4basebio AG

Heidelberg

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2019 bis zum 31.12.2019

4basebio AG
(vormals: expedeon AG)
Heidelberg

Zur Einreichung zum Bundesanzeiger

Konzernabschluss und Konzernlagebericht 31. Dezember 2019

VORWORT DES VORSTANDS

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,

Mit der Vorlage unseres Jahresberichts 2019 wird ganz deutlich, dass sich seit unserem letzten Bericht viel getan hat. Auch das Unternehmen, wie es durch das Jahr 2020 voranschreitet, hat sich gegenüber dem Stand vom 31. Dezember 2019 erheblich verändert.

Diese Veränderungen wurden in erster Linie durch die Transaktion herbeigeführt, die von den Aktionären auf der außerordentlichen Hauptversammlung am 19. Dezember 2019 genehmigt wurde. Diese beinhaltete den Verkauf des Immunologie- und Proteomik-Geschäfts des Konzerns an Abcam PLC, eine Transaktion, die am 1. Januar 2020 abgeschlossen wurde.

In den letzten drei Jahren hat sich das Unternehmen von einem forschungsorientierten Unternehmen zu einer dynamischen Organisation gewandelt, die eine breite Palette von Produkten und Dienstleistungen für die Biomarker-Forschung, die Arzneimittelforschung und die klinische Diagnose anbietet. Diese wurden von unserem Unternehmen, der damaligen Expedeon entwickelt, hergestellt und vermarktet, um Wissenschaftlern weltweit in die Lage zu versetzen, die Grenzen der Forschung und Produktentwicklung zu erweitern.

Zu den Proteomik- und Immunologie-Produkten und -Dienstleistungen, die an Abcam verkauft wurden, gehörten vor allem Lightning-Link (r) , eine patentierte Technologie, die eine schnelle und genaue Antikörper-Konjugation an eine Reihe von Reportermolekülen in einem einzigen Schritt ermöglicht und gleichzeitig die vielen Einschränkungen überwindet, die mit herkömmlichen Antikörper-Markierungsmethoden verbunden sind, sowie CaptSure(tm), eine plattformübergreifende Immunoassay-Technologie der nächsten Generation, die eine schnelle und zuverlässige Erfassung von Biomarker-Targets durch die Schaffung einer universellen Erfassungsoberfläche ermöglicht. CaptSure(tm) wurde auch erfolgreich in ein Hochdurchsatz-Tool für die Arzneimittelentdeckung (SureFire(r)) integriert und auch für die Anwendung in ELISA-Assay-Formaten genutzt.

Mit dem Verkauf dieser Geschäftsbereiche für 120 Millionen Euro an Abcam PLC und der damit realisierten dreifachen Rendite der eingesetzten Investitionen in diese Geschäftsbereiche konzentriert sich das Unternehmen von nun an auf seine Vermögenswerte und sein geistiges Eigentum im Gebiet der Genomik.

Neben der Genehmigung der Transaktion stimmten die Aktionäre auch einer Namensänderung in 4basebio AG zu, welche die Änderung der strategischen Ausrichtung widerspiegelt. Auch gaben sie ihre Zustimmung zu einem Aktienrückkaufprogramm, das im Februar 2020 erfolgreich abgeschlossen wurde. Dabei konnte das Unternehmen 9,99 % seines damals ausgegebenen Aktienkapitals zurückkaufen. Diese zurückerworbenen Aktien werden im Rahmen einer Kapitalherabsetzung eingezogen.

Infolge der durch die Abcam-Transaktion herbeigeführten Veränderungen hat sich das Unternehmen von seinen wichtigsten umsatz- und gewinnbringenden Vermögenswerten getrennt. Dadurch wird es wahrscheinlich in naher Zukunft Verluste verzeichnen, bevor Gewinne durch die Nutzung seiner Genomik-Aktiva erzielt werden können.

Vor diesem Hintergrund ist der Vorstand sehr erfreut, die Ergebnisse für das Jahr 2019 und die Lage des Unternehmens zum 31. Dezember 2019 zu präsentieren.

Finanzkennzahlen

Wie im Lagebericht erläutert, wendet das Unternehmen zur Bewertung seiner finanziellen Leistung ein bereinigtes EBITDA an, das nicht zahlungswirksame Posten und Anpassungen der Kaufpreisbetrachtung nach der Transaktion ausschließt, die nach IFRS in der Gewinn- und Verlustrechnung enthalten sind.

Der Konzern konnte im Laufe des Jahres 2019 wieder eine starke Verbesserung des bereinigten EBITDA verzeichnen, das von 1 Mio. EUR im Jahr 2018 auf 2,9 Mio. EUR im Jahr 2019 stieg. Im EBITDA-Ergebnis für 2019 sind Transaktionskosten in Höhe von 360.000 EUR im Zusammenhang mit der Abcam-Transaktion enthalten.

Die Einnahmen für das Jahr stiegen von 13,1 Mio. EUR im Jahr 2018 auf 15,7 Mio. EUR, was einem Anstieg von 19 % entspricht. Dies ist auf eine Kombination aus akquisitorischem und organischem Wachstum zurückzuführen.

Die Bilanz zum 31. Dezember 2019 wies weiterhin eine hohe Eigenkapitalquote von 77 % auf, und die Gruppe schloss das Jahr mit einem Barmittelbestand von mehr als 3,7 Mio. EUR ab.

Für das Gesamtjahr haben sich sowohl der Umsatz als auch der Nettoverlust pro Aktie gegenüber 2018 deutlich verbessert.

Kapitalerhöhung

Das Unternehmen kündigte im Zuge der Übernahme von Innova-Bioscience im Jahr 2017 die Ausgabe zusätzlicher 898.462 Aktien als Sacheinlage für Aktien dieses Unternehmens und als Teil einer Earn-Out-Vereinbarung an. Diese Aktien wurden im Jahr 2019 in drei Schritten ausgegeben: 148.458 Aktien im April, 747.484 Aktien im Oktober und 2.520 Aktien im Dezember. Der Earn-Out für Innova Biosciences war damit abgeschlossen.

Ausblick

Wie bereits erwähnt, hat die 4basebio AG nach der Abcam-Transaktion ihre Strategie auf die Verwertung ihres geistigen Eigentums und ihrer Vermögenswerte im Bereich der Genomik neu ausgerichtet. Während das Unternehmen kurzfristig mit Verlusten rechnet, sieht der Vorstand die mittelfristigen Wachstums- und Rentabilitätsaussichten für den Konzern und die Möglichkeit, den Shareholder Value deutlich zu steigern, sehr positiv.

Im Laufe des Jahres 2020 wird 4basebio aufgrund der Veräußerung seiner Proteomik- und Immunologie-Assets an Abcam, die am 1. Januar 2020 mit einem Erlös von 120 Mio. EUR abgeschlossen wurde, einen signifikanten Buchgewinn ausweisen. In naher Zukunft wird jedoch erwartet, dass die Gruppe operative Verluste und Mittelabflüsse ausweisen wird, da die Gruppe reinvestiert, um ihre Aktivitäten zu vergrößern und auszuweiten. Es wird erwartet, dass der operative Barmittelverbrauch im Jahr 2020 aus dem verbleibenden Geschäft und ohne Ausgaben im Zusammenhang mit der Abcam-Transaktion, zwischen 2,5 Mio. EUR und 3,5 Mio. EUR bei Einnahmen zwischen 0,5 Mio. EUR und 1,0 Mio. EUR liegen wird.

Unsere Mission ist es, die Verkaufserlöse zu nutzen, um erneut zu einem Pionier und Innovator auf dem schnell wachsenden Markt für pharmazeutische DNA zu werden und zukünftig als strategischer Partner mit globalen Entwicklern von Gentherapien und DNA-Impfstoffen zusammenzuarbeiten. Die bewährte "Grow, Buy, Build"-Strategie, die zu einer erheblichen Wertschöpfung geführt hat, bildet weiterhin die Grundlage für unsere erneut angestrebten dynamischen Wachstumsziele.

Wir möchten unseren Aktionären für ihre anhaltende Unterstützung und ihr Vertrauen in unsere Entwicklung danken. Unser Dank gilt allen ausscheidenden Expedeon- und TGR-Mitarbeitern sowie den verbleibenden 4basebio-Mitarbeitern für ihren Einsatz und ihr Engagement in dieser aufregenden Zeit. Der Erfolg im Jahr 2019 und in der Zukunft ist dem Ehrgeiz, dem Engagement und der Leistung des gesamten Teams zu verdanken. Wir danken Ihnen allen für Ihr Vertrauen in unser Unternehmen und unser Team.

 

28. April 2020

Heikki Lanckriet, CEO

David Roth, CFO

DIE EXPEDEON-AKTIE

Wieder auf Kurs

Das Börsenjahr 2019 war besonders für den langfristig orientierten Anleger sehr zufriedenstellend. Der Dax hat beispielsweise mehr als ein Viertel zugelegt, obwohl verschiedene Unsicherheiten immer präsent waren, wie beispielsweise der andauernde Handelskonflikt zwischen den USA und China, verschiedene Rezessionsängste, der Brexit-Prozess und der wachsende Populismus in Europa.

Bei der Betrachtung über das Jahr 2019 hinaus zeigt sich allerdings, dass mit der guten Entwicklung in vielen Fällen lediglich die Kursverluste des vorangegangenen Jahres wettgemacht wurden. Auch die Expedeon-Aktie geriet in der zweiten Jahreshälfte 2018 stark unter Druck, als Sorgen um die Konjunktur und den Handelsstreit zwischen den USA und China die Börsen erzittern und allgemein die Aktienkurse abrutschen ließen.

Der Schlusskurs 2019 der Expedeon-Aktie lag bei 1,70€, verglichen mit dem Schusskurs des Vorjahres von 0,89 €, stellt dies einen Kursgewinn von 81 Cent dar, was einem Anstieg von über 90% entspricht.

Im Lauf des Jahres trugen die angekündigten Produktneuheiten und die steigenden Umsatzzahlen bereits zu einer langsamen, aber kontinuierlichen Aktienkursentwicklung bei, so dass ab der Mitte des Jahres schon ein Anstieg von mehr als 25% zu verzeichnen war. Ein Großteil des Kursgewinns jedoch war auf den Verkauf der Immunologie- und Proteomik-Geschäftsbereiche von Expedeon für 120 Millionen Euro an Abcam zurückzuführen, der am 11. November 2019 angekündigt wurde.

Kursentwicklung der Expedeon-Aktie im Jahr 2019

Kapitalerhöhungen

Im Rahmen der im Jahr 2017 abgeschlossenen Übernahme der Innova Biosciences erfolgte am 29. April 2019 die Ausgabe von 148.458 Bezugsaktien, am 31. Oktober 2019 die Ausgabe von 747.484 Bezugsaktien und am 31. Dezember 2019 die Ausgabe von 2.520 Bezugsaktien. Damit wurden alle restlichen der im Kaufpreis enthaltenen 1,5 Millionen Aktien unter den Bedingungen des Wandelschuldverschreibungsinstruments der Innova Biosciences Limited ausgegeben und eingetragen.

Im Rahmen des am 14. Mai 2018 erfolgten vollständigen Erwerbs der TGR BioSciences Pty Limited (nachfolgend auch TGR) wurden zur teilweisen Finanzierung der Übernahme auch 1.612.642 Aktien aus bedingtem Kapital durch Pflichtwandelschuldverschreibungen ausgegeben. Nachdem die Expedeon am 2. Januar 2020 den Verkauf des Proteomik- und Immunologie-Geschäfts des Unternehmens an Abcam plc, Cambridge, Großbritannien, abgeschlossen hat, sollte die Ausgabe der Bezugsaktien für den Erwerb von TGR beschleunigt erfolgen und im Jahr 2020 abgeschlossen werden. Dafür wurden im Februar 2020 bereits 723.392 Bezugsaktien ausgegeben. Die Ausgabe der restlichen 889.250 Bezugsaktien für den Erwerb von TGR wird in den nächsten Monaten erfolgen.

Umstellung auf Namensaktien

Am 4. Oktober 2019 hat die Expedeon AG die Umstellung von auf den Inhaber lautenden Stückaktien in auf den Namen lautendende Stückaktien vollzogen. Die Namensaktien der Expedeon AG werden seitdem unter der neuen ISIN DE000A2YN801 (vormals: DE000A1RFM03) oder WKN A2YN80 (vormals: A1RFM0) an den Börsen gehandelt. Das Aktiensymbol änderte sich auf EXNN (vormals: EXN).

Die Umstellung von auf den Inhaber lautenden Aktien in auf den Namen lautenden Aktien wurde auf der Hauptversammlung am 09. Juli 2019 beschlossen. Namensaktien erfordern die Führung eines Aktienregisters, in das die Aktionäre der Expedeon AG unter Angabe ihres Namens, Geburtsdatums und ihrer Adresse sowie der Anzahl der von ihnen gehaltenen Aktien eingetragen wurden. Die Rechtsstellung der in das Aktienregister eingetragenen Aktionäre wurde durch die Umstellung auf Namensaktien nicht beeinträchtigt. Ihre Beteiligung an der Gesellschaft blieb unverändert. Auch das Recht der Aktionäre zur Veräußerung ihrer Aktien oder zum Kauf von Aktien wurde nicht eingeschränkt oder erschwert.

Aktionärsstruktur (%) per 31. Dezember 2019

Aktionäre %
Deutsche Balaton 11,9
Fernández Trust 5,1
Heikki Lanckriet 3,2
Streubesitz 79,8

BERICHT DES AUFSICHTSRATS

Der Aufsichtsrat berichtet nachfolgend über die Erfüllung seiner Pflichten im Geschäftsjahr 2019. Der Fokus des Unternehmens liegt auf der Entwicklung und Vermarktung innovativer Reagenzien und Services für Biowissenschaften und Diagnostik.

Im Berichtsjahr hat der Aufsichtsrat seine per Gesetz und gemäß Memorandum und Artikel der Gesellschaft festgelegten Aufgaben gewissenhaft erfüllt. Er hat die Situation und die Zukunft des Unternehmens auf verschiedenen Sitzungen (Plenarsitzungen und Ausschüsse) analysiert und den Vorstand bei der Führung des Unternehmens beraten und so sichergestellt, dass er zu jedem Zeitpunkt ordnungsgemäß und gesetzeskonform gearbeitet hat.

Zusammenarbeit von Vorstand und Aufsichtsrat

Der Vorstand hat dem Aufsichtsrat regelmäßig, fristgerecht und umfassend schriftlich und mündlich Bericht über die wichtigsten Aspekte und Ereignisse erstattet, insbesondere über das, was mit der wirtschaftlichen und finanziellen Situation und deren Auswirkung auf das Unternehmen und seine Mitarbeiter sowie die grundlegenden Angelegenheiten bezüglich Unternehmensplanung und -strategie, Risikolage und Compliance zusammenhing. Der Vorstand hat dem Aufsichtsrat alle relevanten Angelegenheiten einschließlich jeglicher Abweichungen von genehmigten Plänen vorgestellt und begründet sowie sie mit ihm erörtert. Darüber hinaus hat der Vorstand sichergestellt, dass der Aufsichtsrat umfassend in die frühen Stadien sämtlicher Unternehmensentscheidungen von finanzstrategischer und operativer Bedeutung einbezogen war. Er hat den Aufsichtsrat im Voraus konsultiert, um den Kurs der zu ergreifenden Maßnahmen festzulegen. Angelegenheiten, die die Genehmigung durch den Aufsichtsrat benötigten, wurden dem Aufsichtsrat rechtzeitig zur Entscheidung vorgelegt. Nach der Prüfung und detaillierten Rücksprache mit dem Vorstand hat der Aufsichtsrat über die Vorlagen des Vorstands für Beschlüsse und Berichte abgestimmt. In dringenden Fällen wurden Entscheidungen außerhalb der regelmäßigen Sitzungen im schriftlichen Verfahren oder per Telefon getroffen.

Der Aufsichtsrat wurde auch zwischen den Sitzungen durch schriftliche Berichte über wichtige Geschäftstransaktionen informiert und, wann immer es notwendig erschien, wurden Entscheidungen in enger Koordination mit der Aufsichtsratsvorsitzenden/dem Aufsichtsratsvorsitzenden schriftlich abgefasst. Die Aufsichtsratsvorsitzende/der Aufsichtsratsvorsitzende und der Vorsitzende des Prüfungsausschusses wurden außerdem vom Vorstand über alle relevanten wichtigen Entwicklungen und Entscheidungen des Unternehmens auf dem Laufenden gehalten. Wenn nötig veranlasste die Aufsichtsratsvorsitzende/der Aufsichtsratsvorsitzende die Behandlung wichtiger Angelegenheiten in den Plenarsitzungen oder den entsprechenden Ausschüssen des Vorstands. Damit war der Aufsichtsrat jederzeit über die aktuellen Entwicklungen und anstehende Entscheidungen informiert.

Der Aufsichtsrat hat im Geschäftsjahr 2019 3 physische Sitzungen und eine Telefonkonferenz durchgeführt. Jedes Mitglied des Aufsichtsrats hat im Berichtszeitraum mindestens an der Hälfte der Aufsichtsratssitzungen teilgenommen. Vor jeder Aufsichtsratssitzung hat der Vorstand detaillierte Berichte und umfassende Beschlussvorlagen an die Aufsichtsratsmitglieder geschickt. Unter Bezugnahme auf die Berichte des Vorstands hat der Aufsichtsrat auf jeder Sitzung die Entwicklung des Unternehmens und alle für das Unternehmen wesentlichen Entscheidungen in den Ausschüssen und Plenarsitzungen detailliert erörtert.

Fokus der Aktivitäten des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat war ab einem frühen Stadium in alle für das Unternehmen bedeutsamen Entscheidungen involviert. Die Entscheidungen beruhten auf der vereinbarten Geschäftsstrategie des Unternehmens. Die im Aufsichtsrat geführten Diskussionen und getroffenen Entscheidungen beruhten auf umfassenden Dokumentationen, die der Vorstand vor jeder Sitzung übergeben hat.

Die Vorstandsberichte während des vergangenen Geschäftsjahrs 2019 konzentrierten sich auf die Bereitstellung detaillierter Updates zum Finanzstatus des Unternehmens, die Unternehmensstrategie und den Verkauf des Immunologie- und Proteomikgeschäfts an Abcam PLC, der am 1. Januar 2020 abgeschlossen wurde. Die vom Vorstand bereitgestellten Informationen wurden teilweise durch mündliche Berichte des Vorsitzenden des Prüfungsausschusses untermauert.

Der Vorstand berichtete in den Plenarsitzungen regelmäßig über die Finanzlage und die Planungen der Unternehmensgruppe.

Die Diskussionen des Aufsichtsrats fokussierten auf die Finanzlage des Unternehmens und sämtliche Abweichungen vom Geschäftsplan, die Einführung neuer Produkte, die Integrationspläne der neu akquirierten Unternehmen und die Abcam Transaktion. Der Aufsichtsrat hat auch die Tagesordnungspunkte für die Hauptversammlung im Juli 2019 und die Außerordentliche Haupversammlung im Dezember 2019 erörtert. Der Aufsichtsrat wurde außerdem vom Prüfungsausschuss und auf den Plenarsitzungen regelmäßig aktuell über die Risikolage und das Risikomanagement sowie die Compliance informiert.

Nach den ordentlichen Sitzungen hat der Aufsichtsrat die Effizienz seiner Kontroll- und Beratungstätigkeit einschließlich der Zusammenarbeit mit dem Vorstand überprüft. Die Ergebnisse wurden genutzt, um die Aktivitäten des Aufsichtsrats weiter zu optimieren.

Bereits am 12. Juni 2017 stimmte der Ausschuss für Kapitalerhöhungen dem Beschluss des Vorstands zur Ausgabe von weiteren bis zu 1.500.000 Aktien gegen die Sacheinlage der Aktionäre von Innova unter Ausschluss der Bezugsrechte der bestehenden Aktionäre als Teil einer Earn-Out-Vereinbarung bezüglich Innova Biosciences zu. Am 30. April 2019 wurden 148.458 Aktien in Zusammenhang mit dieser Transaktion registriert. Zum 31. Oktober 2019 wurden 747.484 dieser Aktien im Zusammenhang mit dieser Transaktion registriert. Zum 31. Dezember 2019 wurden im Zusammenhang mit dieser Transaktion 2.520 dieser Aktien registriert.

Bereits am 30. April 2018 stimmte der Aufsichtsrat dem Beschluss des Vorstands zur Ausgabe von weiteren bis zu 1.612.638 Aktien gegen die Sacheinlage der Aktionäre von TGR unter Ausschluss der Bezugsrechte der bestehenden Aktionäre als Teil einer Earn-Out-Vereinbarung bezüglich TGR BioSciences PTY Ltd . zu.

Im Februar 2020 wurden Aktien, die im ersten Jahr des TGR Earn-Out fällig waren, mit einer Gesamtanzahl von 723.392 eingetragen.

Vorstandsangelegenheiten

Herr Heikki Lanckriet handelte während des Jahres als alleiniger CEO und CSO des Vorstands. Herr David Roth, CFO, war während des gesamten Jahres Mitglied des Vorstands.

Zusammensetzung des Aufsichtsrats und der Ausschüsse

Am 4. April 2019 trat Dr. Cristina Garmendia Mendizabal von ihrer Position im Aufsichtsrat zurück. Joseph Fernández wurde am 12. April 2019 zum Vorsitzenden ernannt. Am 9. Juli 2019 wurde die Ernennung von Hansjörg Plaggemars zum Aufsichtsrat von den Aktionären auf der Hauptversammlung genehmigt. Die übrigen Mitglieder des Aufsichtsrats waren weiterhin Herr Peter-Llewellyn-Davies, Herr Tim McCarthy Dr. Trevor Jarman und Frau Pilar de la Huerta.

Die Ausschüsse des Aufsichtsrats setzten sich wie folgt zusammen:

(a) Herr Peter Llewellyn-Davies war weiterhin als Vorsitzender des Prüfungsausschusses mit folgenden Mitgliedern tätig:

Peter Llewellyn-Davies (Vorsitzender)

Pilar de la Huerta

Tim McCarthy

(b) Herr Joseph M. Fernández war Vorsitzender des Nominierungs- und Vergütungsausschusses bis 12. April 2019; danach übernahm Frau Pilar de la Huerta den Vorsitz und ersetzte Herrn Joseph M. Fernández in diesem Ausschuss, der aus folgenden Mitgliedern bestand:

Pilar de la Huerta (Vorsitzende), seit 12. April 2019

Peter Llewellyn-Davies

Trevor Jarman

Tätigkeit der Ausschüsse

Die bestehenden Ausschüsse und Unterausschüsse unterstützen die in den Plenarsitzungen des Aufsichtsrats ausgeführte Arbeit. Die Ausschüsse bereiten Entscheidungen vor sowie die Punkte, die vom gesamten Aufsichtsrat zu erörtern sind. Die Vorsitzenden der Ausschüsse berichten dem Aufsichtsrat zur nächsten Plenarsitzung über die Details und Ergebnisse der während der Ausschusssitzungen geleisteten Arbeit.

Der Prüfungsausschuss führte im Berichtszeitraum vier ordentliche Sitzungen durch. Seine Aktivitäten konzentrierten sich hauptsächlich auf die Überwachung der Buchungsverfahren, die Prüfung separater und konsolidierter Finanz- und Geschäftsberichte im Geschäftsjahr 2019, die Erörterung der Prüfungsberichte und die Festlegung der Bereiche für externe Prüfer. Der Prüfungsausschuss erörterte die Quartalsberichte des Vorstands vor der Veröffentlichung. Der Ausschuss befasste sich außerdem mit der Prüfung und Bewertung der Finanzplanung, des Risikomanagementsystems und der Effektivität des internen Kontrollsystems. Der Ausschuss bereitete den Vorschlag des Aufsichtsrats für die Hauptversammlung bezüglich der Auswahl der externen Prüfer vor, vergab die Aufträge für die Jahres- und konsolidierten Finanzberichte und überwachte die Unabhängigkeit der externen Prüfer sowie der von ihnen erbrachten Nichtprüfungsleistungen.

Der Nominierungs- und Vergütungsausschuss hatte 2019 zwei Sitzungen.

Unternehmensführung

Der Aufsichtsrat beschäftigte sich wie auch in der Vergangenheit mit der Fortsetzung der Entwicklung der Unternehmensführung und deren Implementierung bei 4basebion. Der Bericht zur Unternehmensführung, der Teil des Jahresberichts ist, enthält weitere Einzelheiten zur Unternehmensführung bei 4basebio. Im März 2020 haben der Vorstand und der Aufsichtsrat der 4basebio AG die Konformitätserklärung mit dem mit dem Deutschen Corporate Governance Kodex gemäß Paragr. 161 AktG ["Aktiengesetz"] herausgegeben und sie auf der Webseite des Unternehmens permanent zugänglich gemacht. Sie ist Bestandteil des Corporate Governance Berichts und dieses Jahresberichts.

Der Vorstand und der Aufsichtsrat der 4basebio AG sind den Unternehmensinteressen verpflichtet. Bei der Erfüllung ihrer Pflichten verfolgen sie weder persönliche Interessen noch verschaffen sie anderen Personen ungerechtfertigte Vorteile. Nebentätigkeiten sind gegenüber dem Vorstand offenzulegen und bedürfen der Zustimmung des Aufsichtsrats. Die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats informieren unverzüglich über Interessenskonflikte. Seitens der Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder gab es im Geschäftsjahr 2019 keine Interessenskonflikte. Wesentliche Transaktionen zwischen dem Unternehmen und dem Aufsichtsrat oder Mitgliedern des Aufsichtsrats zugehörigen Parteien bedürfen der Genehmigung des Aufsichtsrats. Das betrifft auch Beratungs- und sonstige Servicevereinbarungen zwischen einem Mitglied des Aufsichtsrats und dem Unternehmen.

Seit dem 25. April 2015 erbringt das Science & Innovation Link Office, S.L. (SILO), Madrid, Spanien, Beratungsleistungen für die Projektförderung für Expedeon, S.L.U., Madrid, Spanien. Das Mitglied des Aufsichtsrats von Expedeon Frau Dr. Cristina Garmendia und das frühere Mitglied Herr Pedro Agustín del Castillo sind Hauptaktionäre des Science & Innovation Link Office, S.L. (SILO), Madrid, Spanien. Für diese Beratungsleistungen zahlte Expedeon, S.L.U., Madrid, Spanien, im Jahr 2019 einen Betrag von 12.165 € an die Science & Innovation Link Office, S.L. (SILO), Madrid, Spanien.

Aufgrund einer zinsgünstigen öffentlichen Anleihe an die 4basebio S.L.U. von spanischen Institutionen für ihre F&E-Aktivitäten in Spanien hat Dr. Heikki Lanckriet 400.000 der von ihm an der 4basebio AG gehaltenen Aktien verpfändet, um die Anleihe zu sichern. Gemäß der Vereinbarung zur Zahlung von Verpfändungsgebühren zwischen 4basebio und Dr. Heikki Lanckriet wurde zugestimmt, dass 4basebio Dr. Heikki Lanckriet für diese Verpfändung als Sicherheit für die Erfüllung der Verpflichtungen von 4basebio aus der öffentlichen Anleihe der spanischen Institution eine sogenannte Aktienverpfändungsgebühr zahlt. Die Gebühr beträgt 10.000 € pro Jahr. Die verpfändeten Aktien werden freigegeben, sobald eine Unternehmenstransaktion (z.B. ein Aktien- oder Vermögensgeschäft der 4basebio AG an einen Dritten) stattfindet oder wenn die 4basebio Group die Zahlungen der Vertragsbedingungen von Dr. Heikki Lanckriet zahlungswirksam übernimmt.

Jahres- und konsolidierte Finanzberichte

Die Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Mannheim, hat einen nicht qualifizierten Bestätigungsvermerk unter den Jahresfinanzbericht für den Zeitraum von 1. Januar bis 31. Dezember 2019 gesetzt, der vom Vorstand gemäß den Bestimmungen des HGB ["Handelsgesetzbuch"] erstellt wurde, den Geschäftsbericht der 4basebio AG sowie den konsolidierten Finanzbericht zum 31. Dezember 2019, der gemäß IFRS und Paragr. 315a HGB erstellt wurde, und den Konzernlagebericht der 4basebio Gruppe (4basebio AG und ihre Tochergesellschaften).

Die externen Prüfer sind der Meinung, dass die konsolidierten Finanzberichte und die Einzelabschlüsse gemäß den einschlägigen Finanzberichtserstattungsnormen erstellt wurden, einen wahren und angemessenen Blick auf das Nettovermögen, die Finanzlage, die Ergebnisse der Tätigkeit und den Cashflow der Gruppe ergeben. Der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats erteilte den Prüfauftrag gemäß der Entscheidung der Hauptversammlung der Expedeon AG am 9. Juli 2019.

Die diesjährige Prüfung fokussierte auf die Bewertung /Darstellung des aufgegebenen Geschäftsbetriebs gemäß IFRS 5, die Bilanzierung aktiver und passiver latenter Steuern, der zugrunde liegenden Dokumentation der Bewertungsannahmen sowie die Angaben zu den konsolidierten Finanzberichten im Rahmen der Berichterstattung. Weitere Prüfungsthemen waren u.a. die Bilanzierung der Erlöse gemäß IFRS 15, die Bilanzierung der Leasingverhältnisse gemäß 16, die Bilanzierung der Anleihen gemäß IFRS 9, die Bewertung des Firmenwertes (Goodwill) und der Konzernlagebericht (einschließlich des Berichts zu Chancen und Risiken).

Die Jahresfinanzberichte, die konsolidierten Finanzberichte, die Geschäftsberichte und die Prüfberichte der externen Prüfer wurden den Aufsichtsratsmitgliedern fristgerecht vorgelegt. Nach der detaillierten Diskussion während der Sitzung des Prüfungsausschusses am 20. April 2020 wurde am selben Tag der Beschluss gefasst, dem Aufsichtsrat die Genehmigung zu empfehlen. Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses stellte den detaillierten Bericht über die Prüfung der Jahresfinanzberichte, der konsolidierten Finanzberichte und der Geschäftsberichte in der Plenarsitzung des Aufsichtsrats am 20. April 2020 vor. Der Prüfer nahm an den Sitzungen des Prüfungsausschusses und des Aufsichtsrats teil und berichtete über den Umfang und die wichtigsten Ergebnisse der Prüfung und konnte die dann folgenden Fragen des Aufsichtsrats beantworten und ergänzende Information geben. Nach seiner eigenen gründlichen Prüfung und Erörterung erhob der Aufsichtsrat keine Einwände gegen die Finanzberichte oder die Prüfung durch die externen Prüfer. Der Aufsichtsrat akzeptierte die Ergebnisse der Prüfung und genehmigte den Jahresfinanzbericht der 4basebio AG sowie die konsolidierten Finanzberichte für das Jahr 2019 gemäß der Empfehlung des Prüfungsausschusses am 28. April 2020. Die Finanzberichte sind damit angenommen.

Der Aufsichtsrat möchte dem Vorstand sowie allen Mitarbeitern des Unternehmens für ihr persönliches Engagement und die exzellenten Leistungen im vergangenen Geschäftsjahr danken.

 

Cambridge, Vereinigtes Königreich, 28. April 2020

Joseph Fernández, Aufsichtsratsvorsitzender

Zusammengefasster Lagebericht Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019

4basebio AG, Heidelberg (vormals: Expedeon AG, Heidelberg)

1. Allgemeine Informationen

Berichterstattendes Unternehmen

Die 4basebio AG, Heidelberg (vormals: Expedeon AG, Heidelberg; davor: Sygnis AG, Heidelberg) ist eine Aktiengesellschaft nach deutschem Recht (nachfolgend "4basebio AG"). Die 4basebio AG und die von ihr beherrschten Tochterunternehmen (nachfolgend "4basebio Group" oder "Gruppe" bzw. "Unternehmensgruppe") agieren im Bereich Life Sciences und sind hauptsächlich in den Bereichen Immunologie, Proteomik und Genomik sowie damit zusammenhängenden Dienstleistungen und dem Verkauf von Instrumenten und Reagenzien tätig. Die 4basebio AG ist im Handelsregister am Amtsgericht Mannheim unter der Nummer HRB 335706 registriert und hat ihren Sitz in der Waldhofer Straße 102 in D-69123 Heidelberg. Am 6. August 2018 wurde die Umfirmierung der Sygnis AG in Expedeon AG im Handelsregister eingetragen. Die außerordentliche Hauptversammlung stimmte am 19. Dezember 2019 der Umfirmierung des Unternehmens in 4basebio AG zu. Die Aktien der 4basebio AG sind im Prime Standard an der Frankfurter Wertpapierbörse unter der deutschen Wertpapierkennnummer (WKN) A2YN80 notiert. Im Zuge der von der Hauptversammlung am 9. Juli 2019 genehmigten Umstellung von Stamm- auf Namensaktien hat sich die internationale Wertpapiernummer (ISIN) geändert (DE000A2YN801).

Rechnungslegung und Abschlussprüfung

Die 4basebio AG erstellt ihren Konzernabschluss sowie die Zwischenberichte nach den geltenden Regelungen der International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind. Der Jahresabschluss wird nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuchs (HGB) erstellt. Als Abschlussprüfer für den Jahres- und den Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2019 hat die Hauptversammlung am 9. Juli 2019 die Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Mannheim, gewählt. Es bestehen keine geschäftlichen, persönlichen, finanziellen oder sonstigen Beziehungen zwischen der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, ihren Organen und Prüfungsleitern einerseits und der 4basebio Group andererseits, die Zweifel an der Unabhängigkeit der Prüfer begründen könnten. Die Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft hat nicht an der Buchführung oder der Aufstellung des Jahres- oder Konzernabschlusses der 4basebio AG mitgewirkt.

Für das Geschäftsjahr 2019 wurde von der Möglichkeit eines zusammengefassten Lageberichts (im Folgenden auch "Lagebericht") Gebrauch gemacht. Der vorliegende Lagebericht fasst insoweit den Lagebericht der 4basebio AG und den Konzernlagebericht der 4basebio Group zusammen und wurde gemäß §§ 289, 289a, 289f, 315, 315a und 315d HGB sowie nach den Deutschen Rechnungslegungsstandards (DRS) Nr. 17 und 20 aufgestellt.

Unterscheidung zwischen Mutterunternehmen und Konzern

Um zu verdeutlichen, welche Angaben sich auf das Mutterunternehmen und welche sich auf die Unternehmensgruppe beziehen, wird für das Mutterunternehmen stets "4basebio AG" verwendet. Für Angaben, die den Konzern betreffen, wird "4basebio Group" oder "Gruppe" bzw. "Unternehmensgruppe" verwendet. Wo vorstehende Unterscheidungen nicht zur Anwendung kommen und keine anderen gesonderten Hinweise erfolgen, betreffen die Angaben gleichermaßen die Unternehmensgruppe wie das Mutterunternehmen.

Geschäftsjahr

Das Geschäftsjahr 2019 der 4basebio AG begann am 1. Januar 2019 und endete am 31. Dezember 2019. Die korrespondierende Vorjahresperiode (im Folgenden auch kurz "Vorjahr") umfasst demnach den Zeitraum vom 1. Januar 2018 bis zum 31. Dezember 2018.

Rundungsdifferenzen

Soweit nicht anders vermerkt, werden alle Beträge in Tausend Euro (TEUR) angegeben. Aus rechentechnischen Gründen können in den in diesem Abschluss dargestellten Informationen Rundungsdifferenzen in Höhe von +/- einer Einheit (TEUR, % usw.) auftreten.

Vorausschauende Aussagen

Der vorliegende Lagebericht enthält vorausschauende Aussagen. Diese Aussagen geben eigene Einschätzungen und Annahmen - auch solche von Dritten (wie zum Beispiel statistische Daten in Bezug auf die Branche und auf globale wirtschaftliche Entwicklungen) - zu dem Zeitpunkt wieder, zu dem sie getroffen wurden, oder zum Datum dieses Berichts. Vorausschauende Aussagen sind stets mit Unsicherheiten verbunden. Sollten sich die Einschätzungen und Annahmen als nicht oder nur teilweise zutreffend erweisen, können die tatsächlichen Ergebnisse von den Erwartungen - auch deutlich - abweichen.

2. Grundlagen des Konzerns

2.1. Konzernstruktur und Organisation

Rechtliche Konzernstruktur

Die 4basebio AG fungiert als Führungs- und Funktionsholding der 4basebio Group und ist für die Steuerung und Führung der Unternehmensgruppe verantwortlich. Weiterhin organisiert sie die Technologie und das damit verbundene geistige Eigentum der 4basebio Group. Die 4basebio AG übernimmt überdies unter anderem die Aufgaben von strategischer Bedeutung, beispielsweise der Ausweitung des Produktportfolios, Akquisitionen und Finanzfragen der gesamten Gruppe. Ebenso ist die Holding für Corporate Identity, Investor Relations und Marketing verantwortlich. Darüber hinaus übernimmt die 4basebio AG, sofern notwendig, die Finanzierung von strategisch bedeutsamen Entwicklungsprojekten der operativen Tochterunternehmen.

Die 4basebio AG ist aus der 1997 gegründeten Lion Bioscience AG, Heidelberg hervorgegangen, die Software und IT-Anwendungen für Biotechnologieunternehmen vermarktete und deren Aktien im Jahr 2000 an der Deutschen Börse in Frankfurt notiert wurden. Mit der Neuausrichtung im Jahr 2006 konzentrierte sich die Gesellschaftstätigkeit unter dem neuen Firmennamen "Sygnis Pharma AG" auf die Entwicklung von Biopharmazeutika. Nach der Fusion Ende 2012 mit dem spanischen Unternehmen X-Pol Biotech fokussierte sich die Geschäftstätigkeit unter dem neuen Firmennamen Sygnis AG auf molekularbiologische Produkte für Genomik- und Proteomikanwendungen. Im Juli 2018 änderte die Sygnis AG ihren Firmennamen in Expedeon AG und im Januar 2020 in 4basebio AG.

Die 4basebio AG ist alleinige Anteilseignerin an den im Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen. Die 4basebio AG beherrscht unmittelbar (bzw. mittelbar) zum 31. Dezember 2019 zwei inländische (Vorjahr: zwei) und acht ausländische (Vorjahr: sieben) Tochterunternehmen (Australien, Singapur, Spanien, UK und USA). Darlehen der Holding wurden nur an Tochterunternehmen und deren Tochterunternehmen vergeben. Die wichtigsten Standorte der 4basebio Group waren mit Blick auf das Geschäftsjahr 2019 Cambridge/UK, San Diego/USA, Adelaide/Australien und Madrid/Spanien. Die 4basebio Group hat an den meisten Standorten Räumlichkeiten in Technologie- und Gewerbeparks gemietet und besitzt eigene Immobilien in Cambridge. Die 4basebio AG hielt zum 31. Dezember 2019 unmittelbar 100% der Gesellschaftsanteile an der 4basebio Bioscience GmbH & Co. KG (vormals: Expedeon Bioscience GmbH & Co. KG), Heidelberg/Deutschland, der 4basebio Verwaltungs GmbH (vormals: Expedeon Verwaltungs GmbH), Heidelberg/Deutschland, der 4basebio S.L.U. (vormals: Expedeon S.L.U.), Madrid/Spanien, der 4basebio Inc. (vormals: Expedeon Inc.), San Diego/USA, der 4basebio Ltd, Cambridge/UK sowie der Expedeon Holdings Ltd, Cambridge/UK. Letztgenanntes Tochterunternehmen hielt zum 31. Dezember 2019 als Holdinggesellschaft wiederum 100% der Anteile an der TGR BioSciences Pty. Ltd, Adelaide/Australien, der Innova Biosciences Ltd, Cambridge/UK sowie der Expedeon Ltd, Cambridge/UK, die wiederum 100% der Anteile an der Expedeon Asia Pte. Ltd, Singapur hielt. Die 4basebio Ltd, Cambridge/UK - ein unmittelbares Tochterunternehmen der 4basebio AG - wurde im Vorgriff auf die Abcam-Transaktion im Geschäftsjahr 2019 gegründet. In diese Gesellschaft wurden die vier Arbeitsverträge der nach der Abcam-Transaktion verbleibenden vier Mitarbeiter und die nach dieser Transaktion verbleibenden Vermögenswerte eingebracht. Die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten der 4basebio Group wurden im Geschäftsjahr 2019 von der 4basebio S.L.U., Madrid/Spanien, der Expedeon Ltd, Cambridge/UK sowie der TGR BioSciences Pty. Ltd, Adelaide/Australien durchgeführt. Die Expedeon Ltd, Cambridge/UK, 4basebio Inc., San Diego/USA, 4basebio S.L.U., Madrid/Spanien und TGR BioSciences Pty. Ltd, Adelaide/Australien haben im Geschäftsjahr 2019 Produkte hergestellt und vertrieben. Die Expedeon Asia Pte. Ltd, Singapur, fungierte im Geschäftsjahr 2019 als reine Vertriebsgesellschaft. Nachfolgend ist die Konzernstruktur zum 31. Dezember 2019 vor der Abcam-Transaktion dargestellt (jeweils 100%ige Tochterunternehmen):

Verkauf der Proteomik- und Immunologie-Geschäftsbereiche ("Abcam-Transaktion")

Die vormals unter Expedeon AG firmierende 4basebio AG hat am 2. Januar 2020 die Transaktion mit Abcam PLC, Cambridge/UK (London Stock Exchange: ABC; ISIN: GB00B6774699; AIM MTF) - nachfolgend kurz "Abcam" - über den Verkauf ihrer Proteomik-und Immunologie-Geschäftsbereiche für 120 Mio. EUR in bar mit Wirkung zum 1. Januar 2020 abgeschlossen. Die am 19. Dezember 2019 außerordentlich einberufene Hauptversammlung erteilte die Zustimmung zu dieser Transaktion sowie die Namensänderung in 4basebio AG. Die in der außerordentlichen Hauptversammlung am 19. Dezember 2019 beschlossene Umfirmierung der Expedeon AG in 4basebio AG wurde am 13. Januar 2020 im Handelsregister eingetragen. Mit der Umfirmierung in 4basebio AG wird die Aktie des Unternehmens unter dem neuen Börsenkürzel 4BSB gelistet und gehandelt. Die Aktie des Unternehmens wird weiterhin an der Deutschen Börse in Frankfurt unter unveränderter WKN gehandelt (A2YN80).

Die Vereinbarung beinhaltet den Verkauf und die Übertragung aller Anteile an der Expedeon Holdings Ltd., Cambridge/UK, ein Tochterunternehmen der vormals unter Expedeon AG firmierenden 4basebio AG. Die Expedeon Holdings Ltd., Cambridge/UK gliedert sich als Holdinggesellschaft in die folgenden beiden Bereiche: Das Tochterunternehmen Expedeon Ltd., Cambridge/UK fokussiert sich auf das Proteomik-Geschäft und das Immunologie-Geschäft, das früher von Innova Biosciences Ltd in Cambridge/UK (gerade ruhend) betrieben wurde, während die TGR BioSciences Pty. Ltd, Adelaide/Australien in der Immunologie aktiv ist. Ein weiteres Tochterunternehmen der Expedeon Holding Ltd., Cambridge/UK, die 4basebio Inc., San Diego/USA, wurde bereits mit Wirkung vom 30. Dezember 2019 auf die vormals unter Expedeon AG firmierende 4basebio AG übertragen. Mit Wirkung vom 1. Januar 2020 wurden die Vermögenswerte der nicht-elektrophoretischen Instrumente von der 4basebio Inc., San Diego/USA an Abcam übertragen. Unter dem neuen Unternehmensnamen "4basebio" werden künftig die Aktivitäten im Geschäftsbereich der Genomik weitergeführt, basierend auf der Expertise und dem geistigen Eigentum des spanischen Tochterunternehmens 4basebio S.L.U., Madrid/Spanien (vormals: Expedeon Biotech S.L.U., Madrid/Spanien). Die Unternehmensgruppe wird sich auf die Herstellung von DNA für Therapien und andere Anwendungen fokussieren, welche große Mengen hochreiner DNA benötigen (z.B. die schnell wachsenden Märkte für neuartige Gentherapien und Genvakzine). Die Veräußerung bestimmter Vermögenswerte des Tochterunternehmens 4basebio Inc., San Diego/USA sowie die Veräußerung der Beteiligung an der Expedeon Holdings Ltd., Cambridge/UK durch die 4basebio AG wird nachfolgend kurz als "Abcam-Transaktion" bezeichnet. Nicht Teil der Abcam-Transaktion waren die die 4basebio Bioscience GmbH & Co KG, Heidelberg/Deutschland, die 4basebio Verwaltungs GmbH, Heidelberg/Deutschland, die 4basebio S.L.U., Madrid/Spanien sowie die 4basebio Inc., San Diego/USA, obschon letztgenannte Gesellschaft bestimmte Vorräte, Kundenverträge und Anlagevermögen an Abcam verkaufte.

Nachfolgend ist die Konzernstruktur der 4basebio Group zum 1. Januar 2020 unter Berücksichtigung der Abcam-Transaktion dargestellt (jeweils 100%ige Tochterunternehmen):

Geschäftstätigkeit und Geschäftssegmente

Die 4basebio Group ist ein Life Science-Unternehmen, das rechtlich geschützte Technologien entwickelt, die zur Entwicklung innovativer Produkte und Dienstleistungen mit hohem Mehrwert für die Biomarkerforschung, die Wirkstoffforschung und die klinische Diagnostik eingesetzt werden. Die Kerntechnologien des Unternehmens liegen in den Bereichen Immunologie, Proteomik und Genomik und decken damit die großen Bereiche des Marktes für Molekularbiologie ab. Das Kerngeschäftsmodell der 4basebio Group ist die Erforschung, Entwicklung und Vermarktung innovativer Kits, die in der Forschung eingesetzt werden. Die Unternehmensgruppe positioniert sich, um eine weitere Wertschöpfung aus der Anwendung seiner Technologie in der klinischen Diagnostik zu erzielen. Das Produktportfolio der 4basebio Group hat sich im Jahr 2018 sowohl organisch als auch durch Akquisitionen weiter ausgebaut und bestand zum Ende des Geschäftsjahres 2019 aus einer breiten Palette neuartiger Werkzeuge und Technologien für die Molekularbiologie. Die Unternehmensgruppe wurde dabei insbesondere durch die jüngsten Übernahmen der Innova Biosciences Ltd, Cambridge/UK (Erwerbszeitpunkt 16. Juni 2017) sowie der TGR BioSciences Pty. Ltd, Adelaide/Australien (Erwerbszeitpunkt 2. Mai 2018) geprägt, deren Schwerpunkt sich auf den Bereich der Immunologie konzentriert und hier vor allem auf den Bereich der Antikörperkonjugate und Immunoassays.

Die 4basebio Group verkauft ihre Produkte an eine Vielzahl an Kunden aus dem akademischen und dem industriellen Bereich. Die meisten von der Unternehmensgruppe veräußerten Produkte werden kundenseitig für Forschungszwecke eingesetzt, obwohl immer mehr Produkte in Zusammenhang mit Diagnoseprodukten geliefert werden. Dies ermöglicht eine schnelle Marktdurchdringung aufgrund des Fehlens regulatorischer Hürden (denen die Industriekunden der 4basebio Group unterliegen, die Produkte für die Diagnose oder den klinischen Gebrauch entwickeln). Die Produkte werden weltweit eingesetzt, wobei die Unternehmensgruppe ihr Angebot über eine eigene Vertriebs- und Marketinginfrastruktur sowie ein globales Vertriebsnetz verkauft, um eine schnelle Marktdurchdringung zu ermöglichen. Darüber hinaus fertigt die Unternehmensgruppe für wichtige Geschäftspartner auch OEM-Produktionen.

Führung, Planung und Steuerung der 4basebio Group erfolgen auf der Ebene der gesamten Unternehmensgruppe. Demzufolge besteht die 4basebio Group aus nur einem Geschäftssegment.

Mitarbeiter

Der nachhaltige wirtschaftliche Erfolg der 4basebio Group ist nur mit einem Team von hochqualifizierten und motivierten Mitarbeitern realisierbar. Die konsequente und vorausschauende Personalentwicklung bildet daher eine tragende Säule der Unternehmensstrategie. Die Art der Geschäftstätigkeit der 4basebio Group in einem innovativen Sektor stellt hohe Anforderungen an das Personal in allen Bereichen der Unternehmensgruppe. Die Zahl der Beschäftigten (Vollzeitäquivalent) blieb im Geschäftsjahr 2019 weitgehend konstant und betrug im Jahresdurchschnitt 101 (2018: 113). Bedingt durch die Abcam-Transaktion reduzierte sich die Zahl der Mitarbeiter zum 1. Januar 2020 auf 29.

Durchschnittliche Personalkapazitäten nach Funktionsbereichen 2019 2018
Betrieb und Produktion 38 42
Vertrieb und Marketing 26 37
Allgemeine Finanzen und Verwaltung 20 19
Forschung und Entwicklung 17 15
Anzahl Mitarbeiter (Jahresdurchschnitt) 101 113

Die 4basebio AG beschäftigte zum 31. Dezember 2019 insgesamt einen Mitarbeiter (31.12.2018: einen Mitarbeiter).

Vielfalt im Unternehmen ("Diversity")

Die Vielfalt und Unterschiedlichkeit der Menschen, die bei der 4basebio Group arbeiten, bilden die Grundlage für die Leistungsfähigkeit und den Erfolg des Unternehmens. Indem die Vielfalt in der 4basebio Group gefördert wird, können die richtigen Menschen zusammengebracht und eine Arbeitskultur geschaffen werden, welche die Leistungsfähigkeit, Motivation und Zufriedenheit aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fördert. Die 4basebio Group fördert im Rahmen des "Diversity Konzepts" die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen. Im Geschäftsjahr 2019 betrug der Anteil der Frauen an der Gesamtbelegschaft der 4basebio-Gruppe 44%. Aufgrund des Gesetzes zur Förderung von Frauen in Führungspositionen muss die 4basebio AG konkrete Ziele für die beiden Führungsebenen festlegen. Unterhalb des Vorstands besteht die zweite Führungsebene aus Führungskräften, die direkt an den Vorstand berichten. Während auf der Vorstandsebene im Geschäftsjahr 2019 keine Frauen beschäftigt waren, betrug der Anteil auf der zweiten Führungsebene 57%. Der Anteil der Frauen im Aufsichtsrat lag im Geschäftsjahr 2019 bis zum 4. April 2019 bei 33%, bis zum 9. Juli 2019 bei 20% und danach bei 17%.

2.2. Strategie

Künftige Gruppenstrategie

Nach dem Verkauf der Proteomik- und Immunologie-Geschäftsbereiche im Rahmen der Abcam-Transaktion steht der Geschäftsbereich Genomik künftig im Mittelpunkt der Geschäftsstrategie der 4basebio Group. Die Expertise in diesem Bereich liegt beim spanischen Tochterunternehmen 4basebio S.L.U., Madrid/Spanien. Die Unternehmensgruppe konzentriert sich künftig auf die kommerziellen Anwendungen dieser proprietären Technologie, obwohl der Vorstand in den kommenden beiden Geschäftsjahren mit Betriebsverlusten rechnet (siehe Abschnitt "5. Prognosebericht"). Neben der Entwicklung der DNA-Produktion wird die Unternehmensgruppe ihre "Buy-and-Build"-Strategie fortführen und sich dabei auf Vermögenswerte entlang der Arbeitsabläufe in den Bereichen Gentherapie und Genimpfstoffe konzentrieren, die das DNA-Kerngeschäft ergänzen.

Die Strategie der 4basebio Group wird sich künftig auf die nachfolgend aufgeführten drei Einsatzgebiete im Geschäftsbereich Genomik konzentrieren.

Die Unternehmensgruppe wird auch weiterhin Genomik-Kits für den Forschungsmarkt herstellen und verkaufen. Dieses Einsatzgebiet bietet für die Gruppe künftig jedoch die geringsten Ertragserwartungen. So machten die im Geschäftsjahr 2019 mit dem Verkauf von Genomik-Kits generierten Umsatzerlöse beispielsweise weniger als 2% der Gesamtumsatzerlöse der Unternehmensgruppe aus.

Die Unternehmensgruppe wird sich künftig verstärkt um die Akquise von Großaufträgen für den Verkauf von Enzymen bemühen, die von Kunden für die Aufnahme in ihre Produkte für die diagnostische Verwendung eingesetzt werden. Eine Schätzung der Höhe der daraus zu erwartenden Einnahmen sowie den Zeitpunkt dieser Einnahmen (die tendenziell unstetig anfallen dürften) ist mit hohen Unsicherheiten verbunden. Die 4basebio Group erwartet mit der Zeit aus diesen Kundenverträgen ein jährliches Umsatzpotenzial in einem Volumen von 1 Mio. EUR oder darüber.

Die Unternehmensgruppe wird sich vorrangig auf die Anwendung ihrer Technologie bei der kommerziellen Herstellung von synthetischer DNA für die Gentherapie und die Anwendung von Genimpfstoffen konzentrieren. Nach dem Abschluss der Abcam-Transaktion stellt diese Aktivität künftig den Haupttätigkeitsschwerpunkt der 4basebio Group dar. Der Vorstand erwartet in den kommenden zwei bis drei Jahren die erfolgreiche Umsetzung von der Machbarkeitsstudie über die Normierung bis hin zur Entwicklung einer Produktionsanlage. Die Unternehmensgruppe erwartet, dass eine Produktionsanlage die Akkreditierung nach den "Good Manufacturing Principles" (GMP) erfordert, und, dass in dem genannten Zeitraum mit der Produktion von DNA für den Verkauf an die Pharmaindustrie und Biotechnologie für Gentherapie- und Impfstoffanwendungen begonnen werden kann.

Das Geschäftsmodell der 4basebio Group wird sich in den kommenden drei Jahren entwickeln, wobei sich die Unternehmensgruppe letztlich als Auftragsfertiger ("CMO") positionieren möchte, dessen Mehrwert vor allem in Form der Schaffung von eigenem (rechtlich geschütztem) geistigen Eigentums besteht. Die Erträge und Ergebnisgrößen dieser Strategie könnten innerhalb der nächsten fünf Jahren das Volumen der Konzernumsätze und des bereinigten EBITDA des Geschäftsjahres 2019 übersteigen.

Finanzielle Strategie

In den vergangenen Geschäftsjahren konzentrierte sich die 4basebio Group vorrangig auf die Umsetzung seiner "Buy-and-Build"-Strategie. Durch die konsequente Verfolgung dieser Strategie konnte die finanzielle Lage der Unternehmensgruppe grundlegend positiv beeinflusst werden. Diese Wachstumsstrategie war hauptsächlich dafür verantwortlich, dass im Geschäftsjahr 2019 das bereinigte EBITDA im Vorjahresvergleich nahezu verdreifacht werden konnte.

Auch nach dem Verkauf der Proteomik- und Immunologie-Geschäftsbereiche an Abcam wird die 4basebio Unternehmensgruppe bei künftig sich bietenden Gelegenheiten weiterhin eine Akquisitionsstrategie verfolgen. Durch Erwerb ergänzender oder additiver Technologien, Produkte oder Inhalte soll somit das Wachstum der 4basebio Group weiter verstärkt und die Ertragskraft weiter gesteigert werden.

In den vergangenen Geschäftsjahren finanzierte die 4basebio Group ihre operative Handels- und Akquisitionsstrategie durch Eigen- und Fremdkapitalfinanzierung. Mit dem Verkauf der Proteomik- und Immunologie-Geschäftsbereiche an Abcam verfügt die Unternehmensgruppe über ausreichende liquide Mittel, um ihre vorgesehene Geschäftsstrategie umzusetzen.

In den kommenden Geschäftsjahren strebt die 4basebio Group eine Verbesserung sowohl ihrer EBITDA-Margen als auch der Umsatzerlöse an. Die Finanzstrategie ist darauf ausgerichtet, den Unternehmenswert der 4basebio Group mit Blick auf alle Stakeholder zu steigern und profitabel zu wachsen.

Kundenprofil

Bedingt durch die jüngsten Akquisitionen der Innova Biosciences Ltd., Cambridge/UK im Geschäftsjahr 2017 sowie der TGR BioSciences Pty. Ltd., Adelaide/Australien im Geschäftsjahr 2018, hat sich das Kundenprofil der Unternehmensgruppe zwischenzeitlich verschoben. Während die Kundenbasis historisch betrachtet zu mehr als 70% aus akademischen Kunden bestand, war in den beiden Geschäftsjahren 2018 und 2019 ein deutlicher Anstieg von Industriekunden zu verzeichnen. Obwohl die Anzahl akademischer Kunden am Ende des Geschäftsjahres 2019 noch immer die Anzahl industrieller Kunden überstieg, wurden mit den Industriekunden bereits zu diesem Zeitpunkt ein Umsatzanteil von mehr als 80% erzielt.

Die geographische Aufteilung der Konzernumsatzerlöse hat sich zwischenzeitlich in Richtung Europa und Amerika verschoben, die mit Blick auf das Geschäftsjahr 2019 jeweils 39% bzw. 54% der Konzernumsatzerlöse der 4basebio Group ausmachen (2018: 48% bzw. 47%).

Mit dem Vorstoß in den Bereich der DNA Herstellung für Gentherapien und DNA-basierte Impfstoffe wird die 4basebio Group ihre Dienstleistungen auch nach der Abcam-Transaktion weiterhin weltweit anbieten. Dabei dürften Europa und USA die künftigen Hauptabsatzmärkte mit Blick auf dieses neue Aktivitätsfeld der Gruppe darstellen, wenngleich eine Prognose der künftigen Absatzmärkte gegenwärtig schwer möglich ist.

2.3. Steuerungssystem - finanzielle Ziele

Die 4basebio Group wird vom Vorstand der 4basebio AG geführt, der die Unternehmensgruppe leitet, die Ziele und die strategische Ausrichtung festlegt sowie die Umsetzung der Wachstumsstrategie ("Buy-and-Build") steuert.

Das breitere Führungsteam trifft sich regelmäßig, um neu auftretende Risiken und operative Fragen in der Gruppe zu erörtern und die Überprüfung der wichtigsten Finanzindikatoren zu diskutieren. Im Rahmen dieses regelmäßigen Überprüfungsprozesses werden Abweichungen von der erwarteten Performance identifiziert, deren mögliche Auswirkungen auf die Liquidität und Ertragskraft bewertet und entsprechende Maßnahmen ergriffen.

Primäres Ziel der Unternehmensentwicklung der Gruppe ist es, den Unternehmenswert mit Blick auf alle Stakeholder zu steigern und profitabel zu wachsen. Das Finanzmanagement der 4basebio AG und der 4basebio Group basiert auf regelmäßigen Berichten, die Abweichungen vom Budget anhand von Leistungsindikatoren darstellen. Als bedeutsamste Steuerungsgrößen für die wirtschaftlichen Ziele der Unternehmensgruppe gelten die folgenden drei finanziellen Leistungsindikatoren:

Umsatzerlöse (IFRS);

(von Steuern und Zinsen unbeeinflusstes) bereinigtes Betriebsergebnis vor Abschreibungen (bereinigtes EBITDA); und

Barmittelbestände.

Im Hinblick auf die Abcam-Transaktion und die dadurch vereinnahmten liquiden Mittel werden die Barmittelbestände künftig als Steuerungsgröße der Unternehmensgruppe an Bedeutung abnehmen. Dennoch stellen die Barmittelbestände für die 4basebio AG weiterhin den einzigen finanziellen Leistungsindikator dar.

Das bereinigte EBITDA wurde im Geschäftsjahr 2019 definiert als das von Steuern und Zinsen unbeeinflusste Betriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) unter Hinzurechnung der nachfolgend aufgeführten Aufwendungen:

(überwiegend nicht zahlungswirksame) Buchungen für Earn-Out-Verpflichtungen;

Aufwendungen für Mitarbeiterbeteiligungspläne (Aktienoptionen); und

(einmalige) Beraterhonorare in Zusammenhang mit dem Verkauf der Proteomik- und Immunologie-Geschäftsbereiche an Abcam mit Wirkung zum 1. Januar 2020.

Insbesondere im Zusammenhang mit der Bilanzierung von Unternehmenserwerben entstehen nach den International Financial Reporting Standards eine Reihe von Ergebnisbelastungen, bei denen es keine Auswirkungen auf die Zahlungsmittel gibt (z.B. mit Blick auf Earn-Out-Verpflichtungen oder Mitarbeiterbeteiligungspläne). Daher werden diese Positionen bei der Berechnung des bereinigten EBITDA wieder hinzugerechnet, um eine bessere Prognosefähigkeit der Ergebnisgrößen zu ermöglichen. So beinhaltet das EBITDA im Speziellen die Ergebniseffekte aus der zum jeweiligen Geschäftsjahresende zwingend vorzunehmenden Neubewertung der Earn-Out-Verpflichtungen der beiden Unternehmenserwerbe TGR BioSciences Pty. Ltd., Adelaide/Australien (Erwerbszeitpunkt 2. Mai 2018) und Innova Biosciences Ltd., Cambridge/UK (Erwerbszeitpunkt 16. Juni 2017), die an den Aktienwert der 4basebio-Aktie geknüpft sind. Aufgrund von Aktienkursschwankungen zwischen dem Erwerbszeitpunkt und dem Abschlussstichtag werden diese aufwandswirksamen (aber zunächst nicht zahlungswirksamen) Anpassungsbuchungen im Rahmen der Berechnung des bereinigten EBITDA adjustiert.

Mit Blick auf die Abcam-Transaktion mussten überdies nach den internationalen Rechnungslegungsstandards in der Gewinn- und Verlustrechnung des Geschäftsjahres 2019 bestimmte Aufwendungen ausgewiesen werden, obwohl der tatsächliche Verkauf (und in der Folge der gesamte Verkaufserlös) im Geschäftsjahr 2020 verbucht wird. Zu den bereits im Geschäftsjahr 2019 zu verbuchenden Aufwendungen gehören u.a. die Kosten der zur Genehmigung der Transaktion notwendigen außerordentlichen Hauptversammlung sowie die mit der Transaktion direkt zusammenhängenden Bewertungs- und Rechtskosten. Der bereinigte EBITDA wird im Geschäftsjahr 2020 entsprechend um den Nettoerlös aus dem Verkauf an Abcam angepasst. Nach Auffassung des Vorstands ermöglicht das bereinigte EBITDA eine bessere Prognosefähigkeit der Leistungsfähigkeit und der Ertragskraft der Unternehmensgruppe.

2.4. Forschung & Entwicklung (F&E)

Die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten konzentrieren sich künftig ausschließlich auf 4basebio S.L.U., Madrid/Spanien, die auf die Erforschung und Entwicklung der Genomik spezialisiert ist. Vor der Abcam-Transaktion führten auch die Expedeon Ltd, Cambridge/UK und die TGR BioSciences Pty. Ltd, Adelaide/Australien Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten in den Bereichen Proteomik und Immunologie durch. Da die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten in den Bereichen Proteomik und Immunologie Teil der Abcam-Transaktion waren, scheiden diese beiden Gesellschaften (Expedeon Ltd, Cambridge/UK und TGR BioSciences Pty. Ltd, Adelaide/Australien) mit Wirkung zum 1. Januar 2020 aus dem Konsolidierungskreis der 4basebio Group aus.

Zu den an Abcam veräußerten Proteomik- und Immunologie-Produkten und -Dienstleistungen zählen insbesondere Lightning-Link(r), eine patentierte Technologie, die eine schnelle und genaue Ein-Schritt-Konjugation von Antikörpern an eine Reihe von Reportermolekülen ermöglicht und gleichzeitig die vielen Einschränkungen überwindet, die mit herkömmlichen Antikörper-Markierungsmethoden verbunden sind, sowie CaptSure(tm), eine plattformübergreifende Immunoassay-Technologie der nächsten Generation, die durch die Schaffung einer universellen Fangoberfläche ein schnelles und zuverlässiges Einfangen von Biomarker-Targets ermöglicht. CaptSure(tm) wurde auch erfolgreich in ein Hochdurchsatz-Tool zur Medikamentenentwicklung (SureFire(r)) eingebettet und auch in ELISA-Assayformaten eingesetzt.

In den vergangenen Geschäftsjahren lag der Schwerpunkt der 4basebio Group auf DNA-Amplifikations-Technologien, um die Forschung in der Onkologie zu fördern und die Frühdiagnose und Überwachung des Krebsfortschritts durch einen NGS-basierten Flüssigbiopsie-Ansatz zu ermöglichen. TruePrime(tm) ist der Markenname einer Reihe von Technologien, die der Amplifikation verschiedener DNA- oder RNA-Spezies für eine Vielzahl von Anwendungen gewidmet sind, einschließlich solcher mit geringen Mengen verfügbarer DNA.

Die 4basebio Group hat weiterhin in die Technologie von TruePrime(tm) investiert, wo ein großes Potential für neue Produkte und Fertigungsdienstleistungen gesehen wird, die auf dieser proprietären Plattformtechnologie basieren. Die 4basebio S.L.U., Madrid/Spanien, zeichnet sich vor allem durch ihr Know-how und IP im Fachbereich der Polymerase-Enzymologie aus.

Die F&E-Aufwendungen im Geschäftsjahr 2019 beliefen sich auf 1,4 Mio. EUR (Vorjahr: 1,0 Mio. EUR). Dieser Anstieg ist auf die gesteigerten F&E-Aktivitäten bei der Expedeon Ltd., Cambridge/UK und den F&E-Aktivitäten bei der TGR BioSciences Pty. Ltd., Adelaide/Australien zurückzuführen. Die F&E-Aufwendungen der letztgenannten Gesellschaft wurden im vorherigen Geschäftsjahr 2018 erst ab dem Erwerb dieser Gesellschaft mit Wirkung zum 1. Mai 2018 (und somit nur anteilig) in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung der Unternehmensgruppe einbezogen.

3. Wirtschaftsbericht

3.1. Überblick über den Geschäftsverlauf

Gesamtwirtschaftliche und branchenbezogene Rahmenbedingungen

Die gesamtwirtschaftlichen und branchenspezifischen Rahmenbedingungen beziehen sich in erster Linie auf die Tochterunternehmen der 4basebio AG. Da der Erfolg der 4basebio AG jedoch ganz maßgeblich von ihren Tochterunternehmen bestimmt wird, sind diese Rahmenbedingungen nicht nur für die 4basebio Group insgesamt, sondern auch für die Holding von Bedeutung.

GESAMTWIRTSCHAFTLICHE ENTWICKLUNG

Die globalen Wirtschaftsaussichten sind instabil und das BIP-Wachstum hat sich dementsprechend im Jahr 2019 nur schwach entwickelt. In fast allen Volkswirtschaften war eine Verlangsamung zu beobachten und der Welthandel stagnierte. Die Vereinten Nationen meldeten für 2019 ein Weltwirtschaftswachstum von 2,3%, den niedrigsten Stand seit der Weltfinanzkrise 2008/2009 (Quelle: UNO, Weltwirtschaftslage und -aussichten, 2019). Die Organisation for Economic Cooperation and Development (OECD) sieht mit Blick auf das Jahr 2020 laut ihrer Anfang März veröffentlichten Konjunkturprognose in der Verbreitung des Coronavirus die größte Gefahr für die Weltwirtschaft seit der globalen Finanzkrise 2008/2009 (OECD, Interim Economic Assessment, 2. März 2020). Die am 11. März 2020 von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als Pandemie eingestufte Verbreitung von COVID-19 könnte das globale Wachstum im Jahr 2020 erheblich belasten, vor allem mit Blick auf die aktuell bestehenden wesentlichen Einschränkungen des Personen-, Waren- und Dienstleistungsverkehrs. Für den mittlerweile eingetretenen Fall einer weltweit ausgedehnten Verbreitung von COVID-19 hat die OECD jüngst ihre Prognosen nach unten revidieren müssen und geht demnach von einem globalen Wirtschaftswachstum im Jahr 2020 von 1,5% und somit nur noch von einem halb so starken Wachstum wie in ihrer Prognose vom letzten November aus (OECD, Interim Economic Assessment, 2. März 2020). Die Maßnahmen zur Eindämmung des Virus und der Vertrauensverlust könnten sich nach Einschätzung der OECD derart auf Produktion und Konsum auswirken, dass einige Volkswirtschaften - darunter auch die Eurozone - in eine Rezession abrutschen.

Mit Blick auf diese aktuellen Entwicklungen ist die 4basebio Group um das Wohlergehen ihrer Mitarbeiter und Kunden besorgt. Die Unternehmensgruppe selbst sieht sich trotz der ungünstigen globalen Wirtschaftslage mit Blick auf die im Rahmen der Abcam-Transaktion vereinnahmten liquiden Mitteln verhältnismäßig gut aufgestellt, um die gegenwärtigen wirtschaftlichen Herausforderungen zu bewältigen.

KAPITALMÄRKTE

Der Aktienmarkt erwies sich im Jahr 2019 als zufriedenstellend, insbesondere für langfristig orientierte Anleger. So stieg der Deutsche Aktienindex DAX um mehr als ein Viertel, obwohl verschiedene Unsicherheiten wie der anhaltende Handelskonflikt zwischen den USA und China, Rezessionsbefürchtungen, der Brexit-Prozess und der wachsende Populismus in Europa bestehen blieben.

Die positive Entwicklung der Kapitalmärkte im Jahr 2019 hat in vielen Fällen die Kursverluste des Vorjahres kompensieren können. So auch mit Blick auf die 4basebio-Aktie, die in der zweiten Jahreshälfte 2018 stark unter Druck geriet, da die Sorge um die Konjunktur und der Handelsstreit zwischen den USA und China die Aktienmärkte erschütterten und die Kurse allgemein einbrachen. Der Aktienkurs der 4basebio-Aktie lag Ende 2019 bei 1,70 EUR gegenüber 0,89 EUR am Ende des Jahres 2018, was einem Wertzuwachs von 0,81 EUR (absolut) oder rund 90% (prozentual) entspricht.

Die im Laufe des Geschäftsjahres 2019 angekündigten Produktinnovationen und die steigenden Verkaufszahlen trugen zu einer langsamen, aber kontinuierlich positiven Kursentwicklung bei, so dass der Aktienkurs ab Mitte des Jahres 2019 um mehr als 20% stieg. Der größte Teil des Kursgewinns entstand nach der Ankündigung des Verkaufs der Proteomik- und Immunologie-Geschäftsbereiche ("Abcam-Transaktion").

Mit Blick auf COVID-19 und die beginnende Corona-Pandemie sind aktuell bereits tiefgreifende Auswirkungen auf die globalen Aktienmärkte beobachtbar, wobei hier eine höhere Marktvolatilität zu beobachtbar ist als während der Weltfinanzkrise 2008/2009. Als Folge dieser Kursvolatilitäten ist der Kurs der 4basebio-Aktie aktuell wie bei den meisten börsennotierten Small-Cap-Unternehmen auch sehr volatil.

ENTWICKLUNG DER LIFE-SCIENCE-INDUSTRIE

Trotz der aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen sind die Aussichten für die Life-Science-Industrie unverändert positiv, im Wesentlichen mit Blick auf neue Technologien, die den Gesundheitsmarkt nachhaltig verändern können. Laut Deloitte (Quelle: Deloitte, Globaler Ausblick auf die Biowissenschaften, 2019) werden die Ausgaben für die Biowissenschaften zwischen 2018 und 2022 jährlich um 6,5% zunehmen. Dies wird durch neue Therapien, die auf unbefriedigte Bedürfnisse eingehen, und die immer wichtigere Rolle der personalisierten Medizin sowie durch einen größeren weltweiten Zugang zu Medikamenten vorangetrieben. 4basebio-Technologien und -Produkte fließen in die Forschung ein und haben das Potenzial, in den Bereichen Gentherapie und personalisierte Medizin eingesetzt zu werden, wobei diese Bereiche im Vergleich zum Marktdurchschnitt ein überdurchschnittliches Wachstum aufweisen.

Wesentliche Entwicklungen im Geschäftsjahr 2019

Im Januar 2019 hat die 4basebio Group eine Liefer- und Lizenzvereinbarung mit Cell Guidance Systems, einem Entwickler von therapeutischen Produkten zur Anwendung in der Medizin und der Life Science-Forschung, abgeschlossen. Vertragsgegenstand ist die Nutzung der firmeneigenen Lightning-Link(r) Rapid Biotinylation-Technologie zur Produktion von TRIFic(tm)-Immunoassays (Time Resolved Immunofluorescence Exosome Detection Assay). Cell Guidance Systems hatte zuvor bereits über zwei Jahre von der Anwendung der Lightning-Link(r)-Technologie der 4basebio Group profitiert. Gemäß dieser Liefer- und Lizenzvereinbarung wurde die 4basebio Group zum bevorzugten Immunreagenslieferanten für die Cell Guidance Systems.

Im Mai 2019 erweiterte die 4basebio Group ihr Produktangebot um CaptSure(tm) DIY ELISA, eine Assay-Technologie zur Auswertung zellulärer Signalwege. Die Technologie wurde von TGR BioSciences Pty. Ltd, Adelaide/Australien, entwickelt, die im Mai 2018 von der 4basebio AG erworben wurde. CaptSure(tm) DIY ELISA soll bei der Entwicklung von ELISA-Tests sowohl den Zeitaufwand erheblich reduzieren als auch die Flexibilität und Sensitivität verbessern. Dieses Produkt versetzt die 4basebio Group in einer entscheidenden Wachstums- und Entwicklungsphase der Unternehmensgruppe in die Lage neue Märkte anzusprechen.

Im Juni 2019 stellte die 4basebio Group erstmals Lightning-Link(r) Metallmarkierungskits für den Einsatz in mehreren Immunoassay-basierten Anwendungen zur Unterstützung der Einzelzellanalyse vor. Die Kits ermöglichen es den Anwendern, die phänotypische Analyse heterogener Zellpopulationen signifikant zu verbessern, indem sie im Vergleich zur Fluorophor-Markierung eine erhöhte Multiplex-Fähigkeit bieten und so den Probendurchsatz und die Forschungsleistung verbessern.

Im August 2019 unterzeichnete die 4basebio Group eine kommerzielle Vereinbarung mit Sona Nanotech Inc. (CSE: SONA.). Ziel ist es, die Einschränkungen bei der Entwicklung von komplexen Multiplex Point-of-Care (POC) Lateral Flow Assay (LFA)-Diagnosetests zu überwinden. Im Rahmen der Vereinbarung wird die 4basebio Group Gold-Nanopartikel, Biokonjugationstechnologien und ihre Expertise zur Verfügung stellen. Sona wird im Gegenzug ihre Lateral Flow Assay-Entwicklungsdienstleistungen einbringen.

Die vormals unter Expedeon AG firmierende 4basebio AG hat am 11. November 2019 eine Vereinbarung mit Abcam PLC, Cambridge/UK ("Abcam"; London Stock Exchange: ABC; ISIN: GB00B6774699; AIM MTF) über den Verkauf ihrer Proteomik- und Immunologie-Geschäftsbereiche für 120 Mio. EUR in bar mit Wirkung zum 1. Januar 2020 (unter dem Vorhalt einer Zustimmung der Aktionäre der 4basebio AG) unterzeichnet. Die am 19. Dezember 2019 außerordentlich einberufene Hauptversammlung erteilte die Zustimmung zu dieser Transaktion sowie in der Folge die Namensänderung in 4basebio AG. Diese Geschäftsbereiche machen den größten Teil der in der Konzernbilanz, Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung und Konzern-Kapitalflussrechnung ausgewiesenen Posten aus. Die auf die Proteomik- und Immunologie-Geschäftsbereiche entfallenden Finanzgrößen sind für Zwecke der Beurteilung der künftigen Vermögens-, Finanz- und Ertragslage somit von untergeordneter Bedeutung. Zu weiteren Erläuterungen wird auf die Ausführungen in Abschnitt "2.1. Konzernstruktur und Organisation" ("Verkauf der Proteomik- und Immunologie-Geschäftsbereiche") verwiesen.

Die 4basebio Group hat im Geschäftsjahr 2019 erstmals "IFRS 16 Leasingverhältnisse" angewendet. Die Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzernabschlusses der 4basebio AG sind auf die Leasingnehmerbilanzierung zurückzuführen und hier im Speziellen auf diejenigen Leasingverhältnisse, die zuvor als Operating-Leasingverhältnis im Sinne von IAS 17 zu klassifizieren waren und ab dem Geschäftsjahr 2019 (erstmals) bilanziell zu erfassen sind. Dies deshalb, da IFRS 16 ein einheitliches Bilanzierungsmodell einführt, wonach Leasingnehmer für alle Leasingverhältnisse ein Nutzungsrecht aktivieren und eine korrespondierende Leasingverbindlichkeit für alle ausstehenden Leasingzahlungen zu passivieren haben (sog. Nutzungsrechtmodell). Demzufolge entfällt für Leasingnehmer die bisherige Klassifizierung in Operating- und Finanzierungsleasingverhältnisse. Die Erstanwendung führte insgesamt zu nur geringfügigen Auswirkungen auf die Vermögens, Finanz- und Ertragslage der 4basebio Group. IFRS 16 wurde von der 4basebio Group zum 1. Januar 2019 unter Anwendung der modifiziert retrospektiven Methode umgesetzt. Die Vergleichsinformationen wurden in Übereinstimmung mit den Übergangsregelungen nicht angepasst. Gleichwohl ist die Vergleichbarkeit mit den Vorjahreswerten dadurch nur geringfügig beeinträchtigt.

Gesamtaussage zum Geschäftsverlauf und zur wirtschaftlichen Lage des Konzerns

Die 4basebio Group blickt erneut auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2019 zurück, da sowohl die Umsatzerlöse als auch das bereinigte EBITDA gesteigert werden konnten.

Die Umsatzerlöse der Unternehmensgruppe konnten im Geschäftsjahr 2019 mit 15,7 Mio. EUR gegenüber dem Vorjahreswert (2018: 13,1 Mio. EUR) um 19% gesteigert werden. Dieser Umsatzanstieg resultiert vor allem aus dem erstmals im Geschäftsjahr 2019 ganzjährig einbezogenen Tochterunternehmen TGR BioSciences Pty. Ltd., Adelaide/Australien, da die Umsatzerlöse dieses Tochterunternehmens im Geschäftsjahr 2018 erst ab dem Erwerbszeitpunkt 2. Mai 2018 (und somit nur zeitanteilig für acht Monate) einbezogen wurden

[in TEUR] 2019 2018
Ergebnis der betrieblichen Geschäftstätigkeit -1.780 -585
Abschreibungen auf Sachanlagen 613 311
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte 2.282 2.034
EBITDA 1.115 1.761
Neubewertung von Earn-Out-Verpflichtungen 1.372 -1.042
Aufwendungen für Aktienoptionen (nicht zahlungswirksam) 69 265
Aufwendungen Abcam-Transaktion (1. Januar 2020) 360 0
bereinigtes EBITDA 2.916 984

Neben den Umsatzerlösen qualifiziert in der 4basebio Group auch das bereinigte EBITDA als bedeutsame Steuerungsgröße für die wirtschaftlichen Ziele der 4basebio Group. Nach Auffassung des Vorstands ermöglicht das bereinigte EBITDA eine bessere Prognosefähigkeit der Leistungsfähigkeit und der Ertragskraft der Unternehmensgruppe. Zur Erläuterung der Berechnungsgrundlagen wird auf Abschnitt "2.3. Steuerungssystem - finanzielle Ziele" verwiesen.

Das EBITDA unter Verwendung einer konventionellen Definition ist im Geschäftsjahr 2019 rund 2,5-fach niedriger als das bereinigte EBITDA. Im Vorjahresvergleich ist das EBITDA des Geschäftsjahres 2019 rund 1,5-fach niedriger, das bereinigte EBITDA dagegen nahezu dreimal so hoch. Im Geschäftsjahr 2018 wurde für Zwecke der Ermittlung des bereinigten EBITDA die angefallenen Erträge aus der Neubewertung der einschlägigen Earn-Out-Verpflichtungen in Höhe von 1,0 Mio. EUR und im Geschäftsjahr 2019 entsprechende Aufwendungen aus der Neubewertung dieser Verpflichtungen in Höhe von 1,4 Mio. EUR adjustiert. Die für Zwecke der der Ermittlung des bereinigten EBITDA zu korrigierenden Aufwendungen für Aktienoptionen betrugen im Geschäftsjahr 2019 69 TEUR (2018: 265 TEUR). Überdies wurden in der bereinigten EBITDA-Größe die im Geschäftsjahr 2019 angefallenen Aufwendungen in Zusammenhang mit der im Geschäftsjahr 2020 durchgeführten "Abcam -Transaktion" in Höhe von 360 TEUR bereinigt.

Der Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit verbesserte sich im Vergleich zum Vorjahr deutlich. Für das Geschäftsjahr 2019 lag der operative Mittelzufluss mit 1,1 Mio. EUR im positiven Bereich und deutlich über dem Niveau des Vorjahres (2018: Mittelabfluss in Höhe von 0,2 Mio. EUR). Die positive Entwicklung des "Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit" ist vor allem das Ergebnis eines starken Umsatzwachstums und eines konsequenten Kostenmanagements. Die liquiden Mittel verringerten sich von 6,2 Mio. EUR zum Ende des Geschäftsjahres 2018 auf 3,7 Mio. EUR zum Ende des Geschäftsjahres 2019. Dies ist vor allem auf die Auszahlungen in Zusammenhang mit der Rückzahlung von 2,8 Mio. EUR Finanzverbindlichkeiten im Geschäftsjahr 2019 zurückzuführen. Mit dem Verkauf der Proteomik- und Immunologie-Geschäftsbereiche an Abcam mit Wirkung zum 1. Januar 2020 verfügt die Unternehmensgruppe über ausreichende liquide Mittel, um in Zukunft schnell und flexibel auf die Bedürfnisse ihrer Kunden zu reagieren. Dadurch werden die Barmittelbestände als Steuerungsgröße der 4basebio Group künftig an Bedeutung verlieren.

Neben dem Wachstum durch etablierte Produkte konzentrierte sich die Unternehmensgruppe weiterhin auf interne Innovationen. Obwohl im Laufe des Jahres 2019 neue Produkte am Markt platziert werden konnten, leisteten diese Produkte im Geschäftsjahr 2019 keinen wesentlichen Beitrag in Bezug auf die bedeutenden finanziellen Leistungsindikatoren der Gruppe.

Die vormals unter Expedeon AG firmierende 4basebio AG hat am 2. Januar 2020 die Transaktion mit Abcam über den Verkauf ihrer Proteomik- und Immunologie-Geschäftsbereiche für 120 Mio. EUR in bar mit Wirkung zum 1. Januar 2020 abgeschlossen (siehe Abschnitt 2.1. "Konzernstruktur und Organisation" - "Verkauf der Proteomik- und Immunologie-Geschäftsbereiche"). Die Expedeon Holdings Ltd. wurde zum 31. Dezember 2019 als Veräußerungsgruppe, die zur Veräußerung gehalten wird, und als aufgegebener Geschäftsbereich im Sinne von IFRS 5 klassifiziert. Entsprechend den Vorgaben des IFRS 5 wurden in der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2018 keine solche zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerte ausgewiesen, während in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung die Vorjahreswerte angepasst wurden. Die beiden Geschäftsbereiche Proteomik und Immunologie machen den größten Teil der bisher in der Konzernbilanz, Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung und Konzern-Kapitalflussrechnung ausgewiesenen Posten aus. Die auf diese Geschäftsbereiche entfallenden Finanzgrößen sind für Zwecke der Beurteilung der künftigen Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von untergeordneter Bedeutung.

Der Vorstand der 4basebio AG erwartet, dass sowohl die hohen konjunkturellen Unsicherheiten als auch die beginnende Corona-Pandemie das globale Wachstum im Geschäftsjahr 2020 erheblich belasten könnten. Gerade mit Blick auf die bereits umfassend eingeleiteten stabilisierenden Maßnahmen zur Abmilderung der negativen finanziellen Auswirkungen sieht der Vorstand aktuell die wirtschaftliche Lage der 4basebio Group auch über das Ende des Geschäftsjahres 2019 hinaus als nicht gefährdet an. Mit Abschluss der Abcam-Transaktion verfügt die 4basebio Group über ausreichende liquide Mittel zur Bewältigung dieser aktuellen Herausforderungen.

3.2. Vergleich der tatsächlichen Entwicklung mit dem im Prognosebericht 2018 prognostizierten Geschäftsverlauf

Für das Geschäftsjahr 2019 hatte die 4basebio Group basierend auf der ursprünglich im April 2019 vorgenommenen Prognose sowie der im Oktober 2019 revidierten Prognose eine Steigerung der Konzernumsatzerlöse im zweistelligen Prozentbereich durch Kombination aus organischem und akquisitorischem Wachstum prognostiziert. Bedingt durch dieses Umsatzwachstum sollte gemäß der Prognose im April mit Blick auf das Geschäftsjahr 2019 ein verbessertes bereinigtes EBITDA in Höhe von 2,0 Mio. EUR oder darüber erzielt werden. Diese Prognose wurde im Oktober 2019 auf 2,5 - 3,5 Mio. EUR angepasst. Ferner prognostizierte der Vorstand mit Blick auf das Geschäftsjahr 2019 einen positiven Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit, der zu einer stabilen Cash-Entwicklung der Unternehmensgruppe beitragen sollte.

Die Umsatzerlöse der 4basebio Group stiegen (entsprechend der ursprünglichen Prognose) mit 15,7 Mio. EUR im Geschäftsjahr 2019 gegenüber dem Vorjahreswert (2018: 13,1 Mio. EUR) im zweistelligen Prozentbereich (+ 19%) gesteigert werden. Das ursprünglich prognostizierte bereinigte EBITDA wurde im Geschäftsjahr 2019 mit einem tatsächlich erzielten bereinigten EBITDA in Höhe von 2,9 Mio. EUR übertroffen und lag somit auch in der Bandbreite der im Oktober 2019 angepassten Intervallprognose. Auch das für die Unternehmensgruppe gesetzte Cashflow-Ziel konnte im Geschäftsjahr 2019 erreicht werden. Der Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit lag im Geschäftsjahr 2019 mit 1,1 Mio. EUR im Gegensatz zum Vorjahr deutlich im positiven Bereich (2018: Mittelabfluss in Höhe von 0,2 Mio. EUR).

3.3. Ertragslage des Konzerns

Aufgegebene Geschäftsbereiche: Proteomik- und Immunologie-Geschäftsbereiche

Die mit Wirkung zum 1. Januar 2020 an Abcam veräußerten Proteomik- und Immunologie-Geschäftsbereiche wurden gemäß den Vorgaben des IFRS 5 zum 31. Dezember 2019 als Veräußerungsgruppe, die zur Veräußerung gehalten wird, und als aufgegebene Geschäftsbereiche klassifiziert. In der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung waren die den aufgegebenen Geschäftsbereichen zuzurechnenden Erträge und Aufwendungen in einem Posten zusammenzufassen und die Vorjahreswerte entsprechend anzupassen. Nachfolgend wird in der Tabelle die Ertragslage der 4basebio Group sowohl mit Blick auf die aufgegebenen Geschäftsbereiche als auch mit Blick auf die fortgeführten Aktivitäten der 4basebio Group dargestellt. Die beiden Geschäftsbereiche Proteomik und Immunologie machen den größten Teil der bisher in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesenen Posten aus. Die auf diese Geschäftsbereiche entfallenden GuV-Posten sind für Zwecke der Beurteilung der künftigen Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von untergeordneter Bedeutung.

Umsatzerlöse

2019 2018
Geschäftsbereiche Geschäftsbereiche
[in TEUR] fortzuführende eingestellte Summe fortzuführende eingestellte Summe
Art der Waren und Dienstleistungen
Verkauf von Produkten 1.022 12.436 13.458 1.025 11.552 12.577
Lizenzen und Tantiemen 30 2.169 2.199 149 402 551
Summe 1.052 14.605 15.657 1.174 11.954 13.128

Die Umsatzerlöse der 4basebio Group erhöhten sich im Geschäftsjahr 2019 mit 15,7 Mio. EUR gegenüber dem Vorjahreswert (2018: 13,1 Mio. EUR) um 19%. Das Umsatzwachstum resultierte aus einer Kombination von organischem und akquisitionsbedingtem Wachstum. Der Umsatzanstieg resultiert vor allem aus dem erstmals im Geschäftsjahr 2019 ganzjährig einbezogenen Tochterunternehmen TGR BioSciences Pty. Ltd., Adelaide/Australien, da die Umsatzerlöse dieses Tochterunternehmens im Geschäftsjahr 2018 erst ab dem Erwerbszeitpunkt 2. Mai 2018 (und somit nur zeitanteilig für acht Monate) einbezogen wurden.

Die überwiegende Mehrheit der Umsatzerlöse entfiel im Geschäftsjahr 2019 auf den Verkauf von Produkten, insbesondere von Kits, wobei rund 80% (2018: 70%) der Umsatzerlöse mit Industrieunternehmen und rund 20% (2018: 30%) mit Kunden aus dem akademischen Bereich erzielt wurden. Die Umsatzerlöse verteilten sich im Geschäftsjahr 2019 geographisch mit 54% auf Kunden mit Sitz in den USA (2018: 47%), 39% auf europäische Kunden (2018: 48%) und 7% auf in anderen Regionen ansässige Kunden (2018: 5%). Der Umsatz mit Kunden, die einzeln mehr als 10% des Gruppenumsatzes ausmachen, betrug im Geschäftsjahr 2019 5,5 Mio. EUR (2018: 3,6 Mio. EUR).

Sonstige betriebliche Erträge

2019 2018
Geschäftsbereiche Geschäftsbereiche
[in TEUR] fortzuführende eingestellte Summe fortzuführende eingestellte Summe
Summe 145 70 215 221 1.010 1.231

Die sonstigen betrieblichen Erträge liegen im Geschäftsjahr 2019 mit 0,2 Mio. EUR deutlich unter dem Vorjahresniveau (2018: 1,2 Mio. EUR). Dieser Rückgang ist ganz maßgeblich auf Erträge aus der Neubewertung von Earn-Out-Verpflichtungen aus Akquisitionen in Höhe von 1,0 Mio. EUR zurückzuführen, die im Geschäftsjahr 2018 in den sonstigen betrieblichen Erträgen enthalten sind und die beiden Unternehmenserwerbe TGR BioSciences Pty. Ltd., Adelaide/Australien (Erwerbszeitpunkt 2. Mai 2018) und Innova Biosciences Ltd., Cambridge/UK (Erwerbszeitpunkt 16. Juni 2017) betreffen. Darüber hinaus sind in den sonstigen betrieblichen Erträgen im Wesentlichen Erträge aus Wechselkursdifferenzen enthalten.

Betriebliche Aufwendungen

2019 2018
Geschäftsbereiche Geschäftsbereiche
[in TEUR] fortzuführende eingestellte Summe fortzuführende eingestellte Summe
Umsatzkosten -686 -2.803 -3.489 -663 -2.928 -3.591
Vertriebskosten -134 -2.245 -2.379 -227 -2.582 -2.809
Allgemeine Verwaltungskosten -3.954 -5.077 -9.031 -3.378 -4.104 -7.482
Forschungs- und nicht aktivierte Entwicklungskosten -220 -1.163 -1.383 -206 -837 -1.043
Sonstige betriebliche Aufwendungen - -1.370 -1.370 - -19 -19
Summe -4.994 -12.658 -17.652 -4.473 -10.470 -14.943

Die betrieblichen Aufwendungen umfassen die Herstellungskosten der verkauften Produkte, Personalkosten im Zusammenhang mit Vertrieb und Marketing, Finanzen und Verwaltung sowie Forschung und Entwicklung. Die betrieblichen Aufwendungen stiegen im Geschäftsjahr 2019 im Vergleich zum Vorjahr von 14,9 Mio. EUR auf 17,7 Mio. EUR (+ 18%). Dieser Anstieg ist in Höhe von 1,0 Mio. EUR auf das erstmals im Geschäftsjahr 2019 ganzjährig einbezogenen Tochterunternehmen TGR BioSciences Pty. Ltd, Adelaide/Australien zurückzuführen, da die betrieblichen Aufwendungen dieses Tochterunternehmens im Geschäftsjahr 2018 erst ab dem Erwerbszeitpunkt 2. Mai 2018 (und somit nur zeitanteilig für acht Monate) einbezogen wurden. Ein weiterer Grund für den Anstieg der betrieblichen Aufwendungen im Geschäftsjahr 2019 liegt in den Aufwendungen in Höhe von 1,4 Mio. EUR aus der Neubewertung von Earn-Out-Verpflichtungen aus den beiden Unternehmenserwerben TGR BioSciences Pty. Ltd., Adelaide/Australien (Erwerbszeitpunkt 2. Mai 2018) und Innova Biosciences Ltd., Cambridge/UK (Erwerbszeitpunkt 16. Juni 2017) begründet, die in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen sind. Bezüglich der Forschungs- und nicht aktivierten Entwicklungskosten wird auf Abschnitt "2.4. Forschung & Entwicklung (F&E)" verwiesen.

Die in den betrieblichen Aufwendungen enthaltenen Aufwendungen für Abschreibungen und Wertminderungen betrugen im Geschäftsjahr 2019 2,9 Mio. EUR (2018: 2,3 Mio. EUR).

Ergebnisgrößen

2019 2018
Geschäftsbereiche Geschäftsbereiche
[in TEUR] fortzuführende aufgegebene Summe fortzuführende aufgegebene Summe
Umsatzerlöse 1.052 14.605 15.657 1.174 11.954 13.128
Sonstige betriebliche Erträge 145 70 215 221 1.010 1.231
Betriebliche Aufwendungen -4.994 -12.658 -17.652 -4.473 -10.470 -14.943
Ergebnis der betrieblichen Geschäftstätigkeit (EBIT) -3.797 2.017 -1.780 -3.078 2.495 -585
Finanzergebnis -308 -460 -768 229 -147 82
Ertragsteuern 317 -422 -105 20 182 202
Periodenergebnis -3.787 1.134 -2.653 -2.829 2.528 -301

Der Periodenverlust der 4basebio Group betrug im Geschäftsjahr 2019 -2,7 Mio. EUR (2018: Verlust von 0,3 Mio. EUR). Der gegenüber dem Vorjahr um 2,4 Mio. EUR höhere Periodenverlust ist ganz maßgeblich auf die Verbuchung der Earn-Out-Verpflichtungen der beiden Unternehmenserwerbe TGR BioSciences Pty. Ltd., Adelaide/Australien (Erwerbszeitpunkt 2. Mai 2018) und Innova Biosciences Ltd., Cambridge/UK (Erwerbszeitpunkt 16. Juni 2017) zurückzuführen. Während im Geschäftsjahr 2018 aus der Neubewertung dieser Earn-Out-Verpflichtungen Erträge in Höhe von 1,0 Mio. EUR erfolgswirksam zu erfassen waren, fielen im Geschäftsjahr 2019 gegenläufig Aufwendungen in Höhe von 1,4 Mio. EUR an. Der Saldo aus Zinserträgen und Zinsaufwendungen lag mit Blick auf das Geschäftsjahr 2019 insgesamt bei -0,8 Mio. EUR (2018: + 0,1 Mio. EUR), darin enthalten sind 0,5 Mio. EUR (2018: 0,2 Mio. EUR) für Zinszahlungen in Verbindung mit lang- und kurzfristigen Kreditfinanzierungen. Das Ergebnis der betrieblichen Geschäftstätigkeit (EBIT) war im Geschäftsjahr 2019 trotz der um 2,5 Mio. EUR höheren Umsatzerlöse mit -1,8 Mio. EUR um 1,2 Mio. EUR niedriger als im Vorjahr (2018: -0,6 Mio. EUR), was ganz maßgeblich auf die nicht liquiditätswirksamen Belastungen aus der Neubewertung der Earn-Out-Verpflichtungen zurückzuführen ist.

3.4. Vermögens- und Finanzlage des Konzerns

Grundsätze und Ziele des Finanzmanagements der 4basebio Group

Finanzmanagement bedeutet bei der 4basebio Group vor allem Liquiditäts- und Kapitalstrukturmanagement sowie das Management von Zinsen und Währungen. Das Finanzmanagement der 4basebio Group verfolgt dabei grundsätzlich das Ziel, die finanzielle Unabhängigkeit des Unternehmens durch Sicherstellung ausreichender Liquidität zu wahren. Dadurch soll die Finanzkraft der Gruppe jederzeit auf hohem Niveau gehalten werden. Risiken sollen weitestgehend vermieden oder wirkungsvoll abgesichert werden. Die Finanzierungs- und Liquiditätsrisiken sind in Abschnitt "4. Chancen- und Risikobericht" dargestellt. Die 4basebio Group tätigt keine spekulativen Termingeschäfte und nutzt derivative Finanzinstrumente nur bei Bedarf.

Der Schwerpunkt des Finanzmanagements der 4basebio Group bestand in den vergangenen Geschäftsjahren primär in der Sicherstellung einer ausreichenden Liquiditätsausstattung. Um den zukünftigen Liquiditätsbedarf zu antizipieren, wurden zwölfmonatige Liquiditätspläne eingesetzt. Mit Blick auf die Bareinnahmen aus der Abcam-Transaktion verfügt die Unternehmensgruppe aktuell über nicht unerhebliche Barmittel. Daher liegt das Hauptaugenmerk künftig in der Anlage dieser Barmittel. Das Kapital soll dabei möglichst vor Wertverlusten gesichert und die Kosten für das Halten von Einlagen bei Banken minimiert werden (z.B. im Falle von Negativzinsen).

Darüber hinaus konzentrieren sich die Ziele des Finanzmanagements der 4basebio Group auf die Verbesserung der Ertragskraft der Gruppe gemessen an den bereinigten EBITDA-Ergebnissen. In den vergangenen Geschäftsjahren wurde dies durch eine Kombination aus Ertragswachstum und effektivem Kostenmanagement erreicht. Mit der Abcam-Transaktion erzielt die 4basebio Group einen signifikanten Veräußerungsgewinn im 1. Quartal 2020. Gleichwohl liegt der Schwerpunkt des Finanzmanagements unverändert auf der Minimierung der bereinigten EBITDA-Verluste in naher Zukunft und der Rückkehr zu einem positiven bereinigten EBITDA innerhalb der nächsten zwei bis drei Jahren. Dies wird für den Fall erwartet, sobald die 4basebio Group die DNA-Produktionsbereitschaft entwickelt hat und sich dadurch Einnahmen und Gewinne generieren lassen.

Aufgegebene Geschäftsbereiche: Proteomik- und Immunologie-Geschäftsbereiche

Die mit Wirkung zum 1. Januar 2020 an Abcam veräußerten Proteomik- und Immunologie-Geschäftsbereiche wurden gemäß den Vorgaben des IFRS 5 zum 31. Dezember 2019 als Veräußerungsgruppe, die zur Veräußerung gehalten wird, und als aufgegebene Geschäftsbereiche klassifiziert. In der Konzernbilanz waren die den aufgegebenen Geschäftsbereichen zuzurechnenden Vermögenswerte und Schulden in separaten Posten auf der Aktiv- und Passivseite zusammenzufassen, wobei die Vorjahreswerte nicht anzupassen waren. Nachfolgend wird in der Tabelle die Vermögens- und Finanzlage der 4basebio Group sowohl mit Blick auf die aufgegebenen Geschäftsbereiche als auch mit Blick auf die fortgeführten Aktivitäten der 4basebio Group dargestellt. Die beiden Geschäftsbereiche Proteomik und Immunologie machen den größten Teil der bisher in der Konzernbilanz ausgewiesenen Posten aus. Die auf diese Geschäftsbereiche entfallenden Bilanzposten sind für Zwecke der Beurteilung der künftigen Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von untergeordneter Bedeutung.

Vermögenslage

[in TEUR] 31.12.2019 31.12.2018 Δ
in %
Langfristige Vermögenswerte 52.214 84% 51.808 81% +0,8
davon: fortzuführende Geschäftsbereiche 3.646
davon: aufgegebene Geschäftsbereiche 48.568
Kurzfristige Vermögenswerte 10.037 16% 12.369 19% -18,9
davon: fortzuführende Geschäftsbereiche 2.501
davon: aufgegebene Geschäftsbereiche 7,536
Summe Vermögenswerte 62.251 100% 64.177 100% -3,0
Eigenkapital 48.096 77% 46.502 73% +3,4
Langfristige Schulden 6.093 10% 9.916 15% -38,5
davon: fortzuführende Geschäftsbereiche 1.532
davon: aufgegebene Geschäftsbereiche 4.562
Kurzfristige Schulden 8.061 13% 7.759 12% +3,9
davon: fortzuführende Geschäftsbereiche 2.535
davon: aufgegebene Geschäftsbereiche 5.527
Summe Eigenkapital und Schulden 62.251 100% 64.177 100% -3,0

Die Bilanzsumme der 4basebio Group reduzierte sich zum 31. Dezember 2019 um 3% auf 62,30 Mio. EUR (31.12.2018: 64,2 Mio. EUR).

Die langfristigen Vermögenswerte lagen zum 31. Dezember 2019 mit 52,2 Mio. EUR leicht über dem Vorjahresniveau (31.12.2018: 51,8 Mio. EUR). Die immateriellen Vermögenswerte in Höhe von 49,0 Mio. EUR (31.12.2018: 49,5 Mio. EUR) beinhalten Geschäfts- oder Firmenwerte in Höhe von 35,0 Mio. EUR (31.12.2018: 33,9 Mio. EUR) sowie sonstige im Rahmen von Unternehmenserwerben aktivierte immaterielle Vermögenswerte in Höhe von 14,0 Mio. EUR (31.12.2018: 15,6 Mio. EUR). Mit dem Verkauf ihrer Proteomik- und Immunologie-Geschäftsbereiche mit Wirkung zum 1. Januar 2020 an Abcam werden sämtliche Geschäfts- oder Firmenwerte der 4basebio Group die Konzernbilanz verlassen. Die Geschäfts- und Firmenwerte unterliegen mindestens einmal jährlich einer Werthaltigkeitsüberprüfung. Im Geschäftsjahr 2019 wurden in Übereinstimmung mit IFRS 16 erstmalig Nutzungsrechte aus Miet- und Leasingverhältnissen in Höhe von 0,6 Mio. EUR aktiviert und sind in den Sachanlagen enthalten. Gleichwohl bewegte sich das Sachanlagevermögen per 31. Dezember 2019 mit 2,1 Mio. EUR in etwa auf Vorjahresniveau (31.12.2018: 2,0 Mio. EUR), bedingt durch gegenläufige Abschreibungen und Abgänge.

Die kurzfristigen Vermögenswerte lagen zum 31. Dezember 2019 mit 10,0 Mio. EUR um 2,4 Mio. EUR unter den Vorjahreswert (31.12.2018: 12,4 Mio. EUR). Die Reduktion ist insbesondere auf die nicht unerhebliche Verminderung der Zahlungsmittelbestände um 2,5 Mio. EUR auf 3,7 Mio. EUR per 31. Dezember 2019 zurückzuführen (31.12.2018: 6,2 Mio. EUR). Demgegenüber bewegten sich zum 31. Dezember 2019 die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (2,6 Mio. EUR), die Vorräte (2,4 Mio. EUR) und die sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte (0,8 Mio. EUR) in etwa auf Vorjahresniveau.

Die langfristigen Schulden lagen zum 31. Dezember 2019 bei 6,1 Mio. EUR und damit 3,8 Mio. EUR unter dem Vorjahreswert (31.12.2018: 9,9 Mio. EUR). Dieser Rückgang ist ganz maßgeblich auf die langfristigen Finanzverbindlichkeiten zurückzuführen, die zum 31. Dezember 2019 3,9 Mio. EUR betrugen und damit 3,6 Mio. EUR unter dem Vorjahreswert lagen (31.12.2018: 7,5 Mio. EUR). Der Rückgang der langfristigen Finanzverbindlichkeiten ist im Wesentlichen auf die Umklassifizierung langfristiger Schulden in den Kurzfristbereich zurückzuführen. Die langfristigen Schulden beinhalten zum 31. Dezember 2019 überdies auch 2,1 Mio. EUR an latenten Steuerschulden (31.12.2018: 2,4 Mio. EUR).

Die kurzfristigen Schulden lagen zum 31. Dezember 2019 mit 8,1 Mio. EUR um 0,3 Mio. EUR über dem Vorjahreswert (31.12.2018: 7,8 Mio. EUR). Die in den kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten im Vorjahr ausgewiesene Darlehensanleihe gegenüber ehemaligen TGR-Aktionären, die im Mai 2019 fällig war, konnte im laufenden Geschäftsjahr fristgerecht zurückgeführt werden. Bedingt durch die Umklassifizierung langfristiger Finanzschulden in den Kurzfristbereich erhöhten sich die kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten um 0,8 Mio. EUR auf 4,0 Mio. EUR zum 31. Dezember 2019 (31.12.2018: 3,2 Mio. EUR). Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (1,1 Mio. EUR), die kurzfristigen Rückstellungen (1,9 Mio. EUR) sowie die sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten (1,1 Mio. EUR) unterlagen im Vorjahresvergleich ebenfalls nur geringfügigen Schwankungen.

Das Eigenkapital erhöhte sich zum 31. Dezember 2019 um 1,6 Mio. EUR auf 48,1 Mio. EUR (31.12.2018: 46,5 Mio. EUR). Die Eigenkapitalquote stieg am Ende des Geschäftsjahres 2019 auf 77% (31.12.2018: 73%).

Nach der Abcam-Transaktion mit Wirkung zum 1. Januar 2020 wurden im Geschäftsjahr 2020 bestimmte Schulden der Unternehmensgruppe gegenüber Boost & Co und Santander aus den von Abcam erhaltenen Veräußerungserlösen beglichen. Infolgedessen verringerten sich die Schulden zu Beginn des Geschäftsjahres 2020 um 4,7 Mio. EUR. Demgegenüber stiegen die liquiden Mittel zu diesem Zeitpunkt um 122 Mio. EUR an. In diesen liquiden Mitteln enthalten sind Barmittel mit Verfügungsbeschränkungen in Höhe von 14,4 Mio. EUR, da dieser Betrag aus den Transaktionserlösen zwei Jahre lang auf einem Treuhandkonto zu halten ist, das von JP Morgan treuhänderisch verwaltet wird.

Finanzlage

Die mit Wirkung zum 1. Januar 2020 an Abcam veräußerten Proteomik- und Immunologie-Geschäftsbereiche wurden gemäß den Vorgaben des IFRS 5 zum 31. Dezember 2019 als Veräußerungsgruppe, die zur Veräußerung gehalten wird, und als aufgegebene Geschäftsbereiche klassifiziert. In der Konzern-Kapitalflussrechnung sind indes sowohl die den aufgegebenen Geschäftsbereichen als auch den fortzuführenden Geschäftsbereichen zuzurechnenden Ein- und Auszahlungen enthalten. Nachfolgend wird die Finanzlage der 4basebio Group sowohl mit Blick auf die aufgegebenen Geschäftsbereiche als auch mit Blick auf die fortgeführten Aktivitäten der 4basebio Group dargestellt. Die beiden Geschäftsbereiche Proteomik und Immunologie machen den größten Teil der bisher in der Konzern-Kapitalflussrechnung ausgewiesenen Zahlungsströme aus. Die auf diese Geschäftsbereiche entfallenden Posten sind für Zwecke der Beurteilung der künftigen Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von untergeordneter Bedeutung.

[in TEUR] 2019 2018 Δ
in %
Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit 1.098 -158 + >100
davon: fortzuführende Geschäftsbereiche -2.694 -3.129
davon: aufgegebene Geschäftsbereiche 3.792 2.971
Cashflow aus Investitionstätigkeit -925 -6.707 + 86,1
davon: fortzuführende Geschäftsbereiche -421 -441
davon: aufgegebene Geschäftsbereiche -504 -6.266
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit -2.875 11.187 - >100
davon: fortzuführende Geschäftsbereiche -902 7.224
davon: aufgegebene Geschäftsbereiche -1.973 3.963

Der Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit verbesserte sich im Vergleich zum Vorjahr deutlich. Für das Geschäftsjahr 2019 lag der operative Mittelzufluss mit 1,1 Mio. EUR im positiven Bereich und deutlich über dem Niveau des Vorjahres (2018: Mittelabfluss in Höhe von 0,2 Mio. EUR). Die positive Entwicklung des "Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit" ist vor allem das Ergebnis eines starken Umsatzwachstums und eines konsequenten Kostenmanagements. So liegt der verbesserte Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit u.a. in dem erstmals im Geschäftsjahr 2019 ganzjährig einbezogenen Tochterunternehmens TGR BioSciences Pty. Ltd., Adelaide/Australien begründet, da die Zahlungsströme dieses Tochterunternehmens im Geschäftsjahr 2018 erst ab dem Erwerbszeitpunkt 2. Mai 2018 (und somit nur zeitanteilig für acht Monate) einbezogen wurden.

Die liquiden Mittel verringerten sich von 6,2 Mio. EUR zum Ende des Geschäftsjahres 2018 auf 3,7 Mio. EUR zum Ende des Geschäftsjahres 2019. Dies ist vor allem auf die Auszahlungen in Zusammenhang mit der Rückzahlung von 2,8 Mio. EUR Finanzverbindlichkeiten im Geschäftsjahr 2019 zurückzuführen. Mit dem Verkauf der Proteomik- und Immunologie-Geschäftsbereiche an Abcam mit Wirkung zum 1. Januar 2020 verfügt die Unternehmensgruppe über ausreichende liquide Mittel, um in Zukunft schnell und flexibel auf die Bedürfnisse ihrer Kunden zu reagieren.

Der Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit betrug 1,0 Mio. EUR, gegenüber 6,7 Mio. EUR im Vorjahr. Bereinigt man den Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit um die im Geschäftsjahr 2018 geleisteten Auszahlungen für die Unternehmensakquisition TGR BioSciences Pty. Ltd., Adelaide/Australien in Höhe von 5,7 Mio. EUR, ergibt sich im direkten Vorjahresvergleich ein nahezu identischer "Cashflow aus Investitionstätigkeit". Der Mittelabfluss aus der Finanzierungstätigkeit betrug im Geschäftsjahr 2019 2,9 Mio. EUR, gegenüber einem Mittelzufluss in Höhe von 11,2 Mio. EUR im vorherigen Geschäftsjahr 2018. Dies liegt vor allem in den Auszahlungen in Zusammenhang mit der Rückzahlung von Finanzverbindlichkeiten im Geschäftsjahr 2019 in Höhe von 2,8 Mio. EUR begründet.

3.5. Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der 4basebio AG

Der Jahresabschluss der 4basebio AG wird - im Gegensatz zum Konzernabschluss, dem die IFRS des IASB zugrunde liegen, wie sie in der EU anzuwenden sind - unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung nach den Vorschriften der §§ 242 bis 256a und der §§ 264 bis 288 HGB sowie den Sondervorschriften des Aktiengesetzes (AktG) aufgestellt. Da die 4basebio AG ihre wesentlichen Erträge aus Gewinnabführungsverträgen mit den Tochterunternehmen erwirtschaftet, zeigt sich im Jahresabschluss der 4basebio AG ein ganz ähnlicher Geschäftsverlauf wie im Konzernabschluss der 4basebio Group.

Ertragslage

[in TEUR] 2019 2018 Δ
in %
Umsatzerlöse 201 158 +27,2
Sonstige betriebliche Erträge 9 1.483 -99,4
Personalaufwendungen -5 -5 -
Abschreibungen -9 -2 > 100,0
Sonstige betriebliche Aufwendungen -2.070 -2.836 -27,0
Finanzergebnis 644 811 -20,6
Abschreibungen auf Finanzanlagen -31.601 -6.968 > 100,0
Sonstige Steuern -1 - -
Jahresfehlbetrag -32.832 -7.359 > 100,0

Die Umsatzerlöse belaufen sich im Geschäftsjahr 2019 auf 0,2 Mio. EUR (2018: 0,2 Mio. EUR) und betreffen Erlöse im Konzernverbund (Weiterbelastungen von Managementleistungen, die von der 4basebio AG an die Tochterunternehmen erbracht wurden). Die im Geschäftsjahr 2019 angefallenen sonstigen betrieblichen Erträge betreffen ausschließlich Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen (9 TEUR). Die sonstigen betrieblichen Erträge des Vorjahres in Höhe von 1,5 Mio. EUR sind ganz maßgeblich geprägt von den Erträgen aus der Veräußerung der Innova Biosciences Ltd., Cambridge/UK an eine andere Tochtergesellschaft der 4basebio AG, die Expedeon Holdings Ltd., Cambridge/UK (1,3 Mio. EUR).

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen betrugen im Geschäftsjahr 2019 2,1 Mio. EUR und sind im Vergleich zum Vorjahr (2,8 Mio. EUR) nicht unerheblich gesunken. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen beinhalten im Geschäftsjahr 2019 als größte Einzelposten nicht erstattungsfähige Umsatzsteuer in Höhe von 0,2 Mio. EUR (2018: 0,5 Mio. EUR), Rechts- und Beratungskosten im Zusammenhang mit Unternehmenserwerben in Höhe von 0,4 Mio. EUR (2018: 0,0 Mio. EUR), sonstige Rechtsberatungskosten in Höhe von 0,1 Mio. EUR (2018: 0,2 Mio. EUR), Aufwendungen für Investorenbetreuung in Höhe von 0,3 Mio. EUR (2018: 0,2 Mio. EUR), Management- und Aufsichtsratsvergütungen in Höhe von 0,4 Mio. EUR (2018: 0,4 Mio. EUR) und Abschlussprüfungs- und Steuerberatungskosten in Höhe von 0,4 Mio. EUR (2018: 0,4 Mio. EUR).

Das Finanzergebnis in Höhe von 0,6 Mio. EUR (2018: 0,8 Mio. EUR) enthält im Wesentlichen Zinserträge aus im Konzernverbund ausgereichten, verzinslichen Darlehen sowie Zinsaufwendungen aus dem Verbrauch des ARAPs aus den Optionsanleihen.

Die im Geschäftsjahr 2019 vorgenommenen Abschreibungen auf Finanzanlagen betreffen die Abschreibung der Beteiligung an der 4basebio S.L.U., Madrid/Spanien in Höhe von 31,6 Mio. EUR (und Abschreibungen im Geschäftsjahr 2018 für 4basebio Biosciences GmbH & Co. KG, Heidelberg in Höhe von 7,0 Mio. EUR). Die 4basebio AG hat mit Wirkung zum 2. Januar 2020 ihre Proteomik- und Immunologie-Geschäftsbereiche an die Abcam PLC, Cambridge/UK veräußert ("Abcam-Transaktion"). Vor diesem Hintergrund hat die Gesellschaft ihre Beteiligung an der 4basebio S.L.U., Madrid/Spanien zum 31. Dezember 2019 aufgrund einer voraussichtlich dauernden Wertminderung vollständig abgeschrieben. Während die 4basebio S.L.U., Madrid/Spanien vor der Abcam-Transaktion Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten in den Bereichen Proteomik und Immunologie durchführte, konzentrieren sich die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten künftig ausschließlich auf die Erforschung und Entwicklung der Genomik. Die Verringerung des Buchwerts der Beteiligung an 4basebio S.L.U. spiegelt die Unsicherheit wider, die mit langfristigen Bewertungsmodellen für Rechnungslegungszwecke in Bezug auf den letztendlichen Wert des spanischen geistigen Eigentums verbunden ist, das die Gruppe derzeit kommerzialisiert. Der Vorstand sieht weiterhin einen erheblichen Shareholder Value in der kommerziellen Nutzung des spanischen geistigen Eigentums durch die 4basebio AG.

Der Jahresfehlbetrag lag im Geschäftsjahr 2019 32,8 Mio. EUR im Vergleich zu 7,4 Mio. EUR im Vorjahr. Der Jahresfehlbetrag ist ganz maßgeblich auf die im Geschäftsjahr 2019 vorgenommene außerplanmäßige Abschreibung der Beteiligung an der 4basebio S.L.U., Madrid/Spanien zurückzuführen.

Vermögens- und Finanzlage

In der 4basebio AG gelten dieselben Grundsätze für das Finanzmanagement wie sie auch für die Unternehmensgruppe gelten (siehe Abschnitt "3.4. Vermögens- und Finanzlage des Konzerns).

[in TEUR] 31.12.2019 31.12.2018 Δ
in %
Immaterielle Vermögensgegenstände 18 0% 26 0% -30,8
Sachanlagen 2 0% 4 0% -50,0
Finanzanlagen 25.818 49% 55.326 67% -53,3
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 26.696 50% 26.458 32% +0,9
Flüssige Mittel 83 0% 205 0% -59,5
Rechnungsabgrenzungsposten 662 1% 1.125 1% -41,2
Summe Aktiva 53.279 100% 83.144 100% -35,9
Eigenkapital 45.591 86% 75.851 9 1% -39,9
Geleistete Einlagen (beschlossene Kapitalerhöhung) 806 2% 213 0% + >100
Rückstellungen 1.129 2% 2.250 3% -49,8
Verbindlichkeiten 5.753 10% 4.830 6% +19,1
Summe Passiva 53.279 100% 83.144 100% -35,9

Die immateriellen Vermögensgegenstände und Sachanlagen verminderten sich bedingt durch planmäßige Abschreibungen.

Die Finanzanlagen verringerten sind im Geschäftsjahr 2019 um 29,5 Mio. EUR auf 25,8 Mio. EUR aufgrund der Abschreibung auf das Investment an der 4basebio S.L.U., Madrid/Spanien (31,6 Mio. EUR), teilweise kompensiert durch eine Neubewertung der Earn-Out-Verpflichtung aus dem Erwerb der TGR BioSciences Pty. Ltd, Adelaide/Australien mit Wirkung vom 2. Mai 2018 (2,1 Mio. EUR).

Die Forderungen umfassen langfristige Darlehen an Gesellschaften im Konzernverbund in Höhe von 26,7 Mio. EUR (31.12.2018: 26,5 Mio. EUR), darunter als größte Einzelposten Forderungen gegenüber der Expedeon Holdings Ltd., Cambridge/UK in Höhe von 18,3 Mio. EUR (31.12.2018: 16,8 Mio. EUR) sowie gegenüber der Expedeon Ltd., Cambridge/UK in Höhe von 5,1 Mio. EUR (31.12.2018: 5,1 Mio. EUR). Die Forderungen gegen verbundene Unternehmen resultieren aus Darlehensgewährungen sowie aus sonstigen von der 4basebio AG erbrachten Leistungen und weisen eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr auf.

Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten beinhaltet die abgegrenzten Aufwendungen aus den unter den sonstigen Verbindlichkeiten ausgewiesenen Optionsanleihen, die zum Nennwert unterverzinslich ausgegeben wurden. Die Abgrenzungsposten werden über die Laufzeit der Optionen von 3 Jahren aufwandswirksam verteilt.

Die liquiden Mittel belaufen sich zum 31. Dezember 2019 auf 0,1 Mio. EUR nach 0,5 Mio. EUR zum Vorjahresstichtag.

Das Eigenkapital reduzierte sich um 30,3 Mio. EUR auf 46,8 Mio. EUR, im Wesentlichen bedingt durch die Abschreibung der Beteiligung an der 4basebio S.L.U., Madrid/Spanien.

Die sonstigen Rückstellungen verminderten sich um 1,2 Mio. EUR auf 1,1 Mio. EUR (31.12.2018: 2,3 Mio. EUR). Die Veränderung ist im Wesentlichen darauf zurückzuführen, dass die im Geschäftsjahr 2018 aufgelaufenen Earn-Out-Zahlungen in Höhe von 1,1 Mio. EUR im Geschäftsjahr 2019 im Eigenkapital verbucht wurden. Die Verbindlichkeiten erhöhten sich um 1,0 Mio. EUR auf 5,8 Mio. EUR (31.12.2018: 4,8 Mio. EUR) und umfassen Verbindlichkeiten aus Optionsanleihen in Höhe von 3,1 Mio. EUR (31.12.2018: 2,8 Mio. EUR), Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 0,1 Mio. EUR (31.12.2018: 0,2 Mio. EUR) sowie Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von 2,5 Mio. EUR (31.12.2018: 1,7 Mio. EUR).

Gesamtbeurteilung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

Der Vorstand der 4basebio AG erwartet, dass sowohl die hohen konjunkturellen Unsicherheiten als auch die beginnende Corona-Pandemie das globale Wachstum im Geschäftsjahr 2020 erheblich belasten könnten. Gerade mit Blick auf die bereits umfassend eingeleiteten stabilisierenden Maßnahmen zur Abmilderung der negativen finanziellen Auswirkungen sieht der Vorstand aktuell die wirtschaftliche Lage der 4basebio Group auch über das Ende des Geschäftsjahres 2019 hinaus als nicht gefährdet an. Mit Abschluss der Abcam-Transaktion verfügt die 4basebio Group über ausreichende liquide Mittel zur Bewältigung dieser aktuellen Herausforderungen.

4. Chancen- und Risikobericht

Die im nachfolgenden Chancen- und Risikobericht dargestellten Ausführungen gelten gleichermaßen für die Gruppe (4basebio Group) als auch für das Mutterunternehmen (4basebio AG).

4.1. Chancen- und Risikomanagementsystem

Die 4basebio Group agiert in einem dynamischen Marktumfeld und ist daher verschiedenen Risiken ausgesetzt, die untrennbar mit dem unternehmerischen Handeln verbunden sind. Um Risiken frühzeitig zu identifizieren, zu analysieren und wirksame Gegenmaßnahmen zu ergreifen, hat der Vorstand in seiner Gesamtverantwortung für die 4basebio Group ein System für das Risikomanagement und die internen Kontrollen eingerichtet. Das Hauptziel des Risikomanagements besteht darin, strategische, marktbezogene, finanzielle und geschäftsspezifische Chancen und Risiken frühzeitig zu identifizieren und zu überwachen, um nach sorgfältiger Prüfung die notwendigen, sachgerechten und angemessenen Maßnahmen zu ergreifen.

Zu diesem Zweck hat der Vorstand innerhalb der Organisationsstruktur einen Risikomanager ernannt. Die wichtigsten Mechanismen zur Risikoidentifikation sind regelmäßige Sitzungen der oberen Managementebene, bei denen neu auftretende Risiken identifiziert und klassifiziert werden und die Überwachung der Geschäftsentwicklung im Vergleich zum Budget erfolgt. Unterstützt wird dies durch einen regelmäßigen Austausch zwischen Vorstand und Aufsichtsrat, in dem wichtige Themen angesprochen und diskutiert werden. Die Risikosituation der 4basebio Group wird zudem auch mit dem Prüfungsausschuss im Rahmen der Prüfung der Quartalsberichte und des Jahresberichts diskutiert.

Die 4basebio Group überwacht kontinuierlich alle anwendbaren Umwelt-, Gesundheits- und Sicherheitsrichtlinien, Betriebs- und andere geltende gesetzliche oder industrielle Richtlinien und hat Funktionen implementiert, um diese Richtlinien an jedem seiner Geschäftsstandorte effektiv zu erfüllen. Um die potenziellen Auswirkungen zahlreicher steuerlicher, unternehmerischer, arbeitsrechtlicher, wettbewerbsrechtlicher, IP- und anderer rechtlicher Rahmenbedingungen zu verringern, stützt sich die Unternehmensgruppe bei ihren Entscheidungen und gestaltet ihre Richtlinien und Prozesse auf die Beratung durch interne Experten in jedem dieser Bereiche und, falls notwendig, auf die Beratung durch externe Berater. Die 4basebio Group bildet Rückstellungen zur Abdeckung potenzieller Risiken, wo immer dies angemessen und angezeigt ist.

Rechnungslegungsbezogenes internes Kontroll- und Risikomanagementsystem

Die 4basebio AG ist gemäß § 289 Abs. 4 und § 315 Abs. 4 HGB verpflichtet, im Lagebericht die wesentlichen Merkmale ihres rechnungslegungsbezogenen internen Kontroll- und Risikomanagementsystems zu beschreiben. Ziel des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems bezogen auf den Konzernrechnungslegungsprozess ist die Identifizierung und Bewertung von Risiken, die dem Ziel der Regelungskonformität des Konzernabschlusses entgegenstehen können. Dadurch soll eine hinreichende Sicherheit gewährleistet werden, dass die Finanzberichterstattung sowohl mit Blick auf den Konzernabschluss der 4basebio Group als auch mit Blick auf die Einzelabschlüsse sämtlicher einzubeziehender Tochterunternehmen gesetzeskonform in Übereinstimmung mit den allgemein anerkannten Rechnungslegungsgrundsätzen erstellt werden.

Das interne Kontroll- und Risikomanagementsystem für die Rechnungslegung umfasst Grundsätze, Verfahren und Maßnahmen zur Sicherstellung der Wirksamkeit, Wirtschaftlichkeit und Ordnungsmäßigkeit der Rechnungslegung sowie zur Sicherung der Einhaltung der maßgeblichen Gesetze und Normen. Wesentliche Elemente sind klar definierte Kontrollmechanismen (in Gestalt von systemtechnischen und manuellen Abstimmungsprozessen), die Trennung von Funktionen ("Vier-Augen-Prinzip") sowie das Vorhandensein bzw. die Einhaltung der Richtlinien und Arbeitsanweisungen. Bei jedem Internen Kontrollsystem ("IKS") muss grundsätzlich berücksichtigt werden, dass es, unabhängig von seiner Ausgestaltung, keine absolute Sicherheit dafür bieten kann, dass wesentliche Fehlaussagen in der Rechnungslegung vermieden oder aufgedeckt werden. Ursache dafür könnten beispielsweise fehlerhafte Ermessensentscheidungen, unzureichende Kontrollen oder kriminelle Handlungen sein. Der Vorstand trägt die Gesamtverantwortung für das interne Kontroll- und Risikomanagementsystem für die Rechnungslegung.

Spezifische rechnungslegungsbezogene Risiken können zum Beispiel aus dem Abschluss ungewöhnlicher oder komplexer Geschäfte auftreten. Weiterhin sind Geschäftsvorfälle, die nicht routinemäßig verarbeitet werden, mit einem latenten Risiko behaftet. Einem begrenzten Personenkreis sind notwendigerweise Ermessensspielräume bei Ansatz und Bewertung von Vermögenswerten und Schulden eingeräumt, woraus weitere rechnungslegungsbezogene Risiken resultieren können.

Wesentliche Änderungen der Rechnungslegungsprozesse aufgrund von neuen Gesetzen, Gesetzesänderungen oder Änderungen der internen Prozesse werden im Group Accounting zeitnah auf ihre Auswirkungen hin analysiert. Spezielle Bilanzierungs- und Rechnungslegungsfragen oder komplexe Sachverhalte, die entweder besondere Risiken betreffen oder besonderes Know-how erfordern, werden zentral überwacht und bearbeitet. Grundlegende Fragen, die sich im Laufe der Vorbereitung des Jahres- bzw. Konzernabschlusses ergeben, und finanzielle Angelegenheiten, die sich im Laufe des Jahres ergeben (z.B. Buchhaltungs- und Steuerfragen), werden zeitnah mit dem Prüfungsausschuss besprochen. Bei Bedarf werden zusätzliche externe Berater zu verschiedenen Themen hinzugezogen (z.B. Bewertung von ausgegebenen Aktienoptionen nach IFRS, steuerliche Verlustvorträge und latente Steuern).

Die monatlichen, vierteljährlichen und jährlichen Finanzinformationen werden im Hinblick auf Plan/Ist-Abweichungen und buchhalterische Unstimmigkeiten sowie Inkonsistenzen analysiert. Vor der Veröffentlichung werden die Quartals- sowie die Jahres- und Konzernabschlüsse mit dem Prüfungsausschuss besprochen, der auch eine eigene Überprüfung vornimmt.

Das IKS wird laufend auf die Wirksamkeit der Kontrollen überprüft und bei Bedarf angepasst. Das rechnungslegungsbezogene interne Kontrollsystem und das Frühwarnsystem nach § 91 Abs. 2 AktG werden im Rahmen der Abschlussprüfung überprüft. Der Abschlussprüfer ist verpflichtet, den Aufsichtsrat über rechnungslegungsrelevante Risiken oder Kontrollschwächen sowie über sonstige im Rahmen seiner Prüfung festgestellte wesentliche Schwächen des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems und des Frühwarnsystems nach § 91 Abs. 2 AktG zu informieren.

4.2. Chancen und Risiken der zukünftigen Geschäftsentwicklung

Nachfolgend sind die Chancen und Risiken aufgeführt, die in der 4basebio Group im Rahmen ihres Risikomanagementsystems ermittelt wurden und verfolgt werden. Es erfolgt keine Verrechnung von Chancen und Risiken. Für Zwecke der internen Steuerung erfolgt keine Quantifizierung der verdichtet dargestellten Einzelrisiken nach einer gruppenweit durchgängigen Methodik. Die 4basebio Group unterscheidet zwischen "Umfeld- und Geschäftsrisiken", "Finanzrisiken", "sonstigen Risiken" und "Geschäftschancen".

Umfeld- und Geschäftsrisiken

Unter den "Umfeld- und Geschäftsrisiken" verfolgt die 4basebio Group insbesondere Risiken, die von gesamtwirtschaftlichen, politischen, gesellschaftlichen und regulatorischen Entwicklungen ausgehen. Überdies werden die spezifischen, dem Geschäftsmodell der 4basebio Group inhärenten Betriebsrisiken überwacht.

ALLGEMEINE BRANCHENRISIKEN

Die 4basebio Group ist den branchentypischen Risiken für Unternehmen aus dem Life Science-Bereich ausgesetzt. Dies verleiht der Unternehmensgruppe naturgemäß ein hohes Risikoprofil, was sich direkt auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gruppe auswirken und damit auch direkt die Bewertung des Unternehmens beeinflussen kann.

Das biotechnologische und pharmazeutische Umfeld ist äußerst dynamisch. Sowohl das Marktumfeld als auch die Wettbewerbssituation können sich sehr schnell ändern. Nach der Abcam-Transaktion und der damit verbundenen operativen Neuausrichtung der 4basebio Group hat sich Anzahl und Identität der Wettbewerber verändert. Einige Konkurrenten sind im Vergleich zur 4basebio Group deutlich größer und finanziell solider aufgestellt. Weiterhin besteht die Gefahr, dass wirtschaftlich bedeutendere Konkurrenten künftig in das Marktsegment eintreten könnten, auf das sich die 4basebio Group nach Abschluss der Abcam-Transaktion zwischenzeitlich fokussiert hat.

RISIKEN AUS PRODUKTVERKÄUFEN

In den zurückliegenden Geschäftsjahren konzentrierte sich die 4basebio Group auf den Verkauf eigener Produkte, wodurch der Markterfolg dieser Verkaufsaktivitäten mit Blick auf die finanzielle Gesamtleistung der Gruppe von großer Bedeutung war. Dementsprechend bestanden Risiken vor allen aus einer unzureichenden Marktnachfrage, rückläufigen Kundenbedürfnissen oder Verzögerungen aufgrund von Verschiebungen bei der Markteinführung weiterer neuer und innovativer Produkte. Da sich die Gruppe bedingt durch ihre operative Neuausrichtung ab dem Geschäftsjahr 2020 fortan auf die Entwicklung einer DNA-Produktionsbereitschaft konzentrieren wird, werden die Produktverkäufe die finanzielle Gesamtleistung der Gruppe (zumindest in der nahen Zukunft) nicht mehr wesentlich beeinflussen.

RISIKEN AUS PRODUKTENTWICKLUNGEN

Die 4basebio Group entwickelt neue Produkte und Technologien im Bereich der molekularen Biologie. Bevor neue Projekte in Angriff genommen werden, wird jedes Projekt von der Forschungssteuerung der Unternehmensgruppe in regelmäßig stattfindenden Sitzungen intensiv überprüft. Diese Überprüfungen umfassen sowohl technische Aspekte als auch eine sorgfältige Analyse des Marktpotenzials.

RISIKEN AUS UNTERNEHMENSZUSAMMENSCHLÜSSEN

Akquisitionen von Unternehmen und Produktlinien stellen für die 4basebio Group ein bedeutendes strategisches Instrument dar, um das Leistungsportfolio schneller auszubauen und dieses gezielt auf die Kundenbedürfnisse auszurichten. Durch den Erwerb von Unternehmen oder von einzelnen Vermögenswerten kann die 4basebio Group Risiken ausgesetzt werden, die mit der Integration neuer Technologien, Geschäftseinheiten, Unternehmensstandorte und Mitarbeiter verbunden sind. Darüber hinaus können in diesem Zusammenhang in der Folge Risiken bei der Ausgabe von Eigenkapitalinstrumenten entstehen, die den Wert der von den Aktionären gehaltenen Aktien verwässern könnten. Negative Folgen auf den Unternehmenswert der 4basebio können sich insbesondere dann ergeben, wenn eine Akquisition nicht die erwarteten Ergebnisse erzielt.

IP-RISIKEN

Patente sind für LifeScience-Unternehmen ein wichtiger Faktor bei der Vermarktung von Produkten. Die Überwachung und der Schutz von Patenten hat für die 4basebio Group daher eine sehr hohe Priorität. Patentrechte können jederzeit angefochten werden und die Erteilung eines neuen Patents kann einen langwierigen und mühsamen Prozess nach sich ziehen, der keine Garantie für einen erfolgreichen Ausgang bietet. Patentrechtsstreitigkeiten können mit erheblichen zusätzlichen internen und externen Ausgaben verbunden sein und im Extremfall in einem Projektabbruch münden.

PERSONELLE RISIKEN

Zur Sicherstellung eines bestmöglichen Unternehmenserfolgs ist es auch für die 4basebio Group äußerst wichtig, eine ausreichende Anzahl von hochqualifizierten Mitarbeitern einzustellen und an die Unternehmensgruppe zu binden. Die Gruppe steht mit Blick auf die Personalressourcen im Wettbewerb mit anderen Unternehmen. In diesem Zusammenhang besteht sowohl das grundsätzliche Risiko der Fluktuation als auch das Risiko, dass die 4basebio Group nicht in der Lage ist, neue Mitarbeiter mit den erforderlichen Qualifikationen einzustellen. Darüber hinaus kann sich der unvorhergesehene Verlust von Schlüsselmitarbeitern und dem damit verbundenen Verlust von einschlägigem Know-how nachteilig auf die 4basebio Group auswirken, so z.B. gerade in einer Wachstums- und Expansionsphase.

FINANZIERUNGSRISIKEN

Die Umsetzung einer gezielten Wachstumsstrategie basierend auf einem "Buy-and-build"-Konzept erfordert zusätzliche liquide Mittel. In den vergangenen Geschäftsjahren prüfte die 4basebio Group verschiedene Optionen zur Sicherung dieses Kapitalbedarfs. Der Vorstand der 4basebio Group geht nach dem Abschluss der Abcam-Transaktion und mit Blick auf die dadurch generierten liquiden Mitteln davon aus, dass die Gruppe in der Lage ist, die Finanzierung von Akquisitionen aus eigenen Mitteln durchzuführen.

UNTERNEHMENSFORTFÜHRUNG

Die Annahme der Unternehmensfortführung war in den vergangenen Geschäftsjahren ein wichtiger Managementschwerpunkt. Zu diesem Zweck war der Geschäftsplanungsprozess in der 4basebio Group von zentraler Bedeutung, der ultimativ eine ausreichende Liquiditätsausstattung sicherstellte. Mit den Bareinnahmen aus der Abcam-Transaktion hat sich die Priorität der Annahme der Unternehmensfortführung für die Unternehmensgruppe zwischenzeitlich nicht unerheblich verringert.

RISIKEN IM ZUSAMMENHANG MIT DER ANERKENNUNG VON STEUERLICHEN VERLUSTVORTRÄGEN

Neben den bisherigen Regelungen zum Verlustabzug nach § 8 Abs. 4 KStG hat der deutsche Gesetzgeber mit § 8c KStG, der im Rahmen der Unternehmenssteuerreform zum 1. Januar 2008 in Kraft getreten ist, eine verschärfte Gesetzgebung eingeführt, wonach die Zuführung von neuem Betriebsvermögen nicht mehr Gegenstand ist und eine Übertragung von mehr als 25% des Grundkapitals vor dem 1. Januar 2016 dazu führen würde, dass mindestens ein Teil der Verlustvorträge nicht mehr abzugsfähig ist. Eine Übertragung von mehr als 50% des Grundkapitals nach den Bestimmungen des § 8c KStG würde dazu führen, dass der gesamte Verlustvortrag entfällt. Für solche Übertragungen der Beteiligungen am Grundkapital, die nach dem 31. Dezember 2015 stattfinden, finden - unter entsprechender Erfüllung der Tatbestandsvoraussetzungen - die Regelungen des § 8d KStG Anwendung, sodass insoweit im Falle eines schädlichen Beteiligungserwerbs nach § 8c KStG auf Antrag bei Fortführung desselben Geschäftsbetriebs und Vorliegen der weiteren Voraussetzungen ein sogenannter fortführungsgebundener Verlustvortrag gewährt wird.

RISIKEN IM ZUSAMMENHANG MIT DER ERSTATTUNG VON VORSTEUERBETRÄGEN

Hinsichtlich der Vorsteuerabzugsberechtigung der 4basebio AG läuft ein Einspruchsverfahren bei den Steuerbehörden. In diesem Verfahren gibt es unterschiedliche Auffassungen zwischen der 4basebio AG und der einschlägigen Finanzbehörde. Die Risiken sind in den Rückstellungen vollumfänglich berücksichtigt und betreffen die Rückerstattung von Vorsteuerbeträgen für Zeiträume vor dem 31. Dezember 2019.

Finanzrisiken

Verschiedene finanzielle Risiken im Zusammenhang mit finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten können sich nachteilig auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der 4basebio Group auswirken. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um Zinsrisiken, Kredit- oder Ausfallrisiken, Liquiditätsrisiken sowie Wechselkursrisiken. Ergänzende Erläuterungen zu den finanziellen Risiken in Bezug auf die Verwendung von Finanzinstrumenten befinden sich überdies im Konzernanhang in Textziffer "22. Zusätzliche Angaben zu Finanzinstrumenten".

ZINSRISIKEN

Die 4basebio Group weist in ihrer Bilanz gegenwärtig keine wesentlichen variabel verzinslichen finanzielle Verbindlichkeiten aus. Die Gruppe verfügt indes nach der Abcam-Transaktion gegenwärtig über nicht unerhebliche Barmittelbestände, deren Verzinsung vorrangig vom Basiszinssatz der Europäischen Zentralbank abhängt. Im Falle einer Senkung des Basiszinssatzes können Zinskosten für das Halten dieser Bankeinlagen entstehen (z.B. im Falle von Negativzinsen).

KREDIT- ODER AUSFALLRISIKEN

In den vergangenen Geschäftsjahren bestanden im Rahmen des Direktvertriebs eigener Produkte Kredit- oder Ausfallrisiken mit Blick auf die rechtzeitige Einziehung bzw. den Ausfall von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegenüber Kunden. Bis zur Abcam-Transaktion waren die tatsächlichen Forderungsausfälle indes minimal. Da sich die Gruppe bedingt durch die operative Neuausrichtung ab dem Geschäftsjahr 2020 auf die Entwicklung der DNA-Produktionsbereitschaft konzentrieren wird, werden sowohl die bisher implementierten Kreditannahmeprozesse als auch die Mahnprozesse (z.B. die fortlaufende Überwachung ausstehender Rechnungen) die Risikoposition der Gruppe (zumindest in der nahen Zukunft) nicht mehr wesentlich beeinflussen.

Die Unternehmensgruppe verfügt indes nach der Abcam-Transaktion gegenwärtig über nicht unerhebliche Bargeldbestände bei Banken. Vor diesem Hintergrund ist die 4basebio Group potenziellen Ausfällen des Bankensystems und einem daraus resultierenden Kapitalverlust ausgesetzt. Die finanzielle Stabilität der von der Gruppe genutzten Banken wird ständig überwacht und die Höhe der Einlagen bei den einzelnen Banken regelmäßig überprüft.

LIQUIDITÄTSRISIKEN

Das Liquiditätsrisiko beschreibt das Risiko, dass die 4basebio Group nicht in der Lage ist, ihre Verbindlichkeiten bei Fälligkeit zu begleichen. Die Unternehmensgruppe überwacht ihre Barmittelbestände genau, um sicherzustellen, dass sie jederzeit über eine angemessene Liquidität verfügt. Mit den Bareinnahmen aus der Abcam-Transaktion hat sich das Liquiditätsrisiko der 4basebio Group zwischenzeitlich nicht unerheblich verringert.

WECHSELKURSRISIKEN

Der Großteil der Aktivitäten der 4basebio Group im Geschäftsjahr 2019 wurde in anderen Währungen als dem Euro durchgeführt. Folglich können starke Schwankungen des Wechselkurses des Euro insbesondere gegenüber dem US-Dollar oder dem britischen Pfund einen negativen Einfluss auf die finanzielle Gesamtleistung haben. Ab dem Geschäftsjahr 2020 hat sich bedingt durch die Abcam-Transaktion dieses Risiko mit dem Verkauf der meisten britischen Vermögenswerte, sämtlicher australischer Vermögenswerte und einiger US-Vermögenswerte deutlich verringert. Die Transaktionen der 4basebio Group werden mit Blick auf die 4basebio Inc., San Diego/USA auch künftig in US-Dollar abgeschlossen und bestimmte mitarbeiterbezogene Kosten auch künftig in britischem Pfund beglichen. Mit Blick auf die beschlossene Schließung der 4basebio Inc., San Diego/USA, wird sich das Devisenrisiko im Geschäftsjahr 2020 indes weiter verringern. Demgegenüber könnte ein Wechselkursrisiko künftig mit Blick auf die Geldanlagen der im Rahmen der Abcam-Transkation zugeflossenen liquiden Mittel bestehen. Dies indes nur dann, wenn die in Euro zugeflossenen Gelder in anderen Währungen als dem Euro angelegt werden.

Sonstige Risiken

BREXIT

Der Ausgang des Brexit-Prozesses ist aktuell noch immer ungewiss. Seit der Abcam-Transaktion beschäftigt die Gruppe im Vereinigten Königreich vier Mitarbeiter in Verwaltungs- und Managementfunktionen. Es gibt keine Produktions-, Forschungs- und Entwicklungs- oder Verkaufsaktivitäten im Vereinigten Königreich. Folglich wird die Bedeutung des " Brexit " für die Unternehmensgruppe künftig als gering eingestuft. Gleichwohl überwacht und berücksichtigt die 4basebio Group weiterhin die potenziellen Auswirkungen auf die Gruppe selbst und auf ihre Geschäftspartner.

CORONA / COVID-19

Die Auswirkungen der zum Zeitpunkt der Erstellung des Lageberichts andauernden Corona-Pandemie auf die europäische und weltweite Wirtschaft im Allgemeinen sowie die 4basebio Group im Speziellen sind zum gegenwärtigen Zeitpunkt aufgrund der aktuellen Dynamik und der nicht absehbaren Dauer nicht abschätzbar. Gerade mit Blick auf die bereits umfassend eingeleiteten stabilisierenden Maßnahmen zur Abmilderung der negativen finanziellen Auswirkungen sieht der Vorstand zum Erstellungszeitpunkt des Lageberichts die wirtschaftliche Lage der 4basebio Group auch über das Ende des Geschäftsjahres 2019 hinaus als nicht gefährdet an. Mit Abschluss der Abcam-Transaktion verfügt die 4basebio Group über ausreichende liquide Mittel, um die negativen Folgen dieser Pandemie zu bewältigen.

Geschäftschancen

Nach der Abcam-Transaktion liegt der Hauptschwerpunkt der 4basebio Group in den nächsten beiden Jahren auf der Entwicklung von Produktionsanlagen für die kommerzielle Herstellung von synthetischer DNA für die Verwendung in der Gentherapie und für Genimpfstoffanwendungen. Zu gegebener Zeit (aber nicht vor dem Geschäftsjahr 2022) sollen somit Bareinnahmen und Gewinne aus dem Verkauf dieser Entwicklungsleistungen erzielt werden. Vor dem Geschäftsjahr 2022 sind dagegen keine nennenswerten Einnahmen zu erwarten. Der Vorstand ist der Ansicht, dass die Konzentration auf die Entwicklung der Herstellung synthetischer DNA einen Beitrag zur Steigerung des Unternehmenswerts leisten wird.

Daneben erwartet die Gruppe, dass sie künftig nur selten größere Mengen an Enzymen verkaufen wird, die von Dritten in ihre Diagnostika-Produkte aufgenommen werden sollen. Sowohl der Zeitpunkt als auch die Höhe dieser Produktverkäufe ist schwer prognostizierbar, da diese von einer Vielzahl von Faktoren abhängig sind, die sich außerhalb des Einflussbereichs der 4basebio Group befinden, insbesondere von den Fortschritten, die von potenziellen Kunden bei der Entwicklung und Vermarktung von Diagnostikprodukten erzielt werden.

Akquisitionen bieten für die 4basebio Group auch künftig die Chance zur Ergänzung der Kernkompetenz der Entwicklung seiner Produktionsbereitschaft für synthetische DNA entlang des genomischen Workflows. Vor diesem Hintergrund wird die Unternehmensgruppe ihre "Buy-and-Build"-Strategie auch künftig fortsetzen.

Gesamtaussage des Vorstands

In seiner Verantwortungsfunktion für das Risikomanagement überprüft der Vorstand der 4basebio AG die Risiko- und Chancensituation der Unternehmensgruppe. Das grundsätzliche Risikoprofil hat sich mit Abschluss der Abcam-Transaktion nicht unerheblich verändert. Nach der Abcam-Transaktion liegt der Hauptschwerpunkt der 4basebio Group in den beiden kommenden Jahren auf der Entwicklung seiner Produktionsbereitschaft für synthetische DNA. Das Ziel besteht darin, die kommerzielle Herstellung von synthetischer DNA in der Gentherapie und für Genimpfstoffanwendungen voranzutreiben. Trotz der zuvor beschriebenen Risiken überwiegen in einer Gesamtbeurteilung nach Ansicht des Vorstands der 4basebio AG die künftigen Geschäftschancen. Der Vorstand hält die Risiken insgesamt für angemessen und vertraut auf die Wirksamkeit des Risikomanagementsystems im Hinblick auf Veränderungen im Umfeld und die Erfordernisse des laufenden operativen Geschäfts. Gerade nach Abschluss der Abcam-Transaktion verfügt die 4basebio Group über ausreichende Barmittel, um den neuen Herausforderungen des aktuellen Gesamtrisikoprofils erfolgreich begegnen zu können.

5. Prognosebericht

Der folgende Abschnitt kann zukunftsgerichtete Aussagen enthalten, die auf den Schätzungen und Erwartungen des Vorstands über zukünftige Entwicklungen, einschließlich der Finanzprognosen und der zukünftigen Geschäftslage des Unternehmens, beruhen. Diese Erwartungen unterliegen den in Abschnitt "4. Chancen- und Risikobericht" beschriebenen Risiken und Ungewissheiten. Die tatsächlichen Ergebnisse können aufgrund einer Vielzahl von Faktoren, die sich der Kontrolle des Vorstands entziehen, erheblich von den Schätzungen abweichen.

Die finanzielle Gesamtleistung im Geschäftsjahr 2020 hängt von den Fortschritten bei der Entwicklung von DNA-Produktionsanlagen, der damit verbundenen Kostenstruktur und den laufenden Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten der Unternehmensgruppe ab. Mit Blick auf die Schließung der 4basebio Inc., San Diego/USA rechnet der Vorstand bis zur endgültigen Schließung im Laufe des Geschäftsjahres 2020 mit operativen Betriebsverlusten dieses Tochterunternehmens. Zudem sind zusätzliche Kosten für die Betriebsschließung zu erwarten.

Im Laufe des Geschäftsjahres 2020 wird die 4basebio Group aufgrund der Veräußerung seiner Proteomik- und Immunologie-Assets an Abcam, die am 1. Januar 2020 mit einem Erlös von 120 Mio. EUR abgeschlossen wurde, einen signifikanten Buchgewinn ausweisen. In naher Zukunft wird jedoch erwartet, dass die Unternehmensgruppe operative Verluste und Mittelabflüsse ausweisen wird, da die Gruppe reinvestiert, um ihre Aktivitäten zu vergrößern und auszuweiten. Es wird mit Blick auf die Unternehmensgruppe erwartet, dass der operative Barmittelverbrauch aus dem verbleibenden Geschäft im Geschäftsjahr 2020, ohne Ausgaben im Zusammenhang mit der Abcam-Transaktion, zwischen 2,5 Mio. EUR und 3,5 Mio. EUR bei Umsatzerlösen zwischen 0,5 Mio. EUR und 1,0 Mio. EUR liegen wird.

4basebio konzentriert sich nun in erster Linie auf die Herstellung von synthetischer DNA im kommerziellen Maßstab für den Einsatz in den Gentherapie- und Genimpfstoffmärkten, zwei gerade entstehende und schnell wachsenden Marktsegmente. Das derzeitige DNA-Angebot für diese Märkte wird durch Biofermentierungs-Produktionsprozesse abgedeckt. Diesen gegenüber weist die Produktion synthetischer DNA, eine neue Technologie, sehr deutliche Leistungs-, Sicherheits- und Kostenvorteile auf.

In den nächsten zwei Jahren erwartet 4basebio, bis zu 15,0 Mio. EUR in die laufende Entwicklung seiner firmeneigenen Technologie für die DNA-Herstellung, die anschließende Skalierung seines Geschäfts und den Aufbau einer DNA-Herstellungsanlage zur Herstellung kommerzieller Mengen synthetischer DNA in klinischer Qualität zu investieren. Parallel dazu wird die Gruppe ihre "Buy-and-Build-Strategie" mit dem Ziel fortsetzen, Vermögenswerte und Technologien in den Bereichen Gentherapie und Impfstoff-Workflows zu erwerben, um die Kerntechnologie zur Herstellung synthetischer DNA zu ergänzen.

Das Management ist der Ansicht, dass die Verfolgung dieser Strategie eine Wertschöpfungsmöglichkeit bietet, die zu gegebener Zeit die 120 Mio. EUR, die durch die Veräußerung der Immunologie- und Proteomik-Vermögenswerte vereinnahmt wurde, deutlich übersteigen kann.

6. Vergütungsbericht

Der Vergütungsbericht ist Bestandteil des zusammengefassten Lageberichts und enthält sowohl die Grundzüge der Vergütungssysteme für Vorstand und Aufsichtsrat als auch einen Ausweis von Höhe und Struktur der Vergütung. Der Vergütungsbericht richtet sich nach den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) und erfüllt die Anforderungen nach den anwendbaren Vorschriften der §§ 289a Abs. 2, 314 Abs. 1 Nr. 6a und b, 315a Abs. 2 HGB. Die 4basebio AG weist in diesem Vergütungsbericht sowohl die Vergütung des Vorstands als auch die Vergütung des Aufsichtsrats individualisiert aus.

6.1. Vorstand

Mitglieder des Vorstands

Dr. Heikki Lanckriet (CEO und CSO), Vorstandmitglied seit 2016, bestellt bis 31.12.2023.

David Roth (CFO), Vorstandsmitglied seit 2017, bestellt bis 31.12.2023.

Grundzüge des Vergütungssystems für den Vorstand

Die Gesamtstruktur des Vergütungssystems für den Vorstand wird vom Plenum des Aufsichtsrats, das für die Festlegung der angemessenen Vergütung der einzelnen Vorstandsmitglieder zuständig ist, beraten und regelmäßig überprüft. Aufgrund der Bedeutung der Zusammensetzung des Vorstands und der damit verbundenen Vergütung der einzelnen Mitglieder hat der Aufsichtsrat einen eigenen Nominierungs- und Vergütungsausschuss gebildet. Die erfolgsunabhängigen Komponenten und die Grundstrukturen der erfolgsabhängigen Komponenten sind Bestandteil der mit den einzelnen Vorstandsmitgliedern abgeschlossenen Dienstverträge.

Ziel und Zweck des Vergütungssystems für die Vorstandsmitglieder der 4basebio AG ist es, die Vorstandsmitglieder an der Entwicklung des Geschäfts der Gesellschaft entsprechend ihren individuellen Aufgaben und Leistungen für die Unternehmensgruppe und den Erfolgen bei der Leitung der wirtschaftlichen und finanziellen Lage der Gesellschaft unter Berücksichtigung des Wettbewerbsumfelds zu beteiligen. Die Gesamtvergütung des Vorstands ist erfolgsabhängig und setzte sich im Geschäftsjahr 2019 aus verschiedenen Komponenten zusammen:

eine erfolgsunabhängige Vergütung (Festvergütung); und

eine erfolgsabhängige Vergütung (variable Vergütung).

Auf der Hauptversammlung vom 7. Juli 2017 erhielt die Gesellschaft die Zustimmung der Aktionäre, dem Vorstand im Rahmen eines Mitarbeiterbeteiligungsprogramms bis zu 2 Mio. Aktien zuzuteilen. 1,75 Mio. Aktien wurden im Geschäftsjahr 2018 ausgegeben.

Die erfolgsunabhängigen Komponenten bestehen aus einem festgelegten Fixbetrag.

Dr. Heikki Lanckriet hat seit dem 1. August 2016 einen Arbeitsvertrag mit der 4basebio AG und einen Arbeitsvertrag mit der Expedeon Ltd., Cambridge/UK. David Roth hat seit dem 1. März 2017 einen Arbeitsvertrag mit der 4basebio AG und einen Arbeitsvertrag mit der Expedeon Ltd., Cambridge/UK. Ab dem 1. Januar 2020 wurden die Arbeitsverträge von Expedeon Ltd. auf 4basebio Ltd. Cambridge/UK übertragen.

Die erfolgsunabhängigen Komponenten bestehen aus einem festgelegten Fixbetrag. Die erfolgsabhängige Vergütung bestand mit Blick auf das Geschäftsjahr 2019 aus einem variablen Bonus. Die Höhe der jeweiligen Tantieme hängt ausschließlich von der Erreichung bestimmter Zielparameter ab, die auf der Leistung der Unternehmensgruppe basieren. Die Höhe des variablen Bonus basiert auf einer jährlichen Bewertung der Unternehmensleistung, die sich aus der Erreichung strategischer und operativer Ziele wie dem Abschluss des Finanzierungsprozesses, der Erhöhung der Sichtbarkeit des Unternehmens am Kapitalmarkt sowie anderer Unternehmensziele ergibt. Der Aufsichtsrat hat während und nach Ablauf des Geschäftsjahres die Fortschritte bei der Zielerreichung bewertet und die Tantieme unter Berücksichtigung sämtlicher relevanten Faktoren festgelegt.

Die Gesamtvergütung der Mitglieder des Vorstands betrugen im Geschäftsjahr 2019 640 TEUR (2018: 561 TEUR).

Vergütung des Vorstands

[in TEUR] erfolgsunabhängige Vergütung erfolgsabhängige Vergütung sonstige Vergütungen Gesamte Barvergütung
Dr. Heikki Lanckriet 296 76 - 372
davon von der 4basebio AG 178 46 - 223
davon von der Expedeon Ltd 119 30 - 149
David Roth 213 55 - 268
davon von der 4basebio AG 171 43 - 214
davon von der Expedeon Ltd 43 11 - 54

Für das vorhergehende Geschäftsjahr 2018 setzt sich die Vergütung der Vorstandsmitglieder wie folgt zusammen:

[in TEUR] erfolgsunabhängige Vergütung erfolgsabhängige Vergütung sonstige Vergütungen Gesamte Barvergütung
Dr. Heikki Lanckriet 251 75 - 326
davon von der 4basebio AG 151 45 - 196
davon von der Expedeon Ltd 100 30 - 130
David Roth 181 54 - 235
davon von der 4basebio AG 145 43 - 188
davon von der Expedeon Ltd 36 11 - 47

Aktien und Bezugsrechte der Mitglieder des Vorstands

01.01.2019 Zugänge Abgänge 31.12.2019
Dr. Heikki Lanckriet 1.629.019 57.500 - 1.686.519
David Roth 125.500 32.000 - 157.500
1.754.519 89.500 - 1.844.019

Darüber hinaus halten zum 31. Dezember 2019 Max Lanckriet, Nell Lanckriet und Finn Lanckriet, alle mit Dr. Heikki Lanckriet verbundene Personen, jeweils 2.500 Aktien der 4basebio AG. Sarah Roth, eine nahe stehende Person von David Roth, hält zum 31. Dezember 2019 89.000 Aktien der 4basebio AG.

Zum 31. Dezember 2019 hält Dr. Heikki Lanckriet 1.000.000 Aktienoptionen an der 4basebio AG und David Roth 750.000 Aktienoptionen an der 4basebio AG an der 4basebio AG.

6.2. Aufsichtsrat

Mitglieder des Aufsichtsrats

Dr. Cristina Garmendia Mendizabal (Vorsitzende des Aufsichtsrats bis zum 4. April 2019)

Selbstständige Unternehmerin, Madrid, Spanien

Joseph M. Fernández, Vorsitzender des Aufsichtsrats

Vorstandsvorsitzender der Active Motif Inc., Carlsbad, Kalifornien, USA

Dr. Trevor Jarman

Selbstständiger Unternehmer, Cambridge, UK

Tim McCarthy

Vorstandsvorsitzender der Unnamed Ltd, Cambridge, UK

Peter Llewellyn-Davies

Vorstandsvorsitzender und Finanzvorstand der APEIRON Biologics AG, Wien, Österreich

Pilar de la Huerta

Vorstandsvorsitzende der ADL BioPharma, Madrid, Spanien

Hansjörg Plaggemars (Mitglied des Aufsichtsrats seit dem 9. Juli 2019)

Unternehmensberater, Stuttgart, Deutschland

Weitere Mitgliedschaften von Aufsichtsratsmitgliedern in anderen gesetzlich zu bildenden Aufsichtsräten und vergleichbaren in- und ausländischen Kontrollgremien (§ 125 Abs. 1 Satz 5 AktG)

Joseph M.Fernández

Vorsitzender der Geschäftsführung der Active Motif Chromeon GmbH, Tegernheim, Deutschland

Mitglied des Board of Directors des Hiram College, Hiram, Ohio, USA

Mitglied des Board of Directors der Protein Fluidics, Santa Clara, San Francisco, CA, USA

Mitglied des Board of Directors der Delegate Advisors, San Francisco, CA, USA

Dr. Trevor Jarman

Vorsitzender des Board of Directors der Persavita Ltd, Cambridge, UK

Vorstandsvorsitzender der Natures Remedies Ltd, Cambridge, UK

Mitglied des Board of Directors der Cambridge Cell Networks Ltd, Cambridge, UK

Mitglied des Board of Directors der Swangap Flat Management Ltd, Cambridge, UK

Mitglied des Board of Directors der Protus Ltd, Cambridge, UK

Tim McCarthy

Vorsitzender des Board of Directors der ImmuPharma PLC, London, UK

Vorsitzender des Board of Directors der Dropped Ltd, Cambridge, UK

Vorsitzender des Board of Directors der Incanthera Ltd, Manchester, UK

Mitglied des Board of Directors der Incanthera Therapeutics Ltd, Manchester, UK

Mitglied des Board of Directors der Incanthera R&D Ltd, Manchester, UK

Mitglied des Board of Directors der Frangipani Dreams Ltd, Cambridge, UK

Peter Llewellyn-Davies

Vorstandsvorsitzender und Finanzvorstand der APEIRON Biologics AG, Wien, Österreich

Mitglied des Aufsichtsrates und Vorsitzender des Prüfungsausschusses der Shield Therapeutics PLC, London, UK

Pilar de la Huerta

Mitglied des Board of Directors der Epidesease SL, Madrid, Spanien

Hansjörg Plaggemars (seit dem 9. Juli 2019)

Non-Executive Director der KIN Mining NL, Perth, Australia

Non-Executive Director der Azure Minerals Limited, Perth, Australia

Non-Executive Director der Davenport Resources Limited, Perth, Australia

Vorsitzender des Aufsichtsrates der Nordic SSW 1000 Verwaltungs AG, Heidelberg, Deutschland

Mitglied des Aufsichtsrates der Carus AG, Heidelberg, Deutschland

Mitglied des Aufsichtsrates der Deutsche Balaton Immobilien I AG, Heidelberg, Deutschland

Grundzüge des Vergütungssystems für den Aufsichtsrat

Die Vergütung der Mitglieder des Aufsichtsrats wird von der Hauptversammlung festgelegt und ist in § 10 der Satzung der 4basebio AG festgelegt. Die einzelnen Mitglieder des Aufsichtsrats der 4basebio AG erhalten in Übereinstimmung mit dem Deutschen Corporate Governance Kodex sowohl eine erfolgsunabhängige Festvergütung als auch eine erfolgsabhängige variable Vergütung.

Die erfolgsunabhängige Vergütung, die jedes Mitglied erhält, beträgt 20 TEUR. Der Vorsitzende erhält das Doppelte und der stellvertretende Vorsitzende das 1,5-fache der Vergütung eines Aufsichtsratsmitglieds. Neben dieser Vergütung erhält jeder Vorsitzende eines Aufsichtsratsausschusses 10 TEUR Vergütung, sofern der Ausschuss mindestens zweimal im Geschäftsjahr tagt. Darüber hinaus erhalten die Aufsichtsratsmitglieder eine variable Vergütung in Höhe von jeweils 10% des Festgehalts für das erste Geschäftsjahr, in dem eine positive Eigenkapitalrendite erzielt wird. In den Folgejahren wird die variable Vergütung (erfolgsabhängige Vergütung) als Prozentsatz von der Eigenkapitalrendite (Prozentsatz) des Konzernabschlusses bemessen. Aufsichtsratsmitglieder, die nur während eines Teils des Geschäftsjahres aktiv sind, erhalten eine angemessene anteilige (reduzierte) Vergütung. Sämtlichen Aufsichtsratsmitgliedern werden, die bei der Ausübung ihrer Tätigkeit anfallenden Auslagen erstattet.

Vergütung des Aufsichtsrats

2019 2018
[in TEUR] Fix Variabel Gesamt Fix Variabel Gesamt
Dr. Cristina Garmendia Mendizabal 11 - 11 40 - 40
Joseph M. Fernández 37 - 37 30 - 30
Dr. Trevor Jarman 20 - 20 20 - 20
Tim McCarthy 27 - 27 20 - 20
Peter Llewellyn-Davies 30 - 30 30 - 30
Pilar de la Huerta 27 - 27 20 - 20
Hansjörg Plaggemars 10 - 10 - - -
Summe 162 - 162 160 - 160

Aktien und Bezugsrechte der Mitglieder des Aufsichtsrats

01.01.2019 Zugänge Abgänge 31.12.2019
Joseph M. Fernández 2.649.921 39.548 - 2.689.469
Dr. Trevor Jarman 608.288 - - 608.288
Tim McCarthy 154.817 - - 154.817
Peter Llewellyn-Davies - 10.000 - 10.000
Pilar de la Huerta - - - -
Hansjörg Plaggemars - - - -
3.413.026 49.548 - 3.462.574

Darüber hinaus hält Kathrin Plaggemars, eine mit Hansjörg Plaggemars eng verbundene Person, zum 31. Dezember 2019 40.000 Aktien der 4basebio AG.

6.3. Berufshaftpflichtversicherung (D&O-Versicherung)

Die 4basebio AG hat eine Haftpflichtversicherung (D&O-Versicherung) mit einem Selbstbehalt für Mitglieder des Aufsichtsrats, für Vorstandsmitglieder und für leitende Angestellte verbundener Unternehmen im In- und Ausland abgeschlossen. Der Selbstbehalt basiert auf den gesetzlichen Vorgaben und den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex. Die Versicherung deckt die Kosten der Rechtsverteidigung im Schadensfall und ggf. zu leistende Schadenersatzleistungen ab, die durch die Versicherungspolice abgedeckt sind. Die Versicherungssumme ist bewusst niedrig gehalten, um sicherzustellen, dass die Prämie der finanziellen Situation des Unternehmens angemessen bleibt. Im Falle einer über die Versicherungssumme hinausgehenden Haftung wird jedes einzelne Vorstands- bzw. Aufsichtsratsmitglied in vollem Umfang persönlich haftbar gemacht.

7. Übernahmerelevante Angaben

Angaben nach §§ 289a Abs. 1, 315a Abs. 1 HGB

ZUSAMMENSETZUNG DES GEZEICHNETEN KAPITALS (NR. 1)

Das Grundkapital der 4basebio AG in Höhe von 52.309.785 EUR zum 31. Dezember 2019 setzt sich aus 52.309.785 nennwertlosen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital von 1 EUR je Aktie zusammen. Es bestehen ausnahmslos stimmberechtigte Stammaktien. Es gibt keine Inhaber von Aktien mit Sonderrechten oder anderen Beschränkungen hinsichtlich des Stimmrechts.

BESCHRÄNKUNGEN, DIE STIMMRECHTE ODER DIE ÜBERTRAGUNG VON AKTIEN BETREFFEN (NR. 2)

Dem Vorstand sind keine Beschränkungen bekannt, die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen, insbesondere keine Beschränkungen, die sich aus Vereinbarungen zwischen Gesellschaftern ergeben können.

DIREKTE ODER INDIREKTE BETEILIGUNGEN AM KAPITAL, DIE 10% DER STIMMRECHTE ÜBERSCHREITEN (NR. 3)

Am 6. April 2020 gab Herr W. Zours eine aufsichtsrechtliche Mitteilung ab, in der eine Gesamtposition in den Aktien der 4basebio AG von 21.01% bestätigt wurde. INHABER VON AKTIEN MIT SONDERRECHTEN (NR. 4)

Aktien an der 4basebio AG mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnisse verleihen, bestanden und bestehen nicht.

ART DER STIMMRECHTSKONTROLLE BEI ARBEITNEHMERBETEILIGUNG (NR. 5)

Es sind keine Arbeitnehmer am Grundkapital der 4basebio AG beteiligt, die ihre Kontrollrechte nicht unmittelbar ausüben können.

GESETZLICHE VORSCHRIFTEN UND BESTIMMUNGEN DER SATZUNG ÜBER DIE ERNENNUNG UND DIE ABBERUFUNG DER MITGLIEDER DES VORSTANDS UND ÜBER DIE ÄNDERUNG DER SATZUNG (NR. 6)

a) Ernennung von Vorstandsmitgliedern

Der Vorstand besteht gemäß § 6 der Satzung der 4basebio AG aus einem oder mehreren Mitgliedern, während die tatsächliche Anzahl der zusätzlichen Vorstandsmitglieder vom Aufsichtsrat festgelegt wird. Der Aufsichtsrat kann einen Vorsitzenden und einen oder mehrere stellvertretende Vorsitzende des Vorstands ernennen.

b) Abberufung von Vorstandsmitgliedern

Die Bestellung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern ist in den §§ 84 ff. AktG und den ergänzenden Bestimmungen der Aufsichtsratssatzung geregelt.

c) Änderung der Satzung der Gesellschaft

Die Änderung der Satzung der Gesellschaft ist in den §§ 133 und 179 AktG in Verbindung mit § 9 Abs. 7 der Satzung der 4basebio AG geregelt. Nach der Satzung der 4basebio AG bedarf ein Beschluss der Hauptversammlung, der einer Satzungsänderung zustimmt, der einfachen Mehrheit des bei der Beschlussfassung vertretenen Grundkapitals, soweit nicht zwingende gesetzliche Vorschriften entgegenstehen.

BEFUGNISSE DES VORSTANDS ZUR AKTIENAUSGABE ODER ZUM AKTIENRÜCKKAUF (NR. 7)

Dem Vorstand wurde von der Hauptversammlung die Befugnis erteilt, die folgenden neuen Aktien oder Wandlungs- oder Optionsrechte auszugeben:

Gemäß § 4 Abs. 4 der Satzung der 4basebio AG ist der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital der Gesellschaft um insgesamt 25.561.278 EUR durch Ausgabe neuer, auf den Namens lautenden Stammaktien ohne Nennbetrag aus dem Genehmigten Kapital 2018 gegen Bar- und/oder Sacheinlagen einmalig oder mehrmals bis einschließlich 4. Juli 2023 zu erhöhen. Der Vorstand kann mit Zustimmung des Aufsichtsrats das gesetzliche Bezugsrecht der Aktionäre ausschließen

soweit dies zur Vermeidung von Spitzenbeträgen erforderlich ist;

um Aktien gegen Sacheinlagen zu gewähren;

soweit es zum Verwässerungsschutz erforderlich ist, den Inhabern von Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen, Wandelanleihen oder Optionsscheinen ein Bezugsrecht auf neue Aktien in dem Umfang einzuräumen, wie es den Inhabern nach Ausübung ihrer Wandlungs- oder Optionsrechte oder nach Erfüllung einer Wandlungspflicht zustehen würde; oder

im Falle einer Kapitalerhöhung gegen Bareinlagen, wenn der Anteil am Grundkapital der neuen Aktien, für die das Bezugsrecht ausgeschlossen ist, 10% des zum Zeitpunkt des Wirksamwerdens der Ermächtigung * und zum Zeitpunkt der Ausübung der Ermächtigung eingetragenen Grundkapitals nicht übersteigt und der Ausgabepreis der neuen Aktien den Börsenkurs der bestehenden börsennotierten Aktien derselben Gattung nicht wesentlich unterschreitet.

(*) Die Ermächtigung für das Genehmigte Kapital 2018 wurde am 24. Oktober 2018 durch Eintragung in das Handelsregister wirksam. Das Grundkapital betrug zu diesem Zeitpunkt 51.411.323 EUR.

Zum 31. Dezember 2019 hat der Vorstand von dieser Ermächtigung noch keinen Gebrauch gemacht. Damit stand ein genehmigtes Kapital von insgesamt 25.561.278 EUR zur Verfügung.

Gemäß § 4 Abs. 5 der Satzung der 4basebio AG ist der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital der Gesellschaft um insgesamt 1.000.000 EUR durch Ausgabe von bis zu 1.000.000 neuen, auf den Namen lautenden Stammaktien ohne Nennbetrag aus dem Genehmigten Kapital 2019 zu erhöhen. Die bedingte Kapitalerhöhung aus dem Bedingten Kapital 2019 wird nur insoweit durchgeführt, wie die Inhaber von Aktienoptionen, die von der Gesellschaft aufgrund der von der Hauptversammlung vom 7. Juli 2017 beschlossenen Ermächtigung (Aktienoptionsplan 2019) in der Fassung der Hauptversammlung vom 9. Juli 2019 bis einschließlich 6. Juli 2024 ausgegeben werden, von ihren Bezugsrechten Gebrauch machen und die Gesellschaft keine eigenen Aktien, Aktien aus bestehendem oder neu geschaffenem genehmigten Kapital gewährt und keinen Barausgleich wählt. Die aus der Ausübung dieser Bezugsrechte resultierenden neuen Namens-Stammaktien sind ab dem Beginn des Geschäftsjahres dividendenberechtigt, für das am Tag der Ausgabe der Aktien noch kein Beschluss der Hauptversammlung über die Verwendung des Bilanzgewinns gefasst wurde.

Gemäß § 4 Abs. 6 der Satzung der 4basebio AG ist das Grundkapital um bis zu 4.000.000 EUR durch Ausgabe von bis zu 4.000.000 auf den Namen lautenden Stammaktien bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2018/I).

Die bedingte Kapitalerhöhung aus dem Bedingten Kapital 2018/I wird nur insoweit durchgeführt, als die Inhaber von Aktienoptionen, die von der Gesellschaft aufgrund der von der Hauptversammlung am 7. Juli 2017 beschlossenen Ermächtigung (Aktienoptionsplan 2017) mit den Änderungen gemäß Hauptversammlungsbeschluss vom 5. Juli 2018 bis einschließlich 6. Juli 2022 ausgegeben wurden, von ihren Bezugsrechten Gebrauch machen und die Gesellschaft keine eigenen Aktien oder Aktien aus dem bestehenden oder neu geschaffenen genehmigten Kapital gewährt und sich auch nicht entscheidet, einen Barausgleich zu zahlen. Die neuen Aktien sind ab Beginn des Geschäftsjahres gewinnberechtigt, für das zum Zeitpunkt der Ausgabe der Aktien noch kein Beschluss der Hauptversammlung über die Verwendung des Bilanzgewinns gefasst wurde.

Gemäß § 4 Abs. 7 der Satzung der 4basebio AG ist das Grundkapital um bis zu 18.000.000 EUR durch Ausgabe von bis zu 18.000.000 auf den Namen lautenden Stammaktien bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2018/II). Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, als die Inhaber von Options- oder Wandelschuldverschreibungen, die aufgrund der von der Hauptversammlung am 5. Juli 2018 beschlossenen Ermächtigung ausgegeben wurden, von ihren Options- oder Wandlungsrechten Gebrauch machen oder, soweit sie zur Wandlung von Wandelschuldverschreibungen verpflichtet sind, ihrer Verpflichtung zur Wandlung ihrer Wandelschuldverschreibungen nachkommen und die Gesellschaft keine eigenen Aktien oder Aktien aus bestehendem oder neu geschaffenem genehmigten Kapital gewährt und sich nicht für einen Barausgleich entscheidet. Die neuen Aktien sind ab Beginn des Geschäftsjahres gewinnberechtigt, für das zum Zeitpunkt der Ausgabe der Aktien noch kein Beschluss der Hauptversammlung über die Verwendung des Bilanzgewinns gefasst wurde.

Gemäß § 4 Abs. 9 der Satzung der 4basebio AG ist das Grundkapital um bis zu 1.650.000 EUR durch Ausgabe von bis zu 1.650.000 auf den Namen lautenden Stammaktien bedingt erhöht (Bedingtes Kapital V). Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, als die Inhaber von Options- oder Wandelschuldverschreibungen, die aufgrund der von der Hauptversammlung am 20. Juni 2016 beschlossenen Ermächtigung ausgegeben wurden, von ihren Options- oder Wandlungsrechten Gebrauch machen oder, soweit sie zur Wandlung von Wandelschuldverschreibungen verpflichtet sind, ihrer Verpflichtung zur Wandlung ihrer Wandelschuldverschreibungen nachkommen und die Gesellschaft keine eigenen Aktien oder Aktien aus bestehendem oder neu geschaffenem genehmigten Kapital gewährt und sich nicht für einen Barausgleich entscheidet. Die neuen Aktien sind ab Beginn des Geschäftsjahres gewinnberechtigt, für das zum Zeitpunkt der Ausgabe der Aktien noch kein Beschluss der Hauptversammlung über die Verwendung des Bilanzgewinns gefasst wurde.

WESENTLICHE VEREINBARUNGEN UNTER DER BEDINGUNG EINES KONTROLLWECHSELS INFOLGE EINES ÜBERNAHMEANGEBOTS (NR. 8)

Zum Berichtszeitpunkt bestanden keine wesentlichen Vereinbarungen, an denen das Unternehmen beteiligt war und die im Falle eines Kontrollwechsels nach einem Übernahmeangebot wirksam werden würden.

ENTSCHÄDIGUNGSVEREINBARUNGEN IM FALL EINES ÜBERNAHMEANGEBOTS (NR. 9)

Es bestehen keine Vereinbarungen mit Mitgliedern des Vorstands oder mit dem Personal über Entschädigungszahlungen im Falle eines Übernahmeangebots.

8. Erklärung zur Unternehmensführung

Die 4basebio Group bekennt sich zu den anerkannten Standards der guten und verantwortungsvollen Unternehmensführung und richtet Leitung und Kontrolle entlang der Anforderungen des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) aus. Die angewendeten Standards sind in der Erklärung zur Unternehmensführung gemäß § 289f i.V.m. § 315d HGB zusammengefasst. Die 4basebio AG veröffentlicht die Erklärung zur Unternehmensführung (§ 289f HGB) respektive Konzernerklärung zur Unternehmensführung (§ 315d HGB) auf ihrer Homepage unter https://investors4basebio.com/corporate-governance. Diese Erklärung beinhaltet die Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex gemäß § 161 AktG, die unter https://investors4basebio.com/corporate-governance abgerufen werden kann.

9. Versicherung der gesetzlichen Vertreter

"Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss und der Einzelabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns und der AG vermitteln und im Konzernlagebericht sowie im Lagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns und der Gesellschaft so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns und der Gesellschaft beschrieben sind."

 

Heidelberg, 28. April 2020

Dr. Heikki Lanckriet, CEO

David Roth, CFO

Konzern-Gesamtergebnisrechnung der 4basebio Group

01.01. - 31.12.
[in TEUR] Anhang 2019 2018*)
Fortzuführende Geschäftsbereiche
Umsatzerlöse (1) 1.052 1.174
Umsatzkosten (2) (686) (663)
Bruttoergebnis vom Umsatz 365 511
Vertriebskosten (2) (134) (227)
Allgemeine Verwaltungskosten (2) (3.954) (3.377)
Forschungs- und nicht aktivierte Entwicklungskosten (3) (220) (206)
Sonstige betriebliche Aufwendungen (4) - -
Sonstige betriebliche Erträge (5) 145 221
Ergebnis der betrieblichen Geschäftstätigkeit (3.797) (3.078)
Finanzerträge (6) 122 498
Finanzaufwendungen (6) (430) (269)
Finanzergebnis (308) 229
Ergebnis vor Steuern aus fortzuführenden Geschäftsbereichen (4.104) (2.849)
Ertragsteuern (7) 317 20
Ergebnis aus fortzuführenden Geschäftsbereichen (3.787) (2.829)
Aufgegebene Geschäftsbereiche
Ergebnis vor Steuern aus aufgegebenem Geschäftsbereich 1.556 2.346
Ertragsteuern (421) 182
Ergebnis nach Steuern aus aufgegebenen Geschäftsbereichen (21) 1.133 2.528
Periodenergebnis (2.653) (301)
Ergebnis je Aktie (8)
- unverwässert (in EUR/Aktie) (0,05) (0,01)
- verwässert (in EUR/Aktie) (0,04) (0,01)
Ergebnis je Aktie aus fortzuführenden Geschäftsbereichen (8)
- unverwässert (in EUR/Aktie) (0,08) (0,01)
- verwässert (in EUR/Aktie) (0,07) (0,01)
Posten, die in Folgeperioden möglicherweise in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert werden
Unrealisierte Gewinne (+) / Verluste (-) aus der Währungsumrechnung 1.152 (26)
Sonstiges Ergebnis (nach Steuern) 1.152 (26)
Gesamtergebnis (1.501) (327)

*) Vorjahresangaben nur eingeschränkt vergleichbar (zu weiteren Erläuterungen siehe Abschnitt B. im Konzernhang)

Konzernbilanz

der 4basebio Group

Vermögenswerte

[in TEUR] Anhang 31.12.2019 31.12.2018*)
Geschäfts- oder Firmenwert (10) - 33.906
Sonstige immaterielle Vermögenswerte (10) 1.845 15.584
Sachanlagen (11) 1.547 1.999
Latente Steueransprüche (12) 254 319
Langfristige Vermögenswerte 3.646 51.808
Vorräte (13) 442 1.966
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (14), (22) 581 2.627
Sonstige Vermögenswerte (15) 488 1.538
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente (16) 990 6.238
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte (21) 56.104 -
Kurzfristige Vermögenswerte 58.605 12.369
Bilanzsumme 62.251 64.177

Eigenkapital und Schulden

Anhang 31.12.2019 31.12.2018
Gezeichnetes Kapital 52.310 51.411
Kapitalrücklage 21.947 19.753
Gewinnrücklagen (26.324) (23.603)
Sonstige Rücklagen 163 (1.059)
Eigenkapital (17) 48.096 46.502
Finanzielle Verbindlichkeiten (18) 1.532 7.476
Latente Steuerschulden (12) - 2.440
Langfristige Schulden 1.532 9.916
Finanzielle Verbindlichkeiten (18) 1.264 3.171
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 336 1.498
Sonstige Schulden (19) 934 3.090
Schulden in Verbindung mit zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten (21) 10.088 -
Kurzfristige Schulden 12.623 7.759
Bilanzsumme 62.251 64.177

*) Vorjahresangaben nur eingeschränkt vergleichbar (zu weiteren Erläuterungen siehe Abschnitt B. im Konzernhang)

Konzern-Kapitalflussrechnung

der 4basebio Group

01.01. - 31.12.
[in TEUR] 2019 2018*)
Periodenergebnis (2.653) (301)
Ertragsteuern 436 (202)
Finanzergebnis 768 (501)
Abschreibungen und Wertminderungen auf Sachanlagen 613 311
Abschreibungen und Wertminderungen auf immaterielle Vermögenswerte 2.282 2.034
Veränderungen latenter Steuern (499) (230)
Gewinn (-) / Verlust (+) aus der Neubewertung von Earn-Out-Verbindlichkeiten 1.372 (1.042)
Nicht zahlungswirksames Ergebnis aus Aktienoptionen 69 265
Nicht zahlungswirksames Ergebnis aus Derivaten - 424
Sonstige nicht zahlungswirksame Erträge und Aufwendungen 70 (47)
Veränderung der betrieblichen Vermögenswerte und Schulden:
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige kurzfristige Vermögenswerte 107 (1.170)
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (429) 697
Sonstige Schulden 163 38
Vorräte (268) (185)
Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit (vor gezahlten Zinsen und gezahlten Steuern) 2.031 92
Gezahlte Zinsen (514) (249)
Gezahlte Steuern (419) -
Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit 1.098 (158)
Auszahlungen für Unternehmensakquisitionen (abzüglich erworbener Zahlungsmittel) - (5.662)
Auszahlungen für Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte (480) (613)
Auszahlungen für aktivierte Entwicklungskosten (446) (432)
Cashflow aus Investitionstätigkeit (925) (6.707)
Auszahlungen aus der Aufnahme kurzfristiger Finanzkredite (2.458) 6.465
Kapitalerhöhung gegen Bareinlage (33) 4.722
Auszahlungen für den Tilgungsanteil der Leasingverbindlichkeiten (384) -
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit (2.875) 11.187
Zunahme (+) / Abnahme (-) der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente (2.702) 4.323
Einfluss von Wechselkursänderungen auf den Finanzmittelfonds 161 (39)
Finanzmittelfonds am Anfang der Berichtsperiode 6.238 1.954
Finanzmittelfonds am Ende der Berichtsperiode ** 3.697 6.238

*) Vorjahresangaben nur eingeschränkt vergleichbar (zu weiteren Erläuterungen siehe Abschnitt B. im Konzernhang)
**) Zum 31.12.2019 werden Finanzmittelbestände in Höhe von 2.707 TEUR im Bilanzposten "Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte" ausgewiesen (zu weiteren Erläuterungen siehe Abschnitt H und Textziffer 21 im Konzernhang)

Zu weiteren Erläuterungen zur Konzern-Kapitalflussrechnung siehe Abschnitt H. im Konzernanhang.

Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung der 4basebio Group

Summe Eigenkapital
[in TEUR] Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage Gewinnrücklagen Rücklage für Währungsumrechnung
31. Dezember 2018 (wie bisher berichtet) 51.411 19.753 (23.603) 64
Erstanwendung IFRS 16 - - - -
1. Januar 2019 (angepasst) 51.411 19.753 (23.603) 64
Periodenergebnis - - (2.653) -
Sonstiges Ergebnis - - (68) 7
Gesamtergebnis - - (2.721) 7
Umgliederung von Kapital aus Sacheinlagen in gezeichnetes Kapital 898 (898) - -
Kapitalerhöhung in Bezug auf die SEDA-Fazilität - (33) - -
Kapitalerhöhung für Innova Earn-Out, noch nicht registriert - 757 - -
Kapitalerhöhung für TGR Earn-Out, noch nicht registriert - 2.092 - -
Zinsen auf obligatorische Wandelanleihen, dem Einkommen belastet - 206 - -
Anteilsbasierte Vergütungen - 69 - -
31. Dezember 2019 52.309 21.946 (26.325) 71
Summe Eigenkapital
[in TEUR] Wechselkursdifferenzen auf langfristige Vermögenswerte Summe sonstige Rücklagen
31. Dezember 2018 (wie bisher berichtet) (1.121) (1.057)
Erstanwendung IFRS 16 - -
1. Januar 2019 (angepasst) (1.121) (1.057)
Periodenergebnis - -
Sonstiges Ergebnis 1.213 1.220
Gesamtergebnis 1.213 1.220
Umgliederung von Kapital aus Sacheinlagen in gezeichnetes Kapital - -
Kapitalerhöhung in Bezug auf die SEDA-Fazilität - -
Kapitalerhöhung für Innova Earn-Out, noch nicht registriert - -
Kapitalerhöhung für TGR Earn-Out, noch nicht registriert - -
Zinsen auf obligatorische Wandelanleihen, dem Einkommen belastet - -
Anteilsbasierte Vergütungen - -
31. Dezember 2019 92 163
[in TEUR]
31. Dezember 2018 (wie bisher berichtet) 46.501
Erstanwendung IFRS 16 -
1. Januar 2019 (angepasst) 46.501
Periodenergebnis (2.653)
Sonstiges Ergebnis 1.152
Gesamtergebnis (1.501)
Umgliederung von Kapital aus Sacheinlagen in gezeichnetes Kapital -
Kapitalerhöhung in Bezug auf die SEDA-Fazilität (33)
Kapitalerhöhung für Innova Earn-Out, noch nicht registriert 757
Kapitalerhöhung für TGR Earn-Out, noch nicht registriert 2.092
Zinsen auf obligatorische Wandelanleihen, dem Einkommen belastet 206
Anteilsbasierte Vergütungen 69
31. Dezember 2019 48.096

Zu weiteren Erläuterungen zur Zusammensetzung des Eigenkapitals siehe Textziffer 17 im Konzernanhang.

Sonstige Rücklagen
[in TEUR] Gezeichnetes Kapital Kapitalrücklage Gewinnrücklagen Rücklage für Währungsumrechnung
31. Dezember 2017 (wie bisher berichtet) 46.934 16.644 (23.460) 93
Erstanwendung IFRS 15 - - 178 -
1. Januar 2018 (angepasst) 46.934 16.644 (23.282) 93
Periodenergebnis - - (301) -
Sonstiges Ergebnis - - (20) (29)
Gesamtergebnis - - (321) (29)
Umgliederung der Kapitalerhöhung gegen Bareinlagen 443 (443) - -
Kapitalerhöhung gegen Bareinlagen 2.995 1.198 - -
Kapitalerhöhungskosten - (480) - -
Kapitalerhöhung gegen Bareinlagen (SEDA) 437 163 - -
Kapitalerhöhung Innova Earn-Out (registrierte Aktien) 602 259 - -
Kapitalerhöhung Innova Earn-Out (noch nicht registrierte Aktien) - 213 - -
Eigenkapitalanteil aus der Pflichtwandlung einer Wandelschuldverschreibung - 1.576 - -
Eigenkapitalanteil aus einer Anleihe mit Wandeloption - 358 - -
Anteilsbasierte Vergütung - 265 - -
31. Dezember 2018 51.411 19.753 (23.603) 64
Sonstige Rücklagen
[in TEUR] Wechselkursdifferenzen auf langfristige Vermögenswerte Summe sonstige Rücklagen
31. Dezember 2017 (wie bisher berichtet) (1.144) (1.051)
Erstanwendung IFRS 15 - -
1. Januar 2018 (angepasst) (1.144) (1.051)
Periodenergebnis - -
Sonstiges Ergebnis 23 (6)
Gesamtergebnis 23 (6)
Umgliederung der Kapitalerhöhung gegen Bareinlagen - -
Kapitalerhöhung gegen Bareinlagen - -
Kapitalerhöhungskosten - -
Kapitalerhöhung gegen Bareinlagen (SEDA) - -
Kapitalerhöhung Innova Earn-Out (registrierte Aktien) - -
Kapitalerhöhung Innova Earn-Out (noch nicht registrierte Aktien) - -
Eigenkapitalanteil aus der Pflichtwandlung einer Wandelschuldverschreibung - -
Eigenkapitalanteil aus einer Anleihe mit Wandeloption - -
Anteilsbasierte Vergütung - -
31. Dezember 2018 (1.121) (1.057)
[in TEUR] Summe Eigenkapital
31. Dezember 2017 (wie bisher berichtet) 39.066
Erstanwendung IFRS 15 178
1. Januar 2018 (angepasst) 39.243
Periodenergebnis (301)
Sonstiges Ergebnis (26)
Gesamtergebnis (327)
Umgliederung der Kapitalerhöhung gegen Bareinlagen -
Kapitalerhöhung gegen Bareinlagen 4.193
Kapitalerhöhungskosten (480)
Kapitalerhöhung gegen Bareinlagen (SEDA) 600
Kapitalerhöhung Innova Earn-Out (registrierte Aktien) 861
Kapitalerhöhung Innova Earn-Out (noch nicht registrierte Aktien) 213
Eigenkapitalanteil aus der Pflichtwandlung einer Wandelschuldverschreibung 1.576
Eigenkapitalanteil aus einer Anleihe mit Wandeloption 358
Anteilsbasierte Vergütung 265
31. Dezember 2018 46.502

Zu weiteren Erläuterungen zur Zusammensetzung des Eigenkapitals siehe Textziffer 17 im Konzernanhang.

Konzernanhang

der 4basebio Group

A. Grundlagen der Aufstellung

Sitz und Rechtsform der Gesellschaft

Die 4basebio AG, Heidelberg (vormals: Expedeon AG, Heidelberg; davor: Sygnis AG, Heidelberg) ist eine Aktiengesellschaft nach deutschem Recht (nachfolgend "4basebio AG"). Die 4basebio AG und die von ihr beherrschten Tochterunternehmen (nachfolgend "4basebio Group" oder "Gruppe" bzw. "Unternehmensgruppe") agieren im Bereich Life Sciences und sind hauptsächlich in den Bereichen Immunologie, Proteomik und Genomik sowie damit zusammenhängenden Dienstleistungen und dem Verkauf von Instrumenten und Reagenzien tätig. Die 4basebio AG ist im Handelsregister am Amtsgericht Mannheim unter der Nummer HRB 335706 registriert und hat ihren Sitz in der Waldhofer Straße 102 in D-69123 Heidelberg. Am 6. August 2018 wurde die Umfirmierung der Sygnis AG in Expedeon AG im Handelsregister eingetragen. Die außerordentliche Hauptversammlung am 19. Dezember 2019 stimmte der Umfirmierung des Unternehmens in 4basebio AG zu. Die Aktien der 4basebio AG sind im Prime Standard an der Frankfurter Wertpapierbörse unter der deutschen Wertpapierkennnummer (WKN) A2YN80 notiert. Im Zuge der von der Hauptversammlung am 9. Juli 2019 genehmigten Umstellung von Stamm- auf Namensaktien hat sich die internationale Wertpapiernummer (ISIN) geändert (DE000A2YN801).

Geschäftstätigkeit und Geschäftssegmente

Die 4basebio Group ist ein Life Science-Unternehmen, das rechtlich geschützte Technologien entwickelt, die zur Entwicklung innovativer Produkte und Dienstleistungen mit hohem Mehrwert für die Biomarkerforschung, die Wirkstoffforschung und die klinische Diagnostik eingesetzt werden. Die Kerntechnologien des Unternehmens liegen in den Bereichen Immunologie, Proteomik und Genomik und decken damit die großen Bereiche des Marktes für Molekularbiologie ab. Das Kerngeschäftsmodell der 4basebio Group ist die Erforschung, Entwicklung und Vermarktung innovativer Kits, die in der Forschung eingesetzt werden. Führung, Planung und Steuerung der 4basebio Group erfolgen auf der Ebene der gesamten Unternehmensgruppe. Demzufolge besteht die 4basebio Group aus nur einem Geschäftssegment.

Rechnungslegungsstandards und allgemeine Grundlagen der Darstellung

Der Konzernabschluss der 4basebio AG für das am 31. Dezember 2019 endende Geschäftsjahr 2019 wurde unter Anwendung von § 315e HGB nach den vom International Accounting Standards Board (IASB) formulierten International Financial Reporting Standards (IFRS) aufgestellt, wie sie in der Europäischen Union (EU) anzuwenden sind. Alle für das Geschäftsjahr 2019 verpflichtend anzuwendenden International Financial Reporting Standards (IFRS), International Accounting Standards (IAS) und Auslegungen des IFRS Interpretations Committee (IFRS IC) wurden berücksichtigt. Überdies wurden alle über die Regelungen des IASB hinausgehenden gesetzlichen Angabe- und Erläuterungspflichten des Handelsgesetzbuchs (HGB) erfüllt.

Das Geschäftsjahr der 4basebio Group stimmt mit dem Kalenderjahr überein. Der Konzernabschluss der 4basebio AG wurde grundsätzlich unter Anwendung des Anschaffungskostenprinzips aufgestellt. Hiervon ausgenommen sind derivative Finanzinstrumente, finanzielle Vermögenswerte in Form von Schuld- und Eigenkapitalinstrumenten sowie bedingte Gegenleistungen, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet wurden.

Die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung wird nach dem Umsatzkostenverfahren aufgestellt und die Aufwendungen entsprechend nach den betrieblichen Funktionsbereichen untergliedert. Sofern zur Verbesserung der Klarheit der Darstellung oder aus Wesentlichkeitsgründen Posten der Konzernbilanz und/oder der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung (bzw. Konzern-Gesamtergebnisrechnung) zusammengefasst wurden, werden diese im Konzernanhang gesondert ausgewiesen. Eine Erläuterung der angewandten Rechnungslegungsmethoden in Bezug auf einzelne Posten der Konzernbilanz und Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung (bzw. Konzern-Gesamtergebnisrechnung) erfolgt in Abschnitt D.

Die Berichtswährung und die funktionale Währung des Konzernabschlusses der 4basebio AG ist der Euro (EUR). Soweit nicht anders vermerkt, werden alle Beträge in Tausend Euro (TEUR) angegeben. Aus rechentechnischen Gründen können in den in diesem Abschluss dargestellten Informationen Rundungsdifferenzen in Höhe von +/- einer Einheit (TEUR, % usw.) auftreten.

Der Konzernabschluss der 4basebio AG für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 wurde am 28. April 2020 vom Vorstand freigegeben und zur Billigung an den Aufsichtsrat weitergeleitet.

B. Änderungen der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Erstmals im Geschäftsjahr 2019 angewandte neue und geänderte Standards und Interpretationen

Die im Konzernabschluss der 4basebio AG für das Geschäftsjahr 2019 angewandten Rechnungslegungsmethoden entsprechen grundsätzlich denen des Vorjahrs (Geschäftsjahr 2018). Davon abweichend hat die 4basebio Group bei der Aufstellung des Konzernabschlusses zum 31. Dezember 2019 die folgenden, von der Europäischen Union (EU) in europäisches Recht übernommenen, neuen bzw. geänderten Standards und Interpretationen erstmals angewendet:

Titel Erstanwendung 4basebio Group Übernahme durch EU Auswirkungen 4basebio Group
IFRS 16 Leasingverhältnisse 1. Januar 2019 erfolgt am 31. Oktober 2017 Beschreibung nach tabellarischer Übersicht
Änderungen an IFRS 9 Vorfälligkeitsregelungen mit negativer Ausgleichsleistung 1. Januar 2019 erfolgt am 22. März 2018 keine Auswirkungen
Änderungen an IAS 19 Planänderung, -kürzung oder -abgeltung 1. Januar 2019 erfolgt am 13. März 2019 keine Auswirkungen
Änderungen an IAS 28 Langfristige Beteiligungen an assoziierten Unternehmen und Joint Ventures 1. Januar 2019 erfolgt am 8. Februar 2019 keine Auswirkungen
Jährliche Verbesserungen Jährliche Verbesserungen an den IFRS Zyklus 2015-2017: Änderungen zu IFRS 3, IFRS 11, IAS 12 und IAS 23 1. Januar 2019 erfolgt am 14. März 2019 keine Auswirkungen
IFRIC 23 Unsicherheit bezüglich der ertragsteuerlichen Behandlung 1. Januar 2019 erfolgt am 23. Oktober 2018 keine wesentlichen Auswirkungen

Die Erstanwendung von "IFRS 16 Leasingverhältnisse" im Geschäftsjahr 2019 führte insgesamt zu nur geringfügigen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der 4basebio Group. IFRS 16 wurde von der 4basebio Group zum 1. Januar 2019 unter Anwendung der modifiziert retrospektiven Methode umgesetzt. Die Vergleichsinformationen wurden in Übereinstimmung mit den Übergangsregelungen nicht angepasst. Gleichwohl ist die Vergleichbarkeit mit den Vorjahreswerten dadurch nur geringfügig beeinträchtigt.

Die 4basebio Group agiert im Rahmen von Leasingvereinbarungen nur als Leasingnehmer. IFRS 16 ersetzt die bestehenden Leitlinien zu Leasingverhältnissen, darunter "IAS 17 Leasingverhältnisse", "IFRIC 4 Feststellung, ob eine Vereinbarung ein Leasingverhältnis enthält", "SIC-15 Operating-Leasingverhältnisse - Anreize" und "SIC-27 Beurteilung des wirtschaftlichen Gehalts von Transaktionen in der rechtlichen Form von Leasingverhältnissen". Durch IFRS 16 wird die bisherige Klassifizierung von Leasingverhältnissen in Operating- und Finanzierungsleasingverhältnisse für Leasingnehmer aufgehoben. Stattdessen führt IFRS 16 ein einheitliches Bilanzierungsmodell ein, wonach Leasingnehmer für alle Leasingverhältnisse ein Nutzungsrecht aktivieren und eine korrespondierende Leasingverbindlichkeit für alle ausstehenden Leasingzahlungen zu passivieren haben. Die Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzernabschlusses der 4basebio Group sind im Speziellen auf diejenigen Leasingverhältnisse zurückzuführen, die zuvor als Operating-Leasingverhältnisse im Sinne von IAS 17 zu klassifizieren waren und ab dem Geschäftsjahr 2019 (erstmals) bilanziell zu erfassen sind.

Die Anschaffungskosten eines Nutzungsrechts ergeben sich aus dem Barwert aller künftigen Leasingzahlungen zuzüglich etwaiger Leasingzahlungen bei oder vor Beginn des Leasingverhältnisses sowie den anfänglichen direkten Kosten und den geschätzten Kosten für den Rückbau oder die Wiederherstellung des Leasingvermögenswerts. Bei der Bemessung der Anschaffungskosten macht die 4basebio Group von dem Wahlrecht Gebrauch, Zahlungen für Nicht-Leasingkomponenten als Leasingzahlungen zu betrachten. Die Folgebewertung der innerhalb des Sachanlagevermögens ausgewiesenen Nutzungsrechte erfolgt zu Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und kumulierter Wertminderungsaufwendungen. Der Ausweis der Abschreibungen und Wertminderungen der Nutzungsrechte erfolgt in den Funktionskosten. Die Abschreibungen der Nutzungsrechte erfolgt im Regelfall planmäßig über die Laufzeit des Leasingverhältnisses. Ausnahmsweise werden davon abweichend Nutzungsrechte in den spezifischen Konstellationen über die wirtschaftliche Nutzungsdauer des zugrunde liegenden Leasingvermögenswerts abgeschrieben, in denen die zu berücksichtigenden Leasingzahlungen auch die Übertragung des Eigentums an dem zugrunde liegenden Vermögenswert zum Ende der Laufzeit des Leasingverhältnisses umfassen oder die Ausübung einer Kaufoption hochwahrscheinlich ist.

Der erstmalige Ansatz der innerhalb der finanziellen Verbindlichkeiten ausgewiesenen Leasingverbindlichkeiten erfolgt mit dem Barwert der ausstehenden Leasingzahlungen. Im Rahmen der Folgebewertung wird der Buchwert der Leasingverbindlichkeit um den jährlichen Zinsaufwand erhöht und um die geleisteten Leasingzahlungen reduziert. Der Ausweis der hieraus resultierenden Zinsaufwendungen erfolgt innerhalb des Finanzergebnisses ("Finanzaufwendungen"). Im Gegensatz dazu wurden nach der alten Rechtslage gemäß IAS 17 die Leasingaufwendungen aus Operating-Leasingverhältnissen vollständig in den Funktionskosten erfasst.

Im Rahmen der Umstellung auf IFRS 16 wurden zum 1. Januar 2019 Vermögenswerte aus der Aktivierung von Nutzungsrechten und Schulden aus der Passivierung von Leasingverbindlichkeiten in Höhe von jeweils 648 TEUR angesetzt. Es bestanden zum Übergangszeitpunkt keine Finanzierungsleasingverhältnisse gemäß IAS 17. Die Umstellungseffekte infolge der Erstanwendung von IFRS 16 sind somit mit Blick auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der 4basebio Group nicht materiell.

Bei der Erstanwendung von IFRS 16 hat die 4basebio Group von den folgenden praktischen Erleichterungen Gebrauch gemacht:

Bei Leasingverhältnissen, die zuvor gemäß IAS 17 als Operating-Leasingverhältnisse klassifiziert wurden, wurde die Leasingverbindlichkeit mit dem Barwert der noch ausstehenden Leasingzahlungen angesetzt, abgezinst mit dem Grenzfremdkapitalzinssatz zum 1. Januar 2019. Der gewichtete durchschnittliche Grenzfremdkapitalzinssatz betrug 8,1%. Das korrespondierende Nutzungsrecht wurde vereinfachend in Höhe der Leasingverbindlichkeit angesetzt.

Leasingverhältnisse, die bis zum 31. Dezember 2019 enden, werden unabhängig von der ursprünglichen Vertragslaufzeit als kurzfristige Leasingverhältnisse behandelt, d.h. es wurden keine Nutzungsrechte angesetzt, sondern die vereinbarten Leasingraten wurden (ggf. unter Berücksichtigung von Periodenabgrenzungen) direkt im Aufwand erfasst.

Es wurden keine Nutzungsrechte und Leasingverbindlichkeiten für Leasingverhältnisse betreffend Leasinggegenstände von geringem Wert bilanziert, sondern die vereinbarten Leasingraten (ggf. unter Berücksichtigung von Periodenabgrenzungen) direkt im Aufwand erfasst.

Bei der Bewertung der Nutzungsrechte zum Zeitpunkt der erstmaligen Anwendung von IFRS 16 blieben die anfänglichen direkten Kosten unberücksichtigt.

Bei der Bestimmung der Laufzeit von Verträgen mit Verlängerungs- oder Kündigungsoptionen wurde der aktuelle Kenntnisstand zum Umstellungszeitpunkt berücksichtigt.

Ausgehend von den Leasingverpflichtungen zum 31. Dezember 2018 ergab sich folgende Überleitung auf den Eröffnungsbilanzwert der Leasingverbindlichkeiten zum 1. Januar 2019:

Überleitung der Leasingverbindlichkeiten

[in TEUR]
Zukünftige Mindestleasingzahlungen aus Operating-Leasingverhältnissen gemäß IAS 17 zum 31. Dezember 2018 733
Praktische Erleichterung für kurzfristige Leasingverhältnisse und Leasingverhältnisse über geringwertige Vermögenswerte (32)
Zusätzliche Leasingverpflichtungen zum 1. Januar 2019 (Bruttobetrag ohne Abzinsung) 701
Abzinsung (53)
Zusätzliche Leasingverpflichtungen zum 1. Januar 2019 (diskontierter Nettobetrag) 648
Leasingverbindlichkeiten aus Finanzierungsleasingverhältnissen zum 31. Dezember 2018 -
Leasingverbindlichkeiten gemäß IFRS 16 zum 1. Januar 2019 648

Auswirkungen aus der Erstanwendung von IFRS 16 auf die Konzernbilanz zum 1. Januar 2019

[in TEUR] 31.12.2018 (wie bisher berichtet) Anpassungseffekte (IFRS 16) 01.01.2019 (angepasst)
Langfristige Vermögenswerte
Sachanlagen 1.999 648 2.647
Latente Steueransprüche - 153 153
Langfristige Schulden
Finanzielle Verbindlichkeiten 7.476 428 7.904
Latente Steuerschulden - 153 153
Kurzfristige Schulden
Finanzielle Verbindlichkeiten 3.171 220 3.391

Auswirkungen aus der Erstanwendung von IFRS 16 auf die Konzernbilanz zum 31. Dezember 2019

[in TEUR] 31.12.2019 (IFRS 16) 31.12.2019 (IAS 17) Anpassungseffekte (IFRS 16)
Langfristige Vermögenswerte
Sachanlagen 1.547 1.289 258
Latente Steueransprüche 77 - 77
Kurzfristige Vermögenswerte
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte 56.104 56.016 88
Langfristige Schulden
Latente Steuerschulden 80 - 80
Kurzfristige Schulden
Finanzielle Verbindlichkeiten (1.264) (1.025) (239)
Schulden in Verbindung mit zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten (10.088) (9.999) (89)

Auswirkungen aus der Erstanwendung von IFRS 16 auf die Konzern- Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2019

[in TEUR] 2019 (IFRS 16) 2019 (IAS 17) Anpassungseffekte (IFRS 16)
Allgemeine Verwaltungskosten (3.954) (3.974) 20
Finanzaufwendungen (430) (403) (27)
Periodenergebnis (7)

Darüber hinaus haben sich im Geschäftsjahr 2019 für die 4basebio Group keine wesentlichen Änderungen aus erstmalig anzuwendenden Standards oder Interpretationen ergeben.

Erstmals im Geschäftsjahr 2018 angewandte neue und geänderte Standards und Interpretationen

Im Geschäftsjahr 2018 wurden erstmals die beiden Standards "IFRS 9 Finanzinstrumente" und "IFRS 15 Erlöse aus Verträgen mit Kunden" angewendet. Aus der Erstanwendung von IFRS 9 ergaben sich keine wesentlichen Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der 4basebio Group. IFRS 15 ersetzt "IAS 11 Fertigungsaufträge", "IAS 18 Umsatzerlöse" sowie die damit zusammenhängenden Interpretationen und gilt, bis auf wenige Ausnahmen, für alle Erlöse aus Verträgen mit Kunden. Der Standard führt ein fünfstufiges Modell für die Bilanzierung von Erlösen aus Verträgen mit Kunden ein. Dabei sind Erlöse in Höhe der Gegenleistung zu erfassen, die ein Unternehmen im Austausch für die Übertragung zugesagter Güter oder Dienstleistungen auf einen Kunden voraussichtlich erhalten wird. IFRS 15 verlangt von Unternehmen, bei der Anwendung jeder Stufe des Modells auf Verträge mit ihren Kunden Ermessensentscheidungen zu treffen und alle relevanten Fakten und Umstände zu berücksichtigen. Der Standard regelt darüber hinaus die Bilanzierung der zusätzlichen Kosten für die Anbahnung eines Vertrags und der Kosten, die direkt mit der Erfüllung eines Vertrags im Zusammenhang stehen. Schließlich enthält der Standard umfangreiche Angabevorschriften. Die 4basebio Group hat bei der erstmaligen Anwendung von IFRS 15 zum 1. Januar 2018 (Erstanwendungszeitpunkt) den modifizierten rückwirkenden Ansatz gewählt. Danach kann der Standard entweder auf alle Verträge, die zum Zeitpunkt der erstmaligen Anwendung bestehen, oder lediglich auf Verträge, die zu diesem Zeitpunkt noch nicht erfüllt sind, angewandt werden. Die 4basebio Group hat sich dafür entschieden, den Standard zum 1. Januar 2018 auf sämtliche Verträge anzuwenden. Der kumulierte Effekt der erstmaligen Anwendung von IFRS 15 wurde zum Zeitpunkt der Erstanwendung als Anpassung des Eröffnungsbilanzwerts der Gewinnrücklagen erfasst.

Auswirkungen aus der Erstanwendung von IFRS 15 auf die Konzernbilanz zum 1. Januar 2018

[in TEUR]
Kurzfristige Vermögenswerte
Vertragsvermögenswerte (ausgewiesen unter dem Bilanzposten "Sonstige Vermögenswerte") 409
Kurzfristige Schulden
Vertragsverbindlichkeiten (ausgewiesen unter dem Bilanzposten "Sonstige Schulden") (231)
Anpassung Eigenkapital
Gewinnrücklagen 178

Der Hauptgrund für die Änderung ist die Behandlung von Lizenzerlösen gemäß IFRS 15. In der 4basebio Group wuden verschiedene Lizenzverträge als "right-to-use"-Verträge klassifiziert, sodass die Umsatzerlöse in diesen Fällen gemäß IFRS 15 bereits mit Abschluss des Vertrages und somit früher als bisher nach IAS 18 zu erfassen sind.

Auswirkungen aus der Erstanwendung von IFRS 15 auf die Konzernbilanz zum 31. Dezember 2018

[in TEUR] 31.12.2018 (IFRS 15) 31.12.2018 (IAS 18) Anpassungseffekte (IFRS 15)
Vermögenswerte
Langfristige Vermögenswerte 51.808 51.808 -
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen 2.627 2.676 (49)
Vertragsvermögenswerte 579 - 579
Übrige kurzfristige Vermögenswerte 9.163 9.163 -
Bilanzsumme 64.177 63.647 530
Eigenkapital und Schulden
Eigenkapital 46.502 46.021 481
Vertragsverbindlichkeiten 49 - 49
Übrige kurz- und langfristige Verbindlichkeiten 17.626 17.626 -
Bilanzsumme 64.177 63.647 530

Auswirkungen aus der Erstanwendung von IFRS 15 auf die Konzern- Gewinn- und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 2018 (ohne Berücksichtigung von aufgegebenen Geschäftsbereichen)

[in TEUR] 2018 (IFRS 15) 2018 (IAS 18) Anpassungseffekte (IFRS 15)
Umsatzerlöse 13.128 13.055 73
Umsatzkosten (3.591) (3.495) (96)
Gesamte operative Aufwendungen (13.713) (13.617) (96)
Ergebnis der betrieblichen Geschäftstätigkeit (585) (562) (23)
Finanzaufwendungen (82) (82) -
Ergebnis vor Steuern (503) (480) (23)
Ertragsteuern 202 202 -
Periodenergebnis (301) (278) (23)

Die Anwendung von IFRS 15 hatte keine wesentlichen Auswirkungen auf die Cashflows aus betrieblicher Tätigkeit, Investitionstätigkeit und Finanzierungstätigkeit der 4basebio Group.

Künftig verpflichtend anzuwendende neue und geänderte Standards und Interpretationen

Das IASB bzw. IFRS IC hat nachfolgende Verlautbarungen herausgegeben, die im Geschäftsjahr 2019 noch nicht verpflichtend anzuwenden waren. Die 4basebio Group beabsichtigt keine vorzeitige Anwendung dieser neuen bzw. geänderten Standards und Interpretationen.

Titel Erstanwendung 4basebio Group Übernahme durch EU Auswirkungen 4basebio Group
IFRS 17 Versicherungsverträge 1. Januar 2021 ausstehend keine Relevanz
Änderungen an IFRS 9, IAS 39 und IFRS 7 Interest Rate Benchmark Reform 1. Januar 2020 erfolgt am 15. Januar 2020 keine wesentlichen Auswirkungen
Änderungen an IFRS 3 Definition eines Geschäftsbetriebs 1. Januar 2020 erfolgt am 21. April 2020 keine wesentlichen Auswirkungen
Änderungen an IAS 1 und IAS 8 Definition von Wesentlichkeit 1. Januar 2020 erfolgt am 29. November 2019 keine Auswirkungen
Änderungen an IAS 1 Klassifizierung von Schulden als kurzfristig oder langfristig 1. Januar 2022 ausstehend Analyse ausstehend
Rahmenkonzept für die Finanzberichterstattung Änderungen der Verweise auf das Rahmenkonzept in IFRS-Standards 1. Januar 2020 erfolgt am 29. November 2019 keine Auswirkungen

C. Konsolidierungskreis, Konsolidierungsgrundsätze und Währungsumrechnung

Konsolidierungskreis

In den vorliegenden Konzernabschluss werden die vormals unter Expedeon AG firmierende 4basebio AG sowie ihre in- und ausländischen Tochterunternehmen einbezogen, über die die 4basebio AG Beherrschung ausüben kann ("4basebio Group" oder "Gruppe" bzw. "Unternehmensgruppe"). Beherrschung liegt vor, wenn die 4basebio AG eine Risikobelastung durch oder Anrechte auf schwankende Renditen aus ihrem Engagement bei einem Beteiligungsunternehmen hat und sie ihre Verfügungsgewalt über das Beteiligungsunternehmen auch dazu einsetzen kann, diese Renditen zu beeinflussen. Im Allgemeinen wird davon ausgegangen, dass der Besitz einer Mehrheit der (mittelbaren oder unmittelbaren) Stimmrechte zur Beherrschung führt. Die Abschlüsse von in den Konzernabschluss einzubeziehenden Tochterunternehmen werden ab dem Zeitpunkt des Beginns der Möglichkeit der Ausübung von Beherrschung bis zum Zeitpunkt der Beendigung der Möglichkeit der Ausübung von Beherrschung in den Konzernabschluss einbezogen.

In den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2019 wurden neben der 4basebio AG zwei inländische (Vorjahr: zwei) und acht ausländische (Vorjahr: sieben) Tochterunternehmen auf Basis der Vollkonsolidierung einbezogen.

Anteil am Eigenkapital
(in %)
Gesellschaft Hauptgeschäftstätigkeit Sitz 31.12.2019 31.12.2018
4basebio Bioscience GmbH & Co. KG Anwendungen/Reagenzien Heidelberg, Deutschland 100 100
4basebio Verwaltungs GmbH Komplementärgesellschaft Heidelberg, Deutschland 100 100
4basebio S.L.U. Anwendungen/Reagenzien Madrid, Spanien 100 100
4basebio Inc. Anwendungen/Reagenzien San Diego, USA 100 100
4basebio Ltd Ruhend Cambridge, UK 100 -
Expedeon Holdings Ltd Holdinggesellschaft Cambridge, UK 100 100
Expedeon Ltd (*) Anwendungen/Reagenzien Cambridge, UK 100 100
Expedeon Asia Pte. Ltd (*) Anwendungen/Reagenzien Singapur, Singapur 100 100
Innova Biosciences Ltd (*) Anwendungen/Reagenzien Cambridge, UK 100 100
TGR BioSciences Pty Ltd (*) Anwendungen/Reagenzien Adelaide, Australien 100 100

(*) mittelbare Beteiligung (Beteiligung gehalten vom direkten Tochterunternehmen Expedeon Holdings Ltd, Cambridge/UK)

Änderungen des Konsolidierungskreises

Inland Ausland Gesamt
Anzahl Gesellschaften zum 1. Januar 2018 2 6 8
Zugänge durch Erwerb - 1 1
Zugänge durch Gründung/Abspaltung - - -
Abgänge durch Veräußerung - - -
Abgänge durch Verschmelzung - - -
Anzahl Gesellschaften zum 31. Dezember 2018 2 7 9
Anzahl Gesellschaften zum 1. Januar 2019 2 7 9
Zugänge durch Erwerb - - -
Zugänge durch Gründung/Abspaltung - 1 1
Abgänge durch Veräußerung - - -
Abgänge durch Verschmelzung - - -
Anzahl Gesellschaften zum 31. Dezember 2019 2 8 10

Unternehmenserwerbe im Geschäftsjahr 2019

Im Geschäftsjahr 2019 waren keine Unternehmenserwerbe zu verzeichnen.

Unternehmenserwerbe im Geschäftsjahr 2018

Erwerb der TGR BioSciences Pty Ltd (nachfolgend "TGR BioSciences")

Am 2. Mai 2018 wurden 77% der Anteile an der TGR BioSciences Pty Ltd, einem nicht börsennotierten Unternehmen, mit Sitz in Adelaide, Australien, erworben. Die noch ausstehenden 23% wurden am 14. Mai 2018 erworben. Der Unternehmenserwerb wurde von der Expedeon Holdings Ltd, Cambridge/UK vollzogen. Die TGR BioSciences wird seit dem 1. Mai 2018 vollkonsolidiert.

Die TGR BioSciences ist, wie die 4basebio Group, im Bereich Life Sciences angesiedelt und im Feld der Immunologie tätig. Der Erwerb der TGR BioSciences durch die 4basebio Group war getrieben durch die in der TGR BioSciences angewendeten Technologien und Produkte, die komplementär zu den bisher in der 4basebio Group vorhandenen und vertriebenen Produkten anzusehen sind. Ferner verfügt die TGR BioSciences über eine starke Kundenbasis.

Der beizulegende Zeitwert der identifizierbaren Vermögenswerte und Verbindlichkeiten der TGR BioSciences im Erwerbszeitpunkt setzt sich wie folgt zusammen:

[in TEUR] beizulegender Zeitwert im Erwerbszeitpunkt
Patente und Lizenzen 3.032
Kundenlisten 2.497
Sachanlagen 109
Vorräte 549
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 549
Übrige Vermögenswerte 22
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 1.122
Latente Steueransprüche 442
Summe Vermögenswerte 8.322
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 63
Sonstige Verbindlichkeiten 294
Latente Steuerschulden 1.385
Summe Schulden 1.742
Nettovermögen 6.580
Geschäfts- oder Firmenwert (siehe Textziffer 10) 3.309
Übertragene Gegenleistung 9.889

Der beizulegende Zeitwert der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (549 TEUR) divergiert nur unwesentlich vom einschlägigen Bruttobetrag. Die latenten Steuerschulden umfassen hauptsächlich die Auswirkungen der höheren steuerlichen Abschreibungen von materiellen und immateriellen Vermögenswerten. Der Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von 3.309 TEUR umfasst den Wert erwarteter Synergien aus dem Unternehmenserwerb sowie Wachstumspotentiale durch die komplementären Produkte sowie Kundenstämme. Dadurch werden auch Wachstumspotentiale bei den bisherigen Produkten erwartet. Der Geschäfts- oder Firmenwert wurde in voller Höhe der 4basebio Group als einziger zahlungsmittelgenerierender Einheit zugeordnet.

Die TGR BioSciences hat seit dem Erwerbszeitpunkt 2.800 TEUR zu den Umsatzerlösen (der aufgegebenen Geschäftsbereiche) des Geschäftsjahres 2018 und 930 TEUR zum Ergebnis vor Steuern des Geschäftsjahres 2018 (der aufgegebenen Geschäftsbereiche) der 4basebio Group beigetragen. Wäre der Unternehmenszusammenschluss bereits zu Beginn des Geschäftsjahrs 2018 erfolgt, wären die Umsatzerlöse aus aufgegebenen Geschäftsbereichen der 4basebio Group in 2018 um 1.060 TEUR höher und das Ergebnis vor Steuern wäre um 335 TEUR höher gewesen.

Die übertragene Gegenleistung setzt sich wie folgt zusammen:

[in TEUR]
Gegenleistung in liquiden Mitteln 6.784
Gewährte Darlehen 1.222
Wandelbares Darlehen sowie Verbindlichkeit aus bedingter Gegenleistung (Earn-Out-Verbindlichkeit) 1.882
Übertragene Gegenleistung 9.889

Der tatsächliche Zahlungsmittelabfluss aufgrund des Unternehmenserwerbs setzt sich wie folgt zusammen:

[in TEUR]
Transaktionskosten des Unternehmenserwerbs (enthalten in den Cashflows aus betrieblicher Tätigkeit) (71)
Gegenleistung in liquiden Mitteln (6.784)
Mit dem Tochterunternehmen erworbene Zahlungsmittel (enthalten in den Cashflows aus Investitionstätigkeit) 1.122
Der Ausgabe von Aktien zurechenbare Transaktionskosten (enthalten in den Cashflows aus Finanzierungstätigkeit) -
Tatsächlicher Zahlungsmittelabfluss aufgrund des Unternehmenserwerbs (5.733)

Zusätzlich zu einer Geldleistung in Höhe von 6.784 TEUR für die Akquisition wurde ein Schuldschein in Höhe von 2,0 Mio. Australien $ mit 3,5% Zinsen ausgegeben, der am ersten Jahrestag der Akquisition fällig ist. Der beizulegende Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt wurde mit 1.222 TEUR angesetzt. Darüber hinaus wurden 1.612.642 gesperrte Aktien durch Pflichtwandelschuldverschreibungen ausgegeben und eine weitere Barzahlung bis zu 721.541 Australien $, die zu 50% am ersten Jahrestag und zu 50% am zweiten Jahrestag des Kaufs fällig ist, sofern bestimmte Umsatzziele erreicht werden. Der beizulegende Zeitwert der Aktien wurde unter Bezugnahme auf den notierten Kurs der Aktie am Tag des Erwerbs, der bei 1,43 EUR stand, berechnet. Der beizulegende Zeitwert der Wandelschuldverschreibung stellt ihren Barwert dar, unter Anwendung eines Wahrscheinlichkeitsfaktors für die potenzielle "Earn-Out"-Gegenleistung. Der beizulegende Zeitwert der Gegenleistung stand daher bei 1.883 TEUR. 783.900 Australien $ der Geldleistung stellten Barguthaben der TGR BioSciences beim Erwerb dar, die gegenüber verkaufenden Anteilseignern auf der Basis einer Berechnung des Nettoumlaufvermögens (Working Capital) fällig waren. Die Transaktionskosten in Höhe von 71 TEUR wurden im Aufwand erfasst ("Allgemeine Verwaltungskosten").

Im Transaktionszeitpunkt wurde der beizulegende Zeitwert der bedingten Gegenleistung auf 1.883 TEUR geschätzt. Am 31. Dezember 2018 und am 31. Dezember 2019 wurden die zugrunde liegenden Annahmen aktualisiert. Der beizulegende Zeitwert dieser Tranche wurde am 31. Dezember 2018 zum Kurs von 0,895 EUR je Aktie und am 31. Dezember 2019 zum Kurs von 1,705 EUR je Aktie bewertet. Dies führt zu einer Verbindlichkeit in Höhe von 1.259 TEUR am 31. Dezember 2018 bzw. in Höhe von 2.545 TEUR am 31. Dezember 2019.

Die folgende Tabelle zeigt die Entwicklung des beizulegenden Zeitwerts der Earn-Out-Verbindlichkeit:

[in TEUR]
2. Mai 2018 1.883
Verminderung des beizulegenden Zeitwerts der Earn-Out-Verbindlichkeit (624)
31. Dezember 2018 1.259
Erhöhung des beizulegenden Zeitwerts der Earn-Out-Verbindlichkeit 1.286
31. Dezember 2019 2.545

Konsolidierungsgrundsätze und Unternehmenszusammenschlüsse

Die Abschlüsse der 4basebio AG und ihrer in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen werden unter Beachtung einheitlich geltender Ansatz- und Bewertungsgrundsätze zum Abschlussstichtag des Konzernabschlusses (31. Dezember 2019) aufgestellt. Ansatz-, Bewertungs-, Konsolidierungs- und Gliederungsgrundsätze wurden von allen in den Konzernabschluss einzubeziehenden Gesellschaften stetig angewendet. Alle konzerninternen Vermögenswerte, Schulden, Erträge und Aufwendungen sowie Zahlungsströme aus Geschäftsvorfällen zwischen den in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen wurden im Rahmen der Konsolidierung eliminiert. Bei den erfolgswirksamen Konsolidierungsvorgängen wurden ertragsteuerliche Auswirkungen berücksichtigt und latente Steuern in Ansatz gebracht.

Unternehmenszusammenschlüsse werden unter Anwendung der Erwerbsmethode (sog. "Purchase Method") bilanziert. Danach werden die Anschaffungskosten der Beteiligung auf die erworbenen identifizierbaren Vermögenswerte und die übernommenen identifizierbaren Schulden und Eventualverbindlichkeiten entsprechend ihren beizulegenden Zeitwerten zum Erwerbszeitpunkt allokiert. Im Rahmen eines Unternehmenserwerbs angefallene Kosten werden als Aufwand in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst ("allgemeine Verwaltungskosten"). Auf im Rahmen der Erstkonsolidierung aufgedeckte stille Reserven und Lasten werden latente Steuern angesetzt, sofern diese Aufdeckung nicht auch steuerlich nachvollzogen wird. Aufgedeckte stille Reserven und Lasten werden in den Folgeperioden entsprechend der Behandlung der korrespondierenden Vermögenswerte und Schulden fortgeführt.

Erwirbt die 4basebio Group ein Unternehmen, so wird die geeignete Klassifizierung und Designation der übernommenen finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten in Übereinstimmung mit den Vertragsbedingungen, wirtschaftlichen Gegebenheiten und zum Erwerbszeitpunkt vorherrschenden Bedingungen beurteilt. Dies beinhaltet auch eine Trennung der in Basisverträgen eingebetteten Derivate. Eine vereinbarte bedingte Gegenleistung wird im Erwerbszeitpunkt zum beizulegenden Zeitwert erfasst. Eine als Eigenkapital klassifizierte bedingte Gegenleistung wird nicht neu bewertet und die spätere Erfüllung wird im Eigenkapital erfasst. Eine als Vermögenswert oder Schuld klassifizierte bedingte Gegenleistung in Form eines in den Anwendungsbereich von IFRS 9 fallenden Finanzinstruments wird gemäß IFRS 9 erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Alle übrigen bedingten Gegenleistungen, die nicht in den Anwendungsbereich von IFRS 9 fallen, werden zu jedem Abschlussstichtag erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet.

Ein Überschuss der Anschaffungskosten der Beteiligung über die anteiligen Nettozeitwerte der identifizierbaren Vermögenswerte, Schulden und Eventualverbindlichkeiten wird als Geschäfts- oder Firmenwert bilanziert. Nach dem erstmaligen Ansatz wird der Geschäfts- oder Firmenwert zu Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Wertminderungsaufwendungen bewertet. Zum Zweck des Wertminderungstests wurden die im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen erworbenen Geschäfts- oder Firmenwerte ab deren Erwerbszeitpunkten der gesamten 4basebio Group als einzige zahlungsmittelgenerierende Einheit zugeordnet.

Währungsumrechnung

Die in den Abschlüssen der einzelnen Tochterunternehmen der 4basebio Group erfassten Posten werden auf der Grundlage der jeweiligen funktionalen Währung bewertet. Die Berichtswährung des Konzernabschlusses der 4basebio Group ist der Euro (EUR).

Transaktionen in Fremdwährungen werden zum aktuellen Kurs am Tag des Geschäftsvorfalls in die jeweilige funktionale Währung umgerechnet. Monetäre Vermögenswerte und Schulden in Fremdwährung werden mit dem Kurs am Abschlussstichtag umgerechnet. Umrechnungsdifferenzen aus der Abwicklung oder Umrechnung monetärer Posten werden erfolgswirksam in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Hiervon ausgenommen sind monetäre Posten, die als Teil einer Absicherung der Nettoinvestition des Konzerns in einen ausländischen Geschäftsbetrieb designiert sind. Diese werden bis zur Veräußerung der Nettoinvestition im sonstigen Ergebnis erfasst und im Eigenkapital unter dem Posten "Wechselkursdifferenzen auf langfristige Vermögenswerte" ausgewiesen. Erst bei ihrem Abgang wird der kumulierte Betrag in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert. Aus den Umrechnungsdifferenzen dieser monetären Posten resultierende Steuern werden ebenfalls im sonstigen Ergebnis erfasst. Nicht-monetäre Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die zu historischen Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten in einer Fremdwährung bewertet wurden, werden mit dem Kurs am Tag des Geschäftsvorfalls umgerechnet.

Die Umrechnung der Abschlüsse der einbezogenen Gesellschaften, deren funktionale Währung von der Berichtswährung des Konzernabschlusses der 4basebio AG (EUR) abweicht, wird wie folgt vorgenommen: Die Vermögenswerte und Schulden werden zu dem am Abschlussstichtag gültigen Wechselkurs (Mittelkurs), das Eigenkapital zu historischen Kursen und die Aufwendungen und Erträge zum Jahresdurchschnittswechselkurs umgerechnet. Umrechnungsdifferenzen, die aus Wechselkursveränderungen zwischen einzelnen Geschäftsjahren entstehen, werden grundsätzlich erfolgsneutral im Eigenkapital unter dem Posten "Rücklage für Währungsumrechnung" ausgewiesen. Beim Abgang eines ausländischen Geschäftsbetriebs werden die in der Rücklage für Währungsumrechnung im Eigenkapital kumulierten Währungsumrechnungsdifferenzen in die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert und erfolgswirksam im Periodenergebnis erfasst.

Die wichtigsten Kurse haben sich in Relation zum Gegenwert von einem Euro (1 EUR) wie folgt entwickelt:

Kurs am Abschlussstichtag Durchschnittskurs Geschäftsjahr
[in EUR] 31.12.2019 31.12.2018 2019 2018
US-Dollar 1,1234 1,1450 1,1193 1,1790
Pfund Sterling 0,8508 0,8945 0,8773 0,8846
Singapur-Dollar 1,5111 1,5591 1,5272 1,5924
Australien-Dollar 1,5995 1,6220 1,6106 1,5833

D. Wesentliche angewandte Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Klassifizierung kurz- und langfristig

Die Darstellung in der Konzernbilanz unterscheidet zwischen kurz- und langfristigen Vermögenswerten und Schulden. Vermögenswerte und Schulden werden als kurzfristig klassifiziert, wenn sie innerhalb eines Jahres oder innerhalb eines längeren normalen Geschäftszyklus fällig werden. Latente Steueransprüche und latente Steuerschulden werden als langfristige Posten in der Konzernbilanz ausgewiesen.

Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und aufgegebene Geschäftsbereiche

Vermögenswerte werden als zur Veräußerung gehalten klassifiziert, sofern ihr Verkauf eingeleitet wurde bzw. die Veräußerung höchstwahrscheinlich ist und der Vermögenswert oder die Veräußerungsgruppe im gegenwärtigen Zustand sofort veräußerbar ist. Die zur Veräußerung gehaltenen langfristigen Vermögenswerte werden zum niedrigeren Wert aus Buchwert oder beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten bewertet. Diese Vermögenswerte werden ab dem Zeitpunkt der Klassifizierung als zur Veräußerung gehalten nicht mehr planmäßig abgeschrieben. Die im Zusammenhang mit den zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten stehenden Schulden werden in der Konzernbilanz ebenfalls separat als kurzfristiger Posten ausgewiesen.

Als aufgegebene Geschäftsbereiche werden wesentliche Unternehmensbestandteile der 4basebio Group erfasst, die betrieblich und für die Zwecke der Rechnungslegung klar vom restlichen Unternehmen abgegrenzt werden können und veräußert bzw. zur Veräußerung verfügbar klassifiziert wurden. In der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung werden die Ergebnisse aus aufgegebenen Geschäftsbereichen des Berichtsjahres und des Vorjahres gesondert ausgewiesen. Mittelzu- und -abflüsse aus aufgegebenen Geschäftsbereichen werden nicht in der Konzern-Kapitalflussrechnung, sondern in den Angaben im Anhang getrennt ausgewiesen (siehe Textziffer 21). Die Erläuterungen im Anhang zu den einzelnen Posten der Konzernbilanz und der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung beziehen sich grundsätzlich nur auf die fortgeführten Aktivitäten der 4basebio Group.

Erlöse aus Verträgen mit Kunden

Umsatzerlöse aus Verträgen mit Kunden, insbesondere die Erlöse aus dem Verkauf von Gels und Kits sowie sonstiger Güter, werden erfasst, wenn die Verfügungsgewalt über die Güter oder Dienstleistungen auf den Kunden übertragen wird. Dies ist im Allgemeinen bei Lieferung der Gels und Kits sowie der sonstigen Güter der Fall. Die Erfassung erfolgt in Höhe der Gegenleistung, die die 4basebio Group im Austausch für diese Güter oder Dienstleistungen voraussichtlich erhalten wird. Die übliche Zahlungsfrist beträgt 30 bis 90 Tage ab Lieferung. Die 4basebio Group ist zu dem Schluss gekommen, dass sie bei ihren Umsatztransaktionen grundsätzlich als Prinzipal auftritt, da die 4basebio Group üblicherweise die Verfügungsgewalt über die Güter oder Dienstleistungen innehat, bevor diese auf den Kunden übergehen.

Neben dem Verkauf von Produkten erbringt die 4basebio Group auch Dienstleistungen, die entweder einzeln oder gemeinsam mit Gels und Kits sowie anderen Gütern an Kunden veräußert werden. Die Dienstleistungen können nicht nur durch die 4basebio Group, sondern auch durch andere Anbieter erbracht werden und führen zu keiner wesentlichen Anpassung oder Änderung der zugrundeliegenden Güter. Sofern die 4basebio Group ihren vertraglichen Verpflichtungen durch die Übertragung von Gütern oder Dienstleistungen auf einen Kunden nachkommt, bevor der Kunde die Gegenleistung entrichtet oder bevor die Zahlung fällig wird, wird ein Vertragsvermögenswert für den bedingten Anspruch auf Gegenleistung aktiviert. Im Gegensatz dazu handelt es sich bei den als Forderungen aus Lieferungen und Leistungen ausgewiesenen Forderungen um einen unbedingten Anspruch der 4basebio Group auf Gegenleistung (d.h., die Fälligkeit tritt automatisch durch Zeitablauf ein). Sofern ein Kunde hingegen eine Gegenleistung zahlt, bevor die 4basebio Group Güter oder Dienstleistungen auf ihn überträgt, wird eine Vertragsverbindlichkeit passiviert, wenn die Zahlung geleistet oder fällig wird (je nachdem, welches von beidem früher eintritt). Vertragsverbindlichkeiten werden als Erlöse erfasst, sobald die 4basebio Group ihre vertraglichen Verpflichtungen erfüllt.

Die 4basebio Group prüft Verträge mit Kunden dahingehend, ob in den Verträgen andere Zusagen enthalten sind, die separate Leistungsverpflichtungen darstellen, denen ein Teil des Transaktionspreises zugeordnet werden muss (z.B. Gewährleistungen). Bei der Bestimmung des Transaktionspreises für den Verkauf von Gels und Kits sowie anderer Güter berücksichtigt die 4basebio Group die Auswirkungen von variablen Gegenleistungen, von signifikanten Finanzierungskomponenten sowie von nicht zahlungswirksamen Gegenleistungen und ggf. an einen Kunden zu zahlenden Gegenleistungen.

Enthält eine vertragliche Gegenleistung eine variable Komponente, bestimmt die 4basebio Group die Höhe der Gegenleistung, die ihr im Austausch für die Übertragung der Güter auf den Kunden zusteht. Dies betrifft insbesondere einige Verträge über den Verkauf von Proteomik, die dem Kunden ein Rückgaberecht oder Mengenrabatte einräumen, die zu einer variablen Gegenleistung führen. Die variable Gegenleistung wird zu Vertragsbeginn geschätzt und nur dann in den Transaktionspreis einbezogen, wenn es hoch wahrscheinlich ist, dass es bei den erfassten kumulierten Erlösen nicht zu einer signifikanten Stornierung kommt, sobald die Unsicherheit in Verbindung mit der variablen Gegenleistung nicht mehr besteht.

Eine sehr geringe Anzahl von Verträgen mit Kunden räumen diesen das Recht ein, die Produkte innerhalb einer festgelegten Frist zurückzugeben. Die 4basebio Group wendet zur Schätzung der Produkte, die nicht zurückgegeben werden, die Erwartungswertmethode an, da mit dieser Methode die variable Gegenleistung, auf die die 4basebio Group einen Anspruch hat, am verlässlichsten geschätzt werden kann. Außerdem werden die Regelungen gemäß IFRS 15 im Hinblick auf die Begrenzung der Schätzung der variablen Gegenleistung angewandt, um den Betrag der variablen Gegenleistung zu bestimmen, der in den Transaktionspreis einbezogen werden darf. Für erwartete Produktrückgaben werden von der 4basebio Group keine Erlöse erfasst, sondern stattdessen eine Rückerstattungsverbindlichkeit passiviert. Darüber hinaus wird für das Recht auf Rückerhalt von Produkten von einem Kunden ein Vermögenswert aus Rückgaberechten erfasst (bei entsprechender Anpassung der Umsatzkosten).

Die 4basebio Group erhält in der Regel keine und nur in seltenen Fällen kurzfristige Vorauszahlungen von Kunden. Unter Anwendung der in IFRS 15 vorgesehenen Erleichterungsvorschriften verzichtet die 4basebio Group darauf, die Höhe der zugesagten Gegenleistung um die Auswirkungen einer signifikanten Finanzierungskomponente anzupassen, wenn bei Vertragsbeginn erwartet wird, dass die Zeitspanne zwischen der Übertragung des zugesagten Guts oder der zugesagten Dienstleistung auf den Kunden und der Bezahlung dieses Guts oder dieser Dienstleistung durch den Kunden maximal ein Jahr beträgt. Üblicherweise gewährt die 4basebio Group die gesetzlich vorgeschriebenen Gewährleistungen für die Behebung von Mängeln, die bereits zum Verkaufszeitpunkt vorlagen. Diese sog. "assurance-type warranties" werden in Übereinstimmung mit IAS 37 als Rückstellungen erfasst.

Zuwendungen der öffentlichen Hand

Zuwendungen der öffentlichen Hand werden erfasst, wenn hinreichende Sicherheit besteht, dass die Zuwendungen gewährt werden und das Unternehmen die damit verbundenen Bedingungen erfüllt. Die 4basebio Group erhält staatliche Beihilfen und Zuschüsse aus diversen öffentlichen Förderprogrammen. Abhängig von der Struktur des jeweiligen Förderprogrammes entscheidet die 4basebio Group, ob diese Beihilfen und Zuschüsse als Umsatz ausgewiesen werden oder mit den daraus resultierenden Kosten verrechnet werden. Öffentliche Beihilfen und Zuschüsse für Forschungs- und Entwicklungskosten, die direkt einem Programm zugeordnet werden können, werden mit den entsprechenden Aufwendungen verrechnet.

Ertragsteuern

Die Ertragsteuern umfassen sowohl die tatsächlichen Steuern vom Einkommen und Ertrag als auch die latenten Steuern.

Die tatsächlichen Steueransprüche und Steuerschulden werden mit dem Betrag bemessen, in dessen Höhe eine Erstattung von der Steuerbehörde bzw. eine Zahlung an die Steuerbehörde erwartet wird. Der Berechnung des Betrags werden die Steuersätze und Steuergesetze zugrunde gelegt, die zum Abschlussstichtag in den Ländern gelten oder in Kürze gelten werden, in denen die 4basebio Group tätig ist und zu versteuerndes Einkommen erzielt. Tatsächliche Steuern, die sich auf Posten beziehen, die direkt im Eigenkapital verbucht werden, werden nicht in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, sondern ebenfalls im Eigenkapital erfasst. Das Management beurteilt regelmäßig einzelne Steuersachverhalte dahingehend, ob in Anbetracht geltender steuerlicher Regelungen ein Interpretationsspielraum vorhanden ist. Für den Fall, dass in den Steuererklärungen angesetzte Beträge wahrscheinlich nicht realisiert werden können (unsichere Steuerpositionen), werden Steuerrückstellungen gebildet. Der Betrag ermittelt sich aus der bestmöglichen Schätzung der erwarteten Steuerzahlung (Erwartungswert bzw. wahrscheinlichster Wert der Steuerunsicherheit).

Die Bildung latenter Steuern erfolgt unter Anwendung der Liability-Methode auf bestehende temporäre Differenzen zwischen dem Wertansatz eines Vermögenswerts bzw. einer Schuld in der Konzernbilanz und dem Steuerbilanzwert zum Abschlussstichtag. Latente Steueransprüche und -schulden werden anhand der Steuersätze bemessen, die in der Periode, in der ein Vermögenswert realisiert oder eine Schuld erfüllt wird, voraussichtlich Gültigkeit erlangen werden. Veränderungen der latenten Steueransprüche und latenten Steuerschulden spiegeln sich grundsätzlich erfolgswirksam in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung in den latenten Steuern wider. Hiervon ausgenommen sind latente Steuern, die sich auf erfolgsneutral erfasste Posten beziehen und entsprechend dem zugrunde liegenden Geschäftsvorfall ebenfalls erfolgsneutral (entweder im sonstigen Ergebnis oder direkt im Eigenkapital) verbucht werden. Der Buchwert latenter Steueransprüche wird an jedem Abschlussstichtag überprüft und in dem Umfang reduziert, in dem es nicht mehr wahrscheinlich ist, dass ein ausreichendes zu versteuerndes Ergebnis zur Verfügung stehen wird, gegen das der latente Steueranspruch zumindest teilweise verwendet werden kann. Nicht angesetzte latente Steueransprüche werden an jedem Abschlussstichtag überprüft und in dem Umfang angesetzt, in dem es wahrscheinlich geworden ist, dass ein künftig zu versteuerndes Ergebnis die Realisierung des latenten Steueranspruchs ermöglicht. Latente Steuerschulden auf zu versteuernde temporäre Differenzen aus Anteilen an Tochterunternehmen werden nicht angesetzt, wenn die 4basebio Group den Zeitpunkt der Umkehrung bestimmen kann und es wahrscheinlich ist, dass sich die temporäre Differenz in absehbarer Zeit nicht auflösen wird. Eine Saldierung latenter Steueransprüche mit den latenten Steuerschulden erfolgt in Übereinstimmung mit IAS 12 nur bei Erfüllung der Saldierungsvoraussetzungen.

Umsatzsteuer

Forderungen und Verbindlichkeiten werden mitsamt dem darin enthaltenen Umsatzsteuerbetrag in der Konzernbilanz angesetzt. Aufwendungen und Vermögenswerte werden nach Abzug der Umsatzsteuer erfasst. Eine Ausnahme hiervon gilt dann, wenn die beim Erwerb von Vermögenswerten oder bei der Inanspruchnahme von Dienstleistungen angefallenen Umsatzsteuern nicht von der Steuerbehörde zurückgefordert werden können. In diesem Fall werden die Umsatzsteuern ausnahmsweise als Teil der Anschaffungskosten des Vermögenswerts bzw. als Teil der Aufwendungen erfasst. Der Ausweis der Umsatzsteuerbeträge, die von der Steuerbehörde zu erstatten oder von der 4basebio Group an diese abzuführen sind, erfolgt in der Konzernbilanz unter den sonstigen kurzfristigen Vermögenswerten bzw. sonstigen kurzfristigen Schulden.

Immaterielle Vermögenswerte

Immaterielle Vermögenswerte werden bei deren erstmaliger Erfassung grundsätzlich mit ihren Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt. Die Anschaffungskosten von im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen erworbenen immateriellen Vermögenswerten entsprechen dem beizulegenden Zeitwert im Erwerbszeitpunkt. Mit Ausnahme von aktivierten Entwicklungskosten und selbstgeschaffenen Patenten werden keine selbst erstellten immateriellen Vermögenswerte in der Konzernbilanz der 4basebio Group angesetzt. Stattdessen werden die entsprechenden Aufwendungen aufwandswirksam in der Periode in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, in der sie angefallen sind. Entwicklungskosten werden ausschließlich dann als immaterieller Vermögenswert aktiviert, wenn die 4basebio Group nachweisen kann, dass die spezifischen Ansatzkriterien gemäß IAS 38.57 erfüllt sind. Forschungs- und nicht aktivierungsfähige Entwicklungskosten werden als Aufwand in der Periode ihres Anfalls erfasst und in einer separaten Zeile in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen ("Forschungs- und nicht aktivierte Entwicklungskosten").

Für die Zwecke der Folgebewertung immaterieller Vermögenswerte unterscheiden die IFRS zwischen immateriellen Vermögenswerten mit bestimmter und solchen mit unbestimmter Nutzungsdauer. Im Konzernabschluss der 4basebio Group bestehen - mit Ausnahme von Geschäfts- oder Firmenwerten - im Wesentlichen nur immaterielle Vermögenswerte mit bestimmter Nutzungsdauer. Diese werden über die wirtschaftliche Nutzungsdauer (planmäßig) abgeschrieben und auf eine mögliche Wertminderung überprüft, sofern Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass der immaterielle Vermögenswert wertgemindert sein könnte. Bei aktivierten Entwicklungskosten beginnt die Abschreibung mit dem Abschluss der Entwicklungsphase und ab dem Zeitpunkt, ab dem der Vermögenswert genutzt werden kann. Während der Entwicklungsphase wird jährlich ein Werthaltigkeitstest durchgeführt. Die Erfassung der Abschreibungen erfolgt für aktivierte Entwicklungskosten innerhalb der Umsatzkosten sowie für alle sonstigen immateriellen Vermögenswerte innerhalb derjenigen Aufwandskategorie, die der Funktion des immateriellen Vermögenswerts in der 4basebio Group entspricht. Die Abschreibungsdauern und die Abschreibungsmethoden werden mindestens zum Ende jeder Berichtsperiode überprüft. Sofern aufgrund von Änderungen der erwarteten Nutzungsdauer oder des erwarteten Verbrauchs des zukünftigen wirtschaftlichen Nutzens eines immateriellen Vermögenswerts Änderungen der Abschreibungsmethode oder der Abschreibungsdauer vorzunehmen sind, werden diese als Änderungen von Schätzungen behandelt und prospektiv im Periodenergebnis erfasst.

Die Ausbuchung eines immateriellen Vermögenswerts erfolgt entweder bei Abgang oder dann, wenn aus der weiteren Nutzung oder Veräußerung des angesetzten Vermögenswerts kein wirtschaftlicher Nutzen mehr erwartet wird. Gewinne oder Verluste aus der Ausbuchung immaterieller Vermögenswerte werden als Differenz zwischen dem Nettoveräußerungserlös und dem Buchwert des Vermögenswerts ermittelt und in der Periode erfolgswirksam erfasst, in der der immaterielle Vermögenswert ausgebucht wird.

Die auf die immateriellen Vermögenswerte der 4basebio Group angewandten Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden stellen sich zusammenfassend wie folgt dar:

Lizenzen Patente Aktivierte Entwicklungskosten
Nutzungsdauer grundsätzlich begrenzt grundsätzlich begrenzt begrenzt
Abschreibungsmethode lineare Abschreibung über die Laufzeit der Lizenzen lineare Abschreibung über die Laufzeit der Patente lineare Abschreibung über den Zeitraum, über den Umsätze aus dem jeweiligen Projekt erwartet werden
Art des Zugangs erworben erworben/selbst erstellt selbst erstellt

Sachanlagen

Sachanlagen werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten abzüglich kumulierter (planmäßiger) Abschreibungen und kumulierter Wertminderungsaufwendungen angesetzt. Die Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten beinhalten die Kosten für den Ersatz eines Teils einer Sachanlage sowie die Fremdkapitalkosten für langfristige Bauprojekte, sofern die Ansatzkriterien erfüllt sind. Wenn wesentliche Teile von Sachanlagen in regelmäßigen Abständen ausgetauscht werden müssen, schreibt die 4basebio Group diese ausgehend von ihrer jeweiligen wirtschaftlichen Nutzungsdauer separat ab. Den planmäßigen linearen Abschreibungen liegen folgende Nutzungsdauern der Vermögenswerte zugrunde:

Gebäude: 15 bis 20 Jahre

Büroeinrichtung und Büroausstattung: 4 bis 10 Jahre

Laborgeräte und Laborausstattung: 3 bis 10 Jahre

Sachanlagen werden entweder bei Abgang ausgebucht oder dann, wenn aus der weiteren Nutzung oder Veräußerung des angesetzten Vermögenswerts kein wirtschaftlicher Nutzen mehr erwartet wird. Die aus der Ausbuchung des Vermögenswerts resultierenden Gewinne oder Verluste werden als Differenz zwischen dem Nettoveräußerungserlös und dem Buchwert des Vermögenswerts ermittelt und in der Periode erfolgswirksam in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, in der der Vermögenswert ausgebucht wird. Die Restwerte, wirtschaftlichen Nutzungsdauern und Abschreibungsmethoden der Sachanlagen werden am Ende eines jeden Geschäftsjahrs überprüft und bei Bedarf prospektiv angepasst.

Leasingverhältnisse

Ein Leasingverhältnis stellt gemäß IFRS 16 eine Vereinbarung dar, bei welcher der Leasinggeber dem Leasingnehmer gegen eine Zahlung oder eine Reihe von Zahlungen das Recht auf Nutzung eines Vermögenswertes für einen vereinbarten Zeitraum überträgt. Die 4basebio Group agiert im Rahmen von Leasingvereinbarungen nur als Leasingnehmer. Für Leasingverhältnisse aktiviert die 4basebio Group ein Nutzungsrecht und passiviert eine korrespondierende Leasingverbindlichkeit für alle über die Laufzeit des Vertrags zu leistenden Leasingzahlungen. Für Leasinggegenstände von geringem Wert und für kurzfristige Leasingverhältnisse (weniger als zwölf Monate) wird von den Anwendungserleichterungen Gebrauch gemacht und die Zahlungen linear als Aufwand in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Die Anschaffungskosten des Nutzungsrechts ergeben sich aus dem Barwert aller künftigen Leasingzahlungen zuzüglich etwaiger Leasingzahlungen bei oder vor Beginn des Leasingverhältnisses sowie den anfänglichen direkten Kosten und den geschätzten Kosten für den Rückbau oder die Wiederherstellung des Leasingvermögenswerts. Bei der Bemessung der Anschaffungskosten macht die 4basebio Group von dem Wahlrecht Gebrauch, Zahlungen für Nicht-Leasingkomponenten als Leasingzahlungen zu betrachten. Die Folgebewertung der innerhalb des Sachanlagevermögens ausgewiesenen Nutzungsrechte erfolgt zu Anschaffungskosten abzüglich kumulierter (planmäßiger) Abschreibungen und kumulierter Wertminderungsaufwendungen. Der Ausweis der Abschreibungen der Nutzungsrechte erfolgt in den Funktionskosten. Die Abschreibungen der Nutzungsrechte erfolgt im Regelfall planmäßig über die Laufzeit des Leasingverhältnisses. Ausnahmsweise werden davon abweichend Nutzungsrechte in den spezifischen Konstellationen über die wirtschaftliche Nutzungsdauer des zugrunde liegenden Leasingvermögenswerts abgeschrieben, in denen die zu berücksichtigenden Leasingzahlungen auch die Übertragung des Eigentums an dem zugrunde liegenden Vermögenswert zum Ende der Laufzeit des Leasingverhältnisses umfassen oder die Ausübung einer Kaufoption hochwahrscheinlich ist.

Der erstmalige Ansatz der innerhalb der finanziellen Verbindlichkeiten ausgewiesenen Leasingverbindlichkeiten erfolgt mit dem Barwert der ausstehenden Leasingzahlungen. Im Rahmen der Folgebewertung wird der Buchwert der Leasingverbindlichkeit um den jährlichen Zinsaufwand erhöht und um die geleisteten Leasingzahlungen reduziert. Der Ausweis der hieraus resultierenden Zinsaufwendungen erfolgt innerhalb des Finanzergebnisses ("Finanzaufwendungen").

Wertminderung und Wertaufholung langfristiger nicht-finanzieller Vermögenswerte

Die 4basebio Group ermittelt an jedem Abschlussstichtag, ob Anhaltspunkte für Wertminderungen bzw. Wertaufholungen von langfristigen nicht-finanziellen Vermögenswerten vorliegen. Liegen solche Anhaltspunkte vor oder ist eine jährliche Überprüfung eines Vermögenswerts auf Werthaltigkeit erforderlich, nimmt die 4basebio Group eine Schätzung des erzielbaren Betrags des jeweiligen Vermögenswerts vor. Der erzielbare Betrag wird für jeden einzelnen Vermögenswert bestimmt, es sei denn, ein Vermögenswert erzeugt keine Mittelzuflüsse, die weitestgehend unabhängig von denen anderer Vermögenswerte oder anderer Gruppen von Vermögenswerten (zahlungsmittelgenerierende Einheiten) sind. Übersteigt der Buchwert eines Vermögenswerts oder einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit den erzielbaren Betrag, wird eine Wertminderung in Höhe des Unterschiedsbetrags vorgenommen. Wertminderungsaufwendungen werden grundsätzlich erfolgswirksam in den Aufwandskategorien erfasst, die der Funktion des wertgeminderten Vermögenswerts in der 4basebio Group entsprechen.

Der erzielbare Betrag eines Vermögenswerts ist der höhere der beiden Beträge aus beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten und dem Nutzungswert. Zur Ermittlung des Nutzungswerts werden die erwarteten künftigen Cashflows unter Zugrundelegung eines Abzinsungssatzes vor Steuern auf ihren Barwert abgezinst, der die aktuellen Markterwartungen hinsichtlich des Zinseffekts und der spezifischen Risiken des Vermögenswerts widerspiegelt. Zur Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten werden kürzlich erfolgte Markttransaktionen berücksichtigt. Sind keine derartigen Transaktionen identifizierbar, wird ein angemessenes Bewertungsmodell angewendet. Dieses stützt sich auf Bewertungsmultiplikatoren, Börsenkursen von börsengehandelten Anteilen an Unternehmen oder andere zur Verfügung stehende Indikatoren für den beizulegenden Zeitwert.

Die 4basebio Group legt ihren Wertminderungsbeurteilungen detaillierte Budget- und Prognoserechnungen für ihre einzige zahlungsmittelgenerierende Einheit ("4basebio Group") zugrunde. Derartige Budget- und Prognoserechnungen erstrecken sich in der Regel über einen Detailplanungszeitraum von fünf Jahren. Ab dem sechsten Jahr wird eine langfristige Wachstumsrate bestimmt und zur Prognose der künftigen Cashflows angewandt.

Zu jedem jedem Abschlussstichtag wird überprüft, ob eine in früheren Perioden erfasste Wertminderung, soweit sich diese nicht auf Geschäfts- oder Firmenwerte bezieht, nicht länger besteht oder sich vermindert haben könnte. In diesen Fällen führt die 4basebio Group eine teilweise oder vollständige Wertaufholung durch. Dabei wird der Buchwert auf den erzielbaren Betrag erhöht. Die Erhöhung des Buchwerts ist jedoch auf den Buchwert begrenzt, der ermittelt worden wäre (abzüglich planmäßiger Abschreibungen), wenn in früheren Jahren kein Wertminderungsaufwand erfasst worden wäre. Wertaufholungen werden grundsätzlich erfolgswirksam vorgenommen.

Die Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte der 4basebio Group wird einmal jährlich (jeweils zum 31. Dezember) überprüft. Eine Überprüfung findet ebenfalls dann statt, wenn Umstände darauf hindeuten, dass der Wert eines Geschäfts- oder Firmenwerts gemindert sein könnte. Die Wertminderung wird durch die Ermittlung des erzielbaren Betrags der zahlungsmittelgenerierenden Einheit (oder der Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten) bestimmt, der (denen) der Geschäfts- oder Firmenwert zugeordnet wurde. Die Werthaltigkeitsprüfung der Geschäfts- oder Firmenwerte wurde auf der Ebene der 4basebio Group als einzige zahlungsmittelgenerierende Einheit durchgeführt. Sofern der erzielbare Betrag der zahlungsmittelgenerierenden Einheit den Buchwert dieser Einheit unterschreitet, wird ein Wertminderungsaufwand erfolgswirksam erfasst. Ein für den Geschäfts- oder Firmenwert erfasster Wertminderungsaufwand darf in den nachfolgenden Berichtsperioden nicht aufgeholt werden.

Finanzinstrumente

Ein Finanzinstrument ist ein Vertrag, der gleichzeitig bei einem Unternehmen zu einem finanziellen Vermögenswert und bei einem anderen Unternehmen zu einer finanziellen Verbindlichkeit oder einem Eigenkapitalinstrument führt. Als finanzielle Vermögenswerte oder finanzielle Verbindlichkeiten erfasste Finanzinstrumente werden grundsätzlich getrennt ausgewiesen. Finanzinstrumente werden erfasst, sobald die 4basebio Group Vertragspartei des Finanzinstruments wird. Der erstmalige Ansatz von Finanzinstrumenten erfolgt grundsätzlich zum beizulegenden Zeitwert. Für die Folgebewertung werden die Finanzinstrumente einer der in IFRS 9 aufgeführten Bewertungskategorien zugeordnet. Dem Erwerb oder der Emission direkt zurechenbare Transaktionskosten werden bei der Ermittlung des Buchwerts berücksichtigt, wenn die Finanzinstrumente nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden.

Bei den von der 4basebio Group gehaltenen finanziellen Vermögenswerten handelt es sich überwiegend um nicht-derivative finanzielle Vermögenswerte mit vertraglichen Zahlungen, die ausschließlich aus Zins- und Tilgungszahlungen auf den ausstehenden Nominalbetrag bestehen und die mit dem Ziel gehalten werden, die vertraglich vereinbarten Zahlungsströme zu vereinnahmen (Geschäftsmodell "Halten"). Dementsprechend werden diese finanziellen Vermögenswerte, bei denen es sich insbesondere um Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und um Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente handelt, der Bewertungskategorie "zu fortgeführten Anschaffungskosten" zugeordnet. Diese werden zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode abzüglich kumulierter Wertminderungsaufwendungen bewertet. Gewinne und Verluste werden erfolgswirksam in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, wenn die finanziellen Vermögenswerte wertgemindert oder ausgebucht werden. Die Zinseffekte aus der Anwendung der Effektivzinsmethode sowie Effekte aus der Währungsumrechnung werden ebenfalls erfolgswirksam in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Der Posten Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente in der Konzernbilanz umfasst den Kassenbestand, Bankguthaben sowie kurzfristige Einlagen mit einer Laufzeit von weniger als drei Monaten, die nur einem unwesentlichen Risiko von Wertschwankungen unterliegen. Für Zwecke der Kapitalflussrechnung umfassen Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente die oben definierten Zahlungsmittel und kurzfristige Einlagen abzüglich in Anspruch genommener Kontokorrentkredite, da diese integraler Bestandteil der Zahlungsmitteldisposition der 4basebio Group sind.

Finanzielle Verbindlichkeiten werden bei deren erstmaligem Ansatz entweder in die Bewertungskategorie "zu fortgeführten Anschaffungskosten" oder "erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet" (FVTPL) eingestuft. Eine finanzielle Verbindlichkeit wird zu FVTPL eingestuft, wenn sie zu Handelszwecken gehalten wird, ein Derivat ist oder beim Erstansatz als ein solches designiert wird. Außerdem sind Verbindlichkeiten aus im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen gemäß IFRS 3 passivierten bedingten Gegenleistungen (Earn-Out-Verbindlichkeiten) als FVTPL zu klassifizieren. Finanzielle Verbindlichkeiten zu FVTPL werden zum beizulegenden Zeitwert bewertet und Nettogewinne oder -verluste, einschließlich Zinsaufwendungen, werden im Gewinn oder Verlust erfasst. Andere finanzielle Verbindlichkeiten werden bei der Folgebewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten mittels der Effektivzinsmethode bewertet. Hierunter fallen insbesondere die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, die in der Regel unverzinslich sind und eine Fälligkeit von 30 bis 60 Tagen aufweisen. Die Zinsaufwendungen und Fremdwährungsumrechnungsdifferenzen werden erfolgswirksam in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Eine Ausbuchung finanzieller Verbindlichkeiten erfolgt, wenn die einer Verbindlichkeit zugrunde liegende Verpflichtung erfüllt, aufgehoben oder erloschen ist. Gewinne oder Verluste aus der Ausbuchung werden im Periodenergebnis erfasst.

Die 4basebio Group schließt nur in Einzelfällen derivative Finanzinstrumente zur Absicherung von Zins- oder Wechselkursschwankungen ab. Derartige Derivate werden sowohl beim erstmaligen Ansatz als auch im Rahmen der Folgebewertung mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet. Sich daraus ergebende Änderungen werden grundsätzlich im Gewinn oder Verlust erfasst. Die 4basebio Group macht von dem Wahlrecht der Designation einer entsprechenden Sicherungsbeziehung (sog. Hedge Accounting) keinen Gebrauch.

Wertminderung und Wertaufholung finanzieller Vermögenswerte

Zur Ermittlung der Wertminderungen für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wendet die 4basebio Group eine vereinfachte Methode zur Berechnung der erwarteten Kreditverluste auf Basis kalkulierter Verlustraten an (sog. "expected credit loss model"). Danach werden die Wertminderungen mittels einer Wertberichtigungsmatrix ermittelt, die auf den bisherigen Erfahrungen mit Kreditverlusten basieren und um zukunftsbezogene Faktoren anzupassen sind, die für die Kreditnehmer und die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen spezifisch sind. Für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen mit beeinträchtigter Bonität erfolgt eine besondere Überprüfung der Ausfallrisiken auf Basis des jeweiligen Einzelfalls. Zu den Indikatoren für eine beeinträchtigte Bonität von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zählen insbesondere signifikante finanzielle Schwierigkeiten des Schuldners oder die Wahrscheinlichkeit einer Insolvenz. Die Erfassung von Wertminderungen erfolgt unter Verwendung eines Wertberichtigungskontos erfolgswirksam in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung. Sofern sich in den Folgeperioden herausstellt, dass die Gründe für eine Wertminderung nicht mehr vorliegen, wird eine Wertaufholung bis maximal der Höhe der ursprünglichen Anschaffungskosten erfolgswirksam vorgenommen.

Vorräte

Vorräte werden zum niedrigeren Wert aus historischen Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten und dem Nettoveräußerungswert angesetzt. Der Nettoveräußerungswert ergibt sich aus dem erwarteten Verkaufserlös abzüglich der geschätzten Kosten bis zur Fertigstellung und der geschätzten Vertriebskosten. Die Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten von Vorräten werden grundsätzlich nach der Einzelzuordnungsmethode ermittelt und beinhalten die Kosten des Erwerbs sowie diejenigen Kosten, die dafür angefallen sind, um die Vorräte an ihren derzeitigen Ort zu verbringen und sie in ihren derzeitigen Zustand zu versetzen. Bei Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen erfolgt die Zuordnung der Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten nach der gleitenden Durchschnittsmethode. Bei selbst erstellten unfertigen und fertigen Erzeugnissen beinhalten die Herstellungskosten auch direkt zuordenbare Material- und Fertigungskosten sowie angemessene Teile der Produktionsgemeinkosten basierend auf der normalen Kapazität der Produktionsanlagen ohne die Berücksichtigung von Fremdkapitalkosten.

Rückstellungen

Rückstellungen werden gebildet, wenn die 4basebio Group eine gegenwärtige (gesetzliche oder faktische) Verpflichtung aufgrund eines vergangenen Ereignisses hat, der Abfluss von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen zur Erfüllung der Verpflichtung wahrscheinlich und eine verlässliche Schätzung der Höhe der Verpflichtung möglich ist. Der als Rückstellung passivierte Betrag stellt die bestmögliche Schätzung der Verpflichtung zum Abschlussstichtag dar. Sofern der aus einer Diskontierung resultierende Zinseffekt wesentlich ist, werden Rückstellungen mit einem Zinssatz vor Steuern abgezinst, der die für die Schuld spezifischen Risiken spiegelt. Im Fall einer Abzinsung wird die durch Zeitablauf bedingte Erhöhung der Rückstellungen als Finanzaufwand erfasst. Sofern die Ansatzkriterien für Rückstellungen nicht erfüllt sind und die Möglichkeit eines Zahlungsmittelabflusses bei der Erfüllung nicht unwahrscheinlich ist, erfolgt eine Angabe als Eventualverbindlichkeit. Rückstellungen und Eventualverbindlichkeiten werden regelmäßig überprüft und bei neuen Erkenntnissen oder geänderten Umständen angepasst. Rückerstattungsansprüche (z.B. aufgrund von Versicherungsverträgen) werden nur dann als gesonderter Vermögenswert aktiviert, wenn der Zufluss der Erstattung so gut wie sicher ist. In der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung wird der Aufwand aus der Passivierung einer Rückstellung abzüglich der Erstattungen ausgewiesen.

Die 4basebio Group bietet eine geringe Anzahl an gesetzlich vorgeschriebenen Gewährleistungen für die Behebung von Mängeln, die bereits zum Verkaufszeitpunkt vorlagen. Gewährleistungsrückstellungen für diese sog. "assurance-type warranties" werden zum Zeitpunkt des Verkaufs der zugrunde liegenden Produkte oder der Erbringung der Dienstleistungen an den Kunden gebildet. Die erstmalige Erfassung erfolgt auf der Grundlage von Erfahrungswerten aus der Vergangenheit. Die ursprüngliche Schätzung der Kosten in Verbindung mit Gewährleistungen wird jährlich überprüft.

Beim Vorliegen eines belastenden Vertrags in der 4basebio Group wird die gegenwärtige vertragliche Verpflichtung als Rückstellung angesetzt. Ein belastender Vertrag ist ein Vertrag, bei dem die unvermeidbaren Kosten (d.h. die Kosten, die die 4basebio Group nicht vermeiden kann, weil sie den Vertrag eingegangen ist) zur Erfüllung der vertraglichen Verpflichtungen den erwarteten wirtschaftlichen Nutzen übersteigen. Die unvermeidbaren Kosten aus einem Vertrag spiegeln dabei den Mindestbetrag der bei Ausstieg aus dem Vertrag anfallenden Nettokosten wider. Diese stellen den niedrigeren Betrag aus Erfüllungskosten und etwaigen aus der Nichterfüllung resultierenden Entschädigungszahlungen oder Strafgeldern dar. Bevor jedoch eine Rückstellung für einen belastenden Vertrag in der Konzernbilanz angesetzt wird, erfasst die 4basebio Group zunächst den Wertminderungsaufwand für mit dem Vertrag verbundene Vermögenswerte.

Anteilsbasierte Vergütung

Die Mitarbeiter (einschließlich leitender Angestellter) der 4basebio Group erhalten eine Vergütung in Form von anteilsbasierten Vergütungen, wobei die Mitarbeiter Dienstleistungen gegen den Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente erbringen (sog. "equity-settled share-based payment transactions"). Die Aufwendungen aus Transaktionen mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente werden durch den beizulegenden Zeitwert zum Zeitpunkt der Gewährung unter Verwendung eines geeigneten Bewertungsmodells bestimmt (siehe Textziffer 23). Der Aufwand wird zusammen mit einer entsprechenden Erhöhung des Eigenkapitals (Kapitalrücklage) über den Zeitraum, in dem die Dienstzeit und ggf. die Leistungsbedingungen erfüllt sind (sog. "Vesting Period"), in den Funktionskosten erfasst. Der kumulierte Aufwand der Transaktionen mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente, welcher an jedem Abschlussstichtag bis zum Zeitpunkt der Unverfallbarkeit erfasst wird, gibt die Größenordnung an, wann die Unverfallbarkeitsfrist abgelaufen ist, sowie eine bestmögliche Schätzung über die Anzahl der Eigenkapitalinstrumente, die letztlich ausübbar sind. Der Aufwand bzw. die Gutschrift in der Konzern-Gesamtergebnisrechnung einer Periode stellt die Entwicklung der kumulierten Aufwendungen zu Beginn und am Ende dieser Periode dar.

Für die Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts der gewährten Optionen wird die Wahrscheinlichkeit, dass die Bedingungen erfüllt werden, als Bestandteil für die bestmögliche Schätzung der Anzahl der Eigenkapitalinstrumente eingeschätzt, die letztlich unverfallbar werden. Unberücksichtigt bleiben dabei nicht-marktübliche Leistungsbedingungen. Die Markbedingungen werden innerhalb des beizulegenden Zeitwerts zum Zeitpunkt der Gewährung berücksichtigt. Alle anderen Bedingungen, die an eine Vergabe geknüpft sind, aber nicht mit einer Leistungspflicht verbunden sind, gelten als Nichtausübungsbedingungen. Nichtausübungsbedingungen werden im beizulegenden Zeitwert einer Zuteilung berücksichtigt und führen zu einer sofortigen Verbuchung der Zuteilung, es sei denn, es bestehen auch Dienst- und/oder Leistungsbedingungen.

Für Vergütungen, die nicht endgültig unverfallbar werden, weil die nicht marktüblichen Leistungs- und/oder Dienstbedingungen nicht erfüllt sind, wird kein Aufwand erfasst. Enthalten die Zuteilungen eine Markt- oder Nichtausübungsbedingung werden die Transaktionen unabhängig davon, ob die Markt- oder Nichtausübungsbedingung erfüllt ist, als unverfallbar behandelt, sofern alle anderen Leistungs- und/oder Dienstbedingungen erfüllt sind.

Wenn die Bedingungen einer mit Eigenkapitalinstrumenten abgegoltenen Zuteilung geändert werden, entspricht der erfasste Mindestaufwand dem beizulegenden Zeitwert der unveränderten Zuteilung, sofern die ursprünglichen Bedingungen der Zuteilung erfüllt sind. Ein zusätzlicher Aufwand, bewertet zum Zeitpunkt der Änderung, wird für jede Änderung erfasst, die den gesamten beizulegenden Zeitwert der anteilsbasierten Vergütungstransaktion erhöht oder anderweitig für den Mitarbeiter vorteilhaft ist. Wird eine Zuteilung durch das Unternehmen oder die Gegenpartei annulliert, wird jeder verbleibende Teil des beizulegenden Zeitwerts der Zuteilung sofort erfolgswirksam erfasst.

Der Verwässerungseffekt der ausstehenden Optionen wird bei der Berechnung des verwässerten Ergebnisses je Aktie berücksichtigt (siehe Textziffer 8).

Bemessung des beizulegenden Zeitwerts

Die 4basebio Group bewertet bestimmte Finanzinstrumente zu jedem Abschlussstichtag mit dem beizulegenden Zeitwert. Der beizulegende Zeitwert ist der Preis, der in einem geordneten Geschäftsvorfall zwischen Marktteilnehmern am Bemessungsstichtag für den Verkauf eines Vermögenswerts eingenommen bzw. für die Übertragung einer Schuld gezahlt würde. Bei der Bemessung des beizulegenden Zeitwerts wird davon ausgegangen, dass der Geschäftsvorfall, in dessen Rahmen der Verkauf des Vermögenswerts oder die Übertragung der Schuld erfolgt, entweder auf dem Hauptmarkt für den Vermögenswert oder die Schuld oder, sofern kein Hauptmarkt vorhanden ist, auf dem vorteilhaftesten Markt für den Vermögenswert bzw. die Schuld getätigt wird.

Der beizulegende Zeitwert eines Vermögenswerts oder einer Schuld bemisst sich anhand der Annahmen, die Marktteilnehmer der Preisbildung für den Vermögenswert bzw. die Schuld zugrunde legen würden. Hierbei wird davon ausgegangen, dass die Marktteilnehmer in ihrem besten wirtschaftlichen Interesse handeln.

Die 4basebio Group wendet Bewertungstechniken an, die unter den jeweiligen Umständen sachgerecht sind und für die ausreichend Daten zur Bemessung des beizulegenden Zeitwerts zur Verfügung stehen. Dabei ist die Verwendung maßgeblicher beobachtbarer Inputfaktoren möglichst hoch und jene nicht beobachtbarer Inputfaktoren möglichst gering zu halten. Alle Vermögenswerte und Schulden, für die der beizulegende Zeitwert bestimmt oder im Konzernabschluss ausgewiesen wird, werden in die nachfolgend beschriebene Bemessungshierarchie eingeordnet, basierend auf dem Inputfaktor der niedrigsten Stufe, der für die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert insgesamt wesentlich ist:

Stufe 1: in aktiven Märkten für identische Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten notierte (nicht berichtigte) Preise

Stufe 2: Bewertungsverfahren, bei denen der Inputfaktor der niedrigsten Stufe, der für die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert insgesamt wesentlich ist, auf dem Markt direkt oder indirekt beobachtbar ist

Stufe 3: Bewertungsverfahren, bei denen der Inputfaktor der niedrigsten Stufe, der für die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert insgesamt wesentlich ist, auf dem Markt nicht beobachtbar ist.

Bei Vermögenswerten und Verbindlichkeiten, die im Konzernabschluss auf wiederkehrender Basis zum beizulegenden Zeitwert erfasst werden, bestimmt die 4basebio Group, ob Umgruppierungen zwischen den Stufen der Hierarchie stattgefunden haben, indem sie am Ende jeder Berichtsperiode die Klassifizierung (basierend auf dem Inputfaktor der niedrigsten Stufe, der für die Bewertung zum beizulegenden Zeitwert insgesamt wesentlich ist) überprüft.

Externe Wertgutachter werden bei Bedarf für die Bewertung wesentlicher Vermögenswerte sowie wesentlicher Schulden, z.B. bedingter Gegenleistungen, hinzugezogen. Die Entscheidung, ob externe Wertgutachter beauftragt werden sollen, wird jährlich vom Finanzvorstand (CFO) getroffen. Auswahlkriterien sind beispielsweise Marktkenntnis, Reputation, Unabhängigkeit und die Einhaltung einschlägiger Standards.

Der Finanzvorstand analysiert zu jedem Abschlussstichtag die Wertentwicklungen von Vermögenswerten und Schulden, die gemäß den Rechnungslegungsmethoden der 4basebio Group neu bewertet oder neu beurteilt werden müssen. Bei dieser Analyse werden die wesentlichen Inputfaktoren überprüft, die bei der letzten Bewertung angewandt wurden, indem die Informationen in den Bewertungsberechnungen mit Verträgen und anderen relevanten Dokumenten abgeglichen werden. Gemeinsam mit den externen Wertgutachtern der 4basebio Group vergleicht der Finanzvorstand außerdem die Änderungen des beizulegenden Zeitwerts jedes Vermögenswerts und jeder Schuld mit entsprechenden externen Quellen, um zu beurteilen, ob die jeweiligen Änderungen plausibel sind.

Um die Angabepflichten für die beizulegenden Zeitwerte zu erfüllen, hat die 4basebio Group Klassen von Vermögenswerten und Schulden auf der Grundlage ihrer Art, ihrer Merkmale und ihrer Risiken sowie der Stufen der oben erläuterten Bemessungshierarchie festgelegt. Informationen zum beizulegenden Zeitwert von Finanzinstrumenten, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden oder für die ein beizulegender Zeitwert ausgewiesen wird, sind in Abschnitt 0. sowie den Textziffern 18 und 22 zu entnehmen.

Ergebnis je Aktie

Das unverwässerte Ergebnis je Aktie wird ermittelt, indem der den Inhabern von Stammaktien der 4basebio AG zuzurechnende Anteil am Periodenergebnis durch die gewichtete durchschnittliche Anzahl der sich während des Jahrs im Umlauf befindlichen Aktien dividiert wird. Das verwässerte Ergebnis je Aktie wird ermittelt, indem der den Inhabern von Stammaktien der 4basebio AG zuzurechnende Anteil am Periodenergebnis durch die gewichtete durchschnittliche Anzahl der sich während des Geschäftsjahrs im Umlauf befindlichen Aktien zuzüglich der gewichteten durchschnittlichen Anzahl der Stammaktien dividiert wird, die sich aus der Umwandlung aller potenziellen Stammaktien mit Verwässerungseffekt in Stammaktien ergäben.

lE. Ermessenssentscheidungen des Managements sowie Schätzunsicherheiten

Im Konzernabschluss der 4basebio Group müssen in einem begrenzten Umfang ermessensbehaftete Annahmen getroffen und Schätzungen vorgenommen werden, die Auswirkungen auf Ansatz, Höhe und Ausweis der bilanzierten Vermögenswerte und Schulden, der Erträge und Aufwendungen sowie der Eventualverbindlichkeiten haben. Bei der Beurteilung dieser Ermessensausübungen sowie Schätzunsicherheiten orientiert sich das Management an Erfahrungswerten der Vergangenheit, Einschätzungen von Experten (Juristen, Ratingagenturen, Verbänden etc.) und dem Ergebnis sorgfältiger Abwägung verschiedener Szenarien. Die außerhalb des Einflussbereichs des Managements liegenden tatsächlichen Ergebnisse und Entwicklungen können wesentlich von den geäußerten Entwicklungen und Annahmen abweichen. Die 4basebio Group überprüft daher fortlaufend die vorgenommenen Schätzungen und getroffene Annahmen. Schätzungsänderungen werden zum Zeitpunkt einer besseren Erkenntnis erfolgswirksam erfasst. Wesentliche Ermessensausübungen des Managements sowie Schätzunsicherheiten betreffen insbesondere:

Erlöse aus Verträgen mit Kunden (Textziffer 1): Ermessensentscheidungen bei der Bilanzierung von Erlösen aus Verträgen mit Kunden ergeben sich insbesondere im Rahmen der Bilanzierung von Lizenzgebühren. Hier ist zum einen eine Klassifizierung des Lizenzvertrags als "right-to-use" oder "right-to-access" vorzunehmen, darüber hinaus sind die erwarteten Lizenzeinnahmen zu schätzen und angemessen zu verteilen.

Ertragsteuern (Textziffer 7 und Textziffer 12): Latente Steueransprüche werden für nicht genutzte steuerliche Verluste in dem Maße angesetzt, in dem es wahrscheinlich ist, dass hierfür zu versteuerndes Einkommen verfügbar sein wird, sodass die Verlustvorträge tatsächlich genutzt werden können. Bei der Ermittlung der Höhe der latenten Steueransprüche, die aktiviert werden können, ist eine wesentliche Ermessensausübung des Managements bezüglich des erwarteten Eintrittszeitpunkts und der Höhe des künftig zu versteuernden Einkommens sowie der zukünftigen Steuerplanungsstrategien erforderlich. Die 4basebio Group verfügt zum 31. Dezember 2019 über steuerliche Verlustvorträge in Höhe von 37,8 Mio. EUR (31. Dezember 2018: 36,9 Mio. EUR). Diese bestehen sowohl bei der 4basebio AG als auch bei Tochterunternehmen mit einer Verlusthistorie. Die Verlustvorträge können nicht mit zu versteuerndem Ergebnis anderer Konzerngesellschaften verrechnet werden. Die Gesellschaften verfügen nur teilweise über zu versteuernde temporäre Differenzen oder Steuergestaltungsmöglichkeiten, die insoweit zu einem Ansatz latenter Steueransprüche führen könnten.

Entwicklungskosten (Textziffer 10): Die 4basebio Group aktiviert die Kosten von Produktentwicklungsprojekten, sofern die Ansatzvoraussetzungen gemäß IAS 38.57 erfüllt sind. Die Aktivierung von Entwicklungskosten beruht auf der Einschätzung des Managements, dass die technische und wirtschaftliche Realisierbarkeit nachgewiesen ist. Dies ist in der Regel dann der Fall, wenn ein Produktentwicklungsprojekt einen bestimmten Meilenstein in einem bestehenden Projektmanagementmodell erreicht hat. Für Zwecke der Ermittlung der zu aktivierenden Beträge trifft das Management Annahmen über die Höhe der erwarteten künftigen Cashflows aus dem Projekt, die anzuwendenden Abzinsungssätze und den Zeitraum des Zuflusses des erwarteten zukünftigen Nutzens. Zum 31. Dezember 2019 beläuft sich der Buchwert der aktivierten Entwicklungskosten auf 1.845 TEUR (31. Dezember 2018: 1.956 TEUR).

Wertminderung und Wertaufholung langfristiger nicht-finanzieller Vermögenswerte (Textziffer 10 und Textziffer 11): Der Berechnung des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten liegen verfügbare Daten aus bindenden Veräußerungsgeschäften zwischen unabhängigen Geschäftspartnern über ähnliche Vermögenswerte oder beobachtbare Marktpreise abzüglich direkt zurechenbarer Kosten für die Veräußerung des Vermögenswerts zugrunde. Zur Berechnung des Nutzungswerts wird eine Discounted-Cashflow-Methode (DCF-Methode) verwendet. Die Cashflows werden aus dem Finanzplan der nächsten fünf Jahre abgeleitet, wobei weder Restrukturierungsmaßnahmen, zu denen sich die 4basebio Group noch nicht verpflichtet hat, noch wesentliche künftige Investitionen enthalten sind, die die Ertragskraft der getesteten zahlungsmittelgenerierenden Einheit erhöhen werden. Der erzielbare Betrag ist abhängig von dem im Rahmen der DCF-Methode verwendeten Abzinsungssatz sowie von den erwarteten künftigen Cashflows und der für Zwecke der Extrapolation verwendeten Wachstumsrate.

Wertberichtigung für erwartete Kreditverluste bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerten (Textziffer 14 und 22): Die 4basebio Group nutzt eine Wertberichtigungsmatrix, um die erwarteten Kreditverluste bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und Vertragsvermögenswerten zu berechnen. Die Wertberichtigungsquoten werden auf der Grundlage der Überfälligkeitsdauer in Tagen für verschiedene zu Gruppen zusammengefasste Kundenkategorien mit ähnlichen Ausfallmustern bestimmt. Die Wertberichtigungstabelle basiert auf den historischen Ausfallquoten der 4basebio Group. Diese Tabelle kalibriert die 4basebio Group, um die historischen Kreditausfälle an zukunftsbezogene Informationen anzupassen. Wenn bspw. davon ausgegangen wird, dass sich prognostizierte wirtschaftliche Rahmenbedingungen (z.B. das Bruttoinlandsprodukt) im Laufe des kommenden Jahrs verschlechtern, was zu einem Anstieg der Kreditausfälle in der verarbeitenden Industrie führen kann, werden die historischen Ausfallquoten entsprechend angepasst. Zu jedem Abschlussstichtag werden die historischen Ausfallquoten aktualisiert und Änderungen der zukunftsbezogenen Schätzungen analysiert. Die Beurteilung des Zusammenhangs zwischen historischen Ausfallquoten, prognostizierten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und erwarteten Kreditausfällen stellt eine wesentliche Schätzung dar. Die Höhe der erwarteten Kreditausfälle hängt von den Änderungen der Umstände und den prognostizierten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ab. Die historischen Kreditausfälle der 4basebio Group und die Prognose der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind möglicherweise nicht repräsentativ für die tatsächlichen Ausfälle der Kunden in der Zukunft.

Bemessung des beizulegenden Zeitwerts von Finanzinstrumenten (Textziffer 18 und 22): Sofern die beizulegenden Zeitwerte von angesetzten Finanzinstrumenten nicht mithilfe notierter Preise in aktiven Märkten bemessen werden können, werden sie unter Verwendung von Bewertungsverfahren, darunter der Discounted-Cashflow-Methode, ermittelt. Die in das Modell eingehenden Inputfaktoren stützen sich so weit wie möglich auf beobachtbare Marktdaten. Liegen diese nicht vor, gründet sich die Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte in hohem Maße auf Ermessensentscheidungen des Managements. Die Ermessensentscheidungen betreffen Inputfaktoren wie Liquiditätsrisiko, Ausfallrisiko und Volatilität. Änderungen der getroffenen Annahmen für diese Faktoren können sich auf die angesetzten beizulegenden Zeitwerte der Finanzinstrumente auswirken. Dies gilt insbesondere für die finanziellen Verbindlichkeiten aus im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen gemäß IFRS 3 passivierten bedingten Gegenleistungen (Earn-Out-Verbindlichkeiten), die zu jedem Abschlussstichtag zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden. Die Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts basiert hierbei auf abgezinsten Cashflows, wobei die Grundannahmen die Wahrscheinlichkeit der Erfüllung jedes Erfolgsziels und den Abzinsungsfaktor berücksichtigen.

Anteilsbasierte Vergütung (Textziffer 23): Für die Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts der gewährten Optionen wird die Wahrscheinlichkeit, dass die Bedingungen erfüllt werden, als Bestandteil für die bestmögliche Schätzung der Anzahl der Eigenkapitalinstrumente eingeschätzt, die letztlich unverfallbar werden. Unberücksichtigt bleiben dabei nicht-marktübliche Leistungsbedingungen. Die Marktbedingungen werden innerhalb des beizulegenden Zeitwerts zum Zeitpunkt der Gewährung berücksichtigt. Alle anderen Bedingungen, die an eine Vergabe geknüpft sind, aber nicht mit einer Leistungspflicht verbunden sind, gelten als Nichtausübungsbedingungen. Nichtausübungsbedingungen werden im beizulegenden Zeitwert einer Zuteilung berücksichtigt und führen zu einer sofortigen Verbuchung der Zuteilung, es sei denn, es bestehen auch Dienst- und/oder Leistungsbedingungen. Für Vergütungen, die nicht endgültig unverfallbar werden, weil die nicht marktüblichen Leistungs- und/oder Dienstbedingungen nicht erfüllt sind, wird kein Aufwand erfasst. Enthalten die Zuteilungen eine Markt- oder Nichtausübungsbedingung, werden die Transaktionen unabhängig davon, ob die Markt- oder Nichtausübungsbedingung erfüllt ist, als unverfallbar behandelt, sofern alle anderen Leistungs- und/oder Dienstbedingungen erfüllt sind. Wenn die Bedingungen einer mit Eigenkapitalinstrumenten abgegoltenen Zuteilung geändert werden, entspricht der erfasste Mindestaufwand dem beizulegenden Zeitwert der unveränderten Zuteilung, sofern die ursprünglichen Bedingungen der Zuteilung erfüllt sind. Ein zusätzlicher Aufwand, bewertet zum Zeitpunkt der Änderung, wird für jede Änderung erfasst, die den gesamten beizulegenden Zeitwert der anteilsbasierten Vergütungstransaktion erhöht oder anderweitig für den Mitarbeiter vorteilhaft ist. Wird eine Zuteilung durch das Unternehmen oder die Gegenpartei annulliert, wird jeder verbleibende Teil des beizulegenden Zeitwerts der Zuteilung sofort erfolgswirksam erfasst.

F. Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

Die mit Wirkung zum 1. Januar 2020 an Abcam veräußerten Proteomik- und Immunologie-Geschäftsbereiche wurden gemäß den Vorgaben des IFRS 5 zum 31. Dezember 2019 als Veräußerungsgruppe, die zur Veräußerung gehalten wird, und als aufgegebene Geschäftsbereiche klassifiziert (siehe Textziffer 21). In der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung werden die den aufgegebenen Geschäftsbereichen zuzurechnenden Erträge und Aufwendungen in einem Posten zusammengefasst und die Vorjahreswerte entsprechend angepasst.

1. Umsatzerlöse

Erlösarten (Art der Güter und Dienstleistungen)

[in TEUR] 2019 2018*)
Verkauf von Kits und sonstigen Gütern 1.022 1.025
Erlöse aus Lizenzgebühren 30 149
Umsatzerlöse 1.052 1.174

Geografische Regionen

[in TEUR] 2019 2018*)
Europa 147 359
USA 905 815
Übrige - -
Umsatzerlöse 1.052 1.174

Zeitpunkt der Erlöserfassung

[in TEUR] 2019 2018*)
Zu einem bestimmten Zeitpunkt 1.052 1.174
Über einen bestimmten Zeitraum - -
Umsatzerlöse 1.052 1.174

*) Vorjahresangaben angepasst (zu weiteren Erläuterungen siehe Textziffer 21)

2. Umsatzkosten, Vertriebs- und allgemeine Verwaltungskosten

[in TEUR] 2019 2018*)
Aufwendungen der abgesetzten Erzeugnisse (117) (268)
Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungskosten (560) (378)
Übrige Umsatzkosten (9) (17)
Umsatzkosten (686) (663)
[in TEUR] 2019 2018*)
Personalkosten (114) (169)
Materialkosten (8) (9)
Übrige Vertriebskosten (11) (49)
Vertriebskosten (134) (227)
[in TEUR] 2019 2018*)
Personalkosten (865) (1.025)
Rechtsberatungskosten (555) (243)
Investor Relations und PR (416) (339)
Prüfungs- und Steuerberatungskosten (405) (191)
M&A-Kosten - (429)
Transaktionskosten 2020 (360) -
Vorstand (640) (561)
Leasingkosten aus Operating-Leasingverhältnissen (223) (215)
Aufsichtsrat (147) (160)
Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte (93) (84)
Sonstige Raumkosten (91) (66)
Übrige Verwaltungskosten (161) (64)
Allgemeine Verwaltungskosten (3.954) (3.377)

*) Vorjahresangaben angepasst (zu weiteren Erläuterungen siehe Textziffer 21)

3. Forschungs- und nicht aktivierte Entwicklungskosten

Die Forschungs- und nicht aktivierten Entwicklungskosten belaufen sich für das Geschäftsjahr 2019 auf 556 TEUR (2018: 600 TEUR). Die Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungskosten in Höhe von 560 TEUR (2018: 378 TEUR) sind in den Umsatzkosten enthalten (Textziffer 2). Die Forschungs- und Entwicklungsleistungen entwickelten sich wie folgt:

[in TEUR] 2019 2018* )
Forschungs- und nicht aktivierte Entwicklungskosten (556) (600)
Investitionen in aktivierungspflichtige Entwicklungskosten 336 394
Forschungs- und Entwicklungsleistungen (220) (206)

*) Vorjahresangaben angepasst (zu weiteren Erläuterungen siehe Textziffer 21)

4. Sonstige betriebliche Aufwendungen

[in TEUR] 2019 2018*)
Aufwendungen aus Währungsdifferenzen - -
Übrige sonstige betriebliche Aufwendungen - -
Sonstige betriebliche Aufwendungen - -

*) Vorjahresangaben angepasst (zu weiteren Erläuterungen siehe Textziffer 21)

5. Sonstige betriebliche Erträge

[in TEUR] 2019 2018*)
Zuwendungen der öffentlichen Hand 116 124
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 9 96
Übrige sonstige betriebliche Erträge 21 1
Sonstige betriebliche Erträge 145 221

*) Vorjahresangaben angepasst (zu weiteren Erläuterungen siehe Textziffer 21)

6. Finanzergebnis

[in TEUR] 2019 2018*)
Zinserträge und ähnliche Erträge 122 498
Finanzerträge 122 498
Zinsaufwendungen für Kredite und Darlehen (403) (269)
Zinsaufwendungen für Leasingverbindlichkeiten (26) -
Finanzaufwendungen (430) (269)
Finanzergebnis (308) 229

*) Vorjahresangaben angepasst (zu weiteren Erläuterungen siehe Textziffer 21)

7. Ertragsteuern

[in TEUR] 2019 2018*)
Laufende Steueraufwendungen (-) bzw. -erträge (+) (475) -
Latente Steueraufwendungen (-) bzw. -erträge (+) 371 203
davon aus temporären Differenzen 108 (70)
davon aus Verlustvorträgen und Steuergutschriften 263 273
Ertragsteuern (104) 203

*) Vorjahresangaben angepasst (zu weiteren Erläuterungen siehe Textziffer 21)

Davon auf aufgegebenen Geschäftsbereich entfallend:

[in TEUR] 2019 2018
Laufende Steueraufwendungen (-) bzw. -erträge (+) (594) -
Latente Steueraufwendungen (-) bzw. -erträge (+) 173 182
davon aus temporären Differenzen 91 (70)
davon aus Verlustvorträgen und Steuergutschriften 82 252
Ertragsteuern (421) 182

Steuerüberleitungsrechnung

Die Differenz zwischen den erwarteten und den tatsächlich ausgewiesenen Ertragsteueraufwendungen ist der nachfolgenden Überleitungsrechnung zu entnehmen. Zur Ermittlung der erwarteten Steueraufwendungen wurde der für das Geschäftsjahr 2019 gültige Steuersatz von 30% (2018: 30%) mit dem Ergebnis vor Steuern multipliziert. Dieser Steuersatz ist ein kombinierter Ertragsteuersatz aus einem einheitlichen Körperschaftsteuersatz in Höhe von 15% zzgl. 5,5% Solidaritätszuschlag und einem effektiven Gewerbesteuersatz in Höhe von ca. 14%.

[in TEUR] 2019 2018*)
Ergebnis vor Steuern (2.549) (503)
Erwartete Steueraufwendungen (-) bzw. -erträge (+) 765 151
Abweichungen:
Auswirkungen unterschiedlicher Steuersätze (97) (157)
Steuersatzänderungen (78) -
Steuergutschriften für Forschung und Entwicklung 121 132
Nicht abzugsfähige Aufwendungen/steuerfreie Erträge (694) 280
Veränderungen latenter Steuern 481 205
Verlustvorträge auf die keine latente Steuern gebildet wurden (601) (405)
Nutzung bislang nicht aktivierter Verlustvorträge 2 1
Sonstige Einflüsse (3) (5)
Summe der Abweichungen (869) 51
Ertragsteuern (tatsächlicher Steueraufwand) (104) 202

*) Vorjahresangaben angepasst (zu weiteren Erläuterungen siehe Textziffer 21)

8. Ergebnis je Aktie

2019 2018*)
Zählergröße [in TEUR]
Periodenergebnis (2.653) (301)
Nennergröße [in Anzahl Aktien]
Gewichtete durchschnittliche Anzahl in Umlauf befindlicher Namensaktien (Vorjahr: Stammaktien) zur Berechnung des unverwässerten Ergebnisses je Aktie 52.027.793 50.059.845
Unverwässertes Ergebnis je Aktie (0,05) (0,01)
2019 2018*)
Zählergröße [in TEUR]
Periodenergebnis (2.653) (301)
Nennergröße [in Anzahl Aktien]
Gewichtete durchschnittliche Anzahl in Umlauf befindlicher Namensaktien (Vorjahr: Stammaktien) zur Berechnung des unverwässerten Ergebnisses je Aktie 52.027.793 50.059.845
Verwässerungseffekt aus:
Optionen 3.248.027 3.306.363
obligatorischen Wandelanleihen 4.974.307 2.290.267
Gewichtete durchschnittliche Anzahl an Namensaktien (Vorjahr: Stammaktien), bereinigt um den Verwässerungseffekt 60.250.127 55.656.476
Verwässertes Ergebnis je Aktie (0,04) (0,01)

*) Vorjahresangaben angepasst (zu weiteren Erläuterungen siehe Textziffer 21)

Innerhalb des Zeitraums zwischen dem Abschlussstichtag und der Genehmigung zur Veröffentlichung des Konzernabschlusses wurden 723.392 Aktien (2018: 148.462 Aktien) im Zusammenhang mit der Earn-Out-Verpflichtung für den Erwerb der Innova Biosciences Ltd, Cambridge/UK im Geschäftsjahr 2017 ausgegeben.

Der Berechnung des verwässerten und unverwässerten Ergebnisses je Aktie für fortzuführende und aufgegebene Geschäftsbereiche (siehe Textziffer 21) wurde als Nennergröße die oben ermittelte gewichtete durchschnittliche Anzahl an Aktien zugrunde gelegt. Als Zählergröße qualifiziert das Ergebnis nach Steuern aus fortzuführenden Geschäftsbereichen respektive das Ergebnis nach Steuern aus aufgegebenen Geschäftsbereichen.

9. Ergänzende Informationen über die Art der Aufwendungen

Materialaufwendungen

Der Materialaufwand entspricht dem Betrag der Vorräte, der als Aufwand in der laufenden Berichtsperiode erfasst worden ist, und beläuft sich für das Geschäftsjahr 2019 auf 8 TEUR (2018: 9 TEUR).

Personalaufwendungen und Anzahl Mitarbeiter

[in TEUR] 2019 2018*)
Löhne und Gehälter (478) (469)
Sozialversicherungsabgaben (118) (97)
Anteilsbasierter Vergütungsaufwand (69) (265)
Personalaufwendungen (665) (831)

*) Vorjahresangaben angepasst (zu weiteren Erläuterungen siehe Textziffer 21)

Durchschnittliche Personalkapazitäten nach Funktionsbereichen (fortzuführende Geschäftsbereiche) 2019 2018*)
Betrieb und Produktion 11,3 19,3
Vertrieb und Marketing 1,0 1,0
Allgemeine Finanzen und Verwaltung 11,7 10,4
Forschung und Entwicklung 6,8 6,0
Anzahl Mitarbeiter (Jahresdurchschnitt) 30,8 36,7

*) Vorjahresangaben angepasst (zu weiteren Erläuterungen siehe Textziffer 21)

Die Anzahl an Mitarbeitern (Vollzeitäquivalente) ging insgesamt zurück von durchschnittlich 36,7 Mitarbeitern im Geschäftsjahr 2018 auf 30,8 Mitarbeiter im Geschäftsjahr 2019. Die durchschnittlichen Personalkapazitäten nach Funktionsbereichen betreffend die aufgegebenen Geschäftsbereiche sind in Textziffer 21. dargestellt.

Abschreibungen und Wertminderungen

[in TEUR] 2019 2018*)
Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte (574) (392)
Wertminderungen auf immaterielle Vermögenswerte - -
davon: Wertminderungen auf Geschäfts- oder Firmenwerten - -
Abschreibungen auf Sachanlagen (80) (31)
Wertminderungen auf Sachanlagen - -
Abschreibungen und Wertminderungen (653) (422)

*) Vorjahresangaben angepasst (zu weiteren Erläuterungen siehe Textziffer 21)

G. Erläuterungen zur Konzernbilanz

10. Immaterielle Vermögenswerte

[in TEUR] Geschäfts- oder Firmenwerte Lizenzen und Patente Entwicklungskosten Übrige Summe
Anschaffungs- und Herstellungskosten
01.01.2018 30.408 10.093 2.768 2.839 46.108
Fremdwährungsdifferenz 192 - - - 192
Veränderung Konsolidierungskreis - 493 - - 493
Zugänge 3.309 4.668 394 797 9.168
Abgänge - - - - -
31.12.2018 33.909 15.254 3.162 3.636 55.961
01.01.2019 33.909 15.254 3.162 3.636 55.961
Fremdwährungsdifferenz - - - - -
Veränderung Konsolidierungskreis - - - - -
Zugänge - - 336 - 336
Abgänge - - - - -
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte (33.909) (15.254) - (3.636) (52.799)
31.12.2019 - - 3.498 - 3.498
Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungen
01.01.2018 - 1.040 935 2.459 4.434
Fremdwährungsdifferenz - - - - -
Abschreibungen - 1.025 271 738 2.034
Wertminderungen - - - - -
Abgänge - - - - -
31.12.2018 - 2.065 1.206 3.197 6.468
01.01.2019 - 2.065 1.206 3.197 6.468
Fremdwährungsdifferenz - - - - -
Abschreibungen - - 447 - 447
Wertminderungen - - - - -
Abgänge - - - - -
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte - (2.065) - (3.197) (5.262)
31.12.2019 - - 1.653 - 1.653
Buchwerte
31.12.2018 33.909 13.189 1.956 439 49.493
31.12.2019 - - 1.845 - 1.845

Geschäfts- oder Firmenwerte

Die Geschäfts- oder Firmenwerte resultieren aus dem umgekehrten Unternehmenserwerb der Expedeon AG durch die Expedeon Biotech S.L.U., Madrid/Spanien, im Geschäftsjahr 2012, dem Erwerb der Expedeon-Gruppe im Geschäftsjahr 2016, dem Erwerb der CBS Scientific und Innova Biosciences Ltd, Cambridge/UK im Geschäftsjahr 2017 sowie dem Erwerb der TGR BioSciences Pty Ltd, Adelaide/Australien im Geschäftsjahr 2018. Der gesamte Buchwert der Geschäfts- oder Firmenwerte zum 31. Dezember 2019 in Höhe von 0,0 Mio. EUR (31. Dezember 2018: 33,9 Mio. EUR) wurde der 4basebio Group als einzige zahlungsmittelgenerierende Einheit zugeordnet.

Die Werthaltigkeitsprüfung der Geschäfts- oder Firmenwerte wurde auf der Ebene der 4basebio Group als einzige zahlungsmittelgenerierende Einheit durchgeführt. Unter Verwendung der Bewertungshierarchie gemäß IFRS 13 hat die 4basebio Group die Werthaltigkeitsprüfung der Geschäfts- oder Firmenwerte durch Vergleich des Buchwerts der zahlungsmittelgenerierenden Einheit mit dem beizulegenden Zeitwert abzüglich angemessener Veräußerungskosten überprüft, die auf 5% des beizulegenden Zeitwerts geschätzt wurden. Der beizulegende Zeitwert wurde unter Bezugnahme auf die Marktbewertung der Gesellschaft ermittelt, die sich zum 31. Dezember 2019 auf 89,2 Mio. EUR (31. Dezember 2018: 46,4 Mio. EUR belief und gemäß der Fair-Value-Hierarchie von IFRS 13 einen Fair-Value der Stufe 1 darstellt. Die geschätzten Veräußerungskosten betragen 3 Mio. EUR (31. Dezember 2018: 2,3 Mio. EUR). Dadurch ergibt sich ein beizulegender Zeitwert abzüglich angemessener Veräußerungskosten in Höhe von 86,2 Mio. EUR (31. Dezember 2018: 44,1 Mio. EUR). Auf Basis dieser Grundlage kommt das Management zu der Einschätzung, dass weder im Geschäftsjahr 2019 noch im Vorjahr eine Wertminderung der Geschäfts- oder Firmenwerte vorliegt. Die Konzernleitung ist der Auffassung, dass keine nach vernünftigem Ermessen grundsätzlich mögliche Änderung einer zur Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts abzüglich angemessener Veräußerungskosten getroffenen Grundannahmen dazu führen könnte, dass der Buchwert der Geschäfts- oder Firmenwerte den beizulegenden Zeitwert abzüglich angemessener Veräußerungskosten übersteigt.

Lizenzen und Patente

Sowohl bei den Lizenzen als auch bei den Patenten handelt es sich um im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen erworbene immaterielle Vermögenswerte. Patente wurden von der zuständigen staatlichen Institution für einen Mindestzeitraum von zehn Jahren (mit Verlängerungsoption) erteilt. Für eine Verlängerung entstehen der 4basebio Group keine oder nur geringe Kosten.

Entwicklungskosten

Die Entwicklungskosten beziehen sich auf Entwicklungsarbeiten von 4basebio, S.L.U., Madrid/Spanien in Bezug auf die Formulierung und Anwendung von Enzymen.

11. Sachanlagen

[in TEUR] Grundstücke und Gebäude Betriebs- und Geschäftsausstattung Nutzungsrechte (Leasing) Summe
Anschaffungs- und Herstellungskosten
01.01.2018 1.270 1.139 2.409
Fremdwährungsdifferenz (11) (44) (55)
Veränderung Konsolidierungskreis - 146 146
Zugänge 79 147 226
Abgänge - (17) (17)
31.12.2018 1.338 1.371 2.709
01.01.2019 1.338 1.371 2.709
Erstanwendung IFRS 16 - - 648 648
Fremdwährungsdifferenz - - - -
Veränderung Konsolidierungskreis - - - -
Zugänge 54 249 - 303
Abgänge (217) (429) - (646)
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte - (801) (220) (1.021)
31.12.2019 1.175 390 428 1.993
Kumulierte Abschreibungen und Wertminderungen
01.01.2018 73 286 359
Fremdwährungsdifferenz 12 28 40
Abschreibungen - 311 311
Wertminderungen - - -
Abgänge - - -
31.12.2018 85 625 710
01.01.2019 85 625 710
Fremdwährungsdifferenz - - - -
Abschreibungen 52 302 344 698
Wertminderungen - - - -
Abgänge - (391) - (391)
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte (137) (301) (133) (571)
31.12.2019 - 235 211 446
Buchwerte
31.12.2018 1.253 746 1.999
31.12.2019 1.175 155 217 1.547

Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen

[in TEUR] Grundstücke und Gebäude Betriebs- und Geschäftsausstattung Summe
31.12.2019
Anschaffungskosten 422 6 428
davon Zugänge (GJ 2019) - - -
Abschreibungen (GJ 2019) (207) (4) (211)
Nettobuchwert 215 2 217

12. Latente Steueransprüche und -schulden

[in TEUR] Latente Steueransprüche Latente Steuerschulden Latenter Steueraufwand (-) / Latenter Steuerertrag (+)*)
31.12.2019 31.12.2018 31.12.2019 31.12.2018 2019 2018**)
Immaterielle Vermögenswerte - - (18) - (18) -
Sachanlagen - - - - - -
Vorräte - - - - - -
Sonstige Vermögenswerte - - - - - -
Rückstellungen 35 - - - 35 -
Verbindlichkeiten - - - - - -
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte 74 103 (2.768) (2.755) (42) ***) (70)
Schulden in Zusammenhang mit zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten 691 - (558) - 133 ***) -
Steuerliche Verlustvorträge 237 55 - - 182 178
Steuerliche Verlustvorträge aufgegebener Geschäftsbereich 549 381 - - 168 -
F&E Steuervorteil aufgegebener Geschäftsbereich 9 95 - - (86) 95
Summe (vor Saldierung) 1.595 635 (3.344) (2.755) - -
Saldierung (1.183) (635) 1.183 635 - -
Nettobetrag 412 - (2.161) (2.120) 371 203
Ausweis:
fortzuführende Geschäftsbereiche 254 - - (2.120)
aufgegebene Geschäftsbereiche 158 - (2.161) -

*) erfasst in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
**) Vorjahresangaben angepasst (zu weiteren Erläuterungen siehe Textziffer 21)
***) Bei den zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten resultieren TEUR (153) aus dem erfolgsneutralen Zugang der latenten Steuerschulden in Zusammenhang mit IFRS 16, während bei den Schulden in Zusammenhang mit zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten TEUR 153 aus dem erfolgneutralen Zugang latenter Steueransprüche resultieren.

Die latenten Steuerschulden zum 31. Dezember 2019 in Höhe von 3.344 TEUR (31. Dezember 2018: 2.755 TEUR) beziehen sich im Wesentlichen auf die einzeln identifizierbaren immateriellen Vermögenswerte, die im Rahmen der Kaufpreisallokation im Geschäftsjahr 2012 (umgekehrter Unternehmenserwerb) sowie im Rahmen der Kaufpreisallokationen in den Geschäftsjahren 2016 bis 2018 identifiziert wurden. Die aus diesen Kaufpreisallokationen entstandenen latenten Steuerschulden betrugen insgesamt 4.450 TEUR, wovon bis zum 31. Dezember 2019 nach Umbewertung insgesamt 2.209 TEUR (31. Dezember 2018: 2.038 TEUR) verbraucht wurden. Die Veränderung des Bestands der latenten Steuerschulden im laufenden Geschäftsjahr 2019 ist auf die laufenden Abschreibungen der stillen Reserven in den immateriellen Vermögenswerten und die Umbewertung der auf britische Gesellschaften entfallenden latenten Steuerschulden zurückzuführen (2018: Erwerb der TGR BioSciences Pty Ltd, Adelaide/Australien sowie gegenläufige laufende Abschreibungen der erworbenen stillen Reserven).

Für mögliche Steuerzahlungen auf künftige Ausschüttungen von thesaurierten Gewinnen der Tochtergesellschaften in Höhe von 2.335 TEUR (31. Dezember 2018: 1.994 TEUR) wurden keine latenten Steuerschulden gebildet, da diese Gewinne langfristig zur Finanzierung der jeweiligen Tochtergesellschaft erforderlich sind und eine Ausschüttung nicht geplant ist.

Die 4basebio Group bilanziert latente Steueransprüche, soweit eine Realisierung dieser Steuervorteile in künftigen Jahren wahrscheinlich ist. Der Ansatz von latenten Steueransprüchen unterbleibt, wenn eine Realisierung der erwarteten Vorteile aus den latenten Steuern nicht hinreichend wahrscheinlich ist. Zum 31. Dezember 2019 belaufen sich die auf Verlustvorträge aktivierten latenten Steueransprüche auf 787 TEUR (31. Dezember 2018: 437 TEUR). Davon wurden 568 TEUR (31. Dezember 2018: 437 TEUR) mit latenten Steuerschulden verrechnet. Die Veränderung des Gesamtbestands der latenten Steuern um insgesamt 371 TEUR (2018: 744 TEUR) besteht dabei ausschließlich aus einer erfolgswirksamen Veränderung latenter Steuern in Höhe von 371 TEUR (2018: 203 TEUR erfolgswirksam sowie erfolgsneutraler Zugang latenter Steueransprüche im Eigenkapital in Höhe von 438 TEUR und latenter Steuerschulden im Eigenkapital in Höhe von -1.385 TEUR aus der Akquisition der TGR BioSciences Pty Ltd, Adelaide/Australien), erfolgsneutrale Veränderungen im Eigenkapital sind in 2019 nicht zu berücksichtigen. Eine Veränderung latenter Steuern im sonstigen Ergebnis (OCI) gab es weder im laufenden Geschäftsjahr 2019 noch im Vorjahr.

Zum 31. Dezember 2019 wurden ein latenter Steueranspruch in Höhe von 219 TEUR auf Verlustvorträge sowie ein latenter Steueranspruch auf temporäre Differenzen in Höhe von 35 TEUR auf Ebene der 4basebio AG aktiviert, da im folgenden Veranlagungszeitraum durch die bereits am 11. November 2019 geschlossene Vereinbarung mit Abcam plc., Cambridge/UK (London Stock Exchange: ABC; ISIN: GB00B6774699; AIM MTF) über den Verkauf ihrer Immunologie- und Proteomik-Geschäftsbereiche für 120 Millionen EUR in bar mit Wirkung zum 1. Januar 2020 insoweit ausreichend zu versteuerndes Ergebnis zur Verfügung stehen wird.

Die steuerlichen Verlustvorträge, auf die keine latenten Steueransprüche gebildet wurden, beliefen sich zum 31. Dezember 2019 auf rund 34,8 Mio. EUR (31. Dezember 2018: 31,0 Mio. EUR). Die nicht angesetzten Verlustvorträge entfallen mit rund 16,5 Mio. EUR (31. Dezember 2018: 15,8 Mio. EUR) auf Deutschland und mit rund 10,3 Mio. EUR (31. Dezember 2018: 9,5 Mio. EUR) auf die spanische Tochtergesellschaft sowie mit rund 4,8 Mio. EUR (31. Dezember 2018: 4,9 Mio. EUR) auf die US-amerikanische Tochtergesellschaft. Weitere Verlustvorträge, auf die keine latenten Steueransprüche gebildet wurden betreffen britische Tochtergesellschaften sowie die Tochtergesellschaft in Singapur. Außerdem wurden auf Ebene der spanischen und der australischen Tochtergesellschaften für vorhandene Steuergutschriften in Höhe von rund 1,4 Mio. EUR (31. Dezember 2018: 1,0 Mio. EUR) keine latenten Steueransprüche gebildet.

In Deutschland können Verlustvorträge unbegrenzt vorgetragen werden. Verlustvorträge unterliegen nach den Steuervorschriften für Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer seit dem Jahr 2004 einer Mindestbesteuerung. Demnach ist der je Veranlagungszeitraum anrechenbare Verlustabzug auf 1 Mio. EUR zuzüglich 60% des diesen Sockelbetrag übersteigenden steuerpflichtigen Einkommens begrenzt. Die Verlustvorträge in Spanien können seit dem Jahr 2015 zeitlich unbegrenzt vorgetragen und genutzt werden, wobei die Höhe der jährlich nutzbaren Verlustvorträge einer der deutschen Regelung vergleichbaren Mindestbesteuerung unterliegt. Demnach ist der je Veranlagungszeitraum anrechenbare Verlustabzug auf 1 Mio. EUR zuzüglich 70% (bis einschließlich des Jahrs 2016 belief sich der Prozentsatz auf 60%) des diesen Sockelbetrag übersteigenden steuerpflichtigen Einkommens begrenzt.

Die verbliebenen Verfallsfristen der steuerlichen Verlustvorträge und Steuergutschriften, für die keine latenten Steueransprüche angesetzt wurden, lassen sich wie folgt zusammenfassen:

[in TEUR] 31.12.2019 31.12.2018*)
Verfall innerhalb von 1 bis 5 Jahren 1.641 526
Verfall innerhalb von 6 bis 10 Jahren 3.469 3.725
Verfall innerhalb von 11 bis 15 Jahren 474 1.433
Verfall innerhalb von 16 bis 20 Jahren 269 352
Unverfallbar 30.350 26.006
Summe 36.203 32.042

*) angepasst

Der Veränderung des Bestands der steuerlichen Verlustvorträge im Vergleich zum 31. Dezember 2018 liegt neben den laufenden steuerlichen Verlusten, auf die keine latenten Steueransprüche aktiviert wurde, eine Wertaufholung hinsichtlich der Verlustvorträge in Deutschland und den USA zu Grunde.

Für die Ermittlung der Höhe der noch nicht genutzten steuerlichen Verluste in Deutschland wurde berücksichtigt, dass nach derzeit geltendem Steuerrecht aufgrund der Kapitalerhöhungen und der Übertragungen von Aktien der 4basebio AG in dem Geschäftsjahr 2012 die vor dem 4. Dezember 2012 entstandenen steuerlichen Verluste und Verlustvorträge der 4basebio AG und der 4basebio GmbH & Co. KG nicht mehr zur Verfügung stehen werden. Diese steuerlichen Verlustvorträge sind in der obigen Tabelle daher nicht enthalten.

Darüber hinaus wurden in der oben stehenden Tabelle die steuerlichen Verlustvorträge der ehemaligen US-amerikanischen Tochtergesellschaft Lion Bioscience, Inc. auf Grund der in 2017 erfolgten Verschmelzung auf die Expedeon Inc. nicht berücksichtigt.

13. Vorräte

[in TEUR] 31.12.2019 31.12.2018
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 140 849
Fertige Erzeugnisse und Leistungen 302 1.117
Vorräte 442 1.966

Innerhalb des Geschäftsjahrs 2019 wurde ein Betrag in Höhe von 117 TEUR (2018: 286 TEUR) aus zum Nettoveräußerungswert angesetzten Vorräten als Aufwand innerhalb der Umsatzkosten erfasst. Wesentliche Wertberichtigungen auf Vorräte wurden weder im Geschäftsjahr 2019 noch im Vorjahr vorgenommen.

14. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind nicht verzinslich und weisen in der Regel eine Fälligkeit von 30 bis 90 Tagen auf. Im Geschäftsjahr 2019 wurden Wertminderungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen für erwartete Kreditverluste in Höhe von 31 TEUR (2018: 71 TEUR) erfolgswirksam erfasst.

Entwicklung der Wertminderungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen [in TEUR] 2019 2018*)
Wertminderungen am 1. Januar 71 n.z.
Änderung der Wertminderungen (40) 71
Wertminderungen am 31. Dezember 31 71

*) Vorjahresangaben angepasst (zu weiteren Erläuterungen siehe Textziffer 21)

15. Sonstige Vermögenswerte

[in TEUR] 31.12.2019 31.12.2018
Vertragsvermögenswerte - 579
Finanzielle Vermögenswerte - 897
Fördergelder 271 -
Übrige 217 62
Sonstige Vermögenswerte 488 1.538

16. Zahlungsmittel- und Zahlungsmitteläquivalente

[in TEUR] 31.12.2019 31.12.2018
Guthaben bei Kreditinstituten und Kassenbestand 990 6.238
Zahlungsmittel- und Zahlungsmitteläquivalente 990 6.238

Die Guthaben bei Kreditinstituten werden mit variablen Zinssätzen für täglich kündbare Guthaben verzinst.

17. Eigenkapital

Das Grundkapital der 4basebio AG beläuft sich zum 31. Dezember 2019 auf insgesamt 52.309.785 TEUR (31. Dezember 2018: 51.411.323 TEUR), eingeteilt in 52.309.785 (31. Dezember 2018: 51.411.323) auf den Inhaber lautende Stückaktien. Hierbei handelt es sich ausnahmslos um Namensaktien (31. Dezember 2018: Stammaktien). Es existieren keine Aktien mit Sonderrechten oder sonstige Stimmrechtsbeschränkungen.

Genehmigtes Kapital

Geschäftsjahr 2019

In April 2019 wurden 148.458 Aktien ausgegeben unter den Bedingungen des Wandelschuldverschreibungsinstruments im Rahmen der im Jahr 2017 erfolgten Akquisition der Innova Biosciences Ltd, Cambridge/UK. In Oktober 2019 wurden 747.484 Aktien ausgegeben unter den Bedingungen des Wandelschuldverschreibungsinstruments im Rahmen der im Jahr 2017 erfolgten Akquisition der Innova Biosciences Ltd, Cambridge/UK.

Gemäß § 4 Abs. 4 der Satzung der 4basebio AG ist der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital der Gesellschaft um insgesamt 25.561.278 EUR durch Ausgabe neuer, auf den Namens lautenden Stammaktien ohne Nennbetrag aus dem Genehmigten Kapital 2018 gegen Bar- und/oder Sacheinlagen einmalig oder mehrmals bis einschließlich 4. Juli 2023 zu erhöhen. Der Vorstand kann mit Zustimmung des Aufsichtsrats das gesetzliche Bezugsrecht der Aktionäre ausschließen

soweit dies zur Vermeidung von Spitzenbeträgen erforderlich ist;

um Aktien gegen Sacheinlagen zu gewähren;

soweit es zum Verwässerungsschutz erforderlich ist, den Inhabern von Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen, Wandelanleihen oder Optionsscheinen ein Bezugsrecht auf neue Aktien in dem Umfang einzuräumen, wie es den Inhabern nach Ausübung ihrer Wandlungs- oder Optionsrechte oder nach Erfüllung einer Wandlungspflicht zustehen würde; oder

im Falle einer Kapitalerhöhung gegen Bareinlagen, wenn der Anteil am Grundkapital der neuen Aktien, für die das Bezugsrecht ausgeschlossen ist, 10% des zum Zeitpunkt des Wirksamwerdens der Ermächtigung * und zum Zeitpunkt der Ausübung der Ermächtigung eingetragenen Grundkapitals nicht übersteigt und der Ausgabepreis der neuen Aktien den Börsenkurs der bestehenden börsennotierten Aktien derselben Gattung nicht wesentlich unterschreitet.

(*) Die Ermächtigung für das Genehmigte Kapital 2018 wurde am 24. Oktober 2018 durch Eintragung in das Handelsregister wirksam. Das Grundkapital betrug zu diesem Zeitpunkt 51.411.323 EUR.

Zum 31. Dezember 2019 hat der Vorstand von dieser Ermächtigung noch keinen Gebrauch gemacht. Damit stand ein genehmigtes Kapital von insgesamt 25.561.278 EUR zur Verfügung.

Geschäftsjahr 2018

Am 5. September 2017 stimmte der Aufsichtsrat dem Beschluss des Vorstands zu, 124.223 Aktien aus genehmigtem Kapital im Rahmen einer SEDA-Vereinbarung unter Ausschluss des Bezugsrechts der bestehenden Aktionäre auszugeben. Diese Aktien wurden am 18. Januar 2018 eingetragen.

Am 19. September 2017 stimmte der Aufsichtsrat dem Beschluss des Vorstands zu, im Rahmen einer SEDA-Vereinbarung 123.456 Aktien unter Ausschluss des Bezugsrechts der bestehenden Aktionäre aus dem Grundkapital auszugeben. Diese Aktien wurden am 19. Januar 2018 eingetragen.

Am 11. November 2017 stimmte der Aufsichtsrat dem Beschluss des Vorstands zu, 139.860 Aktien aus genehmigtem Kapital im Rahmen einer SEDA-Vereinbarung unter Ausschluss des Bezugsrechts der bestehenden Aktionäre auszugeben. Diese Aktien wurden am 24. Januar 2018 eingetragen.

Am 11. Dezember 2017 stimmte der Aufsichtsrat dem Beschluss des Vorstands zu, 55.632 Aktien aus genehmigtem Kapital im Rahmen einer SEDA-Vereinbarung unter Ausschluss des Bezugsrechts der bestehenden Aktionäre auszugeben. Diese Aktien wurden am 25. Januar 2018 eingetragen.

Am 19. März 2018 stimmte der Aufsichtsrat den Beschlüssen des Vorstands zu, im Rahmen einer Privatplatzierung bis zu 4.737.725 Aktien auszugeben, um die Akquisition der TGR BioSciences Pty Ltd, Adelaide/Australien teilweise zu finanzieren. Am 20. März 2018 stimmte der Aufsichtsrat den Beschlüssen des Vorstands zu, wonach die Privatplatzierung durch Ausgabe von insgesamt 2.995.298 Aktien erfolgen soll. Diese Aktien wurden am 23. März 2018 eingetragen.

Mit Beschluss der Hauptversammlung der Expedeon AG vom 5. Juli 2018 wurde das damals noch bestehende genehmigte Kapital aufgehoben und ein neues genehmigtes Kapital in Höhe von 25.561.278 EUR (Genehmigtes Kapital 2018) geschaffen. Danach wird der Vorstand bis zum 4. Juli 2023 dazu ermächtigt, das Grundkapital der Gesellschaft mit Zustimmung des Aufsichtsrats um insgesamt 25.561.278 EUR durch Ausgabe neuer, auf den Inhaber lautenden Stammaktien ohne Nennbetrag aus dem Genehmigten Kapital 2018 gegen Bar- und/oder Sacheinlagen einmal oder mehrmals zu erhöhen. Der Vorstand kann mit Zustimmung des Aufsichtsrats das gesetzliche Bezugsrecht der Aktionäre ausschließen;

soweit dies zur Vermeidung von Spitzenbeträgen erforderlich ist, um Aktien gegen Sacheinlagen zu gewähren;

soweit es zum Verwässerungsschutz erforderlich ist, den Inhabern von Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen, Wandelanleihen oder Optionsscheinen ein Bezugsrecht auf neue Aktien in dem Umfang einzuräumen, wie es den Inhabern nach Ausübung ihrer Wandlungs- oder Optionsrechte oder nach Erfüllung einer Wandlungspflicht zustehen würde; oder

im Falle einer Kapitalerhöhung gegen Bareinlagen, wenn der Anteil am Grundkapital der neuen Aktien, für die das Bezugsrecht ausgeschlossen ist, 10% des zum Zeitpunkt des Wirksamwerdens der Ermächtigung und zum Zeitpunkt der Ausübung der Ermächtigung eingetragenen Grundkapitals nicht übersteigt und der Ausgabepreis der neuen Aktien den Börsenkurs der bestehenden börsennotierten Aktien derselben Gattung nicht wesentlich unterschreitet.

Am 26. April 2018 stimmte der Aufsichtsrat dem Beschluss des Vorstands zu, 142.857 Aktien aus genehmigtem Kapital im Rahmen einer SEDA-Vereinbarung unter Ausschluss des Bezugsrechts der bestehenden Aktionäre auszugeben. Diese Aktien wurden am 12. Juli 2018 eingetragen.

Am 21. Mai 2018 stimmte der Aufsichtsrat dem Beschluss des Vorstands zu, 142.857 Aktien aus genehmigtem Kapital im Rahmen einer SEDA-Vereinbarung unter Ausschluss des Bezugsrechts der bestehenden Aktionäre auszugeben. Diese Aktien wurden am 13. Juli 2018 eingetragen.

Am 31. Juli 2018 stimmte der Aufsichtsrat dem Beschluss des Vorstands zu, 151.515 Aktien aus genehmigtem Kapital im Rahmen einer SEDA-Vereinbarung unter Ausschluss des Bezugsrechts der bestehenden Aktionäre auszugeben. Diese Aktien wurden am 15. Oktober 2018 eingetragen.

Am 31. August 2018 waren 601.538 Aktien unter den Bedingungen des Wandelschuldverschreibungsinstruments der Innova Biosciences Ltd, Cambridge/UK eingetragen, die aus der Akquisition im Jahr 2017 stammen.

Bedingtes Kapital

Geschäftsjahr 2019

Gemäß § 4 Abs. 5 der Satzung der 4basebio AG ist der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital der Gesellschaft um insgesamt 1.000.000 EUR durch Ausgabe von bis zu 1.000.000 neuen, auf den Namen lautenden Stammaktien ohne Nennbetrag aus dem Genehmigten Kapital 2019 zu erhöhen. Die bedingte Kapitalerhöhung aus dem Bedingten Kapital 2019 wird nur insoweit durchgeführt, wie die Inhaber von Aktienoptionen, die von der Gesellschaft aufgrund der von der Hauptversammlung vom 7. Juli 2017 beschlossenen Ermächtigung (Aktienoptionsplan 2019) in der Fassung der Hauptversammlung vom 9. Juli 2019 bis einschließlich 6. Juli 2024 ausgegeben werden, von ihren Bezugsrechten Gebrauch machen und die Gesellschaft keine eigenen Aktien, Aktien aus bestehendem oder neu geschaffenem genehmigten Kapital gewährt und keinen Barausgleich wählt. Die aus der Ausübung dieser Bezugsrechte resultierenden neuen Namens-Stammaktien sind ab dem Beginn des Geschäftsjahres dividendenberechtigt, für das am Tag der Ausgabe der Aktien noch kein Beschluss der Hauptversammlung über die Verwendung des Bilanzgewinns gefasst wurde.

Gemäß § 4 Abs. 6 der Satzung der 4basebio AG ist das Grundkapital um bis zu 4.000.000 EUR durch Ausgabe von bis zu 4.000.000 auf den Namen lautenden Stammaktien bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2018/I).

Die bedingte Kapitalerhöhung aus dem Bedingten Kapital 2018/I wird nur insoweit durchgeführt, als die Inhaber von Aktienoptionen, die von der Gesellschaft aufgrund der von der Hauptversammlung am 7. Juli 2017 beschlossenen Ermächtigung (Aktienoptionsplan 2017) mit den Änderungen gemäß Hauptversammlungsbeschluss vom 5. Juli 2018 bis einschließlich 6. Juli 2022 ausgegeben wurden, von ihren Bezugsrechten Gebrauch machen und die Gesellschaft keine eigenen Aktien oder Aktien aus dem bestehenden oder neu geschaffenen genehmigten Kapital gewährt und sich auch nicht entscheidet, einen Barausgleich zu zahlen. Die neuen Aktien sind ab Beginn des Geschäftsjahres gewinnberechtigt, für das zum Zeitpunkt der Ausgabe der Aktien noch kein Beschluss der Hauptversammlung über die Verwendung des Bilanzgewinns gefasst wurde.

Gemäß § 4 Abs. 7 der Satzung der 4basebio AG ist das Grundkapital um bis zu 18.000.000 EUR durch Ausgabe von bis zu 18.000.000 auf den Namen lautenden Stammaktien bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2018/II). Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, als die Inhaber von Options- oder Wandelschuldverschreibungen, die aufgrund der von der Hauptversammlung am 5. Juli 2018 beschlossenen Ermächtigung ausgegeben wurden, von ihren Options- oder Wandlungsrechten Gebrauch machen oder, soweit sie zur Wandlung von Wandelschuldverschreibungen verpflichtet sind, ihrer Verpflichtung zur Wandlung ihrer Wandelschuldverschreibungen nachkommen und die Gesellschaft keine eigenen Aktien oder Aktien aus bestehendem oder neu geschaffenem genehmigten Kapital gewährt und sich nicht für einen Barausgleich entscheidet. Die neuen Aktien sind ab Beginn des Geschäftsjahres gewinnberechtigt, für das zum Zeitpunkt der Ausgabe der Aktien noch kein Beschluss der Hauptversammlung über die Verwendung des Bilanzgewinns gefasst wurde.

Gemäß § 4 Abs. 9 der Satzung der 4basebio AG ist das Grundkapital um bis zu 1.650.000 EUR durch Ausgabe von bis zu 1.650.000 auf den Namen lautenden Stammaktien bedingt erhöht (Bedingtes Kapital V). Die bedingte Kapitalerhöhung wird nur insoweit durchgeführt, als die Inhaber von Options- oder Wandelschuldverschreibungen, die aufgrund der von der Hauptversammlung am 20. Juni 2016 beschlossenen Ermächtigung ausgegeben wurden, von ihren Options- oder Wandlungsrechten Gebrauch machen oder, soweit sie zur Wandlung von Wandelschuldverschreibungen verpflichtet sind, ihrer Verpflichtung zur Wandlung ihrer Wandelschuldverschreibungen nachkommen und die Gesellschaft keine eigenen Aktien oder Aktien aus bestehendem oder neu geschaffenem genehmigten Kapital gewährt und sich nicht für einen Barausgleich entscheidet. Die neuen Aktien sind ab Beginn des Geschäftsjahres gewinnberechtigt, für das zum Zeitpunkt der Ausgabe der Aktien noch kein Beschluss der Hauptversammlung über die Verwendung des Bilanzgewinns gefasst wurde.

Geschäftsjahr 2018

Das Grundkapital der vormals unter Expedeon AG firmierenden 4basebio AG ist durch Beschluss der Hauptversammlung vom 5. Juli 2018 um bis zu 4 Mio. EUR durch die Ausgabe von bis zu 4 Mio. auf den Inhaber lautende Stückaktien bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2018/I). Das Bedingte Kapital 2018/I dient der Erfüllung der Aktienoptionen, die aufgrund der von der Hauptversammlung am 7. Juli 2017 beschlossenen Ermächtigung (Aktienoptionsplan 2017) ausgegeben wurden. Das Bedingte Kapital 2018/I ist durch Eintragung in das Handelsregister am 30. Juli 2018 wirksam geworden und betrug zum 31. Dezember 2018 4 Mio. EUR.

Das Grundkapital der vormals unter Expedeon AG firmierenden 4basebio AG ist durch Beschluss der Hauptversammlung vom 5. Juli 2018 um bis zu 18 Mio. EUR durch Ausgabe von bis zu 18 Mio. auf den Inhaber lautende Stückaktien bedingt erhöht (Bedingtes Kapital 2018/II). Das Bedingte Kapital 2018/II dient der Gewährung von Aktien an die Inhaber von Wandelschuldverschreibungen, die aufgrund der von der Hauptversammlung der Expedeon AG am 5. Juli 2018 beschlossenen Ermächtigung ausgegeben wurden. Das Bedingte Kapital 2018/II ist durch Eintragung in das Handelsregister am 30. Juli 2018 wirksam geworden und betrug zum 31. Dezember 2018 18 Mio. EUR.

Am 31. August 2018 wurde von der Ermächtigung Gebrauch gemacht und eine Wandelanleihe zum Nominalwert in Höhe von 2.000.000 EUR mit Laufzeit bis zum 30. August 2021 begeben. Die Pflichtwandelanleihe als Eigenkapitalinstrument ist mit einem Wandlungsrecht, spätestens bei Fälligkeit, in auf den Namen lautende Stammaktien der 4basebio AG in Höhe von 1.428.571 ausgestattet. Das Wandlungsrecht kann auch jederzeit vorher im Zeitraum vom 30 September 2018 bis 10 Tage vor Fälligkeit ausgeübt werden (nicht jedoch während des Nichtausübungszeitraum gem. §6.4 der Vertragsbestimmungen). Die Anleihe weist ein Wandlungsverhältnis von 1,40 EUR je Aktie (vorbehaltlich einer Anpassung des Wandlungsverhältnisses infolge der in §6.2 geregelten Vertragsbestimmungen bzw. der gem. §11 Verwässerungssschutzbestimmungen) auf und wurde am 31. August 2018 in Höhe von 1.576.153 EUR in die Kapitalrücklage eingestellt. Der Zinskupon beträgt 6,3% p.a. und ist bei vorzeitiger Wandlung, spätestens jedoch bei Fälligkeit zu entrichten. Inhaber der Wandelanleihe haben somit das Recht bzw. die Pflicht die Schuldverschreibung bis spätestens 30. August 2021 in 4basebio AG Aktien zu wandeln.

Daneben beinhalten die Pflichtwandelanleihe ebenso eine Stillhalterposition auf eigene Aktien (short call). Die Stillhalterposition auf eigene Aktien stellt zusammen mit der Pflichtwandelanleihe ein Eigenkapitalinstrument dar und wird durch auf den Namen lautende Stammaktion der 4basebio AG erfüllt. Der Inhaber der Option hat jederzeit ab dem 31. August 2018 bis zum 30. August 2021 das Recht, nach eigenem Ermessen Aktien der 4basebio AG in Höhe von 1.428.560 zu 1,40 EUR zu erwerben. Sollte der durchschnittliche Aktienkurs 10 Tage vor Fälligkeit unter 1,40 EUR liegen, so verlängert sich der Optionszeitraum um drei weitere Jahre.

Des Weiteren enthält das Eigenkapital die Eigenkapitaloption der Optionsanleihe, welche während 2018 in Höhe von GBP 312.031 in die Kapitalrücklage eingestellt wurde. Die Stillhalterposition auf eigene Aktien wird durch auf den Namen lautende Stammaktien der 4basebio AG erfüllt. Der Inhaber der Option hat jederzeit ab dem 03. September 2018 bis zum 1. August 2023 das Recht, nach eigenem Ermessen Aktien der 4basebio AG in Höhe von 594.480 zu 1,40 EUR zu erwerben.

Mit Beschluss der Hauptversammlung der Expedeon AG vom 5. Juli 2018 wurde das verbleibende Bedingte Kapital IV aufgehoben.

Das Grundkapital der 4basebio AG ist durch Beschluss der Hauptversammlung vom 20. Juni 2016 um bis zu 6,5 Mio. EUR durch Ausgabe von bis zu 6,5 Mio. Stückaktien bedingt erhöht (Bedingtes Kapital V). Das Bedingte Kapital V dient der Gewährung von Aktien an die Inhaber von Wandelschuldverschreibungen, die aufgrund der von der Hauptversammlung der Expedeon AG am 20. Juni 2016 beschlossenen Ermächtigung im Zeitraum bis zur Aufhebung dieser Ermächtigung durch Beschluss der Hauptversammlung der Expedeon AG am 5. Juli 2018 ausgegeben wurden. Durch Beschluss der Hauptversammlung der Expedeon AG vom 5. Juli 2018 wurde das Bedingte Kapital V auf 3,15 Mio. EUR herabgesetzt.

Aus dem Bedingten Kapital V wurden bis zum Ende des Berichtszeitraums 601.538 Aktien an Inhaber von Wandelschuldverschreibungen ausgegeben, die vom Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats an die Aktionäre der Innova Biosciences Ltd, Cambridge/UK gegen Sacheinlage aufgrund der Ermächtigung zur Ausgabe von Wandelschuldverschreibungen durch Beschluss der Hauptversammlung der Expedeon AG vom 20. Juni 2016 ausgegeben wurden. Zum 31. Dezember 2018 betrug das verbleibende Bedingte Kapital V 2.548.462 EUR.

Kapitalrücklage

Geschäftsjahr 2019

Darüber hinaus wurde im Geschäftsjahr 2019 eine Kapitalrücklage für auszugebende Aktien in Zusammenhang mit Earn-Out-Verpflichtungen betreffend die TGR BioSciences Pty Ltd, Adelaide/Australien (2.092 TEUR) und betreffend die Innova Biosciences Ltd, Cambridge/UK (767 TEUR) erfasst. Darüber hinaus wurde die Kapitalrücklage im Geschäftsjahr 2019 mit Blick auf die Zinsen für die Wandelanleihe (206 TEUR) sowie mit Blick auf die aktienbasierte Vergütung (69 TEUR) erhöht (siehe Textziffer 23).

Geschäftsjahr 2018

Im Rahmen der Kapitalerhöhung im März 2018 wurden neue Aktien mit Nennwert von 2.995 TEUR und einem Kaufpreis von 4.193 TEUR ausgegeben. Das Aktienagio in Höhe von 1.198 TEUR wurde der Kapitalrücklage zugeführt. Zusätzlich wurden im Rahmen der SEDA-Vereinbarung Aktien mit einem Agio von 163 TEUR zur Kapitalrücklage zugeführt. Außerdem erfolgte eine Umgliederung von zum 31. Dezember 2017 noch nicht registrierten Aktien in das gezeichnete Kapital in Höhe von 443 TEUR.

Aus der Realisierung der Earn-Out-Verpflichtung im Zusammenhang mit dem Erwerb der Innova Biosciences Ltd, Cambridge/UK der in Aktien beglichen wurde, ergab sich innerhalb des Geschäftsjahrs 2018 eine Erhöhung der Kapitalrücklage um insgesamt 472 TEUR, wobei 259 TEUR das Agio auf bereits registrierte Aktien darstellen. Die verbleibenden 213 TEUR entfallen auf noch nicht registrierte Aktien und enthalten daher auch den Nominalwert der Aktien.

Zusätzlich ergaben sich innerhalb des Geschäftsjahrs 2018 Einbuchungen in die Kapitalrücklage aus einer Pflichtwandelanleihe, die insgesamt als Eigentkapitalinstrument klassifiziert wurde, in Höhe von 1.576 TEUR sowie aus einer Optionsanleihe, deren Eigenkapitalanteil in Höhe von 358 TEUR ermittelt wurde.

Die 4basebio AG hat die Kapitalrücklage direkt mit den der Kapitalerhöhung zuzuordnenden Kosten in Höhe von 480 TEUR (2017: 1.336 TEUR) belastet.

Aus der anteilsbasierten Vergütung ergaben sich Zuführungen in die Kapitalrücklage in Höhe von 265 TEUR (siehe Textziffer 23).

18. Finanzielle Verbindlichkeiten

[in TEUR] 31.12.2019 31.12.2018
kurzfristig langfristig Summe kurzfristig langfristig Summe
Optionsanleihe - - - 54 695 749
Öffentliches Darlehen 329 1.244 1.573 447 1.573 2.020
Gesellschafterdarlehen - - - 1.277 - 1.277
Earn-Out-Verbindlichkeiten 226 - 226 971 629 1.600
Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen 188 29 217 - - -
Sonstige Darlehen 521 259 780 422 4.579 5.001
Finanzielle Verbindlichkeiten 1.264 1.532 2.796 3.171 7.476 10.647

Optionsanleihe

Die vormals unter Expedeon AG firmierende 4basebio AG hat am 3. September 2018 eine Optionsanleihe mit einer Stückelung von 93.750 GBP (105 TEUR) und einem insgesamten Nominalvolumen in Höhe von 750.000 GBP ausgegeben. Das Darlehen ist zu 10% auf den jeweiligen Nennbetrag verzinst und am 1. August 2022 endfällig. Neben den Zinszahlungen auf den jeweiligen Nennbetrag ist das Darlehen ab dem 13. Monat der Laufzeit anteilig bis zur Fälligkeit zu tilgen. Zum 3. September 2018 wurde die Anleihe mit einem Buchwert in Höhe von 428.594 GBP angesetzt, die Differenz zum Auszahlungsbetrag resultiert aus Transaktionskosten der separaten Option (Eigenkapitalinstrument). Die Optionsanleihe ist nicht besichert.

Entsprechend der Tilgungsstruktur weist die Anleihe zum 31. Dezember 2019 einen kurzfristigen Anteil in Höhe von 0 TEUR (31. Dezember 2018: 54.148 GBP bzw. 57 TEUR) sowie einen langfristigen Anteil in Höhe von 0 TEUR (31. Dezember 2018: 695.852 GBP bzw. 784 TEUR) auf. Die Optionsanleihe stellt weder ein zusammengesetztes Finanzinstrument noch eine Anleihe mit einem eingebetteten Derivat dar. Stattdessen handelt es sich um zwei separate Instrumente. Die Anleihe repräsentiert gemäß IAS 32 ein eigenständiges Fremdkapitalinstrument. Innerhalb des Geschäftsjahrs 2019 entstand für die Verbindlichkeit unter Anwendung der Effektivzinsmethode ein Zinsaufwand in Höhe von 14 GBP bzw. 16 TEUR (2018: 26.740 GBP bzw. 30 TEUR). Die 4basebio AG ist berechtigt, die Anleihe zum ausstehenden Nennbetrag zuzüglich in Abhängigkeit des Zeitpunkts einem prozentualen Anteil der bis zum Tag der Rückzahlung aufgelaufener aber noch nicht gezahlter Zinsen vorzeitig zurückzuzahlen.

Als weiteres Instrument beinhaltet die Optionsanleihe eine Stillhalterposition auf eigene Aktien (sog. "short call"). Die Stillhalterposition auf eigene Aktien stellt ein Eigenkapitalderivat dar und wird durch auf den Namen lautende Stammaktien der 4basebio AG erfüllt. Der Inhaber der Option hat vom 3. September 2018 bis zum 1. August 2023 jederzeit das Recht, nach eigenem Ermessen 594.000 Aktien der 4basebio AG zu einem Preis von 1,40 EUR zu erwerben. Die in der Optionsanleihe enthaltene Eigenkapitaloption stellt gemäß IAS 32 ein Eigenkapitalinstrument dar, das in Höhe von 312.031 GBP bzw. 351 TEUR in der Kapitalrücklage verbucht wurde.

Gesellschafterdarlehen

Im Zusammenhang mit dem Erwerb der TGR BioSciences Pty Ltd, Adelaide/Australien im Geschäftsjahr 2018 wurde ein Gesellschafterdarlehen vergeben. Dieses Darlehen wurde im Geschäftsjahr 2019 vollständig zurückgezahlt.

Earn-Out-Verbindlichkeiten (Bedingte Gegenleistungen)

Die Verpflichtungen zur Zahlung von Kaufpreisbestandteilen umfassen im Wesentlichen Verpflichtungen aus den Erwerben der Innova Biosciences Ltd, Cambridge/UK. Und der TGR BioSciences Pty Ltd, Adelaide/Australien. Als Teil der Kaufvereinbarung mit den früheren Eigentümern der Innova Biosciences Ltd und der TGR BioSciences Pty Ltd erhalten diese zusätzliche Aktien der 4basebio AG, wenn künftige Umsatzziele der Gesellschaften erreicht werden. Im Vergleich zum vorhergehenden Geschäftsjahr 2018 haben sich die Earn-Out-Verbindlichkeiten im Geschäftsjahr 2019 um 1.374 TEUR verringert. Diese Verringerung ist auf die Abcam-Transaktion zurückzuführen (siehe Textziffer 21).

Kreditfazilität

Im Geschäftsjahr 2018 hat die vormals unter Expedeon AG firmierende 4basebio AG eine Kreditfazilität mit dem Recht zur Wandlung in eine Pflichtwandelanleihe aufgenommen. In Abhängigkeit der Laufzeit weist die Anleihe eine fixe Verzinsung bis zum 30. Juli 2018 in Höhe von 5% p.a., bis zum 30. Juli 2019 in Höhe von 10% p.a. und im Anschluss in Höhe von 15% p.a. auf. Weiterhin ist die Anleihe mit einem Wandlungsrecht in auf den Namen lautende Stammaktien der 4basebio AG ausgestattet, wobei spätestens bei Fälligkeit eine verpflichtende Wandlung erfolgt.

Die Kreditfazilität stellt gemäß IAS 32 eine Fremdkapitalkomponente dar und wurde mit einem ursprünglichen Wert in Höhe von 1.076,94 TEUR nach Abzug der Emissionskosten sowie eingebettteter Derivate innerhalb der langfristigen finanziellen Verbindlichkeiten erfasst. Der ursprüngliche Differenzbetrag zum Nominalwert von 2.000,00 TEUR in Höhe von 923,06 TEUR wird beginnend ab Geschäftsjahr 2018 mittels der Effektivzinsmethode über die Restlaufzeit als Zinsaufwand verteilt. Zum 31. Dezember 2018 lag aufgrund der Ausübung der Wandlungsoption nicht länger eine Finanzverbindlichkeit vor.

Das in der Kreditfazilität verbriefte Recht zur Wandlung stellt gemäß IFRS 9 ein eingebettetes, trennungspflichtiges Derivat dar, welches zum Erstansatz als derivativer finanzieller Vermögenswert in Höhe von 730,8 TEUR erfasst wurde. Ferner weist die Kreditfazilität als weiteres trennungspflichtes Derivat eine vom Aktienkurs abhängige Verzinsung sowie einen sog. "Kicker" auf. Beide Bestandteile stellen jeweils eingebettete trennungspflichtige Derivate dar und wurden initial als derivative finanzielle Verbindlichkeit in Höhe von 1.465,6 TEUR für die variable Verzinsung sowie 188,31 TEUR für den Kicker angesetzt. Die Expedeon AG hat am 31. August 2018 von ihrem Recht Gebrauch gemacht und die Kreditfazilität in eine Pflichtwandelanleihe überführt. In Summe wurde innerhalb des Geschäftsjahrs 2019 aus den derivativen Finanzinstrumenten ein Finanzertrag in Höhe von 0 TEUR (2018: 497,6 TEUR) erfasst.

19. Sonstige Schulden

[in TEUR] 31.12.2019 31.12.2018
Verbindlichkeiten aus Umsatzsteuer 149 598
Vergütung des Aufsichtsrats 160 173
Kosten der Abschlussprüfung 150 150
Vertragsverbindlichkeiten - 49
Rückstellung für Rechts- & Beratungskosten 360 -
Rückstellung für Earn-Out-Verpflichtungen - 1.072
Sonstige 116 1.048
Sonstige Schulden 934 3.090

Rückstellungen

Die 4basebio Group hat zum 31. Dezember 2019 eine Rückstellung für die Rückzahlung von erhaltener Vorsteuer in Höhe von 149 TEUR (31. Dezember 2018: 598 TEUR) gebildet, die aus den beiden Geschäftsjahren 2017 und 2018 resultiert. Darüber hinaus wurden zum 31. Dezember 2019 Rückstellungen für Mengenrabatte und Gewährleistungen in Höhe von 5 TEUR (31. Dezember 2018: 33 TEUR) sowie eine Rückstellung in Höhe von 0 TEUR (31. Dezember 2018: 5 TEUR) für bestimmten Kunden gewährten Rückgaberechte gebildet.

H. Erläuterungen zur Konzern-Kapitalflussrechnung

Überleitung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente (Konzernbilanz) auf den Finanzmittelfonds (Konzern-Kapitalflussrechnung)

[in TEUR] 31.12.2019 31.12.2018
Guthaben bei Kreditinstituten und Kassenbestand 990 6.238
Zahlungsmittel- und Zahlungsmitteläquivalente (Konzernbilanz) 990 6.238
Zahlungsmittel- und Zahlungsmitteläquivalente, die auf aufgegebene Geschäftsbereiche entfallen 2.707 -
Kontokorrentkredite - -
Finanzmittelfonds (Konzern-Kapitalflussrechnung) 3.697 6.238

Veränderungen der finanziellen Verbindlichkeiten, deren Zahlungsströme in der Kapitalflussrechnung bisher oder künftig als Cashflows aus Finanzierungstätigkeit gezeigt werden

Geschäftsjahr 2019 Geschäftsjahr 2018
[in TEUR] kurzfristige verzinsliche Darlehen langfristige verzinsliche Darlehen kurzfristige verzinsliche Darlehen langfristige verzinsliche Darlehen
1. Januar 3.171 7.476 1.766 3.947
Cashflows (2.875) - 88 6.377
Earn-Out-Verbindlichkeit (Innova Biosciences Ltd) (236) - (535) (955)
Earn-Out-Verbindlichkeit (TGR BioSciences Pty Ltd) (405) (405) 630 629
Aktionärsdarlehen (TGR BioSciences Pty Ltd) - - 1.222 -
Umwandlung in Eigenkapital - - - (2.357)
Umgliederungen 3.954 (3.954) - -
Wechselkursänderungen 375 167 - (39)
Sonstige nicht-zahlungswirksame Veränderungen 54 648 - (126)
31. Dezember 4.038 3.932 3.171 7.476

I. Sonstige Erläuterungen

20. Segmentberichterstattung

Die Segmentberichterstattung folgt gemäß IFRS 8 dem Managementansatz (sog. "Management Approach"). Die Allokation der Ressourcen und die interne Bewertung der Leistungen der 4basebio Group durch das Management erfolgt basierend auf dem internen Organisations- und Managementberichtswesen für die gesamte Gruppe. Demzufolge besteht die 4basebio Group für Zwecke der Segmentberichterstattung aus nur einem Geschäftssegment.

Angaben zu Produkten und Dienstleistungen

Es wird auf die Umsatzaufgliederung in Textziffer 0 verwiesen.

Angaben zu geografischen Regionen

[in TEUR] 2019 2018
Umsatzerlöse *) 1.052 1.174
Europa 147 359
USA 905 815
Übrige - -
Langfristiges Vermögen (Abschlussstichtag 31.12.) 3.646 17.583
Europa 3.577 16.567
USA 69 224
Übrige - 792

*) Vorjahresangaben angepasst (zu weiteren Erläuterungen siehe Textziffer 21)

Die Zuordnung der Umsatzerlöse zu den geografischen Gebieten erfolgte nach dem Sitz des Kundens. Die Zuordnung der langfristigen Vermögenswerte erfolgt anhand der in den Einzelabschlüssen ausgewiesenen Beträge, während die im Rahmen der Kaufpreisallokation identifizierten immateriellen Vermögenswerte den jeweiligen erworbenen Unternehmen zugeordnet wurden. Die Geschäfts- oder Firmenwerte in Höhe von 0 TEUR (31. Dezember 2018: 33.906 TEUR) wurden nicht den geografischen Regionen zugeordnet, da diese der 4basebio Group als einzige zahlungsmittelgenerierende Einheit zugeordnet wurden.

Angaben zu wesentlichen Kunden

[in TEUR] 2019 2018*)
Umsätze mit wesentlichen Kunden mit einem Anteil von mindestens 10% an den gesamten Umsatzerlösen - -
Übrige Umsatzerlöse 1.052 1.174
Summe Umsatzerlöse 1.052 1.174

*) Vorjahresangaben angepasst (zu weiteren Erläuterungen siehe Textziffer 21)

21. Aufgegebene Geschäftsbereiche

Die Expedeon AG hat am 11. November 2019 eine Vereinbarung mit Abcam plc, Cambridge/UK (London Stock Exchange: ABC; ISIN: GB00B6774699; AIM MTF) - "Abcam" - über den Verkauf ihrer Immunologie- und Proteomik-Geschäftsbereiche für 120 Millionen EUR in bar mit Wirkung zum 1. Januar 2020 (unter dem Vorhalt einer Zustimmung der Aktionäre der Expedeon AG) unterzeichnet ("Abcam-Transaktion). Die am 19. Dezember 2019 außerordentlich einberufene Hauptversammlung erteilte die Zustimmung zu dieser Transaktion sowie in der Folge zur Namensänderung in 4basebio AG. Die Vereinbarung beinhaltet den Verkauf und die Übertragung aller Anteile an der Expedeon Holdings Ltd, Cambridge/UK (nachfolgend "Expedeon Holdings Ltd"), ein Tochterunternehmen der vormals unter Expedeon AG firmierenden 4basebio AG. Die Expedeon Holdings Ltd, Cambridge/UK gliedert sich als Holdinggesellschaft in die folgenden drei Bereiche: Das Tochterunternehmen Expedeon Ltd, Cambridge/UK fokussiert das Proteomik-Geschäft, während die beiden anderen Tochterunternehmen Innova Biosciences Ltd, Cambridge/UK und TGR BioSciences Pty Ltd, Adelaide/Australien in der Immunologie aktiv sind. Ein weiteres Tochterunternehmen der Expedeon Holdings Ltd, die 4basebio Inc., San Diego/USA, wurde mit Wirkung vom 30. Dezember 2019 auf die vormals unter Expedeon AG firmierende 4basebio AG übertragen. Zuvor wurden mit Wirkung vom 2. Januar 2020 die Vermögenswerte der nicht-elektrophoretischen Instrumente von der Expedeon Inc. an den Käufer übertragen. Unter dem neuen Unternehmensnamen 4basebio wird die 4basebio Group die Aktivitäten im Feld der Genomik bündeln, basierend auf der Expertise der spanischen Geschäftseinheit 4basebio S.L.U., Madrid/Spanien. Das Unternehmen wird sich auf die Herstellung von DNA-Produkten für Therapien und andere Anwendungen fokussieren, welche große Mengen hoch-reiner DNA benötigen (z.B. die schnell wachsenden Märkte für neuartige Gentherapien und Genvakzine).

Entsprechend den Vorgaben des IFRS 5 wurde die Expedeon Holdings Ltd, Cambridge/UK zum 31. Dezember 2019 als Veräußerungsgruppe, die zur Veräußerung gehalten wird, und als aufgegebener Geschäftsbereich klassifiziert. Entsprechend den Vorgaben des IFRS 5 wurden in der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2018 keine zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerte ausgewiesen, während in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung die Vorjahreswerte angepasst wurden. Die Erläuterungen im Anhang zu den einzelnen Posten der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung beziehen sich im Wesentlichen nur auf die fortgeführten Aktivitäten der 4basebio Group.

Wesentliche Posten der Konzern-Gesamtergebnisrechnung der aufgegebenen Geschäftsbereiche

01.01. - 31.12.
[in TEUR] 2019 2018
Umsatzerlöse 14.605 11.954
Umsatzkosten (2.803) (2.928)
Bruttoergebnis vom Umsatz 11.802 9.026
Vertriebskosten (2.242) (2.582)
Allgemeine Verwaltungskosten (5.074) (4.104)
Forschungs- und nicht aktivierte Entwicklungskosten (1.163) (837)
Sonstige betriebliche Erträge (Aufwendungen) (1.307) 991
Ergebnis der betrieblichen Geschäftstätigkeit 2.016 2.493
Finanzerträge 65 4
Finanzaufwendungen (525) (150)
Finanzergebnis (460) (147)
Ergebnis vor Steuern aus aufgegebenen Geschäftsbereichen 1.556 2.346
Ertragsteuern (423) 182
Ergebnis nach Steuern aus aufgegebenen Geschäftsbereichen 1.133 2.528

Ertragsteuern (aufgegebene Geschäftsbereiche)

[in TEUR] 2019 2018
Laufende Steueraufwendungen (-) bzw. -erträge (+) (594) -
Latente Steueraufwendungen (-) bzw. -erträge (+) 173 182
davon aus temporären Differenzen 91 (70)
davon aus Verlustvorträgen und Steuergutschriften 82 252
Ertragsteuern (421) 182

Hauptgruppen der Vermögenswerte und Schulden, die in der Konzernbilanz per 31.12.2019 als zur Veräußerung gehalten klassifiziert wurden

Vermögenswerte

[in TEUR] 31.12.2019
Geschäfts- oder Firmenwert 34.955
Sonstige immaterielle Vermögenswerte 12.207
Sachanlagen 805
Vorräte 1.752
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1.977
Sonstige Vermögenswerte 1.543
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 2.707
Latente Steueransprüche 158
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte 56.104

Schulden

[in TEUR] 31.12.2019
Finanzielle Verbindlichkeiten 5.176
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 783
Sonstige Schulden 1.969
Latente Steuerschulden 2.161
Schulden in Verbindung mit zur Veräußerung gehaltenen
Vermögenswerten 10.088

Netto-Cashflows der aufgegebenen Geschäftsbereiche

[in TEUR] 2019 2018
Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit 3.792 2.971
Cashflow aus Investitionstätigkeit (504) (6.266)
Cashflow aus Finanzierungstätigkeit (1.973) 3.963
Wechselkursbedingte Veränderung des Finanzmittelfonds 156 (38)
Veränderung des Finanzmittelfonds 1.471 630

Ergebnis je Aktie aus aufgegebenen Geschäftsbereichen

[in EUR/Aktie] 2019 2018
Unverwässertes Ergebnis aus aufgegebenen Geschäftsbereichen 0,02 0,05
Verwässertes Ergebnis aus aufgegebenen Geschäftsbereichen 0,02 0,05

Unmittelbar vor der Klassifizierung als aufgegebener Geschäftsbereich wurde der erzielbare Betrag einzelner Gegenstände des Sachanlagevermögens ermittelt. Es wurde kein Wertminderungsbedarf ermittelt.

Durchschnittliche Personalkapazitäten nach Funktionsbereichen (aufgegebene Geschäftsbereiche) 2019 2018
Betrieb und Produktion 27 23
Vertrieb und Marketing 25 36
Allgemeine Finanzen und Verwaltung 8 9
Forschung und Entwicklung 10 9
Anzahl Mitarbeiter (Jahresdurchschnitt) 70 76

22. Zusätzliche Angaben zu Finanzinstrumenten

Finanzwirtschaftliche Risiken

Die finanziellen Verbindlichkeiten der 4basebio Group bestehen neben derivativen Finanzinstrumenten vor allem aus Darlehen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen. Der Hauptzweck dieser finanziellen Verbindlichkeiten ist die Finanzierung der Geschäftstätigkeit der 4basebio Group. Die finanziellen Vermögenswerte der 4basebio Group bestehen im Wesentlichen aus Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente sowie aus kurzfristigen Einlagen, die unmittelbar aus ihrer Geschäftstätigkeit resultieren.

Die 4basebio Group ist im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit verschiedenen finanziellen Risiken ausgesetzt. Dazu zählen Ausfall-, Liquiditäts- und Marktrisiken. Die Steuerung dieser Risiken obliegt dem Management der 4basebio Group. Sämtliche zu Risikomanagementzwecken eingegangenen derivativen Finanzgeschäfte werden zentral vom Finanzbereich gesteuert. Handel mit Derivaten zu spekulativen Zwecken wird entsprechend den konzerninternen Richtlinien nicht betrieben. Die Richtlinien zur Steuerung der im Folgenden dargestellten Risiken werden vom Management geprüft und beschlossen.

Ausfallrisiken

Das Ausfallrisiko ist das Risiko, dass ein Geschäftspartner seinen Verpflichtungen im Rahmen eines Finanzinstruments oder Kundenrahmenvertrags nicht nachkommt und dies zu einem finanziellen Verlust führt. Die 4basebio Group ist im Rahmen ihrer operativen Geschäftstätigkeit Ausfallrisiken (insbesondere bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen) sowie Risiken im Rahmen der Finanzierungstätigkeit, einschließlich solcher aus Einlagen bei Banken und Finanzinstituten, Devisengeschäften und sonstigen Finanzinstrumenten, ausgesetzt. Aufgrund der bisherigen positiven Erfahrungen schätzt die 4basebio Group die Eintrittswahrscheinlichkeit zwar mittelmäßig, die finanziellen Auswirkungen hingegen als äußerst gering ein.

Das Ausfallrisiko aus Forderungen gegenüber Kunden wird von den entsprechenden Geschäftseinheiten basierend auf den Richtlinien, Verfahren und Kontrollen der 4basebio Group für das Ausfallrisikomanagement bei Kunden gesteuert. Ausstehende Forderungen gegenüber Kunden und Vertragsvermögenswerte werden regelmäßig überwacht.

Der Wertberichtigungsbedarf wird zu jedem Abschlussstichtag anhand einer Wertberichtigungsmatrix zur Ermittlung der erwarteten Kreditverluste analysiert. Die Wertberichtigungsquoten werden auf der Grundlage der Überfälligkeitsdauer in Tagen für verschiedene (nach Kriterien wie der geografischen Region, der Produktart, dem Kundentyp und der Bonitätseinstufung) zu Gruppen zusammengefasste Kundensegmente mit ähnlichen Ausfallmustern bestimmt. Die Berechnung umfasst das wahrscheinlichkeitsgewichtete Ergebnis unter Berücksichtigung des Zinseffekts sowie angemessener und belastbarer Informationen über vergangene Ereignisse, aktuelle Gegebenheiten und künftig zu erwartende wirtschaftliche Rahmenbedingungen, die zum Abschlussstichtag verfügbar sind. In der Regel werden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wertgemindert, wenn sie länger als ein Jahr überfällig sind und keiner Vollstreckungsmaßnahme unterliegen.

Das maximale Ausfallrisiko zum Abschlussstichtag entspricht dem Buchwert jeder ausgewiesenen Klasse finanzieller Vermögenswerte. Die 4basebio Group hält keine Sicherheiten.

Die 4basebio Group beurteilt die Risikokonzentration bei den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und bei den Vertragsvermögenswerten als moderat, da ihre Kunden in den USA und Europa ebenfalls eine moderate Konzentration aufweisen.

Nachfolgend sind die Informationen zum Kreditrisiko der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und der Vertragsvermögenswerte der 4basebio Group unter Verwendung einer Wertberichtigungsmatrix aufgeführt:

Wertberichtigungsmatrix (vereinfachter Ansatz) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
[in TEUR] 31.12.2019 Vertragsvermögenswerte Nicht überfällig < 30 Tage überfällig 30 bis 60 Tage überfällig 61 bis 90 Tage überfällig
Erwartete Kreditausfallrate 0,03% 0,03% 0,03% 0,03% 2,00%
Bruttobuchwert 581 - 146 180 53 44
Erwarteter Kreditverlust 31 - - - - 1
Wertberichtigungsmatrix (vereinfachter Ansatz) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
[in TEUR] >90 Tage überfällig
Erwartete Kreditausfallrate 18,93%
Bruttobuchwert 158
Erwarteter Kreditverlust 30
Wertberichtigungsmatrix (vereinfachter Ansatz) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
[in TEUR] 31.12.2018 Vertragsvermögenswerte Nicht überfällig < 30 Tage überfällig 30 bis 60 Tage überfällig 61 bis 90 Tage überfällig
Erwartete Kreditausfallrate 2,11% 0,21% 0,03% 0,03% 2,04%
Bruttobuchwert 3.206 579 1.967 378 103 23
Erwarteter Kreditverlust 71 12 4 - - -
Wertberichtigungsmatrix (vereinfachter Ansatz) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
[in TEUR] >90 Tage überfällig
Erwartete Kreditausfallrate 35,26%
Bruttobuchwert 156
Erwarteter Kreditverlust 55

Liquiditätsrisiken

Die 4basebio Group überwacht das Risiko eines etwaigen Liquiditätsengpasses mittels regelmäßiger Budget- und Planungsmaßnahmen. Das Ziel der 4basebio Group ist es, eine angemessene Liquiditätsausstattung sicherzustellen, um kurzfristig auftretende Liquiditätsengpässe zu überbrücken.

Die folgende Tabelle zeigt die finanziellen Verbindlichkeiten nach Fälligkeitsklassen basierend auf der verbleibenden Restlaufzeit am jeweiligen Abschlussstichtag. Eine Überleitung der in der Konzernbilanz dargestellten Beträge ist nicht möglich, da in der Tabelle nicht-abgezinste Cashflows dargestellt sind.

31.12.2019 31.12.2018
[in TEUR] Fälligkeit < 1 Jahr Fälligkeit >1 < 5 Jahre Fälligkeit >5 Jahre Summe Fälligkeit < 1 Jahr Fälligkeit >1 < 5 Jahre
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 336 - - 336 1.498 -
Optionsanleihe - - - - 54 695
Bankdarlehen 329 763 481 1.573 447 901
Gesellschafterdarlehen - - - - 1.277 -
Earn-Out-Verbindlichkeiten - - - - 971 629
Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen 188 29 - 217 - -
Sonstige Darlehen 747 259 - 1.006 422 4.579
Summe 1.600 1.051 481 3.132 4.669 6.804
31.12.2018
[in TEUR] Fälligkeit >5 Jahre Summe
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen - 1.498
Optionsanleihe - 749
Bankdarlehen 672 2.020
Gesellschafterdarlehen - 1.277
Earn-Out-Verbindlichkeiten - 1.600
Verbindlichkeiten aus Leasingverhältnissen - -
Sonstige Darlehen - 5.001
Summe 672 12.145

Marktrisiken

Das Marktrisiko besteht darin, dass der beizulegende Zeitwert oder künftige Zahlungsströme eines Finanzinstruments aufgrund von Änderungen der Marktpreise schwanken. Zum Marktrisiko zählen Währungs- und Zinsänderungsrisiken.

Das Währungsrisiko ist das Risiko, dass der beizulegende Zeitwert oder künftige Cashflows eines Finanzinstruments aufgrund von Änderungen der Wechselkurse Schwankungen ausgesetzt sind. Wechselkursschwankungen haben Auswirkungen auf die Darstellung von Vermögenswerten und Verbindlichkeiten des in Euro erstellten Konzernabschlusses der 4basebio AG, sofern Vermögenswerte und Verbindlichkeiten auf andere Währungen als Euro lauten. Zur Steuerung des Währungsrisikos versucht die 4basebio Group Mittelzu- und -abflüsse möglichst zeitnah und Währungsadäquat durchzuführen. Sicherungsgeschäfte werden derzeit nicht in Anspruch genommen. Die in Fremdwährung bilanzierten Vermögenswerte und Schulden der 4basebio Group betreffen im Wesentlichen die auf US-Dollar und Britisches Pfund lautenden Vermögenswerte und Schulden, die im Wesentlichen aus den Geschäftsaktivitäten der Gruppe resultieren. Die 4basebio Group überprüft den Währungsbedarf im Laufe des Jahres, um ggf. das Währungsrisiko zu mindern. Darüber hinaus ist die 4basebio Group grundsätzlich bestrebt, den Umfang der gehaltenen Vermögenswerte und eingegangenen Verbindlichkeiten in fremden Währungen zu minimieren.

Die folgende Tabelle zeigt die Auswirkungen auf das Periodenergebnis vor Steuern sowie das Eigenkapital, die sich aus einer fünfprozentigen positiven oder negativen Entwicklung entweder des Britischen Pfunds oder des US-Dollars gegenüber dem Euro ergeben, den beiden bedeutsamsten Währungen, in denen die 4basebio Group neben dem Euro Transaktionen tätigt:

Sensitivitätsanalyse Kursentwicklung des US-Dollar Kursentwicklung des Britischen Pfunds
[in TEUR] Kursentwicklung Auswirkungen auf das Ergebnis vor Steuern Auswirkungen auf das Eigenkapital vor Steuern Auswirkungen auf das Ergebnis vor Steuern Auswirkungen auf das Eigenkapital vor Steuern
2019 +5% 20 25 (2) (2)
-5% (20) (25) 2 2
2018 +5% 152 95 (40) 8
-5% (152) (95) 40 (8)
Kategorien von Finanzinstrumenten Buchwert je Bewertungskategorie (IFRS 9)
zum 31.12.2019
[in TEUR]
Finanzielle Vermögenswerte
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert Zu fortgeführten Anschaffungskosten
Kurzfristige Vermögenswerte
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen - 581
Sonstige Vermögenswerte - -
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente - 990
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte - 4.684
Langfristige Schulden
Finanzielle Verbindlichkeiten - -
Kurzfristige Schulden
Finanzielle Verbindlichkeiten - -
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen - -
Schulden in Zusammenhang mit zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten - -
Kategorien von Finanzinstrumenten Buchwert je Bewertungskategorie (IFRS 9)
zum 31.12.2019
[in TEUR]
Finanzielle Verbindlichkeiten
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert Zu fortgeführten Anschaffungskosten keiner Bewertungskategorie zugehörig* Summe
Kurzfristige Vermögenswerte
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen - - - 581
Sonstige Vermögenswerte - - - -
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente - - - 990
Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte - - 51.420 56.104
Langfristige Schulden
Finanzielle Verbindlichkeiten - 1.532 - 1.532
Kurzfristige Schulden
Finanzielle Verbindlichkeiten - 1.264 - 1.264
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen - 336 - 336
Schulden in Zusammenhang mit zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten - 10.088 - 10.088

*) kein Anwendungsbereich von IFRS 7

Kategorien von Finanzinstrumenten Buchwert je Bewertungskategorie (IFRS 9)
zum 31.12.2018
[in TEUR]
Finanzielle Vermögenswerte
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert Zu fortgeführten Anschaffungskosten
Kurzfristige Vermögenswerte
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen - 2.627
Sonstige Vermögenswerte - 298
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente - 6.238
Langfristige Schulden
Finanzielle Verbindlichkeiten - -
Kurzfristige Schulden
Finanzielle Verbindlichkeiten - -
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen - -
Kategorien von Finanzinstrumenten Buchwert je Bewertungskategorie (IFRS 9)
zum 31.12.2018
[in TEUR]
Finanzielle Verbindlichkeiten
Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert Zu fortgeführten Anschaffungskosten keiner Bewertungskategorie zugehörig*) Summe
Kurzfristige Vermögenswerte
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen - - - 2.627
Sonstige Vermögenswerte - - 1.240 1.538
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente - - - 6.238
Langfristige Schulden
Finanzielle Verbindlichkeiten - 7.476 - 7.476
Kurzfristige Schulden
Finanzielle Verbindlichkeiten 1.930 1.241 - 3.171
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen - 1.498 - 1.498

*) kein Anwendungsbereich von IFRS 7

Bemessung des beizulegenden Zeitwerts (Fair-Value-Hierarchie)

Die nachfolgende Tabelle enthält eine Untergliederung der zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten nach den Bewertungsstufen im Sinne des IFRS 13 (sog. "Fair-Value-Hierarchie"). Die in der Tabelle dargestellten Bewertungsstufen sind wie folgt definiert:

Stufe 1: Auf aktiven Märkten gehandelte Finanzinstrumente, deren Preise unverändert für die Bewertung übernommen wurden.

Stufe 2: Die Bewertung erfolgt auf Basis von Bewertungsverfahren, deren verwendete Einflussfaktoren direkt oder indirekt aus beobachtbaren Marktdaten abgeleitet werden.

Stufe 3: Die Bewertung erfolgt auf Basis von Bewertungsverfahren, deren verwendete Einflussfaktoren nicht ausschließlich auf beobachteten Marktdaten beruhen.

Fair-Value-Hierarchie zum 31.12.2019 [in TEUR] Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3 Summe
Schulden
Finanzielle Verbindlichkeiten, die erfolgswirksam
zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden:
Öffentliche Darlehen - 1.573 - 1.573
Finanzielle Verbindlichkeiten, für die ein
beizulegenden Zeitwert ausgewiesen wird:
Festverzinsliche Darlehen - 747 - 747
Summe - 2.320 - 2.320
Fair-Value-Hierarchie zum 31.12.2018 [in TEUR] Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3 Summe
Schulden
Finanzielle Verbindlichkeiten, die erfolgswirksam
zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden:
Earn-Out-Verbindlichkeiten - - 1.930 1.930
Finanzielle Verbindlichkeiten, für die ein
beizulegenden Zeitwert ausgewiesen wird:
Festverzinsliche Darlehen - 10.647 - 10.647
Summe - 10.647 1.930 12.577

Das Management hat festgestellt, dass die Buchwerte in allen Bewertungskategorien einen angemessenen Näherungswert für den beizulegenden Zeitwert der jeweiligen Finanzinstrumente darstellen. Zur Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte hat die 4basebio Group die folgenden Methoden und Annahmen verwendet:

Langfristige festverzinsliche und variabel verzinsliche Forderungen/Darlehen werden von der 4basebio Group basierend auf Parametern wie Zinssätzen, bestimmten länderspezifischen Risikofaktoren, Kreditwürdigkeit der einzelnen Kunden und den Risikocharakteristiken des finanzierten Projekts bewertet. Basierend auf dieser Bewertung werden Wertberichtigungen vorgenommen, um den geschätzten Ausfällen dieser Forderungen Rechnung zu tragen.

Die beizulegenden Zeitwerte der verzinslichen Darlehen der 4basebio Group werden auf Basis der Discounted-Cashflow-Methode ermittelt. Dabei wird ein Abzinsungssatz zugrunde gelegt, der den Fremdfinanzierungszinssatz des Emittenten zum Ende des Berichtszeitraums spiegelt. Das eigene Nichterfüllungsrisiko wurde zum 31. Dezember 2019, ebenso wie im vorhergehenden Geschäftsjahr 2018 als gering eingestuft.

In dem Bilanzposten "Finanzielle Verbindlichkeiten" sind Kaufpreisbestandteile aus Unternehmenserwerben enthalten, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden. Der beizulegende Zeitwert ermittelt sich als Barwert der erwarteten abgezinsten Zahlungsströme auf Grundlage der geplanten weiteren Geschäftsentwicklung der betroffenen Gesellschaften. Die Bewertungsparameter für die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts beruhen auf nicht beobachtbaren Marktdaten (Stufe 3).

Angaben zum Kapitalmanagement

Die Ziele des Kapitalmanagements sind die Sicherung der Liquidität und somit die Sicherstellung der Unternehmensfortführung sowie eine nachhaltige Steigerung des Unternehmenswerts verbunden mit einer adäquaten Verzinsung des Eigenkapitals. Die 4basebio Group steuert die Kapitalstruktur und nimmt Anpassungen unter Berücksichtigung des Wandels der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen vor. Die Eigenkapitalquote der 4basebio Group beträgt zum 31. Dezember 2019 77,3% (31. Dezember 2018: 72,5%). Darlehensgeber der 4basebio Group sind im Falle der Nichteinhaltung bestimmter, in den Darlehensverträgen vorgegebener Finanzkennzahlen ("Covenants") zu einer Erhöhung des Zinssatzes berechtigt und können die Darlehen gegebenenfalls kündigen und sofort fällig stellen. Sowohl im Geschäftsjahr 2019 als auch im Vorjahr waren alle Finanzkennzahlen eingehalten. Zum 31. Dezember 2019 bzw. 31. Dezember 2018 wurden keine Änderungen der Ziele, Richtlinien und Verfahren der Kapitalsteuerung vorgenommen.

Einlagen

Das Ausfallrisiko aus Guthaben bei Banken und Finanzinstituten wird in Übereinstimmung mit den Konzernrichtlinien gesteuert. Investitionen mit Liquiditätsüberschüssen werden nur mit genehmigten Geschäftspartnern und innerhalb des Kreditrahmens, der der jeweiligen Partei zugeteilt wurde, vorgenommen.

Unverhältnismäßig hohe Risikokonzentration

Risikokonzentrationen entstehen, wenn mehrere Geschäftspartner ähnliche Geschäftstätigkeiten oder Tätigkeiten in derselben Region betreiben oder wirtschaftliche Merkmale aufweisen, die dazu führen, dass sie bei Veränderungen der wirtschaftlichen oder politischen Lage oder anderer Bedingungen in gleicher Weise in ihrer Fähigkeit zur Erfüllung ihrer vertraglichen Verpflichtungen beeinträchtigt werden. Die 4basebio Group reagiert sensibel auf Veränderungen in der Life-Science-Branche und damit verbundenen Nachfrageänderungen.

23. Anteilsbasierte Vergütung

Allgemeine Bewertungsrichtlinien

Aktienbasierte Vergütungen mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente für Mitarbeiter oder andere Parteien, die ähnliche Dienstleistungen erbringen, werden zum beizulegenden Zeitwert der Eigenkapitalinstrumente am Tag der Gewährung verbucht.

Der volle Betrag des beizulegenden Zeitwerts der Eigenkapitalinstrumente, der am Zuteilungsdatum gemessen wird, wird als Aufwand mit der entsprechenden Erhöhung des Eigenkapitals (Rücklagen für Vergütungen an Mitarbeiter mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente) auf linearer Basis über den Erdienungszeitraum verbucht und basiert auf den Erwartungen des Unternehmens bezüglich der Eigenkapitalinstrumente, die voraussichtlich unverfallbar werden. Am Ende jeder Berichtsperiode prüft das Unternehmen die Anzahl der Eigenkapitalinstrumente, die voraussichtlich unverfallbar werden. Die Darstellung erfordert, dass der Gesamtaufwand die Änderungen der Schätzungen widerspiegelt und zu einer entsprechenden Anpassung der Reserven für die Vergütungen an Mitarbeiter mit Ausgleich durch Eigenkapitalinstrumente führt.

Die 4basebio AG hat zum Abschlussstichtag zwei Optionsserien mit zwei voneinander abweichenden Performance-Vereinbarungen ausgegeben. Diese werden entsprechend gewichtet.

Mitarbeiteroptionsprogramme der 4basebio AG

Die 4basebio AG (vormals: Expedeon AG; davor: Sygnis AG) hat für ausgewählte Mitarbeiter der 4basebio Group ein Aktienoptionsprogram (Aktienoptionsprogramm 2017) aufgelegt. Mit Beschluss der Hauptversammlung vom 7. Juli 2017 wurde die Expedeon AG ermächtigt bis zum 6. Juli 2022 insgesamt 4 Mio. Aktienoptionen an derzeitige und zukünftige Mitarbeiter und Mitglieder des Vorstandes sowie Leitungsorgane und Mitarbeiter und Mitarbeiter gegenwärtiger und zukünftiger verbundener Unternehmen auszugeben.

Darüber hinaus hat die Hauptversammlung am 9. Juli 2019 die Gesellschaft ermächtigt, bis zum 8. Juli 2023 insgesamt 1 Mio. Aktienoptionen an derzeitige und zukünftige Mitarbeiter und Mitglieder des Vorstandes sowie Leitungsorgane und Mitarbeiter und Mitarbeiter gegenwärtiger und zukünftiger verbundener Unternehmen auszugeben. Im Rahmen des Programms vom 9. Juli 2019 wurden keine Optionen vergeben.

Bei Ausübung der gewährten Mitarbeiteroption wird in eine neue auf den Namen lautende Stammaktie der 4basebio AG getauscht. Für die Ausübung der Optionen ist vom Mitarbeiter ein individuell vereinbartes Entgelt (Ausübungspreis) zu entrichten. Der zugrundeliegende Ausübungspreis ermittelt sich aus dem größeren der folgenden Werte:

dem Schlusskurs der Aktie der 4basebio AG im Xetra-Handelssystem (oder einem vergleichbarem Nachfolgesystem) am Handelstag, der dem Gewährungstag der Mitarbeiteroptionen vorausging; oder

95% des Mittelwerts der in der Schlussauktion im XETRA-Handel oder einem vergleichbaren Nachfolgesystem an der Frankfurter Wertpapierbörse festgestellten Preise für die Aktien der 4basebio AG jeweils während der letzten 10 Börsenhandelstage vor dem Ausgabetag; jedoch

keinesfalls weniger als 1,00 EUR.

Die Optionen beinhalten weder einen Dividenden- noch einen Stimmrechtsanspruch und können jederzeit nach Ablauf der Wartezeit bis zu ihrem Verfall ausgeübt werden. Die Anzahl der gewährten Optionen bestimmt sich nach dem in der Hauptversammlung genehmigten Aktienoptionsplan 2017. Allgemein unterliegt der Aktienoptionsplan der Ausübungsrestriktion, dass der konsolidierte Jahresumsatz der 4basebio Group 20 Mio. EUR überschreitet. Weiterhin wurden in den individuellen Kriterien die folgenden quantitativen Ziele vereinbart:

die Zugehörigkeit zum Unternehmen; sowie

die Entwicklung des Aktienkurses.

In vorhergehenden Geschäftsjahren wurden die folgenden anteilsbasierten Vergütungen gewährt, in denen noch Optionen bestehen:

Option Anzahl Gewährungszeitpunkt Verfallstag Ausübungspreis Beizulegender Zeitwert zum Gewährungszeitpunkt
Serie 1 490.000 21.12.2017 20.12.2026 1,506 0,4309
Serie 2 1.100.000 03.01.2018 02.01.2028 1,470 0,4232
Serie 3 160.000 20.04.2018 19.04.2028 1,456 0,3658
Serie 4 1.550.000 22.05.2018 21.05.2028 1,420 0,3617

Während des Berichtszeitraums wurden bestimmte Mitarbeiteroptionen annulliert, so dass am Ende des Berichtszeitraums 2.040.000 Aktienoptionen verbleiben (aus Serie 2: 570.000; Serie 3: 100.000; und Serie 4: 1.370.000).

Im Berichtszeitraum wurden keine aktienbasierten Vergütungsvereinbarungen abgeschlossen.

Die Optionen sind ab dem Ablauf von 4 Jahren (Wartezeit gemäß § 193 Abs. 2 Nr. 4 AktG) und einem konsolidierten Jahresumsatz von 20 Mio. EUR (Erfolgsziel gemäß § 193 Abs. 2 Nr. 4 AktG) ausübbar und verfallen nach 10 Jahren.

Beizulegender Zeitwert der gewährten Aktienoptionen

Die Mitarbeiterkaufoptionen (Calls) wurden mit Hilfe eines von John Hull und Alan White entwickelten Optionsbewertungsmodells bewertet. Die erwartete Volatilität p.a. wurde aus der historischen Volatilität der Aktie der Expedeon AG abgeleitet. Dazu wurden die Standardabweichung der historischen, täglichen Renditeänderungen der Aktienkurse der letzten 4 Jahre berechnet und daraus die erwarteten Volatilitäten p.a. abgeleitet. Weiterhin wurde beim Ausübungsverhalten unterstellt dass die Optionsinhaber ihre Optionen dann vorzeitig ausüben werden, wenn der Aktienkurs 100% über dem jeweiligen Ausübungspreis liegt. Dem Model lagen folgende Annahmen bzw. Bewertungsparameter zugrunde:

Mitarbeiteroptionen (Calls); Serie 2 Gewährungszeitpunkt: 03.01.2018 Valuation date 03.01.2018
Aktienkurs Expedeon AG (Xetra Close) 1,492
Ausübungspreis 1,470
Vesting - Periode in Jahren 4,00000000
Erwartete Volatilität (in % p.a.) 88,05
Max. Restlaufzeit zum Bewertungszeitpunkt (in Jahren) 10,00000000
Verfallstag 02.01.2028
Dividendenrendite (in % p.a.) 0
Risikoloser Zinssatz (in %) 0,05
Employee Exit Rate pre-vesting (% p.a.) 20
Employee Exit Rate post-vesting (% p.a.) 20
Erwartete durchschnittliche Zeitdauer bis zur Ausübung in Jahren 6,90
Zeitwert der Option (Fair Value) in Euro 0,4232
Mitarbeiteroptionen (Calls); Serie 3 Gewährungszeitpunkt: 20.04.2018 Valuation date 20.04.2018
Aktienkurs Expedeon AG (Xetra Close) 1,444
Ausübungspreis 1,456
Vesting - Periode in Jahren 4,00000000
Erwartete Volatilität (in % p.a.) 74,51
Max. Restlaufzeit zum Bewertungszeitpunkt (in Jahren) 10,00000000
Verfallstag 19.04.2028
Dividendenrendite (in % p.a.) 0
Risikoloser Zinssatz (in %) 0,07
Employee Exit Rate pre-vesting (% p.a.) 20
Employee Exit Rate post-vesting (% p.a.) 20
Erwartete durchschnittliche Zeitdauer bis zur Ausübung in Jahren 6,82
Zeitwert der Option (Fair Value) in Euro 0,3658
Mitarbeiteroptionen (Calls); Serie 4 Gewährungszeitpunkt: 22.05.2018 Valuation date 22.05.2018
Aktienkurs Expedeon AG (Xetra Close) 1,436
Ausübungspreis 1,420
Vesting - Periode in Jahren 4,00000000
Erwartete Volatilität (in % p.a.) 73,19
Max. Restlaufzeit zum Bewertungszeitpunkt (in Jahren) 10,00000000
Verfallstag 21.05.2028
Dividendenrendite (in % p.a.) 0
Risikoloser Zinssatz (in %) 0,06
Employee Exit Rate pre-vesting (% p.a.) 20
Employee Exit Rate post-vesting (% p.a.) 20
Erwartete durchschnittliche Zeitdauer bis zur Ausübung in Jahren 6,80
Zeitwert der Option (Fair Value) in Euro 0,3617

Veränderungen der Aktienoptionen während der Berichtsperioden

Zum Abschlussstichtag 31. Dezember 2019 war, ebenso wie zum vorhergehenden Abschlussstichtag 31. Dezember 2018, keine der ausstehenden Aktienoptionen ausübbar.

24. Eventualverbindlichkeiten und sonstige finanzielle Verpflichtungen

Die 4basebio Group ist im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit gelegentlich in Rechtsstreitigkeiten verwickelt. Dem Management sind keine Ereignisse bekannt, die die Ertrags-, Liquiditäts- oder Finanzlage wesentlich beeinträchtigen würden. Den Risiken aus Rechtsstreitigkeiten wird durch die Bildung geeigneter Rückstellungen Rechnung getragen.

Die Aufwendungen für nicht bilanzierte Leasingverhältnisse betrugen im Geschäftsjahr 2019 30 TEUR, wovon 29 TEUR auf kurzfristige Leasingverhältnisse und 1 TEUR auf Leasingverhältnisse über Vermögenswerte von geringem Wert entfallen.

25. Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen

Nahestehende Unternehmen und Personen im Sinne des IAS 24 sind juristische oder natürliche Personen, die auf die 4basebio Group einen Einfluss nehmen können oder der Beherrschung, der gemeinschaftlichen Führung oder einem maßgeblichen Einfluss durch die 4basebio AG unterliegen. Nahestehend sind darüber hinaus Mitglieder des Managements in Schlüsselpositionen, deren nahe Familienangehörige sowie Unternehmen, die von dieser Personengruppe beherrscht, gemeinsam beherrscht oder maßgeblich beeinflusst werden.

Transaktionen mit nahestehenden Parteien betreffen mit Blick auf die 4basebio Group die Geschäftsvorfälle mit den in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen. Alle Transaktionen werden zu marktüblichen Konditionen abgewickelt und im Rahmen der Erstellung des Konzernabschlusses vollständig eliminiert. Insofern ergeben sich diesbezüglich keine Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- oder Ertragslage der 4basebio Group.

Seit dem 25. Februar 2015 erbringt das Science & Innovation Link Office, S.L. (SILO), Madrid/Spanien, Beratungsleistungen zur Projektunterstützung für 4basebio, S.L.U. (vormals Expedeon, S.L.U.), Madrid/Spanien. Das Mitglied des Aufsichtsrats der 4basebio AG Frau Dr. Cristina Garmendia Mendizabal und das ehemalige Mitglied Herr Pedro Agustín del Castillo sind Hauptaktionäre von Science & Innovation Link Office, S.L. (SILO), Madrid/Spanien. Für diese Beratungsleistungen hat 4basebio, S.L.U., Madrid/Spanien, im Geschäftsjahr 2019 einen Betrag in Höhe von 12.165 EUR (2018: 27.510 EUR) an Science & Innovation Link Office, S.L. (SILO), Madrid/Spanien bezahlt.

Aufgrund eines öffentlichen Darlehens, das 4basebio S.L.U. von spanischen Institutionen für seine Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten in Spanien erhält, hat Dr. Heikki Lanckriet 400.000 seiner Aktien an der 4basebio AG zur Sicherung dieses Darlehens verpfändet. Gemäß der Vereinbarung zwischen der 4basebio Group und Dr. Heikki Lanckriet wurde vereinbart, dass die 4basebio Group Dr. Heikki Lanckriet dafür eine Ausgleichszahlung leisten muss, dafür dass die 4basebio Group dieses Pfand als Sicherheit für die Erfüllung ihrer Verpflichtung aus dem von der spanischen Institution erhaltenen öffentlichen Darlehen durch Zahlung einer so genannten Aktienpfandgebühr leistet. Diese Gebühr beträgt 10 TEUR jährlich. Die verpfändeten Aktien werden freigegeben, sobald eine Unternehmenstransaktion (z.B. ein Aktien- oder Vermögensgeschäft der 4basebio AG an einen Dritten) stattfindet oder wenn die 4basebio Group die Zahlungen der Vertragsbedingungen von Dr. Heikki Lanckriet zahlungswirksam übernimmt.

Mitglieder des Vorstands

Dr. Heikki Lanckriet (CEO und CSO), Vorstandmitglied seit 2016, bestellt bis 31. Dezember 2023

David Roth (CFO), Vorstandsmitglied seit 2017, bestellt bis 31. Dezember 2023

Gesamtvergütung der Vorstandsmitglieder

[in TEUR] 2019 2018
Kurzfristig fällige Leistungen 640 561
Summe 640 561

Detaillierte Informationen zu dem Vergütungssystem und den Vergütungsbestandteilen der Vorstandsmitglieder sind im Vergütungsbericht des Konzernlageberichts der 4basebio Group dargestellt.

Mitglieder des Aufsichtsrats

Dr. Cristina Garmendia Mendizabal Vorsitzende des Aufsichtsrats bis zum 4. April 2019

Selbstständige Unternehmerin, Madrid, Spanien

Joseph M. Fernández, Vorsitzender des Aufsichtsrats

Vorstandsvorsitzender der Active Motif Inc., Carlsbad, Kalifornien, USA

Dr. Trevor Jarman

Selbstständiger Unternehmer, Cambridge, UK

Tim McCarthy

Vorstandsvorsitzender der Unnamed Ltd, Cambridge, UK

Peter Llewellyn-Davies

Vorstandsvorsitzender und Finanzvorstand der APEIRON Biologics AG, Wien, Österreich

Pilar de la Huerta

Vorstandsvorsitzende der ADL BioPharma, Madrid, Spanien

Hansjörg Plaggemars Mitglied des Aufsichtsrats seit dem 9. Juli 2019

Unternehmensberater, Stuttgart, Deutschland

Gesamtvergütung der Aufsichtsratsmitglieder

[in TEUR] 2019 2018
Fixe Vergütungen 162 160
Summe 162 160

Detaillierte Informationen zu dem Vergütungssystem und den Vergütungsbestandteilen der Aufsichtsratsmitglieder sind im Vergütungsbericht des Konzernlageberichts der 4basebio Group dargestellt.

26. Honorare und Dienstleistungen des Abschlussprüfers

Die Aktionäre der 4basebio AG haben auf der Hauptversammlung am 9. Juli 2019 die Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (Ernst & Young GmbH), Mannheim, zum Abschlussprüfer und Konzernabschlussprüfer der 4basebio AG für das Geschäftsjahr 2019 gewählt. Für die Leistungen der Ernst & Young GmbH wurden Aufwendungen in Höhe von 163 TEUR (2018: 268 TEUR) erfasst. Der Gesamtbetrag entfällt mit 129 TEUR (2018: 183 TEUR) auf Prüfungsleistungen und mit 34 TEUR (2018: 85 TEUR) auf Steuerberatungsleistungen.

27. Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG

Der Vorstand und der Aufsichtsrat der 4basebio AG haben die Entsprechenserklärung zu den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGC) gemäß § 161 AktG abgegeben und den Aktionären zugänglich gemacht. Die vollständige Erklärung ist auf der Homepage des Unternehmens dauerhaft zugänglich (www.investors.expedeon.com/de/corporate-governance/entsprechenserklaerung). Dort sind ebenso die Entsprechenserklärungen der vergangenen Geschäftsjahre verfügbar.

28. Annahme der Unternehmensfortführung

Die 4basebio Group hat den Abschluss des Geschäftsjahres 2019 auch mit Blick auf die Klassifizierung wesentlicher Unternehmensbereiche als aufgegebenen Geschäftsbereich (siehe Textziffer 21) auf der Grundlage der Annahme der Unternehmensfortführung aufgestellt. Die 4basebio AG behält circa 38% ihres betrieblichen Vermögens auf der Ebene des Einzelabschlusses und circa 15% auf der Ebene des Konzernabschlusses. Diese verbleibenden Unternehmensbestandtteile sind im Konzernabschluss 2019 als fortzuführende Geschäftsbereiche ausgewiesen. Mit Teilen des Verkaufserlöses beabsichtigt die 4basebio Group die Fortsetzung seiner Wachtums-, Kauf- und Aufbaustrategie im verbleibenden Genomik-Geschäft. Diesen Bereich wird die 4basebio AG mit der verbleibenden spanischen Unternehmenseinheit 4basebio S.L.U., Madrid/Spanien und auf Basis der unternehmenseigenen TruePrime(tm) Technologie weiterführen. Zukünftige Aktivitäten sollen sich auf die DNA -Herstellung und auf den Aufbau GMP-zertifizierter Herstellungs-Anlagen konzentrieren. Das Unternehmen wird DNA-Produkte für die Forschung und Therapie sowie für weitere Anwendungsbereiche liefern, die große Mengen an hochreiner DNA benötigen. Damit zielt die 4basebio AG auf den schnell wachsenden Markt neuartiger Gentherapien. Die 4basebio Group hat für 2020 einen Geschäftsplan erstellt, der ein positives Ergebnis vor Steuern, Abschreibungen und Kaufpreisallokations- (PPA)-Anpassungen für 2020 vorsieht und erwartet, dass seine Aktivitäten mit den zum 31. Dezember 2019 verfügbaren Ressourcen verwaltet werden. Auf der Grundlage des Geschäftsplans und der verfügbaren finanziellen Ressourcen geht das Management davon aus, dass die 4basebio Group über ausreichende liquide Mittel verfügt, um den laufenden Geschäftsbetrieb aufrechtzuerhalten.

29. Wesentliche Ereignisse nach dem Abschlussstichtag

Die vormals unter Expedeon AG firmierende 4basebio AG hat am 2. Januar 2020 die Transaktion mit Abcam plc, Cambridge/UK (London Stock Exchange: ABC; ISIN: GB00B6774699; AIM MTF) über den Verkauf des Immunologie- und Proteomik-Geschäftsbereiche für 120 Mio. EUR in bar mit Wirkung zum 1. Januar 2020 abgeschlossen. Die am 19. Dezember 2019 außerordentlich einberufene Hauptversammlung erteilte die Zustimmung zu dieser Transaktion. Die Vereinbarung beinhaltet den Verkauf und die Übertragung aller Anteile an der Expedeon Holdings Ltd, Cambridge/UK, ein Tochterunternehmen der vormals unter Expedeon AG firmierende 4basebio AG. Der Abschluss der Transaktion löst eine Zahlung von 120 Mio. EUR aus, wonach gemäß vertraglicher Vereinbarung 105,6 Mio. EUR sofort fällig und 14,4 Mio. EUR für zwei Jahre auf ein Treuhandkonto gebucht werden. Unter dem neuen Unternehmensnamen 4basebio werden künftig die Aktivitäten im Feld der Genomik gebündelt, basierend auf der Expertise der spanischen Geschäftseinheit 4basebio S.L.U. in Madrid/Spanien. Das Unternehmen wird sich auf die Herstellung von DNA-Produkten für Therapien und andere Anwendungen fokussieren, welche große Mengen hoch-reiner DNA benötigen (z.B. die schnell wachsenden Märkte für neuartige Gentherapien und Genvakzine).

Die in der außerordentlichen Hauptversammlung am 19. Dezember 2019 beschlossene Umfirmierung der Expedeon AG in 4basebio AG wurde am 13. Januar 2020 im Handelsregister eingetragen. Mit der Umfirmierung in 4basebio AG wird die Aktie des Unternehmens unter dem neuen Börsenkürzel 4BSB gelistet und gehandelt. Die Aktie des Unternehmens wird weiterhin an der Deutschen Börse in Frankfurt unter unveränderter WKN gehandelt (A2YN80).

Die 4basebio AG hat am 21. Januar 2020 auf Basis der Ermächtigung der außerordentlichen Hauptversammlung vom 19. Dezember 2019 und mit Zustimmung des Aufsichtsrats beschlossen, im Rahmen eines Aktienrückkaufangebots bis zu 2.056.452 eigene Aktien zu erwerben (ca. 4% des Grundkapitals der Gesellschaft). Die 4basebio AG erwägt, die rückgekauften Aktien bis auf Weiteres zu halten, um sie später entsprechend der Ermächtigung durch die Hauptversammlung vom 19. Dezember 2019 zu verwenden - zum Beispiel als Gegenleistung für den Erwerb von Unternehmen oder Beteiligungen im Rahmen der weiter verfolgten Buy & Build-Strategie. Nicht benötigte Aktien werden eingezogen.

Am 21. Februar 2020 hielt das Unternehmen nach Abschluss eines Aktienrückkaufprogramms 5.230.667 eigene Aktien im Eigenbesitz. Am 20. April 2020 beschlossen der Vorstand und der Aufsichtsrat des Unternehmens, diese Aktien komplett einzuziehen, über einen Prozess, der bereits in Gang gesetzt wurde.

Nach dem Jahresende wurde die Schließung der Tochtergesellschaft 4basebio Inc., San Diego/USA angekündigt. Der Vorstand rechnet bis zur endgültigen Schließung im Laufe des Geschäftsjahres 2020 mit operativen Betriebsverlusten dieses Tochterunternehmens. Zudem sind zusätzliche Kosten für die Betriebsschließung zu erwarten.

Die Auswirkungen der zum Zeitpunkt der Erstellung des Konzernabschlusses andauernden Corona-Pandemie auf die europäische und weltweite Wirtschaft im Allgemeinen sowie die 4basebio Group im Speziellen sind zum gegenwärtigen Zeitpunkt aufgrund der aktuellen Dynamik und der nicht absehbaren Dauer nicht abschätzbar. Gerade mit Blick auf die bereits umfassend eingeleiteten stabilisierenden Maßnahmen zur Abmilderung der negativen finanziellen Auswirkungen sieht der Vorstand zum Erstellungszeitpunkt des Konzernabschlusses die wirtschaftliche Lage der 4basebio Group auch über das Ende des Geschäftsjahres 2019 hinaus als nicht gefährdet an. Mit Abschluss der Abcam-Transaktion verfügt die 4basebio Group über ausreichende liquide Mittel, um die negativen Folgen dieser Pandemie zu bewältigen.

 

Heidelberg, 28. April 2020

Dr. Heikki Lanckriet, CEO

David Roth, CFO

Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers

An die 4basebio AG

Vermerk über die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Prüfungsurteile

Wir haben den Konzernabschluss der 4basebio AG, Heidelberg, und ihrer Tochtergesellschaften (der Konzern) - bestehend aus der Konzerngesamtergebnisrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019, der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2019, der Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung und der Konzern-Kapitalflussrechnung für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 sowie dem Konzernanhang, einschließlich einer Zusammenfassung bedeutsamer Rechnungslegungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Konzernlagebericht der 4basebio AG, der mit dem Lagebericht der Gesellschaft zusammengefasst wurde, für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 geprüft. Die im Konzernlagebericht in Abschnitt 8. enthaltene Konzernerklärung zur Unternehmensführung haben wir in Einklang mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften nicht inhaltlich geprüft.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse

entspricht der beigefügte Konzernabschluss in allen wesentlichen Belangen den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum 31. Dezember 2019 sowie seiner Ertragslage für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 und

vermittelt der beigefügte Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns. In allen wesentlichen Belangen steht dieser zusammengefasste Lagebericht in Einklang mit dem Konzernabschluss, entspricht den deutschen gesetzlichen Vorschriften und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Unser Prüfungsurteil zum Konzernlagebericht erstreckt sich nicht auf den Inhalt der oben genannten Konzernerklärung zur Unternehmensführung.

Gemäß § 322 Abs. 3 Satz 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts geführt hat.

Grundlage für die Prüfungsurteile

Wir haben unsere Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-Abschlussprüferverordnung (Nr. 537/2014; im Folgenden "EU-APrVO") unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von den Konzernunternehmen unabhängig in Übereinstimmung mit den europarechtlichen sowie den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Darüber hinaus erklären wir gemäß Artikel 10 Abs. 2 Buchst. f) EU-APrVO, dass wir keine verbotenen Nichtprüfungsleistungen nach Artikel 5 Abs. 1 EU-APrVO erbracht haben. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht zu dienen.

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte in der Prüfung des Konzernabschlusses

Besonders wichtige Prüfungssachverhalte sind solche Sachverhalte, die nach unserem pflichtgemäßen Ermessen am bedeutsamsten in unserer Prüfung des Konzernabschlusses für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2019 waren. Diese Sachverhalte wurden im Zusammenhang mit unserer Prüfung des Konzernabschlusses als Ganzem und bei der Bildung unseres Prüfungsurteils hierzu berücksichtigt; wir geben kein gesondertes Prüfungsurteil zu diesen Sachverhalten ab.

Nachfolgend beschreiben wir die aus unserer Sicht besonders wichtigen Prüfungssachverhalte:

1. Aufgegebener Geschäftsbereich Immunologie und Proteomik

Gründe für die Bestimmung als besonders wichtiger Prüfungssachverhalt

Die gesetzlichen Vertreter der 4basebio AG haben mit Vertrag vom 11. November 2019, unter Vorbehalt der Zustimmung der Anteilseigner, die Veräußerung des Immunologie- und Proteomik-Geschäfts an die Abcam Plc., Cambridge/UK vereinbart. Die Zustimmung der Anteilseigner erfolgte auf der außerordentlichen Hauptversammlung am 19. Dezember 2019 in Heidelberg. Die Vermögenswerte und Schulden der Immunologie- und Proteomik-Sparte wurden entsprechend IFRS 5 als zur Veräußerung bestimmte Vermögenswerte und Schulden und alle betreffenden Transaktionen in der Konzern- Gewinn- und Verlustrechnung und in der Konzern-Kapitalflussrechnung für alle berichteten Zeiträume (endgültige Veräußerung am 2. Januar 2020) als aufgegebener Geschäftsbereich nach IFRS 5 klassifiziert. Wir haben diesen Sachverhalt als besonders wichtigen Prüfungssachverhalt bestimmt, da das Immunologie- und Proteomik-Geschäft einen signifikanten Anteil des Geschäfts der Gruppe ausmacht und die Klassifizierung als aufgegebener Geschäftsbereich Auswirkungen auf alle Bestandteile des Konzernabschlusses hat.

Prüferisches Vorgehen

Schwerpunkt unserer Prüfungshandlungen waren die Abgrenzung des aufgegebenen Geschäftsbereichs der Immunologie- und Proteomik-Sparte von den fortgeführten Aktivitäten, sowie die Bewertung der Vermögenswerte und Schulden des aufgegebenen Geschäftsbereichs. Bezüglich des Ausweises als aufgegebener Geschäftsbereich haben wir das Vorliegen der Voraussetzungen nach IFRS 5 beurteilt. Zur Bewertung haben wir uns mit den zugrundeliegenden Unternehmensprozessen befasst sowie Einzelfallprüfungen durchgeführt. Die Prüfungshandlungen umfassten u.a. die Abstimmung des Bruttoverkaufspreises mit dem Verkaufsvertrag und des Nettovermögens mit der Schlussbilanz. Darüber hinaus haben wir die Annahmen zur Abgrenzung und Bewertung der Vermögenswerte und Schulden anhand der zugrundeliegenden Verträge nachvollzogen, mit den Wertansätzen aus Vorperioden verglichen und mit den gesetzlichen Vertretern der Gesellschaft erörtert. Des Weiteren haben wir die Vollständigkeit und Richtigkeit, der mit dem aufgegebenen Geschäftsbereich zusammenhängenden Anhangsangaben nach IFRS 5 untersucht.

Aus unseren Prüfungshandlungen haben sich hinsichtlich des Ausweises als aufgegebenen Geschäftsbereich sowie der Bewertung der Vermögenswerte und Schulden des aufgegebenen Geschäftsbereichs keine Einwendungen ergeben.

Verweis auf zugehörige Angaben

Zum Ansatz und zur Bewertung des aufgegebenen Geschäftsbereichs hat die Gesellschaft Angaben im Konzernanhang im Abschnitt "D. Wesentliche angewandte Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" sowie unter Ziffer "21. Aufgegebene Geschäftsbereiche" gemacht.

2. Ansatz und Bewertung der latenten Steuern

Gründe für die Bestimmung als besonders wichtiger Prüfungssachverhalt

Im Rahmen des Ansatzes und der Bewertung latenten Steueransprüche und -schulden ist eine vollständige Ermittlung der Differenzen zwischen dem Ansatz und der Bewertung von Vermögenswerten und Schulden nach den jeweiligen lokalen steuerlichen Vorschriften und der Rechnungslegung nach IFRS sowie eine Ermittlung von steuerlichen Verlustvorträgen erforderlich. Aufgrund unterschiedlicher, meist komplexer lokaler Steuerregelungen erfordert dies aufwändige Berechnungen. Hierfür und für die Bewertung der latenten Steueransprüche und -schulden sind detaillierte Kenntnisse des anzuwendenden Steuerrechts notwendig. Darüber hinaus basiert die Einschätzung der Nutzbarkeit von latenten Steueransprüchen auf den Erwartungen der gesetzlichen Vertreter zur wirtschaftlichen Entwicklung des Unternehmens, welche vom aktuellen Marktumfeld sowie der zukünftigen Marktentwicklung beeinflusst wird. Sie ist daher ermessensbehaftet. Vor dem Hintergrund der Komplexität und damit einhergehend der Fehleranfälligkeit sowie der Ermessensspielräume war die Bilanzierung und Bewertung latenter Steuern im Rahmen unserer Prüfung einer der bedeutsamsten Sachverhalte.

Prüferisches Vorgehen

Wir haben uns mit dem von den gesetzlichen Vertretern eingerichteten Prozess zur vollständigen Erfassung und zur Bewertung latenter Steuern befasst. Unter Einbindung von Steuerexperten mit Kenntnissen des jeweiligen lokalen Steuerrechts haben wir in Stichproben die Identifikation und die Quantifizierung von Abweichungen zwischen dem Ansatz und der Bewertung von Vermögenswerten und Schulden nach steuerlichen Vorschriften und der Rechnungslegung nach IFRS sowie die Anwendung des zutreffenden Steuersatzes gemäß den Anforderungen nach IAS 12 nachvollzogen. Die von den gesetzlichen Vertretern vorgenommene Ermittlung der latenten Steuern haben wir auf rechnerische Richtigkeit untersucht. Zur Werthaltigkeit von latenten Steueransprüchen aus temporären Differenzen sowie aus Verlustvorträgen haben wir die von den gesetzlichen Vertretern vorgenommene Steuerplanung auf Einklang mit der Unternehmensplanung untersucht. Außerdem haben wir die Steuerplanung daraufhin untersucht, ob für die Nutzbarkeit von steuerlichen Verlustvorträgen der konzernweit vorgegebene Planungshorizont herangezogen und die jeweiligen landesspezifischen steuerlichen Vorschriften beachtet wurden.

Aus unseren Prüfungshandlungen haben sich hinsichtlich des Ansatzes und der Bewertung latenter Steuern keine Einwendungen ergeben.

Verweis auf zugehörige Angaben

Zum Ansatz und zur Bewertung der latenten Steuern hat die Gesellschaft Angaben im Konzernanhang im Abschnitt "D. Wesentliche angewandte Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden" sowie unter Ziffer "12. Latente Steueransprüche und -schulden" gemacht.

Sonstige Informationen

Die gesetzlichen Vertreter sind für die sonstigen Informationen verantwortlich. Die sonstigen Informationen umfassen die oben genannte Erklärung zur Unternehmensführung.

Unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und Konzernlagebericht erstrecken sich nicht auf die sonstigen Informationen, und dementsprechend geben wir weder ein Prüfungsurteil noch irgendeine andere Form von Prüfungsschlussfolgerung hierzu ab.

Im Zusammenhang mit unserer Prüfung haben wir die Verantwortung, die sonstigen Informationen zu lesen und dabei zu würdigen, ob die sonstigen Informationen

wesentliche Unstimmigkeiten zum Konzernabschluss, Konzernlagebericht oder unseren bei der Prüfung erlangten Kenntnissen aufweisen oder

anderweitig wesentlich falsch dargestellt erscheinen.

Verantwortung der gesetzlichen Vertreter und des Aufsichtsrats für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht

Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernabschlusses, der den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Konzernabschluss unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie als notwendig bestimmt haben, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist.

Bei der Aufstellung des Konzernabschlusses sind die gesetzlichen Vertreter dafür verantwortlich, die Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren haben sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus sind sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, es sei denn, es besteht die Absicht den Konzern zu liquidieren oder der Einstellung des Geschäftsbetriebs oder es besteht keine realistische Alternative dazu.

Außerdem sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner sind die gesetzlichen Vertreter verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet haben, um die Aufstellung eines Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den deutschen gesetzlichen Vorschriften zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Konzernlagebericht erbringen zu können.

Der Aufsichtsrat ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Konzerns zur Aufstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts.

Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts

Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Konzernabschluss als Ganzes frei von wesentlichen - beabsichtigten oder unbeabsichtigten - falschen Darstellungen ist, und ob der Konzernlagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Konzernabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den deutschen gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht beinhaltet.

Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und der EU-APrVO unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus Verstößen oder Unrichtigkeiten resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Konzernabschlusses und Konzernlageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen.

Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus

identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher - beabsichtigter oder unbeabsichtigter - falscher Darstellungen im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist bei Verstößen höher als bei Unrichtigkeiten, da Verstöße betrügerisches Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können;

gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Konzernabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Konzernlageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme abzugeben;

beurteilen wir die Angemessenheit der von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben;

ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von den gesetzlichen Vertretern angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit des Konzerns zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unser jeweiliges Prüfungsurteil zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass der Konzern seine Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann

beurteilen wir die Gesamtdarstellung, den Aufbau und den Inhalt des Konzernabschlusses einschließlich der Angaben sowie ob der Konzernabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Konzernabschluss unter Beachtung der IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und der ergänzend nach § 315e Abs. 1 HGB anzuwendenden deutschen gesetzlichen Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns vermittelt;

holen wir ausreichende, geeignete Prüfungsnachweise für die Rechnungslegungsinformationen der Unternehmen oder Geschäftstätigkeiten innerhalb des Konzerns ein, um Prüfungsurteile zum Konzernabschluss und zum Konzernlagebericht abzugeben. Wir sind verantwortlich für die Anleitung, Überwachung und Durchführung der Konzernabschlussprüfung. Wir tragen die alleinige Verantwortung für unsere Prüfungsurteile;

beurteilen wir den Einklang des Konzernlageberichts mit dem Konzernabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Konzerns;

führen wir Prüfungshandlungen zu den von den gesetzlichen Vertretern dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Konzernlagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von den gesetzlichen Vertretern zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prüfungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen.

Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen.

Wir geben gegenüber den für die Überwachung Verantwortlichen eine Erklärung ab, dass wir die relevanten Unabhängigkeitsanforderungen eingehalten haben, und erörtern mit ihnen alle Beziehungen und sonstigen Sachverhalte, von denen vernünftigerweise angenommen werden kann, dass sie sich auf unsere Unabhängigkeit auswirken, und die hierzu getroffenen Schutzmaßnahmen.

Wir bestimmen von den Sachverhalten, die wir mit den für die Überwachung Verantwortlichen erörtert haben, diejenigen Sachverhalte, die in der Prüfung des Konzernabschlusses für den aktuellen Berichtszeitraum am bedeutsamsten waren und daher die besonders wichtigen Prüfungssachverhalte sind. Wir beschreiben diese Sachverhalte im Bestätigungsvermerk, es sei denn, Gesetze oder andere Rechtsvorschriften schließen die öffentliche Angabe des Sachverhalts aus.

Sonstige gesetzliche und andere rechtliche Anforderungen

Übrige Angaben gemäß Artikel 10 EU-APrVO

Wir wurden von der Hauptversammlung am 9. Juli 2019 als Konzernabschlussprüfer gewählt. Wir wurden am 23. Oktober 2019 vom Aufsichtsrat beauftragt. Wir sind ununterbrochen seit dem Geschäftsjahr 2002 als Konzernabschlussprüfer der 4basebio AG tätig.

Wir erklären, dass die in diesem Bestätigungsvermerk enthaltenen Prüfungsurteile mit dem zusätzlichen Bericht an den Prüfungsausschuss nach Artikel 11 EU-APrVO (Prüfungsbericht) in Einklang stehen.

Verantwortlicher Wirtschaftsprüfer

Der für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer ist Uwe Kaschub.

 

Mannheim, 28. April 2020

Ernst & Young GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Kaschub, Wirtschaftsprüfer

Reiter, Wirtschaftsprüfer

CORPORATE GOVERNANCE BERICHT

(mit den Angaben gemäß §§ 289f und 315d des Handelsgesetzbuches)

Vorstand und Aufsichtsrat der 4basebio AG bekennen sich zu einer verantwortungsbewussten Unternehmensführung und Kontrolle des Unternehmens, die auf eine nachhaltige Steigerung des Unternehmenswerts ausgerichtet ist. Wesentliche Faktoren sind dabei eine langfristige Unternehmensstrategie, eine solide Finanzpolitik, die Einhaltung rechtlicher und ethischer Grundsätze sowie Transparenz in der Unternehmenskommunikation.

Corporate Governance umfasst das gesamte System der Leitung und Überwachung eines Unternehmens, einschließlich seiner Organisation, seiner geschäftspolitischen Grundsätze und Leitlinien sowie das System der internen und externen Kontroll- und Überwachungsmechanismen. Um das Vertrauen in die Unternehmensführung deutscher börsennotierter Gesellschaften zu stärken, wurde der Deutsche Corporate Governance Kodex ("Kodex" oder "DCGK") verabschiedet. Dieser soll die in Deutschland geltenden Regeln der Unternehmensleitung und -überwachung für nationale wie internationale Investoren transparenter machen.

UMSETZUNG DER DEUTSCHEN CORPORATE GOVERNANCE KODEX-EMPFEHLUNGEN UND ENTSPRECHENSERKLÄRUNG

Die nachhaltige Steigerung des Unternehmenswerts sowie der überwiegende Teil der im Kodex enthaltenen Vorgaben, Empfehlungen und Anregungen für eine verantwortungsbewusste Unternehmensführung sind bei uns seit Jahren gelebter Bestandteil des Unternehmensalltags.

Der Vorstand und der Aufsichtsrat der 4basebio AG haben am 12. März 2020 die folgende nach § 161 AktG geforderte Entsprechenserklärung zum Deutschen Corporate Governance Kodex abgegeben, die auch auf der Webseite der Gesellschaft zugänglich gemacht wird:

"Vorstand und Aufsichtsrat der 4basebio AG erklären, dass die 4basebio AG den Empfehlungen zum Deutschen Corporate Governance Kodex (auch "DCGK") in der Fassung vom 7. Februar 2017 seit Abgabe der letzten Entsprechenserklärung am 12. April 2019 mit Ausnahme der nachfolgend aufgeführten Abweichungen entsprochen hat und beabsichtigt, diesen im entsprechendem Umfang auch zukünftig zu entsprechen:

Ziffer 5.4.1 Absatz 2 Satz 1 DCGK: Der Aufsichtsrat hat für seine Zusammensetzung konkrete Ziele benannt, jedoch weder eine Altersgrenze noch eine Regelgrenze für die Zugehörigkeitsdauer. Der Aufsichtsrat ist davon überzeugt, dass solche Beschränkungen angesichts verlängerter Lebensarbeitszeiten und einer begrenzten Auswahl an fachkundigen und erfahrenen Aufsichtsratsmitgliedern nicht zielführend sind und die Auswahl wählbarer Kandidaten für den Aufsichtsrat unangemessen einschränken würden. Die mögliche Festlegung einer Altersgrenze sowie einer Regelgrenze der Zugehörigkeitsdauer wird der Aufsichtsrat zu gegebener Zeit diskutieren.

Ziffer 7.1.2 Satz 3 DCGK: Der Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2018 wurde am 30. April 2019 veröffentlicht. Der Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2019 wird voraussichtlich am 30. April 2020 veröffentlicht. Daher hat die Gesellschaft für das Geschäftsjahr 2018 der Empfehlung in Ziffer 7.1.2 Satz 3, den Konzernabschluss innerhalb von 90 Tagen nach Ende des Geschäftsjahres zu veröffentlichen, nicht entsprochen und wird dieser Empfehlung auch für das Geschäftsjahr 2019 nicht entsprechen. In beiden Jahren ist die Überschreitung des Zeitraums auf Herausforderungen bei der Sicherstellung der rechtzeitigen Berichterstattung und Prüfung der Jahresabschlüsse im Zusammenhang mit dem Erwerb bzw. der Veräußerung von Tochterunternehmen zurückzuführen. Die Gesellschaft strebt an, diese Frist ab 2021 einzuhalten.

 

Heidelberg, den 12. März 2020

Für den Vorstand

Dr. Heikki Lanckriet, CEO/CSO

Für den Aufsichtsrat

Joseph M.Fernández, Vorsitzender des Aufsichtsrats

Umfangreiche Informationen zum Thema Corporate Governance hat die 4basebio auf der Unternehmenswebsite www.investors.4basebio.com/de/ im Bereich "Corporate Governance" zugänglich gemacht. Dort sind auch die aktuelle Entsprechenserklärung sowie die Entsprechenserklärungen der Vorjahre gemäß Ziffer 3.10 des Kodexes und der Ethik-Kodex der 4basebio einsehbar und stehen zum Herunterladen bereit.

COMPLIANCE

Integraler Bestandteil der Unternehmenskultur von 4basebio ist die Beachtung der nationalen und internationalen rechtlichen sowie ethischen Grundsätze im Geschäftsverkehr. Dazu gehören Grundsätze wie Professionalität, Ehrlichkeit und Rechtschaffenheit gegenüber unseren Kunden, Lieferanten, Partnern, zuständigen Behörden, Mitarbeitern, Aktionären und der Öffentlichkeit. Mit dem seit 2003 unternehmensweit eingeführten Ethik-Kodex sorgen wir dafür, dass unsere Mitarbeiter die relevanten nationalen und internationalen Regeln für das Verhalten innerhalb des Unternehmens sowie im Verhältnis zu externen Partnern und der Öffentlichkeit kennen und beachten. Der vom Vorstand implementierte Ethik-Kodex begründet zudem ein konzernweit geltendes Reportingsystem zur zentralen Erfassung möglicher Zuwiderhandlungen gegen die im Ethik-Kodex enthaltenen Bestimmungen. Jeder Mitarbeiter ist aufgerufen, durch die Einhaltung der Gesetze sowie Prinzipien und Regeln des Ethik-Kodexes dazu beizutragen, dass 4basebio als integrer und verlässlicher Partner wahrgenommen wird. Der Ethik-Kodex ist ebenfalls auf der Internetseite des Unternehmens im Bereich "Investoren/Corporate Governance" veröffentlicht.

Grundsätzlich wird bei 4basebio Compliance als Aufgabe des Managements auf allen Entscheidungsebenen angesehen. Neben der Überwachung der Einhaltung der anwendbaren gesetzlichen Regelungen sowie der Anforderungen der 4basebio-Compliance-Regeln prüft der Compliance-Beauftragte der Gesellschaft Sachverhalte auf ihre Ad-hoc-Relevanz, um den gesetzeskonformen Umgang mit möglichen Insiderinformationen zu gewährleisten. Alle relevanten Personen, die im und für das Unternehmen tätig sind und bestimmungsgemäß Zugang zu Insiderinformationen haben, werden zudem in ein Insiderverzeichnis aufgenommen und über die sich aus dem Insiderrecht ergebenden Pflichten informiert. Zudem unterstützt der Compliance-Beauftragte die Entwicklung und Umsetzung von Vorgehensweisen, die die Erfüllung unserer ethischen Ansprüche sowie die Einhaltung der anwendbaren internationalen und nationalen gesetzlichen Regelungen sicherstellen sollen.

HAUPTVERSAMMLUNG

Die Aktionäre nehmen ihre Rechte in der Hauptversammlung wahr und üben dort ihr Stimmrecht aus. Jede auf den Namen lautende Stückaktie der 4basebio AG gewährt eine Stimme.

Unsere ordentliche Hauptversammlung fand am 9. Juli 2019 statt. Dort waren etwa 38,44 % des stimmberechtigten Grundkapitals vertreten. Allen vorgeschlagenen Tagesordnungspunkten wurde zugestimmt. Alle Aktionäre, die nicht an unserer ordentlichen Hauptversammlung teilnehmen konnten, hatten die Möglichkeit, die Präsentation unseres Vorstands sowie sämtliche Dokumente und Informationen zur Hauptversammlung von unserer damaligen Website www.investors.expedeon.com/de im Bereich "Veranstaltungen/Hauptversammlung" herunterzuladen. Darüber hinaus war 4basebio ihren Aktionären bei der Vergabe von Vollmachten behilflich und unterstützte sie der Empfehlung des Deutschen Corporate Governance Kodex entsprechend mit der Benennung eines Stimmrechtsvertreters, der Aktienstimmrechte nach Weisung ausübte. Von dieser Möglichkeit konnte auch noch während der Hauptversammlung Gebrauch gemacht werden. Weisungen zur Stimmrechtsausübung an diesen Stimmrechtsvertreter konnten vor und während der Hauptversammlung bis zum Ende der Abstimmung erteilt werden.

Am 19. Dezember 2019 fand eine außerordentliche Hauptversammlung statt. Dort waren 44,05 % des stimmberechtigten Grundkapitals vertreten. Für die Aktionäre galten die gleichen Rahmenbedingungen wie im Rahmen der ordentlichen Hauptversammlung.

ARBEITSWEISEN VON VORSTAND UND AUFSICHTSRAT - DUALES FÜHRUNGS- UND KONTROLLSYSTEM

Die insbesondere durch das deutsche Aktiengesetz, die Satzung der Gesellschaft und die Geschäftsordnungen geforderte und definierte strikte Trennung von Führung und Kontrolle der Gesellschaft spiegelt sich in der klaren Teilung der Verantwortlichkeiten von Vorstand und Aufsichtsrat wider. Beide Organe arbeiten zum Wohle des Unternehmens eng zusammen und wahren als gemeinsames Ziel die langfristige und nachhaltige Wachstumsperspektive für dessen Aktionäre. Dazu gehört neben der Abstimmung über die strategische Ausrichtung des Unternehmens auch die gemeinsame Entscheidung über Geschäfte von wesentlicher Bedeutung. Daneben steht die Hauptversammlung als Organ der Willensbildung der Aktionäre.

Vorstand

Vom 1. Januar 2019 bis zum 31. Dezember 2019 bestand der Vorstand aus zwei Personen, Dr. Heikki Lanckriet als CEO/CSO und David Roth als CFO. Der Vorstand entwickelt die strategische Ausrichtung, stimmt diese mit dem Aufsichtsrat ab und sorgt für deren Umsetzung. Sein Handeln und seine Entscheidungen richtet er dabei am Unternehmensinteresse aus.

Die vom Aufsichtsrat der Gesellschaft beschlossene Geschäftsordnung des Vorstands sowie der Geschäftsverteilungsplan bestimmen neben den anwendbaren gesetzlichen Bestimmungen die Zuständigkeiten der Vorstandsmitglieder (sofern mindestens zwei Vorstandsmitglieder vorhanden sind), die nähere Ausgestaltung der Arbeit im Gremium sowie die dem Gesamtvorstand vorbehaltenen Angelegenheiten. Für bedeutende Geschäftsvorgänge legen die Satzung sowie die Geschäftsordnung des Vorstands eindeutige Zustimmungsvorbehalte des Aufsichtsrats fest. Die Mitglieder des Vorstands begleiten zugleich die Funktion als Geschäftsführer der zur Gesellschaft gehörenden Konzerngesellschaften. Sie nehmen keine Mandate in Aufsichtsräten oder vergleichbaren Kontrollgremien anderer Unternehmen wahr.

Aufsichtsrat

Vom 1. Januar 2019 bis zum 31. Dezember 2019 bestand der Aufsichtsrat der 4basebio aus sechs Mitgliedern, mit Ausnahme des Zeitraums vom 4. April 2019 bis zum 9. Juli 2019, nach der Amtsniederlegung von Dr. Cristina Garmendia und der anschließenden Wahl von Herrn Hansjörg Plaggemars durch die ordentliche Hauptversammlung 2019. Der Aufsichtsrat bestellt, überwacht und berät den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens und ist in Entscheidungen von grundlegender Bedeutung für das Unternehmen unmittelbar eingebunden. Mit Ausnahme von Herrn Hansjörg Plaggemars wurden alle Mitglieder des Aufsichtsrats von der Hauptversammlung am 7. Juli 2017 gewählt. Herr Hansjörg Plaggemars wurde von der ordentlichen Hauptversammlung am 9. Juli 2019 für den Rest der Amtszeit von Dr. Cristina Garmendia zum Mitglied des Aufsichtsrats gewählt.

Bei den Vorschlägen zur Wahl von Aufsichtsratsmitgliedern wird im Unternehmensinteresse auf die erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und fachlichen Erfahrungen zur Wahrnehmung der Aufgaben abgestellt. Zudem wurde in diesem Zusammenhang auch auf die Vielfalt in der Zusammensetzung des Aufsichtsrats der Gesellschaft (Diversity) geachtet.

Die Amtszeit der amtierenden Aufsichtsratsmitglieder endet mit der Beendigung der ordentlichen Hauptversammlung, die über die Entlastung für das vierte Geschäftsjahr nach ihrem Amtsbeginn beschließt, wobei das zum Zeitpunkt des Beginns der Amtszeit laufende Geschäftsjahr nicht mitgezählt wird. Dem Aufsichtsrat gehören eine nach seiner Einschätzung ausreichende Anzahl unabhängiger Mitglieder an. Einzelheiten zur Wahl, Konstituierung und Amtszeit des Aufsichtsrats, zu dessen Sitzungen und Beschlussfassungen sowie zu seinen Rechten und Pflichten regelt die Satzung der 4basebio AG, die auf unserer Webseite unter www.investors.4basebio.com/de im Bereich "Corporate Governance" abrufbar ist.

Der Aufsichtsrat hat sich gemäß Ziffer 5.1.3. des Deutschen Corporate Governance Kodex sowie auch dem Prüfungsausschuss eine Geschäftsordnung gegeben. Die Koordination der Arbeit, die Einberufung und Leitung der Aufsichtsratssitzungen sowie die Wahrnehmung der Aufsichtsratsbelange nach außen übernimmt der Aufsichtsratsvorsitzende. Die Aufgaben des Vorsitzenden werden im Falle der Verhinderung durch deren Stellvertreter wahrgenommen, im Falle von dessen Verhinderung durch das nach Lebensjahren älteste Mitglied des Aufsichtsrats, das von der Hauptversammlung gewählt worden ist. Der Aufsichtsrat soll einmal im Kalendervierteljahr tagen und muss zwei Sitzungen im Kalenderhalbjahr abhalten. Der Aufsichtsrat beschließt mit der Mehrheit der abgegebenen Stimmen, soweit nicht gesetzlich oder in der Satzung der Gesellschaft etwas anderes bestimmt ist. Ergibt eine Abstimmung Stimmengleichheit, hat jedes Mitglied des Aufsichtsrats das Recht, eine erneute Abstimmung über denselben Gegenstand zu verlangen. Ergibt auch sie Stimmengleichheit, gibt die Stimme der Vorsitzenden den Ausschlag.

Durch einen regelmäßigen Dialog mit dem Vorstand ist der Aufsichtsrat zu jeder Zeit über die Geschäftsentwicklung, die finanzielle Lage, die Unternehmensplanung und die Strategie informiert. Er befasst sich insbesondere auch mit dem Jahresabschluss der Gesellschaft und des Konzerns unter Berücksichtigung der Berichte des Abschlussprüfers. Der in diesem Geschäftsbericht enthaltene Bericht des Aufsichtsrats informiert über die Schwerpunkte der Tätigkeit des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse im Geschäftsjahr 2019.

Ausschüsse des Aufsichtsrats

Ein weiterer wesentlicher Bestandteil der Aufsichtsratstätigkeit ist die Arbeit in den Ausschüssen, die nach den Anforderungen des Aktiengesetzes, den Empfehlungen des Kodexes sowie den Erfordernissen der Gesellschaft gebildet werden. Aus dem Kreis seiner Mitglieder hat der Aufsichtsrat der 4basebio AG derzeit zwei ständige Ausschüsse gebildet: den Prüfungsausschuss, sowie den Nominierungs- und Vergütungsausschuss mit jeweils drei Mitgliedern.

Die Mitglieder der Ausschüsse werden mit der Mehrheit der Stimmen der Aufsichtsratsmitglieder gewählt. Die Ausschüsse führen bei Bedarf Sitzungen durch. Die Einberufung der Sitzungen erfolgt durch den jeweiligen Ausschussvorsitzenden. Dieser leitet die Protokolle der Sitzungen an die Mitglieder des Aufsichtsrats weiter und berichtet in der nächsten Plenumssitzung über die Arbeit des Ausschusses.

Zusammensetzung der Ausschüsse des Aufsichtsrats:

Ende der Amtszeit Prüfungsausschuss Nominierungs- u. Vergütungsausschuss
Dr. Joseph M. Fernández Vorsitzender HV 2022
Tim McCarthy Stellvertretender Vorsitzender HV 2022 X
Hansjörg Plaggemars 1 HV 2022
Trevor Jarman HV 2022 X
Peter Llewellyn-Davies HV 2022 X (Vorsitz) X
Pilar de la Huerta HV 2022 X X (Vorsitz)
Dr. Cristina Garmendia, Vorsitzende (bis zum Ausscheiden) 4. April 2019

Der Prüfungsausschuss hat u.a. die Aufgabe, die Entscheidungen des Aufsichtsrats über die Billigung des Jahresabschlusses und des Konzernabschlusses sowie den Vorschlag des Aufsichtsrats an die Hauptversammlung zur Wahl des Abschlussprüfers vorzubereiten. Weiter hat er die Quartals- und Halbjahresberichte mit dem Vorstand vor deren Veröffentlichung zu diskutieren und zu prüfen sowie mit den Abschlussprüfern nach Erteilung des Prüfungsauftrags (einschließlich Honorarvereinbarung) einzelne Prüfungsschwerpunkte festzulegen und die Berichtspflichten des Prüfers gegenüber dem Aufsichtsrat zu vereinbaren. Darüber hinaus befasst er sich insbesondere mit der Überprüfung des Risikomanagements, des Kontrollsystems sowie mit Fragen der Compliance sowie der erforderlichen Unabhängigkeit des Abschlussprüfers. Der Ausschussvorsitzende, Herr Peter Llewellyn-Davies, erfüllt die aktienrechtlichen Qualifikationsanforderungen und entspricht den Vorgaben der Ziffer 5.3.2 des Deutschen Corporate Governance Kodex.

Im Jahr 2019 fanden 2 Sitzungen des Nominierungs- und Vergütungsausschusses statt.

1 Hansjörg Plaggemars wurde von der der ordentlichen Hauptversammlung 2019 am 9 Juli 2019 zum Aufsichtsratsmitglied gewählt.
2 Dr. Cristina Garmendia hat mit Wirkung vom 4. April 2019 ihr Mandat als Mitglied des Aufsichtsrats niedergelegt.

Effizienzprüfung des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat der 4basebio AG prüft regelmäßig die Effizienz seiner Tätigkeit gemäß Kodex-Ziffer 5.6 in Form einer offenen Diskussion im Plenum. Einzelaspekte dieser Prüfungen sind unter anderem die Abfolge und die Strukturierung der Sitzungen sowie der Beschlussfassungen, der Umfang der Vorlagen und die Informationsversorgung durch den Vorstand sowie die Arbeit der Ausschüsse in Vorbereitung auf etwaige Aufsichtsratsentscheidungen. Die Überprüfungen haben ergeben, dass der Aufsichtsrat auch in der neuen Zusammensetzung effizient organisiert ist und das Zusammenwirken des Aufsichtsrats mit dem Vorstand gut funktioniert.

VERMEIDUNG VON INTERESSENSKONFLIKTEN

Vorstand und Aufsichtsrat der 4basebio AG sind dem Unternehmensinteresse verpflichtet. Sie verfolgen bei der Ausübung ihrer Tätigkeit weder persönliche Interessen noch gewähren sie anderen Personen ungerechtfertigte Vorteile. Nebentätigkeiten oder Geschäftsbeziehungen der Organmitglieder mit der Gesellschaft sind dem Aufsichtsrat unverzüglich offenzulegen und von diesem zu genehmigen. Der Aufsichtsrat berichtet der Hauptversammlung über etwaige Interessenskonflikte und deren Behandlung.

Im Berichtsjahr sind keine Interessenskonflikte von Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern, die dem Aufsichtsrat unverzüglich offenzulegen sind, aufgetreten. Mögliche Interessenskonflikte von Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern wurden im Aufsichtsrat eingehend erörtert und deren Realisierung mittels geeigneter Maßnahmen verhindert.

Seit dem 25. Februar 2015 erbrachte Science & Innovation Link Office, S.L. (SILO), Madrid, Spanien, Beratungsleistungen für die Projektunterstützung für 4basebio S.L.U. (ehemals EXPEDEON Biotech S.L.U.), Madrid, Spanien. Die ehemalige Vorsitzende des Aufsichtsrats der 4basebio AG, Frau Dr. Cristina Garmendia, ist Hauptaktionärin von Science & Innovation Link Office, S.L. (SILO), Madrid, Spanien. Für diese Beratungsleistungen hat 4basebio S.L.U. im Jahr 2019 den Betrag von 12.165 € an Science & Innovation Link Office, S.L. (SILO), Madrid, Spanien, gezahlt.

Die 4basebio S.L.U erhält von spanischen Institutionen für ihre Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten in Spanien öffentliche Förderdarlehen. Herr Dr. Heikki Lanckriet hat 400.000 Aktien seiner Aktien an der 4basebio AG als Sicherheit für die Förderdarlehen gewährt. Im Rahmen einer Vereinbarung zwischen der 4basebio und Dr. Heikki Lanckriet über die Zahlung einer Gebühr für die Hingabe von Aktien als Sicherheit für die Förderdarlehen, wurde beschlossen, dass 4basebio eine Gebühr an Dr. Heikki Lanckriet zu entrichten hat, die als Kompensationszahlung für die Hingabe von Aktien als Sicherheit für die Leistungsverpflichtungen von 4basebio aus den in Spanien erhaltenen Förderdarlehen dienen soll. Diese Gebühr beträgt jährlich 10.000 €.

Mandate der Aufsichtsratsmitglieder in Aufsichtsrats- oder vergleichbaren Kontrollgremien anderer Unternehmen sind in den Erläuterungen zum Konzernabschluss dieses Geschäftsberichts angegeben.

OFFENE UND TRANSPARENTE UNTERNEHMENSKOMMUNIKATION

4basebio erfüllt sämtliche auf sie anwendbare Anforderungen, die der Deutsche Corporate Governance Kodex unter Ziffer 6 aufführt. Um eine größtmögliche Transparenz zu gewährleisten, verfolgt unsere Unternehmenskommunikation den Anspruch, die Öffentlichkeit zeitnah informiert zu halten und somit das uns entgegengebrachte Vertrauen zu bestätigen und zu vertiefen. Das Unternehmen verfolgt strikt den Grundsatz, dass kein Aktionär bevorzugte Informationen erhalten darf. Damit alle Marktteilnehmer zeitlich und inhaltlich denselben Informationsstand erhalten, stellen wir sämtliche Presse- und Ad-hoc-Mitteilungen sowie alle wichtigen Dokumentationen auf unserer Website https://investors.4basebio.com/de in der Rubrik "Neuigkeiten" zur Verfügung.

Darüber hinaus bieten wir allen Aktionären sowie den interessierten Lesern an, durch Aufnahme in unseren E-Mail-Verteiler zeitnah über alle Presseveröffentlichungen unserer Gesellschaft elektronisch informiert zu werden. Daneben gibt die Gesellschaft zum Zeitpunkt der Veröffentlichung von wesentlichen Unternehmensnachrichten Gelegenheit, sich unmittelbar bei der Investor-Relations-Abteilung der Gesellschaft zu informieren und entsprechende Fragen zu stellen. Zudem enthält unser Finanzkalender die Veröffentlichungstermine der regelmäßigen Finanzberichte sowie das Datum der nächsten Hauptversammlung.

RISIKOMANAGEMENT

Wir betrachten den verantwortungsbewussten und angemessenen Umgang mit jeglichen Risiken als wesentliches Element einer guten Corporate Governance. 4basebio verfügt über ein systematisches und periodisches Risikomanagement, das den Vorstand in die Lage versetzt, Risiken und hierfür relevante Tendenzen frühzeitig zu erkennen, zu bewerten sowie auf relevante Veränderungen des Risikoprofils unverzüglich in angemessener Weise zu reagieren. Der Vorstand hält den Aufsichtsrat über bestehende Risiken und deren Entwicklung auf dem Laufenden. Das Risikomanagementsystem wird fortlaufend weiterentwickelt, um veränderten Gegebenheiten und Bedingungen Rechnung zu tragen, und ist Gegenstand der Erörterungen im Prüfungsausschuss im Rahmen der Quartalsberichterstattung sowie der jährlichen Abschlussprüfung. Weitere Einzelheiten sind im Chancen- und Risikenbericht des Konzern-Lageberichts dargestellt.

RECHNUNGSLEGUNG UND ABSCHLUSSPRÜFUNG

Die Rechnungslegung des 4basebio-Konzerns erfolgte im Geschäftsjahr 2019 in Übereinstimmung mit den Internationalen Rechnungslegungsvorschriften (International Financial Reporting Standards - IFRS) unter Anwendung von § 315a des Handelsgesetzbuches (HGB). Der Jahresabschluss der 4basebio AG wird in Übereinstimmung mit den Vorschriften des Handelsgesetzbuches erstellt.

Den Prüfungsauftrag hat der Prüfungsausschuss der Ernst & Young GmbH, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Mannheim, im Einklang mit dem Beschluss der Hauptversammlung vom 9. Juli 2019 erteilt. Der Abschlussprüfer hat dem Prüfungsausschuss vor der Auftragserteilung eine Unabhängigkeitserklärung abgegeben.

FESTLEGUNGEN NACH §§ 76 UND 111 AKTG

Gemäß § 76 Abs. 4 und § 111 Abs. 5 AktG haben der Aufsichtsrat und der Vorstand der 4basebio AG Beschlüsse zur Festlegung von Zielgrößen für den Frauenanteil in Führungspositionen und Fristen zur Erreichung dieser Zielgrößen beschlossen.

Zielvorgabe für den Vorstand

Im April 2019 hat der Aufsichtsrat der 4basebio AG für den Anteil von Frauen im Vorstand eine Zielgröße von mindestens 30 % beschlossen, mit Fristsetzung bis 31. März 2024. Im gesamten Geschäftsjahr 2019 hat der Anteil von Frauen im Vorstand 0 % betragen.

Zielvorgabe für den Aufsichtsrat

Im Jahr 2015 hat der Aufsichtsrat der 4basebio AG für den Anteil von Frauen im Aufsichtsrat eine Zielgröße von mindestens 33 % beschlossen, mit Fristsetzung bis Ende 2017. Bis zum 4. April 2019 betrug der Anteil von Frauen im Aufsichtsrat 30 %. Von diesem Zeitpunkt an bis zum 9. Juli 2019 betrug der Anteil 20 % und danach 17 %. Damit wurde das Ziel während des gesamten Berichtszeitraums nicht erreicht.

Der Aufsichtsrat der 4basebio AG arbeitet aktiv an der Beseitigung dieser Zielabweichung.

Zielvorgabe für die 1. und 2. Führungsebene unterhalb des Vorstands

Der Vorstand der 4basebio AG hat im Jahr 2018 für den Anteil von Frauen in der 1. Führungsebene unterhalb des Vorstands eine Zielgröße von mindestens 40 % und für den Anteil von Frauen in der 2. Führungsebene unterhalb des Vorstands eine Zielgröße von mindestens 40 % beschlossen, beides jeweils mit Fristsetzung bis zum 1. Januar 2019. Dieses Ziel ist erreicht worden.

VERGÜTUNGSBERICHT

Gemäß Ziffer 4.2.5 des Kodex soll der Vergütungsbericht Teil des Corporate Governance Berichts sein. Eine detaillierte Darstellung der Vergütung des Vorstands (mit Unterscheidungen zwischen festen und variablen Vergütungsbestandteilen sowie sonstigen Nebenleistungen) und der Aufsichtsratsmitglieder erfolgt in einem gesonderten Kapitel "VERGÜTUNGSBERICHT" des Lageberichts, welches zugleich Bestandteil dieses Corporate Governance Berichts ist.