SYGNIS Pharma AG

Heidelberg

Konzernabschluss 2012

Konzern-Lagebericht und Konzernabschluss nach IFRS
für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2012 bis 31. Dezember 2012

der SYGNIS Pharma AG Heidelberg

Die Billigung des Konzernabschlusses durch den Aufsichtsrat für das Geschäftsjahr 2012 erfolgte am 16. April 2013

I. Allgemeine wirtschaftliche Entwicklung

Weltwirtschaftliche Entwicklung

Das Wachstum der Weltwirtschaft hat sich im Jahr 2012 weiter verlangsamt. Laut Internationalem Währungsfonds ging die Wachstumsrate des weltweiten Bruttoinlandsprodukts von 3,9% in 2011 auf 3,2% in 2012 zurück. Dieser Rückgang wirkte sich auch auf die Schwellenländer aus. Gründe für den Rückgang waren die globale wirtschaftliche Instabilität und eine aufkommende Verunsicherung von Verbrauchern und Investoren. Das Jahr 2012 war geprägt durch die anhaltende Schuldenproblematik in den USA und Europa. Dies führte zu einem Rückgang der öffentlichen Ausgaben sowie gehemmten privaten Investitionen und Konsum. Die teilweise hohe Verschuldung von öffentlichen Haushalten zwang einzelne Regierungen zu einem radikalen Sparkurs. In Europa versuchte man mit der Einrichtung des Europäischen Stabilitätsmechanismus in Finanzprobleme geratene Mitgliederstaaten zu unterstützen. Der Ölpreis verharrte in 2012 auf einem hohen Niveau.

Kapitalmärkte

Die Staatsschuldenkrise führte an den Kapitalmärkten zu einer hohen Volatilität der Kurse. Im Wesentlichen orientierten sich die Kurse an der wechselhaften Nachrichtenlage der Staatsschuldenkrise in Europa und den USA. Mit der Einführung des Europäischen Stabilitätsmechanismus beruhigten sich die Finanzmärkte im September 2012. Im Jahresvergleich gewann der DAX-Index 29%. Der DAX Subsektor Biotechnologie Index konnte im Vergleich zu 2011 um 37% zulegen. Der Kurs des Euro gegenüber dem US-Dollar gab unterjährig stark nach, konnte aber diese Abwertung bis Jahresende wieder komplett aufholen und schloss mit einem leichten Anstieg von rund 2%.

Branchen- und Wettbewerbsentwicklung

Nach Informationen von IMS Health ist die Pharmabranche in 2012 um bis 7% gewachsen und hat erstmals einen Umsatz von mehr als 1 Billion US-Dollar erwirtschaftet. Allerdings sind nicht die USA, der größte Pharmaeinzelmarkt, sondern die Pharmaschwellenmärkte, die so genannten "Pharmerging Markets" hierfür verantwortlich, durch den verbesserten Zugang zu den Gesundheitsdiensten in diesen Ländern. In den USA erwartet man erst ab 2014 positive Auswirkungen der US-Gesundheitsreform. In den großen europäischen Ländern sowie den USA war das Wachstum des Pharmamarktes auch durch restriktive gesundheitspolitische Rahmenbedingungen beeinträchtigt. Das Auslaufen des Patentschutzes und der dadurch entstehende Wettbewerb mit Generika Herstellern ist weiterhin ein elementares Problem der großen Pharmaunternehmen.

Die Finanzierungssituation für Unternehmen in der Biotechnologie in Deutschland ist weiterhin schwierig. Laut BIO Deutschland konnten in 2012 Finanzierungsrunden in Höhe von lediglich 240 Mio. € geschlossen werden.

II. Geschäftsentwicklung der SYGNIS-Gruppe (Konzernabschluss nach IFRS)

1. Allgemeine Entwicklung

Die SYGNIS Pharma AG hat sich durch den Zusammenschluss mit der X-Pol Biotech Biotech S.L.U., Tres Cantos/Spanien (X-Pol) gegen Ende 2012 komplett neu ausgerichtet. Die Aktivitäten im Bereich der Medikamententwicklung für Erkrankungen des Zentralen Nervensystems wurden eingestellt. Die Gesellschaft wird ihren Fokus künftig auf der Entwicklung und Vermarktung von neuartigen Technologien im Bereich der Molekulardiagnostik haben.

Das Ergebnis des Geschäftsjahres 2012 beläuft sich auf -2,4 Mio. € (Vorjahr: -0,9 Mio. €). Hierbei ist zu berücksichtigen, dass Aufwendungen und Erträge der SYGNIS Pharma AG aufgrund des umgekehrten Unternehmenserwerbes erst ab dem 4. Dezember 2012 in die Ergebnisermittlung eingeflossen sind. Neben den laufenden Aufwendungen haben insbesondere außerplanmäßigen Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte in Höhe von 1,0 Mio. € das Ergebnis beeinflusst. Der Finanzbestand zum 31. Dezember 2012 beläuft sich auf 0,6 Mio. €, nach 0,9 Mio. € am 31. Dezember 2011.

Wesentliche Ereignisse im Geschäftsjahr 2012 - chronologisch dargestellt

Verlängerung SEDA

SYGNIS hat mit YA Global Master SPV LTD (YA Global) im Juli 2012 eine vorzeitige Verlängerung der Vereinbarung über eine Eigenkapitalzusage auf Abruf (Standby Equity Distribution Agreement) über weitere drei Jahre ab dem 1. November 2012 zu unveränderten Rahmenbedingungen geschlossen.

Gemäß dieser Vereinbarung hat SYGNIS innerhalb der Vertragslaufzeit das Recht, von YA Global die Zeichnung und den Kauf neuer SYGNIS-Aktien aus genehmigtem Kapital in Tranchen von bis zu jeweils T€ 500 zu verlangen, sofern die Vorraussetzungen eingehalten sind (Mindestwert von € 1,00 je Aktie). Der Gesamtwert der Eigenkapitalzusage beläuft sich auf bis zu € 10 Millionen, wobei das Gesamtvolumen der an YA Global auszugebenden Aktien maximal 9,9% des Grundkapitals der SYGNIS betragen darf.

Lizenzvertrag Qiagen

X-Pol hat im Vorfeld des Unternehmenszusammenschlusses im Juli 2012 mit der Qiagen GmbH einen exklusiven, weltweiten Lizenzvertrag über das Hauptprodukt QualiPhi, einer verbesserten Polymerase zur DNA-Amplifizierung, geschlossen. Hiernach erhält die Gesellschaft eine Einmalzahlung sowie umsatzabhängige Lizenzeinnahmen.

Befreiungsbeschluss BaFin

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat im September 2012 die Genetrix Life Sciences A.B. und deren Muttergesellschaft Genetrix S.L., für den Fall der Kontrollerlangung über die SYGNIS, von den Verpflichtungen, die Kontrollerlangung über die SYGNIS zu veröffentlichen sowie der BaFin eine Angebotsunterlage zu übermitteln und ein Pflichtangebot zu veröffentlichen, befreit. Diese Befreiung war Voraussetzung für die erfolgreiche Umsetzung des Zusammenschlusses mit der X-Pol Biotech.

Unternehmenszusammenschluss mit der X-Pol

Die erforderliche Zustimmung der Aktionäre der SYGNIS zum Zusammenschluss erfolgte mit der Hauptversammlung am 17. Oktober 2012. In diesem Zusammenhang hat die Gesellschaft eine Kapitalerhöhung gegen Sacheinlagen von € 2.103.688 (nach Berücksichtigung einer zuvor durchgeführten Kapitalherabsetzung im Verhältnis 8:1) um € 7.246.036 auf € 9.349.724 beschlossen. Die Kapitalerhöhung erfolgte gegen Einbringung sämtlicher Geschäftsanteile an der X-Pol Biotech. Die Eintragung der Kapitalerhöhung im Handelsregister erfolgte am 4. Dezember 2012. Nach Abschluss dieser Kapitalerhöhung hält die Genetrix Life Sciences A.B. rund 65% der ausgegebenen Aktien von SYGNIS.

Der Zusammenschluss mit der X-Pol wurde entsprechend IFRS 3 als Reverse Acquisition (umgekehrter Unternehmenserwerb) bilanziert. Weitere Einzelheiten ergeben sich aus den Erläuterungen zum Konzernabschluss.

Als Folge des Zusammenschlusses mit der X-Pol Biotech hat es im Oktober 2012 auch Veränderungen in den Gremien der SYGNIS Pharma AG gegeben. Der Aufsichtsrat hat Frau Pilar de la Huerta als neue CEO der Gesellschaft und Herrn Willinger als CFO (bisher Co-CEO/CFO) bestellt. Der bisherige Co-CEO/CMO der Gesellschaft, Dr. Frank Rathgeb, ist mit Ablauf des 31. Oktober 2012 aus dem Unternehmen ausgeschieden.

Auf der Hauptversammlung im Oktober 2012 stimmten die Aktionäre der SYGNIS auch über die Neuwahl des Aufsichtsrats ab. Mit der Wahl von Frau Dr. Cristina Garmendia, Herrn Dr. Joseph M. Fernández, Herrn Gonzalo Rodríguez-Fraile und Herrn Pedro-Agustín del Castillo wurden vier neue Aufsichtsräte gewählt. Die bisherigen Mitglieder des Aufsichtsrates, Herr Dr. Friedrich von Bohlen und Halbach und Herr Dr. Wolf-Dieter Starp, wurden ebenfalls in den neuen Aufsichtsrat berufen.

Einstellung KIBRA

Die Gesellschaft hat im Dezember 2012 die Einstellung seines therapeutischen Entwicklungsprojektes KIBRA und eine Anpassung der Organisation an die neue Geschäftstätigkeit der Gesellschaft beschlossen. Am Standort Heidelberg wurde die Belegschaft um insgesamt 10 Beschäftigte reduziert. Die Maßnahmen werden ergriffen, um die Finanzmittel entsprechend der neuen Geschäftsstrategie zu konzentrieren.

2. Ertragslage

Umsatzentwicklung

Die Umsatzerlöse des Geschäftsjahres 2012 belaufen sich auf 0,2 Mio. € (Vorjahr: 0,0 Mio. €) und sind nur von geringer Bedeutung für die Ertragslage des Konzerns. Diese Umsatzerlöse resultieren im Wesentlichen aus der Vermarktung von QualiPhi sowie in geringerem Umfang aus der Vermarktung von Caco-2 Lizenzrechten in den USA.

SYGNIS hat erhaltene öffentliche Zuschüsse nicht unter den Umsatzerlösen ausgewiesen, sondern mit den Forschungs- und Entwicklungskosten verrechnet. Im Geschäftsjahr 2012 sind 0,2 Mio. € und im Vorjahr 0,1 Mio. € auf diese Weise verrechnet worden.

Entwicklung der betrieblichen Aufwendungen

Die gesamten betrieblichen Aufwendungen sind gegenüber dem Vorjahr um 1,7 Mio. € auf 2,6 Mio. € angestiegen. Der Anstieg resultiert insbesondere aus den außerplanmäßigen Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte (aktivierte Entwicklungskosten) in Höhe von 1,0 Mio. €. Darüber hinaus sind die operativen Aufwendungen der SYGNIS Pharma AG allerdings nur für den Monat Dezember berücksichtigt. Die übrigen Aufwendungen entfallen im Wesentlichen mit 1,0 Mio. € (Vorjahr: 0,5 Mio. €) auf den Bereich Forschung und Entwicklung.

Betriebliche Aufwendungen nach Kostenarten (Mio. €)

  2012 2011
Abschreibungen Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte 1,1 0,1
Material und bezogene Leistungen 0,5 0,9
Personalaufwendungen 0,9 0,3
Patent- und Lizenzkosten 0,2 0,0
Rechts-, Beratungskosten und Jahresabschlusskosten 0,1 0,1
Raumkosten 0,1 0,1
Royalties 0,1 0,0
Übrige Aufwendungen 0,2 0,1
Aufwendungen vor Verrechnung und vor Aktivierung von Entwicklungskosten 3,2 1,6
Verrechnung Forschungszuschüsse -0,2 -0,1
Aktivierung Entwicklungskosten -0,4 -0,6
Aufwendungen lt. Ergebnisrechnung 2,6 0,9

Außerplanmäßige Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte

Die Gesellschaft hat im Vorjahr sowie im laufenden Geschäftsjahr Entwicklungskosten für verschiedene Projekte der X-Pol Biotech aktiviert. Aufgrund von fehlenden Erfolgswahrscheinlichkeiten bei der künftigen wirtschaftlichen Verwertung hat die Gesellschaft zum 31. Dezember 2012 Wertminderungen in Höhe von 1,0 Mio. € erfasst.

Personalaufwendungen

Der Anstieg gegenüber dem Vorjahr resultiert zum einen durch den zeitanteiligen Personalaufwand der SYGNIS Pharma AG sowie durch gestiegene Personalaufwendungen bei der X-POL Biotech.

3. Finanzlage

Der negative Cash Flow aus operativer Tätigkeit hat sich gegenüber dem Vorjahr von 0,6 Mio. € auf 1,3 Mio. € erhöht. Ursache hierfür waren insbesondere die höheren betrieblichen Aufwendungen. Der Cash Flow aus Investitionstätigkeit ist aufgrund der Mittelzuflüsse aus dem umgekehrten Unternehmenserwerb und der Veräußerung von Wertpapieren positiv und beträgt 0,5 Mio. € nach -0,7 Mio. € im Vorjahr. Der Cash Flow aus Finanzierungstätigkeit beläuft sich auf 0,5 Mio. € nach 1,9 Mio. € im Vorjahr.

4. Vermögenslage

Der Anstieg der sonstigen immateriellen Vermögenswerte und der Geschäfts- oder Firmenwerte von insgesamt 1,0 Mio. € auf 8,3 Mio. € resultiert aus dem umgekehrten Unternehmenserwerb und der hierbei durchgeführten Kaufpreisallokation.

Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zum 31. Dezember 2012 haben sich um 0,4 Mio. € vermindert und betragen 0,5 Mio. € (Vorjahr: 0,9 Mio. €). Der gesamte Liquiditätsbestand einschließlich der unter den zur Veräußerung verfügbaren Finanzinvestitionen ausgewiesenen Wertpapiere beträgt zum 31. Dezember 2012 0,6 Mio. € nach 0,9 Mio. € zum 31. Dezember 2011.

Die langfristigen Schulden belaufen sich auf 1,6 Mio. € nach 1,2 Mio. € im Vorjahr und betreffen insbesondere Förderkredite sowie passive latente Steuern. Die kurzfristigen Schulden betragen 1,7 Mio. € nach 0,4 Mio. € im Vorjahr.

Die Bilanzsumme hat sich gegenüber dem Vorjahr im Wesentlichen aufgrund des umgekehrten Unternehmenserwerbs von 2,2 Mio. € auf 9,6 Mio. € erhöht. Die Eigenkapitalquote beträgt 66% (Vorjahr: 24 %).

5. Beschaffung

Aufgrund der Fokussierung der Gesellschaft auf die Entwicklung neuartiger Produkte im Bereich der Molekulardiagnostik richtet sich die Beschaffung der Verbrauchs- und Gebrauchsmittel vorwiegend auf die Labortätigkeit. Mit Hilfe der internen Prozesse wird eine kontinuierliche Überwachung der internationalen Beschaffungsmärkte hinsichtlich sicherer und qualitativ hochwertiger Materialien zu günstigen Konditionen ermöglicht. Soweit es möglich und sinnvoll ist, bündelt SYGNIS seine Bestellungen.

6. Organisationsstruktur/Unternehmensstruktur/Tochtergesellschaften

Die Hauptstandorte von SYGNIS befindet sich in Heidelberg und Tres Cantos, Spanien. Die Gesellschaft hat Räumlichkeiten in den dortigen Technologieparks angemietet und verfügt über keinen Grundbesitz. SYGNIS ist in einer Holdingstruktur aufgestellt mit der SYGNIS Pharma AG als börsennotierte Muttergesellschaft. Die Entwicklungstätigkeiten werden von der SYGNIS Bioscience GmbH & Co. KG und der X-Pol Biotech S.L.U. ausgeübt. Die SYGNIS Pharma AG hält jeweils 100% der Gesellschaftsanteile an der SYGNIS Bioscience GmbH & Co. KG, der X-Pol Biotech S.L.U., der SYGNIS Verwaltungs GmbH, der Amnestix Inc. und der LION bioscience Inc., USA (LBI).

Zum 31. Dezember 2012 bestand folgende Organisationsstruktur (jeweils 100% Tochtergesellschaften):

III. Mitarbeiter

Aufgrund der Geschäftstätigkeit der Gesellschaft in einem innovativen Branchenumfeld sind die Anforderungen an die Mitarbeiter in allen Bereichen der Gesellschaft hoch. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, ist ein hervorragend qualifiziertes und motiviertes Expertenteam unabdingbar.

Die Zahl der Mitarbeiter (Vollzeitäquivalent) hat sich aufgrund eines Anstieges bei der X-Pol und aufgrund des Unternehmenszusammenschlusses von sieben am 31. Dezember 2011 auf 29 zum 31. Dezember 2012 erhöht. Davon sind mehr als 70 % im Forschungs- und Entwicklungsbereich tätig.

Für das Engagement und den Einsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr bedankt sich der Vorstand ausdrücklich bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

Mitarbeiter nach Bereichen* 31. Dezember 2012 31. Dezember 2011
Forschung & Entwicklung 23 6
Vertrieb & Verwaltung 6 1
Gesamt 29 7

*) Vollzeitstellen, inkl. Vorstand, gerundet auf volle FTE (full time equivalent), sämtliche Mitarbeiter sind an den Standorten in Heidelberg und in Tres Cantos tätig.

Aufgrund der Neuausrichtung hat die Gesellschaft am Standort Heidelberg 10 Mitarbeiter abgebaut. Nach Abschluss dieser Maßnahmen und unter Berücksichtigung des Ausscheidens von Herrn Peter Willinger als Finanzvorstand wird sich die Zahl der Mitarbeiter im Jahr 2013 auf 18 verringern.

IV. Forschung & Entwicklung

KIBRA

SYGNIS hatte am Standort in Heidelberg in den vergangenen Jahren die Erforschung des KIBRA-Stoffwechselweges vorangetrieben, um für Demenzkrankheiten neue therapeutische Ansätze zu entwickeln. KIBRA ("kidney and brain expressed protein") ist ein Protein, das mit der Lernfähigkeit und Gedächtnisleistung assoziiert ist. Mit Hilfe eines proprietären Testverfahrens von SYGNIS wurden aus umfangreichen Molekülbibliotheken etwa hundert KIBRA-steigernde Substanzen identifiziert und charakterisiert, die attraktive Kandidaten für die Medikamentenentwicklung zur Behandlung von Demenzkrankheiten darstellen. Mit der Anpassung an die neue Geschäftstätigkeit wurde das KIBRA-Entwicklungsprojekt im Dezember 2012 eingestellt und die betroffenen Mitarbeiter freigesetzt. Die Suche nach einem Partner, der an der weiteren Entwicklung der KIBRA-Modulatoren interessiert ist, wird fortgesetzt.

Isotherme Amplifikation von Nukleinsäuren (QualiPhi)

Der Fokus der X-Pol Biotech lag im vergangenen Geschäftsjahr in der Entwicklung einer hoch-innovativen Technologie für die DNA-Amplifikation -die Vervielfältigung von Erbinformation in vitro. Im Juli 2012 hatte X-Pol für ihr am weitesten fortgeschrittenes kommerzielles Produkt QualiPhi eine exklusive, global wirksame Lizenzvereinbarung mit Qiagen geschlossen, dem großen internationalen Anbieter von molekularbiologischen Technologien und Reagenzien. QualiPhi ist eine aus dem Bakteriophagen phi29 entwickelte chimäre DNA-Polymerase, die eine tausend- bis zehntausend-fach höhere Effizienz zur Amplifikation von DNA besitzt als bisher auf dem Markt befindliche Produkte.

Es ist damit zu rechnen, dass der Bedarf an DNA-Sequenzierungen weiter stark wachsen wird - nicht zuletzt wegen des steigenden Bedarfs durch die personalisierte Medizin. Für die nächsten Jahre werden auf dem Markt an "isothermen Polymerasen" für die Amplifikation ganzer Genome Wachstumsraten von 25 Prozent erwartet; in aktuellen Schätzungen wurde allein für den globalen Marktanteil der isothermen Polymerasen ein Wert von bis zu 70 Millionen Euro angegeben (bei einem Marktvolumen für DNA-Amplifikation insgesamt von etwa 250 Millionen Euro).

Neuartige screening Plattform (DoubleSwitch)

SYGNIS hat im Januar 2013 Patentschutz in Europa und den USA für eine vielseitig einsetzbare, effiziente Technologie zum Screening und zur Charakterisierung von Wirkstoffkandidaten erhalten. Die Patente schützen ein neuartiges Verfahren zur Detektion von Protein-Protein-Interaktionen, die zur Identifizierung neuer therapeutischer Targets eingesetzt werden und dazu beitragen können, neue maßgeschneiderte Wirkstoffe für die personalisierte Medizin zu entwickeln. Diese Technologie soll an einen Vertriebspartner auslizenziert werden, derzeit werden bereits erste Gespräche mit interessierten Unternehmen geführt.

Weitere Produktentwicklungen

Die Gesellschaft arbeitet an weiteren Neuentwicklungen molekulardiagnostischer Technologien, die z.B. für den Bereich "Next Generation Sequencing" (NGS) eingesetzt werden sollen. NGS spielt insbesondere bei der Entwicklung von Therapien im Bereich "Personalisierte Medizin" eine bedeutende Rolle.

Arbeitssicherheit und Umweltschutz

Über die Erfüllung einschlägiger rechtlicher Bestimmungen sowie behördlicher Auflagen hinaus sehen wir uns verpflichtet, zum Schutz der Mitarbeiter und der Umwelt beizutragen. Alle neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müssen sich einer medizinischen Erstuntersuchung unterziehen. Darüber hinaus bietet die Gesellschaft ihren Mitarbeitern die Möglichkeit, an einer jährlich stattfindenden Grippeimpfung teilzunehmen und in eine Gruppenunfallversicherung aufgenommen zu werden.

Im Rahmen der Forschungs- und Entwicklungstätigkeit wird nur in sehr geringem Umfang mit gefährlichen Stoffen, u.a. auch radioaktiven Substanzen, gearbeitet. Der Umgang mit solchen Stoffen, der auf das Notwendigste beschränkt ist, unterliegt strengen Vorschriften, deren Nichteinhaltung auch zu finanziellen Schäden für die Gesellschaft führen kann. Die Gesellschaft hat neben einem Umwelt- auch einen Strahlenschutzbeauftragten sowie einen biologischen Sicherheitsbeauftragten. Diese sind für die Einhaltung der entsprechenden Bestimmungen und Vorbeugung und Vermeidung entsprechender Gefahren zuständig. Die Gesellschaft arbeitet regelmäßig mit externen Beratern zum Thema Arbeitssicherheit und Arbeitsmedizin zusammen, diese führen auch Kontrollen durch.

V. Chancen- und Risikenbericht

1. Risiken

Unternehmensfortführung

Durch den Unternehmenszusammenschluss der SYGNIS Pharma AG und der X-Pol ist ein börsengelistetes Unternehmen mit dem Fokus auf der Entwicklung und Vermarktung von molekulardiagnostischen Technologien entstanden. Im abgelaufenen Geschäftsjahr konnte mit der Auslizenzierung einer Polymerase zur DNA-Amplifizierung an Qiagen die entwickelte Technologie validiert und ein erster wirtschaftlicher Erfolg erzielt werden. Aus dieser Lizenzvereinbarung hat die Gesellschaft die ersten Erlöse in Form einer Einmalzahlung erhalten. Weitere, im Businessplan vorgesehene Umsätze sind hinsichtlich ihrer Höhe und dem Zeitpunkt der Realisierung von den Produktumsätzen, die Qiagen erzielen wird, abhängig. Der Markteintritt für erste Produkte auf Basis von QualiPhi von Seiten Qiagen ist in der zweiten Jahreshälfte 2013 vorgesehen.

Der Businessplan der Gesellschaft umfasst zusätzlich zu QualiPhi weitere Produkte auf dem Gebiet des sogenannten Next Generation Sequencing (QualiPhi mutants und PrimPol) sowie Technologien wie z.B. eine neuartige Screening Plattform zum Einsatz in der Wirkstoffentwicklung (DoubleSwitch). Die Produkte QualiPhi mutants und PrimPol befinden sich noch in der Entwicklung, während DoubleSwitch vermarktet werden kann. Für diese Produkte und Technologien wird ebenfalls eine Auslizenzierung an einen Pharmapartner angestrebt. Hierfür wurden im Businessplan ebenfalls entsprechende Einnahmen in Form von Einmalzahlungen und Umsatzlizenzen prognostiziert. Die Realisierung dieser Einnahmen hängt davon ab, ob es der Gesellschaft gelingt, jeweilige Lizenzpartner zu finden. Daher sind die getroffenen Annahmen mit Unsicherheiten behaftet und die tatsächlich erzielten Einnahmen können von den Planungen abweichen.

Die Gesellschaft weist zum 31. Dezember 2012 eine Liquidität (einschließlich Wertpapiere) in Höhe von 0,6 Mio. € aus. Der künftige Liquiditätsbedarf wird durch eine langfristige, am Businessplan orientierte Finanzplanung sowie eine Liquiditätsvorschau ermittelt. Basierend auf den derzeit vorhandenen Finanzmitteln sieht der Vorstand der Gesellschaft die operativen Aufwendungen der SYGNIS bis Ende März 2013 als gedeckt an. Zur weiteren Finanzierung im Geschäftsjahr 2013 hat die Gesellschaft Anfang März 2013 ein Darlehen ihrer Hauptaktionäre in Höhe von bis zu 0,7 Mio. € erhalten. Die Auszahlung dieses Darlehens erfolgt in Tranchen und sichert die weitere Finanzierung bis Mitte 2013. Die für die Auszahlung erforderlichen Bedingungen wurden am 20. März 2013 erfüllt.

Der Vorstand geht davon aus, die weitere Finanzierung und damit die Unternehmensfortführung für den Zeitraum ab Mitte 2013 sicherstellen zu können. Dies soll sowohl durch Mittelzuflüsse neuer Investoren, der Gewährung weiterer Förderkredite sowie durch die Nutzung des bestehenden SEDA-Vertrages (Eigenkapitalzusage auf Abruf) erfolgen. Falls es der Gesellschaft nicht gelingt, die Finanzierung ab Mitte 2013 durch diese Maßnahmen zu sichern und darüber hinaus keine weiteren Darlehensmittel durch die Hauptaktionäre zur Verfügung gestellt werden, kann sie auf eine Finanzierungszusage der Aktionärin dievini Hopp BioTech holding GmbH & Co. KG (dievini) zugreifen. Diese Finanzierungszusage kann bei Einhalten der definierten Bedingungen bis zum 31. Dezember 2013 in Anspruch genommen werden.

Für den Fall, dass die Gesellschaft keine der vorgenannten Finanzierungsmaßnahmen realisieren kann, ist die Unternehmensfortführung nicht mehr gegeben.

Grundlagen des Risikomanagements

SYGNIS hat in Übereinstimmung mit den gesetzlichen Vorgaben ein effizientes System eingerichtet, um Finanz- und Unternehmensrisiken zu erkennen, zu bewerten, zu kommunizieren und zu bewältigen. Hierzu hat der Vorstand innerhalb der Aufbauorganisation Risikoverantwortliche sowie einen Risikomanager benannt. Auf Konzernebene erfolgen regelmäßige Risikoanalysen auf allen funktionalen Ebenen der Gesellschaft einschließlich Forschung und Entwicklung sowie Verwaltung. Dabei werden die Risiken von den Risikoverantwortlichen an den Risikomanager berichtet, der nach deren Auswertung quartalsmäßig einen aggregierten Risikobericht an den Vorstand erstattet. Informationen über wesentliche unvorhergesehene Risiken werden im Rahmen eines Ad-Hoc-Reporting sofort an den Vorstand weitergeleitet.

Im Mittelpunkt des Risikomanagements steht das Ziel, strategische, wettbewerbsbezogene, finanzielle und geschäftsspezifische Risiken und Chancen frühzeitig zu identifizieren und zu überwachen, um nach einer sorgfältigen Bewertung geeignete und angemessene Maßnahmen einzuleiten.

Die wesentlichen Instrumente der SYGNIS zur Risikovermeidung bzw. -minderung sind das Kostencontrolling und das Projektmanagement. Der Vorstand erhält monatliche Berichte über die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage und den Stand der laufenden Projekte. Damit werden die inhaltlichen Projektfortschritte sowie die Vorgaben bezüglich Kosten und Einhaltung der zeitlichen Planung überwacht.

Darüber hinaus diskutiert und analysiert der Vorstand in der Regel zweimal im Monat die aktuelle Lage der Gesellschaft. Des Weiteren finden regelmäßige Sitzungen des erweiterten Managements statt. Der Aufsichtsrat traf sich mindestens einmal pro Quartal, bei wichtigen Entscheidungen auch in kürzeren Abständen und wurde vom Vorstand über die aktuelle Entwicklung laufend unterrichtet. Dies erfolgt derzeit durch einen monatlichen Report, der den aktuellen Status in den für die Gesellschaft wichtigen Bereichen (Projektfortschritte, Finanzierung und Corporate Development) wiedergibt. Die Risikolage der Gesellschaft wird darüber hinaus im Rahmen der Quartals- und Jahresabschlüsse mit dem Prüfungsausschuss erörtert.

Rechnungslegungsbezogenes Risikomanagementsystem und Internes Kontrollsystem

Im Einklang mit § 315 Abs. 2 Nr. 5 HGB hat SYGNIS die Hauptmerkmale des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems im Hinblick auf den Konzernrechnungslegungsprozess, der auch die Rechnungslegungsprozesse bei den in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften einbezieht, zu beschreiben.

Das Risikomanagementsystem und das Interne Kontrollsystem (kurz "IKS") umfassen auch die rechnungslegungsbezogenen Prozesse und richten sich auf das Risiko wesentlicher Falschaussagen in den Jahres- und Zwischenabschlüssen. Unter einem IKS werden die von einem Unternehmen eingeführten Grundsätze, Verfahren und Maßnahmen verstanden, die auf die organisatorische Umsetzung der Entscheidungen des Managements gerichtet sind

zur Sicherung der Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit der Geschäftstätigkeit, hierzu gehört auch der Schutz des Vermögens, einschließlich der Verhinderung und Aufdeckung von Vermögensschädigungen,

zur Ordnungsmäßigkeit und Verlässlichkeit der internen und externen Rechnungslegung sowie

zur Einhaltung der für das Unternehmen maßgeblichen rechtlichen Vorschriften.

Der Vorstand trägt die Gesamtverantwortung für das IKS und das Risikomanagementsystem im Hinblick auf die Rechnungslegungsprozesse bei der Erstellung der Konzernabschlüsse. Die Kontrollmaßnahmen bei SYGNIS in Bezug auf den Rechnungslegungsprozess beruhen insbesondere auf den folgenden Grundsätzen:

Unterschriftenregelung einschließlich Vollmachts- und Genehmigungsstufen beim Eingehen finanzieller Verpflichtungen

Weitest mögliche Dokumentation von Geschäftsvorfällen

Klare Zuordnung von Verantwortlichkeiten

Vieraugenprinzip

Angemessenes Finanzbuchhaltungssystem einschließlich dazugehörigem Berechtigungskonzept

Checklisten bei der Erstellung von Quartals- und Jahresabschlüssen

Richtlinien und Arbeitsanweisungen (z.B. Bilanzierungsrichtlinien, Richtlinien für die Geldanlage und Einkaufsrichtlinien)

Stellenbeschreibungen

Die Monats-, Quartals- und Jahresabschlüsse werden mit Hilfe geeigneter Controlling Software bezüglich Plan-/Ist-Abweichungen sowie Unplausibilitäten und Inkonsistenzen in der Rechnungslegung analysiert. Die Quartals- und Jahresabschlüsse werden vor Veröffentlichung mit dem Prüfungsausschuss erörtert und von diesem eigenen Prüfungen unterzogen.

Das IKS wird laufend hinsichtlich der Effektivität der Kontrollen überprüft und bei Bedarf angepasst. Das Risikomanagementsystem und das IKS werden im Rahmen der Jahresabschlussprüfung geprüft.

Wesentliche Sachverhalte im Rahmen der Abschlusserstellung sowie unterjährige Fragestellungen im Finanzbereich (z. B. Bilanzierungsthemen, Geldanlagen und steuerliche Fragestellungen) werden zeitnah mit dem Prüfungsausschuss diskutiert. Sofern erforderlich, werden zusätzlich externe Berater z. B. bei der Bewertung ausgegebener Aktienoptionen nach IFRS, zu Fragestellungen bei steuerlichen Verlustvorträgen und latenten Steuern zu Rate gezogen.

Im Rahmen der Vorbereitung des Jahresabschlusses legt der Prüfungsausschuss zusätzliche Prüfungsgebiete und Prüfungsschwerpunkte des Abschlussprüfers fest. Der Abschlussprüfer ist zudem im Rahmen seiner Abschlussprüfung verpflichtet, dem Aufsichtsrat über rechnungslegungsrelevante Risiken oder Kontrollschwächen sowie sonstige im Rahmen seiner Prüfungstätigkeit erkannte wesentliche Schwächen des Risikomanagementsystems und IKS zu berichten.

Spezielle Geschäftsrisiken

Allgemeine Branchenrisiken

SYGNIS ist als Unternehmen im Life Science Bereich den typischen Branchenrisiken ausgesetzt. Dadurch weist die Gesellschaft naturgemäß ein hohes Risikoprofil auf, welches sich unmittelbar auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der Gesellschaft und somit direkt auch auf die Unternehmensbewertung auswirken kann.

Das Biotech- bzw. Pharmaumfeld ist sehr dynamisch. Sowohl das Marktumfeld als auch die Wettbewerbssituation können sich rasch verändern. Die gilt insbesondere für die Rahmenbedingungen für Ein- bzw. Auslizenzierung von Projekten.

Risiken aus der Produktvermarktung

Im Rahmen unseres Geschäftsmodells sind wir bei der Vermarktung und dem Vertrieb unserer Produkte abhängig von unseren Lizenznehmern. Um sicherzustellen, dass unsere Partner alles daran setzen, diese Lizenzprodukte erfolgreich zu vermarkten, werden wir sie weiterhin mit unserer Expertise und unserem Know-how nach Kräften unterstützen. Die Abhängigkeit vom kommerziellen Erfolg unserer Partner bleibt ein Risikofaktor, insbesondere wenn unsere Partner durch eigene strategische Entscheidungen den Schwerpunkt ihrer Aktivitäten verändern. Dies könnten Auswirkungen von kundenseitigen Umsatzrückgängen oder -verzögerungen aufgrund von Verschiebungen im Markteintritt (beispielsweise Produktlaunch) sein. Auch könnten Marktveränderungen durch Konzentrationsprozesse im Kundenmarkt sich negativ auf die Vermarktung unserer Produkte auswirken.

Risiken aus der Produktentwicklung

Die Gesellschaft entwickelt neue Produkte und Technologien im Bereich der Molekulardiagnostik. Vor dem Start neuer Projekte wird mit Experten und im Rahmen der regelmäßigen Sitzungen des Aufsichtsrates das zukünftige Produkt intensiv analysiert. Hierbei werden sowohl technische Fragenstellungen, als auch Marktpotentiale validiert.

Risiken aus Einlizenzierungen

Um die Abhängigkeit der Gesellschaft vom Erfolg eines Produktes zu verringern, wird eine Erweiterung des Portfolios angestrebt. Zum Zweck dieser Produktdiversifikation prüft die Gesellschaft fortlaufend mehrere Möglichkeiten, weitere Projekte einzulizenzieren. Durch den Ausbau des Produktangebotes erhöhen sich zudem die Chancen hinsichtlich der zukünftigen Vermarktung. Es besteht allerdings das Risiko, dass man keine geeigneten Projekte einlizenzieren kann. Zudem besteht das Risiko, dass man für die Einlizenzierung einen sehr hohen Preis zahlen muss, ohne dass der Erfolg des Projektes sicher ist.

Risiken aus der Akquisition von Unternehmen

Es ist nicht ausgeschlossen, dass die Gesellschaft auch künftig geeignete Unternehmen oder Unternehmensteile, die zu einer nachhaltigen Unternehmensentwicklung beitragen könnten, übernimmt. Der Erwerb von Unternehmen oder Unternehmensteilen kann SYGNIS Risiken aussetzen, die mit der Integration der neuen Technologien, Geschäftseinheiten und Standorte sowie des Personals verbunden sind. Ferner können Risiken auch daraus entstehen, dass Eigenkapitalinstrumente ausgegeben werden und dies zu einer Verwässerung für die Altaktionäre führt. Sollte die jeweilige Akquisition nicht die geplanten Ergebnisse erzielen, kann sich ein zusätzlicher Aufwand aus der Abwertung von erworbenen Vermögenswerten oder gegebenenfalls von Geschäfts- oder Firmenwerten ergeben.

IP Risiken

Patente spielen bei der Kommerzialisierung von Produkten eine wichtige Rolle. Die Patentüberwachung und der Patentschutz genießen bei der Gesellschaft eine sehr hohe Priorität. Es können jedoch Patentrechte angefochten werden, bzw. die Patenterteilung für laufende Projekte verweigert oder verzögert werden. Dies würde zu einem erheblichen internen Mehraufwand und höheren Kosten führen. Im Extremfall könnte dies auch zur Einstellung von Projekten führen.

Personalrisiken

Für den Unternehmenserfolg von SYGNIS ist es von entscheidender Bedeutung, jederzeit qualifiziertes Fachpersonal zu gewinnen bzw. zu halten. Bei der Rekrutierung konkurriert die Gesellschaft mit anderen Unternehmen. So besteht die Gefahr, dass es nicht gelingt, die notwendigen neuen hochqualifizierten Mitarbeiter zu gewinnen bzw. langfristig an die Gesellschaft zu binden. Ein Verlust dieser Mitarbeiter bzw. des relevanten know-hows hätte einen negativen Einfluss auf die weitere Geschäftsentwicklung der Gesellschaft.

Finanzierungsrisiken

Die Sicherung einer nachhaltigen Unternehmensentwicklung durch externe Akquisitionen oder Einlizenzierungen von Projekten, aber auch die interne Forschungs- und Entwicklungstätigkeit, erfordert zusätzliche finanzielle Mittel. Die Gesellschaft evaluiert dabei verschiedene Möglichkeiten, diesen Kapitalbedarf sicherzustellen. Die tatsächliche Höhe des künftigen Kapitalbedarfes hängt u.a. von der Fähigkeit der Gesellschaft ab, künftig Produkterlöse oder Erlöse durch Forschungskooperationen generieren zu können. Auch nach Einleitung von Kostensenkungsmaßnahmen besteht das Risiko, dass die Fähigkeit zur Unternehmensfortführung künftig nicht gegeben ist. Falls die Gesellschaft zusätzliches Kapital durch die Ausgabe von Aktien aufnimmt, könnte dies zu einer Verwässerung der Anteile der Altaktionäre führen.

Risiken im Zusammenhang mit der Anerkennung von steuerlichen Verlustvorträgen

Der Gesetzgeber hat neben den bisherigen Regelungen zum Mantelkauf des § 8 (4) KStG im Rahmen der Unternehmensteuerreform zum 1. Januar 2008 mit dem § 8c KStG eine Verschärfung eingeführt, wonach es nicht mehr auf eine Zuführung von neuem Betriebsvermögen ankommt und bereits bei einer Anteilsübertragung von mehr als 25% ein zumindest quotaler Wegfall der Verlustvorträge droht. Eine Anteilsübertragung von mehr als 50% führt nach den Vorschriften des § 8c KStG zu einem vollständigen Wegfall der Verlustvorträge.

Die Verlustvorträge der SYGNIS Pharma AG in Deutschland bis 31. März 2010 in Höhe von 222,7 Mio. € (Körperschaftsteuer) und 212,3 Mio. € (Gewerbesteuer) wurden mit Bescheid vom 26. Juni 2012 unter dem Vorbehalt der Nachprüfung vom zuständigen Finanzamt festgestellt. Die Gesellschaft wurde zuletzt für das Geschäftsjahr 2000/2001 einer steuerlichen Betriebsprüfung unterzogen. Für die Veranlagungszeiträume bis einschließlich Geschäftsjahr 2005/2006 sowie für das Geschäftsjahr 2007/2008 wurde der Vorbehalt der Nachprüfung aufgehoben.

Bei genannten Verlustvorträgen besteht das Risiko, dass diese aufgrund der durchgeführten Kapitalerhöhung und der erfolgten Anteilsübertragungen im abgelaufenen Geschäftsjahr 2012 bzw. in den Vorjahren nach der derzeitigen Rechtslage nicht mehr zur Verrechnung mit künftigen Gewinnen zur Verfügung stehen.

Finanzrisiken

Im Zusammenhang mit finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten können verschiedene Finanzrisiken eine negative Entwicklung auf die Vermögens- und Ertragslage der Gesellschaft haben. Hierbei handelt es sich insbesondere um Zinsrisiken, Bonitäts- oder Ausfallrisiken, Liquiditätsrisiken sowie Kursrisiken.

Risiken aus Zahlungsstromschwankungen/Zinsrisiken

Es bestehen derzeit keine nennenswerten variabel verzinslichen Posten, so dass sich keine wesentlichen Zinsrisiken ergeben.

Bonitäts- oder Ausfallrisiken

Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente der Gesellschaft lauten vorwiegend auf Euro und sind überwiegend kapitalgeschützt Ein etwaiges Ausfallrisiko wird durch die Geldanlagerichtlinie des Konzerns minimiert. Demzufolge wird bei Neuanlagen ausschließlich in Emittenten hoher Bonität investiert.

Liquiditätsrisiko

Das Liquiditätsrisiko beschreibt das Risiko, das entsteht, wenn die Gesellschaft nicht in der Lage ist, ihre mit Finanzinstrumenten verbundenen Verpflichtungen bei Fälligkeit zu erfüllen. Dieses Risiko kann auch daraus resultieren, dass finanzielle Vermögenswerte nicht zeitnah zu einem angemessenen Preis veräußert werden können.

Preisrisiken aus Kursschwankungen

Zum Bilanzstichtag bestehen nur in geringem Umfang Kursrisiken von zur Veräußerung verfügbaren Finanzinvestitionen. Die zum 31. Dezember 2012 bestehenden fremdkapitalverbriefenden Wertpapiere in Höhe von 0,1 Mio. € wurden vollständig Anfang Januar 2013 mit einem geringen Kursgewinn veräußert.

Sonstige Risiken

Wir halten uns ständig über alle infrage kommenden Umwelt-, Gesundheits- und Sicherheitsbestimmungen wie auch über betriebliche und sonstige gesetzliche Regelungen und Branchenvorschriften auf dem Laufenden. Wir haben organisatorische Vorkehrungen getroffen, um allen diesen Vorschriften an jedem unserer Standorte nachzukommen. Um mögliche Auswirkungen zu minimieren, die sich aus den vielfältigen steuer-, gesellschafts-, arbeits- und wettbewerbsrechtlichen Bestimmungen sowie den Vorschriften zum Schutz des geistigen Eigentums und aus anderen Rechtsgebieten ergeben, treffen wir unsere Entscheidungen und gestalten unsere Unternehmenspolitik und Geschäftsprozesse in Absprache mit den jeweiligen internen Fachleuten und bei Bedarf mit externen Beratern. Wo immer sinnvoll und notwendig, treffen wir für mögliche Risiken geeignete bilanzielle Vorsorge.

2. Chancen

Durch den Unternehmenszusammenschluss mit der X-Pol Biotech hat die SYGNIS Pharma AG die Tätigkeiten auf dem Gebiet der hochriskanten Medikamentenentwicklung beendet. Die bestehenden bzw. geplanten Projekte erfordern deutlich geringere Entwicklungszeiten und Entwicklungskosten. Darüber hinaus ist bereits in einem frühen Entwicklungsstadium ein wirtschaftlicher Erfolg absehbar. Hierdurch kann die Gesellschaft die vorhandenen Ressourcen effizienter und zielgerichteter einsetzen. Durch die beiden Standorte in Heidelberg und Tres Cantos können die jeweiligen Expertisen geteilt und dadurch eine höhere Erfolgswahrscheinlichkeit bei Produktneuenwicklungen realisiert werden.

Durch ein verbreitertes wissenschaftliches und kapitalmarktrelevantes Netzwerk bestehen in der gemeinsamen Struktur höhere Chancen, Produktvermarktungen zu realisieren und weitere Finanzierungen über neue Investoren oder öffentliche Fördermittel zu generieren.

VI. Angaben gemäß § 315 Abs. 4 Handelsgesetzbuch (HGB)

1. Das Grundkapital der Gesellschaft betrug am 31. Dezember 2012 € 9.349.724 eingeteilt in 9.349.724 auf den Inhaber lautende, nennwertlose Stückaktien. Hierbei handelt es sich ausschließlich um stimmberechtigte Stammaktien. Es gibt keine Inhaber von Aktien mit Sonderrechten oder einer sonstigen Stimmrechtskontrolle. Dem Vorstand sind keinerlei Beschränkungen hinsichtlich der Stimm- oder Übertragungsrechte der Aktien bekannt, auch wenn sich solche aus Vereinbarungen zwischen Aktionären ergeben könnten.

2. Gemäß § 315 Abs. 4 Nr. 3 HGB sind direkte oder indirekte Beteiligungen am Kapital, die 10 % der Stimmrechte überschreiten, anzugeben. Nach Informationen der Gesellschaft bestehen die folgenden direkten oder indirekten Beteiligungen, die 10 % überschreiten:

Beteiligter Stimmrechtsanteil
  Direkt Zurechnung
Genetrix Life Sciences, A.B., Uppsala, Schweden 65,09 %  
Genetrix S.L., Tres Cantos, Spanien   65,09 %
dievini Hopp BioTech holding GmbH & Co. KG, Walldorf, Deutschland 12,27 %  
DH-Capital GmbH & Co. KG, Wiesloch, Deutschland   12,27 %
OH-Capital GmbH & Co. KG, Wiesloch, Deutschland   12,27 %
DH-Holding GmbH & Co. KG, Wiesloch, Deutschland   12,27 %
OH Beteiligungen GmbH & Co. KG, Wiesloch, Deutschland   12,27 %
BW Verwaltungs GmbH, Wiesloch, Deutschland   12,27 %
Dietmar Hopp, Walldorf, Deutschland   12,27 %
Oliver Hopp, Walldorf, Deutschland   12,27 %
DH-Holding Verwaltungs GmbH, Wiesloch, Deutschland   12,27 %
Berthold Wipfler, Karlsruhe, Deutschland   12,27 %

3. Gemäß § 6 der Satzung der Gesellschaft besteht der Vorstand aus einem oder mehreren Mitgliedern, wobei der Aufsichtsrat die Zahl der Mitglieder des Vorstands im Übrigen bestimmt. Der Aufsichtsrat kann einen Vorsitzenden sowie einen oder mehrere stellvertretende Vorsitzende des Vorstands ernennen. Die Bestellung und Abberufung von Mitgliedern des Vorstands richten sich nach den §§ 84 f. des Aktiengesetzes (AktG) sowie den ergänzenden Regelungen der Geschäftsordnung des Aufsichtsrats. Eine Änderung der Satzung richtet sich nach den §§ 133 und 179 AktG sowie § 9 Absatz 7 der Satzung der SYGNIS Pharma AG. Der eine Satzungsänderung herbeiführende Hauptversammlungsbeschluss bedarf nach der Satzung der SYGNIS Pharma AG einer einfachen Stimmenmehrheit des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals soweit zwingende gesetzliche Vorschriften dem nicht entgegenstehen.

4. Dem Vorstand wurde von der Hauptversammlung die Befugnis erteilt, die folgenden neuen Aktien oder Wandlungsrechte auszugeben:

4.1 Gemäß § 4 Abs. 4 der Satzung der SYGNIS Pharma AG ist der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrates, das Grundkapital bis einschließlich 26. November 2013 durch Ausgabe neuer auf den Inhaber lautenden Stammaktien als Stückaktien gegen Bar- oder Sacheinlagen einmalig oder mehrmalig, insgesamt jedoch höchstens um bis zu € 17.552.698 zu erhöhen (genehmigtes Kapital). Der Vorstand darf nur mit Zustimmung des Aufsichtsrates das gesetzliche Bezugsrecht der Aktionäre ausschließen:

für Spitzenbeträge,

zur Gewährung von Aktien gegen Einbringung von Sacheinlagen, insbesondere im Rahmen von Zusammenschlüssen mit Unternehmen oder im Rahmen des Erwerbs von Unternehmen, Unternehmensteilen oder Unternehmensbeteiligungen,

wenn die Kapitalerhöhung gegen Bareinlagen erfolgt und der auf die neuen Aktien, für die das Bezugsrecht ausgeschlossen wird, insgesamt entfallende anteilige Betrag des Grundkapitals 10 % des im Zeitpunkt des Wirksamwerdens und der Ausübung dieser Ermächtigung eingetragenen Grundkapitals nicht übersteigt und der Ausgabebetrag den Börsenpreis der bereits börsennotierten Aktien gleicher Gattung und Ausstattung zum Zeitpunkt der endgültigen Festlegung des Ausgabebetrages durch den Vorstand nicht wesentlich im Sinne von §§ 203 Abs. 1 und 2, 186 Abs. 3 Satz 4 AktG unterschreitet.

4.2 Gemäß § 4 Abs. 6 der Satzung der SYGNIS Pharma AG ist das Grundkapital der SYGNIS Pharma AG um bis zu € 533.333 durch Ausgabe von bis zu Stück 533.333 auf den Inhaber lautende Stammaktien als Stückaktien, die den bereits ausgegebenen auf den Inhaber lautenden Stammaktien als Stückaktien gleichstehen, bedingt erhöht (bedingtes Kapital II). Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, wie die Inhaber von Aktienoptionen, welche aufgrund der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 28. November 2007 von der Gesellschaft binnen der letzten 15 Werktage eines jeden Kalendermonats, erstmals jedoch frühestens nach der Eintragung des geschaffenen bedingten Kapitals II in das Handelsregister, bis zum 26. November 2010 begeben wurden, von ihren Bezugsrechten Gebrauch machen und die Gesellschaft nicht in Erfüllung der Bezugsrechte eigene Aktien gewährt. Die aus der Ausübung dieser Bezugsrechte hervorgehenden neuen auf den Inhaber lautenden Stammaktien als Stückaktien sind vom Beginn desjenigen Geschäftsjahres an, in dem sie entstehen, gewinnberechtigt.

4.3 Gemäß § 4 Abs. 7 der Satzung der SYGNIS Pharma AG ist das Grundkapital um bis zu € 600.000 durch Ausgabe von bis zu Stück 600.000 auf den Inhaber lautende Stammaktien als Stückaktien, die den bereits ausgegebenen auf den Inhaber lautenden Stammaktien als Stückaktien gleichstehen, bedingt erhöht (bedingtes Kapital III). Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, wie die Inhaber von Aktienoptionen, welche aufgrund der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 27. November 2008 von der Gesellschaft binnen der letzten 15 Werktage eines jeden Kalendermonats, erstmals jedoch frühestens nach der Eintragung des geschaffenen bedingten Kapitals III in das Handelsregister, bis zum 25. November 2011 begeben wurden, von ihren Bezugsrechten Gebrauch machen und die Gesellschaft nicht in Erfüllung der Bezugsrechte eigene Aktien gewährt. Die aus der Ausübung dieser Bezugsrechte hervorgehenden neuen auf den Inhaber lautenden Stammaktien als Stückaktien sind vom Beginn desjenigen Geschäftsjahres an, in dem sie entstehen, gewinnberechtigt.

4.4 Gemäß § 4 Abs. 8 der Satzung der SYGNIS Pharma AG ist das Grundkapital um bis zu € 500.000 durch Ausgabe von bis zu Stück 500.000 auf den Inhaber lautenden Stammaktien als Stückaktien, die den bereits ausgegebenen auf den Inhaber lautenden Stammaktien als Stückaktien gleichstehen, bedingt erhöht (bedingtes Kapital IV). Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, wie die Inhaber von Aktienoptionen, welche aufgrund der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 25. November 2011 von der Gesellschaft binnen der letzten 15 Werktage eines Kalendermonats, erstmals jedoch frühestens nach der Eintragung des geschaffenen bedingten Kapitals IV in das Handelsregister, bis zum 24. November 2016 begeben werden, von ihren Bezugsrechten Gebrauch machen und die Gesellschaft nicht in Erfüllung der Bezugsrechte eigene Aktien gewährt oder der Wert der aufgrund der Bezugsrechtsausübung zu gewährenden Aktien abzüglich des Ausübungspreises in Form eines Barausgleichs für den Verzicht auf die jeweiligen Bezugsrechte des Bezugsberechtigten ausgezahlt wird. Die aus der Ausübung dieser Bezugsrechte hervorgehenden neuen auf den Inhaber lautenden Stammaktien als Stückaktien nehmen vom Beginn des Geschäftsjahres an am Gewinn teil, für das zum Zeitpunkt der Ausübung des Bezugsrechts noch kein Beschluss der Hauptversammlung über die Verwendung des Bilanzgewinns gefasst worden ist.

4.5 Gemäß § 4 Abs. 9 der Satzung der SYGNIS Pharma AG ist das Grundkapital um bis zu € 6.500.000 durch Ausgabe von bis zu Stück 6.500.000 auf den Inhaber lautende Stammaktien als Stückaktien bedingt erhöht (bedingtes Kapital V). Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, wie die Inhaber von Wandlungsrechten bzw. die zur Wandlungsausübung Verpflichteten aus Wandelanleihen, die von der Gesellschaft oder von einer Konzerngesellschaft der Gesellschaft im Sinne von §18 AktG, an der die Gesellschaft unmittelbar oder mittelbar zu mehr als 50% beteiligt ist, aufgrund der Ermächtigung des Vorstands durch Hauptversammlungsbeschluss vom 25. November 2011 ausgegeben oder garantiert werden, von ihren Wandlungsrechten Gebrauch machen oder, soweit sie zur Wandlung verpflichtet sind, ihre Verpflichtung zur Wandlung erfüllen und soweit das bedingte Kapital nach Maßgabe der Wandelanleihebedingungen zur Gewährung von Aktien zur Bedienung der Wandelrechte und/oder -pflichten benötigt wird. Die Ausgabe neuer Aktien erfolgt zu dem nach Maßgabe des vorstehend bezeichneten Ermächtigungsbeschlusses jeweils zu bestimmenden Wandlungspreis. Die neuen Aktien nehmen vom Beginn des Geschäftsjahres an am Gewinn teil, für das zum Zeitpunkt der Ausübung des Bezugsrechts noch kein Beschluss der Hauptversammlung über die Verwendung des Bilanzgewinns gefasst worden ist.

5. Zum Zeitpunkt der Berichterstattung bestanden keine wesentlichen Vereinbarungen der Gesellschaft, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels in Folge eines Übernahmeangebots stehen.

Die Optionsbedingungen der an den Vorstand und die Mitarbeiter ausgegebenen Aktienoptionen aus den in den Jahren 2007 und 2008 beschlossenen Optionsprogrammen sehen jedoch vor, dass im Falle eines Kontrollwechsels die dreijährige Sperrfrist für 50% der ausgegebenen Aktienoptionen durch die Gesellschaft auf zwei Jahre verkürzt werden kann.

6. Entschädigungsvereinbarungen der Gesellschaft, die für den Fall eines Übernahmeangebots mit den Mitgliedern des Vorstands oder mit Arbeitnehmern getroffen wurden, gibt es nicht.

VII. Vergütungsbericht

Der Vergütungsbericht fasst die wesentlichen Elemente des Systems zur Vergütung des Vorstands der SYGNIS Pharma AG zusammen und erläutert insbesondere die Struktur und die Höhe der Vorstandsvergütung. Darüber hinaus werden die Grundsätze und die Höhe der Vergütung des Aufsichtsrats beschrieben. Er wird auf der Basis der Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex erstellt und beinhaltet ferner die Angaben, die nach den maßgeblichen gesetzlichen Vorschriften, vor allem dem Handelsgesetzbuch, erforderlich sind. Dieser Bericht gilt zugleich als Teil des Corporate Governance Berichtes. Der Corporate Governance Bericht ist im Geschäftsbericht der SYGNIS enthalten, der unter www.sygnis.de abzurufen ist.

Vergütung des Vorstands

Die Struktur des Vergütungssystems für den Vorstand wird in ihrem gesamten Umfang vom Aufsichtsratsplenum beraten und regelmäßig überprüft, welches für die Festlegung der Vorstandsvergütung im Einzelnen zuständig ist. Aufgrund der Wichtigkeit der Besetzung der Vorstandspositionen sowie der damit einhergehenden Vergütung der Vorstände hat der Aufsichtsrat sich bewusst entschlossen, hierfür keinen gesonderten Personal- und Vergütungsausschuss im Aufsichtsrat zu bilden. Die erfolgsunabhängigen Vergütungsbestandteile und die Grundstrukturen der erfolgsbezogenen Vergütungsbestandteile sind im Rahmen der Anstellungsverträge mit den einzelnen Vorstandsmitgliedern vereinbart. Hierbei wurden auch die nach Maßgabe des am 5. August 2009 in Kraft getretenen Gesetzes zur Angemessenheit der Vorstandsvergütung (VorstAG) neu formulierten Anforderungen berücksichtigt.

Ziel des Vergütungssystems für die Vorstände unserer Gesellschaft ist es, die Mitglieder des Vorstands an der Entwicklung des Unternehmens entsprechend ihrer jeweiligen Aufgaben und Leistungen für die Unternehmensgruppe sowie den Erfolgen bei der Gestaltung der wirtschaftlichen und finanziellen Lage des Unternehmens unter Berücksichtigung des Vergleichsumfelds teilhaben zu lassen. Die Vergütung des Vorstands ist in ihrer Gesamtheit leistungsorientiert und setzte sich im Geschäftsjahr 2012 aus verschiedenen Komponenten zusammen:

Erfolgsunabhängige Vergütung (Grundgehalt) und sonstigen Vergünstigungen

erfolgsbezogene Vergütung (variabler Bonus)

Komponente mit langfristiger Anreizwirkung (Aktienoptionen)

Die erfolgsunabhängige Vergütung besteht aus einem im Anstellungsvertrag festgelegten und in zwölf monatlichen Raten als Grundgehalt ausgezahlten Fixum sowie sonstigen Vergünstigungen, die sich im Wesentlichen aus Versicherungsleistungen, Zuschüssen zur Alters-, Invaliditäts- und Krankenversicherung sowie dem nach steuerlichen Richtlinien anzusetzenden Wert der Dienstwagennutzung ergeben, welcher als Vergütungsbestandteil vom einzelnen Vorstandsmitglied zu versteuern ist.

Für die neu in den Vorstand berufene Vorstandsvorsitzende Frau de la Huerta wurde bislang noch kein Anstellungsvertrag mit der SYGNIS Pharma AG abgeschlossen. Die Vergütung für ihre Tätigkeit als Vorstand erfolgte im Geschäftsjahr 2012 über die X-Pol Biotech auf Basis des dort geschlossenen Anstellungsvertrages. Hiernach hat Frau de la Huerta eine erfolgsunabhängige und eine erfolgsbezogene Vergütung erhalten. Darüber hinaus hat Frau de la Huerta noch keine Vergütungen in Form von Aktienoptionen erhalten.

Die erfolgsbezogene Vergütung wird auch für das Geschäftsjahr 2012 als variabler Bonus gewährt. Die Höhe des jeweiligen Bonus ist ausschließlich abhängig vom Erreichen bestimmter am Unternehmenserfolg orientierter Zielparameter. Dabei ist der maximal erreichbare Bonus für das ehemalige Vorstandsmitglied Dr. Frank Rathgeb und für den Finanzvorstand Peter Willinger auf 50% des festen Jahresbruttogehalts fixiert. Für Frau De la Huerta ist der maximal erreichbare Bonus auf 30% des von der X-Pol gezahlten festen Jahresbruttogehalts fixiert. Die Höhe des variablen Bonus leitete sich im letzten Geschäftsjahr von der auf einer mehrjährigen Bemessungsgrundlage zu beurteilenden Entwicklung des Unternehmens ab, die am Erreichen von strategischen und operativen Zielen, wie insbesondere der Durchführung einer M&A Transaktion sowie anderen Unternehmenszielen gemessen wurde. Am Ende des Geschäftsjahres bewertete der Aufsichtsrat den Grad der Zielerreichung und legte den Bonus unter gebührender Berücksichtigung aller relevanten Umstände fest.

Um zu gewährleisten, dass das System der Vorstandsvergütung insgesamt auf eine langfristige und nachhaltige Unternehmensentwicklung ausgerichtet ist, sieht das Vergütungssystem vor, dass die variable Vergütung an Kriterien und/oder Projekten ausgerichtet wird, die als mehrjährige Bemessungsgrundlage dienen. Mit demselben Ziel kann der Aufsichtsrat festsetzen, dass die langfristig orientierten variablen Vergütungsbestandteile einen bestimmten Teil der dem jeweiligen Vorstandmitglied insgesamt eingeräumten variablen Vergütungsbestandteile ausmachen. Insofern kann der Aufsichtsrat bestimmen, dass der jährlich zu vergütende variable Bonus (anteilig) in eine auf einer mehrjährigen Bemessungsgrundlage basierende variable Vergütungskomponente, die auch negativen Entwicklungen innerhalb des Bemessungszeitraums Rechnung trägt, umgewandelt wird. Dies kann in der Weise geschehen, dass die Auszahlung des an sich jährlich erdienten variablen Bonus nach dem Ermessen des Aufsichtsrats anteilig oder vollständig zum Zweck der Berücksichtigung mehrjähriger Entwicklungen zeitlich verschoben wird.

Die Vergütung für Herrn Willinger und Herrn Dr. Rathgeb wurde für den Zeitraum vom 1. April 2012 bis zum 31. Dezember 2012 dargestellt. Dies entspricht dem Rumpfgeschäftsjahr, welches für den Einzelabschluss der SYGNIS Pharma AG gebildet wurde. Die Vergütung von Frau de la Huerta entfällt auf den Zeitraum vom 17. Oktober bis zum 31. Dezember 2012. Die nachfolgende Übersicht zeigt die im Geschäftsjahr 2012 gewährte Vorstandsvergütung in detaillierter und individualisierter Form:

In Tausend
Erfolgsunabhängige Vergütung Erfolgsbezogene Vergütung Sonstige Vergünstigungen* Gesamtbarvergütung 2011/2012
Pilar de la Huerta 10 9 3 22
Peter Willinger 153 102 39 294
Dr. Frank Rathgeb 120 103 25 248

* Enthalten sind Versicherungsleistungen, Zuschüssen zur Alters-, Invaliditäts- und Krankenversicherung sowie die private Dienstwagennutzung

Herr Dr. Rathgeb ist mit Ablauf des 31. Oktober 2012 aus seinem Amt als Vorstand der Gesellschaft ausgeschieden und mit gleichem Datum wurde der Anstellungsvertrag aufgehoben. Auf Basis der geschlossenen Aufhebungsvereinbarung erhält Herr Dr. Rathgeb für den Zeitraum bis zum 31. März 2013 die Fortzahlung der vertragsgemäßen Leistungen sowie zum 31. März 2013 eine Einmalzahlung in Höhe von T€ 50. Hierdurch hat Herr Dr. Rathgeb für November und Dezember 2012 insgesamt einen Betrag von T€ 41 erhalten. Die Gesellschaft hat die ausstehenden vertragsgemäßen Leistungen für Januar bis März 2013 sowie die Einmalzahlung in Höhe von insgesamt T€ 109 zum 31. Dezember 2012 zurückgestellt.

Als Komponente mit langfristiger Anreizwirkung wurde dem Vorstandsmitglied Peter Willinger sowie dem ehemaligen Vorstandsmitglied Dr. Frank Rathgeb Aktienoptionen auf Basis des Aktienoptionsprogramms 2008 sowie des Aktienoptionsprogramms 2011 der SYGNIS Pharma AG gewährt. Die auf Basis des Aktienoptionsprogramms 2008 gewährten Aktienoptionen können erst zu 50% nach Ablauf einer Mindestlaufzeit von zwei Jahren und die restlichen 50% nach Ablauf einer Mindestlaufzeit von drei Jahren jeweils ab dem Datum der Gewährung ausgeübt werden, vorausgesetzt, dass sich der Kurs der SYGNIS-Aktie in der Zeit zwischen dem Ausgabetag des jeweiligen Optionsrechts und der zulässigen Ausübung des Optionsrechts um mindestens 50% erhöht hat. Demgegenüber können die auf Basis des Aktienoptionsprogramms 2011 gewährten Aktienoptionen erst nach Ablauf einer Mindestlaufzeit von vier Jahren ab dem Datum der Gewährung ausgeübt werden; dies gilt ebenfalls unter der Voraussetzung, dass sich der Kurs der SYGNIS-Aktie in der Zeit zwischen dem Ausgabetag des jeweiligen Optionsrechts und der zulässigen Ausübung des Optionsrechts um mindestens 50% erhöht hat. Der Wert der jeweiligen Aktienoption wird auf die Erdienungszeiträume verteilt und als Aufwand im jeweiligen Geschäftsjahr berücksichtigt. Grundzüge der Aktienoptionspläne, aus denen die Mitglieder des Vorstands Aktienoptionen erhalten haben, werden in den Erläuterungen zum Konzernabschluss näher dargestellt.

Die nachfolgende Übersicht zeigt die Anzahl und den Wert der an die Vorstände ausgegebenen Aktienoptionen in detaillierter und individualisierter Form:

Vorstandsmitglied Erhalten im Geschäftsjahr* Anzahl der Aktienoptionen Zeitwert der Aktienoptionen (€)**
Peter Willinger 2007/2008 66.666 160.000
  2010/2011 120.000 61.000
  2011/2012 73.749 46.000
Gesamt   260.415 267.000
Dr. Frank Rathgeb 2008/2009 66.666 135.000
  2010/2011 120.000 61.000
  2011/2012 73.750 46.000
Gesamt   260.416 242.000

* Diese Geschäftsjahre betreffen ausschließlich die SYGNIS Pharma AG vor dem Zeitpunkt des umgekehrten Unternehmenserwerbes.
** Die angegebenen Werte der den Mitgliedern des Vorstands gewährten Aktienoptionen entsprechen deren Zeitwert (Fair Value) zum Zeitpunkt ihrer jeweiligen Gewährung

Mit dem ausgeschiedenen Vorstandsvorsitzenden Herrn Dr. Bach, dessen Anstellungsvertrag am 31. Dezember 2010 endete, wurde ein nachvertragliches Wettbewerbsverbot vereinbart. Soweit dieses zur Anwendung kommt, erhalten die Vorstände nach Beendigung des zwischen ihnen und der SYGNIS Pharma AG geschlossenen Anstellungsvertrages für die Dauer von maximal zwei Jahren für jedes Jahr der sie betreffenden Geltung des Wettbewerbsverbots eine Entschädigung in Höhe von 50% der ihnen zuletzt gewährten vertragsgemäßen Leistungen. Einkünfte aus einer Erwerbstätigkeit des jeweiligen Vorstandsmitglieds sind hierauf entsprechend den Bestimmungen des § 74c HGB anzurechnen. Im Zeitraum vom 1. April 2012 bis zum 31. Dezember 2012 hat Herr Dr. Bach auf dieser Grundlage eine Entschädigung in Höhe von 134.000 € erhalten.

Im Fall der Nichtverlängerung eines Dienstvertrages steht dem betreffenden Vorstandsmitglied keine Abfindung zu. Die Anstellungsverträge enthalten keine Regelung, wonach den Vorstandsmitgliedern bei einem Eigentümerwechsel (change of control) ein außerordentliches Kündigungsrecht oder im Fall ihrer Eigenkündigung ein Anspruch auf das ausstehende Festgehalt für die vereinbarte Vertragslaufzeit zusteht. Wird demgegenüber jedoch der Dienstvertrag des jeweiligen Vorstandsmitglieds durch den neuen Eigentümer vorzeitig beendigt, behält das Vorstandsmitglied seinen Vergütungsanspruch für die Restlaufzeit. Darüber hinaus werden in einem solchen Fall alle gewährten Aktienoptionen nach Ablauf der jeweiligen gesetzlichen Mindesthaltefrist, gerechnet ab dem Zeitpunkt ihrer Gewährung, ausübbar.

Es bestehen keine Pensionszusagen der Gesellschaft gegenüber Vorstandsmitgliedern der SYGNIS Gruppe. Kredite, Vorschüsse oder andere als die in diesem Vergütungsbericht genannten Vergünstigungen wurden Vorstandsmitgliedern im Berichtsjahr nicht gewährt. Auch erhielten die Mitglieder des Vorstands keine Vergünstigungen von Dritten, die mit Blick auf ihre Position als Vorstandsmitglied entweder in Aussicht gestellt oder gewährt wurden.

Vergütung des Aufsichtsrats

Die Vergütung der Mitglieder des Aufsichtsrats wird von der Hauptversammlung festgelegt und ist in § 10 der Satzung der SYGNIS Pharma AG geregelt. In Übereinstimmung mit dem Deutschen Corporate Governance Kodex erhalten die Aufsichtsratsmitglieder der SYGNIS Pharma AG sowohl eine feste als auch eine erfolgsabhängige Vergütung.

Die feste Vergütung eines jeden Mitglieds beträgt 20.000 €. Der Vorsitzende erhält das Doppelte und sein Stellvertreter das Eineinhalbfache der Vergütung eines Aufsichtsratsmitglieds. Der Vorsitz in den Aufsichtsratsausschüssen wird gesondert mit 10.000 € vergütet, soweit der Ausschuss mindestens zweimal im Geschäftsjahr tagt. Darüber hinaus erhalten die Aufsichtsratsmitglieder eine variable Vergütung in Höhe von 10% der jeweiligen festen Vergütung für das erste Geschäftsjahr, in dem eine positive Eigenkapitalrendite erreicht wird. In den Folgejahren entspricht der als variable Vergütung zu zahlende Prozentsatz der jeweiligen Grundvergütung der Eigenkapitalrendite (Prozentsatz) gemäß Konzernabschluss. Aufsichtsratsmitglieder, die nur während eines Teils des Geschäftsjahres dem Aufsichtsrat angehören, erhalten eine pro rata entsprechend geringere Vergütung. Allen Aufsichtsratsmitgliedern werden die ihnen in Ausübung ihres Amtes entstandenen Auslagen erstattet.

Für den Zeitraum vom 1. April bis zum 31. Dezember 2012 steht den Mitgliedern des Aufsichtsrats insgesamt eine Vergütung von 120.000 € zu, ohne Erstattung von Reisekosten. Nachfolgende Übersicht zeigt die Aufsichtsratsvergütung in detaillierter und individualisierter Form:

In Tausend € Feste Vergütung Erfolgsabhängige Vergütung Gesamtvergütung
Dr. Cristina Garmendia Mendizábal** 8 0 8
Dr. Friedrich von Bohlen und Halbach 28 0 28
Gonzalo Rodríguez-Fraile Díaz** 4 0 4
Pedro-Agustín del Castillo Machado** 4 0 4
Dr. Joseph M. Fernández** 4 0 4
Prof. Dr. Christof Hettich* 16 0 16
Dr. Wolf-Dieter Starp 23 0 23
Prof. Dr. Werner Hacke* 11 0 11
Prof. Dr. Wolfgang Hartwig* 11 0 11
Prof. Dr. Andrea Pfeifer* 11 0 11
Total 120 0 120

* Anteilige Vergütung vom 1. April 2012 bis 17. Oktober 2012
** Anteilige Vergütung vom 17. Oktober 2012 bis 31. Dezember 2012

Die Gesellschaft hat keine Darlehen an Mitglieder des Aufsichtsrats gewährt.

Vermögensschadenshaftpflicht-Versicherung (D&O-Versicherung)

Die SYGNIS Pharma AG hat eine Vermögensschadenhaftpflichtversicherung für Unternehmensleiter (D&O-Versicherung) mit Selbstbehalt für die Mitglieder des Aufsichtsrats, des Vorstands der SYGNIS Pharma AG sowie der Geschäftsleitung der verbundenen Unternehmen im In- und Ausland abgeschlossen. Der Selbstbehalt richtet sich nach den gesetzlichen Vorgaben sowie den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex. Die Versicherung deckt die Rechtskosten der Verteidigung bei Inanspruchnahme und gegebenenfalls den zu leistenden Schadenersatz im Rahmen der bestehenden Deckungssummen. Die Deckungssumme der Versicherung ist bewusst niedrig gehalten, um die Prämie in einem angemessenen Verhältnis zur wirtschaftlichen Situation der Gesellschaft zu halten. Eine über die Deckungssumme hinausgehende Haftung trifft die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats persönlich in vollem Maße.

VIII. Ereignisse von besonderer Bedeutung nach Ablauf des Geschäftsjahres 2012

Im Januar 2013 hat die Gesellschaft die Erteilung von Patenten in Europa und den USA auf eine neue grundlegende Technologie zur Detektion von Protein-Protein Interaktionen bekanntgegeben (DoubleSwitch). Diese Technologie kann als neue Substanzscreening-Plattform zur Entwicklung neuartiger Wirkstoffe Verwendung finden.

SYGNIS hat darüber hinaus Anfang März 2013 über die Gewährung eines Gesellschafterdarlehens in Höhe von bis zu 0,7 Mio. € durch die Hauptaktionäre der Gesellschaft, die Genetrix Life Sciences, A.B. und die dievini Hopp BioTech holding GmbH & Co. KG berichtet. Das Darlehen ist nach marktüblichen Konditionen zu verzinsen und (nach Eintritt einer aufschiebenden Bedingung) auf Anforderung der Gesellschaft zahlbar. Das Darlehen ist unbesichert und hat eine Laufzeit bis Ende 2015. Die für die Auszahlung erforderlichen Bedingungen wurden am 20. März 2013 erfüllt.

Die Gesellschaft hat am 25. März 2013 bekannt gegeben, dass der Finanzvorstand der Gesellschaft, Peter Willinger, auf Basis einer mit dem Aufsichtsrat abgeschlossenen Vereinbarung im beiderseitigen Einvernehmen zum 31. März 2013 aus dem Vorstand der SYGNIS Pharma AG aus persönlichen Gründen ausscheiden wird. Frau de la Huerta übernimmt zusätzlich zu ihren Pflichten als CEO auch die Aufgaben des CFO.

IX. Ausblick

Die folgenden Ausführungen enthalten Einschätzungen und Erwartungen des Vorstandes über zukünftige Entwicklungen einschließlich der Finanzprognosen und der künftigen Geschäftslage der Gesellschaft. Diese Erwartungen unterliegen Risiken und Unsicherheiten, wie im Abschnitt "Chancen- und Risikenbericht" beschrieben. Die tatsächlichen Ergebnisse können aufgrund einer Vielzahl von Faktoren, die nicht vom Vorstand beeinflusst werden können, wesentlich von den getroffenen Einschätzungen abweichen.

Wirtschaftliche Rahmenbedingungen

Es ist zu erwarten, dass sich das Wachstum der Weltwirtschaft im kommenden Jahr voraussichtlich in etwa auf dem Niveau von 2012 bewegen wird. Ein wesentlicher Einflussfaktor auf die Weltwirtschaft wird die hohe Staatsverschuldung in einigen Industrieländern bleiben. Außerdem trägt die bevorstehende Budget-Konsolidierung in den USA zu einer erheblichen Unsicherheit bei. Das Wachstumspotenzial in den Schwellenländern sollte weiterhin deutlich über dem der Industrieländer liegen.

Biotechnologische und pharmazeutische Industrie

In den kommenden Jahren wird der Trend zu Kooperationen, Übernahmen oder Fusionen zwischen Pharma- und Biotechunternehmen voraussichtlich anhalten, denn Biotech ist der Motor für Innovationen mit vielversprechenden Medikamentenkandidaten, Diagnostika und Technologien und gefüllten Entwicklungspipelines. Der Abschluss von Kooperationsvereinbarungen mit Pharmakonzernen ist für viele Biotechunternehmen zu einer wichtigen Finanzierungsalternative geworden. Die Bereitschaft der Venture-Capital-Gesellschaften und institutionellen Investoren hat weiter abgenommen, die hohen Risiken der Branche insbesondere in der Frühphase einer Entwicklung zu finanzieren. Unternehmen mit einem ausgewogeneren Risikoprofil und einem sicheren Einnahmemodell rücken vermehrt in den Fokus der Investoren. Wesentliche Erfolgsfaktoren für die Belebung der Investitionsbereitschaft in Biotechunternehmen sind weiterhin die Auslizenzierung von Produkten, Meilensteinzahlungen aus Partnerschaften, Erfolge in der klinischen Entwicklung und bei regulatorischen Entscheidungen.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Die weitere Entwicklung der Mitarbeiteranzahl in den kommenden zwei Geschäftsjahren ist davon abhängig, welche strategischen Opportunitäten (Akquisition neuer Projekte bzw. M&A-Transaktionen) realisiert werden können bzw. ob eine weitere Finanzierung gesichert werden kann.

Umsätze

Die Umsatzentwicklung in den kommenden zwei Geschäftsjahren ist zum einen davon abhängig, zu welchem Zeitpunkt der Markteintritt für Produkte auf Basis von QualiPhi durch Qiagen erfolgt. Auf Basis der von Qiagen erzielten Produktumsätze erhält SYGNIS die vertraglich vereinbarten Umsatzlizenzen. Darüber hinaus erwartet die Gesellschaft durch Auslizenzierung von DoubleSwitch und mindestens einer weiteren Neuentwicklung Einmalzahlungen und ebenfalls laufende Lizenzeinnahmen.

Für das Geschäftsjahr 2013 wird mit Umsätzen von 1-2 Mio. € und im Geschäftsjahr 2014 von 4-5 Mio. € gerechnet.

Aufwendungen

Die Aufwendungen für die beiden nächsten Geschäftsjahre werden aufgrund der nur zeitanteiligen Erfassung der SYGNIS Pharma AG im abgelaufenen Geschäftsjahr deutlich ansteigen. Dies betrifft sowohl die Aufwendungen für Forschung- und Entwicklung als auch für die allgemeine Verwaltung. Für die beiden kommenden Geschäftsjahre werden Aufwendungen in einer Größenordnung von jeweils 4-5 Mio. € erwartet.

Liquidität

Die zum 31. Dezember 2012 zur Verfügung stehenden Finanzmittel sowie die Anfang März 2013 zugesagten Darlehensmittel geben der SYGNIS eine Reichweite der Liquidität bis etwa Mitte 2013. Zur weiteren Finanzierung und damit zur Unternehmensfortführung ist die Gesellschaft auf neue Finanzmittel für den Zeitraum ab Mitte 2013 angewiesen.

Neue Liquidität soll durch neue Investoren und durch weitere Förderkredite akquiriert werden. Zur weiteren Stärkung der Liquidität steht darüber hinaus die SEDA-Eigenkapitalzusage auf Abruf bis Oktober 2015 zur Verfügung, sofern die entsprechenden Rahmenbedingungen gegeben sind (Mindestbetrag von € 1,00 je Aktie).

Unternehmensziele

Ziel der Gesellschaft wird es sein, weitere Produkte im Bereich der Molekulardiagnostik/ DNA-Tools zu entwickeln und zu vermarkten. Dies soll die Visibilität am Kapitalmarkt und den Unternehmenswert steigern sowie zur weiteren Finanzierung der Geschäftstätigkeit beitragen. Neben den Produkterlösen sollen weitere Finanzmittel durch neue Investoren und öffentliche Förderkredite akquiriert werden. Darüber hinaus wird man an einer raschen Integration der Unternehmen in Tres Cantos und Heidelberg arbeiten.

Die Gesellschaft erwartet für das Geschäftsjahr 2013 einen Verlust im unteren einstelligen Millionenbereich.

 

Heidelberg, 28. März 2013

Pilar de la Huerta, CEO

Peter Willinger, CFO

Konzernabschluss nach IFRS zum 31. Dezember 2012

der SYGNIS Pharma AG Heidelberg

Konzernbilanz

(IFRS) (in Tausend €)

AKTIVA

  Erläuterungen Nr. 31. Dezember 2012 31. Dezember 20111
Sachanlagen 5 244 159
Geschäfts- oder Firmenwert 6 5.942 0
Sonstige immaterielle Vermögenswerte 7 2.325 1.069
Sonstige langfristigen Vermögenswerte   10 10
Langfristige Vermögenswerte   8.521 1.238
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen   41 25
Zur Veräußerung verfügbare Finanzinvestitionen 8 126 0
Vorräte   7 7
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte 9 444 16
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 10 466 884
Kurzfristige Vermögenswerte   1.084 932
Summe Aktiva   9.605 2.170

Passiva

     
  Erläuterungen Nr. 31. Dezember 2012 31. Dezember 20111
Gezeichnetes Kapital 11 9.350 241
Kapitalrücklage 11 1.103 2.036
Erfolgsneutrale Veränderungen des Eigenkapitals   (11) 0
Bilanzverlust   (4.144) (1.747)
Eigenkapital   6.298 530
Passive latente Steuern 13 520 0
Finanzielle Schulden 14 1.075 694
Sonstige langfristige Schulden   0 547
Langfristige Schulden   1.595 1.241
Schulden aus Lieferungen und Leistungen   362 364
Sonstige kurzfristige Schulden 15 1.350 35
Kurzfristige Schulden   1.712 399
Summe Passiva   9.605 2.170

1 Die Vergleichswerte zum 31.12.2011 ergeben sich nach IFRS aus dem Vorjahresabschluss der X-Pol Biotech S.L.U.

KONZERN-GESAMTERGEBNISRECHNUNG

(IFRS) (in Tausend €, ausgenommen Angaben zu Aktien)

  Erläuterungen Geschäftsjahr zum 31. Dezember
  Nr. 2012 20111
Umsatzerlöse 17 214 16
Aufwendungen:      
Vertrieb   (203) (139)
Verwaltung   (374) (208)
Forschung und Entwicklung   (997) (508)
Außerplanmäßige Abschreibungen auf sonstige immaterielle Vermögenswerte 7 (1.006) (42)
Sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen   12 1
Gesamte betriebliche Aufwendungen   (2.568) (896)
Ergebnis der betrieblichen Geschäftstätigkeit   (2.354) (880)
Zinsaufwendungen   (40) (17)
Zinserträge   9 1
Ergebnis aus zur Veräußerung verfügbaren Finanzinvestitionen   (12) 0
Ergebnis vor Steuern   (2.397) (896)
Ertragsteuern 16 0 3
Ergebnis der Periode   (2.397) (893)
davon auf andere Gesellschafter entfallend   0 0
davon auf Aktionäre der SYGNIS Pharma AG entfallend   (2.397) (893)
Wechselkursanpassungen (nach Abzug von latenten Steuern von T€ 0)   (9) 0
Unrealisierte Gewinne/Verluste aus zur Veräußerung verfügbaren Finanzinvestitionen (nach Abzug von latenten Steuern von T€ 0)   (2) 0
Erfolgsneutrale Veränderung des Eigenkapitals (nach Steuern)   (11) 0
Gesamtergebnis der Periode   (2.408) (893)
davon auf andere Gesellschafter entfallend   0 0
davon auf Aktionäre der SYGNIS Pharma AG entfallend   (2.408) (893)
Ergebnis je Aktie (verwässert und unverwässert) 25 (0,32) (0,12)
Durchschnittlich im Umlauf befindliche Aktien 25 7.407.415 7.246.036

1 Die Vergleichswerte für das Geschäftsjahr 2011 ergeben sich nach IFRS aus dem Vorjahresabschluss der X-Pol Biotech S.L.U.

KONZERN-KAPITALFLUSSRECHNUNG

(IFRS) (in Tausend €)

  Erläuterungen Geschäftsjahr zum 31. Dezember
  Nr. 2012 20111
Laufende Geschäftstätigkeit:      
Ergebnis der Periode   (2.397) (893)
Überleitung des Periodenergebnisses zum Mittelabfluss aus laufender Geschäftstätigkeit:      
Abschreibungen auf Sachanlagen 5 35 26
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte 7 1.032 97
Verlust (Gewinn) aus dem Verkauf von zur Veräußerung verfügbaren Finanzinvestitionen   12 0
Sonstige nicht zahlungswirksame Erträge und Aufwendungen   (17) (5)
Aufwendungen aus aktienbasierter Vergütung 12 8 0
Veränderung der betrieblichen Vermögenswerte und Schulden:      
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen   14 11
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte 9 (5) 63
Schulden aus Lieferungen und Leistungen   (193) 99
Sonstige kurzfristige Schulden 15 164 (21)
Mittelabfluss aus laufender Geschäftstätigkeit   (1.347) (623)
Erhaltene Zinsen   9 1
Gezahlte Zinsen   (8) 0
Gezahlte Ertragsteuern   0 (3)
Erstattete Ertragsteuern   0 0
Mittelabfluss aus laufender Geschäftstätigkeit, netto   (1.346) (625)
Investitionstätigkeit:      
Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte   (32) (87)
Investitionen in Entwicklungskosten   (409) (572)
Zahlungsmittelzufluss aus Reverse Acquisition   539 0
Erlöse aus dem Verkauf von zur Veräußerung verfügbaren Finanzinvestitionen   354 0
Mittelzufluss aus Investitionstätigkeit   452 (659)
Finanzierungstätigkeit:      
Aufnahme langfristiger Finanzkredite   435 1.870
Zahlungen in die Kapitalrücklage   0 11
Kapitalerhöhung gegen Bareinlagen 11 50 0
Mittelzufluss aus Finanzierungstätigkeit   485 1.881
Nettoveränderung des Finanzmittelbestandes   (409) 597
Währungsanpassung   (9) 0
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zu Beginn der Periode   884 287
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente am Ende der Periode   466 884

1 Die Vergleichswerte für das Geschäftsjahr 2011 ergeben sich nach IFRS aus dem Vorjahresabschluss der X-Pol Biotech S.L.U.

ENTWICKLUNG DES EIGENKAPITALS IM KONZERN

(IFRS) (in Tausend €, ausgenommen Angaben zu Aktien)

         
  Stammaktien Anzahl Betrag Kapitalrücklage Bilanzverlust
1. Januar 2011 7.384 222 1.670 (854)
Kapitalerhöhung gegen Sacheinlage 643 19 366  
Summe des direkt im Eigenkapital erfassten Ergebnisses        
Jahresfehlbetrag       (893)
Gesamtes Periodenergebnis       (893)
31. Dezember 20111 8.027 241 2.036 (1.747)
1. Januar 2012 8.027 241 2.036 (1.747)
Kapitalerhöhung gegen Sacheinlage I 1.190 36 676  
Kapitalerhöhung gegen Sacheinlage II 7.246.036 7.246    
Kapitalerhöhung gegen Bareinlagen     50  
Änderung der Kapitalstruktur aus umgekehrtem Unternehmenserwerb der SYGNIS Pharma AG durch die X-Pol Biotech S.L.U. 2.094.471 1.827 (1.667)  
Aufwendungen aus aktienbasierter Vergütung     8  
Summe des direkt im Eigenkapital erfassten Ergebnisses        
Jahresfehlbetrag       (2.397)
Gesamtes Periodenergebnis       (2.397)
31. Dezember 2012 9.349.724 9.350 1.103 (4.144)
  Erfolgsneutrale Veränderungen des Eigenkapitals Erfolgsneutrale Veränderungen des Eigenkapitals  
  kumulierte Wechselkursanpassungen Available-for-sale-Wertpapiere Summe Gesamtes Eigenkapital
1. Januar 2011 0 0 0 1.038
Kapitalerhöhung gegen Sacheinlage       385
Summe des direkt im Eigenkapital erfassten Ergebnisses 0 0 0 0
Jahresfehlbetrag       (893)
Gesamtes Periodenergebnis 0 0 0 (893)
31. Dezember 20111 0 0 0 530
1. Januar 2012 0 0 0 530
Kapitalerhöhung gegen Sacheinlage I       712
Kapitalerhöhung gegen Sacheinlage II       7.246
Kapitalerhöhung gegen Bareinlagen       50
Änderung der Kapitalstruktur aus umgekehrtem Unternehmenserwerb der SYGNIS Pharma AG durch die X-Pol Biotech S.L.U.       160
Aufwendungen aus aktienbasierter Vergütung       8
Summe des direkt im Eigenkapital erfassten Ergebnisses (9) (2) (11) (11)
Jahresfehlbetrag       (2.397)
Gesamtes Periodenergebnis (9) (2) (11) (2.408)
31. Dezember 2012 (9) (2) (11) 6.298

1 Die Vergleichswerte für das Geschäftsjahr 2011 ergeben sich nach IFRS aus dem Vorjahresabschluss der X-Pol Biotech S.L.U.

Erläuterungen zum Konzernabschluss (IFRS) 31. Dezember 2012

A. Allgemeine Grundlagen des Konzernabschlusses

1. Grundlagen und Geschäftsfelder des Unternehmens

Die SYGNIS Pharma AG, Heidelberg (nachfolgend als "SYGNIS" oder "Gesellschaft" bezeichnet) ist ein im Prime Standard der Deutschen Börse gelistetes Biotechunternehmen. Nachdem die SYGNIS im Dezember 2011 ihre klinischen Entwicklungsaktivitäten einstellen musste, wurde durch den Zusammenschluss mit der X-Pol Biotech, S.L.U., Tres Cantos, Spanien (nachfolgend als "X-Pol" bezeichnet), der Fortbestand des Unternehmens, die Sicherung wichtiger Expertisen und ein zukunftsfähiges Geschäftsmodell ermöglicht.

Entsprechend der 2012 neu definierten Geschäftsstrategie fokussiert sich die Gesellschaft auf die Entwicklung und Vermarktung von neuartigen molekularbiologischen Technologien, z.B. im Bereich der DNA-Vervielfältigung und -Sequenzierung. Eine erste globale und exklusive Lizenzvereinbarung, die im Jahr 2012 mit der Qiagen GmbH, Hilden (nachfolgend als "Qiagen" bezeichnet) abgeschlossen werden konnte, validierte die X-Pol Technologieplattform im Bereich der DNA-Vervielfältigung.

Der Zusammenschluss mit der X-Pol wurde entsprechend IFRS 3 als Reverse Acquisition (umgekehrter Unternehmenserwerb) bilanziert. Weitere Einzelheiten ergeben sich aus den unten stehenden Erläuterungen.

Der Konzernabschluss der Gesellschaft wurde zum 31. Dezember 2012 nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) und den International Accounting Standards (IAS) des International Accounting Standards Board (IASB) sowie den Auslegungen des Standing Interpretation Committee (SIC) und des International Financial Reporting Interpretation Committee (IFRIC) aufgestellt, wie sie in der Europäischen Union anzuwenden sind. Alle für das Geschäftsjahr 2012 verpflichtend anzuwendenden Standards (IFRS/IAS) und Auslegungen (IFRICs) wurden berücksichtigt. Der Konzernabschluss entspricht darüber hinaus sämtlichen Standards und Verlautbarungen, wie sie vom IASB verabschiedet wurden.

Alle Beträge im Konzernabschluss sind - sofern im Einzelfall keine abweichende Währungseinheit angegeben ist - in Euro ("€") angegeben. Aus rechentechnischen Gründen können in Tabellen und bei Verweisen Rundungsdifferenzen zu den sich mathematisch exakt ergebenden Werten auftreten.

Der vorliegende Konzernabschluss wurde vom Vorstand am 28. März 2013 aufgestellt.

2. Reverse Acquisition durch die X-Pol

Die Übernahme der X-Pol wird nach IFRS 3 als Reverse Acquisition (umgekehrter Unternehmenserwerb) erfasst, die X-Pol als Erwerber und SYGNIS Pharma AG als erworbenes Unternehmen dargestellt.

Erwirbt ein Unternehmen ein anderes Unternehmen und emittiert im Zuge des Erwerbs zur Bezahlung der Kaufpreisverbindlichkeit so viele Stimmrechtsaktien, dass die Beherrschung über den aus dem Zusammenschluss hervorgegangenen Konzern auf die Alteigentümer des erworbenen Unternehmens übergeht, ist nach IFRS 3 eine sogenannte Reverse Acquisition gegeben. Kennzeichnend für einen solchen Erwerb ist die Tatsache, dass die Alteigentümer des erworbenen Unternehmens am Ende die Mehrheit an dem erwerbenden Unternehmen halten und somit die Verhältnisse von Erwerber und Erworbenen, von beherrschendem und beherrschtem Unternehmen umgekehrt sind.

Der legale Erwerb der X-Pol wurde mit Eintragung im Handelsregister am 4. Dezember 2012 abgeschlossen. Für Zwecke der Rechnungslegung erfolgten die Erstkonsolidierung der SYGNIS Pharma AG und die erforderliche Kaufpreisallokation zu dem genannten Datum. Daher sind im vorliegenden Konzernabschluss in der Gesamtergebnisrechnung die Aufwendungen und Erträge der bisherigen SYGNIS-Gruppe ("SYGNIS alt") erst ab dem 4. Dezember 2012 enthalten. Die Aufwendungen und Erträge der X-Pol sind hingegen für ein volles Geschäftsjahr (1. Januar bis 31. Dezember 2012) enthalten. Nach IFRS 3.B21 f. sind die im vorliegenden Konzernabschluss anzugebenden Vergleichsinformationen (Vorjahresangaben) auf der Basis der Informationen des rechtlichen Tochterunternehmens (X-Pol) vorzunehmen. Dem entsprechend sind die Vorjahresangaben nur in eingeschränktem Umfang mit den Angaben zum abgelaufenen Geschäftsjahr 2012 vergleichbar.

Anschaffungskosten des umgekehrten Unternehmenserwerbes

Die erhaltene Gegenleistung für den umgekehrten Unternehmenserwerb und damit die Anschaffungskosten im Sinne des IFRS 3 hat die Gesellschaft auf Basis des Börsenkurses des rechtlichen Erwerbers ermittelt.

Anzahl SYGNIS Aktien vor umgekehrtem Unternehmenserwerb (vor Kapitalherabsetzung im Verhältnis 8:1) 16.829.504
Börsenkurs je SYGNIS Aktie am Erwerbsdatum in € (4. Dezember 2012) 0,44
Anschaffungskosten des umgekehrten Unternehmenserwerbs (Anzahl SYGNIS Aktien multipliziert mit Börsenkurs, T€) 7.405

Kaufpreisallokation

Die Gesellschaft hat zum Erwerbszeitpunkt eine Kaufpreisallokation gemäß IFRS 3 für die erworbenen Vermögensgegenstände und Schulden durchgeführt. Die Aufwendungen und Erträge der erworbenen Gesellschaft werden ab dem Erwerbszeitpunkt in den Konzernabschluss einbezogen. Im laufenden Geschäftsjahr sind im Konzernergebnis ein Verlust der SYGNIS alt von T€ 487 und Umsatzerlöse von T€ 12 erfasst. Unter der Annahme, dass SYGNIS alt schon zum 1. Januar 2012 in den Konsolidierungskreis einbezogen worden wäre, wären im Konzernergebnis ein Verlust von T€ 2.021 und Umsätze von T€ 265 zu erfassen gewesen.

Die wesentlichen Vermögensgegenstände, die im Rahmen der Kaufpreisallokation angesetzt wurden, entfallen auf einzeln identifizierte immaterielle Vermögenswerte in Höhe von insgesamt 1,7 Mio. €. Der entstandene Geschäftswert aus dem umgekehrten Unternehmenserwerb beläuft sich auf 5,9 Mio. €.

Die beizulegenden Zeitwerte der identifizierten Vermögenswerte und Schulden der SYGNIS alt stellen sich zum Erwerbszeitpunkt wie folgt dar:

In Tausend € Bei Erwerb angesetzt Buchwert
Zahlungsmittel 539 539
Marktgängige Wertpapiere 495 495
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte 461 461
Sachanlagen 100 100
Immaterielle Vermögenswerte 1.739 6
Erworbenes Vermögen, gesamt 3.334 1.601
Kurzfristige Zahlungsverpflichtungen (1.205) (1.205)
Rechnungsabgrenzungen (146) (146)
Latente Steuern (520) 0
Schulden, gesamt (1.871) (1.351)
Beizulegender Zeitwert des Nettovermögens 1.463  
Geschäfts- oder Firmenwert aus dem Unternehmenserwerb 5.942  
Anschaffungskosten des Unternehmenserwerbs 7.405  

3. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die im vorliegenden Konzernabschluss angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden entsprechen grundsätzlich den im Vorjahr angewandten Methoden der SYGNIS alt mit den folgenden Ausnahmen.

Der Konzern hat im Geschäftsjahr die nachfolgend aufgelisteten neuen und überarbeiteten IFRS Standards und Interpretationen angewandt. Aus der Anwendung dieser neuen oder überarbeiteten IFRS Standards und Interpretationen ergaben sich keine Auswirkungen auf den Konzernabschluss.

IAS 24 (rev. 2009): Angaben über Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen

IAS 24 (2009) änderte die Definition eines nahestehenden Unternehmens bzw. einer nahe stehenden Person.

IAS 32: Einstufung von Bezugsrechten

Die Änderungen betreffen die Klassifikation bestimmter, in Fremdwährung begebener Bezugsrechte, entweder als Eigenkapitalinstrumente oder als finanzielle Verbindlichkeit.

IFRS 1: Hochinflation und Ersetzung des festen Umstellungszeitpunktes für IFRS-Erstanwender

Dieser Standard gibt IFRS-Erstanwendern aus Hochinflationsländern Hilfestellungen und Anleitungen.

IFRS 1: Begrenzte Befreiung erstmaliger Anwender von Vergleichsangaben nach IFRS 7

IFRS 7-Angaben hinsichtlich der Vergleichsperiode sind für IFRS-Erstanwender entbehrlich.

IFRS 7: Angabepflichten bei der Übertragung finanzieller Vermögenswerte

Die Änderungen an IFRS 7 erweitern die Angabepflichten zu Transaktionen, die Übertragungen finanzieller Vermögenswerte beinhalten.

IFRIC 19: Tilgung finanzieller Verbindlichkeiten durch Eigenkapitalinstrumente

IFRIC 19 regelt die Bilanzierung bei Erfüllung finanzieller Verbindlichkeiten durch Ausgabe von Eigenkapitalinstrumenten.

IFRIC 14: Vorauszahlungen im Rahmen von Mindestdotierungsverpflichtungen

Die Änderungen des IFRIC 14 erlauben nunmehr den Ansatz eines Vermögenswerts in Form einer vorausgezahlten Mindestdotierung.

Diverse Änderungen und Klarstellungen an verschiedenen IFRS (2009 - 2010)

Die Anwendung der jährlichen Verbesserungen der IFRS 2009 - 2010 hatten keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss.

Neue und geänderte Standards und Interpretationen, die von der EU übernommen wurden

Die nachfolgenden Interpretationen und Standards waren freiwillig bzw. noch nicht anzuwenden. SYGNIS hat auf eine vorzeitige, freiwillige Anwendung der von der EU übernommenen Standards und Interpretationen verzichtet. Aus den nachfolgend aufgelisteten Neuerungen und Änderungen erwartet die Gesellschaft keine wesentlichen Änderungen im Hinblick auf die Bewertung und Bilanzierung der künftigen Abschlüsse.

IAS 19 (rev. 2011): Leistungen an Arbeitnehmer

Die Überarbeitungen von IAS 19 ändert die Behandlung von leistungsorientierten Versorgungsplänen und Leistungen aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses.

IAS 1: Darstellung von Sachverhalten im sonstigen Ergebnis

Die Darstellung von Posten des sonstigen Ergebnisses wird bei der Anwendung der Änderungen in künftigen Perioden entsprechend angepasst.

IFRS 10: Konzernabschlüsse

Dieser Standard ersetzt die Regelungen über Konzernabschlüsse in IAS 27 und in SIC 12. Wesentliche Änderungen betreffen das Beherrschungsprinzip, was keinerlei Auswirkungen auf SYGNIS haben wird, da SYGNIS nur 100%ige Tochtergesellschaften hat.

IFRS 11: Gemeinsame Vereinbarungen

Dieser Standard ersetzt die Regelungen des IAS 31 sowie des SIC 13 und regelt die Klassifizierung von gemeinsamen Vereinbarungen. Eine gemeinsame Vereinbarung ist eine vertragliche Übereinkunft, bei der zwei oder mehr Parteien gemeinschaftlich Führung über etwas ausüben.

IFRS 12: Angaben zu Beteiligungen an anderen Unternehmen

IFRS 12 ist ein Standard zu Anhangangaben. Er ist anwendbar auf Unternehmen, die an Tochterunternehmen, gemeinsamen Vereinbarungen, assoziierten Unternehmen und/oder nicht konsolidierten strukturierten Einheiten beteiligt sind. Grundsätzlich sind die in IFRS 12 geforderten Angaben weitgehender als nach den derzeit gültigen Standards.

IFRS 13: Bemessung des beizulegenden Zeitwerts

In IFRS 13 werden einheitliche Leitlinien hinsichtlich der Bewertung zum beizulegenden Zeitwert sowie zu den damit verbundenen Angaben gebündelt.

IAS 27: Einzelabschlüsse

IAS 27 Separate Abschlüsse (geändert 2011) beschreibt die Bilanzierung und die Angabevorschriften für "separate Abschlüsse", die von einem Mutterunternehmen oder einem Anteilseigner mit gemeinsamer Beherrschung oder bedeutendem Einfluss über ein Beteiligungsunternehmen erstellt werden und in denen die Anteile zu Anschaffungskosten oder in Übereinstimmung mit IAS 39 Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung oder IFRS 9 Finanzinstrumente bilanziert werden.

IAS 28: Anteile an assoziierten Unternehmen

In IAS 28 Anteile an assoziierten Unternehmen und Joint Ventures (wie 2011 geändert) wird dargestellt, wie mit bestimmten begrenzten Ausnahmen die Equity-Methode auf Anteile an assoziierten Unternehmen und Joint Ventures anzuwenden ist.

IAS 12: Latente Steuern - Rückgewinnung der zugrunde liegenden Vermögenswerte

Die Änderungen an IAS 12 enthalten eine Ausnahme vom Grundprinzip des IAS 12, die sich im Wesentlichen auf als Finanzinvestition gehaltene Immobilien nach IAS 40 erstrecken und somit keine Relevanz für SYGNIS haben werden.

IFRS 7 und IAS 32: Änderungen hinsichtlich der Saldierung finanzieller Vermögenswerte und Schulden und damit im Zusammenhang stehende Angaben

Die Änderungen an IAS 32 klären bestehende Anwendungsprobleme im Hinblick auf die Voraussetzungen für eine Saldierung finanzieller Vermögenswerte und Schulden.

Die Änderungen an IFRS 7 verlangen für Finanzinstrumente die Angabe von Informationen zu Saldierungsrechten und damit in Beziehung stehenden Vereinbarungen in einem durchsetzbaren Aufrechnungsrahmenvertrag bzw. einer entsprechenden Vereinbarung.

IFRIC 20: Abraumbeseitigungskosten in der Produktionsphase einer Tagebaumine

IFRIC 20 hat keine Relevanz für SYGNIS.

Neue und geänderte Standards und Interpretationen, die vom IASB verabschiedet, aber von der EU noch nicht übernommen sind

IFRS 9: Finanzinstrumente

Nach IFRS 9 werden alle finanziellen Vermögenswerte, die derzeit in den Anwendungsbereich von IAS 39 fallen, entweder zu fortgeführten Anschaffungskosten oder zum beizulegenden Zeitwert folgebewertet. Schuldtitel, die im Rahmen eines Geschäftsmodells gehalten werden, dessen Zielsetzung es ist, die vertraglichen Zahlungsströme zu vereinnahmen, und dessen vertragliche Zahlungsströme ausschließlich Zins- und Tilgungszahlungen auf den ausstehenden Kapitalbetrag darstellen, sind in den Folgeperioden zu fortgeführten Anschaffungskosten zu bilanzieren. Alle anderen Instrumente müssen erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden.

4. Zusammenfassung der wesentlichen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Konsolidierungsgrundsätze

Die Erstellung des Konzernabschlusses erfolgt grundsätzlich unter Anwendung des Anschaffungskostenprinzips. Hiervon ausgenommen sind die erstmaligen Ansätze von Vermögenswerten und Schulden im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen sowie zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet wurden.

Das Geschäftsjahr der Konzerngesellschaften endet am 31. Dezember. Die Abschlüsse der Tochterunternehmen werden unter Anwendung einheitlicher Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden zum gleichen Bilanzstichtag aufgestellt wie der Abschluss des Mutterunternehmens. Alle konzerninternen Verrechnungskonten und Geschäftsvorfälle wurden bei der Konsolidierung eliminiert.

Tochtergesellschaften werden ab dem Erwerbszeitpunkt, d.h. ab dem Zeitpunkt, an dem der Konzern die Beherrschung erlangt, voll konsolidiert. Die Einbeziehung in den Konzernabschluss endet, sobald die Beherrschung durch das Mutterunternehmen nicht mehr besteht.

Konsolidierungskreis

Der beigefügte Konzernabschluss enthält die Abschlüsse der SYGNIS Pharma AG und ihrer Tochtergesellschaften. Die Gesellschaft hält jeweils 100% der Anteile an den Tochtergesellschaften:

SYGNIS Bioscience GmbH & Co. KG, Heidelberg

SYGNIS Verwaltungs GmbH, Heidelberg

LION bioscience Inc., Needham, MA, USA

Amnestix Inc., Needham, MA, USA

X-Pol Biotech, S.L.U., Tres Cantos, Spanien

IFRS 2 ("Aktienbasierte Vergütung")

IFRS 2 "Aktienbasierte Vergütung" verlangt die erfolgswirksame Erfassung von Transaktionen, bei denen der Konzern Vermögenswerte oder Dienstleistungen als Gegenleistung für Aktien oder Rechte an Aktien ("Erfüllung durch Eigenkapitalinstrumente") oder als Gegenleistung für andere Vermögenswerte, die wertmäßig einer bestimmten Anzahl von Aktien oder Rechten an Aktien entsprechen ("Erfüllung in bar"), erwirbt.

Die an Mitarbeiter des Konzerns und an Vorstandsmitglieder ausgegebenen Aktienoptionen (aktienbasierte Vergütungsinstrumente mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente) werden zum Zeitpunkt der Gewährung mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet. Der beizulegende Zeitwert der Verpflichtung wird über den Erdienungszeitraum als Personalaufwand und gleichzeitig als Erhöhung des Eigenkapitals erfasst. Die Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes erfolgt mit Hilfe eines Optionspreismodells (Binomialmodell). Weitere Erläuterungen zu den Aktienoptionen werden in Ziffer 12 dieser Erläuterungen zum Konzernabschluss gegeben.

Fremdwährungsumrechnung

Die Jahresabschlüsse der Tochtergesellschaften der Gesellschaft wurden in ihrer funktionalen Währung erstellt, die der lokalen Währung entspricht. Die Bilanzkonten werden zu den am Ende des Berichtszeitraums gültigen Kursen in die Berichtswährung (Euro) umgerechnet, mit Ausnahme des Eigenkapitals, das zu den am Stichtag einer Transaktion jeweils geltenden Kursen umgerechnet wurde. Die Erlös- und Aufwandskonten wurden zu den gewichteten Durchschnittskursen während des Geschäftsjahres umgerechnet. Die sich aus der Währungsumrechnung ergebenden Differenzen werden in einer gesonderten Position innerhalb des Eigenkapitals erfasst (Erfolgsneutrale Veränderungen des Eigenkapitals).

Im Geschäftsjahr 2012 bzw. 2011 wurden Kursgewinne ergebniswirksam in Höhe von T€ 8 (Vorjahr: Kursverluste T€ 1) in der Position "Sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen" erfasst, die aus der Umrechnung von Vermögenswerten und Verbindlichkeiten in fremder Währung resultieren. Des Weiteren wurden im Geschäftsjahr 2012 nicht realisierte Währungsverluste aus der Konzernkonsolidierung von T€ 9 (Vorjahr: Währungsverluste T€ 0) erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst.

Hiervon ausgenommen sind Währungsdifferenzen aus Fremdwährungskrediten bzw. -forderungen, soweit sie zur Sicherung einer Nettoinvestition in einem ausländischen Geschäftsbetrieb eingesetzt werden. Diese werden bis zur Veräußerung der Nettoinvestition direkt im Eigenkapital und erst bei deren Abgang im Periodenergebnis erfasst.

Die Wechselkurse der für den Konzernabschluss wesentlichen Fremdwährung haben sich wie folgt entwickelt:

    Kurs am Bilanzstichtag Durchschnittskurs Geschäftsjahr
    31. Dezember 2012 Gegenwert von 1 € 31. Dezember 2011 Gegenwert von 1 € 2012 Gegenwert von 1 € 2011 Gegenwert von 1 €
US-Dollar USD 1,3194 1,2939 1,2848 1,3920

Wesentliche Ermessensentscheidungen und Schätzungen

Ermessensentscheidungen

Bei der Anwendung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden hat die Unternehmensleitung folgende Ermessensentscheidungen, die die Beträge im Abschluss wesentlich beeinflussen, getroffen. Nicht berücksichtigt werden dabei solche Entscheidungen, die Schätzungen beinhalten.

Verpflichtungen aus Operating-Lease-Verhältnissen

Die Gesellschaft hat ermittelt, dass für alle im Rahmen von Operating-Lease-Verhältnissen gemieteten Gegenstände die verbundenen Risiken und Chancen dem Eigentümer zuzurechnen sind.

Schätzungen und Annahmen

Die Erstellung des Konzernabschlusses erfordert Einschätzungen und Annahmen des Vorstandes, die sich auf die ausgewiesene Höhe des Vermögens, der Verbindlichkeiten, der Erlöse und Aufwendungen im Konzernabschluss und den Ausweis der Haftungsverhältnisse, Eventualforderungen und Eventualverbindlichkeiten auswirken. Die tatsächlichen Ergebnisse können von diesen Schätzungen abweichen.

Die wichtigsten zukunftsbezogenen Annahmen sowie sonstige am Stichtag bestehende wesentliche Quellen von Schätzungsunsicherheiten, aufgrund derer ein beträchtliches Risiko besteht, dass innerhalb des nächsten Geschäftsjahres eine wesentliche Anpassung der Buchwerte von Vermögenswerten und Schulden erforderlich sein wird, werden nachstehend erläutert.

Wertminderung der Geschäfts- oder Firmenwerte

Die Gesellschaft überprüft mindestens einmal jährlich, ob die Geschäfts- oder Firmenwerte wertgemindert sind. Dies erfordert eine Schätzung der Nutzungswerte der zugrundeliegenden, sogenannten Cash Generating Units (CGUs), denen der jeweilige Geschäfts- oder Firmenwert zugeordnet ist. Zur Schätzung des Nutzungswerts muss das Management die voraussichtlichen künftigen Cashflows der einzelnen CGUs schätzen, die Chancen auf erfolgreiche Entwicklung der zugrundeliegenden Projekte beurteilen und einen angemessenen Abzinsungssatz wählen. Für die Überprüfung der Geschäfts- oder Firmenwerte liegt ein Planungszeitraum von fünf Jahren zu Grunde. Dies entspricht dem Planungszeitraum des derzeitigen Business Plans. Aufgrund des langfristigen Planungshorizontes unterliegen die hiermit verbundenen Annahmen und Vorhersagen hohen Unsicherheiten insbesondere bezüglich der erfolgreichen Produktentwicklungen, dem Abschluss der geplanten Auslizenzierungen sowie der Erzielung der geschätzten Marktumsätze. Der Geschäfts- oder Firmenwert zum 31. Dezember 2012 in Höhe von 5,9 Mio. € ist dem Konzern als eine CGU zugeordnet.

Wertminderung finanzieller Vermögenswerte

SYGNIS überprüft mindestens zu jedem Bilanzstichtag, ob bei einzelnen finanziellen Vermögenswerten oder bei einer Gruppe finanzieller Vermögenswerte eine Wertminderung eingetreten ist.

Ist eine zur Veräußerung verfügbare Finanzinvestition in ihrem Wert gemindert, wird der Wertminderungsaufwand aus dem Eigenkapital in die Konzern-Gesamtergebnisrechnung umgebucht. Dieser Wertminderungsaufwand entspricht der Differenz zwischen den Anschaffungskosten (abzüglich etwaiger Tilgungen und Abschreibungen) und dem aktuellen beizulegenden Zeitwert, vermindert um etwaige, bereits früher für diese Finanzinvestition ergebniswirksam erfasste Wertberichtigungen. Wertaufholungen bei eigenkapitalverbriefenden Wertpapieren, die als zur Veräußerung verfügbar eingestuft sind, werden nicht in der Konzern-Gesamtergebnisrechnung erfasst. Wertaufholungen bei fremdkapitalverbriefenden Wertpapieren werden ergebniswirksam erfasst, wenn sich der Anstieg des beizulegenden Zeitwerts des Instruments objektiv auf ein Ereignis zurückführen lässt, das nach der ergebniswirksamen Erfassung der Wertminderung eingetreten ist.

SYGNIS geht von einer dauerhaften Wertminderung ihrer Anlagen in fremdkapitalverbriefenden Wertpapieren aus, wenn ein oder mehrere Ereignisse eintreten (Schadensfall) und objektive Hinweise auf eine Wertminderung vorliegen und dieser Schadensfall eine verlässlich schätzbare Auswirkung auf die erwarteten künftigen Cash-flows des Vermögenswertes hat. Objektive Hinweise für eine Wertminderung bei fremdkapitalverbriefenden Wertpapieren sind z.B. der Ausfall oder Verzug von Zins- oder Tilgungszahlungen.

Sachanlagen

Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten - mit Ausnahme der Kosten der laufenden Instandhaltung - abzüglich kumulierter planmäßiger Abschreibungen und kumulierter Wertminderungsaufwendungen angesetzt. Die Buchwerte der Sachanlagen werden auf Wertminderung überprüft, sobald Indikationen dafür vorliegen, dass der Buchwert eines Vermögenswerts seinen erzielbaren Betrag übersteigt.

Die Abschreibung erfolgt linear über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer der Anlagegegenstände wie folgt:

Büroeinrichtung und -ausstattung 4 bis 10 Jahre
Laborgeräte und -ausstattung 3 bis 10 Jahre

Einbauten in Mieträume werden über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer oder, wenn kürzer, über die Miet- beziehungsweise Leasingdauer abgeschrieben.

Eine Sachanlage wird bei Abgang ausgebucht. Die aus der Ausbuchung des Vermögenswerts resultierenden Gewinne oder Verluste werden als Differenz zwischen den Nettoveräußerungserlösen und dem Buchwert ermittelt und in der Periode, in der der Posten ausgebucht wird, erfolgswirksam in der Gesamtergebnisrechnung erfasst.

Die Restwerte der Vermögenswerte, Nutzungsdauern und Abschreibungsmethoden werden am Ende eines jeden Geschäftsjahres überprüft und gegebenenfalls angepasst.

Unternehmenszusammenschlüsse und Geschäfts- oder Firmenwert

Unternehmensakquisitionen werden entsprechend IFRS 3 "Unternehmenszusammenschlüsse" bilanziert. Dementsprechend werden die Ergebnisse der erworbenen Unternehmen vom jeweiligen Erwerbszeitpunkt an in den Konzernabschluss einbezogen. Die Kapitalkonsolidierung erfolgt nach der Erwerbsmethode. Der Überschuss zwischen den Anschaffungskosten und dem Anteil des Konzerns an dem zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Nettovermögen wird als Geschäfts- oder Firmenwert angesetzt.

Zum Zwecke der Wertminderungsprüfung wird der im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworbene Geschäfts- oder Firmenwert ab dem Erwerbszeitpunkt den CGUs zugeordnet, die von den Synergieeffekten profitieren. Eine CGU, der der Geschäfts- oder Firmenwert zugeordnet wird,

stellt die niedrigste Ebene innerhalb des Unternehmens dar, auf der der Geschäfts- oder Firmenwert für die interne Unternehmenssteuerung überwacht wird, und

ist nicht größer als ein Segment, wie es nach IFRS 8 "Geschäftssegmente" festgelegt ist.

Die Wertminderung wird durch die Ermittlung des erzielbaren Betrags der CGU, auf die sich der Geschäfts- oder Firmenwert bezieht, bestimmt. Liegt der erzielbare Betrag der CGU (Gruppe von CGUs) unter ihrem Buchwert, wird ein Wertminderungsaufwand erfasst.

Einzeln und im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworbene immaterielle Vermögenswerte

Einzeln erworbene immaterielle Vermögenswerte werden beim erstmaligen Ansatz zu Anschaffungskosten bewertet. Die Anschaffungskosten eines immateriellen Vermögenswerts, der bei einem Unternehmenszusammenschluss erworben wurde, entsprechen seinem beizulegenden Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt. Nach erstmaligem Ansatz werden immaterielle Vermögenswerte mit ihren Anschaffungskosten angesetzt, abzüglich jeder kumulierten Abschreibung und aller kumulierten Wertminderungsaufwendungen. Für die immateriellen Vermögenswerte ist zunächst festzustellen, ob sie eine begrenzte oder unbestimmte Nutzungsdauer haben.

Immaterielle Vermögenswerte mit begrenzter Nutzungsdauer werden über die wirtschaftliche Nutzungsdauer wie folgt abgeschrieben:

Software-Lizenzen und sonstige Lizenzen 3 bis 10 Jahre
Nutzungsrechte und Patente 4 bis 20 Jahre

Zudem werden sie auf eine mögliche Wertminderung untersucht, wann immer es einen Anhaltspunkt dafür gibt, dass der immaterielle Vermögenswert wertgemindert sein könnte. Die Abschreibungsperiode und die Abschreibungsmethode werden für einen immateriellen Vermögenswert mit einer begrenzten Nutzungsdauer mindestens zum Ende eines jeden Geschäftsjahres überprüft. Hat sich die erwartete Nutzungsdauer des Vermögenswerts oder der erwartete Abschreibungsverlauf des Vermögenswerts geändert, wird ein anderer Abschreibungszeitraum oder eine andere Abschreibungsmethode gewählt. Derartige Änderungen werden als Änderungen einer Schätzung entsprechend IAS 8.32 ff. behandelt.

Immaterielle Vermögenswerte, die noch nicht zur Nutzung bereit stehen, werden nicht planmäßig abgeschrieben, sondern einmal jährlich hinsichtlich einer Wertminderung überprüft.

Leasing

Die Feststellung, ob eine Vereinbarung ein Leasingverhältnis begründet, wird auf Basis des wirtschaftlichen Gehalts der Vereinbarung getroffen und erfordert eine Einschätzung, ob die Erfüllung der vertraglichen Vereinbarung von der Nutzung eines bestimmten Vermögenswerts oder bestimmter Vermögenswerte abhängig ist und ob die Vereinbarung ein Recht auf die Nutzung des Vermögenswerts einräumt.

Finanzierungs-Leasingverhältnisse, bei denen im Wesentlichen alle mit dem Eigentum verbundenen Risiken und Chancen an dem übertragenen Vermögenswert auf den Konzern übertragen werden, werden zu Beginn des Leasingverhältnisses zum beizulegenden Zeitwert des Leasinggegenstandes oder mit dem Barwert der Mindestleasingzahlungen, sofern dieser Wert niedriger ist, aktiviert. Leasingzahlungen werden so in ihre Bestandteile Finanzierungsaufwendungen und Tilgung der Leasingschuld aufgeteilt, dass der verbleibende Restbuchwert der Leasingschuld mit einem konstanten Zinssatz verzinst wird. Finanzierungsaufwendungen werden sofort aufwandswirksam erfasst.

Im Konzern liegen zum Bilanzstichtag keine Finanzierungsleasingverträge vor. Die Aufwendungen aus Operating-Lease-Verhältnissen werden linear über die Laufzeit des Leasingverhältnisses direkt als Aufwand in der Gesamtergebnisrechnung erfasst. In den sonstigen finanziellen Verpflichtungen wird, sofern wesentlich, über die entsprechende zukünftige Belastung berichtet.

Wertminderung langlebiger und immaterieller Vermögenswerte

Der Konzern beurteilt an jedem Bilanzstichtag, ob Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass ein Vermögenswert wertgemindert sein könnte. Liegen solche Anhaltspunkte vor oder ist eine jährliche Überprüfung eines Vermögenswerts auf Wertminderung erforderlich, nimmt der Konzern eine Schätzung des erzielbaren Betrags vor. Der erzielbare Betrag eines Vermögenswerts ist der höhere der beiden Beträge aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten oder dem Nutzungswert. Der erzielbare Betrag ist für jeden einzelnen Vermögenswert zu bestimmen, es sei denn, ein Vermögenswert erzeugt keine Mittelzuflüsse, die weitestgehend unabhängig von denen anderer Vermögenswerte oder anderer Gruppen von Vermögenswerten sind. Übersteigt der Buchwert eines Vermögenswerts seinen erzielbaren Betrag, wird der Vermögenswert als wertgemindert betrachtet und auf seinen erzielbaren Betrag abgeschrieben. Zur Ermittlung des Nutzungswerts werden die geschätzten künftigen Cashflows unter Zugrundelegung eines Abzinsungssatzes vor Steuern, der die aktuellen Markterwartungen hinsichtlich des Zinseffektes und der spezifischen Risiken des Vermögenswerts widerspiegelt, auf ihren Barwert abgezinst. Wertminderungsaufwendungen werden in der Gesamtergebnisrechnung bei den Aufwendungen des jeweiligen Funktionsbereiches und - sofern es sich um wesentliche Beträge handelt - in einer eigenen Position nach dem Ergebnis der betrieblichen Geschäftstätigkeit erfasst.

An jedem Berichtsstichtag wird geprüft, ob Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass ein Wertminderungsaufwand, der in früheren Berichtsperioden erfasst worden ist, nicht länger besteht oder sich vermindert haben könnte. Liegt ein solcher Indikator vor, wird der erzielbare Betrag geschätzt. Ein zuvor erfasster Wertminderungsaufwand ist dann aufzuheben, wenn sich seit der Erfassung des letzten Wertminderungsaufwands eine Änderung in den Schätzungen ergeben hat, die bei der Bestimmung des erzielbaren Betrags herangezogen wurden. Wenn dies der Fall ist, ist der Buchwert des Vermögenswerts auf seinen erzielbaren Betrag zu erhöhen. Dieser erhöhte Buchwert darf nicht den Buchwert übersteigen, der sich nach Berücksichtigung der Abschreibungen ergeben würde, wenn in den früheren Jahren kein Wertminderungsaufwand erfasst worden wäre. Eine solche Wertaufholung ist sofort im Periodenergebnis zu erfassen, es sei denn, dass der Vermögenswert zum Neubewertungsbetrag erfasst wird. In diesem Fall ist die Wertaufholung als eine Wertsteigerung durch Neubewertung zu behandeln. Nachdem eine Wertaufholung vorgenommen wurde, ist der Abschreibungsaufwand in künftigen Berichtsperioden anzupassen, um den berichtigten Buchwert des Vermögenswerts, abzüglich eines etwaigen Restbuchwertes, systematisch auf seine Restnutzungsdauer zu verteilen.

Im Geschäftsjahr 2012 lagen Wertminderungen immaterieller Vermögenswerte (aktivierte Entwicklungskosten) in Höhe von 1,0 Mio. € vor (im Vorjahr: 0,0 Mio. €).

Finanzinvestitionen und sonstige finanzielle Vermögenswerte

Finanzielle Vermögenswerte im Sinne von IAS 39 werden als Forderungen, als finanzielle Vermögenswerte oder als zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte klassifiziert. Bei dem erstmaligen Ansatz von finanziellen Vermögenswerten werden diese zu ihrem beizulegenden Zeitwert bewertet. Im Falle von Finanzinvestitionen, für die keine erfolgswirksame Bewertung zum beizulegenden Zeitwert erfolgt, werden darüber hinaus Transaktionskosten einbezogen, die direkt dem Erwerb des finanziellen Vermögenswerts zuzurechnen sind. Eigenkapitalverbriefende Wertpapiere, für die kein Markt- oder Börsenpreis an einem aktiven Markt existiert, und deren beizulegender Wert daher nur schwer bestimmbar ist, werden zu Anschaffungskosten bzw. zum niedrigeren beizulegenden Wert bilanziert. Der Konzern legt die Klassifizierung seiner finanziellen Vermögenswerte mit dem erstmaligen Ansatz fest und überprüft diese Zuordnung am Ende eines jeden Geschäftsjahres, soweit dies zulässig und angemessen ist.

Bei marktüblichen Käufen und Verkäufen von finanziellen Vermögenswerten erfolgt die Bilanzierung zum Handelstag, d.h. zu dem Tag, an dem das Unternehmen die Verpflichtung zum Kauf des Vermögenswerts eingegangen ist. Marktübliche Käufe oder Verkäufe sind Käufe oder Verkäufe von finanziellen Vermögenswerten, die die Lieferung der Vermögenswerte innerhalb eines durch Marktvorschriften oder -konventionen festgelegten Zeitraums vorschreiben.

Forderungen

Forderungen sind nicht-derivative finanzielle Vermögenswerte mit festen oder bestimmbaren Zahlungen, die nicht in einem aktiven Markt notiert sind. Gewinne und Verluste werden im Periodenergebnis erfasst, wenn die Forderungen ausgebucht oder wertgemindert sind.

Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte

Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte sind jene nicht-derivativen finanziellen Vermögenswerte, die als zur Veräußerung verfügbar klassifiziert sind. Nach dem erstmaligen Ansatz werden zur Veräußerung gehaltene finanzielle Vermögenswerte zum beizulegenden Zeitwert bewertet, wobei Gewinne oder Verluste in einer separaten Position des Eigenkapitals erfasst werden. Zu dem Zeitpunkt, an dem die Finanzinvestition ausgebucht wird oder an dem eine Wertminderung für die Finanzinvestition festgestellt wird, wird der zuvor im Eigenkapital erfasste kumulierte Gewinn oder Verlust erfolgswirksam in der Gesamtergebnisrechnung erfasst. Wertminderungen von zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten werden erst dann erfasst, wenn nach dem erstmaligen Ansatz ein oder mehrere Ereignisse eintreten (Schadensfall) und objektive Hinweise auf eine Wertminderung vorliegen und dieser Schadensfall eine verlässlich schätzbare Auswirkung auf die erwarteten künftigen Cash-flows des Vermögenswertes hat. Objektive Hinweise für eine Wertminderung bei fremdkapitalverbriefenden Wertpapieren sind z.B. der Ausfall oder Verzug von Zins- oder Tilgungszahlungen.

Der beizulegende Zeitwert von Finanzinvestitionen, die auf organisierten Märkten gehandelt werden, wird durch Bezugnahme auf den an der Börse notierten Geldkurs am Bilanzstichtag ermittelt. Der beizulegende Zeitwert von Finanzinvestitionen, für die kein aktiver Markt besteht, wird unter Anwendung von Bewertungsmethoden geschätzt. Solche Verfahren stützen sich auf kürzlich zu marktüblichen Bedingungen getätigte Transaktionen oder auf den aktuellen Marktwert eines anderen Instruments, das im Wesentlichen das gleiche Instrument ist, oder die Analyse der diskontierten Zahlungsströme sowie Optionspreismodelle. Beteiligungen, deren Zeitwerte nicht zuverlässig bestimmt werden können, werden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet und bei Wertminderungen abgeschrieben. Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte werden als kurzfristige Vermögenswerte ausgewiesen, wenn die Unternehmensleitung die Absicht hat, sie innerhalb von 12 Monaten ab dem Bilanzstichtag zu realisieren.

Zeitwert von Finanzinstrumenten

Der Buchwert der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Forderungen, kurzfristigen Vermögenswerte sowie kurzfristigen Schulden entspricht wegen der kurzfristigen Fälligkeiten dieser Instrumente in etwa dem Zeitwert.

Der Buchwert der finanziellen Vermögenswerte entspricht unter Zugrundelegung des Marktpreises in etwa dem Zeitwert.

Vorräte

Die Vorräte entfallen auf Verbrauchsmaterialien. Sie werden mit dem niedrigeren Wert aus Anschaffungskosten und Nettoveräußerungswert bewertet. Zum Bilanzstichtag erfolgte eine Inventur aller Bestände.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, die in der Regel eine Laufzeit von 30-90 Tagen haben, werden mit dem ursprünglichen Rechnungsbetrag abzüglich einer Wertberichtigung für uneinbringliche Forderungen angesetzt. Eine Wertberichtigung wird vorgenommen, wenn ein objektiver substanzieller Hinweis vorliegt, dass die Forderungen ganz oder teilweise uneinbringlich sind oder die Uneinbringlichkeit wahrscheinlich ist, wobei der Betrag der Wertberichtigung hinreichend genau ermittelbar sein muss. Forderungen werden ausgebucht, sobald sie uneinbringlich sind.

Die zum 31. Dezember 2012 bestehenden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen enthalten Wertberichtigungen für zweifelhafte Forderungen in Höhe von T€ 32 (31. Dezember 2011: T€ 0).

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente beinhalten Kassenbestand, Bankguthaben und kurzfristige Geldanlagen mit einer Laufzeit von weniger als drei Monaten.

In Abhängigkeit der Mietdauer werden als Mietkautionen gehaltene Bankguthaben als sonstige langfristige Vermögenswerte bzw. innerhalb der sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte als zweckgebundene Finanzmittel ausgewiesen, da diese für die betrieblichen Zwecke des Konzerns nicht zur Verfügung stehen.

Finanzielle Schulden

Finanzielle Schulden werden beim erstmaligen Ansatz zum beizulegenden Zeitwert der erhaltenen Gegenleistung nach Abzug der mit der Kreditaufnahme verbundenen Transaktionskosten bewertet. Nach erstmaliger Erfassung werden finanzielle Schulden anschließend grundsätzlich unter Anwendung der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet.

Kurzfristige Schulden sind zu ihrem Rückzahlungswert passiviert.

Rückstellungen

Eine Rückstellung wird dann angesetzt, wenn der Konzern eine gegenwärtige (gesetzliche oder faktische) Verpflichtung auf Grund eines vergangenen Ereignisses besitzt, der Abfluss von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen zur Erfüllung der Verpflichtung wahrscheinlich und eine verlässliche Schätzung der Höhe der Verpflichtung möglich ist. Sofern der Konzern für eine passivierte Rückstellung zumindest teilweise eine Rückerstattung erwartet (wie z.B. bei einem Versicherungsvertrag), wird die Erstattung als gesonderter Vermögenswert nur dann erfasst, wenn die Erstattung so gut wie sicher ist. Der Aufwand zur Bildung der Rückstellung wird in der Gesamtergebnisrechnung nach Abzug der Erstattung ausgewiesen. Ist die Wirkung des Zinseffekts wesentlich, werden Rückstellungen zu einem Zinssatz vor Steuern abgezinst, der gegebenenfalls die für die Schuld spezifischen Risiken widerspiegelt. Im Falle einer Abzinsung wird die durch Zeitablauf bedingte Erhöhung der Rückstellungen als Zinsaufwand erfasst.

Derivative Finanzinstrumente und Sicherungsgeschäfte

Die Gesellschaft hatte zum 31. Dezember 2012 sowie zum 31. Dezember 2011 keine derivativen Finanzinstrumente.

Umsatzrealisierung

Grundsätzlich werden Erträge realisiert, wenn es wahrscheinlich ist, dass der wirtschaftliche Nutzen an die Gesellschaft fließen wird und die Höhe der Erträge verlässlich bestimmt werden kann. Zudem müssen die mit dem Eigentum an den verkauften Erzeugnissen verbundenen maßgeblichen Risiken und Chancen auf den Käufer übergegangen sein.

Umsatzerlöse aus der Überlassung von Rechten zur Vermarktung eigener Produkte (Lizenz- und Liefervereinbarung QualiPhi) werden in der Periode erfasst, in der die Lizenzzahlungen fällig sind und ein Zahlungseingang wahrscheinlich ist. Nicht erstattbare Einmalzahlungen werden bei Fälligkeit und sofern ein Zahlungseingang wahrscheinlich ist als Umsatz ausgewiesen.

Umsatzerlöse aus Lizenzgebühren (Caco2 Lizenzen) werden über die jeweilige Vertragslaufzeit abgegrenzt und linear erfasst. Sofern bei Lizenzverträgen eine andauernde Lizenzgewährung (perpetual licence) vereinbart wird, werden die Lizenzgebühren in der Periode erfasst, in der die Gebühren fällig sind und ein Zahlungseingang wahrscheinlich ist. Servicegebühren im Rahmen von Forschungs- und Entwicklungskooperationen werden in der Periode erfasst, in der die Dienstleistung erbracht wird.

Zuwendungen der öffentlichen Hand

Die Gesellschaft erhält staatliche Beihilfen und Zuschüsse aus diversen öffentlichen Förderprogrammen. Abhängig von der Struktur des jeweiligen Förderprogrammes entscheidet die Gesellschaft, ob diese Beihilfen und Zuschüsse als Umsatz ausgewiesen werden oder mit den daraus resultierenden Kosten verrechnet werden. Öffentliche Beihilfen und Zuschüsse für die direkt entstandenen Forschungs- und Entwicklungskosten der Programme werden mit den entsprechenden Aufwendungen verrechnet. In den Geschäftsjahren 2012 und 2011 wurden T€ 213 bzw. T€ 50 mit den entsprechenden Aufwendungen verrechnet.

Forschungs- und Entwicklungskosten

Forschungs- und Entwicklungskosten werden als Aufwand in der Periode erfasst, in der sie angefallen sind. Die Summe der Forschungs- und Entwicklungskosten vor Verrechnung mit öffentlichen Beihilfen und Zuschüsse beliefen sich in den Geschäftsjahren 2012 und 2011 auf T€ 1.210 bzw. T€ 558.

Ein aus der internen Entwicklung entstandener selbst geschaffener immaterieller Vermögenswert wird dann, und nur dann, angesetzt, wenn alle nachfolgenden Nachweise gemäß IAS 38.57 "Immaterielle Vermögenswerte" erbracht wurden:

Nachweis der technischen Realisierbarkeit der Fertigstellung des immateriellen Vermögenswerts, sodass er zur Nutzung oder zum Verkauf zur Verfügung stehen wird;

Nachweis der Absicht, den immateriellen Vermögenswert fertigzustellen und ihn zu nutzen oder zu verkaufen;

Nachweis der Fähigkeit, den immateriellen Vermögenswert zu nutzen oder zu verkaufen;

Nachweis, wie der immaterielle Vermögenswert einen voraussichtlichen künftigen wirtschaftlichen Nutzen erzielen wird;

Nachweis der Verfügbarkeit adäquater technischer, finanzieller und sonstiger Ressourcen, um die Entwicklung abschließen und den immateriellen Vermögenswert nutzen oder verkaufen zu können;

Demonstration der Fähigkeit, die dem immateriellen Vermögenswert während seiner Entwicklung zurechenbaren Aufwendungen verlässlich zu bewerten.

Der bei der Aktivierung von Entwicklungskosten zunächst angesetzte Betrag ist die Summe der Kosten, die ab dem Zeitpunkt angefallen sind, zu dem der immaterielle Vermögenswert die vorgenannten Ansatzkriterien erstmals erfüllte. Wo kein selbst geschaffener immaterieller Vermögenswert angesetzt werden kann, werden die Entwicklungskosten in der Periode als Aufwand erfasst, in der sie anfallen. Nach erstmaligem Ansatz werden aktivierte Entwicklungskosten wie eigenständig erworbene immaterielle Vermögenswerte auf Basis der Erstbewertung abzüglich kumulierter Abschreibungen und Wertminderungsaufwendungen angesetzt. Die angenommene Nutzungsdauer wird projektabhängig festgelegt und beläuft sich bei den derzeit aktivierten Vermögenswerten auf bis zu fünf Jahre. Die Abschreibung erfolgt linear.

Fremdkapitalkosten

Fremdkapitalkosten werden in der Periode als Aufwand erfasst, in der sie angefallen sind.

Sofern qualifizierte Vermögenswerte vorliegen und eine Zuordnung von Fremdkapitalkosten möglich ist, fordert IAS 23 eine Aktivierung von Fremdkapitalkosten.

Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Tatsächliche Steuererstattungsansprüche und Steuerschulden

Die tatsächlichen Steuererstattungsansprüche und Steuerschulden für die laufende Periode und für frühere Perioden sind mit dem Betrag zu bewerten, in dessen Höhe eine Erstattung von den Steuerbehörden oder eine Zahlung an die Steuerbehörden erwartet wird. Der Berechnung des Betrags werden die Steuersätze und Steuergesetze zu Grunde gelegt, die am Bilanzstichtag gelten.

Latente Steuern

Die Bildung latenter Steuern erfolgt unter Anwendung der bilanzorientierten Verbindlichkeitsmethode auf alle zum Bilanzstichtag bestehenden temporären Differenzen zwischen dem Wertansatz eines Vermögenswerts bzw. einer Schuld in der Bilanz und dem steuerlichen Wertansatz. Latente Steuerschulden werden für zu versteuernde temporäre Differenzen erfasst.

Latente Steueransprüche werden für abzugsfähige temporäre Unterschiede, noch nicht genutzte steuerliche Verlustvorträge und nicht genutzte Steuergutschriften in dem Maße erfasst, in dem es wahrscheinlich ist, dass zu versteuerndes Einkommen verfügbar sein wird, gegen das die abzugsfähigen temporären Differenzen und die noch nicht genutzten steuerlichen Verlustvorträge und Steuergutschriften verwendet werden können.

Der Buchwert der latenten Steueransprüche wird an jedem Bilanzstichtag überprüft und in dem Umfang reduziert, in dem es nicht mehr wahrscheinlich ist, dass ein ausreichendes zu versteuerndes Ergebnis zur Verfügung stehen wird, gegen das der latente Steueranspruch zumindest teilweise verwendet werden kann. Nicht angesetzte latente Steueransprüche werden an jedem Bilanzstichtag überprüft und in dem Umfang angesetzt, in dem es wahrscheinlich geworden ist, dass ein künftiges zu versteuerndes Ergebnis die Realisierung des latenten Steueranspruches ermöglicht.

Latente Steueransprüche und -schulden werden anhand der Steuersätze bemessen, deren Gültigkeit für die Periode, in der ein Vermögenswert realisiert oder eine Schuld erfüllt wird, erwartet wird. Dabei werden die Steuersätze (und Steuervorschriften) zu Grunde gelegt, die zum Bilanzstichtag gültig oder angekündigt sind.

Ertragsteuern, die sich auf Posten beziehen, die direkt im Eigenkapital erfasst werden, werden im Eigenkapital und nicht in der Gesamtergebnisrechnung erfasst.

Latente Steueransprüche und latente Steuerschulden werden miteinander verrechnet, wenn der Konzern einen einklagbaren Anspruch auf Aufrechnung der tatsächlichen Steuererstattungsansprüche gegen tatsächliche Steuerschulden hat und diese sich auf Ertragsteuern des gleichen Steuersubjektes beziehen, die von derselben Steuerbehörde erhoben werden.

Ergebnis je Stammaktie

Das Ergebnis je Aktie ermittelt sich aus der Division des Konzernergebnisses durch die gewichtete Anzahl ausstehender Stammaktien. Aufgrund des umgekehrten Unternehmenserwerbes wurde die gewichtete Anzahl ausstehender Stammaktien entsprechende IFRS 3 B.26 ermittelt. Weitere Einzelheiten ergeben sich aus Textziffer 25.

Die ausstehenden Aktienoptionen wurden bei der Ermittlung des verwässerten Ergebnisses je Stammaktie nicht berücksichtigt, da das Erfolgsziel (Kurssteigerung der SYGNIS Aktie um mindestens 50 %) zum Abschlussstichtag nicht erreicht ist. Daher entspricht das unverwässerte dem verwässerten Ergebnis.

B. Weitere Erläuterungen zur Bilanz

5. Sachanlagen

In Tausend € 31. Dezember 2012 31. Dezember 2011
Laborgeräte und -ausstattung 183 125
Büroeinrichtung und -ausstattung 25 26
Sonstige 36 8
  244 159

Im Rahmen des umgekehrten Unternehmenserwerbes ist Sachanlagevermögen in Höhe von insgesamt T€ 100 zugegangen. Diese Zugänge betreffen insbesondere Laborgeräte und -ausstattung in Höhe von T€ 69.

Die Abschreibungen auf Sachanlagen beliefen sich in den Geschäftsjahren 2012 und 2011 auf T€ 35 bzw. T€ 26.

6. Geschäfts- oder Firmenwert

Der Geschäftswert resultiert aus dem umgekehrten Unternehmenserwerb der SYGNIS Pharma AG durch die X-Pol Biotech S.L.U. im abgelaufenen Geschäftsjahr 2012. Der Geschäftswert ist der SYGNIS-Gruppe als Cash Generating Unit (CGU) zugeordnet. Die Werthaltigkeitsprüfung gemäß IAS 36 wird bei Vorliegen von Anhaltspunkten, mindestens jedoch jeweils zum Ende eines Geschäftsjahres durchgeführt.

Der ermittelte Zeitwert der CGU SYGNIS zum 31. Dezember 2012 übersteigt den Buchwert dieser CGU. Die Berechnung des CGU-Zeitwertes basiert auf prognostizierten, abgezinsten Cash Flows der dieser CGU zugeordneten Vermögenswerte. Diese Vermögenswerte betreffen insbesondere den mit Qiagen abgeschlossenen exklusiven Lizenzvertrag zur Vermarktung der DNA-Amplifizierungstechnologie (QualiPhi), die Schutzrechte auf dem Gebiet von Protein-Protein Interaktionen (DoubleSwitch) sowie das Caco2-Lizenzgeschäft. Zur Bestimmung der erzielbaren Einnahmen liegen branchenübliche Marktpreisannahmen zugrunde. Diese Marktpreisannahmen ergeben unter Berücksichtigung entsprechender Erfolgswahrscheinlichkeiten und der noch anfallenden Aufwendungen ein Gesamtergebnis für die CGU. Dieses Gesamtergebnis wird mit einem Kapitalisierungszinssatz von 15 % über den Planungszeitraum von 18 Jahren diskontiert.

Sofern im Planungszeitraum die getroffenen Umsatzannahmen nicht oder nicht in der vorgesehenen Höhe anfallen, kann eine Wertberichtigung bis hin zur vollständigen Abschreibung des Geschäftswertes notwendig werden. Die Werthaltigkeitsprüfung wird jeweils zum Ende eines Geschäftsjahres durchgeführt. Zum 31. Dezember 2012 liegen keine Hinweise auf eine Wertminderung des Geschäftswertes vor.

7. Sonstige immaterielle Vermögenswerte

In Tausend € Nutzungsdauer 31. Dezember 2012 31. Dezember 2011
Erworbene Schutz- und Lizenzrechte 10 Jahre 1.733 0
Aktivierte Entwicklungskosten 5 Jahre 550 1.028
Software-Lizenzen und sonstige Lizenzen 3 bis 10 Jahre 42 41
    2.325 1.069

Die Abschreibungen auf sonstige immaterielle Vermögenswerte beliefen sich in den Geschäftsjahren 2012 und 2011 auf T€ 1.032 bzw. T€ 97. Hierin sind außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe von T€ 1.006 (im Vorjahr: T€ 42) enthalten. Wir verweisen auf die Ausführungen im weiteren Verlauf dieser Textziffer.

Erworbene Schutz- und Lizenzrechte

Die erworbenen Schutz- und Lizenzrechte stehen im Zusammenhang mit dem umgekehrten Unternehmenserwerb. Es handelt sich hierbei um den Wert der Vermarktungsmöglichkeiten von erworbenen Schutzrechten auf dem Gebiet von Protein-Protein Interaktionen ("DoubleSwitch") in Höhe von T€ 1.530 sowie die Lizenzrechte für die sogenannten Caco2-Zelllinien in Höhe von T€ 203.

Im Januar 2013 wurde für DoubleSwitch die Patenterteilung in den USA und in Europa bekanntgegeben. Auf Basis der noch bestehenden Patentlaufzeit von etwa 10 Jahren wird dieser Vermögenswert planmäßig abgeschrieben. DoubleSwitch bietet eine grundlegende Technologie zur Detektion von Protein-Protein Interaktionen, die eine neue Substanzscreening-Plattform zur Entwicklung neuartiger Wirkstoffe darstellen kann. Die Gesellschaft befindet sich derzeit in ersten Gesprächen über eine Auslizenzierung dieser Technologie an einen Pharmapartner. Für die Ermittlung des Zeitwertes für die Vermarktungsmöglichkeiten für DoubleSwitch hat die Gesellschaft verschiedene Annahmen zu Grunde gelegt. Wir verweisen diesbezüglich auf die Ausführungen unter 6. "Geschäfts- oder Firmenwerte".

Durch die Lizenzrechte Caco2 erzielt die Gesellschaft laufende Umsätze, die im kommenden Geschäftsjahr mit etwa 200 T€ erwartet werden. Die Gesellschaft hat die Vermarktungsrechte von Caco2 für einen Zeitraum von 10 Jahren bis Anfang 2014 erworben. Derzeit befindet sich die Gesellschaft in ersten Gesprächen über die Verlängerung dieser Vereinbarung um weitere 10 Jahre. Die Abschreibung dieses Vermögenswertes erfolgt über die geschätzte Nutzungsdauer von 10 Jahren.

Aktivierte Entwicklungskosten

Die Gesellschaft hat im Geschäftjahr 2012 Entwicklungskosten in Höhe von insgesamt T€ 409 aktiviert (Geschäftsjahr 2011: T€ 572). Diese Kosten betreffen die folgenden Entwicklungsprojekte:

In Tausend € 31. Dezember 2012 31. Dezember 2011
Phi 29 mutants 255 164
SNP reading 71 121
DNA repair/amplification 59 98
Ku-Ligase 24 171
Sonstige 0 18
  409 572

Im Geschäftsjahr 2012 wurden aufgrund der Einstellung von Projekten sowie der fehlenden Vermarktungsaussichten Wertminderungen auf aktivierte Entwicklungskosten in Höhe von T€ 1.006 erfasst (Geschäftsjahr 2011: T€ 42).

8. Zur Veräußerung verfügbare Finanzinvestitionen

Die zur Veräußerung verfügbaren Finanzinvestitionen resultieren aus dem umgekehrten Unternehmenserwerb und betreffen ein fremdkapitalverbriefendes Wertpapier mit Anschaffungskosten von T€ 127 und einem Marktwert von T€ 126. Es handelt sich dabei um ein fest verzinsliches Wertpapier mit einer Verzinsung von 6,15%.

9. Sonstige kurzfristige Vermögenswerte

In Tausend € 31. Dezember 2012 31. Dezember 2011
Umsatzsteuerforderung 141 10
Mietkaution 97 0
Anrechenbare Kapitalertragsteuer 81 0
Kaufpreiszahlung Anteile BioSolveIT GmbH 75 0
Rechnungsabgrenzungsposten 47 3
Sonstige 3 3
  444 16
Davon finanzielle Vermögenswerte 222 6

Die Kaufpreiszahlung für die Anteile der BioSolveIT GmbH resultiert aus dem Verkauf eines 15%igen Anteils der SYGNIS Pharma AG an der BioSolveIT GmbH Mitte 2012 für einen Gesamtpreis von T€ 150. Die Hälfte des Kaufpreises war nach Vertragsabschluss zur Zahlung fällig. Die verbleibende Hälfte ist Mitte März 2013 zahlbar.

10. Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente setzen sich wie folgt zusammen:

In Tausend € 31. Dezember 2012 31. Dezember 2011
Bankguthaben und Kassenbestände 524 884
Tages- und Termingelder 39 0
Zweckgebundene Finanzmittel (kurzfristig) (97) 0
  466 884

Die zweckgebundenen Finanzmittel betreffen die Mietkaution für die Büro- und Laborflächen in Heidelberg.

11. Eigenkapital

Die Veränderung ist in der "Entwicklung des Eigenkapitals im Konzern" dargestellt.

Gezeichnetes Kapital

Das Grundkapital beträgt zum 31. Dezember 2012 € 9.349.724 und entspricht dem gezeichneten Kapital der erworbenen SYGNIS Pharma AG. Es ist eingeteilt in 9.349.724 Inhaberstammaktien (Stückaktien) mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital von je € 1,00. Das Grundkapital zum 31. Dezember 2011 in Höhe von € 241.292 betrifft die Geschäftsanteile der X-Pol Biotech S.L.U. (8.027 Geschäftsanteile mit einem Nennwert von je € 30,06).

Das Grundkapital der X-Pol Biotech S.L.U. wurde im Juni 2012 gegen Sacheinlage von € 241.292 um € 35.771 auf € 277.063 erhöht. Gegenstand der Sacheinlage war eine Darlehensforderung des ehemaligen Hauptgesellschafters, der Genetrix S.L. in Höhe von T€ 712 (Sacheinlage I).

Mit Beschluss der Hauptversammlung der SYGNIS Pharma AG vom 17. Oktober 2012 wurde das Grundkapital der SYGNIS Pharma AG von € 2.103.688 (nach Berücksichtigung einer zuvor durchgeführten Kapitalherabsetzung im Verhältnis 8:1) um € 7.246.036 auf € 9.349.724 erhöht. Die Kapitalerhöhung erfolgte gegen Einbringung sämtlicher Geschäftsanteile an der X-Pol Biotech S.L.U. (Sacheinlage II). Die Eintragung der Kapitalerhöhung im Handelsregister erfolgte am 4. Dezember 2012. Nach Abschluss dieser Kapitalerhöhung hält die Genetrix Life Science A.B., Uppsala, Schweden rund 65% der ausgegebenen Aktien von SYGNIS.

Im Dezember 2012 hat der Vorstand der SYGNIS Pharma AG mit Zustimmung des Aufsichtsrates eine Kapitalerhöhung gegen Bareinlagen in Höhe von € 14.534 beschlossen. Die Kapitalerhöhung erfolgte durch Ausnutzung des genehmigten Kapitals der Gesellschaft. Die neuen Aktien wurden vollständig durch das US Investmentunternehmen YA Global Master SPV LTD, Jersey City, USA (YA Global) gezeichnet und die Bareinlagen im Dezember 2012 geleistet. Die Kapitalerhöhung wurde nach dem Bilanzstichtag, am 2. Januar 2013 im Handelsregister eingetragen, daher wurde der Erhöhungsbetrag zum 31. Dezember 2012 in der Kapitalrücklage ausgewiesen.

Im Rahmen des umgekehrten Unternehmenserwerbs werden die bilanziellen Buchwerte des wirtschaftlichen Erwerbers X-Pol fortgeführt. Bezogen auf das gezeichnete Kapital wird hingegen zur Abbildung der rechtlichen Verhältnisse das gezeichnete Kapital des rechtlichen Erwerbers SYGNIS Pharma AG fortgeführt. Zur Anpassung auf das aktuelle Grundkapital der SYGNIS Pharma AG wurde ein Betrag von T€ 1.827 von der Kapitalrücklage umgebucht.

Genehmigtes Kapital

Der Vorstand ist von der Hauptversammlung der SYGNIS Pharma AG am 27. November 2008 ermächtigt worden, mit Zustimmung des Aufsichtsrats, das Grundkapital der Gesellschaft bis zum 26. November 2013 durch die Ausgabe neuer auf den Inhaber lautender Stammaktien als Stückaktien gegen Bar- oder Sacheinlage, einmalig oder mehrmalig, insgesamt jedoch höchstens um bis zu € 20.629.321 zu erhöhen. Zum Zeitpunkt des umgekehrten Unternehmenserwerbes bestand hiervon noch eine Ermächtigung in Höhe von € 17.552.698. Hiervon hat der Vorstand einen Betrag von € 14.534 durch die Kapitalerhöhung gegen Bareinlagen vom Dezember 2012 ausgenutzt. Damit verbleibt eine Ermächtigung in Höhe von € 17.538.164.

Bedingtes Kapital

Das Grundkapital der SYGNIS ist um bis zu € 533.333 durch Ausgabe von bis zu Stück 533.333 auf den Inhaber lautende Stammaktien als Stückaktien, die den bereits ausgegebenen auf den Inhaber lautenden Stammaktien als Stückaktien gleichstehen, bedingt erhöht (bedingtes Kapital II). Die bedingte Kapitalerhöhung dient der Erfüllung von Bezugsrechten von Inhabern von Aktienoptionen, welche von der Gesellschaft bis zum 26. November 2010 begeben werden konnten.

Das Grundkapital der SYGNIS ist um bis zu € 600.000 durch Ausgabe von bis zu Stück 600.000 auf den Inhaber lautende Stammaktien als Stückaktien, die den bereits ausgegebenen auf den Inhaber lautenden Stammaktien als Stückaktien gleichstehen, bedingt erhöht (bedingtes Kapital III). Die bedingte Kapitalerhöhung dient der Erfüllung von Bezugsrechten von Inhabern von Aktienoptionen, welche von der Gesellschaft bis zum 25. November 2011 begeben werden konnten.

Die Hauptversammlung der SYGNIS vom 25. November 2011 hat das Grundkapital der SYGNIS um bis zu € 500.000 durch Ausgabe von bis zu Stück 500.000 auf den Inhaber lautende Stammaktien als Stückaktien, die den bereits ausgegebenen auf den Inhaber lautenden Stammaktien als Stückaktien gleichstehen, bedingt erhöht (bedingtes Kapital IV). Die bedingte Kapitalerhöhung dient der Erfüllung von Bezugsrechten von Inhabern von Aktienoptionen, welche von der Gesellschaft bis zum 24. November 2016 begeben werden können.

Die Hauptversammlung der SYGNIS vom 25. November 2011 hat darüber hinaus eine bedingte Erhöhung des Grundkapitals um bis zu € 6.500.000,00 durch Ausgabe von bis zu Stück 6.500.000 auf den Inhaber lautende Stammaktien als Stückaktien (bedingtes Kapital V) beschlossen. Das bedingtes Kapital V dient zur Bedienung eines oder mehrerer Programme zur Ausgabe von Wandelschuldverschreibungen.

Kapitalrücklage

Im Rahmen der Sacheinlage I wurde der das gezeichnete Kapital übersteigende Betrag von T€ 676 aus der Einbringung einer Darlehensforderung in die Kapitalrücklage eingestellt.

Die Ausgabe der neuen Aktien im Rahmen der Kapitalerhöhung gegen Bareinlagen vom Dezember 2012 erfolgte zu einem Bezugspreis von € 3,44 je Aktie. Der vollständige Kapitalerhöhungsbetrag von T€ 50 einschließlich des gezeichneten Kapitals wurde in die Kapitalrücklage eingestellt, da die Bareinlagen bis zum 31. Dezember 2012 zwar geleistet wurden, die Eintragung der Kapitalerhöhung jedoch noch nicht im Handelsregister bis zum 31. Dezember 2012 erfolgte.

Weitere Effekte der Kaufpreisallokation und Kapitalkonsolidierung führen insgesamt zu einer Änderung der Kapitalrücklage von T€ - 1.667.

Die weitere Erhöhung der Kapitalrücklage im Geschäftsjahr 2012 um T€ 8 steht im Zusammenhang mit der Erfassung von Aufwendungen aus aktienbasierter Vergütung.

12. Aktienoptionen

Die SYGNIS Pharma AG hat vor dem umgekehrten Unternehmenserwerb drei Aktienoptionsprogramme für den Vorstand und Mitarbeiter aufgelegt. Auf dieser Basis wurden in der Vergangenheit Aktienoptionen ausschließlich an den Vorstand und Mitarbeiter des rechtlichen Erwerbers ausgegeben. Seit dem Zeitpunkt des umgekehrten Unternehmenserwerbes wurden keine weiteren Aktienoptionen gewährt. Die folgenden Darstellungen führen insoweit die bisherigen Informationen zu den Aktienoptionen aus dem letztmaligen Konzernabschluss der SYGNIS Pharma AG zum 31. März 2012 bis zum 31. Dezember 2012 fort.

Aktienoptionsprogramm 2007

Aus dem Aktienoptionsprogramm 2007 konnten maximal 533.333 Aktienoptionen ausgegeben werden. Zur Sicherung und Bedienung der Aktienoptionen dient das bedingte Kapital II mit einem Betrag von € 533.333. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2012 konnten keine Aktienoptionen mehr aus diesem Aktienoptionsprogramm ausgegeben werden. Zum 31. Dezember 2012 sind insgesamt 328.410 Aktienoptionen ausstehend und gültig. Von den gültigen Aktienoptionen waren zum 31. Dezember 2012 noch keine Optionen ausübbar.

Aktienoptionsprogramm 2008

Aus dem Aktienoptionsprogramm 2008 konnten maximal 600.000 Aktienoptionen ausgegeben werden. Zur Sicherung und Bedienung der Aktienoptionen dient das bedingte Kapital III mit einem Betrag von € 600.000. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2012 konnten keine Aktienoptionen mehr aus diesem Aktienoptionsprogramm ausgegeben werden. Zum 31. Dezember 2012 sind insgesamt 521.633 Aktienoptionen ausstehend und gültig. Vom Gesamtbestand der Aktienoptionen aus diesem Optionsplan waren zum 31. Dezember 2012 noch keine Optionen ausübbar. Mit Ausnahme der Laufzeit ist die Ausgestaltung des Aktienoptionsprogramms 2008 identisch mit dem Aktienoptionsprogramm 2007.

Aktienoptionsprogramm 2011

Aus dem Aktienoptionsprogramm 2011 können maximal 500.000 Aktienoptionen bis zum 24. November 2016 ausgegeben werden. Zur Sicherung und Bedienung der Aktienoptionen dient ein bedingtes Kapital IV in Höhe von € 500.000. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2012 wurden keine Aktienoptionen aus dem Aktienoptionsprogramm 2011 ausgegeben. Zum 31. Dezember 2012 sind insgesamt 289.500 Aktienoptionen ausstehend und gültig. Vom Gesamtbestand der Aktienoptionen aus diesem Optionsplan waren zum 31. Dezember 2012 noch keine Optionen ausübbar. Mit Ausnahme der Laufzeit und der Wartefrist ist die Ausgestaltung des Aktienoptionsprogramms 2011 identisch mit dem Aktienoptionsprogramm 2008.

Ausgestaltung der Aktienoptionsprogramme

Gemäß den Bedingungen der Aktienoptionspläne berechtigt jede Option den Inhaber bis zum 31. Dezember 2013 (Aktienoptionsprogramm 2007), 31. Dezember 2014 (Aktienoptionsprogramm 2008) und 31. Dezember 2020 (Aktienoptionsprogramm 2011) zum Bezug einer auf den Inhaber lautenden nennbetragslosen Stammaktie der Gesellschaft zum Ausübungspreis. Die Gesellschaft hat das Recht, an Stelle der Gewährung von Aktien dem Bezugsberechtigten zur Abgeltung seiner Ansprüche einen Barausgleich zu leisten.

Der Ausübungspreis ermittelt sich gemäß dem näher definierten Durchschnittspreis der SYGNIS Aktien während der letzten 30 Börsentage vor dem Ausgabetag der Optionsrechte. Die Optionen der Aktienoptionsprogramme 2007 und 2008 haben eine gestaffelte Ausübbarkeit. Nach Ablauf einer Wartezeit (Sperrfrist) von zwei Jahren ab dem Tag der Gewährung können 50 % der Aktienoptionen ausgeübt werden. Die verbleibenden 50 % der Aktienoptionen können nach Ablauf von drei Jahren ab dem Tag der Gewährung ausgeübt werden. Die Optionen des Aktienoptionsprogramms 2011 sind nach einer Wartezeit (Sperrfrist) von vier Jahren ausübbar.

Die Ausübung der Optionen ist innerhalb bestimmter Zeiträume nicht möglich (z. B. während der Aufstellung und bis zur Veröffentlichung des festgestellten Jahresabschlusses der Gesellschaft). Neben dem Ablauf der Sperrfrist ist für die Ausübung einer Aktienoption Voraussetzug, dass sich der Kurs der SYGNIS Aktie in der Zeit zwischen dem Ausgabetag des jeweiligen Optionsrechts und der zulässigen Ausübung des Optionsrechts um mindestens 50 % erhöht hat.

Die folgende Übersicht zeigt die Entwicklung der Aktienoptionen seit dem letztmaligen Konzernabschluss der SYGNIS Pharma AG zum 31. März 2012:

  Aktienoptionen Gewichteter durchschnittlicher Ausübungspreis (€)
Am 1. April 2012 ausstehend 1.315.509 2,67
Gewährt 0 -
Ausgeübt 0 -
Verfallen* (175.966) 2,66
Abgelaufen 0 -
Am 31. Dezember 2012 ausstehend 1.139.543 2,67

* verfallen aufgrund Mitarbeiteraustritten

Die folgende Übersicht enthält die gewichteten durchschnittlichen Ausübungspreise sowie die gewichteten restlichen Vertragslaufzeiten aller zum 31. Dezember 2012 ausstehenden Aktienoptionen:

Ausübungspreis (€) Ausstehend (Anzahl) Gewichtete restliche Vertragslaufzeit (in Jahren) Gewichteter durchschnittlicher Ausübungspreis (€) Ausübbar (Anzahl) Gewichteter durchschnittlicher Ausübungspreis (€)
4,35 85.498 1,56 4,35 0 -
3,81 3.000 1,00 3,81 0 -
3,75 187.679 1,00 3,75 0 -
3,18 33.333 1,00 3,18 0 -
2,34 467.997 1,86 2,34 0 -
2,16 289.500 8,00 2,16 0 -
1,83 72.536 2,00 1,83 0 -
  1.139.543 3,24 2,67 0 -

1 Nach Abschluss der Kapitalherabsetzung des Grundkapitals der SYGNIS Pharma AG in einem Verhältnis von 8:1 sind die Ausübungspreise und die Anzahl der ausstehenden Optionen gemäß den Optionsbedingungen anzupassen. Nach den Bedingungen der Optionspläne 2007, 2008 und 2011, werden die ausstehenden Aktienoptionen auf ein Achtel reduziert und die Ausübungspreise auf das Achtfache erhöht. In den oben dargestellten Informationen sind diese Anpassungen noch nicht berücksichtigt.

Die folgende Übersicht enthält die gewichteten durchschnittlichen Ausübungspreise sowie die gewichteten restlichen Vertragslaufzeiten aller zum 31. März 2012 ausstehenden Aktienoptionen:

Ausübungspreis (€) Ausstehend (Anzahl) Gewichtete restliche Vertragslaufzeit (in Jahren) Gewichteter durchschnittlicher Ausübungspreis (€) Ausübbar (Anzahl) Gewichteter durchschnittlicher Ausübungspreis (€)
4,35 90.264 2,28 4,35 0 -
3,81 4.333 1,75 3,81 0 -
3,75 226.012 1,75 3,75 0 -
3,18 33.333 1,75 3,18 0 -
2,34 554.497 2,61 2,34 0 -
2,16 329.500 8,75 2,16 0 -
1,83 77.570 2,75 1,83 0 -
  1.315.509 3,96 2,67 0 -

Die Gewährung der Aktienoptionen wird entsprechend den Regelungen des IFRS 2 bilanziert. Der Zeitwert der ausgegebenen Aktienoptionen zum Zeitpunkt der Gewährung wurde mit Hilfe eines Binomialmodells ermittelt und wird über die Wartezeit von zwei bis vier Jahren erfolgswirksam als Personalaufwand erfasst. Im vorliegenden Konzernabschluss wurde ein Personalaufwand in Höhe von T€ 8 erfasst und gleichzeitig die Kapitalrücklage entsprechend erhöht.

13. Passive latente Steuern

Die passiven latenten Steuern wurden ausschließlich für den Ansatz einzeln identifizierbarer immaterieller Vermögenswerte im Zusammenhang mit dem umgekehrten Unternehmenserwerb der SYGNIS Pharma AG durch die X-Pol gebildet.

14. Finanzielle Schulden

Die finanziellen Schulden setzen sich wie folgt zusammen:

In Tausend € 31. Dezember 2012 31. Dezember 2011
Förderkredite (soft loans)    
INNPACTO 497 471
Madrid Network 391 193
  888 664
Darlehen Genetrix S.L 187 30
  1.075 694

Die Gesellschaft erhält im Rahmen der Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten am Standort Tres Cantos Förderkredite öffentlicher spanischer Einrichtungen. Der Förderkredit von INNPACTO hat eine Laufzeit von 11 Jahren und ist unverzinslich. Die Gesellschaft hat die im Vorjahr erhaltenen Zahlungen von insgesamt T€ 658 unter Berücksichtigung der Effektivzinsmethode bewertet und zum 31. Dezember 2012 zu fortgeführten Anschaffungskosten von T€ 497 angesetzt.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr ist eine weitere Zahlung von Madrid Network in Höhe von T€ 250 eingegangen. Der Förderkredit von Madrid Network hat eine Laufzeit von 13 Jahren und ist unverzinslich. Die Gesellschaft hat die im abgelaufenen Geschäftsjahr und im Vorjahr erhaltenen Zahlungen von insgesamt T€ 500 zu unter Berücksichtigung der Effektivzinsmethode bewertet und zum 31. Dezember 2012 zu fortgeführten Anschaffungskosten von T€ 391 angesetzt.

Darüber hinaus besteht ein Darlehen mit der Genetrix S.L., Tres Cantos, Spanien mit einer Laufzeit bis zum 1. Januar 2014 und einer Verzinsung von 4%.

15. Sonstige kurzfristige Schulden

In Tausend € 31. Dezember 2012 31. Dezember 2011
Bonuszahlungen 337 17
Abfindungen 212 0
Geschäftsbericht und Hauptversammlung 167 0
Rechnungsabgrenzungsposten 132 0
Aufsichtsratsvergütung 130 0
Steuerzahlungen 82 17
Sonstige Personalkosten 65 0
Jahresabschlussprüfung 74 0
Beratungsleistungen 63 0
Sonstige 88 1
  1.350 35
Davon finanzielle Schulden 1.350 35

Die Bonuszahlungen betreffen in Höhe von T€ 117 den Vorstand der Gesellschaft sowie in Höhe von T€ 103 das ehemalige Vorstandsmitglied Dr. Frank Rathgeb.

Die Gesellschaft hat im Dezember 2012 einen umfassenden Mitarbeiterabbau beschlossen und die dem entsprechenden vertraglich vereinbarten Abfindungszahlungen in Höhe von T€ 162 passiviert. Eine weitere Abfindungszahlung von T€ 50 entfällt auf das ehemalige Vorstandsmitglied Dr. Frank Rathgeb.

16. Ertragsteueraufwand und latente Steuern

Nach ihrer Herkunft gliedern sich die Aufwendungen aus Steuern vom Einkommen und vom Ertrag wie folgt:

In Tausend € Geschäftsjahr zum 31. Dezember 2012 Geschäftsjahr zum 31. Dezember 2011
Laufendes Steuerergebnis 0 3
Latentes Steuerergebnis 0 0
  0 3

Der theoretische Steueraufwand auf Basis des Fehlbetrages vor Steuern in Höhe von T€ 2.397 (Vorjahr: Fehlbetrag von T€ 896 und des durchschnittlichen Steuersatzes von 26% (Vorjahr 25%) wird auf den tatsächlichen Steueraufwand wie folgt übergeleitet:

In Tausend € 31. Dezember 2012 31. Dezember 2011
Fehlbetrag vor Steuern (2.397) (896)
Theoretischer Steueraufwand (623) (224)
Ausländische Steuern 0 3
Veränderung der Verlustvorträge 608 224
Steuereffekte aufgrund nicht abzugsfähiger Betriebsausgaben 15 0
Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 0 3

Aktive latente Steuern aus temporären Differenzen zwischen dem Buchwert und dem steuerlichen Wertansatz von Vermögenswerten und Verbindlichkeiten sind in der unten stehenden Tabelle dargestellt. Die passiven latenten Steuern in Höhe von T€ 520 (im Vorjahr: T€ 0) beziehen sich ausschließlich auf die immateriellen Vermögenswerte, die im Rahmen der Kaufpreisallokation im laufenden Geschäftsjahr (Umgekehrter Unternehmenserwerb) identifiziert wurden.

In Tausend € 31. Dezember 2012 31. Dezember 2011
Aktive latente Steuern    
Sonstige kurz- und langfristige Schulden 86 14
Verlustvortrag 22.889 437
Abzüglich Bewertungsabschlag (22.975) (451)
Aktive latente Steuern, netto 0 0

Wertberichtigungen auf den Buchwert der aktiven latenten Steuern werden dann vorgenommen, wenn eine Realisierung der erwarteten Vorteile aus der latenten Steuer nicht hinreichend wahrscheinlich ist. Die dabei vorgenommene Einschätzung kann im Zeitablauf Änderungen unterliegen, die in Folgeperioden zu einer Erhöhung oder Auflösung der Wertberichtigung führen können.

Die Verlustvorträge beliefen sich per 31. Dezember 2012 auf ca. 76,9 Mio. € (31. Dezember 2011: 1,7 Mio. €). Die Verlustvorträge entfallen mit rund 72,9 Mio. € auf die US-amerikanischen Tochtergesellschaften, der Restbetrag entfällt auf Deutschland bzw. auf die spanische Tochtergesellschaft. Die aktiven latenten Steuern wurden durch einen Bewertungsabschlag in gleicher Höhe ausgeglichen, so dass sie keinen Einfluss auf die Gesamtergebnisrechnung oder die Bilanz hatten. In Deutschland können Verlustvorträge unbegrenzt vorgetragen werden, nach US-amerikanischem Steuerrecht ist der Vortrag grundsätzlich auf einen Zeitraum von 20 Jahren bzw. 15 Jahren (für Verluste vor August 1997) begrenzt. Die Verlustvorträge in Spanien können für einen Zeitraum von 15 Jahren vorgetragen werden. Verlustvorträge unterliegen nach den Steuervorschriften in Deutschland seit 2004 für Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer einer Mindestbesteuerung. Demnach ist der je Veranlagungszeitraum anrechenbare Verlustabzug auf 1 Mio. € zuzüglich 60% des diesen Sockelbetrag übersteigenden steuerpflichtigen Einkommens begrenzt.

Bei den Verlustvorträgen in Deutschland ist berücksichtigt, dass diese aufgrund der durchgeführten Kapitalerhöhung und der erfolgten Anteilsübertragungen auf Ebene der SYGNIS Pharma AG im abgelaufenen Geschäftsjahr 2012 und den Vorjahren nach der derzeitigen Rechtslage zum Großteil nicht mehr zur Verfügung stehen.

C. Erläuterungen zur Gesamtergebnisrechnung

17. Umsatzerlöse

Die Umsatzerlöse betreffen mit T€ 200 die erhaltene, nicht rückzahlbare und nicht anrechenbare Einmalzahlung aus dem Lizenzvertrag mit Qiagen bezüglich der exklusiven Vermarktung von QualiPhi.

18. Personalaufwendungen

Die Personalaufwendungen setzen sich wie folgt zusammen:

In Tausend € Geschäftsjahr zum 31. Dezember
  2012 2011
Löhne und Gehälter 592 215
Sozialaufwendungen 102 58
Abfindungen 162 0
Personalaufwand aus Aktienoptionen 8 0
Sonstige Personalaufwendungen 6 5
Personalaufwendungen gesamt 870 278

Die zum 31. Dezember 2012 bzw. 2011 vorhandenen Mitarbeiter sind den folgenden Bereichen zugeordnet:

  Geschäftsjahr zum 31. Dezember
  2012 2011
Forschung und Entwicklung 23 6
Vertrieb und Verwaltung 6 1
Gesamt 29 7

D. Sonstige Angaben

19. Sonstige Angaben zu den Finanzinstrumenten

Aus der nachfolgenden Tabelle sind, ausgehend von den relevanten Bilanzposten, die Zusammenhänge zwischen den Kategorien nach IAS 39, der Klassifikation nach IFRS 7 und den Wertansätzen der Finanzinstrumente ersichtlich.

In Tausend €   31. Dezember 2012 31. Dezember 2011
  Bewertungskategorie nach IAS 39 Buchwert Beizulegender Zeitwert Buchwert Beizulegender Zeitwert
Finanzielle Vermögenswerte          
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente   466 466 884 884
davon Bankguthaben und Kassenbestände (1) 466 466 884 884
Finanzinvestitionen (2) 126 126 0 0
davon kurzfristig   126 126 0 0
davon langfristig   0 0 0 0
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (1) 41 41 25 25
Sonstige Vermögenswerte (1) 232 232 16 16
davon kurzfristig   222 222 6 6
davon langfristig   10 10 10 10
Summe   865 865 925 925
Finanzielle Verbindlichkeiten          
Finanzielle Schulden (3) 1.075 1.075 694 694
davon kurzfristig   0 0 0 0
davon langfristig   1.075 1.075 694 694
Schulden aus Lieferungen und Leistungen (3) 362 362 364 364
Sonstige Schulden (3) 1.350 1.350 582 582
davon kurzfristig   1.350 1.350 35 35
davon langfristig   0 0 547 547
Summe   2.787 2.787 1.640 1.640
Davon aggregiert nach Bewertungskategoriengemäß IAS 39          
(1) Kredite und Forderungen   739 739 925 925
(2) Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte   126 126 0 0
(3) Zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanzierte Verbindlichkeiten   2.787 2.787 1.640 1.640

Beizulegende Zeitwerte

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige Vermögenswerte, Schulden aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Schulden haben überwiegend kurze Restlaufzeiten. Daher entsprechen deren Buchwerte zum Bilanzstichtag näherungsweise dem beizulegenden Zeitwert.

Der Zeitwert der langfristigen finanziellen Schulden im Vorjahr beruht auf den zu diesem Zeitpunkt verfügbaren Zinssätzen für Fremdkapitalaufnahmen mit dem gleichen Fälligkeits- und Bonitätsprofil und entspricht nahezu dem Buchwert.

Hierarchie beizulegender Zeitwerte

Der beizulegenden Zeitwert der marktgängigen Wertpapiere (ausgewiesen unter "kurzfristige Finanzinvestitionen") bestimmt sich nach ihren notierten Marktpreisen (Hierarchielevel 1, notierte Preise in aktiven Märkten).

Die Nettoergebnisse sowie die direkt im Eigenkapital erfassten Ergebnisse nach Bewertungskategorien zeigt die folgende Übersicht:

In Tausend € Nettoergebnis Geschäftsjahr Direkt im Eigenkapital erfasstes Ergebnis Geschäftsjahr
Bewertungskategorie nach IAS 39 2012 2011 2012 2011
Kredite und Forderungen 0 0 0 0
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte (12) 0 (2) 0
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanzierte Verbindlichkeiten (31) (9) 0 0
  (43) (9) (2) 0

Das Nettoergebnis nach Bewertungskategorien wird wie folgt ermittelt:

In Tausend € Nettoergebnis Geschäftsjahr
Bewertungskategorie nach IAS 39 2012 2011
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte    
Veräußerungsgewinn (-verlust) Verkauf fremdkapitalverbriefende Wertpapiere (12) 0
  (12) 0
Zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanzierte Verbindlichkeiten    
Bewertung Förderkredite zu fortgeführten Anschaffungskosten (31) (9)
  (43) (9)

Sicherungsgeschäft zur Absicherung der Nettoinvestitionen in ausländische Geschäftsbetriebe

Die Gesellschaft hat gegenüber ihren ausländischen Tochtergesellschaften Forderungen und Verbindlichkeiten in US Dollar, die im Wesentlichen langfristigen Charakter haben. Gewinne oder Verluste aus der Währungsumrechnung dieser Forderungen bzw. Verbindlichkeiten werden erfolgsneutral direkt im Eigenkapital erfasst.

20. Finanzrisikomanagement

Die Geschäftstätigkeit von SYGNIS konzentriert sich derzeit auf die Entwicklung und Vermarktung neuartiger molekularbiologischer Technologien, z.B. auf dem Gebiet der DNA-Amplifizierung und Sequenzierung. Diesen Entwicklungstätigkeiten stehen erst geringe Lizenzumsätze gegenüber, so dass planmäßig hohe Aufwendungen anfallen. Die Finanzierung der operativen Geschäftstätigkeit erfolgt dabei zu großem Teil durch Eigenkapital bzw. öffentliche Förderkredite.

Die Möglichkeit, in Zukunft weiteres Eigenkapital einzuwerben oder weitere Lizenzumsätze zu generieren, hängt maßgeblich von dem positiven Fortschritt der Projektentwicklungen und der Möglichkeit ab, die Vermarktung neuer Projekte realisieren zu können. Die Kapitalstruktur des Konzerns spielt dabei nur eine untergeordnete Rolle. Das Management konzentriert sich daher auf die Steuerung und Überwachung der einzelnen Entwicklungsprojekte, die Liquiditätsausstattung und die Sicherung des künftigen Liquiditätsbedarfs. Wichtigste Steuerungsgröße neben der absoluten Höhe des Bestandes an liquiden Mitteln ist insbesondere der Liquiditätsdeckungsgrad, der Anteil flüssiger Mittel und börsengängiger Wertpapiere an der Bilanzsumme. Dieser beträgt 6 % zum 31. Dezember 2012 und 41 % zum 31. Dezember 2011.

Im Rahmen des vom Vorstand eingerichteten Risikomanagementsystems werden die Finanz- und Unternehmensrisiken wirksam überwacht und kommuniziert. Dabei werden die Risiken von den Risikoverantwortlichen an den Risikomanager berichtet, der nach deren Auswertung einen regelmäßigen aggregierten Risikobericht an den Vorstand erstattet. Nachfolgend werden die Finanzrisiken des Konzerns beschrieben.

Risiko aus Zahlungsstromschwankungen/Zinsrisiko

Schwankungen der Marktzinssätze wirken sich insbesondere auf die Cash-flows von variabel verzinslichen Vermögenswerten und Schulden aus. Das Management hat bewusst auf den Abschluss von Geschäften zur Sicherungen zinsabhängiger Cash-flows verzichtet, da bei der Anlage der liquiden Mittel die kurzfristige Verfügbarkeit zur Finanzierung der operativen Tätigkeit im Vordergrund steht.

Die Gesellschaft hat die zum Bilanzstichtag verfügbare Liquidität im Wesentlichen auf laufenden Bankkonten angelegt. Darüber hinaus ist noch ein Betrag von 0,1 Mio. € in ein festverzinsliches Wertpapier mit Laufzeit von mehr als zehn Jahren investiert. Dem entsprechend besteht derzeit kein wesentliches Risiko aus Zinsschwankungen bei der Wiederanlage fälliger Gelder. Das primäre Ziel der Geldanlageaktivitäten von SYGNIS ist der Erhalt der angelegten Mittel.

Währungsrisiko

Der Konzernabschluss der Gesellschaft wird in Euro erstellt. Währungsrisiken bestehen insbesondere dort, wo Forderungen oder Verbindlichkeiten in einer anderen Währung bestehen beziehungsweise bei planmäßigem Geschäftsverlauf entstehen werden. Die Vermögenswerte und Schulden der Gesellschaft in fremder Währung betreffen insbesondere solche in US Dollar und resultieren unter anderem aus den Geschäftsaktivitäten unserer Tochtergesellschaften Amnestix Inc. und LION bioscience, Inc. Wenngleich der Euro die vorherrschende Währung darstellt, kann es insbesondere beim US-Dollar zu Kursschwankungen gegenüber dem Euro als Berichtswährung mit entsprechender Ergebnisauswirkung kommen. Die Gesellschaft prüft im Jahresverlauf die Notwendigkeit von Kurssicherungsgeschäften zur Minimierung des Währungsrisikos.

Ein Anstieg bzw. ein Rückgang von 10 % des Euro gegenüber dem US-Dollar zum 31. Dezember 2012 hätte das Konzernergebnis und das Konzerneigenkapital um etwa T€ 16 verringert bzw. um etwa T€ 19 erhöht.

Bonitäts- oder Ausfallrisiko

Finanzinstrumente, die für die Gesellschaft möglicherweise eine Konzentration des Bonitäts- oder Ausfallrisikos bewirken können, sind hauptsächlich Zahlungsmittel, Zahlungsmitteläquivalente, marktgängige fremdkapitalverbriefende Wertpapiere und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente der Gesellschaft lauten vorwiegend auf Euro und sind überwiegend kapitalgeschützt. Das maximale Ausfallrisiko der Finanzinstrumente entspricht dem ausgewiesenen Buchwert dieser Instrumente.

Die Gesellschaft hat nur in geringem Umfang Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Soweit notwendig sind Wertberichtigungen für uneinbringliche Forderungen gebildet.

Liquiditätsrisiko

Das Liquiditätsrisiko beschreibt das Risiko, das entsteht, wenn die Gesellschaft nicht in der Lage ist, ihre mit Finanzinstrumenten verbundenen Verpflichtungen bei Fälligkeit zu erfüllen. Dieses Risiko kann auch daraus resultieren, dass finanzielle Vermögenswerte nicht zeitnah zu einem angemessenen Preis veräußert werden können.

Bei Neuanlagen versucht die Gesellschaft, sowohl ihre Liquidität, als auch die Sicherheit des angelegten Kapitals sicherzustellen.

Preisrisiko aus Kursschwankungen

Zum Bilanzstichtag bestehen nur in geringem Umfang Kursrisiken von zur Veräußerung verfügbaren Finanzinvestitionen. Die zum 31. Dezember 2012 bestehenden fremdkapitalverbriefenden Wertpapiere in Höhe von 0,1 Mio. € wurden vollständig Anfang Januar 2013 mit einem geringen Kursgewinn veräußert.

21. Bestandsgefährdung (going concern Risiko)

Durch den Unternehmenszusammenschluss der SYGNIS Pharma AG und der X-Pol ist ein börsengelistetes Unternehmen mit dem Fokus auf der Entwicklung und Vermarktung von molekulardiagnostischen Technologien entstanden. Im abgelaufenen Geschäftsjahr konnte mit der Auslizenzierung einer Polymerase zur DNA-Amplifizierung an Qiagen die entwickelte Technologie validiert und ein erster wirtschaftlicher Erfolg erzielt werden. Aus dieser Lizenzvereinbarung hat die Gesellschaft die ersten Erlöse in Form einer Einmalzahlung erhalten. Weitere, im Businessplan vorgesehene Umsätze sind hinsichtlich ihrer Höhe und dem Zeitpunkt der Realisierung von den Produktumsätzen, die Qiagen erzielen wird, abhängig. Der Markteintritt für erste Produkte auf Basis von QualiPi von Seiten Qiagen ist in der zweiten Jahreshälfte 2013 vorgesehen.

Der Businessplan der Gesellschaft umfasst zusätzlich zu QualiPhi weitere Produkte auf dem Gebiet des sogenannten Next Generation Sequencing (QualiPhi mutants und PrimPol) sowie Technologien wie z.B. eine neuartige Screening Plattform zum Einsatz in der Wirkstoffentwicklung (DoubleSwitch). Die Produkte QualiPhi mutants und PrimPol befinden sich noch in der Entwicklung, während DoubleSwitch vermarktet werden kann. Für diese Produkte und Technologien wird ebenfalls eine Auslizenzierung an einen Pharmapartner angestrebt. Hierfür wurden im Businessplan ebenfalls entsprechende Einnahmen in Form von Einmalzahlungen und Umsatzlizenzen prognostiziert. Die Realisierung dieser Einnahmen hängt davon ab, ob es der Gesellschaft gelingt, jeweilige Lizenzpartner zu finden. Daher sind die getroffenen Annahmen mit Unsicherheiten behaftet und die tatsächlich erzielten Einnahmen können von den Planungen abweichen.

Die Gesellschaft weist zum 31. Dezember 2012 eine Liquidität (einschließlich Wertpapiere) in Höhe von 0,6 Mio. € aus. Der künftige Liquiditätsbedarf wird durch eine langfristige, am Businessplan orientierte Finanzplanung sowie eine Liquiditätsvorschau ermittelt. Basierend auf den derzeit vorhandenen Finanzmitteln sieht der Vorstand der Gesellschaft die operativen Aufwendungen der SYGNIS bis Ende März 2013 als gedeckt an. Zur weiteren Finanzierung im Geschäftsjahr 2013 hat die Gesellschaft Anfang März 2013 ein Darlehen ihrer Hauptaktionäre in Höhe von bis zu 0,7 Mio. € erhalten. Die Auszahlung dieses Darlehens erfolgt in Tranchen und sichert die weitere Finanzierung bis Mitte 2013. Die für die Auszahlung erforderlichen Bedingungen wurden am 20. März 2013 erfüllt.

Der Vorstand geht davon aus, die weitere Finanzierung und damit die Unternehmensfortführung für den Zeitraum ab Mitte 2013 sicherstellen zu können. Dies soll sowohl durch Mittelzuflüsse neuer Investoren, der Gewährung weiterer Förderkredite sowie durch die Nutzung des bestehenden SEDA-Vertrages (Eigenkapitalzusage auf Abruf) erfolgen. Falls es der Gesellschaft nicht gelingt, die Finanzierung ab Mitte 2013 durch diese Maßnahmen zu sichern und darüber hinaus keine weiteren Darlehensmittel durch die Hauptaktionäre zur Verfügung gestellt werden, kann sie auf eine Finanzierungszusage der Aktionärin dievini Hopp BioTech holding GmbH & Co. KG (dievini) zugreifen. Diese Finanzierungszusage kann bei Einhalten der definierten Bedingungen bis zum 31. Dezember 2013 in Anspruch genommen werden.

Für den Fall, dass die Gesellschaft keine der vorgenannten Finanzierungsmaßnahmen realisieren kann, ist die Unternehmensfortführung nicht mehr gegeben.

22. Haftungsverhältnisse und Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Finanzielle Verpflichtungen

Die finanziellen Verpflichtungen der Gesellschaft aus Mietverträgen sowie sonstigen langfristigen Verträgen sind insgesamt für die Ertragslage der Gesellschaft von untergeordneter Bedeutung.

Die gesamten Mietaufwendungen beliefen sich im Geschäftsjahr 2012 auf T€ 86 und T€ 54 im Geschäftsjahr 2011.

Darüber hinaus bestehen ggf. umsatzabhängige Lizenzverpflichtungen (sogenannte "Royalties") bei eventuellen Produktverkäufen durch unseren Lizenznehmer (Qiagen).

Garantien

Die Gesellschaft hat ein Bankkonto in Höhe von T€ 97 als Kaution für Vermieter verpfändet. Andere Garantien bestehen nicht. Das betreffende Guthaben ist in der Konzernbilanz unter den sonstigen kurzfristigen Vermögenswerten ausgewiesen.

Rechtsstreitigkeiten

Die Gesellschaft ist im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit gelegentlich in Rechtsstreitigkeiten verwickelt. Der Gesellschaft sind keine Vorgänge bekannt, die eine erhebliche, nachteilige Auswirkung auf die Ertrags-, Liquiditäts- oder Finanzlage haben würden. Risiken aus anhängigen Klagen werden durch die Bildung von Rückstellungen angemessen Rechnung getragen.

23. Transaktionen mit nahestehenden Unternehmen oder Personen

Gemäß IAS 24 "Beziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und Personen" ist über Beziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und Personen zu berichten. Als nahe stehende Personen und Unternehmen im Sinne des IAS 24.9 sind insbesondere der Vorstand und der Aufsichtsrat anzusehen. In Bezug auf die Vergütung und den Anteilsbesitz der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats wird auf die Ausführungen unter Textziffer 26. "Zusammensetzung der Organe" verwiesen.

Die Gesellschaft hat in den Geschäftsjahren 2012 und 2011 Geschäftsbeziehungen mit Genetrix S.L., der 100%igen Gesellschafterin der Genetrix Life Sciences A.B. (Mehrheitsaktionär der SYGNIS) unterhalten. Hierbei hat die Tochtergesellschaft X-Pol Serviceleistungen insbesondere auf den Gebieten Recht, Personal, Finanzen, PR und IT erhalten. Hierfür sind im Geschäftsjahr 2012 Aufwendungen in Höhe von T€ 459 angefallen (Geschäftsjahr 2011: T€ 836). Zum 31. Dezember 2012 sind hieraus noch T€ 139 ausstehend (31. Dezember 2011: T€ 547 ausstehend).

Darüber hinaus hat Genetrix S.L. der Tochtergesellschaft X-Pol Darlehensmittel zur Verfügung gestellt (Restsaldo zum 31. Dezember 2012 inklusive Zinsen: T€ 187, Restsaldo zum 31. Dezember 2011: T€ 30). Hieraus sind im Geschäftsjahr 2012 Zinsaufwendungen in Höhe von T€ 8 (Geschäftsjahr 2011: T€ 7) angefallen.

Das Mutterunternehmen SYGNIS Pharma AG unterhält Geschäftsbeziehungen mit ihren Tochterunternehmen SYGNIS Bioscience GmbH & Co. KG, SYGNIS Verwaltungs GmbH, LION bioscience Inc. und Amnestix Inc. insbesondere in Form von Dienstleistungen und Darlehensgewährungen.

24. Segmentberichterstattung und segmentübergreifende Angaben

Gemäß IFRS 8 findet die Berichterstattung auf das finanzielle Ergebnis der Segmente gemäß dem "Management Appro-ach" statt. Auf Basis der internen Organisation sowie des Berichtswesens an das Management wurden keine verschiedenen Segmente identifiziert. Die Verteilung der Ressourcen sowie die interne Beurteilung von SYGNIS' Leistung durch das Management erfolgt für den gesamten SYGNIS Konzern. Folglich wird der Konzern im Sinne der Segmentberichterstattung derzeit in einem Segment gesteuert, so dass eine gesonderte Berichterstattung entfällt.

Entsprechend IFRS 8.32 ff. können im Konzernabschluss die folgenden segmentübergreifenden Angaben gemacht werden.

Angaben zu Produkten und Dienstleistungen

In Tausend € Geschäftsjahr zum 31. Dezember
  2012 2011
Umsatzerlöse    
Umsatzerlöse QualiPhi 200 0
Lizenzerlöse Caco-2 13 0
Sonstige 2 16
Gesamt 215 16

Angaben zu geografischen Regionen

In Tausend € Geschäftsjahr zum 31. Dezember
  2012 2011
Umsatzerlöse    
Spanien 202 16
USA 13 0
Gesamt 215 16
Langfristiges Vermögen    
Deutschland 1.628 0
Spanien 748 1.238
USA 203 0
Gesamt 2.579 1.238

Die Zuordnung der Umsatzerlöse zu den geografischen Regionen erfolgt auf Basis des Sitzes der berichtenden Unternehmenseinheit. Die Zuordnung der langfristigen Vermögenswerte erfolgt zum Einen anhand der in den jeweiligen Einzelabschlüssen ausgewiesenen Werte. Darüber hinaus wurden immaterielle Vermögenswerte, die im Rahmen von Kaufpreisallokationen identifiziert wurden, den jeweiligen erworbenen Unternehmen zugeordnet. Der im Rahmen des umgekehrten Unternehmenserwerbes entstandene Geschäftswert in Höhe von T€ 5.942 wurde nicht zugeordnet, da die Zuordnung dieses Geschäftswertes auf den Konzern insgesamt erfolgt ist.

Angaben zu wesentlichen Kunden

In Tausend €    
Umsatzerlöse    
Umsätze mit wesentlichen Kunden* 200 0
Übrige Umsätze 15 16
Gesamt 215 16

* Kunden mit einem Umsatzanteil von mindestens 10% am Gesamtumsatz

Die Umsätze mit wesentlichen Kunden betreffen im Geschäftsjahr 2012 einen Kunden.

25. Ergebnis je Stammaktie

Die folgende Tabelle zeigt die Berechnung des unverwässerten und des verwässerten Ergebnisses je Stammaktie:

In Tausend €, ausgenommen Stückzahl und Betrag je Aktie Geschäftsjahr zum 31. Dezember
  2012 2011
Zähler    
Ergebnis der Periode (2.397) (893)
Nenner    
Gewichteter Durchschnitt der ausstehenden Stammaktien 7.407.415 7.246.036
Ergebnis (unverwässert und verwässert) je Stammaktie (0,32) (0,12)

(unverwässert = verwässert)

Der gewichtete Durchschnitt der ausstehenden Stammaktien im Geschäftsjahr 2012 ergibt sich wie folgt:

    Anzahl Stammaktien gewichtet
Ausstehende Stammaktien 1. Januar 2012 - 3. Dezember 2012 7.246.036  
Zeitgewichtungsfaktor (337 Tage, 365 Tage gesamt) 92,3% 6.690.176
Ausstehende Stammaktien 4. Dezember 2012 - 31. Dezember 2012 9.349.724  
Zeitgewichtungsfaktor (28 Tage, 365 Tage gesamt) 7,7% 717.239
    7.407.415

Die ausstehenden Aktien vom Beginn der Berichtsperiode bis zum Datum des umgekehrten Unternehmenserwerbes entsprechen gem. IFRS 3.B26 der Anzahl, die die SYGNIS Pharma AG im Rahmen des rechtlichen Erwerbes ausgegeben hat. Die ausstehenden Aktien ab dem Datum des umgekehrten Unternehmenserwerbes bis zum Bilanzstichtag entsprechen den insgesamt ausgegebenen Aktien der SYGNIS Pharma AG.

Die ausstehenden Aktienoptionen wurden bei der Ermittlung des verwässerten Ergebnisses je Stammaktie nicht berücksichtigt, da das Erfolgsziel (Kurssteigerung der SYGNIS Aktie um mindestens 50 %) zum Abschlussstichtag nicht erreicht ist.

26. Zusammensetzung der Organe

Vorstand

Pilar de la Huerta, CEO, seit 17. Oktober 2012

Peter Willinger, CFO (bis 17. Oktober 2012: Co-CEO/CFO)

Dr. Frank Rathgeb, CMO, bis 31. Oktober 2012 (bis 17. Oktober 2012: Co-CEO/CMO)

Die Vergütung für Herrn Willinger und Herrn Dr. Rathgeb wurde für den Zeitraum vom 1. April 2012 bis zum 31. Dezember 2012 dargestellt. Dies entspricht dem Rumpfgeschäftsjahr, welches für den Einzelabschluss der SYGNIS Pharma AG gebildet wurde. Die Vergütung von Frau de la Huerta entfällt auf den Zeitraum vom 17. Oktober bis zum 31. Dezember 2012. Die gesamte Barvergütung für die oben genannten Zeiträume ist wie folgt:

In Tausend € Grundvergütung Variabler Anteil Sonstige Vergütung Barvergütung total
Pilar de la Huerta 10 9 3 22
Peter Willinger 153 102 39 294
Dr. Frank Rathgeb 120 103 25 248
Total 283 214 67 564

Herr Dr. Rathgeb ist mit Ablauf des 31. Oktober 2012 aus seinem Amt als Vorstand der Gesellschaft ausgeschieden und mit gleichem Datum wurde der Anstellungsvertrag aufgehoben. Auf Basis der geschlossenen Aufhebungsvereinbarung erhält Herr Dr. Rathgeb für den Zeitraum bis zum 31. März 2013 die Fortzahlung der vertragsgemäßen Leistungen sowie zum 31. März 2013 eine Einmalzahlung in Höhe von T€ 50. Hierdurch hat Herr Dr. Rathgeb für November und Dezember 2012 insgesamt einen Betrag von T€ 41 erhalten. Die Gesellschaft hat die ausstehenden vertragsgemäßen Leistungen für Januar bis März 2013 sowie die Einmalzahlung in Höhe von insgesamt T€ 109 zum 31. Dezember 2012 zurückgestellt.

Mit dem ausgeschiedenen Vorstandsvorsitzenden Herrn Dr. Bach, dessen Anstellungsvertrag am 31. Dezember 2010 endete, wurde ein nachvertragliches Wettbewerbsverbot vereinbart. Soweit dieses zur Anwendung kommt, erhalten die Vorstände nach Beendigung des zwischen ihnen und der SYGNIS Pharma AG geschlossenen Anstellungsvertrages für die Dauer von maximal zwei Jahren für jedes Jahr der sie betreffenden Geltung des Wettbewerbsverbots eine Entschädigung in Höhe von 50% der ihnen zuletzt gewährten vertragsgemäßen Leistungen. Einkünfte aus einer Erwerbstätigkeit des jeweiligen Vorstandsmitglieds sind hierauf entsprechend den Bestimmungen des § 74c HGB anzurechnen. Im Zeitraum vom 1. April 2012 bis zum 31. Dezember 2012 hat Herr Dr. Bach auf dieser Grundlage eine Entschädigung in Höhe von 134.000 € erhalten.

Anteilsbesitz und Anzahl Aktienoptionen Vorstand zum 31. Dezember 2012

  Anzahl Aktien Anzahl Aktienoptionen
Pilar de la Huerta 0 0
Peter Willinger 1.504 260.415
Dr. Frank Rathgeb* 0 260.416
Total 1.504 520.831

* Stand zum 31. Oktober 2012

Im Geschäftsjahr 2012 wurden keine Aktienoptionen an die Vorstandsmitglieder ausgegeben.

Aufsichtsrat

Dr. Cristina Garmendia Mendizábal

Vorsitzende des Aufsichtsrates seit dem 17. Oktober 2012

Selbständige Unternehmerin, Madrid, Spanien

Dr. Friedrich von Bohlen und Halbach

Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrates (bis 17. Oktober 2012 Vorsitzender des Aufsichtsrates)

Geschäftsführer der Komplementärin der dievini Hopp BioTech holding GmbH & Co. KG, Walldorf

Gonzalo Rodríguez-Fraile Díaz

seit dem 17. Oktober 2012 S

elbständiger Unternehmer, Crans-sur-Sierre, Schweiz

Pedro-Agustín del Castillo Machado

seit dem 17. Oktober 2012

Selbständiger Unternehmer, Madrid, Spanien

Dr. Joseph M. Fernández

seit dem 17. Oktober 2012

CEO, Chairman der Active Motif Inc., Carlsbad, USA

Prof. Dr. Christof Hettich

Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrates bis 17. Oktober 2012

Geschäftsführer der Komplementärin der dievini Hopp BioTech holding GmbH & Co KG, Walldorf

Rechtsanwalt, Partner bei RITTERSHAUS Rechtsanwälte Partnerschaftsgesellschaft, Mannheim

Dr. Wolf-Dieter Starp

Vorsitzender des Audit Committees

Leiter der globalen M&A-Einheit der BASF SE, Ludwigshafen

Prof. Dr. Werner Hacke

(bis 17. Oktober 2012)

Direktor der Neurologischen Universitäts-Klinik Heidelberg, Heidelberg

Prof. Dr. Wolfgang Hartwig

(bis 17. Oktober 2012)

Vorsitzender des Vorstands der LTS Lohmann Therapie-Systeme AG, Andernach

Prof. Dr. Andrea Pfeifer

(bis 17. Oktober 2012)

CEO der AC Immune SA, Lausanne/Schweiz

Die Bezüge der Aufsichtsräte entfällt anteilig auf das abgelaufene Rumpfgeschäftsjahr der SYGNIS Pharma AG vom 1. April bis zum 31. Dezember 2012.

In Tausend € Vergütung (fix) Vergütung (variabel)
Dr. Cristina Garmendia Mendizábal** 8 0
Dr. Friedrich von Bohlen und Halbach 28 0
Gonzalo Rodríguez-Fraile Díaz** 4 0
Pedro-Agustín del Castillo Machado** 4 0
Dr. Joseph M. Fernández** 4 0
Prof. Dr. Christof Hettich* 16 0
Dr. Wolf-Dieter Starp 23 0
Prof. Dr. Werner Hacke* 11 0
Prof. Dr. Wolfgang Hartwig* 11 0
Prof. Dr. Andrea Pfeifer* 11 0
Total 120 0

* Anteilige Vergütung vom 1. April 2012 bis 17. Oktober 2012
** Anteilige Vergütung vom 17. Oktober 2012 bis 31. Dezember 2012

Anteilsbesitz und Anzahl Aktienoptionen Aufsichtsrat zum 31. Dezember 2012

  Anzahl Aktien Anzahl Aktienoptionen
Dr. Cristina Garmendia Mendizábal 0 0
Dr. Friedrich von Bohlen und Halbach 87.797 0
Gonzalo Rodríguez-Fraile Díaz 0 0
Pedro-Agustín del Castillo Machado 0 0
Dr. Joseph M. Fernández 0 0
Dr. Wolf-Dieter Starp 187 0
Total 87.984 0

Von den Mitgliedern des Aufsichtsrates bestehen noch folgende Mitgliedschaften in Aufsichtsräten und anderen Kontrollgremien:

Dr. Cristina Garmendia Mendizábal

Mitglied des Board of Directors der Ysios Capital Partner, SGECR S.A., Barcelona, Spanien

Mitglied des Board of Trustees der Fundación Pelayo, Madrid, Spanien

Mitglied des Board of Directors der Everis Spain, S.L., Madrid, Spanien

Mitglied des Board of Directors der Cool Bananas, S.L., Barcelona, Spanien

Vorsitzende des Board of Directors der Genetrix, S.L., Tres Cantos, Spanien

Mitglied des Board of Trustees der Fundación España Constitucional, Madrid, Spanien

Dr. Friedrich von Bohlen und Halbach

Mitglied des Aufsichtsrates der Agennix AG, Heidelberg

Mitglied des Aufsichtsrates der Wilex AG, München

Vorsitzender des Beirats der CureVac GmbH, Tübingen

Vorsitzender des Beirats der Apogenix GmbH, Heidelberg

Mitglied des Aufsichtsrates der Cytonet GmbH & Co. KG, Weinheim

Mitglied des Beirats der immatics biotechnologies GmbH, Tübingen

Mitglied des Beirats der febit holding GmbH, Heidelberg

Mitglied des Board of Directors der febit Inc., Lexington, Massachusetts/USA

Vorsitzender des Verwaltungsrates der Molecular Health AG, Basel/ Schweiz

Mitglied des Board of Directors der Cosmo S.p.A., Mailand/ Italien

Gonzalo Rodríguez-Fraile Díaz

Vorsitzender des Board of Directors der PRS Investment Advisory, Miami, USA

Vorsitzender des Board of Directors der GRF Consulting Group US LLC, Miami, USA

Mitglied des Board of Directors der Genetrix Life Sciences, A.B., Uppsala, Schweden

Pedro-Agustín del Castillo Machado

Vorsitzender des Board of Directors der Casticapital, S.L., Las Palmas de Gran Canaria, Spanien

Mitglied des Board of Directors der NATRA, S.A., Madrid, Spanien

Mitglied des Board of Directors der Genetrix, S.L., Tres Cantos, Spanien

Dr. Joseph M. Fernández

Vorsitzender des Aufsichtsrates der Active Motif Chromeon GmbH, Tegernheim

Mitglied des Board of Directors der Expedeon Corporation, Cambridge, Grossbritannien

Mitglied des Board of Directors des Trudeau Institute, Saranac Lake, USA

Mitglied des Board of Directors des Hiram college, Hiram Ohio, USA

Dr. Wolf-Dieter Starp

Vorsitzender des Aufsichtsrates der AXARON Bioscience AG, Ludwigshafen

27. Mitarbeiter

Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2012 waren im Durchschnitt 11 Mitarbeiter (Vollzeitstellen inkl. Vorstand) angestellt, im Vergleich zu 7 im Geschäftsjahr 2011. Dabei sind die Mitarbeiter der SYGNIS Pharma AG und der SYGNIS Bioscience GmbH & Co. KG nur für einen Monat (Dezember) ab dem Zeitpunkt des umgekehrten Unternehmenserwerbes in die Berechnung eingeflossen. Zum 31. Dezember 2012 sind insgesamt 29 Mitarbeiter beschäftigt.

28. Erklärung zum Corporate Governance Kodex

Der Vorstand und Aufsichtsrat der SYGNIS Pharma AG haben die nach § 161 AktG geforderte Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex abgegeben.

Die Erklärung wurde den Aktionären auf der Homepage der Gesellschaft unter http://www.sygnis.de zugänglich gemacht.

29. Dienstleistungen des Abschlussprüfers

Die Aktionäre der SYGNIS Pharma AG haben in der Hauptversammlung am 17. Oktober 2012 die Ernst & Young GmbH, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (Ernst & Young GmbH) zum Abschlussprüfer und Konzernabschlussprüfer der SYGNIS Pharma AG für das Rumpfgeschäftsjahr 2012 gewählt. Für Leistungen der Ernst & Young GmbH wurde insgesamt ein Aufwand von T€ 213 (Vorjahresabschluss der SYGNIS Pharma AG: T€ 89) erfasst, wobei hiervon nur ein zeitanteiliger Betrag von T€ 9 im vorliegenden Konzernabschluss enthalten ist. Die gesamten Aufwendungen von T€ 213 entfallen mit T€ 63 auf Prüfungsleistungen (Vorjahresabschluss der SYGNIS Pharma AG: T€ 67), T€ 36 auf Steuerberatungsleistungen (Vorjahresabschluss der SYGNIS Pharma AG: T€ 21) und T€ 114 auf sonstige Bestätigungsleistungen (Vorjahresabschluss der SYGNIS Pharma AG: T€ 1).

Für Prüfungsleistungen der X-Pol sind durch die KPMG Madrid Aufwendungen für Abschlussprüfung in Höhe von T€ 12 (Vorjahr: T€ 8) angefallen.

30. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Im Januar 2013 hat die Gesellschaft die Erteilung von Patenten in Europa und den USA auf eine neue grundlegende Technologie zur Detektion von Protein-Protein Interaktionen bekanntgegeben (DoubleSwitch). Diese Technologie kann als neue Substanzscreening-Plattform zur Entwicklung neuartiger Wirkstoffe Verwendung finden.

SYGNIS hat darüber hinaus Anfang März 2013 über die Gewährung eines Gesellschafterdarlehens in Höhe von bis zu 0,7 Mio. € durch die Hauptaktionäre der Gesellschaft, die Genetrix Life Sciences, A.B. und die dievini Hopp BioTech holding GmbH & Co. KG berichtet. Das Darlehen ist nach marktüblichen Konditionen zu verzinsen und (nach Eintritt einer aufschiebenden Bedingung) auf Anforderung der Gesellschaft zahlbar. Das Darlehen ist unbesichert und hat eine Laufzeit bis Ende 2015.

Die Gesellschaft hat am 25. März 2013 bekannt gegeben, dass der Finanzvorstand der Gesellschaft, Peter Willinger, auf Basis einer mit dem Aufsichtsrat abgeschlossenen Vereinbarung im beiderseitigen Einvernehmen zum 31. März 2013 aus dem Vorstand der SYGNIS Pharma AG aus persönlichen Gründen ausscheiden wird. Frau de la Huerta übernimmt zusätzlich zu ihren Pflichten als CEO auch die Aufgaben des CFO.

 

Heidelberg, 28. März 2013

Pilar de la Huerta, CEO

Peter Willinger, CFO

Anlage zu den Erläuterungen zum Konzernabschluss (IFRS) zum 31. Dezember 2012

Entwicklung der langfristigen Vermögenswerte zum 31. Dezember 2012

  Anschaffungs- und Herstellungskosten
in Tausend € 1. Januar 2012 Änderungen im Konsolidierungskreis Zugänge Abgänge 31. Dezember 2012
I. Sachanlagen          
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 208 100 20 1 327
  208 100 20 1 327
II. Immaterielle Vermögenswerte          
1. Firmenwerte 0 5.942 0 0 5.942
2. Sonstige immaterielle Vermögenswerte 1.204 1.739 421 13 3.351
  1.204 7.681 421 13 9.293
III. Sonstige langfristige Vermögenswerte 10 0 0 0 10
  1.422 7.781 441 14 9.630
  Kumulierte Abschreibungen Kumulierte Abschreibungen
in Tausend € 1. Januar 2012 Zugänge Abgänge 31. Dezember 2012
I. Sachanlagen        
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 49 35 1 83
  49 35 1 83
II. Immaterielle Vermögenswerte        
1. Firmenwerte 0 0 0 0
2. Sonstige immaterielle Vermögenswerte 135 1.032 141 1.026
  135 1.032 141 1.026
III. Sonstige langfristige Vermögenswerte 0 0 0 0
  184 1.067 142 1.109
  Buchwerte
in Tausend € 31. Dezember 2012 31. Dezember 2011
I. Sachanlagen    
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 244 159
  244 159
II. Immaterielle Vermögenswerte    
1. Firmenwerte 5.942 0
2. Sonstige immaterielle Vermögenswerte 2.325 1.069
  8.267 1.069
III. Sonstige langfristige Vermögenswerte 10 10
  8.521 1.238

Entwicklung der langfristigen Vermögenswerte zum 31. Dezember 2011

  Anschaffungs- und Herstellungskosten
in Tausend € 1. Januar 2011 Zugänge Abgänge 31. Dezember 2011
I. Sachanlagen        
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 150 71 13 208
  150 71 13 208
II .Immaterielle Vermögenswerte        
1. Firmenwerte 0 0 0 0
2 Sonstige immaterielle Vermögenswerte 625 578 0 1.204
  635 578 0 1.204
III. Sonstige langfristige Vermögenswerte 0 10 0 10
  776 659 13 1.422
  Kumulierte Abschreibungen Kumulierte Abschreibungen
in Tausend € 1. Januar 2011 Zugänge Abgänge 31. Dezember 2011
I. Sachanlagen        
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 27 26 4 49
  27 26 4 49
II .Immaterielle Vermögenswerte        
1. Firmenwerte 0 0 0 0
2 Sonstige immaterielle Vermögenswerte 38 97 0 135
  38 97 0 135
III. Sonstige langfristige Vermögenswerte 0 0 0 0
  65 123 4 184
  Buchwerte
in Tausend € 31. Dezember 2011 31. Dezember 2010
I. Sachanlagen    
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 159 123
  159 123
II .Immaterielle Vermögenswerte    
1. Firmenwerte 0 0
2 Sonstige immaterielle Vermögenswerte 1.069 588
  1.059 588
III. Sonstige langfristige Vermögenswerte 10 0
  1.238 711

Die Vergleichswerte zum 31.12.2011 ergeben sich nach IFRS aus dem Vorjahresabschluss der X-Pol Biotech S.L.U

Versicherung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernlagebericht
und den Konzernabschluss 1. Januar 2012 bis zum 31. Dezember 2012

Nach bestem Wissen versichern wir, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.

 

Heidelberg, 28. März 2013

Pilar de la Huerta, CEO

Peter Willinger, CFO

Zu dem Konzernabschluss und dem Konzernlagebericht haben wir folgenden Bestätigungsvermerk erteilt

"Wir haben den von der SYGNIS Pharma AG, Heidelberg, aufgestellten Konzernabschluss - bestehend aus Bilanz, Gesamtergebnisrechnung, Kapitalflussrechnung, Entwicklung des Eigenkapitals und Erläuterungen zum Konzernabschluss - sowie den Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2012 bis 31. Dezember 2012 geprüft. Die Aufstellung von Konzernabschluss und Konzernlagebericht nach den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften liegt in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Konzernabschluss und über den Konzernlagebericht abzugeben.

Wir haben unsere Konzernabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Konzernabschluss unter Beachtung der anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften und durch den Konzernlagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld des Konzerns sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben in Konzernabschluss und Konzernlagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, der Abgrenzung des Konsolidierungskreises, der angewandten Bilanzierungs- und Konsolidierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Der Konzernlagebericht steht in Einklang mit dem Konzernabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Ohne diese Beurteilung einzuschränken, weisen wir auf die Ausführungen in Abschnitt V. 1. im Konzernlagebericht hin. Dort ist ausgeführt, dass der Fortbestand des Konzerns aufgrund der angespannten Liquidität bedroht ist. Zur Aufrechterhaltung der Zahlungsfähigkeit im Prognosezeitraum ist der Konzern auf die Realisierbarkeit von Umsätzen aus der Lizenzvergabe an Qiagen sowie aus zukünftig angestrebten Lizenzvergaben für weitere Technologien und Neuentwicklungen angewiesen. Daneben bestehen Unsicherheiten bezüglich der Bemühungen um die Finanzierung ab Mitte 2013. Diese Finanzierung soll durch weitere Förderkredite sowie Mittelzuflüsse neuer Investoren sichergestellt werden. Sollten diese Maßnahmen für die Finanzierung nicht ausreichen, ist der Konzern zur Aufrechterhaltung der Zahlungsfähigkeit auf die weitere Finanzierung durch die Hauptaktionäre angewiesen."

 

Mannheim, 16. April 2013

Ernst & Young GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Matner, Wirtschaftsprüfer

Jakob, Wirtschaftsprüfer