Medigene AG

Planegg, Ortsteil Martinsried

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2009 bis zum 31.12.2009

Bericht des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat nahm im Geschäftsjahr 2009 die ihm nach Gesetz und Satzung obliegenden Aufgaben in vollem Umfang und mit großer Sorgfalt wahr. Anhand der mündlichen und schriftlichen Berichte des Vorstands hat der Aufsichtsrat die Geschäftsführung der Gesellschaft laufend überwacht und den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens regelmäßig beraten. Der Aufsichtsrat war an allen für das Unternehmen wesentlichen Entscheidungen direkt beteiligt.

Der Vorstand berichtete neben den turnusmäßigen Aufsichtsratssitzungen regelmäßig sowohl in schriftlicher als auch mündlicher Form zeitnah und umfassend über den aktuellen Stand der Forschungs- und Entwicklungsprojekte, die wirtschaftliche Lage und Entwicklung der Gesellschaft sowie über die Unternehmensplanung, wesentliche Geschäftsvorfälle, grundsätzliche Fragen der Geschäftspolitik einschließlich der strategischen und organisatorischen Ausrichtung, Kosten- und Ertragsentwicklung, Investitionsmaßnahmen und die Finanzplanung.

Mit besonderer Aufmerksamkeit beobachtete, überwachte und prüfte der Aufsichtsrat stets die Risikolage sowie das Risikomanagement und die rechtskonforme Unternehmensführung. Abweichungen des Geschäftsverlaufs von den Plänen und Zielen wurden dem Aufsichtsrat im Einzelnen erläutert, und die strategische Ausrichtung des Unternehmens hat der Vorstand mit dem Aufsichtsrat abgestimmt. Alle für das Unternehmen bedeutenden Geschäftsvorgänge wurden im Aufsichtsratsplenum ausführlich erörtert. Über das im Unternehmen implementierte Risikomanagement informiert der Risikobericht des Geschäftsberichts.

Sitzungen des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat hat seine Aufgaben auf der Grundlage ausführlicher schriftlicher und mündlicher Berichterstattung durch den Vorstand mit aktuellen und umfassenden Informationen wahrgenommen. Im Geschäftsjahr 2009 fanden fünf Sitzungen (5. März 2009,28. Mai 2009,30. Juli 2009,31. August 2009,11. Dezember 2009) sowie fernmündliche Besprechungen statt. 2010 hat bis zur bilanzfeststellenden Aufsichtsratssitzung am 11. März 2010 eine Sitzung in der Form einer Telefonkonferenz am 2. Februar 2010 stattgefunden. Im Bedarfsfall wurden Beschlüsse in schriftlicher Form gefasst. Zu speziellen Themen wurden Mitarbeiter der Gesellschaft sowie externe Experten hinzugezogen. Auch in Einzelgesprächen stand der Aufsichtsrat dem Vorstand zur Verfügung. Der Aufsichtsratsvorsitzende sprach in der Regel mindestens einmal wöchentlich mit dem Vorstandsvorsitzenden, informierte sich und seine Aufsichtsratskollegen über wichtige Geschäftsvorfälle und stand beratend zur Seite.

Über alle Projekte und Vorhaben von besonderer Bedeutung für die Gesellschaft wurde der Aufsichtsrat durch den Vorstand auch außerhalb von Sitzungen unverzüglich informiert. Zustimmungspflichtige Rechtsgeschäfte legte der Vorstand rechtzeitig zur Beschlussfassung vor.

Alle dem Aufsichtsrat vorgelegten Vorgänge, die gemäß Gesetz oder Satzung der Zustimmung des Aufsichtsrats bedürfen, wurden mit dem Vorstand eingehend erörtert. Gegenstand regelmäßiger Beratungen im Plenum waren die Umsatz-, Ergebnis- und Beschäftigungsentwicklung. Neben der wirtschaftlichen Lage und der aktuellen Geschäftsentwicklung legte der Aufsichtsrat im Geschäftsjahr 2009 besonderes Augenmerk auf die weitere strategische Neuausrichtung des Unternehmens. Im Mittelpunkt standen dabei die Ausbildung einer klaren, erkennbaren Kernkompetenz der Gesellschaft sowie die zukünftige Planung für ein nachhaltig finanziertes Unternehmen. Im Zusammenhang mit der Fokussierung auf die Kernkompetenz EndoTAG® wurden die Abteilungen „Klinische Entwicklung“ und „Herstellung“ verstärkt, während die Forschungsabteilung „Frühe Entwicklung“ aufgelöst wurde. Weiterhin unterstützt der Aufsichtsrat die Bestrebungen des Unternehmens, die AAVLP-Technologie auszugründen. Im Dezember 2009 wurden weiterhin die zukünftigen strategischen Pläne der Gesellschaft bis zum Jahr 2015 vorgestellt - mit Produktumsätzen aus der Vermarktung von EndoTAG®-1 soll das Unternehmen bis dahin die Profitabilität erreichen.

Ein wesentlicher Beratungsschwerpunkt im Geschäftsjahr 2009 war die strukturelle und personelle Entwicklung der Unternehmensführung. Im April des Jahres 2009 hat Dr. Peter Heinrich nach langer Tätigkeit für die Gesellschaft sein Amt als Mitglied des Vorstands niedergelegt. Der Aufsichtsrat hatte daraufhin beschlossen, Dr. Frank Mathias zum Vorstandsvorsitzenden zu bestimmen.

Im Dezember 2009 hat der Aufsichtsrat im Zusammenhang mit der Änderung der Entwicklungspläne für EndoTAG®-1 und RhuDex® auch beschlossen, die Bestellung zum Vorstand von Dr. Axel Mescheder zu widerrufen und den Geschäftsbereich Forschung und Entwicklung zukünftig direkt an den Vorstandsvorsitzenden Dr. Frank Mathias berichten zu lassen.

In der Sitzung vom 5. März 2009 hat sich der Aufsichtsrat vor allem mit dem Jahres- und Konzernabschluss zum 31. Dezember 2008 und der Unternehmensplanung für das Geschäftsjahr 2009 befasst. Im Rahmen dieser Sitzung wurden gleichfalls die Ziele für das Geschäftsjahr 2009 definiert.

Während der Sitzung vom 28. Mai 2009 hat sich der Aufsichtsrat vor allem mit der strategischen Vorgehensweise bei der Verpartnerung des Medikamentenkandidaten EndoTAG®-1 sowie den Finanz- und Entwicklungsplänen für die nächsten zehn Jahre auseinandergesetzt.

In der Sitzung vom 30. Juli 2009 wurden vor allem die Diskussionen über die Finanz- und Entwicklungspläne der Gesellschaft weiter fortgesetzt und vertieft. Insbesondere beschäftigte sich das Gremium mit dem Projektportfolio der MediGene AG und den künftigen Kernkompetenzen. Außerdem informierte der Vorstand den Aufsichtsrat über die Optionen zur Sicherung der Liquidität des Unternehmens sowie über den jeweiligen Status der klinischen Entwicklungsprojekte. Im Rahmen dieser Sitzung hat der Aufsichtsrat auch die Hauptversammlung vorbereitet.

Während der Sitzung vom 31. August 2009 wurde vor allem die am gleichen Tage stattgefundene Hauptversammlung nachbesprochen. Weiterhin waren weiterführende Überlegungen zum Projekt EndoTAG®-1 sowie zur Finanzierung des Unternehmens Bestandteile der Tagesordnung. Der Aufsichtsrat beschloss nach der im Mai erfolgreich abgewickelten Probetranche insbesondere, der Fortführung des SEDA-Programms grundsätzlich zuzustimmen. Der Aufsichtsrat prüfte selbständig die Absicht des Vorstands, die Herstellung von EndoTAG®-1 unverzüglich von Gefrier- auf Sprühtrocknung umzustellen, und bestärkte den Vorstand in diesem Vorhaben. Der Aufsichtsrat erwartet davon eine Verstärkung der Ausgangslage der Gesellschaft für die Verpartnerung dieses Produkts.

Im Rahmen der Sitzung vom 11. Dezember 2009 wurde eingehend die Budgetplanung für das Jahr 2010 diskutiert und das Budget für das kommende Geschäftsjahr verabschiedet. Auch wurden grundlegende Entscheidungen für die weitere Finanzierung der Gesellschaft diskutiert. Im Rahmen dieser Sitzung hat das Gesamtplenum des Aufsichtsrats in Abwesenheit des Vorstands auch Fragen der Zielerreichung für 2009 und der Vorstandsvergütung erörtert. Das System der Vorstandsvergütung wurde vom Gesamtplenum des Aufsichtsrats überprüft und als angemessen bewertet. Ausführliche Erläuterungen zur Höhe und Struktur der Vergütung sind im Vergütungsbericht (siehe Seite 80 f. des Geschäftsberichts) zu finden.

Weiterhin stellte der Vorstand mit den Projektleitern im Detail den Fortschritt der einzelnen Portfolioprojekte vor und diskutierte eingehend mit dem Aufsichtsrat die zukünftige Strategie der Kernprojekte EndoTAG® und RhuDex®.

Ausschüsse im Aufsichtsrat

Es bestanden im gesamten Geschäftsjahr 2009 ein Compensation Committee (Personal- und Vergütungsausschuss) und ein Audit Committee (Prüfungsausschuss). Zusätzlich wurde im Mai 2009 ein SEDA-Committee gebildet.

Im Laufe des Jahres 2009 tagten die beiden erstgenannten Ausschüsse jeweils viermal. Das SEDA-Committee tagte fünfmal.

Zu den Aufgaben des Compensation Committees gehören die Personalangelegenheiten der Vorstandsmitglieder. Schwerpunkte bilden Abschluss und Änderung der Anstellungsverträge mit den Vorstandsmitgliedern und die Festsetzung ihrer Vergütungen. Wesentliches Beratungsthema waren das Ausscheiden des langjährigen Vorstandsvorsitzenden Dr. Peter Heinrich und dessen Nachfolgeregelung sowie der Widerruf der Bestellung von Dr. Axel Mescheder zum Vorstand für Forschung und Entwicklung. Die in diesem Zusammenhang zu treffenden Entscheidungen wurden auf Grund der Wichtigkeit dieser personellen Angelegenheiten durch den Gesamtaufsichtsrat beraten und entschieden. Dem Compensation Committee gehören Prof. Dr. Ernst-Ludwig Winnacker (Vorsitzender), Dr. Pol Bamelis sowie Prof. Dr. Norbert Riedel an.

Die Mitglieder des Audit Committees befassen sich mit Fragen der Rechnungslegung und des Risikomanagements, der erforderlichen Unabhängigkeit des Abschlussprüfers, der Erteilung des Prüfungsauftrags an den Abschlussprüfer, der Bestimmung von Prüfungsschwerpunkten und der Honorarvereinbarung mit den Wirtschaftsprüfern. Das Audit Committee hat die Unabhängigkeitserklärung des Abschlussprüfers gemäß Ziffer 7.2.1 des Deutschen Corporate Governance Kodex eingeholt und die Unabhängigkeit des Prüfers überwacht. Der Prüfungsausschuss befasste sich in Gegenwart des Abschlussprüfers und des Finanzvorstands mit der Prüfung des Jahres- und Konzernabschlusses der MediGene AG. Halbjahres- und Quartalsfinanzberichte wurden vom Prüfungsausschuss vor der Veröffentlichung regelmäßig überprüft und mit dem Vorstand erörtert. Dem Audit Commitee gehören Sebastian Freitag (Vorsitzender und Finanzexperte), Dr. Pol Bamelis und Dr. Mathias Boehringer an.

Das SEDA Committee ist ein beschließender Ausschuss, dessen Mitglieder sich mit allen Beschlüssen die sich für den Aufsichtsrat aus dem mit YA Global Investments L.P. geschlossenen „Standby Equity Distribution Agreement“ zur Zeichnung neuer Aktien der MediGene AG ergeben, befassen. Insbesondere sind dies die Zustimmungen des Aufsichtsrats zur Ausgabe neuer Aktien, zur Festlegung des Inhalts der Aktienrechte und zu den Bedingungen der Aktienausgabe sowie zum Bezugsrechtsausschluss, welche jeweils gesondert für jede einzelne Tranche erfolgen müssen. Außerdem ist das SEDA Committee für die Satzungsänderung, die nach jeder Aktienausgabe aus dem SEDA Programm erforderlich ist, zuständig. Dem SEDA Commitee gehören Prof. Dr. Ernst-Ludwig Winnacker, Sebastian Freitag und Dr. Pol Bamelis an.

Über ihre Arbeit haben die Aufsichtsratsausschüsse regelmäßig in den jeweils folgenden Sitzungen des Aufsichtsratsplenums berichtet.

Corporate Governance

Der Aufsichtsrat befasste sich auch 2009 mit der Einhaltung der Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex durch die MediGene AG. Vorstand und Aufsichtsrat haben die Umsetzung des Kodex bei der MediGene AG in der Aufsichtsratssitzung vom 11. Dezember 2009 intensiv diskutiert und gaben ebenfalls am 11. Dezember 2009 die jährliche Entsprechenserklärung gemäß §161 AktG ab, die den Aktionären auf der Website der Gesellschaft dauerhaft zugänglich gemacht wurde. Vorstand und Aufsichtsrat haben sich in entsprechendem Umfang der Umsetzung der Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex verpflichtet.

Über die Corporate Governance bei der MediGene AG berichtet der Vorstand zugleich auch für den Aufsichtsrat gemäß Ziffer 3.10 des Deutschen Corporate Governance Kodex im Corporate Governance Bericht.

Interessenkonflikte von Vorstands- und Aufsichtratsmitgliedern, die dem Aufsichtrat gegenüber unverzüglich offenzulegen sind, und über die die Hauptversammlung zu informieren ist, sind im Geschäftsjahr 2009 nicht aufgetreten.

Aufsichtsratsmitglieder

Im Aufsichtsrat kam es 2009 zu keinen personellen Veränderungen.

Für die Zeit bis zur nächsten Hauptversammlung hat die Gesellschaft im Januar 2010 die gerichtliche Bestellung von Dr. Thomas Werner für den bisher vakanten Posten im Aufsichtsrat beantragt. Das Amtsgericht München, Registergericht, hat mit Beschluss vom 2. Februar 2010, Dr. Thomas Werner zum Mitglied des Aufsichtsrats bestellt. Der nächsten Hauptversammlung wird vorgeschlagen werden, Dr. Thomas Werner in den Aufsichtsrat zu wählen.

Der Aufsichtsrat überprüft regelmäßig, ob das Gremium bzw. mindestens eines seiner Mitglieder über die notwendige Unabhängigkeit und die geforderte Fach- und Sachkompetenz auf den Gebieten der Rechnungslegung oder Abschlussprüfung verfügt. Dies war auch im Geschäftsjahr 2009 der Fall. Sebastian Freitag ist auf Basis seiner Ausbildung und beruflichen Tätigkeit als Finanzexperte des Gremiums qualifiziert.

Jahres- und Konzernabschluss

Der von der Hauptversammlung gewählte und vom Aufsichtsrat beauftragte Abschlussprüfer, die Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, München, hat den vom Vorstand nach den Regeln des HGB erstellten Jahresabschluss der MediGene AG zum 31. Dezember 2009 sowie den Lagebericht der MediGene AG für das Geschäftsjahr 2009 geprüft und mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Den Prüfauftrag hatte der Prüfungsausschuss entsprechend dem Beschluss der Hauptversammlung vom 31. August 2009 vergeben. Der Konzernabschluss der MediGene wurde auf der Grundlage der internationalen Rechnungslegungsstandards, wie sie in der EU anzuwenden sind und der ergänzend nach § 315 a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften aufgestellt. Der Abschlussprüfer versah auch diesen Konzernabschluss sowie den Konzernlagebericht mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk.

Der Prüfungsausschuss hat für das Berichtsjahr die Prüfungsschwerpunkte mit dem Abschlussprüfer festgelegt.

Die Abschlussunterlagen sowie die Prüfberichte des Abschlussprüfers wurden allen Aufsichtratsmitgliedern rechtzeitig zur Verfügung gestellt. Sie wurden vom Prüfungsausschuss und vom Aufsichtsrat am 11. März 2010 eingehend geprüft und im Beisein des Vorstands und des Abschlussprüfers, der über die Ergebnisse seiner Prüfung berichtete, erörtert. Der Abschlussprüfer nahm an der Bilanzsitzung teil, berichtete ausführlich über die wesentlichen Ergebnisse seiner Prüfung, insbesondere über die Ergebnisse seiner Prüfung bezogen auf wesentliche Schwächen des internen Kontroll- und Risikomanagements hinsichtlich des Rechnungslegungsprozesses. Vorstand und Abschlussprüfer standen für ergänzende Fragen und Auskünfte zur Verfügung. Alle Fragen konnten zur vollsten Zufriedenheit des Aufsichtsrats beantwortet werden.

Der Aufsichtsrat hat sich nach eigener Prüfung des Jahresabschlusses, des Konzernabschlusses, des Lageberichts und des Konzernlageberichts dem Ergebnis des Abschlussprüfers angeschlossen und in seiner Sitzung vom 11. März 2010 gemäß der Empfehlung des Prüfungsausschusses den Jahresabschluss und den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2009 gebilligt. Damit ist der Jahresabschluss festgestellt.

Der Prüfungsausschuss hat im Rahmen der Sitzung vom 11. März 2010 auch empfohlen, dass die Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, München, der Hauptversammlung vom Aufsichtsrat als Abschlussprüfer für das Jahr 2010 vorgeschlagen wird. Der Aufsichtrat wird dieser Empfehlung folgen.

Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihren erfolgreichen Einsatz für die Gesellschaft im Geschäftsjahr 2009. Gemeinsam haben sie im abgelaufenen Geschäftsjahr wieder ein gutes Ergebnis erreicht.

 

Planegg/Martinsried, im März 2010

Prof. Dr. Ernst-Ludwig Winnacker, Vorsitzender des Aufsichtsrats