Medigene AG

Planegg, Ortsteil Martinsried

Konzernabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.01.2015 bis zum 31.12.2015

Inhaltsverzeichnis

Bestätigungsvermerk

Rechnungslegung

Auftragsbedingungen, Haftung und Verwendungsvorbehalt

Hinweis:

Den nachfolgenden Bestätigungsvermerk haben wir, unter Beachtung der gesetzlichen und berufsständischen Bestimmungen, nach Maßgabe der in der Anlage "Auftragsbedingungen, Haftung und Verwendungsvorbehalt" beschriebenen Bedingungen erteilt.

Falls das vorliegende Dokument in elektronischer Fassung für Zwecke der Offenlegung im Bundesanzeiger verwendet wird, sind für diesen Zweck daraus nur die Dateien zur Rechnungslegung und im Falle gesetzlicher Prüfungspflicht der Bestätigungsvermerk resp. die diesbezüglich erteilte Bescheinigung bestimmt.

Bestätigungsvermerk

Wir haben den von der Medigene AG, Planegg/Martinsried, aufgestellten Konzernabschluss - bestehend aus Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, Konzern-Gesamtergebnisrechnung, Konzern-Bilanz, Konzern-Kapitalflussrechnung, Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung und Konzernanhang - sowie den Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2015 bis 31. Dezember 2015 geprüft. Die Aufstellung von Konzernabschluss und Konzernlagebericht nach den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften liegt in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung über den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht abzugeben.

Wir haben unsere Konzernabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung des durch den Konzernabschluss unter Beachtung der anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften und durch den Konzernlagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld des Konzerns sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben im Konzernabschluss und Konzernlagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, der Abgrenzung des Konsolidierungskreises, der angewandten Bilanzierungs- und Konsolidierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Der Konzernlagebericht steht in Einklang mit dem Konzernabschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

 

München, den 15. März 2016

Ernst & Young GmbH
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Barth, Wirtschaftsprüfer

Gallowsky, Wirtschaftsprüfer

VERSICHERUNG DER GESETZLICHEN VERTRETER

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz-, und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.

 

Planegg/Martinsried, den 15. März 2016

Prof. Dr. Dolores J. Schendel, Vorstandsvorsitzende (CEO/CSO)

Dr. Frank Mathias, Mitglied des Vorstands

Peter Llewellyn-Davies, Mitglied des Vorstands (CFO)

Dave Lemus, Mitglied des Vorstands (COO)

KONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG
DER MEDIGENE AG FÜR DIE GESCHÄFTSJAHRE 1. JANUAR BIS 31. DEZEMBER 2015 UND 2014

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IN T€ ANHANG 2015 2014
Umsatzerlöse   3.101 5.195
Sonstige betriebliche Erträge   3.707 8.589
Gesamterlöse (28) 6.808 13.784
Beschaffungskosten der Erlöse (29) -1.103 -2.086
Bruttoergebnis   5.705 11.698
Vertriebskosten (30) -2.141 -1.991
Allgemeine Verwaltungskosten (31) -5.474 -5.090
Forschungs- und Entwicklungskosten (32) -8.529 -7.498
Betriebsergebnis   -10.439 -2.881
Zinserträge (33) 62 27
Zinsaufwendungen (33) -2.976 -1.801
Währungsverluste   -856 -1.201
Anteil am Ergebnis/Veräußerung des assoziierten Unternehmens (37) 810 -56
Ergebnis vor Steuern   -13.399 -5.912
Steuern (43) 400 155
Jahresergebnis   -12.999 -5.757
Unverwässerter/verwässerter Verlust je Aktie in €   -0,77 -0,47
Gewichtete durchschnittliche Anzahl der Aktien (unverwässert und verwässert)   16.808.501 12.210.949

KONZERN-GESAMTERGEBNISRECHNUNG
DER MEDIGENE AG FÜR DIE GESCHÄFTSJAHRE 1. JANUAR BIS 31. DEZEMBER 2015 UND 2014

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IN T€ ANHANG 2015 2014
Jahresergebnis   -12.999 -5.757
Sonstiges Ergebnis      
In Folgeperioden in die Gewinn- und Verlustrechnung umzugliedemdes sonstiges Ergebnis:      
Währungsumrechnung ausländischer Geschäftsbetriebe 1)   160 156
Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 1) (36) 9.215 112
Zwischensumme   9.375 268
In Folgeperioden in die Gewinn- und Verlustrechnung nicht umzugliederndes sonstiges Ergebnis:      
Neubewertung leistungsorientierter Pensionspläne (42) 35 -101
Zwischensumme   35 -101
Sonstiges Ergebnis nach Steuern   9.410 167
Gesamtergebnis   -3.589 -5.590

1) Ertragsteuereffekte sind nicht angefallen.

KONZERN-BILANZ
DER MEDIGENE AG ZUM 31. DEZEMBER 2015 UND 2014

AKTIVA

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IN T€ ANHANG 31.12.2015 31.12.2014
A. Langfristige Vermögenswerte I. Sachanlagevermögen (35) 2.502 951
II. Immaterielle Vermögenswerte (35) 33.501 36.165
III. Geschäfts- oder Firmenwerte (35) 2.212 2.212
IV. Finanzielle Vermögenswerte (36) 13.014 4.185
V. Anteile an assoziierten Unternehmen (37) 0 2.781
VI. Sonstige Vermögenswerte (39) 323 323
Langfristige Vermögenswerte, gesamt   51.552 46.617
       
B. Kurzfristige Vermögenswerte      
I. Vorräte (38) 6.654 4.406
II. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (39) 763 1.733
III. Sonstige Vermögenswerte (39) 5.724 3.551
IV. Festgelder (40) 38.000 0
V. Liquide Mittel (40) 8.759 14.976
Kurzfristige Vermögenswerte, gesamt   59.900 24.666
       
C. Zur Veräußerung gehaltene immaterielle Vermögenswerte (35) 2.079 0
       
Summe der Aktiva   113.531 71.283

PASSIVA

     
IN T€ ANHANG 31.12.2015 31.12.2014
A. Eigenkapital      
I. Gezeichnetes Kapital (41) 19.678 13.927
II. Kapitalrücklage   426.671 387.916
III. Bilanzverlust   -365.829 -352.865
IV. Sonstige Rücklagen   9.468 93
Eigenkapital, gesamt   89.988 49.071
B. Langfristige Schulden      
I. Finanzierungsleasingschulden (48) 548 0
II. Finanzschulden (4) 10.605 10.597
III. Pensionsverpflichtungen (42) 359 413
IV. Sonstige finanzielle Schulden (44) 416 868
V. Umsatzabgrenzungsposten (45) 0 226
VI. Latente Steuern (43) 1.951 2.353
Langfristige Schulden, gesamt   13.879 14.457
C. Kurzfristige Schulden      
I. Finanzierungsleasingschulden (48) 196 0
II. Schulden aus Lieferungen und Leistungen (44) 1.354 1.785
III. Sonstige finanzielle Schulden (44) 7.888 5.913
IV. Umsatzabgrenzungsposten (45) 226 57
Kurzfristige Schulden, gesamt   9.664 7.755
Schulden, gesamt   23.543 22.212
Summe der Passiva   113.531 71.283

KONZERN-KAPITALFLUSSRECHNUNG
DER MEDIGENE AG FÜR DIE GESCHÄFTSJAHRE 1. JANUAR BIS 31. DEZEMBER 2015 UND 2014

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IN T€ 2015 2014
Mittelzu-/-abfluss aus laufender Geschäftstätigkeit    
Ergebnis vor Steuern -13.399 -5.912
Anpassungen:    
Aktienbasierte Vergütung 111 66
Nicht zahlungswirksame sonstige betriebliche Erträge -2.493 -2.493
Abschreibungen 944 810
Verluste aus Sachanlagenabgang 59 2
Zinserträge -62 -27
Zinsaufwendungen 2.976 1.801
Änderungen bei:    
Vorräten -2.248 -1.360
Sonstigen Vermögenswerten und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 2.542 -2.660
Schulden aus Lieferungen und Leistungen -431 266
Sonstigen finanziellen Schulden und Umsatzabgrenzungsposten 2.226 686
Anteil am Ergebnis/Veräußerung des assoziierten Unternehmens -810 56
Zwischensumme -10.585 -8.765
Erhaltene Zinsen 19 9
Gezahlte Zinsen -39 0
Summe Mittelabfluss aus laufender Geschäftstätigkeit -10.605 -8.756
Mittelzu-/-abfluss aus Investitionstätigkeit    
Sachanlagenzukäufe -1.328 -873
Darlehen an assoziierte Unternehmen -81 -83
Mit der Tochtergesellschaft erworbene Zahlungsmittel 0 21
Einzahlungen in Festgelder -38.000 0
Summe Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit -39.409 -935
Mittelzu-/-abfluss aus Finanzierungstätigkeit    
Einzahlungen Kapitalerhöhung 46.431 15.899
Kosten der Aktienausgabe -2.736 -1.397
Tilgungsanteil der Finanzierungsleasing 102 0
Summe Mittelzufluss aus Finanzierungstätigkeit 43.797 14.502
Ab-/Zunahme liquider Mittel -6.217 4.811
Liquide Mittel, Anfangsbestand 14.976 10.166
Wechselkursschwankungen 0 -1
Liquide Mittel, Endbestand 8.759 14.976

KONZERN- EIGENKAPITALVERÄNDERUNGSRECHNUNG
DER MEDIGENE AG FÜR DIE GESCHÄFTSJAHRE 1. JANUAR BIS 31. DEZEMBER 2015 UND 2014

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IN T€ AKTIENZAHL IN STÜCK GEZEICHNETES KAPITAL KAPITALRÜCKLAGE BILANZVERLUST
Stand 1.1.2014 9.872.139 9.872 373.586 -347.007
Jahresergebnis       -5.757
Sonstiges Ergebnis       -101
Gesamtergebnis        
Ausgabe von Aktien 3.037.478 3.037 12.862  
Kosten der Aktienausgabe     -1.333  
Ausgabe von Aktien für den Unternehmenszusammenschluss 1.017.811 1.018 2.799  
Kosten der Ausgabe von Aktien für den Unternehmenszusammenschluss     -64  
Aktienbasierte Vergütung     66  
Stand 31.12.2014 13.927.428 13.927 387.916 -352.865
Stand 1.1.2015 13.927.428 13.927 387.916 -352.865
Jahresergebnis       -12.999
Sonstiges Ergebnis       35
Gesamtergebnis        
Ausgabe von Aktien ≥ Ziffer (41) 5.594.178 5.594 40.837  
Kosten der Aktienausgabe     -2.736  
Ausgabe von Aktien für Wandelschuldverschreibungen 90.652 91 -91  
Ausgabe von Aktien für den Unternehmenszusammenschluss, 1. Meilenstein ≥ Ziffer (44) 66.370 66 634  
Aktienbasierte Vergütung     111  
Stand 31.12.2015 19.678.628 19.678 426.671 -365.829
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IN T€ WÄHRUNGSDIFFERENZEN FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE SUMME EIGENKAPITAL
Stand 1.1.2014 -177 2 36.276
Jahresergebnis     -5.757
Sonstiges Ergebnis 156 112 167
Gesamtergebnis     -5.590
Ausgabe von Aktien     15.899
Kosten der Aktienausgabe     -1.333
Ausgabe von Aktien für den Unternehmenszusammenschluss     3.817
Kosten der Ausgabe von Aktien für den Unternehmenszusammenschluss     -64
Aktienbasierte Vergütung     66
Stand 31.12.2014   114 49.071
Stand 1.1.2015 -21 114 49.071
Jahresergebnis     -12.999
Sonstiges Ergebnis 160 9.215 9.410
Gesamtergebnis     -3.589
Ausgabe von Aktien ≥ Ziffer (41)     46.431
Kosten der Aktienausgabe     -2.736
Ausgabe von Aktien für Wandelschuldverschreibungen     0
Ausgabe von Aktien für den Unternehmenszusammenschluss, 1. Meilenstein ≥ Ziffer (44)     700
Aktienbasierte Vergütung     111
Stand 31.12.2015 139 9.329 89.988

KONZERN-ANHANG
DER MEDIGENE AG, PLANEGG/MARTINSRIED, FÜR DAS GESCHÄFTSJAHR 2015

A) GESCHÄFTSTÄTIGKEIT UND INFORMATION

Die Medigene AG, Planegg/Martinsried (im Folgenden »Medigene« oder »Gesellschaft«), zusammen mit ihren konsolidierten Tochtergesellschaften (im Folgenden »Konzern«), ist ein Biotechnologie-Unternehmen mit Hauptsitz in Martinsried bei München. Das Unternehmen entwickelt hochinnovative, komplementäre Therapieplattformen zur Behandlung von verschiedenen Krebsarten und —stadien mit Projekten in der klinischen und präklinischen Testung. Medigene konzentriert sich auf die Entwicklung personalisierter, T-Zell-gerichteter Immuntherapien.

Die Hauptaktivitäten des Konzerns sind ≥ unter E) »Segmentberichterstattung« dargestellt.

Die Medigene AG wurde 1994 in Planegg/Martinsried bei München mit einem Stammkapital von 26 T€ gegründet. 1996 wurde die Gesellschaft in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Der Hauptsitz der Gesellschaft befindet sich in der Lochhamer Straße 11, 82152 Planegg/Martinsried, Deutschland. Eingetragen ist die Firma im Handelsregister des Amtsgerichts München, HRB 115761. Die Medigene AG ist seit Juni 2000 börsennotiert (Deutsche Börse: Geregelter Markt, Prime Standard; WKN A1X 3W0; Kürzel MDG1).

Neben der Muttergesellschaft, der Medigene AG in Planegg/Martinsried, gehören zum Konzern die 100%ige Tochtergesellschaft Medigene, Inc., San Diego, Kalifornien, USA, die im Jahr 2001 erworben wurde, sowie seit der Akquisition im Januar 2014 die 100 %ige Tochtergesellschaft Medigene Immunotherapies GmbH, München (im Folgenden auch »Medigene Immunotherapies«).

Die Konzernleitung liegt beim Vorstand der Muttergesellschaft, der Medigene AG. Die Geschäftsführung der Tochtergesellschaften berichtet direkt an den Konzernvorstand oder besteht aus Mitgliedern des Konzernvorstands.

Finanzierungsrisiken

Seit der Gründung der Medigene AG im Jahr 1994 hat das Unternehmen in fast jedem Geschäftsjahr operative Verluste ausgewiesen, da die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung die jeweiligen Umsätze beziehungsweise das jeweilige Bruttoergebnis überstiegen. Das künftige Erreichen der Profitabilität hängt von operativen Fortschritten sowie von strategischen Entscheidungen des Unternehmens ab und ist noch nicht gesichert.

Die Fähigkeit, zusätzliche Finanzmittel aufzubringen, ist von finanziellen, wirtschaftlichen und anderen Faktoren abhängig, auf die das Management nur begrenzt Einfluss hat. Zu diesen Faktoren zählen auch die im Rahmen von Medigenes Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten erzielten Resultate. Es kann sein, dass Medigene nicht immer ausreichende Finanzmittel zu akzeptablen Bedingungen zur Verfügung stehen. In diesem Fall müsste Medigene möglicherweise Ausgaben für Forschung und Entwicklung, Produktion oder Marketing reduzieren. Der Vorstand geht zum jetzigen Zeitpunkt davon aus, dass zusätzliche Finanzmittel rechtzeitig eingeworben werden können. Das Unternehmen könnte diese Finanzmittel z. B. aus weiteren Partnerschaften mit Pharmagesellschaften oder durch Kapitalmaßnahmen erhalten.

B) BILANZIERUNGS- UND BEWERTUNGSGRUNDSÄTZE

(1) Grundlagen der Erstellung des Konzernabschlusses

Die Erstellung des Konzernabschlusses erfolgt grundsätzlich unter Anwendung des Anschaffungskostenprinzips. Hiervon ausgenommen sind zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte und bedingte Gegenleistungen, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet wurden. Der Konzernjahresabschluss ist in deutscher Sprache und in Euro aufgestellt. Sofern nichts anderes angegeben ist, werden sämtliche Werte auf Tausend Euro (T€) gerundet.

(2) Erklärung zur Übereinstimmung mit den IFRS und den Anforderungen gemäß § 315a HGB

Als kapitalmarktorientiertes Mutterunternehmen im Sinne von Artikel 4 der Verordnung (EG) Nr. 1606/2002 erstellt die Gesellschaft den Konzernabschluss nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in der Europäischen Union (EU) anzuwenden sind.

Nach Ansicht des Vorstands des Unternehmens spiegelt der vorliegende Konzernabschluss alle Geschäftsvorfälle wider, die für die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage zum Ende der Perioden, die am 31. Dezember 2015 und 2014 endeten, erforderlich sind. Der vorliegende Konzernabschluss erfüllt zusätzlich die Anforderungen nach § 315a HGB.

Der vorliegende Konzernabschluss der Medigene AG für das zum 31. Dezember 2015 endende Geschäftsjahr wurde am 15. März 2016 vom Vorstand aufgestellt und zur Veröffentlichung freigegeben.

(3) Änderungen von Bilanzierungs-, Bewertungs- und Ausweisgrundsätzen

Mit Ausnahme der Änderung in der Segmentberichterstattung hat Medigene keine weiteren wesentlichen Änderungen von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sowie Ausweisgrundsätzen vorgenommen.

Das Segment »Immuntherapien« wurde ab 1. Januar 2015 erstmals einzeln ausgewiesen, da sich der Fokus des Konzerns auf die Immuntherapien als Kerngeschäft verlagert hat. Bei den auslizenzierten/veräußerten Produkten ist der Einfluss des Konzerns nicht mehr oder nur noch geringfügig gegeben, da Entwicklung und Vertrieb nicht bzw. nur geringfügig vom Konzern beeinflusst werden kann. Die Vorperiode wurde entsprechend angepasst. (s. ≥E) »Segmentberichterstattung«)

Künftige Änderungen der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die nachfolgenden, vom IASB veröffentlichten Rechnungslegungsvorschriften bzw. -änderungen sind erst für die Berichtsperioden, die am oder nach dem 1. Januar 2016 beginnen, verpflichtend anzuwenden. Medigene verzichtet auf die vorzeitige Anwendung dieser Standards.

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STANDARDS/INTERPRETATIONEN/ÄNDERUNGEN RELEVANT FÜR BERICHTSPERIODE
(AB DATUM)
IFRS 9 Bilanzierung von Finanzinstrumenten 1. Januar 2018*
IFRS 15 Erlöse aus Verträgen mit Kunden 1. Januar 2018*
IFRS 16 Leasingverhältnisse 1. Januar 2019*
Jährliche Verbesserungen an den IFRS  
Zyklus 2012-2014 1. Januar 2016
Änderungen an IAS 1  
Darstellung des Abschlusses 1. Januar 2016

* von der EU bislang nicht anerkannt

Die genannten Standards beziehungsweise Interpretationen werden bei erstmaliger Anwendung voraussichtlich zu keiner wesentlichen Änderung der gegenwärtigen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden der Gesellschaft führen, mit Ausnahme folgender Änderungen:

Der vom IASB im Mai 2014 veröffentlichte IFRS 15 regelt wann und in welcher Höhe Erlöse zu erfassen sind. Dazu führt IFRS 15 ein prinzipienbasiertes fünfstufiges Model ein, welches auf alle Verträge mit Kunden anzuwenden ist. Nach dem neuen Standard soll die Erfassung von Erlösen anhand der Übertragung der Verfügungsmacht mit jenem Betrag stattfinden, welchen die Gesellschaft voraussichtlich für Ihre Waren und Dienstleistungen erhalten wird (der Transaktionspreis im Sinne des IFRS 15). IFRS 15 ersetzt dabei IAS 11, Fertigungsaufträge, und IAS 18, Umsatzerlöse, sowie die jeweils dazugehörigen Interpretationen. Für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2018 beginnen, ist entweder die vollständige retrospektive Anwendung oder eine modifizierte retrospektive Anwendung vorgeschrieben. Vorbehaltlich des EU-Endorsements beabsichtigt der Konzern, den neuen Standard zum vorgeschriebenen Datum des Inkrafttretens anzuwenden, hat sich aber über die Art der Erstanwendung noch nicht entschieden. Die Gesellschaft analysiert derzeit die potenziellen Auswirkungen aus der Erstanwendung der neuen Bilanzierungsstandards IFRS 15 und erwartet, dass der Standard für die Bilanzierung künftiger Kollaborations- oder Lizenzverträgen maßgebend wird. Des Weiteren berücksichtigt der Konzern die vom IASB im Juli 2015 in einem Exposure Draft veröffentlichten Klarstellungen und wird die weiteren Entwicklungen überwachen.

Das IASB hat im Januar 2016 den neuen Standard zur Leasingbilanzierung, IFRS 16, veröffentlicht. Dieser sieht für Leasingnehmer für die meisten Leasingverhältnisse den verpflichtenden Ansatz des Nutzungsrechts am Leasinggegenstand und einer korrespondierenden Leasingverbindlichkeit vor. Für Leasinggeber gibt es hingegen lediglich geringfügige Änderungen im Vergleich zur Klassifizierung und Bilanzierung von Leasingverhältnissen nach IAS 17. IFRS 16 erfordert sowohl für Leasingnehmer als auch für Leasinggeber erweiterte Anhangsangaben. Vorbehaltlich des EU-Endorsements beabsichtigt der Konzern, den neuen Standard zum vorgeschriebenen Datum des Inkrafttretens anzuwenden. Überschlägig wird die Anwendung des neuen Standards zu einer Bilanzverlängerung führen. Der exakte Umfang der Auswirkungen muss jedoch noch ermittelt werden.

(4) Wesentliche Ermessensentscheidungen, Schätzungen und Annahmen

Die Erstellung der Konzernabschlüsse nach allgemein anerkannten Rechnungslegungsgrundsätzen verlangt Ermessensentscheidungen und Schätzungen durch den Vorstand, welche die im Abschluss aufgeführten Erträge, Aufwendungen, Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden zum Zeitpunkt der Bilanzierung beeinflussen. Naturgemäß unterliegen diese Schätzungen und Annahmen erheblichen Unsicherheiten, die in zukünftigen Perioden zu erheblichen Anpassungen des Buchwertes der betroffenen Vermögenswerte oder Schulden führen können.

Ermessensentscheidungen

Bei der Anwendung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden hat die Unternehmensleitung folgende Ermessensentscheidungen getroffen, welche einen wesentlichen Einfluss auf die Beträge im Abschluss haben.

Erfassung von bestimmten Verkaufsgeschäften

Das Management übt seinen Ermessensspielraum aus, wenn es festlegt, ob es sich bei bestimmten Verkaufsgeschäften im Wesentlichen um Finanzierungsvereinbarungen handelt, durch die folglich keine Umsatzerlöse erzielt werden.

Mit Wirkung zum 1. April 2012 hat Medigene die zukünftigen Zahlungsflüsse aus der zweiprozentigen Umsatzbeteiligung an den europäischen -Nettoumsätzen mit Medigenes ehemaligem Medikament Eligard® von Astellas an Cowen Healthcare Partners II, L.P., USA (im Folgenden »Cowen«) gegen eine Zahlung von 17,7 Mio. $ (entsprach 14,1 Mio. € zum Zeitpunkt des Mittelzuflusses) abgetreten. Demzufolge wurde der Mittelzufluss aus dieser Transaktion als finanzielle Verbindlichkeit behandelt und als zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Verbindlichkeit klassifiziert. Die abgetretenen Lizenzentgeltansprüche werden anteilig über die Eligard®-Patentlaufzeit von ca. zehn Jahren erfolgswirksam unter sonstigen betrieblichen Erträgen realisiert und die mit der Abtretung verbundene Finanzschuld wird unter Berücksichtigung der Zinsen aufgelöst. Die in der Bilanz ausgewiesenen Finanzschulden beinhalten den langfristigen Anteil dieser Verbindlichkeit in Höhe von 10.605 T€ zum 31. Dezember 2015 (31.12.2014: 10.597 T€). Der kurzfristige Anteil dieser Verbindlichkeit wird unter den sonstigen finanziellen Schulden ausgewiesen und betrug zum 31. Dezember 2015 1.326 T€ (31.12.2014: 1.177 T€). Weitere detaillierte Angaben befinden sich unter k Ziffern (28), (49).

Mit Vertrag vom 17. Dezember 2015 wurde der Erwerb aller Vermögensgegenstände zu EndoTAG® durch die SynCore Biotechnology Co., Ltd. (im Folgenden »SynCore«), einem Unternehmen der Sinphar Pharmaceutical-Gruppe, beschlossen, welcher nun die Lizenzvereinbarung vom Mai 2013 ersetzt. Ergänzend zu den bisher von SynCore erhaltenen Lizenzzahlungen und Kostenerstattungen für die Medikamentenentwicklung erhält Medigene mit der Übertragung aller EndoTAG®-Rechte einen Betrag in Höhe von 5 Mio. €, welcher in fünf jährlichen Raten bezahlt wird. Darüber hinaus hat Medigene Anspruch auf weitere Meilensteinzahlungen sowie Umsatzbeteiligungen (Royalties) für EndoTAG®-1, eine der Anwendungsbereiche des EndoTAG®. Der Eingang der ersten Zahlung, der erst im Januar 2016 erfolgte, ist eine aufschiebende Bedingung für eine endgültige Übertragung von maßgeblichen Risiken und Chancen im Sinne des IAS 18, wonach die Umsatzrealisierung ebenfalls erst in 2016 stattfinden darf.

Erfassung von Einmalzahlungen

Bei der Erfassung von Einmalzahlungen ist zu beurteilen, ob die vereinbarte Zahlung für erbrachte Dienstleistungen oder noch zu erbringende Dienstleistungen geleistet wird. Wenn aus Sicht des Managements alle vertraglich vereinbarten Dienstleistungen erbracht und die übrigen Voraussetzungen für die Realisierung von Umsatzerlösen erfüllt sind, werden die Einmalzahlungen sofort ergebniswirksam vereinnahmt.

Aktive latente Steuern auf Verlustvorträge

Für den Ansatz von aktiven latenten Steuern müssen bestimmte Annahmen getroffen werden, die im Ermessen des Managements liegen. Diese betreffen vor allen Dingen die Beurteilung der Umstände und des Zeitraums, zu welchem Steueransprüche durch die Nutzung von bestehenden Verlustvorträgen realisiert werden können. Das Management hat entschieden, Steueransprüche in dem Maße, in dem sie die Steuerverbindlichkeiten übersteigen, nicht anzusetzen, da die Erwirtschaftung eines zu versteuernden Einkommens in der Zukunft mit einer zu großen Unsicherheit behaftet ist.

Aktivierung von Entwicklungskosten

Entwicklungskosten müssen aktiviert werden, wenn die Voraussetzungen dafür nach IAS 38 erfüllt sind. Dies erfordert das Treffen einer Vielzahl von Einschätzungen und Annahmen durch das Management. In der am 31. Dezember 2015 endenden Periode wurden keine Entwicklungskosten aktiviert, da nach Ansicht des Managements nicht alle erforderlichen Voraussetzungen gemäß IAS 38 erfüllt waren. Ursächlich hierfür sind die bei der Medikamentenentwicklung üblichen Unsicherheiten und regulatorischen Unwägbarkeiten.

Schätzungen und Annahme

Die wichtigsten zukunftsbezogenen Annahmen sowie sonstige am Stichtag bestehende wesentliche Quellen von Schätzungsunsicherheiten, aufgrund derer ein beträchtliches Risiko besteht, dass innerhalb des nächsten Geschäftsjahres eine wesentliche Anpassung der Buchwerte von Vermögenswerten und Schulden erforderlich sein wird, werden nachstehend erläutert:

Wertminderung des Geschäfts- oder Firmenwerts sowie immaterieller Vermögenswerte

Der Konzern überprüft mindestens einmal jährlich, ob der Geschäfts- oder Firmenwert gemindert ist. Dies erfordert u.a. eine Schätzung der Nutzungswerte der zugrunde liegenden Forschungs- und Entwicklungsprojekte, die neben dem Firmenwert den zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zugeordnet sind. Da sich die Projekte noch nicht in einem nutzungsbereiten Zustand befinden, werden sie einmal jährlich auf Wertminderung überprüft. Zur Schätzung des Nutzungswerts muss das Management die voraussichtlichen künftigen Cashflows der einzelnen Projekte schätzen, die Chancen einer erfolgreichen Entwicklung der zugrunde liegenden Projekte beurteilen und einen angemessenen Abzinsungssatz ermitteln. Aufgrund der Länge der betrachteten Planungszeiträume von bis zu 22 Jahren unterliegen die hiermit verbundenen Annahmen und Vorhersagen signifikanten Unsicherheiten. Zur Methodik des Wertminderungstests sowie dessen Ergebnis und Darstellung wird auf ≥ Ziffer (35) verwiesen. Aufgrund der Länge der betrachteten Planungszeiträume von bis zu 22 Jahren unterliegen die hiermit verbundenen Annahmen und Vorhersagen signifikanten Unsicherheiten.

Beizulegender Zeitwert (»Fair Value«)

Grundsätzlich werden die beizulegenden Zeitwerte auf Basis von Marktpreisen ermittelt. Für finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, für die keine Marktpreise bestimmt werden können, werden die beizulegenden Zeitwerte unter Verwendung von Bewertungsverfahren einschließlich der Discounted-Cashflow-Methode ermittelt. Die in das Modell eingehenden Input-Parameter stützen sich soweit möglich auf beobachtbare Marktdaten. Ist dies nicht möglich, liegen der Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte in gewissem Maße Ermessensentscheidungen zugrunde. Diese Ermessensentscheidungen betreffen Input-Parameter wie zum Beispiel Liquiditätsrisiko, Kreditrisiko und Volatilität. Änderungen der Annahmen bezüglich dieser Faktoren könnten sich auf den erfassten beizulegenden Zeitwert der Finanzinstrumente auswirken. Medigene hat einige finanzielle Vermögenswerte und Schulden mit dem beizulegenden Zeitwert bewertet ≥ Ziffer (49).

Wertminderung von Vorräten

Zur Herstellung und Lieferung des aktiven pharmazeutischen Wirkstoffs (API) für Veregen® besteht ein Vertrag mit einem japanischen Herstellerunternehmen. Dieser Vertrag beinhaltet bestimmte Mindestabnahmeverpflichtungen in vereinbarten Zeitabschnitten für Medigene. Sollte der Herstellungsbedarf aufgrund niedriger Nachfrage niedriger als die Mindestabnahmeverpflichtung sein, so könnte Medigene nicht mehr kosteneffektiv arbeiten und es könnten Abschreibungen und Verluste wegen nicht weiter verkaufter Ware entstehen. ≥ Ziffer (38).

(5) Unternehmenszusammenschlüsse

Unternehmenszusammenschlüsse werden gemäß IFRS 3 „Unternehmenszusammenschlüsse" nach der Erwerbsmethode behandelt. Die bei einem Unternehmenszusammenschluss übertragene Gegenleistung wird zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Dieser bestimmt sich aus der Summe der zum Erwerbszeitpunkt gültigen beizulegenden Zeitwerte der übertragenen Vermögenswerte, der von den früheren Eigentümern des erworbenen Unternehmens übernommenen Schulden und der vom Konzern emittierten Eigenkapitalinstrumente im Austausch gegen die Beherrschung des erworbenen Unternehmens. Die bedingte Gegenleistung wurde mit dem zum Erwerbszeitpunkt geltenden beizulegenden Zeitwert gem. IAS 39 als Verbindlichkeit bilanziert. Die Änderungen des beizulegenden Zeitwerts werden erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Mit dem Unternehmenszusammenschluss verbundene Transaktionskosten werden bei Anfall erfolgswirksam erfasst.

Die erworbenen identifizierbaren Vermögenswerte und übernommenen Schulden werden mit ihren beizulegenden Zeitwerten bewertet (Ausnahme: latente Steuern).

Der Geschäfts- oder Firmenwert ergibt sich als Überschuss der Summe aus der übertragenen Gegenleistung und dem Betrag des Anteils ohne beherrschenden Einfluss über den Saldo der zum Erwerbszeitpunkt ermittelten beizulegenden Zeitwerte der erworbenen identifizierbaren Vermögenswerte und der übernommenen Schulden.

(6) Konsolidierung von Tochterunternehmen

Konsolidierungsgrunds

Der Konzernabschluss umfasst den Einzelabschluss der Medigene AG und ihrer Tochterunternehmen zum 31. Dezember eines jeden Geschäftsjahrs. Die Abschlüsse der Unternehmen im Konsolidierungskreis sind nach einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden aufgestellt.

Alle konzerninternen Salden, Transaktionen, Erträge, Aufwendungen sowie Gewinne und Verluste aus konzerninternen Transaktionen, die im Buchwert von Vermögenswerten enthalten sind, wurden in voller Höhe eliminiert.

Tochterunternehmen

Tochterunternehmen sind alle Unternehmen, bei denen der Konzern die Beherrschungsmöglichkeit über die Finanz- und Geschäftspolitik innehat. Die Gesellschaft erlangt die Beherrschung wenn sie die Verfügungsmacht über das Beteiligungsunternehmen ausüben kann, schwankenden Renditen aus ihrer Beteiligung ausgesetzt ist, und die Renditen aufgrund ihrer Verfügungsmacht der Höhe nach beeinflussen kann. Tochterunternehmen werden von dem Zeitpunkt an in den Konzernabschluss einbezogen (Vollkonsolidierung), an dem die Beherrschungsmöglichkeit auf den Konzern übergegangen ist. Die Konsolidierung endet, sobald die Beherrschung durch das Mutterunternehmen nicht mehr besteht.

(7) Anteile an assoziierten Unternehmen

Die Anteile des Konzerns an assoziierten Unternehmen werden nach der Equity-Methode bilanziert, solange ein maßgeblicher Einfluss besteht. Ein assoziiertes Unternehmen ist ein Unternehmen, auf das der Konzern maßgeblichen Einfluss hat, nämlich die Möglichkeit, an den finanz-und geschäftspolitischen Entscheidungen des Unternehmens, an dem die Beteiligung gehalten wird, mitzuwirken. Dabei liegt weder Beherrschung noch gemeinschaftliche Führung der Entscheidungsprozesse vor.

Nach der Equity-Methode werden die Anteile an assoziierten Unternehmen in der Bilanz zu Anschaffungskosten zuzüglich der nach dem Erwerb eingetretenen Änderungen des Anteils des Konzerns am Reinvermögen des assoziierten Unternehmens erfasst. Der mit dem assoziierten Unternehmen verbundene Geschäfts- oder Firmenwert ist im Buchwert des Anteils enthalten und wird weder planmäßig abgeschrieben noch einem gesonderten Wertminderungstest unterzogen.

Die Gewinn- und Verlustrechnung enthält den Anteil des Konzerns am Erfolg der assoziierten Unternehmen. Unmittelbar im Eigenkapital des assoziierten Unternehmens ausgewiesene Änderungen werden vom Konzern in Höhe seines Anteils erfasst und gegebenenfalls in der Eigenkapitalveränderungsrechnung dargestellt. Nicht realisierte Gewinne und Verluste aus Transaktionen zwischen dem Konzern und einem assoziierten Unternehmen werden entsprechend dem Anteil am assoziierten Unternehmen eliminiert.

Nach Anwendung der Equity-Methode ermittelt der Konzern, ob es erforderlich ist, einen Wertminderungsaufwand für seine Anteile an einem assoziierten Unternehmen zu erfassen. Der Konzern ermittelt an jedem Abschlussstichtag, ob objektive Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass der Anteil an einem assoziierten Unternehmen wertgemindert sein könnte. Liegen solche Anhaltspunkte vor, so wird die Höhe der Wertminderung als Differenz zwischen dem erzielbaren Betrag des Anteils am assoziierten Unternehmen und dem Buchwert ermittelt und dann der Verlust als »Anteil am Ergebnis assoziierter Unternehmen« erfolgswirksam erfasst.

Der Konzern beendet die Anwendung der Equity Methode ab dem Zeitpunkt, an dem seine Beteiligung kein assoziiertes Unternehmen mehr darstellt oder die Beteiligung nach IFRS 5 als zur Veräußerung gehalten zu klassifizieren ist. Beim Verlust des maßgeblichen Einflusses werden Unterschiedsbeträge zwischen dem Buchwert des Anteils am assoziierten Unternehmen und dem beizulegenden Zeitwert der behaltenen Anteile, falls solche vorhanden sind, sowie den Veräußerungserlösen in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

(8) Funktionale Währung und Fremdwährungsumrechnung

Fremdwährungsgeschäfte und ausländische Geschäftsbetriebe werden gemäß IAS 21 »Auswirkungen und Änderungen der Wechselkurse« in den Konzernjahresabschluss der Medigene AG einbezogen.

Funktionale Währung und Berichtswährung

Der Konzernabschluss wird in Euro aufgestellt, der funktionalen Währung des Mutterunternehmens und der Berichtswährung des Konzerns. Jedes Unternehmen innerhalb des Konzerns legt seine funktionale Währung fest. Die im Jahresabschluss des jeweiligen Unternehmens enthaltenen Posten werden unter Verwendung dieser funktionalen Währung bewertet. Die funktionale Währung der Medigene Immunotherapies ist der Euro (€) und der Medigene, Inc. ist der US-Dollar ($).

Transaktionen und Salden

Fremdwährungstransaktionen werden zu den am Tag des Geschäftsvorfalls jeweils gültigen Wechselkursen in die funktionale Währung umgerechnet. Gewinne und Verluste, die aus der Erfüllung solcher Transaktionen sowie aus der Umrechnung zum Stichtagskurs von in Fremdwährung geführten monetären Vermögenswerten und Schulden resultieren, werden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Nicht-monetäre Posten, die mit dem beizulegenden Zeitwert in einer fremden Währung bewertet werden, werden mit dem Kurs umgerechnet, der zum Zeitpunkt des beizulegenden Werts gültig war. Für Forderungen und Schulden, die nicht in der funktionalen Währung geführt werden, erfolgt die Umrechnung zum Tageskurs des Bilanzstichtags. Einkäufe und Verkäufe in Fremdwährungen werden zu dem zum Zeitpunkt der Transaktion geltenden Tageskurs umgerechnet. Daraus resultierende Umrechnungsdifferenzen werden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Konzernunternehmen

Bei der Konsolidierung der ausländischen Tochtergesellschaften werden die Bilanzposten grundsätzlich zu den Stichtagskursen umgerechnet. Die Umrechnung von Erträgen und Aufwendungen zum Zwecke der Konsolidierung erfolgt mit dem jeweiligen Transaktionskurs am Tag des Geschäftsvorfalls. Die hieraus resultierenden Unterschiede aus der Währungsumrechnung werden im sonstigen Ergebnis erfasst.

Folgende Kurse existierten im Jahr 2015 bzw. zum Stichtag 31. Dezember 2015:

UMRECHNUNGSKURSE

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STICHTAGSKURS ZUM DURCHSCHNITTSKURS
31.12.2015 31.12.2014 2015 2014
1 € in $ 1,08620 1,21250 1,08420 1,32598
1 € in £ 0,73305 0,77660 0,72348 0,78621

Commerzbank AG, Devisen-Referenzkurse

(9) Sachanlagevermögen

Das Sachanlagevermögen wird gemäß IAS 16 »Sachanlagen« zu Anschaffungskosten bewertet und um planmäßige Abschreibungen nach der linearen Methode und Wertminderungen reduziert. Die Sachanlagevermögen werden über die erwartete Nutzungsdauer bzw. bei Mietereinbauten auch über die eventuell kürzere Mietvertragsdauer linear abgeschrieben.

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Technische Ausrüstung und Laborausstattung 3 - 13 Jahre
Mietereinbauten 5 - 8 Jahre
Leasinggegenstände ≥ Ziffer (22) 4 Jahre

Nachträgliche Anschaffungskosten werden nur dann als Teil der Anschaffungskosten des Vermögenswerts oder — sofern einschlägig — als separater Vermögenswert erfasst, wenn es wahrscheinlich ist, dass daraus dem Konzern zukünftig wirtschaftlicher Nutzen zufließen wird und die Kosten des Vermögenswerts zuverlässig ermittelt werden können. Alle anderen Reparaturen und Wartungen werden in dem Geschäftsjahr, in dem sie angefallen sind, erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Bei Veräußerung oder Abgang von Sachanlagevermögen werden die Anschaffungskosten und die damit verbundenen kumulierten Abschreibungen im Jahr der Veräußerung ausgebucht. Der Veräußerungsgewinn oder -verlust wird in den sonstigen Erträgen und Aufwendungen ergebniswirksam ausgewiesen. Kauf und Verkauf von Sachanlagevermögen innerhalb des Konzerns werden im Rahmen der Konsolidierung eliminiert. Die Nutzungsdauer, die Abschreibungsmethode und der Restbuchwert werden zu jedem Bilanzstichtag überprüft.

Einzelheiten zur Entwicklung des Sachanlagevermögens sind im Anlagenspiegel ≥ Seite 88 f. dargestellt.

(10) Immaterielle Vermögenswerte

Bilanzierungsgrundsatze für immaterielle Vermögenswerte

Die auf die immateriellen Vermögenswerte des Konzerns angewandten Bilanzierungsgrundsätze stellen sich zusammengefasst wie folgt dar:

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TECHNOLOGIERECHTE, PATENTE, LIZENZEN UND SOFTWARE FORSCHUNGS- UND ENTWICKLUNGSPROJEKTE AUS UNTERNEHMENSZUSAMMENSCHLÜSSEN GESCHÄFTS- ODER FIRMENWERT
Nutzungsdauer Begrenzt auf die Patent- bzw. Vertragslaufzeit Begrenzt auf die Patentlaufzeit Unbestimmt
Angewandte Abschreibungsmethode Lineare Abschreibung über die Laufzeit des Patents oder Vertrags; Abschreibungsdauer bis 16 Jahre Lineare Abschreibung ab Erhalt der Marktzulassung, davor mindestens einmal jährlich ein Wertminderungstest Mindestens einmal jährlich Wertminderungstest
Selbst erstellt oder erworben Erworben Erworben Erworben

Einzelheiten zur Entwicklung des immateriellen Anlagevermögens sind im Anlagenspiegel k Seite 88 f. zu ersehen.

Technologierechte, Patente, Lizenzen und Software

Einzeln erworbene immaterielle Vermögenswerte mit begrenzter Nutzungsdauer werden bei der erstmaligen Erfassung zu Anschaffungskosten bewertet. Erworbene Technologierechte, Patente, Lizenzen und Software sowie einlizenzierte Forschungs- und Entwicklungsprojekte werden als immaterielle Vermögenswerte aktiviert, wenn alle der drei folgenden Kriterien erfüllt sind:

Der immaterielle Vermögenswert ist identifizierbar.

Es ist wahrscheinlich, dass dem Unternehmen künftiger wirtschaftlicher Nutzen aus dem Vermögenswert zufließen wird.

Die Kosten des Vermögenswerts können verlässlich bestimmt werden.

Nach ihrem erstmaligen Ansatz werden immaterielle Vermögenswerte mit ihren Anschaffungskosten abzüglich etwaiger kumulierter Abschreibungen sowie kumulierter Wertminderungen fortgeführt. Immaterielle Vermögenswerte werden über ihre wirtschaftliche Nutzungsdauer abgeschrieben und bei Vorliegen von Anhaltspunkten auf eine mögliche Wertminderung hin untersucht. Die Abschreibungsperiode und die Abschreibungsmethode werden für einen immateriellen Vermögenswert mit begrenzter Nutzungsdauer mindestens zum Ende eines jeden Geschäftsjahres überprüft.

Gewinne oder Verluste aus der Ausbuchung immaterieller Vermögenswerte werden als Differenz zwischen dem Nettoveräußerungserlös und dem Buchwert des Vermögenswerts ermittelt und in der Periode, in der der Vermögenswert ausgebucht wird, erfolgswirksam erfasst.

Forschungs- und Entwicklungsprojekte aus Unternehmenszusammenschlüssen

Die aktivierten Forschungs- und Entwicklungsprojekte aus Unternehmenszusammenschlüssen betreffen den Medikamentenkandidaten RhuDex® und die Immuntherapieprojekte. Sie werden mit ihren Anschaffungskosten aktiviert, die dem beizulegenden Zeitwert zum Zeitpunkt des Unternehmenserwerbs entsprechen. Nach ihrem erstmaligen Ansatz werden immaterielle Vermögenswerte mit ihren Anschaffungskosten abzüglich etwaiger kumulierter Abschreibungen sowie kumulierter Wertminderungen fortgeführt.

Die planmäßigen Abschreibungen auf die immateriellen Vermögenswerte, denen Medikamentenkandidaten zugrunde liegen, werden ab deren Marktzulassung vorgenommen. Bis zu diesem Zeitpunkt wird ein jährlicher Wertminderungstest durchgeführt. Darüber hinaus wird ein weiterer Wertminderungstest durchgeführt, sobald Anhaltspunkte für eine Wertminderung vorliegen.

Geschäfts- oder Firmenwert

Nach dem erstmaligen Ansatz wird der Geschäfts- oder Firmenwert zu Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Wertminderungsaufwendungen bewertet. Die Werthaltigkeit des Geschäfts- oder Firmenwerts wird mindestens einmal jährlich überprüft. Ein Wertminderungstest wird auch dann durchgeführt, wenn Ereignisse oder Umstände darauf hindeuten, dass der Buchwert gemindert sein könnte.

Die Buchwerte des Geschäfts- oder Firmenwerts sind in Höhe von 2.212 T€ zum 31. Dezember 2015 (31.12.2014: 2.212 T€) der zahlungsmittelgenerierenden Einheit RhuDex® zugeordnet ≥ Ziffer (35).

(11) Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte

Der Konzern klassifiziert langfristige Vermögenswerte oder Veräußerungsgruppen als zur Veräußerung gehalten, wenn der zugehörige Buchwert überwiegend durch ein Veräußerungsgeschäft und nicht durch fortgesetzte Nutzung realisiert wird. Solche als Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte oder Veräußerungsgruppen werden mit dem niedrigeren Wert aus Buchwert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten bewertet.

(12) Wertminderung nicht-finanzieller Vermögenswerte

Der Konzern ermittelt an jedem Abschlussstichtag, ob Anhaltspunkte für eine Wertminderung nicht-finanzieller Vermögenswerte vorliegen. Liegen solche Anhaltspunkte vor oder ist eine jährliche Überprüfung eines Vermögenswerts auf Werthaltigkeit erforderlich, nimmt der Konzern eine Schätzung des erzielbaren Betrags des jeweiligen Vermögenswerts vor. Der erzielbare Betrag eines Vermögenswerts ist der höhere der beiden Beträge aus beizulegendem Zeitwert eines Vermögenswerts oder einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit (CGU = cash-generating unit) abzüglich Veräußerungskosten und dem Nutzungswert. Der erzielbare Betrag ist für jeden einzelnen Vermögenswert zu bestimmen, es sei denn, ein Vermögenswert erzeugt keine Mittelzuflüsse, die weitestgehend unabhängig von denen anderer Vermögenswerte oder anderer Gruppen von Vermögenswerten sind. Übersteigt der Buchwert eines Vermögenswerts oder einer CGU den jeweils erzielbaren Betrag, ist der Vermögenswert wertgemindert und wird auf seinen erzielbaren Betrag abgeschrieben.

Zum Zweck des Wertminderungstests wird der im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworbene Geschäfts- oder Firmenwert ab dem Erwerbszeitpunkt den zahlungsmittelgenerierenden Einheiten (CGUs = cash-generating units) zugeordnet, die von den Synergieeffekten profitieren. Eine CGU, welcher der Geschäfts- oder Firmenwert zugeordnet wird,

stellt die niedrigste Ebene innerhalb des Unternehmens dar, auf welcher der Geschäfts- oder Firmenwert für die interne Unternehmenssteuerung überwacht wird, und

ist nicht größer als ein Segment, das auf dem primären oder dem sekundären Berichtsformat des Konzerns basiert, wie es nach IFRS 8 »Segmentberichterstattung« festgelegt ist.

Liegt der Buchwert der CGU über dem erzielbaren Betrag, werden zuerst der zugeordnete Firmenwert und dann die dieser CGU zugeordneten immateriellen Vermögenswerte abgeschrieben.

Die Berechnung des Nutzungswerts basiert auf prognostizierten Cashflows, die vom Management verabschiedet wurden, sowie auf einem Abzinsungssatz vor Steuern, der die aktuellen Markterwartungen hinsichtlich des Zinseffekts und der spezifischen Risiken des Vermögenswerts oder der CGU widerspiegelt. Der betrachtete Planungszeitraum umschließt die Entwicklungs- und Zulassungsphase sowie den Zeitraum ab Markteinführung, für den Patentlaufzeiten von in der Regel etwas über zehn Jahren angenommen werden. Zur Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten werden kürzlich erfolgte Markttransaktionen berücksichtigt. Sind keine derartigen Transaktionen identifizierbar, wird ein angemessenes Bewertungsmodell angewandt.

Wertminderungsaufwendungen der fortzuführenden Geschäftsbereiche, einschließlich der Wertminderung von Vorräten, werden erfolgswirksam in den Aufwandskategorien erfasst, die der Funktion des wertgeminderten Vermögenswerts im Unternehmen entsprechen.

Für Vermögenswerte, mit Ausnahme des Geschäfts- oder Firmenwerts, wird zu jedem Abschlussstichtag eine Überprüfung vorgenommen, wenn Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass ein zuvor erfasster Wertminderungsaufwand nicht mehr länger besteht oder sich verringert hat. Wenn solche Anhaltspunkte vorliegen, nimmt der Konzern eine Schätzung des erzielbaren Betrags des Vermögenswerts oder der CGU vor. Ein zuvor erfasster Wertminderungsaufwand wird nur dann rückgängig gemacht, wenn sich seit der Erfassung des letzten Wertminderungsaufwands eine Änderung der Annahmen ergeben hat, die bei der Bestimmung des erzielbaren Betrags herangezogen wurden. Die Wertaufholung ist dahingehend begrenzt, dass der Buchwert eines Vermögenswerts weder seinen erzielbaren Betrag noch den Buchwert übersteigen darf, der sich nach Berücksichtigung planmäßiger Abschreibungen ergeben hätte, wenn in früheren Jahren kein Wertminderungsaufwand für den Vermögenswert erfasst worden wäre. Eine Wertaufholung wird erfolgswirksam erfasst.

(13) Finanzielle Vermögenswerte

Erstmaliger Ansatz

Finanzielle Vermögenswerte im Sinne von IAS 39 werden entweder als finanzielle Vermögenswerte, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, als Kredite und Forderungen, als bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen oder als zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte klassifiziert. Der Konzern legt die Klassifizierung seiner finanziellen Vermögenswerte mit dem erstmaligen Ansatz fest.

Die finanziellen Vermögenswerte werden bei der erstmaligen Erfassung zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Finanzielle Vermögenswerte, die nicht der Kategorie »erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert« angehören, werden anfänglich zu ihrem beizulegenden Zeitwert zuzüglich Transaktionskosten angesetzt. Der beizulegende Zeitwert von Finanzinvestitionen, die auf organisierten Märkten gehandelt werden, wird durch den am Bilanzstichtag notierten Marktpreis (Geldkurs) bestimmt. Der beizulegende Zeitwert von Finanzinvestitionen, für die kein aktiver Markt besteht, wird unter Anwendung von Bewertungsmethoden ermittelt. Zu den Bewertungsmethoden gehören die Verwendung der jüngsten Geschäftsvorfälle zwischen sachverständigen, vertragswilligen und unabhängigen Geschäftspartnern, der Vergleich mit dem aktuellen beizulegenden Zeitwert eines anderen, im Wesentlichen identischen Finanzinstruments, die Analyse der abgezinsten Cashflows sowie die Verwendung anderer Bewertungsmodelle.

Alle Käufe und Verkäufe von finanziellen Vermögenswerten, welche die Lieferung der Vermögenswerte innerhalb eines Zeitraums vorsehen, der durch Vorschriften oder Konventionen des jeweiligen Markts festgelegt wird (marktübliche Käufe), werden am Handelstag erfasst, d.h. am Tag, an dem der Konzern die Verpflichtung zum Kauf oder Verkauf des Vermögenswerts eingegangen ist.

Folgebewertung

Die Folgebewertung von finanziellen Vermögenswerten hängt folgendermaßen von deren Klassifizierung ab:

a) Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete Vermögenswerte (»at fair value through profit and loss«)

umfassen (1) die zu Handelszwecken gehaltenen finanziellen Vermögenswerte und (2) finanzielle

Vermögenswerte, die beim erstmaligen Ansatz dieser Kategorie zugeordnet werden. Finanzielle Vermögenswerte werden als zu Handelszwecken gehalten klassifiziert, wenn sie für Zwecke der Veräußerung oder des Rückkaufs in der nahen Zukunft erworben werden. Sie werden in der Bilanz zum beizulegenden Zeitwert ausgewiesen, wobei die Änderungen des beizulegenden Zeitwerts saldiert in der Gewinn- und Verlustrechnung in den Finanzaufwendungen bzw. Finanzerträgen erfasst werden. Zu den zu Handelszwecken gehalten finanziellen Vermögenswerten zählt der Konzern die liquiden Mittel. In den Berichtsperioden verfügte der Konzern nicht über Investitionen, die beim erstmaligen Ansatz als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet eingestuft werden.

b) Bis zur Endfälligkeit zu haltende Finanzinvestitionen (»held-to-maturity Investments«)

sind nicht-derivative finanzielle Vermögenswerte mit fixen bzw. bestimmbaren Zahlungen und festen Laufzeiten, bei denen das Management die Absicht und Fähigkeit besitzt, diese bis zur Endfälligkeit zu halten. In den Berichtsperioden verfügte der Konzern nicht über Investitionen in dieser Kategorie.

c) Kredite und Forderungen (»loans and receivables«)

sind nicht-derivative finanzielle Vermögenswerte mit fixen bzw. bestimmbaren Zahlungen, die nicht an einem aktiven Markt notiert sind. Sie entstehen, wenn der Konzern Geld, Güter oder Dienstleistungen einem Schuldner direkt bereitstellt, ohne die Absicht, diese Forderungen zu handeln. Sie zählen zu den kurzfristigen Vermögenswerten, soweit deren Fälligkeit zwölf Monate nach dem Bilanzstichtag nicht übersteigt. Andernfalls werden sie als langfristige Vermögenswerte ausgewiesen. Darlehen und Forderungen sind in der Bilanz in den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und in den sonstigen Vermögenswerten enthalten.

d) Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte (»available-for-sale financial assets«)

sind nicht-derivative finanzielle Vermögenswerte, die entweder dieser Kategorie zugeordnet wurden oder in keine der bereits dargestellten Kategorien fallen. Sie werden den langfristigen Vermögenswerten zugeordnet, sofern das Management nicht die Absicht hat, sie innerhalb von zwölf Monaten nach dem Bilanzstichtag zu veräußern. Nach der erstmaligen Erfassung werden zur Veräußerung gehaltene finanzielle Vermögenswerte zum beizulegenden Zeitwert bewertet, wobei die nicht realisierten Gewinne und Verluste in der Konzern-Gesamtergebnisrechnung erfolgsneutral erfasst werden. Bei Abgang und Wertminderung von Finanzinvestitionen wird der zuvor im Eigenkapital erfasste kumulierte Gewinn oder Verlust in die Gewinn- und Verlustrechnung umgebucht. So werden beispielsweise die im Rahmen von Pensionszusagen aktivierten finanziellen Vermögenswerte, die aber nicht als Planvermögen zu qualifizieren sind ≥ Ziffer (36), die Festgelder ≥ Ziffer (40), oder die Anteile an der Immunocore Ltd. dieser Kategorie zugeordnet ≥ Ziffer (36).

Wertminderung

Zu jedem Bilanzstichtag wird überprüft, ob objektive Anhaltspunkte für eine Wertminderung eines finanziellen Vermögenswerts bzw. einer Gruppe finanzieller Vermögenswerte vorliegen. Im Falle von Eigenkapitalinstrumenten, die als zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte klassifiziert sind, wird ein wesentlicher oder dauerhafter Rückgang des beizulegenden Zeitwerts unter die Anschaffungskosten dieser Eigenkapitalinstrumente bei der Bestimmung, inwieweit die Eigenkapitalinstrumente wertgemindert sind, berücksichtigt.

In Bezug auf zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete ausstehende Beträge aus Forderungen an Kunden wird zunächst festgestellt, ob ein objektiver Hinweis auf Wertminderung bei finanziellen Vermögenswerten, die für sich gesehen bedeutsam sind, individuell und bei finanziellen Vermögenswerten, die für sich gesehen nicht bedeutsam sind, individuell oder gemeinsam besteht. Stellt der Konzern fest, dass für einen einzeln untersuchten finanziellen Vermögenswert, sei er bedeutsam oder nicht, kein objektiver Hinweis auf Wertminderung besteht, nimmt er den Vermögenswert in eine Gruppe finanzieller Vermögenswerte mit vergleichbaren Kreditrisikoprofilen auf und untersucht sie gemeinsam auf Wertminderung. Vermögenswerte, die einzeln auf Wertminderung untersucht werden und für die eine Wertberichtigung neu bzw. weiterhin erfasst wird, werden nicht in eine gemeinsame Wertminderungsbeurteilung einbezogen. Ein gegebenenfalls festgestellter Verlust aus Wertminderung wird ergebniswirksam erfasst.

Ausbuchung

Ein finanzieller Vermögenswert (bzw. ein Teil eines finanziellen Vermögenswerts oder ein Teil einer Gruppe ähnlicher finanzieller Vermögenswerte) wird ausgebucht, wenn eine der folgenden Voraussetzungen erfüllt ist:

Die vertraglichen Rechte auf den Bezug von Cashflows aus einem finanziellen Vermögenswert sind erloschen.

Der Konzern hat seine vertraglichen Rechte auf den Bezug von Cashflows aus dem finanziellen Vermögenswert an Dritte übertragen oder eine vertragliche Verpflichtung zur sofortigen Zahlung des Cashflows an eine dritte Partei im Rahmen einer Vereinbarung, welche die Bedingung in IAS 39 erfüllt (Durchleitungsvereinbarung), übernommen und dabei entweder (a) im Wesentlichen alle Chancen und Risiken, die mit dem Eigentum am finanziellen Vermögenswert verbunden sind, übertragen oder (b) zwar im Wesentlichen alle Chancen und Risiken, die mit dem Eigentum am finanziellen Vermögenswert verbunden sind, weder übertragen noch zurückbehalten, jedoch die Verfügungsmacht an dem Vermögenswert übertragen.

(14) Vorräte

Vorräte sind entsprechend IAS 2 »Vorräte« mit dem niedrigeren Wert aus Anschaffungskosten und Nettoveräußerungswert bewertet. Die Anschaffungskosten werden dabei grundsätzlich auf Basis von Einzelkosten einschließlich Anschaffungsnebenkosten ermittelt.

(15) Liquide Mittel

Liquide Mittel sind unter anderem Kassenbestände sowie Guthaben bei Kreditinstituten und Geldanlagen, die eine ursprüngliche Laufzeit von bis zu drei Monaten aufweisen. Sie werden als zu Handelszwecken gehalten finanzielle Vermögenswerte klassifiziert und zum Zeitwert bilanziert. Damit eine Finanzinvestition als Liquide Mittel klassifiziert wird, muss sie ohne weiteres in einen bestimmten Zahlungsmittelbetrag umgewandelt werden können und darf nur unwesentlichen Wertschwankungen unterliegen.

(16) Eigenkapital

Stammaktien werden als Eigenkapital klassifiziert. Kosten, die direkt der Ausgabe von neuen Aktien zuzurechnen sind, werden im Eigenkapital netto nach Steuern als Abzug von den Emissionserlösen bilanziert.

(17) Aktienbasierte Vergütung: Aktienoptionen

Als Anreiz zur Mitwirkung am langfristigen Unternehmenserfolg erhalten Mitarbeiter und Vorstände des Konzerns aktienbasierte Vergütung in Form von Eigenkapitalinstrumenten. Der Konzern hat zu diesem Zweck ein aktienbasiertes Vergütungsprogramm aufgelegt, das durch die Ausgabe neuer Aktien beglichen wird. Diese Eigenkapitalinstrumente, wie beispielsweise Optionen, werden gemäß IFRS 2 bilanziert. Der beizulegende Zeitwert der Aktienoptionen, die Medigene als Gegenleistung für von Mitarbeitern erbrachte Arbeitsleistungen gewährt, wird als Aufwand erfasst. Die Bewertung der Instrumente erfolgt zum Zeitpunkt ihrer Bewilligung mit Hilfe des Binomialmodells. Das Binomialmodell berücksichtigt unter anderem Sperrfristen, Ausübungshürden, Volatilität des Basiswerts und Zinssätze. Die Erfassung der aus der Gewährung der Eigenkapitalinstrumente resultierenden Aufwendungen und die entsprechende Erhöhung des Eigenkapitals erfolgt über den Zeitraum, in dem die Ausübungs- und Leistungsbedingungen erfüllt werden müssen (Erdienungszeitraum). Dieser Zeitraum endet am Tag der ersten Ausübungsmöglichkeit, d.h. dem Zeitpunkt, an dem der betreffende Mitarbeiter unwiderruflich bezugsberechtigt wird. In Einzelfällen sind die Leistungsbedingungen schon bei Ausgabe der Aktienoptionen erfüllt. In diesen Fällen wird der Aufwand bei Gewährung der Optionen erfasst. Für die während des Erdienungszeitraums verwirkten Vergütungsrechte wird kein Aufwand erfasst.

An jedem Bilanzstichtag wird die Schätzung der Anzahl an Optionen, die erwartungsgemäß ausübbar werden, überprüft. Die Auswirkungen gegebenenfalls zu berücksichtigender Änderungen ursprünglicher Schätzungen werden in der Gewinn- und Verlustrechnung und durch eine entsprechende Anpassung im Eigenkapital über den verbleibenden Zeitraum bis zur Unverfallbarkeit berücksichtigt.

Bei Ausübung von Aktienoptionen wird 1 € pro Option im Stammkapital, der restliche Betrag in der Kapitalrücklage erfasst.

Die ausstehenden Aktienoptionen werden bei der Berechnung des Ergebnisses je Aktie als zusätzliche Verwässerung berücksichtigt, solange ein verwässernder Effekt besteht.

(18) Finanzielle Verbindlichkeiten

Erstmaliger Ansatz

Finanzielle Verbindlichkeiten im Sinne von IAS 39 werden als finanzielle Verbindlichkeiten, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, oder als Darlehen klassifiziert. Der Konzern legt die Klassifizierung seiner finanziellen Verbindlichkeiten mit dem erstmaligen Ansatz fest und bewertet sie zum beizulegenden Zeitwert, im Fall von Darlehen abzüglich der direkt zurechenbaren Transaktionskosten. Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten umfassen die zu Handelszwecken gehaltenen finanziellen Verbindlichkeiten sowie andere finanzielle Verbindlichkeiten, die bei ihrem erstmaligen Ansatz als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet klassifiziert werden. Die bedingten Kaufpreiszahlungen aus dem Unternehmenszusammenschluss mit Medigene Immunotherapies werden erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet und als finanzielle Verbindlichkeit bilanziert.

Folgebewertung

Als Darlehen klassifizierte finanzielle Verbindlichkeiten werden in den Folgeperioden zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Jede Differenz zwischen dem Auszahlungsbetrag (nach Abzug von Transaktionskosten) und dem Rückzahlungsbetrag wird über die Laufzeit der Ausleihung unter Anwendung der Effektivzinsmethode in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Ausbuchung

Eine finanzielle Verbindlichkeit wird ausgebucht, wenn die dieser Finanzschuld zugrunde liegende Verpflichtung erfüllt, aufgehoben oder erloschen ist.

(19) Rückstellungen

Rückstellungen werden gemäß IAS 37 »Rückstellungen, Eventualschulden und Eventualforderungen« gebildet, soweit gegenüber Dritten eine gegenwärtige Verpflichtung aus einem vergangenen Ereignis besteht, die wahrscheinlich künftig zu einem Abfluss von Ressourcen führt und deren Höhe zuverlässig geschätzt werden kann. Der Aufwand zur Bildung der Rückstellung wird in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen. Rückstellungen für Verpflichtungen, die voraussichtlich nicht bereits im Folgejahr zu einer Vermögensbelastung führen, werden in Höhe des Barwerts des erwarteten Vermögensabflusses gebildet. Der Wertansatz der Rückstellungen wird zu jedem Stichtag überprüft.

(20) Pensionsverpflichtungen

Pensionsverpflichtungen werden gemäß IAS 19 »Leistungen an Arbeitnehmer« (überarbeitet 2011) bilanziert. Im Konzern existieren unterschiedliche Pensionspläne. Der Konzern hat sowohl leistungsorientierte als auch beitragsorientierte Pensionspläne.

Ein leistungsorientierter Plan (Defined Benefit Plan) ist ein Pensionsplan, der einen Betrag an Pensionsleistungen festschreibt, den ein Mitarbeiter bei Renteneintritt erhalten wird, dessen Höhe üblicherweise von einem oder mehreren Faktoren wie Alter, Dienstzeit und Gehalt abhängig ist. Die in der Bilanz angesetzte Verpflichtung für leistungsorientierte Pläne entspricht dem Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung am Bilanzstichtag (Defined Benefit Obligation, DBO) abzüglich dem beizulegenden Zeitwert des Planvermögens, welches aus Rückdeckungsversicherungen besteht. Die DBO wird jährlich von einem unabhängigen versicherungsmathematischen Gutachter unter Anwendung der Anwartschaftsbarwertmethode (Projected Unit Credit Method) berechnet. Als biometrische Rechnungsgrundlagen wurden die »Richttafeln 2005 G« von Prof. Dr. Klaus Heubeck verwendet. Die Pensionsverpflichtungen haben eine Laufzeit von 15 Jahren. Der Barwert der DBO wird berechnet, indem die erwarteten zukünftigen Mittelabflüsse mit dem Zinssatz von Industrieanleihen höchster Bonität, die auf die Währung lauten, in der auch die Leistungen bezahlt werden, und deren Laufzeiten denen der Pensionsverpflichtung entsprechen, abgezinst werden. Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste, die auf erfahrungsbedingten Anpassungen und Änderungen versicherungsmathematischer Annahmen basieren, werden in voller Höhe im sonstigen Ergebnis erfasst.

Ein beitragsorientierter Plan ist ein Pensionsplan, unter dem der Konzern feste Beiträge an eine eigenständige Gesellschaft (Fonds) entrichtet. Der Konzern hat bei beitragsorientierten Plänen keine rechtliche oder faktische Verpflichtung zusätzliche Beiträge zu leisten, wenn der Fonds nicht genügend Vermögenswerte hält, um die Pensionsansprüche aller Mitarbeiter aus den laufenden und vorherigen Geschäftsjahren zu begleichen. Die Beiträge werden bei Fälligkeit im Personalaufwand erfasst. Vorauszahlungen von Beiträgen werden in dem Umfang als Vermögenswerte angesetzt, in dem ein Recht auf eine Rückzahlung oder eine Minderung künftiger Zahlungen besteht.

(21) Steuern

Tatsächliche Steuern

Die tatsächlichen Steuererstattungsansprüche und -schulden werden mit dem Betrag bemessen, in dessen Höhe eine Erstattung von der Steuerbehörde bzw. eine Zahlung an die Steuerbehörde erwartet wird. Der Berechnung des Betrags werden die Steuersätze und Steuergesetze zugrunde gelegt, die zum Bilanzstichtag gelten.

Tatsächliche Steuern, die sich auf Posten beziehen, die direkt im Eigenkapital erfasst werden, werden nicht in der Gewinn- und Verlustrechnung, sondern im Eigenkapital erfasst.

Latente Steuern

Latente Steuern werden nach IAS 12 »Ertragsteuern« unter Verwendung der Verbindlichkeiten-Methode, für alle temporären Differenzen zwischen der Steuerbasis der Vermögenswerte/Schulden (tax base) und ihren Buchwerten im IFRS-Abschluss angesetzt. Latente Steuern werden unter Anwendung der Steuersätze (und Steuervorschriften) bewertet, die am Bilanzstichtag gelten oder im Wesentlichen gesetzlich verabschiedet sind und deren Geltung zum Zeitpunkt der Realisierung der latenten Steuerforderung bzw. der Begleichung der latenten Steuerverbindlichkeit erwartet wird.

Latente Steuerschulden werden für alle zu versteuernden temporären Differenzen erfasst, mit Ausnahme von:

latenten Steuerschulden aus dem erstmaligen Ansatz eines Geschäfts- oder Firmenwerts oder eines Vermögenswerts oder einer Schuld aus einem Geschäftsvorfall, der kein Unternehmenszusammenschluss ist und der zum Zeitpunkt des Geschäftsvorfalls weder das handelsrechtliche Periodenergebnis noch das zu versteuernde Ergebnis beeinflusst, und

latenten Steuerschulden aus zu versteuernden temporären Differenzen, die im Zusammenhang mit Beteiligungen an Tochterunternehmen, assoziierten Unternehmen und Anteilen an Gemeinschaftsunternehmen stehen, wenn der zeitliche Verlauf der Umkehrung der temporären Differenzen gesteuert werden kann und es wahrscheinlich ist, dass sich die temporären Unterschiede in absehbarer Zeit nicht umkehren werden.

Latente Steueransprüche werden für alle abzugsfähigen temporären Unterschiede, noch nicht genutzte steuerliche Verlustvorträge und nicht genutzte Steuergutschriften in dem Maße erfasst, in dem latente Steuerverbindlichkeiten bestehen bzw. in dem es wahrscheinlich ist, dass zu versteuerndes Einkommen verfügbar sein wird, gegen das die abzugsfähigen temporären Differenzen und die noch nicht genutzten steuerlichen Verlustvorträge und Steuergutschriften verwendet werden können, mit Ausnahme von:

latenten Steueransprüchen aus abzugsfähigen temporären Differenzen, die aus dem erstmaligen Ansatz eines Vermögenswerts oder einer Schuld aus einem Geschäftsvorfall entstehen, der kein Unternehmenszusammenschluss ist und der zum Zeitpunkt des Geschäftsvorfalls weder das handelsrechtliche Periodenergebnis noch das zu versteuernde Ergebnis beeinflusst, und

latenten Steueransprüchen aus abzugsfähigen temporären Differenzen, die im Zusammenhang mit Beteiligungen an Tochterunternehmen, assoziierten Unternehmen und Anteilen an Gemeinschaftsunternehmen stehen, wenn es wahrscheinlich ist, dass sich die temporären Unterschiede in absehbarer Zeit nicht umkehren werden oder kein ausreichendes zu versteuerndes Ergebnis zur Verfügung stehen wird, gegen das die temporären Differenzen verwendet werden können.

Der Buchwert der latenten Steueransprüche wird an jedem Bilanzstichtag überprüft und in dem Umfang reduziert, in dem es nicht mehr wahrscheinlich ist, dass ein ausreichendes zu versteuerndes Ergebnis zur Verfügung stehen wird, gegen das der latente Steueranspruch zumindest teilweise verwendet werden kann. Darüber hinaus werden die gesetzlichen Einschränkungen bei der Bildung der latenten Steueransprüche für steuerliche Verlustvorträge gem. § 10d (2) EStG berücksichtigt.

Latente Steuern, die sich auf Posten beziehen, die im sonstigen Ergebnis oder direkt im Eigenkapital erfasst werden, werden ebenso im sonstigen Ergebnis oder im Eigenkapital erfasst.

Latente Steueransprüche und -schulden werden anhand der Steuersätze bemessen, deren Gültigkeit für die Periode erwartet wird, in der ein Vermögenswert realisiert oder eine Schuld erfüllt wird. Dabei werden insbesondere die länderspezifischen Steuersätze und Steuergesetze zugrunde gelegt, die zum Bilanzstichtag gelten. Latente Steueransprüche und latente Steuerschulden werden miteinander verrechnet, wenn sich Steuererstattungsansprüche und Ertragsteuern auf das gleiche Steuersubjekt beziehen, fristenkongruent sind und von der gleichen Steuerbehörde erhoben werden.

(22) Leasing

Für Leasingverträge, bei denen der Konzern Leasingnehmer ist und ein wesentlicher Anteil der Risiken und Chancen, die mit dem Eigentum am Leasingobjekt verbunden sind, beim Leasinggeber verbleiben, werden die entsprechenden Vorgänge als operatives Leasing klassifiziert. Im Zusammenhang mit operativem Leasing geleistete Zahlungen werden linear über die Dauer des Leasingverhältnisses in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Ab Mai 2015 hat der Konzern bestimmte Anlagegüter langfristig angemietet. Finanzierungsleasing liegt vor, wenn der Leasingnehmer im Wesentlichen alle Chancen und Risiken, die mit dem Eigentum verbunden sind, trägt. Alle Leasinggegenstände, die als Finanzierungsleasing zu qualifizieren sind, werden zu Beginn des Leasingverhältnisses gemäß IAS 17 „Leasingverhältnisse" als langfristige Vermögenswerte mit dem niedrigeren Betrag aus beizulegendem Zeitwert des Leasinggegenstandes und dem Barwert der Mindestleasingzahlungen aktiviert. Die korrespondierenden Leasingverpflichtungen werden in Abhängigkeit ihrer Fälligkeit als kurz- oder langfristige Schulden passiviert. Die zu leistenden Leasingzahlungen werden in eine Tilgung-und eine Zinskomponente aufgeteilt, dass sich ein konstanter Zinssatz auf die verbliebene Leasingverbindlichkeit ergibt. Die Tilgungskomponente reduziert die Verbindlichkeit, während die Zinskomponente als Zinsaufwendungen ausgewiesen wird. Die Abschreibungsgrundsätze für die aktivierten Vermögenswerte stimmen mit den Grundsätzen überein, die auf Sachanlagevermögen angewandt werden ≥ Ziffer (9) bzw. (12).

(23) Realisierung von Erlösen

Erlöse werden erfasst, wenn es wahrscheinlich ist, dass der wirtschaftliche Nutzen dem Konzern zufließen wird und die Höhe der Erträge verlässlich bestimmt werden kann. Medigene verbuchte in der Berichtsperiode Erlöse aus Produktverkäufen, Meilenstein- und Lizenzzahlungen sowie sonstige Erlöse.

Erlöse aus Produktverkäufen und wiederkehrenden Lizenzzahlungen

Die Erlöse aus Produktverkäufen werden realisiert, sobald die mit dem Eigentum verbundenen Chancen und Risiken übertragen und das Produkt bzw. der Wirkstoff an die Abnehmer ausgeliefert wurde. Darüber hinaus erhält Medigene Lizenzzahlungen von Lizenznehmern durch die im Markt erzielten Produktverkäufe, welche auf Quartalsbasis abgerechnet werden.

Erlöse aus Voraus-, meilenstein- und einmaligen Lizenzzahlungen

So genannte »Upfront-Payments« (einmalige Vorauszahlungen), die Medigene bei Abschluss eines neuen Vertrags von Pharmapartnern erhält, werden gemäß IAS 18 »Erträge« über eine Periode passivisch abgegrenzt, die mit der geschätzten Dauer der zu erbringenden Leistungen übereinstimmt und der jeweiligen Vertrags- bzw. Patentlaufzeit oder einer kürzeren Periode bis zu Markteinführung des Entwicklungsprodukts entspricht, und über diese Periode linear erfasst oder bei Erreichung bestimmter Meilensteine in Raten vereinnahmt. Diese Auflösung wird in der Gewinn- und Verlustrechnung unter »Umsatzerlösen« unter »Meilensteinzahlungen für Produktverkäufe« gezeigt. Sofern sämtliche Kriterien des IAS 18.14 erfüllt sind, wird der Umsatz sofort in voller Höhe realisiert. Einmalige Lizenzzahlungen, bei denen der Übergang sämtlicher Risiken und Chancen auf den Lizenznehmer erfolgt, werden sofort als Ertrag realisiert.

Medigene erhält Meilensteinzahlungen für die behördliche Annahme von eingereichten Zulassungsanträgen, die Marktzulassung von Produkten durch die Behörden, die Markteinführung von neuen Produkten durch Partner, das Erreichen bestimmter, in den vertraglichen Vereinbarungen festgelegter Jahresumsatzziele und das Erreichen von Forschungs- und Entwicklungsmeilensteinen, die im Rahmen der Kooperationsvereinbarungen definiert wurden. Entsprechend werden diese Zahlungen sofort erfolgswirksam vereinnahmt, sofern keine weiteren Leistungen vereinbart sind.

F&E-Zahlungen von Partnern und sonstige Erlöse

Die Erträge aus Forschungskooperationen werden gemäß IAS 18 erfolgswirksam vereinnahmt, wenn die vertraglich vereinbarten Ziele erreicht bzw. wenn die entsprechenden Forschungs- und Entwicklungsleistungen („F & E") erbracht werden. Vertraglich vereinbarte Zahlungen und termingebundene Zahlungen, die nicht von einer zukünftigen Leistung abhängen, werden als Ertrag vereinnahmt, vorausgesetzt, der Kooperationspartner bestätigt, dass die vertraglichen Vereinbarungen erfüllt worden sind.

Zinserträge

Zinserträge werden erfasst, wenn die Zinsen entstanden sind bzw. anhand des Effektivzinssatzes bei allen zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Finanzinstrumenten.

(24) Forschungs- und Entwicklungskosten

Forschungs- und Entwicklungskosten werden als Aufwand in der Periode erfasst, in der sie angefallen sind. Die Forschungs- und Entwicklungskosten beinhalten Personalkosten, Dienstleistungen, Labormaterialkosten, Aufwendungen für Patente und Lizenzen, Beraterhonorare sowie sonstige Kosten wie Miete und Energie. Außerdem enthalten sie Abschreibungen.

(25) Ergebnis je Aktie

Das Ergebnis je Aktie wird nach IAS 33 »Ergebnis je Aktie« ermittelt.

Unverwässertes Ergebnis je Aktie

Das unverwässerte Ergebnis je Aktie wird durch die Bildung des Quotienten aus dem Periodenergebnis, welches den Eigenkapitalgebern zusteht (Zähler), und der gewichteten durchschnittlichen Anzahl ausgegebener Aktien (Nenner), die sich während der Periode im Umlauf befinden, berechnet.

Verwässertes Ergebnis je Aktie

Das verwässerte Ergebnis je Aktie ergibt sich, indem die gewichtete durchschnittliche Anzahl im Umlauf befindlicher Aktien um potenzielle Stammaktien (z.B. Optionsrechte und Wandelschuldverschreibungen) erhöht wird (Nenner). Das Periodenergebnis wird um alle Änderungen im Ertrag oder Aufwand bereinigt, die sich aus der Umwandlung der potenziellen Stammaktien mit Verwässerungseffekten ergeben würden. Bei Aktienoptionen wird berechnet, wie viele Aktien zum beizulegenden Zeitwert (bestimmt durch den durchschnittlichen jährlichen Börsenkurs der Unternehmensaktien) erworben werden könnten. Die hiernach berechnete Anzahl von Aktien wird mit der Anzahl verglichen, die sich ergeben hätte, wenn die Aktienoptionen ausgeübt worden wären. Die Umwandlung potenzieller Stammaktien gilt als erfolgt mit Beginn der Periode bzw. mit dem Tag, an dem die potenziellen Stammaktien emittiert wurden.

Für die Geschäftsjahre 2015 und 2014 entsprach das verwässerte Ergebnis je Aktie dem unverwässerten Ergebnis, da die Berücksichtigung der gewichteten durchschnittlichen Anzahl von bei der Ausübung von Aktienoptionen auszugebenden Aktien einen gegenläufigen Verwässerungseffekt zur Folge hätte. Von den insgesamt 486.469 Aktienoptionen hatten 261.458 keinen verwässernden Effekt im Jahr 2015, da bei der Mehrheit der Aktienoptionen der Ausübungspreis über dem Jahresdurchschnitt von 7,56 € lag (Deutsche Börse; XETRA-Schlusskurs).

(26) Kapitalflussrechnung

Die Kapitalflussrechnung wurde in Übereinstimmung mit IAS 7 »Kapitalflussrechnung« erstellt. Die Gesellschaft hat bei der Ermittlung des Cashflows aus laufender Geschäftstätigkeit die indirekte Methode angewandt und eine Aufgliederung in laufende Geschäftstätigkeit, Investitionstätigkeit und Finanzierungstätigkeit vorgenommen. Der Kapitalfluss aus Investitions- und Finanzierungstätigkeit ist jeweils zahlungsbezogen ermittelt.

(27) Segmentberichterstattung/Geschäftssegmente

Die Segmentberichterstattung nach IFRS 8 »Geschäftssegmente« folgt im Hinblick auf die Ermittlung der einzelnen Segmentdaten dem »Management Approach«. Die einzelnen Segmentdaten sind der internen Berichterstattung zu entnehmen, so dass die Ermittlung der einzelnen Informationen die Steuerungskonzeption des Unternehmens darstellt.

Ein »Geschäftssegment« ist ein Bereich eines Unternehmens, in dem Geschäftstätigkeiten ausgeübt werden, mit denen Erträge erwirtschaftet werden und bei dem Kosten anfallen können, dessen Ertragslage regelmäßig vom Hauptentscheidungsträger des Unternehmens überprüft wird und für den einschlägige Finanzinformationen vorliegen.

Zum Zwecke der Unternehmenssteuerung ist der Konzern nach Produkten und Dienstleistungen in Geschäftseinheiten organisiert und verfügt über zwei berichtspflichtige Geschäftssegmente: »Immuntherapien« (Kerngeschäft) und » Auslizenzierte/veräußerte Produkte « (Nicht-Kerngeschäft). Finanzinformationen, die weder dem einen noch dem anderen Geschäftssegment zugeordnet werden können, werden unter »Überleitung« erfasst.

Darüber hinaus weist der Konzern Umsatzerlöse mit externen Kunden sowie langfristige Vermögenswerte, die Sachanlagevermögen, immaterielle Vermögenswerte und Geschäfts- oder Firmenwerte beinhalten, nach dem Land aus, in dem das Unternehmen Umsatzerlöse erwirtschaftet bzw. in dem das Unternehmen Vermögenswerte hält.

Die zahlenmäßige Darstellung der einzelnen Geschäftssegmente befindet sich unter ≥ E) »Segmentberichterstattung«.

C) ERLÄUTERUNGEN ZUR GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde nach dem Umsatzkostenverfahren erstellt.

(28) Gesamterlöse

Medigenes Umsatzerlöse und sonstige betriebliche Erträge erzielt das Unternehmen außerhalb seines Kerngeschäfts. Somit haben Medigenes Gesamterlöse keine Aussagekraft für die Entwicklung des Kerngeschäfts Immuntherapie.

Die Gesamterlöse beliefen sich im Geschäftsjahr 2015 auf 6.808 T€ (2014: 13.784 T€). Sie stammen aus den Produktumsätzen und Lizenzeinnahmen aus den Umsatzbeteiligungen mit dem Medikament Veregen® in Höhe von 3.016 T€ (2014: 4.470 T€). Zudem erzielte Medigene sonstige betriebliche Erträge für auslizenzierte bzw. veräußerte Medikamente außerhalb des Kerngeschäfts. Diese betrugen im abgelaufenen Geschäftsjahr 3.707 T€ (2014: 8.589 T€). Sie bestehen zum einen aus regelmäßigen, nicht zahlungswirksamen Erträgen in Höhe von 2.493 T€ (2014: 2.493 T€) für Medigenes ehemaliges Medikament Eligard® (Cowen-Vertrag). Zudem erhielt Medigene im Rahmen der bis Ende 2015 bestehenden EndoTAG®-Partnerschaft mit SynCore Kostenerstattungen und Meilensteinzahlungen für die Entwicklung dieses Medikamentenkandidaten. Im Rahmen dieser Kooperation erhielt Medigene im Berichtszeitraum Kostenerstattungen in Höhe von 1.123 T€ (2014: 1.936 T€). In 2015 wurden keine Meilensteine realisiert (2014: 2.699 T€). Im Vorjahreszeitraum hatte Medigene zudem Einmalzahlungen in Höhe von 1.203 T€ für den auslizenzierten Medikamentenkandidaten RhuDex® erhalten.

GESAMTERLÖSE

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IN T€ 2015 2014 VERÄNDERUNG
Umsatzerlöse 3.101 5.195 -40%
davon Lizenzeinnahmen aus Umsatzbeteiligungen 2.549 2.352 8%
davon Umsätze aus Produktlieferungen 467 2.118 -78%
davon Meilensteinzahlungen 85 725 -88%
Sonstige betriebliche Erträge 3.707 8.589 -57%
davon F&E-Zahlungen von Partnern 1.123 1.936 -42%
davon F&E-Meilensteinzahlungen 0 2.699 -
davon sonstige Erlöse 2.584 3.954 -35%
Gesamterlöse 6.808 13.784 -51%

(29) Beschaffungskosten der Erlöse

Die Beschaffungskosten der Erlöse in Höhe von 1.103 T€ im Geschäftsjahr 2015 (2014: 2.086 T€) sanken proportional mit dem Rückgang der Lizenzeinnahmen aus Umsatzbeteiligungen und der Umsätze aus Produktlieferungen und beinhalten die Kosten für den Verkauf des Produkts Veregen® sowie die Beteiligung an den Verkaufserlösen in Form von Lizenzzahlungen an Partnerunternehmen.

BESCHAFFUNGSKOSTEN DER ERLÖSE

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IN T€ 2015 2014 VERÄNDERUNG
Kosten für den Verkauf der Ware 336 1.368 -75%
Lizenzzahlungen 767 718 7%
Gesamt 1.103 2.086 -47%

(30) Vertriebskosten

Unter Vertriebskosten werden Aufwendungen für die Geschäftsentwicklung (Business Development), Vertriebskosten für Veregen® und für das Marketing ausgewiesen. Diese schließen Personalaufwendungen, regulatorische Kosten, Beratungshonorare, Marktstudien und weitere Dienstleistungen ein. Die Vertriebskosten stiegen in der Berichtsperiode um 150 T€ auf 2.141 T€ (2014: 1.991 T€) im Wesentlichen aufgrund höherer Personal-und Patentkosten sowie allgemeiner Kosten.

VERTRIEBSKOSTEN

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IN T€ 2015 2014 VERÄNDERUNG
Personalaufwand 971 924 5%
Marketing/regulatorische Kosten 567 524 8%
Beratungshonorare/Marktstudien 126 180 -30%
Miete und Energie 145 123 18%
Patentkosten 115 95 21%
Sonstige 217 145 50%
Gesamt 2.141 1.991 8%

(31) Allgemeine Verwaltungskosten

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IN T€ 2015 2014 VERÄNDERUNG
Personalaufwand 2.859 2.504 14%
Beratungshonorare 1.322 1.383 -4%
Miete und Energie 348 331 5%
Abschreibungen 126 142 -11%
Sonstige 819 730 12%
Gesamt 5.474 5.090 8%

(32) Forschungs- und Entwicklungskosten

Forschungs- und Entwicklungskosten erhöhten sich im Berichtszeitraum aufgrund des Ausbaus der Immuntherapie-Projekte, vorwiegend im Bereich der Personalkosten, Labormaterialkosten und Patentkosten auf 8.529 T€ (2014: 7.498T€). Dabei erhöhten sich im Geschäftsjahr 2015 die Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen für Medigenes Immuntherapie-Programme um 95 % auf 5.534 T€ (2014: 2.832 T€).

Die für EndoTAG®-1 entstandenen F & E-Kosten werden vom Partner SynCore erstattet und als F & E-Zahlungen von Partnern bei den sonstigen betrieblichen Erträgen erfasst.

Die Aufwendungen für Dienstleistungen in Höhe von 720 T€ im Geschäftsjahr 2015 (2014: 888 T€) setzen sich aus folgenden Posten zusammen: Durchführung klinischer Studien 386 T€ (2014: 252 T€), Produktionsleistungen 145 T€ (2014: 173 T€), vorklinische Entwicklungsleistungen 97 T€ (2014: 237 T€) sowie Zulassungskosten 92 T€ (2014: 226 T€).

Die erhöhten Abschreibungen sind im Geschäftsjahr 2015 auf höhere Investitionen in das Sachanlagevermögen im Bereich der Immuntherapien zurückzuführen.

FORSCHUNGS- UND ENTWICKLUNGSKOSTEN

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IN T€ 2015 2014 VERÄNDERUNG
Personalaufwand 3.834 3.194 20%
Dienstleistungen 720 888 -19%
Beratungshonorare 543 736 -26%
Abschreibungen 816 666 23%
Miete und Energie 618 598 3%
Aufwendungen für Patente und Lizenzen 924 595 55%
Labormaterialkosten 546 254 115%
Sonstige 528 567 -7%
Gesamt 8.529 7.498 14%

(33) Finanzergebnis

FINANZERGEBNIS

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IN T€ 2015 2014 VERÄNDERUNG
Zinserträge 62 27 130%
Zinsaufwendungen -2.976 -1.801 65%
davon nicht zahlungswirksame Zinsaufwendungen aus der Finanzschuld gegenüber Cowen ≥ Ziffer (4) -1.316 -1.449 -9%
davon nicht zahlungswirksame Änderungen des beizulegenden Zeitwerts der Verbindlichkeit für die bedingte Gegenleistung ≥ Ziffer (44) -1.601 -323 >200 %
davon Zinsaufwendungen aus Finanzierungsleasing ≥ Ziffer (22) -35 0 -
davon Nettozinsaufwand für Pensionsverpflichtungen ≥ Ziffer (44) -8 -10 -20%
Sonstige -16 -19 9%
Gesamt -2.914 -1.774 64%

(34) Personalaufwand

In den Aufwandspositionen der Gewinn- und Verlustrechnung sind die folgenden Personalaufwendungen enthalten:

PERSONALAUFWAND

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IN T€ 2015 2014 VERÄNDERUNG
Löhne und Gehälter 6.457 5.642 14%
Sozialversicherungsbeiträge 878 790 11%
Pensionsaufwand      
beitragsorientierte Pläne 31 33 -6%
leistungsorientierte Pläne k Ziffer (44) 28 21 33%
An Vorstände und Mitarbeiter gewährte Aktienoptionen 111 66 68%
Sonstige 159 70 126%
Gesamt 7.664 6.622 16%

MITARBEITER NACH FUNKTION (OHNE VORSTÄNDE)

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31.12.2015 31.12.2014 VERÄNDERUNG
Allgemeine Verwaltung 18 I 18 -
Geschäftsentwicklung 9 9 -
Forschung und Entwicklung 46 45 2%
Gesamt 73 72 1%

Die Zahl der Vollzeitäquivalente (FTEs = full-time equivalents, ohne Vorstände) erhöhte sich zum 31. Dezember 2015 auf 66 (31.12.2014: 65) Mitarbeiter.

D) ERLÄUTERUNGEN ZUR BILANZ

AKTIVA

(35) Sachanlagevermögen, immaterielle Vermögenswerte und Geschäfts- oder Firmenwerte

Die Zusammensetzung und Entwicklung der Sachanlagevermögen, der immateriellen Vermögenswerte und der Geschäfts- oder Firmenwerte kann dem Anlagenspiegel k Seite 88 f. entnommen werden.

Aufgrund der im Januar 2016 erfolgten Übertragung aller Vermögensgegenstände zu EndoTAG® an SynCore k Ziffer (4) sind die mit EndoTAG® verbundenen immateriellen Vermögenswerten zum 31. Dezember 2015 unter „Zur Veräußerung gehaltene immaterielle Vermögenswerte" ausgewiesen. Zu dem Bilanzstichtag war keine Wertminderung auf den beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten erforderlich.

Die Buchwerte der Geschäfts- oder Firmenwerte sowie der noch nicht nutzungsbereiten immateriellen Vermögenswerte sind zum 31. Dezember 2015 den folgenden CGUs zugeordnet:

BUCHWERTE DER ZAHLUNGSMITTELGENERIERENDEN EINHEITEN

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IN TE 31.12.2015 31.12.2014
RhuDex® (CGU-1) Immuntherapien (CGU-2) RhuDex® (CGU-1) Immuntherapien (CGU-2)
Buchwert der Geschäfts- oder Firmenwerte 2.212 0 2.212 0
Buchwerte der noch nicht nutzungsbereiten immateriellen Vermögenswerte der RhuDex® 23.750 0 23.750 0
Buchwerte der noch nicht nutzungsbereiten immateriellen Vermögenswerte der Medigene Immunotherapies 0 9.692 0 9.692
Buchwerte der Sachanlagevermögen 0 1.782 0 553
Gesamt 25.962 11.474 25.962 10.245

Jährlicher Wertminderungstest zum 31. Dezember 2015

Methodik der Ermittlung des erzielbaren Betrag

Der erzielbare Betrag für die zahlungsmittelgenerierende Einheit (CGU = cash-generating unit) wird auf Basis von Nutzungswertberechnungen abgeschätzt, wobei diskontierte risikoangepasste Net Present Value (rNPV) Cashflow-Modelle verwendet werden. Für die der CGU zugrunde liegenden Projekte im Forschungsstadium kann jeweils ein Nutzungswert ermittelt werden, da die klinische Entwicklung und spätere Vermarktung der Medikamentenkandidaten für eine spezifische Indikation feststeht. Produktspezifische und Finanzierungsrisiken in Abhängigkeit des Entwicklungsstadiums werden durch Abschläge im Cashflow berücksichtigt. In die verwendeten Cashflow-Prognosen fließen Annahmen zur Markteintrittswahrscheinlichkeit, zum künftigen Wettbewerb, zum Projektfortschritt, zum Produktprofil und dessen Lebenszyklus sowie zum Marktanteil des zukünftigen Medikamentenkandidaten ein.

Die Cashflows nach Steuern wurden abgezinst unter Zugrundelegung eines Abzinsungssatzes nach Steuern, der die gegenwärtigen Markteinschätzungen des Zinsniveaus und die gesellschafts- bzw. produktspezifischen Risiken widerspiegelt, für die die geschätzten künftigen Cashflows nicht adjustiert wurden. Der Vorstand verwendete Abzinsungssätze und Cashflows nach Steuern, da er der Ansicht ist, dass eine Abzinsung der Cashflows nach Steuern mit einem Abzinsungssatz nach Steuern keine wesentlich anderen Ergebnisse liefert als eine Abzinsung der Cashflows vor Steuern mit einem Abzinsungssatz vor Steuern.

Die den Annahmen beigemessenen Werte entsprechen der Einschätzung des Vorstands im Hinblick auf die zukünftigen Entwicklungen und beruhen auf internen Planungsszenarien sowie auf externen Informationsquellen und Marktinformationen. Zum 31. Dezember 2015 war keine Wertminderung von Buchwerten der beiden zahlungsmittelgenerierenden Einheiten auszuweisen.

Bei den der Berechnung des Nutzungswerts der CGU zugrunde gelegten Annahmen bestehen Schätzungsunsicherheiten:

Markteintrittswahrscheinlichkeit

Entwicklungszeiten und Projektfortschritt

Erwarteter Marktanteil bzw. Anzahl behandelter Patienten im relevanten Teilmarkt

Markteintrittswahrscheinlichkeit

Medigene hat für die Medikamentenkandidaten Annahmen zur Wahrscheinlichkeit des Markteintritts getroffen. Die Notwendigkeit dieser Annahmen ergibt sich aus den für Medikamente typischen Entwicklungsrisiken. Diese variieren je nach Substanz- und Wirkstoffklasse und Krankheitsgebiet. Entsprechend hat das Management für die Bewertungsmodelle die industrieübliche Erfolgswahrscheinlichkeit verwendet. Diese Schätzungen werden zusätzlich um projektspezifische Annahmen ergänzt. Die Entwicklungsrisiken werden bei der Ermittlung der projektspezifischen Cashflows berücksichtigt.

Entwicklungszeiten und Projektfortschritt

Laut Branchenstatistik dauert die Entwicklung eines Medikaments üblicherweise 10-15 Jahre und ist in schrittweise aufeinanderfolgende Phasen unterteilt. Wesentliche die Entwicklungsdauer beeinflussende Faktoren sind die in den einzelnen Phasen gewonnenen Resultate zu Wirkungen und Nebenwirkungen eines Medikamentenkandidaten. Die Annahmen, die Medigenes Management für jede Indikation getroffen hat, orientieren sich am aktuellen Entwicklungsstatus, den bisher erzielten Projektergebnissen und den historischen Erfahrungswerten bezüglich des Krankheitsgebiets und der Medikamentenklasse.

Erwarteter Marktanteil

Das Management vergleicht die für das Entwicklungsprojekt vorliegenden Daten, das Zielprofil und die — soweit zugänglich — vorliegenden Entwicklungsdaten und trifft auf dieser Basis eine Einschätzung zum zukünftig erwarteten Marktanteil. Bei der Schätzung der zukünftig zu behandelnden Patientenanzahl greift Medigene auch auf die Einschätzung externer Beratungs- und Bewertungsspezialisten zurück.

Gundannahmen für die Berechnung des Nutzungswerts für die CGU-1

Der Prognosezeitraum erstreckt sich über die erwartete Patentlaufzeit und deckt die Periode 2016 bis 2034 ab. Für die Cashflow-Modelle wird ab dem Jahr 2024 die Zulassung und Vermarktung von RhuDex® in den drei weltgrößten Pharmamärkten USA, Europa und Japan angenommen. Das Wertminderungsmodell beinhaltet die im Jahr 2014 stattgefundene Auslizenzierung des Medikamentenkandidaten RhuDex® in den Indikationsbereichen Hepatologie und Gastroenterologie an Dr. Falk Pharma GmbH („Falk Pharma"), insbesondere in der Indikationen Primär Biliäre Zirrhose (PBC), autoimmune Hepatitis und Morbus Crohn. Die Annahmen des Wertberichtigungstests basieren auf den Konditionen der Lizenzvereinbarung sowie auf dem Entwicklungsplan und den Informationen von Falk Pharma. Die verbleibende Indikation rheumatoide Arthritis ist in diesem Auslizenzierungsmodell ebenfalls enthalten, da die Gesellschaft beabsichtigt, künftige Weiterentwicklung und Vermarktung des Medikamentenkandidaten in dieser Indikation zu auslizenzieren. Dabei wurden die voraussichtlichen Lizenzzahlungen, inkl. Einmalzahlung, Meilensteinzahlungen sowie Umsatzbeteiligungen, auf Basis von kürzlich auf dem Markt erfolgten Lizenzvereinbarungen geschätzt.

PROJEKTSPEZIFISCHE ANNAHMEN

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Planungszeitraum in Jahren 19
Projektspezifische kumulative Markteintrittswahrscheinlichkeiten in % 11-21
Steuersatz in % 10
Diskontierungszinssatz nach Steuern in % 9,29

Sensitivität der getroffenen Annahmen — CGU-1 (RhuDex®)

Bei den Grundannahmen, die für die Bestimmung der Nutzungswerte für die CGU verwendet wurden und auf der bestmöglichen Schätzung und Ermessensentscheidung des Managements basieren, können nach vernünftigem Ermessen Änderungen eintreten, die dazu führen, dass der Buchwert der CGU den Nutzungswert übersteigt und somit eine Abschreibung auslösen würde. Um die Auswirkungen der Grund- bzw. projektspezifischen Annahmen auf den Nutzungswert zu prüfen, hat Medigene für die bewerteten Forschungs- und Entwicklungsprojekte auf CGU-1-Ebene folgende Sensitivitätsberechnungen durchgeführt:

Die erste Betrachtungsweise untersucht den Einfluss höherer Risiken hinsichtlich des Sicherheits- und Wirksamkeitsprofils während der klinischen Entwicklung. Die erhöhten Entwicklungsrisiken finden in einem Risikofaktor Berücksichtigung, der die Markteintrittswahrscheinlichkeit bemisst. Werden die Projektfortschrittswahrscheinlichkeiten je um 18 % gesenkt, sodass die Markteintrittswahrscheinlichkeit um ca. 50 % senkt, nähert sich der Nutzungswert dem Buchwert der CGU-1 an.

Die zweite Betrachtungsweise untersucht, wie sich die Verschiebung der beabsichtigten Auslizenzierung in der Indikation rheumatoide Arthritis sowie des geplanten Markteintritts um 3 Jahre auf die Werthaltigkeit auswirkt. In diesem Szenario nähert sich der Nutzungswert dem Buchwert der CGU-1 an.

Die dritte Betrachtungsweise untersucht den Einfluss des Patentumfangs und der Patentlaufzeiten und somit der Marktexklusivität. Sollte wider Erwarten entsprechende Patentverlängerungen nicht erteilt werden, würde dies dazu führen, dass der Nutzungswert an den Buchwert der CGU nahezu angleicht.

Darüber hinaus wird der Einfluss höheres Diskontierungszinssatzes untersucht: wird der Zinssatz um 5,5% auf 14,79 % erhöht, nähert sich der Nutzungswert dem Buchwert der CGU-1 an.

Im schlechtesten Fall, wenn keine Entwicklungs- und Vermarktungspartnerschaft für die rheumatoide Arthritis abgeschlossen werden kann oder wenn mehrere ungünstige Änderungen in den Grundannahmen berücksichtigt werden, könnte der Nutzungswert auf null fallen und die Buchwerte des Geschäfts- oder Firmenwerts sowie der noch nicht nutzungsbereiten immateriellen Vermögenswerte müssten voll abgeschrieben werden.

Grundannahmen für die Berechnung des Nutzungswerts für die CGU-2

Bei der Ermittlung des Nutzungswerts für diese CGU beabsichtigt das Management eigene Weiterentwicklung und Vermarktung der zwei am weitesten fortgeschrittenen Immuntherapie-Plattformen: dendritische Zell (DC)-Vakzine zur Behandlung der akuten myeloischen Leukämie (AML) sowie T-Zell-Rezeptor (TCR)-veränderte T-Zellen im Rahmen einer adoptiven T-Zell-Therapie zuerst für Patienten mit kastrationsresistentem Prostatakarzinom (CRPC). Die Cashflow-Modelle decken einen Gesamtzeitraum bis 2037 ab. Als erster Termin der Markteinführung wurde 2024 für die EU sowie für die USA angenommen.

PROJEKTSPEZIFISCHE ANNAHMEN CGU-2

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Planungszeitraum in Jahren 22
Projektspezifische kumulative Markteintrittswahrscheinlichkeiten in % 9-23
Steuersatz in % 30
Diskontierungszinssatz nach Steuern in % 9,29

Die Umsatzprognose basiert auf der Zahl der behandelten Patienten sowie den Schätzungen in Bezug auf Häufigkeit, Umfang und Preis der Behandlung. Die Zahl der Patienten wurde auf Basis der jüngsten verfügbaren Marktinformationen für die EU und die USA mit einer Wachstumsrate von 0,3 % bzw. 0,8 % p.a. ermittelt. In den Preisschätzungen wurden die aktuellen Marktpreise berücksichtigt. Wie üblich greift Medigene bei solchen Schätzungen auf die Einschätzung externer Beratungs- und Bewertungsspezialisten zurück. Die zukünftig erwarteten Marktanteile werden in Abhängigkeit von dem Lebenszyklus des Entwicklungsprojekts geschätzt und befinden sich in den Spitzenjahren im zweistelligen Bereich. Eine Inflations bereinigte Rohmarge zwischen ca. 40%- 60 % wird unterstellt. Es liegt die Annahme zugrunde, dass die Produktion vollständig ausgelagert wird; Investitionen in eigene Anlagen, außer zu Forschungszwecken, sind daher nicht zugrunde gelegt.

Marketing-, Verwaltungs- und allgemeinen Kosten sind als Prozentsatz des Jahresumsatzes geplant.

Sensitivität der getroffenen Annahmen — CGU-2 (Immuntherapien:

Bei den Grundannahmen, die für die Bestimmung der Nutzungswerte für die CGU verwendet wurden und auf der bestmöglichen Schätzung und Ermessensentscheidung des Managements basieren, können nach vernünftigem Ermessen Änderungen eintreten, die dazu führen, dass der Buchwert der CGU den Nutzungswert übersteigt und somit eine Abschreibung auslösen würde. Um die Auswirkungen der Grund- bzw. projektspezifischen Annahmen auf den Nutzungswert zu prüfen, hat Medigene für die bewerteten Forschungs- und Entwicklungsprojekte auf CGU-2-Ebene folgende Sensitivitätsberechnungen durchgeführt:

Die erste Betrachtungsweise untersucht den Einfluss höherer Risiken hinsichtlich des Sicherheits- und Wirksamkeitsprofils während der klinischen Entwicklung. Die erhöhten Entwicklungsrisiken finden in einem Risikofaktor Berücksichtigung, der die Markteintrittswahrscheinlichkeit bemisst. Werden die Projektfortschrittswahrscheinlichkeiten je um 40 % gesenkt, sodass die kumulative Markteintrittswahrscheinlichkeit um ca. 80 % senkt, nähert sich der Nutzungswert dem Buchwert der CGU-2 an. Die zweite Betrachtungsweise untersucht, wie sich der Einfluss der Anzahl der Patienten auf die Bestimmung des Nutzungswerts auswirkt.

Sinkt die Patientenpopulation um 85 %, nähert sich der Nutzungswert dem Buchwert der CGU-2 an.

Ferner wird der Einfluss der Änderungen der Behandlungspreise bzw. —kosten untersucht. Ändert sich der Behandlungspreis um minus 22 % oder erhöhen sich die Behandlungskosten um 29 %, nähert sich der Nutzungswert dem Buchwert der CGU-2 an.

Darüber hinaus wird der Einfluss höheres Diskontierungszinssatzes untersucht: wird der Zinssatz um 11,3 % auf 20,59 % erhöht, nähert sich der Nutzungswert dem Buchwert der CGU-2 an.

Im schlechtesten Fall, wenn mehrere ungünstige Änderungen in den Grundannahmen berücksichtigt werden, könnte der Nutzungswert auf null fallen und die Buchwerte der noch nicht nutzungsbereiten immateriellen Vermögenswerte müssten voll abgeschrieben werden.

(36) Langfristige finanzielle Vermögenswerte

Die langfristigen finanziellen Vermögenswerte setzen sich aus folgenden Positionen zusammen:

LANGFRISTIGE FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE

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IN T€ 31.12.2015 31.12.2014 VERÄNDERUNG
Wertpapiergebundene Pensionszusagen (zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte) 194 180 8%
Darlehen an Catherex, Inc. (Kredite und Forderungen) 0 385 -
Anteile an Immunocore Ltd. (zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte) 12.820 3.620 >200 %
Gesamt 13.014 4.185 >200 %

Das Darlehen an das assoziierte Unternehmen Catherex, Inc. wurde im Zuge des Kaufvertrages vom Dezember 2015 zwischen der Amgen Inc., USA, und der Catherex, Inc., USA, beglichen ≥ Ziffer (37).

Die Anteile an der Immunocore Ltd. betrugen zum Stichtag 12.820 T€ (31.12.2014: 3.620 T€). Medigenes Anteil beträgt zum Stichtag 64.815 „Ordinary Shares". Der Anstieg der finanziellen Vermögenswerte zum Bilanzstichtag resultiert aus einer Neubewertung der Anteile an der Immunocore Ltd., die sich auf Informationen aus einer im Juli 2015 von Immunocore Ltd. abgeschlossenen Finanzierungsrunde sowie aus den darauffolgenden Veräußerungen der „Ordinary Shares" durch andere Anteilseigner stützte. Durch die Neubewertung entstand im Geschäftsjahr 2015 ein Gewinn in Höhe von 9.200 T€, der in der Gesamtergebnisrechnung unter „zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte" ausgewiesen wurde (2014: 86 T€). Die Anteile an der Immunocore Ltd. sind den langfristigen finanziellen Vermögenswerten zugeordnet und wurden zum beizulegenden Zeitwert angesetzt, der zur Stufe drei der Hierarchie beizulegender Zeitwerte von Finanzinstrumenten zählt k Ziffer (49). Da die Anteile in Britische Pfund gehalten werden, wurde die Bewertung mit dem entsprechenden Wechselkurs zum Geschäftsjahresende angepasst.

(37) Anteile an assoziierten Unternehmen

Ende Dezember 2015 gab Medigene bekannt, dass Amgen Inc., USA, 100 % der Medigene-Ausgründung Catherex, Inc. erwirbt. Als größter Anteilseigner von Catherex hat Medigene Inc., USA, Anspruch auf ca. 40 % aller Zahlungen, die Amgen im Rahmen dieser Akquisition leisten wird. Die bisherigen Anteilseigner der Catherex erhalten von Amgen eine Vorauszahlung von 10,5 Mio. $ und haben Anspruch auf zusätzliche Zahlungen, die mit dem Erreichen bestimmter regulatorischer und verkaufsabhängiger Meilensteine für Amgens Medikament ImlygicTM verknüpft sind. Zudem werden diese bis zum Ende des Jahres 2020 am Umsatz von ImlygicTM beteiligt.. Amgens ImlygicTM, ein Medikament zur Behandlung von fortgeschrittenem, metastasiertem Melanom (Schwarzer Hautkrebs), wurde im Oktober 2015 in den USA sowie im Dezember 2015 in der Europäischen Union zur Vermarktung zugelassen. Die erste Meilensteinzahlung wurde durch diese EU-Zulassung ausgelöst. Darüber hinaus werden alle von Anteilseignern an Catherex gewährten Darlehen zurückbezahlt.

Zum 31. Dezember 2015 wies der Konzern eine Forderung in Höhe von 4.456 T€ gegenüber Amgen Inc. aus k Ziffer (39), deren Zahlung er im Februar 2016 erhalten hat. Diese Forderung beinhaltet Medigenes Anteil der vertraglichen Vorauszahlung und des ersten Meilensteins sowie den Rückzahlungsanspruch aus dem Darlehen k Ziffer (36). Die anteiligen Ansprüche auf die künftigen verkaufsabhängigen Meilenstein und umsatzbasierten Zahlungen wurden bei der Bewertung dieser Forderung aufgrund der branchenspezifischen Unsicherheiten nicht berücksichtigt. Der Gewinn aus diesem Verkauf wurde im Jahr 2015 in der Gewinn- und Verlustrechnung unter Anteil am Ergebnis/Veräußerung des assoziierten Unternehmens netto ausgewiesen.

Der Anteil am Ergebnis/Veräußerung des assoziierten Unternehmens in Höhe von 810 T€ im Geschäftsjahr 2015 setzt sich zusammen aus dem Gewinn aus dem Verkauf der Catherex-Anteile (1.038 T€), dem Gewinn aus der Rückzahlung von Darlehen (458 T€) und dem anteiligen Verlust aus dem Ergebnis des assoziierten Unternehmens für 2015 bis zum Zeitpunkt der Veräußerung (-686 T€). Die Vergleichszahlen im Vorjahr beinhalten den anteiligen Verlust aus dem Ergebnis des assoziierten Unternehmens für das Jahr 2014 in Höhe von -56 T€.

Durch den Verkauf der Catherex-Anteile hielt der Konzern durch sein Tochterunternehmen Medigene Inc. zum Ende des Geschäftsjahrs 0 % (31.12.2014: 40,40 %) der Anteile an der Catherex Inc. und 38,21 % (31.12.2014: 38,95 %) Anteile an der Aettis, Inc. Der Buchwert der assoziierten Unternehmen betrug zum Stichtag 0 T€ (31.12.2014: 2.781 T€) für Catherex und 0 T€ (31.12.2014: 0 T€) für Aettis.

(38) Vorräte

Zum Stichtag waren Vorräte von Veregen® in Höhe von 6.654 T€ (31.12.2014: 4.406 T€) vorhanden, die aufgrund der Mindestabnahmeverpflichtung mit der Mitsui Norin Co., Ltd., Tokio, Japan um 51% zunahmen. Eine Wertminderung auf den niedrigeren Nettoveräußerungspreis ergab sich nicht, da die Gesellschaft davon ausgeht, dass sich die zum 31. Dezember 2015 auf Lager befindlichen Waren zukünftig abgesetzt werden können. Nach Ermessen des Managements ist der Vertrag mit Mitsui Norin ein noch zu erfüllender Vertrag im Sinne des IAS 37 und keine Drohverlustrückstellung war zum 31. Dezember 2015 erforderlich.

(39) Sonstige Vermögenswerte und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

SONSTIGE VERMÖGENSWERTE UND FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN

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IN T€ 31.12.2015 31.12.2014 VERÄNDERUNG
Forderungen aus Verkauf assoziiertes Unternehmens ≥ Ziffer (37) (Kredite und Forderungen) 4.456 0 -
Forderungen an Lizenzpartner (SynCore) ≥ Ziffer (28) (Kredite und Forderungen) 0 2.748 -
Ausgaben für Aufwendungen zukünftiger Perioden 730 567 29%
Mietkaution > 1 Jahr (Kredite und Forderungen) 323 323 0%
Fördermittel (Kredite und Forderungen) 0 105 -
Umsatzsteuerforderungen 492 95 >200 %
Sonstige (Kredite und Forderungen) 46 36 28%
Sonstige Vermögenswerte gesamt 6.047 3.874 56%
davon kurzfristig 5.724 3.551 61%
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (Kredite und Forderungen) 763 1.733 -56%

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und finanzielle sonstige Vermögenswerte waren zum Stichtag weder überfällig noch wertgemindert. Die Fälligkeiten der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und der finanziellen sonstigen Vermögenswerte verteilen sich wie folgt:

ALTERSSTRUKTUR FORDERUNGEN AUS LIEFERUNGEN UND LEISTUNGEN UND FINANZIELLE SONSTIGE VERMÖGENSWERTE

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IN T€ FÄLLIGKEIT
BIS 30 TAGE 30-180 TAGE 180-360 TAGE 1-5 JAHRE >5 JAHRE SUMME
Stand 31.12.2015            
Finanzielle sonstige Vermögenswerte 46 4.456 0 323 0 4.825
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 763 0 0 0 0 763
Summe 809 4.456 0 323 0 5.588
Stand 31.12.2014            
Finanzielle sonstige Vermögenswerte 1.423 105 1.361 323 0 3.212
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1.733 0 0 0 0 1.733
Summe 3.156 105 1.361 323 0 4.945

(40) Liquide Mittel und Festgelder

LIQUIDE MITTEL UND FESTGELDER

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IN T€ 31.12.2015 31.12.2014 VERÄNDERUNG
Liquide Mittel < 3 Monate 8.759 14.976 -42%
Festgelder 38.000 0 -
Gesamt 46.759 14.976 >200 %

Zum 31. Dezember 2015 war ein Betrag von 38 Mio. € in verschiedenen festverzinslichen Geldanlagen bei erstklassigen Banken investiert, die eine ursprüngliche Laufzeit von bis zu 18 Monaten und einen Zins bis zu 0,2 % aufweisen. Diese Produkte werden als Festgelder gezeigt und werden als zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte klassifiziert. Aufgrund der kurzfristigen Verfügbarkeit (maximale Kündigungsfrist beträgt 95 Tage) sind die Festgelder den kurzfristigen Vermögenswerte zugeordnet.

PASSIVA

(41) Eigenkapital

a) Gezeichnetes Kapital

Das gezeichnete Kapital stieg von 13.927.428 € zum 31. Dezember 2014 um 5.751.200 € auf 19.678.628 € zum 31. Dezember 2015. Dies erfolgte durch die Ausgabe der 5.594.178 neuen Aktien aus genehmigtem Kapital im Rahmen einer Bar-Kapitalerhöhung, aufgrund von gewandelten Wandelschuldverschreibungen (90.652 Aktien) und einer mit neuen Aktien im Wege einer Sach-Kapitalerhöhung beglichenen ersten Meilensteinzahlung (66.370 Aktien), die im Rahmen der im Januar 2014 durchgeführten Akquisition von Medigene Immunotherapies als Teil des Kaufpreises vereinbart worden war.

Das gezeichnete Kapital war zum 31. Dezember 2015 in 19.678.628 nennwertlose, auf den Namen lautende Stückaktien eingeteilt, die zum Bilanzstichtag ausgegeben und frei handelbar waren. Davon waren die für die umgewandelten Wandelschuldverschreibungen im Zeitraum 10. Juni 2015 bis 31. Dezember 2015 neu ausgegebenen 32.635 Aktien zum 31. Dezember 2015 noch nicht ins Handelsregister eingetragen. Deren Eintragung erfolgte im Januar 2016.

b) Aktienoptionen

Eigenkapitalinstrumente, wie beispielsweise Optionen, werden gemäß IFRS 2 bilanziert und bewertet.

Aktienoptionen werden an Vorstandsmitglieder und Mitarbeiter ausgegeben. Die erstmalige Ausgabe erfolgt innerhalb des ersten Jahres nach Eintritt in die Gesellschaft. Der Ausübungspreis pro Option entspricht dem Durchschnittsschlusskurs der letzten 30 Handelstage vor dem Ausgabetag auf dem XETRA-Handelssystem der deutschen Börse. Die Bezugsberechtigten können die Optionsrechte frühestens nach Ablauf einer Wartezeit von vier Jahren, beginnend mit dem Zuteilungstag des jeweiligen Bezugsrechts, ausüben unter der Bedingung, dass der Durchschnittsschlusskurs an den 30 Handelstagen vor der jeweiligen Ausübung 120 % des Ausübungspreises beträgt.

Die Optionen haben einen vertraglichen Optionszeitraum von zehn Jahren. Der Konzern hat keinerlei gesetzliche oder faktische Verpflichtung zum Rückkauf bzw. zum Barausgleich der Optionen.

Im Dezember 2015 wurden gemäß dem Ermächtigungsbeschluss der Hauptversammlung vom 10. Juli 2012 (bedingtes Kapital XXIII) 27.500 Aktienoptionen an Vorstände ausgegeben (2014: 24.277). Die Medigene AG hat auf den Verfall dieser Optionsrechte im Falle eines Ausscheidens einer berechtigten Person verzichtet und dementsprechend die Aktienoptionen als Aufwand erfasst.

Im Dezember 2015 wurden weiterhin gemäß dem Ermächtigungsbeschluss der Hauptversammlung vom 10. Juli 2012 22.683 Aktienoptionen aus dem bedingten Kapital XXIII an Mitarbeiter ausgegeben (2014: 18.050). Sofern das Anstellungsverhältnis eines Mitarbeiters aufgrund einer Kündigung aus personen- oder verhaltensbedingten Gründen oder aufgrund einer Kündigung des Optionsinhabers vor Ablauf der jeweiligen Wartefrist endet, verfallen sämtliche Optionsrechte, deren Wartefrist zum Zeitpunkt der Beendigung des Arbeitsverhältnisses noch nicht abgelaufen war, ersatz- und entschädigungslos. Der entsprechende Optionsaufwand wird über vier Jahre erfasst.

Der durchschnittliche Ausübungspreis der im Dezember 2015 an Vorstände und Mitarbeiter ausgegebenen Optionen beträgt 5,88 €.

GESAMTVERÄNDERUNG AUSSTEHENDER AKTIENOPTIONEN

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IN TE 2015 2014
DURCHSCHNITTLICHE R AUSÜBUNGSPREIS
IN €
Anzahl DURCHSCHNITTLICHE R AUSÜBUNGSPREIS
IN €
Anzahl
Ausstehende Aktienoptionen, Stand 1.1. 16,52 469.380 18,41 455.363
Ausgegeben 5,88 50.183 4,05 42.327
Verwirkt 3,64 -300 3,95 -3.235
Verfallen 49,48 -32.794 31,41 -25.075
Ausstehende Aktienoptionen, Stand 31.12.   486.469   469.380
Gewichteter durchschnittlicher Ausübungspreis je Option in €   13,21   16,52

Die Bewertung der Instrumente wird anhand eines Binomialmodells durchgeführt. Folgende Parameter werden berücksichtigt:

BEWERTUNGSPARAMETER FÜR AKTIENOPTIONEN

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2015 2014
Wartefrist 4 Jahre 4 Jahre
Optionslaufzeit 10 Jahre 10 Jahre
Ausübungshürde bezüglich des Basiswerts 120% 120%
Erwartete Volatilität 61% 48%
Risikofreier Zinssatz 0,59 % 0,66 %

Die erwartete Volatilität wurde auf historischer Basis ermittelt und basiert auf dem gleitenden 250 Tage-Durchschnitt zum Zeitpunkt der Optionsausgabe. Der risikofreie Zinssatz entspricht der Rendite einer hypothetischen Null-Kupon-Anleihe ohne Kreditausfallrisiko und betrug am Tag der Optionsausgabe 0,59 % (Quelle: Deutsche Bundesbank). Der beizulegende Zeitwert aller im Dezember 2015 ausgegebenen Aktienoptionen betrug je Option 3,54 € (2014: 2,03 €). Für das Jahr 2015 wird gemäß IFRS ein Aufwand für aktienorientierte Vergütungsformen von insgesamt 111 T€ (2014: 66 T€) ausgewiesen. Dieser setzt sich wie folgt zusammen:

AUFWAND FÜR AKTIENOPTIONEN

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IN T€ 2015 2014
Aufwand für Aktienoptionen aus dem Jahr    
2012 0 10
2013 7 7
2014 7 49
2015 97 0
Gesamt 111 66

Zum 31. Dezember 2015 wurden die ausstehenden Aktienoptionen nach Ausübungspreis, Anzahl ausgegebener Optionen, Restlaufzeit und noch wandelbaren Optionen wie folgt gegliedert:

AKTIENOPTIONEN

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AUSÜBUNGSPREIS ANZAHL IM UMLAUF RESTLAUFZEIT ANZAHL 1
IN € BEFINDLICHER OPTIONEN IN JAHREN AUSÜBBARER OPTIONEN
40,88 27.864 1 27.864
23,52 58.530 2 58.530
17,36 74.498 3 74.498
15,56 57.897 4 57.897
14,76 42.669 4 42.669
7,48 34.233 5 34.233
4,12 38.508 6 38.508
4,20 28.858 7 0
3,64 30.902 8 0
4,05 42.327 9 0
5,88 50.183 10 0
  486.469   334.199

1) Vorausgesetzt, die gesetzliche Wartefrist ist erfüllt

Die gewichtete durchschnittliche Restlaufzeit der im Umlauf befindlichen Aktienoptionen beträgt 4 Jahre.

c) Genehmigtes Kapital

Von der durch Hauptversammlungsbeschluss vom 10. Juli 2012 unter Tagesordnungspunkt 5 erteilten Ermächtigung des Vorstands, mit Zustimmung des Aufsichtsrats einmal oder mehrmals bis zu 18.541.379 neue Aktien mit der Möglichkeit zum Ausschluss des Bezugsrechts auszugeben (Genehmigtes Kapital 2012/I), hat die Gesellschaft im Geschäftsjahr 2015 durch Ausgabe von insgesamt 5.660.548 Stück neuen Aktien wie folgt Gebrauch gemacht:

Am 11. Mai 2015 berichtete die Gesellschaft das Erreichen des ersten Meilensteins aus dem Einbringungsvertrag mit den Aktionären der ehemaligen Trianta Immunotherapies GmbH vom 27. Januar 2014. Zur daraus resultierenden Zahlung in Aktien der Gesellschaft beschloss der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats eine Sachkapitalerhöhung aus dem Genehmigten Kapital 2012/1, wonach 66.370 neue Aktien an die ehemaligen Gesellschafter der Medigene Immunotherapies GmbH gegen Einbringung einer Forderung in Höhe von 700.000,00 € zu einem Ausgabebetrag von jeweils EUR 1,00 pro Aktie bei Buchung der überschießenden Beträge in die Kapitalrücklage der Gesellschaft ausgegeben wurden. Dies entsprach rund 0,47 % des bis zum damaligen Zeitpunkt eingetragenen Grundkapitals von 13.985.445,00 €.

Im Rahmen eines am 15. Juni 2015 veröffentlichten Bezugsrechtsangebots und einer Privatplatzierung der nicht übernommenen Bezugsrechtsaktien beschloss der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats eine Barkapitalerhöhung aus dem Genehmigten Kapital 2012/1, wonach 5.594.178 neue Aktien zum Bezugs- und Platzierungspreis von jeweils 8,30 € pro Aktie ausgegeben wurden. Dies entsprach rund 39,81 % des zum damaligen Zeitpunkt eingetragenen Grundkapitals von 14.051.815,00 €.

Das verbliebene Genehmigte Kapital 2012/1 gem. § 5 Abs. 4 der Satzung in Höhe von 6.441.138,00 € wurde am 13. August 2015 durch Beschluss der Hauptversammlung aufgehoben.

Durch ihren am 20. August 2015 in das Handelsregister eingetragenen Beschluss vom 13. August 2015 hat die Hauptversammlung der Medigene ein neues genehmigtes Kapital in Höhe von 9.822.996,00 € geschaffen und § 5 Abs. 4 der Satzung entsprechend angepasst. Der Vorstand der Medigene ist durch den Beschluss ermächtigt, das Grundkapital mit Zustimmung des Aufsichtsrats der Medigene bis zum 12. August 2020 gegen Bar- und/oder Sacheinlage einmal oder mehrmals um insgesamt bis zu 9.822.996,00 € zu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2015/1). Der Vorstand der Medigene ist ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht der Aktionäre einmalig oder mehrmals u.a. dann auszuschließen, wenn die neuen Aktien gegen Sacheinlagen ausgegeben werden.

Der Vorstand der Medigene AG hat sich jedoch selbst verpflichtet, von dem Genehmigten Kapital 2015/1 bzw. der im § 5 Absatz 4 der Satzung vorgesehenen Ermächtigung insoweit keinen Gebrauch machen, dass die insgesamt aufgrund dieser Ermächtigung unter Ausschluss des Bezugsrechts bei Kapitalerhöhungen sowohl gegen Bareinlagen als auch gegen Sacheinlagen ausgegebenen Aktien 20 % des Grundkapitals — berechnet auf den Zeitpunkt des Wirksamwerdens der Ermächtigung oder der Ausübung der Ermächtigung, je nachdem, welcher Betrag niedriger ist — nicht überschreiten. Auf die vorgenannte 20 %-Grenze sind Aktien anzurechnen, die zur Bedienung von Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen, deren Ermächtigungsgrundlagen zum Zeitpunkt des Wirksamwerdens der Ermächtigung bestehen, während der Wirksamkeit dieser Ermächtigung auszugeben sind, sofern die Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre ausgegeben worden sind (soweit sie nicht zur Bedienung von Ansprüchen von Vorstandsmitgliedern und/oder Mitarbeitern aus Mitarbeiterbeteiligungsprogrammen dienen).

Am 31. Dezember 2015 stand noch ein Genehmigtes Kapital 2015/l in Höhe von 9.822.996,00 € zur Verfügung.

d) Bedingtes Kapital und Aufgliederung des bedingten Kapitals

Das Grundkapital der Gesellschaft war am 31. Dezember 2015 um insgesamt bis zu 16.206.462,00 €, eingeteilt in insgesamt bis zu 16.206.462 Stammaktien (ca. 82 % des Grundkapitals), durch mehrere bedingte Kapitalia bedingt erhöht, jeweils eingeteilt in die gleiche Anzahl von Stammaktien (Stückaktien).

AUFGLIEDERUNG DES BEDINGTEN KAPITALS NACH AKTIENOPTIONEN UND WANDELSCHULDVERSCHREIBUNGEN

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(NR.) ANZAHL 31.12.2015 VERWENDUNGSZWECK:
IN € ZUR BEDIENUNG VON
I 136.897 Optionsrechten
II 106.429 Optionsrechten
III 125 TBC-Darlehen
IV 13.770 Wandelschuldverschreibungen
V 652.329 Wandelschuldverschreibungen
VI 3.000 Wandelschuldverschreibungen
VIII 3.000 Wandelschuldverschreibungen
X 3.000 Wandelschuldverschreibungen
XI 1.400 Wandelschuldverschreibungen
XII 498.560 Optionsrechten
XVI 300.000 Optionsrechten
XVIII 1.200.000 Optionsrechten
XXII 10.887.952 Wandlungs- und Optionsrechten
XXIII 2.400.000 Optionsrechten
  16.206.462  

1) Technologie-Beteiligungs-Gesellschaft mbH

Im Zuge der am 27. Juni 2014 beschlossenen Barkapitalerhöhung gab Medigene 818.658 Wandelschuldverschreibungen aus. In der Berichtsperiode wurden 90.652 Aktien aufgrund 446.733 gewandelter Wandelschuldverschreibungen ausgegeben. Das Bedingte Kapital )0(11 reduzierte sich in der Berichtsperiode daher von 10.978.604,00 € (Stand: 31.12.2014) um 90.652,00 € auf nunmehr 10.887.952,00 €. Aufgrund der am 12. Juni 2015 beschlossenen und in Höhe von 5.594.178,00 € erfolgten Barkapitalerhöhung mit einem Bezugspreis der neuen Aktien von 8,30 € je Aktie greift der Verwässerungsschutz gemäß § 12 der Anleihebedingungen der Null Kupon Wandelanleihe 2014/2016 ein. Unter anderem kann gemäß § 12 Abs. 1 lit. c) der Anleihebedingungen der Null Kupon Wandelanleihe 2014/2016 der Wandlungspreis angepasst werden. Die Gesellschaft hat sich für eine solche Anpassung entschieden. Der angepasste Wandlungspreis beträgt somit ab dem 3. Juli 2015 4,80 € (vorher 5,00 €).

Die vom Vorstand der Medigene in der Hauptversammlung vom 16. Juli 2013 freiwillig abgegebene Selbstverpflichtung, die bedingten Kapitalia nur entsprechend den in TOP 8, 3. Absatz der Einladung zu dieser Hauptversammlung aufgezeigten Beschränkungen auszunutzen, wurde durch Beschluss der Hauptversammlung am 14. August 2014 aufgehoben. Jedoch hat sich der Vorstand der Medigene AG in der Hauptversammlung am 13. August 2015 selbst verpflichtet, von dem Genehmigten Kapital 2015/1 bzw. der im § 5 Absatz 4 der Satzung vorgesehenen Ermächtigung insoweit keinen Gebrauch machen, dass die insgesamt aufgrund dieser Ermächtigung unter Ausschluss des Bezugsrechts bei Kapitalerhöhungen sowohl gegen Bareinlagen als auch gegen Sacheinlagen ausgegebenen Aktien 20 % des Grundkapitals — berechnet auf den Zeitpunkt des Wirksamwerdens der Ermächtigung oder der Ausübung der Ermächtigung, je nachdem, welcher Betrag niedriger ist — nicht überschreiten. Auf die vorgenannte 20 %-Grenze sind Aktien anzurechnen, die zur Bedienung von Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen, deren Ermächtigungsgrundlagen zum Zeitpunkt des Wirksamwerdens der Ermächtigung bestehen, während der Wirksamkeit dieser Ermächtigung auszugeben sind, sofern die Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre ausgegeben worden sind (soweit sie nicht zur Bedienung von Ansprüchen von Vorstandsmitgliedern und/oder Mitarbeitern aus Mitarbeiterbeteiligungsprogrammen dienen). Insofern ist die abgegebene Selbstverpflichtung auch im Hinblick auf etwaige bedingte Kapitalia bei der Ausgabe von Wandel- und/oder Optionsschuldverschreibungen unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre zu berücksichtigen.

(42) Pensionsverpflichtungen

Der Betrag für Pensionsverpflichtungen ermittelt sich wie folgt:

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IN T€ 31.12.2015 31.12.2014
Barwert der Verpflichtungen 2.305 2.406
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens -1.946 -1.993
Bilanzierte Verpflichtung 359 413

Das Planvermögen besteht aus Rückdeckungsversicherungen. Es handelt sich um nicht börsennotierte Vermögenswerte, für die keine Marktpreisnotierung in einem aktiven Markt besteht. Die im Jahr 2016 zu erwartenden Arbeitgeberbeiträge werden 33 T€ betragen.

Die folgenden Beträge wurden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst:

IN DER GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG ERFASSTER AUFWAND

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IN T€ 2015 2014
Laufender Dienstzeitaufwand 60 65
Zinsaufwand 8 10
Gesamtbetrag des in der Gewinn- und Verlustrechnung erfassten Aufwands 68 75

VERSICHERUNGSMATHEMATISCHE ANNAHMEN

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IN T€ 2015 2014
Abzinsungssatz 2,4 2,0
Zukünftige Rentensteigerungen 1,0/2,0 1,0/2,0
Zukünftige Gehaltssteigerungen 0,0 0,0

Die Änderung des Barwerts der leistungsorientierten Verpflichtungen stellt sich wie folgt dar:

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IN T€
Leistungsorientierte Verpflichtungen zum 1.1.2014 2.250
Zinsaufwand 83
Laufender Dienstzeitaufwand 65
Vertragsabwicklung -71
Leistungen der Mitarbeiter 7
Versicherungsmathematische Verluste 72
Leistungsorientierte Verpflichtungen zum 31.12.2014 2.406
Zinsaufwand 47
Laufender Dienstzeitaufwand 60
Vertragsabwicklung -148
Leistungen der Mitarbeiter 7
Versicherungsmathematische Gewinne -67
Leistungsorientierte Verpflichtungen zum 31.12.2015 2.305
Davon  
durch Planvermögen finanziert 1.946
nicht durch Planvermögen finanziert 359

Die Änderung des Barwerts des Planvermögens stellt sich wie folgt dar:

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IN T€
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens zum 1.1.2014 1.946
Zinsertrag 73
Arbeitgeberbeiträge 60
Leistungen der Mitarbeiter 7
Vertragsabwicklung -64
Versicherungsmathematische Verluste -29
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens zum 31.12.2014 1.993
Zinsertrag 39
Arbeitgeberbeiträge 60
Leistungen der Mitarbeiter 7
Vertragsabwicklung -122
Versicherungsmathematische Verluste -31
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens zum 31.12.2015 1.946

(43) Steuern

Die wesentlichen Bestandteile der Ertragsteuern für die Geschäftsjahre 2015 und 2014 setzen sich wie folgt zusammen:

ERTRAGSTEUERN

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IN TE 2015 2014
Tatsächliche Ertragsteuern    
Laufender Steueraufwand (ausländische Quellensteuer auf Lizenzeinnahmen und Meilensteine) -2 0
Latente Steuern 402 155
In der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesener Steuerertrag 400 155

Latente Steuern zum 31. Dezember 2015 beziehen sich auf folgende Posten:

Latente Steuern

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IN T€ KONZERN-BILANZ KONZERN- GEWINN-UND VERLUSTRECHNUNG
31.12.2015 31.12.2014 2015 2014
Aktive latente Steuern        
Latente Steuern auf steuerliche Verlustvorträge Deutschland 55.257 51.412 3.845 1.507
USA 17.874 17.118 756 154
Zwischensumme 73.131 68.530 4.601 1.661
davon nicht angesetzt -69.942 -65.422 -4.520 -1.536
Netto 3.189 3.108 81 125
         
Sachanlagevermögen 42 18 24 5
Sonstige Steuern aus Subventionen/Vergünstigungen 2.169 1.990 179 233
Anteil am assoziierten Unternehmen 0 222 -222 52
Sonstige Vermögenswerte 0 0 0 -16
Sonstige Verbindlichkeiten und Rückstellungen 993 546 447 474
Rückdeckungsversicherungen 355 337 18 -13
Zwischensumme 3.559 3.113 446 735
davon nicht angesetzt -2.196 -2.212 16 -268
Netto 1.363 901 462 467
Aktive latente Steuern gesamt 4.552 4.009 543 592
         
Passive latente Steuern        
Immaterielle Vermögenswerte 6.224 5.986 238 2.820
Sachanlagevermögen 0 115 -115 114
Sonstige Vermögensgegenstände 82 66 16 66
Pensionsrückstellungen 197 192 5 -26
Sonstige Verbindlichkeiten und Rückstellungen 0 3 -3 -29
Passive latente Steuern gesamt 6.503 6.362 141 2.945
Passive latente Steuern (Saldo) 1.951 2.353 -402 2.353
davon ergebnisneutrale passive Latenz aus der Kaufpreisallokation     0 -2.508
davon latenter Steuerertrag     402 155

Seit dem 1. Januar 2008 liegt der Berechnung der latenten Steuern in Deutschland ein Mischsteuersatz von 26,33 % zugrunde, der sich wie folgt zusammensetzt: Körperschaftsteuersatz in Höhe von 15 %, Solidaritätszuschlag in Höhe von 5,5 % auf die Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer in Höhe von 10,5 %.

Für die latenten Steuern der ausländischen Geschäftsbereiche wurden die länderspezifischen Steuersätze verwendet.

Der ausgewiesene Steueraufwand weicht vom erwarteten Steueraufwand ab, der sich bei Anwendung des nominalen Steuersatzes auf das Ergebnis nach IFRS ergeben hätte. Eine Überleitung der Unterschiedseffekte ist aus der folgenden Tabelle ersichtlich, wobei der jeweils für die Periode gültige Steuersatz verwendet wurde.

Die unten aufgeführte Erhöhung der nicht angesetzten aktiven latenten Steuern stimmt nicht überein mit der oben genannten Summe der nicht angesetzten aktiven latenten Steuern auf steuerliche Verlustvorträge aufgrund der unterschiedlichen Umrechnungskurse (Transaktionskurs am Tag des Geschäftsvorfalls bzw. Durchschnittskurs für die Umrechnung des Ergebnis vor Steuern im Gegensatz zum entsprechenden Stichtagskurs für die nicht angesetzten aktiven latenten Steuern).

ERTRAGSTEUERN

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IN T€ 2015 2014
Ergebnis vor Steuern -13.399 -5.912
Erwarteter Steuerertrag 3.528 1.557
Nettozuführung der nicht angesetzten aktiven latenten Steuern -2.984 -1.381
Nicht abzugsfähige Betriebsausgaben -23 -58
Steuersatzunterschiede Ausland -119 22
Sonstige -2 15
Ausgewiesener Steuerertrag 400 155
Effektiver Steuersatz in % 3,0 2,6

Die steuerlichen Verlustvorträge setzen sich wie folgt zusammen:

STEUERLICHE VERLUSTVORTRÄGE

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IN T€ 2015 2014
Körperschaftsteuer in Deutschland 211.120 197.066
Gewerbesteuer in Deutschland 208.071 193.676
State Tax in den USA 49.745 44.683
Federal Tax in den USA 10.868 21.791

In Deutschland können steuerliche Verlustvorträge grundsätzlich unbegrenzt vorgetragen werden. Im Falle eines schädlichen Anteilseignerwechsels wird der Abzug bestehender Verlustvorträge ausgeschlossen.

Die Verlustvorträge der amerikanischen Tochter Medigene, Inc. verfallen zwischen 2016 und 2034. In den USA können auf der Federal Tax basierende steuerliche Verlustvorträge 20 Jahre genutzt werden, auf der State Tax beruhende verfallen zwischen 10 und 20 Jahren, sofern keine Verlängerungen gewährt werden.

(44) Schulden aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige finanzielle Schulden

Die Schulden aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 1.354 T€ zum Ende der Berichtsperiode (31.12.2014: 1.785 T€) bestanden in Form von offenen Rechnungen, die hauptsächlich für von Medigene in Anspruch genommene Dienstleistungen gestellt wurden. Bezüglich der Fälligkeitsanalyse der Finanzverbindlichkeiten wird auf k Ziffer (48) verwiesen.

Die kurzfristigen sonstigen finanziellen Schulden in Höhe von 7.888 T€ zum 31. Dezember 2015 (31.12.2014: 5.913 T€) schließen im Wesentlichen den kurzfristigen Anteil der Verbindlichkeit aus der Abtretung der zukünftigen Zahlungsflüsse aus der zweiprozentigen Eligard®-Umsatzbeteiligung an Cowen in Höhe von 1.326 T€ (31.12.2014: 1.177 T€) k Ziffer (4), fällige Bonuszahlungen in Höhe von 916 T€ (31.12.2014: 747 T€), den kurzfristigen Anteil an Verbindlichkeiten aus Meilensteinzahlungen gegenüber der vormaligen Gesellschafter der Medigene Immunotherapies in Höhe von 4.512 T€ (31.12.2014: 3.076 T€) sowie Verbindlichkeiten für nicht genommen Urlaub und Überstunden in Höhe von 203 T€ (31.12.2014: 193 T€) ein.

Im Rahmen der im Januar 2014 durchgeführten Akquisition von Medigene Immunotherapies hat Medigene AG einige Meilensteinzahlungen als Teil des Kaufpreises vereinbart. Im Mai 2015 meldete Medigene das Erreichen eines Projektfortschritts, der zu der ersten Meilensteinzahlung in Höhe von 700 T€ an die ehemaligen, einbringenden Gesellschafter der Medigene Immunotherapies führte. Im Juli 2015 wurde diese Zahlung in Form von 66.370 Aktien im Rahmen der abgeschlossenen Bar- und Sachkapitalerhöhung ausgegeben ≥ Ziffer (41).

Die weiteren, künftigen Meilensteine gegenüber den vormaligen Gesellschaftern der Medigene Immunotherapies sind mit der weiteren Entwicklung der von Medigene Immunotherapies geführten Entwicklungsprojekte verbunden. Die vertraglichen Beträge künftiger Meilensteine, die nach jetziger Schätzung des Unternehmens 2016 fällig sein können, betrugen 5.175 T€ zum 31. Dezember 2015.

Nach wie vor beabsichtigt das Unternehmen diese Meilensteinzahlungen mit neuen Aktien zu begleichen. Die Änderung des beizulegenden Zeitwerts dieser Verbindlichkeit in Höhe von 1.601 T€ im Berichtsjahr 2015 (2014: 323 T€) wurde als Zinsaufwendung bilanziert ≥ Ziffer (33).

Die langfristigen sonstigen finanziellen Schulden in Höhe von 416 T€ zum 31. Dezember 2015 (31.12.2014: 868 T€) setzten sich hauptsächlich aus dem langfristigen Anteil des Vorstandsbonus zusammen.

(45) Umsatzabgrenzungsposten

Die Umsatzabgrenzungsposten beliefen sich zum 31. Dezember 2015 auf 226 T€ (31.12.2014: 283 T€). Sie bestehen zum 31. Dezember 2015 ausschließlich aus den kurzfristigen Umsatzabgrenzungen in Höhe von 226 T€ (31.12.2014: 57 T€) und enthalten die einmalige Vorauszahlung (Upfront-Payment) aus der vereinbarten Entwicklungs- und Vermarktungspartnerschaft für EndoTAG®-1 mit SynCore. Diese Partnerschaft endet im Januar 2016 mit der endgültigen Übertragung aller Vermögensgegenstände zu EndoTAG® an SynCore ≥ Ziffer (4).

(46) Eventualverbindlichkeiten

Für die nachfolgend aufgeführten Eventualverbindlichkeiten war keine Rückstellung zu passivieren, da das Risiko einer Inanspruchnahme als nicht wahrscheinlich gilt.

Medigene hat im Jahr 2004 eine Vereinbarung mit dem Insolvenzverwalter der MBT (vormals „Munich Biotechnology") abgeschlossen, wonach für den Fall des Erreichens bestimmter Meilensteine Zahlungen von Medigene an den Insolvenzverwalter vereinbart wurden, u.a. eine Meilensteinzahlung im Falle des Beginns einer klinischen Phase III für EndoTAG®-1. Im Zusammenhang mit dem Abschluss des Vertrags mit SynCore im Juli 2012 hat das Unternehmen nunmehr mit dem Insolvenzverwalter eine Einigung erzielt, die vorsieht, dass Medigene keine Meilensteine zu zahlen hat, sondern lediglich einen geringen prozentualen Betrag aus den erzielten Einnahmen abführen muss. Der Gesamtbetrag ist hiernach stufenweise auf bis zu 11 Mio. € begrenzt. Aus Sicht der Unternehmensleitung sind hierfür derzeit keine Rückstellungen zu bilden, da die entsprechenden Zahlungen erst ab dem Erreichen bestimmter Ereignisse fällig werden. Das Eintreten dieser Ereignisse war zum Stichtag nicht wahrscheinlich. Diese Ausführungen gelten gleichermaßen auch nach dem Verkauf von EndoTAG® an den ursprünglichen Lizenzpartner SynCore im Dezember 2015 k Ziffer (4). Nach Ermessen des Managements löst dieser Verkauf keine Zahlungen an den Insolvenzverwalter der MBT aus, weil sie nach wie vor mit bestimmten EndoTAG®-1-Entwicklungsmeilensteine und Lizenzzahlungen verbunden sind.

Für operatives Leasing fielen in der Berichtsperiode Aufwendungen in Höhe von 1.104 T€ (2014: 1.002 T€) an.

Die zukünftigen jährlichen Mietzahlungen und Leasingraten für operatives Leasing stellen sich wie folgt dar:

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IN T€ MIET-/LEASINGZAHLUNGEN
2016 1.130
2017 1.045
2018 1.004
2019 987
Danach 961
Mindestverpflichtung 5.127

Das Unternehmen mietet Büro- und Laborräume, Büroeinrichtungen, Laborgeräte sowie Fahrzeuge, die operatives Leasing darstellen, da der Konzern aufgrund der vertraglichen Vereinbarung weder Chancen noch Risiken trägt. Die Leasingvereinbarungen weisen unterschiedliche Konditionen, Mieterhöhungsklauseln und Verlängerungsoptionen auf.

Der Konzern hat bei diesen Leasingvereinbarungen je nach Vertrag eine Kündigungsfrist von einem Monat bis zu fünf Jahren.

(47) Nahestehende Unternehmen und Personen

Als nahestehende Unternehmen und Personen gelten Personen bzw. Unternehmen, die von der Gesellschaft maßgeblich beeinflusst werden können bzw. die auf die Gesellschaft maßgeblich Einfluss nehmen können. Nahestehende Personen sind der Vorstand und der Aufsichtsrat der Gesellschaft, das assoziierte Unternehmen Aettis, Inc. sowie der Partner SynCore.

Dr. Frank Mathias, Vorstandsvorsitzender der Medigene AG, und Peter Llewellyn-Davies, Finanzvorstand der Medigene AG, waren zum 31.12.2015 Aufsichtsratsmitglieder der Catherex, Inc. Im Zuge des Verkaufs der Catherex Inc. an Amgen Inc. ≥ Ziffer (37) legten beide ihre Ämter bei der Catherex, Inc. mit Wirkung zum 29. Januar 2016 nieder.

Die Medigene AG hat durch die Partnerschaft mit SynCore für EndoTAG® F & E-Zahlungen in Höhe von 1.123 T€ realisiert. Für Veregen® hat die Medigene AG Meilensteinzahlungen in Höhe von 85 T€ sowie Einnahmen aus Produktlieferungen in Höhe von 467 T€ erhalten. Dr. Yita Lee, Vorstand für Forschung und Entwicklung der Sinphar Gruppe in Taiwan, wurde bei der Hauptversammlung 2013 zum Aufsichtsratsmitglied der Medigene AG berufen. Zum 31. Dezember 2015 ist SynCore mit 3,9 % an der Medigene AG beteiligt.

Am 11. Mai 2015 berichtete die Gesellschaft das Erreichen des ersten Meilensteins aus dem Einbringungsvertrag vom 27. Januar 2014. Zur daraus resultierenden Zahlung in Aktien der Gesellschaft beschloss der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats eine Sachkapitalerhöhung aus dem Genehmigten Kapital 2012/1, wonach 66.370 neue Aktien an die ehemaligen Gesellschafter der Medigene Immunotherapies GmbH gegen Einbringung einer Forderung in Höhe von 700.000,00 € ausgegeben wurden. Von den insgesamt 66.370 ausgegebenen Aktien hat die DJSMontana Holding GmbH („DJSMontana") 39.889 Aktien gezeichnet. Hiervon sind 33.849 Aktien Frau Prof. Schendel zuzuordnen. Frau Prof. Dr. Dolores Schendel ist Mitglied des Vorstands der Gesellschaft und zugleich alleinige Geschäftsführerin der DJSMontana. Zum 31. Dezember 2015 ist die DJSMontana mit 3,3 % an der Medigene AG beteiligt. Ferner zeichnete die BioM AG Munich Biotech Development („BioM") 13.208 Aktien. Prof. Dr. Horst Domdey ist Aufsichtsratsvorsitzender der Gesellschaft und zugleich Vorstand der BioM.

Die Vergütung von Vorstand und Aufsichtsrat der Gesellschaft sowie der Anteilsbesitz einzelner Organmitglieder sind unter F) »Vorstand und Aufsichtsrat« Ziffern (52) und (53) aufgeführt.

(48) Zielsetzung und Methoden des Finanzrisikomanagements

Die wesentlichen finanziellen Verbindlichkeiten umfassen Schulden aus Lieferungen und Leistungen, sonstige finanzielle Schulden, Finanzierungsleasingschulden und Finanzschulden. Der Hauptzweck dieser finanziellen Verbindlichkeiten ist die Finanzierung der Geschäftstätigkeit des Konzerns sowie die Aufrechterhaltung seiner Geschäftstätigkeit. Der Konzern verfügt über verschiedene finanzielle Vermögenswerte, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie liquide Mittel und Festgelder.

Durch seine Geschäftstätigkeit ist der Konzern verschiedenen finanziellen Risiken ausgesetzt: dem Marktrisiko, dem Kreditrisiko und dem Liquiditätsrisiko.

Nachfolgend werden die Finanzrisikofaktoren und das damit einhergehende Finanzrisikomanagement des Konzerns beschrieben. Die derzeit bestehenden und nachfolgend aufgeführten, sich aus den Finanzrisiken ergebenden Positionen sind aus Sicht des Managements nicht signifikant.

Marktrisiken

Zinsrisiko

Schwankungen der Marktzinssätze wirken sich auf die Cashflows von variabel verzinslichen finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten oder auf deren beizulegende Zeitwerte aus. Medigenes Management hat bewusst auf den Abschluss von Geschäften zur Sicherung zinsabhängiger Cashflows verzichtet, da bei der Anlage der liquiden Mittel die kurzfristige Verfügbarkeit zur Finanzierung der laufenden Geschäftstätigkeit im Vordergrund steht. Darüber hinaus hält der Konzern zum 31. Dezember 2015 keine wesentlichen variabel verzinslichen finanziellen Instrumenten und ist somit keinen Zinsrisiken ausgesetzt.

Währungsrisiko

Währungsrisiken entstehen, wenn zukünftige Geschäftstransaktionen, bilanzierte finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten auf eine andere als der funktionalen Währung des Unternehmens lauten. Der Konzern ist international tätig und infolgedessen Fremdwährungsrisiken ausgesetzt, die auf den Wechselkursänderungen zwischen US-Dollar, Britische Pfund und Euro basieren.

Die als zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte klassifizierten Anteile an Immunocore Ltd. werden in Britische Pfund gehalten.

Das Fremdwährungsrisiko entsteht insbesondere aus in US-Dollar erzielten Erlösen aus Veregen®-Verkäufen sowie, im Vorjahr, aus Meilensteinzahlungen für EndoTAG® von Partnern. Darüber hinaus sind die Kosten für den Einkauf des Veregen®-Wirkstoffs sowie die an den Verkauf dieses Produkts gekoppelten Lizenzzahlungen an die Lizenzgeber fremdwährungsabhängig. 53 % der vom Konzern erwirtschafteten Gesamterlöse werden in US-Dollar erzielt. 70 % der Beschaffungskosten fielen in US-Dollar an. Der Konzern reduziert die sich aus den laufenden Geschäftstätigkeiten der Tochtergesellschaft ergebenden Währungsrisiken, indem die aus den vermarkteten Produkten in US-Dollar erzielten Einnahmen für die Finanzierung des Wareneinkaufs und der Aktivitäten der US-Tochtergesellschaft verwendet werden.

Die nachfolgende Tabelle zeigt die Sensitivität des Konzernergebnisses vor Steuern und des Eigenkapitals in Abhängigkeit von Kursveränderungen des Euro gegenüber dem US-Dollar und dem Britisch Pfund. Alle anderen variablen Größen bleiben in dieser Darstellung konstant.

SENSITIVITÄTSANALYSE WÄHRUNGSRISIKO ($)1)

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KURSENTWICKLUNG DES $ AUSWIRKUNGEN AUF DAS ERGEBNIS VOR STEUERN AUSWIRKUNGEN AUF DAS EIGENKAPITAL
IN T€ IN T€
2015 +5% 69 69
  -5% -59 -59
2014 +5% -83 -83
  -5% 71 71

1) Jeweils bezogen auf den Wechselkurs zum Stichtag 31.12.

SENSITIVITÄTSANALYSE WÄHRUNGSRISIKO (£)1)

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KURSENTWICKLUNG DES $ AUSWIRKUNGEN AUF DAS ERGEBNIS VOR STEUERN AUSWIRKUNGEN AUF DAS EIGENKAPITAL
IN T€ IN T€
2015 +5% 0 611
  -5% 0 -675
20142) +5% 0 172
  -5% 0 -191

1) Jeweils bezogen auf den Wechselkurs zum Stichtag 31.12

2) angepasst in 2014 Britisch Pfund (£)

Wertpapierbezogene Kursrisiken

Der Konzern ist den üblichen Marktschwankungen der börsennotierten wertpapiergebundenen Pensionszusagen ausgesetzt ≥ Ziffer (42), deren Effekt als nicht wesentlich angesehen wird.

Kreditrisiko

Kreditrisiko ist das Risiko, dass ein Geschäftspartner seinen Verpflichtungen im Rahmen eines Finanzinstruments oder Kundenvertrags nicht nachkommt und dies zu einem finanziellen Verlust führt. Der Konzern ist im Rahmen seiner laufenden Geschäftstätigkeit Kreditrisiken (insbesondere Forderungen aus Lieferungen und Leistungen) sowie im Rahmen der Investitionstätigkeit (Geldanlagen bei den Banken und finanzielle sonstige Vermögenswerte), ausgesetzt.

Im Konzern bestehen keine signifikanten Konzentrationen hinsichtlich möglicher Kreditrisiken. Es existieren zwei Großkundenverhältnisse mit Fougera Pharmaceuticals, Inc., 100 College Road West, Princeton, New York, USA und SynCore. Die Kreditwürdigkeit wird anhand regelmäßiger Gespräche mit den Unternehmen sowie öffentlich verfügbarer Geschäftslageberichte und Konzernabschlüsse überwacht.

Bei finanziellen Vermögenswerten des Konzerns wie liquide Mittel und Festgelder sowie finanzielle sonstige Vermögenswerte entspricht das maximale Kreditrisiko bei Ausfall des Kontrahenten dem Buchwert dieser Instrumente ≥ Ziffer (39) bzw. ≥ Ziffer (40).

Liquiditätsrisiko

≥ s. auch »Finanzierungsrisiken« unter A) »Geschäftstätigkeit und Information«.

Zum 31. Dezember 2015 weisen die finanziellen Verbindlichkeiten des Konzerns nachfolgend dargestellte Fälligkeiten auf. Mit Ausnahme der nicht zahlungswirksamen Finanzschulden gegenüber Cowen erfolgen die Angaben auf Basis der vertraglichen, undiskontierten Zahlungen.

FINANZIELLE VERBINDLICHKEITEN

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FÄLLIGKEIT
IN TE BIS 30 TAGE 30-90 TAGE 3-12 MONATE 1-5 JAHRE >5 JAHRE SUMME
Stand 31.12.2015            
Finanzierungsleasingschulden 0 0 241 598 0 839
Schulden aus Lieferungen und Leistungen 1.354 0 0 0 0 1.354
Finanzschulden gegenüber Cowen ≥ Ziffer (4) 0 0 1.326 7.214 3.391 11.931
Verbindlichkeiten gegenüber ehemaligen Gesellschaftern der Medigene Immunotherapies ≥ Ziffer (44) 0 5.175 0 0 0 5.175
Sonstige finanzielle Schulden 856 1.037 156 436 0 2.485
Summe 2.210 6.212 1.723 8.248 3.391 21.784
Stand 31.12.2014            
Schulden aus Lieferungen und Leistungen 1.785 0 0 0 0 1.785
Finanzschulden gegenüber Cowen ≥ Ziffer (4) 0 0 1.177 6.402 4.195 11.774
Verbindlichkeiten gegenüber ehemaligen Gesellschaftern der Medigene Immunotherapies 0 700 3.175 2.000 0 5.875
Sonstige finanzielle Schulden 676 843 141 354 0 2.014
Summe 2.461 1.543 4.493 8.756 4.195 21.448

Kapitalsteuerung

Vorrangiges Ziel des Medigene-Managements ist die Sicherung ausreichender Liquidität zur Finanzierung laufender Forschungs- und Entwicklungsprogramme. Wichtigste Steuerungsgröße neben der absoluten Höhe des Bestands an liquiden Mitteln und ggf. kurzfristige Geldanlagen bei den Banken ist insbesondere der Liquiditätsdeckungsgrad, der Anteil liquider Mittel und Festgelder an der Summe der Aktiva. Um sich bietende Eigenkapital- und Fremdfinanzierungsoptionen am Markt flexibel nutzen zu können, ist eine ausreichend hohe Eigenkapitalquote erforderlich.

KENNZAHLEN ZUR KAPITALSTEUERUNG

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IN % 31.12.2015 31.12.2014
Liquiditätsdeckungsgrad Liquide Mittel und Festgelder x 100/Summe der Aktiva 41 21
Eigenkapitalquote Eigenkapital x 100/Summe der Passiva 79 69

Durch den Zufluss an liquiden Mittel und Festgeldern durch den Erlös aus der Kapitalerhöhung erhöhte sich der Liquiditätsdeckungsgrad zum 31. Dezember 2015 auf 41 % (31.12.2014: 21 %) während die Eigenkapitalquote auf 79 % stieg (31.12.2014: 69 %).

(49) Sonstige finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten inklusive Hierarchie beizulegender Zeitwerte

Die nachfolgende Tabelle zeigt Buchwerte und beizulegende Zeitwerte sämtlicher im Konzernabschluss erfasster Finanzinstrumente zum 31. Dezember 2015:

SONSTIGE FINANZIELLE VERMÖGENSWERTE UND VERBINDLICHKEITEN

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IN T€ BUCHWERT BEIZULEGENDER ZEITWERT
31.12.2015 31.12.2014 31.12.2015 31.12.2014
Zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten        
Finanzielle Vermögenswerte        
Liquide Mittel und Festgelder ≥ Ziffer (40) 46.759 14.976 46.759 14.976
Wertpapiergebundene Pensionszusagen ≥ Ziffer (36) 194 180 194 180
Anteile an Immunocore Ltd. ≥ Ziffer (36) 12.820 3.620 12.820 3.620
Finanzielle Verbindlichkeiten        
Verbindlichkeit für die Zahlung künftiger Meilensteine an die vormaligen Gesellschafter von Medigene Immunotherapies ≥ Ziffer (44) 4.512 3.611 4.512 3.611
Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, für die ein beizulegender Zeitwert ausgewiesen wird        
Finanzielle Vermögenswerte        
Forderungen aus Lieferung und Leistung und finanzielle sonstige Vermögenswerte ≥ Ziffer (39) 5.588 4.945 5.588 4.945
Darlehen an Catherex, Inc. ≥ Ziffer (37) 0 385 0 385
Finanzielle Verbindlichkeiten        
Finanzschulden gegenüber Cowen ≥ Ziffer (4) 11.931 11.774 11.931 11.774
Finanzierungsleasingschulden 744 0 744 0
Schulden aus Lieferung und Leistung ≥ Ziffer (44) 1.354 1.785 1.354 1.785
Sonstige finanzielle Schulden (ohne Cowen) ≥ Ziffer (44) 2.466 1.993 2.466 1.993

Hierarchie beizulegender Zeitwerte

Der Konzern verwendet folgende Hierarchie zur Bestimmung und zum Ausweis beizulegender Zeitwerte von Finanzinstrumenten je Bewertungsverfahren:

Stufe 1: notierte (unangepasste) Preise auf aktiven Märkten für gleichartige Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten;

Stufe 2: Verfahren, bei denen sämtliche sich wesentlich auf den erfassten beizulegenden Zeitwert auswirkende Input-Parameter entweder direkt oder indirekt beobachtbar sind;

Stufe 3: Verfahren, die Input-Parameter verwenden, die sich wesentlich auf den erfassten beizulegenden Zeitwert auswirken und nicht auf beobachtbaren Marktdaten basieren.

Die beizulegenden Zeitwerte der liquiden Mittel und Festgelder sowie der Forderungen und Schulden aus Lieferung und Leistung, der finanziellen sonstigen Vermögenswerte und der kurzfristigen sonstigen finanziellen Schulden kommen aufgrund der kurzen Laufzeiten dieser Instrumente ihrem Nominalwert sehr nahe.

Zur Stufe eins zählen die unter den zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten ausgewiesenen wertpapiergebundenen Pensionszusagen, welche zum Börsenpreis am Stichtag bewertet werden. Anteile an Immunocore Ltd. ≥ Ziffer (36), die auch den zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten zugeordnet sind, zählen zur Stufe drei. Zur Stufe drei zählt außerdem die Verbindlichkeit für die Zahlung künftiger Meilensteine an die vormaligen Gesellschafter von Medigene Immunotherapies ≥ Ziffer (44), deren Zeitwert durch die Barwertmethode mit Hilfe von beobachtbaren, marktgestützten sowie nicht beobachtbaren Input-Parametern ermittelt wird. Damit wurden die verträglichen Gegenleistungen in Höhe von 5.175 T€ zum 31. Dezember 2015 (31.12.2014: 5.875 T€) mit der industrieüblichen Wahrscheinlichkeit des Erreichens bestimmter Entwicklungsmeilensteine gewichtet und mit einem Kapitalkostensatz von 10,65 % diskontiert, der einen risikofreien Zins, eine Marktrisikoprämie, einen Beta-Faktor aus einer Peer Group, einen entsprechenden Steuersatz sowie das Risiko der Nichterfüllung der Medigene berücksichtigt.

Die beizulegenden Zeitwerte der Finanzschulden gegenüber Cowen, Finanzierungsleasingschulden sowie der langfristigen sonstigen finanziellen Schulden werden zur Stufe drei gezählt. Der beizulegende Zeitwert für die Finanzschulden gegenüber Cowen wird anhand der geschätzten zukünftigen Lizenzeinnahmen ermittelt.

E) SEGMENTBERICHTERSTATTUNG

Der Konzern ist in zwei Hauptgeschäftsbereiche gegliedert: „Immuntherapien" (Kerngeschäft) und „Auslizenzierte/veräußerte Produkte" (Nicht-Kerngeschäft). Die Segmente setzen sich wie folgt zusammen:

Immuntherapien (Kerngeschäft)

DC-Vakzine (DCs)

T-Zell-Rezeptor-basierte T-Zell-Therapie (TCRs)

T-Zell-spezifische monoklonale Antikörper (TABS)

Auslizenzierte/veräußerte Produkte (Nicht-Kerngeschäft )

Veregen® zur Behandlung von Genitalwarzen

EndoTAG®-1 zur Behandlung solider Tumore

RhuDex® zur Behandlung von Autoimmunerkrankungen

Die Erlöse der einzelnen Segmente stammen aus externen Geschäftsbeziehungen.

Die Verrechnungspreise zwischen den Geschäftsbereichen und Regionen werden anhand der marktüblichen Konditionen unter fremden Dritten ermittelt.

Die allgemeinen Verwaltungskosten werden nach bestimmten Verteilungsschlüsseln, die die laufenden Geschäftstätigkeiten widerspiegeln, auf die einzelnen Segmente zugeordnet.

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IN T€ IMMUNTHERAPIEN AUS- LIZENZIERTE/ VERÄUSSERTE PRODUKTE SUMME GESCHÄFTSSEGMENTE ÜBERLEITUNG1) GESAMT
2015          
Umsatzerlöse 0 3.101 3.101 0 3.101
Sonstige betriebliche Erträge 12 1.184 1.196 2.511 3.707
Gesamterlöse 12 4.285 4.297 2.511 6.808
Segmentbetriebsergebnis -9.337 -3.422 -12.759 2.320 -10.439
Weitere Angaben:          
Abschreibungen -275 -482 -757 -1874) -944
Segmentinvestitionen2) 1.485 0 1.485 4854) 1.970
Mitarbeiterzahl zum Jahresende (ohne Vorstände) 28 18 46 27 73
20143)          
Umsatzerlöse 0 5.195 5.195 0 5.195
Sonstige betriebliche Erträge 153 5.925 6.078 2.511 8.589
Gesamterlöse 153 11.120 11.273 2.511 13.784
           
Segmentbetriebsergebnis -4.007 -1.216 -5.223 2.342 -2.881
Weitere Angaben:          
Abschreibungen -64 -546 -610 -2004) -810
Segmentinvestitionen2) 10.490 0 10.490 754) 10.565
Mitarbeiterzahl zum Jahresende (ohne Vorstände) 24 21 45 27 72

1) Die Überleitung enthält Angaben, die keinem anderen Segment« zuzuordnen sind, da sie keine eigenen Aktivitäten darstellen.

2) Die Segmentinvestitionen beziehen sich auf Zugänge zu Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten.

3) Vergleichszahlen wurden angepasst, damit sie der diesjährigen Darstellung entsprechen.

4) Abschreibungen und Segmentinvestitionen in der Überleitung wurden in der internen Berichterstattung nicht den Geschäftssegmenten zugeordnet.

Geografische Segmente bzw. Segmente nach Regionen

Der Konzern ist hauptsächlich in Europa und in den USA tätig.

UMSATZERLÖSE

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IN T€ 2015 2014
USA 2.247 2.613
Europa 854 2.453
Sonstige 0 129
Gesamt 3.101 5.195

Die Informationen zu den Segmenterlösen sind nach den Standorten der Kunden gegliedert.

Die meisten langfristigen Vermögenswerte werden in Deutschland gehalten.

(50) Deutscher Corporate Governance Kodex

Der Vorstand und der Aufsichtsrat der Medigene AG haben mit Entsprechenserklärung nach § 161 AktG vom 17. Dezember 2015, aktualisiert am 18. Januar 2016, bestätigt, dass die Medigene AG den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex in der Fassung vom 24. Juni 2014 bzw. 5. Mai 2015 mit den in der Entsprechenserklärung genannten Ausnahmen entsprochen hat bzw. entspricht. Die jeweiligen Empfehlungen des Kodex, welche die Medigene AG nicht umsetzt, werden in der Entsprechenserklärung erläutert und begründet. Diese Erklärung sowie die Aktualisierung ist auf der Webseite der Medigene AG http://www.medigene.de/presse-investoren/corporate-governance in deutscher und englischer Sprache zugänglich. Die Entsprechenserklärungen der Medigene AG stehen jeweils für mindestens fünf Jahre auf der Unternehmenswebsite zur Verfügung.

(51) Vergütung der Abschlussprüfer/Konzernabschlussprüfer

Für das abgeschlossene Geschäftsjahr wurden Abschlussprüfer und Konzernabschlussprüfer wie folgt vergütet:

VERGÜTUNG DER ABSCHLUSSPRÜFER/KONZERNABSCHLUSSPRÜFER

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IN T€ 2015 2014
Abschlussprüfungsleistungen 136 137
Prüfungsbezogene Leistungen (Durchsicht der Quartalsberichte) 0 14
Sonstige Leistungen (inkl. Honorare im Rahmen des Unternehmenszusammenschlusses im Januar 2014 und für die Comfort Letter Tätigkeiten im Rahmen der im Juli 2015 bzw. im Juli 2014 abgeschlossenen Kapitalerhöhung) 321 393
Gesamt 457 544

F) VORSTAND UND AUFSICHTSRAT

(52) Vorstand

Vergütung des Vorstand

Gemäß Ziffer 2.2.1 Absatz 2 des Deutschen Corporate Governance Kodex kann die Hauptversammlung über die Billigung des Systems der Vergütung der Vorstandsmitglieder beschließen. Die Beschlussfassung für das aktuelle Vergütungssystem erfolgte während der Hauptversammlung am 11. Mai 2010 und das Vorstandsvergütungssystem wurde mit einer Zustimmung von 96 % des vertretenen Grundkapitals gebilligt.

Bericht über das System der Vergütung der Mitglieder des Vorstands der Medigene AG

Die Festlegung der Vergütung der Vorstandsmitglieder der Medigene AG unterliegt der Zuständigkeit des Aufsichtsratsplenums und wird regelmäßig unter Berücksichtigung der Vorgaben für den Aufsichtsrat gemäß § 87 Abs.1 und 2 AktG sowie der Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex überprüft.

Zuletzt hat der Aufsichtsrat Anpassungen im Hinblick auf das Inkrafttreten des Gesetzes zur Angemessenheit der Vorstandsvergütung (VorstAG) am 5. August 2009 beschlossen. Auf der ordentlichen Hauptversammlung 2010 haben Vorstand und Aufsichtsrat das geltende System zur Vergütung der Mitglieder des Vorstands vorgestellt. Dieses wurde mit einer Zustimmung von 96 % des vertretenen Grundkapitals gebilligt. Das System ist in allen aktuellen Vorstandsdienstverträgen bis auf eine Abweichung umgesetzt. Es wird nachfolgend dargestellt:

Die Höhe und Struktur der Vergütung des Vorstands richten sich nach dem jeweiligen Verantwortungsbereich jedes Vorstandsmitglieds, der wirtschaftlichen und finanziellen Lage und der nachhaltigen Entwicklung des Unternehmens sowie nach der Üblichkeit der Vergütung unter Berücksichtigung der Höhe und Struktur der Vergütung, die ansonsten im eigenen und in vergleichbaren Unternehmen gezahlt wird.

Darüber hinaus orientiert sich die Vergütung an den persönlichen Leistungen der einzelnen Vorstandsmitglieder sowie des Gesamtvorstands. Die Vergütung soll Anreiz für eine nachhaltige Unternehmensentwicklung und die nachhaltige Steigerung des Unternehmenswerts bieten.

Die Gesamtvergütung setzt sich aus festen und variablen Bestandteilen sowie sonstigen Bezügen zusammen, die nachfolgend beschrieben sind:

a) Feste Vergütung

Jedes Vorstandsmitglied erhält eine erfolgsunabhängige feste Vergütung, die in monatlichen Raten ausbezahlt wird. Die Höhe der festen Vergütung wird auf der Grundlage der vorstehend dargestellten Grundsätze festgelegt.

b) Variable Vergütung

1) Jahreserfolgsvergütung

Neben der festen Vergütung haben die Vorstandsmitglieder Anspruch auf eine variable Vergütung in Abhängigkeit von der Erreichung mehrerer durch den Aufsichtsrat vorab festgelegter Erfolgsziele. Die Jahreserfolgsvergütung beläuft sich bei 100 %iger Zielerreichung auf 50 % der festen Vergütung und kann maximal 75 % der festen Vergütung betragen.

(1) Festlegung der Erfolgsziele

Vom Aufsichtsrat werden jährlich sowohl einheitliche Ziele für alle Vorstandsmitglieder als auch darüber hinaus für jedes Vorstandsmitglied individuell geltende Ziele festgelegt. Die Ziele werden vom Aufsichtsrat untereinander gewichtet.

(2) Ermittlung der Höhe der Jahreserfolgsvergütung

Den einzelnen durch den Aufsichtsrat festgelegten Zielen werden jeweils drei Szenarien der Zielerreichung zugeordnet: »low case«, »base case« und »best case«.

Das Erreichen des »low case« entspricht einer Zielerreichung von 50 %, das Erreichen des »base case« von 100 % und das Erreichen des »best case« von 150 %.

Im Falle einer Zielerreichung unterhalb des »low case« wird keine variable Vergütung gezahlt. Bei einer Zielerreichung im Bereich zwischen dem »low case« und dem »base case« steigt die variable Vergütung linear entsprechend der Zielerreichung an. In Abweichung zu dem der Hauptversammlung 2010 vorgestellten Vergütungssystem erfolgt auch zwischen dem »base case« und dem »best case« ein linearer Anstieg der variablen Vergütung entsprechend der Zielerreichung. Eine Zielerreichung jenseits des »best case« wird nicht vergütungserhöhend berücksichtigt; die variable Vergütung ist insoweit nach oben begrenzt.

Aus dem Grad der Zielerreichung, bezogen auf die einzelnen Ziele unter Berücksichtigung der diesem Ziel zugeordneten Gewichtung, errechnet sich die Höhe der Jahreserfolgsvergütung.

(3) Kurzfristige und langfristige Komponenten der Jahreserfolgsvergütung

65 % der erreichten Jahreserfolgsvergütung werden nach der Feststellung des Jahresabschlusses der Gesellschaft für das betreffende Geschäftsjahr ausbezahlt. Die Auszahlung der verbleibenden 35 % der in einem Geschäftsjahr erreichten Jahreserfolgsvergütung wird für die Dauer von drei Jahren zurückgestellt.

Am Ende dieses Drei-Jahres-Zeitraums wird durch den Aufsichtsrat entschieden, ob und inwieweit eine nachhaltig positive Unternehmensentwicklung zu bejahen ist. Abhängig davon wird vom Aufsichtsrat entschieden, ob und in welcher Höhe die verbleibenden 35 % der jeweiligen Jahreserfolgsvergütung an das jeweilige Vorstandsmitglied angemessen verzinst ausbezahlt werden.

Die Entscheidung des Aufsichtsrats über die nachhaltige positive Unternehmensentwicklung orientiert sich überwiegend an der langfristigen Entwicklung des Unternehmenswerts und somit auch am Aktienkurs der Gesellschaft. Daher nehmen die Vorstandsmitglieder mit diesem Vergütungsanteil an der langfristigen Entwicklung des Unternehmens teil und tragen gegebenenfalls negative Entwicklungen mit.

2) Aktienoptionen

Darüber hinaus erhalten die Vorstände Aktienoptionen auf der Grundlage des Aktienoptionsprogramms der Gesellschaft. Aktienoptionen stellen weitere langfristige Vergütungskomponenten dar. Hierdurch sollen Leistungsanreize geschaffen werden, die auf Nachhaltigkeit und Langfristigkeit des Unternehmenserfolgs ausgerichtet sind.

Die erstmalige Ausgabe von Optionen an das jeweilige Vorstandsmitglied erfolgt innerhalb des ersten Jahrs nach Eintritt in die Gesellschaft. Danach erhalten die Vorstandsmitglieder jährlich weitere Aktienoptionen. Der Ausübungspreis entspricht dem Durchschnittsschlusskurs der letzten 30 Handelstage vor Ausgabe der Aktienoptionen.

Die Vorstandsmitglieder können die Optionsrechte frühestens nach Ablauf einer Wartezeit von vier Jahren beginnend mit dem Zuteilungstag des jeweiligen Bezugsrechts ausüben unter der Bedingung, dass der Durchschnittsschlusskurs an den 30 Handelstagen vor der jeweiligen Ausübung 120 % des Ausübungspreises beträgt (Erfolgsziel). Die Optionen haben einen vertraglichen Optionszeitraum von zehn Jahren.

Die einzelnen Vorstandsmitglieder erhalten auf Basis der in diesem Vergütungsabschnitt dargestellten Grundsätze eine jährlich individuell festgesetzte Anzahl von Aktienoptionen.

c) Sonstige Bezüge

Über die genannten Vergütungsbestandteile hinaus werden den Mitgliedern des Vorstands folgende sonstige Bezüge gewährt, insbesondere

Bereitstellung eines Dienstwagens,

Erstattung der Kosten von Dienstreisen,

Abschluss einer Unfallversicherung und diesbezügliche Zahlung der Versicherungsbeiträge,

Abschluss einer D & O-Versicherung mit Selbstbehalt entsprechend der gesetzlich vorgeschriebenen Mindesthöhe,

Zahlung eines Betrags von 2 T€ pro Monat zur Verwendung für die Altersversorgung.

Durch die anteilige Ausgestaltung der Jahreserfolgsvergütung mit einer dreijährigen Nachhaltigkeitskomponente sowie die Ausgestaltung der Aktienoptionen mit einer vierjährigen Wartezeit vor Ausübung werden erhebliche Anreize für eine nachhaltig positive Unternehmensentwicklung gesetzt, so dass insgesamt eine ausgewogene Mischung kurz- und langfristiger Vergütungskomponenten erreicht wird.

d) Sonderkündigungsrecht für den Fall des Kontrollwechsels

Für die Vorstandsmitglieder Dr. Frank Mathias, Peter Llewellyn-Davies und Prof. Dr. Dolores Schendel wurden jeweils in deren Vorstandsanstellungsverträgen für den Fall eines Kontrollwechsels Sonderkündigungsrechte sowohl für die Gesellschaft als auch für die Vorstandsmitglieder vereinbart.

Ein Kontrollwechsel im Sinne der für Herrn Dr. Mathias geltenden vertraglichen Vereinbarung liegt vor beim unmittelbaren oder mittelbaren Erwerb von Aktien der Gesellschaft durch einen Dritten, der dazu führt, dass der Dritte unmittelbar oder mittelbar im Sinne des § 30 WpÜG mindestens 30 % der Stimmrechte der Gesellschaft oder mehr als 50 % der im Durchschnitt der letzten drei Kalenderjahre bei der Hauptversammlung der Gesellschaft präsenten Stimmrechte hält.

Ein Kontrollwechsel im Sinne der für Herrn Llewellyn-Davies und Frau Prof. Dr. Schendel geltenden vertraglichen Vereinbarung liegt vor beim unmittelbaren oder mittelbaren Erwerb von Aktien der Gesellschaft durch einen Dritten, der dazu führt, dass der Dritte unmittelbar oder mittelbar im Sinne des § 30 WpÜG mindestens 30 % der Stimmrechte der Gesellschaft hält.

Der Gesellschaft steht jeweils für den Zeitraum von einem Jahr ab Zeitpunkt des Kontrollwechsels ein Sonderkündigungsrecht zu.

Den genannten Vorstandsmitgliedern steht jeweils für den Zeitraum von einem Jahr ab Zeitpunkt des Kontrollwechsels ein Sonderkündigungsrecht zu, wenn durch den Kontrollwechsel eine unzumutbare Änderung der bisherigen Aufgaben und Zuständigkeiten des jeweiligen Vorstandsmitglieds (Budget, Anzahl der überwachten Mitarbeiter und Organstellung) erfolgt, oder die Gesellschaft mitteilt, dass eine Verlängerung der Bestellung als Vorstandsmitglied nicht erfolgt, und die Nichtverlängerung nicht auf einem Grund beruht, der einen wichtigen und vom jeweiligen Vorstandsmitglied zu vertretenden Grund für die außerordentliche Kündigung des Vorstandsdienstvertrags darstellt.

Endet die Anstellung des Vorstandsmitglieds Dr. Frank Mathias aufgrund der Ausübung des oben dargestellten Sonderkündigungsrechts der Gesellschaft, hat er Anspruch auf Zahlung einer Abfindung in Höhe der Bruttovergütung bis zum regulären Ende des Vorstandsanstellungsvertrags, eines zeitanteiligen Bruttobonus (ohne Aktienoptionen) bis zum regulären Ende des Vorstandsanstellungsvertrags auf Basis des Durchschnittsjahresbonus der letzten drei vollen Jahre vor dem Ende des Vorstandsanstellungsvertrags und einer Abfindung in Höhe der 2,5-fachen geschuldeten jährlichen Vergütung (ohne Aktienoptionen).

Die Abfindung darf weder das 3-fache der Summe der im Zeitpunkt der Beendigung des Dienstverhältnisses vereinbarten jährlichen Vergütung und des Durchschnittsjahresbonus noch das 1,5-fache der für die Restlaufzeit des Vorstandsanstellungsvertrags vorgesehenen Vergütung noch einen Betrag von 525 T€ übersteigen (Obergrenzen), wobei der Aufsichtsrat der Gesellschaft nach seinem freien Ermessen auf die zuletzt genannte Obergrenze aufgrund von durch Herrn Dr. Mathias gezeigten besonderen Leistungen und besonderem Einsatz im Rahmen der zur Sonderkündigung führenden Situation verzichten kann.

Im Falle einer Sonderkündigung durch das Vorstandsmitglied Dr. Frank Mathias hat er Anspruch auf eine Abfindung in Höhe eines 3-fachen Bruttomonatsbetrags für jedes vollendete volle Jahr der Zugehörigkeit zum Vorstand der Gesellschaft. Der Bruttomonatsbetrag setzt sich aus einem Zwölftel der bei Beendigung des Vorstandsdienstvertrags aktuellen Bruttovergütung und einem Zwölftel des Durchschnittsjahresbonus zusammen. Die Abfindung darf weder die Summe von 36 Bruttomonatsgehältern noch das 1,5-fache der für die Restlaufzeit des Dienstvertrags vorgesehenen Vergütung noch einen Betrag von 525 T€ übersteigen (Obergrenzen), wobei der Aufsichtsrat der Gesellschaft nach seinem freien Ermessen auf die zuletzt genannte Obergrenze aufgrund von durch Herrn Dr. Mathias gezeigten besonderen Leistungen und besonderem Einsatz im Rahmen der zur Sonderkündigung führenden Situation verzichten kann. Die Abfindung beträgt mindestens sechs Bruttomonatsgehälter (Untergrenze).

Endet die Anstellung des Vorstandsmitglieds Peter Llewellyn-Davies aufgrund der Ausübung des oben dargestellten Sonderkündigungsrechts der Gesellschaft, hat er Anspruch auf Zahlung einer Abfindung in Höhe der Bruttovergütung bis zum regulären Ende des Vorstandsanstellungsvertrags, eines zeitanteiligen Bruttobonus (ohne Aktienoptionen) bis zum regulären Ende des Vorstandsanstellungsvertrags auf Basis des Durchschnittsjahresbonus der letzten drei vollen Jahre vor dem Ende des Vorstandsanstellungsvertrags und einer Abfindung in Höhe der 2,5-fachen geschuldeten jährlichen Vergütung (ohne Aktienoptionen). Die Abfindung darf weder das Dreifache der Summe der im Zeitpunkt der Beendigung des Dienstverhältnisses vereinbarten jährlichen Vergütung und des Durchschnittsjahresbonus noch das 1,5-fache der für die Restlaufzeit des Vorstandsanstellungsvertrags vorgesehenen Vergütung noch einen Betrag von 429 T€ übersteigen (Obergrenzen).

Im Falle einer Sonderkündigung durch das Vorstandsmitglied Peter Llewellyn-Davies hat er Anspruch auf eine Abfindung in Höhe eines 3-fachen Bruttomonatsbetrags für jedes vollendete volle Jahr der Zugehörigkeit zum Vorstand der Gesellschaft. Der Bruttomonatsbetrag setzt sich aus einem Zwölftel der bei Beendigung des Vorstandsdienstvertrags aktuellen Bruttovergütung und einem Zwölftel des Durchschnittsjahresbonus zusammen. Die Abfindung darf weder die Summe von 36 Bruttomonatsgehältern noch das 1,5-fache der für die Restlaufzeit des Dienstvertrags vorgesehenen Vergütung übersteigen (Obergrenzen). Die Abfindung beträgt mindestens sechs Bruttomonatsgehälter (Untergrenze).

Endet die Anstellung des Vorstandsmitglieds Prof. Dr. Dolores Schendel aufgrund der Ausübung des oben dargestellten Sonderkündigungsrechts der Gesellschaft, hat sie Anspruch auf Zahlung einer Abfindung in Höhe der Bruttovergütung bis zum regulären Ende des Vorstandsanstellungsvertrags, eines zeitanteiligen Bruttobonus (ohne Aktienoptionen) bis zum regulären Ende des Vorstandsanstellungsvertrags auf Basis des Durchschnittsjahresbonus der letzten drei vollen Jahre vor dem Ende des Vorstandsanstellungsvertrags und einer Abfindung in Höhe der 2,5-fachen geschuldeten jährlichen Vergütung (ohne Aktienoptionen). Die Abfindung darf weder das Dreifache der Summe der im Zeitpunkt der Beendigung des Dienstverhältnisses vereinbarten jährlichen Vergütung und des Durchschnittsjahresbonus noch das 1,5-fache der für die Restlaufzeit des Vorstandsanstellungsvertrags vorgesehenen Vergütung noch einen Betrag von 410.130 € übersteigen (Obergrenzen).

Im Falle einer Sonderkündigung durch das Vorstandsmitglied Prof. Dr. Dolores Schendel hat diese Anspruch auf eine Abfindung in Höhe eines 3-fachen Bruttomonatsbetrags für jedes vollendete volle Jahr der Zugehörigkeit zum Vorstand der Gesellschaft. Der Bruttomonatsbetrag setzt sich aus einem Zwölftel der bei Beendigung des Vorstandsdienstvertrags aktuellen Bruttovergütung und einem Zwölftel des Durchschnittsjahresbonus zusammen. Die Abfindung darf weder die Summe von 36 Bruttomonatsgehältern noch das 1,5-fache der für die Restlaufzeit des Dienstvertrags vorgesehenen Vergütung übersteigen (Obergrenzen). Die Abfindung beträgt mindestens sechs Bruttomonatsgehälter (Untergrenze).

Die nachfolgende Tabelle zeigt die gewährten Zuwendungen der Vorstandsvergütung, die für das Geschäftsjahr 2015 1.692 T€ betrug (2014: 1.354 T€).

VORSTANDSVERGÜTUNG — GEWÄHRTE ZUWENDUNGEN

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IN TE DR. FRANK MATHIAS VORSTANDSVORSITZENDER SEIT
01.04.2008
PETER LLEWELLYN-DAVIES FINANZVORSTAND SEIT
01.10.2012
PROF. DOLORES J. SCHENDEL VORSTAND FÜR FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG SEIT
01.05.2014
2015 2014 2015 2014 2015 2014
Festvergütung 350 356 286 277 297 198
Nebenleistung1) 44 44 37 37 0 0
Summe 394 400 323 314 297 198
Variable erfolgsbezogene Komponente2) 220 171 184 133 177 87
Summe 614 571 507 447 474 285
Variable Komponente in Form von Aktienoptionen            
Anzahl Aktienoptionen im Jahr in Stück 10.000 9.839 10.000 9.438 7.500 5.000
Beizulegender Zeitwert 35 18 35 15 27 18
Summe 649 589 542 462 501 303

1) Die Nebenleistung umfasst Aufwendungen für Pensionen in Höhe von 48 T€ (2014: 48 T€) und Kfz-Leasing in Höhe 33 T€ (2014: 33 T€) der Vorstandsmitglieder.

2) Inklusive Jahresbonus auf Basis der Rückstellungsbildung 2014/2015 (ohne Abzinsung) bei 100 %-Auszahlung mit einer geschätzten Zielerreichung von 112,5 % in 2015 und 96 % in 2014 und Sonderbonus für Kapitalerhöhung in Höhe von T€ 23 für jedes Vorstandsmitglied in 2015.

Die nachfolgende Tabelle zeigt die ausbezahlte Vorstandsvergütung, die für das Geschäftsjahr 2015 1.378 T€ betrug (2014: 1.130 T€).

VORSTANDSVERGÜTUNG — AUSZAHLUNGEN

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IN T€ DR. FRANK MATHIAS VORSTANDSVORSITZENDER SEIT
01.04.2008
PETER LLEWELLYN-DAVIES FINANZVORSTAND SEIT
01.10.2012
PROF. DOLORES J. SCHENDEL VORSTAND FÜR FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG SEIT
01.05.2014
2015 2014 2015 2014 2015 2014
Festvergütung 350 356 286 277 297 198
Nebenleistung1) 44 44 37 37 0 0
Summe 394 400 323 314 297 198
Variable erfolgsbezogene Komponente            
Davon für 2015 23 0 23 0 23 0
Davon für 20142) 108 0 84 0 55 0
Davon für 20132) 0 129 0 89 0 0
Davon für 20113) 48 0 0 0 0 0
Summe 179 129 107 89 78 0
Gesamtvergütung ausbezahlt 573 529 430 403 375 198

1) Nebenleistung umfasst Aufwendungen für Pensionen und Kfz-Leasing der Vorstandsmitglieder

2) Entspricht 65 % der variablen Komponente des jeweiligen Vorjahres

3) Entspricht 35 % der variablen Komponente aus 2011 plus Zinsen

Für ein ehemaliges Vorstandsmitglied hat Medigene im Geschäftsjahr 2015 6 T€ (2014: 6 T€) für eine Pensionszusage an die Unterstützungskasse bezahlt.

Die Mitglieder des Vorstands sind außerdem in folgenden Aufsichtsräten bzw. vergleichbaren Gremien tätig:

Dr. Frank Mathias

Externe Mandate

Deutsche Aufsichtsratsmandate- /Beiratsmandate:

Faller KG, Waldkirchen

Mediatum AG, Heidelberg

Rentschler Biotechnologie GmbH, Laupheim

Leon Nanodrugs GmbH, München

Auslandsmandate:

Catherex, Inc., Bala Cynwyd, Pennsylvania, USA (bis 29. Januar 2016)

Aettis, Inc., Bala Cynwyd, Pennsylvania, USA

Peter Llewellyn-Davies

Externe Mandate

keine

Auslandsmandate:

Catherex, Inc., Bala Cynwyd, Pennsylvania, USA ( bis 29. Januar 2016)

Aettis, Inc., Bala Cynwyd, Pennsylvania, USA

Am 1. Februar 2016 hat Frau Prof. Dr. Schendel die Funktion der Vorstandsvorsitzenden übernommen und ersetzt damit Dr. Frank Mathias. Dr. Frank Mathias und Peter Llewellyn-Davies scheiden am 31. März 2016 auf eigenen Wunsch aus dem Unternehmen aus. Zudem ist seit 1. Januar 2016 Herr Dave Lemus als Mitglied des Vorstands tätig. Dave Lemus war bis zum 28. Dezember 2015 stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der Medigene AG.

(53) Aufsichtsrat

Vergütung des Aufsichtsrats

Die Aufsichtsratsvergütungen beliefen sich im Jahr 2015 auf 105 T€ (2014: 109 T€). Die Gesamtvergütung der Aufsichtsratsmitglieder umfasst eine fixe Vergütung sowie Sitzungsgelder. Darüber hinaus werden Auslagen erstattet. Der größere Tätigkeitsumfang des Aufsichtsratsvorsitzenden und seines Stellvertreters wird durch eine entsprechend höhere Vergütung berücksichtigt. Angaben zu Bezugsrechten von Organmitgliedern sind unter ≥ Ziffer (54) ausgewiesen. Vorschüsse an Organmitglieder wurden nicht gewährt.

AUFSICHTSRATSVERGÜTUNG 2015

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AUFSICHTSRATSMITGLIEDER FESTVERGÜTUNG SITZUNGSGELD
IN T€ IN T€
Prof. Dr. Horst Domdey Vorsitzender, Mitgründer 26 16
Dave Lemus Stellvertretender Vorsitzender (bis 28. Dezember 2015) 20 16
Dr. Yita Lee Mitglied 13 14
Gesamt 59 46

Aufsichtsratsmitglieder der Medigene AG:

Prof. Dr. Horst Domdey

Geschäftsführer der BioM Biotech Cluster Management GmbH, Vorstand der BioM AG Munich Biotech Development, München

Externe Mandate

Auslandsmandate:

Oasmia Pharmaceutical AB, Uppsala, Schweden

Dave Lemus

Vorstandsvorsitzender, Sigma-Tau Pharmaceuticals, Inc., Maryland, USA (bis 31. August 2015)

Externe Mandate

Deutsche Aufsichtsratsmandate-/Beiratsmandate:

Proteros BioStructures GmbH, Planegg/Martinsried

Auslandsmandate:

BioHealth Innovation, Inc., Rockville, Maryland, USA

Dr. Yita Lee

Vorstand Forschung und Entwicklung der Sinphar Gruppe, Taiwan

Externe Mandate

Auslandsmandate:

Sinphar Pharmaceutical Co., Ltd., Yilan, Taiwan

SynCore Biotechnology Co., Ltd., Yilan ,Taiwan

ZuniMed Biotech Co., Ltd., Yilan, Taiwan

CanCap Pharmaceutical Ltd., Richmond, Kanada

Aufgrund der Bestellung in den Vorstand ab dem 1. Januar 2016 legte der stellvertretende Vorsitzende des Aufsichtsrats, Herr Dave Lemus, sein Mandat mit Wirkung zum 28. Dezember 2015 nieder. Die Gesellschaft stellte nach § 104 Abs. 1 AktG den Antrag auf gerichtliche Bestellung eines notwendigen dritten Aufsichtsratsmitglieds und empfahl hierfür mit Zustimmung des Aufsichtsrats Herrn Prof. Dr. Ernst-Ludwig Winnacker. Prof. Winnacker wurde im Januar 2016 als neues Aufsichtsratsmitglied gerichtlich bestellt.

(54) »Directors' Holdings« und Erläuterungen zu Bezugsrechten

»DIRECTORS' HOLDINGS« UND ERLÄUTERUNGEN ZU BEZUGSRECHTEN

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IN STÜCK AKTIEN OPTIONEN
31.12.2015 31.12.2014 31.12.2015 31.12.2014
Prof. Dr. Horst Domdey        
Vorsitzender, Mitgründer 39.125 39.125 0 0
Dave Lemus        
Stellvertretender Vorsitzender (bis 28. Dezember 2015)1) 0 0 0 0
Dr. Yita Lee        
Mitglied 0 0 0 0
Prof. Dr. Ernst-Ludwig Winnacker        
Mitglied (ab 05. Januar 2016)2) 55.919 65.919 0 0
Aufsichtsrat, gesamt 95.044 105.044 0 0
Dr. Frank Mathias        
Vorstandsvorsitzender3) 2.697 1.927 69.214 59.214
Peter Llewellyn-Davies        
Finanzvorstand 5.000 4.000 28.813 18.813
Prof. Dr. Dolores J. Schendel        
Vorstand für Forschung und Entwicklung4) 651.5935) 611.704 12.500 5.000
Vorstand, gesamt 659.290 617.631 110.527 83.027

1) Herr Lemus wurde mit Wirkung ab dem 01.01.2016 zum Mitglied des Vorstands bestellt.

2) Prof. Dr. Winnacker wurde aufgrund Ausscheidens von Herrn Lemus durch Beschluss vom 05.01.2016 gerichtlich zum Mitglied des Aufsichtsrats bestellt

3) Bis zum 31.01.2016 Vorstandsvorsitzender.

4) Ab dem 01.02.2016 Vorstandsvorsitzende und Vorstand für Forschung und Entwicklung.

5) Prof. Dr. Schendel hält 651.593 Medigene-Aktien mittelbar in ihrer Eigenschaft als Geschäftsführerin der DJSMontana Holding GmbH. Davon sind Prof. Schendel 552.933 Medigene-Aktien direkt zuzuordnen.

 

Planegg/Martinsned, den 15. März 2016

Medigene AG

DER VORSTAND

Prof. Dolores J. Schendel, Vorstandsvorsitzende (CEO/CSO)

Dr. Frank Mathias, Mitglied des Vorstands

Peter Llewellyn-Davies, Mitglied des Vorstands (CFO)

Dave Lemus, Mitglied des Vorstands (COO)

ENTWICKLUNG DES KONZERN-ANLAGEVERMÖGENS
DER MEDIGENE AG VOM 1. JANUAR BIS 31. DEZEMBER 2015 UND 2014

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IN T€ ANSCHAFFUNGS-/HERSTELLUNGSKOSTEN
1.1.2015 ÄNDERUNG KONSOLIDIERUNGSKREIS WÄHRUNGSÄNDERUNGEN ZUGÄNGE ABGÄNGE 31.12.2015
Sachanlagevermögen 7.468 0 9 1.970 -119 9.328
davon Finanzierungsleasing 0 0 0 821 0 821
Immaterielle Vermögenswerte 40.904 0 0 0 -7.234 33.670
davon RhuDex® 23.750 0 0 0 0 23.750
davon EndoTAG®-1 7.131 0 0 0 -7.131 0
davon Medigene Immunotherapies 9.692 0 0 0 0 9.692
davon sonstige 331 0 0 0 -103 228
             
Geschäfts- oder Firmenwerte 3.141 0 0 0 0 3.141
Gesamt 51.513 0 9 1.971 -7.353 46.139
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IN T€ KUMULIERTE ABSCHREIBUNGEN
1.1.2015 WÄHRUNGSÄNDERUNGEN ZUGÄNGE ABGÄNGE 31.12.2015
Sachanlagevermögen 6.517 10 418 -119 6.826
davon Finanzierungsleasing 0 0 129 0 129
Immaterielle Vermögenswerte 4.739 0 526 -5.096 169
davon RhuDex® 0 0 0 0 0
davon EndoTAG®-1 4.606 0 446 -5.052 0
davon Medigene Immunotherapies 0 0 0 0 0
davon sonstige 133 0 80 -44 169
           
Geschäfts- oder Firmenwerte 929 0 0 0 929
Gesamt 12.185 10 944 -5.215 7.924
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IN T€ NETTOBUCHWERT
31.12.2015 31.12.2014
Sachanlagevermögen 2.502 951
davon Finanzierungsleasing 692 0
Immaterielle Vermögenswerte 33.501 36.165
davon RhuDex® 23.750 23.750
davon EndoTAG®-1 0 2.525
davon Medigene Immunotherapies 9.692 9.692
davon sonstige 59 198
     
Geschäfts- oder Firmenwerte 2.212 2.212
Gesamt 38.215 39.328
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IN T€ ANSCHAFFUNGS-/HERSTELLUNGSKOSTEN
1.1.2014 ÄNDERUNG KONSOLIDIERUNGSKREIS WÄHRUNGSÄNDERUNGEN ZUGÄNGE ABGÄNGE 31.12.2014
Sachanlagevermögen 6.727 0 9 831 -99 7.468
Immaterielle Vermögenswerte 31.170 9.692 0 42 0 40.904
davon RhuDex® 23.750 0 0 0 0 23.750
davon EndoTAG®-1 7.131 0 0 0 0 7.131
davon Medigene Immunotherapies 0 9.692 0 0 0 9.692
davon sonstige 289 0 0 42 0 331
Geschäfts- oder Firmenwerte 3.141 0 0 0 0 3.141
Gesamt 41.038 9.692 9 873 -99 51.513
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IN T€ KUMULIERTE ABSCHREIBUNGEN
1.1.2014 WÄHRUNGSÄNDERUNGEN ZUGÄNGE ABGÄNGE 31.12.2014
Sachanlagevermögen 6.322 9 283 -97 6.517
Immaterielle Vermögenswerte 4.212 0 527 0 4.739
davon RhuDex® 0 0 0 0 0
davon EndoTAG®-1 4.160 0 446 0 4.606
davon Medigene Immunotherapies 0 0 0 0 0
davon sonstige 52 0 81 0 133
Geschäfts- oder Firmenwerte 929 0 0 0 929
Gesamt 11.463 9 810 -97 12.185
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IN T€ NETTOBUCHWERT
31.12.2014 31.12.2013
Sachanlagevermögen 951 405
Immaterielle Vermögenswerte 36.165 26.958
davon RhuDex® 23.750 23.750
davon EndoTAG®-1 2.525 2.971
davon Medigene Immunotherapies 9.692 0
davon sonstige 198 237
Geschäfts- oder Firmenwerte 2.212 2.212
Gesamt 39.328 29.575

KONZERN-LAGEBERICHT
DER MEDIGENE AG, PLANEGG/MARTINSRIED ZUM 31. DEZEMBER 2015

UNTERNEHMENSÜBERBLICK

Die Medigene AG, Planegg/Martinsried (im Folgenden „Medigene" oder „Gesellschaft), zusammen mit ihren konsolidierten Tochtergesellschaften (im Folgenden „Konzern"), ist ein Biotechnologie-Unternehmen mit Hauptsitz in Martinsried bei München. Das Unternehmen entwickelt hochinnovative, komplementäre Therapieplattformen zur Behandlung von verschiedenen Krebsarten und —stadien mit Projekten in der klinischen und präklinischen Testung. Medigene konzentriert sich auf die Entwicklung personalisierter, T-Zell-gerichteter Immuntherapien.

Organisatorische und rechtliche Struktur des Konzerns

Die Medigene AG wurde 1994 in Planegg/Martinsried bei München gegründet. 1996 wurde die Gesellschaft in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Die Hauptniederlassung befindet sich in der Lochhamer Straße 11, 82152 Planegg/Martinsried, Deutschland. Eingetragen ist die Firma im Handelsregister des Amtsgerichts München, HRB 115761. Die Medigene AG ist seit Juni 2000 börsennotiert (Deutsche Börse: Geregelter Markt, Prime Standard; WKN A1X3W0; Kürzel MDG1).

Neben der Muttergesellschaft, der Medigene AG in Planegg/Martinsried, gehört zum Konzern die 100 %ige Tochtergesellschaft Medigene, Inc., San Diego, Kalifornien, USA, die im Jahr 2001 erworben wurde, sowie seit der Akquisition im Januar 2014 die 100 %ige Tochtergesellschaft Medigene Immunotherapies GmbH, München. Die Konzernleitung liegt beim Vorstand der Muttergesellschaft, der Medigene AG. Die Geschäftsführung der Tochtergesellschaften berichtet direkt an den Konzernvorstand oder besteht aus Mitgliedern des Konzernvorstands.

Segmente

Die Geschäftstätigkeit von Medigene ist in die beiden Geschäftsbereiche „Immuntherapien" (Kerngeschäft) und ,Auslizenzierte/veräußerte Produkte" (außerhalb des Kerngeschäfts) gegliedert. Bei der geografischen Segmentierung wird zwischen den Segmenten USA, Europa und Asien unterschieden.

Führungsstruktur

Der Vorstand der Medigene AG setzte sich im Geschäftsjahr 2015 aus dem Vorstandsvorsitzenden Dr. Frank Mathias und den Mitgliedern des Vorstands Peter Llewellyn-Davies und Prof. Dr. Dolores J. Schendel zusammen. Am 1. Februar 2016 hat Frau Prof. Dr. Schendel die Funktion der Vorstandsvorsitzenden übernommen und ersetzt damit Dr. Frank Mathias. Dr. Frank Mathias und Peter Llewellyn-Davies scheiden am 31. März 2016 auf eigenen Wunsch aus dem Unternehmen aus. Zudem ist seit 1. Januar 2016 Herr Dave Lemus als Mitglied des Vorstands tätig. Dave Lemus war bis 28. Dezember 2015 stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der Medigene AG.

Strategie

Medigene entwickelt hochinnovative Therapien gegen Krebs, um verbesserte Behandlungsmethoden für schwerkranke Patienten zu ermöglichen. Das Unternehmen konzentriert sich auf die Entwicklung personalisierter Immuntherapien mit Schwerpunkt auf Blutkrebserkrankungen. Durch wissenschaftlichen Fortschritt und den fokussierten Einsatz von Ressourcen will Medigene nachhaltige Werte schaffen, von denen Patiente und Aktionäre profitieren.

Medigenes T-Zell-gerichtete Immuntherapie-Plattformen haben das Potenzial, unterschiedliche Krebsarten in verschiedenen Erkrankungsstadien zu behandeln. Ziel ist es, eigene Entwicklungsprogramme mit Fokus im Bereich Blutkrebserkrankungen aufzubauen und ausgewählten Partnern weitere Entwicklungsoptionen insbesondere in den übrigen, soliden Tumorindikationen zur Verfügung zu stellen.

Ein wesentlicher Bestandteil von Medigenes Strategie ist die Weiterentwicklung der innovativen Immuntherapie-Pipeline. Ziel ist es, in technologische Fortschritte zu investieren, Produkt- und Therapieentwicklungen voranzutreiben und ausgezeichnetes, vorhandenes Know-How auszuweiten, um sich als führendes Unternehmen im Bereich der Immuntherapie zu etablieren.

In anderen Therapiefeldern wurden klinische Entwicklungen auslizenziert oder verkauft. Diese Partnerschaften erfordern keine weitere finanzielle Beteiligung für Medigene, bieten bei klinischen und kommerziellen Erfolgen jedoch weiteres Potential.

Stand des Produktportfolios und der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten

Medigene entwickelt drei komplementäre Immuntherapie-Plattformen (DC-Vakzine, T-Zell-Rezeptor (TCR)-veränderte T-Zellen und T-Zell-spezifische monoklonale Antikörper, TABS) mit ersten Produktkandidaten in der klinischen und präklinischen Entwicklung.

Außerhalb seines Kerngeschäfts verfügt das Unternehmen zudem über ein vermarktetes Medikament, Veregen®, das von Partnerunternehmen vertrieben wird. Darüber hinaus hat Medigene den Medikamentenkandidaten RhuDex® an ein Partnerunternehmen auslizenziert, das die weitere klinische Entwicklung übernimmt. Den Medikamentenkandidaten EndoTAG® hat Medigene im Dezember 2015 an den bisherigen Lizenznehmer verkauft. Die Umsatzrealisierung des Verkaufs wird 2016 erfolgen.

Kerngeschäft:

Immuntherapien

DC-Vakzine (DCs)

Mit Medigenes am weitesten fortgeschrittener Plattform entwickelt das Unternehmen antigen-spezifische dendritische Zell (DC)-Vakzinen der neuen Generation. Dendritische Zellen (englisch: Dendritic Cells, DCs) gelten als die potentesten antigen-präsentierenden Zellen des menschlichen Immunsystems. Ihre Aufgabe besteht in der Aufnahme, Prozessierung und Präsentation von Antigenen auf ihrer Zelloberfläche, wodurch sie antigen-spezifische T-Zellen aktivieren und somit zur Reifung und Teilung anregen können.

Die T-Zellen werden dadurch in die Lage versetzt, Antigentragende Tumorzellen zu erkennen und zu eliminieren. Ebenso können natürliche Killerzellen (NK-Zellen) durch dendritische Zellen zur Tumorerkennung aktiviert werden. Das Team von Medigene Immunotherapies GmbH hat neue, schnelle und wirksame Verfahren entwickelt, um dendritische Zellen im Labor so zu generieren, dass diese T-Zellen wie auch NK-Zellen aktivieren können. Dabei werden die dendritischen Zellen aus autologen, d.h. körpereigenen Vorläuferzellen, die aus dem Blut des Patienten gewonnen werden, hergestellt. Ferner können die DC-Vakzine mit tumorspezifischen Antigenen beladen werden, um so verschiedene Tumorarten zu behandeln.

Im März 2015 hat die Medigene AG eine klinische Phase I/II-Studie mit ihrer DC-Vakzine zur Behandlung von akuter myeloischer Leukämie (AML) gestartet. Die Universitätsklinik Oslo in Norwegen, das führende klinische Zentrum der Studie, hat zu diesem Zeitpunkt mit der Identifizierung geeigneter Studienteilnehmer begonnen. Seit dem wurden planmäßig mehrere Patienten in die Studie aufgenommen und mit DC Vakzinen behandelt. Medigenes Phase I/II-Studie ermöglicht dem Unternehmen eine eigene (company sponsored) klinische Prüfung ihrer personalisierten DC-Vakzine in Ergänzung zu bereits laufenden akademischen klinischen Phase I/II- und Phase II-Studien. Dadurch wird Medigene weitere Daten zur klinischen Anwendbarkeit und Sicherheit der aktiven Immuntherapie gewinnen.

Im Mai 2015 meldete Medigene das Erreichen eines Projektfortschritts, der zu einer Meilensteinzahlung im Wert von 700.000 € an die ehemaligen, einbringenden Gesellschafter der Medigene Immunotherapies führte. Die Meilensteinzahlung war im Rahmen der im Januar 2014 durchgeführten Akquisition von Medigene Immunotherapies als Teil des Kaufpreises vereinbart worden. Im Juli 2015 wurde diese Zahlung in Form von 66.370 Aktien im Rahmen der abgeschlossenen Bar- und Sachkapitalerhöhung ausgegeben.

Weitere Studien, die Medigenes DC-Impfstoff-Technologien verwenden, werden in Form von zwei klinischen Prüfarzt-initiierten Studien (IITs) durchgeführt: Eine klinische Phase I/II-Studie zur Behandlung akuter myeloischer Leukämie (AML) läuft am Klinikum Großhadern der Ludwig-Maximilians-Universität München und eine klinische Phase II-Studie zur Behandlung von Prostatakrebs an der Universitätsklinik Oslo. Darüber hinaus behandelt die Universitätsklinik Oslo, Abteilung Zelluläre Therapie, Patienten im Rahmen von Compassionate Use1. Medigene konzentriert sich auf die Weiterentwicklung der DC-Vakzinen in Blutkrebserkrankungen.

Positive frühe klinische Daten, die von Prof. Dr. Gunnar Kvalheim von der Universitätsklinik Oslo im Rahmen von Compassionate Use gewonnen wurden, hat er im April 2015 auf der Jahrestagung der American Association for Cancer Research (AACR) in Philadelphia, USA, präsentiert. Die Posterpräsentation mit dem Titel "A new generation of dendritic cells to improve cancer therapy shows prolonged progression-free survival in patients with solid tumors" zeigte Daten von Patienten mit verschiedenen Tumorarten.

Im Dezember 2015 wurden klinische Daten von mehreren AML-Patienten aus der laufenden IIT der Universitätsklinik München sowie aus Compassionate Use Daten der Universitätsklinik Oslo auf der 57. Jahrestagung der American Society of Hematology (ASH) in Orlando, USA, präsentiert. Die darin verwendeten DC-Vakzinen wiesen ein sehr gutes Sicherheitsprofil auf. Darüber hinaus waren sie in der Lage, Antigen-spezifische T-Zell-Antworten in der Mehrheit der AML-Patienten hervorzurufen, für die keine Stammzelltransplantation in Frage kam.

Im März 2015 erteilte das Europäische Patentamt das Patent Nr. 2004807 mit dem Titel „Zusammensetzung für die Präparation reifer dendritischer Zellen". Das Patent bezieht sich auf den Prozess zur Herstellung reifer dendritischer Zellen, der von Wissenschaftlern der Medigene Immunotherapies mitentwickelt wurde und schützt sowohl den Prozess als auch den Cocktail, der in dem Prozess eingesetzt wird und die gewonnenen polarisierten dendritischen Zellen. Das Patent hat eine Laufzeit bis 2027. Im Mai 2015 gab Medigene bekannt, dass das entsprechende US-Patent (Nr. 8,679,840) bis 2031 verlängert wurde. Die bisherige Laufzeit endete 2028. Medigene Immunotherapies hält eine exklusive Lizenz auf diese für das DC-Programm zentralen Patente.

1 Klinischer Heilversuch (Compassionate Use): Ärztlich angeordneter Einsatz noch nicht zugelassener Arzneimittel bei Patienten mit besonders schweren Krankheitsverläufen ohne Therapiealternativen

TCR-modifizierte T-Zellen (TCRs)

Medigenes zweite Plattform im Bereich der Immuntherapien zielt darauf ab, körpereigene T-Zellen des Patienten mit tumorspezifischen T-Zell-Rezeptoren (TCRs) auszurüsten. Die rezeptor-modifizierten T-Zellen sind dann in der Lage, Tumorzellen zu entdecken und effizient zu zerstören. Dieser immuntherapeutische Ansatz versucht die bestehende Toleranz gegenüber den Krebszellen und die tumor-induzierte Immunsuppression im Patienten zu überwinden, indem die T-Zellen des Patienten außerhalb des Körpers (ex-vivo) aktiviert und modifiziert werden. Eine große Anzahl an spezifischen T-Zellen die den Tumor bekämpfen können, wird so für Patienten innerhalb kurzer Zeit verfügbar gemacht.

Medigene baut im Rahmen dieser Plattform eine umfangreiche Bibliothek an rekombinanten T-Zell-Rezeptoren (TCRs) auf. Zudem wird derzeit ein Verfahren zur Kombination dieser Rezeptoren mit patienteneigenen T-Zellen gemäß den regulatorischen GMP-Standards (Good Manufacturing Practice, GMP) etabliert.

Im März 2015 wurde ein wissenschaftlicher Artikel zu T-Zell-Rezeptoren (TCRs) mit optimaler Krebs-Antigen-Affinität in dem renommierten Fachjournal "Nature Biotechnology" (doi:10.1038/nbt.3147 - veröffentlicht am 16.3.15) publiziert. Die dort präsentierten, positiven Forschungsergebnisse stellen eine wichtige wissenschaftliche Grundlage für die klinische Entwicklung des TCR-basierten T-Zell-Therapie-Ansatzes dar. Die Ergebnisse wurden innerhalb einer Forschungsallianz von Prof. Dr. Thomas Blankenstein, Direktor des Institutes für Immunologie der Charite - Universitätsmedizin Berlin und Arbeitsgruppenleiter am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin, in enger Kooperation mit Prof. Dr. Dolores Schendel, Vorstand für Forschung & Entwicklung der Medigene AG, generiert. Diese Allianz wird seit 2006 durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft unterstützt, der Medigene Immunotherapies als Mitglied angehört.

Im September 2015 präsentierte Medigenes Kooperationspartner Helmholtz Zentrum München auf dem European Congress of Immunology in Wien Daten, die im Rahmen des Sonderforschungsbereichs „Grundlagen und Anwendung adoptiver T-Zelltherapien" der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) erhoben wurden. Im gleichen Monat präsentierte Medigene auf der Inaugural International Cancer Immunotherapy Conference in New York eine Posterpräsentation mit dem Titel „Expitope: A webserver for TCR candidate validation".

Nach der Berichtsperiode wurde im Januar 2016 die Zusammenarbeit von Medigene und der Universität Lausanne bei der Erforschung neuer Charakterisierungstechnologien für Medigenes T-Zell-Rezeptoren (TCRs) bekanntgegeben. Das Ziel ist eine bessere und schnellere Methode für die Selektion von tumorspezifischen T-Zellen zu etablieren. Diese sollen geeignete T-Zell-Rezeptoren (TCRs) exprimieren, um in Medigenes wachsende TCR Bibliothek überführt zu werden.

T-Zell-spezifische Antikörper (TABS)

Medigenes dritte Produktplattform dient der Generierung von monoklonalen Antikörpern, die unterschiedliche T-Zellen erkennen und unterscheiden können (TABS = T cell-specific AntiBodies). Diese T-Zell-spezifischen Antikörper sollen im Körper unerwünschte T-Zellen entfernen, um T-Zell-vermittelte Erkrankungen wie z. B. T-Zell-Leukämien zu behandeln. Mithilfe der Plattform können monoklonale Antikörper mit der Fähigkeit zur Unterscheidung verschiedener T-Zellen produziert und charakterisiert werden. In präklinischen Studien wurde ein Nachweis der technischen Machbarkeit (proof of technology) erbracht.

Außerhalb des Kerngeschäfts:

Auslizenzierte/veräußerte Produkte

Folgende Medikamente bzw. Medikamentenkandidaten außerhalb von Medigenes Kerngeschäft werden durch Partner vermarktet bzw. entwickelt:

Veregen®

Mit dem Medikament Veregen® zur Behandlung von Genitalwarzen erzielt Medigene Umsätze aus Lizenzeinnahmen, Produktlieferungen und Meilensteinzahlungen. Veregen® basiert auf einem definierten Extrakt aus grünen Teeblättern und ist bisher in den USA und Kanada, in 20 europäischen Ländern und Taiwan auf dem Markt. Die Prozesse zur Marktzulassung von Veregen® in weiteren europäischen Ländern sind abgeschlossen, unter anderem wurde im Berichtszeitraum die nationale Zulassung in wichtigen Pharmamärkten wie Großbritannien, Italien und Russland erteilt. Die sukzessive Markteinführung hat in der zweiten Jahreshälfte 2015 mit der Einführung in Großbritannien, Irland und Kroatien begonnen. Für die Vermarktung von Veregen® bestehen Vereinbarungen mit zahlreichen Partnern weltweit (www.medigene.de/veregen).

Im Jahr 2015 vereinbarte Medigene zwei weitere Partnerschaften für den Vertrieb des Medikaments: Mit

L. F. Will-Pharma & Cie, Medigenes bestehendem Vertriebspartner für Belgien, die Niederlande und Luxemburg, gewann Medigene einen Partner auch für den französischen Markt. Zudem vereinbarte Medigene mit dem südafrikanischen Unternehmen Litha Healthcare eine Vertriebs- und Vermarktungspartnerschaft für 13 Länder des südlichen Afrika.

Rhudex® und EndoTAG®

Im Jahr 2014 schloss Medigene eine exklusive globale Lizenzvereinbarung mit dem Pharmaunternehmen Dr. Falk Pharma GmbH (im Folgenden „Falk Pharma") für die Entwicklung und Vermarktung des Medikamentenkandidaten RhuDex® in den Indikationsbereichen Hepatologie und Gastroenterologie ab. In diesen Bereichen übernimmt Falk Pharma die Verantwortung und sämtliche Kosten für die künftige Entwicklung und Vermarktung von RhuDex®.

Im Dezember 2015 hat Medigene mit SynCore Biotechnology Co., Ltd. (im Folgenden „SynCore") einen Vertrag zum Erwerb aller Vermögensgegenstände zu EndoTAG® und zum vollständigen Transfer von EndoTAG® auf SynCore abgeschlossen, welcher die Lizenzvereinbarung vom Mai 2013 ersetzt hat. Medigene hat mit Abschluss des neuen Vertrags Anspruch auf einen Betrag von 5 Mio. €, welcher in fünf jährlichen Raten bezahlt wird. Darüber hinaus enthält der Vertrag weitere potenzielle Meilensteinzahlungen sowie Umsatzbeteiligungen (Royalties) für EndoTAG®-1. Die Übertragung der EndoTAG®-Rechte (Closing) erfolgte im Januar 2016 mit Eingang der ersten Zahlung von SynCore.

UNTERNEHMERISCHE NEUERUNGEN

Brutto-Emissionserlös von 46,4 Mio. € aus Kapitalmaßnahme zur Finanzierung der Immuntherapie-Programme

Medigene hat die am 12. Juni 2015 beschlossene Kapitalerhöhung zur Finanzierung ihrer Immuntherapie-Programme Anfang Juli 2015 erfolgreich abgeschlossen und durch Platzierung sämtlicher 5.594.178 angebotenen neuen Aktien zum Bezugs- und Platzierungspreis von 8,30 € pro Aktie bei bestehenden Aktionären und ausgewählten neuen, institutionellen Investoren einen Brutto-Emissionserlös von 46,4 Mio. € erzielt.

Neuen Kerninvestor für Medigene gewonnen

Im Rahmen der im Juli 2015 abgeschlossenen Kapitalerhöhung hat Medigene QVT Financial LP, New York, ein US-basierter institutioneller Biotech-Spezialist, als Ankerinvestor gewonnen. Am 14. Juli 2015 hat QVT mitgeteilt, dass der Stimmrechtsanteil von QVT Financial LP an der Medigene AG am 7. Juli 2015 die Schwellen von 3 %, 5 %, 10 % und 15 % überschritten hat und an diesem Tag 15,63 % betrug.

Medigene-Ausgründung Catherex an Amgen verkauft

Ende Dezember 2015 gab Medigene bekannt, dass Amgen Inc., USA, 100 % der Medigene-Ausgründung Catherex, Inc. erwirbt. Als größter Anteilseigner von Catherex hat Medigene Inc., USA, Anspruch auf ca. 40 % aller Zahlungen, die Amgen im Rahmen dieser Akquisition leisten wird. Die bisherigen Anteilseigner der Catherex erhalten von Amgen eine Vorauszahlung von 10,5 Mio. USD und haben Anspruch auf zusätzliche Zahlungen, die mit dem beim Erreichen bestimmter regulatorischer und verkaufsabhängiger Meilensteine für Amgens Medikament ImlygicTM verknüpft sind. Zudem werden diese bis zum Ende des Jahres 2020 am Umsatz von ImlygicTM beteiligt. Darüber hinaus werden alle von Anteilseignern an Catherex gewährten Darlehen zurückbezahlt. Am-gens ImlygicTM, ein Medikament zur Behandlung von fortgeschrittenem, metastasiertem Melanom (Schwarzer Hautkrebs), wurde im Oktober 2015 in den USA sowie im Dezember 2015 in der Europäischen Union zur Vermarktung zugelassen. Die erste Meilensteinzahlung wurde durch die Zulassung von ImlygicTM in der Europäischen Union ausgelöst. Im Februar 2016 hat Medigene Inc. den ihr zustehenden Anteil an der vereinbarten Vorauszahlung (Execution Fee) und der ersten Meilensteinzahlung erhalten. Der Gewinn aus diesem Verkauf wurde im Jahr 2015 unter Anteil am Ergebnis/Veräußerung des assoziierten Unternehmens netto ausgewiesen

≥ s. Konzern-Anhang D) Ziffer (37).

RAHMENBEDINGUNGEN

Beschaffung

Im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit ist die Medigene AG für Dienstleistungen, Chemikalien und Labormaterialien für den Bereich Forschung und Entwicklung und für die Beschaffung von Material für das vermarktete Medikament Veregen® verantwortlich. Medigene beschäftigt sich intensiv mit der Entwicklung und Optimierung der Produktionsverfahren für die zukünftigen Medikamente, um die spätere Beschaffung der Inhaltsstoffe effizient zu gestalten.

Beschaffungsmanagement für Forschungs- und Entwicklungsmaterialien

Grundsätzlich ist Medigene nicht auf einzelne Rohstofflieferanten für Forschung und Entwicklung festgelegt, sondern holt verschiedene Angebote ein und vergibt die Aufträge an den jeweils günstigsten Lieferanten unter Berücksichtigung aller Qualitätsgesichtspunkte. Die Beschaffung ist so organisiert, dass Medigene die notwendige Sicherheit in Bezug auf Lieferengpässe und Qualitätsprobleme bestmöglich gewährleisten und die Einkaufspreise optimieren kann. Bei einer Preisentwicklung im üblichen Rahmen spielen die Beschaffungskosten in der Kostenstruktur von Medigene eine untergeordnete Rolle.

Komplexe Antorderungen an Dienstleister

Umfangreiche Dienstleistungen nimmt Medigene schwerpunktmäßig für die Großproduktion und Formulierung therapeutischer Wirkstoffe sowie bei der Durchführung pharmakologischer, toxikologischer und klinischer Studien in Anspruch. Die Auslagerung dieser Aktivitäten sichert die Flexibilität, schnell auf Veränderungen im Entwicklungsportfolio reagieren zu können. Die Anforderungen an solche Leistungen sind sehr komplex und erfordern beim Einkäufer großes Fachwissen und Erfahrung. Kriterien für die Partnerauswahl in derartigen Projekten sind neben Qualität und Leistung auch Größen wie Termintreue, Zuverlässigkeit und Flexibilität.

Beschaffung von Medikamenten

Mit Mitsui Norin Co., Ltd., Tokio, Japan, (im Folgenden „Mitsui Norin"), besteht ein Vertrag mit Mindestabnahme-verpflichtung zur Herstellung und Lieferung des aktiven pharmazeutischen Wirkstoffs für Veregen®. Die Salbenformulierung erfolgt im Auftrag von Fougera/Sandoz für den US-amerikanischen Markt sowie im Auftrag von Medigene für weitere Märkte durch einen Lohnhersteller in Deutschland. Das aus grünen Teeblättern bestehende Rohmaterial wird von chinesischen Teefarmen bezogen. Mitsui Norin ist für die Kontrolle der chinesischen Rohstofflieferanten zuständig.

LEISTUNGSINDIKATOREN

Finanzielle Leistungsindikatoren

Medigenes Management verwendet im Jahr 2015 als finanzielle Leistungsindikatoren für die Konzerntätigkeit den Liquiditätsdeckungsgrad, die Eigenkapitalquote und das EBITDA-Ergebnis.

VERMÖGENS- UND FINANZIERUNGSKENNZAHLEN

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IN % 2015 2014
Liquiditätsdeckungsgrad in % Liquide Mittel und Festgelder x 100 Summe der Aktiva 41 21
Eigenkapitalquote in % Eigenkapital x 100 Summe der Passiva 79 69

Aufgrund der Zunahme der liquiden Mittel und der als zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte klassifizierten Festgelder aus dem Erlös aus der Kapitalerhöhung erhöhte sich der Liquiditätsdeckungsgrad auf 41 % zum 31. Dezember 2015 (31.12.2014: 21 %). Die Eigenkapitalquote stieg aus den bereits genannten Gründen auf 79 % zum 31. Dezember 2015 (31.12.2014: 69 %).

Aussagen zur Entwicklung der liquiden Mittel sind im Lagebericht unter k Finanzlage auf S. 12 und im Prognose-bericht auf S. 28 ff. enthalten. Zur Zielsetzung und zu den Methoden des Finanzrisikomanagements k s. Konzern-Anhang D) Ziffer (48).

Informationen zum EBITDA-Ergebnis sind im Lagebericht auf S. 10 aufgeführt.

Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

Medigenes kommerzieller Erfolg wird wesentlich auch davon abhängen, inwieweit es gelingt, Patentschutz für die Produkte und Technologien in den entsprechenden geografischen Zielmärkten zu erlangen und aufrechtzuerhalten. Die Patentposition der Medigene AG stellt daher neben Fortschritten in der Entwicklung ihrer Medikamentenpipeline einen entscheidenden nichtfinanziellen Leistungsindikator der Gesellschaft dar. Aussagen zum Stand und zu den Fortschritten der Medikamentenpipeline sind auf S. 4 ff. enthalten.

Patentposition

Die Medigene AG besitzt als Inhaberin oder Lizenznehmerin Rechte an einer Vielzahl von Patenten und Patentanmeldungen und hat die Patentsituation für ihr Portfolio im Jahr 2015 weiter gestärkt.

Konsequente Patentstrategie als Grundlage für Kommerziellen Erfolg

Die Gesellschaft ist bestrebt, eigene Produkte, Prozesse und Technologien durch Patente abzusichern. Entsprechend der Strategie, bei der Entwicklung von Technologien und Produkten Patentschutz zu erlangen, hat die Gesellschaft zahlreiche Patentanmeldungen für verschiedene Arbeitsergebnisse eigener Technologien und Produkte eingereicht oder Patente für die relevanten Bereiche exklusiv lizenziert.

ERTRAGSLAGE

Umsatzerlöse und sonstige betriebliche Erträge

Medigenes Umsatzerlöse und sonstige betriebliche Erträge erzielt das Unternehmen außerhalb seines Kerngeschäfts. Somit haben Medigenes Gesamterlöse keine Aussagekraft für die Entwicklung des Kerngeschäfts Immuntherapie.

Die Gesamterlöse beliefen sich im Geschäftsjahr 2015 auf 6.808 T€ (2014: 13.784 T€). Sie stammen aus den Produktumsätzen und Lizenzeinnahmen aus den Umsatzbeteiligungen mit dem Medikament Veregen® in Höhe von 3.016 T€ (2014: 4.470 T€). Zudem erzielte Medigene sonstige betriebliche Erträge für auslizenzierte bzw. veräußerte Medikamente außerhalb des Kerngeschäfts. Diese betrugen im abgelaufenen Geschäftsjahr 3.707 T€ (2014: 8.589 T€). Sie bestehen zum einen aus regelmäßigen, nicht zahlungswirksamen Erträgen in Höhe von 2.493 T€ (2014: 2.493 T€) für Medigenes ehemaliges Medikament Eligard® (Cowen-Vertrag). Zudem erhielt Medigene im Rahmen der bis Ende 2015 bestehenden EndoTAG®-Partnerschaft mit SynCore Kostenerstattungen und Meilensteinzahlungen für die Entwicklung dieses Medikamentenkandidaten. Im Rahmen dieser Kooperation erhielt Medigene im Berichtszeitraum Kostenerstattungen in Höhe von 1.123 T€ (2014: 1.936 T€). Im Vorjahreszeitraum hatte Medigene Meilensteinzahlungen in Höhe von 2.699 T€ realisiert und zudem Einmalzahlungen in Höhe von 1.203 T€ für den auslizenzierten Medikamentenkandidaten RhuDex® erhalten.

Die Verteilung der Erlöse ist im k Konzern-Anhang C) Ziffer (28) dargestellt.

GEKÜRZTE KONZERN-GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

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IN T€ 2015 2014 VERÄNDERUNG
Umsatzerlöse (Veregen®) 3.101 5.195 -40%
davon Lizenzeinnahmen aus Umsatzbeteiligungen 2.549 2.352 8%
davon Umsätze aus Produktlieferungen 467 2.118 -78%
davon Meilensteinzahlungen 85 725 -88%
Sonstige betriebliche Erträge 3.707 8.589 -57%
davon F&E–Zahlungen von Partnern 1.123 1.936 -42%
davon F&E-Meilensteinzahlungen 0 2.699 -
davon sonstige Erlöse 2.584 3.954 -35%
Gesamterlöse 6.808 13.784 -51%
Beschaffungskosten der Erlöse -1.103 -2.086 -47%
Bruttoergebnis 5.705 11.698 -51%
Vertriebskosten und allgemeine Verwaltungskosten -7.615 -7.081 8%
Forschungs- und Entwicklungskosten -8.529 -7.498 14%
Betriebsergebnis -10.439 -2.881 > 200 %
Jahresergebnis -12.999 -5.757 126%

Beschaffungskosten der Erlöse

Die Beschaffungskosten der Erlöse in Höhe von 1.103T€ im Geschäftsjahr 2015 (2014: 2.086 T€) sanken mit dem Rückgang der Lizenzeinnahmen aus Umsatzbeteiligungen und der Umsätze aus Produktlieferungen und beinhalten die Kosten für den Verkauf des Produkts Veregen® sowie die Beteiligung an den Verkaufserlösen in Form von Lizenzzahlungen an Partnerunternehmen.

Bruttoergebnis

Das Bruttoergebnis verringerte sich im Geschäftsjahr 2015 um 51 % auf 5.705 T€ (2014: 11.698 T€). Die Entwicklung des Bruttoergebnisses wird hauptsächlich von dem Verhältnis der Lizenzeinnahmen aus Umsatzbeteiligungen zu Lizenzzahlungen und von den sonstigen betrieblichen Erträgen bestimmt. Der Rückgang ist auf die oben erläuterten geringeren Einnahmen aus dem Nicht-Kerngeschäft zurückzuführen.

Vertriebskosten und allgemeine Verwaltungskosten

Unter Vertriebskosten werden Aufwendungen für die Geschäftsentwicklung (Business Development), Vertriebskosten für Veregen® und für das Marketing ausgewiesen. Diese schließen Personalaufwendungen, regulatorische Kosten, Beratungshonorare, Marktstudien und weitere Dienstleistungen ein. Die Vertriebskosten stiegen in der Berichtsperiode um 150 T€ auf 2.141 T€ (2014: 1.991 T€) im Wesentlichen aufgrund höherer Personal- und Patentkosten sowie allgemeiner Kosten. In der Berichtsperiode sind die Verwaltungskosten hauptsächlich aufgrund höherer Personalkosten um 384 T€ auf 5.474T€ (2014: 5.090 T€) gestiegen.

Die Zusammensetzung der Vertriebs- und allgemeinen Verwaltungskosten ist im k Konzern-Anhang C) Ziffer (30) und (31) ausgewiesen.

Forschungs- und Entwicklungskosten

Forschungs- und Entwicklungskosten („F & E") erhöhten sich im Berichtszeitraum aufgrund des Ausbaus der Immunotherapie-Projekte vorwiegend im Bereich der Personalkosten, Labormaterialkosten und Patentkosten auf 8.529 T€ (2014: 7.498 T€). Dabei erhöhten sich im Geschäftsjahr 2015 die Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen für Medigenes Immuntherapie-Programme um 95 % auf 5.534 T€ (2014: 2.832 T€). Die für Endo-TAG® entstandenen F & E-Kosten werden vom Partner SynCore erstattet und als Einnahmen aus F & E-Zahlungen von Partnern bei den sonstigen betrieblichen Erträgen erfasst.

Die Zusammensetzung der Forschungs- und Entwicklungskosten ist im ≥ Konzern-Anhang C) Ziffer (32) ausgewiesen.

EBITDA

Medigenes EBITDA-Verlust stieg 2015 auf -9.495 T€ (2014: -2.071 T€) und entspricht damit Medigenes im dritten Quartal 2015 verbesserter Prognose. Medigenes EBITDA wird aus dem Jahresergebnis abgeleitet und enthält keine Steuern, kein Finanzergebnis, keine Währungsgewinne/-verluste, keinen Anteil am Ergebnis/Veräußerung des assoziierten Unternehmens und keine Abschreibungen. Die Erhöhung ist insbesondere auf planmäßig höhere Forschungs- und Entwicklungskosten für Medigenes Immuntherapieprogramme sowie auf rückläufige Einnahmen aus dem Nicht-Kerngeschäft zurückzuführen.

EBITDA

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IN T€ 2015 2014 VERÄNDERUNG
Jahresergebnis -12.999 -5.757 126%
Steuern -400 -155 158%
Finanzergebnis 2.914 1.774 64%
Währungsverluste 856 1.201 -29%
Anteil am Ergebnis/Veräußerung des assoziierten Unternehmens -810 56 >200 %
Abschreibungen 944 810 17%
EBITDA -9.495 -2.071 >200 %

Finanzergebnis

Das Finanzergebnis ergibt sich aus Zinserträge und Zinsaufwendungen und belief sich in der Berichtsperiode auf —2.914 T€ (2014: -1.774 T€). Das Finanzergebnis enthält 2015 im Wesentlichen folgende, nicht-zahlungswirksame Beträge: Die Zinsaufwendungen in Höhe von 1.316 T€ (2014: 1.449 T€), die aus der Bewertung der Finanzschuld gegenüber Cowen resultieren, sowie Aufwendungen in Höhe von 1.601 T€ (2014: 323 T€), die aus einer Änderung des beizulegenden Zeitwerts der Verbindlichkeit für künftige Meilensteinzahlungen an die vormaligen Gesellschafter der Medigene Immunotherapies GmbH resultieren. Der beizulegende Zeitwert dieser potenziellen, in bar oder Aktien zu zahlenden Meilensteinzahlungen, die nach jetziger Schätzung des Unternehmens 2016 fällig sein können, wurde aufgrund der gestiegenen Eintrittswahrscheinlichkeit angepasst.

Währungsgewinne/-verluste

2015 entstand aufgrund des starken US-Dollar-Kurses ein netto Währungsverlust in Höhe von 856 T€ (2014: 1.201 T€). Diese Währungsverluste resultieren insbesondere aus der Bewertung der Finanzschuld gegenüber Cowen.

Anteil am Ergebnis/Veräußerung des assoziierten Unternehmens

Ende Dezember 2015 gab Medigene bekannt, dass Amgen Inc., USA, 100 % der Medigene-Ausgründung Catherex, Inc. erwirbt. Als größter Anteilseigner von Catherex hat Medigene Inc., USA, Anspruch auf ca. 40 % aller Zahlungen, die Amgen im Rahmen dieser Akquisition leisten wird. In diesem Zusammenhang hat Medigene Inc. im Februar 2016 den ihr zustehenden Anteil an der vereinbarten Vorauszahlung (Execution Fee) nach Abzug von Transaktionskosten und Verbindlichkeiten und eine Meilensteinzahlung in Höhe von 1,2 Mio. $ als Zahlung zum letzten regulatorischen/Entwicklungs-Meilenstein erhalten. Der Gewinn aus diesem Verkauf nach Abzug des Beteiligungswerts sowie Verrechnung von Beteiligungsverlust und Darlehenszahlungen wurde im Jahr 2015 unter Anteil am Ergebnis/Veräußerung des assoziierten Unternehmens netto verbucht.

Jahresergebnis

Der Jahresverlust belief sich in der Berichtsperiode planmäßig auf -12.999 T€ (2014: -5.757 T€).

Ergebnis je Aktie

Im Jahr 2015 betrug der Verlust je Aktie -0,77 € (gewichtete durchschnittliche Aktienzahl unverwässert/ verwässert: 16.808.501) im Vergleich zum Verlust der Vorjahresperiode von -0,47 € (gewichtete durchschnittliche Aktienzahl unverwässert/verwässert: 12.210.949). Für die beiden Geschäftsjahre entsprach das verwässerte Ergebnis je Aktie dem unverwässerten Ergebnis, da die Berücksichtigung der gewichteten durchschnittlichen Anzahl von bei der Ausübung von Aktienoptionen auszugebenden Aktien einen gegenläufigen Verwässerungseffekt zur Folge hätte.

Segmente

Die Aktivitäten der Medigene AG werden in die Segmente"Immuntherapien" (Kerngeschäft) und „Auslizenzier-te/Veräußerte Produkte" (Nicht-Kerngeschäft) unterteilt k s. Konzern Anhang E) »Segmentberichterstattung«. Das Segment »Immuntherapien« umfasst die Aktivitäten für die Immuntherapien und stellt den Fokus des Konzerns dar.

FINANZLAGE

VERÄNDERUNG DER LIQUIDEN MITTEL

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IN T€ 2015 2014 VERÄNDERUNG
Mittelzu-/-abfluss      
aus laufender Geschäftstätigkeit -10.605 -8.756 21%
aus Investitionstätigkeit -39.409 -935 >200 %
aus Finanzierungstätigkeit 43.797 14.502 > 200 %
Ab-/Zunahme liquider Mittel -6.217 4.811 >-200 %
Liquide Mittel, Anfangsbestand 14.976 10.166 47%
Wechselkursschwankungen 0 -1 -
Liquide Mittel, Endbestand 8.759 14.976 -42%
Festgelder 38.000 0 -
Liquide Mittel und Festgelder 46.759 14.976 > 200 %

Brutto-Emissionserlös von 46,4 Mio. € aus Kapitalmaßnahme zur Finanzierung der Immuntherapie-Programme

Medigene hat die am 12. Juni 2015 beschlossene Kapitalerhöhung zur Finanzierung ihrer Immuntherapie-Programme Anfang Juli 2015 erfolgreich abgeschlossen und durch Platzierung sämtlicher 5.594.178 angebotenen neuen Aktien zum Bezugs- und Platzierungspreis von 8,30 € pro Aktie bei bestehenden Aktionären und ausgewählten neuen, institutionellen Investoren einen Brutto-Emissionserlös von 46,4 Mio. € erzielt. Dabei hat Medigene QVT Financial LP, New York, ein US-basierter institutioneller Biotech-Spezialist, als Ankerinvestor gewonnen. Am 14. Juli 2015 hat QVT mitgeteilt, dass der Stimmrechtsanteil von QVT Financial LP an der Medigene AG am 7. Juli 2015 die Schwellen von 3 %, 5 %, 10 % und 15 % überschritten hat und an diesem Tag 15,63 % betrug.

Mittelabfluss aus laufender Geschäftstätigkeit

Medigene erhöhte den Mittelabfluss aus laufender Geschäftstätigkeit in der Berichtsperiode um 21 % auf 10.605 T€ (2014: 8.756 T€). Daraus ergab sich für das Jahr 2015 ein durchschnittlicher monatlicher Mittelabfluss aus laufender Geschäftstätigkeit von 0,9 Mio. € (2014: 0,7 Mio. €).

Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit

Ein Großteil der aus der Kapitalerhöhung erlösten liquiden Mittel wurde in verschiedenen festverzinslichen Geldanlagen angelegt, die eine ursprüngliche Laufzeit von bis zu 18 Monaten aufweisen. Diese Festgelder wurden als zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte klassifiziert. Daraus ergab sich in der Berichtsperiode ein Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit in Höhe von 39.409 T€ (2014: 935 T€).

Mittelzufluss aus Finanzierungstätigkeit

Der Mittelzufluss aus Finanzierungstätigkeit belief sich in der Berichtsperiode auf 43.797 T€ (2014: 14.502 T€) und beinhaltet den Erlös aus der Kapitalerhöhung in Höhe von 46,4 Mio. € abzüglich der damit verbundenen Kosten.

Veränderung der liquiden Mittel und Festgelder

Die liquiden Mittel und Festgelder betrugen zum Ende des Berichtsjahres 46.759 T€, bestehend aus liquiden Mitteln von 8.759 T€ (31.12.2014: 14.976 T€) und Festgeldern in Höhe von 38.000 T€ (enthalten im Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit). Der Liquiditätsdeckungsgrad, berechnet als Anteil der liquiden Mittel und Festgelder an der Summe der Aktiva betrug zum Bilanzstichtag 41 % (31.12.2014: 21 %). Es existierten keine offenen Kreditlinien.

VERMÖGENSLAGE

ENTWICKLUNG DER VERMÖGENSTRUKTUR, EIGENKAPITAL UND SCHULDEN

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IN T€ 31.12.2015 31.12.2014 VERÄNDERUNG
Aktiva      
Sachanlagevermögen und immaterielle Vermögenswerte 36.003 37.116 -3%
Geschäfts- oder Firmenwerte 2.212 2.212 0%
Finanzielle und langfristige sonstige Vermögenswerte 13.337 4.508 196%
Anteile an assoziierten Unternehmen 0 2.781 -
Liquide Mittel und Festgelder 46.759 14.976 > 200 %
Vorräte und Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 7.417 6.139 21%
Kurzfristige sonstige Vermögenswerte 5.724 3.551 61%
Zur Veräußerung gehaltene immaterielle Vermögenswerte 2.079 0 -
Summe der Aktiva 113.531 71.283 59%
Passiva      
Eigenkapital 89.988 49.071 83%
Langfristige Schulden 13.879 14.457 -4%
Kurzfristige Schulden 9.664 7.755 25%
Summe der Passiva 113.531 71.283 59%
Liquiditätsdeckungsgrad in % (Liquide Mittel und Festgelder x 100 / Summe der Aktiva) 41 21  
Eigenkapitalquote in % (Eigenkapital x 100 / Summe der Passiva) 79 69  

Aktiva

Die Summe der Aktiva stieg gegenüber dem Vorjahr um 59 % auf 113.531 T€ zum 31. Dezember 2015 (31.12.2014: 71.283 T€). Diese Steigerung ist im Wesentlichen auf die Zunahme der liquiden Mittel und Festgelder sowie auf einen Anstieg der finanziellen und langfristigen sonstigen Vermögenswerte aufgrund einer Neubewertung der Anteile an der Immunocore Ltd. zurückzuführen.

Die Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerte verringerten sich in der Berichtsperiode auf 36.003 T€ zum 31. Dezember 2015 (31.12.2014: 37.116 T€). Davon entfielen zum 31. Dezember 2015 auf Sachanlagen 2.502 T€ (31.12.2014: 951 T€). Die immateriellen Vermögenswerte verringerten sich zum 31. Dezember 2015 aufgrund planmäßiger Abschreibungen sowie des im Dezember 2015 beschlossenen vollständigen Transfers von EndoTAG® auf SynCore auf 33.501 T€ (31.12.2014: 36.165 T€). Die mit EndoTAG® verbundenen immateriellen Vermögenswerten sind zum 31. Dezember 2015 unter „Zur Veräußerung gehaltene immaterielle Vermögenswerte" ausgewiesen. Die Geschäfts- oder Firmenwerte blieben im Vergleich zum Vorjahr unverändert bei 2.212 T€ zum Bilanzstichtag.

Die finanziellen und langfristigen sonstigen Vermögenswerte erhöhten sich zum Stichtag auf 13.337 T€ (31.12.2014: 4.508 T€). Darin enthalten sind die Anteile an der Immunocore Ltd., die zum Stichtag 12.820 T€ (31.12.2014: 3.620 T€) betrugen. Medigenes Anteil beträgt zum Stichtag 64.815 „Ordinary Shares". Der Anstieg der finanziellen Vermögenswerte zum Bilanzstichtag resultiert aus einer Neubewertung der Anteile an der Immunocore Ltd., die sich auf Informationen aus einer im Juli 2015 von Immunocore Ltd. abgeschlossenen Finanzierungsrunde sowie aus den darauffolgenden Veräußerungen der „Ordinary Shares" durch andere Anteilseigner stützte. Durch diese Neubewertung entstand ein Gewinn in Höhe von 9.200 T€, der in der Gesamtergebnisrechnung für 2015 unter „zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte" ausgewiesen wurde (2014: 86 T€).

Die Medigene, Inc. hielt im Jahr 2015 40,40 % der Anteile an Catherex, Inc., USA, und war der größte Aktionär der Gesellschaft. Mit Vertrag vom Dezember 2015 erwarb die Amgen Inc., USA, 100 % der Catherex, Inc. Die bisherigen Anteilseigner der Catherex erhielten von Amgen eine Vorauszahlung von 10,5 Mio. USD und haben Anspruch auf Meilensteinzahlungen beim Erreichen bestimmter regulatorischer und verkaufsabhängiger Meilensteine für Amgens Medikament ImlygicTM. Im Februar 2016 hat Medigene Inc. den ihr zustehenden Anteil an der vereinbarten Vorauszahlung (Execution Fee) und einer Meilensteinzahlung sowie die Rückzahlung des Darlehens erhalten. Zum 31. Dezember 2015 wies der Konzern unter kurzfristigen sonstigen Vermögenswerte eine Forderung in Höhe von 4.456 T€ gegenüber Amgen Inc. aus.

Durch den Verkauf der Catherex-Anteile hielt das Tochterunternehmen Medigene Inc. zum Ende des Geschäftsjahrs 0 % (31.12.2014: 40,40 %) der Anteile an der Catherex Inc. und 38,21 % (31.12.2014: 38,95 %) Anteile an der Aettis, Inc. Der Buchwert der assoziierten Unternehmen betrug zum Stichtag 0 T€ (31.12.2014: 2.781 T€) für Catherex und 0 T€ (31.12.2014:0 T€) für Aettis.

Zum Ende der Berichtsperiode bestanden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 763 T€ (31.12.2014: 1.733 T€). Dieser Betrag besteht im Wesentlichen aus Forderungen gegenüber dem Veregen®-Partner Fougera/Sandoz. Zum Stichtag waren Vorräte für Veregen® in Höhe von 6.654 T€ (31.12.2014: 4.406 T€) vorhanden.

Passiva

In der Berichtsperiode erhöhte sich das Eigenkapital um 83 % auf insgesamt 89.988 T€ zum 31. Dezember 2015 (31.12.2014: 49.071 T€). Der Anstieg beruht im Wesentlichen auf der im Juli 2015 durchgeführten Kapitalmaßnahme in Höhe von 46,4 Mio. €. Die Eigenkapitalquote stieg zum Jahresende 2015 auf 79 % (31.12.2014: 69 %).Weitere Angaben zur Kapitalstruktur sowie zur Zielsetzung und Methoden des Finanzrisikomanagements

s. Konzern-Anhang D) Ziffern (41) und (48).

Die kurz- und langfristigen Schulden beliefen sich zum Stichtag auf 23.543 T€ (31.12.2014: 22.212 T€); dies entspricht 21% der Summe der Passiva (31.12.2014: 31%). Die kurzfristigen Schulden enthalten zum 31. Dezember 2015 im Wesentlichen Verpflichtungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 1.354 T € (31.12.2014: 1.785 T€) sowie sonstige finanzielle Schulden in Höhe von 7.888 T€ (31.12.2014: 5.913 T€) s. Konzern-Anhang D) Ziffer (44).

Die langfristigen Schulden setzen sich zum 31. Dezember 2015 aus dem langfristigen Anteil der oben genannten Abtretung der Umsatzbeteiligung an Cowen in Höhe von 10.605 T€ (31.12.2014: 10.597 T€) und Pensionsverpflichtungen in Höhe von 359 T€ (31.12.2014: 413 T€) zusammen. Darüber hinaus sind in diesem Posten sonstige finanzielle Schulden in Höhe von 416 T€ zum 31. Dezember 2015 (31.12.2014: 868 T€) ausgewiesen, in denen im Berichtsjahr hauptsächlich der langfristige Anteil des Vorstandsbonus enthalten sind.

Das Working Capital, die Differenz aus kurzfristigen Vermögenswerten und kurzfristigen Schulden, ist von 16.911 T€ zum 31. Dezember 2014 auf 50.236 T€ zum 31. Dezember 2015 gestiegen, hauptsächlich durch den Anstieg der liquiden Mittel, Festgelder und finanziellen Vermögenswerte.

≥ s. Konzern-Anhang D) Ziffer (40).

Gesamtaussage

Die Medigene AG hat im Geschäftsjahr 2015 konsequent in ihre Immuntherapie-Programme investiert und ihre im dritten Quartal angepasste Finanzprognose erfüllt. Zudem wurde die Finanzkraft des Unternehmens durch eine erfolgreiche Kapitalmaßnahme deutlich gestärkt. Das Unternehmen hat die im Vorjahr eingeleitete Neupositionierung weiter umgesetzt und die Fokussierung auf die Entwicklung innovativer Immuntherapien vorangetrieben: durch den Beginn einer ersten eigenen klinischen Studie im Bereich Immuntherapien, durch den Ausbau des Immuntherapie-Patentportfolios sowie durch die weitere Veräußerung von Projekten außerhalb des Kernbereichs Immuntherapien. Medigene wird diesen Weg weiter konsequent verfolgen. Risiken, die den langfristigen Erfolg des Unternehmens gefährden könnten, sind im Risiko- und Chancenbericht aufgeführt. ≥ s. S. 16 ff.

MITARBEITER

Mitarbeiterzahl im Konzern

Zum Jahresende 2015 belief sich die Mitarbeiterzahl auf 73 (31.12.2014: 72). Die Zahl der Vollzeitäquivalente (FTEs) erhöhte sich zum 31. Dezember 2015 auf 66 (31.12.2014: 65). Der Personalaufwand erhöhte sich im Geschäftsjahr 2015 um 16 % auf 7.664T€ (2014: 6.622 T€), insbesondere durch eine über das Gesamtjahr betrachtet höhere durchschnittliche Mitarbeiterzahl, Gehaltssteigerungen und einer höheren Bonusrückstellung in der Berichtsperiode.

MITARBEITERSTRUKTUR NACH FIRMEN UND REGIONEN

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31.12.2015 31.12.2014 VERÄNDERUNG
Medigene AG, Planegg/Martinsried 46 51 -10%
Medigene Immunotherapies GmbH, Planegg/Martinsried 24 18 33%
Medigene, Inc., San Diego 3 3 0%
Gesamt 73 72 1%

VERGÜTUNG VON VORSTAND UND AUFSICHTSRAT

Vorstandsvergütung

Die Gesamtbezüge der drei Vorstandsmitglieder betrugen im abgelaufenen Geschäftsjahr 1.595 T€ (2014: 1.303 T€) einschließlich Aufwendungen für Pensionen in Höhe von 48 T€ (2014: 48 T€) und das Kfz-Leasing von Dienstwagen in Höhe von 33 T€ (2014: 33 T€). Zusätzlich wurden im Geschäftsjahr 2015 an den Vorstand Aktienoptionen mit einem gesamten beizulegenden Zeitwert von 97 T€ (2014: 51 T€) ausgegeben. Die Gesamtvergütung der Vorstandsmitglieder umfasst feste und variable Bestandteile sowie sonstige Bezüge. Der feste Bestandteil besteht aus einer erfolgsunabhängigen Vergütung, die in monatlichen Raten ausbezahlt wird. Die variable Vergütung setzt sich aus einer Jahreserfolgsvergütung und Aktienoptionen zusammen. Die Höhe und Zusammensetzung der Vergütungen der einzelnen Vorstandsmitglieder sowie ein weiterführender Vergütungsbericht sind im ≥ Konzern-Anhang F) Ziffer (52) ausgewiesen.

Aufsichtsratsvergütung

Die Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder belief sich im Jahr 2015 auf 105 T€ (2014: 109 T€). Die Gesamtvergütung der Aufsichtsratsmitglieder beinhaltet eine Festvergütung sowie Sitzungsgelder. Darüber hinaus werden Auslagen erstattet. Der größere Tätigkeitsumfang des Aufsichtsratsvorsitzenden und seines Stellvertreters wird durch eine entsprechend höhere Vergütung berücksichtigt. Die Höhe der Vergütungen der einzelnen Aufsichtsratsmitglieder sowie Angaben zu Bezugsrechten von Organmitgliedern sind im ≥ Konzern-Anhang F) Ziffern (53) und (54) ausgewiesen.

RISIKO- UND CHANCENBERICHT

Angaben zum Risikomanagement gemäß § 315 Absatz 2 Nr. 5 HGB

Grundsätze, Verwaltung und Controlling

Unternehmerischer Erfolg bedeutet, Risiken einzugehen und dementsprechend verantwortungsbewusst zu handeln. Medigenes Management setzt daher ein Risikomanagementsystem ein, das flexibel an neue Situationen angepasst und stetig überprüft wird. Die Risiken werden nach Eintrittswahrscheinlichkeit und dem potentiellen Verlustpotential bewertet. Das darauf basierende Informationsmanagement beinhaltet eine zweiwöchentliche Berichterstattung der Risk Manager an den Vorstand mit kurzfristigen Einzelrisiken, eine mindestens jährliche stattfindende Evaluierung sämtlicher Unternehmensrisiken analog der vom Vorstand erlassenen Risikodefinition und das Erfordernis der sofortigen Berichterstattung bei unternehmensgefährdenden Risiken. Eine Information zu den berichteten Risiken erfolgt seitens des Vorstands an den Aufsichtsrat im Rahmen der mindestens vier Mal im Jahr stattfindenden Sitzungen. Diese unterschiedliche, regelmäßige Kommunikation ermöglicht es dem Vorstand eventuelle Risiken schnell zu identifizieren, Auswirkungen auf Medigene zu evaluieren und angemessene Gegenmaßnahmen einzuleiten.

Organisatorische Sicherungsmaßnahmen bestehen in Funktionstrennung. Risikobehaftete Handlungen oder Geschäftsvorfälle werden nie von einem Mitarbeiter alleine durchgeführt — für die Entscheidungsfindung und Entscheidung sind grundsätzlich mehrere Personen verantwortlich. Standardisierte Arbeitsanweisungen und Arbeitsabläufe stellen sicher, dass Arbeitsschritte einheitlich ausgeführt werden. EDV-Risiken sind durch Zugriffsbeschränkungen sowie Regelungen für Systementwicklung und -pflege beschränkt. Formulare, Arbeitsblätter und Laborbücher dienen der vollständigen Erfassung und Dokumentation von Daten. Medigenes Controlling verantwortet die zielorientierte Koordination der Planung, Informationsversorgung, Steuerung und Kontrolle. Um Abweichungen aufzuzeigen, durchlaufen Projekte monatlich einen Soll-Ist-Vergleich, dessen Ergebnis regelmäßig mit den Projektleitern und dem Vorstand besprochen wird.

Portfoliostrategie zur Verminderung des Gesamtrisikos

Das Gesamtrisiko bezüglich des Bestands und Erfolgs von Medigene wird im Wesentlichen durch die Einzelrisiken aus den Bereichen klinische Entwicklung und Produktvermarktung sowie durch den erfolgreichen Abschluss strategischer Partnerschaften mit der Biotech-/Pharmaindustrie und der Finanzierung des Unternehmens bestimmt. Sowohl der Unternehmenserfolg als auch der zukünftige Bestand von Medigene hängen damit maßgeblich von der erfolgreichen Arzneimittelentwicklung und Produktvermarktung sowie den Kapitalmarktbedingungen ab. Medigene begegnet dem prinzipiell hohen Ausfallrisiko einzelner Projekte durch ein Produktportfolio, das auf verschiedenen, voneinander unabhängigen technologischen und wissenschaftlichen Ansätzen basiert.

Portfoliosteuerung und -bewertung

Medigenes Projektportfolio wird aktiv gesteuert und regelmäßig bewertet. Zur Steuerung zählt die Erstellung von Entwicklungsplänen für die einzelnen Projekte, die von einem Entwicklungskomitee verabschiedet werden und deren Einhaltung vom Vorstand überwacht wird. Die regelmäßige Bewertung der einzelnen Projekte basiert auf der Analyse und Bewertung von Chancen und Risiken. Neben dem technischen Risiko werden die Patentposition und die wissenschaftlichen Hypothesen potenzieller Wettbewerber analysiert und bewertet. Zusätzlich fließen Überlegungen zur klinischen Entwicklung, zu den Zulassungsbedingungen, der Prozessentwicklung und der Port-foliostrategie in die Bewertung ein. Ein wesentliches Element ist außerdem die Analyse der aktuellen und zukünftigen Entwicklung des betrachteten Segments im Arzneimittelmarkt.

Die Ergebnisse werden in einer Szenarienanalyse zusammengefasst, die eine wirtschaftliche Bewertung auf der Basis abgezinster Barmittelflüsse einschließt. Diese Machbarkeitsstudie fließt dann in die Entscheidung über Medigenes Gesamtportfolio und die zukünftige strategische Ausrichtung des Unternehmens ein. Medigene wird in den eigenen Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten von international renommierten Wissenschaftlern und Pharmaexperten beratend unterstützt. Die Beratung erfolgt auf der Basis neuester Erkenntnisse aus Forschung und klinischer Anwendung.

Besonderes Augenmerk gilt der Patentarbeit. Medigenes vorrangiges Ziel ist es, Technologien und Produkte patentrechtlich umfassend abzusichern, um Medigene gegen mögliche Wettbewerber zu schützen. Medigene ist nicht von einer einzigen Technologie bzw. einem einzigen Produkt abhängig, sondern verfügt über ein diversifiziertes Portfolio, das durch weitreichende internationale Patentanmeldungen und Patente geschützt wird. Zudem gewähren Kooperationen mit externen wissenschaftlichen Instituten, Universitäten und anderen Firmen Zugang zu neuesten Entwicklungen und Technologien.

Geschäftsplanung und -prognose

Medigenes Management erstellt regelmäßig, mindestens einmal jährlich, einen ausführlichen Geschäftsplan, in den die Ergebnisse der Portfoliosteuerung und -bewertung einfließen. Dieser Plan beinhaltet zahlreiche Annahmen, unter anderem bezüglich des Projektfortschritts, des Ausgangs klinischer Studien, des Abschlusses neuer Lizenzvereinbarungen, der Entwicklung von Produktumsätzen und der Rahmenbedingungen innerhalb der relevanten pharmazeutischen Marktsegmente. Die getroffenen Annahmen können erheblich von der zukünftigen Entwicklung abweichen. Um das Unternehmen trotz der sich hieraus ergebenden Unsicherheiten steuern zu können, werden bezüglich der wesentlichen Annahmen unterschiedliche Szenarien entwickelt, die zum Ziel haben, die weitere Finanzierung des Unternehmens sicherzustellen ≥ s. Finanzierungsrisiken auf S. 20 f.

Die Einhaltung des Geschäftsplans wird fortlaufend überwacht. Die Steuerung des Unternehmens basiert auf monatliche Soll-Ist-Vergleichen. Der Geschäftsplan wird außerdem angepasst, sobald sich Änderungen bezüglich der getroffenen Annahmen ergeben. Zudem erfolgt monatlich eine Liquiditäts- und Eigenkapitalplanung.

Qualitätssicherung

Medigenes Qualitätssicherungssystem wird den Anforderungen des Arzneimittelgesetzes, des »Good Manufacturing Practice (GMP)«-Leitfadens sowie den Richtlinien für »Good Clinical Practice (GCP)« und »Good Pharmakovigilance Practices (GVP)« gerecht. GMP beinhaltet Richtlinien zur Qualitätssicherung aller Prozesse im Rahmen der Herstellung und Prüfung von Arzneimitteln und Wirkstoffen. GCP umfasst Vorgaben zur Qualitätssicherung im Rahmen von klinischen Studien für den Schutz der Studienteilnehmer und die Qualität der Studienergebnisse. GVP befasst sich mit der Erkennung, Bewertung, dem Verstehen und der Prävention von Nebenwirkungen oder anderen arzneimittelbezogenen Problemen. Zudem lässt Medigene regulatorisch relevante präklinische Studien im Auftrag gemäß der »Good Laboratory Practice (GLP)« zur Sicherung der Qualität und Zuverlässigkeit der erhobenen Daten durchführen. Die Befolgung dieser Richtlinien stellt die Einhaltung definierter Standards bei der Entwicklung, Herstellung, Prüfung und Überwachung von pharmazeutischen Produkten sicher. Medigene verfügt im Bereich Qualitätssicherung über eine Vielzahl standardisierter Handlungsabläufe.

Umwelt- und Gesundheitsschutz

Medigene fühlt sich der Sicherheit und dem Schutz der Umwelt verpflichtet. Das Unternehmen erfüllt nicht nur die hohen gesetzlichen Auflagen, sondern ist auch bestrebt, die Laboreinrichtungen auf dem neuesten Stand der Technik zu halten. Um die Erfüllung der behördlichen Anforderungen zu überwachen, hat Medigene intern die Funktionen des Beauftragten für biologische Sicherheit, des Projektleiters nach Gentechnikgesetz, des Infektionsschutzbeauftragten, der Beauftragten für Sicherheit sowie des Abfallbeauftragten mit erfahrenen und für diese Zwecke ausgebildeten Mitarbeitern besetzt. Medigene beschäftigt außerdem eine gemäß den Richtlinien der Berufsgenossenschaft für Chemie ausgebildete Sicherheitsfachkraft.

Medigenes Laborsysteme werden permanent gepflegt, kontinuierlich gewartet und erweitert. Mit Hilfe externer Dienstleistungsunternehmen sorgt Medigene dafür, dass die anfallenden Abfallstoffe sorgfältig getrennt und gemäß den spezifischen Anforderungen fachgerecht entsorgt beziehungsweise wiederaufbereitet werden. Um die Arbeitssicherheit der in den Labors tätigen Mitarbeiter zu gewährleisten, werden neben Gefahrenanalysen und -schulungen durch die Sicherheitsfachkraft auch regelmäßige ärztliche Vorsorgeuntersuchungen durchgeführt. Medigene wird allen wesentlichen Anforderungen im Umwelt- und Gesundheitsschutz sowie der Sicherheit gerecht und verfügt über die entsprechend notwendigen Genehmigungen und Zulassungen. Die bisherigen stich-probenartigen Begutachtungen und Kontrollen durch die unterschiedlichen Behörden verliefen ohne relevante Beanstandungen.

Rechnungslegungsbezogenes Kontrollsystem

Medigene versteht das interne Kontroll- und Risikomanagementsystem als umfassendes System und lehnt sich an die Definitionen des Instituts der Wirtschaftsprüfer in Deutschland e. V., Düsseldorf, zum rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystem und zum Risikomanagementsystem an. Unter einem internen Kontrollsystem werden demnach die vom Management im Unternehmen eingeführten Grundsätze, Verfahren und Maßnahmen verstanden, die auf die organisatorische Umsetzung der Entscheidungen des Managements gerichtet sind, und die folgende Ziele verfolgen:

die Sicherung der Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit der Geschäftstätigkeit (hierzu gehört auch der Schutz des Vermögens einschließlich der Verhinderung und Aufdeckung von Vermögensschädigungen),

die Ordnungsmäßigkeit und Verlässlichkeit der internen und externen Rechnungslegung sowie

die Einhaltung der für das Unternehmen maßgeblichen rechtlichen Vorschriften.

Das Risikomanagementsystem beinhaltet die Gesamtheit aller organisatorischen Regelungen und Maßnahmen zur Risikoerkennung und zum Umgang mit den Risiken unternehmerischer Betätigung. Über eine fest definierte Führungs- und Berichtsorganisation sind alle in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften, Bereiche und Abteilungen eingebunden.

Der Vorstand trägt die Gesamtverantwortung für das interne Kontroll- und Risikomanagementsystem im Hinblick auf die Rechnungslegungsprozesse der einbezogenen Unternehmen und im Konzern.

Im Hinblick auf die Rechnungslegungsprozesse der einbezogenen Unternehmen und im Konzern erachtet Medigene solche Merkmale des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems als wesentlich, die die Konzernbilanzierung und die Gesamtaussage des Konzernabschlusses einschließlich Konzernlagebericht maßgeblich beeinflussen können. Dies sind insbesondere die folgenden Elemente:

Identifikation der wesentlichen Risikofelder und Kontrollbereiche mit Relevanz für den konzernweiten Rechnungslegungsprozess;

Kontrollen zur Überwachung des konzernweiten Reportingsystems und deren Ergebnisse auf den Ebenen der Bereiche und Abteilungen sowie der in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften;

Kontrollmaßnahmen im Finanz- und Rechnungswesen des Konzerns und der in den Konzernabschluss einbezogenen Gesellschaften, Einheiten und Bereiche, die wesentliche Informationen für die Aufstellung des Konzernabschlusses einschließlich Konzernlagebericht generieren, inklusive einer Funktionstrennung und der Anwendung vordefinierter Genehmigungsprozesse in relevanten Bereichen;

interne Prüfung des konzernrechnungslegungsbezogenen internen Kontroll- und Risikomanagementsystems durch das Management.

Der Konzern hat darüber hinaus in Bezug auf den konzernweiten Rechnungslegungsprozess ein Risikomanagementsystem implementiert, das Maßnahmen zur Identifizierung und Bewertung von wesentlichen Risiken sowie entsprechende risikobegrenzende Maßnahmen enthält, um die Ordnungsmäßigkeit des Konzernabschlusses sicherzustellen.

Risiken Immuntherapien

Branchen- und Marktrisiken

Medigene unterliegt den typischen Branchen- und Marktrisiken bei der Entwicklung pharmazeutischer Therapien mittels neuer Technologien. Die Entwicklung eines Medikaments dauert erfahrungsgemäß zehn bis 15 Jahre. Grundsätzlich besteht das Risiko, dass einzelne oder alle Therapeutika von Medigene nicht erfolgreich entwickelt und vermarktet werden können. Es ist möglich, dass sie die zur Vermarktung oder Weiterentwicklung erforderliche Zulassung durch die Behörden nicht erhalten, dass einer oder alle Medikamentenkandidaten sich als bedenklich oder wirkungslos erweisen, dass die Entwicklung von Therapien nicht ausreichend finanzierbar ist, dass die Produkte in großen Mengen nicht herstellbar, nicht wirtschaftlich zu vermarkten oder nicht ausreichend wettbewerbsfähig sind. Weiterhin können die Eigentumsrechte Dritter der Vermarktung von Therapeutika entgegenstehen oder Dritte überlegene beziehungsweise kostengünstigere Produkte auf den Markt bringen.

Risiken aufgrund der Abhängigkeit von zukünftigen Kooperationsvereinbarungen

Für die Entwicklung ihrer Immuntherapien strebt Medigene Verbindungen mit potentiellen Entwicklungs- bzw. Kooperationspartnern an. Gelingt der Abschluss solcher Kooperationsvereinbarungen nicht, könnte dies die Fähigkeit der Gesellschaft zur Entwicklung ihrer Immuntherapie-Plattformen verzögern, verhindern oder unangemessen verteuern. Dies könnte die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft nachteilig beeinflussen.

Risiken nicht erfolgreicher Arzneimittelentwicklung

Medigenes Medikamentenkandidaten müssen präklinische Entwicklungsschritte und die einzelnen Phasen der klinischen Studien am Menschen durchlaufen. In diesen Studien werden die Wirksamkeit und Nebenwirkungen der Präparate untersucht. Verzögerungen der klinischen Studien und Verzögerungen bei der Rekrutierung von Patienten können zu steigenden Kosten führen und den Markteintritt verschieben. Die Ergebnisse präklinischer und klinischer Studien sind nicht vorhersagbar. Ebenso wenig lassen die Resultate vorangegangener Studien exakte Prognosen über künftige Studienergebnisse zu.

Zahlreiche Pharma- und Biotechnologieunternehmen haben in klinischen Studien — selbst nach vielversprechenden Ergebnissen in früheren Phasen — Rückschläge erlitten. Medigene arbeitet eng mit den Zulassungsbehörden zusammen und unterzieht alle Projekte in der Diskussion mit internen und externen Experten einer jährlichen Risikoabschätzung.

Die Gesellschaft beauftragt spezialisierte Dienstleister mit der Durchführung der erforderlichen klinischen Studien. Medigene legt großen Wert darauf, erfahrene und renommierte Dienstleister zur Durchführung klinischer Studien heranzuziehen. Dennoch ist es möglich, dass ein Dienstleister eine Studie nicht in jeder Hinsicht sachgemäß durchführt oder der Vertrag gekündigt wird, was ebenfalls Verzögerungen in der Entwicklung nach sich ziehen könnte.

Regulatorische Risiken

Da Zelltherapien, Tumorimpfstoffe und vergleichbare therapeutische Ansätze auf noch neuartigen Technologien basieren, könnten sich möglicherweise Änderungen in den regulatorischen Anforderungen ergeben. Diese könnten möglicherweise zu Verzögerungen der klinischen Entwicklung und der Zulassungsprozesse für Medigenes Therapien führen.

Bei positivem Verlauf der präklinischen und klinischen Studien kann der Antrag auf Zulassung zur Vermarktung bei den entsprechenden Behörden gestellt werden. Nach Prüfung des Antrags und der vorgelegten Daten entscheiden die Behörden über die Zulassung eines Produkts zur Vermarktung. Es besteht die Möglichkeit, dass Therapeutika aufgrund der eingereichten Daten nicht zugelassen werden, dass eine Zulassung unter Auflagen erteilt wird oder dass weitere Daten zur Zulassungserteilung erforderlich sind.

Weiterhin besteht die Möglichkeit, eine erteilte Marktzulassung ganz oder teilweise zu verlieren, wenn nachträglich schwerwiegende Qualitätsmängel oder Sicherheitsrisiken festgestellt werden. Die genannten Risiken können die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft negativ beeinflussen.

Herstellungsrisiken

Medigene ist bei der Herstellung der pharmazeutischen Wirkstoffe ihrer Therapien auf externe Partner angewiesen. Falls bestehende Verträge mit Herstellern nicht verlängert werden und/oder Medigene keine geeigneten Partner finden sollte, könnte dies zu Verzögerungen oder zu einem Stopp bei der Herstellung des für die Entwicklung und Vermarktung ihrer Therapien notwendigen Materials führen.

Risiken Veregen®

Beschaffungsrisiken und Risiken geringen Arzneimittelabsatzes

Das aus grünen Teeblättern bestehende Rohmaterial des Medikaments Veregen® wird von chinesischen Teefarmen bezogen und unterliegt den für Agrarprodukte üblichen Risiken, wie beispielsweise durch Umwelteinflüsse bedingte Ernteausfälle oder auch die chemische oder biologische Kontamination von Erntegut. Lieferengpässe könnten nachteilige Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit und damit auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von Medigene haben.

Zur Herstellung und Lieferung des aktiven pharmazeutischen Wirkstoffs (API) für Veregen® besteht ein Vertrag mit einem japanischen Herstellerunternehmen. Dieser Vertrag beinhaltet bestimmte Mindestabnahmeverpflichtungen in vereinbarten Zeitabschnitten für Medigene. Sollte der Herstellungsbedarf aufgrund niedriger Nachfrage niedriger als die Mindestabnahmeverpflichtung sein, so könnte Medigene nicht mehr kosteneffektiv arbeiten und es könnten Abschreibungen und Verluste wegen nicht weiter verkaufter Ware entstehen.

Veregen® wird von Partnerunternehmen vermarktet und vertrieben. Auch für weitere Medikamentenkandidaten ist eine Vermarktung durch bestehende oder zukünftige Partner möglich. Es kann nicht garantiert werden, dass die Partnerunternehmen die Medikamente in dem von Medigene erwarteten Umfang vermarkten und vertreiben können. Die Gesellschaft hat nur einen beschränkten Einfluss auf die Vermarktungsaktivitäten der Partnerunternehmen. Dies könnte zu nachteiligen Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit und damit auf die Vermögens-, Finanz-und Ertragslage von Medigene führen. Ebenso kann nicht ausgeschlossen werden, dass bestehende Vertriebspartnerschaften mangels finanzieller Attraktivität von dem Partner gekündigt werden.

Risiken Rhudex® und EndoTAG®

Medigene hat Lizenz- bzw. Kaufverträge für die Medikamentenkandidaten Rhudex® und EndoTAG® abgeschlossen. Diese Unternehmen sind für die Entwicklung dieser Medikamentenkandidaten verantwortlich und beim Erreichen bestimmter Entwicklungs- und Zulassungsziele zu Meilensteinzahlungen sowie nach der Marktzulassung von Rhudex® und/oder EndoTAG®-1 zur Zahlung von Umsatzbeteiligungen an Medigene verpflichtet. Die Käufer und unter bestimmten Bedingungen auch die Lizenznehmer sind jedoch berechtigt, die Entwicklung und/oder Vermarktung der Medikamentenkandidaten einzustellen bzw. zu verschieben. Falls die Entwicklung der Medikamentenkandidaten nicht erfolgreich sein sollte, sich verzögert oder eingestellt wird, erhält Medigene die vereinbarten Meilensteinzahlungen und Umsatzbeteiligungen unter Umständen verspätet oder gar nicht. Für Rhudex® könnte sich zudem ein nicht-zahlungswirksames Abschreibungspotential bis zur Höhe des bilanzierten Buchwerts ergeben (s. Konzern-Anhang: D) zur Bilanz (35)). Auf Vermögenswerte, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens könnte sich das negativ auswirken.

Finanzielle Risiken von Medigene

Finanzierungs- und Liquiditätsrisiken

Seit der Gründung der Medigene AG im Jahr 1994 hat das Unternehmen in fast jedem Geschäftsjahr operative Verluste ausgewiesen, da die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung die jeweiligen Umsätze beziehungsweise das jeweilige Bruttoergebnis überstiegen. Das künftige Erreichen der Profitabilität hängt von operativen Fortschritten sowie von strategischen Entscheidungen des Unternehmens ab und ist noch nicht gesichert.

Die Fähigkeit, zusätzliche Mittel aufzubringen, ist von finanziellen, wirtschaftlichen und anderen Faktoren abhängig, auf die das Management nur begrenzt Einfluss hat. Zu diesen Faktoren zählen auch die im Rahmen von Medigenes Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten erzielten Resultate. Es kann sein, dass Medigene nicht immer ausreichende Mittel zu akzeptablen Bedingungen zur Verfügung stehen. In diesem Fall müsste Medigene möglicherweise Ausgaben für Forschung und Entwicklung, Produktion oder Verwaltung reduzieren. Der Vorstand geht zum jetzigen Zeitpunkt davon aus, dass diese zusätzlichen Mittel rechtzeitig eingeworben werden können. Das Unternehmen könnte diese Finanzmittel z. B. aus weiteren Partnerschaften mit Pharmagesellschaften oder durch Kapitalmaßnahmen erhalten. Medigene verfügt aufgrund einer im Jahr 2015 erfolgreich durchgeführten Bar-Kapitalerhöhung über eine starke Liquiditätsbasis.

Rechtliche Risiken und Patentrisiken

Patentrisiken

Medigenes Erfolg hängt auch von der Fähigkeit ab, möglichst umfassenden Patentschutz für Technologien und Produkte zu erreichen, Geschäftsgeheimnisse zu wahren, sich gegen Rechtsverletzungen wirksam zu verteidigen und die eigenen Rechte durchzusetzen, ohne dabei Rechte Dritter zu verletzen. Medigene verwendet zum Schutz der rechtlich geschützten Technologien und Produkte zusätzlich Vertraulichkeitsvereinbarungen und vertragliche Nutzungsbeschränkungen gegenüber Kooperationspartnern, Mitarbeitern, Beratern sowie anderen Vertragspartnern.

Es kann keine Gewähr dafür übernommen werden, dass Patente nicht angefochten, für ungültig erklärt oder umgangen werden oder dass diese der Gesellschaft einen kommerziellen Vorteil verschaffen werden. Die Gesellschaft beabsichtigt, gegen Rechtsverletzungen in angemessenem Umfang vorzugehen und das eigene Technologie- und Produktportfolio zu erweitern. In den betreffenden Bereichen könnten Dritte jedoch rechtlich geschützte Interessen aufgrund von gewerblichen Schutzrechten oder Kooperations-, Forschungs- und Lizenzvereinbarungen geltend machen.

Rechtliche Risiken

Es sind keine gerichtlichen Rechtsstreitigkeiten anhängig, die einen erheblichen Einfluss auf die wirtschaftliche Lage der Gesellschaft oder ihrer Tochtergesellschaft haben können. Für die Zukunft können Rechtsstreitigkeiten nicht ausgeschlossen werden.

Sonstige Risiken von Medigene

Planungsrisiken

Medigenes Management erstellt mindestens einmal jährlich einen ausführlichen Geschäftsplan, in den die Ergebnisse der Portfoliosteuerung und -bewertung einfließen. Dieser Plan beinhaltet zahlreiche Annahmen, unter anderem bezüglich des Projektfortschritts, des Ausgangs klinischer Studien, des Abschlusses neuer Lizenzvereinbarungen und Entwicklungspartnerschaften, der Entwicklung von Produktumsätzen und der Rahmenbedingungen innerhalb der relevanten pharmazeutischen Marktsegmente. Die getroffenen Annahmen können erheblich von der zukünftigen Entwicklung abweichen. Wichtige Voraussetzungen für das Erreichen der Finanzziele sind der erfolgreiche Verlauf von Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten sowie Fortschritte in der Kommerzialisierung von Medikamenten und Medikamentenkandidaten. Es kann nicht garantiert werden, dass Medigene die für das Erreichen der Finanzziele notwendigen Fortschritte erreicht. Medigenes Planungen basieren auf Annahmen hinsichtlich zukünftiger Forschungs- und Entwicklungsergebnisse sowie auf Einschätzungen zum Markt- und Wettbewerbsumfeld. Diese Annahmen können sich als nicht zutreffend erweisen.

Personelle Risiken

Die Medigene AG und ihre Tochtergesellschaften sind von ihren hochqualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Bereichen Forschung und Entwicklung abhängig. Insbesondere um Mitarbeiter mit branchenspezifischem Know-how herrscht ein intensiver Wettbewerb. Der wirtschaftliche Erfolg von Medigene wird auch in Zukunft davon abhängen, entsprechend qualifizierte Mitarbeiter für diese Bereiche zu finden und an das Unternehmen zu binden. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass ein Mangel an qualifizierten Mitarbeitern zu einem Wachstumshemmnis für Medigene wird, was sich nachteilig auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von Medigene auswirken könnte.

Haftungsrisiken aus Entwicklung und Produkthaftung

Medigene ist dem Risiko erheblicher Schadenersatzforderungen ausgesetzt, falls ein Patient in klinischen Studien oder bei der Einnahme der von Medigene entwickelten Arzneimittel Nebenwirkungen erleidet. Insbesondere könnten sich bei Nebenwirkungen Schadenersatzforderungen ergeben, welche die vorhandene Versicherungsdeckung von Medigene übersteigen und sich deshalb nachteilig auf die Finanz- und Ertragslage sowie den Barmittelbestand der Gesellschaft auswirken könnten.

Obwohl die für klinische Studien verwendeten Verfahren so ausgestaltet sind, dass mögliche Nebenwirkungen identifiziert und bewertet werden, ist die Möglichkeit, dass ein Arzneimittel selbst nach der Zulassung unvorhergesehene Nebenwirkungen hervorruft, nicht auszuschließen. Solche Nebenwirkungen können das Sicherheitsprofil des Arzneimittels beeinträchtigen und möglicherweise so schwerwiegend sein, dass das Arzneimittel vom Markt genommen werden muss.

Risikoeinschätzung

Der Vorstand gibt in den nachstehenden Tabellen eine Übersicht von Eintrittswahrscheinlichkeiten und einem möglichen finanziellen Verlustpotential aller relevanten Einzelrisiken. Die Risiken werden nach der Eintrittswahrscheinlichkeit und dem Verlustpotential bewertet.

RISIKOEINSCHÄTZUNG

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EINTRITTSWAHRSCHEINLICHKEIT KATEGORIE VERLUSTPOTENTIAL DES RISIKOS KATEGORIE
≥ 10% unwahrscheinlich ≥ 500 T€ gering
>10 % bis k 25 % eher unwahrscheinlich > 500 T€ bis 5 2 Mio € moderat
> 25 % bis k 50 % möglich > 2 Mio € bis 5 4 Mio € mäßig
> 50 % bis k 75 % wahrscheinlich > 4 Mio € bis 5 8 Mio € wesentlich
> 75 % sehr wahrscheinlich > 8 Mio € hoch

Nach eingehender Evaluierung der Gesamtrisikolage wurden nachfolgend die fünf relevantesten Risiken der Medigene AG im Prognosezeitraum von drei Jahren zusammengefasst, die aus heutiger Sicht die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage sowie die Reputation und die Existenz des Unternehmens beeinflussen können. Die Reihenfolge der unten aufgeführten Risiken enthält keine Gewichtung des Verlustpotenzials und der Eintrittswahrscheinlichkeit.

TOP 5 RISIKEN

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BEREICH RISIKO
Immuntherapie Branchenübliche Entwicklungsrisiken bei allen drei Projekten (DC, TCR, TABs); erfolgreiche Kommerzialisierung nicht gesichert
Veregen® Umsatzerwartung kann hinter den Prognosen zurückbleiben; Mindestabnahmeverpflichtung gegenüber dem Lieferanten und hoher Lagerbestand von Material (API)
RhuDex® Klinische Entwicklung/Vermarktung kann hinter den Erwartungen zurück bleiben, möglicherweise Verzögerung/Wegfall von Meilensteinzahlungen und Umsatzbeteiligung, mögliches Abschreibungspotenzial
EndoTAG® klinische Entwicklung/Vermarktung können sich verzögern oder negativ verlaufen, dadurch möglicherweise Verzögerung/Wegfall von Meilensteinzahlungen und Umsatzbeteiligung
Finanz- und Liquiditätsrisiko Bei signifikanten Änderungen in den operativen Ergebnissen ist eine langfristige Finanzierung des Unternehmens nicht gesichert

Durch die Einschätzung der Risiken nach Ausprägungen „Eintrittswahrscheinlichkeit" und „Verlustpotential" können wir die Risiken in „geringe", mittlere" und „hohe" Risiken kategorisieren. Die Gesamtrisikolage der Gesellschaft ist in folgender Grafik dargestellt:

Auf Basis der evaluierten Risiken ist der Vorstand der Ansicht, dass trotz bestehender relevanter Risiken, die grundsätzlich mit der Entwicklung von Medikamenten und Therapien im Bereich Immuntherapien einhergehen, die Chancen und positiven Zukunftsaussichten für das Unternehmen überwiegen. Derzeit sind keine Risiken evaluiert worden, die allein oder in Kombination die Existenz der Medigene bedrohen. Im Vergleich zum Vorjahr gab es - bis auf die deutlich verbesserte Finanz- und Liquiditätssituation - keine relevanten Veränderungen der Risikolage.

Chancen

Neben den Risiken identifiziert und evaluiert das Management von Medigene frühzeitig ebenso mögliche Chancen, um diese zu nutzen und damit eine Wertschöpfung für das Unternehmen und seine Teilhaber zu generieren. Die derzeit für Medigene relevantesten Chancen werden nachfolgend erläutert:

Fokussierung auf Immuntherapien

Medigene fokussiert sich auf die Entwicklung von Immuntherapien und bewegt sich damit in einem innovativen, schnell wachsenden und vielversprechenden Geschäftsfeld. Durchschlagende wissenschaftliche und klinische Erfolge2 der letzten Jahre deuten darauf hin, dass Immuntherapien in der nächsten Dekade zu einer tragenden Säule der Krebstherapie werden könnten. Nach Ansicht von Analysten werden Immuntherapien in den nächsten ca. 10 Jahren als Standardbehandlungsmöglichkeit bei 60 % aller Krebstypen eingesetzt werden und einen Umsatz von bis zu $ 35 Milliarden jährlich erreichen.3 Die Entwicklung der Krebs-Immuntherapie hat jüngst neue Impulse durch von der US-amerikanischen Zulassungsbehörde FDA erteilte Marktzulassungen von Medikamenten und patienten-individualisierten Immuntherapien erhalten. Laufende klinische Studien geben Anlass zur Hoffnung auf weitere Medikamente dieser Art als einzelne Wirkstoffe sowie als Kombinationstherapien. Experten sehen im Bereich Krebs-Immuntherapie aufgrund zunehmend überzeugender Wirksamkeitsdaten und attraktiver Entwicklungspartnerschaften mit Pharma- und Biotechnologieunternehmen eines der für Wissenschaftler und Investoren meist beachteten Felder.4

Fokussierung auf Krebs mit Schwerpunkt Hämatologie

Der weltweite Markt für Krebsmedikamente soll gemäß Marktanalysen mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 9 % auf $ 100 Milliarden im Jahr 2018 wachsen.5 Etwa 10 % aller neu diagnostizierten Krebsfälle in den USA fallen in den Bereich hämatologischer Krebserkrankungen.6 Mit der Konzentration auf Entwicklungen zur Behandlung von Krebs und dem Schwerpunkt Blutkrebserkrankungen konzentriert sich Medigene auf Indikationsgebiete mit hohem medizinischen Bedarf und wachsendem wirtschaftlichen Potenzial.

Personal

Qualifizierte Mitarbeiter sind ein elementarer Faktor für Medigene. Mitarbeiter mit herausragenden Kompetenzen und Fähigkeiten langfristig an das Unternehmen zu binden, wird sich positiv auf die Unternehmens- und Finanzziele auswirken. Medigene ist zuversichtlich, auch künftig wichtige Mitarbeiter gewinnen zu können und durch deren Expertise in Kerngebieten der Immuntherapie das Unternehmen weiter zu positionieren.

Finanzwirtschaft

Medigene verfügt aufgrund einer erfolgreich durchgeführten Bar-Kapitalerhöhung im Jahr 2015 über eine starke Liquiditätsbasis. Diese finanzielle Stabilität ermöglicht es, mittelfristig in die Weiterentwicklung der Technologieplattformen als auch in die klinische Entwicklung zu investieren.

Strategie

Informationen zur Unternehmensstrategie finden sich unter „Unternehmensüberblick” auf S. 3 f.

2 Cancer Immunotherapy, Science, 20 December 2013, Vol. 342 no. 6165

3 Immunotherapy- The Beginning of the End for Cancer, Citi Research Eguities, 22 May 2013

4 Medigene — Riding high an immuno-oncology, Edison research, 6 May 2015

5 Global Outlook for Medicines Through 2018. IMS Institute. November 2014

6 Facts 2014-2015,The Leukemia & Lymphoma Society, 2015

ERLÄUTENDER BERICHT UND CORPORATE GOVERNANCE

Angaben nach §§ 289 Absatz 4 und 315 Absatz 4 HGB sowie erläuternder Bericht

Nr. 1: Zusammensetzung des gezeichneten Kapitals

Das Grundkapital der Gesellschaft beträgt zum 31. Dezember 2015 19.678.628,00 € und ist eingeteilt in 19.678.628 auf den Namen lautende, nennwertlose Stückaktien auf die ein anteiliger Betrag des Grundkapitals von 1,00 € je Aktie entfällt. Davon waren die für die umgewandelten Wandelschuldverschreibungen im Zeitraum 10. Juni 2015 bis 31. Dezember 2015 neu ausgegebenen 32.635 Aktien zum 31. Dezember 2015 noch nicht ins Handelsregister eingetragen. Deren Eintragung erfolgte im Januar 2016. Die im Zeitraum 1. Januar 2015 bis 9. Juni 2015 neu ausgegebenen 58.017 Aktien für umgewandelte Wandelschuldverschreibungen wurden bereits am 16. Juni 2015 in das Handelsregister eingetragen. Ein Anspruch der Aktionäre auf Verbriefung ihrer Anteile ist ausgeschlossen, soweit nicht eine Verbriefung nach den Regeln einer Börse erforderlich ist, an der die Aktien zum Handel zugelassen sind. Gemäß § 67 Abs. 2 AktG gilt im Verhältnis zur Gesellschaft als Aktionär nur, wer als solcher im Aktienregister eingetragen ist. Alle Aktien gewähren die gleichen Rechte. Jede Aktie gewährt eine Stimme in der Hauptversammlung und den gleichen Anteil am Gewinn. Die Rechte und Pflichten der Aktionäre ergeben sich im Einzelnen aus den Regelungen des Aktiengesetzes, insbesondere aus den §§ 12, 53a ff., 118 ff. und 186 AktG, sowie aus der Satzung der Gesellschaft.

Nr. 2: Beschränkungen des Stimmrechts oder der Übertragung von Aktien

In den Fällen des § 136 AktG ist das Stimmrecht aus den betroffenen Aktien von Gesetzes wegen ausgeschlossen.

Im Rahmen des Erwerbs der Medigene Immunotherapies GmbH wurde mit deren damaligen Gesellschaftern am 27.01.2014 ein Einbringungsvertrag geschlossen, wonach Medigene 100 % der Geschäftsanteile der Medigene Immunotherapies GmbH erworben hat. Die bisherigen Gesellschafter erhielten 1.017.811 neu ausgegebene Medigene-Aktien im Wert von ca. 4 Mio. € und werden beim Erreichen von künftigen Meilensteinen stufenweise Zahlungen bis zu einem Maximalbetrag von 5,875 Mio. € in weiteren Medigene-Aktien oder in bar erhalten, wobei der erste bereits erreichte Meilenstein im Wert von 700.000 € mittels Ausgabe von 66.370 Aktien im Rahmen einer am 16. Juni 2015 im Handelsregister eingetragenen Sachkapitalerhöhung bezahlt worden ist. Durch teilweise Ausnutzung des genehmigten Kapitals 2012/1 gab Medigene 66.370 neue Aktien mit einem Lock-up (Nichtveräußerungsfrist) von 14 Monaten ab dem Zeitpunkt des Erreichens des ersten Meilensteins aus, d.h. bis zum 10. Juli 2016.

Sonstige Beschränkungen, die die Stimmrechtsausübung oder die Übertragung von Aktien betreffen, sind der Gesellschaft nicht bekannt. Jede Aktie gewährt in der Hauptversammlung eine Stimme und ist maßgebend für den Anteil am Gewinn der Gesellschaft.

Nr. 3: Beteiligungen am Kapital, die 10 % der Stimmrechte überschreiten

Nach dem Wertpapierhandelsgesetz muss jeder Anleger, der durch Erwerb, Veräußerung oder auf sonstige Weise bestimmte Anteile an Stimmrechten erreicht, überschreitet oder unterschreitet, dies der Gesellschaft und der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (»BaFin«) mitteilen. Der niedrigste Schwellenwert für diese Anzeigepflicht beträgt 3 %. Die QVT Financial LP, QVT Financial GP LLC und die QVT Associates GP LLC teilten der Medigene AG am 14. Juli 2015 durch Stimmrechtsmitteilung mit, dass ihr Anteilsbesitz an der Gesellschaft am 7. Juli 2015 die Schwellen von 3 %, 5 %, 10 % und 15 % überschritten hat und zu diesem Tag 15,63 % beträgt. Ferner teilten die QVT Offshore Ltd., QVT Offshore II L.P. und die QVT Fund V LP ebenfalls am 14. Juli 2015 der Medigene AG durch Stimmrechtsmitteilung mit, dass ihr Anteilsbesitz an der Gesellschaft am 7. Juli 2015 die Schwellen von 3 %, 5 %, und 10 % überschritten hat und zu diesem Tag 11,51 % beträgt. Darüber hinaus sind zum Ende der Berichtsperiode direkte oder indirekte Beteiligungen am Grundkapital der Medigene AG, die 10 % der Stimmrechte erreichen oder überschreiten, der Medigene AG nicht gemeldet worden und auch nicht bekannt.

Nr. 4: Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnis verleihen

Aktien mit Sonderrechten, die Kontrollbefugnis verleihen, wurden von der Gesellschaft nicht ausgegeben.

Nr. 5: Art der Stimmrechtskontrolle, wenn Arbeitnehmer am Kapital beteiligt sind und ihre Kontrollrechte nicht unmittelbar ausüben

Arbeitnehmer, die Aktien der Medigene AG halten, üben ihr Kontrollrecht wie andere Aktionäre unmittelbar nach Maßgabe der gesetzlichen Regelung und der Satzung aus. Es besteht keine Stimmrechtskontrolle für den Fall, dass Arbeitnehmer am Kapital beteiligt sind und ihre Kontrollrechte nicht unmittelbar ausüben.

Nr. 6: Gesetzliche Vorschriften und Bestimmungen der Satzung über die Ernennung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern und über die Änderung der Satzung

Der Vorstand der Gesellschaft besteht gemäß § 7 Absatz 1 der Satzung aus einer Person oder aus mehreren Personen und wird gemäß § 84 Absatz 1 AktG vom Aufsichtsrat auf höchstens fünf Jahre bestellt. Eine wiederholte Bestellung oder Verlängerung der Amtszeit, jeweils für höchstens fünf Jahre, ist zulässig. Der Aufsichtsrat ernennt eines der Vorstandsmitglieder zum Vorsitzenden des Vorstands. Der Aufsichtsrat kann gemäß § 84 Absatz 3 AktG die Bestellung zum Vorstandsmitglied und die Ernennung zum Vorstandsvorsitzenden widerrufen, wenn ein wichtiger Grund vorliegt. Solche Gründe sind namentlich grobe Pflichtverletzung, Unfähigkeit zur ordnungsgemäßen Geschäftsführung oder Vertrauensentzug durch die Hauptversammlung — es sei denn, dass das Vertrauen aus offensichtlich unsachlichen Gründen entzogen worden ist. Fehlt ein erforderliches Vorstandsmitglied, wird das Mitglied nach § 85 AktG in dringenden Fällen auf Antrag eines Beteiligten gerichtlich bestellt.

Die Änderung der Satzung ist in den §§ 179, 133 AktG geregelt. Jede Satzungsänderung bedarf danach eines Beschlusses der Hauptversammlung, für den die einfache Stimmenmehrheit erforderlich ist und dem mindestens drei Viertel des bei der Beschlussfassung vertretenen Kapitals zustimmen müssen, es sei denn, dass die Satzung eine andere Kapitalmehrheit bestimmt. Die Satzung der Gesellschaft bestimmt in § 18 Absatz 1, dass Beschlüsse der Hauptversammlung mit einfacher Mehrheit der abgegebenen Stimmen gefasst werden, soweit nicht nach zwingenden gesetzlichen Vorschriften eine größere Mehrheit erforderlich ist. Dies ist beispielsweise bei der Schaffung genehmigten Kapitals (§ 202 Absatz 2 Satz 2 AktG) oder bedingten Kapitals (§ 193 Absatz 1 Satz 1 AktG) und der Ausgabe stimmrechtsloser Vorzugsaktien (§ 182 Absatz 1 Satz 1 und 2 AktG) der Fall, wofür jeweils eine Mehrheit von drei Vierteln des bei der Beschlussfassung vertretenen Kapitals erforderlich ist. Der Aufsichtsrat ist nach § 15 der Satzung der Gesellschaft berechtigt, Änderungen der Satzung, die nur die Fassung betreffen, zu beschließen.

Nr. 7: Befugnisse des Vorstands, insbesondere hinsichtlich der Möglichkeit, Aktien auszugeben oder zurückzukaufen

Der Vorstand hat gemäß § 76 Absatz 1 AktG die Gesellschaft unter eigener Verantwortung zu leiten, vertritt die Gesellschaft gemäß § 78 Absatz 1 AktG gerichtlich und außergerichtlich und hat hinsichtlich der Möglichkeit, Aktien auszugeben oder zurückzukaufen, die im Konzernanhang unter D) Ziffer (41) dargestellten Befugnisse.

Erläuterungen zum genehmigten und bedingten Kapital:

Die im Konzernanhang dargestellten Ermächtigungen des Vorstands zur Ausgabe neuer Aktien aus genehmigtem Kapital und die vorstehend dargestellten bedingten Kapitalia in Verbindung mit den dazugehörigen Ermächtigungsbeschlüssen zur Ausgabe von Wandel- oder Optionsschuldverschreibungen sollen den Vorstand in die Lage versetzen, einen auftretenden Kapitalbedarf zu decken und je nach Marktlage attraktive Finanzierungsmöglichkeiten zu nutzen.

Durch die Möglichkeit, im Einzelfall auch den Erwerb von Beteiligungen an Unternehmen oder von Unternehmen bzw. Unternehmensteilen durch die Ausgabe von Aktien der Gesellschaft an den Veräußerer zu bezahlen, kann die Gesellschaft eine Expansion ohne Belastung ihrer Liquidität durchführen. Die durch das bedingte Kapital gesicherte Ausgabe von Aktienoptionen ist ein Bestandteil der Vergütung von Mitarbeitern und Vorstandsmitgliedern in deutschen Aktiengesellschaften.

Aktienrückkauf

Der Vorstand darf in den in § 71 Absatz 1 AktG genannten Fällen für die Gesellschaft eigene Aktien erwerben. Der Vorstand ist derzeit nicht zum Rückkauf eigener Aktien gemäß § 71 Absatz 1 Nr. 8 AktG ermächtigt. Die Gesellschaft hält gegenwärtig keine eigenen Aktien.

Nr. 8: Wesentliche Vereinbarungen der Gesellschaft, die unter der Bedingung eines Kontrollwechsels in Folge eines Übernahmeangebots stehen

Solche Vereinbarungen existieren nicht.

Nr. 9: Entschädigungsvereinbarung mit den Vorstandsmitgliedern oder den Arbeitnehmern für den Fall eines Übernahmeangebots

Für die Vorstandsmitglieder Dr. Frank Mathias (Beginn der Amtszeit: 1. April 2008, seit 29. April 2009 Vorstandsvorsitzender), Peter Llewellyn-Davies (Beginn der Amtszeit: 1. Oktober 2012) und Prof. Dr. Dolores Schendel (Beginn der Amtszeit: 1. Mai 2014) wurden in deren Vorstandsanstellungsverträgen für den Fall eines Kontrollwechsels Sonderkündigungsrechte sowohl für die Gesellschaft als auch für die jeweiligen Vorstandsmitglieder vereinbart und bestimmte Entschädigungsvereinbarungen getroffen. Nähere Informationen hierzu siehe ≥ Konzern-Anhang F) Ziffer (52).

Corporate Governance Bericht und Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289a HGB

Der Corporate Governance Bericht und die Erklärung zur Unternehmensführung gemäß § 289a HGB sowie die Darstellung der Arbeitsweise von Vorstand und Aufsichtsrat werden auf der Internetseite der Gesellschaft unter www.medigene.de/presse-investoren/corporate-governance öffentlich zugänglich gemacht. Die im Jahr 2015 veröffentlichten Meldungen nach Wertpapierhandelsgesetz § 21, § 25, § 26 und § 27 WpHG sind auf der Internetseite unter www.medigene.de/presse-investoren/pressemitteilungen/pressemitteilungen einsehbar.

PROGNOSEBERICHT

FINANZPROGNOSE 2016

Medigene plant im Jahr 2016 eine Ausweitung ihrer klinischen Entwicklungsprogramme und dadurch eine signifikante Erhöhung der Forschungs- und Entwicklungskosten im Bereich Immuntherapien auf 9 - 11 Mio. € (2015: 5,5 Mio. €). Der EBITDA-Verlust wird im Jahr 2016 voraussichtlich 10 - 12 Mio. € (2015: 9,5 Mio. €) betragen.

Das Unternehmen geht für das Jahr 2016 von Veregen®-Gesamtumsätzen in Höhe von 3 — 4 Mio. € (2015: 3,1 Mio. €) sowie von stabilen oder steigenden Gesamterlösen (2015: 6,8 Mio. €) aus. Da diese jedoch außerhalb des Kerngeschäfts erzielt werden, haben sie keine Aussagekraft für die Entwicklung des Kerngeschäfts Immuntherapien. Nicht enthalten in der Finanzprognose sind eventuelle Umsätze aus potenziellen neuen Partnerschaften sowie mögliche Veränderungen der Wechselkurse.

KERNGESCHÄFT:

Immuntherapien

DC-Vakzine (DCs)

Medigene wird die im März 2015 gestartete Phase I/II-Studie zur Behandlung der akuten myeloischen Leukämie (AML) 2016 weiter wie geplant fortsetzen. Nach einem erfolgreichen Abschluss der Phase 1 mit sechs Patienten plant Medigene weitere 14 Patienten in einer anschließenden Phase II-Studie zu behandeln. Weiterhin werden Medigenes DC-Impfstofftechnologien in prüfarzt-initiierten, unabhängig finanzierten und durchgeführten Studien (IITs) der Universitätsklinik Oslo (Phase II-Studie in Prostatakrebs) und der Universitätsklinik München (Phase I/II-Studie in AML) verwendet. Darüber hinaus behandelt die Universitätsklinik Oslo, Abteilung Zelluläre Therapie, Patienten im Rahmen von Compassionate Use.

TCR-modifizierte T-Zellen (TCRs)

Für die adoptive T-Zell Therapie mit TCR-modifizierten T-Zellen wird die Entwicklung eines GMP-konformen Herstellungsprozesses fortgeführt. Medigene bereitet die klinische Entwicklung erster Produktkandidaten vor. Zudem werden neue TCRs spezifisch für vielversprechende Tumor-assoziierte Antigene isoliert und charakterisiert. Medigene strebt für diesen Therapieansatz den Start von bis zu drei klinischen Studien an, von denen die erste im Jahr 2016 starten soll (IIT Phase I-Studie mit Medigene-Beteiligung, vorbehaltlich öffentlicher Fördergelder). Von Medigene verantwortete und finanzierte Studien sollen voraussichtlich im zweiten Halbjahr 2017 sowie im zweiten Halbjahr 2018 beginnen.

T-Zell-spezifische Antikörper (TABS)

Die präklinische Entwicklung der Anti-TCR monoklonalen Antikörper (TABS) wird weitergeführt mit dem Ziel,

„proof of principle" zu erreichen.

AUSSERHALB DES KERNGESCHÄFTS:

Medigene wird künftig aufgrund der erfolgten Fokussierung auf Immuntherapien ausschließlich Prognosen für das Kerngeschäft in die Finanzberichterstattung einschließen.

Dividenden

Aufgrund der derzeitigen Ertragssituation wird Medigene keine Gewinne ausschütten. Mittelfristig wird Medigene die zur Verfügung stehenden liquiden Mittel in die Entwicklung von Medikamenten investieren. Die Ausschüttung einer Dividende ist somit zunächst nicht zu erwarten.

 

Planegg/Martinsried, den 15. März 2016

Medigene AG

DER VORSTAND

Prof. Dolores J. Schendel, Vorstandsvorsitzende (CEO/CSO)

Dr. Frank Mathias, Mitglied des Vorstands

Peter Llewellyn-Davies, Mitglied des Vorstands (CFO)

Dave Lemus, Mitglied des Vorstands (COO)

Auftragsbedingungen, Haftung und Verwendungsvorbehalt

Wir, die Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, haben unsere Prüfung der vorliegenden Rechnungslegung im Auftrag der Gesellschaft vorgenommen. Neben der gesetzlichen Funktion der Offenlegung (§ 325 HGB) in den Fällen gesetzlicher Abschlussprüfungen richtet sich der Bestätigungsvermerk ausschließlich an die Gesellschaft und wurde zu deren interner Verwendung erteilt, ohne dass er weiteren Zwecken Dritter oder diesen als Entscheidungsgrundlage dienen soll. Das in dem Bestätigungsvermerk zusammengefasste Ergebnis von freiwilligen Abschlussprüfungen ist somit nicht dazu bestimmt, Grundlage von Entscheidungen Dritter zu sein, und nicht für andere als bestimmungsgemäße Zwecke zu verwenden.

Unserer Tätigkeit liegt unser Auftragsbestätigungsschreiben zur Prüfung der vorliegenden Rechnungslegung einschließlich der "Allgemeinen Auftragsbedingungen für Wirtschaftsprüfer und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften" in der vom Institut der Wirtschaftsprüfer herausgegebenen Fassung vom 1. Januar 2002 zugrunde.

Klarstellend weisen wir darauf hin, dass wir Dritten gegenüber keine Verantwortung, Haftung oder anderweitige Pflichten übernehmen, es sei denn, dass wir mit dem Dritten eine anders lautende schriftliche Vereinbarung geschlossen hätten oder ein solcher Haftungsausschluss unwirksam wäre.

Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass wir keine Aktualisierung des Bestätigungsvermerks hinsichtlich nach seiner Erteilung eintretender Ereignisse oder Umstände vornehmen, sofern hierzu keine rechtliche Verpflichtung besteht.

Wer auch immer das in vorstehendem Bestätigungsvermerk zusammengefasste Ergebnis unserer Tätigkeit zur Kenntnis nimmt, hat eigenverantwortlich zu entscheiden, ob und in welcher Form er dieses Ergebnis für seine Zwecke nützlich und tauglich erachtet und durch eigene Untersuchungshandlungen erweitert, verifiziert oder aktualisiert.

BERICHT DES AUFSICHTSRATS

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,

Der Aufsichtsrat nahm im Geschäftsjahr 2015 die ihm nach Gesetz und Satzung obliegenden Aufgaben in vollem Umfang und mit großer Sorgfalt wahr. Anhand der mündlichen und schriftlichen Berichte des Vorstands hat der Aufsichtsrat den Vorstand bei der Leitung des Unternehmens regelmäßig beraten und seine Geschäftsführung laufend überwacht. Der Aufsichtsrat war an allen für das Unternehmen wesentlichen Entscheidungen direkt beteiligt und wurde in die Erörterung über die strategische Ausrichtung des Unternehmens vom Vorstand unmittelbar eingebunden. Über Beschlussvorschläge des Vorstands hat der Aufsichtsrat nach gründlicher Prüfung und Beratung abgestimmt.

Der Vorstand berichtete neben den turnusmäßigen Aufsichtsratssitzungen regelmäßig sowohl in schriftlicher als auch mündlicher Form zeitnah und umfassend über den aktuellen Stand der Forschungs- und Entwicklungsprojekte, die wirtschaftliche Lage und Entwicklung der Gesellschaft und ihrer Tochtergesellschaften sowie über die Unternehmensplanung, wesentliche Geschäftsvorfälle, grundsätzliche Fragen der Geschäftspolitik einschließlich der strategischen und organisatorischen Ausrichtung, Kosten- und Ertragsentwicklung, Investitionsmaßnahmen und die Finanzplanung. Sämtliche vom Vorstand oder den zuständigen Fachabteilungen vorbereiteten und dem Aufsichtsrat überlassenen Unterlagen wurden ausnahmslos geprüft. Die Mitglieder des Aufsichtsrats und insbesondere der Aufsichtsratsvorsitzende standen neben den turnusmäßigen Aufsichtsratssitzungen mit dem Vorstandsvorsitzenden und den Mitgliedern des Vorstands in regelmäßigem Kontakt, haben sich über die aktuelle Geschäftsentwicklung zeitnah informiert und stimmten sich hierüber intern, auch im Rahmen von Telefonkonferenzen, ab. Der Aufsichtsratsvorsitzende sprach regelmäßig mit dem Vorstandsvorsitzenden der Gesellschaft, Herrn Dr. Frank Mathias, informierte sich und seine Aufsichtsratskollegen über wichtige Geschäftsvorfälle und stand dem Vorstand beratend zur Seite. Der Aufsichtsratsvorsitzende veranlasste bei Bedarf die Behandlung wichtiger Angelegenheiten im Aufsichtsrat oder in den zuständigen Ausschüssen des Aufsichtsrats. Die Auskunftspersonen der Gesellschaft, insbesondere die Mitglieder des Vorstands, wurden zu wesentlichen Sachverhalten befragt.

Mit besonderer Aufmerksamkeit beobachtete, überwachte und prüfte der Aufsichtsrat fortlaufend die Risikolage sowie das Risikomanagement und die rechtskonforme Unternehmensführung. Abweichungen des Geschäftsverlaufs von den Plänen und Zielen wurden dem Aufsichtsrat im Einzelnen erläutert, und die strategische Ausrichtung des Unternehmens stimmte der Vorstand mit dem Aufsichtsrat ab. Alle für das Unternehmen und die Tochtergesellschaften bedeutenden Geschäftsvorgänge wurden im Aufsichtsratsplenum ausführlich erörtert. Über das im Unternehmen implementierte Risikomanagement informiert der Vorstand im Risikobericht des Geschäftsberichts.

Sitzungen des Aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat hat seine Aufgaben auf der Grundlage ausführlicher schriftlicher und mündlicher Berichterstattung durch den Vorstand mit aktuellen und umfassenden Informationen wahrgenommen. Im Geschäftsjahr 2015 fanden sechs ordentliche Sitzungen statt, welche aufgrund der internationalen Zusammensetzung des Aufsichtsrats teilweise als telefonische Sitzungen abgehalten wurden. Alle Aufsichtsratsmitglieder haben an allen Sitzungen teilgenommen. Ferner fanden im Rahmen der regelmäßigen Überwachung und Beratung des Vorstands auch einige Telefonkonferenzen außerhalb ordentlicher Sitzungen statt, insbesondere im Zusammenhang mit der Durchführung der Sach- und Barkapitalmaßnahmen im Sommer 2015.

Alle dem Aufsichtsrat vorgelegten Vorgänge, die gemäß Gesetz oder Satzung der Zustimmung des Aufsichtsrats bedürfen, wurden mit dem Vorstand eingehend erörtert. Neben der wirtschaftlichen Lage, der Umsatz-, Ergebnis- und Projektentwicklung und der aktuellen Geschäftsentwicklung diskutierte der Aufsichtsrat im Geschäftsjahr 2015 insbesondere die weitere Umsetzung der strategischen Ausrichtung des Unternehmens sowie die Entwicklung der Immuntherapien. Im Geschäftsjahr 2015 nahmen die Beratungen zur Sachkapitalerhöhung mit Bezugs-rechtsausschluss sowie zur Barkapitalerhöhung mit Gewährung des Bezugsrechts großen Raum ein. Zudem beriet der Aufsichtsrat den Vorstand bei dem Verkauf des Projekts EndoTAG. an SynCore Biotechnology Co. Ltd sowie dem Verkauf der Medigene Inc-Anteile an der Catherex Inc. an Amgen Inc. Schließlich wurden die weiteren Zulassungs- und Vermarktungsaktivitäten des Produkts Veregen. eingehend vom Aufsichtsrat beobachtet und kontinuierlich mit dem Vorstand diskutiert.

Der Aufsichtsrat hat sich im Geschäftsjahr 2015 insbesondere mit folgenden zustimmungspflichtigen Geschäften befasst:

Erhöhung des Grundkapitals der Gesellschaft durch teilweise Ausnutzung des Genehmigten Kapitals 2012 gegen Sacheinlagen unter Ausschluss des gesetzlichen Bezugsrechts der Aktionäre um EUR 66.370,00 auf EUR 14.051.815,00 durch Ausgabe von 66.370 neuen Aktien;

Ausnutzung des Genehmigten Kapitals 2012 um bis zu 5.594.178,00 EUR auf bis zu 19.645.993,00 EUR durch Ausgabe von bis zu 5.594.178 neuen Aktien;

Festsetzung des Umfangs der Durchführung der Kapitalerhöhung auf 5.594.178 neue Aktien und Erhöhung des Grundkapitals von 14.051.815,00 EUR unter teilweiser Ausnutzung des Genehmigten Kapitals 2012 um 5.594.178,00 EUR auf 19.645.993,00 EUR;

Investitionsentscheidungen zum Laborausbau für die Forschung und Entwicklung;

Verkauf von EndoTAG® an den bestehenden Lizenzpartner SynCore Biotechnology Co. Ltd., Taiwan;

Kaufvertrag mit Amgen Inc. über sämtliche Anteile der Catherex Inc., an der die Tochtergesellschaft Me-digene Inc. rund 40 % der Anteile hielt.

Ferner beschloss der Aufsichtsrat Veränderungen im Vorstand: Das bisherige Aufsichtsratsmitglied Dave Lemus wurde mit Wirkung zum 1. Januar 2016 zum Vorstand mit der neu geschaffenen Funktion des Chief Operating Officers bestellt. Herr Lemus wird ferner die Position des Chief Executive Officer der Medigene Inc. übernehmen. Zudem verlängerte der Aufsichtsrat die Vorstandsbestellung von Frau Prof. Dr. Dolores Schendel und ernannte Frau Prof. Dr. Schendel mit Wirkung zum 1. Februar 2016 zur Vorstandsvorsitzenden des Unternehmens. Dr. Frank Mathias, der als Vorstandsvorsitzender die strategische Neuausrichtung der Gesellschaft einleitete, wird sein Amt als Vorstandsvorsitzender der Gesellschaft zum 1. Februar 2016 an Frau Prof. Dr. Schendel übergeben. Dr. Mathias hat sich entschieden, neue Aufgaben außerhalb der Gesellschaft zu übernehmen. Um einen reibungslosen Übergang zu gewährleisten, bleibt er bis zum Auslaufen seines Vertrags am 31. März 2016 Mitglied des Vorstands. Es ist der Wunsch des Aufsichtsrats, dass Dr. Mathias seine Expertise der Gesellschaft, etwa im Rahmen eines Aufsichtsratsmandats, weiterhin zur Verfügung stellt. Darüber hinaus scheidet Herr Peter Llewellyn-Davies als Finanzvorstand zum 31. März 2016 auf eigenen Wunsch aus dem Unternehmen aus. Somit setzt sich der Vorstand ab dem 1. April 2016 aus Frau Prof. Dr. Schendel als Vorstandsvorsitzende und Vorstand für Forschung (5 Entwicklung sowie Herrn Dave Lemus als Chief Operating Officer zusammen. Herr Lemus übernimmt als Chief Operating Officer den Aufgabenbereich des Finanzvorstands ab 1. April 2016.

Ausschüsse im Aufsichtsrat

Der Aufsichtsrat der Gesellschaft bildete zwei Ausschüsse zur effizienteren Wahrnehmung seiner Aufgaben, nämlich den Personal- und Vergütungsausschuss (Compensation and Nomination Committee) sowie den Prüfungsausschuss (Audit Committee).

Im Laufe des Jahres 2015 tagte der Personal- und Vergütungsausschuss fünf Mal. Der Prüfungsausschuss tagte in der Berichtsperiode vier Mal. Ferner wurden auch Telefonkonferenzen in beiden Ausschüssen abgehalten.

AUSSCHÜSSE IM AUFSICHTSRAT

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MITGLIED AUSSCHUSS
Personal- und Vergütungsausschuss Prof. Dr. Horst Domdey (Vorsitzender)
  Dave Lemus, bis 28.12.2015
  Dr. Yita Lee
Prüfungsausschuss Dave Lemus (Vorsitzender), bis
  28.12.2015
  Prof. Dr. Horst Domdey
  Dr. Yita Lee

Zu den Aufgaben des Personal- und Vergütungsausschusses gehörte die Vorbereitung der Personalangelegenheiten der Vorstandsmitglieder. Schwerpunkte bildeten Abschluss und Änderung der Anstellungsverträge mit den Vorstandsmitgliedern und die Festsetzung ihrer Vergütung. Insbesondere wurde die Bestellung von Herrn Dave Lemus als neues Vorstandsmitglied der Gesellschaft ab dem 1. Januar 2016 beraten und ein entsprechender Vorstandsdienstvertrag diskutiert. Ferner wurden die weitere Bestellung zum Vorstand und ein neuer Dienstvertrag für Frau Prof. Dr. Schendel vorbereitet. Außerdem wurde die Übergabe des Vorstandsvorsitzes von Dr. Mathias an Frau Prof. Dr. Schendel behandelt. Wesentliche Beratungsthemen waren zudem die das System der Vorstandsvergütung betreffenden Festlegungen zu den Boni und Aktienoptionen.

Die Mitglieder des Prüfungsausschusses befassen sich mit Fragen der Rechnungslegung und des Risikomanagements, der erforderlichen Unabhängigkeit des Abschlussprüfers, der Erteilung des Prüfungsauftrags an den Abschlussprüfer, der Bestimmung von Prüfungsschwerpunkten und der Honorarvereinbarung mit den Wirtschaftsprüfern. Der Prüfungsausschuss hat die Unabhängigkeitserklärung des Abschlussprüfers gemäß Ziffer 7.2.1 des Deutschen Corporate Governance Kodex eingeholt und die Unabhängigkeit des Prüfers überwacht. Der Prüfungsausschuss befasste sich in Gegenwart des Abschlussprüfers und des Finanzvorstands mit der Prüfung des Jahres- und Konzernabschlusses der Medigene AG. Zudem hat der Prüfungsausschuss die Halbjahres- und Quartalsfinanzberichte regelmäßig vor der Veröffentlichung mit dem Vorstand erörtert. Der Prüfungsausschuss gab dem Aufsichtsrat eine Empfehlung für den Vorschlag an die Hauptversammlung zur Wahl des Abschlussprüfers. Der Prüfungsausschuss überwachte ferner den Rechnungslegungsprozess, die Wirksamkeit des internen Kontrollsystems und das Risikomanagementsystem.

Darüber hinaus hat der Aufsichtsrat keine weiteren Ausschüsse gebildet.

Corporate Governance

Der Aufsichtsrat hat am 17. Dezember 2015 gemeinsam mit dem Vorstand entschieden, die Empfehlungen und Anregungen des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) weitgehend umzusetzen. Am selben Tag wurde die neue Entsprechenserklärung gemäß § 161 AktG von Aufsichtsrat und Vorstand verabschiedet. Diese wurde den Aktionären auf der Website der Gesellschaft dauerhaft zugänglich gemacht. Zum 18. Januar 2016 erfolgte eine Ergänzung der Entsprechenserklärung, welche ebenfalls auf der Website veröffentlicht worden ist.

Über die Corporate Governance bei Medigene berichten der Vorstand und der Aufsichtsrat gemäß Ziffer 3.10 des Deutschen Corporate Governance Kodex im Corporate Governance Bericht.

Bei Interessenkonflikten im Aufsichtsrat gemäß Ziffer 5.5 des Deutschen Corporate Governance Kodex werden diese gegenüber den anderen Aufsichtsratsmitgliedern grundsätzlich offengelegt. Im Geschäftsjahr 2015 ist ein potentieller Interessenkonflikt bei dem Verkauf des Projekts EndoTAG. an SynCore Biotechnology, einem Unternehmen der Sinphar-Gruppe, aufgetreten, in der das Aufsichtsratsmitglied Dr. Yita Lee als Vorstand für Forschung und Entwicklung tätig ist. Dieser potentielle Konflikt wurde vermieden, indem Dr. Lee nicht aktiv an den Beratungen zu dieser Transaktion teilnahm und sich bei Abstimmungen seiner Stimme enthielt. Bei den Beratungen zur Sachkapitalerhöhung zugunsten der ehemaligen Gesellschafter der Trianta Immunotherapies GmbH (heute: Medigene Immunotherapies GmbH) hat der Aufsichtsratsvorsitzende Prof. Dr. Horst Domdey nicht aktiv teilgenommen und sich bei Abstimmungen seiner Stimme enthalten. Prof. Domdey ist Vorstand der BioM AG, einer ehemaligen Gesellschafterin der Trianta Immunotherapies GmbH, welche durch Einbringungs-vertrag vom 27. Januar 2014 von der Medigene AG erworben wurde. Sonstige Interessenkonflikte von Aufsichtsratsmitgliedern sind im Geschäftsjahr 2015 nicht aufgetreten. Vorübergehende Interessenkonflikte zu den genannten Beratungs- und Beschlussthemen konnten so vermieden werden.

Einige Mitglieder des Aufsichtsrats gehören auch Kontrollorganen anderer Unternehmen aus den Branchen Pharma und Biotechnologie an, jedoch sind diese - wie vom Deutschen Corporate Governance Kodex gefordert - nicht als wesentliche Wettbewerber der Medigene AG anzusehen.

Wechsel im Aufsichtsrat

Aufgrund der Bestellung in den Vorstand ab dem 1. Januar 2016 legte der stellvertretende Vorsitzende des Aufsichtsrats, Herr Dave Lemus, sein Mandat mit Wirkung zum 28. Dezember 2015 nieder. Die Gesellschaft stellte nach § 104 Abs. 1 AktG den Antrag auf gerichtliche Bestellung eines notwendigen dritten Aufsichtsratsmitglieds und empfahl hierfür mit Zustimmung des Aufsichtsrats Herrn Prof. Dr. Ernst-Ludwig Winnacker. Prof. Winnacker wurde im Januar 2016 als neues Aufsichtsratsmitglied gerichtlich bestellt. Der Aufsichtsrat wird Prof. Winnacker durch die 20-jährige Erfahrung in der Überwachung und Kontrolle von Aktiengesellschaften als Aufsichtsratsmitglied verschiedener Unternehmen und seiner Kenntnis der Medigene AG durch seine frühere Aufsichtsratstätigkeit sehr gut unterstützt. Als unabhängiger Finanzexperte nach § 100 Abs. 5 AktG fungiert Prof. Dr. Horst Domdey, der somit auch den Vorsitz des Prüfungsausschusses übernommen hat.

Jahres- und Konzernabschluss

Der von der Hauptversammlung gewählte und vom Aufsichtsrat beauftragte Abschlussprüfer, die Ernst (5 Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, München, hat den vom Vorstand nach den Regeln des HGB erstellten Jahresabschluss der Medigene AG zum 31. Dezember 2015 sowie den Lagebericht der Medigene AG für das Geschäftsjahr 2015 geprüft und mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Den Prüfauftrag hatte der Prüfungsausschuss entsprechend dem Beschluss der Hauptversammlung vom 13. August 2015 vergeben. Der Konzernabschluss der Medigene AG wurde auf der Grundlage der internationalen Rechnungslegungsstandards (IFRS), wie sie in der EU anzuwenden sind, und der ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften aufgestellt. Der Abschlussprüfer versah auch den Konzernabschluss sowie den Konzernlagebericht mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk.

Der Prüfungsausschuss hat für das Berichtsjahr die Prüfungsschwerpunkte mit dem Abschlussprüfer festgelegt.

Die Abschlussunterlagen sowie die Prüfberichte des Abschlussprüfers wurden allen Aufsichtsratsmitgliedern rechtzeitig zur Verfügung gestellt. Sie wurden vom Prüfungsausschuss und vom Aufsichtsrat am 15 März 2016 eingehend geprüft und im Beisein des Vorstands und des Abschlussprüfers erörtert. Der Abschlussprüfer nahm an den Verhandlungen und Erörterungen über die Abschlussunterlagen teil und berichtete ausführlich über die wesentlichen Ergebnisse seiner Prüfung, insbesondere über die Ergebnisse bezogen auf das interne Kontroll- und Risikomanagement und hinsichtlich des Rechnungslegungsprozesses. Die im Lagebericht dargestellten Risiken und Chancen seien zutreffend und ausgewogen dargestellt und die vom Vorstand gem.§ 91 Abs. 2 AktG getroffenen Maßnahmen seien geeignet, Entwicklungen rechtzeitig zu erkennen, welche den Fortbestand der Gesellschaft gefährden könnten.

Der Aufsichtsrat hat sich nach eigener Prüfung des Jahresabschlusses, des Konzernabschlusses, des Lageberichts und des Konzernlageberichts dem Ergebnis des Abschlussprüfers angeschlossen und in seiner Sitzung vom 15. März 2016 gemäß der Empfehlung des Prüfungsausschusses den Jahresabschluss und den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2015 gebilligt. Damit ist der Jahresabschluss festgestellt.

Dank für engagierte Leistungen

Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Medigene AG und ihrer Tochtergesellschaften für ihren erfolgreichen Einsatz für die Gesellschaft im Geschäftsjahr 2015. Gemeinsam konnten wichtige Meilensteine erzielt und der Strategiewechsel hin zur Immuntherapie umgesetzt werden. Für die erfolgreiche Neuausrichtung des Unternehmens sowie die stets vertrauensvolle Zusammenarbeit dankt der Aufsichtsrat ebenso ausdrücklich den Herren Dr. Frank Mathias als Vorstandsvorsitzenden und Peter Llewel-lyn-Davies als Vorstand für Finanzen.

Im Namen des Aufsichtsrats danke ich auch Ihnen, den Aktionären der Medigene AG, für Ihr Vertrauen.

Für den Aufsichtsrat

 

Planegg/Martinsried, im März 2016

Prof. Dr. Horst Domdey, Vorsitzender des Aufsichtsrats