Roche Pharma AG

Grenzach-Wyhlen

Jahresabschluss zum 31. Dezember 2013

Bilanz zum 31. Dezember 2013

Aktiva

in Tausend Euro Anhang 31.12.2013 31.12.2012 Veränderung
A. Anlagevermögen          
I. Immaterielle Vermögensgegenstände [1] 83 152 -69 -45%
II. Sachanlagen [2] 38.635 38.565 70 0%
III. Finanzanlagen [3] 7 22 -15 -68%
    38.725 38.739 -14 0%
B. Umlaufvermögen          
I. Vorräte [4] 213.239 201.225 12.014 6%
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände [5] 488.291 309.023 179.268 58%
III. Kassenbestand   989 12 977 8142%
    702.519 510.260 192.259 38%
C. Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung [6] 2.943 2.148 795 37%
    744.187 551.147 193.040 35%

Passiva

         
in Tausend Euro Anhang: 31.12.2013 31.12.2012 Veränderung
A. Eigenkapital [7]        
I. Gezeichnetes Kapital   61.355 61.355 0 0%
II. Kapitalrücklage   9.524 9.524 0 0%
III. Gewinnrücklagen          
Gesetzliche Rücklage   3.911 3.911 0 0%
    74.790 74.790 0 0%
B. Rückstellungen          
1. Rückstellungen für Pensionen [8] 182.193 174.457 7.736 4%
2. Sonstige Rückstellungen [9] 387.042 247.467 139.575 56%
    569.235 421.924 147.311 35%
C. Verbindlichkeiten [10]        
1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen   23.042 21.243 1.799 8%
2. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen [11] 54.161 20.726 33.435 161%
3. Sonstige Verbindlichkeiten [12] 22.959 12.464 10.495 84%
    100.162 54.433 45.729 84%
    744.187 551.147 193.040 35%

Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2013

in Tausend Euro Anhang 2013 2012 Veränderung
1. Umsatzerlöse [13] 1.579.200 1.459.777 119.423 8%
2. Sonstige betriebliche Erträge [14] 9.786 19.378 -9.592 -49%
3. Materialaufwand [15] -1.209.653 -1.124.186 -85.467 8%
4. Personalaufwand [16] -143.051 -130.184 -12.867 10%
5. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen   -2.950 -3.068 118 -4%
6. Sonstige betriebliche Aufwendungen [17] -152.057 -146.799 -5.258 4%
7. Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens [18] 197 1.763 -1.566 -89%
8. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge [19] 118 330 -212 -64%
9. Zinsen und ähnliche Aufwendungen [20] -15.761 -11.231 -4.530 40%
10. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit   65.829 65.780 49 0%
11. Außerordentliche Aufwendungen   -111.955 -122.728 10.773 -9%
12. Außerordentliches Ergebnis [21] -111.955 -122.728 10.773 -9%
13. Sonstige Steuern   -96 -108 12 -11%
14. Erträge aus Verlustübernahme   46.222 57.056 -10.834 -19%
15. Jahresüberschuss   0 0 0 0%

Anhang für das Geschäftsjahr 2013

Allgemeine Erläuterungen

Der Jahresabschluss der Roche Pharma Aktiengesellschaft, Grenzach-Wyhlen, wurde nach den Regelungen der §§ 264 ff. HGB unter Anwendung der Vorschriften für große Kapitalgesellschaften im Sinne von § 267 Abs. 3 HGB und den ergänzenden Paragraphen des Aktiengesetzes aufgestellt.

Um die Klarheit der Darstellung zu erhöhen, wurden verschiedene Posten der Bilanz sowie der Gewinn- und Verlustrechnung zusammengefasst. Diese Posten sind im Anhang numerisch gekennzeichnet und detailliert beschrieben.

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sowie Angaben zur Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung

[1] Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände

Die entgeltlich erworbenen immateriellen Vermögensgegenstände des Anlagevermögens werden mit den Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen, angesetzt. Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände werden nach der linearen Methode vorgenommen. Geringwertige Vermögensgegenstände mit Anschaffungskosten bis 1.000 Euro werden im Jahr der Anschaffung als Aufwand erfasst.

in Tausend Euro Anwendersoftware
Kumulierte Anschaffungswerte zum 01.01.2013 2.847
Zugänge 4
Abgänge 0
Umbuchungen 0
Kumulierte Anschaffungswerte zum 31.12.2013 2.851
Kumulierte Abschreibungen zum 01.01.2013 2.695
Abschreibungen des Geschäftsjahres 73
Umbuchungen 0
Abgänge 0
Zuschreibungen 0
Kumulierte Abschreibungen zum 31.12.2013 2.768
Restbuchwerte zum 31.12.2013 83
Restbuchwerte zum 31.12.2012 152

[2] Sachanlagen

Die Sachanlagen werden mit den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen, angesetzt. Die Abschreibungen auf Sachanlagen werden nach der linearen Methode vorgenommen. Die Nutzungsdauer bemisst sich nach der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer über einen Zeitraum von 3 bis 50 Jahren. Geringwertige Vermögensgegenstände mit Anschaffungskosten bis 1.000 Euro sind im Jahr der Anschaffung als Aufwand erfasst. Die Abschreibungen für vor dem Jahr 2010 angeschaffte Sachanlagen wurden im Rahmen der steuerlichen Möglichkeiten festgelegt. Diese zum Anschaffungszeitpunkt geltenden Abschreibungsregelungen werden über die gesamte Nutzungsdauer weitergeführt.

in Tausend Euro Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken Technische Anlagen und Maschinen Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau Gesamt
Kumulierte Anschaffungswerte zum 01.01.2013 61.961 8.768 10.186 0 80.915
Zugänge 630 377 123 1.825 2.955
Abgänge 29 618 2.993 0 3.640
Umbuchungen 0 0 0 0 0
Kumulierte Anschaffungswerte zum 31.12.2013 62.562 8.527 7.316 1.825 80.230
Kumulierte Abschreibungen zum 01.01.2013 28.324 5.132 8.894 0 42.350
Abschreibungen des Geschäftsjahres 2.203 245 429 0 2.877
Umbuchungen 0 0 0 0 0
Abgänge 29 617 2.986 0 3.632
Zuschreibungen 0 0 0 0 0
Kumulierte Abschreibungen zum 31.12.2013 30.498 4.760 6.337 0 41.595
Restbuchwerte zum 31.12.2013 32.064 3.767 979 1.825 38.635
Restbuchwerte zum 31.12.2012 33.637 3.636 1.292 0 38.565

[3] Finanzanlagen

Die Finanzanlagen werden zu Anschaffungskosten bewertet und bestehen ausschließlich aus sonstigen Ausleihungen für Mitarbeiterdarlehen.

in Tausend Euro Sonstige Ausleihungen
Kumulierte Anschaffungswerte zum 01.01.2013 22
Zugänge 0
Abgänge 15
Umbuchungen 0
Kumulierte Anschaffungswerte zum 31.12.2013 7
Kumulierte Abschreibungen zum 01.01.2013 0
Abschreibungen des Geschäftsjahres 0
Umbuchungen 0
Abgänge 0
Zuschreibungen 0
Kumulierte Abschreibungen zum 31.12.2013 0
Restbuchwerte zum 31.12.2013 7
Restbuchwerte zum 31.12.2012 22

[4] Vorräte

Hilfs- und Betriebsstoffe werden zu gleitenden Durchschnittspreisen bewertet und vom Konzern bezogene Handelswaren zu Anschaffungskosten.

Eingeschränkte Verwertbarkeit und Lagerrisiken werden durch Bildung angemessener Abwertungen und Wertberichtigungen berücksichtigt.

in Tausend Euro 31.12.2013 31.12.2012 Veränderung
Hilfs- und Betriebsstoffe 63 280 -217 -78%
Handelswaren 213.176 200.945 12.231 6%
  213.239 201.225 12.014 6%

[5] Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände sind mit Ausnahme eines Körperschaftsteuerguthabens gemäß § 37 Abs. 4 und 5 KStG in Höhe von 170 Tausend Euro grundsätzlich zu Nennwerten bilanziert und innerhalb eines Jahres fällig. Aufgrund des langfristigen Erstattungszeitraums von 2014 bis 2017 in gleichen Jahresbeträgen ist der erwähnte Steueranspruch weiterhin zu 3 % abgezinst.

Für erkennbare Risiken bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden Einzelwertberichtigungen in der erforderlichen Höhe vorgenommen.

Forderungen in fremden Währungen werden nach § 256a HGB bewertet.

Forderungen gegen verbundene Unternehmen resultieren aus weiterberechneten Dienstleistungen, aus der Cash-Management Vereinbarung gegenüber der Roche Deutschland Holding GmbH und dem Ergebnisabführungsvertrag mit der Roche Deutschland Holding GmbH.

Im Geschäftsjahr entstand eine Verlustausgleichsforderung gegenüber der Roche Deutschland Holding GmbH in Höhe von 46.222 Tausend Euro.

in Tausend Euro 31.12.2013 31.12.2012 Veränderung
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 33.325 33.947 -622 -2%
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 452.962 272.672 180.290 66%
Sonstige Vermögensgegenstände 2.004 2.404 -400 -17%
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 488.291 309.023 179.268 58%
Forderungen aus der Cash-Management Vereinbarung gegen Roche Deutschland Holding GmbH 390.264 202.026 188.238 93%
Forderungen aus Verlustausgleich gegen Roche Deutschland Holding GmbH 46.222 57.056 -10.834 -19%
Forderungen gegen F. Hoffmann-La Roche AG Basel 16.214 13.427 2.787 21%
Forderungen gegen andere verbundenen Unternehmen 262 163 99 61%
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 452.962 272.672 180.290 66%

[6] Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung

In der betrieblichen Altersversorgung für Mitarbeiter mit Diensteintritt ab dem 1. Januar 2007 gilt der neue "Vorsorgeplan 2007". Im Unterschied zur bisherigen Regelung für Mitarbeiter mit Diensteintritt vor dem 1. Januar 2007 wird die Leistungszusage in der Höhe an die Entwicklung eines definierten Vermögensbestandes gebunden. Das Unternehmen sichert dabei für den Versorgungsfall eine Verrentung auf Basis des Bezugswertes ohne Berücksichtigung einer Verzinsung zu. Das zur Finanzierung dieser Direktzusage erforderliche Vermögen ist unter einem CTA (Contractual Trust Agreement) ausgelagert und wird im Rahmen einer doppelseitigen Treuhand durch den Roche Pensionstreuhandverein verwaltet. Die von den Mitarbeitenden und der Roche Pharma AG, Grenzach-Wyhlen, als Arbeitgeber zum Vermögensaufbau geleisteten Beiträge in 2013 in Höhe von 1.758 Tausend Euro sind im CTA-Fondsvermögen enthalten. Das Fondsvermögen ist nach § 255 Abs. 4 HGB zum Marktpreis bewertet.

Das Vermögen auf den CTA beträgt zum Bilanzstichtag 6.727 Tausend Euro. Die entsprechende Rückstellung für die Pensionsverpflichtung aus dem Vorsorgeplan 2007 beträgt 3.784 Tausend Euro. Dies führt zu einem aktiven Unterschiedsbetrag in Höhe von 2.943 Tausend Euro, welcher in dem Bilanzposten Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung ausgewiesen wird. Die historischen Anschaffungskosten des Fondsvermögens betragen 6.513 Tausend Euro.

[7] Eigenkapital

Das Grundkapital ist eingeteilt in 120.000 Stückaktien. Die Anteile sind auf den Inhaber ausgestellt.

Die Roche Beteiligungs GmbH, Grenzach-Wyhlen, hat uns im Jahre 2006 folgendes mitgeteilt: "... gemäß § 20 Abs. 3 und 4 AktG teilen wir Ihnen mit, dass wir mit Mehrheit am Grundkapital Ihrer Gesellschaft beteiligt sind." Die Roche Deutschland Holding GmbH, Grenzach-Wyhlen, bleibt aufgrund ihrer 6 %-igen Direktbeteiligung und der durch die Roche Beteiligungs GmbH, Grenzach-Wyhlen, vermittelten Beteiligung ebenfalls mehrheitlich beteiligt.

Das oberste Mutterunternehmen ist die Roche Holding AG in Basel/Schweiz. Im vorliegenden Jahresabschluss sind alle unmittelbaren und mittelbaren Tochtergesellschaften der Roche Holding AG, Basel/Schweiz, als verbundene Unternehmen berücksichtigt. Unser Jahresabschluss wird in den Konzernabschluss der Roche Holding AG, Basel/Schweiz, einbezogen, die den Abschluss für den größten Kreis von Unternehmen erstellt, der am Sitz der Gesellschaft ausliegt sowie im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht wird.

Zur Ausschüttung gesperrte Beträge im Sinne des § 268 Abs. 8 HGB bestehen in Höhe von 159 Tausend Euro (Vorjahr: 205 Tausend Euro). Diese resultieren ausschließlich aus der Bewertung von als Deckungsvermögen zu klassifizierenden Fondsanteilen zum beizulegenden Zeitwert, welche in [6] Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung enthalten sind.

[8] Rückstellungen für Pensionen

Die Bewertung der Pensionsverpflichtungen wurde auf Basis des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes durchgeführt. Die Bewertung der Pensionsverpflichtungen erfolgte nach den anerkannten Grundsätzen der Versicherungsmathematik mittels der "Projected-Unit-Credit-Methode" (PUC-Methode). Der Rückstellungsbetrag gemäß der PUC-Methode ist definiert als der versicherungsmathematische Barwert der Pensionsverpflichtungen, der von den Mitarbeitern bis zu diesem Zeitpunkt gemäß Rentenformel und Unverfallbarkeitsregelung aufgrund ihrer in der Vergangenheit abgeleisteten Dienstzeiten erdient worden ist. Der Rückstellungsbetrag ist unter Einbeziehung von Trendannahmen hinsichtlich der zukünftigen Anwartschafts- bzw. Rentenentwicklung sowie evtl. Fluktuationswahrscheinlichkeiten ermittelt, wobei Lohn- und Gehaltssteigerungen in Höhe von 3,32 %, eine Rentenentwicklung in Höhe von 2,00 % sowie ein Rechnungszinssatz von 4,91 % der Bewertung zugrunde liegen. Als biometrische Rechnungsgrundlagen wurden die "Richttafeln 2005 G" von Klaus Heubeck verwendet.

Der nach den Vorschriften des BilMoG ermittelte gesamte Zuführungsbetrag i. H. v. 57.984 Tausend Euro zur Pensionsrückstellung wird gemäß Art. 67 Abs. 1 S. 1 EGHGB über einen Zeitraum von fünfzehn Jahren verteilt. Der zum Bilanzstichtag noch nicht zugeführte Differenzbetrag beläuft sich auf 39.200 Tausend Euro (Vorjahr: 46.387 Tausend Euro). Im zugeführten Differenzbetrag wurde neben dem jährlichen 1/15 Zuführungsbetrag eine zusätzliche Erhöhung der Rückstellung im Geschäftsjahr 2013 berücksichtigt.

in Tausend Euro 2013 2012 Veränderung
Diensteintritt vor dem 1.1.2007 182.193 174.457 7.736 4%

In der Rückstellungssumme zum Ende des Geschäftsjahres sind Pensionsverpflichtungen gegenüber früheren Mitgliedern des Vorstandes und deren Hinterbliebenen gemäß § 285 Nr. 9 b) HGB in Höhe von 3.211 Tausend Euro enthalten.

[9] Sonstige Rückstellungen

Die Bewertung der sonstigen Rückstellungen erfolgte in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags unter Einbeziehung zukünftiger Preis- und Kostensteigerungen. Rückstellungen mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem entsprechend der Restlaufzeit durchschnittlichen Marktzinssatz der vergangenen sieben Geschäftsjahre diskontiert.

Die sonstigen Rückstellungen enthalten die nachfolgend aufgeführten Rückstellungsposten:

in Tausend Euro 31.12.2013 31.12.2012 Veränderung
Umweltschutzmaßnahmen 222.248 116.666 105.582 90%
Herstellerrabatt 85.970 62.377 23.593 38%
Rabattverträge 28.115 20.771 7.344 35%
Mitarbeitergratifikationen und Prämien 18.273 17.008 1.265 7%
Restrukturierung 11.233 5.922 5.311 90%
Urlaubs- und Gleitzeitansprüche 5.356 3.584 1.772 49%
Sonstige 4.078 3.570 508 14%
Altersteilzeitverpflichtungen 3.527 6.315 -2.788 -44%
Schadensansprüche Dritter 2.250 2.000 250 13%
Jubiläen 2.145 2.025 120 6%
Warenrücknahmen 1.267 4.039 -2.772 -69%
Produktmarketing-Kosten 1.173 1.919 -746 -39%
Boni- und Skontiansprüche 1.407 1.271 136 11%
  387.042 247.467 139.575 56%

Für Umweltschutzmaßnahmen und -risiken werden Rückstellungen gebildet, soweit die Maßnahmen auf Grund gesetzlicher oder behördlicher Verpflichtungen beziehungsweise Auflagen voraussichtlich erforderlich werden und nicht zu aktivierungspflichtigen Anschaffungs- und Herstellungskosten führen. Künftige Kostensteigerungen wurden mit 2,0 % berücksichtigt. Die Rückstellung wurde mit den Zinssätzen der entsprechenden Laufzeit gemäß Rückstellungsabzinsungsverordnung (3,43 %, 3,59 %, 3,76 %, 3,93 % und 4,08 %) abgezinst.

Aufgrund der Reformen im Gesundheitswesen besteht eine Rückstellung für die zukünftige Verpflichtung zur Einräumung von so genannten Herstellerrabatten. Die Rückstellung für Herstellerrabatte, welche die 6 %, 10 % oder 16 % rabattpflichtigen Arzneimittel, die an Großhändler oder Apotheken geliefert wurden, berücksichtigen, wurde nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung gebildet. Der Anstieg gegenüber dem Vorjahresstichtag resultiert im Wesentlichen aus einer verzögerten Abrechnung durch die privaten Krankenkassen.

Die Rückstellung für Rabattverträge wurde aufgrund von Vereinbarungen mit Krankenkassen gebildet.

Die Rückstellungen für Gratifikationen wurden für leistungsbezogene Prämien des abgeschlossenen Geschäftsjahres an Mitarbeiter und den Vorstand gebildet.

Die Bewertung der Altersteilzeitverpflichtungen erfolgte für die Handelsbilanz nach den Regelungen der IDW-Stellungnahme IDW RS HFA 3 vom 19. Juni 2013. Aufstockungsbeträge sind vollständig ab Vertragsabschluss zurückgestellt. Es wurde bei der Bewertung des Erfüllungsrückstandes eine Abzinsung in Höhe des durchschnittlichen Marktzinses der vergangenen sieben Geschäftsjahre angesetzt, sofern die Laufzeit der Verpflichtung am Bilanzstichtag 12 Monate oder mehr betragen hat. Die Ermittlung des Rückstellungsbetrages erfolgte auf Grundlage eines versicherungsmathematischen Gutachtens. Als Rechnungszinssatz wurde 3,68 % angesetzt und für Lohn- und Gehaltssteigerungen 3,32 %. Sofern biometrische Einflussfaktoren zu berücksichtigen waren, wurden die "Richttafeln 2005 G" von Klaus Heubeck verwendet.

Aufgrund von Abfindungsvereinbarungen mit ausscheidenden Mitarbeitern wurde eine Rückstellung für Restrukturierung vorgenommen.

Die Rückstellungen für Urlaubs- und Gleitzeitansprüche bemessen sich nach den noch nicht in Anspruch genommenen Urlaubstagen und Gleitzeitstunden sowie dem durchschnittlichen Tagesverdienst der Mitarbeiter unter Berücksichtigung des Arbeitgeberanteils zur Sozialversicherung.

Die Ermittlung des Rückstellungsbetrages für Jubiläumsleistungen erfolgte auf Grundlage eines versicherungsmathematischen Gutachtens. Als Rechnungszinssatz wurde 4,91 %, als Anwartschaftstrend 3,32 % und als Fluktuation wurde 3,50 % angesetzt.

Verpflichtungen aus Langzeitkonten in Höhe von 2.121 Tausend Euro stand in gleicher Höhe zu verrechnendes Vermögen, dessen Wert den Anschaffungskosten entspricht, gegenüber, die Posten wurden entsprechend saldiert.

[10] Verbindlichkeiten

Verbindlichkeiten werden mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt.

Sämtliche Verbindlichkeiten sind innerhalb eines Jahres fällig.

Verbindlichkeiten in fremden Währungen werden nach § 256a HGB bewertet.

Es existieren keine Verbindlichkeiten, die durch Pfandrechte oder ähnliche Rechte gesichert sind.

[11] Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen

in Tausend Euro 31.12.2013 31.12.2012 Veränderung
Verbindlichkeiten gegenüber F. Hoffmann-La Roche AG Basel 53.959 20.664 33.295 161%
Verbindlichkeiten gegenüber anderen verbundenen Unternehmen 202 62 140 226%
Summe Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 54.161 20.726 33.435 161%

[12] Sonstige Verbindlichkeiten

in Tausend Euro 31.12.2013 31.12.2012 Veränderung
Verbindlichkeiten aus Steuern 22.530 11.823 10.707 91%
Andere sonstige Verbindlichkeiten 429 641 -212 -33%
  22.959 12.464 10.495 84%

[13] Umsatzerlöse

in Prozent 2013 2012 Veränderung
Inland (Arzneimittel) 93 93 0
Ausland (Dienstleistungen) (überwiegend Nicht-EU-Länder) 7 7 0

Verteilung der Umsatzerlöse nach Geschäftsbereichen:

in Prozent 2013 2012 Veränderung
Hämatologie / Onkologie 78 76 2
Rheumatologie 10 8 2
Mature Products 5 4 1
Virologie 3 4 -1
Transplantation 2 4 -2
Anämie 2 2 0
Sonstige 0 2 -2

[14] Sonstige betriebliche Erträge

Hierbei handelt es sich hauptsächlich um Erlöse aus Personalrestaurant, Werksverkauf, Werkswohnungen und sonstigen Leistungen an Mitarbeiter sowie Erträge aus der Auflösung von Werberichtigungen für Kundenforderungen. Daneben enthält diese Position eine Auflösung von umsatzerlösmindernden Rückstellungen aus Vorjahren in Höhe von 8.304 Tausend Euro, die den periodenfremden Erträgen zuzurechnen ist. Im Vorjahr waren periodenfremde Erträge von 17.722 Tausend Euro aus einer Erstattung der Konzernmutter enthalten.

[15] Materialaufwand

Beim Materialaufwand handelt es sich um von der F. Hoffmann-La Roche AG, Basel, bezogene Handelswaren, die entsprechend der Umsatzerlöse den Geschäftsbereichen zuzuordnen sind.

[16] Personalaufwand

in Tausend Euro 2013 2012 Veränderung
Löhne und Gehälter 127.102 111.056 16.046 14%
Soziale Abgaben 13.439 12.660 779 6%
Aufwendungen für Altersversorgung 2.510 6.468 -3.958 -61%
  143.051 130.184 12.867 10%

Aus der Umsetzung des BAG Urteils zur Regelaltersgrenze vom 15.05.2012 resultierte eine Minderung der Aufwendungen für Altersversorgung in Höhe von 3.321 Tausend Euro. Betragsgleich erfolgte - erfasst im außerordentlichen Aufwand - eine Zuführung zur Rückstellung für Pensionen zur Reduzierung des Unterschiedsbetrags aus der BilMoG-Umstellung.

Im Jahresdurchschnitt wurden 1.211 Mitarbeiter und zum Jahresende 1.219 Mitarbeiter beschäftigt. Die durchschnittliche Mitarbeiteranzahl verteilt sich auf folgende Bereiche:

Anzahl Mitarbeiter 2013 2012 Veränderung
Marketing Außendienst 420 407 13 3%
Marketing Innendienst 428 410 18 4%
Business Services, IT und Administration 169 148 21 14%
Klinische Forschung 111 91 20 22%
Qualitätskontrolle 83 73 10 14%
(ohne Auszubildende und Vorstand) 1.211 1.129 82 7%

[17] Sonstige betriebliche Aufwendungen

In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind LeasingaufWendungen i.S.v. § 285 Abs. 3 HGB in Höhe von 4.879 Tausend Euro enthalten. Zur Verminderung der Kapitalbindung und des administrativen Aufwandes werden die Dienstfahrzeuge des Außen- und Innendienstes über ein Dienstleistungsunternehmen für Operating-Leasing finanziert und verwaltet. Ein Risiko aus diesen Leasingverträgen über die während der Mindestlaufzeit zu leistenden Zahlungen hinaus - enthalten in [23] Sonstige finanzielle Verpflichtungen - ergibt sich nicht.

Darin enthalten sind sonstige betriebliche Aufwendungen aus Währungsumrechnung in Höhe von 53 Tausend Euro (im Vorjahr 13 Tausend Euro).

[18] Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens

in Tausend Euro 2013 2012 Veränderung
Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 197 1.763 -1.566 -89%
davon aus verbundenen Unternehmen 0 1.577 -1.577 -100%

Die gegenüber dem Vorjahr verminderten Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens von verbundenen Unternehmen sind bedingt durch die zum 30.06.2012 erfolgte Rückführung des an die Roche Diagnostics GmbH, Mannheim, gewährten Darlehens in Höhe von 200 Millionen Euro. Der Zinssatz war an die Entwicklung des 6-Monats-Euro-LIBOR gekoppelt.

In den Erträgen aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens in Höhe von 197 Tausend Euro sind im Geschäftsjahr für den Vorsorgeplan 2007 Erträge aus dem CTA-Fondsvermögen in Höhe von 382 Tausend Euro sowie Zinsaufwendungen aus der Aufzinsung für die Pensionsverpflichtungen in Höhe von 185 Tausend Euro berücksichtigt, was einem Gesamtertrag aus dem Versorgungsplan 2007 in Höhe von 197 Tausend Euro entspricht. Erträge und Aufwendungen aus dem Deckungsvermögen werden mit dem Aufwand aus der Aufzinsung der entsprechenden Verpflichtung in Erträgen aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens saldiert.

[19] Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge

in Tausend Euro 2013 2012 Veränderung
Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 118 330 -212 -64%

Die Zinserträge aus Abzinsung von Rückstellungen betragen 96 Tausend Euro (im Vorjahr 171 Tausend Euro).

[20] Zinsen und ähnliche Aufwendungen

in Tausend Euro 2013 2012 Veränderung
Zinsen und ähnliche Aufwendungen 15.761 11.231 4.530 40%
davon an verbundene Unternehmen 0 78 -78 -100%

Die Zinsen und ähnlichen Aufwendungen enthalten Zinsaufwendungen für Pensionsrückstellungen, Rückstellungen für Altersteilzeitverpflichtungen und Rückstellungen für Umweltschutzmaßnahmen Höhe von 15.417 Tausend Euro (im Vorjahr 11.116 Tausend Euro).

[21] Außerordentliches Ergebnis

Das außerordentliche Ergebnis ist im Wesentlichen durch Aufwendungen im Bereich der Umweltschutzmaßnahmen beeinflusst, die auf Grund einer öffentlich-rechtlichen Verpflichtung in den kommenden Jahren voraussichtlich anfallen werden. Bei der Schätzung wurde von Kosten in Höhe von 238,2 Millionen Euro ausgegangen (Vorjahr: 125 Millionen Euro), welche über die erwartete Laufzeit abgezinst wurden. Des Weiteren sind Aufwendungen aus der Umstellung der Rechnungslegung auf das Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz (BilMoG) aus dem Jahr 2010 im außerordentlichen Ergebnis ausgewiesen.

in Tausend Euro 2013 2012
Aufwand für Umweltschutzmaßnahmen 104.769 118.863
Umstellung der Pensionsrückstellungen auf BilMoG (1/15 des Gesamtumstellungsbetrages) 3.865 3.865
Umstellung der Pensionsrückstellungen auf BilMoG (zusätzliche Dotierung der Rückstellung, vgl. Tz. [16] 3.321 0
Außerordentlicher Aufwand 111.955 122.728

[22] Sonstige Angaben

Die Aufsichtsratsmitglieder erhielten gemäß § 285 Nr. 9 a) HGB im Geschäftsjahr Bezüge in Höhe von 15 Tausend Euro. Durch Anwendung der Schutzklausel gemäß § 286 Abs. 4 HGB wird auf die Angabe der Bezüge des einzelnen Vorstandsmitglieds verzichtet. Die Bezüge der früheren Vorstandsmitglieder einschließlich deren Hinterbliebenen betragen gemäß § 285 Nr. 9 b) HGB im Geschäftsjahr 284 Tausend Euro.

Die Gesellschaft ist aufgrund ihres Ergebnisabführungsvertrages eine Organgesellschaft im Sinne des § 14 Abs. 1 S. 1 i.V.m. § 17 Abs. 1 S. 1 KStG. In der Folge ist das steuerliche Einkommen nicht der Organgesellschaft, sondern dem Organträger zuzurechnen. Künftige Steuerbe- oder -entlastungen aus temporären oder quasi-permanenten Differenzen zwischen den handelsrechtlichen Buchwerten und den korrespondierenden steuerlichen Wertansätzen sind daher im Jahresabschluss des Organträgers, nicht aber bei der Organgesellschaft zu berücksichtigen. Daher erfolgt kein Ansatz latenter Steuern.

Das Gesamthonorar des Abschlussprüfers gemäß § 285 Nr. 17 HGB ist in den Angaben im Konzernabschluss der Roche Holding AG, Basel/Schweiz enthalten.

Es existieren keine Haftungsverhältnisse gem. § 251 HGB.

[23] Sonstige finanzielle Verpflichtungen

in Tausend Euro 2013 2012 Veränderung
Bestellobligo 11 461 -450 -98%
Miet- und Leasingverpflichtungen 9.676 8.079 1.597 20 %

[24] Unternehmensvertrag

Mit der Roche Deutschland Holding GmbH, Grenzach-Wyhlen, als Organträgerin besteht mit Wirkung ab 1. Januar 1999 ein Organschaftsvertrag.

[25] Organe

Vorstand:

Dr. Hagen Pfundner Lörrach Vorstand

Aufsichtsrat:

Dr. Severin Schwan Riehen/Schweiz Vorsitzender des Aufsichtsrates Vorsitzender der Konzernleitung, Roche Holding AG, Basel Aktionärsvertreter
Gerhard Schäferkord (bis 25.04.2013) Sinzheim stellv. Vorsitzender des Aufsichtsrats Rechtsanwalt Aktionärsvertreter
Dr. Gottlieb Keller (ab 25.04.2013) Zürich / Schweiz stellv. Vorsitzender des Aufsichtsrats General Counsel und Sekretär des Verwaltungsrats F. Hoffmann-La Roche AG, Basel Aktionärsvertreter
Dr. José Gabriel Ledezma-Sanchez (bis 31.05.2013) Wilhelmsfeld Vorsitzender des Betriebsrats der Roche Pharma AG Arbeitnehmervertreter
Ute Schwanitz (ab 01.06. bis 15.07.2013) Bottrop Betriebsrätin Roche Pharma AG Arbeitnehmervertreterin
Claudia Völz (ab 30.08.2013) Steinen Vorsitzende des Betriebsrats der Roche Pharma AG Arbeitnehmervertreterin

 

Grenzach-Wyhlen, 17. März 2014

Roche Pharma AG

Dr. Hagen Pfundner, Vorstand

Lagebericht für das Geschäftsjahr 2013

1. Geschäft und Rahmenbedingungen

Die Roche Pharma AG, Grenzach-Wyhlen, (kurz "Roche Pharma AG") ist im Konzernverbund der Roche Holding AG, Basel/Schweiz, (kurz "Roche-Gruppe" bzw. "Roche") für Marketing und Vertrieb der Roche Pharmazeutika in Deutschland zuständig.

Mit der Einführung von Zwangsrabatten auf alle patentgeschützten Medikamente in Höhe von 16 % und einem Preismoratorium auf Basis von August 2009 im Jahr 2010 sind die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für innovative pharmazeutische Unternehmen nach wie vor anspruchsvoll und schwierig. So hat diese Gesundheitsreform den Umsatz der Roche Pharma AG in 2013 mit rund 230 Mio. Euro belastet. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies einer Zunahme von 27,4 Mio. Euro (+13,3%).

Darüber hinaus müssen alle neuen Produkte den zum 01. Januar 2011 etablierten AMNOG (Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz) Prozess innerhalb eines Jahres nach Markteinführung durchlaufen. Basierend auf dem bewerteten Zusatznutzen, sieht das AMNOG eine Verhandlung des Erstattungsanspruchs vor.

Für das im Februar 2012 eingeführte Produkt Zelboraf® konnten die Preisverhandlungen erfolgreich bis zum Frühjahr 2013 beendet werden. Momentan befindet sich die Roche Pharma AG noch mit den Produkten Erivedge® und Perjeta® in Verhandlung. Mit einer Einigung wird im ersten Halbjahr 2014 gerechnet. Parallel dazu wird aktiv die Möglichkeit der Beratung zur zweckmäßigen Vergleichstherapie für die in der Entwicklung befindlichen Produkte genutzt.

2. Geschäftsentwicklung

Das Geschäft der Roche Pharma AG wird gesteuert anhand der Umsatzerlöse und den operativen Kosten, die zusammen mit dem Finanzergebnis das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit ergeben.

Die Roche Pharma AG erzielte 2013 einen Gesamtumsatz von 1.579,2 Mio. Euro, was einer Umsatzsteigerung von 8,2 % bzw. 119,4 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahr entspricht. Auf das rezeptpflichtige Drittkundengeschäft entfielen dabei 1.465,8 Mio. Euro.

Das Umsatzwachstum von 8,2% gegenüber dem Vorjahr resultiert aus den nachfolgend beschriebenen Effekten.

Die Zulassungserweiterung von Avastin® für die Behandlung des Ovarialkarzinoms im Jahr 2012 sowie die gestiegene Nachfrage von Avastin® in den anderen zugelassenen Anwendungsgebieten haben Avastin® in 2013 zu einem weiterhin dynamischen Wachstum geführt.

Mit der erweiterten Zulassung von MabThera® in AAV (ANCA-assoziierte Vaskulitiden) steht für Patienten mit dieser schweren Autoimmunerkrankung nach 40 Jahren erstmals wieder eine neue Therapieoption zur Verfügung.

Im März 2013 erhielt Roche die Zulassung des Medikaments Perjeta® für die Behandlung von Patientinnen mit nicht vorbehandeltem HER-2-positivem metastasierendem Brustkrebs in Kombination mit Herceptin® und Docetaxel. Perjeta®, ein Beispiel für die Roche-Strategie der personalisierten Medizin, konnte in der Zulassungsstudie sowohl eine Verlängerung des progressionsfreien Überlebens als auch eine Reduktion des Sterberisikos verglichen mit Herceptin® und Chemotherapie allein zeigen. Im August 2013 wurde Herceptin® subkutan zugelassen - eine weniger invasive Verabreichungsart, weshalb die Patienten für die Behandlung mit Herceptin® weniger Zeit im Krankenhaus verbringen müssen als bei der intravenösen Infusion. Dies ist ein wichtiger Aspekt bei frühem Brustkrebs, bei dem Herceptin® üblicherweise für ein Jahr verabreicht wird.

Die Einführung von Erivedge® im August 2013 ermöglicht als erstes Produkt die systemische Therapie von fortgeschrittenem Basalzellkarzinom bei Patienten, die nicht mittels einer Operation oder Radiotherapie ausreichend behandelt werden können. Die Patientenpopulation ist mit unter 2.000 diagnostizierten Patienten allerdings sehr klein. Obwohl die Roche Pharma AG im Jahr 2012 nicht jederzeit in der Lage war die Nachfrage nach Mircera® zu bedienen und dies in dem hochkompetitiven Dialyse-Markt zu Umsatzverlusten führte, konnten die Umsätze in 2013 stabilisiert und Kunden zurückgewonnen werden.

Der Hepatitis C Markt reagierte auf die Ankündigung einer interferon-freien Therapie ab 2014 mit einem starken "Warehousing" von Patienten, d.h. diagnostizierte Patienten werden beobachtet, jedoch nicht therapiert, bis die neue Therapieoption zur Verfügung steht. Dies führte zu einem Umsatzrückgang bei Pegasys®, einem PEG-Interferon. Darüber hinaus traten im Herbst nachweislich Produktfälschungen im Markt auf.

3. Ertragslage

Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit liegt nahezu unverändert gegenüber dem Vorjahr bei 65,8 Mio. Euro. Die Umsatzrendite (Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit / Umsatzerlöse) verringerte sich von 4,5 % auf 4,17 % und die Eigenkapitalrentabilität (Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit / Eigenkapital zum Stichtag) blieb nahezu unverändert im Vergleich zum Vorjahr bei 88,0 %.

Den um 119,4 Mio. Euro bzw. 8,2 % gestiegenen Umsatzerlösen stehen um 85,5 Mio. Euro bzw. 7,6 % höhere Materialaufwendungen gegenüber. Dadurch hat sich die Materialaufwandsquote (Materialaufwand / Umsatzerlöse) von 77,0 % im Vorjahr auf 76,6 % in 2013 leicht verringert.

Die sonstigen betrieblichen Erträge sind in Höhe von 9,8 Mio. Euro angefallen. Hierbei handelt es sich hauptsächlich um Auflösungen von umsatzerlösmindernden Rückstellungen aus Vorjahren in Höhe von 8,3 Mio. Euro. Daneben sind Erlöse aus Personalrestaurant, Werksverkauf, Werkswohnungen und sonstigen Leistungen an Mitarbeiter sowie Erträge aus der Auflösung von Wertberichtigungen für Kundenforderungen enthalten.

Der Personalaufwand ist im Jahr 2013 um 12,9 Mio. Euro bzw. um 10,0 % gestiegen. Der Anstieg des Personalaufwands resultiert aus der Erhöhung der Aufwendungen für Löhne und Gehälter um 16,0 Mio. Euro bzw. 14,4 %. Gegenläufig wirkte sich der Rückgang der Aufwendungen für Altersversorgung von 4,0 Mio. Euro aus.

Die um 5,3 Mio. Euro gestiegenen sonstigen betrieblichen Aufwendungen resultieren im Wesentlichen aus der Erhöhung der Ausgaben für Beratungs- und Prüfungskosten um 2,7 Mio. Euro sowie den gestiegenen Ausgaben für klinische Forschung in Höhe von 2,2 Mio. Euro.

Im laufenden Geschäftsjahr wurde das außerordentliche Ergebnis im Wesentlichen durch Aufwendungen im Bereich der Umweltmaßnahmen für die Kesslergrube beeinflusst, die auf Grund einer öffentlich-rechtlichen Verpflichtung in den kommenden Jahren voraussichtlich anfallen werden. Aufgrund von neuen Erkenntnissen im Zusammenhang mit der Sanierung gab es eine erneute Zuführung zur Rückstellung im Jahr 2013.

Unter Berücksichtigung der vorstehend genannten ergebnisbeeinflussenden Faktoren ergibt sich im Jahr 2013 ein Verlust in Höhe von 46,2 Mio. Euro. Aufgrund des Ergebnisabführungsvertrags mit der Roche Deutschland Holding GmbH, Grenzach-Wyhlen, wird dieser Verlust von der Organmutter ausgeglichen.

4. Personal

- Allgemein

Die Anzahl der Beschäftigten erhöhte sich innerhalb des Jahres um 79 Personen auf 1.219 Mitarbeiter zum Jahresende 2013. Hiervon entfallen auf die Bereiche Marketing und Vertrieb 663 Personen, Administration (Finanzen, Informatik, Personal, Recht, Facility Management) 176 Personen, Medical Affairs M&I 182 Personen, Klinische Forschung 112 Personen und Qualitätskontrolle 86 Personen.

Im Berichtsjahr wurden 220 Stellen durch interne Rotation und externe Mitarbeiter besetzt. Knapp zwei Drittel dieser Stellen wurden durch Frauen besetzt, was die hohe Bedeutung von Diversity im Unternehmen widerspiegelt.

In der oben genannten Mitarbeiterzahl zum Jahresende sind 37 Auszubildende nicht eingerechnet. Diese Anzahl wird auch im Jahr 2014 mit 8 geplanten Neueinstellungen aufrechterhalten, da die Gesellschaft Investitionen in die Ausbildung von Mitarbeitern als große Chance sieht, um den Herausforderungen der Zukunft gerecht zu werden.

Die Personalfluktuation ohne Einbezug von Pensionierungen und Ausbildungsverhältnissen erhöhte sich von 2,3 % auf 2,8 % und die durchschnittliche Betriebszugehörigkeit lag Ende 2013 unverändert bei rund 11 Jahren.

Der Personalrekrutierungsprozess wird durch ein Beziehungsmanagement zu potenziellen Kandidaten, insbesondere zu unserer besonders stark nachgefragten Zielgruppen, modifiziert. So wurde 2013 ein Talent Scout eingestellt, welcher insgesamt 129 Kandidaten identifiziert und an das Unternehmen gebunden hat. Davon wurden 8 Kandidaten rekrutiert.

Des weiteren wurde das Programm "Refer a friend" im zweiten Halbjahr in Grenzach als neues Recruitinginstrument implementiert. Hierbei nutzen Mitarbeitende ihre persönlichen Netzwerke und sprechen Empfehlungen für vakante Positionen aus, für die sie nach erfolgreicher Rekrutierung der Empfohlenen finanziell belohnt werden. Erste Mitarbeitende wurden mit Hilfe dieses Programmes gewonnen.

Die Karriereseite für Roche in Deutschland erfuhr in 2013 einen Relaunch. Inhalte werden nun zielgruppenspezifischer zur Verfügung gestellt. Dies hatte zur Folge, dass die Zugriffszahlen auf die Startseite der Karriereseite Roche in Deutschland um 21 % gesteigert werden konnten. Der Zugriff seitens Nutzer mobiler Endgeräte steigerte sich um 100 %. Die Zugriffe über Facebook auf unsere Karriereseite erhöhten sich um 40 %.

Um den Wechsel des Wohnortes neuer Mitarbeitender zu fördern sowie die Arbeitssuche ihrer Partner zu unterstützen, tritt die Roche Pharma AG bei dem neuen Onlineportal SW+ (entstanden auf Initiative der Wirtschaftsregion Südwest) als Hauptsponsor auf.

Die Roche Pharma AG wurde 2013 mehrfach als attraktiver Arbeitgeber ausgezeichnet. Im März mit dem Siegel "Top Arbeitgeber" durch das Top Employer Institut, im gleichen Monat mit dem Prädikat "Deutschlands beste Arbeitgeber" durch das Magazin "Focus", im Mai mit der Auszeichnung "Great Place to Work" vom Great Place to Work® Deutschland und im Dezember 2013 erneut mit dem Qualitätssiegel "Praktikantenspiegel" der Unternehmensberatung Clevis und der Jobbörse Absolventa. Die Auszeichnungen "Praktikantenspiegel", "Top Arbeitgeber" und "Top Nationaler Arbeitgeber" wurden allen Hauptstandorten von Roche in Deutschland verliehen.

Intern wird den Mitarbeitenden seit 2013 ein breiteres Angebot des "pme Familienservices" angeboten. Durch die kostenlose Nutzung eines Onlineportals stehen umfangreiche und qualitätsgeprüfte Inhalte zu den Themenbereichen Kinderbetreuung und Homecare/Eldercare zur Verfügung. Des Weiteren bietet der "pme Familienservice" die Nutzung des Internetdatenbank-Anbieters "HalloBabysitter.de" an.

- Talentmanagement - Führung entwickeln - Veränderungen begleiten

Im Rahmen des Talentmanagements wurden 6 Mitarbeitende ins Ausland entsandt und 8 Mitarbeiter anderer Roche-Gesellschaften bei der Roche Pharma AG eingesetzt.

Im Jahr 2013 wurden fünf Stipendien an Studierende der Medizin und der Gesundheitsökonomie vergeben. Diese Studierende wurden in das Förder- und Bindungsprogramm "Roche Evolution" aufgenommen und starteten ein Mentoring mit Führungskräften der Roche Pharma AG. Insgesamt stieg die Zahl der Roche Evolution Mitglieder für den Standort Grenzach auf 20 an. Ziel ist es, diesen Talenten nach Abschluss ihrer universitären Ausbildung bei der Roche Pharma AG eine Karriereperspektive anzubieten.

Nicht nur die Rekrutierung von talentierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist ein Anliegen der Roche Pharma AG, sondern auch die zielorientierte Entwicklung von Führungs- und Fachkräften wird von Roche Pharma AG als strategischer Erfolgsfaktor erkannt.

Wir stellen für Mitarbeitende auf allen Ebenen bedarfsgerechte Entwicklungsmaßnahmen und -programme zur Verfügung. Sie reichen von einzelnen Produkt- und Gesprächstrainings, über langfristig, modular aufgebaute Führungskräfteausbildungen bis hin zu gezielten Bereichs-Workshops oder mehrmonatigen Auslandsentsendungen. Roche ermutigt dabei alle Mitarbeitenden, Gespräche zur Entwicklungsplanung mit ihren Vorgesetzten zu führen. Hierbei werden Angebote für die persönliche Entwicklung jedes Einzelnen im Dialog erarbeitet und gemeinsam analysiert, welche Fähigkeiten und Qualifizierungen zur Erreichung beruflicher Ziele erforderlich sind.

Im Rahmen des Roll-Outs der People Leadership Commitments im Jahre 2013 wurden mit 80 Führungskräften die Bedeutung der People Leadership Commitments in der Praxis erarbeitet. Dazu wurden intern Führungskräfte als Moderatoren gewonnen, die diese Workshops durchgeführt und so als wertvolle Multiplikatoren den Roll-Out Prozess unterstützt haben. Zum Aufbau einer stabilen Pipeline von Potenzialträgern für Führungsnachwuchs wurden im Rahmen des Succession Talent Management Prozesses drei Development-Center mit 23 Talenten durchgeführt. Ein darauf aufbauendes Entwicklungskonzept ist konzipiert und startet in 2014.

- Ausbildung an der Dualen Hochschule Lörrach

Darüber hinaus engagiert sich die Roche Pharma AG in der Ausbildung junger Menschen und ermöglicht ihnen einen hochqualifizierten Berufsabschluss in Zusammenarbeit mit der Dualen Hochschule Lörrach. So haben im Herbst des Berichtsjahres 16 Studierende ihr Studium zum Bachelor of Arts erfolgreich beendet und Angebote für ihren Berufseinstieg in den Standorten Grenzach, Basel und Reinach erhalten. Acht neue Studenten haben in 2013 ihr Studium aufgenommen und werden innerhalb des Roche Konzerns auf zukünftige Positionen lokal und global vorbereitet.

Dieses Jahr wurde auch die Internationalisierung dieses Dualen Studiums weiter vorangetrieben: so verbrachten 13 Studenten eine Praxisphase in einer Roche Niederlassung in der Schweiz, in England, Malaysia, Hongkong, Vietnam, Dänemark und den USA.

- Trainee-Programme

Ein weiterer Schritt zur Sicherung unserer Wettbewerbsfähigkeit ist die Ausbildung von hochqualifizierten Naturwissenschaftlern, Medizinern und Pharmazeuten. Die Roche Pharma AG bildet in drei Management Start-Up Programmen 17 Nachwuchsmanager für die Bereiche Marketing / Produktmanagement, Medical Management und Qualitätsmanagement aus.

- Restrukturierung

Zahlreiche organisatorische Veränderungen wurden durch den Personalbereich begleitet. So wurde beispielsweise der Bereich Herceptin personell verstärkt, während in anderen Bereichen die Notwendigkeit bestand, Kapazitäten zu reduzieren. Durch die vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Geschäftsleitung, Personalbereich und der Arbeitnehmervertretung konnten Mitarbeitende intern in neue Positionen vermittelt und attraktive Karriereperspektiven aufgezeigt werden.

5. Investitionen

Für das Geschäftsjahr 2013 betrug das Investitionsvolumen der Roche Pharma AG beim immateriellen Anlagevermögen und bei den Sachanlagen insgesamt rund 3,0 Mio. Euro.

Hiervon entfallen 1,8 Mio. Euro auf die Generalsanierung eines Bürogebäudes. 1,0 Mio. Euro wurden für geringwertige Wirtschaftsgüter bis 1.000 Euro aufgewendet.

6. Finanz- und Vermögenslage

Der Finanzmittelfonds weist zum Ende des Geschäftsjahres einen positiven Saldo in Höhe von 391,3 Mio. Euro aus. Er setzt sich zusammen aus dem Guthaben auf dem lfd. Bankkonto in Höhe von 989 Tausend Euro und aus den Forderungen in Höhe von 390,3 Mio. Euro gegen die Roche Deutschland Holding GmbH aus einer Cash-Pooling-Vereinbarung.

Der Cash-Flow aus laufender Geschäftstätigkeit weist in 2013 einen Zufluss in Höhe von 135,1 Mio. Euro (im Vorjahr 50,0 Mio. Euro) aus. Die hauptsächlichen Gründe hierfür sind:

der erwirtschaftete Periodenverlust vor den Erträgen aus Verlustübernahme in Höhe von -46,2 Mio. Euro

die Erhöhung des Handelswarenbestands um 12,0 Mio. Euro

die Erhöhung der Rückstellungen um 147,3 Mio. Euro

die Erhöhung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gegen verbundene Unternehmen in Höhe von 33,4 Mio. Euro sowie die Zunahme der sonstigen Verbindlichkeiten in Höhe von 10,5 Mio. Euro.

Zusammen mit den im Geschäftsjahr in das Anlagevermögen getätigten Investitionen in Höhe von 3,0 Mio. Euro und der Verlustübernahme aus 2012 von der Roche Deutschland Holding GmbH in Höhe von 57,1 Mio. Euro ist der Finanzmittelfonds von 202,0 Mio. Euro um insgesamt 189,2 Mio. Euro auf einen positiven Finanzmittelfonds in Höhe von 391,3 Mio. Euro im Jahr 2013 angestiegen.

Die Bilanzsumme stieg 2013 gegenüber dem Vorjahr um 193,0 Mio. Euro auf 744,2 Mio. Euro, hauptsächlich bedingt durch den Anstieg der Forderungen gegen verbundene Unternehmen von insgesamt 180,3 Mio. Euro und die Zunahme der Vorräte um 12,0 Mio. Euro.

Auf der Passivseite leitet sich die Erhöhung der Bilanzsumme in 2013 im Wesentlichen durch die Zunahme der Rückstellungen um 147,3 Mio. Euro und der Verbindlichkeiten um 45,7 Mio. Euro ab. Hierbei stiegen insbesondere die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen um 33,4 Mio. Euro.

Das Anlagevermögen in Höhe von 38,7 Mio. Euro zum Ende des Geschäftsjahres ist vollständig durch das Eigenkapital gedeckt. Das Umlaufvermögen inkl. Rechnungsabgrenzungsposten in Höhe von 705,5 Mio. Euro ist über die sonstigen Rückstellungen und die Verbindlichkeiten von zusammen 487,2 Mio. Euro sowie langfristiges Fremdkapital (Rückstellungen für Pensionen) finanziert.

Aufgrund des derzeit schwierigen Umfelds, in welchem Roche als innovativer forschender Pharmahersteller, insbesondere von der Härte der Maßnahmen der Gesundheitsreform mit einem Preismoratorium und einem stark erhöhten Herstellerrabatt von insgesamt ca. 19 % belastet wurde, ist nach Einschätzung der Geschäftsleitung die wirtschaftliche Lage des Unternehmens schwieriger geworden, jedoch nach wie vor als finanziell stabil zu bezeichnen. Das Finanzmanagement der Roche Pharma AG ist entsprechend darauf ausgerichtet, dass die finanzielle Stabilität auch zukünftig gewährleistet wird.

Die Geschäftsleitung beurteilt das erzielte Ergebnis (vor den außerordentlichen Aufwendungen) in Höhe von 65,8 Mio. Euro sowie die Vermögens-, Ertrags- und Finanzlage als erfreulich stabil.

7. Chancen und Risiken

7.1 Unmittelbare Chancen und Risiken der Roche Pharma AG als Vertriebsgesellschaft

- Gesetzliche Rahmenbedingungen

Wir machen uns Sorgen bezüglich der Akzeptanz von medizinischen Innovationen in Deutschland und der damit verbundenen internationalen Konkurrenzfähigkeit der industriellen Gesundheitswirtschaft, die aufgrund unserer Investitionen auch kraftvoller Motor unserer Volkswirtschaft ist. Dieser Aspekt kommt in der politischen Diskussion um Kosten im Gesundheitswesen häufig zu kurz.

Auch wir haben ein starkes Interesse an einer nachhaltigen Finanzierbarkeit der sozialen Sicherungssysteme. Der Erhalt der Innovations- und Wirtschaftskraft der in Deutschland ansässigen Gesundheitsindustrie ist hierfür eine tragende Säule.

Nur so können wir einen nachhaltigen Beitrag zur Versorgung mit innovativen Medikamenten leisten, die für Patienten und damit letztendlich für das Gesundheitssystem insgesamt einen großen Nutzen bringen.

Das innovative Produktportfolio von Roche war durch den gesetzlichen Zwangsrabatt mit rund 230 Mio. Euro im Jahr 2013 disproportional belastet. Die für eine befürchtete Krisensituation ordnungspolitisch umstrittenen, auf jeden Fall aber drastischen Regulierungsinstrumente sollten laut Gesetz (§130a Abs. 4 SGB V) und EU Transparenzrichtlinie (89/105/EWG) regelmäßig auf ihre Notwendigkeit überprüft und bei entsprechender Voraussetzung abgebaut werden. Angesichts eines Überschusses von annähernd 30 Milliarden Euro in Gesundheitsfonds und Krankenkassen und der sich seit 2010 positiv entwickelnden Wirtschaftslage ist es für uns nachvollziehbar, dass sich der Zwangsrabatt in 2014 verringern wird. Ebenfalls positiv für die zukünftige Entwicklung ist die Entscheidung der Bundesregierung, die Nutzenbewertung von Medikamenten auf dem Bestandsmarkt nicht durchzuführen. Es ist jedoch nicht nachvollziehbar, dass ein auf mehr als acht Jahre festgeschriebenes Preismoratorium ohne Inflationsausgleich Kostensteigerungen von Unternehmen ignoriert.

Darüber hinaus müssen alle neuen Produkte den zum 01. Januar 2011 etablierten AMNOG (Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz) Prozess innerhalb eines Jahres nach Markteinführung durchlaufen. Basierend auf dem bewerteten Zusatznutzen, sieht das AMNOG eine Verhandlung des Erstattungsanspruchs vor.

Trotz dieser Rahmenbedingungen ist die Roche Pharma AG gut vorbereitet und hat dank Produkten mit klarem Mehrwert für Patienten und Ärzte, der internen Innovationskraft bei Pharma sowie der Fokussierung auf personalisierte Medizin die besten Grundlagen für die Zukunft. Unterstützend sind hier zwei Elemente: die Zusammenarbeit mit Dritten im weltweiten Netzwerk mit über 150 Allianzen sowie gezielte Akquisition von Technologie, Wirkstoffen und Know-how.

- Lieferbereitschaft

Unser Anspruch ist dass unsere Produkte pünktlich, mengengerecht und in der erforderlichen Qualität an unsere Kunden und Patienten ausgeliefert werden. Um die Lieferkette optimal zu gestalten, die Lieferfähigkeit sicherzustellen und die Kapitalbindungskosten auf einem niedrigen Niveau zu halten, arbeiten wir konzernweit mit einem SAP integriertem Supply Chain Management System. Ausgehend vom Bedarf der Patienten in den Märkten wird die Produktions- und Verpackungsplanung, die Anlieferung in den Lagern der Länderfilialen und die Belieferungen unserer Kunden bedarfsgerecht und lageroptimiert gestaltet. Das ermöglicht uns, unsere Lieferzuverlässigkeit (On Time in Full) auf einem sehr hohen Niveau zu halten.

Eine enge Kommunikation zwischen den Produktions- und Länderorganisationen, sowie das proaktive Monitoring der Supply Chain (über definierte Key Performance Indicators) unterstützen uns im Falle von Lieferengpässen, die richtige Entscheidung zu treffen, um unsere Kunden und Patienten mit unseren Medikamenten zu versorgen und Lieferunterbrechungen zu vermeiden. Die Roche Pharma AG war in 2013 vollumfänglich lieferfähig.

Um das Einhalten von internen und externen Gesetzen und Richtlinien zu gewährleisten und uns kontinuierlich zu verbessern, haben wir ein Qualitätsmanagement-System sowie definierte Prozesse, klare Rollen und Verantwortlichkeiten etabliert.

- Kreditmanagement

Zur Sicherstellung der Außenstände im Rahmen der gewährten Lieferantenkredite gegenüber Kunden wird beim Verkauf und Absatz unserer Produkte ein konzernweit entwickeltes und für die Bedürfnisse der Roche Pharma AG angepasstes, sehr effizientes Kredit-Management-System eingesetzt, um drohende Ausfälle rechtzeitig zu erkennen und zu verhindern. Aus diesem Grund gab es in 2013 keine Forderungsausfälle.

- Risiken in der Vermarktung

Vom normalen Wettbewerbsrisiko abgesehen, dem jedes Produkt am Markt ausgesetzt ist, kommt bei Arzneimitteln hinzu, dass die hohen Forschungs- und Entwicklungskosten in der zur Verfügung stehenden Zeit des Patentschutzes erwirtschaftet werden müssen. Erschwert wird dies länderübergreifend, indem der Pharmamarkt einem wachsenden Kostendruck ausgesetzt wird. Einerseits durch höhere Hürden bei der Zulassung neuer Medikamente und bei Indikationserweiterungen. Andererseits durch zusätzliche Anforderungen und Hürden an die Erstattung der Arzneimittel durch strengere Anforderungen an die Arzneimittelsicherheit, schnellere Umstellung auf Generika und immer stärkeren Einfluss auf die Preisgestaltung (z. B. vorgegebene Vertriebsstrukturen, Preismoratorien, Zwangsrabatte, Kosten/NutzenAbwägungen, höhere Markt- und Preismacht der Krankenkassen,) zur Entlastung der staatlichen Gesundheits-Budgets.

Aufmerksam verfolgt Roche die Entwicklung von Biosimilars, wirkstoffähnlicher Medikamente, die zukünftig in Konkurrenz zu unseren Medikamenten treten könnten.

- Arzneimittelsicherheit

Die Roche Pharma AG bringt als pharmazeutischer Unternehmer Arzneimittel auf den Markt. Beim so genannten "Inverkehrbringen" bzw. bei der Anwendung durch den Patienten können neben den bekannten und in den Referenzdokumenten aufgeführten Nebenwirkungen, auch bisher nicht bekannte Arzneimittelrisiken auftreten. Diese können von pharmazeutisch-technischer oder medizinischer Art (z. B. tatsächliche oder vermutete Verdachtsfälle von Nebenwirkungen) sein. Der Bereich Arzneimittelsicherheit ist für die Erfassung, Dokumentation, Bewertung, Meldung und Kommunikation von medizinischen Risiken in Zusammenhang mit der Einnahme eines Roche-Produktes verantwortlich. Mögliche pharmazeutisch-technische Risiken werden in Zusammenarbeit zwischen den Bereichen Pharmazeutisch-Technische Qualität und Arzneimittelsicherheit bearbeitet. Um sicherzustellen, dass alle im Unternehmen eingehenden Hinweise unverzüglich aufgenommen und bearbeitet werden können, finden für alle Mitarbeiter der Roche Pharma AG sowie den relevanten Vertragspartnern regelmäßige Schulungen zu den Meldepflichten statt. Zusätzlich erhält jeder Mitarbeiter eine Karte ("ContactCard"), auf der die Kontaktdaten der Arzneimittelsicherheit und die für die Fallmeldung relevanten Informationen aufgeführt sind.

- Qualitätsmanagement in der medizinischen Abteilung der Roche Pharma AG

Zur Verbesserung der Abläufe und zur Sicherstellung, dass alle Richtlinien und internen Prozesse bei der Durchführung klinischer Studien, bei der Überwachung von Arzneimitteln, bei der Zulassung und bei allen anderen Aktivitäten des Geschäftsbereiches Medizin (Medical Affairs) eingehalten werden, wurde in 2012 eine Abteilung "Medical Quality & Compliance Management" eingerichtet. Hauptaufgabe der Abteilung in 2013 war, in Zusammenarbeit mit der globalen Organisation, die Vorbereitung und Einführung eines weltweit auszurollenden Qualitätsmanagementsystems bei Roche. Das System berücksichtigt alle Aspekte des Qualitätsmanagements der Abteilung Medical Affairs und der von Medical Affairs verantworteten Prozesse, auch wenn sie andere Abteilungen betreffen. In einem Qualitätshandbuch sind die Komponenten des Systems beschrieben, insbesondere die Governance-Struktur, die Komponenten und die regelmässigen Maßnahmen. Das System wird in 2014 komplett implementiert.

- Produkt- und Probandenhaftung incl. Absicherung gem. AMG

In Übereinstimmung mit dem Arzneimittelgesetz (AMG) sind für den Geltungsbereich Deutschland sowohl die Risiken der Produkthaftung aus dem Vertrieb von Arzneimitteln mit ihrem Höchstbetrag gem. § 88 AMG (Kapitalbetrag von 120 Millionen Euro pro Arzneimittel) wie auch der Probandenhaftung im Rahmen von klinischen Studien gem. § 40 AMG mit ihrem Höchstbetrag (Kapitalbetrag von 50 Millionen Euro pro klinischer Studie, max. 100 Millionen Euro pro Vertrag ) bei Versicherern abgedeckt

- Verhaltenskodex der Roche-Gruppe

Unser Geschäftsverhalten ist geprägt von Verantwortungsbewusstsein und ethischen Grundsätzen. Wir sind einer nachhaltigen Entwicklung verpflichtet, die den Bedürfnissen des Einzelnen, der Gesellschaft und der Umwelt gleichermaßen Rechnung trägt. Klare Leitlinien für unser Verhalten im Geschäftsverkehr bieten die Roche-Werte - Integrität, Mut und Leidenschaft - und die Roche-Konzerngrundsätze. Für den Roche-Konzern bemisst sich Leistung nicht allein nach den erreichten Ergebnissen, sondern auch nach der Art und Weise, wie diese Ergebnisse erreicht werden. Der Verhaltenskodex der Roche-Gruppe hält fest, was Roche als Arbeitgeber von seinen Mitarbeitern erwartet. Er enthält praktische Leitlinien und Verweise zu weiteren nützlichen Informationen. Verantwortungsvolles Handeln in Übereinstimmung mit den gesetzlichen Vorschriften wird ausnahmslos und von jedem Mitarbeiter erwartet. Der Verhaltenskodex der Roche-Gruppe trägt dazu bei, dieses Ziel zu erreichen. Er ist für alle Mitarbeiter der Roche-Gruppe weltweit verbindlich und wird regelmäßig überarbeitet und weiterentwickelt. Er enthält Regelungen zur persönlichen Integrität, zur Integrität von Roche, zur Personalpolitik, zu den Vermögenswerten von Roche, zur sozialen Verantwortung und zum Compliance-Management. Dabei werden insbesondere (nicht abschließend) Themen wie Interessenkonflikte, Umgang mit Geschäftspartnern und Dritten, Diskriminierung und Belästigung, Bestechung und unlautere Vorteile, Wettbewerbsrecht, korrekte Berichterstattung und Buchführung, Datenschutz und geistiges Eigentum behandelt. Daneben enthält der Verhaltenskodex der Roche-Gruppe die Aufforderung an alle Mitarbeiter, Compliance-Bedenken jederzeit offen anzusprechen und sich damit ggf. an den Compliance Officer zu wenden ("Speak-Up-Initiative"). Compliance-relevante Fälle von Gewicht meldet der Compliance Officer über das sog. BEIR-System (Business Ethics Incident Reporting) an den Chief Compliance Officer in der Konzernzentrale.

- Compliance Officer und Compliance Committee

Der Compliance Officer der Roche Pharma AG untersteht dem Leiter Recht, berichtet in seiner Funktion als Compliance Officer aber direkt an den Vorstand. Er kümmert sich um die Compliance Organisation und deren kontinuierliche Weiterentwicklung. Dabei führt er Überprüfungen der Umsetzung von internen Vorgaben durch und entwickelt Initiativen, die die Compliance der Roche Pharma AG sicherstellen. Er nimmt weiter Beschwerden und Hinweise - auch anonym - entgegen und geht diesen nach. Ein unternehmensübergreifender Austausch in compliance-relevanten Fragen findet im Compliance Committee statt, in dem unter anderem Vertreter aus den Bereichen Marketing und Vertrieb, Personal, Finanzen und IT, Medical Affairs, Qualitätssicherung und Datenschutz vertreten sind. Innerhalb der Rechtsabteilung der Roche Pharma AG wurde zum 1. Januar 2011 zudem ein Team für Governance, Risk & Compliance gegründet, das unter Leitung des Compliance Officers steht. Dieses Team wurde zum Ende des Jahres 2012 nochmals verstärkt und um einen IT-Compliance Manager ergänzt.

- Datenschutz

Als im Gesundheitsbereich tätiges Unternehmen hat der Datenschutz im RocheKonzern weltweit einen hohen Stellenwert und wurde bereits 2001 als unternehmerisches Ziel festgelegt. Dies bedeutet für die Roche Pharma AG, dass alle Forderungen aus dem deutschen Bundesdatenschutzgesetz, insbesondere die Neuerungen der Novellierung des Datenschutzgesetzes aus 2009, konsequent umgesetzt werden. Alle Mitarbeitende sind verpflichtet, das Prinzip des Datengeheimnisses gemäß Bundesdatenschutzgesetz einzuhalten. Der betriebliche Datenschutzbeauftragte der Roche Pharma AG berichtet in dieser Funktion direkt an den Vorstand. Im Laufe des Berichtsjahres waren keine Vorfälle zu melden.

Sicherheit und Schutz von Kundendaten genießen bei der Roche Pharma AG höchste Priorität. Sie sind die Basis jeder vertrauensvollen Kundenbeziehung. Um die Kundendaten noch besser zu schützen, stellte die Roche Pharma AG 2012 u. a. den Bereich Compliance neu auf. Mit der Schaffung eines eigenen Bereichs für Datenschutz, Recht und Compliance sowie einem umfangreichen Maßnahmenpaket für einen verbesserten Datenschutz, eine erhöhte Datensicherheit sowie gesteigerte Transparenz setzte das Unternehmen ein wichtiges Signal für die Relevanz dieser Themen. Eingeflossen sind die Erkenntnisse der Datenschutz- und Sicherheitsfachleute des Unternehmens, aber auch die Empfehlungen externer Experten. Um die Sensibilität der Beschäftigten für das Thema Datenschutz und Datensicherheit weiter zu erhöhen, intensivierte das Unternehmen die bereits etablierten Schulungen.

- IT Sicherheit

Im IT-Bereich sind verschiedene Gefahrenpotentiale vorhanden, die entsprechende Gegenmaßnahmen bzw. Vermeidungsstrategien erforderlich machen. Die höchste Priorität hat bei einem Stromausfall oder ähnlich gravierenden Ereignissen die wesentliche Aufrechterhaltung aller Funktionalitäten von Hard- und Software. Zu diesem Zweck sind Maßnahmen zur Notstromversorgung mittels Batterien und Dieselgeneratoren getroffen worden. Die Bedeutung bzw. das Risikopotenzial hat in 2013 durch Auslagerungen solcher Hardware an andere Roche-Standorte mit sehr effektiven Rechenzentren stark abgenommen. Eine Risikoeindämmung wird auch durch die Reduzierung lokaler IT-Konfigurationen, konzernweiter Vernetzungen, Mehrfachspeicherung sowie Spiegelungen der Daten erzielt. Haftungsrisiken sind durch adäquate Einhaltung der für diesen Bereich speziell geforderten gesetzlichen Sicherheitsauflagen minimiert.

Die Zugriffe auf Systeme und Daten sind pro Anwendung durch ein jeweils nutzerorientiertes und stets aktualisiertes Berechtigungssystem geregelt, so dass unerlaubte Zugriffe nicht möglich sind. Darüber hinaus greifen Maßnahmen (z. B. global koordinierte Installation von Sicherheitspatches in kurzen Abständen), um auf die zunehmende Bedrohung durch kriminelle Zugriffe (z. B. Hacker) oder Störungen durch Computerviren, Würmer, Spam und dergleichen rechtzeitig und angemessen reagieren zu können.

- Sicherheit und Umweltschutz

Die Fachkräfte für Arbeitssicherheit im Bereich "Sicherheit und Umweltschutz" sorgen in Kooperation mit der TÜV SÜD Life Service GmbH, München, und mit Fachkräften der Feuerwehr und vom betriebsärztlichen Dienst für das Vorhandensein und den optimalen Einsatz von Rettungsfahrzeugen, Sicherheitseinrichtungen und Notfallplänen. Unter Beachtung gesetzlicher und konzerninterner Bestimmungen gilt es Unfällen, berufsbedingten Krankheiten und Gefahren sowie Feuer vorzubeugen bzw. erlittene Schäden möglichst gering zu halten. Alle Mitarbeitende werden regelmäßig auf mögliche Risiken und Gefährdungen (z. B. Stolperfallen oder Sturz beim Treppensteigen) hingewiesen, geschult und trainiert, sowie für eine ergonomische Gestaltung des Arbeitsplatzes fachlich beraten. Neuen Mitarbeitern wurde in einer verpflichtenden Schulung in der so genannten "Startwoche" die Wichtigkeit und die Rechte und Pflichten im Arbeitsschutz vermittelt. Alle Vorgesetzten haben die Schulung "Aufgaben und Pflichten für Vorgesetzte" im Arbeitsschutz absolviert. Der Außendienst wurde durch die Sicherheitsfachkraft vor Ort betreut. Wechselnde Kampagnen, Wettbewerbe, sowie der Gesundheitstag dienen der ständigen Präsenz und zur Sensibilisierung der Mitarbeiter für den Arbeits-, Gesundheits- und Umweltschutz.

Trotz neuem Bürogebäude für 150 Mitarbeiter ist der Energieverbrauch nicht wesentlich gestiegen, ein Zeichen, dass sich minergetische Bauweise bezahlt macht. Es wird auch weiterhin untersucht, wie die Eigenenergieerzeugung durch Photovoltaik wirtschaftlich am besten bei der Roche Pharma AG zum Einsatz kommen kann.

Unsere Altlasten auf dem Werksgelände werden in Absprache mit den Behörden bearbeitet und geeignete Maßnahmen abgestimmt. Auch die Altlasten außerhalb des Werksgeländes werden in enger Abstimmung mit dem Umweltamt weiter betreut. Alle Maßnahmen für den Umweltschutz und die nachhaltige Nutzung dieser Altlastenflächen werden in einem professionellen Kommunikationskonzept der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

- Risiko- und Krisenmanagement

Unsere umfassenden Richtlinien im Bereich Risikomanagement setzen den Rahmen für das Erkennen und das Beherrschen interner und externer Risiken sowie für die damit verbundene Berichterstattung. Auch nutzen wir Erkenntnisse aus dem Dialog mit unseren Zielgruppen, um soziale, ökologische und ökonomische Risiken besser zu beherrschen.

Roche hat konzernweit ein System zur Erkennung und Beherrschung aller möglichen Geschäftsrisiken etabliert. Die Roche-Risikomanagement-Charta bestimmt den Rahmen und die Verantwortlichkeiten für das Risikomanagement der Roche-Gruppe. Die Divisionen Pharma und Diagnostics und die globalen Funktionen nehmen mindestens einmal im Jahr eine formale Risikobewertung vor und müssen geeignete Risikomanagement-Pläne für ihre größten Risiken erarbeiten. Diese Risikomanagement-Pläne werden laufend überwacht und Abweichungen werden in regelmäßigen Leistungsgesprächen überprüft. Hierbei werden die Risiken der Roche Pharma AG berücksichtigt und im Risikomanagement abgebildet. Der konsolidierte Risikobericht der Roche-Gruppe, inklusive Zielrisikoprofil, wird von der Konzernleitung diskutiert und zusammen mit dem Geschäftsplan der Gruppe verabschiedet. Dieser wird dem Prüfungsausschuss des Verwaltungsrates präsentiert. Der Risikomanagement-Prozess beinhaltet eine regelmäßige Überprüfung mit Berichterstattung der Resultate an den Prüfungsausschuss des Verwaltungsrates und an den Gesamtverwaltungsrat.

Die Roche Pharma AG setzt konsistente Methoden und Prozesse ein, um fortlaufend auf allen Ebenen unseres Unternehmens Risikobewertungen vorzunehmen. Ein Risikobericht beleuchtet alle materiellen Risiken und wird jährlich mit der Konzernleitung und dem Prüfungsausschuss des Verwaltungsrates erörtert. Wir aktualisieren unsere Risikomanagementprozesse regelmäßig, um zur Sensibilisierung und Stärkung des Verständnisses für das Thema im gesamten Konzern beizutragen.

In der gesamten Roche-Gruppe wurden Ereignisstäbe gebildet, damit wir bei Bedarf schnell reagieren können. Diese Teams gehen regelmäßig die Abläufe für verschiedene Krisenszenarien, Alarm- und Eskalationsprozeduren durch. Weiter stärken wir das Kontinuitätsmanagement der Geschäftsprozesse, um sicherzustellen, dass alle Standorte allfällige Katastrophenereignisse wirksam bewältigen können.

Die eingerichtete Business Continuity Management Task Force hat eine Politik und Leitlinien für den Katastrophenfall erstellt, darunter auch Vorlagen, die eine konsistente und abgestimmte lokale Umsetzung erleichtern. Mit der konzernweiten Einführung des neuen Systems zur Gewährleistung der Kontinuität der Geschäftsprozesse wird die operative Tätigkeit von Roche belastbarer und in die Lage versetzt, größere Störungen abzufangen.

Bei "ICFR- Internal Controls over Financial Reporting" handelt es sich um ein Bündel von Maßnahmen, die permanent sicherstellen, dass mittels interner Dokumentationen und Kontrollen das nach festgelegten Geschäftsprozessen und Grundsätzen aufgebaute Berichtswesen stets korrekt und fehlerfrei ausgeführt wird. Die hieraus gewonnenen Erkenntnisse und die gemeldeten Daten tragen zur Risikoerkennung und Risikoreduzierung bei. Mit der externen Überprüfung ("Audit") der finanziell kritischen und relevanten Geschäftsprozesse durch Group Audit and Risk Advisory und die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Mannheim, wird sichergestellt, dass die entsprechenden Berechtigungen, die laufend angepassten Dokumentationen und die notwendigen Kontrollen bei den täglich anfallenden Geschäftsvorfällen den ICFR Anforderungen gerecht werden. Im Geschäftsjahr wurde das so genannte ICFR Selftesting durchgeführt, welches durch lokale Mitarbeiter ausgeführt wurde. Die lokalen Mitarbeiter absolvieren eine entsprechende konzerninterne Ausbildung. Die hohe Qualität des durchgeführten ICFR Selftesting wurde durch die Verantwortlichen der Konzernfunktion Group Audit and Risk Advisory bestätigt.

7.2 Mittelbare Chancen und Risiken durch den Verbund im Roche Konzern

Durch den Verbund im Roche Konzern ergeben sich noch weitere mittelbare Chancen und Risiken für die Roche Pharma AG, welche im wesentlichen die Forschung und Entwicklung sowie die kontinuierliche Entwicklung des Produktportfolios betreffen. Die Grundlage des Erfolges der Roche Pharma AG ergibt sich aus der Entwicklung neuer innovativer Produkte.

- Forschung und Entwicklung

Roche investiert jedes Jahr beträchtliche Beträge in die Erforschung und Entwicklung von neuen Medikamenten. Unser Schwerpunkt liegt dabei auf den Therapiebereichen Onkologie, Immunologie, Augenheilkunde, Infektiologie und Neurologie. Roche verfügt über drei autonome Forschungseinheiten und unterhält weltweit über mehr als 150 Allianzen mit Drittunternehmen und Institutionen, um die Vielfalt in der Forschung zu fördern und wissenschaftliche Erkenntnisse zügig in die medizinische Praxis zu überführen. Ferner besteht ein Kooperationsabkommen mit dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) und dem Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT). Außerdem besteht ein Kooperationsprogramm mit dem Universitätsklinikum Heidelberg, der Charité Berlin und den Universitäten in München inklusive aller Forschungseinrichtungen. Ziel ist eine stärkere Verzahnung von Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten auf dem Gebiet der Onkologie, um langfristig Innovationen aus der Pharma- und Diagnostikforschung schneller für den Patienten nutzbar zu machen.

Roche strebt nach Exzellenz in der Wirtschaft, die auf einem tiefgreifenden Verständnis der biologischen Hintergründe von Krankheitsabläufen basiert. Dazu wurde über die letzten Jahrzehnte ein umfangreiches Wissen im Bereich der Molekular- und Zellbiologie erworben. Mit dem genauen Verständnis wie sich Zellen verhalten, vermehren und zusammenwirken, können biochemische Pfade moduliert werden, über welche die Zellen die notwendige Information und Energie für ihr Wachstum und ihre Vermehrung erhalten. Diese Einblicke und Erkenntnisse bilden eine Grundvoraussetzung für die Entwicklung neuer Arzneimittel gegen die verschiedensten Krankheiten, einschliesslich Krebs.

Die globale Division Pharma strebt danach, Arzneimittel, die gezielt wirken, zu entdecken, zu entwickeln und auf den Markt zu bringen, welche die ersten und besten Vertreter ihrer Wirkstoffklasse sind und Patienten einen besonderen Nutzen bieten. Durch wissenschaftliche Spitzenleistung und die hohen Investitionen in Forschung und Entwicklung, wird die Division auch künftig differenzierte Medikamente entwickeln können, für die ein hoher medizinischer Bedarf besteht.

Ergänzt wird der gesamte Prozess der Arzneimittelentwicklung von der Division Diagnostics, deren Begleitdiagnostik von unschätzbarem Wert ist. Dank begleitender Tests kann schon früh im Entwicklungsprozess ermittelt werden, welche Patienten am ehesten auf einen bestimmten Wirkstoff ansprechen. Dies macht klinischen Studien effektiver und effizienter und erhöht die Sicherheit und Verträglichkeit der Roche-Medikamente. Der Einsatz begleitender Diagnostik ist ein Kernelement der Roche-Strategie der personalisierten Medizin.

Derzeit befinden sich weltweit 69 neue pharmazeutische Wirkstoffe in der klinischen Entwicklung. Wir sind überzeugt, dass einige davon in den nächsten Jahren zu erfolgreichen Medikamenten avancieren werden.

Im Jahr 2013 konnte mit der Einführung von zwei neuen Medikamenten das Therapiespektrum gegen HER2-positiven Brustkrebs und hämatologische Erkrankungen weiter ausbaut werden.

Die Markteinführung von Kadcyla® in Deutschland bietet Ärzten und Patienten einen revolutionären neuen Behandlungsansatz bei fortgeschrittenem HER2-positivem Brustkrebs. Von dieser besonders aggressiven Form sind rund 20% aller Brustkrebspatienten betroffen. Mit Kadcyla® wurde erstmals ein sogenanntes Antikörper-Wirkstoff-Konjugat (AWK) zur Behandlung von HER2-positivem Brustkrebs zugelassen. AWK sind Krebsmedikamente, die gezielt an bestimmte Krebszellen binden und ein Chemotherapeutikum direkt in die betreffenden Zellen einschleusen. Dies macht sie zu hochwirksamen Arzneimitteln, die gleichzeitig weniger unerwünschte Nebenwirkungen verursachen.

Immuntherapien sind ein neuartiger Ansatz, der zu einem grundlegenden Wandel in der Krebsbehandlung führen könnte. Bei dieser Therapieform werden bestimmte Mechanismen ausgeschaltet, die die körpereigene Fähigkeit zur Zerstörung von Tumorzellen behindern. Noch weiter verbessern könnte man die Immunantwort des Körpers auf Krebs dadurch, dass die Immuntherapie auf intelligente Weise mit anderen, gezielt wirkenden Medikamenten kombiniert wird. Ein Erfolg auf diesem Gebiet könnte so weit führen, dass verschiedene Arten von Krebs künftig besser heilbar oder in chronische Krankheiten verwandelt werden.

- Wettbewerbsfähige Produkte - wissenschaftliche Spitzenleistungen

Für die Konkurrenzfähigkeit der Roche Pharma AG ist Voraussetzung, dass die Roche-Medikamente in höchster Qualität angeboten werden, Patienten einen klar nachweisbaren Nutzen bringen und für das Gesundheitswesen wirtschaftlich sind.

Die Roche Pharma AG bleibt im Krankenhaus wie in der Onkologie die Nummer eins. Wir verfügen in der Division Pharma über ein exzellentes Produktportfolio. Mit der Verknüpfung von Pharma und Diagnostics und der ausgewiesenen Expertise in der Molekularbiologie ist der Roche-Konzern wie kein anderes Unternehmen in der Lage, das Konzept der personalisierten Medizin in die Realität umzusetzen und behält in diesem Bereich die führende Position auf dem Markt.

Roche wurde 2013 von Thomson Reuters als eines der innovativsten Unternehmen weltweit ausgezeichnet, und Genentech erhielt den «Corporate Award» im Rahmen der jährlich verliehenen «Innovation Awards» der Fachzeitschrift The Economist. Eine weitere Auszeichnung vom Manager Magazin erhielt Roche für die Reputation und ist damit Branchenleader in der Pharmaindustrie.

Wie bereits die Produkte Avastin® (2007) und Zelboraf® (2012) erhielt auch das Produkt Perjeta® im Jahr 2013 den renommierten Galenus-von-Pergamon-Preis. Dieser ist ein von "Springer Medizin" und der "Ärzte Zeitung" gestifteter nationaler Preis, mit dem herausragende pharmakologische Forschung im Dienste der Entwicklung neuer und innovativer Arzneimittel gewürdigt wird. Die Auszeichnung wird jährlich vergeben.

- Roche Kernkompetenz Personalisierte Medizin 2013

Unter personalisierter Medizin verstehen wir die Durchführung der richtigen Therapie für die richtige Gruppe von Patienten zur richtigen Zeit. Dieser Ansatz eröffnet enorme Möglichkeiten für eine effektivere Therapie von Krebsleiden und anderen Erkrankungen. Anhand des Wissens über genetische und andere biologische Unterschiede von Patienten lassen sich Therapien immer präziser auf definierte Patientengruppen ausrichten. Welcher Gruppe ein Patient zuzuordnen ist, kann mit Hilfe moderner diagnostischer Begleittests festgestellt werden. Mit unseren kombinierten Stärken in den Bereichen Pharma und Diagnostik und unserer ausgewiesenen Expertise in der Molekularbiologie sind wir besser als alle anderen Unternehmen gerüstet, die personalisierte Medizin weiter voranzubringen. Dadurch können Ärzte jene Patienten ermitteln, die am wahrscheinlichsten von einem Arzneimittel profitieren werden und Gesundheitssysteme können ihre Ressourcen effektiver einsetzen. Als wir 1998 Herceptin® auf den Markt brachten, gehörten wir zu den ersten Unternehmen, die gezielt wirkende Behandlungen für Patienten anboten. Mit den Markteinführungen von Zelboraf® (2011), Perjeta® (2012) und Kadcyla® (2013) wurde dieser Weg fortgesetzt. Kernpunkt unseres Konzepts ist der Einsatz von Biomarkern zur Voraussage des klinischen Ergebnisses der Behandlung, aber auch zur Verbesserung der Entwicklungsprozesse von Arzneimitteln und Diagnostika. Zwei Drittel unserer Wirkstoffe in späten Phasen der klinischen Entwicklung werden bereits gemeinsam mit diagnostischen Begleittests entwickelt. Sie ist Kernelement der Geschäftsstrategie von Roche.

- Gesundheitssektor im Wandel - Roche-Strategie

Die Roche-Gruppe verfolgt seit einem Jahrzehnt eine klare Strategie der Innovation in Diagnose und Therapie. Im Mittelpunkt unseres Geschäftsmodells steht der Patient: Im Jahr 2013 wurden 21 Millionen Menschen weltweit mit einem unserer 25 umsatzstärksten Produkten behandelt. Weitere 137 Millionen Menschen weltweit wurden mit Roche Produkten behandelt, deren Patentschutz abgelaufen ist, die jedoch auf der Liste unentbehrlicher Medikamente der Weltorganisation aufgeführt sind. Bei Erkrankungen wie Krebs, Arthritis, Hepatitis und Diabetes verlängern unsere Produkte die Lebenszeit und verbessern die Lebenszeit.

Wissenschaftliche Spitzenleistungen durch Entdeckung und Innovation sind unsere Antwort auf die medizinischen Herausforderungen unserer Zeit. Als das weltweit größte Biotechnologie-Unternehmen, verfügen wir über ein Produktportfolio differenzierter Arzneimittel sowie eine robuste Pipeline vielversprechender Prüfpräparate. In 2013 trugen unsere Produktions- und Liefernetzwerke dazu bei, dass Roche ihre Marktführerschaft in der Onkologie und In-vitro-Diagnostik festigen konnte. In der Division Pharma unterstützten wir ein breites Produktportfolio, darunter die Einführung wichtiger neuer Krebsmedikamente, und bauten unsere Biotech-Fähigkeiten- und Technologien aus. Dies führte dazu, dass wir unsere Position im Ranking der umsatzstärksten Pharmaunternehmen in Deutschland auf den zweiten Rang (Marktanteil: 6,2%) verbessern konnten.

Das schnell wachsende Verständnis der Biologie und der Ursachen von Krankheiten ist für die Änderung der medizinischen Praxis besonders vielversprechend. Das gewonnene Wissen verbessert die Identifizierung biologischer Ziele für die erfolgreiche Bekämpfung vieler Krankheiten enorm. Gleichzeitig nimmt jedoch auch die Komplexität der Forschung signifikant zu. Dies führt zu langwierigen und kostspieligen Forschungs- und Entwicklungszyklen für neue Produkte. Wir kombinieren die starken Forschungskapazitäten bei Roche mit den jüngsten wissenschaftlichen Fortschritten in anderen Biotechnologie-Unternehmen durch weltweit rund 150 Partnerschaften des Roche Konzern. Wir fördern Innovation auch, indem wir mit akademischen Einrichtungen und Universitäten weltweit zusammenarbeiten.

- Strategische Leitlinien des Roche-Konzerns

Bei Roche streben wir danach, mit unseren Arzneimitteln und Tests für die In-vitro-Diagnostik das Leben von Millionen Patienten in der ganzen Welt spürbar zu verbessern. Wir sind überzeugt, dass unsere Produkte nicht nur wesentliche medizinische Vorteile für Ärzte und Patienten bieten, sondern auch die Effizienz diagnostischer Labors steigern und für die Kostenträger gesundheitsökonomische Werte schaffen.

Der Patient steht im Zentrum, wir streben danach, Patienten mit differenzierten, gezielt wirkenden Diagnostika und Arzneimitteln zu helfen. Dabei konzentrieren wir uns auf fünf Therapiebereiche, in denen hoher medizinischer Bedarf besteht: Onkologie, Immunologie, Augenheilkunde, Infektiologie sowie Neurologie.

Roche entwickelt medizinisch differenzierte Produkte, die Behandlungen auf die Bedürfnisse der Patienten abzustimmen erlauben und wird sich weiterhin auf verschreibungspflichtige Medikamente und die In-vitro-Diagnostik konzentrieren.

Trotz bedeutender Durchbrüche in der Diagnose und Behandlung von Krankheiten bleibt es eine große Herausforderung, den Patienten Zugang zu diesen neuen Lösungen zu gewährleisten. Unser Hauptbeitrag besteht darin, Innovationen bereitzustellen und Arzneimittel und Diagnostika zu entwickeln, die das Leben von Patienten verlängern und ihre Lebensqualität verbessern. Wir kooperieren jedoch auch mit vielen unterschiedlichen Partnern, um Hürden abzubauen, die einer Diagnose und Behandlung mit unseren Produkten im Weg stehen. Die Gesundheitssysteme sind weltweit sehr unterschiedlich und komplex. Deshalb verfolgt Roche hier keinen einheitlichen Ansatz, sondern bietet massgeschneiderte Lösungen an, um die Bedürfnisse des jeweiligen Landes zu berücksichtigen, zum Beispiel innovative Preismodelle, personalisierte Erstattungsmodelle, Zugangsprogramme für Patienten, Maßnahmen zur Förderung der Gesundheitsinfrastruktur und Informationskampagnen zu Gesundheitsthemen. Unser Ziel ist, dass jeder Patient, der unsere Produkte benötigt, auch Zugang zu ihnen bekommt und von ihnen profitieren kann.

Wir sind überzeugt, dass jeder einzelne Mitarbeitende in unserem Unternehmen Zeichen setzen und zur Entwicklung von Roche beitragen kann. Wir gewinnen die besten Talente, unterstützen sie in ihrer beruflichen Entwicklung und würdigen ausgezeichnete Leistungen. Unser Ziel ist es, dass alle Mitarbeitenden unter der Leitung von ausgezeichneten Vorgesetzten tätig sein können. Wir fördern Vielfalt und Inklusion, indem wir unsere Unternehmenswerte Integrität, Mut und Leidenschaft leben. Wir schaffen damit ein Arbeitsumfeld, in dem sich alle Mitarbeitenden geschätzt und respektiert fühlen sowie ihre Fähigkeiten voll entwickeln können. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bilden die Grundlage unserer innovationsbasierten Unternehmenskultur und tragen entscheidend zu unserem Unternehmensziel bei, Produkte zu entwickeln, die Patienten dringend benötigen.

- Fazit

Als führendes Healthcare-Unternehmen haben wir uns das Ziel gesetzt, Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln, produzieren und zu vertreiben, für die großer medizinischer Bedarf besteht und die für den Patienten und die Gesellschaft einen Mehrwert darstellen. Wir wollen die Gesundheit und die Lebensqualität unserer Patienten spürbar verbessern und ihr Leben verlängern. Das ist unser wichtigster Beitrag, den wir auf verantwortungsvolle und nachhaltige Weise unter Berücksichtigung der Belange des Einzelnen, der Gesellschaft und der Umwelt leisten. Damit uns dies gelingt, müssen wir talentierte Mitarbeitende für uns gewinnen, im Unternehmen halten und ihr Potenzial nutzen, indem wir Entwicklungsmöglichkeiten bieten.

Im Bewusstsein dieser unternehmerischen Verantwortung waren im Berichtszeitraum 2013 insgesamt keine den Fortbestand der Roche Pharma AG gefährdenden Risiken vorhanden bzw. zu erkennen. Auch für die Zukunft sind bestandsgefährdende Risiken aus heutiger Sicht nicht absehbar.

Der Roche-Konzern ist wie kaum ein anderes Unternehmen in der Lage, die Lebensqualität von Patienten spürbar zu verbessern bzw. das Leben zu verlängern. Dies liegt daran, dass wir in Forschung und Wissenschaft an der Spitze stehen, die Ursachen der Krankheiten verstehen, wir über die notwendigen Technologien verfügen, dass wir vor allem die richtigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben und dass wir, einzigartig in der Industrie, Pharma und Diagnostica unter einem "Dach" vereinen können.

8. Nachtragsbericht

Vorgänge von besonderer Bedeutung sind nach Schluss des Geschäftsjahres 2013 nicht eingetreten.

9. Prognosebericht

Das geplante Umsatzwachstum der Roche Pharma AG für das Jahr 2014 wird aller Voraussicht nach im mittleren bis oberen einstelligen Prozentbereich liegen, womit das Wachstum über dem Niveau des Gesamtmarktes liegen wird.

Für patentgeschützte Medikamente ohne Festbetrag ist der Herstellerrabatt zum 01. Januar 2014 gesetzlich von 16% auf 6% zurückgeführt worden. Der Herstellerrabatt steigt ab 01 April 2014 auf 7% an.

Avastin® mit einer neuen Zulassungserweiterung zur Behandlung des Glioblastoms und die Einführung einer subkutanen Applikationsform bei den Produkten MabThera® und RoActemra® sollen zum Wachstum beitragen. Das im Januar 2014 offiziell eingeführte Produkt Kadcyla® und das Medikament Perjeta® werden die Therapiemöglichkeiten beim HER2-positiven, metastasierten Brustkrebs maßgeblich erweitern. Darüber hinaus wird mit der Zulassung des Produktes Obinutuzumab (GA101) gerechnet, das bereits in einer Phase III Studie in Kombination mit Chlorambucil und MabThera® bei Patienten mit nicht vorbehandelter chronischer lymphatischer Leukämie (CLL) eine Verlängerung des progressionsfreien Überlebens nachweisen konnte.

Diese positive Dynamik wird durch sinkende Umsätze aufgrund des Eintritts von Generika bei Xeloda® und CellCept® beeinträchtigt.

Die im Rahmen des AMNOG eingeführte Hürde zur Erstattung von Medikamenten mit Hilfe von früher Nutzenbewertung, Ausweitung der Festbeträge und Definition größerer Festbetragsgruppen bleibt als Herausforderung für die Roche Pharma AG bestehen. So werden die Preisverhandlungen zu Erivedge® und Perjeta® bis Mitte 2014 abgeschlossen sein.

Mittelfristig kann sich die Roche Pharma AG aufgrund des gut aufgestellten Medikamentenportfolios an innovativen Produkten insbesondere auf dem Gebiet der Onkologie und bei Erkrankungen des Zentralnervensystems auf eine gesunde Basis für weiteres organisches Wachstum stützen. Rund die Hälfte dieser Neueinführungen wird zusammen mit den zugehörigen diagnostischen Tests in den Verkehr gebracht.

Insgesamt erwarten wir in 2014 im Umsatz und Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (vor außerordentlichen Aufwendungen) ein Wachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich gegenüber dem Vorjahr. Ab 2015 muss aufgrund der Zulassung von biosimilaren Antikörpern mit stagnierenden Umsätzen sowie stabilen Ausgaben aufgrund von Vorbereitungen für neue Produkteinführungen ausgegangen werden.

Dieser Bericht enthält zukunftsgerichtete Aussagen, die auf den gegenwärtigen Erwartungen, Vermutungen und Prognosen des Vorstandes sowie den ihm derzeit verfügbaren Informationen beruhen. Die zukunftsgerichteten Aussagen sind nicht als Garantien der darin genannten zukünftigen Entwicklungen und Ergebnisse zu verstehen. Die zukünftigen Entwicklungen und Ergebnisse sind vielmehr abhängig von einer Vielzahl von Faktoren, sie beinhalten verschiedene Risiken und Unwägbarkeiten und beruhen auf Annahmen, die sich möglicherweise als nicht zutreffend erweisen.

 

Grenzach-Wyhlen, 17. März 2014

Roche Pharma AG

Dr. Hagen Pfundner, Vorstand

Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers

Wir haben den Jahresabschluss - bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Anhang - unter Einbeziehung der Buchführung und den Lagebericht der Roche Pharma Aktiengesellschaft, Grenzach-Wyhlen, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2013 geprüft. Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresabschluss und Lagebericht nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften liegen in der Verantwortung des Vorstands der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter Einbeziehung der Buchführung und über den Lagebericht abzugeben.

Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld der Gesellschaft sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und Lagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der angewandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen des Vorstands sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Roche Pharma Aktiengesellschaft. Der Lagebericht steht in Einklang mit dem Jahresabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

 

Mannheim, den 17. März 2014

KPMG AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Kern, Wirtschaftsprüfer

Heublein, Wirtschaftsprüfer

Bericht des Aufsichtsrates

Geschäftsjahr 2013

Der Aufsichtsrat wurde regelmäßig durch Bericht des Vorstandes über alle Vorgänge des Geschäftsbetriebes unterrichtet.

Der Vorstand hat dem Aufsichtsrat den Jahresabschluss 2013 vorgelegt. Der Jahresabschluss und der Lagebericht sind durch die KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Mannheim, geprüft worden.

Diese Prüfung hat keinerlei Anlass zu Beanstandungen gegeben, und es wurde bestätigt, dass die Buchführung, der Jahresabschluss und der Lagebericht den gesetzlichen Vorschriften entsprechen.

Der Aufsichtsrat schließt sich dem Ergebnis der Prüfung der Abschlussprüfer an und billigt den Jahresabschluss zum 31. Dezember 2013.

 

Mannheim, 06. Mai 2014

Für den Aufsichtsrat

gez. Dr. Severin Schwan