![]() MediGene AGPlanegg, Ortsteil MartinsriedHalbjahresfinanzberichtKonzern-Zwischenbericht Q2-2010 / 6M 2010 zum 30. Juni 2010FINANZENTWICKLUNG IM ERSTEN HALBJAHR 2010
WICHTIGSTE AKTIVITÄTEN UND EREIGNISSE IM ERSTEN HALBJAHR 2010
VORBEMERKUNGENMediGene entwickelt Medikamente gegen Krebs- und Autoimmunerkrankungen Die MediGene AG, Planegg/Martinsried (im Folgenden „MediGene“), ist ein biopharmazeutisches Unternehmen, das sich auf die Erforschung, Entwicklung und Vermarktung von neuartigen Medikamenten in Indikationsgebieten mit hohem medizinischen Bedarf und damit einhergehendem großen wirtschaftlichen Interesse fokussiert. Die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten sind auf Krebs- und Autoimmunerkrankungen ausgerichtet. Entwicklungsstand des Produktportfolios MediGene verfügt über zwei bereits vermarktete Medikamente. Vertrieb und Vermarktung dieser beiden Medikamente erfolgt über Partner. Darüber hinaus hat MediGene ein Forschungs- und Entwicklungsportfolio in den Bereichen Onkologie und Immunologie. Eligard® Das Medikament Eligard` zur Behandlung von hormonabhängigem Prostatakrebs wird in den meisten europäischen Ländern über den Partner Astellas Pharma Europe Ltd. (im Folgenden „Astellas Pharma“), Staines, Großbritannien, erfolgreich vermarktet. Die mit Eligard® im Markt erzielten Umsätze sind, wie in jedem Quartal seit der Markteinführung, auch im zweiten Quartal 2010 gegenüber der Vorjahresperiode deutlich angestiegen. Im Juli 2010 hat MediGene einen Vertrag geschlossen, der die Übertragung der Eligard®-Rechte an Astellas Pharma vorsieht. Im Gegenzug soll MediGene neben Einmalzahlungen auch zukünftig eine Umsatzbeteiligung erhalten. Veregen® Die unter dem Namen Polyphenon E® entwickelte Salbe ist in den USA unter der Bezeichnung Veregen® zur Behandlung von Genitalwarzen zugelassen und wird seit 2009 vom Partner Nycomed US, Inc. (im Folgenden „Nycomed“), Melville, New York, USA, auf dem US-Markt beworben und vertrieben. In Europa bestehen Vertriebspartnerschaften mit bisher drei verschiedenen Unternehmen für jeweils bestimmte Regionen: Für Spanien und Portugal mit dem Unternehmen Juste S.A.Q.F., Madrid, Spanien, für Deutschland, Österreich und die Schweiz mit der Abbott Arzneimittel GmbH, Hannover, und für Griechenland und Zypern mit Meditrina Pharmaceuticals, Athen, Griechenland. Auch für Asien wurden bereits mehrere Vermarktungspartnerschaften abgeschlossen: Für den israelischen Markt mit Teva Pharmaceutical Industries Ltd., Petach Tikva, Israel, für China mit GC-RISE Pharmaceutical Co., Ltd., China, und für Südkorea mit JS Bio Pharm Co., Ltd., Südkorea. Das Begutachtungsverfahren des bei den Zulassungsbehörden in Deutschland, Österreich und Spanien eingereichten Antrags auf Marktzulassung wurde 2009 positiv abgeschlossen. In Deutschland und Österreich wurde die Salbe bereits zur Vermarktung zugelassen. Die Zulassung für den deutschen Markt soll im Rahmen des Verfahrens der gegenseitigen Anerkennung („mutual recognition procedure“) als Referenz für Zulassungsverfahren in weiteren europäischen Ländern dienen. Im März 2010 wurde das Medikament auf dem deutschen Markt als erstem europäischen Land eingeführt. EndoTAG®-basierte Therapeutika EndoTAG®-1 ist ein innovativer Therapieansatz, der seine Wirkung sowohl durch einen zielgerichteten antivaskulären (gegen neugebildete Tumorgefäße gerichteten) als auch antitumoralen (gegen den Tumor gerichteten) Mechanismus entfaltet. Der Medikamentenkandidat lagert sich gezielt an neugebildete, negativ geladene Tumorgefäße an und greift somit nur die Blutgefäße von Tumoren, nicht aber die von gesundem Gewebe an. Zugleich verhindert EndoTAG®-1 die Bildung neuer Gefäße. Dadurch soll das weitere Tumorwachstum gehemmt werden. EndoTAG®-1 ist eine Kombination aus positiv geladenen Liposomen und dem darin eingebetteten Wirkstoff Paclitaxel. Im Jahr 2008 hat MediGene für den Medikamentenkandidaten EndoTAG®-1 positive Ergebnisse der kontrollierten klinischen Phase II-Studie in der Indikation Bauchspeicheldrüsenkrebs (Pankreaskarzinom) veröffentlicht. Die Studie untersuchte neben der Sicherheit und Verträglichkeit die klinische Wirksamkeit verschiedener Dosierungen von EndoTAG®-1 in Kombination mit dem Zytostatikum Gemcitabin, einem zur Therapie von Bauchspeicheldrüsenkrebs bereits zugelassenen Zytostatikum. Die Studie mit 200 Patienten zeigte deutlich längere Überlebenszeiten bei Patienten, die mit EndoTAG®-1 in Kombination mit Gemcitabin behandelt wurden, gegenüber Patienten, die lediglich die Standardtherapie mit Gemcitabin erhielten. Dabei verbesserten sich die Überlebenszeiten der behandelten Patienten mit zunehmender Dosis und insbesondere bei wiederholter Behandlung mit EndoTAG®-1 deutlich. Auch zu weiteren klinischen Parametern wie dem progressionsfreien Überleben und der Sicherheit konnten positive Daten berichtet werden. Auch in einer weiteren Indikation konnten positive Daten mit EndoTAG®-1 erhoben werden. In einer Phase II-Studie mit EndoTAG®-1 zur Behandlung von dreifach rezeptor-negativem Brustkrebs sollte die Wirksamkeit von EndoTAG®-1 bei der Behandlung dieser sehr aggressiven Krebsform, für die derzeit kein etabliertes Therapieschema besteht, überprüft sowie weitere Daten zur Medikamentensicherheit erhoben werden. Der primäre Studienendpunkt wurde für die EndoTAG®-1-Kombinationstherapie klar erreicht. Darüber hinaus zeigte die Auswertung der sekundären Studienendpunkte (mediane progressionsfreie Überlebenszeit, Nichtprogressionsrate, Sicherheit und Verträglichkeit) weitere positive Ergebnisse für die EndoTAG®-1-Kombinationstherapie. RhuDex® RhuDex® ist ein Wirkstoff zur Behandlung verschiedener Autoimmunerkrankungen wie der rheumatoiden Arthritis. Es handelt sich um einen oral verfügbaren CD80-Antagonisten, der die Aktivierung von T-Zellen blockiert. RhuDex® funktioniert als Immunsuppressivum und wirkt entzündungshemmend. Derzeit wird die Wiederaufnahme der klinischen Entwicklung vorbereitet. Technologieplattformen MediGene betreibt auch die Entwicklung eigener innovativer Plattformtechnologien zur Wirkstoffentwicklung, darunter die EndoTAG®-Technologie, auf deren Grundlage neben EndoTAG®-1 weitere Medikamentenkandidaten entwickelt werden sollen. Ein weiteres Projekt, das onkolytische HSV-Programm, hat MediGene an die neu gegründete Gesellschaft Catherex, Inc., ein privates US-Unternehmen in Philadelphia, Pennsylvania, veräußert. Im Gegenzug erhielt MediGene 40 % der Anteile an Catherex in Aktien. Die Übertragung der Rechte von MediGene an Catherex erfolgt vorbehaltlich der ausreichenden Finanzierung des neuen Unternehmens. Eine ähnliche Ausgründung ist für die AAVLP-Technologie, einer Plattformtechnologie zur Entwicklung prophylaktischer und therapeutischer Impfungen, vorgesehen. VERMÖGENSLAGEBarmittelbestand von 8,2 Mio. €; Eigenkapitalquote bei 84 %; Liquiditätsdeckungsgrad bei 12 % Entwicklung der Vermögens- und Kapitalstruktur scroll
FINANZLAGEMittelabfluss aus laufender Geschäftstätigkeit Der Mittelabfluss aus laufender Geschäftstätigkeit verringerte sich im ersten Halbjahr 2010 um 28 % auf -8.171 T€ (6M-2009: -11.345 T€) bzw. im zweiten Quartal 2010 um 27 % auf -2.216 T€ (Q2-2009: -3.041 T€). Die Abweichung zwischen dem Periodenverlust und dem Mittelabfluss im zweiten Quartal 2010 ist im Wesentlichen auf die Veränderungen im Nettoumlaufvermögen (Net Working Capital) zurückzuführen. Durchschnittlicher monatlicher Nettoverbrauch an Barmitteln aus laufender Geschäftstätigkeit Aus der laufenden Geschäftstätigkeit ergab sich für das erste Halbjahr 2010 ein durchschnittlicher monatlicher Barmittelverbrauch von 1,4 Mio. € (6M-2009: 1,9 Mio. €) bzw. im zweiten Quartal 2010 von 0,7 Mio. € (Q2-2009: 1,0 Mio. €). Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit Der Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit belief sich im ersten Halbjahr 2010 auf -237 T€ (6M-2009: -279 T€) bzw. im zweiten Quartal 2010 auf -172 T€ (Q2-2009: -159 T€). Veränderung der flüssigen Mittel scroll
Zum Stichtag 30. Juni 2010 belief sich der Bestand an flüssigen Mitteln auf 8,2 Mio. €. Zufluss von Barmitteln durch SEDA-Programm Im zweiten Quartal 2010 hat MediGene im Rahmen des SEDA Programms (SEDA: Standby Equity Distribution Agreement) zwei Barkapitalerhöhungen durchgeführt. Im Gegenzug für die Ausgabe von 950.553 Aktien hat MediGene 2,5 Mio. € vereinnahmt. Das SEDA-Programm ist ein Abkommen mit dem Investmentunternehmen YA Global Investments, das der Gesellschaft zusätzliches Eigenkapital von bis zu 25 Mio. € auf Abruf sichert. MediGene hat über 36 Monate nach Vertragsabschluss im Dezember 2008 die Option, Barmittel von bis zu insgesamt 25 Mio. € in Tranchen abzurufen und im Gegenzug neue MediGene-Aktien aus genehmigtem Kapital an YA Global Investments auszugeben. Es steht im Ermessen von MediGene, ob und wann die Gesellschaft während der Laufzeit des Vertrags von diesem Recht Gebrauch macht. Bis zum Ende der Berichtsperiode wurden 10,6 Mio. € aus dem Programm abgerufen. ERTRAGSLAGEGesamterlöse Die Gesamterlöse beliefen sich im ersten Halbjahr 2010 auf 25.171 T€ (6M-2009: 19.988 T€) bzw. im zweiten Quartal 2010 auf 13.152 T€ (Q2-2009: 8.374 T€). Die Erlöse stammen hauptsächlich aus den Produktumsätzen und Lizenzgebühren mit dem Medikament Eligard® in Europa. Außerdem flossen Einnahmen aus dem Veregen®-Programm ein. Im ersten Quartal wurden die Veregen®-Umsätze hauptsächlich durch Meilensteinzahlungen erzielt, im zweiten Quartal stammte der Großteil aus Produktverkäufen und Umsatzbeteiligungen. Gekürzte Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung scroll
Beschaffungskosten der Erlöse Die Beschaffungskosten entstanden im Wesentlichen im Rahmen der Kommerzialisierung von Eligard® und in geringem Umfang von Veregen®. Die Kosten beliefen sich im ersten Halbjahr 2010 auf 18.797 T€ (6M-2009: 14.528 T€) bzw. im zweiten Quartal 2010 auf 10.284 T€ (Q2-2009: 6.910 T€). Sie verteilen sich auf den Einkauf der Produkte und Lizenzgebühren auf die Verkaufserlöse. Bruttoergebnis Das Bruttoergebnis stieg im ersten Halbjahr 2010 um 17 % auf 6.374 T€ (6M-2009: 5.460 T€) und belief sich im zweiten Quartal 2010 auf 2.868 T€ (Q2-2009: 1.464 T€). Die Bruttomarge wird von Meilensteinzahlungen und dem Verhältnis von Erlösen aus Produktverkäufen zu Lizenzzahlungen bestimmt. Vertriebskosten und allgemeine Verwaltungskosten Im Periodenvergleich stiegen die Vertriebs- und allgemeinen Verwaltungskosten auf Halbjahresbasis um 20 % auf 4.678 T€ (6M-2009: 3.905 T€) bzw. auf Quartalbasis um 40 % auf 2.612 T€ (Q2-2009: 1.869 T€). Die höheren Ausgaben umfassen hauptsächlich die Aufwendungen für Rechts- und Beratungskosten sowie einmalige Kosten im Zusammenhang mit dem erfolgten Vorstandswechsel. Forschungs- und Entwicklungskosten Der Aufwand für Forschung und Entwicklung reduzierte sich im Halbjahresvergleich um 14 % auf 7.504 T€ (6M-2009: 8.751 T€) bzw. auf Quartalbasis um 28 % auf 3.424 T€ (Q2-2009: 4.723 T€). Der Kostenrückgang geht hauptsächlich auf die Verkleinerung der F&E-Abteilung zurück. EBITDAMediGene verwendet den Begriff EBITDA als Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Währungsgewinnen bzw. -verlusten und Abschreibungen. Der Verlust auf EBITDA-Basis reduzierte sich im ersten Halbjahr 2010 um 20 % auf 5.393 T€ (6M-2009: 6.782 T€) bzw. im Quartalsvergleich um 40 % auf 2.957 T€ (Q2-2009: 4.922 T€). Abschreibungen Insgesamt sind die Abschreibungen im ersten Halbjahr 2010 geringfügig auf 415 T€ (6M-2009: 414 T€) bzw. im zweiten Quartal 2010 auf 211 T€ (Q2-2009: 206 T€) gestiegen. Finanzergebnis Das Finanzergebnis verbesserte sich in den ersten sechs Monaten 2010 auf 2.400 T€ (6M-2009: - 422 T€) bzw. im zweiten Quartal 2010 auf 1.496 T€ (Q2-2009: - 864 T€). Der starke Anstieg ist auf Gewinne aus einem derivativen Finanzinstrument sowie auf Währungsgewinne zurückzuführen. Der mit Astellas Pharma geschlossene Vertrag zur Vermarktung von Eligard® enthält ein eingebettetes, nicht cash-wirksames Derivat, da der Vertrag in US-Dollar und nicht in der funktionalen Währung einer der beiden Vertragsparteien abgewickelt wird. Die Währungsgewinne entstehen bei der Umrechnung von US-Dollar bzw. britischen Pfund in Euro. Finanzergebnis scroll
Anteil am Ergebnis assoziierter Unternehmen Der Gewinn aus dem assoziierten Unternehmen belief sich im ersten Halbjahr 2010 auf 114 T€ (6M-2009: -698 T€) bzw. im zweiten Quartal 2010 auf 713 T€ (Q2-2009: -391 T€). Dieser setzt sich aus dem Anstieg des anteiligen Eigenkapitals von 1.269 T€ (s. Anhang S. 16) im Zuge der Ausgabe neuer Aktien sowie aus dem Anteil am Verlust der Immunocore Ltd. von 556 T€ zusammen. 6-Monatsergebnis In den ersten sechs Monaten 2010 sank der Periodenverlust um 60 % auf 3.294 T€ (6M-2009: 8.316 T€) bzw. im zweiten Quartal 2010 um 85 % auf 959 T€ (Q2-2009: 6.383 T€). Der Rückgang des Verlusts beruht im Wesentlichen auf dem Anstieg der Erlöse, der Senkung der Ausgaben für Forschung- und Entwicklung und den Gewinnen aus dem derivativen Finanzinstrument (s. Finanzergebnis S. 9) sowie aus der Beteiligung am assoziierten Unternehmen (s. S. 9). Ergebnis je Aktie In den ersten sechs Monaten 2010 reduzierte sich der Verlust je Aktie auf 0,09 € (gewichtete durchschnittliche Aktienzahl: 36.036.574) im Vergleich zum Verlust der Vorjahresperiode von 0,24 € je Aktie (6M-2009: gewichtete durchschnittliche Aktienzahl: 34.030.881). MITARBEITERDie Mitarbeiterzahl hat sich in den ersten sechs Monaten 2010 gegenüber der Vorjahresperiode konzernweit um 13 % auf105 Mitarbeiter (6M-2009: 120) reduziert. Der Personalaufwand sank in der Berichtsperiode um 20 % auf 4.807 T€ (6M-2009: 6.022 T€). SEGMENTINFORMATIONENSegmentinformationen sind im Anhang auf Seite 18 f. dargestellt. RISIKOBERICHTDie im Konzern bestehenden Risiken sind im Risikobericht des veröffentlichten Konzernlageberichts 2009 beschrieben. Zum Stichtag 30. Juni 2010 haben sich gegenüber dem dort beschriebenen Stand lediglich Veränderungen bei den Patentrisiken ergeben. Rechtliche Risiken Auf Grund des Todesfalls eines Probanden im Juli 2008, der an einer Studie mit dem Medikamentenkandidaten RhuDex® teilgenommen hatte, wurden routinemäßig Ermittlungen durch die Staatsanwaltschaft Edinburgh, Großbritannien, aufgenommen, die im November 2009 abgeschlossen wurden. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, dass von Seiten der Angehörigen eine Zivilklage eingereicht wird. Im Hinblick auf die bisherigen Untersuchungsergebnisse schätzt der Vorstand die Wahrscheinlichkeit für eine solche Klage als äußerst gering ein. Patentrisiken Gegen die Erteilung des europäischen Patents EP 1530465 der MediGene AG wurde im Juni 2010 Einspruch durch Dritte eingelegt. Das Patent betrifft das Herstellungsverfahren von EndoTAG®-1 sowie durch dieses Verfahren herstellbare Zusammensetzungen. Mit einer erstinstanzlichen Entscheidung durch das Europäische Patentamt wird für 2012 oder 2013 gerechnet. MediGene geht davon aus, dass das Patent in einem Schutzumfang aufrecht erhalten bleiben wird, der das Produkt EndoTAG®-1 weiterhin schützt. RISIKO-MANAGEMENTSYSTEMDas Management der MediGene AG begegnet den im Konzern bestehenden Risiken mittels eines umfassenden Risikomanagementsystems. Zur Beschreibung dieses Systems wird auf den am 26. März 2010 veröffentlichten Konzernlagebericht 2009 verwiesen. NACHTRAGSBERICHTMediGene verkauft europäische Eligard®-Rechte an Astellas Pharma MediGene verkaufte im Juli 2010 die exklusiven europäischen Vermarktungs- und Vertriebsrechte am Krebsmedikament Eligard® an Astellas Pharma. Als Gegenleistung erhält MediGene von Astellas Pharma 25 Mio. € und bleibt auch zukünftig am Umsatz des Produkts beteiligt. Für MediGene entfallen künftig sämtliche Kosten, Leistungsverpflichtungen und Risiken im Zusammenhang mit der Produktlieferung an Astellas Pharma sowie die Beschaffungskosten und Lizenzzahlungen, die MediGene bisher an den Lizenzgeber Tolmar zu leisten hatte. MediGene wird künftig mit einem niedrigen einstelligen Prozentsatz an den Eligard®-Nettoumsätzen von Astellas Pharma beteiligt sein. Der Vertrag sieht vor, dass MediGene die Einmalzahlungen von Astellas Pharma in Höhe von insgesamt 25 Mio. € in drei Tranchen zum jeweiligen Zeitpunkt der Übertragung der Rechte innerhalb der nächsten sechs bis zwölf Monate erhält (5 Mio. € mit Vertragsunterschrift, 15 Mio. € voraussichtlich innerhalb von sechs bis acht Monaten, 5 Mio. € voraussichtlich innerhalb von sechs bis zwölf Monaten). PROGNOSEBERICHTFinanzprognose 2010 MediGene strebt weiterhin an, im Jahr 2010 eine oder mehrere Entwicklungs- und Vermarktungspartnerschaften für EndoTAG®-1 abzuschließen, die das Finanzergebnis erheblich beeinflussen werden, deren finanzielle Auswirkungen aber noch schwer einzuschätzen sind. Deshalb wird jeglicher Einfluss einer solchen Vereinbarung in der hier gegebenen Finanzprognose nicht berücksichtigt. Umsatz: MediGene erwartet bei erfolgreicher Abwicklung des vereinbarten Verkaufs der Eligard®-Rechte an Astellas Pharma Zahlungen von insgesamt 25 Mio. €. Diese Zahlungen sollen abhängig von der Übertragung der Rechte in verschiedenen Ländern in drei Tranchen erfolgen. MediGene hält es für wahrscheinlich, davon im Jahr 2010 noch 20 Mio. € vereinnahmen zu können. Mit der Übertragung der Rechte fällt zugleich ein Großteil der von MediGene erzielten Eligard®-Umsätze weg. Für den Fall, dass die Übertragung der Rechte in den EU-Ländern im vierten Quartal 2010 erfolgt, erwartet MediGene für das Jahr 2010 Umsätze von 55 bis 65 Mio. €. Erfolgt die Übertragung erst im Jahr 2011 und werden somit die Eligard®-Umsätze bis zum Jahresende weiterhin – wie im ersten Halbjahr 2010 – entsprechend den bisherigen Vereinbarungen mit Astellas Pharma und Tolmar erlöst, rechnet MediGene mit Umsätzen von 44 bis 48 Mio. €. Diese stammen im Wesentlichen aus den Produktumsätzen von Eligard® und Veregen®. Barmittelverbrauch aus laufender Geschäftstätigkeit: MediGene rechnet – ohne Einbeziehung der zu erwartenden Zahlungen aus der Vereinbarung mit Astellas Pharma – mit einem operativen Barmittelverbrauch von 14 bis 17 Mio. € im Gesamtjahr 2010. Auf Grundlage der aktuellen Geschäftsplanung und der daraus entwickelten Szenarien geht das Management davon aus, dass die Finanzierung des Unternehmens über das Jahresende 2011 hinaus gesichert ist. Eligard® – weiter steigende Umsätze erwartet MediGene erwartet auch 2010 ein Wachstum des Eligard®-Marktanteils in Europa sowie einen weiteren Anstieg der mit Eligard® im Markt erzielten Umsätze. Auch nach der vollständigen Übertragung der Eligard®-Rechte an Astellas Pharma wird MediGene an dieser positiven Entwicklung durch die vereinbarte Umsatzbeteiligung partizipieren. Veregen® – Steigende Erlöse aus der Vermarktung in den USA Im Februar 2010 hat der Vermarktungspartner Nycomed den Außendienst zur Vermarktung des Präparats Veregen® in den USA auf über 40 Personen erweitert. Seit der deutschen Markteinführung im März 2010 ist die Salbe erstmals auch in Europa erhältlich. MediGene rechnet daher im Geschäftsjahr 2010 mit steigenden Umsätzen aus der Vermarktung des Produkts. Für 2010 plant MediGene außerdem den Abschluss weiterer Partnerschaften für den Vertrieb von Veregen® in und außerhalb Europas. EndoTAG®-1 – Verpartnerung geplant MediGene ist bestrebt, für die weitere Entwicklung und Vermarktung von EndoTAG®-1 eine oder mehrere Partnerschaften mit Pharma- oder Biotechnologieunternehmen einzugehen. RhuDex® – Präklinische Studien als Grundlage zur Wiederaufnahme der klinischen Entwicklung Nach Durchführung eines präklinischen Studienprogramms im laufenden Jahr plant MediGene die Wiederaufnahme der klinischen Entwicklung im ersten Quartal 2011. Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung für die Perioden 01. Januar bis 30. Juni 2010 bzw. 2009der MediGene AGscroll
Konzern-Gesamtergebnisrechnung der MediGene AG für die Perioden 1. Januar bis 30. Juni 2010 bzw. 2009scroll
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Ertragsteuereffekte sind nicht angefallen. Konzern-Bilanz zum 30. Juni 2010 und 31. Dezember 2009der MediGene AGAktiva scroll
Konzern-Kapitalflussrechnung der MediGene AG für die Perioden 1. Januar bis 30. Juni 2010 bzw. 2009scroll
Zusätzliche Übersicht über nicht auszahlungswirksame Finanzierungsaktivitäten: In den ersten sechs Monaten 2010 wurden ebenso wie im Vorjahr keine neuen Leasingverpflichtungen für Labor- und Büroausstattungen eingegangen. Konzern-Eigenkapitalspiegel der MediGene AG für die Perioden 1. Januar bis 30. Juni 2010 bzw. 2009scroll
Anhangangaben zum konsolidierten Konzern-ZwischenabschlussA) Geschäftstätigkeit und Informationen zum UnternehmenDie MediGene AG, Planegg/Martinsried (im Folgenden „MediGene“), ist ein biopharmazeutisches Unternehmen, das sich auf die Erforschung, Entwicklung und Vermarktung von neuartigen Medikamenten in Indikationsgebieten mit hohem medizinischen Bedarf und damit einhergehendem großen wirtschaftlichen Interesse fokussiert. Die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten sind auf Krebs- und Autoimmunerkrankungen ausgerichtet. Der Vertrieb der bislang zugelassenen Medikamente erfolgt über Vertriebspartner. Die Hauptaktivitäten des Konzerns sind in der Anhangangabe H) „Segmentberichterstattung“ dargestellt. Die MediGene AG ist seit Juni 2000 börsennotiert (Deutsche Börse: Geregelter Markt, Prime Standard; WKN 502090; Kürzel MDG). Seit dem 9. Februar 2009 wird die Aktie der MediGene AG im Auswahlindex TecDAX der Deutschen Börse gelistet. B) Bilanzierungs- und BewertungsgrundsätzeGrundlagen für die Erstellung des Zwischenabschlusses Die vorliegenden ungeprüften Quartalsabschlüsse wurden in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards (IAS 34 „Zwischenberichterstattung“) erstellt. Nach Ansicht des Vorstands des Unternehmens spiegeln die vorliegenden Quartalsabschlüsse alle Geschäftsvorfälle wider, die für die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage zu den am 30. Juni 2009 bzw. 2010 endenden Perioden erforderlich sind. Die vorliegenden Zwischenabschlüsse enthalten nicht alle Informationen und Angaben, die für die Erstellung eines Jahresabschlusses erforderlich sind. Daher sollten die Zwischenabschlüsse im Zusammenhang mit den Konzernabschlüssen 2008 und 2009 gelesen werden. Als kapitalmarktorientiertes Mutterunternehmen im Sinne von Artikel 4 der Verordnung (EG) Nr. 1606/2002 wendet der Konzern die International Financial Reporting Standards vollständig an. Der vorliegende Zwischenabschluss wurde vom Vorstand der MediGene AG am 4. August 2010 zur Veröffentlichung freigegeben. Änderung von Bilanzierungs-, Bewertungs- und Ausweisgrundsätzen Die Bilanzierungs-, Bewertungs- und Ausweisgrundsätze der vorliegenden konsolidierten Zwischenabschlüsse entsprechen mit Ausnahme der unten dargestellten denen, die MediGene bereits im Konzernjahresabschluss 2009 angewendet hat. Änderung von Ausweisgrundsätzen Bei der Darstellung der Kapitalflussrechnung wurden die erhaltenen und gezahlten Zinsen nicht mehr unter dem Mittelzu-/ -abfluss aus Finanzierungstätigkeit, sondern unter dem Mittelzu-/-abfluss aus laufender Geschäftstätigkeit ausgewiesen. Die Vorjahreswerte wurden entsprechend angepasst. Hinsichtlich der rechnungslegungsrelevanten Änderungen verweist MediGene auf die ausführliche Darstellung im Geschäftsbericht 2009 auf Seite 42 ff. („Änderungen von Bilanzierungs-, Bewertungs- und Ausweisgrundsätzen“). Konzern-Unternehmen Neben der Muttergesellschaft, der MediGene AG in Planegg/Martinsried, gehören zum Konzern zwei 100 %ige Tochtergesellschaften, die MediGene, Inc., San Diego, Kalifornien, USA, und die MediGene Ltd., Abingdon, Oxfordshire, Großbritannien. Die Tochtergesellschaften wurden im Jahr 2001 (MediGene, Inc.) und im Jahr 2006 (MediGene Ltd.) übernommen. Darüber hinaus hält MediGene seit dem 30. September 2008 39,09 % der Anteile des assoziierten Unternehmens Immunocore Ltd., Abingdon, Oxfordshire, Großbritannien. Durch die Ausgabe von neuen Aktien der Immunocore Ltd. sank MediGenes Anteil zum 30. Juni 2010 auf 32,08 %. Gleichzeitig ist das anteilige Eigenkapital auf 2.256 T€ angestiegen. Daneben besaß die MediGene AG zum 30. Juni 2010 keine weiteren Anteile an verbundenen Unternehmen, assoziierten Unternehmen oder Gemeinschaftsunternehmen. Die Abschlüsse der in den Konzernzwischenabschluss einbezogenen Unternehmen sind nach einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen aufgestellt. Umsätze, Aufwendungen und Erträge sowie Forderungen, Verbindlichkeiten und Rückstellungen zwischen einbezogenen Unternehmen sind eliminiert. C) Saisonabhängigkeit der operativen TätigkeitMediGenes operative Geschäftstätigkeit unterliegt keinerlei saisonal bedingten Schwankungen. D) Erläuterungen zur Gewinn- und VerlustrechnungEingebettetes Derivat Der mit Astellas Pharma geschlossene Vertrag zur Vermarktung von Eligard® beinhaltet ein eingebettetes Derivat, da der Vertrag in US-Dollar und nicht in der funktionalen Währung einer der beiden Vertragsparteien abgewickelt wird. Verluste (Gewinne) aus diesem Derivat entstehen durch Wechselkursverluste (-gewinne) des US-Dollar gegenüber dem Euro und werden jeweils zum Periodenende erfolgswirksam erfasst. Die Bewertung des eingebetteten Derivats erfolgt auf der Basis der vorliegenden/erwarteten Bestellungen von Astellas Pharma. Assoziiertes Unternehmen Die Gewinn- und Verlustrechnung enthält den Anteil des Konzerns am Erfolg des assoziierten Unternehmens Immunocore Ltd. Unmittelbar im Eigenkapital des assoziierten Unternehmens ausgewiesene Änderungen werden vom Konzern in Höhe seines Anteils erfasst und gegebenenfalls in der Eigenkapitalveränderungsrechnung dargestellt. Nicht realisierte Gewinne und Verluste aus Transaktionen zwischen dem Konzern und dem assoziierten Unternehmen werden entsprechend dem Anteil am assoziierten Unternehmen eliminiert. E) Erläuterungen zur BilanzGezeichnetes Kapital Im Vergleich zum 31. Dezember 2009 stieg das gezeichnete Kapital von 35.557 T€ um 1.525 T€ auf 37.082 T€ zum 30. Juni 2010. Das gezeichnete Kapital war zum 30. Juni 2010 in 37.082.758 nennwertlose auf den Namen lautende Stückaktien eingeteilt, von denen zum Bilanzstichtag ca. 93 % im Umlauf waren. Geschäfts- oder Firmenwert und immaterielle Vermögenswerte Der Anstieg des bilanzierten Geschäfts- oder Firmenwerts und der immateriellen Vermögenswerte im Vergleich zum 31. Dezember 2009 beruht ausschließlich auf stichtagsbezogenen Wechselkurseffekten. Diese Effekte betreffen den in britischen Pfund geführten Buchwert des Geschäfts- oder Firmenwerts und der immateriellen Vermögenswerte, die aus der Übernahme von MediGene Ltd. stammen. Im Eigenkapital wird diese Veränderung unter „Sonstige Rücklagen“ ausgewiesen. Kurzfristige Schulden Im Vergleich zum 31. Dezember 2009 sind die kurzfristigen Schulden von 13.606 T€ um 3.340 T€ auf 10.266 T€ zum 30. Juni 2010 gesunken. Grund für diesen Rückgang sind hauptsächlich die Minderung der sonstigen Schulden und die Gewinne aus dem derivativen Finanzinstrument (s. Konzernanhang D) S. 17). F) Erläuterungen zur KapitalflussrechnungDer Barmittelverbrauch aus laufender Geschäftstätigkeit verringerte sich im ersten Halbjahr 2010 von 1,9 auf 1,4 Mio. € im Vergleich zu der Vorjahresperiode. Der in der Kapitalflussrechnung dargestellte Finanzmittelfonds stimmt mit der Position „Liquide Mittel“ in der Konzernbilanz überein. G) Ergebnis je AktieDer Nettoverlust bei voller Verwässerung entsprach zum Berichtszeitpunkt dem tatsächlichen Verlust, da die Umwandlung von Äquivalenten von Stammaktien dem Verwässerungseffekt entgegenwirken würde. H) SegmentberichterstattungPrimäres Berichtsformat – Geschäftsbereiche Der Konzern ist in zwei Hauptgeschäftsbereiche gegliedert: Vermarktete Produkte und Medikamentenkandidaten. Die Segmente setzen sich wie folgt zusammen: Primäres Berichtsformat – Geschäftsbereiche scroll
1)
Die Segmentüberleitung enthält Angaben, die weder dem Segment „Vermarktete Produkte“
noch dem Segment „Medikamentenkandidaten“ zuzuordnen sind, da sie keine eigenen Aktivitäten
darstellen. Primäres Berichtsformat – Geschäftsbereiche scroll
1)
Die Segmentüberleitung enthält Angaben, die weder dem Segment „Vermarktete Produkte“
noch dem Segment „Medikamentenkandidaten“ zuzuordnen sind, da sie keine eigenen Aktivitäten
darstellen. Die Erlöse der einzelnen Segmente entstammen externen Geschäftsbeziehungen. Die Verrechungspreise zwischen den Geschäftsbereichen und Regionen werden anhand der marktüblichen Konditionen unter fremden Dritten ermittelt. Die Segmente setzen sich wie folgt zusammen: Vermarktete Produkte:
Medikamentenkandidaten & Technologien:
J) Sonstige ErläuterungenEventualverbindlichkeiten Für die nachfolgend aufgeführten Eventualverbindlichkeiten war keine Rückstellung zu passivieren, da das Risiko einer Inanspruchnahme als nicht wahrscheinlich gilt. Im Rahmen bestehender Lizenzvereinbarungen hat sich MediGene zu Meilensteinzahlungen in Höhe von ca. 9,5 Mio. € an den jeweiligen Lizenzgeber verpflichtet. Aus Sicht der Unternehmensleitung sind hierfür keine Rückstellungen zu bilden, da die entsprechenden Zahlungen erst beim Erreichen bestimmter Meilensteine fällig werden. Das Unternehmen mietet Büro- und Laborräume, Büroeinrichtungen, Laborgeräte sowie Fahrzeuge, die operatives Leasing darstellen, da der Konzern auf Grund der vertraglichen Vereinbarung nicht die Chancen und Risiken trägt. Die Leasingvereinbarungen weisen unterschiedliche Konditionen, Mieterhöhungsklauseln und Verlängerungsoptionen auf. Der Konzern hat bei diesen Leasingvereinbarungen je nach Vertrag eine Kündigungsfrist von einem Monat bis zu zehn Jahren. K) Geschäftsführungs- und Aufsichtsratsorgane„Directors’ Holdings“ und Erläuterungen zu Bezugsrechten scroll
Stand zum 30. Juni 2010 und zum 31. Dezember 2009 |
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