Roche Pharma AG

Grenzach-Wyhlen

Jahresabschluss zum 31. Dezember 2012

Bilanz zum 31. Dezember 2012

Aktiva

in Tausend Euro Anhang 31.12.2012 31.12.2011 Veränderung
A. Anlagevermögen          
I. Immaterielle Vermögensgegenstände [1] 152 84 68 81%
II. Sachanlagen [2] 38.565 38.271 294 1%
III. Finanzanlagen [3] 22 200.083 -200.061 -100%
    38.739 238.438 -199.699 -84%
B. Umlaufvermögen          
I. Vorräte [4] 201.225 175.722 25.503 15%
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände [5] 309.023 56.106 252.917 451%
III. Kassenbestand   12 12 0 0%
    510.260 231.840 278.420 120%
D. Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung [6] 2.148 1.259 889 71%
    551.147 471.537 79.610 17%

Passiva

         
in Tausend Euro Anhang 31.12.2012 31.12.2011 Veränderung
A. Eigenkapital          
I. Gezeichnetes Kapital [7] 61.355 61.355 0 0%
II. Kapitalrücklage   9.524 9.524 0 0%
III. Gewinnrücklagen          
Gesetzliche Rücklage   3.911 3.911 0 0%
    74.790 74.790 0 0%
B. Rückstellungen          
1. Rückstellungen für Pensionen [8] 174.457 166.305 8.152 5%
2. Sonstige Rückstellungen [9] 247.467 102.372 145.095 142%
    421.924 268.677 153.247 57%
D. Verbindlichkeiten [10]        
1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen   21.243 24.568 -3.325 -14%
2. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen [11] 20.726 85.649 -64.923 -76%
3. Sonstige Verbindlichkeiten [12] 12.464 17.853 -5.389 -30%
    54.433 128.070 -73.637 -57%
    551.147 471.537 79.610 17%

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2012

in Tausend Euro Anhang 2012 2011 Veränderung
1. Umsatzerlöse [13] 1.459.777 1.383.803 75.974 5,5%
2. Sonstige betriebliche Erträge [14] 19.378 4.064 15.314 377%
3. Materialaufwand [15] -1.124.186 -1.054.472 -69.714 7%
4. Personalaufwand [16] -130.184 -118.434 -11.750 10%
5. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen   -3.068 -2.313 -755 33%
6. Sonstige betriebliche Aufwendungen [17] -146.799 -154.826 8.027 -5%
7. Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens [18] 1.763 3.230 -1.467 -45%
8. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge [19] 330 408 -78 -19%
9. Zinsen und ähnliche Aufwendungen [20] -11.231 -11.409 178 -2%
10. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit   65.780 50.051 15.729 31%
11. Außerordentliche Aufwendungen   -122.728 -3.865 -118.863 3.075%
12. Außerordentliches Ergebnis [21] -122.728 -3.865 -118.863 3.075%
13. Sonstige Steuern   -108 -83 -25 30%
14. Auf Grund eines Ergebnisabführungsvertrags abgeführter Gewinn   0 -46.103 46.103 n/a
15. Erträge aus Verlustübernahme   57.056 0 57.056 n/a
16. Jahresüberschuss   0 0 0  

Anhang für das Geschäftsjahr 2012

Allgemeine Erläuterungen

Der Jahresabschluss der Roche Pharma Aktiengesellschaft, Grenzach-Whylen, wurde nach den Regelungen der §§ 264 ff. HGB unter Anwendung der Vorschriften für große Kapitalgesellschaften im Sinne von § 267 Abs. 3 HGB und den ergänzenden Paragraphen des Aktiengesetzes aufgestellt.

Um die Klarheit der Darstellung zu erhöhen, wurden verschiedene Posten der Bilanz sowie der Gewinn- und Verlustrechnung zusammengefasst. Diese Posten sind im Anhang numerisch gekennzeichnet und detailliert beschrieben.

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sowie Angaben zur Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung

[1] Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände

Die entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände des Anlagevermögens werden mit den Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen, angesetzt. Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände werden nach der linearen Methode vorgenommen. Geringwertige Vermögensgegenstände mit Anschaffungskosten bis 1.000 Euro werden im Jahr der Anschaffung als Aufwand erfasst.

in Tausend Euro Anwendersoftware
Kumulierte Anschaffungswerte zum 01.01.2012 2.716
Zugänge 131
Abgänge 0
Umbuchungen 0
Kumulierte Anschaffungswerte zum 31.12.2012 2.847
Kumulierte Abschreibungen zum 01.01.2012 2.632
Abschreibungen des Geschäftsjahres 63
Umbuchungen 0
Abgänge 0
Zuschreibungen 0
Kumulierte Abschreibungen zum 31.12.2012 2.695
Restbuchwerte zum 31.12.2012 152
Restbuchwerte zum 31.12.2011 84

[2] Sachanlagen

Die Sachanlagen werden mit den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen, angesetzt. Die Abschreibungen auf Sachanlagen werden nach der linearen Methode vorgenommen. Die Nutzungsdauer bemisst sich nach der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer über einen Zeitraum von 3 bis 50 Jahren. Geringwertige Vermögensgegenstände mit Anschaffungskosten bis 1.000 Euro sind im Jahr der Anschaffung als Aufwand erfasst. Die Abschreibungen für vor dem Jahr 2011 angeschaffte Sachanlagen wurden im Rahmen der steuerlichen Möglichkeiten festgelegt. Diese zum Anschaffungszeitpunkt geltenden Abschreibungsregelungen werden über die gesamte Nutzungsdauer weitergeführt.

in Tausend Euro Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken Technische Anlagen und Maschinen Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau Gesamt
Kumulierte Anschaffungswerte zum 01.01.2012 57.744 8.653 10.185 1.236 77.818
Zugänge 3.003 232 66 0 3.301
Abgänge 11 128 65 0 204
Umbuchungen 1.225 11 0 -1.236 0
Kumulierte Anschaffungswerte zum 31.12.2012 61.961 8.768 10.186 0 80.915
Kumulierte Abschreibungen zum 01.01.2012 26.189 5.012 8.346 0 39.547
Abschreibungen des Geschäftsjahres 2.144 248 613 0 3.005
Umbuchungen 0 0 0 0 0
Abgänge 9 128 65 0 202
Zuschreibungen 0 0 0 0 0
Kumulierte Abschreibungen zum 31.12.2012 28.324 5.132 8.894 0 42.350
Restbuchwerte zum 31.12.2012 33.637 3.636 1.292 0 38.565
Restbuchwerte zum 31.12.2011 31.555 3.641 1.839 1.236 38.271

[3] Finanzanlagen

Die Finanzanlagen werden zu Anschaffungskosten bewertet.

in Tausend Euro Ausleihungen an verbundene Unternehmen mit einer Restlaufzeit von mehr als 1 Jahr Sonstige Ausleihungen Gesamt
Kumulierte Anschaffungswerte zum 01.01.2012 200.000 83 200.083
Zugänge 0 0 0
Abgänge 200.000 61 200.061
Umbuchungen 0 0 0
Kumulierte Anschaffungswerte zum 31.12.2012 0 22 22
Kumulierte Abschreibungen zum 01.01.2012 0 0 0
Abschreibungen des Geschäftsjahres 0 0 0
Umbuchungen 0 0 0
Abgänge 0 0 0
Zuschreibungen 0 0 0
Kumulierte Abschreibungen zum 31.12.2012 0 0 0
Restbuchwerte zum 31.12.2012 0 22 22
Restbuchwerte zum 31.12.2011 200.000 83 200.083

Der seit 2005 bestehende Darlehensvertrag mit der Roche Diagnostics GmbH, Mannheim, in Höhe von 200 Millionen Euro wurde zum 30.06.2012 gekündigt und zurückgezahlt.

[4] Vorräte

Hilfs- und Betriebsstoffe werden zu gleitenden Durchschnittspreisen bewertet und vom Konzern bezogene Handelswaren zu Anschaffungskosten.

Eingeschränkte Verwertbarkeit und Lagerrisiken werden durch Bildung angemessener Abwertungen und Wertberichtigungen berücksichtigt.

in Tausend Euro 31.12.2012 31.12.2011 Veränderung
Hilfs- und Betriebsstoffe 280 101 179 177%
Handelswaren 200.945 175.621 25.324 14%
  201.225 175.722 25.503 15%

[5] Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind mit Ausnahme eines Körperschaftsteuerguthabens gemäß § 37 Abs. 4 und 5 KStG in Höhe von 209 Tausend Euro grundsätzlich zu Nennwerten bilanziert und innerhalb eines Jahres fällig. Aufgrund des langfristigen Erstattungszeitraums von 2013 bis 2017 in gleichen Jahresbeträgen ist der erwähnte Steueranspruch weiterhin zu 3 % abgezinst.

Für erkennbare Risiken bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden Einzelwertberichtigungen in der erforderlichen Höhe vorgenommen.

Forderungen in fremden Währungen werden nach § 256a HGB bewertet.

Forderungen gegen verbundene Unternehmen resultieren aus weiterberechneten Dienstleistungen, aus der Cash- Management Vereinbarung gegenüber der Roche Deutschland Holding GmbH und dem Ergebnisabführungsvertrag mit der Roche Deutschland Holding GmbH.

Die Zunahme der Forderung aus der Cash-Management Vereinbarung resultiert aus der Rückzahlung des Darlehens von der Roche Diagnostics GmbH, Mannheim und der Anlage dieses Geldes im Cashpooling.

Im Geschäftsjahr entstand eine Verlustausgleichsforderung gegenüber der Roche Deutschland Holding GmbH in Höhe von 57.056 Tausend Euro. (Vorjahr: Gewinnabführung -dargestellt unter [11] Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen)

Bedingt durch die rückläufigen Umsätze zum Jahresende 2012 im Vergleich zum Vorjahr 2011 sind die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen an Dritte um 3.781 Tausend Euro gesunken.

in Tausend Euro 31.12.2012 31.12.2011 Veränderung
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 33.947 37.728 -3.781 -10%
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 272.672 15.782 256.890 1.628%
Sonstige Vermögensgegenstände 2.404 2.596 -192 -7%
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 309.023 56.106 252.917 451%
Forderungen aus der Cash-Management Vereinbarung gegen Roche Deutschland Holding GmbH 202.026 1.467 200.559 13.671%
Forderungen aus Verlustausgleich gegen Roche Deutschland Holding GmbH 57.056 0 57.056 -
Forderungen gegen F. Hoffmann-La Roche AG Basel 13.427 13.533 -106 -1%
Forderungen gegen andere verbundenen Unternehmen 163 782 -619 -79%
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 272.672 15.782 256.890 1.628%

[6] Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung

In der betrieblichen Altersversorgung für Mitarbeiter mit Diensteintritt ab dem 1. Januar 2007 gilt der neue "Vorsorgeplan 2007". Im Unterschied zur bisherigen Regelung für Mitarbeiter mit Diensteintritt vor dem 1. Januar 2007 wird die Leistungszusage in der Höhe an die Entwicklung eines definierten Vermögensbestandes gebunden. Das Unternehmen sichert dabei für den Versorgungsfall eine Verrentung auf Basis des Bezugswertes ohne Berücksichtigung einer Verzinsung zu. Das zur Finanzierung dieser Direktzusage erforderliche Vermögen ist unter einem CTA (Contractual Trust Agreement) ausgelagert und wird im Rahmen einer doppelseitigen Treuhand durch den Roche Pensionstreuhandverein verwaltet. Die von den Mitarbeitenden und der Roche Pharma AG, Grenzach-Wyhlen, als Arbeitgeber zum Vermögensaufbau geleisteten Beiträge in 2012 in Höhe von 1.339 Tausend Euro sind im CTA-Fondsvermögen enthalten. Das Fondsvermögen ist nach § 255 Abs. 4 HGB zum Marktpreis bewertet.

Das Vermögen auf den CTA beträgt zum Bilanzstichtag 4.617 Tausend Euro. Die entsprechende Rückstellung für die Pensionsverpflichtung aus dem Vorsorgeplan 2007 beträgt 2.469 Tausend Euro. Dies führt zu einem aktiven Unterschiedsbetrag in Höhe von 2.148 Tausend Euro, welcher in dem Bilanzposten Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung ausgewiesen wird. Die historischen Anschaffungskosten des Fondsvermögens betragen 4.412 Tausend Euro.

[7] Eigenkapital

Das Grundkapital ist eingeteilt in 120.000 Stückaktien. Die Anteile sind auf den Inhaber ausgestellt.

Die Roche Beteiligungs GmbH, Grenzach-Wyhlen, hat uns im Jahre 2006 folgendes mitgeteilt: "... gemäß § 20 Abs. 3 und 4 AktG teilen wir Ihnen mit, dass wir mit Mehrheit am Grundkapital Ihrer Gesellschaft beteiligt sind." Die Roche Deutschland Holding GmbH, Grenzach-Wyhlen, bleibt aufgrund ihrer 6 %-igen Direktbeteiligung und der durch die Roche Beteiligungs GmbH, Grenzach-Wyhlen, vermittelten Beteiligung ebenfalls mehrheitlich beteiligt.

Das oberste Mutterunternehmen ist die Roche Holding AG in Basel/Schweiz. Im vorliegenden Jahresabschluss sind alle unmittelbaren und mittelbaren Tochtergesellschaften der Roche Holding AG, Basel/Schweiz, als verbundene Unternehmen berücksichtigt. Unser Jahresabschluss wird in den Konzernabschluss der Roche Holding AG, Basel/Schweiz, einbezogen, die den Abschluss für den größten Kreis von Unternehmen erstellt, der am Sitz der Gesellschaft ausliegt sowie im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht wird.

Zur Ausschüttung gesperrte Beträge im Sinne des § 268 Abs. 8 HGB bestehen in Höhe von 205 Tausend Euro (Vorjahr: 4 Tausend Euro). Diese resultieren ausschließlich aus der Bewertung von als Deckungsvermögen zu klassifizierenden Fondsanteilen zum beizulegenden Zeitwert, welche in [6] Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung enthalten sind.

[8] Rückstellungen für Pensionen

Die Bewertung der Pensionsverpflichtungen wurde auf Basis des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes durchgeführt. Die Bewertung der Pensionsverpflichtungen erfolgte nach den anerkannten Grundsätzen der Versicherungsmathematik mittels der "Projected-Unit-Credit-Methode" (PUC-Methode). Der Rückstellungsbetrag gemäß der PUC-Methode ist definiert als der versicherungsmathematische Barwert der Pensionsverpflichtungen, der von den Mitarbeitern bis zu diesem Zeitpunkt gemäß Rentenformel und Unverfallbarkeitsregelung aufgrund ihrer in der Vergangenheit abgeleisteten Dienstzeiten erdient worden ist. Der Rückstellungsbetrag ist unter Einbeziehung von Trendannahmen hinsichtlich der zukünftigen Anwartschafts- bzw. Rentenentwicklung sowie evtl. Fluktuationswahrscheinlichkeiten ermittelt. Wobei Lohn- und Gehaltssteigerung in Höhe von 3,36 %, eine Rentenentwicklung in Höhe von 2,00 % sowie ein Rechnungszinssatz von 5,08 % der Bewertung zugrunde liegen. Als biometrische Rechnungsgrundlagen wurden die "Richttafeln 2005 G" von Klaus Heubeck verwendet.

Aus dem ermittelten Unterschiedsbetrag in Höhe von 57.984 Tausend Euro aus der Anwendung des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes aus dem Jahr 2010 wurde zum Stichtag 1/15 berücksichtigt, was einem Betrag von 3.865 Tausend Euro entspricht. Für die Berücksichtigung in Folgejahren verbleibt ein Betrag in Höhe von 46.387 Tausend Euro.

in Tausend Euro 2012 2011 Veränderung
Diensteintritt vor dem 1.1.2007 174.457 166.305 8.152 5%

In der Rückstellungssumme zum Ende des Geschäftsjahres sind Pensionsverpflichtungen gegenüber früheren Mitgliedern des Vorstandes und deren Hinterbliebenen gemäß § 285 Nr. 9 b) HGB in Höhe von 2.925 Tausend Euro enthalten.

[9] Sonstige Rückstellungen

Die Bewertung der sonstigen Rückstellungen erfolgte in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags unter Einbeziehung zukünftiger Preis- und Kostensteigerungen. Rückstellungen mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem entsprechend der Restlaufzeit durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre diskontiert.

Die sonstigen Rückstellungen enthalten die nachfolgend aufgeführten Rückstellungsposten:

in Tausend Euro 31.12.2012 31.12.2011 Veränderung
Umweltschutzmaßnahmen 116.666 0 116.666 -
Herstellerrabatt 62.377 50.441 11.936 24%
Rabattverträge 20.771 12.872 7.899 61%
Mitarbeitergratifikationen und Prämien 17.008 10.031 6.977 70%
Altersteilzeitverpflichtungen 6.315 8.087 -1.772 -22%
Restrukturierung 5.922 4.647 1.275 27%
Warenrücknahmen 4.039 4.157 -118 -3%
Urlaubs- und Gleitzeitansprüche 3.584 2.771 813 29%
Sonstige 2.488 2.255 233 10%
Jubiläen 2.025 1.972 53 3%
Schadensansprüche Dritter 2.000 1.715 285 17%
Produktmarketing-Kosten 1.919 1.101 818 74%
Boni- und Skontiansprüche 1.271 1.047 224 21%
Lohnsteuer/Sozialversicherungsprüfung 756 756 0 0%
Soziale Institutionen 326 520 -194 -37%
  247.467 102.372 145.095 142%

Für Umweltschutzmaßnahmen und -risiken werden Rückstellungen gebildet, soweit die Maßnahmen auf Grund gesetzlicher oder behördlicher Verpflichtungen beziehungsweise Auflagen voraussichtlich erforderlich werden und nicht zu aktivierungspflichtigen Anschaffungs- und Herstellungskosten führen.

Aufgrund der Reformen im Gesundheitswesen besteht eine Rückstellung für die zukünftige Verpflichtung zur Einräumung von so genannten Herstellerrabatten. Die Rückstellung für Herstellerrabatte, welche die 6 %, 10 % oder 16 % rabattpflichtigen Arzneimittel, die an Großhändler oder Apotheken geliefert wurden, berücksichtigen, wurde nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung gebildet. Der Anstieg gegenüber dem Vorjahresstichtag resultiert im Wesentlichen aus einer verzögerten Abrechnung durch die privaten Krankenkassen und der im Geschäftsjahr festgelegten Verpflichtung zur umsatzsteuerlichen Bruttoverbuchung von Herstellerrabatten an private Krankenkassen.

Die Rückstellungen für Gratifikationen wurden für leistungsbezogene Prämien des abgeschlossenen Geschäftsjahres an Mitarbeiter und den Vorstand gebildet.

Die Bewertung der Altersteilzeitverpflichtungen erfolgte für die Handelsbilanz nach den Regelungen der IDW-Stellungnahme vom 18. November 1998 und auf Basis des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes. Hierbei wurde bei der Bewertung des Erfüllungsrückstandes eine Abzinsung in Höhe des durchschnittlichen Marktzinses der vergangenen sieben Geschäftsjahre angesetzt, sofern die Laufzeit der Verpflichtung am Bilanzstichtag 12 Monate oder mehr betragen hat. Die Ermittlung des Rückstellungsbetrages erfolgte auf Grundlage eines versicherungsmathematischen Gutachtens. Als Rechnungszinssatz wurde 4 % angesetzt und für Lohn- und Gehaltssteigerungen 3,36 %. Sofern biometrische Einflussfaktoren zu berücksichtigen waren, wurden die "Richttafeln 2005 G" von Klaus Heubeck verwendet.

Die Rückstellung für Rabattverträge wurde aufgrund von Vereinbarungen mit Krankenkassen gebildet.

Aufgrund von Abfindungsvereinbarungen mit ausscheidenden Mitarbeitern wurde eine Rückstellung für Restrukturierung vorgenommen.

Die Rückstellungen für Urlaubs- und Gleitzeitansprüche bemessen sich nach den noch nicht in Anspruch genommenen Urlaubstagen und Gleitzeitstunden sowie dem durchschnittlichen Tagesverdienst der Mitarbeiter unter Berücksichtigung des Arbeitgeberanteils zur Sozialversicherung.

Die Ermittlung des Rückstellungsbetrages für Jubiläumsleistungen erfolgte auf Grundlage eines versicherungsmathematischen Gutachtens. Als Rechnungszinssatz wurde 5,08 %, als Anwartschaftstrend 3,36 % und als Fluktuation wurde 3,50 % angesetzt.

Verpflichtungen aus Langzeitkonten in Höhe von 1.110 Tausend Euro standen in gleicher Höhe zu verrechnendes Vermögen gegenüber. Die historischen Anschaffungskosten des Vermögens betrugen 1.120 Tausend Euro. In den sonstigen Zinsen und ähnlichen Erträgen wurden Erträge in Höhe von 12 Tausend Euro aus dem Deckungsvermögen und gegenläufig Zinsaufwand ebenfalls in Höhe von 12 Tausend Euro aus der Zuführung von Rückstellungen ausgewiesen.

[10] Verbindlichkeiten

Verbindlichkeiten werden mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt.

Sämtliche Verbindlichkeiten sind innerhalb eines Jahres fällig.

Verbindlichkeiten in fremden Währungen werden nach § 256a HGB bewertet.

Es existieren keine Verbindlichkeiten, die durch Pfandrechte oder ähnliche Rechte gesichert sind.

[11] Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen

Im Geschäftsjahr entstand eine Verlustausgleichsforderung (Vorjahr: Ergebnisabführung) gegenüber der Roche Deutschland Holding GmbH. Diese ist unter [5] Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände dargestellt.

in Tausend Euro 31.12.2012 31.12.2011 Veränderung
Verbindlichkeiten aus dem Ergebnisabführungsvertrag gegenüber Roche Deutschland Holding GmbH 0 46.103 -46.103 -100 %
Verbindlichkeiten gegenüber F. Hoffmann-La Roche AG Basel 20.664 38.673 -18.009 -47 %
Verbindlichkeiten gegenüber anderen Verbundenen Unternehmen 62 873 -811 -93 %
Summe Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 20.726 85.649 -64.923 -76 %

[12] Sonstige Verbindlichkeiten

in Tausend Euro 31.12.2012 31.12.2011 Veränderung
Verbindlichkeiten aus Steuern 11.823 17.676 -5.853 -33 %
andere sonstige Verbindlichkeiten 641 177 464 262 %
  12.464 17.853 -5.389 -30 %

[13] Umsatzerlöse

in Prozent 2012 2011 Veränderung
Inland (Arzneimittel) 93 93 0
Ausland (Dienstleistungen) (überwiegend Nicht-EU-Länder) 7 7 0

Verteilung der Umsatzerlöse nach Geschäftsbereichen:

in Prozent 2012 2011 Veränderung
Hämatologie / Onkologie 76 74 2
Anämie 2 4 -2
Virologie 4 4 0
Transplantation 4 3 1
Rheumatologie 8 8 0
Mature Products 4 4 0
Sonstige 2 3 -1

[14] Sonstige betriebliche Erträge

Hierbei handelt es sich hauptsächlich um Erlöse aus Personalrestaurant, Werksverkauf, Werkswohnungen und sonstigen Leistungen an Mitarbeiter. Daneben enthält diese Position eine Erstattung der Konzernmutter, F. Hoffmann-La Roche AG, Basel, in Höhe von 17.222 Tausend Euro, die den periodenfremden Erträgen zuzurechnen ist. Diese Erstattung betraf eine aufgrund von Feststellungen der Betriebsprüfung für die Jahre 2002 - 2006 vorzunehmende Korrektur.

[15] Materialaufwand

Beim Materialaufwand handelt es sich um von der F. Hoffmann-La Roche AG, Basel, bezogene Handelswaren, die entsprechend der Umsatzerlöse den Geschäftsbereichen zuzuordnen sind.

[16] Personalaufwand

in Tausend Euro 2012 2011 Veränderung
Löhne und Gehälter 111.056 98.577 12.479 13 %
Soziale Abgaben 12.660 11.991 670 6 %
Aufwendungen für Altersversorgung 6.468 7.866 -1.399 -18 %
  130.184 118.434 11.750 10 %

Im Jahresdurchschnitt wurden 1.129 Mitarbeiter und zum Jahresende 1.140 Mitarbeiter beschäftigt. Die durchschnittliche Mitarbeiteranzahl verteilt sich auf folgende Bereiche:

Anzahl Mitarbeiter 2012 2011 Veränderung
Marketing Außendienst 407 446 -39 -9 %
Marketing Innendienst 410 400 10 3 %
Business Services, IT und Administration 148 151 -3 -2 %
Klinische Forschung 91 73 18 25 %
Qualitätskontrolle 73 64 9 14 %
(ohne Auszubildende und Vorstand) 1.129 1.134 -5 0 %

[17] Sonstige betriebliche Aufwendungen

In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind Leasingaufwendungen i.S.v. § 285 Abs.3 HGB in Höhe von 4.718 Tausend Euro enthalten. Zur Verminderung der Kapitalbindung und des administrativen Aufwandes werden die Dienstfahrzeuge des Außen- und Innendienstes über ein Dienstleistungsunternehmen für Operating-Leasing finanziert und verwaltet. Ein Risiko aus diesen Leasingverträgen über die während der Mindestlaufzeit zu leistenden Zahlungen hinaus -enthalten in [23] Sonstige finanzielle Verpflichtungen -ergibt sich nicht.

Darin enthalten sind sonstige betriebliche Aufwendungen aus Währungsumrechnung in Höhe von 13 Tausend Euro.

[18] Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens

in Tausend Euro 2012 2011 Veränderung
Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 1.763 3.230 -1.467 -45 %
davon aus verbundenen Unternehmen 1.577 3.226 -1.649 -51 %

Die gegenüber dem Vorjahr verminderten Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens von verbundenen Unternehmen sind bedingt durch die zum 30.06.2012 erfolgte Rückführung des an die Roche Diagnostics GmbH, Mannheim, gewährten Darlehens in Höhe von 200 Millionen Euro. Der Zinssatz war an die Entwicklung des 6-Monats-Euro-LIBOR gekoppelt.

In den Erträgen aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens in Höhe von 1.763 Tausend Euro sind im Geschäftsjahr für den Vorsorgeplan 2007 Erträge aus dem CTA-Fondsvermögen in Höhe von 276 Tausend Euro sowie Zinsaufwendungen aus der Aufzinsung für die Pensionsverpflichtungen in Höhe von 91 Tausend Euro berücksichtigt, was einem Gesamtertrag aus dem Versorgungsplan 2007 in Höhe von 185 Tausend Euro entspricht. Erträge und Aufwendungen aus dem Deckungsvermögen werden mit dem Aufwand aus der Aufzinsung der entsprechenden Verpflichtung in Erträgen aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens saldiert.

[19] Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge

in Tausend Euro 2012 2011 Veränderung
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 330 408 -78 -19%

Der Posten beinhaltet periodenfremde Erträge für erstattete ausländische Umsatzsteuern aus Vorjahren in Höhe von 104 Tausend Euro.

Die Zinserträge aus Abzinsung von Rückstellungen betragen 171 Tausend Euro.

[20] Zinsen und ähnliche Aufwendungen

in Tausend Euro 2012 2011 Veränderung
Zinsen und ähnliche Aufwendungen 11.231 11.409 -178 -2 %
davon an verbundene Unternehmen 78 260 -182 -70 %

Die Zinsen und ähnlichen Aufwendungen enthalten Zinsaufwendungen für Pensionsrückstellungen und Rückstellungen für Altersteilzeitverpflichtungen in Höhe von 11.116 Tausend Euro.

[21] Außerordentliches Ergebnis

Das außerordentliche Ergebnis ist im Wesentlichen durch Aufwendungen im Bereich der Umweltmaßnahmen beeinflusst, die auf Grund einer öffentlich-rechtlichen Verpflichtung in den kommenden Jahren voraussichtlich anfallen werden. Bei der Schätzung wurde von Gesamtkosten in Höhe von 125 Millionen Euro ausgegangen, die dann über die erwartete Laufzeit abgezinst wurden. Desweiteren sind Aufwendungen aus der Umstellung der Rechnungslegung auf das Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz (BilMoG) aus dem Jahr 2010 im außerordentlichen Ergebnis ausgewiesen.

in Tausend Euro 2012
Aufwand für Umweltschutzmaßnahmen 118.863
Umstellung der Pensionsrückstellungen auf BilMoG. Dies entspricht 1/15 des Gesamtumstellungsbetrages. 3.865
Außerordentlicher Aufwand 122.728

[22] Sonstige Angaben

Die Aufsichtsratsmitglieder erhielten gemäß § 285 Nr. 9 a) HGB im Geschäftsjahr Bezüge in Höhe von 43 Tausend Euro. Durch Anwendung der Schutzklausel gemäß § 286 Abs. 4 HGB wird auf die Angabe der Bezüge des einzelnen Vorstandsmitglieds verzichtet. Die Bezüge der früheren Vorstandsmitglieder einschließlich deren Hinterbliebenen betragen gemäß § 285 Nr. 9 b) HGB im Geschäftsjahr 280 Tausend Euro.

Die Gesellschaft ist aufgrund ihres Ergebnisabführungsvertrages eine Organgesellschaft im Sinne des § 14 Abs. 1 S. 1 i.V.m. § 17 Abs. 1 S. 1 KStG. In der Folge ist das steuerliche Einkommen nicht der Organgesellschaft, sondern dem Organträger zuzurechnen. Künftige Steuerbe- oder -entlastungen aus temporären oder quasi-permanenten Differenzen zwischen den handelsrechtlichen Buchwerten und den korrespondierenden steuerlichen Wertansätzen sind daher im Jahresabschluss des Organträgers, nicht aber bei der Organgesellschaft zu berücksichtigen. Daher erfolgt kein Ansatz latenter Steuern.

Das Gesamthonorar des Abschlussprüfers gemäß § 285 Nr. 17 HGB ist in den Angaben im Konzernabschluss der Roche Holding AG, Basel/Schweiz enthalten.

Es existieren keine Haftungsverhältnisse gem. § 251 HGB.

[23] Sonstige finanzielle Verpflichtungen

in Tausend Euro 2012 2011 Veränderung
Bestellobligo 461 938 -477 -51%
Miet- und Leasingverpflichtungen 8.079 9.055 -976 -11%

[24] Unternehmensvertrag

Mit der Roche Deutschland Holding GmbH, Grenzach-Wyhlen, als Organträgerin besteht mit Wirkung ab 1. Januar 1999 ein Organschaftsvertrag.

[26] Organe

Vorstand:

Dr. Hagen Pfundner Lörrach Vorstand

Aufsichtsrat:

Dr. Severin Schwan Riehen/Schweiz Vorsitzender des Aufsichtsrates Vorsitzender der Konzernleitung, Roche Holding AG, Basel Aktionärsvertreter
Gerhard Schäferkord Sinzheim stellv. Vorsitzender des Aufsichtsrates Rechtsanwalt Aktionärsvertreter
Dr. José Gabriel Ledezma-Sanchez Wilhelmsfeld Vorsitzender des Betriebsrates der Roche Pharma AG Arbeitnehmervertreter

 

Grenzach-Wyhlen, 18. März 2013

Roche Pharma AG

Dr. Hagen Pfundner, Vorstand

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2012

1. Geschäft und Rahmenbedingungen

Die Roche Pharma AG, Grenzach-Wyhlen, (kurz "Roche Pharma Grenzach") ist im Konzernverbund der Roche Holding AG, Basel/Schweiz, (kurz "Roche-Gruppe" bzw. "Roche") für Marketing und Vertrieb der Roche Pharmazeutika in Deutschland zuständig.

Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind zusehends anspruchsvoller und schwieriger für innovative pharmazeutische Unternehmen. Die Gesundheitsreform mit Zwangsrabatten auf alle patentgeschützten Medikamente in Höhe von 16% und dem Preismoratorium auf dem Niveau von August 2009 hat unseren Umsatz in 2012 mit rund 200 Mio. Euro belastet. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies einer Zunahme von 11,2 Mio. Euro (+5,8%).

Im Februar 2012 haben wir mit der Einführung von Zelboraf® erstmals den Prozess der frühen Nutzenbewertung und Nutzenklassifizierung, welcher im Rahmen des Arzneimittelmarktneuordnungsgesetzes (AMNOG) in Kraft getreten ist, durchlaufen. Im Herbst 2012 haben wir die Preisverhandlungen aufgenommen und werden diese voraussichtlich im ersten Halbjahr 2013 zum Abschluss bringen.

Das Umsatzwachstum von 5,5 % gegenüber dem Vorjahr resultiert aus den nachfolgend beschriebenen Effekten.

Die Inverkehrbringung von Zelboraf® im Februar 2012 stellt für die Patienten mit malignem Melanom seit erstmals 30 Jahren eine neue Behandlungsoption dar.

Die erweiterte Zulassung von Avastin® beim Ovarialkarzinom sowie die gestiegene Nachfrage von Avastin® in den bereits zugelassenen Anwendungsgebieten haben Avastin® in 2012 zu einem dynamischen Wachstum verholfen.

Mit einem Marktanteil von rund 80% ist es gelungen den Umsatz von Pegasys® dank der neuen ermöglichten Kombinationstherapie zu steigern.

Positiven Daten einer "Head to Head Studie" gegen das marktführende Konkurrenzprodukt haben Roactemra® zusätzlichen Auftrieb verliehen.

Gegenläufige Effekte ergaben sich aufgrund von Problemen in der Produktion von Mircera®. Im Jahr 2012 war Roche nicht jederzeit in der Lage die Nachfrage nach Mircera zu bedienen. In diesem hochkompetitiven Markt führte dies zu einem Umsatzverlust im Vergleich zum Vorjahr.

Des Weiteren führte der Eintritt von Generika bei Bondronat® und Bonviva® zu Umsatzrückgängen.

Aufgrund der nach wie vor hohen Bestände an Tamiflu® beim Großhandel und den Apotheken hat die Roche Pharma AG eine Wertberichtigung ihrer Vorratsbestände für Tamiflu® in Höhe von 1,8 Mio. Euro vorgenommen.

Das Entwicklungsprogramm von Dalcetrapib® wurde im Frühjahr 2012 kurz vor Markteintritt eingestellt. Diese Entscheidung führte zu einem Personalumbau im Außen- und Innendienst, um die internen Ressourcen auf die geänderten Prioritäten zu fokussieren. Der damit verbundene Personalabbau konnte sozialverträglich gestaltet werden. Die im Rahmen dieses Umbaus in 2012 angefallenen Kosten betragen 5,6 Mio. Euro.

Die Parallelimporte nach Deutschland für Produkte der Roche Pharma AG haben 2012 einen Umsatzanteil von 11,0% erreicht. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Parallelimporte um 20,4 Mio. Euro gestiegen. Mit einem Wachstum von 14,6% gegenüber Vorjahr sind die Parallelimporte überproportional gewachsen und tragen zur Erlösminderung der Roche Pharma AG bei.

2. Umsatzlage

Die Roche Pharma AG erzielte 2012 einen Gesamtumsatz von 1.459,8 Mio. Euro, was einer Umsatzsteigerung von 5,5 % bzw. 76,0 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahr entspricht. Auf das rezeptpflichtige Drittkundengeschäft entfielen dabei 1.358,5 Mio. Euro.

3. Ertragslage

Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit stieg gegenüber dem Vorjahr um 15.7 Mio. Euro bzw. 31,4 % von 50,1 Mio. Euro auf 65,8 Mio. Euro. Die Umsatzrendite (Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit / Umsatzerlöse) erhöhte sich dementsprechend von 3,6 % auf 4,5 % und die Eigenkapitalrentabilität (Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit / Eigenkapital zum Stichtag) von 66,9 % auf 88,0 %.

Den um 76,0 Mio. Euro bzw. 5,5 % gestiegenen Umsatzerlösen stehen um 69.7 Mio. Euro bzw. 6,6 % höhere Materialaufwendungen gegenüber. Dadurch hat sich die Materialaufwandsquote (Materialaufwand / Umsatzerlöse) von 76,2 % im Vorjahr auf 77,0 % in 2012 erhöht.

Der Anstieg der sonstigen betrieblichen Erträge um 15,3 Mio. Euro resultiert im Wesentlichen aus einer, von der F. Hoffmann-La Roche AG, Basel, erhaltenen Erstattung in Höhe von 17,7 Mio. Euro. Diese Erstattung betraf eine im Rahmen der Betriebsprüfung für die Jahre 2002 - 2006 vorgenommene Korrektur.

Der Personalaufwand ist im Jahr 2012 um 11,7 Mio. Euro gestiegen. Zum Anstieg des Aufwands führte im Wesentlichen die Erhöhung der Rückstellungen für Gratifikationen. Diese wurden für leistungsbezogene Prämien des abgeschlossenen Geschäftsjahres an Mitarbeiter und Geschäftsführung gebildet.

Die um 8,0 Mio. Euro geringer ausgefallenen sonstigen betrieblichen Aufwendungen resultieren im Wesentlichen aus der Reduzierung der Ausgaben für sonstige Marketingkosten und Werbeartikel um 5,5 Mio. Euro sowie den verminderten Ausgaben für klinische Forschung in Höhe von 4,1 Mio. Euro.

Das außerordentliche Ergebnis ergibt sich im Geschäftsjahr aus der in 2010 erfolgten Umstellung auf die Bewertungsregelungen aus dem Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz. Im laufenden Geschäftsjahr wurde das außerordentliche Ergebnis im Wesentlichen durch Aufwendungen im Bereich der Umweltmaßnahmen beeinflusst, die auf Grund einer öffentlich-rechtlichen Verpflichtung in den kommenden Jahren voraussichtlich anfallen werden. Bei der Schätzung wurde von Gesamtkosten in Höhe von 125 Mio. Euro ausgegangen, die dann über die erwartete Laufzeit abgezinst wurden. Unter Berücksichtigung der vorstehend genannten ergebnisbeeinflussenden Faktoren ergibt sich im Jahr 2012 ein Verlust in Höhe von 57,1 Mio. Euro. Aufgrund des Ergebnisabführungsvertrags mit der Roche Deutschland Holding GmbH, Grenzach-Wyhlen, wird dieser Verlust von der Organmutter ausgeglichen.

4. Personal

Die Anzahl der Beschäftigten sank innerhalb des Jahres um 2 Personen auf 1.140 Mitarbeiter zum Jahresende 2012. Hiervon entfallen auf die Bereiche Marketing und Vertrieb 650 Personen, Administration (Finanzen, Informatik, Personal, Recht, Facility Management) 147 Personen, Medical Affairs M&I 162 Personen, Klinische Forschung 107 Personen und Qualitätskontrolle 74 Personen.

Im Berichtsjahr wurden 284 Stellen durch interne Rotation und externe Mitarbeiter neu besetzt. Knapp zwei Drittel dieser Stellen wurden durch Frauen besetzt, was die hohe Bedeutung von Diversity im Unternehmen widerspiegelt.

In der oben genannten Mitarbeiterzahl zum Jahresende sind 46 Auszubildende nicht eingerechnet. Diese Anzahl wird auch im Jahr 2012 mit 8 geplanten Neueinstellungen aufrechterhalten, da die Gesellschaft Investitionen in die Ausbildung von Mitarbeitern als große Chance sieht, um den Herausforderungen der Zukunft gerecht zu werden.

Die Personalfluktuation ohne Einbezug von Pensionierungen und Ausbildungsverhältnissen verminderte sich wesentlich von 5,9% auf 2,3% und die durchschnittliche Betriebszugehörigkeit lag Ende 2012 bei rund 11 Jahren (2011 bei rund 12 Jahren).

Auch neue Wege der Personalrekrutierungen wurden 2012 eingeschlagen, so dass die Roche Pharma AG als attraktiver Arbeitgeber in Karrierevideos sowie Social Media positioniert werden konnte. Dies hatte zur Folge, dass die Zugriffszahlen auf die Startseite der Karriereseite Roche in Deutschland um 25% gesteigert werden konnten. Für 2013 wird der Anforderung des Marktes Rechnung getragen, die Mobilfähigkeit unserer Karrierewebsite und des Online-Recruiting-System für Bewerber sicherzustellen.

Die Roche Pharma AG wurde 2012 zweifach als attraktiver Arbeitgeber ausgezeichnet. Im April mit dem Siegel "Top Arbeitgeber" durch das CRF Institut und im September 2012 mit dem Qualitätssiegel "Total E-Quality" der TOTAL E-QUALITY Deutschland e.V. Mit diesem werden die gleichen Chancen für Männer und Frauen im Unternehmen und die Vereinbarkeit von Familie & Beruf für einen Gültigkeitszeitraum von drei Jahren gewürdigt.

Dieses zukunftsweisende Engagement zum Thema Vereinbarkeit von Familie & Beruf zeigt sich durch den Neubau und die Eröffnung der firmeneigenen Kindertagesstätte "IdeenReich", die in Kooperation mit der Dieter Kaltenbach-Stiftung betrieben wird.

5. Investitionen

Für das Geschäftsjahr 2012 betrug das Investitionsvolumen der Roche Pharma AG beim immateriellen Anlagevermögen und bei den Sachanlagen insgesamt rund 4,3 Mio. Euro.

Hiervon entfallen 1,1 Mio. Euro auf die im März 2012 fertiggestellte Generalsanierung eines Bürogebäudes.

Im Oktober 2011 erfolgte die Grundsteinlegung für die neue Kindertagesstätte zur Betreuung von Kindern der Roche-Mitarbeiter. Die Baumaßnahme in Höhe von 2,6 Mio. Euro stellt 27 Betreuungsplätze für Kinder bereit und ermöglicht damit den Mitarbeitern eine größtmögliche Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Der Bezug der Kindertagesstätte erfolgte im November 2012. Es fielen in dem Geschäftsjahr 2012 1,9 Mio. Euro des Investitionsvolumens für diese Maßnahme an.

Die geringwertigen Wirtschaftsgüter bis 1.000 Euro belaufen sich auf 0,9 Mio. Euro.

6. Finanz- und Vermögenslage

Der Finanzmittelfonds weist zum Ende des Geschäftsjahres einen positiven Saldo in Höhe von 202,0 Mio. Euro aus. Er setzt sich zusammen aus dem Guthaben auf dem lfd. Bankkonto in Höhe von 12 Tausend Euro und aus den Forderungen in Höhe von 202.0 Mio. Euro gegen die Roche Deutschland Holding GmbH aus einer Cash-Pooling-Vereinbarung.

Der Cash-Flow aus laufender Geschäftstätigkeit weist in 2012 einen Zufluss in Höhe von 50,0 Mio. Euro (im Vorjahr 88,7 Mio. Euro) aus. Die hauptsächlichen Gründe hierfür sind:

der erwirtschaftete Periodenverlust vor den Erträgen aus Verlustübernahme in Höhe von -57,1 Mio. Euro

vorgenommene Abschreibungen auf das Anlagevermögen in Höhe von 3,1 Mio. Euro

die Abnahme der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen Dritte um 3,8 Mio. Euro

die Erhöhung des Handelswarenbestands um 25,5 Mio. Euro

die Erhöhung der Rückstellungen um 153,2 Mio. Euro

die Abnahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gegen Dritte in Höhe von 3,3 Mio. Euro und die Reduzierung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gegen Verbundene in Höhe von 18,8 Mio. Euro sowie der Rückgang der sonstigen Verbindlichkeiten in Höhe von 5,4 Mio. Euro

Zusammen mit den im Geschäftsjahr in das Anlagevermögen getätigten Investitionen in Höhe von 3,5 Mio. Euro, der Rückzahlung des Darlehens von der Roche Diagnostics GmbH, Mannheim, in Höhe von 200,0 Mio Euro und der Gewinnabführung 2011 an die Roche Deutschland Holding GmbH, in Höhe von 46,1 Mio. Euro ist der ursprüngliche Finanzmittelfonds in 2011 um insgesamt 200,5 Mio. Euro auf einen positiven Finanzmittelfonds in Höhe von 202,0 Mio. Euro im Jahr 2012 angestiegen.

Die Bilanzsumme stieg 2012 gegenüber dem Vorjahr um 79,6 Mio. Euro auf 551.1 Mio. Euro, hauptsächlich bedingt durch den Anstieg der Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände von insgesamt 252,9 Mio. Euro und die Zunahme der Vorräte um 25,5 Mio. Euro. Gegenläufig wirkte sich die Verminderung der Finanzanlagen um 200,0 Mio. Euro aus.

Auf der Passivseite leitet sich die Erhöhung der Bilanzsumme in 2012 im Wesentlichen aus der Zunahme der Rückstellungen um 153,2 Mio. Euro ab. Dem steht der Rückgang der Verbindlichkeiten um 73,6 Mio. Euro gegenüber. Hierbei gingen insbesondere die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen um 64,9 Mio. Euro zurück.

Das Anlagevermögen in Höhe von 38,7 Mio. Euro zum Ende des Geschäftsjahres ist durch das Eigenkapital und die Rückstellungen für Pensionen von zusammen 249,2 Mio. Euro gedeckt, während das Umlaufvermögen inkl. Rechnungsabgrenzungsposten in Höhe von 510,3 Mio. Euro über die sonstigen Rückstellungen und die Verbindlichkeiten von zusammen 301,9 Mio. Euro finanziert ist.

Aufgrund des derzeit schwierigen Umfelds, in welchem Roche als innovativer forschender Pharmahersteller, insbesondere von der Härte der Maßnahmen der Gesundheitsreform mit einem Preismoratorium und einem stark erhöhten Herstellerrabatt von insgesamt ca. 19 Prozent belastet wurde, ist nach Einschätzung der Geschäftsführung die wirtschaftliche Lage des Unternehmens schwieriger geworden, jedoch nach wie vor als finanziell stabil zu bezeichnen. Das Finanzmanagement der Roche Pharma Grenzach ist entsprechend darauf ausgerichtet, dass die finanzielle Stabilität auch zukünftig gewährleistet wird.

Die Geschäftsführung beurteilt das erzielte Ergebnis (vor den außerordentlichen Aufwendungen) in Höhe von 65,8 Mio. Euro sowie die Vermögens-, Ertrags- und Finanzlage als erfreulich stabil.

7. Chancen und Risiken

Wir machen uns Sorgen bezüglich der Akzeptanz von medizinischen Innovationen in Deutschland und der damit verbundenen internationalen Konkurrenzfähigkeit der industriellen Gesundheitswirtschaft, die aufgrund unserer Investitionen auch kraftvoller Motor unserer Volkswirtschaft ist. Dieser Aspekt kommt in der politischen Diskussion um Kosten im Gesundheitswesen häufig zu kurz.

Auch wir haben ein starkes Interesse an einer nachhaltigen Finanzierbarkeit der sozialen Sicherungssysteme. Der Erhalt der Innovations- und Wirtschaftskraft der in Deutschland ansässigen Gesundheitsindustrie ist hierfür eine tragende Säule.

Nur so können wir einen nachhaltigen Beitrag zur Versorgung mit innovativen Medikamenten leisten, die für Patienten und damit letztendlich für das Gesundheitssystem insgesamt einen großen Nutzen bringen.

Das innovative Produktportfolio von Roche ist durch den gesetzlichen Zwangsrabatt mit rund 200 Millionen Euro pro Jahr disproportional belastet. Die für eine befürchtete Krisensituation ordnungspolitisch umstrittenen, auf jeden Fall aber drastischen Regulierungsinstrumente sollten laut Gesetz (§130a Abs. 4 SGB V) und EU Transparenzrichtlinie (89/105/EWG) regelmäßig auf ihre Notwendigkeit überprüft und bei entsprechender Voraussetzung abgebaut werden. Angesichts eines Überschusses von annähernd 30 Milliarden Euro in Gesundheitsfonds und Krankenkassen und der sich seit 2010 positiv entwickelnden Wirtschaftslage haben wir erwartet, dass der Zwangsrabatt abgeschafft oder zumindest reduziert wird. Die angeführten Begründungen des Bundesgesundheitsministeriums sind für uns weder nachvollziehbar noch gesetzeskonform begründet.

Roche ist aber gut vorbereitet und hat dank Produkten mit klarem Mehrwert für Patienten und Ärzte, der internen Innovationskraft bei Pharma sowie der Fokussierung auf personalisierte Medizin die besten Grundlagen für die Zukunft. Unterstützend sind hier zwei Elemente: die Zusammenarbeit mit Dritten im weltweiten Netzwerk mit über 150 Allianzen sowie gezielte Akquisition von Technologie, Wirkstoffen und Knowhow.

- Roche Kernkompetenz Personalisierte Medizin 2012

Neue Technologien ermöglichen es uns, die zunehmende Nachfrage nach hochwirksamen Produkten zu bedienen. Dank der führenden Stellung in der personalisierten Medizin ist Roche einzigartig positioniert, Therapien zu entwickeln, welche die heutigen Behandlungsstandards erhöhen und das Leben von Patienten verbessern. Sie ist Kernelement der Geschäftsstrategie von Roche.

Die personalisierte Medizin geht von der Beobachtung aus, dass Patienten mit identischer Diagnose auf die Behandlung mit dem gleichen Medikament unterschiedlich ansprechen können. Heute können Forscher die Ursachen von Krankheiten dank neuer Erkenntnisse aus der Molekulardiagnostik viel besser verstehen. Sie ermöglichen ihnen, Untergruppen von Patienten zu identifizieren, bei denen unterschiedliche Ursachen zu einem traditionell als «gleich» betrachteten Krankheitsbild führen. Basierend auf diesen genetischen Unterschieden kann die passende Therapie für die richtige Patientengruppe ermittelt werden.

Die Therapie von stratifizierten Patientenuntergruppen ist bedeutend für eine gezieltere und damit effizientere Therapie. Insgesamt sind wir in der Lage die Heterogenität von Krankheiten besser zu verstehen, Unterschiede zwischen Patientengruppen zu identifizieren und somit bessere Angriffspunkte für Medikamente zu finden. Bei Roche kombinieren wir die im Unternehmen vorhandenen Forschungskapazitäten und unser Know-how auch mit den neuesten extern erzielten wissenschaftlichen Fortschritten, um potenzielle Medikamentenkandidaten und Biomarker zu identifizieren.

Unsere beiden Divisionen Pharma und Diagnostika können ihre jeweilige Expertise von der Forschung über die Entwicklung bis hin zur Vermarktung eines neuen Wirkstoffs oder diagnostischen Tests austauschen und so zum Vorteil für den Patienten nutzen. Diese divisionsübergreifende, enge Zusammenarbeit unserer Wissenschaftler in Forschung und Entwicklung ist einzigartig und unterscheidet den Roche-Konzern von anderen Unternehmen. Bei der personalisierten Medizin kooperiert Roche künftig noch enger mit dem Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT), dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) und dem Universitätsklinikum Heidelberg.

- Lieferbereitschaft

Dass unsere Produkte pünktlich, mengengerecht und in der erforderlichen Qualität an unsere Kunden und Patienten ausgeliefert werden, ist unser Anspruch. Damit trotz geringer Kapitalbindungskosten die Lieferfähigkeit sichergestellt ist, arbeiten wir konzernweit mit einem in SAP integriertem Supply Chain Management. Ausgehend vom Bedarf der Märkte über die Produktionsplanung und der Anlieferung in den Lägern der Länderfilialen sind wir in der Lage unsere Prozesse bedarfsgerecht und lageroptimiert zu gestalten. Das Monitoring der Supply Chain erfolgt über definierte Key Performance Indicators, die im Falle von Lieferproblemen darüber Auskunft geben, in welchem Prozessschritt innerhalb der Supply Chain Probleme aufgetreten sind. Diese Transparenz wird dazu genutzt, um zielgerichtete Maßnahmen zur Verbesserung des Supply Chain Prozesses einzuleiten.

- Gesundheitssektor im Wandel - Roche-Strategie

Die Roche-Gruppe verfolgt seit einem Jahrzehnt eine klare Strategie der Innovation in Diagnose und Therapie. Wissenschaftliche Spitzenleistungen durch Entdeckung und Innovation sind unsere Antwort auf die medizinischen Herausforderungen unserer Zeit. Als das weltweit größte Biotechnologie-Unternehmen, verfügen wir über ein Produktportfolio differenzierter Arzneimittel sowie eine robuste Pipeline vielversprechender Prüfpräparate. Im Jahr 2012 trugen unsere Produktions- und Liefernetzwerke dazu bei, dass Roche ihre Marktführerschaft in der Onkologie und In-vitro-Diagnostik festigen konnte. In der Division Pharma unterstützten wir ein breites Produktportfolio, darunter die Einführung wichtiger neuer Krebsmedikamente, und bauten unsere Biotech-Fähigkeiten und -Technologien aus.

Das schnell wachsende Verständnis der Biologie und der Ursachen von Krankheiten ist für die Änderung der medizinischen Praxis besonders vielversprechend. Das gewonnene Wissen verbessert die Identifizierung biologischer Ziele für die erfolgreiche Bekämpfung vieler Krankheiten enorm. Gleichzeitig nimmt jedoch auch die Komplexität der Forschung signifikant zu. Dies führt zu langwierigen und kostspieligen Forschungs- und Entwicklungszyklen für neue Produkte. Wir kombinieren die starken Forschungskapazitäten bei Roche mit den jüngsten wissenschaftlichen Fortschritten in anderen Biotechnologie-Unternehmen durch rund 150 Partnerschaften. Wir fördern Innovation auch, indem wir mit akademischen Einrichtungen und Universitäten weltweit zusammenarbeiten.

- Risiko- und Krisenmanagement

Unsere Politik im Bereich Risikomanagement setzt den Rahmen für das Erkennen, das Beherrschen und die Berichterstattung interner und externer Risiken bei der Roche Pharma AG. Wir nutzen auch Erkenntnisse aus dem Dialog mit unseren Anspruchsgruppen, um soziale, ökologische und ökonomische Risiken besser zu beherrschen.

Roche hat konzernweit ein System zur Erkennung und Beherrschung aller möglichen Geschäftsrisiken etabliert. Die Roche-Risikomanagement-Charta bestimmt den Rahmen und die Verantwortlichkeiten für das Risikomanagement der Roche-Gruppe. Die Divisionen Pharma und Diagnostics und die globalen Funktionen nehmen mindestens einmal im Jahr eine formale Risikobewertung vor und müssen geeignete Risikomanagement-Pläne für ihre größten Risiken erarbeiten. Diese Risikomanagement-Pläne werden laufend überwacht und Abweichungen werden in regelmäßigen Leistungsgesprächen überprüft. Hierbei werden die Risiken der Roche Pharma AG berücksichtigt und im Risikomanagement abgebildet. Der konsolidierte Risikobericht der Roche-Gruppe inklusive Zielrisikoprofil wird von der Konzernleitung diskutiert und zusammen mit dem Geschäftsplan der Gruppe verabschiedet. Dieser wird auch dem Prüfungsausschuss des Verwaltungsrates präsentiert. Der Risikomanagement-Prozess beinhaltet eine regelmäßige Überprüfung mit Berichterstattung der Resultate an den Prüfungsausschuss des Verwaltungsrates und an den Gesamtverwaltungsrat.

Wir setzen konsistente Methoden und Prozesse ein, um routinemäßig auf allen Ebenen unseres Unternehmens Risikobewertungen vorzunehmen. Ein Risikobericht für den Konzern beleuchtet alle materiellen Risiken und wird jährlich mit der Konzernleitung und dem Prüfungsausschuss des Verwaltungsrates erörtert. Wir aktualisieren unsere Risikomanagementprozesse regelmäßig, um zur Sensibilisierung und Stärkung des Verständnisses für das Thema im gesamten Konzern beizutragen.

In der gesamten Roche-Gruppe wurden Ereignisstäbe gebildet, damit wir bei Bedarf schnell reagieren können. Diese Teams gehen regelmäßig die Abläufe für verschiedene Krisenszenarien, Alarm- und Eskalationsprozeduren durch. Weiter stärken wir das Kontinuitätsmanagement der Geschäftsprozesse, um sicherzustellen, dass alle Standorte allfällige Katastrophenereignisse wirksam bewältigen können.

Die von Roche eingerichtete Business Continuity Management Task Force hat eine Politik und Leitlinien für den Katastrophenfall erstellt, darunter auch Vorlagen, die eine konsistente und abgestimmte lokale Umsetzung erleichtern. Mit der konzernweiten Einführung des neuen Systems zur Gewährleistung der Kontinuität der Geschäftsprozesse wird die operative Tätigkeit von Roche belastbarer und in die Lage versetzt, größere Störungen abzufangen.

Bei "ICFR - Internal Controls over Financial Reporting" handelt es sich um ein Bündel von Maßnahmen, die permanent sicherstellen, dass mittels interner Dokumentationen und Kontrollen das nach festgelegten Geschäftsprozessen und Grundsätzen aufgebaute Berichtswesen stets korrekt und fehlerfrei ausgeführt wird. Die hieraus gewonnenen Erkenntnisse und die gemeldeten Daten tragen zur Risikoerkennung und Risikoreduzierung bei. Mit der weiter verfeinerten externen Überprüfung ("Audit") aller finanziell kritischen und relevanten Geschäftsprozesse durch Group Audit and Risk Advisory und die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Mannheim, wird sichergestellt, dass die entsprechenden Berechtigungen, die laufend angepassten Dokumentationen und die notwendigen Kontrollen bei den täglich anfallenden Geschäftsvorfällen den ICFR Anforderungen gerecht werden. Im Geschäftsjahr wurde das so genannte ICFR Selftesting durchgeführt, welches durch lokale Mitarbeiter ausgeführt wurde. Die lokalen Mitarbeiter absolvieren eine entsprechende konzerninterne Ausbildung. Die hohe Qualität des durchgeführten ICFR Selftesting wurde durch die Verantwortlichen der Konzernfunktion Group Audit and Risk Advisory bestätigt.

- Forschung und Entwicklung

Der Roche Konzern hat eine starke Basis in Forschung und Entwicklung. Wir verfügen über drei autonome Forschungseinheiten und unterhalten weltweit 150 Partnerschaften mit Unternehmen, um die Vielfalt in der Forschung zu fördern und wissenschaftliche Erkenntnisse zügig in die medizinische Praxis zu überführen. Roche hat ein Kooperationsabkommen mit dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ), dem Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) und dem Universitätsklinikum, Heidelberg, unterzeichnet. Ziel ist eine stärkere Verzahnung von Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten auf dem Gebiet der Onkologie, um langfristig Innovationen aus der Pharma- und Diagnostikforschung schneller für den Patienten nutzbar zu machen

Die globale Division Pharma strebt danach, Arzneimittel, die gezielt wirken, zu entdecken, zu entwickeln und auf den Markt zu bringen, welche die ersten und besten Vertreter ihrer Wirkstoffklasse sind und Patienten einen besonderen Nutzen bieten. Indem wir wissenschaftliche Spitzenleistung in den Vordergrund stellen und die hohen Investitionen in Forschung und Entwicklung beibehalten, wird die Division auch künftig differenzierte Medikamente entwickeln können, für die ein hoher medizinischer Bedarf besteht. Wir werden unsere Arzneimittelforschung weiterhin auf Bereiche konzentrieren, in denen wir unserer Einschätzung nach mit unserem Know-how viel bewirken können: Onkologie, Virologie, Entzündungs-, Autoimmun-, Herz-Kreislaufund Stoffwechselkrankheiten sowie Erkrankungen des Zentralnervensystems.

Die stete Produktivitätssteigerung der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten genießt bei Roche eine hohe Priorität. Wir wollen diesen Bereich immer effizienter machen, um neue Medikamente auf nachhaltige Weise entwickeln und schneller auf den Markt bringen zu können.

Bei der Entwicklung neuer diagnostischer Tests und Medikamente besteht die größte Herausforderung darin, die komplexe Biologie der verschiedenen Krankheiten und Signalwege zu beherrschen. Deshalb ermutigen wir unsere Mitarbeitenden nicht nur, in der Arzneimittelforschung und der frühen Entwicklung verschiedene Perspektiven und Ansätze zu prüfen, sondern strukturieren unser Geschäft auch so, dass Kreativität und Exzellenz in der Wissenschaft gefördert werden. Innerhalb unseres Unternehmens arbeiten die beiden komplementären Bereiche Forschung und Frühe Entwicklung von Roche Pharma (pRED) und Genentech (gRED) ebenso wie die Forschung und Entwicklung von Roche Diagnostics und von Chugai unabhängig voneinander. Wir sind der Auffassung, dass dieser dezentralisierte Ansatz die kritische Masse der Roche-Gruppe mit der Flexibilität, der Kreativität und dem Unternehmergeist verbindet, der kleinere Unternehmen auszeichnet.

Die globale Pipeline entwickelte sich bei Roche im Berichtsjahr weiterhin gut, und 11 unserer 14 klinischen Studien in späten Entwicklungsphasen führten zu positiven Ergebnissen. Derzeit befinden sich 72 neue pharmazeutische Wirkstoffe in der klinischen Entwicklung. Wir sind überzeugt, dass einige davon in den nächsten Jahren zu erfolgreichen Medikamenten avancieren werden.

Ein Höhepunkt des Jahres 2012 im Roche Konzern war die Tatsache, dass wir die Behandlungsmöglichkeiten für Patientinnen mit HER2-positivem Brustkrebs, einer besonders aggressiven Krebsform, weiter verbessern konnten. Jedes Jahr werden rund 1,4 Millionen neue Fälle auf der Welt von Brustkrebs diagnostiziert und über 450 000 Frauen sterben an dieser Krankheit. HER2-positiver Brustkrebs betrifft rund 20% aller Brustkrebs-Patientinnen. Diese Behandlungsmöglichkeiten werden in Deutschland im Jahr 2013 eingeführt.

Auf der Grundlage des großen Markterfolgs von Herceptin seit über 14 Jahren haben wir 2012 das neue Medikament Perjeta in den Vereinigten Staaten eingeführt und auch für Europa bereits eine Zulassungsempfehlung vom EU-Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) erhalten. Ferner wurden sowohl in den Vereinigten Staaten als auch in Europa Zulassungsanträge für das neue Medikament Kadcyla® gestellt. Beide Präparate können laut Studiendaten aus der späten klinischen Entwicklung die Lebensbedingungen vieler Frauen, die mit HER2-positivem Brustkrebs diagnostiziert werden, deutlich verbessern.

Die Phase-III-Studie CLEOPATRA belegte eine signifikante Lebensverlängerung bei HER2-positivem metastasierendem Brustkrebs, wenn die Patientinnen mit Perjeta, Herceptin und Chemotherapie anstatt nur mit Herceptin und Chemotherapie behandelt wurden. Zugleich reduzierte sich das Sterberisiko der Patientinnen um ein Drittel.

Die Spätphase-Studie EMILIA zeigte ferner, dass Patientinnen mit vorbehandeltem HER2-positivem metastasierendem Brustkrebs im Durchschnitt 5,8 Monate länger überlebten, wenn sie mit Kadcyla® anstatt mit Lapatinib und Xeloda behandelt wurden. Das Sterberisiko dieser Patientinnen verringerte sich um ein Drittel.

Aktuell werden Vergleichsstudien zu Perjeta und Kadcyla® bei Frauen mit HER2-positivem Brustkrebs in frühen Stadien durchgeführt. Ferner erproben wir auch eine kombinierte Behandlung mit Perjeta und Kadcyla®.

Herceptin, Perjeta und Kadcyla® wirken gezielt auf den HER2-Rezeptor. Bei HER2-positivem Brustkrebs befinden sich übermäßig hohe Mengen des Proteins HER2 auf der Oberfläche der Tumorzellen. Die Wirkmechanismen von Perjeta und Herceptin ergänzen sich, da beide Medikamente an den HER2-Rezeptor binden, jedoch an verschiedenen Regionen des Rezeptors ansetzen. Als eines der ersten Antikörper-Wirkstoff-Konjugate (AWK) ist Kadcyla® ein besonders interessantes Prüfmedikament, da diese neue Behandlungsoption die Krebsbehandlung einen großen Schritt vorwärts bringen könnte.

- Wettbewerbsfähige Produkte - wissenschaftliche Spitzenleistungen

Für die Konkurrenzfähigkeit der Roche Pharma AG ist Voraussetzung, dass die Roche-Medikamente in höchster Qualität angeboten werden, Patienten einen klar nachweisbaren Nutzen bringen und für das Gesundheitswesen wirtschaftlich sind.

Die Roche Pharma AG bleibt im Krankenhaus wie in der Onkologie Nummer eins. Wir verfügen in der Division Pharma über ein exzellentes Produktportfolio. Mit der Verknüpfung von Pharma und Diagnostics und der ausgewiesenen Expertise in der Molekularbiologie ist der Roche-Konzern wie kein anderes Unternehmen in der Lage, das Konzept der personalisierten Medizin in die Realität umzusetzen und behält in diesem Bereich die führende Position auf dem Markt.

Im Jahr 2012 erhielt die Roche Pharma AG anlässlich des deutschen Apothekertages den Innovationspreis der Pharmazeutischen Zeitung für Zelboraf®. Das Medikament der Roche Pharma AG ist in Deutschland seit Februar 2012 zur Behandlung des inoperablen oder metastasierenden Melanoms, das eine BRAF-V600-Mutation aufweist, zugelassen. Mit dem spezifischen BRAF-Inhibitor ist erstmals eine zielgerichtete, individualisierte Tumortherapie für das maligne Melanom verfügbar.

- Risiken in der Vermarktung

Vom normalen Wettbewerbsrisiko abgesehen, dem jedes Produkt am Markt ausgesetzt ist, kommt bei Arzneimitteln hinzu, dass die hohen Forschungs- und Entwicklungskosten in der zur Verfügung stehenden Zeit des Patentschutzes erwirtschaftet werden müssen. Erschwert wird dies länderübergreifend, indem der Pharmamarkt einem wachsenden Kostendruck ausgesetzt wird, sei es durch höhere Hürden bei der Zulassung neuer Medikamente und bei Indikationserweiterungen, oder durch zusätzliche Anforderungen und Hürden an die Erstattung der Arzneimittel durch strengere Anforderungen an die Arzneimittelsicherheit, schnellere Umstellung auf Generika und immer stärkeren Einfluss auf die Preisgestaltung (z. B. vorgegebene Vertriebsstrukturen, Preismoratorien, Zwangsrabatte, Kosten/Nutzen-Abwägungen, höhere Markt- und Preismacht der Krankenkassen, hohe Umsatzsteuer) zur Entlastung der staatlichen Gesundheits-Budgets.

- Arzneimittelsicherheit

Roche bringt als pharmazeutischer Unternehmer Arzneimittel auf den Markt. Beim so genannten "Inverkehrbringen" bzw. bei der Anwendung durch den Patienten können neben den bekannten und in den Referenzdokumenten aufgeführten Nebenwirkungen, auch bisher nicht bekannte Arzneimittelrisiken auftreten. Diese können von pharmazeutisch-technischer oder medizinischer Art (z. B. tatsächliche oder vermutete Verdachtsfälle von Nebenwirkungen) sein. Der Bereich Arzneimittelsicherheit ist für die Erfassung, Dokumentation, Bewertung, Meldung und Kommunikation von medizinischen Risiken in Zusammenhang mit der Einnahme eines Roche-Produktes verantwortlich. Mögliche pharmazeutisch-technische Risiken werden in Zusammenarbeit zwischen den Bereichen Pharmazeutisch-Technische Qualität und Arzneimittelsicherheit bearbeitet. Um sicherzustellen, dass alle im Unternehmen eingehenden Hinweise unverzüglich aufgenommen und bearbeitet werden können, finden für alle Mitarbeiter der Roche Pharma AG sowie den relevanten Vertragspartnern regelmäßige Schulungen zu den Meldepflichten statt. Zusätzlich erhält jeder Mitarbeiter eine Plastikkarte im Scheckkartenformat ("ContactCard"), auf der die Kontaktdaten der Arzneimittelsicherheit und die für die Fallmeldung relevanten Informationen aufgeführt sind.

Eine schnelle und gezielte Reaktion auf potenzielle Arzneimittelrisiken ist von höchster Bedeutung, um das Risiko oder gegebenenfalls auch den Schaden beim Patienten und den Schaden für die Gesellschaft gering zu halten. Der Maßnahmenplan hält alle Verantwortlichkeiten und Arbeitsabläufe bei neu erkannten Arzneimittelrisiken, die möglicherweise dringliche Maßnahmen erforderlich machen, fest. In 2012 wurde der Maßnahmenplan komplett neu überarbeitet. Dies hat zu zahlreichen Maßnahmen innerhalb der Roche Pharma AG in Deutschland geführt.

Die gesetzlichen Verpflichtungen sowie interne Vorgaben ändern sich im Laufe der Zeit. Am 26. Oktober 2012 trat die 16. AMG Novelle in Kraft. Resultierende Anforderungen insbesondere zur Berichterstattung aus nicht interventionellen Studien wurden umgesetzt. Mit Audits prüfen wir die Einhaltung von Verpflichtungen und Vorgaben. Diese Überprüfung bedarf einer Vorbereitung sowie der Nachbearbeitung im Falle notwendiger Verbesserungsmaßnahmen. Eine "Mock-Inspektion", die insbesondere die Interaktionen zwischen der Konzernzentrale und deutschen Roche Niederlassung sowie die Belange der deutschen Gesetzgebung betrachtet hat, wurde in 2012 durchgeführt und die abgeleiteten Maßnahmen sind in der Umsetzung.

- Qualitätsmanagement in der medizinischen Abteilung der Roche Pharma AG

Zur Verbesserung der Abläufe und zur Sicherstellung, dass alle Richtlinien und internen Prozesse bei der Durchführung klinischer Studien, bei der Überwachung von Arzneimitteln, bei der Zulassung und bei allen anderen Aktivitäten des Geschäftsbereiches Medizin (Medical Affairs) eingehalten werden, wurde in 2012 eine Abteilung "Medical Quality & Compliance Management" eingerichtet. Diese Abteilung führt alle Mitarbeiter, die in den verschiedenen Bereichen Aufgaben des Qualitätsmanagements übernehmen in einem Medical Quality & Compliance Council zusammen, um ein einheitliches Qualitätsmanagementsystem für den Geschäftsbereich sicherzustellen. Ziel ist, die Mitarbeiter im Umgang mit den teils komplexen Prozessen besser zu unterstützen, die Qualität aller Aktivitäten des Geschäftsbereich sicherzustellen und kontinuierlich zu verbessern, sowie die Schnittstellen zu anderen Bereichen optimal zu definieren um reibungslose übergreifende Prozesse zu gewährleisten. Damit wird in erster Linie die Sicherheit für die Patienten und Anwender von Roche-Produkten erhöht und so das Geschäft nachhaltig gesichert.

- Produkt- und Probandenhaftung incl. Absicherung gem. AMG

In Übereinstimmung mit dem AMG sind für den Geltungsbereich Deutschland sowohl die Risiken der Produkthaftung aus dem Vertrieb von Arzneimitteln mit ihrem Höchstbetrag gem. § 88 AMG (Kapitalbetrag von 120 Millionen Euro pro Arzneimittel) wie auch der Probandenhaftung im Rahmen von klinischen Studien gem. § 40 AMG mit ihrem Höchstbetrag (Kapitalbetrag max. 50 Millionen Euro pro Jahr) bei Versicherern abgedeckt.

- Restrukturierung

Unterschiedliche Veränderungen in der Organisation wurden durch den Personalbereich begleitet. Durch die vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Geschäftsleitung, Personalbereich und der Arbeitnehmervertretung konnten mehr als 60 Mitarbeiter intern in neue Positionen vermittelt werden.

- Talentmanagement - Führung entwickeln - Veränderungen begleiten

Im Rahmen des Talentmanagements wurden 23 Mitarbeitende ins Ausland entsandt und 7 Mitarbeiter anderer Roche-Gesellschaften in Grenzach eingesetzt.

Im Jahr 2012 wurden zehn Stipendien an Studierende der Medizin vergeben. Diese Studierenden wurden in das Förderungs- und Bindungsprogramm "Roche Evolution" aufgenommen. Ziel ist es, diese Talente nach Abschluss ihrer universitären Ausbildung bei der Roche Pharma AG zu beschäftigen.

Nicht nur die Rekrutierung von talentierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist ein Anliegen der Roche Pharma AG, sondern auch die zielorientierte Entwicklung von Führungs- und Fachkräften wird von Roche Pharma AG als strategischer Erfolgsfaktor erkannt.

Wir stellen für Mitarbeitende auf allen Ebenen bedarfsgerechte Entwicklungsmaßnahmen und -programme zur Verfügung. Sie reichen von einzelnen Produkt- und Gesprächstrainings, über langfristig, modular aufgebaute Führungskräfteausbildungen bis hin zu gezielten Bereichs-Workshops oder mehrmonatigen Auslandsentsendungen. Dabei ermutigt Roche alle Mitarbeitenden, Gespräche zur Karriereplanung mit ihren Vorgesetzten zu führen. Hierbei werden Angebote für die persönliche Entwicklung jedes Einzelnen im Dialog erarbeitet und gemeinsam analysiert, welche Fähigkeiten und Qualifizierungen zur Erreichung beruflicher Ziele erforderlich sind. Im Jahr 2012 hat Roche in Grenzach 142 Führungskräfte trainiert, diese Entwicklungsgespräche vor dem Hintergrund unserer Kernkompetenzen zu führen.

- Ausbildung an der Dualen Hochschule Lörrach

Darüber hinaus engagiert sich die Roche Pharma AG in der Ausbildung junger Menschen und ermöglicht ihnen einen hochqualifizierten Berufsabschluss in Zusammenarbeit mit der Dualen Hochschule Lörrach. So haben im Herbst des Berichtjahres 19 Studierende ihr Studium zum Bachelor of Arts erfolgreich beendet und Angebote für ihren Berufseinstieg in den Standorten Grenzach, Basel und Reinach erhalten. 15 neue Studenten haben in 2012 begonnen und werden innerhalb des Roche Konzerns auf zukünftige Positionen lokal und global vorbereitet.

Dieses Jahr wurde auch die Internationalisierung dieses Dualen Studiums weiter vorangetrieben: so verbrachten 20 Studenten eine Praxisphase in einer Roche Niederlassung in der Schweiz, in England, Finnland, Irland, Schweden oder in Hong Kong. Erstmals wurden Theoriephasen im Ausland an der Universität Durban in Südafrika ermöglicht und die bestehenden Studiengänge Healthcare Management und Wirtschaftsinformatik durch "International Management" ergänzt.

- Trainee-Programme

Ein weiterer Schritt zur Sicherung unserer Wettbewerbsfähigkeit ist die Ausbildung von hochqualifizierten Naturwissenschaftlern, Medizinern und Pharmazeuten. Roche bildet in drei Management Start-up Programmen 15 Nachwuchsmanager für die Bereiche Marketing / Produktmanagement, Medical Management und Qualitätsmanagement aus.

- "Act different"

Angestoßen durch die weltweite Mitarbeiterbefragung und die strategische Neuausrichtung des Geschäftes in Westeuropa wurde das Projekt "Act different" aufgesetzt. Teilprojekte wurden beispielsweise zu den Themenstellungen kultureller Wandel und cross-funktionale Zusammenarbeit initiiert.

- Strategische Leitlinien des Roche-Konzerns

Mit der Erforschung, der Entwicklung und dem Vertrieb einer umfangreichen Palette an bahnbrechenden Medikamenten verbessern wir nachhaltig das Leben von Millionen von Menschen auf der ganzen Welt. Zusammen haben wir das weltweit größte biopharmazeutische Unternehmen geschaffen und als führender Anbieter von In-vitro-Diagnostika etabliert.

Die letzten Jahre waren von außerordentlichem Erfolg geprägt. Die Branche ist jedoch stark im Umbruch und steht vor vielen Herausforderungen. Dazu gehören die höhere Nachfrage aufgrund demografischer Veränderungen, strengere Zulassungsvorschriften, aber auch der steigende Kostendruck auf die Gesundheitssysteme.

In diesen Zeiten ist es wichtiger denn je, sich über die Perspektiven und die Vorgehensweise absolut im Klaren zu sein. Das Führungsteam entwickelte aus diesem Grund einen strategischen Rahmen und definierte die Fünfjahresziele.

Der Patient steht im Zentrum, wir streben danach, Patienten mit differenzierten, gezielt wirkenden Diagnostika und Arzneimitteln zu helfen. Dabei konzentrieren wir uns auf fünf Therapiebereiche, in denen hoher medizinischer Bedarf besteht: Krebsleiden, Entzündungs-, Infektions- und Stoffwechselkrankheiten sowie Erkrankungen des Zentralnervensystems.

Wir entwickeln medizinisch differenzierte Produkte, die Behandlungen auf die Bedürfnisse der Patienten abzustimmen erlauben. Wir werden uns weiterhin auf verschreibungspflichtige Medikamente und die In-vitro-Diagnostik konzentrieren und sehen keinen Anlass in andere Bereiche wie Generika, rezeptfreie Medikamente oder Medizinalgeräte zu diversifizieren.

Was uns unterscheidet, ist unser Ansatz zu wissenschaftlichen Spitzenleistungen. Dabei wollen wir unseren Mitarbeitenden die richtigen Ressourcen und das richtige Umfeld bieten. Ein einzigartig breitgefächertes und profundes Wissen in der Molekularbiologie, nahtlos integrierte Kompetenzen in den Bereichen Pharma und Diagnostics, eine Vielfalt unterschiedlicher Ansätze für maximale Innovation und eine langfristige Ausrichtung sind unsere besonderen Merkmale.

Was wir leisten, soll Werte für alle unsere Anspruchsgruppen schaffen:

für Patienten und Ärzte - indem wir die Qualität und die Sicherheit unserer Produkte gewährleisten, den Zugang zu Arzneimitteln verbessern, die Effizienz diagnostischer Labors steigern und zu einem besseren Verhältnis zwischen Aufwand und medizinischem Ertrag im Gesundheitssystem beitragen

für unsere Mitarbeitenden - indem wir ihnen Chancen eröffnen, das Unternehmen mitzuprägen und Patienten ein besseres Leben zu ermöglichen; indem wir attraktive Arbeitsplätze schaffen und Vielfalt im Konzern fördern

für die Investoren - indem wir Transparenz garantieren und überragende Bewertungen gegenüber unserer Vergleichsgruppe erreichen mit dem Ziel, einen Total Shareholder Return im oberen Viertel unserer Branche zu bieten

für die Gemeinden an unseren Standorten - indem wir Interesse an Naturwissenschaften wecken, kulturelle Aktivitäten fördern und soziale Herausforderungen anpacken, um dauerhafte Veränderungen zu ermöglichen;

für die Gesellschaft insgesamt - indem wir unser Geschäft verantwortungsbewusst führen, um einen positiven Einfluss auf die Gesellschaft auszuüben und die Umweltfolgen unserer Tätigkeit so gering wie möglich zu halten. Im Jahr 2012 wurde Roche im Dow-Jones-Nachhaltigkeits-Index zum vierten Mal in Folge zum Supersector Leader der Gesundheitsbranche ernannt.

Unsere Mitarbeitenden sind die Grundlage unseres Managementmodells. Wir wollen die besten Kräfte in unser Unternehmen holen und ihnen einen attraktiven Arbeitsplatz bieten.

Unsere Kultur basiert auf den Werten Integrität, Mut und Leidenschaft. Das bedeutet, dass wir alle hohe ethische Standards einhalten, Mut zum Risiko beweisen und -vor allem - Leidenschaft in unserer Aufgabe zeigen, das Leben von Patienten zu verbessern.

Unsere Entscheidungsprozesse basieren auf Prinzipien und Prozessen, die einen offenen und transparenten Dialog, eine klare Zuständigkeit, die sicherstellt, dass alle erforderlichen Informationen bereitgestellt und sorgfältig geprüft werden, und eine aktive Übertragung von Verantwortung fördern.

Die Organisationsstruktur von Roche ist so ausgerichtet, dass Innovation in allen Aktivitäten ermöglicht und gefördert wird (sei es in der Forschung, Entwicklung, Produktion, im Vertrieb oder Dienstleistungsbereich) und beruht auf Vielfalt, Größe, Reichweite, Geschwindigkeit und Zusammenhalt.

Die Fünfjahresziele des Konzerns dienen als Maßstab, mit dem wir Jahr für Jahr unsere Fortschritte messen. Die Konzernleitung setzt sich für die Umsetzung dieser Ziele ein und fordert Sie auf, in Ihrem Tätigkeitsbereich dazu beizutragen.

- Kreditmanagement

Zur Sicherstellung der Außenstände im Rahmen der gewährten Lieferantenkredite gegenüber Kunden wird beim Verkauf und Absatz unserer Produkte ein konzernweit entwickeltes und für die Bedürfnisse von Roche Pharma Grenzach angepasstes, sehr effizientes Kredit-Management-System eingesetzt, um drohende Ausfälle rechtzeitig zu erkennen und zu verhindern. Deshalb konnten, wie in den Jahren zuvor, in 2012 die nicht ganz zu vermeidenden tatsächlichen Forderungsausfälle auf einem sehr geringen Niveau gehalten werden.

- Verhaltenskodex der Roche-Gruppe

Unser Geschäftsverhalten ist geprägt von Verantwortungsbewusstsein und ethischen Grundsätzen. Wir sind einer nachhaltigen Entwicklung verpflichtet, die den Bedürfnissen des Einzelnen, der Gesellschaft und der Umwelt gleichermaßen Rechnung trägt. Klare Leitlinien für unser Verhalten im Geschäftsverkehr bieten die Roche-Werte - Integrität, Mut und Leidenschaft - und die Roche-Konzerngrundsätze. Für den Roche-Konzern bemisst sich Leistung nicht allein nach den erreichten Ergebnissen, sondern auch nach der Art und Weise, wie diese Ergebnisse erreicht werden. Der Verhaltenskodex der Roche-Gruppe hält fest, was Roche als Arbeitgeber von seinen Mitarbeitern erwartet. Er enthält praktische Leitlinien und Verweise zu weiteren nützlichen Informationen. Verantwortungsvolles Handeln in Übereinstimmung mit den gesetzlichen Vorschriften wird ausnahmslos und von jedem Mitarbeiter erwartet. Der Verhaltenskodex der Roche-Gruppe trägt dazu bei, dieses Ziel zu erreichen. Er ist für alle Mitarbeiter der Roche-Gruppe weltweit verbindlich und wird regelmäßig überarbeitet und weiterentwickelt. Er enthält Regelungen zur persönlichen Integrität, zur Integrität von Roche, zur Personalpolitik, zu den Vermögenswerten von Roche, zur sozialen Verantwortung und zum Compliance-Management. Dabei werden insbesondere (nicht abschließend) Themen wie Interessenkonflikte, Umgang mit Geschäftspartnern und Dritten, Diskriminierung und Belästigung, Bestechung und unlautere Vorteile, Wettbewerbsrecht, korrekte Berichterstattung und Buchführung, Datenschutz und geistiges Eigentum behandelt. Daneben enthält der Verhaltenskodex der Roche-Gruppe aber auch die Aufforderung an alle Mitarbeiter, Compliance-Bedenken jederzeit offen anzusprechen und sich damit ggf. an den Compliance Officer zu wenden ("Speak-Up-Initiative"). Compliance-relevante Fälle von Gewicht meldet der Compliance Officer über das sog. BEIR-System (Business Ethics Incident Reporting) an den Chief Compliance Officer in der Konzernzentrale.

- Compliance Officer und Compliance Committee

Der Compliance Officer der Roche Pharma Grenzach untersteht dem Leiter Recht, berichtet in seiner Funktion als Compliance Officer aber direkt an den Vorstand. Er kümmert sich um die Compliance Organisation und deren kontinuierliche Weiterentwicklung. Dabei führt er Überprüfung der Umsetzung von internen Vorgaben durch und entwickelt Initiativen, die die Compliance der Roche Pharma AG sicherstellen. Er nimmt weiter Beschwerden und Hinweise -auch anonym -entgegen und geht diesen nach. Ein unternehmensübergreifender Austausch in compliance-relevanten Fragen findet im Compliance Committee statt, in dem unter anderem Vertreter aus den Bereichen Marketing und Vertrieb, Personal, Finanzen und IT, Medical Affairs, Qualitätssicherung und Datenschutz vertreten sind. Das Compliance Committee trifft sich in regelmäßigen Abständen und erörtert sämtliche, das Unternehmen betreffende compliance-relevanten Sachverhalte und Fragestellungen. Innerhalb der Rechtsabteilung der Roche Pharma Grenzach wurde zum 1. Januar 2011 zudem ein Team für Governance, Risk & Compliance gegründet, das unter Leitung des Compliance Officers steht. Dieses Team wurde zum Ende des Jahres 2012 nochmals verstärkt und um einen IT-Compliance Manager ergänzt.

- Datenschutz

Als im Gesundheitsbereich tätiges Unternehmen hat der Datenschutz im Roche-Konzern weltweit einen hohen Stellenwert und wurde bereits 2001 als unternehmerisches Ziel festgelegt. Dies bedeutet für die Roche Pharma Grenzach, dass alle Forderungen aus dem deutschen Bundesdatenschutzgesetz, insbesondere die Neuerungen der Novellierung des Datenschutzgesetzes aus 2009, konsequent umgesetzt werden. Alle Mitarbeiter sind auf das Datengeheimnis des Bundesdatenschutzgesetzes verpflichtet. Der betriebliche Datenschutzbeauftragte der Roche Pharma Grenzach berichtet in dieser Funktion direkt an den Vorstand. Im Laufe des Berichtsjahres waren keine Vorfälle zu melden.

Sicherheit und Schutz von Kundendaten genießen bei der Roche Pharma AG höchste Priorität. Sie sind die Basis jeder vertrauensvollen Kundenbeziehung. Um die Kundendaten noch besser zu schützen, stellte die Roche Pharma AG 2012 u. a. den Bereich Compliance neu auf. Mit der Schaffung eines eigenen Bereichs für Datenschutz, Recht und Compliance sowie einem umfangreichen Maßnahmenpaket für einen verbesserten Datenschutz, eine erhöhte Datensicherheit sowie gesteigerte Transparenz setzte das Unternehmen ein wichtiges Signal für die Relevanz dieser Themen. Eingeflossen sind die Erkenntnisse der Datenschutz- und Sicherheitsfachleute des Unternehmens, aber auch die Empfehlungen externer Experten. Um die Sensibilität der Beschäftigten für das Thema Datenschutz und Datensicherheit weiter zu erhöhen, intensivierte das Unternehmen die bereits etablierten Schulungen.

- Sicherheit und Umweltschutz

Die Fachkräfte für Arbeitssicherheit im Bereich "Sicherheit und Umweltschutz" sorgen in Kooperation mit der TÜV SÜD Life Service GmbH, München, und mit Fachkräften der Feuerwehr und vom betriebsärztlichen Dienst für das Vorhandensein und den optimalen Einsatz von Rettungsfahrzeugen, Sicherheitseinrichtungen und Notfallplänen. Unter Beachtung gesetzlicher und konzerninterner Bestimmungen gilt es Unfällen, berufsbedingten Krankheiten und Gefahren sowie Feuer vorzubeugen bzw. erlittene Schäden möglichst gering zu halten. Alle Mitarbeiter werden regelmäßig auf mögliche Risiken und Gefährdungen (z. B. Stolperfallen oder Sturz beim Treppensteigen) hingewiesen, geschult und trainiert sowie für eine ergonomische Gestaltung des Arbeitsplatzes fachlich beraten. Neuen Mitarbeitern wurde in einer verpflichtenden Schulung in der so genannten "Startwoche" die Wichtigkeit und die Rechte und Pflichten im Arbeitsschutz vermittelt. Alle Vorgesetzten haben die Schulung "Aufgaben und Pflichten für Vorgesetzte" im Arbeitsschutz absolviert. Der Außendienst wurde durch die Sicherheitsfachkraft vor Ort betreut. Wechselnde Kampagnen, Wettbewerbe, sowie der Gesundheitstag dient der ständigen Präsenz und zur Sensibilisierung der Mitarbeiter für den Arbeits-, Gesundheits- und Umweltschutz.

Im vergangenen Jahr konnten wir unsere Außendienstflotte durch neue effizientere PKWs mit geringen CO2 Emissionen (120 g CO2 /Km) erweitern. Damit wir auch die weitere PKW- Entwicklung auf ihren Nutzen für Roche beobachten können, sind Ende des Jahres 6 Hybrid Fahrzeuge angeschafft worden. Im Feld wird der Verbrauch dieser PKWs gesondert erfasst, um ein möglichst realistisches Bild von der tatsächlichen Effizienz zu bekommen.

Trotz neuem Bürogebäude für 150 Mitarbeiter ist der Energieverbrauch nicht wesentlich gestiegen, ein Zeichen, dass sich minergetische Bauweise bezahlt macht. Es wird auch weiterhin untersucht, wie die Eigenenergieerzeugung durch Photovoltaik wirtschaftlich am besten in Grenzach zum Einsatz kommen kann.

Unsere Altlasten auf dem Werksgelände werden in Absprache mit den Behörden bearbeitet und geeignete Maßnahmen abgestimmt. Auch die Altlasten außerhalb des Werksgeländes werden in enger Abstimmung mit dem Umweltamt weiter betreut. Alle Maßnahmen für den Umweltschutz und die nachhaltige Nutzung dieser Altlastenflächen werden in einem professionellen Kommunikationskonzept der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

- Hardware-Risiken

Im IT-Bereich sind verschiedene Gefahrenpotentiale vorhanden, die entsprechende Gegenmaßnahmen bzw. Vermeidungsstrategien erforderlich machen. Die höchste Priorität hat bei einem Stromausfall oder ähnlich gravierenden Ereignissen die wesentliche Aufrechterhaltung aller Funktionalitäten von Hard- und Software. Zu diesem Zweck sind Maßnahmen zur Notstromversorgung mittels Batterien und Dieselgeneratoren getroffen worden. Die Bedeutung bzw. das Risikopotenzial hat in 2012 durch Auslagerungen solcher Hardware an andere Roche-Standorte mit sehr effektiven Rechenzentren stark abgenommen. Eine Risikoeindämmung wird auch durch die Reduzierung lokaler IT-Konfigurationen, konzernweiter Vernetzungen, Mehrfachspeicherung sowie Spiegelungen der Daten erzielt. Haftungsrisiken sind durch adäquate Einhaltung der für diesen Bereich speziell geforderten gesetzlichen Sicherheitsauflagen minimiert.

- Software Risiken

Die Zugriffe auf Systeme und Daten sind pro Anwendung durch ein jeweils nutzerorientiertes und stets aktualisiertes Berechtigungssystem geregelt, so dass unerlaubte Zugriffe nicht möglich sind. Darüber hinaus greifen Maßnahmen (z. B. global koordinierte Installation von Sicherheitspatches in kurzen Abständen), um auf die zunehmende Bedrohung durch kriminelle Zugriffe (z. B. Hacker) oder Störungen durch Computerviren, Würmer, Spam und dergleichen rechtzeitig und angemessen reagieren zu können.

- Fazit

Als führendes Healthcare-Unternehmen haben wir uns das Ziel gesetzt, Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln, produzieren und zu vertreiben, für die großer medizinischer Bedarf besteht und die für den Patienten und die Gesellschaft einen echten Mehrwert darstellen. Wir wollen die Gesundheit und die Lebensqualität unserer Patienten spürbar verbessern und wenn möglich ihr Leben verlängern. Das ist unser wichtigster Beitrag, den wir auf verantwortungsvolle und nachhaltige Weise unter Berücksichtigung der Belange des Einzelnen, der Gesellschaft und der Umwelt leisten. Damit uns dies gelingt, müssen wir talentierte Mitarbeitende für uns gewinnen, im Unternehmen halten und ihr Potenzial nutzen, indem wir Entwicklungsmöglichkeiten bieten.

Im Bewusstsein dieser unternehmerischen Verantwortung waren im Berichtszeitraum 2012 insgesamt keine den Fortbestand der Roche Pharma Grenzach gefährdenden Risiken vorhanden bzw. zu erkennen. Auch für die Zukunft sind bestandsgefährdende Risiken aus heutiger Sicht nicht absehbar.

Der Roche-Konzern ist wie kaum ein anderes Unternehmen in der Lage, die Lebensqualität von Patienten spürbar zu verbessern bzw. das Leben zu verlängern. Dies liegt daran, dass wir in Forschung und Wissenschaft an der Spitze stehen, die Ursachen der Krankheiten verstehen, wir über die notwendigen Technologien verfügen, dass wir vor allem die richtigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben und dass wir, einzigartig in der Industrie, Pharma und Diagnostica unter einem "Dach" vereinen können. Wenn dies alles zusammen optimal genutzt wird, ergeben sich enorme Möglichkeiten und Chancen.

8. Nachtragsbericht

Vorgänge von besonderer Bedeutung sind nach Schluss des Geschäftsjahres 2012 nicht eingetreten.

9. Prognosebericht

Das geplante Umsatzwachstum der Roche Pharma AG für das Jahr 2013 wird aller Voraussicht nach im niedrigen einstelligen Prozentbereich liegen, womit das Wachstum etwa auf Niveau des Gesamtmarktes liegen wird. Positiv zum Umsatzwachstum wird insbesondere Avastin® mit der neuen Zulassung zur Behandlung des Ovarialkarzinoms und die Neueinführungen Perjeta® zur Behandlung von Brustkrebs und Erivedge® zur Behandlung des weißen Hautkrebs beitragen. Des Weiteren wird das in 2009 eingeführte Produkt RoActemra® den Umsatz weiter steigern. Diese positive Dynamik wird durch sinkende Umsätze aufgrund des Eintritts von Generika bei Bondronat® und Bonviva® beeinträchtigt. Zusätzlich wird der Patentablauf bei Xeloda® zu einem rückläufigen Umsatz führen.

Die im Rahmen des AMNOG eingeführte Hürde zur Erstattung von Medikamenten mit Hilfe von früher Nutzenbewertung, Ausweitung der Festbeträge und Definition größerer Festbetragsgruppen stellen neue Herausforderungen für die Roche Pharma AG dar. Die Roche Pharma AG wird 2013 diesen Prozess mit dem Abschluss der Preisverhandlung von Zelboraf® erstmalig vollständig durchlaufen haben. Gleichzeitig wird die Roche Pharma AG den Prozess für die Neueinführungen wieder neu durchlaufen.

Mittelfristig kann sich die Roche Pharma AG aufgrund des gut aufgestellten Medikamentenportfolios an innovativen Produkten insbesondere auf dem Gebiet der Onkologie aber auch bei Stoffwechselkrankheiten und Erkrankungen des Zentralnervensystems auf eine gesunde Basis für weiteres organisches Wachstum stützen. Rund die Hälfte dieser Neueinführungen wird zusammen mit den zugehörigen diagnostischen Tests in den Verkehr gebracht.

Insgesamt erwarten wir in 2013 im Umsatz und Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (vor außerordentlichen Aufwendungen) ein Wachstum im niedrigen einstelligen Prozentbereich gegenüber dem Vorjahr. Ab 2014 rechnen wir aufgrund der anhaltend starken Nachfrage nach unseren Produkten mit einer weiterhin positiven Umsatzentwicklung während sich steigende Ausgaben für neue Produkteinführungen negativ auf die Ergebnisdynamik auswirken.

Dieser Bericht enthält zukunftsgerichtete Aussagen, die auf den gegenwärtigen Erwartungen, Vermutungen und Prognosen des Vorstandes sowie den ihm derzeit verfügbaren Informationen beruhen. Die zukunftsgerichteten Aussagen sind nicht als Garantien der darin genannten zukünftigen Entwicklungen und Ergebnisse zu verstehen. Die zukünftigen Entwicklungen und Ergebnisse sind vielmehr abhängig von einer Vielzahl von Faktoren, sie beinhalten verschiedene Risiken und Unwägbarkeiten und beruhen auf Annahmen, die sich möglicherweise als nicht zutreffend erweisen.

 

Grenzach-Wyhlen, 18. März 2013

Roche Pharma AG

Dr. Hagen Pfundner, Vorstand

Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers

Wir haben den Jahresabschluss --bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang--unter Einbeziehung der Buchführung und den Lagebericht der Roche Pharma Aktiengesellschaft, Grenzach-Wyhlen, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2012 geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften liegen in der Verantwortung des Vorstands der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über den Lagebericht abzugeben.

Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Gesellschaft sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und Lagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen des Vorstands sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.

Nach unserer Beurteilung auf Grund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Roche Pharma Aktiengesellschaft. Der Lagebericht steht in Einklang mit dem Jahresabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

 

Mannheim, den 18. März 2013

KPMG AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Kem, Wirtschaftsprüfer

Lohmann, Wirtschaftsprüferin

Bericht des Aufsichtsrates

Geschäftsjahr 2012

Der Aufsichtsrat wurde regelmäßig durch Bericht des Vorstandes über alle Vorgänge des Geschäftsbetriebes unterrichtet.

Der Vorstand hat dem Aufsichtsrat den Jahresabschluss 2012 vorgelegt. Der Jahresabschluss und der Lagebericht sind durch die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Mannheim, geprüft worden.

Diese Prüfung hat keinerlei Anlass zu Beanstandungen gegeben, und es wurde bestätigt, dass die Buchführung, der Jahresabschluss und der Lagebericht den gesetzlichen Vorschriften entsprechen.

Der Aufsichtsrat schließt sich dem Ergebnis der Prüfung der Abschlussprüfer an und billigt den Jahresabschluss zum 31. Dezember 2012.

 

Mannheim, 25. April 2013

Roche Pharma AG, Grenzach-Wyhlen

Für den Aufsichtsrat

gez. Dr. Severin Schwan