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Tamedia-Abstimmungsumfrage: Wohnrauminitiative startet mit Mehrheit
Zürich, 27. Dezember 2019 – Die Schweizer Mediengruppe Tamedia hat auf ihren Newsportalen die erste Welle der titelübergreifenden Umfrage im Vorfeld der eidgenössischen Abstimmung vom 9. Februar 2020 durchgeführt. 11’164 Personen aus der ganzen Schweiz haben vom 19. bis am 21. Dezember 2019 online an der Umfrage teilgenommen. Der Fehlerbereich liegt bei 1,6 Prozentpunkten.
Wohnrauminitiative: 63 Prozent Ja
Die Initiative «Mehr bezahlbare Wohnungen» des Mieterverbandes stösst rund sieben Wochen vor dem Urnengang auf Anklang: 63 Prozent wollen dem Volksbegehren, das für mehr Wohnungen in gemeinnütziger Hand sorgen soll, eher oder sicher zustimmen. 32 Prozent lehnen die Initiative eher oder sicher ab, während 5 Prozent keine Angaben zu ihren Stimmabsichten machten.
Für eine Mehrheit der Befürworter ist das wichtigste Argument für die Zustimmung, dass Wohnen ein Grundbedürfnis sei, das bezahlbar sein müsse. Die Initiative setze nur um, was bereits in der Verfassung stehe. Das Hauptargument für die Gegner ist dagegen ein ordnungspolitisches: Der Bund solle nicht in die Marktwirtschaft eingreifen.
Starke Unterstützung im linken Lager
Die Wohnrauminitiative erhält starke Unterstützung von den Wählerinnen und Wählern des linken Spektrums. Je 89 Prozent der Grünen- und SP-Anhänger stimmen der Initiative derzeit zu. Während die SVP-Wählerschaft gespalten ist, lehnen einzig die FDP-Anhänger die Vorlage mehrheitlich ab (55 Prozent Nein).
Wenig überraschend ist die Unterstützung in den urbanen Gebieten besonders gross: 72 Prozent der Städterinnen und Städter wollen momentan ein Ja auf den Stimmzettel schreiben. Zum Vergleich: Auf dem Land und in der Agglomeration sind es je nur rund 60 Prozent der Stimmberechtigten.
Mehrheit für Diskriminierungsverbot
Zur Abstimmung kommt am 9. Februar auch das Verbot der Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung, nachdem unter anderem die Junge SVP und die Eidgenössisch-Demokratische Union EDU das Referendum ergriffen haben. Der Vorlage stimmen momentan 65 Prozent zu, 32 Prozent lehnen sie ab. 3 Prozent machten keine Angaben zu ihren Stimmabsichten.
Das wichtigste Argument der Befürworter: Niemand dürfe aufgrund seiner sexuellen Orientierung diskriminiert werden. Gerade zu Zeiten von Hate-Speech im Netz sei eine Anpassung nötig. Viele Nein-Stimmende sehen dagegen die Meinungsfreiheit in Gefahr oder sie sind der Meinung, dass Minderheiten schon heute gleichgestellt seien.
Männer sind skeptischer als Frauen
Weiter zeigt die Umfrage, dass die Vorlage die Geschlechter spaltet: So sprechen sich 76 Prozent der Frauen für die Ausweitung der Antirassismus-Strafnorm auf die sexuelle Orientierung aus. Bei den Männern liegt die momentane Zustimmung mit 55 Prozent Ja markant tiefer.
Umfassende Tamedia-Abstimmungsumfragen
Die Tamedia-Abstimmungsumfragen werden in Zusammenarbeit mit LeeWas durchgeführt. Sie gewichten die Umfragedaten nach demografischen, geografischen und politischen Variablen, sodass die Stichprobe der Struktur der Stimmbevölkerung entspricht. Die Resultate werden jeweils umgehend ausgewertet, damit die Tageszeitungen und Newsplattformen von Tamedia schweizweit rasch und fundiert darüber berichten können. Weitere Informationen und der detaillierte Bericht zur Umfrage sind unter tamedia.ch/umfragen abrufbar.
Beteiligte Tamedia-Medien
Deutschschweiz: 20 Minuten, BZ Berner Zeitung, Der Bund, Tages-Anzeiger, Basler Zeitung SonntagsZeitung und ZRZ Zürcher Regionalzeitungen;
Romandie: 20 minutes, 24 heures, Tribune de Genève und Le Matin/Le Matin Dimanche;
Tessin: 20 minuti