wird ausnahmslos und von jedem Mitarbeiter erwartet. Der Verhaltenskodex der Roche-Gruppe trägt dazu bei, dieses Ziel zu erreichen. Der Verhaltenskodex ist für alle Mitarbeiter der Roche-Gruppe weltweit verbindlich. Er wird regelmäßig überarbeitet und weiterentwickelt. Er enthält Regelungen zur persönlichen Integrität, zur Integrität von Roche, zur Personalpolitik, zu den Vermögenswerten von Roche, zur sozialen Verantwortung und zum Compliance-Management. Dabei werden insbesondere (nicht abschließend) Themen wie Interessenkonflikte, Umgang mit Geschäftspartnern und Dritten, Diskriminierung und Belästigung, Bestechung und unlautere Vorteile, Wettbewerbsrecht, korrekte Berichterstattung und Buchführung, Datenschutz und geistiges Eigentum behandelt. Daneben enthält der Verhaltenskodex der Roche-Gruppe aber auch die Aufforderung an alle Mitarbeiter, Compliance-Bedenken jederzeit offen anzusprechen und sich damit ggf. an den Compliance Officer zu wenden ("Speak-Up-Initiative"). Compliance-relevante Fälle von Gewicht meldet der Compliance Officer über das sog. BEIR-System (Business Ethics Incident Reporting) an den Chief Compliance Officer in der Konzernzentrale. - Compliance Officer und Compliance CommitteeDer Compliance Officer der Roche Pharma AG untersteht dem Leiter Recht, berichtet in seiner Funktion als Compliance Officer aber direkt an den Vorstand. Er kümmert sich um die Compliance Organisation und deren kontinuierliche Weiterentwicklung, nimmt Beschwerden und Hinweise - auch anonym - entgegen und geht diesen nach. Ein unternehmensübergreifender Austausch in compliance-relevanten Fragen findet im Compliance Committee statt, in dem u. a. Vertreter aus den Bereichen Marketing und Vertrieb, Personal, Finanzen und IT, Medical Affairs, Qualitätssicherung und Datenschutz vertreten sind. Das Compliance Committee trifft sich in regelmäßigen Abständen und erörtert sämtliche, das Unternehmen betreffende compliance-relevanten Sachverhalte und Fragestellungen. Innerhalb der Rechtsabteilung der Roche Pharma AG wurde zum 01.01.2011 zudem ein Team für Governance, Risk & Compliance gegründet, das unter Leitung des Compliance Officers steht. - DatenschutzAls im Gesundheitsbereich tätigem Unternehmen hat der Datenschutz bei Roche weltweit einen hohen Stellenwert und wurde bereits 2001 als unternehmerisches Ziel festgelegt. Dies bedeutet für die Roche Pharma AG, dass alle Forderungen aus dem deutschen Bundesdatenschutzgesetz, insbesondere die Neuerungen der Novellierung des Datenschutzgesetzes aus 2009, konsequent umgesetzt werden. Alle Mitarbeiter sind auf das Datengeheimnis des Bundesdatenschutzgesetzes verpflichtet. Der Betriebliche Datenschutzbeauftragte der Roche Pharma AG berichtet in dieser Funktion direkt an den Vorstand. Im Laufe des Berichtsjahres waren keine Vorfälle zu melden. - Sicherheit und UmweltschutzDie Fachkräfte für Arbeitssicherheit im Bereich "Sicherheit und Umweltschutz" sorgen in Kooperation mit dem TÜV Süd life GmbH und mit weiteren Spezialisten von der Feuerwehr, und vom betriebsärztlichen Dienst für das Vorhandensein und den optimalen Einsatz von Rettungsfahrzeugen, Sicherheitseinrichtungen und Notfallplänen unter Beachtung gesetzlicher und konzerninterner Bestimmungen dafür, Unfällen, berufsbedingten Krankheiten und Gefahren wie Feuer vorzubeugen bzw. erlittene Schäden möglichst gering zu halten. Alle Mitarbeiter werden regelmäßig auf mögliche Risiken und Gefährdungen (z. B. Stolperfallen, Abbrennen von Kerzen, Sturz beim Treppensteigen) hingewiesen, geschult und trainiert (z. B. bei aktiven Brandschutzübungen und bei Aktionen/Aktivitäten am Gesundheitstag) sowie für eine ergonomische Gestaltung des Arbeitsplatzes fachlich beraten. Weitere Aktionen zur Senkung der betrieblichen Unfälle haben dazu beigetragen, das Bewusstsein der Mitarbeiter bezogen auf "Sicheres Verhalten" zu stärken, z.B. durch ein für alle verpflichtendes e-Learning-Programm "RoSHE - Sicherheit, Gesundheits- und Umweltschutz bei Roche". Für die Einbindung neuer e-Learning-Tools in CHRIS zum Thema Arbeitssicherheit im Innen- und Außendienst wurde in 2010 ein Projektteam gegründet. Die Einbindung soll bis Anfang 2011 abgeschlossen sein. Darüber hinaus wird als Anreiz jährlich die Zielsetzung der "RAR Roche Accident Rate" bekannt gegeben (= Relation der Unfälle pro 1.000 Mitarbeiter bezogen auf die geleisteten Stunden unter Berücksichtigung der Schwere der Unfälle), um zur Einhaltung eine weitere Orientierung zu haben. Im Rahmen des alle drei Jahre veranstalteten Wettbewerbs "ECOmpetition" wird unsere Belegschaft aufgerufen, sich über die Verbesserung des Umweltschutzes Gedanken zu machen. Zur Senkung des Gesamtenergieverbrauchs und der Treibhausgasemissionen ist bereits in 2009 bei ausgewählten Energieträgern die Zielsetzung herausgegeben worden, den Energieverbrauch durch entsprechende Maßnahmen (z.B. Umstellung des PKW-Fuhrparks auf Fahrzeuge bzw. Motoren mit energiesparendem Verbrauch und geringem CO2 -Ausstoss pro Kilometer) zu reduzieren. Im Geschäftsjahr wurde entsprechend eine Anpassung in der Richtlinie für die Nutzung von Dienstwagen aufgenommen, welche eine Beschränkung des CO2 -Ausstoss beinhaltet. Betroffen von diesen Maßnahmen sind auch die Dienstreisen, um durch die Nutzung der Video- und Telefonkonferenztechnik und die Verwendung von Bahnen und Bussen sowie durch effizientere Reiserouten incl. Verbindung mehrerer in der Nähe liegenden Reiseziele den Energieverbrauch erheblich zu senken. Auch Maßnahmen zur Einsparung von Strom und Erdgas durch Nutzung von Wärmerückgewinnung, Verwendung von Ökostrom und spezieller Bautechnik sind im Programm. Ein wichtiger Punkt in den RoSHE-Zielen ist es, die Kälteerzeugung ganz auf FCKW-freie Mittel umzustellen und die Energieeffizienz in unseren Gebäuden weiter zu steigern. Mit dem neuen OPAL-Projekt (Office, Plant and Logistics) haben wir beginnend ab 2009 die Weichen für eine teure Investition in einen Neubau mit diversen Kanälen und der Stilllegung / Abriss von Altgebäuden und veralteten Anlagen in Angriff genommen (derzeit noch im Bau, siehe auch unter Lagebericht Nr. 5 Investitionen). - Hardware-RisikenIm IT-Bereich sind verschiedene Gefahrenpotentiale vorhanden, die entsprechende Gegenmaßnahmen bzw. Vermeidungsstrategien erforderlich machen. Die höchste Priorität hat bei einem Stromausfall oder ähnlich gravierenden Ereignissen die wesentliche Aufrechterhaltung aller Funktionalitäten von Hard- und Software. Zu diesem Zwecke sind Maßnahmen zur Notstromversorgung mittels Batterien und Dieselgeneratoren getroffen worden. Die Bedeutung bzw. das Risikopotenzial hat in 2010 durch Auslagerungen solcher Hardware an andere Roche-Standorte mit sehr effektiven Rechenzentren stark abgenommen. Eine Risikoeindämmung wird auch durch die Reduzierung lokaler IT-Konfigurationen, konzernweiter Vernetzungen, Mehrfachspeicherung sowie Spiegelungen der Daten erzielt. Haftungsrisiken sind durch adäquate Einhaltung der für diesen Bereich speziell geforderten gesetzlichen Sicherheitsauflagen minimiert. - Software RisikenDie Zugriffe auf Systeme und Daten sind pro Anwendung durch ein jeweils nutzerorientiertes und stets aktualisiertes Berechtigungssystem geregelt, so dass unerlaubte Zugriffe nicht möglich sind. Darüber hinaus greifen Maßnahmen (z. B. global koordinierte Installation von Sicherheitspatches in kurzen Abständen), um auf die zunehmende Bedrohung durch kriminelle Zugriffe (z. B. Hacker) oder Störungen durch Computerviren, Würmer, Spam und dergleichen rechtzeitig und angemessen reagieren zu können. - FazitAls führendes Healthcare-Unternehmen haben wir uns das Ziel gesetzt, Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln, produzieren und zu vertreiben, für die großer medizinischer Bedarf besteht und die für die Gesellschaft einen echten Mehrwert darstellen. Wir wollen die Gesundheit und die Lebensqualität unserer Patientinnen und Patienten spürbar verbessern und wenn möglich ihr Leben verlängern. Das ist unser wichtigster Beitrag, den wir auf verantwortungsvolle Weise unter Berücksichtigung der Belange des Einzelnen, der Gesellschaft und der Umwelt leisten. Damit uns dies gelingt, müssen wir talentierte Mitarbeitende für uns gewinnen, im Unternehmen halten und ihr Potenzial weiterentwickeln. Im Bewusstsein dieser unternehmerischen Verantwortung waren im Berichtszeitraum 2010 insgesamt keine den Fortbestand der Roche Pharma Grenzach gefährdenden Risiken vorhanden bzw. zu erkennen. Auch für die Zukunft sind bestandsgefährdende Risiken aus heutiger Sicht nicht absehbar. Roche ist jedenfalls wie kaum ein anderes Unternehmen in der Lage, die Lebensqualität von Patienten wirklich spürbar zu verbessern. Dies liegt daran, dass wir in Forschung und Wissenschaft an der Spitze stehen, dass wir die Entstehung der Krankheiten wirklich verstehen, dass wir über die notwendigen Technologien verfügen, dass wir vor allem die richtigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben und dass wir, einzigartig in der Industrie, Pharma und Diagnostica unter einem "Dach" vereinen können. Wenn dies alles zusammen optimal genutzt wird, ergeben sich enorme Möglichkeiten und Chancen. 8. NachtragsberichtVorgänge von besonderer Bedeutung sind nach Schluss des Geschäftsjahres 2010 nicht eingetreten. 9. PrognoseberichtDer geplante Umsatz der Roche Pharma AG für das Jahr 2011 wird aller Voraussicht nach auf Höhe des Umsatz des Vorjahres zu liegen kommen, womit das Wachstum leicht unter dem des Gesamtmarktes liegen wird. Positiv zum Umsatzwachstum wird insbesondere MabThera® , Herceptin® und das in 2009 eingeführte Produkt RoActemra® beitragen. Diese positive Dynamik wird durch sinkende Umsätze unter anderem aufgrund abgelaufener Patente bei CellCept® und NeoRecormon® und des erwarteten Patentablaufs von Bondronat® im Juni 2011 gebremst. Hauptursache für die stagnierenden Umsätze sind jedoch die seit August 2010 eingeführten höheren Herstellerrabatte und das Preismoratorium. Diese werden den Effekt von 80 Mio. Euro von 2010 für 2011 noch deutlich übersteigen. Die Roche Pharma AG ist von der im August 2010 in Kraft getretenen Gesundheitsreform aufgrund ihres innovativen Portfolios überproportional betroffen. Die Erhöhung der Herstellerrabatte von 6 % auf 16 %, sowie die Einführung des Preismoratoriums führen in 2011 zu höheren Umsatzeinbussen. Mit der Ausdehnung des Herstellerrabattes auf die privaten Krankenkassen ab 1. Januar 2011 ist zudem eine weitere negative Belastung des Umsatzes im zweistelligen Millionenbereich verbunden. Die im Rahmen des Arzneimittelneuordnungsgesetzes (AMNOG) eingeführte Hürde zur Bestimmung der Erstattung von Medikamenten mit Hilfe von früher Nutzenbewertung, Ausweitung der Festbeträge und Definition größerer Festbetragsgruppen stellen neue Herausforderungen für die Roche Pharma AG dar. Die genauen Auswirkungen dieser neuen Herausforderungen für die Roche Pharma AG werden sich erst im Laufe des Jahres konkretisieren, so dass unter Umständen weitere einschneidende Massnahmen im Laufe des Jahres nicht ausgeschlossen werden können. Auf der anderen Seite kann sich die Roche Pharma AG in den nächsten Jahren aufgrund des hohen Innovationsgrades und des gut aufgestellten Medikamentenportfolios insbesondere neuer Produkte im Gebiet der Onkologie aber auch bei Stoffwechselkrankheiten und Erkrankungen des Zentralnervensystems auf eine gesunde Basis für weiteres organisches Wachstum stützen. Insgesamt erwarten wir ein Ergebnis in 2011 maximal auf Niveau des Vorjahres. Ab 2012 rechnen wir aufgrund neuer Produkteinführungen wieder mit leicht steigenden Umsätzen. Dieser Bericht enthält zukunftsgerichtete Aussagen, die auf den gegenwärtigen Erwartungen, Vermutungen und Prognosen des Vorstandes sowie den ihm derzeit verfügbaren Informationen beruhen. Die zukunftsgerichteten Aussagen sind nicht als Garantien der darin genannten zukünftigen Entwicklungen und Ergebnisse zu verstehen. Die zukünftigen Entwicklungen und Ergebnisse sind vielmehr abhängig von einer Vielzahl von Faktoren, sie beinhalten verschiedene Risiken und Unwägbarkeiten und beruhen auf Annahmen, die sich möglicherweise als nicht zutreffend erweisen.
Grenzach-Wyhlen, 28. März 2011 Roche Pharma AG Dr. Hagen Pfundner, Vorstand Bestätigungsvermerk des AbschlussprüfersWir haben den Jahresabschluss --bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang-- unter Einbeziehung der Buchführung und den Lagebericht der Roche Pharma Aktiengesellschaft, Grenzach-Wyhlen, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2010 geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften liegen in der Verantwortung des Vorstands der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über den Lagebericht abzugeben. Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Gesellschaft sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und Lagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen des Vorstands sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet. Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt. Nach unserer Beurteilung auf Grund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Roche Pharma Aktiengesellschaft. Der Lagebericht steht in Einklang mit dem Jahresabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.
Mannheim, den 14. April 2011 KPMG AG Kern, Wirtschaftsprüfer Beyer, Wirtschaftsprüfer Bericht des AufsichtsratesGeschäftsjahr 2010
Der Aufsichtsrat wurde regelmäßig durch Bericht des Vorstandes über alle Vorgänge
des Geschäftsbetriebes unterrichtet. Der Vorstand hat dem Aufsichtsrat den Jahresabschluss 2010 vorgelegt. Der Jahresabschluss
und der Lagebericht sind durch die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Mannheim,
geprüft worden. Diese Prüfung hat keinerlei Anlass zu Beanstandungen gegeben, und es wurde bestätigt,
dass die Buchführung, der Jahresabschluss und der Lagebericht den gesetzlichen Vorschriften
entsprechen. Der Aufsichtsrat schließt sich dem Ergebnis der Prüfung der Abschlussprüfer an und
billigt den Jahresabschluss zum 31. Dezember 2010.
Für den Aufsichtsrat
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